Meine TOP TEN Filme 2008

Um für den branchenwichtigen Academy Award (Oscar) für das Jahr 2009 nominiert werden zu können, müssen Filme in der Zeit v. 01.01.-31.12.2008 in einem amerikanischen Kino gestartet sein. Die Oscarnominierungen werden am 22.01.09 bekannt gegeben und am 22.02.09 verliehen. Moderator ist zum ersten Mal der australische Theater- und Filmschauspieler Hugh Jackman. Hugh Jackman hat zuvor bereits im Jahr 2004 und 2005 die Tony Awards moderiert. Für seine beiden Tony-Moderationen wurde er jeweils mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet.

Morgen, am 11.01.09, werden die richtungsweisenden Golden Globes verliehen.

Bis auf wenige Ausnahmen, habe ich die meisten „wichtigen“ Filme gesehen. Ich war insgesamt 85 x im Kino (davon 81 x in den U.S.A., 1 x in Südafrika, 1 x in Deutschland und 2 x in Mexiko – „Wall-E“ habe ich 3 x im Kino gesehen und „The Dark Knight“ bisher 2 x), dies waren meine Liebblingsfilme in 2008:

1. The Curious Case of Benjamin Button (David Finchers Fantasydrama, dt. Kinostart am 29.01.09)

2. Wall-E (Pixars kleines Wunderwerk, dt. Kinostart war der 25.09.08)

3. Slumdog Millionaire (Danny Boyles toller Film, dt. Kinostart am 19.03.09)

4. Doubt (Verfilmung eines preisgekrönten Theaterstücks, mit Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman in Bestform, dt. Kinostart am 05.02.09)

5. Gran Torino (Neuester Clint Eastwood Film und vielleicht letzter mit ihm als Schauspieler, war für mich die grösste Überraschung während der Oscar-Saison, dt. Kinostart am 26.02.09)

6. Frost/Nixon (Ron Howards Verfilmung des gleichnamigen Theaterstückes, welches auf den legendären Interviews von David Frost und Richard Nixon basierte. Dt. Kinostart am 05.02.09) und

Milk (Gus Van Sants Biopic über den Politiker Harvey Milk, dt. Kinostart am 19.02.09)

7. The Fall (Tarsems bildgewaltiger Film, habe die Story beinahe vergessen, aber die wunderschönen Bilder immer noch in meinem Gedächtnis, dt. Kinostart am 05.03.09)

8. Young@Heart (Rührender Dokufilm über einen aussergewöhnlichen Senioren-Chor, dt. Kinostart war der 02.10.08)

9. RocknRolla (Guy Ritchies Film, endlich wieder ein britischer Film der mich restlos überzeugte, dt. Kinostart am 19.03.09)

10. The Dark Knight (Christopher Nolans Comicverfilmung ist genau der Grund warum Kinos gebaut werden. Habe mir letztens Teile des Films auf einem Bildschirm angeschaut und kann jetzt zu 100% sagen, dass dieser Film ausschliesslich auf einer grossen Leinwand wirkt. Dt. Kinostart war der 21.08.08)

Gut, ich habe etwas geschummelt, aber ich konnte mich im Mittelpart wirklich nicht entscheiden. „The Fall“ musste dann doch rein, weil er einfach zu schön war und „Young@Heart“ musste rein, weil ich unendlich gerührt war. Zwischen „Frost/Nixon“ und „Milk“ konnte ich mich bei aller Liebe nicht entscheiden…

Ich möchte allerdings noch andere Filme erwähnen, die mir gefallen haben:

„Horton Hears a Who!“, „Miss Pettigrew Lives for a Day“, „Iron Man“, „What Happens in Vegas“, „Teeth“, „Flawless“, „The Visitor“, „The Strangers“, „Wanted“, „Hellboy 2“, „Tropic Thunder“, „W.“, „Appaloosa“, „Changeling“, „Pride and Glory“, „Synecdoche, New York“, „The Wrestler“ und „Revolutionary Road“, „Marley & Me“

Filme in 2008, die ich schlichtweg überflüssig fand:

„Cloverfield“, „The Ruins“, „Redbelt“, „Then She Found Me“ (Sorry, Hon´), „The Love Guru“, „Indiana Jones 4“, „Mirrors“, „Nights in Rodanthe“, „Rachel Getting Married“, „Happy-Go-Lucky“

Filme in 2008, die mich richtig verärgert haben:

„Fool´s Gold“ und noch mehr:

„The Happening“

Wen möchte ich zukünftig nicht mehr auf der grossen Leinwand sehen:

meine Liste vom letzten Jahr mit (Scarlett Johansson, Julia Roberts, Tom Cruise, den Affleck-Brüdern) kann ich so übernehmen, dazu gesellt sich, bei den anderen bin ich mal gnädig, einsam auf weiter Flur:

Anne Hathaway

Wen möchte ich zukünftig häufiger auf der grossen Leinwand sehen:

Mark Strong!!!!!!!!!!!! („RocknRolla“, „Body of Lies“)
Jim Sturgess („Across the Universe“, „21“)
Emily Mortimer („Match Point“, „Transsiberian“)
James Franco („Pineapple Express“, „Milk“)
James McAvoy („The Last King of Scotland“, „Wanted“)
Michael Shannon („The Woodsman“, „Criminal“, „Bug“, er war in „Revolutionary Road“ einfach wieder unglaublich, bislang ist er noch unterschätzt)

Wer sollte für das Filmjahr 2008 einen Oscar erhalten:

Best Actor: Mickey Rourke (für „The Wrestler“) oder Frank Langella (für „Frost/Nixon)

Best Actress: Meryl Streep (für „Doubt“)

Best Supporting Actor: Philip Seymour Hoffman (für „Doubt“) oder posthum Heath Ledger (für „The Dark Knight“)

Best Supporting Actress: Cate Blanchett (für „The Curious Case of Benjamin Button“), für einen GG ist sie allerdings noch nicht einmal nominiert.
ich wäre aber auch mit einem Kompensations-Oscar für Kate Winslet (für „The Reader“) einverstanden

Best Picture: sollte „Slumdog Millionaire“ o. „The Curious Case of Benjamin Button“ gewinnen

aber erst einmal müssen die Golden Globes verliehen werden und die Oscarnominierungen ausgesprochen werden…

Seattle – "The Curious Case of Benjamin Button"

Ich war am 06.01.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„The Curious Case of Benjamin Button“ (dt. Titel: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, dt. Kinostart: 29.01.09) 167 min fantasy, drama adaptation
dir. David Fincher cast: Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton, Elle Fanning, Julia Ormond, Taraji P. Henson, Elias Koteas

Im Jahre 1918 erblickt ein ungewöhnliches Baby das Licht der Welt, Benjamin Button (Brad Pitt). Benjamin sieht wie ein schrumpeliger, alter Mann aus und ist tatsächlich 86 Jahre alt. Er altert rückwärts. Von Tag zu Tag verjüngt er sein Aussehen und wird fideler. Als er ungefähr zwölf Jahre alt ist und dabei aussieht als wäre er siebzig Jahr alt, trifft er auf seine Seelenverwandte, die siebenjährige Daisy (Elle Fanning/ später: Cate Blanchett). Ihre Wege werden sich immer wieder kreuzen, bis sie von den Lebensumständen und vom Alter für eine gewisse Zeit zusammenpassen…

A (Wertung von A bis F) Im Filmjahr 2007 war No Country for Old Men mein Lieblingskinofilm, für das Filmjahr 2008 hat es „The Curious Case of Benjamin Button“ auf Platz 1 geschafft (dicht gefolgt von Wall-E und Slumdog Millionaire).

Der Film „The Curious Case of Benjamin Button“ ist von einer Kurzgeschichte von F.Scott Fitzgerald aus dem Jahre 1921 adaptiert. Erzählt wird eine ungewöhnliche Lebens- und Liebesgeschichte. Auch wenn sich die Liebesgeschichte von der reinen Inhaltsangabe her vielleicht etwas komisch „anfühlt“, so ist sie auf der Leinwand einfach nur aussergewöhnlich und bewegend. Wie von dem Regisseur David Fincher („Seven“, „The Game“, „Fight Club“, Zodiac) nicht anders zu erwarten, hat der Film eine einzigartige, wunderschöne Bildsprache. Finchers Arbeit hat einen hohen Wiedererkennungswert. Neben all der wunderbaren Kameraarbeit, den faszinierenden visuellen Effekte, ist insbesondere die Arbeit der Make-Up-Artisten hervorzuheben, gerade wenn man den Vergleich zu der weniger gelungenen Arbeit bei „The Reader“ hat. Schauspielerisch liefert Brad Pitt eine solide Arbeit ab, die aber zu keinem Zeitpunkt die Qualität und Klasse von Ausnahmetalent Cate Blanchett erreicht. Cate Blanchett verleiht der Filmfigur Daisy so viel Eleganz und Würde, dass es mir manchmal beinahe den Atem raubte…Wenn es bei der Academy gerecht zugehen würde…, müsste Cate Blanchett für diese Rolle einen Oscar erhalten. Natürlich ist aber auch Tilda Swinton wieder einmal eine Bereicherung. Der Film ist für 5 Golden Globes nominiert.

Meine Empfehlung: „The Curious Case of Benjamin Button“ auf der grösstmöglichen Leinwand schauen und vielleicht noch das eine oder andere Taschentuch griffbereit halten…

Lars-Olav Beier vom SPIEGEL hat einen interessanten und gut beobachteten Aspekt in seiner Filmkritik aufgebracht („Liebe auf Augenhöhe“).

Trailer zu sehen:

Philadelphia – "Doubt"

Ich war am 31.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Doubt“ (dt. Titel: „Glaubensfrage“, dt. Kinostart: 05.02.09) 104 min drama adaptation
dir. John Patrick Shanley cast: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis, Joseph Foster

New York, 1964.
Unter der strengen Herrschaft der Direktorin, Schwester Aloysius (Meryl Streep), wird die katholische St. Nicholas Privatschule geführt. Es herrscht Zucht und Ordnung, bis der Direktorin der moderne Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman) vorgesetzt wird. Als der erste afro-amerikanische Junge an die Schule kommt, kümmert sich Priester Flynn um den Schüler und benennt ihn sogar zum Messdiener. Eines Tages glaubt die Lehrerin des Jungen, Schwester James (Amy Adams), unschickliches Benehmen des Priesters bemerkt zu haben und meldet dies der Direktorin…

A (Wertung von A bis F) Die Filmversion „Doubt“ wurde von dem gleichnamigen Theaterstück adaptiert. Das Bühnenstück gewann im Jahr 2005 sowohl den Pulitzer Prize, als auch den Tony. Der Regisseur des Theaterstücks und der Filmversion, John Patrick Shanley, hat nach 18 Jahren seinen zweiten Kinofilm inszeniert. Sein Regiedebut sprach nicht wirklich für ihn („Joe Versus the Volcano“ mit Tom Hanks und Meg Ryan), so dass sich MIRAMAX wohl gedacht hatte, stellen wir ihm mal sicherheitshalber die Schauspiel-Elite an die Seite. Besetzt ist der Film mit der zauberhaften Amy Adams („Enchanted“, Miss Pettigrew Lives for a Day) und der hier überzeugenden Viola Davis („Far From Heaven“, Nights in Rodanthe), er lebt aber von den Performances von Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman. Die beiden agieren auf Augenhöhe und ich sehe es als pures Vergnügen, dem Aufeinandertreffen dieser Schauspielgrössen zuzuschauen. Wenn man bedenkt, wieviel Lebensfreude Meryl Streep im letztjährigen „Mamma Mia“ ausstrahlte und wie verbiestert und frustriert, aber dabei echt, sie jetzt daherkommt…Gegensätzlicher könnten die beiden Rollen nicht sein und damit ist für mich klar, wer in 2009 den Oscar gewinnen muss. Chamäleon Hoffman, der Mrs. Streep in nichts nachsteht, sollte ebenso einen Award erhalten. Heath Ledger (R.I.P.) hat grosse Konkurrenz bekommen. Bei „Doubt“ sollte man keinen Film über pädophile Priester erwarten, ist es doch eher ein Film – passender könnte der Originaltitel nicht sein – über Zweifel. Zweifel, die man gegenüber anderen Menschen und vielleicht seinem eigenen Verhalten hat…
Dieser komplexe Film ist für fünf Golden Globes nominiert und gilt als Oscar-Kandidat. Es ist äusserst wahrscheinlich, dass „Doubt“ in meiner TOP TEN für 2008 landen wird.

Trailer zu sehen:

Philadelphia – "Gran Torino"

Ich war am 30.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Gran Torino“ (dt. Kinostart: 05.03.09) 116 min comedy, drama
dir. Clint Eastwood cast: Clint Eastwood, Bee Vang, Ahney Her, Cory Hardrict, Brian Haley

Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein verbitterter Koreakriegsveteran, der gerade seine Frau zu Grabe getragen hat und sowohl von seiner Familie, als auch von der Gesellschaft enttäuscht ist. Dann ziehen auch noch immer mehr Asiaten in seine Nachbarschaft, von deren exotischen Traditionen und Eigenarten er überfordert und angewidert er ist. Als er eines Abends den Nachbarsjungen Thao (Bee Vang) mit Waffengewalt vor einer kriminellen Bande beschützt, wird er zum Helden der asiatischen Gemeinde. Keiner ahnt zu dem Zeitpunkt, was er damit auslöste und wie ausssichtslos die Situation ist…

A (Wertung von A bis F) Inmitten der Oscar-Saison, die beinahe ausschliesslich mit wunderbaren Filmen besetzt ist, ist „Gran Torino“ für mich die grösste Überraschung. Von allen sogenannten „Oscar-Kandidaten“, wollte ich den Film nur schauen, wenn er irgendwie zeitlich reinpasste. So sehr ich Clint Eastwoods Regiearbeit („Midnight in the Garden of Good and Evil“, „Mystic River“, Changeling) schätze, so wenig – denke ich zumindest immer – mag ich ihn als Schauspieler („Dirty Harry“, „In the Line of Fire“, „Absolute Power“). Wenn ich aber ehrlich bin, mochte ich ihn dann immer, wenn ich einen Film mit ihm sah. Hier hat er sich mit seiner Mimik, seiner knarzigen Stimme, seinem Geknurre und seinen wilden Flucherreien und Beleidigungen unmittelbar in mein Herz gespielt. Seine Filmfigur könnte man als eine Mischung aus Jack Nicholson in „About Schmidt“ und Hugh Laurie aus der Serie „House“ beschreiben, nur viel radikaler. Es ist unglaublich unterhaltsam und manchmal brüllend komisch ihm zuzuschauen. Ich würde allerdings dringend empfehlen, den Film im Original zu sehen. Vieles ist einfach unübersetzbar. Der Film „Gran Torino“ ist vielschichtiger, als man es zunächst (auch vom Trailer) vermutet und mit dem Thema „Multikulturelle Gesellschaft“ brandaktuell. Als Überraschungskandidat landet der Film festgesetzt in meiner TOP TEN für 2008.

Trailer zu sehen:

Philadelphia – "Milk"

Ich war am 30.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Milk“ (dt. Kinostart: 19.02.09) 128 min drama, biopic
dir. Gus Van Sant cast: Sean Penn, James Franco, Josh Brolin, Emile Hirsch, Diego Luna, Allison Pill

Harvey Milk (Sean Penn) zog in den 1970er Jahren mit seinem Freund Scott (James Franco) nach San Francisco und setzte sich für die Rechte von Homosexuellen ein. Er wurde schliesslich in den Stadtrat von San Francisco gewählt und war damit der erste bekennende Schwule, der ein offizielles politisches Amt bekleidete. Am 27.11.78 wurden Harvey Milk und der damalige Bürgermeister von San Francisco erschossen…

A (Wertung von A bis F) Man sieht wie sehr dem Regisseur Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „To Die For“) die Arbeit an diesem Film am Herzen lag. Es hat sich gelohnt, es ist eines der schönsten Biopics, das ich bislang gesehen habe. Für „Good Will Hunting“ war Gus Van Sant für einen Regie-Oscar nominiert, hier hätte er ihn verdient. Sean Penn („Dead Man Walking“, „She´s So Lovely“, „I Am Sam“, „Mystic River“) zeigt hier, wieder einmal, wie wandelbar er ist. Der Method Actor Penn muss sich, beim Ansehen des Filmes, selbst gewundert haben, wie überzeugend und liebevoll er einen schwulen Mann porträtiert. Für diese Rolle wurde er für einen Golden Globe nominiert und es gilt als sicher, dass er seine fünfte Oscarnominierung erhält. Es lässt sich mittlerweile auch nicht mehr leugnen, dass James Franco im Jahr 2008 seinen Durchbruch schaffte. Er hat eine unheimliche Leinwandpräsenz. Ich verfolge seit einigen Jahren (genauer seit: „City by the Sea“) seine Karriere und freue mich darüber, dass er die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Bereits letztes Jahr hat Josh Brolin mit No Country for Old Men gezeigt, dass er aus den B-Movie-Schuhen gewachsen ist. Emile Hirsch (Into the Wild) habe ich in „Milk“ überhaupt nicht erkannt, war aber von seiner Performance so beeindruckt, dass ich wissen wollte, wie er heisst 😳 . Einzig Diego Luna („Before Night Falls“, „Y Tu Mama Tambien“), den ich bislang mochte, war absolut unglaubwürdig und grauenvoll. „Milk“ könnte in meiner TOP TEN für 2008 landen.

Trailer zu sehen:

Philadelphia – "Frost/Nixon"

Ich war am 29.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Frost/Nixon“ (dt. Kinostart: 05.02.09) 122 min drama, adaptation
dir. Ron Howard cast: Frank Langella, Michael Sheen, Kevin Bacon, Sam Rockwell, Toby Jones, Oliver Platt, Rebecca Hall

Richard M. Nixon ist bis zum heutigen Tag der einzige Präsident der Vereinigten Staaten, der von seinem Amt zurücktreten musste. Er stürzte im Jahr 1974 über eine Abhörskandal (die sogenannte Watergate-Affäre). Bei seiner Abschiedsrede zeigte er keinerlei Unrechtsbewusstsein. Das amerikanische Volk wartete auf ein Schuldeingeständnis bzw. eine Entschuldigung. Einige seriöse Polit-Journalisten versuchten nach seiner Amtsniederlegung, ein Interview mit Richard Nixon zu führen. Ausgerechnet der britische Entertainer und Talk Show Moderator David Frost bekam drei Jahre nach Nixons Rücktritt die Möglichkeit, in einer Reihe von Interviews brisante Themen anzuschneiden…
Der Film „Frost/Nixon“ zeigt, in einer etwas abgeänderten Form, die legendären Ereignisse. In den Hauptrollen Frank Langella als Richard Nixon und Michael Sheen als David Frost.

A (Wertung von A bis F) Der Film „Frost/Nixon“ wurde von dem gleichnamigen Theaterstück adaptiert. Die beiden Hauptdarsteller der Filmversion haben zuvor auf Londoner und New Yorker Bühnen das Stück gespielt. Das Theaterstück hat einen Pulitzer Prize gewonnen und Frank Langella wurde mit dem Theater-„Oscar“, dem Tony, ausgezeichnet. Bei dem Film hat sich der Regisseur Ron Howard („Apollo 13“, „A Beautiful Mind“) durchgesetzt, den Film nicht – wie von der Produktionsfirma gewünscht – mit „bekannteren Namen“ zu besetzen. Insbesondere bei Frank Langella ist dies auch ein absoluter Gewinn. Frank Langella liefert schauspielerisch ein Meisterstück ab. Er wirkt so staatsmännisch und authentisch als Richard Nixon, wie es der tatsächliche Präsident wahrscheinlich noch nicht einmal war… Es sind noch 1 1/2 Monate bis zur Oscarnominierung und ich habe eigentlich Mickey Rourke in The Wrestler als meinen Top Favoriten gesetzt, heute sehe ich Frank Langella auf gleicher Höhe. Mit dem britischen Schauspieler Michael Sheen als David Frost brauchte ich hingegen sehr viel Geduld. Für mich wirkt er zu glatt und künstlich, dass mich das manchmal sogar etwas abgelenkt hat. Ich mochte ihn aber auch schon nicht als Tony Blair in „The Queen“. Rebecca Hall fand ich hier fehlbesetzt. Der Film „Frost/Nixon“ ist für fünf Golden Globes nominiert und könnte in meiner TOP TEN für 2008 landen.

Trailer zu sehen:

NYC – "Slumdog Millionaire"

Ich war am 23.12.08 in NYC und habe mir im Kino angeschaut:

„Slumdog Millionaire“ (dt. Titel: „Slumdog Millionär“, dt. Kinostart: 19.03.09) 120 min drama, comedy, adaptation
dir. Danny Boyle cast: Dev Patel, Anil Kapoor, Irrfan Khan, Madhur Mittal, Freida Pinto

Mumbai 2006. Der 18jährige mittellose Jamal Malik (Dev Patel) ist als Kandidat bei der indischen Ausgabe von WER WIRD MILLINÄR? genau eine Frage vom Hauptgewinn (20 Millionen Rupien) entfernt, als die Fernsehsendung in die Werbepause geht, um erst am nächsten Tag fortgesetzt zu werden. Jamal wird nach der Show verhaftet und des Betruges beschuldigt. Während des Verhöres der Polizei erinnert Jamal sich an seine Kindheit und versucht selbst herauszufinden, wie er als Waisenkind in den Slums von Mumbai überlebt hat und schliesslich jede einzelne Frage der Quiz-Sendung bislang richtig beantworten konnte…

A (Wertung von A bis F) Vor einem Monat noch hat für mich vieles gegen den Film „Slumdog Millionaire“ gesprochen. Der Film spielt in Indien, mit ausschliesslich mir unbekannten indischen Schauspielern und ist zu einem grossen Teil in Hindi. Vor einigen Jahren schwappte, für mich völlig unverständlich, eine Art Hype nach Deutschland, die Bollywood-Filme. Bis heute ist mir unerklärlich, wie es dazu kommen konnte, sind für mich diese Filme doch eine Belästigung für Augen und Ohren. Über die etwaigen Inhalte solcher Filme kann ich nur Vermutungen anstellen, weil ich nie länger als eine Minute „durchgehalten“ habe. Was sprach also für „Slumdog Millionaire“? Natürlich der Regisseur Danny Boyle, der für meinen Geschmack einen der besten Filme überhaupt, „Trainspotting“, kreierte. Zuvor hat er mich schon mit seinem Regiedebut „Shallow Grave“ überzeugt, später dann mit „The Beach“ und „A Life Less Ordinary“. „28 Days Later“ und „Sunshine“ folgten. Also war die Basis geschaffen, erst einmal jeden Film von ihm sehen zu wollen. Ausserdem haben mich teils überragende Kritiken der amerikanischen Journaille neugierig gemacht. Schon zu Beginn des Filmes war ich von der Erzählweise fasziniert. Fesselnd erzählt „Slumdog Millionaire“ abwechselnd von Jamals Überlebenskampf in den Slums, dem Polizeiverhör und dem Verlauf der WER WIRD MILLIONÄR?-Show. Vor allen Dingen hat der Film dabei Hoffnung transportieren können. Dabei ist der Film noch in wunderschöne, zum Teil an den grossartigen Film „City of God“ erinnernde, Bilder verpackt. Der Schnitt, die Kamera- und die Regiearbeit machen den Film zu einem Erlebnis. Danny Boyle hat zudem auch eines meiner Lieblingsongs M.I.A. „Paper Planes“ verarbeitet. Dieses Lied habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal in dem Film Pineapple Express gehört und Danny Boyle hat es geschafft, dass es mein Lieblingsfilmsong 2008 wurde. „Slumdog Millionaire“ ist spannend, witzig, schonungslos, rührend ohne zu kitschig zu sein, realistisch, stylish, aber vor allen Dingen BESONDERS und daher einer der besten Filme in 2008. Am 11.01.09 wurde „Slumdog Millionaire“ mit einem Golden Globe für bester Film/Drama und beste Regie (Danny Boyle) ausgezeichnet. Wenn der Film nicht auch einen Oscar als bester Film bekommt… Der Film hat es in meine TOP TEN für 2008 geschafft (Platz 3). Update: „Slumdog Millionaire“ hat acht Oscars gewonnen (Bester Film, Bester Regisseur, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Song, Beste Kamera, Bester Tonschnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch)

Trailer zu sehen: