Emmy-Nominierungen 2020

Die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) hat heute die Primetime Emmy-Nominierungen  bekannt gegeben. Das gesamte letzte TV-Jahr gab es so viele klasse TV-Serien und Mehrteiler, dass ich dieses Jahr sogar etwas mitgefiebert habe. Zugegebenermassen hauptsächlich wegen meiner Lieblingsserie Succession und die hat 18 Emmy-Nominierungen (davon allein 9 Schauspiel-Nominierungen) abgeräumt. ❤️

Die Präsentation der wichtigsten Emmy-Nominierungen von Leslie Jones (und Laverne Cox, Josh Gad und Tatiana Maslany) habe ich mir heute sogar live angeschaut, es war mir aber zu hysterisch, Leslie Jones war ähnlich anstrengend wie Tiffany Haddish bei den Oscar-Nominierungen damals. 

 

Gefeiert habe ich natürlich die Emmy-Nominierungen für folgende Schauspieler:

Jeremy Strong für „Succession“ (Best Actor/Drama)

Brian Cox für „Succession“ (Best Actor/Drama)

Nicholas Braun für „Succession“ (Best Supporting Actor/Drama)

Kieran Culkin für „Succession“ (Best Supporting Actor/Drama)

Matthew Macfadyen für „Succession“ (Best Supporting Actor/Drama) 

Sarah Snook für „Succession“ (Best Supporting Actress/Drama) 

James Cromwell für „Succession“ (Guest Actor/Drama)

Cherry Jones für „Succession (Guest Actress/Drama) 

Harriet Walter für „Succession“ (Guest Actress/Drama) 

Jeremy Pope für Hollywood (Best Actor/Limited Series)

Mark Ruffalo für I Know This Much is True (Best Actor/Limited Series)

Cate Blanchett für Mrs. America (Best Actress/Limited Series)

Shira Haas für Unorthodox (Best Actress/Limited Series) 

Dylan McDermott für Hollywood (Best Supporting Actor/ Limited Series)

Jim Parsons für Hollywood (Best Supporting Actor/Limited Series)

Toni Collette für Unbelievable (Best Supporting Actress/Limited Series) 

 

Aber natürlich auch die Emmy-Nominierungen für die Saturday Night Live-Auftritte von 

Adam Driver (als Gastgeber) und 

Brad Pitt (als Dr. Fauci) 

 

Hier die wichtigsten Nominierungen im Überblick:

Outstanding Drama Series

“Better Call Saul” (AMC)

“The Crown” (Netflix)

“The Handmaid’s Tale” (Hulu)

“Killing Eve” (BBC America)

“The Mandalorian” (Disney+)

“Ozark” (Netflix)

“Stranger Things” (Netflix)

“Succession” (HBO)

 

Outstanding Limited Series

“Watchmen” (HBO)

“Mrs. America” (FX on Hulu)

“Unbelievable” (Netflix)

“Unorthodox” (Netflix)

“Little Fires Everywhere” (Hulu)

 

Outstanding Comedy Series

“Curb Your Enthusiasm” (HBO)

“The Good Place” (NBC)

“Dead to Me” (Netflix)

“Insecure” (HBO)

“The Kominsky Method” (Netflix)

“The Marvelous Mrs. Maisel” (Amazon Prime Video)

“Schitt’s Creek” (Pop TV)

“What We Do in the Shadows” (FX)

 

Outstanding Lead Actor in a Drama Series

Jason Bateman, “Ozark”

Brian Cox, “Succession”

Sterling K. Brown, “This Is Us”

Steve Carrell “The Morning Show”

Jeremy Strong, “Succession”

Billy Porter, “Pose”

 

Outstanding Lead Actress in a Drama Series

Jennifer Aniston, “The Morning Show”

Olivia Colman, “The Crown”

Jodie Comer, “Killing Eve”

Laura Linney, “Ozark”

Sandra Oh, “Killing Eve”

Zendaya, “Euphoria”

 

Outstanding Lead Actor in a Limited Series or TV Movie

Jeremy Irons, “Watchmen”

Hugh Jackman, “Bad Education”

Paul Mescal, “Normal People”

Jeremy Pope, “Hollywood”

Mark Ruffalo, “I Know This Much Is True”

 

Outstanding Lead Actress in a Limited Series or TV Movie

Cate Blanchett, “Mrs. America”

Shira Haas, “Unorthodox”

Regina King, “Watchmen”

Octavia Spencer, “Self-Made”

Kerry Washington, “Little Fires Everywhere”

 

Outstanding Lead Actor in a Comedy Series

Anthony Anderson, “black-ish”

Don Cheadle, “Black Monday”

Ted Danson, “The Good Place”

Michael Douglas, “The Kominsky Method”

Eugene Levy, “Schitt’s Creek”

Ramy Youssef, “Ramy”

 

Outstanding Lead Actress in a Comedy Series

Christina Applegate, “Dead to Me”

Rachel Brosnahan, “The Marvelous Mrs. Maisel”

Linda Cardellini, “Dead to Me”

Catherine O’Hara, “Schitt’s Creek”

Issa Rae, “Insecure”

Tracee Ellis Ross, “Black-ish”

 

Die Verleihung der 72nd Emmy Awards findet am 20.09.20 statt. Jimmy Kimmel ist der Gastgeber. 

Hier noch mal, wie es im April 2020 dazu kam und wie Brad Pitt den tollen Dr. Anthony Fauci porträtierte:

 

Hier gibt es restlos alle Emmy-Nominerungen:

 

https://www.emmys.com/awards/nominations

 

Netflix – Serie: „Unorthodox“

Ich habe mir folgenden Netflix-Mehrteiler angeschaut:

 

„Unorthodox“ (in D. seit dem 26.03.20 auf Netflix zu sehen)  4 x approx. 50 min drama, adaptation

dir. Maria Schrader  cast: Shira Haas, Amit Rahav, Jeff Wilbusch, Dina Doron, Della Mayer

 

Die 19-jährige Esty (Shira Haas) lebt in der jüdisch-orthodoxen Satmar-Gemeinde in Williamsburg in New York City. Vor ein paar Monaten wurde sie mit Yanky (Amit Rahav) verheiratet. Sie ist unglücklich in ihrer Ehe und mit ihrem Leben und flieht eines Tages nach Berlin…

 

B (Wertung von A bis F) Die Miniserie „Unorthodox“ wurde von Deborah Feldmans Autobiographie „Unorthodox: The Scandalous Rejection of My Hasidic Roots“ inspiriert. Die amerikanische Autorin Anna Winger (u.a. „Deutschland 83“, „Deutschland 86“) und die deutsche Filmemacherin Alexa Karolinski (u.a. „Oma & Bella“) haben das Drehbuch geschrieben, bei den Rückblicken haben sie sich an Deborah Feldmans Memoiren gehalten, aber die gesamte Storyline in Berlin wurde umgeschrieben. Die zentrale Sprache dieses Mehrteilers ist Jiddisch. Bei allen vier Teilen führt die deutsche Schauspielerin („Keiner liebt mich“, „Aimée & Jaguar“, TV-Serie „Deutschland 83“), Drehbuchautorin („Meschugge“) und Regisseurin („Liebesleben“, „Vor der Morgenröte“) Maria Schrader Regie. Neben der Autorin, haben die beiden Drehbuchautorinnen, die Filmemacherin und die meisten Künstler vor und hinter der Kamera dieses Projekts jüdische Wurzeln. 

Als ich mir diesen Mehrteiler angeschaut habe, wusste ich nicht, dass es sich hierbei um eine deutsche (und amerikanische Ko-) Produktion handelt. Schnell wurde ich reingezogen in diese New Yorker Parallelwelt. Geschichten, die in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde spielen, finde ich generell faszinierend. Viel zu wenig weiß man über die in sich geschlossene, streng gläubige Gemeinde. Aber, ganz ehrlich, was für eine Frauen diskriminierende Kultur und Religion. Anzusehen, wie man innerhalb der Chassidischen Glaubensgemeinschaft mit Frauen umgeht, war kaum zu ertragen. Um so mehr ich in die, von zig Regeln bestimmten Welt eingetaucht bin, um so enger stand ich an Estys Seite, habe ihr innerlich die Daumen gedrückt, dass ihr die Flucht gelingt und sie für immer aus der Gemeinde aussteigt. Überhaupt lebt dieser Vierteiler durch Esty (bzw. durch die Schauspielerin Shira Haas). Was für eine starke, kleine Frau. Ich liebe ihr ausdrucksstarkes Gesicht mit diesen riesigen, dunklen Augen. Mit ihrer Präsenz und ihrem offensichtlichen Talent ist sie für mich bereits jetzt schon ein Star, von ihr werden wir sicherlich noch einiges hören und sehen. Das Drehbuch zu „Unorthodox“ und damit die gesamte Netflix-Produktion kommt leider nicht an die Brillanz ihrer Hauptdarstellerin ran. Man hätte die Geschichte anspruchsvoller erzählen können. Durch die Rückblenden kann man sich zwar ein recht gutes Bild von der ultraorthodoxen Welt und Estys Situation machen, aber die Fortsetzung der Geschichte in Berlin ist weit weniger gelungen. Manches hätte glatt in die deutsche Seifenoper-Landschaft gepasst. Auch gibt es einige Anschlussfehler, die mich immer wieder rausgeworfen haben. Mir hat aber gefallen, dass die tragische Geschichte immer mal wieder mit Situationskomik aufgelockert wird. Das „Wir-haben-keine-Probleme-wir-sind-alle-weltoffen-und-leben-Multikulti“-Berlin wirkte auf mich als Berlinerin auch zu sehr inszeniert.  

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Esther „Esty“ Shapiro ist 19 Jahre alt. Sie wurde in die jüdisch-orthodoxe Welt in dem New Yorker Stadtteil Williamsburg in Brooklyn hineingeboren. Die ursprünglich aus Ungarn stammenden Satmarer Juden sind eine chassidische, ultraorthoxe Gemeinde, die von Holocaust-Überlebenden nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Jiddisch ist bis heute die Sprache dieser Gemeinde. Als Esty drei Jahre alt war, hat Estys Mutter Leah (gespielt von Alex Reid) die Gemeinde verlassen. Sie wurde dann von ihrer geliebten Großmutter „Bubbe“ (gespielt von Dina Doron) und ihrer Tante Malka (gespielt von Ronit Asheri) großgezogen. Sie wurde vor einigen Monaten mit Yanky (gespielt von Amit Rahav) verheiratet. Esty ist unglücklich in ihrer Ehe, auch weil sich ihre Schwiegermutter (gespielt von Delia Mayer) permanent in die Ehe und in sehr private, intime Dinge einmischt. Sie lässt schließlich die ultra-orthodoxe Gemeinde hinter sich und flieht nach Berlin. Gespielt wird Esty von der israelischen Schauspielerin Shira Haas. Seit sie in ihrem Heimatland für einige Schauspielpreise nominiert und ausgezeichnet wurde, ist auch Hollywood auf sie aufmerksam geworden. Sie hat in internationalen Produktionen (u.a. „The Zookeeper’s Wife“, „Mary Magdalene“) mitgespielt und auch eine größere Rolle in der hochgelobten israelischen TV-Serie „Shtisel“.

Yanky Shapiro ist mit Esty (gespielt von Shira Haas) verheiratet. Es gibt Probleme in der Ehe, auch weil Yankys Mutter Miriam (gespielt von Delia Mayer) sich immer wieder einmischt. Eines Tages verschwindet Esty und Yanky und sein Cousin Moishe (gespielt von Jeff Wilbusch) machen sich auf die Suche nach ihr. Yanky ist mir ans Herz gewachsen, ganz liebenswert und putzig ist der, in manchen Szenen sieht er aus wie Elijah Wood. Gespielt wird Yanky von dem israelischen Schauspieler Amit Rahav. Er hat zuvor in einigen israelischen TV-Serien mitgespielt.

Moishe ist der Cousin von Yanky (gespielt von Amit Rahav). Er hat selbst schon einmal die Satmar-Gemeinde verlassen, hat scheinbar auch Schulden und muss etwas wieder gutmachen. Der Rabbiner  schickt ihn daher mit Yanky nach Berlin, um Esty zurück nach Williamsburg zu bringen. Gespielt wird Moishe von dem israelisch-deutschem Schauspieler Jeff Wilbusch. Bei dem Casting zu „Unorthodox“ hat er der Crew mitgeteilt, dass Moishes Story ihn an seine im realen Leben erinnert. Jeff Wilbusch stammt aus einer Satmar-Community und ist Jiddisch-Muttersprachler. Mir kam er bekannt vor, vermutlich von dem Mehrteiler „The Little Drummer Girl“ (über die ich eigentlich damals was schreiben wollte). Er hat aber auch in der deutschen TV-Serie „Bad Banks“ und in einigen anderen TV-Serien mitgespielt. 

„Unorthodox“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Best Actress, Limited Series (Shira Haas) Update: „Unorthodox“ wurde für 8 Emmys nominiert (Best Limited Series, Best Actress/Limited Series für Shira Haas, Best Directing/Limited Series für die deutsche Filmemacherin Maria Schrader, Best Writing für „Part 1“ und einige technische Kategorien) 

„Unorthodox“ ist seit dem 26.03.20 auf Netflix zu sehen. Empfehlenswert ist auch das Making Of zu dem Mehrteiler (ebenfalls auf Netflix zu sehen). Hier kommt auch die Vorlagenlieferantin Deborah Feldman zu Wort.

Trailer zu sehen:

 

TV – Serie: „Quiz“

Ich habe mir folgenden iTV-Mehrteiler angeschaut:

 

„Quiz“   3 x approx. 50 min  drama, biopic, adaptation

dir. Stephen Frears  cast: Matthew Macfadyen, Michael Sheen, Sian Clifford, Mark Bonnar, Helen McCrory, Michael Jibson, Trystan Gravelle, Risteard Cooper

 

Im Oktober 1997 bekommt der britische TV-Sender iTV Network mit David Liddiment (Risteard Cooper) einen neuen Programmchef. Er möchte „Event Television“ etablieren. Es gibt schon Ideen für ein neues Quiz, bei dieser Quiz-Show kann man eine Million britische Pfund gewinnen. Mit Chris Tarrant (Michael Sheen) ist schon bald ein geeigneter Moderator gefunden. Unter dem neuen Titel  „Who Wants to Be a Millionaire“ wird das unterhaltsame Quiz ein Straßenfeger. Diana (Sian Clifford) liebt es zu spielen, genauso wie ihr Bruder Adrian (Trystan Gravelle). Adrian ist nahezu besessen von der Idee, eines Tages auf den heißen Stuhl der Millionärs-Show zu sitzen…

 

C+ (Wertung von A bis F). „Quiz“ basiert sowohl auf James Grahams gleichnamiges Bühnenstück als auch auf das Sachbuch „Bad Show: The Quiz, the Cough, the Millionaire Major“ des Investigativ-Journalisten Bob Woffinden, das er zusammen mit dem Schach-Großmeister James Plaskett geschrieben hat. Die Geschichte dreht sich um den britischen Major Charles Ingram, der bei der britischen Ausgabe von „Wer wird Millionär“ den Millionengewinn abgesahnt hat und kurz darauf wegen Betruges festgenommen wurde. Ein anderer Kandidat und seine Frau sollen ihm Hust-Signale bei der jeweils richtigen Antwort gegeben haben. Alle drei Beteiligten wurden vor Gericht schuldig gesprochen, aber haben sie tatsächlich betrogen? Der englische Filmemacher Stephen Frears („Dangerous Liaisons“, „High Fidelity“, „The Queen“, Philomena, Florence Foster Jenkins) führt bei allen drei Episoden Regie. 

Ich kann mich noch gut an die ersten „Wer wird Millionär“-Shows erinnern. Seit 1999 gibt es die Show auch in Deutschland und auch ich habe damals gerne am Fernseher mitgeraten. Von dem Skandal bei der britischen Ausgabe hatte ich noch nie was gehört, was aber auch damit zusammenhängen kann, dass dies im September 2001 geschah und da hat der Terroranschlag von 9/11 unseren Nachrichtenalltag über Wochen bestimmt (vergleichbar mit Corona im März und April 2020).

Wie dem auch sei, die Story an sich ist sicher erzählenswert, insbesondere mit der daraus resultierenden Frage, ob der Major und die anderen beiden Beteiligten nun tatsächlich betrogen haben. Bei dem Bühnenstück wird im Theater – nachdem die Plädoyers gehört wurden – unter den Zuschauern abgestimmt, ob die Angeklagten schuldig oder unschuldig sind. Das serielle Erzählen erscheint mir hier unnötig, die Geschichte wäre sicher besser in einem Spielfilm aufgehoben gewesen. So erscheint das Ganze manchmal sehr aufgebläht. Schauspielerisch hat hier besonders Helen McCrory, die die Kronanwältin spielt, mein Interesse geweckt. Ich kann sie nicht aus den TV-Serien („Peaky Blinders“ oder „Penny Dreadful“) kennen, vielleicht habe ich sie aber in „The Queen“, Hugo oder Skyfall gesehen. Künftig werde ich die Augen offen halten.  

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Charles Ingram ist ein Major der britischen Armee. Er ist mit Diana (gespielt von Sian Clifford) verheiratet, sie haben drei Töchter. Charles ist selbst kein Quiz-Fan, sein Schwager (gespielt von Trystan Gravelle) und seine Ehefrau sind es aber und saßen selbst schon bei „Who Wants to Be a Millionaire“ auf dem heißen Stuhl. Nach einigem Training schafft es Charles schließlich auch in die  Millionärsshow und gewinnt sogar den Hauptpreis. Während der Aufzeichnung der Show kamen bereits Zweifel auf, dass bei seinem Ratespiel alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Angeblich soll Charles Hust-Signale bekommen haben und entsprechend seine Antwort gegeben haben. Der Fall landete vor Gericht, die Geschworenen befanden Charles, seine Frau und den anderen Kandidaten schuldig. Bis heute behaupten die Ingrams unschuldig zu sein. Haben sie nun betrogen oder nicht? Gespielt wird Charles Ingram von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen. Mir ist er am meisten als Tom Wambsgans in meiner Lieblingsserie Succession, 1. Staffel und 2. Staffel ein Begriff. Er hat auch in einigen anderen TV-Serien (u.a. „Spooks“, „Ripper Street“) mitgewirkt und war auch in vielen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, Frost/Nixon, „Anna Karenina“, The Assistant) zu sehen. 

Chris Tarrant ist der Moderator der britischen Quiz-Show „Who Wants to Be a Millionaire?“. Gespielt wird Chris Tarrant von dem walisischen Theater-, Film und TV-Schauspieler Michael Sheen. Er hat bereits in einigen TV-Serien (u.a. „Masters of Sex“, „The Good Fight“) mitgespielt und war in unzähligen Kinofilmen (u.a. „Blood Diamond“, Frost/Nixon, Midnight in Paris, Kill the Messenger, Brad´s Status) zu sehen. Er ist unglaublich wandelbar, in „Quiz“ habe ich ihn unter der Maske gar nicht erkannt, er spricht auch sehr nasal. Unvergessen ist Michael Sheen als Tony Blair in „The Queen“, im Jahr 2010 war er für seine Performance als Tony Blair in dem TV-Film „The Special Relationship“ für den Emmy nominiert.

Diane Ingram ist die Ehefrau von Charles (gespielt von Matthew Macfadyen). Die beiden haben drei Töchter. Diane ist ein Quiz-Fan und entsprechend irgendwann ein Fan der neuen Show „Who Wants to Be a Millionaire“. Nachdem ihr Bruder Adrian (gespielt von Trystan Gravelle) schon an der Show teilnahm, nimmt auch sie teil und überredet schließlich ihren Ehemann, sich auch zu bewerben. Charles gewinnt schließlich eine Million britische Pfund. Es wird aber vermutet, dass er mit Hilfe von seiner Ehefrau und eines Mitkandidaten (gespielt von Michael Jibson) betrogen hat. Vor Gericht werden alle Drei schuldig gesprochen. Gespielt wird Diane von der englischen Schauspielerin Sian Clifford. Bekannt geworden ist sie durch die Rolle der Claire in der erfolgreichen TV-Serie „Fleabag“. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie für einen Emmy nominiert. 

„Quiz“ wurde erstmalig v. 13.04.20 – 15.05.20 auf dem britischen ITV Sender ausgestrahlt. In den Vereinigten Staaten lief dieser Mehrteiler v. 31.05.20 – 14.06.20 auf AMC. Für Deutschland konnte ich bislang keinen ausstrahlenden/s Sender/Streaming Portal und Datum finden. 

Trailer zu sehen:

 

Man kann sich selbst ein Bild machen, die Originalaufnahmen mit all den mysteriösen Hinweisen zu sehen:

TV-Serie: „I Know This Much is True“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„I Know This Much is True“ (in D. seit dem 10.05.20 auf Sky zu sehen) 6 x approx.  60 min  drama, adaptation

dir. Derek Cianfrance  cast: Mark Ruffalo, Rosie O´Donnell, Archie Panjabi, Kathryn Hahn, Juliette Lewis, Imogen Poots, Melissa Leo, Rob Huebel, Philip Ettinger, Bruce Greenwood, Donnie Masihi, Rocco Masihi

 

Dominick (Mark Ruffalo) hat selbst ein riesiges Päckchen an Problemen mit sich herumzutragen, am Sterbebett seiner Mutter (Melissa Leo) hatte er ihr jedoch versprochen, sich immer um seinen psychisch schwer kranken Zwillingsbruder Thomas (Mark Ruffalo) zu kümmern. Thomas leidet an paranoider Schizophrenie und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in einer Einrichtung. Gerade hat er sich in einer seiner Wahnvorstellungen mit einer Machete die rechte Hand abgetrennt. Im Krankenhaus lässt er sich auch nicht davon überzeugen, die Hand wieder annähen zu lassen. Thomas wird daraufhin in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Brüder sind mit ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater, Ray (John Procaccino) aufgewachsen. Noch bevor Dominicks und Thomas´ Mutter vor drei Jahren gestorben ist, hatte sie Dominick ein handgeschriebenes Manuskript ihres Vaters, dem Großvater der Brüder, übergeben. Vielleicht geben die Unterlagen Aufschluss über die Familiengeschichte und auch, wer der biologische Vater der Brüder ist. Da das Manuskript in italienischer Sprache geschrieben ist, wendet sich Dominick an die Übersetzerin Nelda (Juliette Lewis)…

 

B+ (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „I Know This Much is True“ basiert auf Wally Lambs gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1998. Der amerikanische Filmemacher Derek Cianfrance (Blue Valentine, The Place Beyond the Pines, The Light Between Oceans hat das Buch für die Mini-Serie aufbereitet und bei allen sechs Episoden Regie geführt. 

Gewidmet ist der Mehrteiler Scott Ruffalo, Marks im Jahr 2008 verstorbenen (vermutlich ermordeten) jüngeren Bruder und Megan Cianfrance McGinnis, der – kurz nach Ende dieser Dreharbeiten – verstorbenen Schwester des Filmemachers. 

Ich liebe Geschichten, die sich am Ende vollständig, komplett erzählt, anfühlen. „I Know This Much is True“ erzählt eine dieser im Abschluss runden, wenn auch – wie in diesem Fall – äußerst tragischen Geschichten. 

Es ist Familiensaga und zugleich ein Drama über einen psychisch schwer Kranken und sein Umfeld. In meinem Umfeld habe ich auch einige Erfahrungen mit psychisch Erkrankten (sogar im Bereich der paranoiden Schizophrenie) sammeln dürfen/müssen, daher kann ich sagen, dass sich „I Know This Much is True“ sehr realistisch anfühlt. Hier sieht man, wie sich psychische Krankheiten über ein Leben entwickeln können und auch welche Auswirkungen alles auf die engere Verwandtschaft (hier: insbesondere auf den Zwillingsbruder) des Erkrankten haben kann. Das allein macht dieses Serien-Projekt schon zu einem hervorragenden, darüberhinaus bietet „I Know This Much is True“ nahezu makelloses Schauspiel. 

Ich möchte aber auch nicht vorenthalten, dass dieser Mehrteiler schwere Kost ist, für die meisten ist er wahrscheinlich sogar zu deprimierend. Selbst ich, die ich generell ein Faible für Dramen habe, musste das eine oder andere Mal schon schwer schlucken. Wenn es das Leben für einen wie Dominick sowieso nicht sonderlich gut meint, ihm alles gerade über den Kopf wächst, wird noch mal einer drauf gesetzt (exemplarisch dafür, als er am Ende einer Episode noch den Anruf von Ralph Drinkwater erhält). Dieser Mehrteiler deckt Familiengeheimnisse auf, zeigt aber auch ganz gut, wie das gesamte Leben für  Geschwister verlaufen kann, wenn ein Geschwisterteil „anders“, „psychisch auffällig““, und letztlich diagnostiziert „psychisch krank“ ist. Überhaupt glaube ich, dass das Leben für Zwillinge nicht einfach ist. Dominick beschreibt der Therapeutin Dr. Patel ein Mal ganz unmissverständlich, wie das Leben mit seinem Zwillingsbruder für ihn war bzw. ist (It’s like my brother has been an anchor around my entire life. Even before he got sick….An Anchor pulling me down. You know what I get? I get just enough rope to break the surface to breath). 

Doppelgänger-Rollen mit nur einem Schauspieler fand ich in der Vergangenheit oft schwierig. Zu offensichtlich sieht man die Tricks mit denen am Set gearbeitet wurde und man erkennt ein und denselben Schauspieler in der Doppelrolle. Hier ist das nicht so, insbesondre bei Dominick und Thomas als jüngere, aber noch mehr ältere Männer. Man könnte meinen, es wären jeweils zwei verschiedene Schauspieler. 

Mark Ruffalo hat vor den Dreharbeiten rund 10 Kilo an Gewicht verloren, dann wurde der erste Part dieser Mini-Serie mit ihm als Dominick gedreht. Er legte dann eine sechswöchige Pause ein, futterte sich derweil 20 Kilo an, um dann im zweiten Part der Dreharbeiten den übergewichtigen Zwillingsbruder Thomas zu spielen. Unabhängig von dem äußeren Erscheinungsbild, Mark Ruffalo gelingt es auch die eineiigen Zwillinge völlig unterschiedlich anzulegen, insgesamt ist es eine meisterhafte Performance. 

Meine Lieblingsszenen: 1. Nedras Auftritt bei Dominick zu Hause (Part 01 der Miniserie). Unglaublich authentisches Schauspiel von Juliette Lewis und Mark Ruffalo. Die Szene könnte sich genau so in der Realität zugetragen haben. 2. Das erste Aufeinandertreffen von Lisa Sheffer und Dominick (Part 02 der Miniserie), um ehrlich zu sein, auch alle weiteren Treffen der beiden. Ich mochte aber auch beispielsweise zwei musikalische Mini-Momente, in der ein Song die Stimmung setzt (Episode 02 Song „I Got a Name“ von Jim Croce und in Episode 06 als jmd. in dem Pflegeheim Simon & Garfunkels „Bridge over Troubled Water“ singt) 

Mein Lieblingscharakter: Zunächst einmal sind alle einzelnen Charaktere perfekt für die Welt von „I Know This Much is True“ gecastet. Ich mochte aber besonders die Sozialarbeiterin Lisa Scheffer. Als ich die Szene mit ihr und Dominick (Part 02 der Miniserie) das erste Mal sah, musste ich direkt nachschauen, wer denn diese fantastische Schauspielerin ist. Auf Rosie O´Donnell wäre ich im Leben nicht gekommen. Vielleicht ist es einfach zu lange her, dass ich sie in einem Spielfilm oder überhaupt als Schauspielerin gesehen habe. Die Sozialarbeiterin Lisa ist greifbar, real, leicht zynisch, aber hat das Herz am rechten Fleck. Mein zweiter Lieblingscharakter ist Nedra Frank, die Übersetzerin des italienischen Manuskriptes. Gespielt wird Nedra von der amerikanischen Schauspielerin Juliette Lewis. Wenn jemand durchgeknallt und doch als Person glaubhaft spielen kann, dann sie. Bei den wichtigsten Charakteren habe ich sie nicht extra aufgeführt, weil sie wirklich nur ca. vier Szenen hat. Eine dieser Szenen ist aber (s.o.) gleich einer meiner Lieblingsszenen. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Dominick Birdsey ist 40 Jahre alt und arbeitet als Maler. Er renoviert Häuserfassaden. Dominick hat einen riesigen Rucksack an Problemen mit sich herumzutragen. Sein gesamtes Leben musste er sich bereits um seinen Zwillingsbruder Thomas kümmern, was er als sehr belastend empfand. Beide hatten eine schwere Kindheit mit einem gewalttätigen Stiefvater. Bei Dominicks Bruder Thomas wurde in jungen Jahren paranoide Schizophrenie festgestellt, seither lebt er in den verschiedensten Einrichtungen. Jetzt hat sich sein Bruder gerade mit einer Machete die rechte Hand abgetrennt, ein Opfer wollte erbringen. Dominick hat von seiner Mutter ein Manuskript seines Großvaters, einem italienischen Einwanderer, bekommen. Unbedingt möchte er mehr über die Familiengeschichte herausfinden, vielleicht bekommt er dabei auch Informationen darüber, wer der biologische Vater von Dominick und Thomas ist. Dominick und Thomas im Alter von 8 Jahren wurden von den amerikanischen Schauspiel-Zwillingen Donnie und Rocco Masihi gespielt. Die Brüder als Teenager und junge Männer hat nur ein Schauspieler übernommen. Brillant verkörpert der amerikanische Schauspieler Philip Ettinger (Indignation, First Reformed) die jungen Männer. Unglaublich gut gecastet, man könnte fast meinen, er ist mit Mark Ruffalo verwandt, so ähnlich sieht er ihm in dieser Mini-Serie. Den Hauptpart in dieser Serie übernimmt jedoch der amerikanische Schauspieler Mark Ruffalo. Wie sein Seriencharakter hat auch Mark Ruffalo italienische Wurzeln. Würde dieser Mehrteiler als Film ins Kino kommen, wäre ihm eine Oscar-Nominierung sicher. Er ist schlichtweg exzellent in dieser Doppelrolle. Ich weiß nicht mehr genau, wann mir  Ruffalo das erste Mal aufgefallen ist, rund 20 Jahre ist es aber sicher her. Er hat in unzähligen Filmen („You Can Count on Me“, „My Life Without Me“, Zodiac, The Brothers Bloom, Shutter Island, Dark Waters gespielt, dem Mainstream-Publikum ist er sicherlich vordergründig als HULK in den „The Avengers“-Filmen bekannt. Für seine Performance in The Kids Are All Right, Foxcatcher und Spotlight hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Außerdem hat er zwei Emmy-Nominierung als Schauspieler und Produzent des HBO-Films The Normal Heart, als Produzent hat er einen Emmy dafür gewonnen. Er wurde auch für einen Tony-Award für seine Performance in dem Theaterstück „Awake and Sing“ nominiert und hat sogar einen Grammy-Nominierung für das eingesprochene Album „Our Revolution: A Future to Believe In“.

Thomas Birdsey ist der Zwillingsbruder von Dominick. Er ist psychisch schwer erkrankt. Paranoide Schizophrenie wurde bei ihm diagnostiziert. Thomas ist sehr gläubig und hat sich im Alter von knapp über 40 in einer religiösen Wahnvorstellung mit einer Machete die rechte Hand abgeschnitten. Wer Thomas in den verschiedensten Lebenssituationen spielt, ist unter „Dominick Birdsey“ zu lesen. 

Lisa Sheffer ist die Sozialarbeiterin, die für Thomas und Dominick (gespielt von Mark Ruffalo) neu zuständig ist. Gespielt wird Lisa von der amerikanischen Comedian, Talk Show-Moderatorin, Produzentin und Schauspielerin Rosie O´Donnell. Sie hatte immer mal wieder TV-Rollen („Queer as Folk“, „Curb Your Enthusiasm“, „Nip/Tuck“) und war auch das eine oder andere Mal in Spielfilmen („Sleepless in Seattle“, „The Flintstones“) zu sehen, für mich ist sie aber eher als Moderatorin ihrer eigenen Talk-Show („The Rosie O´Donnell Show“) und später als Co-Moderatorin einer meiner Lieblingstalkshows „The View“ im Gedächtnis. Natürlich auch für ihre legendären, wortreichen Boshaftigkeiten, die sie mit Donald Trump seinerzeit ausgetauscht hat. Als Gastgeberin der Tonys im Jahr 1998 hat sie einen Emmy gewonnen. Weitere 11 Emmys hat sie für ihre Talk Show „The Rosie O´Donnell Show“ gewonnen. 8 weitere Nominierungen gesellen sich auch noch dazu und wie es aussieht könnte sie für ihre Performance in „I Know This Much is True“ auch für einen weiteren Emmy nominiert werden.

Dr. Patel ist Thomas´ neue Psychologin, die sich aber auch um Dominick (beide gespielt von Mark Ruffalo) kümmert. Dr. Patel wird von der englischen Schauspielerin Archie Panjabi (ich liebe diesen Namen) gespielt.  Mir kam sie wahnsinnig bekannt vor, Nachdem ich nachgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass ich sie erst kürzlich in der HBO-Serie Run gesehen habe. Eine Serie, die ich quasi parallel zu „I Know This Much is True“ geschaut habe. Sie hat auch in vielen anderen TV-Serien mitgespielt, u.a. hatte sie eine Hauptrolle in „The Good Wife“, sie hat vor vielen Jahren in „Bend It Like Beckham“ mitspielt und seither auch kleinere Auftritte in Spielfilmen (u.a. A Mighty Heart, The Disappearance of Eleanor Rigby: Them). Für ihre Performance in „The Good Wife“ wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, einen Emmy hat sie davon gewonnen. 

Dessa ist die Ex-Frau von Dominick (gespielt von Mark Ruffalo). Sie wird von der amerikanischen Schauspielerin Kathryn Hahn gespielt. Bekannt wurde sie durch ihre erste große Rolle in der TV-Serie „Crossing Jordan“. Seither hat sie in vielen TV-Serien (u.a. „Parks and Recreation“, The Newsroom, Transparent) mitgespielt und war auch in einigen Spielfilmen (u.a. Step Brothers, Our Idiot Brother, „Captain Fantastic“ zu sehen. Für ihre Performance in „Transparent“ wurde sie für den Emmy nominiert. 

„I Know This Much is True“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Actor, Limited Series/Movie (Mark Ruffalo) Supporting Actress, Limited Series/movie (Rosie O´Donnell), etc. Update: „I Know This Much is True“ wurde für einen Emmy (Best Actor/Limited Series für Mark Ruffalo) nominiert. 

„I Know This Much is True“ wurde erstmalig v. 10.05.20 – 14.06.20 auf HBO ausgestrahlt. Parallel  lief dieser Mehrteiler auch erstmalig in Deutschland bei Sky. 

Trailer zu sehen: 

 

HBO-Films: „Bad Education“

Ich habe mir folgenden HBO-Film angeschaut:

 

„Bad Education“ (in D. ab dem 22.07.20 bei Sky Ticket zu sehen) 108 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Cory Finley  cast: Hugh Jackman, Allison Janney, Geraldine Viswanathan, Alex Wolff, Ray Romano, Annaleigh Ashford

 

Im Jahr 2002 in Roslyn, Long Island im Bundesstaat New York. Rachel (Geraldine Viswanathan) ist Reporterin der Schülerzeitung und schreibt an einem Artikel über ein Bauprojekt der Roslyn High School. Der Bezirksschulinspektor von Roslyn, Dr. Frank Tassone (Hugh Jackman), ermutigt noch die Schülerin und so taucht sie immer tiefer in die Finanzunterlagen der Schulbehörde. Bei ihrer Recherche findet sie schließlich heraus, dass scheinbar ein paar Millionen Dollar unterschlagen wurden und Dr. Tassone und seine Vertreterin Pam Gluckin (Allison Janney) scheinen daran nicht gerade unschuldig zu sein …

 

B+ (Wertung von A bis F) „Bad Education“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Robert Kolkers New York Magazine Artikel „The Bad Superintendent“. Erzählt wird von dem bis heute größten Fall an Unterschlagung von Schul- und Steuergeldern in einem Schulbezirk in den Vereinigten Staaten. „Bad Education“ ist nach Thoroughbreds erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Regisseur Cory Finley Regie geführt hat. 

Dr. Frank Tassone war in der Schulaufsicht und bei Schülern, Eltern, Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern gleichermassen beliebt. Während seiner Amtszeit hat es die Roslyn High School auch sogar auf Platz 4 der besten öffentlichen Schulen in den Vereinigten Staaten geschafft. Nun hat er und seine Vertreterin Pam Gluckin aber über einige Jahre mehrere Millionen Dollar an Schul- und Steuergeldern unterschlagen und sich damit ein schönes Leben gegönnt. In diesem Film wird nicht so sehr beleuchtet, wie die beiden auf die Idee gekommen sind und wie durchdacht ihr Plan war, bzw. nicht war, das Kind ist hier längst in den Brunnen gefallen. Die beiden hatten sich an ihren ausschweifenden Lebensstil gewöhnt und, wären nicht irgendwann einige Ungereimtheiten aufgefallen, hätten sie ewig so weiter gemacht. Dank einer eifrigen Schülerreporterin wird der Fall später in Gänze aufgeklärt. „Bad Education“ ist ein Film über einen Skandal, ein Porträt über die Beteiligten, aber nicht zuletzt auch ein Film über guten Journalismus. 

Der Film ist schlüssig und interessant erzählt. Stilistisch hat mir die Parallelmontage, die mit Moby´s „In This World“ unterlegt ist, besonders gefallen. Schauspielerisch ist natürlich die Oscar-Gewinnerin Allison Janney (I,Tonya) ganz weit vorne, auch gut gefallen hat mir Annaleigh Ashford (die, die Nichte von Allison Janneys Charakter spielt) und einmal mehr konnte mich auch Ray Romano (The Big Sick , The Irishman) begeistern. Hugh Jackman kann mich selten überzeugen, hier gibt er sicherlich eine seiner besten und glaubwürdigsten Performances. 

„Bad Education“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best TV Movie, Best TV Movie/Limited Series Actor (Hugh Jackman), Best TV Movie/Limited Series Supporting Actress (Allison Janney), Best TV Movie/Limited Series Supporting Actor (Ray Romano) Update: „Bad Education“ wurde für zwei Emmys (Best Actor/Limited Series or Movie für Hugh Jackman und Outstanding TV Movie) nominiert. 

„Bad Education“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Bei HBO wurde der Film erstmalig am 25.04.20 ausgestrahlt. In Deutschland ist der Film ab dem 22.07.20 bei Sky Ticket zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Run“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Run“ (in D. seit dem 13.4.20 auf Sky zu sehen)  7 x approx. 30 min  comedy, romance, thriller

dir. Kate Dennis, Natalie Bailey  cast: Merritt Wever, Domhnall Gleeson, Phoebe Waller-Bridge, Archie Panjabi, Tamara Podemski, Shaun J. Brown, Rich Sommer, Stephen McKinley Henderson 

 

Ruby (Merritt Wever) und Billy (Domhnall Gleeson) kennen sich seit dem College, waren seinerzeit sogar ein Paar. Dann haben sich aus den Augen verloren, zuvor hatten sie jedoch eine Vereinbarung getroffen:  Wenn einer der beiden jemals dem anderen das Wort „Run“ per SMS schreibt und der andere mit „Run“ antwortet, lassen beide alles stehen und liegen und treffen sich in einem bestimmten Zug von New York nach Chicago. Jetzt, fünfzehn Jahre später, ist es soweit…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpferin von „Run“ ist die englische Autorin (TV-Serie „Killing Eve“) und Bühnenregisseurin („Fleabag“) Vicky Jones. Produziert wurde diese Serie u.a. von DryWrite, einer Produktionsfirma, die Vicky Jones zusammen mit ihrer guten Freundin Phoebe Waller-Bridge gegründet hat. Bei vier Episoden hat die australische Regisseurin Kate Dennis (u.a. TV-Serie The Handmaid´s Tale) Regie geführt, bei zwei Episoden die australisch-englische Regisseurin Natalie Bailey (u.a. „Avenue 5“), bei einer Episode der amerikanische Musikvideo- und TV-Regisseur (u.a. „Suits“, „The Americans“, „Black-ish“, Succession 2. Staffel) Kevin Bray.

„Run“ hat eine wendungsreiche Handlungsentwicklung und ist dabei charmant und kurzweilig. Wenn ich „RomCom“-Serie schreibe, schreckt das sicher viele ab. Wenn man diese Kurzserie jedoch in ein Genre pressen möchte, ist das sicher das passendste. Die Grundidee ist originell. Was wäre denn, wenn man mit seiner/m Ex einen Pakt geschlossen hätte, sich ein Codewort zu texten und wenn der jeweils andere entsprechend antwortet, sich so schnell wie möglich, auf einer zuvor vereinbarten Zugfahrt wiederzusehen. Den Kontakt hatte das Paar schon viele Jahre zuvor abgebrochen. In den vergangen Jahren hatte der eine oder andere das Codewort genutzt, der andere aber nicht geantwortet, nun – nach über 15 Jahren – ist es soweit. Die Serie wird mit viel Situationskomik und kleineren Thriller-Elementen erzählt. Ein paar Logiklücken lassen sich aber auch finden, richtig störend empfand ich diese aber nicht. Bislang war ich kein großer Freund des Zugfahrens, „Run“  lässt das Zugreisen jedoch in einem völlig neuem Licht erscheinen. Das Zugfahren erscheint hier völlig entspannt, irgendwie cool und sogar romantisch. Am liebsten würde ich schon bald mal eine längere Zugreise quer durch die Vereinigten Staaten planen. 

„Run“ ist eine ideale Kurzserie (keine der sieben Episoden dauert länger als 30 Minuten) zum Bingen. Bei meiner Erstsichtung habe ich mir aufgrund der Aktualität immer nur eine Episode die Woche anschauen können, was ich etwas unglücklich fand. Ein Grund für mich, sie mir ein weiteres Mal anzugucken. Die beiden großartigen Schauspieler Merritt Wever und Domnhall Gleeson machen einzeln bereits jedes Film- oder Fernsehprojekt sehenswert, hier geben sie zusammen ganz überzeugend dieses außerordentliche Paar. 

Von Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“) glaubte ich bislang, sie nicht leiden zu können. Hier fand ich sie als Laurel sehr amüsant, gar sympathisch, insbesondere im Zusammenspiel mit Babe Cloud. Was mich zu den von mir favorisierten Szenen der Serie führt:

Meine Lieblingsszenen: in Episode 6 („Tell“) und Episode 7 („Trick“) alle Szenen mit Laurel (gespielt von Phoebe Waller-Bridge) und der Polizistin Babe Cloud (gespielt von Tamara Podemski) 

 

Über die beiden Protagonisten möchte ich nicht zu viel verraten:  

 

Ruby wird von der amerikanischen Schauspielerin Merritt Wever gespielt. Bekannt geworden ist sie durch die TV-Serie Nurse Jackie. Sie aber auch seither auch in anderen TV-Serien (u.a. „The Walking Dead“, „Godless“, Unbelievable) gespielt und war auch in einigen Kinofilmen (u.a. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance), Marriage Story) zu sehen. Merritt Wever hat zwei Emmys für die TV-Serien „Nurse Jackie“ und „Godless“ gewonnen und hat noch eine weitere Emmy-Nominierung für ihre Performance in der TV-Serie „Nurse Jackie“ erhalten. 

Billy wird von dem irischen Schauspieler Domhnall Gleeson gespielt. Er hat in unzähligen Filmen (u.a. Never Let Me Go, Frank, Ex Machina, Brooklyn, The Revenant, „Peter Rabbit“) mitgespielt. Er hat eine Tony-Nominierung für seine Performance in Martin McDonaghs Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“ erhalten. Domhnall Gleeson ist der Sohn des legendären Schauspielers Brendan Gleeson (In Bruges, „The Guard“), die beiden haben in einigen Filmen sogar bereits zusammengespielt (u.a. Calvary), in mother! stand Domhnall mit seinem Vater und sogar seinem Bruder Brian vor der Kamera. 

„Run“ wurde erstmalig v. 12.04.20 bis 24.05.20 auf HBO ausgestrahlt. Seit dem 13.04.20 ist die Kurzserie in Deutschland auch auf Sky zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Mrs. America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on Hulu-Serie angeschaut:

 

„Mrs. America“  9 x approx. 50 min  drama, biopic  

dir. Anna Boden & Ryan Fleck, Amma Asante, Laure de Clermont-Tonnerre, Janicza Bravo  cast: Cate Blanchett, Rose Byrne, Margo Martindale, Sarah Paulson, Uzo Aduba, Elizabeth Banks, Ari Gaynor, Melanie Lynskey, Jeanne Tripplehorn, Tracey Ullman, John Slattery, Kayli Graynor, Niecy Nash, James Marsden, Adam Brody, Bobby Cannavale, Jake Lacy

 

Von 1971 bis 1980 begleiten wir wichtige Persönlichkeiten der amerikanischen Frauenbewegung und wie sie sich dafür einsetzen oder dagegen kämpfen, dass ein Zusatzartikel in die amerikanische Verfassung aufgenommen wird. Dieser Verfassungszusatz soll die vollständige gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau garantieren.  

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mrs. America“ porträtiert verschiedene amerikanische Frauenrechtlerinnen und ihre Ideologien und basiert vage auf der Geschichte um die Ratifizierung des Equal Rights Amendment (ERA), einem Verfassungszusatz, der die Gleichberechtigung der Frauen per Gesetz zusichert.  Serienschöpfer ist die kanadische Autorin, Regisseurin und Produzentin Dahvi Waller („Desperate Housewives“, „Mad Men“, „Halt and Catch Fire“). Bei vier Episoden hat das amerikanische Filmemacher-Duo Anna Boden & Ryan Fleck („Half Nelson“, It´s Kind of a Funny Story, Mississippi Grind, „Captain Marvel“) Regie geführt, bei zwei Episoden die dunkelhäutige britische Filmemacherin Amma Asante („Belle“, „A United Kingdom“), bei zwei Episoden die französische Filmemacherin Laure de Clermont-Tonnerre (The Mustang) und bei einer Episode die afroamerikanische Fotografin und Filmemacherin Janicza Bravo („Lemon“).

Manche Film- oder Fernsehprojekte fühlen sich an wie Hausaufgaben, die erste Sichtung (mit auch immer nur einer Episode pro Woche) von „Mrs. America“ gab mir dieses Gefühl, auch weil ich völlig blind an die Serie heranging. Bevor ich sie mir ein zweites Mal angeschaut habe (und übrigens auch dann erst abschließend bewertete), habe ich mich zunächst in die Geschichte der zweiten Welle des Feminismus  in den Vereinigten Staaten reingelesen und mich genauer mit dem ERA befasst. 

Hier sehen wir also Frauenrechtlerinnen mit völlig unterschiedlichen Ansichten die mit- aber auch gegeneinander kämpften. Auf der einen Seite die modernen, selbstbestimmten Feministinnen (u.a. Gloria Steinem, Bella Abzug, Betty Friedan, Shirley Chisholm) und auf der anderen Seite Phyllis Schlafly mit ihrer christlich-religiösen Gefolgschaft. Auch wenn es manchmal anders anmutet, Phyllis Schlafly war auch eine Feministin, allerdings mit einem sehr konservativen Hintergrund. Sie hat gegen die Gleichberechtigung per Gesetz gekämpft. Sie und ihre Bewegung befürchteten, dass der Verfassungszusatz Frauen schaden würde, sie ihr Hausfrauendasein aufgeben und auf dem Arbeitsmarkt mit Männern konkurrieren müssten. Sie argumentierten, dass vielleicht ihre Töchter zum Wehr- und Kriegsdienst eingezogen werden könnten, ihren Ehemänner nach einer Scheidung die Kinder zugesprochen werden könnten und sie dann womöglich noch für sie Unterhalt zahlen müssten. Bei dem Kampf um die Ratifizierung der Gleichberechtigungsklausel in der amerikanischen Verfassung hat am Ende keiner gewonnen, jedenfalls keine der Frauen. Phyllis Schlafly hatte sich von ihrem Engagement und, vor allen Dingen auch später für ihre Unterstützung, die sie Ronald Reagan bei seiner Wahl zum US-Präsidenten zukommen liess, auch etwas mehr versprochen. 

Das Drehbuch zu „Mrs. America“ wurde im Jahr 2016 geschrieben, als noch nicht mal daran zu denken war, dass Donald Trump ernsthaft zum US-Präsidenten gewählt wird. Die Serienschöpferin Dahvi Waller hat in einem Interview angegeben, dass sie nach seiner Wahl einiges hinzugefügt hat, um die Parallelen zu Donald Trump und sein Amerika aufzuzeigen. Phyllis Schlafly unterstützte Donald Trump bei seinem Präsidentschaftswahlkampf 2016, hat aber nicht miterlebt, dass er tatsächlich gewann. Kurz nach ihrem Tod im September 2016 wurde auch ihre letztes Buch „The Conservative Case for Trump“ herausgebracht. 

„Mrs. America“ ist Cate Blanchetts erstes TV-Projekt seitdem sie ein Hollywoodstar ist. Sie ist damit wohl eine der letzten Filmstars, die auch für das Fernsehen arbeitet. Natürlich macht sie die Serie zu ihrer. Sie zeigt die Stärken und Schwächen aber auch die Eleganz von Phyllis Schlafly. Sie schafft es, mit ihrer Mimik und Körpersprache kleine Emotionen zu offenbaren, es sind kurze nicht kontrollierbare Momente, wenn Phyllis Schlafly gerade realisiert, dass sie von Männern nicht ernst genommen oder gar diskriminiert wird. Cate Blanchett wirkt unverstellt und Ich konnte meist vergessen, hier die Charakterschauspielerin dahinter zu sehen.  

Das 1970er Jahre Production Design ist authentisch und exzellent (einige Wohnaccessoires, wie das bonbonfarbene Telefon, aber auch die Kostüme, insbesondere die anfänglich pastellene Garderobe von Phyllis Schlafly). Die Serie enthält immer wieder zwischendurch und am Ende Originalfilmaufnahmen. Auch ist die Musik erwartungsgemäß klasse. 

Sechs der neun Episoden sind jeweils direkt einer der Frauenrechtlerinnen gewidmet, eine Episode dreht sich um zwei Paare aus gegensätzlichen Lagern, die sich schließlich in einem TV-Duell gegenübersitzen. Dann gibt es noch die letzten beiden Folgen: 

Die vorletzte Episode „Houston“ spielt hauptsächlich in Houston, Texas zur National Women’s Conference im Jahr 1977. Diese Episode dreht sich um eine der wenigen wichtigen fiktiven Charaktere der TV-Serie: Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson). Alice ist seit Jahren mit der konservativen Phyllis Schlafly befreundet und arbeitet für sie in der Stop ERA-Bewegung. In Houston sieht Alice alle anderen Frauen und Frauenbewegungen und stellt irgendwann die Ideologie von der, ihr so verehrten Phyllis Schlafly in Frage. 

Die letzte Episode „Reagan“ zeigt nochmal beide Seiten der Frauenbewegungen. Phyllis Schlafly wird schließlich den ehemaligen Schauspieler und kalifornischen Gouveneur Ronald Reagan bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 1980 (hier wurde erstmalig der Slogan „Let´s Make America Great Again“ genutzt) unterstützen. 

Meine Lieblingsepisoden: Die sechste („Jill“), ich liebe Jill Ruckelshaus´ Gespräch mit Phyllis Schlafly über die sexuelle Übergriffigkeit von Männern.

Mein Lieblingscharakter in dem Mehrteiler: Bella Abzug, ich mag einfach ihre zynischen Sprüche. Von den fiktiven Charakteren ist es zweifelsfrei Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson), ich mag die  Entwicklung, die sie durchläuft. 

 

Die für die amerikanische Frauenbewegung und diese TV-Serie wiederkehrenden Begriffe: 

ERA oder E.R.A. (Equal Rights Amendment) Im Jahr 1919 wurde das Frauenstimmrecht in den USA eingeführt. Vier Jahre später, seit dem Jahr 1923 wurde für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bundesstaaten gekämpft. Ein solcher Zusatz sollte in der Verfassung aufgenommen werden. Vom Kongress wurde dies aber über die nächsten Jahrzehnte abgelehnt. Erst im Jahr 1972 wurde dieser Verfassungszusatz vom Repräsentantenhaus und vom Senat verabschiedet und den Staaten zur Ratifizierung vorgelegt. Um eine Änderung der amerikanischen Verfassung zu erwirken, mussten 38 Bundesstaaten zustimmen. Bis zum Ende der zunächst 7, aber insgesamt (verlängerten) 10-jährigen Frist hatten nur 35 Staaten ratifiziert, damit galt der ERA als gescheitert. Fast vierzig Jahre später, am 15.01.20, befürwortete Virginia als 38. Staat den ERA, geändert wurde die Verfassung jedoch noch nicht. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist bis heute noch nicht in der amerikanischen Verfassung verankert.

NWPC (National Women’s Political Caucus) ist eine bundesweite, parteiunabhängige Organisation, die sich für die Erhöhung des Frauenanteils auf allen politischen Ebenen in den Vereinigten Staaten einsetzt. Es ist bis heute auch ein Netzwerk von Frauen in der Politik. Die Organisation wurde im Jahr 1971 gegründet, Gründungsmitglieder waren u.a. Bella Abzug, Shirley Chisholm, Betty Friedan, Jill Ruckelshaus und Gloria Steinem. 

NOW (National Organization for Women) ist die größte US-amerikanische feministische Interessensvertretung. Sie wurde im Jahr 1966 gegründet. Eine ihrer Gründerinnen war Betty Friedan. NOW setzte sich für den ERA ein.

Eagle Forum ist eine von Phyllis Schlafly gegründete konservative Interessengruppe, hervorgegangen aus der Stop ERA-Bewegung. Mrs. Schlafly hat u.a. die „Pro Life“-Bewegung ins Leben gerufen

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Phyllis Schlafly hat ein Uni-Abschluss in Politikwissenschaften. Die Republikanerin strebte eine Position im Kongress an. Nachdem ihr Bestreben jedoch nicht von Erfolg gekrönt war, begann sie, Bücher zu schreiben. Im Alter von 25 Jahren heiratete sie den fünfzehn Jahre älteren Anwalt John Fred Schlafly (hier gespielt von John Slattery) und bekam mit ihm sechs Kinder. Durch die Unterstützung ihres Mannes (und ihrer Familie und der Hausangestellten) versuchte die leidenschaftliche Politikerin immer wieder, politisch Fuß zu fassen. Im Jahr 1972  begann die einflussreiche konservative Aktivistin mit ihrer aggressiven Kampagne (STOP ERA) gegen die Aufnahme des Verfassungszusatzes zur Gleichstellung von Frau und Mann. Phyllis war zwar Teil der amerikanische Frauenbewegung, die „Emanzen“ waren ihr jedoch ein Dorn im Auge und in dem Verfassungszusatz sah sie eine Bedrohung für die traditionelle amerikanische Familie. Phyllis Schlafly spielt in dem kompletten Mehrteiler „Mrs. America“ eine tragende Rolle, die erste Episode („Phyllis) und die fünfte Episode („Phyllis & Fred & Brenda & Marc“) sind ihr sogar namentlich gewidmet. Phyllis Schlafly ist im Jahr 2016 verstorben, eines ihrer letzten Amtshandlungen war, Donald Trump bei seiner US-Präsidentschaftswahl zu unterstützen. Gespielt wird sie von der großartigen australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Für eine ihrer ersten Filmrollen als Queen Elizabeth I wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Seither hat sie in zahlreichen Filmen (u.a. „The Talented Mr. Ripley“, „The Lord of the Rings“-Trilogie, „Babel“, Truth, Manifesto) mitgespielt. Sie wurde sieben Mal für den Oscar (für ihre Performance in den Filmen „Elizabeth“, „The Aviator“, „Notes on a Scandal“, I´m Not There, „Elizabeth: The Golden Age“, Blue Jasmine und Carol) nominiert, gewonnen hat sie zwei Oscars (für „The Aviator“ und „Blue Jasmine“). Außerdem wurde sie für den Tony für Ihre Performance in dem Bühnenstück „The Present“ nominiert. Cate Blanchett hat bereits in australischen TV-Projekten mitgewirkt, mit „Mrs. America“ könnte und wird sie aber wahrscheinlich ihre erste Emmy-Nominierung erhalten. 

Gloria Steinem ist Journalistin und Gründerin und Herausgeberin des feministischen Magazins „Ms.“. Die Aktivistin hat sich gegen den Vietnamkrieg und für die Rechte der Frauen (insbesondere auch für Pro-Choice) eingesetzt. Sie führte eine Kampagne zur Ratifizierung des ERA. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die attraktive Gloria Steinem war eines der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Feminismus, sie war einflussreich, aber unter den Frauenrechtlerinnen nicht unumstritten. (Kleiner Fun Fact: Gloria Steinem war durch die Heirat mit David Bale über einen Zeitraum von 3 Jahren mal die Stiefmutter von dem Schauspieler Christian Bale). Die zweite Episode („Gloria“) in der Miniserie ist ihr gewidmet. Gespielt wird Gloria Steinem von der australischen Schauspielerin Rose Byrne. Sie hat in vielen Filmen (u.a. „Sunshine“, Knowing, Insidious, Bridesmaids) mitgespielt, mir ist sie aber immer noch am meisten durch ihre Rolle neben Glenn Close in der TV-Serie Damages präsent, das wird sich jetzt vielleicht mit „Mrs. America“ ändern. Für ihre Performance in „Damages“ wurde sie zwei Mal für den Emmy nominiert Mit dem Schauspieler Bobby Cannavale hat die Schauspielerin zwei Kinder. 

Bella Abzug hat Rechtswissenschaften studiert und war als Rechtsanwältin tätig. Später war die Demokratin über einen längeren Zeitraum Abgeordnete des Repräsentantenhauses. Jahrelang setzte sich die Feministin dafür ein, dass der ERA ratifiziert wird. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die siebente Episode („Bella“) der Miniserie ist Bella Abzug gewidmet. Gespielt wird sie von der amerikanischen Charakterschauspielerin Margo Martindale. Sie hat in vielen Kinofilmen (u.a. „The Firm“, „The Hours“, „Million Dollar Baby“, The Savages, August: Osage County) und TV-Projekten (Dexter, „The Good Wife“, „Sneaky Pete“) mitgespielt. Insgesamt fünf Mal wurde sie für den Emmy (4x allein für ihre Performance in der TV-Serie „The Americans“, 1 x für „Justified“) nominiert, gewonnen hat sie den Emmy 2x für „The Americans“ und 1x für ihre Rolle in „Jusitified“). Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „Cat on a Hot Tin Roof“. 

Betty Friedan war eine Frauenrechtlerin und gilt als Urmutter der zweiten Welle der amerikanischen Frauenbewegung. In ihrem 1963 erschienen Buch „The Feminine Mystique“ erboste sie sich darüber, dass amerikanische Frauen darauf reduziert werden, Hausfrau und Mutter zu sein. Sie war eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder und scheint in den 1970er Jahren etwas verbittert, auch weil sie nicht die von ihr gewünschte Anerkennung von der Vorzeigefeministinnen wie Gloria Steinem bekommt.  Sie gründete im Jahr 1966 die National Organization for Women, eine der einflussreichsten Lobbygruppen für Frauenrechte. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die vierte Episode („Betty“) in der Miniserie ist Betty Friedan gewidmet. Gespielt wird Betty Friedan von der britisch-amerikanischen Comedian, Schauspielerin und Filmemacherin Tracey Ullman. Sie hatte ihre eigenen TV-Shows („The Tracey Ullman Show“ und viele andere unter ihrem Namen), hat einige Synchronarbeiten in Animationsfilmen (u.a. „Happily Ever After“, „Corpse Bride“, „Onward“) geleistet und auch in dem einen oder anderen Spielfilm (u.a. I Could Never Be Your Woman, Into the Woods) mitgespielt. Sie war insgesamt 26 x für den Emmy nominiert, gewonnen hat sie 7 Emmys (als Produzentin, Autorin und Schauspielerin ihres TV-Formats „The Tracey Ullman Show“, für ihren Gastauftritt in der Comedy Serie „Love & War“, für ihre Performance in ihrer Show „Tracey Takes on New York“, als Produzentin ihres TV-Formats „Tracey Takes On…“ und für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ally McBeal“). Ich bin kein Fan von Tracey Ullman, auch wenn ich gestehen muss, dass ich die Sketche, in der sie Angela Merkel porträtiert, damals wirklich lustig fand. 

Jill Ruckelshaus ist wie Phyllis Schlafly (gespielt von Cate Blanchett) Republikanerin, nur hat sie ganz andere Ansichten zu Frauenrechten. Die Feministin war in den 1970er Jahren Mitarbeiterin des Weißen Hauses und für die Ratifizierung des ERA. Die Mutter von fünf Kindern ist Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die sechste Episode („Jill“) in der Miniserie ist Jill Ruckelshaus gewidmet. Gespielt wird Jill Ruckelshaus von der amerikanischen Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Produzentin Elizabeth Banks. Als Schauspielerin war sie in zahlreichen Filmen (u.a. „Catch Me if You Can“, „W.“, Role Models, The Next Three Days, „The Hunger Games“-Trilogie, Love & Mercy) und TV-Serien (u.a. „Scrubs“, „Modern Family“, „30 Rock“) zu sehen. Ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin hat sie mit „Pitch Perfect 2“ gegeben. Elizabeth Banks hat drei Emmy-Nominierungen (2 x für ihren Gastauftritt in „30 Rock“ und 1 x für ihren Gastauftritt in „Modern Family“.

Shirley Chisholm war die erste schwarze Frau im Kongress. Die Demokratin setzte sich dort besonders für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Sie war die erste Afroamerikanerin, die sich um die Nominierung als US-Präsidentschaftskandidatin bewarb. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Shirley Chisholm ist die dritte Episode („Shirley“) in der Miniserie gewidmet. Gespielt wird Shirley Chisholm von der afroamerikanischen Schauspielerin Uzo Aduba. Sie hat u.a. in Ewan McGregors Regiedebüt American Pastoral. mitgespielt ist aber wahrscheinlich mehr durch ihre (Haupt-)Rolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“ bekannt. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, 2 x hat sie den Emmy dafür sogar gewonnen. 

„Mrs. America“ wurde für 10 Emmys nominiert (darunter Best Limited Series, Best Actress/ Limited Series für Cate Blanchett, Best Supporting Actress/Limited Series für Uzo Aduba und Margo Martindale und Tracy Ullman, Best Writing für „Shirley“, Best Casting/Limited Series und ein paar technische Kategorien)

„Mrs. America“ wurde erstmalig vom 15.04.20 – 27.05.20 auf FX on Hulu ausgestrahlt. Ich habe die Serie über iTunes/Apple TV gekauft. 

Trailer zu sehen:

Der sehr coole Vorspann zu sehen:

TV – Serie: „Years and Years“

Ich habe mir folgenden BBC One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Years and Years“ (in D. über Apple TV+ und den Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime zu sehen)   6 x approx. 60 min  drama, sci-fi

dir. Simon Cellan Jones, Lisa Mulcahy  cast: Rory Kinnear, T´Nia Miller, Anne Reid, Ruth Madeley, Russell Tovey, Jessica Hynes, Emma Thompson, Lydia West, Maxim Baldry, Jade Alleyne, Sharon Duncan-Brewster

 

Manchester, England. Vom Jahr 2019 an begleiten wir die britische Mittelstandsfamilie Lyons 15 Jahre lang. Die Groß- und Urgroßmutter Muriel (Anne Reid) und ihre vier Enkel Stephen (Rory Kinnear) mit seiner Frau Celeste (T´Nia Miller) und ihren beiden Töchter, Daniel (Russell Torvey) und sein Lebenspartner, die alleinerziehende und im Rollstuhl sitzende Rosie (Ruth Madeley) und schließlich die politische Aktivistin Edith (Jessica Hynes). In diesen fünfzehn Jahren macht die Technologie rasante, gesellschaftsverändernde Fortschritte und es kommt zu einer Verkettung von Entwicklungen – ein Part davon ist eine Entscheidung, des für eine zweite Amtszeit bestätigten US-Präsidenten Donald Trump. Alles hat nicht nur Auswirkungen auf die Familie Lyons, sondern auf die britische Gesellschaft und den Rest der Welt. Und nebenbei strebt in Post-Brexit-Großbritannien die Populistin Vivienne Rook (Emma Thompson) nach politischer Macht…. 

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfers des britischen Mehrteilers „Years and Years“ ist der englische Autor und Produzent Russell T Davies („Queer as Folk“, „Doctor Who“, „A Very English Scandal“). Bei den ersten vier Episoden hat der britische Filmemacher Simon Cellan Jones („Some Voices“, TV-Serien: „Treme“, „Boardwalk Empire“, „Jessica Jones“, „Ballers“) Regie geführt, bei den letzten beiden Episoden die irische Filmemacherin Lisa Mulcahy (TV-Serien: „The Clinic“, „Red Rock“, „The Moonstone“).

„Years and Years“ ist eines der am besten geschriebenen und gespielten Charakter- und Familiendramen, die ich je gesehen habe. Hinzu kommt – und das macht diese Miniserie so besonders – dass hier eine, nicht sehr ferne (dystopische) Zukunft gezeichnet wird, die man sich leicht vorstellen kann und dadurch unglaublich beängstigend ist.

Mit meiner Inhaltsangabe habe ich mich möglichst kurz gehalten, dieser Mehrteiler wirkt am besten, wenn man so wenig wie möglich darüber weiß. Daher meine dringende Empfehlung: einfach die erste Episode – rund 60 Minuten – bis zum Ende schauen, mich hat die Serie dann so gepackt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

„Years and Years“ spielt in Manchester, im Post-Brexit-Großbritannien von 2019-2034. Die eigentliche Geschichte beginnt aber erst richtig im Jahr 2024. 

In letzter Zeit habe ich mich ab und an mal darüber beschwert, dass in Hollywood-Filmen heutzutage alles so übertrieben politisch korrekt sein muss. Manchmal kam es mir schon so vor, dass man nur für die Außenwirkung oder den asiatischen Markt, die eine oder andere Rolle in einem Blockbuster vergab. Hier – und das liegt nicht allein daran, dass es ein britisches TV-Projekt ist, vielmehr ist es die Schreibe, passt es. Nichts fühlt sich aufgesetzt oder „der Quote wegen“ an. Es wird nicht thematisiert, warum Stephen eine schwarze Frau geheiratet hat, warum Rosie im Rollstuhl sitzt und ihr Sohn asiatische Wurzeln hat oder, dass Daniel schwul ist. Es ist einfach so.  In der Familie Lyons gibt auch noch Trans (-human, -gender) und ein Migrant spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle. Das hört sich vielleicht jetzt für den einen oder anderen anstrengend an, ist es aber nicht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, alle glaubhaft und greifbar und auch hilft ihr typisch englischer Humor das Ganze etwas aufzulockern. Jeder der vier Geschwister (Stephen, Edith, Daniel und Rosie) hat einen eigenen, starken Handlungsstrang. 

Meine Lieblingsepisode: Episode 4, trotz der ganzen Tragik

Meine Lieblingsszene: Grans „This is the world we built“-Rede in Episode 6

Meine Lieblingscharakter: rückblickend ist es wahrscheinlich Gran, ich liebe ihre Bissigkeit, ihre Weisheit und dass sie an richtiger Stelle Herz zeigt. Beschäftigt hat mich allerdings die Frage, wie alt Gran eigentlich ist. Optisch ist natürlich Viktor Goyara (gespielt von Maxim Baldry) ein Hingucker. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Stephen Lyons ist der älteste der Lyons Geschwister. Er arbeitet als Finanzberater und lebt mit seiner dunkelhäutigen Frau Celeste (gespielt von T´Nia Miller) und den beiden gemeinsamen Töchtern in London. Gespielt wird Stephen von dem englischen Schauspieler Rory Kinnear. Seine bekannteste Rolle ist die des „Bill Tanner“ in den letzten vier James Bond-Filmen. Auch hat er u.a. in The Imitation Game und einigen TV-Serien (u.a. „Penny Dreadful“) mitgespielt. 

Daniel Lyons ist der Bruder von Stephen (gespielt von Rory Kinnear), Edith (gespielt von Jessica Hynes) und Rosie (gespielt von Ruth Madeley). Er ist in der Verwaltung beim Wohnungsamt tätig. Gerade kümmert er sich um Unterkünfte für Asylsuchende. Er lebt offen schwul und hat einen Lebensgefährten. Gespielt wird Daniel von dem englischen Schauspieler Russell Torwey. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. in „Doctor Who Confidential“, „Looking“, The Night Manager, „Quantico“) mitgespielt und war auch in dem einen oder anderen Spielfilm (Pride, „The Good Liar“) zu sehen. 

Rosie Lyons ist die jüngste der Lyons Geschwister. Sie arbeitet in einer Schulkantine, ist alleinerziehend und hat zwei kleinere Kinder. Durch eine Fehlbildung der Wirbelsäule (Spina bifida) ist sie so körperlich beeinträchtigt, dass sie im Rollstuhl sitzt. Gespielt wird Rosie von der englischen Schauspielerin Ruth Madeley. Sie ist selbst mit dieser Fehlbildung der Wirbelsäule geboren. Sie hat schon in einigen Theater- und TV-Projekten (u.a. „Outnumbered“, „Cold Feet“) mitgewirkt. 

Edith Lyons ist die zweitälteste der Lyons Geschwister. Sie ist politische Aktivistin und war viel im Ausland. Gespielt wird Edith von der englischen Schauspielerin Jessica Hynes (bis zum Jahr 2007 unter dem Namen Jessica Stevenson). Sie hat in zahlreichen TV-Projekten (u.a. „The Royle Family“, „Spaced“, „Doctor Who“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Shaun of the Dead“, „Bridget Jones: The Edge of Reason“, „Paddington 2“) mitgespielt. Sie hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in „The Norman Conquests“

Celeste arbeitet als Buchhalterin und ist mit dem ältesten der Lyons Geschwister, Stephen (gespielt von Rory Kinnear), verheiratet. Sie haben zwei Töchter. Gespielt wird Celeste von der dunkelhäutigen, englischen Schauspielerin T´Nia Miller. Sie hat in einigen TV-Projekten (u.a. „Witless“, „Marcella“, „Free Rein“) mitgespielt. 

Muriel „Gran“ ist die Matriarchin der Lyons Familie. Sie ist die Großmutter der vier Lyons Geschwister. Da die Lyons-Geschwister vermutlich zwischen Mitte 30 und Mitte 40 sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie alt ihre Oma ist. Gespielt wird Gran von der englischen Theater-, TV- und Filmschauspielerin Anne Reid. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der beliebten englischen Soap Opera „Coronation Street“. Sie hat auch in vielen Spielfilmen (u.a. „The Mother“, „Hot Fuzz“, „The Aeronauts“) mitgespielt. 

Vivienne „Viv“ Rook ist eine sehr wohlhabende Geschäftsfrau, die eine politische Karriere startet. Die charismatische Populistin gründet ihre eigene Partei und spaltet natürlich die britische Bevölkerung. Selbst in der Familie Lyons hat Viv Rook mindestens einen Befürworter. Gespielt wird Viv Rook von der brillanten englischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Emma Thompson. Sie hat anfangs öfter mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh („Henry V“, „Peter´s Friends“, „Much Ado About Nothing“), zusammengearbeitet und in unzähligen Filmen (unvergessen in „The Remains of the Day“ und „Love Actually“, „Nanny McPhee“ und dem TV-Mehrteiler Angels in America, erst kürzlich wieder in Late Night) mitgespielt. Emma Thompson wurde 5 x für den Oscar nominiert (als Schauspielerin bzw. Drehbuchautorin der Filme „Howards End“, „The Remains of the Day“, „In the Name of the Father“ und „Sense and Sensibility“), Gewonnen hat sie zwei Oscars, ein Mal als Schauspielerin für ihre Performance in „Howards End“ und ein weiteres Mal als Autorin für das beste adaptierte Drehbuch von „Sense and Sensibility“. Außerdem war sie 7 x für den Emmy nominiert hat einen Emmy-Award für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ellen“ gewonnen. Mit ihrem zweiten Ehemann, dem englischen Schauspieler und Produzenten Greg Wise hat sie zwei Kinder. 

„Years and Years“ wurde erstmalig vom 14.05.19 – 18.06.19 auf BBC One ausgestrahlt. Auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO ist die Miniserie seit dem 24.06.19 zu sehen. In Deutschland kann man diesen Mehrteiler über Apple TV+ und bei dem Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime schauen. 

Trailer zu sehen:

TV – Serie: „Devs“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on HULU-Mehrteiler angeschaut:

 

„Devs“  8 x approx. 50 min drama, thriller, mystery, sci-fi

dir. Alex Garland  cast: Sonoya Mizuno, Nick Offerman, Jin Ha, Zach Grenier, Stephen McKinley Henderson, Alison Pill, Cailee Spaeny, Karl Glusman 

 

Sergei (Karl Glusman) arbeitet als IT-Ingenieur für das amerikanische High-Tech-Unternehmen AMAYA. Seine Freundin Lily Chan (Sonoya Mizuno) arbeitet ebenfalls in der Firma im Silicon Valley. Nun wird Sergei befördert, ausgerechnet in die geheimnisvolle Hochsicherheitsabteilung Devs. Keiner der sonstigen Angestellten weiß, womit sich Mitarbeiter bei Devs genau beschäftigen. Bevor der Firmenchef Forest (Nick Offerman) Sergei erstmalig in das abgelegene Gebäude führt, wurde er selbstverständlich von dem Sicherheitschef Kenton (Zach Grenier) durchleuchtet. Nach seinem ersten Arbeitstag kommt Sergei nicht nach Hause, Lily meldet ihn am nächsten Tag als vermisst und stellt ihre eigenen Untersuchungen an….

 

B- (Wertung von A bis F) „Devs“ ist die erste TV-Serie des englischen Romanautors („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs (Ex Machina, Annihilation) Alex Garland. Bei diesem Projekt ist er der Serienschöpfer, hat die Drehbuchvorlage geschrieben und auch bei allen acht Episoden Regie geführt. Ein anderes Thema bestimmt zwar diesen Mehrteiler, aber sie spielt in einer ähnlichen Welt wie Alex Garlands Film „Ex Machina“. Einige der Ideen aus dieser TV-Serie stammen aus dem Buch „The Fabric of Reality“ des Physikers David Deutsch. 

Worum geht’s? Quanteninformatik, Quantencomputer und die Ambitionen vielleicht großer High-Tech-Unternehmen, die im Besitz immenser Datenmengen sind. 

Es gibt ein paar Logiklücken, eine große sogar schon in der ersten Episode. Hätte Sergei DAS, SO AUFFÄLLIG  und ZU DEM ZEITPUNKT wirklich getan? Irgendwann klar, aber zu dem Zeitpunkt fand ich es völlig an den Haaren herbeigezogen. Das ist aber nunmal der Start in diese Geschichte und als Zuschauer bleibt einem nichts anderes übrig, als es zu schlucken. 

Ich habe mir „Devs“ zwei Mal angeschaut, auch weil ich nicht alles bei der Erstsichtung so genau verstanden habe und erst verarbeiten musste. Die Serie folgt auf interessante Weise dem Ansatz, dass alles was passiert, einen Grund hat. Alles ist durch etwas in der Vergangenheit vorbestimmt. Eine Sache führt zu einer anderen. Entsprechend folgt die Serie der Theorie, dass es auch so etwas wie einen eigenen Willen im Leben nicht gibt. Alex Garland verbindet in „Devs“, erneut, Religion mit Technologie. Am Ende gibt er nicht für jedes Detail Erklärungen und lässt entsprechend Raum für eigene Interpretationen und Grübeleien. 

Bei der Besetzung hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. In der ersten Episode kam es mir so vor, als ob man bei den Hauptakteuren die Billigversionen der eigentlich gewünschten Besetzung genommen hat. Hier betraf es Sergei, Lilly und Forest. „Ex Machina“ war mit Domhnall Gleeson, Alicia Vikander und Oscar Isaac besetzt, hier sind es Karl Glusman, Sonoya Mizuno und Nick Offerman. Gut, der erste ist bald weg und an Nick Offerman als vielhaarigen CEO von AMAYA, konnte ich mich gewöhnen, blieb also nur noch die Hauptdarstellerin und die ist für mich das große Problem, der ansonsten recht originalen und irgendwie gelungenen Sci-Fi-Miniserie. 

Sonoya Mizuno hat (zumindest für mich) ein nichtsagendes, ausdrucksloses Gesicht, spricht und bewegt sich schlafmützig und hat noch dazu ein, höflich ausgedrückt, überschaubares Talent. Ihre Erscheinung, ihre Sprache, Ihr Spiel ist so reduziert, dass ich mir nicht vorstellen kann, das dies für irgendeine Hauptrolle reicht. Definitiv ist es mir hier zu wenig. Ihr Charakter Lily gibt oberflächlich betrachtet (soll heißen, im Gesamtkontext schon) nicht sonderlich viel her. Wenn ihre Rolle optimaler besetzt worden wäre, hätte mir die Serie wahrscheinlich auch um einiges besser gefallen. Eine gute, charismatischere Schauspielerin hätte mir sicher geholfen. 

Dennoch ist „Devs“ natürlich sehenswert, sehr stylisch, das Production Design weiß, zu beeindrucken, San Francisco ist wahnsinnig schön fotografiert, der Sound ist bemerkenswert und auch wenn sich der Score manchmal seltsam anhört, ist das musikalische Gesamtkonzept insgesamt außergewöhnlich und toll. „Devs“ ist ruhig und manchmal extrem langsam erzählt, aber – mit Ausnahme der Hauptdarstellerin – nie langweilig.

Mein Lieblingscharakter: Kenton, der Sicherheitschef von AMAYA. Ich mag aber auch Stewart (gespielt von Stephen McKinley Henderson) und Lyndon (gespielt von Cailee Spaeny) 

Meine Lieblingsepisoden: Folgen 5 -7

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Lily Chan arbeitet als Programmiererin bei AMAYA. Sie ist 27 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund und Kollegen Sergei (gespielt von Karl Glusman) zusammen. Als Sergei auf mysteriöse Weise verschwindet beginnt sie, Nachforschungen anzustellen. Gespielt wird Lily von dem/der japanisch-britischen Model/ Schauspielerin Sonoya Mizuno. Ich hatte weiter oben bereits bemerkt, dass ich kein großer Fan von ihr als Schauspielerin bin. Sie hat bereits in den beiden Alex Garland-Verfilmungen „Ex Machina“ und „Annihilation“ mitgewirkt und war u.a. auch in La La Land und „Crazy Rich Asians“ und der Netflix-Serie „Maniac“ zu sehen.

Forest ist der CEO von AMAYA. Gespielt wird Forest von dem amerikanischen Comedian, Autor und Schauspieler Nick Offerman. Ungewöhnlicherweise spielt er hier einen ernsthaften und ernstzunehmenden Charakter. Normalerweise kennt man ihn eher aus anderen Projekten. Er hat in vielen TV-Serien  (u.a. „Parks and Recreation“, 2. Staffel von „Fargo“) und in einigen Kinofilmen (u.a. 21 /22 Jump Street; Me and Earl and the Dying Girl, Bad Times at the El Royale mitgespielt. Er hat eine Emmy-Nominierung als Gastgeber der Reality-Competition-Show „Making It“. Nick Offerman ist mit der tollen Schauspielerin Megan Mullally (Will & Grace“) verheiratet. 

Kenton ist der Sicherheitschef von AMAYA. Wie weiter oben bereits geschrieben, mag ich seinen Charakter. Gespielt wird Kenton von dem amerikanischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Zach Grenier. Er hat eine unheimlich tolle Stimme. Zach Grenier hat in vielen TV-Serien (u.a. „24“, „Deadwood“, „The Good Wife“, „Ray Donavan“) und auch einigen Kinofilmen (u.a. „Fight Club“, Rescue Dawn,  Zodiac) mitgespielt. 

Katie ist die Chefdesignerin der Devs-Abteilung bei AMAYA. Gespielt wird sie von der kanadischen Schauspielerin Alison Pill. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „In Treatment“, The Newsroom, „American Horror Story: Cult“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Milk“, „Scott Pilgrim vs. the World“, Miss Sloane, Vice) mitgespielt. Alison Pill hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“.

Lyndon ist Mitglied des Devs-Teams. Der 19-jährige Lyndon hat mir sehr gut gefallen, um so überraschter war ich, als ich las, dass er von einer Schauspielerin verkörpert wird. Das war für mich auch mit ein Grund, warum ich mir die gesamte Staffel ein weiteres Mal angeschaut habe. Bislang hat die amerikanische Schauspielerin Cailee Spaeny auch nur weibliche Charaktere (u.a. in Bad Times at the El Royale, „On the Basis of Sex“, Vice) gespielt. 

„Devs“ wurde für 4 Emmys in der Kategorie Best Limited Series or Movie nominiert (Outstanding Cinematography, Outstanding Sound Editing, Outstanding Sound Mixing und Outstanding Special Visual Effects)

„Devs“ wurde erstmalig v. 5.3.20 – 16.4.20 auf FX on HULU gezeigt.

Trailer zu sehen: 

 

TV – Serie: „Hollywood“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Hollywood“ (auch in D. seit dem 1.5.20 auf Netflix zu sehen)  7 x approx. 50 min.   drama, alternate history 

dir. Ryan Murphy, Daniel Minahan, Michael Uppendahl, Janet Mock, Jessica Yu cast: Darren Criss, David Corenswet, Laura Harrier, Jake Picking, Jeremy Pope, Jim Parsons, Samara Weaving, Joe Mantello, Dylan McDermott, Holland Taylor, Patti LuPone, Queen Latifah, Michelle Krusiec, Maude Apatow, Mira Sorvino, Rob Reiner

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg suchen ein paar aufstrebende Schauspieler, ein Drehbuchautor und ein Filmemacher ihr Glück in Hollywood… 

 

B (Wertung von A bis F) Serienschöpfer des Netflix-Mehrteilers „Hollywood“ sind der amerikanische Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Ian Brennan (u.a. TV-Serie „Glee“ und „Scream Queens“) und Ryan Murphy, der Serienschöpfer von so vielen TV-Projekten (u.a. „Nip/Tuck“, „Glee“, „American Horror Story“, The People v. O. J. Simpson: American Crime Story, Feud: Bette and Joan, The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story, Pose). 

Wie The Man in the High Castle und The Plot Against America gehört auch „Hollywood“ dem Genre der Alternativen Welt- (hier mehr Film-)geschichte an. Ryan Murphy nennt seine neue Miniserie „faction“, eine Mischung aus Fakten und Fiktion. 

Wie hätte sich Hollywood (und damit sicher auch die amerikanische Gesellschaft) vielleicht grundlegend verändert, wenn bereits in den 1940er Jahren die Einflussreichen etwas mehr Mut bewiesen hätten? Was wäre, wenn im Nachkriegshollywood eine Frau eines der großen Hollywood-Studios geleitet hätte und noch dazu, einfach ein Risiko eingegangen wäre? Was wäre, wenn Homosexuelle in der Goldenen Ära Hollywoods offen mit ihrer Sexualität umgegangen wären oder eine schwarze Schauspielerin im Jahr 1947 für eine Hauptrolle in einem großen Studiofilm besetzt worden wäre? 

In diesem Wunschtraum, diesem Märchen, das hier erzählt wird vermischen sich fiktive Charaktere und teils überzogene Versionen von realen Persönlichkeiten. So gab es bekanntermassen u.a. natürlich den Filmemacher George Cukor (Filme wie „The Philadelphia Story“, „Gaslight“ und Oscar-Gewinner für „My Fair Lady“ ), den Filmstar Rock Hudson, die erste dunkelhäutige Oscar-Gewinnerin Hattie McDaniel („Gone with the Wind“), die talentierte chinesisch-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong, die seinerzeit sicherlich die perfekte Besetzung der chinesische Bäuerin in „The Good Earth“ gewesen wäre (die Rolle ging jedoch – wie es seinerzeit üblich war – an eine Weiße. Die deutsche Schauspielerin Luise Rainer gewann für die Rolle sogar den Oscar). Es gab aber auch den schmierigen und übergriffigen Hollywood-Agenten Henry Wilson und selbst den Zuhälter Scotty Bowers (in dieser Serie hat er den Namen Ernie West). Erst kürzlich habe ich die sehr sehenswerte Doku „Scotty and the Secret History of Hollywood“ gesehen. Scotty Bowers hat viele (insbesondere bi- und homosexuelle) Hollywoodstars junge Männer und Frauen „vermittelt“. Es gab übrigens auch die Schauspielerin Peg Entwistle, die sich in den 1930er Jahren vom „H“ des berühmten Hollywood(land)-Schriftzug in den Tod stürzte. Der fiktive Film, der in diesem Mehrteiler gedreht werden soll, basiert auf ihr Leben.

Ryan Murphys Tinseltown-Projekt konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Schwer fiel es mir auch nicht, in seine Wunschwelt einzutauchen. Der Mehrteiler zeigt, wie Hollywood im Studiosystem funktionierte, Schauspieler, Autoren, Regisseure, die exklusiv bei einem Major (hier das fiktive Studio Ace Studios) unter Vertrag standen. Ich liebe einfach generell alte Hollywood-Geschichten und den Glanz und Glamour, die die Verfilmungen meist ausstrahlen. Auch wenn diese Miniserie durchweg unterhaltsam ist, ein paar klasse Szenen und kreative Ideen bereithält. hätte „Hollywood“ in meinen Augen noch besser sein können. Dafür gibt es hier einfach zu viele Charaktere, die eingeführt werden. Jeder für sich hat eine eigene, meist gute Story, irgendwann brennt man für diese Charaktere, aber allgemein wirkt dieser Mehrteiler dadurch etwas überladen. Auch gibt es in meinen Augen ein paar Drehbuchschwächen (nicht sonderlich interessant fand ich die familiäre Story um Jack Castello und nicht besonders lebensnah erschien mir das Gespräch von Avis Amberg mit der Geliebten ihres Mannes, Ellens plötzliches Interesse an Richard „Dick“ Samuels und ihre Annäherungsversuche und auch Henrys kreative Einflussnahme). Dafür liebe ich das traum- und märchenhafte Ende von „Hollywood“.

Meine Lieblingsepisode: Wie sollte es anders sein: Episode 7 („The Hollywood Ending“) Es geht um die Oscars. Auch wenn mich hier störte, dass das Wording bei der Oscar-Verleihung nicht korrekt war, seinerzeit hieß es immer: „And the the winner is…“ und nicht „And the Oscar/the Academy Award goes to…“ 

Meine Lieblingsszene: In Episode 7 („The Hollywood Ending“) Hattie McDaniels rührende Geschichte rund um ihren Oscar und ihre eindringlichen Worte an die aufstrebende, afroamerikanische Schauspielerin Camille Washington. (Queen Latifah als Hattie McDaniel ist exzellent)

Meine Lieblingscharaktere:  

Richard „Dick“ Samuels ist leitender Produzent bei Ace Studios. Ein älterer feiner, in sich gekehrter Herr, der sich nicht traut, seine Homosexualität auszuleben. Dick habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen. Die ganze Geschichte um ihn ist auch herzzerreißend. Dick Samuels ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird er von dem amerikanischen Theaterschauspieler- und Regisseur Joe Mantello. 

 Henry Wilson ist der mächtige Hollywood Agent. Ich mag seine Figur einfach, weil sie so schön schrill und fies ist. Er ist schlagfertig und hat eine herrlich spitze Zunge. Ihn gab es wirklich. Henry Wilson hat sich junger Schauspieler angenommen, sie in großen Filmprojekten besetzt, aber dafür auch sexuelle Gegenleistungen gefordert. Den jungen Rock Hudson hatte er tatsächlich auch unter Vertrag, ihm auch erst seinen Namen gegeben und ihn zum großen Star gemacht. Mit einer Ausnahme (seiner exzentrischen Tanzeinlage in Episode 3 „Outlaws“ ) liebe ich Jim Parsons Verkörperung von Henry Wilson. Für diese Performance müsste er eigentlich den Emmy gewinnen. Bekannt wurde Jim Parsons durch seine Rolle in „The Big Bang Theory“

Nicht gleich erkannt habe ich Dylan McDermott als Tankstellenbesitzer und Zuhälter Ernie West, aber auch nicht Rob Reiner als Studiochef Ace Amberg und Mira Sorvino als ältere Schauspielerin, alle Drei sind aber auch schauspielerisch hervorzuheben. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Rock Hudson a.k.a. Roy Fitzgerald (bzw. in der Realität Roy Harold Scherer, Jr.) ist ein einfacher Junge aus der Provinz. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er nach Hollywood gekommen, um seinen Traum zu verwirklichen. Irgendwann kommt er bei dem schmierigen Talentscout und Hollywood-Agenten Henry Wilson (gespielt von Jim Parsons) unter Vertrag. Rock Hudson ist schwul und verliebt sich hier irgendwann in den schwarzen Drehbuchautor Archie Coleman (gespielt von Jeremy Pope). In der Realität war Rock Hudson einer der größten Stars der 1950er und 1960er Jahre und auch bei dem Hollywood-Agenten Henry Wilson unter Vertrag. Frauenhelden spielte er besonders überzeugend und sprach nie öffentlich über seine Homosexualität. Er gab aber im Jahr 1985 – kurz vor seinem Tod – bekannt, dass er an AIDS erkrankt ist und war damit der offiziell erste Prominente, der der damals noch relativ neuen Krankheit AIDS zum Opfer fiel. In „Hollywood“ wird Rock Hudson von dem, in Deutschland geborenen amerikanischen Schauspieler Jake Picking gespielt. Er hat bereits in einigen Kinofilmen (The Way, Way Back, Patriots Day, Sicario: Day of the Soldado) mitgespielt. 

Jack Castello ist mit seiner Frau (gespielt von Maude Apatow) aus dem Mittleren Westen nach Los Angeles gekommen. Seine Frau ist schwanger und er in Geldnot. Er beginnt für Ernie (gespielt von  Dylan McDermott) als Gigolo zu arbeiten, aber eigentlich träumt er davon, es als Schauspieler in Hollywood zu schaffen. Jack Castello ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Jack Castello von dem amerikanischen Schauspieler David Corenswet. Er hatte schon TV-Auftritte in einigen Serien, in Ryan Murphys Serie „The Politician“ spielt er sogar eine Hauptrolle.. 

Camille Washington ist eine dunkelhäutige, äußerst talentierte junge Schauspielerin. Sie ist bei Ace Studios unter Vertrag. Camille ist ein fiktiver Charakter, hier ist sie außerdem die Freundin des talentierten Jungregisseurs Raymond Ainsley (gespielt von Darren Criss). Gespielt wird Camille Washington von dem ehemaligen Model und der Schauspielerin Laura Harrier. Ihren Durchbruch hatte die Schauspielerin als sich Peter Parker in sie (also Liz) in Spider-Man: Homecoming verliebte. Auch hat sie in BlacKkKlansman mitgespielt. 

Claire Wood ist eine hübsche, blonde junge Frau, die unbedingt Schauspielerin werden will. Sie will es ohne ihren berühmten Namen schaffen und so hat die Tochter des Studiochefs Ace Amberg (gespielt von Rob Reiner) ihren Namen geändert. Claire ist auch ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Claire von der australischen Schauspielerin Samara Weaving. Sie hat schon in einigen TV-Serien („Home and Away“, „Ash vs Evil Dead“, „SMILF“) und in ein paar Kinofilmen (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Ready or Not“) mitgespielt. Der bekannte, englische Schauspieler Hugo Weaving ist Samaras Onkel. 

Archie Coleman ist ein afroamerikanischer Drehbuchautor. Bereits sein erstes Drehbuch wird hochgehandelt. Archie ist schwul und arbeitet anfänglich für den Tankstellenbesitzer und Zuhälter Ernie West (gespielt von Dylan McDermott). Dabei lernt er Roy Fitzgerald, a.k.a. Rock Hudson (gespielt von Jake Picking) kennen und lieben. Archie Coleman ist auch ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Archie Coleman von dem ziemlich tollen amerikanischen Theaterschauspieler Jeremy Pope. Der 27-jährige Schauspieler hat bereits zwei Tony-Nominierungen (für seine Performances in dem Bühnenstück „Choir Boy“ und dem Musical „Ain´t Too Proud“) und bald vielleicht schon eine Emmy- und irgendwann auch eine Oscar-Nominierung, da bin ich mir ziemlich sicher.  

Raymond Ainsley ist ein talentierter Jungregisseur, der bei Ace Studios unter Vertrag steht. Raymond hat selbst philippinische Wurzeln und lebt mit seiner Freundin, der dunkelhäutigen Schauspielerin Camille Washington (gespielt von Laura Harrier), zusammen. Auch er ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Raymond Ainsley von dem amerikanischen Theater- und TV-Schauspieler und Sänger/Songwriter Darren Criss. Bekannt wurde Darren Criss durch die TV-Serie „Glee“, für einen seiner Songs in dieser Serie wurde er für den Emmy nominiert. Für seine Performance in The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story hat er einen Emmy gewonnen.

„Hollywood“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series/Movie, Best Actor/Actress/Supporting Actor/Atcress for a Limited Series/Movie Jim Parsons, Joe Mantello, Darren Criss, Jeremy Pope, Patti Lupone, Holland Taylor Update: „Hollywood“ wurde für 12 Emmys nominiert (darunter Best Actor/Limited Series für Jeremy Pope, Best Supporting Actor/Limited Series für Dylan McDermott und Jim Parsons, Best Supporting Actress/Limited Series für Holland Taylor, ansonsten nur technische Kategorien)

„Hollywood“ ist seit dem 1.5.20 auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen: