NYC – Film: „High Life“

Ich war am 2.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„High Life“ (dt. Kinostart: 30.05.19) 110 min  sci-fi, adventure, drama

dir. Claire Denis  cast: Robert Pattinson, Juliette Binoche, André Benjamin, Lars Eidinger, Mia Goth

 

Amerikanische Wissenschaftler nutzen Todeskandidaten als Versuchskaninchen. Monte (Robert Pattinson) und andere Strafgefangene sind auf einer Mission im Weltraum unterwegs. Den Strafgefangenen ist dabei nicht bewusst, dass gar nicht geplant ist, ihr Raumschiff zur Erde zurückzuholen…

 

B (Wertung von A bis F) „High Life“ ist der neue Film der französischen Autorin und Filmemacherin Claire Denis („Chocolat“, „Trouble Every Day“, „White Material“, „Let the Sunshine In“). Es ist der erste englischsprachige Film der fast 73-jährigen Französin. 

Rund ein halbes Jahr ist es her, dass ich den Film gesehen habe. Jetzt sind mir meine Notizen zu dem Film wieder in die Hände gefallen, der A24-Film ist mittlerweile in ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet und eine deutsche Kinoauswertung steht auch bevor. 

„High Life“ war für mich der erste Film, der bei den amerikanischen Cineasten unglaublich  beliebten, französischen Filmemacherin. Hatte zuvor einiges über diesen Film gehört und wollte mir ihn mir nicht entgehen lassen. Als der Festivalleiter des NYFF56, Kent Jones (der kürzlich sein Spielfilmdebüt mit Diane gab) die Filmemacherin angekündigt hat, ist das New Yorker Publikum komplett ausgeflippt. Unter tosendem Applaus kam Claire Denis auf die Bühne. Das perfekte Umfeld also, meinen ersten Denis-Film zu sehen. 

Diesen Film zu beschreiben oder dem Ganzen überhaupt einen Sinn abzugewinnen, halte ich für schwierig. „High Life“ ist definitiv kein herkömmlicher und vielleicht auch nicht leicht konsumierbarer Sci-Fi-Film. Im, an die Vorführung anschließenden, Q & A gab die Filmemacherin an, dass es sich bei ihrem neuen Film vordergründig um einen Familienfilm handelt. Gut, Robert Pattinsons Charakter und sein Baby nehmen einen großen Teil des Gezeigten in Anspruch, aber auf dem Raumschiff gibt es auch viele gewalttätige Kriminelle, einige Tote, eine durchgeknallte Wissenschaftlerin, Samenraub und dann gibt es noch eine wilde (und exzellent fotografierte) Sexszene in dieser Fuck-Box – Familie kam mir da erst mal weniger in den Sinn. Von dem Erzählerischem sollte sich vielleicht jeder ein eigenes Bild machen. Gestalterisch weiß der Film in jedem Fall zu beeindrucken. Ein ungewöhnlicher Film, vielleicht sollte ich ihn mir noch mal anschauen. Definitiv macht er mich neugierig auf die anderen Werke der Französin. 

Das (übrigens tolle) Filmbaby ist, so berichtete Robert Pattinson, die Tochter seines besten Freundes. 

„High Life“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der A24-ist am 05.04.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit heute läuft er in 146 Kinos landesweit. In Deutschland soll der Film am 30.05.19 ins Kino kommen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Im Anschluss an den Film standen die Regisseurin Claire Denis und ihr Hauptdarsteller Robert Pattinson den zahlreichen Fragen des Publikums zur Verfügung. 

Trailer zu sehen:

 

 

NYFF56, Film „High Life“ Q & A mit Robert Pattinson, Filmemacherin Claire Denis und Festivalleiter Kent Jones. (v.l.)

 

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VOD – Film: „Diane“

Folgenden Film habe ich mir als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Diane“  96 min  drama 

dir. Kent Jones  cast: Mary Kay Place, Jake Lacy, Deirdre O´Connell, Glynnis O´Connor, Joyce Van Patten 

 

Diane (Mary Kay Place) ist immer für andere da. Bei ihrem eigenen Sohn (Jake Lacy) kommt sie jedoch an ihre Belastungsgrenze… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Diane“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Filmkritikers (Film Comment), Dokumentarfilmers („A Letter to Elia“, „Hitchcock/Truffaut“) und Direktor des New York Film Festivals Kent Jones. 

„Wow“ war das, was mir rausrutschte, als der Film endete. Und dann habe ich ihn mir gleich ein zweites Mal angeschaut. 

Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir „Diane“ auf dem Tribeca Filmfestival anschauen wollte. Hauptsächlich weil ich neugierig auf das Spielfilmdebüt des sympathischen Festivalleiters des New York Film Festivals war. Es kam aber irgendwas dazwischen und dann ärgerte ich mich erst richtig, als der Filme am Ende des Filmfestivals ein paar Preise (darunter: Bester Spielfilm) absahnte. Das ist jetzt über ein Jahr her, mittlerweile ist der Film im amerikanischen Kino und gleichzeitig auf VOD gestartet und Mary Kay Place ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. 

„Diane“ ist eine Charakterstudie über eine Frau, die ihr Leben darauf ausgerichtet hat, anderen Menschen zu helfen. Am Ende des Tages ist sie jedoch allein, vor allen Dingen mit ihren Sorgen und ihrem Ärger um ihren erwachsenen Sohn. Die komplexe Beziehung zu ihrem einzigen Kind belastet Diane, sie schwankt immer zwischen Hoffnung, Wut und Verzweiflung. Man muss nicht in einer ähnlichen Situation stecken, um Dianes Gefühle nachvollziehen zu können. Ihr Schmerz transportiert sich auf den Zuschauer. Der Film ist aber noch weit mehr, letztlich ist es ein Film über das Leben und was am Ende davon übrig bleibt. Wenn man das Glück hat, relativ gesund, alt zu werden, kommt zwangsläufig irgendwann die Zeit, in der viele seiner Lieben sterben und was bleibt dann? „Diane“ ist auch ein Film über Erinnerungen. Was waren einschlägige Erlebnisse im Leben, welche Begebenheiten bleiben präsent? Belasten einen Schuldgefühle, weil man etwas getan oder vielleicht nicht getan hat? War das Leben nicht viel einfacher als man jung war? Wie hat man sich als Person seit der Jugend weiterentwickelt? Täuscht einen vielleicht irgendwann die Erinnerung und was geht einem im Moment des Todes durch den Kopf? 

Die Amerikanerin Mary Kay Place (The Big Chill, „Being John Malkovich“, State Like Sleep) ist einer dieser typischen Nebendarstellerinnen, die ich nie bewusst wahrgenommen habe. In „Diane“ spielt die 71-Jährige ihre erste Hauptrolle und überzeugt gleich auf ganzer Linie. Besonders gut hat mir hier auch Jake Lacy (Miss Sloane) gefallen. 

Die Erzählstruktur des Films ist mitunter etwas verwirrend. vielleicht angelehnt an den Erinnerungen am Ende eines Lebens. Bei meiner ersten Sichtung des Films dachte ich, eine reine Charakterstudie zu sehen. Am Ende stand – wie gesagt – das „Wow“ und eine weitere (dieses Mal sehr tränenreiche) Sichtung später bewirbt sich der Film um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019. 

„Diane“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Mary Kay Place) und in der Nebenrolle 

„Diane“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde der Film dann auch mit drei Preisen (Bester Film, Beste Kamera und Bestes Drehbuch) ausgezeichnet. „Diane“ ist am 29.03.19 in drei amerikanischen Kinos und zeitgleich auf VOD gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 63 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen: 

 

VOD – Film: „The Hole in the Ground“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„The Hole in the Ground“ 91 min  thriller, horror 

dir. Lee Cronin  cast: Seána Kerslake, James Quinn Markey, James Cosmo, Simone Kirby, Steve Wall, Kati Outinen 

 

Sarah (Seána Kerslake) zieht mit ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey) aufs Land. In der Nähe ihres Hauses am Waldrand befindet sich ein riesiger Krater. Eines Nachts hört Sarah laute Geräusche, ihr Sohn ist verschwunden. Dann taucht er jedoch wieder auf und seither bemerkt Sarah immer mehr Veränderungen im Verhalten ihres Sohnes. Irgendwann glaubt sie, dass der Junge nicht ihr Sohn ist…

 

B (Wertung von A bis F) „The Hole in the Ground“ ist das Langfilm-Debüt des irischen Autors und Filmemachers Lee Cronin („Ghost Train“). 

Das Erstlingswerk eines vielleicht nächsten großen Filmemachers zu sehen, ist für mich generell Grund genug, möglichst viele Regiedebüts zu schauen. Zu Beginn der Filmkarriere eines Regisseurs hat dieser meist nur ein geringes Produktionsbudget zur Verfügung und muss entsprechend mit seiner/ihrer Vision punkten. Ob jemand Talent hat, sieht man schnell. Lee Cronin hat ein Gespür für das künstlerische Gestalten und das Erzählen, das kann man bereits den ersten Einstellungen aus der Vogelperspektive und der Farbgebung der Szenerie entnehmen. Meine Neugierde auf diesen Film war damit geweckt, und das, noch bevor der Filmtitel eingeblendet wurde. Bei dem Film mochte ich besonders die düstere, aber klare auf das Wesentliche reduzierte Bildsprache. Etwas rummäkeln muss ich aber, der Film hätte mir der Schwarzblende enden müssen. Es folgen noch ein paar Szenen im Anschluss, die aber unnötig sind. 

„The Hole in the Ground“ erfindet den Horrorfilm sicherlich nicht neu, ich würde ihn als einen dieser neuen Indie-Kunsthorrorfilme bezeichnen. Den Grusel zieht dieser Film aus seiner atmosphärischen Inszenierung und der Ungewissheit, was hier nun eigentlich genau vor sich geht. Das Geschehen muss man für sich selbst interpretieren, es ist kein Film, der am Ende eindeutige Erklärungen liefert. 

Die Hauptdarstellerin Seána Kerslake empfand ich als sehr ausdrucksstark. 

„The Hole in the Ground“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film wurde am 1.3.19 in 24 ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet und zeitgleich auf VOD herausgebracht. Für Deutschland ist ein Kinostart am 02.05.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Escape at Dannemora“

Ich habe mir den folgenden Showtime-Mehrteiler angeschaut:

 

„Escape at Dannemora“(in D. seit dem 19.12.18 auf Sky zu sehen)   7 x approx. 60 min  drama, thriller, biopic 

dir. Ben Stiller  cast: Benicio Del Toro, Patricia Arquette, Paul Dano, Eric Lange, David Morse, Bonnie Hunt

 

 

Im Juni 2015 gelang den beiden verurteilten Mördern Richard Matt (Benicio Del Toro) und David Sweat (Paul Dano) die Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora im Bundesstaat New York. Die Generalinspektorin des Staates New York, Catherine Leahy Scott (Bonnie Hunt), beginnt mit der Befragung von Tilly Mitchell (Patricia Arquette). Es macht den Anschein, als hätte die Gefängnisangestellte den beiden Häftlingen zur Flucht verholfen…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Escape at Dannemora“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Mehrteiler erzählt die Geschichte eines spektakulären Gefängnisausbruchs aus dem Jahr 2015. Um die Ereignisse so authentisch wie möglich zu halten, haben sich die Autoren an den Bericht der Generalinspektorin des Staates New York gehalten. Gedreht wurde u.a. in der Stadt Dannemora und für Außenaufnahmen sogar in der Clinton Correctional Facility. Ben Stiller und sein Produktionsteam hatten darüberhinaus während des achtmonatigen Drehs viele Berater (Angestellte des Gefängnisses und Ermittlern, die an der intensiven Verbrecherjagd beteiligt waren) an ihrer Seite. Bei allen sieben Episoden hat der amerikanische Schauspieler („Meet the Parents“, „The Royal Tenenbaums“, „Starsky & Hutch“, While We´re Young, Brad´s Status), Drehbuchautor, Regisseur („Zoolander“, Tropic Thunder) und Produzent Ben Stiller Regie geführt. 

Der beste Gefängnisfilm für mich (und einer meiner liebsten Filme überhaupt) ist „The Shawskank Redemption“. Der spektakuläre Gefängnisausbruch in Dannemora erinnert an den in Frank Darabonts Film (bzw. Stephen Kings Buch). 

Ein Mehrteiler mit zwei meiner Lieblingsschauspieler (Benicio Del Toro und Paul Dano)? Motivation genug, dieses Projekt auf meine MUST-SEE-Liste zu setzen. „Escape at Dannemora“ zeigt auf der einen Seite, wie den zwei Häftlingen der Gefängnisausbruch gelang, ist aber auch ein Porträt der beiden Schwerverbrecher und eine Charakterstudie der Gefängnisangestellten, die den beiden zur Flucht verholfen hat. 

Man hätte diese Geschichte auch in vier oder fünf Episoden erzählen können, so wirkt es etwas gestreckt. Gefallen hat mir der Mehrteiler aber dennoch. 

Ich mag die Einleitung der Story. Zu Beginn die Dialog-Szene der Generalinspektorin mit der Gefängnisangestellten, die mit einer 360-Grad-Kamerafahrt auf „Tilly“ (der Protagonistin der Geschichte) endet. Auch mag ich, wie diese Szene in der finalen Episode wieder aufgenommen wird. Durch die Inszenierung bekommt man auch sehr schnell den Eindruck, dass die ganze  Bevölkerung der Kleinstadt Dannemora, entweder direkt oder indirekt für das Gefängnis arbeitet.

Etwas Probleme hatte ich mit der Charakterentwicklung von Benicio Del Toros Charakter Richard Matt. Er wird eingeführt als jemand, der alles unter Kontrolle hat, mit dem sich keiner im Knast anlegt. Ein Alpha-Mann, der  sehr smart und manipulativ ist. Schließlich hat er den Plan für den Gefängnisausbruch. Künstlerisch ist er auch begabt (übrigens werden ganz zum Schluss des Mehrteilers auch die Originalbilder von Richard Matt gezeigt). Wie ist aber dann sein irrationales Verhalten auf der Flucht zu erklären? Aber gut, so oder so ähnlich scheint es sich zugetragen zu haben. Ein weiteres Problem hatte ich mit der Erzählstruktur. 

Dramaturgisch ist dieser Mehrteiler etwas seltsam aufgebaut. Die ersten vier Teile lernt man die Charaktere und ihren Gefängnisalltag kennen. Natürlich ist einem bewusst, dass die beiden Häftlinge nicht unschuldig im Gefängnis sitzen, beide sind verurteilte Mörder. Man hegt aber irgendwo Sympathien für sie, ist bei ihnen, wenn sie ihren Fluchtplan umsetzen. Entsprechend ist die sechste Episode dann ein Schlag in die Magengrube. Hier, also sehr spät, erfährt man, aufgrund welcher brutalen Verbrechen Richard Matt und David Sweat im Gefängnis gelandet sind. Eine ungewöhnliche Entscheidung, die Geschichte so zu erzählen. Üblicherweise werden solche Informationen in einigen Szenen am Anfang eingestreut.

Patricia Arquette zählt zu den Schauspielerinnen, die ich immer etwas unterschätze. Hier ist sie kaum wiederzuerkennen, aber glaubhaft als einfache, leicht übergewichtige Frau, die nie sonderlich viel Wert auf ihr Äußeres gelegt hat. Sie spielt eine frustrierte (Ehe-)Frau, die in einer Gefängnisschneiderei arbeitet. Nur dort fühlt sie sich auch anerkannt und wohl von den Männern (Sweat, später auch Hacksaw) begehrt. Die beiden Schauspieler Benicio Del Toro und Paul Dano machen den Mehrteiler sehenswert, letztlich ist es aber die Patricia Arquette-Show. 

Anmerkungen zu den Episoden

Part 6 – spielt ausschließlich in der Vergangenheit (am Anfang der Episode ist Ben Stillers Tochter, Ella Olivia Stiller, in ihrer ersten Rolle – sie spielt die Teenager-Autofahrerin, die von dem Sheriff angehalten wird – zu sehen)

Part 7 – die finale Folge ist meine Lieblingsepisode. Es ist mit einer Stunde und 39 Minuten auch die längste.

 

Den Audio-Kommentaren zu den einzelnen Episoden mit Ben Stiller, den Autoren, der Kamerafrau, den Cuttern, der Schauspielerin Patricia Arquette, u.a. kann man sehr viele interessante Informationen entnehmen. Insbesondere der Audio-Kommentar zu der letzen Episode mit dem, tatsächlich für die Jagd nach den flüchtigen Häftlingen Hauptverantwortlichen Chuck Guess fand ich sehr aufschlussreich. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Richard „Hacksaw“ Matt ist ein verurteilter Mörder, der in dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora einsitzt. Er hat sich mit dem Gefängnisinsassen David Sweat (gespielt von Paul Dano) angefreundet. Die beiden sitzen im sogenannten „Honor Block“, für Strafgefangene, deren Verhalten während der Haftzeit mustergültig ist. Den beiden glückt irgendwann die Flucht aus der Clinton Correctional Facility. Gespielt wird Richard Matt von dem amerikanischen Schauspieler Benicio Del Toro. Sein Talent konnte er in vielen Filmen, u.a. „The Usual Suspect“, „Fear and Loathing in Las Vegas“, „21 Grams“, Things We Lost In the Fire, Inherent Vice, Sicario und Sicario: Day of the Soldado) unter Beweis stellen. Für seine Performance in Steven Soderberghs „Traffic“ hat er den Oscar gewonnen. 

Joyce „Tilly“ Mitchell arbeitet in der Schneiderei des Hochsicherheitsgefängnisses in Dannemora. Sie ist seit über 20 Jahren mit Lyle (gespielt von Eric Lange) verheiratet und frustriert mit ihrem Leben. Sie hat eine Affäre mit dem Gefängnisinsassen David Sweat (gespielt von Paul Dano). Beiden verurteilten Mördern Hacksaw (gespielt von Benicio Del Toro) und David Sweat hat sie zur Flucht verholfen. Gespielt wird Tilly von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Arquette. Sie hat in vielen Filmen, u.a. „True Romance“, „Flirting with Disaster“„Lost Highway“ und auch TV-Serien („Medium“, „Boardwalk Empire“, „CSI: Cyber“) mitgespielt. Für ihre Performance in Boyhood hat sie den Oscar gewonnen. Sie wurde auch bereits mit einem Emmy für ihre Rolle in der TV-Serie „Medium“ ausgezeichnet. Sie ist die Schwester der Schauspieler Richmond, Alexis, David und Rosanna Arquette. 

David Sweat ist ein verurteilter Mörder, der bereits seit 12 Jahren in dem Hochsicherheitsgefängnis in Dannemora einsitzt. Er hat eine Affäre mit der Gefängnisangestellten Tilly (gespielt von Patricia Arquette). Befreundet ist er mit dem Gefängnisinsassen Hacksaw (gespielt von Benicio Del Toro). Den beiden gelingt schließlich auch die Flucht aus der Clinton Correctional Facility. Gespielt wird David Sweat von dem amerikanischen Schauspieler, Drehbuchautor und Filmemacher Paul Dano. Mir ist er das erste Mal in „Little Miss Sunshine“ aufgefallen, kurz darauf beeindruckte er bereits neben Daniel-Day Lewis in PTAs There Will Be Blood und seither gucke ich auch Filme seinetwegen. Er hat u.a. in The Good Heart, Being Flynn, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy  und Youth mitgespielt. Mit Wildlife gab er sein Regiedebüt.

Gene Palmer ist ein Gefängniswärter, der sich mit dem Insassen Richard Matt (gespielt von Benicio del Toro) etwas angefreundet hat. Gespielt wird Gene Palmer von dem amerikanischen Schauspieler David Morse. Er hat in vielen Filmen („The Negotiator“, „The Green Mile“, Disturbia, The Hurt Locker und auch in einigen TV-Serien (u.a. „St. Elsewhere“, „Medium“, „True Detective“) mitgespielt. Für seine Performance in der  TV-Serie „House“ und dem Mehrteiler „John Adams“ hat er jeweils eine Emmy-Nominierung erhalten. 

Lyle Mitchell arbeitet im Gefängnis. Er ist seit über 20 Jahren mit Tilly (gespielt von Patricia Arquette) verheiratet. Lyle wird von dem amerikanischen TV- und Filmschauspieler Eric Lange gespielt. In vielen TV-Serien hatte er kleinere Gastauftritte, In dem Mehrteiler Waco und in den TV-Serien „The Bridge“ und  „Narcos“ hatte er eine größere Rolle. Auch war er in dem Film Wind River zu sehen. 

„Escape at Dannemora“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Best Actress Limited Series/Movie (Patricia Arquette), Best Actor Limited Series/Movie (Benicio del Toro), Best Supporting Actor Limited Series/Movie (Paul Dano). 

Escape at Dannemora“ wurde erstmalig vom 18.11.18 – 30.12.18 auf dem amerikanischen Pay-TV-Sender Showtime gezeigt. In Deutschland ist dieser Mehrteiler seit dem 19.12.18 auf Sky zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

Berlin – Film: „Us“

Ich war am 21.03.19 in Berlin und am 24.03.19 in Hongkong habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Us“ (dt. Filmtitel: „Wir“, dt. Kinostart: 21.03.19) 116 min  horror

dir. Jordan Peele  cast: Lupita Nyong´o, Winston Duke, Evan Alex, Shahadi Wright Joseph, Elisabeth Moss, Tim Heidecker

 

Adelaide (Lupita Nyong´o) hatte ein traumatisches Erlebnis in ihrer Kindheit und leidet immer noch darunter. Sie macht mit ihrem Mann Gabe (Winston Duke), ihrer Tochter Zora (Shahadi Wright Joseph) und ihrem Sohn Jason (Evan Alex) Urlaub in ihrem Ferienhaus in der Küstenstadt Santa Cruz. Nachdem sie mit ihren Freunden Kitty (Elisabeth Moss) und Josh (Tim Heidecker) einen Tag am Strand verbrachten, steht am Abend plötzlich eine fremde Familie in ihrer Einfahrt. Erschreckenderweise ähneln die Vier ihnen, zumindest optisch…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Us“ ist der zweite Spielfilm des afroamerikanischen Comedians, Autors, Filmemachers und Produzenten Jordan Peele. Für seinen Oscar-nominierten Film Get Out hat er einen Oscar für das beste Originaldrehbuch erhalten. Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben, ist Regisseur und Produzent. 

„Us“ ist ein Film, der die gesamte Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangt. Um Lupitas Nyong´os exzellente Performance in einer Doppel-Rolle richtig erfassen zu können, ist es ratsam, den Film in der Originalfassung zu sehen. Ich empfehle auch mindestens eine zweite Sichtung von „Us“. Bei meiner ersten Sichtung war ich nicht nur durch die Erzählung sehr angespannt, ich versuchte die vielschichtige Geschichte im Ganzen einzuordnen und zugleich auf alle Details und auch auf die Referenzen zu anderen Filmen zu achten. Das ist mit einer Sichtung allein kaum möglich. Jordan Peele überlässt bei dieser Inszenierung nichts dem Zufall. Selbst die Musik ist perfekt eingebunden. Sein zweiter Spielfilm ist ein komplexer, aber auch humorvoller Horrorfilm, der eine Gesellschaftskritik enthält und am Ende Raum für Interpretationen lässt. Wie bei solchen Filmen üblich, gibt es hier auch mit Sicherheit „Experten“, die den Film zerpflücken und einige Logiklücken aufdecken. Jordan Peele verfolgt aber mit seinem Film eine diskussionswürdige Grundidee, was schon weit mehr ist, als man den meisten (Horror-) Filmen nachsagen kann.

Jordan Peele ist US-Amerikaner und er macht Filme vordergründig für US-Amerikaner. Während er mit seinem ersten Film Rassismus in den Vereinigten Staaten mal von einer völlig anderen Seite beleuchtete, spielt die Hautfarbe in seinem zweiten Film kaum eine Rolle. Seine Gesellschaftskritik hier zielt auf die soziale Schichtung in den USA ab. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Alleine aufgrund der Herkunft stehen manchen Tür und Tor offen, ohne dass die Privilegierten, das was sie haben, zu schätzen wissen. Andere haben aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder einer anderweitigen Ausgrenzung keinen Zugang zu Bildung, usw.  Bei dem ersten Aufeinandertreffen von Adelaide und Red mit ihren jeweiligen Familien werden die Fremden gefragt: „Who are you?“ Woraufhin Red antwortet: „We are Americans“. Das führt auch zu der Doppelbedeutung des Originaltitels „Us“, was man damit nicht nur als „wir“ bzw. „uns“ deuten kann, sondern auch als die Gesellschaft der US (United States) im Allgemeinen. Letztere ist heute so gespalten wie nie zuvor. 

 

SPOILER – Anfang 

Meine Interpretation:

Adelaides Doppelgängerin (Red) ist die Anführerin der Revolution der Doppelgänger bzw. Klone (the Tethered – der Verbundenen) in den USA. Sie ist auch die einzige, die richtig Englisch sprechen kann. Ihre Ausdrucksweise ist jedoch recht einfach, sie spricht mit einer kratzigen, brüchigen Stimme, wie jemand, der jahrelang nicht geredet hat. Die Klone sind eine einfachere Version, der mit ihnen eng verbundenen Originale. Sie sind nicht behütet und mit Liebe aufgewachsen wie ihre Originale. Das Ganze war scheinbar ursprünglich ein Experiment der Regierung, das aber irgendwann für gescheitert erklärt wurde. Die Klone sind dann ihrem Schicksal überlassen worden. Sie sind die Unterdrückten, die im Schatten ihrer privilegierten Originale jahrzehntelang im Untergrund, in einer Parallelgesellschaft, lebten.  Die Revolution wurde über Jahre geplant. Um an der Oberfläche zu leben, müssen die Kopien ihre  Alpha-Version „ausradieren“. Die Klone wollen ein Zeichen setzen. Dafür bilden sie eine („Menschen“-)Kette (angelehnt an die Wohltätigkeitsaktion für sozial Benachteiligte Hands Across America, bei der im Jahr 1986 von den Teilnehmern eine Menschenkette von New York nach Long Beach in Kalifornien gebildet wurde. Diese Aktion war damals sehr kostspielig und hat am Ende kaum Gelder für die Bedürftigen übrig gelassen. Daher hat sich diese Aktion als Flop dargestellt, was bei der ursprünglichen Idee natürlich keiner wusste). Der erste Klon, der jetzt an die Oberfläche kam, ist der Obdachlose am Strand (mit dem Jeremiah 11:11-Schild). Er startete auch Kette der Klone. Ganz zum Schluss des Films erfährt man offiziell (man kann es schon vorher ahnen), dass Red (also Adelaides Klon) bereits als Kind den Platz von Adelaide eingenommen hat. Daher konnte „sie“, als sie als Kind für kurze Zeit verschwand und von ihren besorgten Eltern wieder entgegengenommen wurde, auch nicht sprechen und hat sich seltsam verhalten. Ihre Eltern sind mit „ihr“ zu einer Psychologin gegangen, die eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostizierte. Im Umkehrschluss erklärt das auch, dass Adelaide (die ja nun jahrzehntelang im Untergrund lebte) als einzige von den Klonen sprechen kann. Bis zu diesem Urlaub mit ihrer Familie konnte sich Red an die Begebenheiten von damals nur bruchstückhaft erinnern. Am Ende weiß sie jedoch wieder, wer sie ist. Ihr Sohn vermutet am Ende wohl auch, dass seine Mama eigentlich Red ist. 

SPOILER – Ende 

 

A- (Wertung von A bis F) Ein paar Tage nach der ersten Sichtung habe ich mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Jetzt konnte ich auf viel mehr Kleinigkeiten achten und das, was ich für mich mit der ersten Sichtung bereits herausgefunden hatte, vertiefen. „Us“ ist ein Film, der besser wird, um so öfter man ihn sieht. Erwähnen möchte ich noch, dass Elisabeth Moss – wieder mal – eine herausragende Performance gibt.

„Us“ hat ein sehr erfolgreiches Eröffnungswochenende an der amerikanischen Kinokasse hingelegt, dadurch ist der Film jetzt auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Lupita Nyong´o), Beste Nebendarstellerin (Elisabeth Moss), Bestes Originaldrehbuch 

„Us“ wurde erstmalig bei dem South by Southwest Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 22.03.19 in 3,741 amerikanischen Kinos landesweit gestartet. In Deutschland ist „Us“ unter dem Filmtitel „Wir“ bereits seit dem 21.03.19 im Kino zu sehen. Ich habe den Film zunächst im Delphi Lux in Berlin in der OV gesehen und dann in Hongkong in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

(Berlin) 

Trailer v. Film: „Border„

Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt wurde der synchronisierte Trailer)

Kommentar: sehr sehenswerter schwedischer Fantasie-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Zwei Familien auf Weltreise„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: deutsche Reise-Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht im Fernsehen


Trailer v. Film: „Das schönste Paar„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: deutsches Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


(Hongkong)

Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö

Kinoplakat von „Us“ in Hongkong

San Francisco – Film: „Apollo 11“

Ich war am 14.03.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Apollo 11“   93 min  documentary

dir. Todd Douglas Miller  cast: Neil Armstrong, Buzz Aldrin, Michael Collins, Walter Cronkite 

 

Am 16.07.1969 begeben sich die drei Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin „Buzz“ Aldrin an Bord des Raumschiffs „Columbia“. Ein paar Tage später, am 21.7.19 (UTC), betrat der Kommandant der Apollo-11-Mission, Neil Armstrong, als erster Mensch die Mondoberfläche. Nach acht Tagen hatten die drei Astronauten ihre Mission erfolgreich beendet und landeten mit ihrer Landekapsel im pazifischen Ozean. 

 

B (Wertung von A bis F) Wie der Filmtitel bereits vermuten lässt, thematisiert diese Dokumentation die gleichnamige Raumfahrtmission. Es war der erste bemannte Flug mit einer Mondlandung. Der Film schildert diese legendäre Durchführung dieser Apollo 11-Mission. Es ist der neue Film des Dokumentarfilmers Todd Douglas Miller („Gahanna Bill“, „Dinosaur 13“). 

Dies war einer dieser Kinobesuche, die ich durchaus als Event bezeichnen würde. Dieser Film ist eine wunderbare Ergänzung zu Damien Chazelles Spielfilm First Man aus dem letzten Jahr. 

Es gibt keine – wie sonst bei Dokumentationen üblich – Ausführungen von Zeitgenossen und auch keinen Erzähler, der durch die historischen Ereignisse führt. Einzig bislang unveröffentlichtes, restauriertes Archivmaterial von Foto-, Audio- und Filmaufnahmen begleitet von der damaligen Live-Berichterstattung des Nachrichtensprecher Walter Cronkite lassen einen an diesem ersten bemannten Flug zum Mond, der Landung und der Rückkehr teilhaben. 

Wenn man zu Beginn Hunderttausende von US-Amerikanern auf den Straßen sieht, die voller Begeisterung verfolgen, wie die drei Astronauten zum Kennedy Space Center gefahren werden und miterleben, wie die Trägerrakete schließlich startet, wird man zwangsläufig emotional mitgerissen. Die ganzen Bilder geben einem das Gefühl, diesem Jahrhundertereignis irgendwie selbst beizuwohnen. Als die Sekunden dann runtergezählt wurden (und später bei der Landung und Rettung) bekam ich Gänsehaut und sogar feuchte Augen. Die Aufnahmen sind unfassbar klar und tatsächlich atemberaubend. Mit dieser Doku bekommt man viele technische und wissenschaftliche Daten an die Hand und dennoch kann ich mir nicht erklären, wie diese Flugmission zum Mond und zurück glücken konnte. Dafür reicht mein technisches Verständnis einfach nicht aus. Beeindruckend ist der Film trotzdem.

„Apollo 11“ ist für eine Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm im Gespräch. 

„Apollo 11“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Dort hat der Regisseur den Special Jury Award for Editing erhalten. Der Film ist am 1.3.19 in 120 amerikanischen Kinos gestartet. Für eine Woche lief der Film in vielen IMAX-Kinos, bis „Captain Marvel“ dann nahezu alle IMAX-Kinos blockierte. Ich habe den Film entsprechend leider nicht in der, mir empfohlenen IMAX-Fassung gesehen. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Penguins“

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Disneynature´s Tierdoku über Pinguine und insbesondere Pinguin Steve

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Nancy Drew and the Hidden Staircase“

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Teenagerfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Mia and the White Lion“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Familiendrama mit Mélanie Laurent 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Amazing Grace“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Doku über Aretha Franklin

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Biggest Little Farm“

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Greta“

Ich war am 12.03.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Greta“ (dt. Kinostart: 16.05.19)   98 min    thriller

dir. Neil Jordan  cast: Isabelle Huppert, Chloe Grace Moretz, Maika Monroe, Chris Rea, Colm Feore, Zawe Ashton

 

Frances (Chloe Grace Moretz) ist kürzlich zu ihrer Freundin Erica (Maika Monroe) nach Manhattan gezogen. Sie versucht immer noch, den Tod ihrer Mutter vor einem Jahr zu verarbeiten. Eines Tages findet sie eine Handtasche in der U-Bahn, nimmt sie an sich, um sie der rechtmäßigen Eigentümerin zurückzugeben. Die ältere  Dame, Greta (Isabelle Huppert), ist sehr dankbar. Die beiden unterschiedlichen Frauen finden schnell einen Draht zueinander und verbringen fortan etwas Zeit miteinander. Dann findet Frances etwas über Greta heraus und versucht sich daraufhin, von ihr zu distanzieren…

 

D- (Wertung von A bis F) „Greta“ ist der neue Film des irischen Roman- und Drehbuchautors, Filmemachers und Oscar-Preisträgers Neil Jordan („Interview with the Vampire“, „Michael Collins“, „The Brave One“, Byzantium). 

Neil Jordan wird bei mir immer ein Stein im Brett haben, allein schon dafür, dass er mir im Jahr 1992 dieses besondere Kinoerlebnis mit seinem Film „The Crying Game“ bescherte. Bis heute ist dieses Werk für mich einer der Filme mit den besten Wendungen überhaupt (die sehr wahrscheinlich nicht funktioniert, wenn man vorher darüber gelesen hat und auch nicht in der Wucht, wenn man sich den Film ein zweites Mal anschaut). Seither kann man seine Filmografie objektiv als „durchwachsen“ bezeichnen. Ich dachte immer, mit „In Dreams“ hätte er den Tiefpunkt seiner Karriere erreicht bis ich jetzt den vergleichbar schlechten „Greta“ sah. 

Was hat sich dieser Filmemacher nur bei diesem Film gedacht? „Greta“ ist einer dieser Stalker-Thriller, die man so oder so ähnlich schon zig Mal – und meistens wesentlich besser – gesehen hat. Der Film zieht sich wie Kaugummi (auch in Anlehnung an eine Aussage im Film), ist irgendwann anstrengend, auch ohne den Trailer gesehen zu haben, bis in Einzelheiten vorhersehbar und – mit Ausnahme von einer Szene – völlig spannungsfrei. Und da habe ich nicht mal angefangen, mich über die zahlreichen Ungereimtheiten auszulassen. Als Einleitung der Geschichte findet Frances eine Handtasche in der New Yorker U-Bahn. Auch wenn sie neu in der Stadt ist, in dem gesamten MTA-Bereich gibt es Hinweisschilder, die einen ständig auf eine mögliche Terrorgefahr aufmerksam machen sollen. Wenn man irgendetwas ungewöhnliches findet oder bemerkt soll man sich umgehend an die Behörden wenden. Wie Frances´Freundin so treffend sagt, wenn Du in der New Yorker U-Bahn eine Tasche findest, nimmst Du sie nicht an Dich, Du rufst sofort das Bomben-Einsatzkommando. 

Ich hätte gerne etwas Positives hervorgehoben, leider fällt mir jedoch nichts ein.  Nicht mal die Performances sind erwähnenswert. Isabelle Huppert als Greta zu besetzen finde ich nicht sonderlich gelungen. Dieses zarte Persönchen hat nichts Angsteinflössendes, kann viel zu schnell überwältigt werden und Schweres kann sie ganz sicher auch nicht tragen. Isabelle Hupperts Darbietung ist okay mit einer Tendenz zur Übertreibung – eigentlich hätte ich eine andere Schauspielerin lieber als Greta gesehen. Auch Maika Monroe wäre für die Hauptrolle die interessantere Wahl gewesen. 

Ach und bitte keine Fortsetzung zu dem Film. 

In meiner Reihe im Kino saß ein Mann, der unentwegt aus sein Handy starrte. Mit unentwegt meine ich, dass er tatsächlich nicht einmal auf die Leinwand schaute. Irgendwann mitten im Film ist er dann aufgestanden und gegangen. Er kam aber dann nach ca. 10 Minuten zurück, setzte sich wieder auf seinen Platz und starrte wieder pausenlos auf sein Handy. Am Ende des Films guckte er kurz auf die Leinwand, lachte laut auf und verließ das Kino. Ich weiß nicht, ob er den Film bereits kannte oder warum er überhaupt ins Kino ging, vielleicht war es aber auch nur seine etwas abenteuerliche Strategie, sich nicht über einen Film ärgern zu müssen. 

„Greta“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 1.3.19 in 2,411 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist ein Kinostart für den 16.05.19 geplant. 

Der Trailer lässt keine Fragen offen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Intruder„

Bewertung des Trailers: F (auch dieser Trailer verrät scheinbar den gesamten Film) 

Kommentar: Thriller mit Dennis Quaid 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Pet Sematary„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King. Dieser Film kann nur besser sein als der Film aus dem Jahr 1989. In der Neuverfilmung spielen Jason Clarke und John Lithgow mit.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Us„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Ich liebe diesen Trailer. Neuer (Horror-) Film von Jordan Peele

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Hellboy„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar: Wer bitte braucht denn einen Hellboy-Film, der nicht von Guillermo del Toro inszeniert wurde und in dem nicht mal Ron Perlman die Hauptrolle spielt? Der Film sieht jedenfalls völlig uncool aus. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Tolkien„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Biopic über J. R. R. Tolkien mit Nicolas Hoult und Lily Collins 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im Moment sehe ich keinen Grund, den Film gucken zu wollen. 


Trailer v. Film: „The Curse of La Llorona„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mustang„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Pferdefilme sind zwar nicht meins, aber wenn Matthias Schoenaerts mitspielt… 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Captive State„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit John Goodman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Avengers: Endgame„

Bewertung des Trailers: B+ (sehr unaufgeregter guter Trailer) 

Kommentar: Marvel-Zeugs 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 

Chicago – Film: „Arctic“

Ich war am 16.02.19 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Arctic“  98 min  drama, thriller 

dir. Joe Penna  cast: Mads Mikkelsen, Maria Thelma Smaradottir 

 

Ein Mann (Mads Mikkelsen) ist nach einem Flugzeugabsturz in der Arktis gestrandet. In der Eiswüste findet er Unterschlupf im Flugzeugwrack und kämpft tagtäglich ums Überleben… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Arctic“ ist das Spielfilmdebüt des brasilianischen Filmemachers Joe Penna. Joe Penna wurde durch seinen YouTube-Kanal MysteryGuitarMan bekannt. 

„Arctic“ ist ein durchweg spannender Film, der den Überlebenskampf eines Mannes zeigt. Er ist nach einem Flugzeugabsturz in der Arktis gestrandet, hat Zuflucht in dem Flugzeugwrack gefunden und bereits eine gewisse Routine in seinen Alltag gebracht. Wie lange er dort ist, weiß man nicht, auch erfährt man sonst nicht viel über den Mann. Es gibt keine Erklärungen, keine Rückblenden, keine inneren Monologe und auch kaum Dialoge, das ist auch nicht notwendig, man kann sich als Zuschauer in seine Lage versetzen, fühlt, bangt und friert mit diesem Mann. Es gibt Momente der Hoffnung und der Hoffnungslosigkeit, Momente von akuter Gefahr, die ich alle irgendwo mit dem sympathischen Protagonisten miterlebt habe. Irgendwann – ich möchte nicht näher eingehen, warum – ist der Mann nicht mehr allein und kümmert sich um eine schwerverletzte Überlebende. Die Frau kommt immer mal wieder für ganz kurze Zeit zu Bewusstsein und Englisch spricht sie scheinbar auch nicht. Durch diese Begegnung sehen wir den Mann aber von seiner menschlichen Seite, er verhält sich wie man sich wohl selbst in dieser Extremsituation verhalten würde. Überhaupt ist „Arctic“ kein Film (wie beispielsweise J.C. Chandors All is Lost )bei dem man sich über den Protagonisten ärgert, weil er dumme oder nicht nachvollziehbare Entscheidungen trifft. In einer gewissen Situation habe ich überlegt, was ich selbst tun würde. 

Mads Mikkelsen gibt hier eine fantastische Performance, wahrscheinlich seine beste bis heute. 

Ich habe ein Faible für diese Art von Filmen. Filme, bei dem der Filmemacher durch seine smarte und zurückgenommene Inszenierung zeigt, dass er den erwachsenen Zuschauer ernst nimmt. 

In diesem jungen Filmjahr ist das der erste Film, der sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 bewirbt. 

„Arctic“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 1.2.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 268 Kinos in den U.S.A.  Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ruben Brandt, Collector„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animation

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Warum? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% Rotten Tomatoes und wenn er für einen Oscar als Bester Film im Gespräch ist. 


Trailer v. Film: „Teen Spirit„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Musical mit Elle Fanning und Rebecca Hall

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

TV – Serie: „True Detective, 3. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„True Detective, 3. Staffel“ (in D. auf VOD erhältlich)  8 x approx  60 min  drama 

dir. Jeremy Saulnier, Daniel Sackheim, Nic Pizzolatto  cast: Mahershala Ali, Carmen Ejogo, Stephen Dorff, Scoot McNairy, Ray Fisher, Mamie Gummer, Michael Greyeyes, Michael Graziadei, Steven Williams, Sarah Gadon

 

Im Jahr 2015 in Arkansas. Wayne Hays (Mahershala Ali) ist im Ruhestand. Im Jahr 1980 hat er als Detective bei der Polizei in Arkansas gearbeitet. Ihn beschäftigt immer noch ein Verbrechen aus diesem Jahr. Damals wurde die Leiche eines 12-jährigen Jungen entdeckt und seine 10-jährige Schwester als vermisst gemeldet. Er hatte seinerzeit mit seinem Partner Roland West (Stephen Dorff) in dem Fall ermittelt. Jetzt 35 Jahre später ist er von zunehmender Demenz geplagt und wird nochmal mit dem Fall konfrontiert. Für ein True Crime-Projekt wird er befragt und versucht sich die Tage und Wochen nach dem Verbrechen ins Gedächtnis zu rufen. Auch die Entwicklungen zehn Jahre später, als dieser Fall neu aufgerollt wird, kommen dabei wieder ans Tageslicht. Seine mittlerweile verstorbene Ehefrau (Carmen Ejogo) hatte seinerzeit ein Buch über den ungelösten Fall und über die Auswirkungen auf ihr Familienleben geschrieben. Er hatte es nie gelesen… 

 

B- (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der „True Detective“-Reihe ist der amerikanische Roman- und Drehbuchautor Nic Pizzolatto. Jede der drei Staffeln erzählt eine abgeschlossene Geschichte. Während bei der kompletten ersten Staffel der amerikanische Filmemacher Cary Fukunaga (Jane Eyre, Beasts of No Nation) Regie führte sollte ursprünglich bei der dritten Staffel auch nur ein Filmemacher die künstlerische Leitung übernehmen. Die Inszenierung aller acht Episoden des amerikanischen Filmemacher Jeremy Saulnier (Blue Ruin, Green Room) hätte ich nur allzu gern gesehen. Später hiess es, er teilt sich die Regiearbeit mit Serienschöpfer Nic Pizzolatto. Fakt ist, Jeremy Saulnier ist, nachdem er die ersten zwei Episoden abgedreht hatte, etwas überraschend als Regisseur ausgestiegen. Der TV- und Film-Regisseur Daniel Sackheim (TV-Serie Ozark, „The Glass House“) hat dann bei vier Episoden die Regie übernommen und Nic Pizzolatto gab mit Episode 4 und 5 sein Regiedebüt.

Die zweite Staffel, die Pizzolatto nach dem Erfolg der ersten schnell aus dem Hut gezaubert hat, hatte mich nie wirklich interessiert. Entsprechend ist es bei mir jetzt fünf Jahre her, dass ich True Detective gesehen habe. Als ich jetzt die dritte Staffel begann, fühlte ich mich schnell wieder an die erste erinnert. Ein Detective wird vorgeladen und zu einem Verbrechen befragt, an dem er vor Jahren ermittelte. Während die erste Staffel in Louisiana spielte, ist die Handlung der dritten Staffel in den auch recht pittoresken Ozarks, im Nordwesten des Bundesstaates Arkansas, angesiedelt. Der Serienschöpfer, Produzent, Autor und Neu-Regisseur Nic Pizzolatto hat selbst ein paar Jahre in Fayetteville im Bundesstaat Arkansas gelebt.

Die dritte Staffel springt – wie bereits die solide Ursprungsstaffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson – zwischen mehreren Zeitebenen. Hier ist es das Jahr 1980, 1990 und 2015. Als Werkzeug, um in die dritte Zeitebene zu gelangen, wird hier recht smart (nicht wie bei Halloween) ein True Crime-Format eingesetzt. 

Vordergründig ist „True Detective“ wohl als Charakterstudie anzusehen. Hier wird man als Zuschauer über einen Zeitraum von 35 Jahren zum Wegbegleiter von Wayne Hays (und zu einem geringeren Anteil auch von seinem Partner Roland West). Ich mag die Charakterentwicklung. Dadurch wird auch eine gewisse Spannung aufgebaut, wenn man als Zuschauer überlegt, wie es zu der Veränderung der Lebenssituation und auch der Partnerschaft der beiden Polizisten (gespielt von Mahershala Ali und Stephen Dorff) gekommen ist. Das eigentliche Verbrechen ist dabei der rote Faden. Die Aufklärung des Verbrechens ist recht unspektakulär, beinahe banal. Jede Zeitebene hat seine eigene Farbgebung und ein bestechend realistisches, detailgetreues Set- und Kostümdesign.

Ich mag die dritte Staffel hauptsächlich aufgrund ihrer Machart und der Performance von Mahershala Ali.  Er strahlt eine Ruhe und Selbstsicherheit aus, ist unglaublich wandelbar und kann überzeugend Typen auf beiden Seiten des Gesetzes spielen. Hier spielt er einen Mann im Alter von 34, 44 und knapp 70 Jahren. Mir kam es bei diesem Projekt vor, als würde ich eine Art Boyhood, sehen, bei dem tatsächlich erst mit einem Abstand von 10 bzw. 25 Jahren die Dreharbeiten fortgesetzt wurden. Nie wirkt es, als wäre Mahershala Alis Charakter Wayne Hays  auf „älter“ oder „alt“ geschminkt. Selbst seine Stimme und Sprache, die Körperhaltung, sein Gang verändern sich – wie im normalen Leben – über so einen längeren Zeitraum – eine sehr facettenreiche Performance. Das trifft auch zum großen Teil auf Stephen Dorff und seinen Charakter Roland West zu. Mahershala Ali musste den Serienschöpfer Nic Pizzolatto erst überreden, dass er in der dritten Staffel die Hauptrolle übernimmt. Ein rassistischer Aspekt sollte nicht dominierend sein. Ist es auch glücklicherweise nicht, der Rassismus wird mehr subtil thematisiert. 

Meine Lieblingsepisoden: 1. und 2.  („The Great War and Modern Memory“, „Kiss Tomorrow Goodbye“)

Meine Lieblingsszenen: Das erste Zusammentreffen zwischen Wayne Hays und Roland West nach über zwanzig Jahren (Episode 5 „If You Have Ghosts“) aber auch viele anderen Szenen zwischen den beiden älteren Herren im Jahr 2015 haben mich berührt. 

„True Detective“ ist sicherlich keine Serie für Freunde der temporeichen Erzählung. Auch die dritte Staffel schreitet mit einem ähnlich langsamen Tempo voran wie die erste. In meinen Augen bedarf es keiner acht Folgen, die Geschichte hätte man auch in fünf oder sechs Folgen erzählen können. Das Staffelfinale („Now Am Found“) hingegen ist strukturell etwas missraten (so gibt es eine Auflösung, die besser an das Ende der vorletzten Episode gehört hätte) außerdem ist die letzte Folge im Ganzen etwas verwirrend. Später habe ich gelesen, dass der Serienschöpfer und Autor Nic Pizzolatto rund zwei Stunden für die finale Episode einplante, die aber auf knapp 80 Minuten gekürzt werden musste. Die Beantwortung einer bestimmten Frage, die sich mir stellte, ist vielleicht dem Schnitt zum Opfer gefallen. Die beiden finalen Szenen der dritten Staffel lassen Raum für Interpretationen. 

 

SPOILER

Die Szenen mit Wayne und seiner Tochter Becca fand ich seltsam. Vater und Tochter haben sich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen, es wird aber nie genau erklärt, warum. Dann fährt Wayne zu der Adresse, vergisst aber, was er da eigentlich wollte, ruft seinen Sohn an und lässt sich von ihm abholen. Dann steht ihm aber plötzlich auch seine Tochter gegenüber und fährt ihren Vater nach Hause. Später besucht Roland seinen Freund Wayne. Wayne sitzt mit seiner Tochter und seiner Schwiegertochter auf der Veranda. Waynes Sohn stellt seine Frau vor. Waynes Tochter wird von niemanden beachtet, auch nicht von Roland begrüßt. Entspringen die Szene mit Wayne und seiner Tochter Waynes Fantasie, seinem Wunsch seine komplette Familie samt Freund Roland um sich zu haben? Ich fand es etwas irritierend. 

Die Serie endet dann zunächst mit einer Rückblende. Wayne sitzt in einer Bar und macht Amelia eine Art Heiratsantrag, später verlassen sie die Bar gemeinsam. Als sie aus der Bar schreiten, erscheint helles Licht. Da könnte man „den Himmel“ bzw. ein gemeinsames „Leben nach dem Tod“ reininterpretieren, aber nicht zwingend. Zum Abschluss sieht man Wayne dann in Dschungel in Vietnam. In der allerletzten Szene wendet sich Wayne zurück, blickt fast in die Kamera. Das Ende kann man verschieden interpretieren, so richtig konnte ich mir da erst keinen Reim darauf machen. Definitiv bezweifle ich, dass Wayne schon länger tot ist. Ich deute dieses abstrakte Ende eher so, dass Wayne nun bereit ist loszulassen, von seinen Vietnamerfahrungen, diesem Fall, der ihn über 35 Jahre beschäftigte und nun auch von seiner längst verstorbenen Frau Amelia (auch wenn ich die Beziehung nie so richtig nachvollziehen konnte und ich immer noch nicht weiß, wann und woran sie eigentlich gestorben ist). Dazu passt auch der Song, der das Finale untermalt: „St. James Infirmary Blues“. Das Thema Erinnerung bestimmte die gesamte dritte Staffel, auch dafür wäre es ein solider Abschluss. 

SPOILER ENDE

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Wayne „Purple“ Hays ist ein Vietnam-Kriegsveteran und im Jahr 1980 ein 34-jähriger Detective bei der Arkansas State Police. Er ermittelt, zusammen mit seinem Partner, Detective Roland West (gespielt von Stephen Dorff) in dem Mord- und Vermisstenfall der 12- und 10 Jährigen Kinder. Der Fall konnte seinerzeit nicht geklärt werden und wird zehn Jahr später neu aufgerollt. Weitere 25 Jahre später ist Wayne Hays 70 Jahre alt, längst pensioniert und wird von den Produzenten eines True Crime Formats erneut an den Fall erinnert. Er ist aber mittlerweile an Demenz erkrankt und hat starke Erinnerungslücken. Wayne Hays wird von dem afroamerikanischen Schauspieler Mahershala Ali in drei Lebensphasen gespielt. Ich habe mal überlegt, wann mir der Schauspieler erstmalig aufgefallen ist. Dunkel kann ich mich an eine kleinere Rolle in der ersten Staffel von House of Cards erinnern, das war 2013. Ebenfalls dunkel erinnern kann ich mich, dass er in den letzten beiden Parts von „The Hunger Games“, Mockingjay Part 1 und Part 2 mitgespielt hat. Richtig schauspielerisch aufgefallen ist er mir, bzw. erstmalig namentlich erwähnt habe ich ihn in meinem Beitrag aus dem Jahr 2016 für den Film Free State of Jones, dann natürlich in Hidden Figures und Moonlight (wofür er mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wurde). In der Nacht, in der die letzte Episode der dritten Staffel von „True Detective“ erstmalig auf HBO ausgestrahlt wurde, hat Mahershala Ali seinen zweiten Oscar für Green Book gewonnen. (Übrigens war Matthew McConaughey den US-Amerikanern vor seinem Oscar-Gewinn (für Dallas Buyers Club) im Jahr 2014 ähnlich präsent wie jetzt Mahershala Ali im Jahr 2019 vor seinem 2. Oscar-Gewinn. Von Januar bis März 2014 lief nämlich die erste Staffel von „True Detective“ auf HBO). Beide Schauspieler haben den Oscar also – mehr oder weniger – auch für „True Detective“ gewonnen. Mahershala Ali hat vor und seit seiner Kinokarriere auch in einigen TV-Serien mitgespielt (u.a. „Crossing Jordan“, „The 4400“, „Treme“, wie gesagt, „House of Cards“ und „Marvel´s Luke Cage“. Für seine Performance in „House of Cards“ wurde er für einen Emmy nominiert.

Roland West ist Detective bei der Arkansas State Police und Partner von, wie er ihn nennt „Purple“ (gespielt von Mahershala Ali). Roland hat einen Draht zu dem Vater des ermordeten Jungen und des vermissten Mädchens Tom (gespielt von Scott McNairy). Roland West wird von dem amerikanischen Schauspieler Stephen Dorff gespielt. Stephen Dorffs junger Roland West hat mich hier mehrmals an den jungen Dennis Quaid erinnert. Leider hat mich sein Haarteil manchmal etwas abgelenkt. Stephen Dorff hat in einigen Fernsehserien (u.a. Roseanne) mitgewirkt und auch in einigen Kinofilmen (u.a. „Blade“, Public Enemies, Somewhere, The Iceman) mitgespielt. 

Amelia ist Lehrerin, beginnt irgendwann Bücher zu schreiben und ist die spätere Ehefrau von Wayne Hays (gespielt von Mahershala Ali). Gespielt wird Amelia von der dunkelhäutigen britischen Schauspielerin Carmen Ejogo. Sie hat in einigen amerikanischen Kinofilmen (u.a. „The Brave One“, „Pride and Glory“, „The Purge: Anarchy“, Selma, Born to Be Blue, Roman J. Israel, Esq. mitgespielt. Auch hat sie in einigen Serien mitgewirkt, u.a. „Kidnapped“,  „Chaos“. 

Lucy Purcell ist die Mutter des ermordeten 12-jährigen Will und der vermissten 10-jährigen Julie. Sie ist Alkoholikerin und mit Tom (gespielt von Scoot McNairy) verheiratet. Gespielt wird Lucy Purcell von der amerikanischen Schauspielerin Mamie Gummer. Als Kind spielte sie bereits neben ihrer Mutter Meryl Streep in „Heartburn“, ihr Schauspieldebüt als Erwachsene gab sie jedoch in dem Film The Hoax, namentlich genannt habe ich sie erstmalig im Jahr 2007 in meinem Beitrag zu dem Film Evening. Sie hat auch in einigen anderen Kino- und TV-Projekten mitgespielt (u.a. „Stop-Loss“, Taking Woodstock, Side Effects, „Ricky and the Flash“, TV-Serie „The Good Wife“). Auch spielt sie erfolgreich Theater. 

Tom Purcell ist der Vater des ermordeten 12-jährigen Will und der vermissten 10-jährigen Julie. Tom ist mit Lucy (gespielt von Mamie Gummer) verheiratet. Gespielt wird Tom Purcell von dem amerikanischen Schauspieler Scoot McNairy. Mit Scott McNairy habe ich offensichtlich ein Problem. Ich habe ihn schon in zig Kinofilmen (Argo, 12 Years a Slave, Non-Stop, The Rover, Frank, War Machine), gesehen, finde ihn auch meist gut oder wenigstens nicht auffällig schlecht. Ich kann mir aber einfach sein Gesicht nicht merken bin sozusagen gesichtsblind was ihn angeht. Wahrscheinlich würde ich ihn nie in einem Film selbst erkennen, ich kann mir gar nicht erklären, warum das so ist.  Ein Allerweltsgesicht hat er nun auch nicht. Seltsam. 

Auch diese Staffel ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch (u.a. Beste Limited Series, Bester Schauspieler einer Mini-Serie, Mahershala Ali) 

Die dritte Staffel von „True Detective“ wurde vom 13.1.19 – 24.2.19 erstmalig auf HBO gezeigt. In Deutschland ist die dritte Staffel über VOD (iTunes, etc.) erhältlich. 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „The Souvenir“

Ich war am 12.02.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Souvenir“  114 min  drama 

dir. Joanna Hogg  cast: Honor Swinton-Byrne, Tom Burke, Tilda Swinton, Richard Ayoade, Jack McMullen

 

Anfang der 1980er Jahren in England. Die Filmstudentin Julie (Honor Swinton-Byrne) arbeitet an ihrem ersten Filmprojekt. Auf einer Party lernt sie den, um einiges älteren Anthony (Tom Burke) kennen. Sie fühlt sich von ihm angezogen und auch inspiriert. Anthony verheimlicht Julie jedoch etwas…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Souvenir“ ist der vierte Film der britischen Autorin und Filmemacherin Joanna Hogg („Unrelated“, „Archipelago“, „Exhibition“). Der Film ist semiautobiografisch, die Filmstudentin Julie ist eine Art fiktive Version der Filmemacherin in jungen Jahren. „The Souvenir“ ist als zweiteiliger Spielfilm geplant. Die Dreharbeiten zu der Fortsetzung sollen noch im Sommer 2019 beginnen. 

Wenn keine solide Story im Vordergrund des Films steht, findet man oftmals durch den Protagonisten einen Zugang zu dem Gezeigten. Die Protagonistin Julie taugt aber weder als Identifikationsfigur noch ist sie, in meinen Augen, sonderlich interessant oder sympathisch. Da mich aber weder die Handlung noch die Charaktere zu fesseln wussten, hätten es noch die Idee des Films, die Inszenierung oder vielleicht herausragende Schauspieler schaffen können. Gegen die Idee, im Groben: ein Film über das Filmemachen verbunden mit einer Liebesgeschichte, ist nichts einzuwenden. Die Inszenierung wirkt aber sehr improvisiert und experimentell und auch wenn der Humor hin und wieder etwas durchscheint, ist das Ganze doch eine recht öde Veranstaltung. Es hätte vielleicht geholfen, wenn die Hauptdarstellerin Honor Swinton Byrne optisch eine gewisse Ähnlichkeit oder wenigstens eine ähnliche Präsenz wie ihre tolle Mutter Tilda Swinton hat. Hat sie aber nicht leider nicht und entsprechend ist jeder noch so  kurze Auftritt der ausdrucksstarken Mama herzlich willkommen. Den Rest des Films hatte ich bereits kurz nach dem Berlinale-Besuch wieder vergessen.

„The Souvenir“ ist der erste Part eines zweiteiligen Projekts. Während an ein paar vereinzelten Stellen in diesem Film gelacht wurde, konnte ich die größten Lacher vernehmen,  als nach dem extrem zähen Film und dem langen Abspann ganz am Ende angekündigt wurde, dass es in Kürze einen zweiten Teil gibt. 

Nach einem kurzen Auftritt in Luca Guadagninos Film „I Am Love“ ist dies das offizielle Spielfilmdebüt von Honor Swinton-Byrne. 

„The Souvenir“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Dort hat die Filmemacherin den World Cinema Dramatic Grand Jury Prize gewonnen. Der Film lief in der Internationalen Premiere auf der Berlinale, Sektion Panorama. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung. Die Filmemacherin, die Hauptdarstellerin Honor Swinton-Byrne, die Schauspieler Tom Burke, Jaygann Ayeh und auch Tilda Swinton und einige der Produzenten und andere Crew-Mitglieder waren anwesend. Der New Yorker Filmverleih A24 bringt diesen Film voraussichtlich am 17.05.19 in den U.S.A. ins Kino. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Nach der Berlinale-Vorführung v. „The Souvenir“ die Filmemacherin Joanna Hogg (v. r.), die Schauspieler Honor Swinton Byrne, Tilda Swinton, Tom Burke und Jaygann Ayeh.

Berlin (ale) – Film: „Skin“

Ich war am 11.02.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Skin“   117 min  drama, biopic

dir. Guy Nattiv  cast: Jamie Bell, Danielle Macdonald, Vera Farmiga, Bill Camp, Mike Colter, Zoe Colletti, Colbi Gannett, Kylie Rogers, Louisa Krause, David Henshall

 

Bryon Widner (Jamie Bell) gehört seit vielen Jahren der US-amerikanischen Neonazi-Szene an. Einst wurde er von dem Anführer Fred (Bill Camp) und seiner Frau Shareen (Vera Farmiga) von der Straße geholt und in die „Familie“ aufgenommen. Um die Treue zu der Gruppe zu beweisen, liess er sich über die Jahre am ganzen Körper und im Gesicht tätowieren. Nachdem er die dreifache Mutter Julie (Danielle MacDonald) kennenlernt, beschließt er irgendwann aus dieser Szene aussteigen. Er zieht mit seiner neuen Familie sogar an einen anderen Ort. Doch so einfach ist das nicht, dem rechtsextremen Milieu zu entkommen…

 

B (Wertung von A bis F) „Skin“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Es ist ein biografischer Film über den berühmten amerikanischen Neonazi-Aussteiger Bryon Widner, der sich in vielen schmerzhaften Behandlungen, seine Tätowierungen im Gesicht und am gesamten Körper entfernen liess. Es ist der neue Film des israelischen Filmemachers Guy Nattiv („Strangers“). Dies ist sein erster englischsprachiger Spielfilm. Guy Nattivs gleichnamiger Kurzfilm, der vor einer Woche, bei den 91st Academy Awards, den Oscar als bester Kurzfilm gewonnen hat, liegt diesem Film nicht zugrunde. Beide Filme sind in einem ähnlichen Umfeld angesiedelt, es gibt sogar eine bestimme Szene, die sowohl in dem Kurz- als auch dem Spielfilm zu sehen ist, die australische Schauspielerin Danielle Macdonald spielt in beiden Projekten mit, aber ansonsten erzählen beide Werke eine unterschiedliche Geschichte.  

Vor zwanzig Jahren war ich auf der Europapremiere des Films „American History X“. Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion moderiert von Ulrich Wickert mit u.a. Michel Friedman, der – wie üblich – ungefähr 90% Redezeit für sich beanspruchte, ach ja und der Hauptdarsteller Edward Norton war auch da. Warum ich das erzähle? Weil mich dieser Film und Edward Nortons Performance (für die er seine 2. Oscar-Nominierung damals erhalten hat) damals umgehauen haben und Filme, die in der US-amerikanischen Neonazi-Szene spielen sich von mir wohl auf ewig damit vergleichen lassen müssen.

„Skin“ war für mich keine so intensive Filmerfahrung wie Tony Kayes Film, auch kommt Jamie Bells Performance nicht an die von Edward Norton heran. Dennoch hat der Film und einige der Performances bei mir einen starken Eindruck hinterlassen. 

Zunächst waren es die beiden hervorragenden Schauspieler Bill Camp und Vera Farmiga in, für beide äußerst ungewöhnlichen Rollen als furchteinflössender Anführer dieser Neonazis-Gruppierung, die mich in die Geschichte zogen. Der Filmemacher arbeitet hier dann aber viel mit Nahaufnahmen, was eine intime Atmosphäre bzw. Nähe zu den Protagonisten Bryon und Julie (gespielt von Jamie Bell und Danielle MacDonald) schafft. Bryons Tätowierungen, insbesondere die im Gesicht haben mich leider immer etwas rausgebracht (auch weil ich mich immer fragen musste, wie man eigentlich so blöd sein kann). Bryons späterer Gesinnungswandel wird für mich hier nicht wirklich glaubwürdig herübergebracht. Das ging mir etwas zu schnell. Bryon ist schon ewig in dieser Szene, trägt seinen Hass für alle sichtbar auf der Haut und nur weil er sich verknallt, will er aussteigen?  Aber gut, irgendwann distanziert er sich und steigt schließlich aus der rechtsextremistischen Szene aus, lebt dann mit Julie und ihren Kindern zusammen findet aber aus plausiblen Gründen (Gesichtstätowierungen) keinen normalen Job und seine ehemalige Szene macht es dem Aussteiger natürlich auch schwer. Parallel zum Geschehen werden immer wieder einzelne, der insgesamt 612 schmerzhaften Laser-Behandlungen gezeigt, mit denen sich Bryon die Tätowierungen im Gesicht und am Körper entfernen liess.

Alles in allem ist „Skin“ ein krasses und auch spannendes Charakter- und Familiendrama. 

Jamie Bell, der seinen Durchbruch als „Billy Elliot“ hatte, habe ich erstmalig wieder im letzten Jahr in dem „Film Stars Don´t Die in Liverpool“ richtig wahrgenommen. Ich war überrascht, dass aus ihm ein toller Mann und ernstzunehmender Schauspieler geworden ist. 

„Skin“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Auf der Berlinale 2019 lief der Film in der europäischen Premiere und in der Sektion Panorama. Ich habe den Film  auf diesem Filmfestival gesehen. Gezeigt wurde der Film in der Originalfassung. Der Filmemacher Guy Nattiv und die beiden Hauptdarsteller Jamie Bell und Danielle MacDonald waren anwesend und zeigten sich auch noch einmal nach dem Film kurz auf der Bühne. Für den amerikanischen Markt wurde der Film von A24 erworben, bislang ist jedoch noch kein Kinostart anvisiert. Für Deutschland ist derzeit auch noch kein Kinostart bekannt. 

Bislang gibt es leider noch keinen Trailer von dem Spielfilm, dafür aber von Guy Nattivs gleichnamigen und Oscar-prämierten Kurzfilm „Skin“:

Europa-Premiere des Films „Skin“. Nach der Vorstellung zeigten sich der Regisseur Guy Nattiv und die Schauspieler Danielle Macdonald und Jamie Bell (v. links) auf der Bühne.

Berlin (ale) – Film: „Light of My Life“

Ich war am 10.02.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Light of My Life“  110 min  drama

dir. Casey Affleck  cast: Anna Pniowksky, Casey Affleck, Tom Bower, Elisabeth Moss, Hrothgar Mathews, Timothy Webber 

 

Ein Vater (Casey Affleck) zeltet mit seiner 11-jährigen Tochter Rag (Anna Pniowksky) mitten im Wald. Die beiden machen jedoch keinen Campingausflug, vor einigen Jahren brach eine Pandemie aus, wodurch die weibliche Population nahezu ausgelöscht wurde. Rag ist scheinbar immun gegen den Virus. Bei Begegnungen mit anderen Männern versucht der Vater, sein Kind zu verstecken oder als Junge auszugeben. Bald müssen sie sich jedoch wieder einen neuen Zufluchtsort suchen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Light of My Life“ ist nach einer Kollektion an Kurzfilmen und der Mockumentary  I´m Still Here die dritte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers und Oscar-Preisträgers Casey Affleck (Manchester by the Sea). Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben und spielt eine der Hauptrollen. 

Zu Beginn hat mich dieser Film an Debra Graniks wunderbares Werk Leave No Trace erinnert. Auch hier leben Vater und Tochter im Wald, fern von jeglicher Zivilisation. Nur in Casey Afflecks Film – so erfährt man bald – ist vor Jahren einen Pandemie ausgebrochen, die einen erheblichen Teil der weiblichen Population ausgelöscht hat. Was es mit dem Virus auf sich hat, wird weitgehend offen gelassen, ist auch nicht relevant, ohne Frauen ist die Gesellschaft aus der Balance geraten. Gerade die Vorstellung, wie wohl eine Gesellschaft ohne Frauen aussieht, fand ich faszinierend. Gerne wäre ich da noch etwas tiefer eingetaucht. Affleck konzentriert sich in seiner Erzählung jedoch hauptsächlich auf die beiden Protagonisten. Seine Inszenierung macht es einem leicht, sich in die  Charaktere und ihrer Situation hineinzuversetzen. So spürt man, sobald Fremde auf der Bildfläche auftauchen, auch die Bedrohung und man wird immer tiefer in ihre Geschichte hineingezogen.  

Was ich jedoch nicht verstanden habe, warum handelt der Vater in der vorgegebenen Situation eigentlich so verantwortungslos und hat seiner Tochter nicht beigebracht, wie sie notfalls ohne ihn zurecht kommen und überleben kann. Wäre das nicht seine Aufgabe? Stattdessen erzählt er seiner 11-Jährigen dass er sie immer beschützen wird. 

„Light of My Life“ ist ein sehr langsam erzähltes, atmosphärisches Überlebensdrama, dass durch seine beiden Protagonisten lebt. Einige spannungsgeladenen Momente, in diesem sonst ruhigen Film, sind mir noch heute sehr präsent. 

„Light of My Life“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2019 gezeigt. Dort lief er in der Sektion Panorama. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung. Der Film hat derzeit weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleih gefunden. 

Bisher gibt es noch keinen Trailer, aber einen kurzen Ausschnitt aus der Anfangsszene :

 

Oscar-Gewinner 2019

So, nachdem ich einige Stunden geschlafen habe, meine Aggressionen beim Sport etwas abbauen konnte, sicherheitshalber aber dann noch mal eine halbe Stunde Yoga rangehängt und mir einen riesigen Strauß Papageien-Tulpen gekauft habe, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass das (Oscar-) Leben irgendwie weitergeht. 

Nach einem Langstreckenflug, und ohne vorher schlafen zu können, habe ich mir auch die diesjährige Oscar-Verleihung wieder in Deutschland angeschaut. Die Red-Carpet-Show mit Steven Gätjen – wie immer zum Fremdschämen. Nachdem er die Oscar-nominierte Dokumentation „RBG“ „RBJ“ ausspricht, musste ich den Ton ausmachen, habe mich lieber auf die Kleider und Stars konzentriert. 

Die Oscar-Verleihung  

Die Show wurde mit einer Musiknummer von Queen und Adam Lambert eröffnet. Der Film „Bohemian Rhapsody“ und insbesondere, dass der bei den Oscars vertreten ist, hat mir mittlerweile sogar etwas die Freude an der Musik von Queen genommen. Im Anschluss an den musikalischen Auftritt haben Maya Rudolph, Tina Fey und Amy Poehler eine Mini-Rede gehalten, aber darauf hingewiesen, dass sie nicht die Gastgeber sind. Es gibt bekanntermassen keinen Gastgeber bei den 91st Academy Awards.

Erste Gewinnerin des Abends: Regina King als Beste Nebendarstellerin, ein tränenreicher Auftritt.

Ein Highlight war etwas später Melissa McCarthys pompöses Kostüm auf dem (ich konnte sie nicht zählen, aber) mindestens 17 Stoffkaninchen genäht waren. Sie hat mit Brian Tyree Henry Bestes Kostümdesign präsentiert. 

Als „Black Panther“ Beste Kostüme gewinnt, war natürlich klar, dass sie auch Bestes Szenenbild gewinnen. Die Gewinnerin liest ihre Dankesrede von ihrem Handy ab! Unglaublich. Bis zu diesem Zeitpunkt waren vier Oscars vergeben, es gab aber keinen Oscar-Gewinner, der wirklich sympathisch war. Dann wird mit dem fünften Oscar aber die Beste Kamera ausgezeichnet und der Oscar ging erwartungsgemäß an Alfonso Cuarón. Goldig, wie er seinem langjährigen Freund und dreimaligen Oscar-Gewinner für die Beste Kamera  „Chivo“ (übrigens einer der bezauberndsten Passagiere, die ich je an Bord hatte) dankt. Kurze Zeit zum Aufatmen. 

Dann trat leider Jennifer Hudson mit ihrer Kreischstimme auf und sang den Oscar-nominierten Song „I´ll Fight“ aus der Dokumentation „RBG“. Musste den Ton ausmachen, sonst hätte ich Kopfschmerzen bekommen. 

Die nächsten beiden Oscars gingen dann an den Besten Tonschnitt und Besten Ton und damit relativ vorhersehbar an „Bohemian Rhapsody“. Meine Laune hat sich erst wieder mit dem nächsten Oscar gebessert. Dieser Oscar ging erstmalig an Mexiko (für den Besten nicht-englischsprachigen Film) und damit wieder an Alfonso Cuarón. 

Ich liebe übrigens die Rolex-Werbung (mit den Filmemachern und Oscar-Gewinnern Martin Scorsese, Alejandro G. Iñárritu, James Cameron und Kathryn Bigelow). In den U.S.A. wurde der Mini-Teaser von „The Irishman“ in der Werbung gezeigt. Hier macht Netflix hoffentlich nicht den Fehler wie bei „Roma“ und sie bringen den Martin Scorseses Film für eine längere Zeit exklusiv im Kino. 

Nach der Werbung geht der Bester Filmschnitt an „Bohemian Rhapsody“. Dritter Oscar für den Film in einer Kategorie, in der er überhaupt nicht nominiert sein dürfte. 

Dann kommt aber der (zweite) Oscar-Gewinn für den wunderbaren Mahershala Ali. Warum hatte er eine Wollmütze auf? 

Im Anschluss daran stellt Laura Dern mit einem kurzen Filmbeitrag das Academy Museum vor. Das soll dieses Jahr noch eröffnet werden und selbstverständlich werde ich es mir auch anschauen. 

Jetzt kommt erneut ein guter Oscar-Gewinn: Bester Animationsfilm geht an „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ (präsentiert von einer sehr eleganten Michelle Yeoh und Pharrell Williams in Camouflage-Look und kurzen Hosen)

Dann die Kurzfilme: Animated Short geht natürlich an Pixars „Bao“, Documentary Short konnte ich leider nicht im Kino sehen, der Oscar geht an „Period. End of Sentence“. Die Gewinnerin konnte auch nicht glauben, dass ein Film über die Menstruation den Oscar gewinnt. 

Der nächste Oscar (Visuelle Effekte) geht verdient an „First Man“. Marvel-Filme haben in dieser oder auch irgendeiner anderen Kategorie noch nie einen Oscar gewonnen. Dieses Jahr hat Marvel mit „Black Panther“ bereits zwei Oscar-Gewinne (am Ende des Abends sogar drei).

Dann ein weiterer musikalischer Auftritt, dieses Mal von Bradley Cooper (dem man seine Aufregung vor diesem Publikum live zu singen, angemerkt hat – hat er aber gut gemacht) und Lady Gaga. 

Die dritte Kurzfilm-Kategorie (Live Action) geht an „Skin“ (und doch nicht „Marguerite“). Super sympathische Gewinner.

Brie Larson hat abgenommen und sieht irgendwie verändert aus. Sie präsentiert mit Samuel L. Jackson die Gewinner in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch und Bestes adaptiertes Drehbuch. Der erste Oscar geht unfassbarerweise an „Green Book“, da musste selbst Samuel L. Jackson schlucken. Geht jetzt der Oscar an „Green Book“? Der zweite Oscar in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch – jetzt wird es spannend – YES. Der erste „richtige“ Oscar (er hat einen Ehrenoscar) für Spike Lee. Natürlich hält er eine sehr politische Rede, die er mit folgenden Worten abschließt: „The 2020 presidential election is around the corner. Let’s all mobilize. Let’s all be on the right side of history. Make the moral choice between love versus hate. Let’s do the right thing! You know I had to get that in there.“ Was man in dem Moment noch nicht wusste, aber wären doch die Oscars mit dem Gewinn in der Kategorie Bester Film „on the right side of history“.

Die nächste Kategorie ist die Beste Filmmusik und der Oscar geht wieder an „Black Panther“, der dritte Oscar für den Marvel-Film. 

Mir ist es zu diesem Zeitpunkt lieber wenn „Black Panther“ den Besten Film gewinnt, Hauptsache nicht „Green Book“. 

Dann gewinnt erwartungsgemäß Lady Gaga für ihren Song „Shallow“.  

Der Präsident von A.M.P.A.S. John Bailey (selbst Kameramann) kündigt das IN MEMORIAM an. Es wundert mich schon fast, dass es keine Buh-Rufe für ihn gibt. Er sollte zurücktreten. 

Nun wird Barbra Streisand mit Standing Ovations begrüßt. Sie stellt den Oscar-nominierten Film „BlacKkKlansman“ vor. Sehr würdevoll und spricht sogar noch mal an, wie wichtig die Wahrheit in der heutigen Zeit ist. – Ich wünschte dieser Film würde Best Picture gewinnen. Zu dem Zeitpunkt glaube ich aber, dass es sich zwischen „Roma“ und „Green Book“ entscheidet. 

Jetzt kommt die Kategorie Bester Hauptdarsteller und dieser Oscar geht – leider – an Rami Malek und damit ein vierter Oscar für Bryan Singers „Bohemian Rhapsody“. Der Regisseur des Films wurde von keinem der Gewinner mit nur einer Silbe erwähnt. Das gab es tatsächlich noch nie. Rami ist aber mega-sympathisch und hält eine der besten Dankesreden überhaupt. Bin also wieder einigermassen versöhnt mit diesem Oscar-Gewinn. 

Jetzt Frances McDormand und Sam Rockwell für die Kategorie Beste Hauptdarstellerin es kann nur eine geben: Ich drücke der siebenmaligen Oscar-Nominierten Glenn Close die Daumen. Dann der Mega-Schocker: Olivia Colman. (für, wenn man es super genau nimmt nicht mal eine Hauptrolle). Gut, sie war fantastisch in „The Favourite“, ich liebe sie und ich gönne es ihr selbstverständlich, aber das war wahrscheinlich für Glenn Close die letzte Chance, einen Oscar zu gewinnen. Vielleicht bekommt sie in den nächsten Jahren einen Ehrenoscar. Olivia Colman ist – wie in diesem Augenblick alle, die sich mit den Oscars beschäftigen – völlig schockiert, weint und ist sprachlos, ist dabei aber charmant, witzig, sie entschuldigt sich sogar bei Glenn Close (“Glenn Close, you’ve been my idol for so long, and this is not how I wanted it to be, and I think you’re amazing.”). Olivia Colman wollte nicht, dass es so ausgeht, ich und alle Oscar-Fans auch nicht. 

Ganz klar ist aber jetzt schon Olivia Colman und Rami Malek haben mit Abstand die besten Dankesreden des Abends gehalten. 

Nun die vorletzte Kategorie Beste Regie. Der Gewinner vom letzten Jahr Guillermo del Toro (der aussieht, wie ein übergroßer Teddy, den man in einen Anzug gesteckt hat) übergibt und – das war zu erwarten – seinem Freund Alfonso Cuarón den Regiepreis. Putzig, dass Cuarón in all seinen drei Dankesreden seinen beiden Darstellerinnen (Yalitza Aparicio und Marina de Tavira) dankt. 

Und nun schließlich der Königspreis der Oscars. Diesen vergibt dieses Jahr Julia Roberts. Ich erwarte nichts Gutes. Und richtig, der falsche Film („Green Book“) gewinnt. Einer der unambitioniertesten Oscar-Best-Picture-Gewinner überhaupt. Ein 08/15-Film, der den Geschmack der Massen repräsentiert, aber ganz sicher keine Filmkunst. Ein Film, für den der Regisseur des Films -zu Recht – nicht mal nominiert war. Das muss man sich mal vorstellen. Ich habe das Gefühl, ich wäre wieder zurück in den 1990er Jahren, „Green Book“ wäre ein Harvey Weinstein-Film, er hätte eine seiner superfiesen Kampagnen geführt, damit dieser Film den Oscar als Bester Film gewinnt. Dieser Film hätte niemals in einer Mehrheitswahl im Jahr 2019 gewonnen. Entspricht dieses altmodische Feel-Good-Rassismusdrama doch eher dem Geschmack der „alten“ Academy, den alten weißen Männer, die denken, sie hätten – nachdem sie sich den Film geschaut haben – etwas gegen Rassismus getan. Spike Lee konnte es auch nicht fassen, als Julia Roberts „Green Book“ als Gewinner des Besten Films ausruft. Während der Oscar-Saison wurde er immer wieder zu diesem Film befragt, hat sich zurückgehalten, hat aber nun seiner Wut freien Lauf gelassen und während Peter Farrellys Dankesrede der Bühne seinen Rücken gekehrt. Ich bin auch sehr zornig, „Green Book“ ist kein Film, der das Filmjahr oder überhaupt das Jahr 2018 repräsentiert. Die 91st Academy Awards sind die Oscars, die – die letzten zwanzig Jahre betrachtend – mich am meisten deprimieren. 

Die erste Veränderung, die A.M.P.A.S. jetzt dringend vornehmen sollte, ist das Wahlsystem (preferential voting system), dass den Besten Film bestimmt. Wie in allen anderen 23 Kategorien bei den Oscars sollte auch hier wieder die Mehrheitswahl den Oscar-Gewinner hervorbringen. Filmkunst kann mit diesem Wahlsystem scheinbar nicht mehr ausgezeichnet werden. 

Ich habe jetzt erst mal für längere Zeit das Interesse an den Oscars verloren. 

Seit einigen Jahren bin ich mehr an Oscar-Geschichte interessiert. Ich wette zwar immer noch mit meinem Kumpel, aber eigentlich nur noch, um die eigentliche Verleihung spannender zu machen. Er hat dieses Jahr um einen Punkt Vorsprung gewonnen und, wenn ich mich nicht verzählt habe, 15 der 24 Kategorien richtig geraten. Glückwunsch an dieser Stelle. 

 

Alle Oscar-Gewinner 2019:

Best Picture: Green Book

Best Director: Alfonso Cuarón (Roma)

Best Actor: Rami Malek (Bohemian Rhapsody)

Best Actress: Olivia Colman (The Favourite)

Best Supporting Actor: Mahershala Ali (Green Book) 

Best Supporting Actress: Regina King (If Beals Street Could Talk)  

Original Screenplay: Green Book 

Best Adapted Screenplay: BlacKkKlansman 

Best Animated Feature: Spider-Man: Into the Spider-Verse 

Best Production Design:  Black Panther

Best Cinematography:  Alfonso Cuarón (Roma) 

Best Costume Design:  Black Panther 

Best Editing: Bohemian Rhapsody 

Best Makeup and Hairstyling: Vice  

Best Sound Mixing: Bohemian Rhapsody  

Best Sound Editing: Bohemian Rhapsody 

Best Visual Effects: First Man 

Best Original Score: Black Panther 

Best Song: Shallow (A Star is Born) 

Best Foreign Language Film: Mexico  (Roma)  

Best Documentary Feature: Free Solo 

Best Live Action Short: Skin

Best Animated Short: Bao 

Best Documentary Short: Period. End of Sentence 

 

 

Olivia Colmans Dankesrede:

 

 

Rami Maleks Dankensrede: 

 

 

 

Die Mode – The Best:

Michelle Yeoh (Elie Saab) 

Olivia Colman (Prada) 

Brie Larson (Celine) 

Lady Gaga (Alexander McQueen) 

 

Die Mode – The Worst

Extrem scheußlich und in Pink bzw. Rosa, teilweise Tüll waren:

Maya Rudolph (auch dieses Jahr sicherlich wieder selbst entworfen und geschneidert)

Gemma Chan (Valentino)

Linda Cardellini  

Kacey Musgraves (Giambattista Valli Couture) 

Gemma Chan (Valentino Couture)

 

 

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2019 haben gewonnen:

Worst Picture: Holmes & Watson 

Worst Director: Etan Cohen (Holmes & Watson)

Worst Screenplay: Fifty Shades Freed 

Worst Actress: Melissa McCarthy (The Happytime Murders and Life of the Party)

Worst Actor: Donald J. Trump (as himself) (Death of a Nation and Fahrenheit 11/9) 

Worst Supporting Actress: Kellyanne Conway (as herself) (Fahrenheit 11/9)

Worst Supporting Actor: John C. Reilly (Holmes & Watson) 

Worst Screen Combo: Donald J. Trump and his self-perpetuating pettiness (Death of a Nation and Fahrenheit 11/9) 

Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel: Holmes & Watson

Razzie Redeemer Award: Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)

Oscar-Gewinner 2019, meine Wette

Die Oscar-Saison 2018/2019 geht (endlich) zu Ende. Zeit, meine kleine, persönliche Oscar-Wette zu veröffentlichen. 

 

Bevor ich meine Liste fertiggestellt habe, habe ich mir gestern noch die Oscar-nominierten Kurzfilme (Animated und Live Action) im Kino angeschaut Hier die Filme mit meiner Bewertung:

„Bao“ (USA), Disney Pixar A-

„Late Afternoon“ (Irland) B-

„Animal Behaviour“ (Kanada) B+

„Weekends“ (USA) B

„One Small Step“ (USA, China) A

„Bao“ war der Kurzfilm, der vor Pixars Incredibles 2 im Kino zu sehen war, demnach habe ich ihn bereits das zweite Mal gesehen. Der Film ist wirklich rührend und von der Animation (Pixar) natürlich erstklassig. „Late Afternoon“ über eine demente ältere Dame mochte ich von der Zeichnung gar nicht. „Animal Behaviour“ über eine Therapiesitzung mit Tieren hat mir sehr gefallen, „Weekends“ über ein Kind geschiedener Eltern besticht vor allen Dingen durch die kunstvolle Illustration und „One Small Step“ hat mich am meisten berührt und mir beinahe das Herz gebrochen. Wenn ich für den Oscar stimmen müsste, hätte ich mein Kreuz bei „One Small Step“ gemacht. Die Academy-Mitglieder wählen aber wahrscheinlich Pixars „Bao“ 

Anmerkung zu den Shorts, im Kino wurden zusätzlich „Wishing Box“ (USA) B- und „Tweet, Tweet“ (Russland) gezeigt B+ gezeigt (die beide nicht mal auf der Shortlist der Academy landeten). Außerdem wurden zum Schluss von „Late Afternoon“, „Animal Behaviour“ und „One Small Step“ gezeigt, wie die Verantwortlichen der jeweiligen Filme sich die diesjährigen Oscar-Nominierungen live anschauten und sich freuten, als sie hörten, dass ihr Film dieses Jahr nominiert wurde. 

Bei den Live-Action-Kurzfilmen mutet es etwas seltsam an, dass sich in 4 der 5 Filmen Kinder in Gefahr befinden, in drei davon sogar in akuter Gefahr, in einem durch das Umfeld, in dem das Kind aufwächst. Ein einziger Film (Marguerite) sticht aus dieser Liste eindeutig hervor, er erzählt von einer alten Dame, die durch ihre Pflegerin an ihre große Liebe (eine Frau) erinnert wird. Die einzelnen Filme:

„Madre“ (Mother), Spanien A- (von diesem Kurzfilm würde ich gerne einen abendfüllenden Film sehen)

„Fauve“, Kanada B- (hat den Special Jury Price in Sundance gewonnen) 

„Marguerite“, Kanada B+

„Detainment“, Irland C- (ich fand es kaum zu ertragen, den Ereignissen und diesem schrecklichen 10-jährigen Robert zu folgen) 

„Skin“, USA B+ (auch wenn der gleichnamige Spielfilm des Regisseurs in einem sehr ähnlichen Milieu spielt und er sogar ähnliche Szenen beinhaltet, basiert sein Spielfilm nicht auf diesem Kurzfilm. In Kürze mehr über den Spielfilm, den ich mir auf der diesjährigen Berlinale angeschaut habe). 

Anmerkung zu dem Film „Detainment“: Er basiert auf Aufzeichnungen der Vernehmungen der beiden Jungen. Die Mutter des ermordeten Kleinkindes hat sich dafür (offensichtlich nicht erfolgreich) eingesetzt, dass die Academy die Oscar-Nominierung für diesen Film zurückzieht. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass dieser Film mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Meistens ist es so, dass der Film, der aus der Masse hervorsticht, den Oscar gewinnt. Das ist „Marguerite“.

Ich wünschte, Olivia Colman wäre in der Kategorie Beste Nebenrolle nominiert, das wäre – insbesondere wenn man sich jetzt kurz vor den Oscars die Kategorie anschaut – hundertprozentig ihr Oscar. Regina King galt zu Beginn der Saison zwar als Favoritin, wurde dann aber weder für den SAG-Award, noch für den BAFTA nominiert. Wenn sie jetzt den Oscar gewinnt, wäre sie nach Marcia Gay Harden („Pollock“) erst die zweite, der das überhaupt gelingt. Olivia Colman wird jetzt aller Voraussicht nach keinen Oscar gewinnen, einfach weil dies Glenn Closes 7. Oscar-Nominierung ist, sie eine überragende Rede bei den Globes gehalten hat, ihre Performance in „The Wife“ gut ist  und sie jetzt einfach dran ist. Colman ist ihr aber sehr dicht auf Fersen, ich hoffe, hier kommt es nicht noch zu einer Überraschung. Das nächste Mal wenn Amy Adams für den Oscar nominiert wird, wird sie dann wohl den Oscar gewinnen. Sie löst dann nämlich Glenn Close ab, hätte auch sieben Nominierungen ohne einen Gewinn und wäre dann der einzig noch lebende Schauspieler mit so vielen Oscar-Nominierungen ohne Gewinn.

Nichts ist natürlich hundertprozentig besonders nicht in so einer verrückten Oscar-Saison, daher drücke ich Glenn Close lieber noch mal ganz fest die Daumen, ebenso Rachel Weisz (für die ich mich schließlich für meine Wette entschieden habe, das wäre ihr zweiter Oscar), außerdem den Filmen „BlacKkKlansman“, „The Favourite“ und „Roma“, einer dieser drei Filme wird hoffentlich den Oscar für den Besten Film des Jahres gewinnen. Ich freue mich über alle Oscars, mit denen diese drei Filme ausgezeichnet werden. 

Letztlich ist es dieses Jahr besonders schwer, vorherzusagen, welcher Film dieses Jahr den Oscar gewinnt. Mein Gefühl sagt mir, dass „BlacKkKlansman“ der Film ist, der am besten das Jahr 2018 repräsentiert. Ich habe jetzt gehört, dass „The Favourite“ doch wohl sehr beliebt bei den Academy-Mitgliedern ist. Bei dem Preferential Voting System könnte dieses Jahr, da sind sich sogar die Oscar-Experten einig, quasi jeder der acht nominierten Filme gewinnen. Fast alle Oscar-Experten haben sich für „Roma“ entschieden, ein paar für „Green Book“, wenige für „Black Panther“ und wenige für „The Favourite“. Ich habe keinen gefunden, der „BlacKkKlansman“ genommen hat. Mir völlig schnuppe. Wenn man die komplette Saison verfolgt hat, wäre es wirklich am lustigsten, wenn „A Star is Born“ jetzt den BP-Oscar holt. „Black Panther“ könnte natürlich auch den Oscar holen. Hauptsache es gewinnt nicht „Green Book“ (dann würde ich gerne Spike Lees Gesicht in Großaufnahmen sehen. Er wurde in der gesamten Saison immer wieder zu diesem Film gefragt und hat sich extrem zusammengerissen und nicht seine wahre Meinung zu dem Film kundgetan.), schlimm wäre es, wenn „Vice“ gewinnt und „Bohemian Rhapsody“ würde einen Shitstorm für A.M.P.A.S. hervorrufen, von dem sich die Academy nur sehr schwer wieder erholen könnte. 

In meiner Prognose habe ich keinen Oscar-Gewinn für „Black Panther“ und das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, vielleicht gewinnt er doch Kostüm- und Setdesign. 

 

 

Oscar-Gewinner für das Filmjahr 2018 – meine Wette:

Best Picture: Sean McKittrick, Jason Blum, Raymond Mansfield, Jordan Peele and Spike Lee, Producers (BlacKkKlansman) mein Kumpel: Roma

Best Director: Alfonso Cuarón (Roma)

Best Actor: Rami Malek (Bohemian Rhapsody)

Best Actress: Glenn Close (The Wife)

Best Supporting Actor: Mahershala Ali (Green Book) 

Best Supporting Actress: Rachel Weisz (The Favourite)  mein Kumpel: Regina King (If Beale Street Could Talk)

Original Screenplay: Written by Deborah Davis and Tony McNamara (The Favourite)

Best Adapted Screenplay: Written by Charlie Wachtel & David Rabinowitz and Kevin Willmott & Spike Lee (BlacKkKlansman) 

Best Animated Feature: Spider-Man: Into the Spider-Verse (Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman, Phil Lord and Christopher Miller)

Best Production Design: Production Design: Fiona Crombie; Set Decoration: Alice Felton (The Favourite) 

Best Cinematography: Alfonso Cuarón (Roma) 

Best Costume Design: Sandy Powell (The Favourite)

Best Editing: Barry Alexander Brown (BlacKkKlansman) mein Kumpel: Bohemian Rhapsody

Best Makeup and Hairstyling: Greg Cannom, Kate Biscoe and Patricia Dehaney (Vice)

Best Sound Mixing: Paul Massey, Tim Cavagin and John Casali (Bohemian Rhapsody)

Best Sound Editing: John Warhurst and Nina Hartstone (Bohemian Rhapsody) mein Kumpel: First Man

Best Visual Effects: Paul Lambert, Ian Hunter, Tristan Myles and J.D. Schwalm (First Man) mein Kumpel: Avengers: Infinity War

Best Original Score: Terence Blanchard (BlacKKKlansman) mein Kumpel: If Beale Street Could Talk

Best Song: “Shallow“ – Music and Lyric by Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando and Andrew Wyatt (A Star is Born) 

Best Foreign Language Film: Mexico (Roma)

Best Documentary Feature: „Free Solo“ (Elizabeth Chai Vasarhelyi, Jimmy Chin, Evan Hayes and Shannon Dill)

Best Live Action Short: „Marguerite“ (Marianne Farley and Marie-Hélène Panisset) 

Best Animated Short: „Bao“ (Domee Shi and Becky Neiman-Cobb)  

Best Documentary Short: „End Game“ (Rob Epstein and Jeffrey Friedman) mein Kumpel: Period. End of Sentence

 

Besonders großartig dieses Jahr die Honest Trailers der acht nominierten Filme:

 

Berlin (ale) – Film: „Grâce à Dieu“

Ich war am 9.2.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Grâce à Dieu“ (englische Filmtitel: „By the Grace of God“, dt. Filmtitel: „Gelobt sei Gott“)  137 min   drama

dir. Francois Ozon  cast: Melvil Poupaud, Denis Ménochet, Swann Arlaud, Éric Caravaca, Francois Marthouret, Aurelia Petit 

Der 40-jährige Banker Alexandre Guérin (Melvil Poupaud) lebt mit seiner Frau (Aurelia Petit) und seinen fünf Kindern in Lyon. Kürzlich hat er erfahren, dass der Priester, der ihn als Kind sexuell mißbraucht hat, immer noch mit Kindern arbeitet. Der streng gläubige Alexandre sucht die Aussprache mit dem jetzigen Kardinal Philippe Barbarin (Francois Marthouret) und stellt sogar den Priester (Bernard Verley), der ihn sexuell mißbrauchte zur Rede. Der leugnet seine Taten nicht, stellt sich aber auch selbst als Opfer dar. Irgendwann finden sich mehrere Opfer dieses Priesters zusammen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Grâce à Dieu“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es geht um den Skandal des französischen Priesters Bernard Preynat, der mutmaßlich viele Jungen sexuell mißbraucht hat. Derzeit stehen mehrere hochrangige katholische Geistliche (darunter auch der Erzbischof von Lyon, Kardinal Philippe Barbarin) in Frankreich vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, von den Vorgängen des Missbrauchs durch diesen Priester gewusst, sie aber nicht zur Anzeige gebracht zu haben. Ein Urteil wird am 7.3.19 erwartet. Dem Priester Preynat steht ein separater Prozess bevor. „By the Grace of God“ ist der neue Film des französischen Autors und Filmemachers Francois Ozon („8 Women“, „Swimming Pool“, Frantz) 

„Grâce à Dieu“ erinnert etwas an den Oscar-Gewinnerfilm Spotlight, bei dem es auch um den sexuellen Missbrauch katholischer Priester geht. Der hervorragende amerikanische Film basiert auf einer wahren Geschichte. Da deckten investigative Journalisten auf, dass über 80 pädophile Priester im Raum Boston Kinder missbraucht hatten und die katholische Kirche versuchte, den Missbrauch unter den Teppich zu kehren. In diesem französischen Film wird nun eine weitere wahre Geschichte erzählt. Hier ist es ein französischer Priester, der in mehr als 70 Fällen mutmaßlich Kinder missbraucht hat. Hier sind es aber drei frühere Opfer des Priesters (Alexandre, Francois und Emmanuel), durch die wir als Zuschauer sehen, wie sich sich der Missbrauch in der Kindheit auf ihr Leben auswirkt und wie schwer es für sie ist, „gehört“ zu werden. Einige der Opfer von Priester Preynat gründeten den Verein „La parole libérée“, suchten nach weiteren Leidensgenossen, erweckten irgendwann mediales Interesse und erwirkten schließlich, dass einige hochrangige katholische Geistliche von Lyon vor Gericht landeten. 

Der deutsche Filmtitel ist etwas unglücklich gewählt, eigentlich müsste er „Gott sei Dank“ heißen, so sagte der Kardinal Barbarin, der nun vor Gericht steht, irgendwann in einer Pressekonferenz, in der es um die Missbrauchsvorwürfe gegen Priester Bernard Preynat ging, „Gott sei Dank, seien die meisten Taten bereits verjährt“. 

Aufgrund dieser Affäre wurde in Frankreich die Verjährungsfrist bei Kindesmissbrauch von 20 auf 30 Jahren, mit Beginn der Volljährigkeit, hochgesetzt. 

Schauspielerisch fand ich insbesondere die drei Männer, die Alexandre, Francois und Emmanuel spielen (Melvil Poupaud, Denis Ménochet und Swann Arlaud) glaubwürdig. Swann Arlaud gab eine besonders starke Performance. 

„Grâce à Dieu“wurde erstmalig Anfang Dezember 2018 in Frankreich gezeigt. Auf der Berlinale lief der Film als Internationale Premiere im Wettbewerb. Auf diesem Filmfestival wurde der Film mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die französische Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. Bislang hat der Film weder einen amerikanischen, noch einen deutschen  Verleih gefunden. In Frankreich startet der Film heute (20.02.19) regulär in den Kinos, auch wenn der Anwalt des Priesters Bernard Preynat versucht hatte, den Kinostart zu verhindern. 

Trailer zu sehen:

 

 

Oscar-Gewinner-Film 2019, meine finale Analyse

Oberflächlich betrachtet deutet mittlerweile vieles daraufhin, dass Alfonso Cuaróns Film „Roma“ am nächsten Sonntag (24.02.19) den Oscar als Bester Film gewinnt. Der Film war zunächst der Kritikerliebling des Jahres 2018, dann hat Alfonso Cuarón den Preis des Verbands der Regisseure (DGA) gewonnen, dann wurde der Film für zehn Oscars nominiert (inkl. – etwas überraschend – zwei Schauspiel-Nominierungen) und hat damit Stärke bei den einzelnen Berufszweigen innerhalb der Academy gezeigt. Schließlich hat auch die britische Academy (BAFTA) ihn zu ihrem Besten Film des Jahres gekürt. Morgen (19.02.19) ist nun Stichtag für die Academy-Mitglieder, bis morgen müssen sie ihre Stimmen für alle 24 Kategorien abgeben. Zeit also, diese dynamische Oscar-Saison etwas Revue passieren zu lassen.

Um zu schauen, welcher Film den Königspreis von A.M.P.A.S. gewinnt, muss man sich immer  anschauen, welche Preise innerhalb der Filmindustrie vergeben wurden. Dann lasse ich einfliessen, was mir zu Ohren gekommen ist und ich lege dieses Jahr auch ein besonderes Augenmerk auf das Preferential Voting System, das den Gewinner des Besten Films bei den Oscars bestimmt. Soviel sei jetzt schon verraten, ich neige dazu, von meinem Oscar-Gewinner-Film, an dem ich seit September festgehalten habe, abzuweichen und das hat hauptsächlich mit diesem System zutun, dass den Besten Film bestimmt. Aber gucken wir uns das Ganze mal genauer an. 

Statistisch gesehen haben spätere Oscar-Gewinner-Filme bereits vorher wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie abgeräumt. 

Gewinner und Nominierte der wichtigsten Preise innerhalb der amerikanischen Filmindustrie Oscar-Saison 2018/2019:

PGA (Verband der Produzenten) – Gewinner: Green Book, nominiert waren Black Panther, BlacKkKlansman, Bohemian Rhapsody, Crazy Rich Asians, The Favourite, Green Book, A Quiet Place, Roma, A Star is Born und Vice 

SAG (Verband der Schauspieler) – Gewinner: Black Panther, nominiert waren: A Star is Born, Black Panther, BlacKkKlansman, Bohemian Rhapsody, Crazy Rich Asians

DGA (Verband der Regisseure) – Gewinner:  Alfonso Cuarón (Roma) Nominiert waren Peter Farrelly (Green Book), Spike Lee (BlacKkKlansman), Adam McKay (Vice), Bradley Cooper (A Star is Born), Alfonso Cuarón (Roma) 

Dass drei unterschiedliche Filme die drei wichtigsten Preise innerhalb der Filmindustrie (vor den Oscars) gewinnen, gab es in der Vergangenheit nur vier Mal: 1 x war der spätere Oscar-Gewinner-Film der PGA-Gewinner, 1 x der SAG-Gewinner und 2 x haben die Regisseure den späteren Best-Picture-Gewinner bestimmt. 

Hilft also nur bedingt weiter. In den meisten Jahren hat der Film, der den Best Picture-Oscar gewann auch den Oscar für das Beste Drehbuch (Original oder adaptiert) gewonnen. Wie hat dazu der Verband der Autoren entschieden? 

WGA (Verband der Autoren)  Diesjähriger Gewinner des WGA Bestes Originaldrehbuch: Eighth Grade, für den Oscar Bestes Originaldrehbuch nominiert sind: The Favourite, First Reformed, Green Book, Roma und Vice; Diesjähriger Gewinner des WGA Bestes adaptiertes Drehbuch: Can You Ever Forgive Me, für den Oscar Bestes adpatiertes Drehbuch nominiert sind: The Ballad of Buster Scruggs, BlacKkKlansman, Can You Ever Forgive Me?, If Beale Street Could Talk und A Star is Born

So und jetzt haben wir eine Situation, die es bisher noch nie gab. Die vier wichtigsten Verbände innerhalb der Filmindustrie (die der Produzenten, Schauspieler, Regisseure und Autoren) haben sich alle für einen anderen Film entschieden. 

Okay, jetzt muss man – was bereits vergebene Filmpreise angeht – nach einem Strohhalm greifen. Was hat die britische Academy (viele Briten sind auch A.M.P.A.S.-Mitglieder) als Besten Film gewählt:

BAFTA (Preis der British Academy of Film and Television Arts) – Gewinner: Best Film: Roma, Best British Film: The Favourite nominiert waren für Best Film: BlacKkKlansman, The Favourite, Green Book, Roma und A Star is Born; Best British Film: Beast, Bohemian Rhapsody, The Favourite, McQueen, Stand & Ollie und You Were Never Really Here 

Zumindest haben wir jetzt einen Preis für Alfonso Cuarón als Regisseur und einen Preis für seinen Film „Roma“. Mir zeigt es aber, dass es keine richtige Übereinstimmung gibt und es alles andere als sicher ist, dass „Roma“ den Oscar als Bester Film gewinnt. 

Bevor ich auf alle einzelnen acht Oscar nominierten Filme eingehe, ein paar nicht unwichtige Fragen und Fakten, die den Oscar-Gewinn Bester Film beeinflussen können:

Welches sind die an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichsten Filme des Jahres 2018?

  1. Black Panther 
  2. Bohemian Rhapsody
  3. A Star is Born
  4. Green Book
  5. BlacKkKlansman 
  6. Vice 
  7. The Favourite 

(Bei „Roma“ sind die Umsatzzahlen nicht bekannt) 

 

Welche der acht Oscar-nominierten Filme haben ein Happy Ending?

einzig Green Book

 

Welche Filme haben die meisten Oscar-Nominierungen? 

Roma (10)

The Favourite (10)

 

Welche der acht Filme haben alle wichtigsten Oscar-Nominierungen?

Einzig The Favourite, BlacKkKlansman und Vice. 

Die haben Nominierungen in den Kategorien Regie, jeweils Schauspiel-Nominierungen (The Favourite und Vice haben sogar jeweils drei Schauspiel-Nominierungen) eine Drehbuch-Nominierung und eine Nominierung in der, für den Oscar-Gewinn als Bester Film nicht unerheblichen Kategorie Bester Schnitt. 

 

Blicken wir in die Zukunft, auf welchen Film kann die Academy in vielleicht zehn Jahren zurückblicken und sagen, es war eine gute Entscheidung, dass dieser Film im Jahr 2019 Bester Film gewonnen hat:

BlacKkKlansman

Roma

The Favourite 

 

Präziser bzw. anders: welcher Film spiegelt in vielleicht zehn Jahren die Zeit wieder, in der wir uns befunden haben. Die Staaten sind gespalten wie nie zuvor, Donald Trump ist im Jahr 2019 der US-amerikanische Präsident. Welche Filme setzen ein Zeichen:

BlacKkklansman

Black Panther 

Roma 

 

Rotten Tomatoes Bewertung aller acht Oscar-nominierten Filme (Stand 13.2.19):

Black Panther 97% RT

BlacKkKlansman 96% RT

Roma 95% RT

The Favourite 93% RT

A Star is Born 89% RT

Green Book 79% RT

Vice 66% RT

Bohemian Rhapsody 61% RT

 

Welche Filme spalten die Zuschauerschaft und damit vielleicht auch die Mitglieder der Academy:

Bohemian Rhapsody

Vice

mit aufnehmen würde ich hier auch:

(Green Book) – weil die heftige Kritik an dem Film auch die Academy-Mitglieder beeinflussen könnte? und der Film einfach nicht zeitgemäß ist

(Black Panther) – weil Superheldenfilm?

(Roma) weil Netflix-Film? 

(The Favourite) – ich wünschte, ich hätte ein Academy-Screenings dieses Films besuchen können. Ich weiß nicht wie der Film bei den Mitgliedern von A.M.P.A.S. ankommt (habe auch nichts dahingehend gehört), weiß nur, dass er bei „normalen“ Programmkinozuschauern gemischt aufgenommen wurde

 

 

Auf welchen Film kann man sich am ehesten einigen:

BlacKkKlansman 

A Star is Born

(viele Oscar-Experten denken auch Green Book)

 

Welches ist ein typischer Nr. 2 Film im Ranking der acht Oscar-nominierten Filme? 

Wenn man das hundertprozentig beantworten kann, kennt man vielleicht den Oscar-Gewinner-Film

Ich habe hin und her überlegt, meiner Theorie zufolge sind dies die Filme, auf die man sich am ehesten einigen kann (siehe vorherige Frage), also 

BlacKkKlansman und A Star is Born. 

Viele Oscar-Experten gehen aber von Green Book aus (da der Film den PGA, den Preis der Produzenten, gewonnen hat). Die Produzenten ermitteln ihren Gewinnerfilm mit derselben Methode wie A.M.P.A.S. Man kann davon ausgehen, dass er bei den Produzenten der Nr. 2 Film war. Nur – die Academy-Mitglieder sind nicht nur Produzenten, sie kommen aus 17 unterschiedlichen Berufszweigen.

 

Und nun zu der alles entscheidenden Frage. Der Oscar-Gewinner-Film wird durch das Preferential Voting System entschieden. In 23 von 24 Kategorien bei den Oscars gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Einzig in der Kategorie Bester Film müssen die Academy-Mitglieder ein Ranking aller acht Filme abgeben. Diese Kategorie wird durch das Preferential Voting System entschieden. Daher ist es auch in einem Jahr, in dem die Preise innerhalb der Filmindustrie breitgefächert vergeben wurden, schwer, die Kategorie Bester Film vorherzusagen. Sollte bei der Wahl des Besten Films des Jahres in der ersten Runde bereits ein Film über 50% aller Stimmen erhalten, haben wir den Best-Picture-Gewinner. Schafft es dieses Jahr der Netflix-Film Roma über 50% der Stimmen aller Academy-Mitglieder zu erhalten? Sollte das nicht der Fall sein, kommt das Preferential Voting System zum Zuge, es geht in Runde 2 und vielleicht Runde 3, da zählen die Filme, die die Academy-Mitglieder auf ihre Plätze 2 und 3 gewählt haben. Der Film mit den wenigsten Nr. 1 Stimmen (nehmen wir dieses Jahr beispielsweise Bohemian Rhapsody) scheidet dann nach der ersten Runde aus und gezählt werden die Nr. 2 und Nr. 3 Filme, des Academy-Mitglieds das Bohemian Rhapsody als seinen Nr. 1-Film wählte (was könnten das für Filme sein?). Wählt jemand, der Bohemian Rhapsody als seinen Lieblingsfilm gewählt hat, auf Platz 2 Roma, relativ unwahrscheinlich in meinen Augen. Roma wird in meinen Augen, sollte es zu Runde 2 oder Runde 3 kommen, nur wenige Stimmen dazu gewinnen und damit dann wohl nicht den Besten Film gewinnen. An dieser Stelle ist es wichtig sich vorstellen zu können, auf welche Filme man sich am ehesten einigen können. Weiter oben habe ich versucht, mich dieser Frage zu nähern? Vor zwei Jahren waren die finalen Favoriten auf den Königspreis der Academy „La La Land“ und „Moonlight“. Genaue Zahlen werden leider nicht preisgegeben, wir können aber bei 14 Oscar-Nominierungen für „La La Land“ davon ausgehen, dass „La La Land“ die meisten Nr. 1-Stimmen hatte. Bei der ersten Auszählung hatte „La La Land“ aber nicht mehr als 50% aller Stimmen erreichen können, demnach ging es in Runde 2 (oder sogar 3) und als ihren Nr. 2-Film haben offensichtlich viele Academy-Migliedern „Moonlight“ gesetzt, der Film auf den man sich am ehesten einigen konnte. „Moonlight“ hat den Oscar als Bester Film gewonnen. Übrigens „Moonlight“ hat seinerzeit viele Kritikerpreise abgeräumt und war für den SAG Ensemble, den PGA, den DGA und den BAFTA nominiert und hatte den WGA gewonnen. „La La Land“ hatte PGA, den DGA und den BAFTA gewonnen, war für den WGA nominiert, aber – und das war wohl auch entscheidend – war für den SAG Ensemble nicht nominiert. Dieses Jahr war Roma nicht für den SAG Ensemble Preis nominiert. Die Gewerkschaft der Produzenten haben auch dieses Preferential Voting System und der Gewinner des PGAs war dieses Jahr Green Book.  

Ich weigere mich strikt „Green Book“ für meine kleine persönliche Wette zu nehmen. Ich war mit den beiden überraschenden Schauspiel-Nominierungen der Meinung, „Roma“ ist der Gewinnerfilm. Roma könnte also den Oscar als Bester Film gewinnen, wenn er in der ersten Runde über 50% aller Stimmen der Academy-Mitglieder bekommt. 

Jetzt ist mir aber zu Ohren gekommen, dass es innerhalb der Oscar Academy, einflussreiche Leute gibt (darunter Steven Spielberg), die mit ihrer Stimme ein Statement gegen Netflix (und damit gegen Roma) abgeben könnten und entsprechend Roma als ihren letzten Film im Ranking setzen könnten.  Das ist das Spannende an der Oscar-Saison, was gestern noch als sicher galt, ist es morgen nicht mehr. 

Vieles hat dazu beigetragen, dass die Oscars immer undurchsichtiger werden, darunter:

  • das Preferential Voting System (wieder eingeführt vor zehn Jahren) 
  • neue Mitglieder der Academy (in den letzten Jahren gibt es extrem viel jüngere und auch nicht-amerikanische und nicht-weiße Academy-Mitglieder) 
  • auf die Statistiken kann man sich nicht mehr zuverlässig verlassen 
  • politisches und gesellschaftliches Denken beeinflusst seit einigen Jahren den Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Film

Bevor ich zu meinem persönlichen Ranking und zu den einzelnen Filmen komme, kurz zu den Schauspielern. Relativ sicher in ihrem Favoriten-Status für den Oscar gelten die Schauspieler Glenn Close, Rami Malek und Mahershale Ali. Einzig die Kategorie Beste Nebendarstellerin ist völlig offen. Regina King startete als Favoritin in dieser Kategorie, wurde dann aber weder von den Schauspielern für einen SAG-Award, noch von den Briten für einen BAFTA nominiert. Mir ist eigentlich nur Marcia Gay Harden (für „Pollock“) bekannt, die dann trotzdem den Oscar gewann. 

Ich kenne alle acht Oscar-nominierten Filme, drei dieser Filme (Roma, BlacKkklansman und The Favourite) sind in meiner persönlichen Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 gelandet. Wenn ich den Oscar als Bester Film bestimmen müsste, würde mein Ranking folgendermassen aussehen: 

BlacKkKlansman

The Favourite

Roma

A Star is Born

Black Panther 

Green Book

Vice

Bohemian Rhapsody

 

BlacKkklansman ist der einzige Film unter den acht nominierten, der von der Statistik her am ehesten gewinnen könnte. Der Film hat eine Filmpreis-Nominierung der Produzenten, der Regisseure, der Schauspieler und er hat zusätzlich (wie auch „The Favourite“ und Vice“) eine Oscar-Nominierung von den Regisseuren, den Autoren, den Schauspielern und Cuttern erhalten. Eine Nominierung für den Besten Schnitt geht mit einem Bester Film-Gewinn oftmals einher. Spike Lee hat „leider“ vor Jahren bereis einen Ehrenoscar erhalten, ohne den hätte er wahrscheinlich dieses Jahr mehr Chancen als Regisseur ausgezeichnet zu werden. Immerhin wurde er von A.M.P.A.S erstmalig als Regisseur nominiert. Spike Lee hat sich während der gesamten Oscar-Saison ungewöhnlich handzahm verhalten. Genützt hat es ihm und seinem Film bislang aber nichts.  Alfonso Cuarón hat – wie erwartet – den Preis der Gewerkschaft der Regisseure (DGA) gewonnen. Sechs schwarze Regisseure (John Singleton, Lee Daniels, Steve McQueen, Barry Jenkins, Jordan Peele und jetzt Spike Lee) sind in 91-jähriger Oscar-Geschichte erst für den Oscar als bester Regisseur des Jahres nominiert worden. Kein schwarzer Regisseur hat je den Oscar als Bester Regisseur des Jahres gewonnen. Spike Lee hat selbst gesagt, dass sein Film zeigt, was in den U.S.A. gerade passiert. Der Film hat eine Aussage, ist politisch wichtig und zeitgeistig.

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $48,686,605 Stand 31.1.19

Produktionskosten: 15 Mio Dollar

Rotten Tomatoes Bewertung: 96%

Oscar-Nominierungen: 6 (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Adam Driver), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik, Bester Schnitt)

Das preferential voting system: Könnte hier gewinnen

Welchen wichtigen Oscar könnte BlacKkKlansman außer Bester Film noch gewinnen?

Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt

Vorteil: Wenn Spike Lee gewinnen sollte, wäre er der erste schwarze Filmemacher, der von A.M.P.A.S. als Bester Regisseur des Jahres ausgezeichnet würde. „BlacKkKlansman“ ist der zeitgeistigste Film aller Oscar-nominierten Filme. Der Film hat eine Nominierung der Schauspieler (SAG) für das Beste Ensemble. Wie gesagt, der Film hat eine Aussage und ist ein Film, auf den die Academy in zehn Jahren rückblickend als guten Oscar-Gewinner-Film schauen kann.

Größter Nachteil: dass er bislang noch nichts gewonnen hat.

 

 

 

The Favourite ist ein etwas sperriger Kostümfilm, der entweder gefällt oder mit dem man wenig anfangen kann. Was man aber unbestritten behaupten kann, der Film ist eine künstlerische Leistung. Und damit ein Film, der es verdient hätte, den Oscar als Bester Film zu gewinnen. In zehn Jahren könnte die Academy mit Stolz auf diesen Oscar-Gewinner-Film zurückblicken. Er hat alle Oscar-Nominierungen, die er braucht, um auch Bester Film zu gewinnen: Beste Regie, drei Nominierungen für Schauspieler, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt. Hat aber (überraschenderweise) nicht den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG) gewonnen. Auch nicht den PGA, Yorgos Lanthimos war nicht für den DGA nominiert. Dafür hat The Favourite 7 BAFTAS (inklusive Best British Film und für die beiden Schauspieler Olivia Colman und Rachel Weisz) gewonnen. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $28,597,605 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 15 Mio Dollar

Rotten Tomatoes Bewertung: 93%

Oscar-Nominierungen: 10 (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Olivia Colman), Beste Nebendarstellerin (Emma Stone und Rachel Weisz), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt 

Das Preferential Voting System: Ist für mich zunächst ein typischer Nr. 1 Film. Vielleicht unterschätze ich es auch, dass dieser Film auch Nr. 2 und Nr. 3 Stimmen erhalten kann. Hier bin ich sehr unsicher.

Welchen wichtigen Oscar könnte The Favourite außer Bester Film noch gewinnen? Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt. Die Chance besteht, dass Rachel Weisz die Kategorie Beste Nebenrolle gewinnt. 

Vorteil: Der Film hat alle Nominierungen, die er braucht, um Bester Film zu gewinnen. Mit Roma zusammen hat er die meisten Oscar-Nominierungen. Die Briten innerhalb der Academy mögen den Film. Der Film passt irgendwie in die MeToo-Ära. 

Größter Nachteil: Das Preferential Voting System…vielleicht

 

 

 

Roma ist zweifelsfrei der Kritikerliebling der Oscar-Saison 2018/2019. Zusammen mit The Favourite, ist Roma der Film mit den meisten Oscar-Nominierungen dieses Jahr (10). Überraschend wurde er sogar in zwei Schauspielkategorien nominiert. Roma hatte nämlich zuvor keine Nominierung der Schauspielgewerkschaft. Es gab in der Vergangenheit zwei Ausnahmen (Braveheart und im letzten Jahr The Shape of Water), bei dem ein Film ohne eine SAG Ensemble Nominierung später den Oscar für den Besten Film gewann. Ohne PGA-Gewinn (der dieses Jahr an Green Book ging) kann man gewinnen (siehe Moonlight und Spotlight). Roma hat aber auch  keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt. Ohne eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt  haben in 90-jähriger Oscar-Geschichte erst 10 Filme den Oscar als Bester Film gewonnen. Es hat auch in 90-jähriger Oscar-Geschichte noch nie ein nicht-englisch-sprachiger Film den Oscar gewonnen. In diesen 91  Jahren wurden überhaupt erst mit Roma zehn nicht-englischsprachige Filme  für den Oscar als Bester Film nominiert. Roma ist nach „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ erst der zweite nicht-englischsprachige Film, der so viele Oscar-Nominierungen erhalten hat. Seit 1960 gab es erst zwei schwarz/weiß-Filme, die den BP Oscar gewannen („Schindler´s List“ und „The Artist“) gewannen. Es gab noch nie einen Netflix-Film, der für den Oscar als Bester Film nominiert war und entsprechend auch keinen der den Oscar als Bester Film gewann. Für viele in Hollywood (beispielsweise auch Academy-Mitglied Steven Spielberg) zerstört Netflix das Kino. Spielberg hat sich auch dazu geäußert, dass Netflix-Filme bei den Oscars nichts zu suchen haben, sie sollten um einen Fernseh-Oscar (Emmy) konkurrieren. Wie viele Leute innerhalb der Academy gibt es, die wie Steven Spielberg denken? Ich habe bereits davon gehört, dass Academy-Mitglieder aus diesem Grunde Roma in ihrem Ranking auf Nr. 7 oder Nr. 8 setzen wollen. Roma ist ein künstlerisch wertvoller Film, aber kein Film, der es einen einfach macht, dabei zu bleiben und ihn bis zu Ende zu gucken. Roma muss man im Kino gesehen haben. Auf DVD bzw. Netflix Zuhause einen untertitelten langsamen Film gucken, das halten die meisten nicht durch. Aber Roma ist auch kein Film (wie vor ein paar Jahren beispielsweise „12 Years a Slave“) den Academy-Mitglieder wählen, ohne ihn gesehen zu haben. Für „12 Years a Slave“ haben sie trotzdem gestimmt.

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: keine Angabe von Netflix

Produktionskosten: 15 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 95%

Oscar-Nominierungen: 10 (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Yalitza Aparicio), Beste Nebendarstellerin (Marina de Tavira), Bestes Originaldrehbuch, Bester fremdsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt)

Das Preferential Voting System: Roma ist sicher ein Nummer 1-Film und könnte in der erste Runde gewinnen. Sollte er in der ersten Runde nicht mehr als 50% aller Stimmen haben, hat Roma wahrscheinlich nicht mehr die Chance, den Oscar als BP zu gewinnen. Roma ist kein Nr. 2 oder Nr. 3 Film. Viele wollen Netflix boykottieren. 

Welchen wichtigen Oscar könnte Roma außer Bester Film noch gewinnen? Beste Regie, vielleicht bester fremdsprachiger Film (wenn der nicht an Cold War geht), Beste Kamera (wenn die nicht an Cold War geht), aber auch mit einer Außenseiterchance Beste weibliche Nebenrolle 

Vorteil: Netflix will unbedingt den Oscar für den Besten Film des Jahres gewinnen, hat das beste PR-Team der Branche angeheuert und die teuerste und beste Kampagne in dieser Oscar-Saison geführt. Roma hat den BAFTA gewonnen und Alfonso Cuarón hat den DGA gewonnen. Viele nicht-amerikanische Academy-Mitglieder könnten für diesen mexikanischen Film stimmen. Noch nie hat ein fremdsprachiger Film den Oscar als Bester Film gewonnen.

Größter Nachteil:  Auch hier ein Unsicherheitsfaktor, wie die Academy-Mitglieder mit einem Netflix-Film umgehen, fremdsprachiger schwarz/weiß-Film mit überwiegend Laienschauspielern. Keine Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt, keine SAG-Ensemble-Nominierung. Viele Academy-Mitglieder werden sich diesen Film wahrscheinlich gar nicht angeguckt haben. 

 

 

 

A Star is Born ist der Film mit den meisten Nominierungen innerhalb der Filmindustrie. Es gibt keinen anderen Film in der Oscar-Saison, der wirklich quasi von allen Verbänden (den Produzenten, den Regisseuren, den Schauspielern, den Autoren, den Kameramännern, den Sound-Experten, den Kostümdesignern, den Make-Up und Hairstylisten und und und) nominiert wurde. Der Film hat aber bisher keinen wichtigen Preis gewonnen. Worauf ist das zurückzuführen? A Star is Born war recht früh, bei vielen Oscar-Experten der Oscar-Favorit. Bradley Cooper hat eine Kampagne als Bester Regisseur geführt, nicht als Bester Schauspieler. Das hat sich dann auch zunächst ausgezahlt, von dem Verband der Regisseure war Bradley Cooper sogar in zwei Kategorien nominiert: In der Kategorie Bestes Regiedebüt und Bester Regisseur. (Gewonnen hat er keine der Kategorien).  Dann wurde ziemlich überraschend Bradley Cooper nicht für den Oscar als Bester Regisseur nominiert. Das erinnerte auf den ersten Blick an Ben Affleck und seiner Nicht-Nominierung als Regisseur für seinen Film „Argo“. Der Unterschied zu „Argo“ ist aber, dass „Argo“ zum Zeitpunkt der Oscar-Nominierungen bereits Kritikerpreise gewonnen hat, die Wähler der HFPA, der Crittic Choice Awards sich bereits für „Argo als Gewinner-Film entschieden hatten. Am Abend der Oscar-Nominierung hat „Argo“ dann den Critic Choice Award gewonnen, drei Tage später den Golden Globe, zwei Wochen später den Preis der Produzenten-Gewerkschaft (PGA) dann den Preis der Schauspiel-Gewerkschaft (SAG), dann hat Ben Affleck (der nicht für den Oscar als Bester Regisseur nominiert war) den Preis der Gewerkschaft der Regisseure (DGA) gewonnen und dann noch den Filmpreis der Briten (BAFTA) Da war es eigentlich klar, dass er – trotz der unüblichen Nicht-Nominierung des Regisseurs – auch den Oscar als Bester Film gewinnt. Dieses Jahr sind genau diese Preise auch alle bereits vergeben worden, A Star is Born hat nichts gewonnen. Vielleicht war die Strategie der Warner (war übrigens bei „Argo“ auch die Warner) A Star is Born bei den Globes als Drama und nicht als Musical/Comedy zu führen, nicht so smart. In dieser Kategorie hätte er vielleicht den Golden Globe gewonnen. So ein erster Gewinn bei einer live im Fernsehen übertragenen Show hätte vielleicht eine Gewinn-Serie ausgelöst. Vielleicht,  vielleicht aber auch nicht. Ein Problem ist sicher auch, dass der Film zu früh (Anfang Oktober) in den amerikanischen Kinos startete und den Hype nicht lange halten konnte. Knapp einen Monat später ist dann „Bohemian Rhapsody“ (die beiden Filme werden merkwürdigerweise oft verglichen) gestartet. Der Hype um A Star is Born war vergessen. Dass Bradley Cooper und sein Film nun aber für, durch die Bank alle Preise nominiert war und keinen gewonnen hat, wird vielleicht (so habe ich es mehrmals gehört) auch etwas mit Neid gegenüber Bradley Cooper zutun haben. Der Mann, der bevor er A Star is Born drehte, bereits vier Oscar-Nominierungen hatte (drei allein als Schauspieler), kann also schauspielern, ist dazu noch attraktiv, hat ein Supermodel als Freundin, kann Drehbücher und Songs schreiben und scheinbar auch noch Regie führen. Den soll man für sein Erstlingswerk als Regisseur auch noch mit großen Preisen überschütten? Es ist so wie es ist. Nun ist A Star ist Born, in meinen Augen, ein Film auf den man sich einigen kann und damit kann er tatsächlich mit dem Preferential Voting System den Oscar als Bester Film gewinnen. Unwahrscheinlich, aber durchaus möglich. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $207,836,984 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 36 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 89% 

Oscar-Nominierungen: 8 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Beste Hauptdarstellerin (Lady Gaga), Bester Nebendarsteller (Sam Elliot), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Ton und Bester Originalsong (Shallow) 

Das Preferential Voting System: Wie auch bei Green Book, der Bohemian Rhapsody-Fan in der Academy könnte A Star is Born als seinen Nr. 2 oder Nr. 3 Film wählen

Welchen wichtigen Oscar könnte A Star is Born außer Bester Film noch gewinnen? Vielleicht Bester Hauptdarsteller, zu diesem Zeitpunkt aber extrem unwahrscheinlich 

Vorteil: A Star is Born war sehr erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse. Hat eine Nominierung für alle Preise innerhalb der Filmindustrie. Der Film gilt zu diesem Zeitpunkt irgendwie als Loser der Oscar-Saison, da er keinen wichtigen Preis gewonnen hat. Das kann auch ein Vorteil sein

Größter Nachteil: Er hat keinen einzigen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen. Keine Regie-und keine Schnitt-Nominierung, bisher gab es keinen Film, der beides nicht hat und trotzdem Bester Film gewann. (es gab aber nicht immer das Preferential Voting System)

 

 

Black Panther ist der erste Superhelden-Film, der jemals für einen Oscar als Bester Film nominiert wurde. Eigentlich ist hier schon die Nominierung der Gewinn. Der Film hat aber auch den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG-Award) gewonnen. Black Panther hat nun aber weder eine Oscar-Nominierung in den wichtigen Kategorien Regie, Schauspiel noch Drehbuch oder Schnitt. Ohne die ist zwar ein Oscar-Gewinn als Bester Film in dem Preferential Voting System möglich, der Film scheint aber die Zustimmung in einigen Berufszweige innerhalb der Academy nicht zu haben. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $700,059,566 total 

Produktionskosten: 210 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 97%

Oscar-Nominierungen: 7 (Bester Film, Beste Filmmusik, Bester Originalsong (All the Stars), Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt)

Das Preferential Voting System: Vermutlich ist Black Panther ein Nr. 1-Film, könnte aber auch ein Nr. 2 oder Nr.3 Film sein oder eben weit unten auf der Liste der Academy-Mitglieder. Bei diesem Film finde ich es sehr schwer, das vorherzusagen.

Welchen wichtigen Oscar könnte Black Panther außer Bester Film noch gewinnen? Keinen, da er in keiner anderen wichtigen Kategorie nominiert wurde. 

Vorteil: Der Film hat den großen Preis der Schauspiel-Gewerkschaft (SAG) gewonnen und es ist erste Blockbuster mit ausschließlich schwarzen Hauptdarstellern. Das läutet in den U.S.A. eine neue Zeit ein, schwarze Künstler sind mit diesem Marvel-Film im Pop-Mainstream angekommen. Der Film ist in den U.S.A. der erfolgreichste Film des Jahres 2018 

Größter Nachteil: Von allen acht nominierten Filmen ist „Black Panther“ der einzige Film, der gar keine andere wichtige Oscar-Nominierung (Regie, Schauspiel, Drehbuch oder Schnitt) hat. Ohne für die Beste Regie nominiert zu sein, ist es relativ unwahrscheinlich, Bester Film zu gewinnen. Es wäre also eine ziemlich Sensation, wenn „Black Panther“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Außerdem sind sowohl Netflix als auch Superhelden-Filme vielen in Hollywood (bzw. in der Academy) ein Dorn in Auge. 

 

 

 

Green Book hat den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen. Seitdem der Film in die amerikanischen Kinos kam, stand (u.a. weil er eine unwahre Geschichte erzählt) in der Kritik. Der Film gilt als altmodisch, ist aber bei den Zuschauern beliebt. „Green Book“ hat dann bei der ersten, im TV live übertragenen Filmpreisverleihung (Golden Globes) den Globe in der Kategorie Best Comedy gewonnen. Nach dem PGA-Gewinn am 19.1.19 und vor den Oscar-Nominierungen am 22.01.19 war Green Book auf einmal der Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film. Dann wurde der Film aber nur in fünf Kategorien und nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert. Ohne eine Regie-Nominierung ist es in dem Preferential Voting System möglich, die Beste Film-Kategorie für sich zu entscheiden, aber relativ unwahrscheinlich. In 90 Jahren Oscar-Geschichte ist es genau vier Filmen (Wings, Grand Hotel, Driving Miss Daisy und Argo) gelungen, den Oscar als Bester Film ohne eine Nominierung des Regisseurs für diesen Film, zu gewinnen. „Green Book“ gilt von seiner Art als der diesjährige „Driving Miss Daisy“. Dass so ein Film im Jahr 1989 den Oscar gewann, war auch schon fragwürdig, aber okayer als im Jahr 2019. Green Book hat aber im Vergleich zu A Star is Born eine Oscar-Nominierung in der nicht unwichtigen Kategorie Bester Schnitt. Mahershala Ali gewinnt ziemlich sicher den Oscar als Bester Nebendarsteller. Also ein Oscar gewinnt „Green Book“ in jedem Fall. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $55,821,331 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 23 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 79%

Oscar-Nominierungen: 5 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt) 

Das preferential voting system: vielleicht mögen Bohemian Rhapsody-Fans innerhalb der Academy Green Book und wählen ihn als ihren Nr. 2 oder Nr.3 Film 

Welchen wichtigen Oscar könnte Green Book außer Bester Film noch gewinnen? Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), vielleicht Bestes Originaldrehbuch, wahrscheinlicher wäre aber The Favourite, First Reformed oder Roma (der Verband der Autoren hat „Eighth Grade“ ausgezeichnet)

Vorteil: „Green Book“ ist der einzige Film aller Oscar-nominierten Filme in diesem Jahr mit einem Happy Ending. Es ist ein Feel-Good-Movie mit dem gerade ältere, weiße Academy-Mitglieder zufrieden sind. Mahershala Ali ist äußerst beliebt in der Branche und wird wohl seinen zweiten Oscar gewinnen, vielleicht reicht das diesen Film zu pushen. 

Größter Nachteil: Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie, ohne die ist es relativ aussichtslos, dass er Bester Film gewinnt. Der Film hat auch nur 5 Oscar-Nominierungen. Außerdem fehlt dem Film eine Nominierung der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) als Bestes Ensemble. Dann gibt es einen großen Unsicherheitsfaktor, inwieweit konnte die heftige Kritik an dem Film die Academy-Mitglieder beeinflussen? 

 

 

 

Vice ist wahrscheinlich auch ein Film, den man liebt oder hasst. Ich fand ihn furchtbar. Der Film hat aber auch alle Oscar-Nominierungen, die man braucht, um den Oscar als Bester Film zu gewinnen: Beste Regie, drei Schauspiel-Nominierungen, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $44,083,963 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 60 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 66%

Oscar-Nominierungen: 8 (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Amy Adams), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-Up und Beste Frisuren)

Das preferential voting system: hat meines Erachtens keine Chance, ist bei nicht genug Academy-Mitgliedern ein Nr. 1-Film und kein typischer Nr. 2 oder Nr. 3-Film.

Welchen wichtigen Oscar könnte Vice außer Bester Film noch gewinnen?  Bester Schnitt (wenn in dieser Kategorie nicht der beste Schnitt, sondern die meisten Schnitte ausgezeichnet werden). Christian Bale ist mittlerweile sehr unwahrscheinlich, vielleicht Bestes Originaldrehbuch (wobei das wohl eher an The Favourite, First Reformed, Roma oder Green Book geht)

Vorteil: 8 (auch wichtige) Oscar-Nominierungen 

Größter Nachteil: Vice ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt. Der Film hat nicht mal seine Produktionskosten eingespielt (ganz zu schweigen vom Marketing). Vice ist längst nicht so gut wie McKays „The Big Short“ und auch der hat nur einen Oscar für das Beste Originaldrehbuch gewonnen

 

 

 

Bohemian Rhapsody zu dem Film fällt mir nicht viel ein, in der Liste der Oscar-nominierten Filme  hat er, in meinen Augen, schlichtweg nichts zu suchen.  Es ist ein Film für den Massengeschmack. Das wäre ein Film für den Best Popular Oscar (wie auch Black Panther). Qualitativ fällt dieser Film nicht positiv auf, nur die Musik von Queen ist gut und daher lieben auch viele den Film. Eigentlich ziemlich clever so einen Film zu produzieren. Bryan Singer ist der Regisseur des Films und keiner möchte mit ihm in Verbindung gebracht werden. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $208,536,373 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 55 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 61% 

Oscar-Nominierungen: 5 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Rami Malek), Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bester Schnitt) 

Das Preferential Voting System: kaum ein Academy-Mitglied wird diesen Film auf einer der ersten Plätze setzen. 

Welchen wichtigen Oscar könnte Bohemian Rhapsody außer Bester Film noch gewinnen? Bester Hauptdarsteller (Rami Malek) 

Vorteil: Der Film wurde von der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) für das Beste Ensemble nominiert. Bohemian Rhapsody ist der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse des Jahres 2018

Größter Nachteil: Die Academy hat derzeit genug Baustellen. In den letzten Monaten hat A.M.P.A.S. ständig irgendetwas angekündigt, um es dann kurze Zeit später (aufgrund heftigster Kritik) wieder zurückzuziehen. Erst war es die Kategorie Best Popular Film, dann Kevin Hart als Oscar-Gastgeber, dann dass die vier Kategorien (inklusive zwei der wichtigsten Beste Kamera und Bester Schnitt – ohne die gibt es schlichtweg gar keinen Film!!!) nicht komplett während der Live-Show, sondern auch während der Werbepausen ausgehändigt werden. Bei den Kategorien bleibt es jetzt wie es ist bzw. wie es immer war und einen Oscar-Gastgeber wird es 2019 nicht geben. Die Academy macht sich gerade etwas lächerlich. Da kann sie es sich nicht jetzt noch leisten, einen der schlechtesten Filme des Jahres mit dem Oscar als Bester Film auszuzeichnen.

 

Hier meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom September (da hatte ich auf „Roma“ als Gewinner-Film getippt)

Hier meine zweite Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom November (da hatte ich auf „Roma“ als Gewinner-Film getippt)

Meine Meinung zu Oscar-Nominierungen 2019  (auch hier war ich noch sicher mit „Roma“) 

 

Aufgrund der Statistiken, Fakten, dem Hörensagen und dem Wahlsystem, das den Besten Film bestimmt, neige ich für meine persönliche Wette (die ich kurz vor den Oscars veröffentliche) derzeit dazu, auf BlacKkKlansman zu tippen, auch bei The Favourite kann ich es mir irgendwie vorstellen, dass er Bester Film gewinnen könnte. Ganz möchte ich mich aber von Roma noch nicht verabschieden. Ich werde mir das Ganze noch ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen. 

 

Szenen aus allen acht, für den Oscar nominierten Filmen:

 

 

 

Berlin (ale) – Film: „Der Goldene Handschuh“

Ich war am 10.02.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Der Goldene Handschuh“ (englischer Filmtitel: „The Golden Glove“, dt. Kinostart: 21.02.19)   110 min  drama, adaptation, biopic  

dir. Fatih Akin  cast: Jonas Dassler, Margarethe Tiesel, Katja Studt, Martina Eltner-Acheampong, Hark Bohm, Jessica Kosmalla, Barbara Krabbe, Tilla Kratochwil, Uwe Rohde, Marc Hosemann

 

In den 1970er Jahren in Hamburg. Die Kiez-Kneipe „Der Goldene Handschuh“ ist Heimat für viele gescheiterte Existenzen. Der Hilfsarbeiter Fritz Honka (Jonas Dassler) reißt hier ältere, alleinstehende Frauen auf, betrinkt sich mit ihnen und nimmt sie mit zu sich nach Hause. Niemand bemerkt dabei, dass einige der Frauen für immer verschwinden…

 

C- (Wertung von A bis F) „Der Goldene Handschuh“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk. Dem Film und der Filmvorlage liegt der reale Fall des Frauenmörders Fritz Honka zugrunde. Es ist der neue Film des deutschen Filmemachers Fatih Akin („Gegen die Wand“, „Auf der anderen Seite“, „Aus dem Nichts“).

Vielleicht hätte ich mir einfach eine reine Milieustudie gewünscht. Wenn Fatih Akin Ansätze in seinem Film davon zeigt, war ich durchaus begeistert. Angefangen von den ausgewählten Typen, den Nebenschauspielern bis hin zu den authentischen Kostümen, dem Szenenbild inklusive der detailgetreuen Accessoires (sowohl in der Kiez-Spelunke als auch in Honkas völlig überladener Mansardenbude). Dann taucht aber immer wieder Quasimodo (also nicht wirklich Quasimodo, aber einer der so aussieht) auf als würde der aus einem Parallelfilm stammen, den man irgendwie dazwischen geschnitten hat. Oft wird bei Filmen, die auf Geschichten realer Personen basieren, am Ende Originalfotos eben dieser Persönlichkeiten eingeblendet. Hier macht es den Anschein, als würde Fatih Akin den Zuschauern ein Beweisfoto liefern wollen, seht her: er sah wirklich übel  aus. Gut, Fritz Honka war nun keine Schönheit, aber wie der Serienmörder in diesem Film darstellt wird, ist er von geradezu absurder Hässlichkeit geprägt. Die meisten Szenen mit diesem gestörten Fritz Honka sind entweder unfreiwillig komisch oder ekel- und grauenhaft, definitiv aber unnötig in die Länge gezogen. Bei den Gewaltszenen hört Honka 1970er-Jahre-Schlagermusik, was in diesem Film auch als Stilmittel gebraucht wird und damit zu gewollt und aufgesetzt wirkt. Lieber schnell wieder zurück in die authentische Arme-Leute-Kneipe, da ist dann auch die Schlagermucke ertragbar und der Film irgendwo doch gar nicht so schlecht. 

„Der Goldene Handschuh“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2019 gezeigt. Dort lief der Film im Wettbewerb. Ich habe ihn auf diesem Filmfestival gesehen. Gezeigt wurde die deutsche Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. Der Film hat derzeit noch keinen amerikanischen Verleiher gefunden. „Der Goldene Handschuh“ startet am 21.02.19 in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

Berlinale 2019 

Man könnte meinen, ein Filmfest in meiner Heimatstadt würde mich weniger stressen als eines in New York oder München. Weit gefehlt. Im direkten Vergleich zu dem Tribeca Film Festival und den New York Film Festival (die ich beide seit einigen Jahren regelmäßig besuche) ist die Berlinale generell unübersichtlich. Die Website der 69. Berlinale gleicht einer Katastrophe. Das Mini-Kontingent an Online-Tickets ist längst nicht mehr zeitgemäß. Ich kann auch gar nicht nachvollziehen, warum sich Leute immer noch in Massen an den Vorverkaufs- und Tageskassen anstellen. Ihnen bleibt aber wahrscheinlich nichts anderes übrig, da die Online-Tickets innerhalb von, manchmal Sekunden ausverkauft sind. Da ich mich grundsätzlich nicht für Berlinale-Tickets irgendwo anstelle, kann ich nur von Glück sprechen, dass ich tatsächlich auf der Website fünf Karten für fünf Filme, die auch alle sehen wollte, ergattern konnte. Richtig verärgert mich jedoch der völlig ungeordnete Einlass ins Kino. Das ist wirklich beispiellos. Da bilden sich also am Eingang vor dem Kino zwei Schlangen, eine für die Kartenbesitzer und eine für die Akkreditierten (soweit normal). Irgendwann bilden sich aber Nebenschlangen (es gibt immer Leute die sich für besonders schlau halten bzw. sich einfach, weil sie später kommen, nicht in die lange Schlange einreihen wollen) und wenn dann das Kino (der Eingang) geöffnet wird, stürmen alle gleichzeitig von überall los und drängeln was das Zeug hält. Unfassbar. Vielleicht ist das eine menschliche Reaktion, aber dann muss hier von den Organisatoren für Ordnung gesorgt werden. (Bei beiden Filmfestivals in New York  werden zig Freiwillige für die Zeit angestellt und simple Absperrungen verhindern ein Vordrängeln). Wie es auf der Berlinale abläuft ist es jedenfalls völlig chaotisch und extrem nervig für alle Festivalteilnehmer. 

Berlin – Film: „Cold Pursuit“

Ich war am 25.01.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Cold Pursuit“ (dt. Filmtitel: „Hard Powder“, dt. Kinostart: 28.02.19)  119 min  thriller, remake 

dir. Hans Petter Moland  cast: Liam Neeson, Laura Dern, John Doman, Emmy Rossum, Tom Bateman, Micheál Richardson

 

Nels Coxman (Liam Neeson) arbeitet als Schneepflugfahrer in einem Skigebiet in den Rocky Mountains. Dort lebt er mit seiner Frau (Laura Dern) und seinem Sohn Kyle (Micheál Richardson). Als ihm mitgeteilt wird, dass sein einziger Sohn an einer Überdosis Heroin verstorben ist, will er das nicht wahrhaben. Kyle war ganz sicher nicht drogensüchtig, er hat sich aber scheinbar mit den falschen Leuten eingelassen. Nels begibt sich auf Spurensuche…

 

B- (Wertung von A bis F) „Cold Pursuit“ ist ein Remake des norwegischen Films „In Order of Disappearance“ („Kraftidioten“). Der norwegische Filmemacher Hans Petter Moland hat sowohl bei dem Originalfilm, als auch bei diesem englischsprachigen Remake Regie geführt. 

Die Liam-Neeson-Actionthriller sind quasi schon ein eigenes Sub-Genre. Ich habe mich mittlerweile von dem Gedanken verabschiedet, dass der Schauspieler dauerhaft seiner Actionhelden-Laufbahn den Rücken kehrt und wieder – wie früher – herausfordernde  Rollenangebote annimmt. Die Actionfilme mit ihm (Taken 1-3, Unknown, Non-Stop, A Walk Among the Tombstones, Run All Night, The Commuter) ähneln sich alle, sind irgendwo spannend, aber kommen nie über das Mittelmaß hinaus. Nun, „Cold Pursuit“ sticht aus seinem bisherigen Action-Brei etwas hervor. Der Filmemacher hat eine schräge Herangehensweise, seine Geschichte zu erzählen. Ich kannte seinen norwegischen Originalfilm nicht und musste seinen Humor für mich zunächst mal einordnen. Einige Regieentscheidungen (alleine die Würdigung der einzelnen Toten) manche Szenen und die Musikauswahl erinnerten immer wieder kurz an Filme der Coen Bros. Die begnadeten Regiebrüder schaffen mit ihrem subtilen Humor und teils skurrilen Charakteren immer wieder Meisterwerke. Der norwegische Filmemacher versucht sich etwas in dieser Welt. Sein „Viking“ ist jedoch eine Karikatur von einem Bösewicht (soll er vielleicht auch sein – ein passenderer und besserer Schauspieler hätte dem Film aber sicher nicht geschadet). Auch die Figur der asiatischen Ehefrau war mir zu überzogen und hat mich rausgebracht. Letztlich hat der Film aber seine Momente (der beste ist einer, nicht in die deutsche Synchronisation transportierbarer in einem Hotel). Der Film ist durchaus sehenswert, aber im Vergleich zu den anderen Liam Neeson-Actionthrillern ist dieser schwarzhumorige schon etwas irritierend. 

„Cold Pursuit“ ist am 8.2.19 in 2,630 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet am 28.02.19 unter dem Titel „Hard Powder“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen: 

 

San Francisco – Film: „Escape Room“

Ich war am 10.01.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Escape Room“ (dt. Kinostart: 28.02.19)  100 min  thriller, horror

dir. Adam Robitel  cast: Taylor Russell, Logan Miller, Jay Ellis, Deborah Ann Woll, Tyler Labine, Nik Dodani 

 

Die Physikstudentin Zoey (Taylor Russell), der Lagerist Ben (Logan Miller) und der Finanzanalyst  Jason (Jay Ellis) kennen sich nicht, jeder von ihnen hat aber eine mysteriöse Box erhalten. Die ist mit einer Einladung verbunden, ein Rätsel sollen sie lösen und 10.000 Dollar können sie auch noch gewinnen. In einem Gebäude in Chicago treffen sie außerdem noch auf Amanda (Deborah Ann Woll), Mike (Tyler Labine) und Danny (Nik Dodani). So richtig wissen die Sechs nicht auf was sie sich da einlassen, das wird sich aber schon bald ändern…

 

C- (Wertung von A bis F) „Escape Room“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Adam Robitel („Paranormal Activity: The Ghost Dimension“, „Insidious: The Last Key“). 

Es ist kein Geheimnis, dass die Filme, die im Januar in den U.S.A. starten, nichts taugen. Zu dieser Zeit laufen immer noch die ganzen Oscar-Filme, da will kein Verleih das Risiko eingehen, dass sein, vielleicht guter Film untergeht. Eigentlich ist damit alles über „Escape Room“ gesagt. Aber gut, noch ein paar Worte mehr. Ich mag es nicht, wenn ein Film mit einer Szene, die man später im Film sieht, beginnt. Aber auch ohne diese Einleitung ist der Film vorhersehbar, alleine dadurch, dass nur drei der sechs Charaktere richtig vorgestellt werden. Das Setdesign dieser Escape Rooms hat mir aber gefallen und auch die Hintergrundstories der einzelnen Charaktere sind grundsätzlich nicht uninteressant. Irgendwann sind die Räume und Rätsel aber ermüdend, die Logiklücken nur noch ärgerlich und der Filmemacher verpasst es, seinen Horrorthriller mit einem okayen Ende abzuschließen. 

Ein zweiter Teil von „Escape Room“ ist wohl unvermeidlich.  

„Escape Room“ ist am 4.1.19 in 2,717 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet am 28.02.19 in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Greta„

Bewertung des Trailers: F (Trailer verrät scheinbar den kompletten Film)

Kommentar: Neil Jordans neuer (Horror-) Film mit Isabelle Huppert, Chloe Grace Moretz und Maika Monroe

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Happy Death Day 2U„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm „Happy Death Day“

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Pet Sematary„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King. Dieser Film kann nur besser sein als der Film aus dem Jahr 1989. In der Neuverfilmung spielen Jason Clarke und John Lithgow mit.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Prodigy„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Alita: Battle Angel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Robert Rodriguez´neuer Film, basierend auf einem Manga mit Christoph Waltz, Mahershala Ali und Jackie Earle Haley

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Warum? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 


Trailer v. Film: „The Intruder„

Bewertung des Trailers: F (auch dieser Trailer verrät scheinbar den gesamten Film) 

Kommentar: Thriller mit Dennis Quaid 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Berlin – Film: „Cold War“

Ich war am 10.01.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Cold War“ (dt. Filmtitel: „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“, dt. Kinostart: 22.11.18)  89 min  drama

dir. Pawel Pawlikowski  cast: Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kuleza, Jeanne Balibar

 

Vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Polen. Im Auftrag des sozialistisches Regimes soll ein Folklore-Ensemble zusammengestellt werden. Dafür reisen der Komponist Wiktor (Tomasz Kot), die Gesangslehrerin Irena (Agata Kulesza) und der Parteifunktionär Kaczmarek (Borys Szyc) in die Provinz und suchen nach polnischem Liedgut, Volkstänzen und Bewerbern für das Ensemble. Bei einem Gesangswettbewerb verguckt sich Wiktor (Tomasz Kot) in die attraktive Sängerin Zula (Joanna Kulig). Zula wird unter den Bewerbern für das Ensemble ausgewählt. Aus Wiktor und Zula wird ein heimliches Liebespaar, bis sie ihm eines Tages etwas gesteht…

 

A- (Wertung von A bis F) „Cold War“ ist der neue Film des polnischen Filmemacher Pawel Pawlikowski. Für seinen Film „Ida“ hat der den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film gewonnen. Dieses Liebesdrama zur Zeit des Kalten Krieges wurde von der Beziehung von Pawlikowskis Eltern inspiriert, der Regisseur hat den Film seinen, inzwischen verstorbenen Eltern gewidmet.

Unweigerlich hat mich dieser exzellent fotografierte Schwarz-Weiß-Film in seinen Bann gezogen. Zunächst war es der attraktive Wiktor, dann dieses rebellische Mädchen und schließlich ihre Geschichte. „Cold War“ spielt – wie der Filmtitel vermuten lässt – zur Zeit des Kalten Krieges und erzählt über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren eine ergreifende (Liebes-) Geschichte. Ein Liebespaar aus einem sozialistischen Land, das von einer gemeinsamen und besseren Zukunft im Westen träumt. Sie hat nicht genug Selbstvertrauen in sich und ihre Liebe, das Paar wird getrennt und das ist natürlich noch nicht das Ende der Geschichte. 

Bilder, Szenen, aber auch die Stimmung des Films sind etwas, was ich so schnell nicht vergesse. „Cold War“ ist ein schnörkelloser Film, den ich mir mit Leichtigkeit wieder ins Gedächtnis zurückrufen kann. Mit dem Filmende war ich allerdings nur so mittelzufrieden. 

„Cold War“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018.

„Cold War“ hat im Jahr 2018 fünf European Film Awards gewonnen (Bester europäischer Film, Bester europäischer Regisseur, Beste europäische Schauspielerin, Joanna Kulig, Bester europäischer Drehbuchautor und Bester europäischer Schnitt. Der Film wurde für Polen als Kandidat in der Kategorie bester fremdsprachiger Film für die Oscars eingereicht. Der Film wurde für drei Oscars (Beste Regie, Beste Kamera und Bester nicht-englischsprachiger Film) nominiert.  

„Cold War“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Pawel Pawlikowski den Regiepreis gewonnen. Der Film ist am 21.12.18 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 217 Kinos landesweit.  Der Film läuft unter dem Filmtitel: „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ seit dem 22.11.18 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in Deutschland gesehen. In dem Kino meiner Wahl lief der Film leider nur in der Synchronisation. Teile des Films sind in Französisch und Italienisch mit deutschen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Capernaum„

Bewertung des Trailers: B- (Trailer in der Synchro) 

Kommentar: libanesischer Film, der als bester nicht-englischsprachiger Film für den Oscar nominiert wurde

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Yuli„

Bewertung des Trailers: C (Trailer in der Synchro) 

Kommentar: Film über den kubanischen Ballet-Star Carlos Acosta

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Beautiful Boy„

Bewertung des Trailers: C+ (Trailer in der Synchro) 

osKommentar: Familiendrama

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B- (Trailer in der Synchro) 

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Netflix – TV-Serie: „Russian Doll“

Ich habe mir folgende Netflix-Serie angeschaut:

 

„Russian Doll“  (dt. Serientitel: „Matrjoschka“, seit dem 1.2.19 auf Netflix zu sehen)  8 x approx. 25 min  comedy, drama  

dir. Leslye Headland, Jamie Babbit, Natasha Lyonne  cast: Natasha Lyonne, Greta Lee, Yul Vazquez, Charlie Barnett, Elizabeth Ashley, Rebecca Henderson, Brendan Sexton III, Dascha Polanco, Chloe Sevigny 

 

Nadia (Natasha Lyonne) durchlebt ihren 36. Geburtstag immer und immer wieder. Hat sie ein Déjà-vu oder hat es vielleicht etwas mit dem Israeli Joint zutun, den ihr ihre Freundin Maxine (Greta Lee) gegeben hat? Nadia steckt irgendwie in einer endlosen Zeitschleife fest. Sie muss herausfinden, warum und wie sie da wieder herauskommt…

 

B (Wertung von A bis F) Die Serienschöpfer von „Russian Doll“ sind drei amerikanische Frauen: die Comedian, Schauspielerin und Synchronsprecherin Amy Poehler („Saturday Night Live“, TV-Serie „Parks and Recreation“ Baby Mama, Inside Out), die Schauspielerin Natasha Lyonne (TV-Serie „Orange is the New Black“) und die Dramaturgin, Autorin und Regisseurin Leslye Headland. Natasha Lyonne spielt in dieser Serie auch die Hauptrolle. 

Optisch zählt die Protagonistin Nadia zu den Frauen, die mir gar nicht liegen. Sobald sie jedoch den Mund aufmachte, habe ich die schlagfertige, gerne schlecht gelaunte und zynische New Yorkerin direkt in mein Herz geschlossen. Nadia ist nun auf ihrer Geburtstagsfeier, stirbt irgendwann und landet wieder auf ihrer eigenen Geburtstagsparty, undsoweiterundsoweiter. Wie sie versucht, dem Ganzen einen Sinn abzugewinnen ist wirklich amüsant, anzuschauen. Mehr möchte ich über die Handlung nicht verraten. Es lohnt sich aber definitiv, mal einen Blick zu riskieren, eine Episode ist auch nur knapp eine halbe Stunde lang. Insgesamt ist die die TV-Serie nur rund vier Stunden lang. 

„Russian Doll“ ist sehr „New York“ (genauer East Village) und repräsentiert vieles, was ich an der Stadt und ihren Bewohnern so liebe. Die Serie lebt natürlich durch ihre Protagonistin Nadia. Um Nadia in ihrer ganzen Blüte zu erleben, bleibt einem jedoch nichts anderes übrig, als die Kurz-Serie in der Originalfassung (damit man nichts der teils brillanten Dialogen verpasst, vielleicht mit englischen Untertiteln) zu sehen. Ich habe einige Male lauthals lachen müssen, fand den Soundtrack cool und die gesamte Staffel wirklich kurzweilig. 

Gegen Ende (gerade mit der siebenten Episode „The Way Out“) schwächelt „Russian Doll“ etwas, das Staffelende fand ich dann auch nur mittel. 

Meine Lieblingsepisode: Definitiv Episode 3 („A Warm Body“), die habe ich mir auch mehrmals angeschaut. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Nadia ist New Yorkerin und entwickelt Videospiele. Gerade ist sie 36 Jahre alt geworden. Ihre beste Freundin Maxine (gespielt von Greta Lee) hat ihr eine Geburtstagsparty organisiert. Nadias Katze Oatmeal ist seit drei Tagen verschwunden. Naja und dann stirbt sie und erlebt ihren Geburtstag wieder und wieder…Gespielt wird Nadia von der amerikanischen Schauspielerin Natasha Lyonne. Sie hat in den „American Pie“-Filmen mitgespielt, richtig bekannt wurde sie jedoch durch ihre Rolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie auch für einen Emmy nominiert.

Alan wollte eigentlich seiner Freundin Beatrice (gespielt von Dascha Polanco) einen Heiratsantrag machen, es kommt aber alles anders. Eines Tages trifft er auf Nadia. Gespielt wird Alan von dem amerikanischen Schauspieler Charlie Barnett. Mir kam er bekannt vor, vermutlich habe ich ihn in der nicht so guten Serie „Secrets and Lies“ registriert. Die anderen TV-Serien in denen er mitspielte „Chicago Fire“ und „Valor“ habe ich nicht gesehen. Charlie Barnett hat sogar mal in einer Episode von „Orange is the New Black“ mitgespielt. 

Maxine ist einer der besten Freundinnen von Nadia (gespielt von Natasha Lyonne). Max ist mein zweitliebster Charakter der Serie. Gespielt wird Maxine von der koreanisch-amerikanischen Schauspielerin Greta Lee. Sie kam mir auch bekannt vor. Sie hat beispielsweise in den TV-Serien Nurse Jackie und „Wayward Pines“ mitgespielt. 

John ist Nadias Ex-Freund. Gespielt wird John von dem kubanisch-amerikanischen Schauspieler Yul Vazquez. Er hat in vielen Kinoprojekten („American Gangster“, „Che: Part One & Two“, Captain Phillips, Kill the Messenger, Glass Chin, Last Flag Flying) mitgespielt. Auch hatte er eine größere Rolle in der HBO-Serie „Divorce“. 

„Russian Doll“ läuft in Deutschland auch unter dem Titel „Matrjoschka“ und ist seit dem 1.2.19 auf Netflix zu streamen. Eine zweite Staffel ist bereits im Gespräch. 

Trailer zu sehen: 

 

Netflix – Serie: „Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes“

Ich habe mir folgenden Netflix-Mehrteiler angeschaut:

 

„Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes“  (dt. Doku-Titel: „Ted Bundy – Selbstporträt eines Serienmörders“, seit dem 24.01.19 auf Netflix zu sehen)  4 x approx. 55 min   documentary

dir. Joe Berlinger  cast: Stephen Michaud, Hugh Aynesworth, Bob Keppel, Ted Bundy

 

Vor dreißig Jahren, am 24.01.1989, wurde der berüchtigte Serienmörder Ted Bundy hingerichtet. Er gestand, mehr als dreißig Frauen getötet zu haben. Wahrscheinlich gehen aber weit mehr Morde auf sein Konto… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes“ ist eine vierteilige Doku-Serie. Bei diesem Streaming-Format hat der amerikanische Filmemacher Joe Berlinger („Paradise Lost“-Trilogie, „Metallica: Some Kind of Monster“), Regie geführt. Der Regisseur hat Ted Bundy sowohl diese Doku-Serie als auch den Spielfilm „Extremely Wicked, Shocking Evil and Vile“ gewidmet. Dieser wurde jetzt erstmalig auf dem diesjährigen Sundance Filmfestival vorgestellt und soll voraussichtlich noch dieses Jahr in die Kinos kommen. 

Ich liebe True Crime-Formate ob in Podcast-, Doku oder Spielfilmform (The Jinx,  „Making a Murderer“, The Imposter, Foxcatcher, O.J.: Made in America, The People v. O. J. Simpson, The Assassination of Gianni Versace usw…), außerdem mag ich generell Serienmörder-Stories, demzufolge habe ich natürlich direkt auf „Play“ gedrückt, als die vierteilige Doku-Serie über Ted Bundy bei Netflix veröffentlicht wurde. 

Ted Bundy war gut aussehend, charmant, gebildet, redegewandt, hatte ein abgeschlossenes Psychologie-Studium, begann sein Jura-Studium, hat nebenbei Wahlkampf für einen republikanischen Politiker gemacht, hatte Freundinnen mit denen er normale Beziehungen führte – was hat diesen Mann dazu veranlasst, so viele Frauen zu töten? 

Im Jahr 1980 versuchten die beiden Journalisten Stephen Michaud und Hugh Aynesworth der rätselhaften Persönlichkeit von Ted Bundy auf die Spur zu gehen. Zu dem Zeitpunkt der Interviews war er bereits ein verurteilter Serienmörder und saß in der Todeszelle. Er wollte Journalisten seine Geschichte erzählen und irgendwie erreichen, dass sein Fall neu aufgerollt wird. Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben die Journalisten mit dem berüchtigten Serienmörder gesprochen, dabei entstanden rund 100 Stunden Interview-Material auf ca. 75-80 Kassetten. 

Dieser Doku-Mehrteiler führt einen in die U.S.A. der 1970er Jahre. Seinerzeit gab es erstmalig das Phänomen der Serienmörder (Charles Manson, Son of Sam, The Hillside Strangler, John Wayne-Gacy, etc.). Im Jahr 1974 verschwanden auf einmal, zunächst im Bundesstaat Washington, viele junge Frauen. Der Ted Bundy-Fall bringt einen zwangsläufig auch zu den Anfängen des Profilings des (neuen) FBIs (hierzu kann ich nur die brillante Neflix-Serie Mindhunter empfehlen). Die Kriminaltechnik und die Technik im Allgemeinen waren logischerweise noch nicht auf dem Stand von Heute. Eine DNA-Analyse gab es noch nicht und die Ermittlungsteams der Polizei  in den einzelnen amerikanischen Bundesstaaten waren auch noch nicht untereinander vernetzt. Dadurch konnte Ted Bundy über einen längeren Zeitraum in mindestens fünf verschiedenen amerikanischen Bundesstaaten über 30 Frauen töten. Relativ am Anfang seiner Mordserie galt er sogar mal als Hauptverdächtiger, musste aber wieder freigelassen werden, da es einfach schwer war, ihm Taten nachzuweisen. Ins Visier der Gesetzeshüter kam er (jedes Mal) durch eine simple Verkehrskontrolle. Bundy war einer der ersten Serienmörder, der später, als er in der Todeszelle saß, mit dem FBI zusammenarbeitete und Täterprofile für Serienmörder erstellte. 

Ich finde den deutschen Titel dieser Doku-Reihe etwas irreführend. Ted Bundy war sicherlich ein Narzisst und hätte die Aufmerksamkeit geliebt, die ihm diese Dokumentation entgegenbringt. Es ist aber kein Selbstporträt dieses Serienmörders. Dieser Doku-Mehrteiler geht der Frage nach, was Ted Bundy für eine Persönlichkeit war, zeichnet seinen Lebenslauf (und seine gestandenen Morde) chronologisch nach. Ich fand es verstörend, aber auch wahnsinnig faszinierend, Ted Bundy in den Film- und Audioaufnahmen zu sehen und seine Stimme zu hören. Es kommen aber auch viele andere zu Wort, beispielsweise die beiden Journalisten, die ihn interviewten, viele Weggefährten von Ted Bundy, sowie die damals ermittelnden Polizisten, sein Psychologe, sein Verteidiger, selbst seine Mutter, seine Ex-Freundin Elizabeth Kloepfer und sogar eines seiner Opfer, die ihm entkommen konnte. Die Dokumentation arbeitet viel mit Archivfotos und Original Audio- und Filmaufnahmen, von denen man sich letztendlich selbst ein Bild von diesem berüchtigten Serienmörder machen kann. 

Schockiert hat mich, was Ted Bundy in der amerikanischen Gesellschaft bewirkt hat. Von Frauen, die den vor Gericht stehenden Serienmörder anhimmelten bis hin zu den Amerikanern, die sich vor dem Gefängnis versammelten und seine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl wie ein Volksfest feierten. Sein Prozess in Florida war die erste Gerichtsverhandlung, die live im Fernsehen übertragen wurde. Das hat einen bis dahin nie da gewesenen Medienrummel ausgelöst. 

„Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes“ ist seit dem 24.01.19 auf Netflix zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

Netflix – Film: „Outside In“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Outside In“ (in Deutschland auf Netflix zu sehen)   109 min   drama 

dir. Lynn Shelton  cast: Jay Duplass, Edie Falco, Kaitlyn Dever, Ben Schwartz

 

Chris (Jay Duplass) wurde nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Einen großen Anteil an seiner Entlassung hat seine ehemalige High School-Lehrerin Carol (Edie Falco). Über viele Jahre hat sie sich für Chris eingesetzt und auch intensiven Kontakt zu ihm gehalten. Für den 38-jährigen Chris ist sie jetzt die einzige Bezugsperson, nur ist Carol verheiratet und hat mit Hildy (Kaitlin Deve) eine Teenager-Tochter… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Outside In“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Lynn Shelton („Touchy Feely“, Your Sister´s Sister).

Seit ich drei Monaten zuvor Sunday´s Illness auf Netflix entdeckte, habe ich immer wieder geschaut, eine ähnliche Indie-Perle zu entdecken. Mit diesem Film habe ich sie gefunden.

„Outside In“ ist ein Drama, das von seinen beiden authentischen Charakteren lebt. Chris ist nach zwanzig Jahren endlich aus dem Gefängnis entlassen worden, saß wohl zu Unrecht, jetzt darf er nicht gegen die Bewährungsauflagen verstossen. Zunächst kommt er bei seinem Bruder unter, er sehnt sich aber nach einem einfachen, normalen Leben in dieser, für ihn veränderten Welt. Einen Job findet er nicht so einfach, entsprechend hat er viel Zeit und sucht den Kontakt zu seiner ehemaligen Lehrerin, einer um einiges älteren Frau, die über die ganzen Jahre auch seine Bezugsperson im Gefängnis war. Der 38-jährige Chris hat etwas so sympathisches und schützenswertes. Als Zuschauer ist man die ganze Zeit bei ihm, hat aber – zumindest trifft es für mich zu – das Gefühl, man begleitet ein Hundebaby, bei dem man ständig Angst hat, dass er nicht auf dumme Ideen kommt bzw. andere Leute könnten ihn vom rechten Weg abbringen. 

Jay Duplass und Edie Falco sind so „echt“, wie ich es mir immer von Schauspielern wünsche. Andere Akteure kann ich mir in diesen beiden Rollen nicht vorstellen. „Outside In“ ist ein Beispiel für exzellentes American Independent Cinema. Es sind oftmals die kleinen Filme, die wirklich überraschen und berühren können. 

„Outside In“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. (Anmerkung: Mein Beitrag zu diesem Film kommt sehr verspätet, genauer gesagt, Monate nachdem ich den Film erstmalig gesehen habe).

„Outside In“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 30.03.18 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Er war in nicht mehr als 16 Kinos landesweit zu sehen. Aktuell läuft er immer noch bei Netflix, auch in Deutschland. 

Trailer zu sehen:

D. C. – Film: „If Beale Street Could Talk“

Ich war am 7.1.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„If Beale Street Could Talk“  (dt. Filmtitel: „Beale Street“, dt. Kinostart: 07.03.19) 119 min drama, adaptation

dir. Barry Jenkins  cast: KIKI Layne, Stephen James, Regina King, Colman Domingo, Teyonah Parris, Brian Tyree Henry, Fin Wittrock, Diego Luna, Dave Franco

 

In den 1970er Jahren in New York. Die 19-jährige Tish (KiKi Layne) ist schwanger, Vater ist der 22-jährige Fonny (Stephan James). Tish muss ihr Baby unehelich auf die Welt bringen, ihr Freund sitzt nämlich im Gefängnis. Unschuldig, aber beweisen kann er seine Unschuld nicht….

 

B+ (Wertung von A bis F) „If Beale Street Could Talk“ basiert auf James Baldwins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Barry Jenkins (Moonlight).

Barry Jenkins erzählt in seinem unaufdringlichen und sehr poetischen Film eine Liebesgeschichte und rechnet zugleich mit dem amerikanischen Justizsystem ab. 

Tish und Fonny kennen sich seit frühester Kindheit, irgendwann verlieben sich die Teenager ineinander, sie wollen zusammenziehen, dann kommt es zu einem Zwischenfall und Fonny wird kurz darauf verhaftet. Er wird verdächtigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Obwohl Fonny ein Alibi hat und unschuldig ist, landet er im Gefängnis. 

Der Filmemacher hat hier eine nicht-lineare Erzählweise gewählt und nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere und die Geschichte.

Der Film thematisiert Polizeigewalt gegen Schwarze und Rassismus im Justizsystem. „If Beale Streat Could Talk“ spielt in den 1970er Jahren, aber noch heute kommt es in den U.S.A. zu Masseninhaftierungen von Dunkelhäutigen, die  – wenn sie ihre Unschuld nicht beweisen können –  sich auf einen Deal einlassen, um nicht noch länger ins Gefängnis zu wandern. 

Mich hat der Film leider nicht so berührt, wie ich es gerne gehabt hätte. Die Hauptdarstellerin (KiKi Layne) ist zwar bildhübsch, ihr mangelt es aber an Charisma und auch etwas an schauspielerischem Talent. Vordergründig ist mir bei diesem Film die Bildsprache und die Filmmusik als besonders schön in Erinnerung. Dass am letzten Dienstag „If Beale Street Could Talk“ nicht mit einer Oscar-Nominierung für die Beste Kamera bedacht wurde, kann man eindeutig als Fehlentscheidung bezeichnen. Roma, „Cold War“ und „If Beale Street Could Talk“ sind die drei am kunstvollsten fotografierten Filme dieser Oscar-Saison.  

„If Beale Street Could Talk“ wurde für drei Oscars (Beste Nebendarstellerin Regina King, Bestes adaptiertes Drehbuch und Beste Filmmusik) nominiert. Update: „If Beale Street Could Talk“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin – Regina King) gewonnen. 

„If Beale Street Could Talk“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 14.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 11.01.19 läuft er landesweit in 1,018 Kinos in den U.S.A. In Deutschland wird der Film unter dem Titel „Beale Street“ am 07.03.19 in den Kinos starten.

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mapplethorpe„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über den New Yorker Fotografen Robert Mapplethorpe

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Cold War„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Everybody Knows„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Asghar Farhadis neuer Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Wenn der Film bloß so gut wäre wie der Trailer. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

 

Oscar-Nominierungen 2019 und meine Meinung

Heute, am 22.01.19, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von den Schauspielern Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross. 

In der Oscar-Saison 2018/2019 ist „wokeness“ ein großes Thema. Eine direkte deutsche Übersetzung in diesem Zusammenhang gibt es für dieses Wort nicht. Es ist ein kulturelles Phänomen von, vielleicht kann man am besten sagen, „Gutmenschen“, die eine Person bzw. einen Film nach allen möglichen Gesichtspunkten als moralisch und politisch korrekt „abklopfen“. 

Mit den sogenannten „sozialen Medien“ ist dieses Jahr eine neue Form von Schmutzkampagnen zu beobachten. Was in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend von rivalisierenden Studios übernommen wurde, ist dieses Jahr extrem durch die amerikanische Filmgemeinde auf allen möglichen Social Media-Kanälen wahrzunehmen. 

Dieses Jahr ist der Film „Green Book“ die Zielscheibe der Haters. Der Film repräsentiert Filme, die früher – unter Oscar-Profi Harvey Weinstein – garantiert den Oscar geholt hätten und ist, in der heutigen Zeit, auch für mich problematisch. Dazu kam, dass die Familie von Mahershala Alis Charakter Dr. Don Shirley die erzählte Geschichte, höflich  ausgedrückt, als unwahr bezeichnet. Dann kamen noch unangebrachtes Benehmen des Regisseurs Peter Farrelly gegenüber Cameron Diaz und anderen Schauspielern vor zwanzig Jahren ans Licht und – ich habe bereits zwei Tage zuvor darüber berichtet  – außerdem tauchten ältere Twitter-Einträge des Sohns von Viggo Mortensens Charakter und eines der Drehbuchautoren Nick Vallelonga auf, die ihn als Unterstützer von Donald Trump und anti-muslimisch identifizieren. Auf der anderen Seite hat „Green Book“ aber auch viele Fans, die Zuschauer, die den Film lieben, lieben ihn richtig. Der Film war Publikumsliebling auf dem Toronto Film Festival (wie die Jahre zuvor „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „La La Land“) und auch wenn er lange nicht so ein Publikumsmagnet wie „A Star is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ ist, macht er ganz okaye Zahlen an der amerikanischen Kinokasse. Die Kritik scheint „Green Book“ nicht sonderlich geschadet zu haben. Der Film hat den Preis der Produzenten (PGA)gewonnen und wurde jetzt mit fünf Oscar-Nominierung bedacht. Damit könnte man theoretisch den Oscar als Bester Film gewinnen. Den Favoritenstatus muss „Green Book“ aber vorerst nun an „Roma“ abgeben. 

Auch für mich ist die größte Überraschung, dass „Roma“ innerhalb der Academy so beliebt ist. Zwei Schauspiel-Nominierungen ist weit mehr, als viele erwartet haben. Die meisten Oscar-Nominierungen haben dieses Jahr „Roma“ und „The Favourite“ mit jeweils 10. Ja und die Sensation ist nun offiziell: „Black Panther“ ist der erste Superhelden-Film, der für den Oscar als Bester Film nominiert wurde. Zweite Sensation: Netflix hat mit „Roma“ seine erste Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Film (plus neun weitere für „Roma“ und sogar drei für „The Ballad of Buster Scruggs“) erhalten.

Man kann dieser Filmpreis-Saison bereits entnehmen, dass es ein Fehler war, „A Star is Born“ nicht in der Kategorie Best Musical/Comedy zu führen. Der Film hätte wahrscheinlich einige Golden Globes in dieser Kategorie gewonnen. Ich hatte es schon oft erwähnt, die Globes sind eigentlich uninteressant, da die Nominierungen und Trophäen von rund 90 völlig unbekannten Auslandsjournalisten vergeben werden. Der Globe-Gewinn ist aber wichtig. Die Golden Globe-Verleihung ist die erste, live im TV übertragene amerikanische Filmpreis-Verleihung der Saison. Dadurch, dass viele Stars der Verleihung beiwohnen, hat sie eine große Presse. Jeder Gewinner kann sich hier präsentieren, man ist im Gespräch, viele gucken daraufhin (erstmalig) die Filme, die gewonnen haben. Das war eine dumme Entscheidung der Oscar-Strategen hinter „A Star is Born“. Da wundert es fast nicht mehr, dass Bradley Cooper nicht als Bester Regisseur für den Oscar nominiert wurde. Nun liebe Oscar-Strategen bei Warner Bros.: Macht was daraus!

A.M.P.A.S. wollte im August 2018 eine neue Kategorie (Best Popular Film) einführen. Aufgrund heftigster Kritik haben sie dieses Vorhaben zunächst zurückgestellt. Ob die Best Popular Oscar-Kategorie, jetzt mit Ende des Filmjahres 2018, und den Oscar-Nominierungen für einen Superheldenfilm und einem schlechten, aber äußerst erfolgreichen Musikfilm jetzt wirklich so sinnlos ist, da bin ich jetzt nicht mehr ganz so sicher. Vielleicht sollte man doch eine Kategorie Best Popular Film einführen, in der halt nur die an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichsten Filme (die dann aber nicht in der Königsklasse Bester Film nominiert werden dürfen) einführen. Darüber muss ich nochmal nachdenken.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Jahr 2018 im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor?, Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG, Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War   

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung (gelistet in alphabetischer Reihenfolge):

Best Motion Picture of the Year:

Best Motion Picture of the Year

  1. Black Panther
  2. BlacKkKlansman
  3. Bohemian Rhapsody
  4. The Favourite
  5. Green Book
  6. Roma
  7. A Star is Born
  8. Vice

Meine Meinung: Also zunächst habe ich mich richtig über mich selbst geärgert. In meiner Prognose vor zwei Tagen habe ich nachweislich bei diesen 8 Kandidaten eine plausible Begründung für die Nominierung gefunden. Aufgrund der Wette mit meinem Kumpel wollte ich aber keinen Punkt (und Film) verschenken und habe daher „First Man“ als neunten Film gelistet. Egal, es ist wie es ist, er hat auch neun Filme gelistet. Ja, ansonsten ist die Überraschung gering, außer, dass A.M.P.A.S. erstmalig seit längerer Zeit wieder zurück zu 8 nominierten Filmen gegangen sind. Alle nominierten Filme habe ich richtig geraten und gesehen.

Mein Wunsch: BlacKkKlansman, The Favourite oder Roma 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Ich hatte es auch bereits vor 2 Tagen gesagt, wenn die Laienschauspielerin Yalitza Aparicio als Beste Hauptdarstellerin nominiert wird, gewinnt „Roma“. Nun hat, und das hat auch mich völlig überrascht auch noch zusätzlich Marina de Taviro eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin bekommen und „Roma“ ist der am meisten nominierte Film (auch wenn die in der Vergangenheit meistens nicht gewonnen haben)

Der Unsicherheitsfaktor: Green Book, BlacKkKlansman und A Star is Born sind aber auch noch immer im Rennen (bei dem preferential voting system weiß man nie)

 

 

Achievment in Directing:

Spike Lee  „BlacKKKlansman“

Pawel Pawlikowski „Cold War“

Yorgos Lanthimos „The Favourite“

Alfonso Cuaron „Roma“

Adam McKay „Vice“

Meine Meinung: Wir erinnern uns alle an den Aufschrei als Ben Affleck für seinen Film „Argo“ nicht als Bester Regisseur nominiert wurde. Einen ähnlichen gibt es dieses Jahr für Bradley Cooper. Am Ende hat „Argo“ den Besten Film gewonnen. Wird hier – wahrscheinlich – nicht passieren. Die Regisseure der Academy gelten als Snobs, die Gewerkschaft der Regisseure hatten Alfonso Cuarón, Spike Lee, Adam McKay (warum habe ich mich damals schon gefragt) und Bradley Cooper (A Star is Born) nominiert, als fünften Peter Farrelly (für Green Book). Ganz selten sind es bei den Oscars die DGA-Fünf. Ich bin super happy für Spike Lee für seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur, aber auch für Pawel Pawlikowski und Yorgos Lanthimos. Alle drei Nominierungen kommen nun nicht als völlige Überraschung daher, sie sind eher die Bestätigung für eine hervorragende Leistung und für Spike Lee auch etwas eine Anerkennung für sein Lebenswerk. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Spike Lee, Alfonso Cuarón und Yorgos Lanthimos. Gesehen habe ich alle Filme.

Mein Wunsch: Alfonso Cuarón hat bereits einen Regie-Oscar, ich wünsche es daher Spike Lee

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Alfonso Cuarón

Der Unsicherheitsfaktor: Spike Lee, wenn sie jetzt eine große Kampagne für ihn starten

 

Performance by an actress in a leading role:

Yalitza Aparicio „Roma“

Glenn Close „The Wife“

Olivia Colman „The Favourite“

Lady Gaga „A Star is Born“

Melissa McCarthy „Can You Ever Forgive Me?“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern geschrieben: „Sollte Yalitza Aparicio (Roma) nominiert werden, brauchen wir gar nicht weiter zu rätseln, welcher Film BP gewinnt. Dann kann es eigentlich nur Roma sein“. Dabei bleibe ich auch, die Oscar-Nominierung für die Laienschauspielerin ist etwas überraschend und zeigt, vor allen Dingen, wieviel Unterstützung Alfonso Cuaróns Film innerhalb der Academy hat. An ihrer Stelle hatte ich für meine Wette Viola Davis (Widows) gesetzt. Alle anderen hatte ich richtig geraten. Hier kenne ich alle Performances.

Mein Wunsch: Glenn Close für ihr Lebenswerk und ihre solide Performance, auch wenn Olivia Colman ihn auch verdient hätte

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Glenn Close

Der Unsicherheitsfaktor: Olivia Colman

 

 

Performance by an actor in a leading role:

Christian Bale „Vice“

Bradley Cooper „A Star is Born“

Willem Dafoe „At Eternity´s Gate“

Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Viggo Mortensen „Green Book“

Meine Meinung: Auch vor zwei Tagen habe ich gesagt, dass eine Nominierung für John David Washington zeigen würde, wie beliebt „BlacKkKlansman“ innerhalb der Academy ist. Jetzt wurde er nicht nominiert, aber immerhin Adam Driver für die Nebenrolle. Für John David Washington wurde Willem Dafoe nominiert. Kam für mich nicht völlig überraschend, erst im letzten Jahr stand er kurz vor seinem ersten Oscar-Gewinn (für „The Florida Project“). Viggos Nominierung stand auch etwas auf der Kippe, seit ein paar Tagen mit dem PGA-Gewinn wissen wir aber, dass „Green Book“ aller Kritiken zum Trotz ein Lieblingsfilm so vieler ist. Hier habe ich mit Ausnahme von Willem Dafoe alle richtig geraten. Ich kenne auch alle Performances.

Mein Wunsch: ist mir eigentlich egal, ob Bale seinen zweiten Oscar gewinnt oder Bradley Coopers seinen ersten, damit sein Film neben Song überhaupt etwas gewinnt. 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Das kommt auf die nächsten Filmpreisverleihungen an, ob da Bale, Malek oder Cooper gewinnt. Aber auch, ob die PR-Experten hinter „A Star is Born“ sich jetzt (nachdem er nicht als bester Regisseur nominiert wurde) für Bradley Cooper ins Zeug legen. 

Der Unsicherheitsfaktor: Bale, Malek oder Cooper 

 

 

Performance by an actress in a supporting role:

Amy Adams „Vice“

Marina de Tavira „Roma“

Regina King „If Beale Street Could Talk“

Emma Stone „The Favourite“

Rachel Weisz „The Favourite“

Meine Meinung: Diese Kategorie habe ich mir großer Spannung live verfolgt. Regina King, ich erwähnte es ebenfalls vor zwei Tagen, Gewinnerin in dieser Kategorie u.a. bei den Globes und Critic Choice Awards war eigentlich eine Favoritin auf den Oscar-Gewinn. Aber weder von den Schauspielern (von SAG/AFTRA) noch von den Briten (BAFTA) wurde sie mit einer Nominierung bedacht. Viele Mitglieder dieser Gruppen sind auch Academy-Mitglieder. Jetzt hat sie nun aber eine Oscar-Nominierung erhalten und wird ihn auch voraussichtlich gewinnen. Die große Überraschung in dieser Kategorie war Marina de Tavira. Ich hatte sie zwar in meiner  September-Prognose  unter  den ersten Fünf, aber im Verlauf der Oscar-Saison tauchte sie nicht mehr groß auf. Entsprechend habe ich sie auch nicht hier gelistet, an ihrer Stelle hatte ich Nicole Kidman (Boy Erased). Die anderen Vier habe ich richtig geraten. Ich kenne auch hier alle Performances. 

Mein Wunsch: Es wäre fatal, wenn Amy Adams (die für „Vice“ jetzt ihre sechste Oscar-Nominierung erhalten hat), einen Oscar für die beste Nebenrolle erhält. Nee, da warten wir lieber auf die nächste Hauptrolle und dann räumt sie ab. Rachel Weisz und Emma Stone haben bereits einen Oscar, beide hätten es aber für ihre Performance verdient. 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Regina King

Der Unsicherheitsfaktor: Amy Adams

 

Performance by an actor in a supporting role:

Mahershala Ali „Green Book“

Adam Driver „BlacKKKlansman“

Sam Elliot „A Star is Born“

Richard E. Grant „Can You Ever Forgive Me?“

Sam Rockwell „Vice“

Meine Meinung: Hier war die große Frage, ob Sam Elliot nominiert wird. Er hatte zwar eine Nominierung der Schauspieler, aber keine BAFTA-Nominierung. Für den Golden Globe war er auch nicht nominiert, dafür aber Timothee Chalamet. Ich hatte ihn auch an dieser Stelle getippt. Ansonsten gab es für mich hier keine Überraschung. Ich kenne auch alle Performances.

Mein Wunsch: Richard E. Grant oder Mahershala Ali 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Mahershala Ali

Der Unsicherheitsfaktor: keiner 

 

Mein Kumpel hat mir übrigens gerade per Voice Mail mitgeteilt, dass er unsere Wette um einen Punkt gewonnen hat. Auch in Ordnung, wäre ich mal bei meinen acht Filmen geblieben.

 

Hier die komplette Liste aller Nominierten: https://oscar.go.com/nominees 

Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross waren sehr sympathisch bei ihrer kurzweiligen und übersichtlichen Verkündung der Oscar-Nominierten 2019:

 

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2019

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Anti-Oscar, den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

Gotti

The Happytime Murders

Holmes & Watson

Robin Hood

Winchester 

 

Worst Director:

Etan Cohen (Holmes & Watson)

Kevin Connolly (Gotti)

James Foley (Fifty Shades Freed)

Brian Henson (Happytime Murders)

The Spierig Brothers (Winchester) 

 

Worst Actress:

Jennifer Garner (Peppermint)

Amber Heard (London Fields)

Melissa McCarthy (The Happytime Murders und Life of the Party)

Helen Mirren (Winchester)

Amanda Seyfried (The Clapper)

 

Worst Actor:

Johnny Depp (voice) (Sherlock Gnomes)

Will Ferrell (Holmes & Watson)

John Travolta (Gotti)

Donald J. Trump (as himself) (Death of a Nation und Fahrenheit 11/9)

Bruce Willis (Death Wish)

 

Worst Supporting Actress:

Kellyanne Conway (as herself) (Fahrenheit 11/9)

Marcia Gay Harden (Fifty Shades Freed)

Kelly Preston (Gotti)

Jaz Sinclair (Slender Man)

Melania Trump (Fahrenheit 11/9)

 

Worst Supporting Actor:

Jamie Foxx (Robin Hood)

Ludacris (voice) (Show Dogs)

Joel McHale (Happytime Murders)

John C. Reilly (Holmes & Watson)

Justice Smith (Jurassic World: Fallen Kingdom)

Dieses Jahr kenne ich tatsächlichen einen Film: Winchester, den ich gar nicht sooo übel fand. Bei „Gotti“ hatte ich kürzlich die Gelegenheit, ihn zumindest in Teilen im amerikanischen Fernsehen zu sehen. Hier kann ich bestätigen, dass der Film wirklich übelster Schrott ist und alle Razzie-Nominierungen verdient hat. 

John Travolta und Johnny Depp sind das x-te Mal auf der Nominierungsliste der Razzie-Awards.

Ansonsten ist Melissa McCarthy mit Sandra Bullock die einzige, die sowohl eine Oscar-Nominierung als auch eine Razzie-Nominierung im selben Jahr haben. Sandra Bullock hat sogar den Oscar (für The Blind Side) und auch den Razzie (für All About Steve) gewonnen. Halle Berry ist, nachdem sie drei Jahre zuvor für „Monster´s Ball“ den Oscar gewonnen hat, im Jahr 2005 zu der Razzie-Awards gefahren und hat eine selbstironische Dankesrede für ihren Razzie („Catwoman“) gehalten. Sandra Bullock ist einen Tag bevor sie den Oscar für „The Blind Side“ gewonnen hat, auch zu der Golden Raspberry-Verleihung gefahren und hat ihren Razzie für „All About Steve“ entgegen genommen. Auch sie hielt eine originelle Rede. 

Oscar-Nominierungen 2019: Fakten und meine Wette

Am Dienstag, den 22.01.19 werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich, wie jedes Jahr, zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen. Auch wenn ich mehr an der Analyse der Oscar-Saison interessiert bin, habe ich seit vielen Jahren mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten (eine Oscar-Nominierungswette, bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden und dann die eigentliche Oscar-Gewinner-Wette mit allen 24 Kategorien) laufen. Heute veröffentliche ich meine finale Prognose zu den Oscar-Nominierungen in zwei Tagen.

Zunächst zu den Fakten der Oscar-Saison 2018/2019: 

Ich erinnere mich, dass die heftiger Kritik an der Oscar-Academy vor drei Jahren (in der Saison 2015/2016) begann: #OscarsSoWhite. Alle nominierten Filme (Spotlight, The Big Short, The Revenant, The Martian, Mad Max: Fury Road, Bridge of Spies, Brooklyn und Room) handelten von weißen Menschen und mitunter ihren Problemen. In diesem Oscar-Jahr war auch kein einziger dunkelhäutiger Schauspieler nominiert. Was so ein Shitstorm bewirken kann, ist unglaublich, die Academy hat sich die Kritik zu Herzen genommen und das Resultat werden wir wieder – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – bei den Oscar-Nominierungen schwarz auf weiß sehen. 

Die Kritik, die dieses Jahr an der Academy dazukam, ist hausgemacht. Ich hatte mich bereits im Detail bei meiner ersten Oscar-Prognose im September  dazu geäußert, nochmal in Kurzfassung: Im August gaben sie eine Pressemitteilung heraus, in dem sie u.a. bekanntgaben, eine neue Kategorie Best Popular Film einführen zu wollen. Dumm nur, dass sie keine Details (welche Filme sich dafür qualifizieren würden, etc.) preisgaben. Telefonisch, schriftlich oder persönlich zu erreichen waren sie in dieser Zeit des Aufruhrs auch nicht. Sie haben dann erwartungsgemäß zurückgerudert und die Kategorie erst mal zurückgestellt. Peinlich ist es aber trotzdem. 

Dann hatten sie bis Anfang Dezember keinen Oscar-Gastgeber bekanntgegeben. Ist nicht schlimm, gab es auch schon öfter. Am 05.12.18 gab A.M.P.A:S. dann bekannt, dass der afroamerikanische Komiker Kevin Hart die Oscars moderieren soll. Blöd nur, dass sie sich offensichtlich vorher nicht mit ihm befasst hatten, sonst hätten sie nämlich gewusst, dass er früher oft schwulenfeindliche Äußerungen von sich gab. In Zeiten des Internets kommt so etwas schneller ans Tageslicht als manch einem lieb sein dürfte. Leute! Die männlichen Zuschauer, die selbst nicht in der Filmindustrie arbeiten und die Oscar-Verleihung gucken sind vorwiegend aus der LGBTQ-Community. So, jedenfalls hat die Academy Kevin Hart geraten, sich für seine vielen Äußerungen aus der Vergangenheit zu entschuldigen. Hat er aber nicht, hat gesagt, er wäre ein anderer Mensch usw usw und ist lieber zwei Tage später von selbst zurückgetreten. Das ganze Desaster war eigentlich einen Monat später schon wieder vergessen bis eine der beliebtesten (und offen lesbische) amerikanischen Moderatorinnen (und Oscar-Gastgeberinnen) Ellen DeGenres, Kevin Hart in ihre tägliche Nachmittagsshow einlud, sich für ihn stark machte und sogar meinte, sie würde die Academy anrufen und bitten, ihn als Oscar-Gastgeber zurückzunehmen. Wow, als ich das im Fernsehen sah, musste ich mir erst mal kräftig die Augen reiben. Naja, um das Ganze abzukürzen – ich könnte jetzt richtig ausholen, aber lasse es, nach einigem Hin und Her hat Kevin Hart gesagt, nein, er kehrt nicht zurück. 

Wenn A.M.P.A.S. nun nicht noch jemanden aus dem Hut zaubert, wird es also aller Voraussicht bei der Oscar-Verleihung am 24.02.19 keinen Gastgeber geben. Ist nicht schlimm, hatten wir auch schon. Derzeit gibt es aber Gerangel um die Präsentatoren. Die Academy möchte die Stars, die auf ihrer Bühne die Gewinner ansagen, exklusiv haben. HFPA (Golden Globes) und  SAG/AFTRA, die selbst eine im TV übertragende Show haben durften/ dürfen nicht die Stars, die bereits ihr Okay für die Oscar-Show gegeben haben, auffahren. Das ist doch Kindergarten… für schwer Erziehbare. Aus dieser Misere müssten eigentlich Konsequenzen folgen, eigentlich müsste jemand seinen Hut nehmen, in jedem Fall braucht A.M.P.A.S. ein besseres PR-Team. 

So, jetzt aber zu positiven Fakten:

Im Jahr 2018 wurden 928 Künstler eingeladen, der Oscar Academy beizutreten. Nicht jeder nimmt die Einladung an, auch verliert die Academy (durch den Tod von Mitgliedern oder auch beispielsweise, durch ihre Option, ein stilles – also nicht wählendes – Mitglied zu sein oder wenn sie aufgrund von Skandalen ein Mitglied vor die Tür setzen) jedes Jahr viele wahlberechtigte Mitglieder. Für die diesjährige Abstimmung für die Oscar-Nominierungen und und den eigentlichen Award gibt es 7902 Mitglieder, die wahlberechtigt sind.

Für die 91. Academy Awards haben sich 347 Filme qualifizieren können. Jeder Mitglied wählt in seinem Berufszweig (Regisseure wählen die für sie in diesem Jahr besten Regisseure, Schauspieler wählen die, ihrer Meinung nach, in diesem Jahr besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.) Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie haben, dürfen die nur den besten Film bestimmen). Jedes Mitglied wählt ansonsten zusätzlich zu seiner eigenen Gruppe die Filme, die eine Beste-Film-Nominierung erhalten und dieses Jahr beispielsweise auch die Animationsfilme, die nominiert werden. In dieser Kategorie darf nur gewählt werden, wenn das Mitglied nachweislich einen Großteil dieser Filme gesehen hat. In diesem Jahr müssen sie 13 der 25 für den Oscar qualifizierten Animationsfilme gesehen haben.

Seit einiger Zeit wird auch bei den Oscar-Nominierungen nach dem preferential system bestimmt. Jedes Mitglied listet seine Favoriten der Reihe nach. Dabei können sie aber auch bei der Kategorie Bester Film nur fünf Plätze vergeben. Es bedarf rund 250 Nummer 1- Stimmen in der ersten Auszählung, um sicher eine Oscar-Nominierung als Bester Film zu ergattern. 250 Academy-Mitglieder müssen beispielsweise „Roma“ als ihren Nr.1-Film platzieren. Bei „Roma“ ist das einfach, sich vorzustellen. 

 

Bei den Oscar-Nominierungen werden dann 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

 

„Roma“ hat nahezu alle Kritikerpreise im Jahr 2018 gewonnen. Dieser fremdsprachige Netflix-Film konnte in der ersten, im TV live übertragenden Filmpreisverleihung (Golden Globes) nicht gewinnen, da er aufgrund der HFPA-Regeln nicht als Bestes Drama nominiert werden durfte. Gewonnen hat dort – zur Belustigung aller – „Bohemian Rhapsody“. Bei der zweiten, im TV live übertragenden Filmpreisverleihung (Critic Choice Awards) hat „Roma“ die Kategorie Bester Film für sich entscheiden können. 

„Green Book“ ist nun mit dem gestrigen PGA-Gewinn (den Preis der Produzenten) so etwas wie der Favorit auf den Oscar-Gewinn. Dieser Film hat einen Mega-Shitstorm abbekommen. Nicht unbegründet, „Green Book“ ist der „Ein Weißer rettet den Schwarzen“-Film, die Angehörigen des schwarzen Charakters im Film werfen den Autoren und Produzenten und dem Regisseur vor, eine völlig falsche Geschichte zu erzählen, bzw. anders ausgedrückt: Lügen zu verbreiten. Dem Drehbuchautor und Sohn von Viggo Mortensens Charakter wird nachweislich Trump-Nähe und Feindlichkeit gegenüber Muslimen nachgesagt und und und. Während die Aufregung riesig ist, segelt „Green Book“ aber in den sicheren Hafen von Nominierungen und Preisen und etabliert sich dabei als Oscar-Favorit. Mich erinnert es irgendwie daran, wie Donald Trump die U.S.-Präsidentschaftswahl für sich entschied. 

„A Star is Born“ hat nach den Nominierungen innerhalb der Filmindustrie ganz klar die Nase vorn. Es gibt keinen anderen Film in dieser Saison, der wirklich quasi von allen Gilden (den Produzenten, den Regisseuren, den Schauspielern, den Autoren, den Kameramännern, den Sound-Experten, den Kostümdesignern, den Make-Up und Hairstylisten und und und) nominiert wurde. Das Problem: Der Film hat leider bisher noch keinen wichtigen Preis gewonnen. 

Der vierte Film, der in meinen Augen, den Oscar als Bester Film gewinnen kann, ist „BlacKKKlansman“. Bei allen wichtigen Filmpreisen wird er nominiert. Die Schauspieler (SAG/AFTRA) und die Briten (BAFTA) stehen hinter diesem Film. Ähnlich wie bei „A Star is Born“, das Problem hier auch: dieser Film muss langsam mal etwas gewinnen. 

Wir haben also ganz sichere vier Filme

Roma 

Green Book

A Star is Born

BlacKKKlansman 

Die Gewerkschaft der Regisseure hat auch die o.g. vier Filmemacher nominiert, plus Adam McKay (für „Vice“), logische Schlussfolgerung (auch wenn ich den Film völlig verunglückt fand) ist der fünfte Film:

Vice 

Dann, weil die Briten ihn pushen, Einzelnominierungen der Schauspieler sicher sind, als sechsten Film:

The Favourite

An siebenter Stelle und da müssen wir eigentlich noch mal kurz durchatmen, in uns gehen, weil es eine Sensation ist. Zum ersten Mal wird ein Superheldenfilm (allerdings mit einer gesellschaftlichen Relevanz) für den Oscar nominiert. Alles deutet daraufhin, daher:

Black Panther 

An achter Stelle, und das tut mir persönlich sehr weh, ein Film, der unter Filmkritikern als schlecht gilt. Der nun aber aufgrund der Musik von Queen Massen an Zuschauer in die Kinos gelockt hat und bombastische Zahlen macht: „Bohemian Rhapsody“. Besonders ärgert mich, dass der Film mit „A Star is Born“ verglichen wird. Leute, ASIS ist zwar nur ein Remake, das dritte noch dazu, aber die Songs sind neu und werden von den beiden Protagonisten (Cooper und Gaga) selbst gesungen, die Konzertaufnahmen sind vor Live-Publikum gefilmt worden (was man spürt), der Produktionswert ist wesentlich höher als bei dem Queen-Film, bei dem der Schauspieler zu Mercurys Gesang nur die Lippen bewegt, nur die altbekannten Songs zu hören sind und ansonsten nur mit viel Maske und Computereffekten am Ende ein, wenn man die Augen zudrückt, geradenochsomittelmäßiger Film dabei rauskam. Noch dazu ist der Film von dem Skandal-Regisseur Bryan Singer, der auch noch kurz vor Ende der Dreharbeiten gefeuert wurde. Er selbst konnte seinen Film nicht promoten, weil ihm sexuelle Übergriffigkeit vorgeworfen wird. Bei den Dankesreden – und das muss man sich mal vorstellen – von Rami Malek und den Produzenten bei den Golden Globes wurde dem Regisseur nicht gedankt. .Ja, ich werde es nicht verstehen, dass ich mich mit diesem Film im Zusammenhang mit den Oscars überhaupt auseinandersetzen muss, aber die Liebe zu Queen ist grenzenlos und es gibt meist eine Gurke unter den nominierten Filmen, daher:

Bohemian Rhapsody

Das wären acht nominierte Filme. Alles andere ist Kann und nicht Muss. „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ haben keine PGA-Nominierung, ohne die ist ein Oscar-Gewinn aussichtslos. Nominiert werden könnten sie aber, dafür bräuchte der Film rund 250 leidenschaftliche Fans innerhalb der Academy, die diesen Film als ihren Nummer 1- Film setzen. Sind „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ typische Nr. 1-Filme? Ich glaube schon, aber auch „First Reformed“ und vielleicht sogar „A Quiet Place“. Richtig stehe ich nicht dahinter, aber ich nehme als neunten Film:

First Man

 

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „A Star is Born“ mit den meisten Nominierungen ins Oscar-Rennen ziehen wird. 

 

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist). Für die Wette zählen nur die 9 Filme (weil ich davon ausgehe, dass wieder neun Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5 in den anderen Kategorien, die ich gelistet habe.

Best Motion Picture of the Year

  1. Roma
  2. Green Book
  3. A Star is Born
  4. BlacKKKlansman
  5. Vice 
  6. The Favourite
  7. Black Panther
  8. Bohemian Rhapsody
  9. First Man

—————————-

  1. If Beale Street Could Talk
  2. A Quiet Place
  3. Can You Ever Forgive Me?
  4. Mary Poppins Returns
  5.  First Reformed
  6. Leave No Trace
  7. Crazy Rich Asians
  8. Widows

Bei der Kategorie Bester Film bin ich mir – wie gesagt – nur bei den ersten vier Filmen sicher. In meiner September- und November-Prognose hatte ich „Roma“ als Gewinnerfilm gesehen, dann bin ich, nachdem ich den Film gesehen habe, davon abgewichen (weil ich dachte, dass die Schauspieler ihn nicht unterstützen werden). Momentan sehe ich „Roma“ wieder als Gewinner-Film.

 

Achievment in Directing

Alfonso Cuaron „Roma“

Bradley Cooper „A Star is Born“

Spike Lee  „BlacKKKlansman“

Yorgos Lanthimos „The Favourite“

Peter Farrelly „Green Book“

In dieser Kategorie bin ich mir nur bei Alfonso Cuarón richtig sicher. Bradley Cooper könnte den „Ben Affleck“ machen und nicht nominiert werden. Spike Lee wurde noch nie von AMPAS als bester Regisseur nominiert, das wäre also eine Sensation. Die DGA-Fünf beinhalten aber die drei und zusätzlich Peter Farrelly und Adam McKay. Es ist einzig Adam McKay zu „verdanken“, dass sein Film „Vice“ eine solche ungeordnete Katastrophe wurde, dafür werden sie ihn doch nicht noch belohnen? Richtig happy wäre ich mit Pawel Pawlikowski (Cold War) oder vielleicht Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk), meinetwegen auch Oscar-Gewinner Damien Chazelle (First Man). Vielleicht ist es aber auch Paul Schrader (First Reformed), der so viele Jahrzehnte ignoriert wurde. 

 

Performance by an actress in a leading role

Glenn Close „The Wife“

Olivia Colman „The Favourite“

Lady Gaga „A Star is Born“

Melissa McCarthy „Can You Ever Forgive Me?“

Viola Davis „Widows“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Hundertprozentig sind nur Glenn Close, Olivia Colman und Lady Gaga. Sollte Yalitza Aparicio (Roma) nominiert werden, brauchen wir gar nicht weiter zu rätseln, welcher Film BP gewinnt. Dann kann es eigentlich nur „Roma“ sein. Die restlichen zwei Schauspielerinnen könnten aber auch Emily Blunt (Mary Poppins Returns), Joanna Kulig (Cold War), Toni Collette (Hereditary) oder Saoirse Ronan (Mary Queen of Scots). Es könnte sogar Julia Roberts (Ben is Back) sein.

 

Performance by an actor in a leading role

Christian Bale „Vice“

Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Bradley Cooper „A Star is Born“

John David Washington „BlacKKklansman“

Viggo Mortensen „Green Book“

Tja. Bale und Rami Malek werden ziemlich sicher nominiert, für Bradley Cooper sieht es auch ganz gut aus. Das sind die sicheren Drei. Eine Nominierung für John David Washington würde zeigen, wie beliebt „BlacKKKlansman“ innerhalb der Academy ist. Eine Nicht-Nominierung für Viggo würde zeigen, dass die Schmutzkampagne für „Green Book“ doch irgendwo Früchte getragen hat. Mit dem gestrigen PGA-Preis für „Green Book“ sieht es aber so aus, als ob „Green Book“ nach wie vor sehr viele Fans, selbst innerhalb der Filmindustrie hat. Gerade für Viggo könnte Ethan Hawke (First Reformed) reinkommen, der die amerikanischen Kritiker hinter sich hat. Für eine Nominierung stehen aber auch andere in der Schlange: Willem Dafoe (At Eternity´s Gate, Ryan Gosling (First Man), Lucas Hedges (Boy Erased)

 

Performance by an actress in a supporting role

Rachel Weisz „The Favourite“

Emma Stone „The Favourite“

Amy Adams „Vice“

Nicole Kidman „Boy Erased“ 

Regina King „If Beale Street Could Talk“

So, hier wird es spannend. Eigentlich haben wir mit Regina King, Gewinnerin in dieser Kategorie u.a. bei den Globes und den Critic Choice Awards eine Favoritin auf den Oscar-Gewinn. Nun wurde sie aber weder von den Schauspielern (von SAG/AFTRA), noch von den Briten (BAFTA) mit einer Nominierung bedacht. Viele Mitglieder dieser Gruppen sind auch Academy-Mitglieder. Kann sie nun wieder bei den Oscars einsteigen? Sicher sind in dieser Kategorie eigentlich nur die beiden Ladies von „The Favourite“. Nominiert werden könnte auch Claire Foy (First Man), Margot Robbie (Mary Queen of Scots), Emily Blunt (A Quiet Place), Elizabeth Debicki (Widows) oder Michelle Yeoh (Crazy Rich Asians). Sollte Regina King für den Oscar nominiert werden, wird sie ihn wohl auch gewinnen.

 

Performance by an actor in a supporting role

Mahershala Ali „Green Book“

Richard E. Grant „Can You Ever Forgive Me?“

Timothée Chalamet „Beautiful Boy“

Adam Driver „BlacKKKlansman“

Sam Rockwell „Vice“

Super sicher sind hier wohl nur die ersten Beiden. Mahershala Ali wird, ich hatte es bereits in meiner November-Prognose erwähnt, aller Wahrscheinlichkeit nach den „Christoph Waltz“ machen und zwei Mal innerhalb kürzester Zeit den Oscar als Bester Nebendarsteller holen. Bislang sehe ich nichts, was dagegen spricht. Na gut, eine Mini-Chance für Adam Driver wenn „BlacKKKlansman“ BP gewinnt. Dafür muss er aber erst mal nominiert werden. Wer könnte aber noch nominiert werden? Die Frage ist auch, ob Sam Elliot (A Star is Born) nominiert wird? Auch könnten Michael B. Jordon (Black Panther), Nicholas Hoult (The Favourite), Brian Tyree Henry (If Beale Street Could Talk), Steven Yeun (Burning), Russell Crowe (Boy Erased), Daniel Kaluuya (Widows) und was weiß ich wer noch alles nominiert werden. Lassen wir uns überraschen.

 

Die Oscar-Nominierungen kommen am 22.01.19 bekanntgegeben. 

Die 91st Academy Awards finden am 24.2.19 offensichtlich das erste Mal nach längerer Zeit ohne einen Gastgeber statt. 

D. C. – Film: „Mary Queen of Scots“

Ich war am 08.01.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mary Queen of Scots“ (dt. Filmtitel: „Maria Stuart, Königin von Schottland“, dt. Kinostart war der 17.01.19)  124 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Josie Rourke  cast: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, Joe Alwyn, David Tennant, Guy Pearce, Ian Hart

 

Schottland im Jahr 1561. Maria Stuart (Saoirse Ronan) hat in den letzten Jahren in Frankreich gelebt. Nach dem Tod ihres Ehemannes, dem König von Frankreich, kehrt sie zurück in das politisch und religiös gespaltene Schottland. Die 18-Jährige Katholikin besteigt nun den ihr rechtmäßig zustehenden schottischen Thron. Ihre protestantische Cousine, die englische Königin Elizabeth I. (Margot Robbie) begegnet Maria mit Mißtrauen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mary Queen of Scots“ ist ein Biopic über die schottische Königin Maria Stuart. Der Film basiert auf John Guys Biografie „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“. Das Drehbuch zu diesem Film hat der amerikanische Dramatiker Beau Willmon geschrieben, er ist u.a. der Serienschöpfer der amerikanischen Version von House of Cards. Es ist Spielfilmdebüt der britischen Theaterregisseurin Josie Rourke.

Maria Stuarts tragische Lebensgeschichte allein gibt natürlich viel her für einen Film. In diesem Historiendrama geht es nun auch um den Konflikt zweier starker Frauen, rivalisierende Monarchinnen, die sich in einer ansonsten von Männern dominierten Welt durchsetzten. Die ganze Geschichte wird von der Theaterregisseurin mal als Kammerspiel, mal sehr aufwändig, aber immer selbstbewusst in Szene gesetzt. Das Herzstück des Films ist das Aufeinandertreffen der beiden Königinnen. Dabei handelt es sich um ein einziges Treffen (ob es in der Realität  überhaupt stattgefunden hat, weiß man nicht). Um Spannung zwischen den beiden Schauspielerinnen aufzubauen und die Szene so authentisch wie möglich zu gestalten, wurden Saoirse Ronan und Margot Robbie für die kompletten Dreharbeiten voneinander ferngehalten.  

Mir hat „Mary Queen of Scots“ tatsächlich besser gefallen, als ich es zuvor gedacht habe. Handwerklich ist der Film gut, die Filmmusik weiß zu gefallen, die Kostüme und die Ausstattung sind beeindruckend. Gerade die vielfältige Besetzung hat mich angesprochen, einzig Margot Robbie war mir ein Dorn im Auge. Ich halte sie hier für fehlbesetzt. Während Saoirse Ronan etwas anmutiges, gar majestätisches hat, wirkt Margot Robbie hier gewöhnlich. Mit feuerroten Haaren und mit übertriebener Schminke erinnerte sie eher an einen Hofnarr als an eine Königin. Das hat mich aus dem Film gebracht.

Saoirse Ronan hat im Alter von 13 Jahren (für einen ihrer ersten Kinofilme, „Atonement“) bereits ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Damit befindet sie sich in bester Gesellschaft, Leonardo DiCaprio hat seine erste Oscar-Nominierung ebenfalls für einen seiner ersten Kinofilme („What´s Eating Gilbert Grape“) bekommen und Edward Norton hat seine erste Oscar-Nominierung tatsächlich für sein Spielfilmdebüt in „Primal Fear“ erhalten. Mittlerweile ist die irisch-amerikanische Schauspielerin 24 Jahre alt und hat bereits drei Oscar-Nominierungen  (auch für ihre Performance in Brooklyn und Lady Bird).

„Mary Queen of Scots“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Mary Queen of Scots“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Bestes Kostümdesign und  Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten.

„Mary Queen of Scots“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,052 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film gestern (17.01.19) in den Kinos gestartet. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cold War„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Everybody Knows„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Asghar Farhadis neuer Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Wenn der Film bloß so gut wäre wie der Trailer. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Downton Abbey „

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

D. C. – Film: „Ben is Back“

Ich war am 07.01.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ben is Back“ (dt. Kinostart war der 10.01.19)  103 min  drama

dir. Peter Hedges  cast: Julia Roberts, Lucas Hedges, Courtney B. Vance, Kathryn Newton, Alexandra Park

 

Holly Burns (Julia Roberts) ist glücklich als ihr ältester Sohn Ben (Lucas Hedges) völlig unerwartet vor der Tür steht. Ben ist drogensüchtig und hat seinen Entzug vorzeitig abgebrochen. Nun soll er seit 2 1/2 Monaten clean sein und Holly ist bereit, ihn zumindest für Weihnachten wieder im Kreis der Familie aufzunehmen. Bens Stiefvater (Courtney B. Vance) und seine ältere Schwester Ivy (Kathryn Newton) sind skeptisch, viel zu viel hat die Familie seinetwegen bereits durchgemacht. Holly schließt sicherheitshalber alle Medikamente und den Schmuck weg und einigt sich mit ihrem Sohn darauf, dass sie ihn für die nächsten vierundzwanzig Stunden keine Sekunde aus den Augen lässt. Doch schon bald wird Ben von seiner Vergangenheit eingeholt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ben is Back“ ist der neue Film des amerikanischen Romanautors („What´s Eating Gilbert Grape“), Drehbuchautors („About a Boy“) und Filmemachers (Dan in Real Life) Peter Hedges. Er ist der Vater des Oscar-nominierten Schauspielers Lucas Hedges, der hier den Titelcharakter spielt. 

In der Oscar-Saison 2018/2019 ist „Ben is Back“ (neben Boy Erased und Beautiful Boy) einer der drei Filme, bei denen der Sohn der Familie im Zentrum der Geschichte steht. Wie eine Drogensucht des Sohnes das Familienleben beeinflusst, das zeigt sowohl „Beautiful Boy“ als auch dieser Film. Hier ist Ben durch Schmerzmittel, die er nach einem Sportunfall verschrieben bekam, drogensüchtig geworden. Letztlich ist aber unwichtig, wie der Sohn in die Abhängigkeit  rutschte. Das Kind ist suchtkrank, hat die Entzugsklinik vorzeitig verlassen und steht an Heiligabend vor der Tür. Kann die Familie dem süchtigen Sohn vertrauen? Positiv finde ich, dass der Film auch Rasse und Klasse anspricht. Wäre der Sohn schwarz würde er wahrscheinlich im Gefängnis sitzen, würde er aus ärmlichen Verhältnissen stammen, hätte seine Therapie nicht finanziert werden können. Varianten dieses Drogendramas hat man schon zig Mal im Film gesehen, hier ist sie durchaus spannend inszeniert. Peter Hedges hat sich für seine Geschichte  von Suchtfällen aus seinem Familien- und Freundeskreis (er war auch mit dem Schauspieler Philip Seymour Hoffman befreundet) inspirieren lassen. Teilweise wirkt seine Story jedoch an den Haaren herbeigezogen und das Ende ist wirklich dämlich. 

Lucas Hedges ist glaubwürdig in dem Film, auch wenn seine Performance in seinen beiden anderen 2018er-Filmen („Boy Erased“ und Mid90s) noch besser ist. Letztlich ist es aber die Julia Roberts-Show. Sie spielt die Übermutter, die wie eine Löwenmutter um ihr Baby kämpft.

„Ben is Back“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Beste Hauptdarstellerin (Julia Roberts), Bestes Originaldrehbuch

„Ben is Back“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 598 Kinos. In Deutschland ist „Ben is Back“ seit dem 10.01.19 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Arctic„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Survival-Film mit Mads Mikkelsen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Aspern Papers„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Jonathan Rhys-Meyers und Vanessa Redgrave

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Gloria Bell„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des chilenischen Films „Gloria“, hier mit Julianne Moore und John Turturro

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2018

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2018 tauchen insgesamt 105 aktuelle Filme auf. 23 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 23 Filmen waren allein 10 neue Netflix-Filme (The Cloverfield Paradox,, Strong Island, Mute, Cargo, Sunday´s Illness, Outside In, Private Life, 22 July, Stephanie und Bird Box). Einige davon hätte ich gerne  im Kino gesehen. Dafür konnte ich im Jahr 2018 tatsächlich drei Netflix-Filme im Kino sehen: Annihilation, The Ballad of Buster Scruggs und Roma.

Die verbleibenden 82 Filme habe ich im Kino gesehen. Im Jahr 2018 habe ich es auch zum ersten Mal auf das Münchner Film Fest und damit auf vier Filmfestivals  (Berlinale, Tribeca Film Festival, Münchner Film Fest und das New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale, dem Münchner Film Fest und vier Pressevorführungen (für Winchester, You Were Never Really Here, Halloween und Climax) war ich im Filmjahr 2018 3 x regulär im deutschen Kino, und zwar für Hereditary, für den Netflix-Film Roma und schließlich für Cold War.  5 x war ich in Hongkong, 1 x in Leeuwarden, 1 x in Kopenhagen und ansonsten nur in Nordamerika im Kino.  Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw.  Oscar-Filme unterzubringen, bevor ich meine Top-Ten-Liste veröffentliche. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Da die Bestenliste bis spätestens Anfang/Mitte Januar fertig sein sollte, habe ich nur noch folgende potenzielle Oscar-Kandidaten in den ersten Tagen des neuen Jahres gesehen: If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War und Destroyer

Nicht geschafft habe ich folgende mögliche Top Ten-Kandidaten:  „Capernaum“, „Suspiria“, „Shoplifters“ und „Burning“

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den, von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren. 

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2018 gibt es keinen Platz 1-Film und auch sonst haben die Filme kein Ranking erhalten. Gelistet sind sie in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe. In meiner Bestenliste sind u.a. ein spanischer, ein mexikanischer und ein polnischer Film, Wes Andersons Stop-Motion-Animationsfilm, ein exzentrisches Kostümdrama eines griechischen Ausnahmeregisseurs, zwei ganz besondere Werke weiblicher Regisseure und Spike Lees neuestes Film

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2018 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Isle of Dogs

You Were Never Really Here

Disobedience

Sunday´s Illness

Leave No Trace

BlacKkKlansman

Outside In

The Favourite

Roma

Cold War

 

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Annihilation, A Quiet Place, American Animals, Border, If Beale Street Could Talk) 

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2018:

Jonah Hill (Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot)

Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)

Toni Collette (Hereditary)

Olivia Colman (The Favourite)

Rachel Weisz und Emma Stone (The Favourite)

Glenn Close (The Wife) 

Tim Blake Nelson (The Ballad of Buster Scruggs)

Bradley Cooper (A Star is Born)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Carey Mulligan (Wildlife)

Elizabeth Debicki (Widows)

Russell Crowe (Boy Erased)

Mahershala Ali, Viggo Mortensen (Green Book)

Josh Brolin, Benicio del Toro (Sicario: Day of the Soldado) 

Christian Bale, Sam Rockwell, Steve Carell, Amy Adams (Vice) 

Lucas Hedges (insbesondere für Boy Erased, Mid90s) 

Adam Driver (BlackKklansman)

Timothee Chalamet (Beautiful Boy) 

Joanna Kulig und Tomasz Kot (Cold War) 

Michael Shannon (weil er immer toll ist, dieses Jahr habe ich ihn in Waco, State Like Sleep und „The Little Drummer Girl“ gesehen)

 

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Thomasin McKenzie (Leave No Trace)

Helena Howard (Madeline´s Madeline)

Sunny Suljic (Mid90s)

Evan Peters (American Animals, TV-Serie: Pose)

Lewis Pullman (Bad Times at the El Royale) 

Cynthia Erivo (Bad Times at the El Royale/ Widows) 

Richard Madden (TV-Serie: Bodyguard) 

Darren Criss (The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story)

Alex Lawther (The End of the F***ing World) 

Joel Dawson (Mary Poppins Returns) 

 

Ich wähle die Filme, die ich mir anschaue immer gezielt aus, daher sehe ich relativ wenig schlechte Filme. Hin und wieder muss aber ich auch leiden. 

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Mute

Thoroughbreds

Eighth Grade

Her Smell

Bohemian Rhapsody

Green Book

Vice

Destroyer (mein Beitrag folgt in Kürze)

 

Wirklich gehasst habe ich nur folgenden Film: 

„The Real Estate“ (Ein schwedischer Film, den ich auf der Berlinale 2018 gesehen habe. Ich wollte den Film schnellstmöglich vergessen, daher habe ich nichts über ihn geschrieben. Es ist der einzige Film, der von mir im Filmjahr 2018 ein „F“ bekommen hat) 

 

Einige Filme habe ich jedoch angefangen, haben mich jedoch aus unterschiedlichen Gründen genervt bzw. ich war einfach nicht in der Stimmung für die Filme und habe sie bis heute nicht zu Ende geschaut:

Paddington 2

The Rider

Mandy 

The Death of Stalin 

Support the Girls 

 

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2018 ein recht gutes Filmjahr. Auch habe ich noch nie so viele Serien/bzw. Mehrteiler wie im letzten Jahr gesehen. Nicht über jede habe ich etwas geschrieben. Ich versuche demnächst noch ein paar Worte über „The Little Drummer Girl“ zu verlieren. Hier meine 2018er Serien/Mehrteiler mit meiner Bewertung – in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: 

The End of the F***ing World  (A)

Good Behavior, 2. Staffel (B)

The Fear (B)

Waco (B)

Collateral (B+)

The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (B+)

Liar (C+)

The Chalet (C+)

Colony, 1. Staffel  (C+)

Colony, 2. Staffel  (C)

Homeland, 7. Staffel  (B-)

Safe (B-)

The Looming Tower (A-)

Barry (B+)

Patrick Melrose (C+)

Pose (B+)

Sharp Objects (C+)

Bodyguard (B)

The Little Drummer Girl (B)

The Kominsky Method (B-) 

 

Folgendes ist aus meiner Top Ten-Liste aus dem Jahr  Filme aus dem Jahr 2017 kopiert. Gelistet hatte ich im Vorfeld, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2018 interessierten:

 

The Irishman, dir. Martin Scorsese (ins Jahr 2019 verschoben)

Backseat, dir. Adam McKay (in „Vice“ umbenannt) 

Widows, dir. Steve McQueen

The Sisters Brothers, Jacques Audiard

Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer 

Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant 

Annihilation, Alex Garland 

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  (ins Jahr 2019 verschoben) 

Chappaquiddick, dir. John Curran 

Loro, dir. Paolo Sorrentino 

Unsane, dir. Steven Soderbergh

Boy Erased, dir. Joel Edgerton 

mit Ausnahme von „Loro“ habe ich alle Filme, die 2018 herauskamen gesehen. Dieses Jahr hat es keiner dieser Filme in meine Top Ten geschafft. 

 

 

Für das Jahr 2019 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  (beide aus meiner Liste des Vorjahres)


Us, dir. Jordan Peele

Once Upon a Time in Hollywood, dir. Quentin Tarantino

The Gemini Man, dir. Ang Lee

Untitled Artificial Intelligence Courtroom Project, dir. Darren Aronofsky

The King, dir. David Michod

A Beautiful Day in the Neighborhood, dir. Marielle Heller 

The Woman in the Window, dir. Joe Wright

Ford v. Ferrari, dir. James Mangold

Jojo Rabbit, dir. Taika Waititi 

Shirley, dir. Josephine Decker 

The Dead Don´t Die, dir. Jim Jarmusch

Denver – Film: „The Mule“

Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mule“  (dt. Kinostart: 31.01.19) 116 min  crime, drama, adaptation 

dir. Clint Eastwood  cast: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Laurence Fishburne, Michael Pena, Dianne Wiest, Andy Garcia, Alison Eastwood, Taissa Farmiga 

 

Peoria, Illinois, 2017. Earl Stone (Clint Eastwood) hat sein ganzes Leben viel gearbeitet und seine Familie darüber vernachlässigt. Mittlerweile ist er lange geschieden und seine einzige Tochter (Alison Eastwood) redet nicht mehr mit ihm. Jetzt muss er sein Geschäft schließen und sein Haus wird zwangsversteigert. Von einem Freund seiner Enkeltochter Ginny (Taissa Farmiga) bekommt er die Empfehlung, sein Geld als Kurierfahrer zu verdienen. Ehe Earl sich versieht, arbeitet er als Drogenkurier für ein mexikanisches Drogenkartell…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Mule“ basiert auf Sam Dolnicks The New York Times Artikel „The Sinaloa Cartel’s 90-Year-Old Drug Mule“. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte die von dem Zweite-Weltkriegs-Veteran und Pflanzenzüchter Leo Sharp erzählt, der im hohen Alter  beginnt, für ein mexikanisches Kartell Drogen zu schmuggeln. Es ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers („Dirty Harry“, „In the Line of Fire“) und Filmemachers („Unvorgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully) Clint Eastwood. Clint hat diesen Film auch produziert und spielt die Hauptrolle. 

Der Film ist anfangs ganz unterhaltsam, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen, was sehr einschläfernd ist. Erschwerend kommt dazu, dass ich die Geschehnisse, wie sie hier gezeigt werden, unglaubwürdig fand.

Der Film soll auf wahren Begebenheiten basieren. Grundsätzlich ist es auch eine sehr smarte Idee, einen so alten Mann als Drogenkurier einzusetzen. Nicht so smart ist es, seine Fahrten mit einem so auffälligen Auto erledigen zu lassen. Hätte man ihm nicht beispielsweise jedes Mal ein anderes Auto zur Verfügung stellen können oder wenigstens ein etwas unauffälliges? Earl ist zu Anfang in Geldnöten, da kann man sich noch irgendwie erklären, warum er sich Geld durch die Schmuggelfahrten verdienen will. Nach der soundsovielten Fahrt fehlen mir jedoch die Beweggründe, warum Earl weiter sein Leben aufs Spiel setzt. Den Zuschauer an Earls Gedankenwelt teilhaben zu lassen, das wäre der interessante Aspekt der Geschichte gewesen. Hier beobachtet man ihn aber nur dabei, wie er Ware einlädt, viele Kilometer mit brisanter Fracht hinter sich bringt und ausliefert, das macht wirklich keinen guten Film aus. Richtig absurd wird der Film, wenn Earl für geraume Zeit scheinbar spurlos von der Bildfläche verschwindet. Würde das mexikanische Drogenkartell ihren Kurier mit einer, für sie extrem kostbaren Fracht auf den Weg schicken, ohne dass sie ihn jederzeit orten können? Das ist doch völlig unrealistisch. Auch muss sich Earl in den letzten Jahrzehnten in einer Höhle versteckt gehalten haben, wenn es ihn überrascht, dass man „Negro“ heutzutage nicht mehr sagt. 

Clint ist mittlerweile 88 Jahre alt. Er hatte bereits bekannt gegeben, sich von der Schauspielerei zurückzuziehen. Das ist eine gute Entscheidung, hier wirkt er auch sehr müde. Clint Eastwoods tatsächliche Tochter Alison spielt in diesem Film seine Tochter.  

Clint Eastwood hat als Regisseur zwei Oscars (für „Unvorgiven“ und „Million Dollar Baby“) gewonnen. Diese beiden Filme wurden auch mit dem Academy Award als Bester Film ausgezeichnet. Als Schauspieler wurde er für seine Performance in den beiden Filmen als Bester Hauptdarsteller nominiert. 

Vice und „The Mule“ waren in der Oscar-Saison 2018/2019 die letzten beiden Filme, die der amerikanischen Presse gezeigt. wurden.

Mit Clint Eastwood und den Oscars ist es immer so eine Sache, man sollte ihn nie unterschätzen. Man hat ihn mit seinem Film nur maximal vage auf dem Schirm und dann lässt er seinen Film im Dezember, also quasi in letzter Minute, zeigen und kassiert dafür einige Oscar-Nominierungen. So zuletzt geschehen mit American Sniper. „The Mule“ ist nun aber selbst für die alten, weißen Männer bei A.M.P.A.S. nicht gut genug. Der Form halber sei aber erwähnt, dass der Film für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller im Gespräch ist. 

„The Mule“ ist am 14.12.18 in 2,588 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 3,329 Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 31.01.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Boah. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Denver – Film: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“

Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ (dt. Filmtitel: „Spider-Man: A New Universe“, dt. Kinostart war der 13.12.18) 117 min  animation, adaptation 

dir. Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman  voices: Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry, Lily Tomlin, Zoe Kravitz, Nicolas Cage, Kathryn Hahn, Liev Schreiber, Luna Lauren Velez

 

Brooklyn, New York. Miles Morales (Shameik Moore) ist ein dunkelhäutiger Teenager. Sein afroamerikanischer Vater (Brian Tyree Henry) arbeitet als Polizist, seine puertorikanische Mutter (Luna Lauren Velez) ist Krankenschwester. Sie schicken ihn jetzt unter der Woche auf ein Internat. Er fühlt sich als Außenseiter auf dieser elitären Privatschule, eigentlich ist er ein Graffiti-Künstler und hängt viel lieber bei seinem coolen Onkel Aaron (Mahershala Ali) ab. Eines Tages wird er von einer Spinne gebissen und realisiert, dass er dadurch seltsame Kräfte entwickelt. Ist Miles neben Peter Parker (Chris Pine) ein weiterer Spider-Man? 

 

B (Wertung von A bis F.) „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist ein Animationsfilm aus dem Hause Sony. Der Film basiert auf den Marvel Comics. Regie haben die drei Amerikaner Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman geführt. Zuvor haben sie sich entweder als Autoren, Illustratoren, Storyboard Artisten, Produzenten, aber auch als Regisseure einen Namen gemacht.  

Es ist schon ein wenig unter Sensation zu verbuchen, wenn ich mir freiwillig einen Superheldenfilm anschaue. Diesen wollte ich mir eigentlich auch nicht angucken, dann zeigen sich Fans des Genres und Filmkritiker plötzlich gleichermassen begeistert, der Film ist für eine Oscar-Nominierung im Gespräch und dann sitze ich halt doch im Kino und schaue eine weitere „Origin Story“.

Da hier verschiedene Spider-Man-Figuren aus unterschiedlichen Comic-Universen zusammengeführt werden und es entsprechend viele Insiderwitze gibt, ist dieser Film in seiner Gesamtheit sicherlich in erster Linie etwas für Fans des Genres.

An den Animationsstil muss man sich zunächst gewöhnen. Ich hatte anfangs das Gefühl, als würde ich einen 3D-Film sehen und hätte vergessen, die entsprechende Brille aufzusetzen. Als ich mich dann mit der Animation angefreundet habe, muss ich zugeben, dass sie visuell recht innovativ ist. Die Story ist originell, die Hauptfigur Miles Morales ist klasse, am besten haben mir alle Szenen mit ihm und dem Amazing Spider-Man gefallen. Insgesamt ist der Film ideen- und actionreich und cool, aber leider zu lang. Die letzten, vielleicht 25 Minuten habe ich nur als quietschbunten, anstrengenden Bilderbrei in Erinnerung, der wahrscheinlich nur für Zuschauer mit starker Sehschwäche geeignet ist. Ohne diese Sequenz hätte ich den Film wahrscheinlich noch besser bewertet. 

Dieser Film ist den im Jahr 2018 verstorbenen Schöpfern von Spider-Man Stan Lee und Steve Ditko gewidmet. Stan Lee ist als animierte Figur auch kurz im Film zu sehen. 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Animationsfilm und Bestes adaptiertes Drehbuch im Gespräch. Update: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ hat eine Oscar-Nominierung (Bester Animationsfilm) erhalten. Update: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ hat einen Oscar (Bester Animationsfilm) gewonnen. 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist am 14.12.18 in 3,813 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film läuft unter dem Filmtitel „Spider-Man: A New Universe“ seit dem 13.12.18 auch in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, den Originalfilm habe ich bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „The Kid Who Would Be King„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Fantasy-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Overcomer„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: religiöser Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

Denver – Film: „Mary Poppins Returns“

Ich war am 28.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mary Poppins´ Returns“  (dt. Filmtitel „Mary Poppins Rückkehr“, in Deutschland seit dem 20.12.18 im Kino zu sehen) 130 min  musical, sequel, adaptation 

dir. Rob Marshall  cast: Emily Blunt, Lin-Manuel Miranda, Ben Whishaw, Emily Mortimer, Pixie Davies, Nathanael Saleh, Joel Dawson, Julie Walters, Dick Van Dyke, Angela Lansbury, Colin Firth, Meryl Streep

 

London im Jahr 1935. Michael Banks (Ben Whishaw) lebt seit dem Tod seiner Frau mit seinen drei Kindern, Annabel (Pixie Davies), John (Nathanael Saleh) und Georgie (Joel Dawson) und seiner Schwester (Emily Blunt) in der Cherry Tree Lane zusammen. Er hat es nicht leicht, seine Kinder allein großzuziehen, jetzt ist er auch noch in finanzielle Nöte geraten. Es bleiben ihm nur noch wenige Tage, um die Hypothek zu bezahlen. Ansonsten wird das Haus, in dem Michael und seine Schwester Jane aufgewachsen sind, zwangsgeräumt. Dann kehrt Michael und Janes altes Kindermädchen Mary Poppins (Emily Blunt) plötzlich zurück…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Mary Poppins´ Returns“ ist die Fortsetzung zu Robert Stevensons Musical „Mary Poppins“ aus dem Jahr 1964. Auch dieser Film basiert auf Pamela Lyndon Travers Kinderbüchern der Mary Poppins Serie. „Mary Poppins Returns“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Rob Marshall („Chicago“, Nine, Into the Woods).

Es ist viel zu lange her, dass ich den Klassiker „Mary Poppins“ gesehen habe, einen direkten Vergleich möchte ich hier daher nicht anstellen. 

Diesen Film habe ich mir auch nur widerstrebend angesehen. Nun ist „Mary Poppins Returns“ aber für die Oscars im Gespräch, viele zeigen sich begeistert von dem Film, ich mag Emily Blunt, hatte viel Zeit und nur ein Kinocenter (und keines meiner geliebten Programmkinos) in der Nähe, also warum nicht. 

Musicals sind generell nicht meine Welt und entsprechend zog sich dieser Film für mich als wäre ich ein Kind, dass auf die Ferien wartet. Der Film sieht aber besser aus, als man das von den Trailern her erwarten konnte. Das Setdesign ist großartig, die Melodien und Songs sind okay, man läuft aber nicht Gefahr, sie nach dem Kinobesuch weiter zu summen. Wenn es schon eine Fortsetzung zu „Mary Poppins“ geben muss, dann gibt es wohl keine bessere Besetzung als die wandelbare Emily Blunt als Kindermädchen mit magischen Fähigkeiten. Sie interpretiert die Rolle auf ihre Art, singt und tanzt und ist tadellos. Auffällig gut hat mir der Joel Dawson, der den jüngsten Sohn der Banks-Familie spielt, gefallen. Meryl Streep gibt eine sehr schrille Performance mit Gesangseinlage. In weiteren Nebenrollen u.a. Dick Van Dyke und Angela Lansbury. 

Der Originalfilm aus dem Jahr 1964 war für 13 Oscars nominiert und hat fünf Academy Awards gewonnen (Julie Andrews als Beste Schauspielerin, Bester Schnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik und Bester Originalsong)

„Mary Poppins´ Returns“ ist nun auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Emily Blunt), Bester Hauptdarsteller (Lin-Manuel Miranda), Bester Nebendarsteller (Ben Whishaw), Beste Nebendarstellerin (Meryl Streep, Angela Lansbury, Emily Mortimer), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik, Bester Originalsong („Trip a Little Light Fantastic“, „The Place Where Lost Things Go“) und einige technische Kategorien. Update: „Mary Poppins Returns“ hat 4 Oscar-Nominierungen (Beste Filmmusik, Bester Song für „The Place Where Lost Things Go“, Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild) erhalten.

„Mary Poppins Returns“ ist am 19.12.18 in 4,090 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film seit dem 20.12.18 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Dog´s Way Home„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: bei Hundefilmen muss ich immer heulen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: naja, wahrscheinlich schon, aber eher auf Netflix oder so


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, den Originalfilm habe ich bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Trailers: B- (erster richtiger Trailer)

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Lion King„

Bewertung des Teasers: B

Kommentar: Jon Favreaus Live-action-Remake des gleichnamigen Animationsfilm. Ich hatte nicht mal den Wunsch mir das Original anzuschauen. 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Golden Globe-Gewinner 2019

Gestern bin ich leider etwas zu spät in unserem Washingtoner Hotel angekommen und habe die Golden Globe-Verleihung nicht komplett gesehen. 

Gefreut habe ich aber natürlich für Ryan Murphy und seine TV-Serie The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story und den brillanten Hauptdarsteller Darren Criss. Auch löblich ist die Auszeichnung für Richard Madden (aus der TV-Serie Bodyguard). Typisch für die HFPA ist es jedoch „The Kominisky Method“ und seinen Hauptdarsteller Michael Douglas auszuzeichnen. Ist er doch mit Abstand der größte Star der Comedy-Serien, die nominiert waren. Ich habe mir kürzlich diese  Serie angeschaut, ist nett, kann man auch gucken, ist aber längst nicht so gut wie Barry. Bei „Killing Eve“ hatte ich im letzten Jahr auch reingeschaut, ein Grund, warum ich mir die Serie nicht zu Ende anschauen konnte, war das ausdruckslose Gesicht von Golden Globe-Moderatorin und -Gewinnerin Sandra Oh. 

Es wird als eine ziemliche Überraschung angesehen, dass Lady Gaga gestern nicht als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Der HFPA ist es immer wichtig, dass sie die größten Stars im Beverly Hilton Hotel versammeln können. Auch zeichnen sie gerne die größten Stars aus, da sie Lady Gaga aber bereits für den Gewinn für ihren Song „Shallow“ auf der Bühne hatten, brauchten sie ihr keinen weiteren Preis zu geben. Alles richtig gemacht. So kann und wird es bei den Oscars weitergehen. Eins kann man aus der gestrigen Show nämlich ziemlich sicher wissen: Glenn Close gewinnt jetzt auch den Academy Award. Bislang gab es noch keine handfesten Anzeichen dafür, sie hat zwar hier und da mal einen kleineren Kritiker-Preis für The Wife gewonnen, aber bisher nichts Wegweisendes. Das bedarf es aber auch für eine (dann am 22.1.19) sieben Mal für den Oscar nominierte Schauspiellegende. Nun gelten die Golden Globes immer als sogenanntes Casting für die Oscars. Wer hier eine tolle Dankesrede hält, den möchten die Academy-Mitglieder auch auf ihrer Bühne sehen. Glenn Close hat zwar bereits zwei Golden Globes für TV-Projekte gewonnen, der Award für „The Wife“ war aber ihr erster für einen Kinofilm. Da ihr im Vorfeld wohl gesagt wurde, dass Lady Gaga die Favoritin ist, war Mrs. Close auch sichtlich überrascht. Mit ihrer tränenreichen und tollen Dankesrede bei den Globes holt sie sich jetzt auch endlich ihren ersten Oscar. Ich freue mich darüber sehr. Auch wenn Olivia Colman (für The Favourite) im letzten Jahr die noch etwas bessere Performance gegeben hat. Mrs. Colman war auch super sympathisch und bezaubernd bei ihrer Dankesrede. Ihre Karriere in Hollywood hat jetzt begonnen. 

Dass Rami Malek für Bohemian Rhapsody ausgezeichnet wurde, war irgendwie überraschend, da in dieser Kategorie Bradley Cooper (für A Star is Born) der große Favorit war. Auch Rami Maleks große Hollywood-Karriere hat jetzt begonnen. 

Was gibt es sonst noch zu berichten? Anne Hathaway sah aus wie ein Clown, nichts Neues also. 

Die Oscars:

Marhershala Ali (Green Book) und Regina King („If Beale Street Could Talk“) haben beide vorerst wieder ihren Favoritenstatus in der Kategorie Beste Nebenrolle eingenommen. Auch wenn Regina King überraschenderweise nicht für den SAG-Award nominiert wurde. Das Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ist, wie gesagt vorbei. Glenn Close hat ihn in der Tasche. In der Kategorie Bester Hauptdarsteller haben wir jetzt einen Wettbewerb zwischen Rami Malek, Christian Bale und Bradley Cooper. Ich hoffe immer noch auf Letzteren, der mit einem Oscar-Gewinn für das komplette Projekt „A Star is Born“ ausgezeichnet werden würde. 

Bislang gab es, was die Oscars angeht, noch keinen klaren Kandidaten auf den Gewinn in der Königskategorie Bester Film. Mein Favorit in meiner ersten und zweiten Prognose war Roma, dann habe ich mir den Film allerdings im Kino angeschaut und konnte mir nicht mehr vorstellen, dass die größte Gruppe innerhalb der Academy (die Schauspieler) diesen Film mit vorwiegend Laienschauspielern als ihren Lieblingsfilm wählen. Bei den Globes konnte „Roma“ nicht in der Kategorie Bester Film/Drama nominiert werden, da er nicht-englischsprachig ist. (Einer dieser seltsamen Regeln der HFPA). Die Globes helfen hier also nicht, auch weil „Bohemian Rhapsody“ definitiv nicht den Oscar gewinnen kann. Undenkbar, dass so ein Film den Oscar gewinnt. Auch wenn dieser Film unfassbar viel Geld einspielt, ändert es nichts an der Tatsache, dass der Film nicht gut genug ist. Weder Rami Malek noch die Produzenten haben ihrem, in der Kritik stehenden und gefeuerten Regisseur Bryan Singer gedankt. Er war sicherlich nicht mal eingeladen. Schlechte Presse ist etwas, was A.M.P.A.S. im Moment genug hat, ihren Ruf sollte und wird sie mit der Auszeichnung eines solchen Debakels nicht aufs Spiel setzen. 

Auch ist „Green Book“ viel zu gewöhnlich und zu kontrovers, um den Oscar zu gewinnen. „A Star is Born“ ist der große Verlierer der gestrigen Globes und wird jetzt auch ein paar Mitleidspunkte sammeln. Man stelle sich vor, Bradley Cooper wird nicht als bester Regisseur bei den Oscars nominiert. Haben wir dann eine Situation wie bei Ben Affleck und seinem Film„Argo“? Ich gehe zurück zu meiner Ausgangsprognose und denke, dass „Roma“ den Oscar als bester Film gewinnt. BlacKkKlansman könnte auch gewinnen, dafür bräuchte Spike Lee nun zunächst einmal eine DGA-Nominierung und vielleicht einen DGA-Gewinn. 

Von heute (7.1.19) an bis zum 14.1.19 wählen die Academy-Mitglieder für die Oscar-Nominierungen. Auch in der Kategorie Bester Film hat jedes Academy-Mitglied genau fünf Stimmen. Sie dürfen also nicht zehn, sondern nur fünf ihrer Lieblingsfilme listen. Nach der Auszählung werden am 22.01.19 fünf bis zu zehn Filme für den Oscar nominiert sein. Eine Nominierung derzeit relativ sicher haben:

Roma

BlackKklansman

A Star is Born

Green Book

Black Panther

—————————

Bohemian Rhapsody

The Favourite

—————————

und dann:

If Beale Street Could Talk

Vice

A Quiet Place

Mary Poppins Returns, etc.

 

Mit dem Golden Globe-Gewinn für die Filme „Bohemian Rhapsody“ und „Green Book“ beginnen jetzt die Schmutzkampagnen richtig. Was „BR“ angeht wird aber mit Kanonen auf einen Spatz geschossen. 

 

Golden Globe Gewinner für das Filmjahr 2018:

 

Movies

Best picture, drama: “Bohemian Rhapsody”

Best picture, comedy or musical: „Green Book”

Actress, drama: Glenn Close „The Wife“

Actor, drama: Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Actress, musical or comedy: Olivia Colman, “The Favourite”

Actor, musical or comedy: Christian Bale “Vice”

Supporting actress: Regina King „If Beale Street Could”

Supporting actor: Mahershala Ali, “Green Book”

Director: Alfonso Cuaron, “Roma”

Screenplay: „Green Book“

Animated film: ”Spider-Man: Into the Spider-Verse“

Foreign language film: “Roma“ (Mexiko)

Original score: “First Man”

Original song: „Shallow“, „A Star is Born“

Cecil B. DeMille Award: Jeff Bridges

 

Television:

Best series, drama: “The Americans”

Best series, comedy or musical: “The Kominsky Method“

Best Television Limited Series or Motion Picture Made for Television: “The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story”

Best Performance by an Actress in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Patricia Arquette, “Escape at Dannemora”

Best Performance by an Actor in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Darren Criss „American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace“

Actress, drama: Sandra Oh „Killing Eve”

Actor, drama: Richard Madden „Bodyguard“

Actress, comedy or musical: Rachel Brosnahan ”The Marvelous Mrs. Maisel“

Actor, comedy or musical: Michael Douglas „The Kominsky Method“

Supporting actress, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Patricia Clarkson „Sharp Objects“ 

Supporting actor, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Ben Whishaw „A Very English Scandal“

 

Glenn Closes Reaktion auf ihren ersten Globe für einen Kinofilm:

 

Glenn Closes Dankesrede:

 

 

Denver – Film: „Vice“

Ich war am 28.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Vice“  (dt. Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“, dt. Kinostart: 21.02.19)  132 min  biopic

dir. Adam McKay  cast: Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Tyler Perry, Alison Pill, Lily Rabe, Shea Whigman, Eddie Marsan, Bill Pullman, Bill Camp, Alfred Molina, Jesse Plemons  voice: Jesse Plemons 

 

„Vice“ ist ein Porträt eines der mächtigsten und zugleich am meisten gehassten Politikern der Vereinigten Staaten: Dick Cheney.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Vice“ ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Adam McKay („Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“, Step Brothers , The Big Short). Sein Biopic über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney eröffnet er mit folgenden Worten: “The following is a true story. Or as true as it can be, given that Dick Cheney is known as one of the most secretive leaders in recent history. We tried our fucking best.”

Es kommt natürlich immer auch auf die Erwartungshaltung an. Nach dem äußerst gelungenen „The Big Short“ war McKays Nachfolgefilm einer der 2018er-Filme, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Jetzt ist es meine größte filmische Enttäuschung des vergangenen Jahres. 

Adam McKay wollte unbedingt einen Film über Dick Cheney machen, warum, bzw. was er mit seinem Werk bezweckt und welche Zielgruppe der Film ansprechen soll, bleibt sein Geheimnis. Zunächst einmal hätte der Film während der Obama-Administration herauskommen müssen, jetzt mit Donald Trump im Weißen Haus, will man sich gerade nicht wirklich nochmal mit Dick Cheney beschäftigen. Dick Cheney ist sicher an vielem schuld (er hat den damaligen U.S. Präsidenten George W. Bush als Marionette mißbraucht, das amerikanische Volk und die Welt hinsichtlich Massenvernichtungswaffen im Irak belogen, aus wirtschaftlichen Interessen einen Angriffskrieg gegen den Irak geführt, ohne den wir heute sicher nicht so eine Instabilität in der arabischen Region hätten, etc. ), den Klimawandel und die Wahl von Donald Trump würde ich ihm nicht in die Schuhe schieben. Was hat aber Dick Cheney angetrieben, was hat ihn ausgemacht, was war seine Motivation? Diese Fragen versucht Adam McKay nicht zu ergründen. Das wäre aber die Aufgabe einer filmischen Biografie, auch wenn sie mehr satirischer Natur ist. 

Diejenigen, die Cheneys Vizepräsidentschaft unter Bush Jr. nicht selbst miterlebt haben, nehmen durch diesen Film vielleicht ein paar oberflächliche Fakten mit. Aufschlussreicher gegliedert können sie die aber Cheneys Wikipedia-Seite entnehmen. Als Unterstützung in Spielfilmform kann ich Oliver Stones Biopic W. empfehlen. Wieso der verheerende Terroranschlag vom 11. September 2001 von den amerikanischen Geheimdienstlern nicht verhindert wurde, erklärt die brillante TV-Serie The Looming Tower. Warum die CIA-Agentin Valerie Plame von der Bush-Adminstration enttarnt wurde (was auch kurz in „Vice“ zur Sprache kommt) kann man durch Doug Limans Film Fair Game erfahren. 

„Vice“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass man nicht jedem Regisseur bei der Fertigstellung seines Films freie Hand lassen sollte. Warum haben hier die Produzenten, die Geldgeber, diesen überladenen Film so abgenommen und nicht darauf gedrängt, dass er zurück in den Schneideraum geht, um das Chaos etwas zu strukturieren? 

McKays Inszenierung ist nämlich eine unstrukturierte, gar wirre, teils schnell geschnittene Zusammenstellung von kreativen und nicht so kreativen Ideen, Montagen von historischen Fakten und biografischen Punkten in Cheneys Lebenslauf, vielen Zeitsprüngen, Metaphern, schockierenden Fotos, Rückblenden, Originalaufnahmen, einem Dialog in Shakespeare-Form, einem Abspann inmitten des Films (hat Adam McKay Gaspar Noés Climax gesehen?). einer ähnlich wirksamen Szene, wie Margot Robbies-Badewannen-Monolog in „The Big Short“, einer vierten Wand-Szene, einem Rätsel, was es wohl mit dem Erzähler (Jesse Plemons, der auch 10x im Film auftaucht) auf sich hat, vielen plakativen Worten, einer Szene während des Abspanns, usw, usw. Dabei merkt man der Inszenierung an, dass sie smart, cool und witzig sein sollte. Clevere Filme müssen aber nicht nochmal erklären, was man gerade sowieso auf der Leinwand gesehen hat und auch versehen sie nicht jede bekannte Persönlichkeit mit einer Untertitelung. 

Es ist nicht so, dass ich „Vice“ von vorne bis hinten hasse. Immer wieder gibt es Szenen die ich mag (Im Krankenhaus mit Dick und Lynne Cheney und ihrer Tochter, Stabchef Scoott Libbys „Verteilung“ der Posten, die Szene während des Nachspanns). Die Alfred Molina-Szene ist für mich die beste des gesamten Films, aber ansonsten bleibt mir der Film nur als nachlässiges, verbissen witzig sein wollendes, chaotisches Biopic in Erinnerung. Dick Cheney ist eine faszinierende Figur der Zeitgeschichte, er hat einen besseren Film verdient. 

Schauspielerisch ist der Film sehr gut. Am meisten positiv überrascht war ich von Steve Carell als Donald Rumsfeld, entsprechend ausgeleucht sah er dem Original manchmal erschreckend ähnlich. LisaGay Hamilton und Tyler Perry als Condoleezza Rice und Colin Powell haben ihre Sache auch sehr gut gemacht. Amy Adams ist mir besonders in der Szene im Krankenhaus in Erinnerung. Sam Rockwell hat nun nicht wirklich Ähnlichkeit mit George W. Bush (warum hat Adam McKay nicht Josh Brolin, der George W. Bush in „W.“ so überzeugend spielte, besetzt?). Christian Bale ist natürlich überragend in der Rolle (wann ist er es mal nicht?), er sieht dem ehemaligen Vizepräsidenten nicht nur sehr ähnlich, er trifft sogar seine Stimmlage und Sprache. Dennoch habe ich mir mitten im Film notiert, dass er für diese Performance keinen zweiten Oscar gewinnt. 

„Vice“ und Clint Eastwoods „The Mule“ waren die letzten beiden möglichen Oscar-Anwärter, die im Filmjahr 2018 der amerikanischen Presse gezeigt wurden. „Vice“ stand lange unter Embargo, was ein sehr kluger Schachzug der PR-Experten von Annapurna Pictures war. Schließlich hat der Film und die Schauspieler in der Zwischenzeit Golden Globe-Nominierungen erhalten und auch wurden die Schauspieler für die SAG-Awards nominiert, darüber kann man fast vergessen, dass die amerikanischen Kritiken eher durchwachsen sind.  

„Vice“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Steve Carell), Bestes Originaldrehbuch Update: „Vice“ hat 8 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Christian Bale, Bester Nebendarsteller Sam Rockwell, Beste Nebendarstellerin Amy Adams, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten. Update: „Vice“ hat einen Oscar (Bestes Make-up und beste Frisuren) gewonnen. 

„Vice“ ist am 25.12.18 in 2,442 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 2,534 Lichtspielhäusern. In Deutschland startet der Film unter dem deutschen Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“ am 21.02.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Captain Marvel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Wann hört das endlich auf mit diesen Marvel-Filmen?

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Us„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: nahezu perfekter Trailer von Jordon Peeles neuem Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Fighting with my Family„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Biopic/Sportsdrama mit Dwayne Johnson, Vince Vaughn und Nick Frost

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Creed II“

Ich war am 24.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Creed II“ (dt. Filmtitel: „Creed II: Rocky´s Legacy“, Kinostart: 24.01.19)   130 min  drama, sequel 

dir. Steven Caple Jr.  cast: Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Wood Harris, Phylicia Rashad, Dolph Lundgren, Florian Munteanu, Brigitte Nielsen, Milo Ventimiglia 

 

Im Jahr 1985 hat der russische Boxer Ivan Drago (Dolph Lundgren) den ehemaligen Boxchampion Apollo Creed während eines Kampfes getötet. Im selben Jahr hat Rocky Balboa (Sylvester Stallone) Ivan Drago besiegt. Jetzt 33 Jahre später drängt Ivan Dragos Sohn Viktor (Florian Munternu) darauf, gegen Apollo Creeds Sohn, den Boxweltmeister im Schwergewicht, Adonis (Michael B. Jordan), zu kämpfen….

 

C+ (Wertung von A bis F) „Creed II“ ist die Fortsetzung zu Ryan Cooglers Film Creed aus dem Jahr 2015 und der achte Film der „Rocky“-Reihe. Bei diesem Film hat der amerikanische Filmemacher Steven Caple Jr. Regie geführt. Es ist nach „The Land“ erst sein zweiter Spielfilm. 

Der zweite „Creed“-Film fühlt sich an wie eine halbherzige Fortsetzung zu einem sehr erfolgreichen und überraschend guten Film. „Creed II“ ist ganz passabel, mehr aber auch nicht. Der große Kampf ist in der Mitte des Films angesiedelt, dadurch ist die Geschichte quasi in zwei Parts unterteilt. Selbstverständlich gibt es aber noch einen weiteren Kampf am Ende. Die Trainingssequenzen und die letzten dreißig Minuten fand ich durchaus gelungen, ansonsten ist der Film aber zu lang und mitunter sehr zäh. Erfreulicherweise gab man aber Tessa Thompsons Charakter Bianca etwas mehr Raum. 

Wie bereits bei dem ersten „Creed“ ging das amerikanische Publikum auch bei diesem Film richtig mit. Es gab Szenenapplaus, lautstarke „Get Up!“-Rufe im Publikum und zum Schluss Applaus. 

„Creed II“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Michael B. Jordan), Bester Nebendarsteller (Sylvester Stallone), Beste Nebendarstellerin (Tessa Thompson) 

„Creed II“ ist am 21.11.18 in 3,441 amerikanischen Kinos gestartet. Dies wurde sogar noch auf insgesamt 3,752 Kinos ausgeweitet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Creed II: Rocky´s Legacy“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Alita: Battle Angel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Robert Rodriguez´neuer Film, basierend auf einem Manga mit Christoph Waltz, Mahershala Ali und Jackie Earle Haley

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Glass„

Bewertung des Trailers: F

Kommentar: es kam mir so vor, als würden sie im Trailer den ganzen Film verraten, daher F. Neuer Film von M.Night Shyamalan und dritter Teil der „Unbreakable“-Serie. Split fand ich sehr gut, daher werde ich ihn mir wohl anschauen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Fighting with my Family„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Biopic/Sportsdrama mit Dwayne Johnson, Vince Vaughn und Nick Frost

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „At Eternity´s Gate“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„At Eternity´s Gate“ (dt. Filmtitel: Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit, dt. Kinostart: 18.04.19)   110 min  drama, biopic 

dir. Julian Schnabel  cast: Willem Dafoe, Rupert Friend, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Oscar Isaac, Niels Arestrup, Vincent Perez, Stella Schnabel 

 

Arles, Südfrankreich. Vincent van Gogh (Willem Dafoe) sieht seine Berufung im Malen, Geld verdient er damit nicht. Er lebt von dem, was ihm sein Bruder Theo (Rupert Friend) zukommen lässt. Er hat Visionen und malt, damit er nicht nachdenken muss…

 

B- (Wertung von A bis F) „At Eternity´s Gate“ ist ein Porträt des niederländischen Malers Vincent van Gogh mit einem Schwerpunkt auf die letzten Lebensjahre des Künstlers. Es ist der neue Film des erfolgreichen New Yorker Künstlers und Filmemachers Julian Schnabel („Basquiat“, „Before Night Falls“, The Diving Bell and the Butterfly). 

Filme von einem Künstler über einen Künstler finde ich generell mindestens sehenswert. Julian Schnabel hat selbstverständlich einen ausgeprägten Blick für Szenenbilder, Motive und die Schönheit der Landschaft. Der Filmemacher porträtiert Vincent van Gogh in seinen letzten beiden Lebensjahren in Südfrankreich. Er greift dabei manchmal zu ungewöhnlichen Kameraperspektiven, dann ist die Kamera aber auch wieder ständig in Bewegung und die sich wiederholende Dialoge und Szenen machen die psychischen Probleme und das Chaos in Kopf des Malers deutlich. Van Gogh verehrte seinen Kollegen Paul Gauguin, die beiden verband aber wohl eine schwierige Beziehung. Irgendwann nahmen die Probleme von Vincent van Gogh immer mehr zu, er schnitt sich einen großen Teil seines linken Ohres ab und verstarb wenige Monate später aus nicht hundertprozentig geklärten Umständen. „At Eternity´s Gate“ ist kein  schlechter Film, ich fand ihn jedoch mitunter etwas anstrengend. 

Vincent van Gogh ist im Alter von 37 Jahren gestorben, optisch ähnelt Willem Dafoe ihm, nur ist der Schauspieler bald 30 Jahre älter als der Künstler seinerzeit war und wenn an einer Stelle im Film van Gogh mit dem befreundeten Maler Paul Gauguin (gespielt von dem knapp 40-Jährigen Oscar Isaac) über „ihre Generation“ spricht, mutet das auch seltsam an. 

Vor rund 1 1/2 Jahren habe ich mir die Dokumentation „Julian Schnabel: A Private Portrait“ angeschaut, seither bin ich völlig fasziniert von dem New Yorker Künstler. 

„At Eternity´s Gate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Willem Dafoe) 

„At Eternity´s Gate“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde Willem Dafoe als bester Schauspieler ausgezeichnet und Julian Schnabel hat den Green Drop Award gewonnen. „At Eternity´s Gate“ ist am 16.11.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 178 amerikanischen Kinos. Teile des Films sind auf Französisch mit englischen Untertiteln. Der Film wird am 18.04.19 unter dem deutschen Filmtitel „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ in den deutschen Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Roma„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film und Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen  

 

San Francisco – Film: „The Front Runner“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Front Runner“ (dt. Filmtitel: „Der Spitzenkandidat“, dt. Kinostart: 07.03.19)  113 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Jason Reitman  cast: Hugh Jackman, Vera Farmiga, J. K. Simmons, Alfred Molina, Mamoudou Athie

 

Im Jahr 1988. Der Senator Gary Hart (Hugh Jackman) gilt als aussichtsreichste Kandidat der Demokraten für die nächste U.S.-Präsidentschaftswahl. Die Nominierung ist eigentlich nur noch eine Formsache. Gary Hart sieht sich selbst bereits im Weißen Haus, dann kommt jedoch seine außereheliche Affäre ans Licht…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Front Runner“ basiert auf einer wahren Geschichte. Der Film ist ein Biopic über Senator Gary Hart, der im Jahr 1988 kurz davor war als U.S.-Präsidentschaftskandidat der Demokraten nominiert zu werden. Wie eine außereheliche Affäre diesem Politiker innerhalb von nur drei Wochen zum Verhängnis werden konnte, davon erzählt dieser Film. Der Film basiert auf Matt Bais Buch „All the Truth is Out: The Week Politics Went Tabloid“. Es ist der neue Film von Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Juno, Up in the Air, Young Adult) und nach Tully bereits sein zweiter Film im Jahr 2018. 

Jason Reitman hat diese Geschichte ruhig, aber recht fesselnd inszeniert. Teilweise hat er mich an Michael Manns exzellenten Film „The Insider“ erinnert. Er schafft es einen in die Zeit v. 1988 zu versetzen. Man versteht, wie die U.S.A. in dieser Zeit getickt hat. Gary Harts Fall war einer der ersten Sexskandale eines Politikers. Bis zu diesem Fall waren die außerehelichen Affären von U.S.-Politikern (auch U.S. Präsidenten) ein offenes Geheimnis, es gehörte jedoch zum journalistischen Ehrenkodex, darüber nicht zu berichten. 

Der Filmemacher präsentiert die Geschichte wertneutral, jeder muss für sich herausfinden, wie er den Fall beurteilt.  

Angesichts der heutigen Situation ist es etwas frustrierend eine Zeit zu sehen, in der ein U.S.-Politiker noch eine gewisse Vorbildfunktion hatte und ihm moralische Verfehlungen das Amt kosten konnten. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann, dass er zur falschen Zeit (im November 2018, nach zwei Jahren Amtszeit von Donald Trump) herausgekommen ist. Derjenige, der Hugh Jackmans Perücke ausgesucht hat sollte auch zur Verantwortung gezogen werden – die hat mich nämlich ständig rausgebracht. 

Schauspielerisch fand ich Mamoudou Athie, der den afroamerikanischen Journalisten der Washington Post gespielt hat, herausragend. Hugh Jackman gibt aber auch eine solide Performance. 

„The Front Runner“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (J.K. Simmons), Beste Nebendarstellerin (Vera Farmiga), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„The Front Runner“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 6.11.18 in vier Kinos gestartet. Mittlerweile ist er landesweit in 807 Kinos zu sehen. In Deutschland startet der Film am 07.03.19. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Schindller´s List„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Steven Spielbergs Oscar-Gewinner-Film wird jetzt 25 Jahre später im amerikanischen, aber auch im deutschen Kino wiederaufgeführt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich schon gesehen 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 9 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Vice„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Adam McKays neuer Film und möglicher Oscar-Kandidat. Film über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney. Christian Bale könnte hierfür seinen zweiten Oscar gewinnen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich mir gleich an


Trailer v. Film: „A Dog´s Way Home„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: bei Hundefilmen muss ich immer heulen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: naja, wahrscheinlich schon, aber eher auf Netflix oder so


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

San Francisco – Film: „Ralph Breaks the Internet“

Ich war am 21.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ralph Breaks the Internet“ (dt. Filmtitel: „Chaos im Netz“, dt. Kinostart: 24.01.19)    112 min   animation, sequel 

dir. Rich Moore, Phil Johnston  voices: John C. Reilly, Sarah Silverman, Jack McBrayer, Jane Lynch, Gal Gadot, Taraji P. Henson, Alfred Molina, Ed O´Neill

 

Nachdem das Lenkrad an dem Automatenspiel „Sugar Rush“ kaputt gegangen ist, hat die  Figur Vanellope (Sarah Silverman) keine Daseinsberechtigung mehr. Damit „Sugar Rush“ in der Spielhalle nicht endgültig abgestellt wird, muss dringend das Ersatzteil her und das soll nun ausgerechnet in diesem „Internet“ zu finden sein. Vanellope begibt sich mit ihrem besten Freund Wreck-It-Ralph (John C. Reilly) auf eine abenteuerliche Reise ins Internet…

 

B (Wertung von A bis F) „Ralph Breaks the Internet“ ist der neueste Disney-Film und eine Fortsetzung zu Wreck-It Ralph. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Rich Moore (Zootopia), er hat bereits bei dem Originalfilm Regie geführt. Hier arbeitet er im Team mit Phil Johnston, der mit diesem Film sein Regiedebüt gibt. Die Ereignisse dieses Films finden sechs Jahren nach denen aus dem Originalfilm statt. 

Die Fortsetzung zu „Wreck-It Ralph“ ist ein Film über Freundschaft und zeigt dabei auf charmante Weise, wie schwer es ist, sich im Internet zurecht zu finden, wenn man keine Ahnung hat. Der Film erklärt wie Suchmaschinen, eBay, Algorithmen, etc. funktionieren, wie Trends entstehen und zeigt aber auch die negative Seiten und welche Gefahren das Internet bergen kann.

Erstklassig ist für mich der Film wenn Vanellope im weltweiten Netz irgendwann in der (für den Film hauseigenen) Disney-Welt landet und dort auf einige bekannte Figuren stösst und schließlich mit der ganzen Prinzessinnen-Sippe zusammentrifft. In dieser Welt hätte ich mich gerne noch viel  länger aufgehalten und gesehen wie man mit der Selbstkritik weiter umgeht. Das bietet so viel Möglichkeiten. 

Der Film ist visuell manchmal etwas überfordernd und zu definitiv zu lang, die Animationen sind  – wie von Disney zu erwarten – klasse. 

Zu der 3D-Fassung kann ich mich nicht äußern, ich habe ihn in der XD-Fassung gesehen. 

„Ralph Breaks the Internet“ ist für eine Oscar-Nominierung für die Kategorie Bester Animationsfilm  und Bester Originalsong („A Place Called Slaughter Race“) im Gespräch. Update: Der Film wurde für einen Oscar in der Kategorie Bester Animationsfilm nominiert.

„Ralph Breaks the Internet“ ist am 21.11.18 in 4,017 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Chaos im Netz“ am 24.01.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also, eher nicht


Trailer v. Film: „Spider-Man: Into the Spider-Verse„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar: Marvel-Animationsfilm. Hier habe ich meine Meinung inzwischen geändert, ich werde mir den Film wohl anschauen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Spies in Disguise„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „UglyDolls„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm und Musical

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des Teasers: B

Kommentar: PIXAR-Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des 2. Teasers: A-

Kommentar: zwei Teaser vor einem Film ist ungewöhnlich, der zweite mit Ducky und Bunny ist klasse

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

San Francisco – Film: „Green Book“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Green Book“ (dt. Filmtitel: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“, dt. Kinostart: 31.01.19)  130 min  comedy, drama, biopic 

dir. Peter Farrelly  cast: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini 

 

Im Jahr 1962. Der Italo-Amerikaner  Frank „Tony Lip“ Vallelonga (Viggo Mortensen) arbeitet als Türsteher in einem New Yorker Nachtclub. Da dieser aufgrund von Renovierungsarbeiten für zwei Monate zugemacht wird, braucht er für diese Zeit dringend einen neuen Job. Schließlich heuert er als Chauffeur an und fährt den afroamerikanischen Jazz-Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) für eine Konzertreihe von New York bis in die Südstaaten…

 

B- (Wertung von A bis F) „Green Book“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Filmtitel wurde von THE NEGRO MOTORIST GREEN BOOK abgeleitet. Dies war ein Reiseführer, der erstmalig im Jahr 1936 (und jährlich in einer Neuauflage bis zum Jahr 1966) veröffentlicht wurde. Es sollte Afroamerikaner darüber informieren, in welchen Hotels sie nächtigen können und in welchen Restaurants sie als Schwarze bedient werden. Nach „Movie 43“ ist dies der zweite Kinofilm, bei dem der amerikanische Filmemacher Peter Farrelly allein Regie führte. Mit seinem Bruder Bobby zusammen – bekannt als die Farrelly Brothers – hat er einige Filme gedreht („Dumb and Dumber“, „There´s Something About Mary“). Das Drehbuch zu „Green Book“ hat Peter Farrelly zusammen mit Brian Hayes Currie und Nick Vallelonga, dem Sohn des von Viggo Mortensens Charakter Frank „Tony Lip“ Vallelongas, geschrieben. 

Generell habe ich offensichtlich ein Problem mit massentauglichen Feel-Good-Movies, die Rassismus thematisieren. The Blind Side, The Help und Hidden Figures und „Green Book“ weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Alle vier Filme sind von weißen Filmemachern, erzählen eine vorhersehbare Geschichte mit „guten“ dunkelhäutigen Amerikanern, aber mindestens einer weißen Identifikationsfigur für die weißen Zuschauer. In den drei Filmen, die in den 1960er Jahren spielen, war der Weiße entweder noch nie ein Rassist oder er war es, hat aber eigentlich das Herz am rechten Fleck, lernt über den Verlauf der Geschichte dann keiner mehr zu sein. Immer gibt es mindestens eine Szene, in der sich der Weiße/die Weiße für den Schwarzen/die Schwarze einsetzt, er/sie rettet, o.ä. und am Ende sind alle happy, weil der Rassismus ja so einfach bekämpft werden kann. Das sind Filme die Rassismus „vereinfachen“, damit es sogar von Grundschülern verstanden wird. Filme für einfache Gemüter oder wenn man mal für zwei Stunden sein Hirn ausschalten will. Angesichts des Themas ist mir das zu platt und diese Filme sind mir zu manipulativ. 

„Green Book“ wirkt antiquiert, dieser Film könnte aus den 1980er oder 1990er Jahren stammen. Varianten dieser Geschichte gab es schon zig Mal und auch dieser Film hat nichts Neues hinzuzufügen und hat keinerlei Bezug zur Gegenwart. Der Film ist nett, tut nicht weh, es gibt einige witzige Szenen, Mainstream-Unterhaltung halt. 

Meiner Bewertung für „Green Book“ kann man entnehmen, dass ich diesen Film zumindest etwas besser finde als die anderen drei. Müsste ich eine Liste mit den schlimmsten Filmen aller Zeiten erstellen, wäre garantiert „The Blind Side“ drauf, weil der einfach beleidigend schlecht ist und mich bis heute verärgert. Bei „Green Book“ hat mich erstaunt, dass das Publikum – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – vor Freude ausflippt. In meiner ausverkauften Vorstellung gab es zum Schluss des Films Applaus. Später im Fahrstuhl wurde ich auch noch von einer, bis über beide Ohren strahlenden, Afroamerikanerin angesprochen, ob ich denn auch so einen tollen Film wie sie gesehen habe. Sie war hin und weg von „Green Book“. Der Asiatische Amerikaner, der mit uns im Fahrstuhl fuhr, hat sich daraufhin eingemischt und auch noch eine Lobeshymne auf den Film angestimmt. Ich habe mir natürlich nichts anmerken lassen, habe aber richtig schlechte Laune bekommen. Mir zeigte diese kurze Situation, dass der Film etwas bei den Menschen (unabhängig von der Hautfarbe) bewirkt. Am nächsten Tag hatte ich „Green Book“ vergessen, auch wenn mir die Charaktere noch eine Weile in Erinnerung blieben. 

Die Charaktere sind es dann schließlich auch, die mir den Film nicht vollends vermiest haben. Auf der einen Seite, der aus einfachen Verhältnissen stammende, raufbeinige, weiße Schulabbrecher und auf der anderen Seite, der distinguierte, gebildete, schwarze Konzertpianist – wie sie sich annähern und gegenseitig lernen, sich zu akzeptieren und respektieren führt zwangsläufig zu unterhaltsamen Szenen. Beide Charaktere sind auch auf ihre Weise liebenswert. Nun ist es aber die Geschichte des Weißen (Tony Lip) und so erfährt man nicht viel mehr über den Schwarzen, als man bereits zu Beginn des Films wusste. Die Geschichte wäre interessanter, wenn sie entweder aus Sicht des bi- bzw. homosexuellen, schwarzen Pianisten, der sich in den 1960er Jahren auf eine Tournee durch den schwarzenfeindlichen Süden der U.S.A. begibt, erzählt worden wäre oder wenigstens aus beiden Perspektiven. Es ist aber so wie es ist, das sind einfach nicht meine Filme. 

Diesen Moment möchte ich nutzen, um zwei wirklich zeitgeistige 2018er-Filme über Rassismus zu empfehlen: Spike Lees BlacKkKlansman und The Hate U Give. 

Ich ärgere mich nicht über die pure Existenz von „Green Book“, vielmehr bin ich verärgert darüber, dass er eine Rolle in der Oscar-Saison spielt. Nicht einer dieser vier genannten Filme hat die Berechtigung, für den Oscar als Bester Film nominiert zu sein. Dafür sind diese Filme in ihrer Machart einfach nicht gut genug.

„Green Book“ galt zu Beginn der Oscar-Saison bei einigen Oscar-Experten schon als Oscar-Gewinnerfilm. Nun steht „Green Book“ seit einiger Zeit in der Schusslinie. Der Neffe und Bruder von Dr. Don Shirley haben das Gefühl, dass ihr Onkel bzw. Bruder und seine Beziehung zu der Familie und die Freundschaft von Don Shirley und „Tony Lip“ falsch dargestellt wurde. Allgemein wird der Film dafür kritisiert, dass er nur aus der Perspektive des weißen Charakters erzählt wird. Dann, ich hatte es in meiner November-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 bereits erwähnt , hat sich Viggo Mortensen auch noch einen Fauxpas geleistet. „Green Book“ wird sicherlich für den Oscar als Bester Film nominiert, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er diese Kategorie für sich entscheiden kann. 

Sehr wahrscheinlich sind aber Oscar-Nominierungen für Viggo Mortensen und Mahershala Ali und zwar zu Recht. Viggo Mortensen hat sich für diese Rolle einen italienisch-amerikanischen Akzent antrainiert und hat rund 20 kg zugenommen. Ihn hatte ich auch noch in meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 als Gewinner gesehen, mittlerweile denke ich aber eher, dass es sich zwischen Christian Bale („Vice“) und Bradley Cooper (A Star is Born) entscheiden wird. Der Oscar-Gewinner Mahershala Ali (Moonlight) zeigt hier erneut, was er für ein exzellenter Schaupieler ist, er galt für eine gewisse Zeit bereits als Oscar-Anwärter in der Kategorie Beste Nebenrolle. Hier ist das Rennen mittlerweile aber wieder etwas offener, es wird sich wohl zwischen ihm, Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?) und Sam Elliot (A Star is Born) entscheiden (mit einer Außenseiter-Chance für Adam Driver, sollte BlacKkKlansman die Kategorie Bester Film gewinnen). 

„Green Book“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Green Book“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Viggo Mortensen, Bester Nebendarsteller Mahershala Ali, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt) erhalten. Update: „Green Book“ hat drei Oscars (Bester Film, Bestes Originaldrehbuch und Bester Nebendarsteller – Mahershala Ali) gewonnen.

„Green Book“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Der Film ist am 16.11.18 in 25 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,215 Kinos. Der Film kommt unter dem Filmtitel „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ am 31.01.19 in die deutschen  Kinos.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle, Film taugt wohl nichts.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

San Francisco – Film: „Mid90s“

Ich war am 15.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mid90s“ (dt. Kinostart: 07.03.19)  84 min  drama

dir. Jonah Hill  cast: Sunny Suljic, Lucas Hedges, Katherine Waterston, Gio Galicia, Na-kel Smith, Olan Prenatt, Ryder McLaughlin 

 

Los Angeles, Mitte der 1990er Jahre. Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) lebt mit seiner Mutter (Katherine Waterston) und seinem älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) zusammen. Er bewundert seinen Bruder, der verhält sich ihm gegenüber jedoch nur aggressiv und ist sogar gewalttätig. Stevie sucht nach Anerkennung und findet sie schließlich bei den älteren Skateboardern Ruben (Gio Galicia), Ray (Na-kel Smith), „Fuckshit“ (Olan Prenatt) und „Fourth Grade“ (Ryder McLaughlin)…

 

B- (Wertung von A bis F) „Mid90s“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Jonah Hill (Superbad, Cyrus, Moneyball, 21 Jump Street, The Wolf of Wall Street, Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot). Jonah Hill hat für seinen ersten Film auch das Drehbuch geschrieben. 

Nach Greta Gerwigs Lady Bird aus dem letzten Jahr, gibt es dieses Jahr nun das Regiedebüt der Schauspieler  Paul Dano (Wildlife) und das, des zwei Mal für den Oscar nominierten Schauspielers Jonah Hill. Jonah Hills und Greta Gerwigs Filme weisen ein paar Gemeinsamkeiten auf. Beides sind Filme über das Erwachsenwerden, spielen in Kalifornien, in beiden Werken spielt Lucas Hedges mit und sowohl „Lady Bird“ als auch „Mid90s“ sind Filme des New Yorker Verleihers A24.

Jonah Hills Film ist auch vage autobiografisch geprägt, er selbst hing als Teenager viel mit Skateboardern rum. Hier erzählt er aber von einem 13-Jährigen, der sich langsam von seiner Mutter abnabelt, seinen größeren Bruder bewundert, obwohl der ihn oft grundlos verprügelt und schließlich bei ein paar älteren Skateboardern eine Art Ersatzfamilie findet.

Dieser Film ist mir mehr durch die Schauspieler als durch die Story in Erinnerung. Es ist sicherlich auch eher ein Charakterdrama. Durch die Bank ist der Film perfekt besetzt. Angefangen mit Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Boy Erased, wieder mal in einer völlig anderen Rolle, dann dieser putzige Knirps Sunny Suljic (The Killing of a Sacred Deer) in der Hauptrolle. Diesem kleinen talentierten Steppke steht sehr wahrscheinlich eine große Filmkarriere bevor. Die Skateboarder stehen alle das erste Mal vor einer professionellen Kamera, alle sind originelle Typen und hätten nicht besser ausgewählt werden können. 

Jonah Hill wollte immer als Regisseur arbeiten, ist in die Schauspielkarriere nur „reingerutscht“, hatte dadurch  aber die Gelegenheit, sich  bei den großen Filmemachern (Bennett Miller, Quentin Tarantino, Coen Bros., Martin Scorsese) viel abzuschauen. Mit diesem Film legt er ein solides Regiedebüt hin. „Mid90s“ ist in dem Bildformat 4:3 gedreht worden, dadurch sieht der Film aus, als würde er tatsächlich aus den 1990er Jahren stammen. Jonah Hill hat aber auch auf stimmige Details geachtet (allein, wenn man sich das Zimmer von Lucas Hedges Charakter anschaut), der Score (Trent Reznor und Atticus Ross) ist exzellent und die Auswahl der Songs ist sehr gelungen.

Mein Fazit zu diesen drei vielversprechenden Regiedebüts der Schauspieler. Greta Gerwigs Zukunft sehe ich eher im Regiebereich. Auf die Schauspieler Paul Dano und Jonah Hill möchte ich nicht verzichten. Vielleicht gelingt es ihnen, neben ihrer Schauspielkarriere hin und wieder die Zuschauer mit ihren Werken als Regisseur zu begeistern. 

„Mid90s“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„Mid90s“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1,206 Kinos landesweit.  In Deutschland soll der Film am 07.03.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Anna and the Apocalypse„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: meine zwei Lieblingsgenres: Zombie-Filme und Musicals in einem. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Roma“

Ich war am 12.12.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Roma“ (in D. seit dem 6.12.18 in einigen ausgewählten Kinos zu sehen; seit dem 14.12.18  weltweit auf Netflix abrufbar)  135 min   drama 

dir. Alfonso Cuarón  cast: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Fernando Grediaga, Jorge Antonio Guerrero, Marco Graf, Daniela Demesa 

 

Mexiko-City im Jahr 1970. Cleo (Yalitza Aparicio) arbeitet als Dienst- und Kindermädchen für die Familie von Sofia (Marina de Tavira) und ihren Mann Antonio (Fernando Grediaga). Hauptsächlich kümmert sie sich um ihre vier Kinder…

 

A- (Wertung von A bis F) „Roma“ ist der achte Spielfilm des mexikanischen Filmemachers Alfonso Cuarón („Y Tu Mamá También“, „Children of Men“, Gravity). Der Film ist autobiografisch geprägt und entspricht Cuaróns Erinnerung an seine Kindheit in den 1970er Jahren in dem titelgebenden Viertel von Mexiko City. 

„Roma“ ist ein Meisterwerk, das seine audio-visuelle Kraft tatsächlich wohl nur im Kino richtig entfalten kann. Der Film erzählt keine Geschichte, es sind eher Situationen und Momentaufnahmen, die einen in den Sog ziehen und am Ende ein ziemlich klares Bild von dem Alltag und dem Leben (nicht nur des Kindermädchens Cleo) in Mexiko City, Anfang der 1970er Jahre ergeben. 

Natürlich ist Cuaróns neuer Film eine Liebeserklärung an sein ehemaliges Kindermädchen (der Film wurde auch Liboria „Libo“ Rodríguez gewidmet) und ist damit ein sehr persönlicher Film. Das wird selbst dem Filmliebhaber deutlich, wenn man in einer Szene in einem Kino einen kurzen Ausschnitt eines 1960er-Jahre-Sci-Fi-Films mit zwei, im Weltraum schwebenden Astronauten sieht. Was in dieser kurzen Szene etwas primitiv daherkommt, mag die Inspiration für sein, vier Jahrzehnte später, geschaffenes Weltraumepos „Gravity“ gewesen sein.

Mich faszinieren generell Dinge, die simple aussehen, aber durchdacht und reich an Details sind. Der Film beginnt und endet mit einem Flugzeug, das man am Himmel sieht. Am Anfang spiegelt sich der Flieger in Cleos Wischwasser wieder, vielleicht kann man das als Konzentrationsappell verstehen, dass man sich ab diesem Moment in eine andere Welt begibt und am Ende des Films symbolisiert ein weiteres Flugzeug, dass man dann wieder in seine eigene entlassen wird. Die Sequenz am Strand zählt für mich zu den schönsten Filmsequenzen im Kino überhaupt. 

„Roma“ ist ein Netflix-Release. Meine Meinung zu diesem Streaming-Portal ist sehr gespalten. Filme wie „Roma“ würden wahrscheinlich ohne Netflix gar nicht existieren. Welcher amerikanische Verleih würde das Risiko eingehen, einen untertitelten, fremdsprachigen, schwarz/weiß-Film mit vorwiegend Laiendarstellern zu finanzieren? Netflix hat offensichtlich so viel Geld, Risiken einzugehen und dabei auch noch den visionären Filmemachern (beispielsweise den Coen Bros., jetzt Alfonso Cuarón oder Martin Scorsese) sämtliche künstlerische Freiheiten einzuräumen. Für die Regisseure sind das ideale Arbeitsbedingungen, „ihren“ Film entstehen zu lassen. Auf der anderen Seite verdienen diese Filme aber auch eine Kinoauswertung. Filme wie „Roma“ sollten für eine gewisse Zeit exklusiv im Kino präsentiert werden. Netflix ist daran nicht interessiert, sie setzen sich über bestehende Regeln hinweg. Sie umgehen die sonst in Deutschland üblichen mindestens vier Monate Sperrfrist (in den U.S.A. eine 90-tägige Frist) vor dem VOD/DVD-Start und stellen auch sonst die Bedingungen. Beispielsweise dürfen Kinobetreiber keine Zuschauer- bzw. Verkaufszahlen veröffentlichen. Das Streaming-Portal bestimmt schon seit längerer Zeit auch das Konsumverhalten der Zuschauer. In den U.S.A. gibt es seit Frühjahr 2018 das Gerücht, dass Netflix eine amerikanische Kinokette kaufen will. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. 

Dieses Jahr will Netflix nun mit „Roma“ eine entscheidende Rolle bei den Oscars spielen. Sie haben zwar bereits einen Oscar für eine Dokumentation („Icarus“) gewonnen, aber für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film (mit Cary Fukunagas exzellentem Drama  Beasts of No Nation und Dee Rees „Mudbound“) hat es bekanntermassen noch nicht gereicht. Nun haben sie mit „Roma“ einen Prestige-Film von einem zweimaligen Oscar-Gewinner an der Hand und haben nichts dem Zufall überlassen. Netflix hat, ich hatte es in meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 bereits erwähnt, die besten PR- und Oscar-Experten der Branche eingestellt, ihr Logo geändert und sind mit ihrem Film „Roma“ nun zu jedem einzelnen Filmfestival in Nordamerika gefahren. Das hat sich insoweit bereits rentiert, dass „Roma“ bei vielen amerikanischen Filmkritiker-Verbänden bereits zum Besten Film des Jahres gewählt wurde. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, musste Netflix ihren Film mindestens eine Woche in einem kommerziellen amerikanischen Kino in Los Angeles County zeigen. Auch das hat Netflix erfüllt. 

Nachdem dieses Jahr mit Guillermo Del Toro (The Shape of Water) der letzte der Three Amigos (der drei großen mexikanischen Filmemacher mit Alejandro Gonzalez Inarritu, der zweimalige Regie-Oscar-Gewinner für Birdman und The Revenant und der Regie-Oscar-Gewinner Alfonso Cuarón für Gravity) mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ist es nun wieder Alfonso Cuarón, der im Rampenlicht der Filmpreisverleihungen steht. 

Alfonso Cuarón könnte für diesen Film allein fünf Oscar-Nominierungen erhalten. Er ist Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, ist zusammen mit Adam Gough für den Filmschnitt zuständig und da sein Freund, der dreimalige Oscar-Gewinner, Kameramann Emmanuel „Chivo“ Lubezki dieses Mal aus zeitlichen Gründen nicht zur Verfügung stand, hat Cuarón auch noch selbst die Kamera geführt. 

Derzeit gehe ich fest davon aus, dass „Roma“ in einigen Kategorien für den Oscars nominiert wird. Ich bin auch sicher, dass „Roma“ als bester Film nominiert wird. Das wäre die erste Oscar-Nominierung für einen Netflix-Film in dieser Kategorie. In meiner ersten und zweiten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 hatte ich „Roma“ als Gewinner-Film prognostiziert. Jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich davon abweichen. Um den Oscar zu gewinnen, muss ein Film die größte Gruppe innerhalb der Academy (die Schauspieler) hinter sich haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schauspieler einen Film mit Laienschauspielern als ihren Lieblingsfilm wählen. Alles zurück auf Anfang also, die Schauspieler wählen sicherlich eher BlacKkKlansman,  A Star is Born, The Favourite, vielleicht „Green Book“ oder  sogar Black Panther als Bester Film des Jahres 2018. (Stand 19.12.18). 

„Roma“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„Roma“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Yalitza Aparicio), Beste Nebendarstellerin (Marina De Tavira), Beste Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Außerdem vertritt der Film Mexiko im Rennen um eine Oscar-Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film. Update: „Roma“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin Yalitza Aparicio, Beste Nebendarstellerin Marina de Tavira, Bestes Originaldrehbuch, Bester nicht-englischsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) erhalten. Update: „Roma“ hat drei Oscars (Bester Regie, Beste Kamera und Bester fremdsprachiger Film) gewonnen.

„Roma“ ist erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt worden. Dort hat der Film den Hauptpreis, den Goldenen Löwen gewonnen. Nach diesem Filmfestival wurde „Roma“ auf sämtlichen Filmfestivals gezeigt. Drei Wochen vor dem Start auf Netflix, wurde der Film am 21.11.18 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. Die größten amerikanischen Kinoketten (Regal und AMC) hatten es abgelehnt, „Roma“ zu spielen, da die 90-Tage-Regel nicht eingehalten wurde. Da die Vorstellungen in den kleineren Kinos jedoch allesamt ausverkauft waren, hat Netflix beschlossen, ihren Plattformstart auf bis zu 600 Kinos in den U.S.A. auszuweiten. Selbst in Deutschland ist der Film seit dem 6.12.18 an einzelnen Tagen in überschaubar ausgewählten Kinos in der spanischen/mixtekischen Originalfassung (entweder in der OV oder mit deutschen oder englischen Untertiteln) zu sehen. Obwohl ich ein Netflix-Abo besitze, wollte ich „Roma“ immer unbedingt im Kino sehen. „Roma“ ist für die große Leinwand geschaffen. Zum einen ist damit gewährleistet, dass man sich ganz und ohne Ablenkung auf diesen schönen Film einlassen kann, zum anderen wird dieser bild- und tongewaltige Film nur dort vollends zur Geltung kommen. Ich habe den Film für 17 Euro (inkl. einem Prosecco-Spritz) in der Astor Film Lounge in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. Meine Vorstellung war ausverkauft. In Deutschland ist „Roma“ seit dem 14.12.18 auch auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Der Junge muss an die frische Luft„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Caroline Links Verfilmung von Hape Kerkelings Autobiografie. Das Hörbuch kenne ich sehr gut, deutsche Filme gucke ich jedoch eher nicht im Kino 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: irgendwann im TV


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: C+ (anderer Trailer, auch wurde dieser in der Synchro gezeigt) 

Kommentar: Oscar-Film mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

San Francisco – Film: „Wildlife“

Ich war am 14.11.18 in San Francisoo und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wildlife“ (dt. Kinostart: 11.04.19)  104 min  drama, adpatation

dir. Paul Dano  cast: Ed Oxenbould, Carey Mulligan, Jake Gyllenhaal, Bill Camp, Darryl Cox

 

Im Jahr 1960. Der 14-jährige Joe (Ed Oxenbould) ist mit seinen Eltern Jeanette (Carey Mulligan) und Jerry (Jake Gyllenhaal) nach Montana gezogen. Sein Vater verliert jedoch schon bald seinen Job und beschließt dann auch noch, sich anderen Männern anzuschließen, um die nahenden Waldbrände zu bekämpfen. Joe bleibt mit seiner Mutter allein zurück und muss irgendwann mitansehen, wie sie eine Affäre mit einem viel älteren Mann (Bill Camp) beginnt…

 

B (Wertung von A bis F) „Wildlife“ basiert auf Richard Fords gleichnamigen Roman. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy). Das Drehbuch hat Paul Dano zusammen mit seiner Partnerin Zoe Kazan (die vordergründig als Schauspielerin aus Filmen wie Ruby Sparks, The Big Sick, The Ballad of Buster Scruggs bekannt ist) geschrieben. 

Paul Dano ist nicht nur ein exzellenter Schauspieler, sein vielversprechendes Regiedebüt zeugt auch von einem Talent als Filmemacher. Er hat einen Blick für Szenenbilder und dafür, wie man die Handlung und die Charaktere am besten in Szene setzt. Etwas arbeiten muss er noch an der Auswahl eines geeigneten Hauptdarstellers. Ed Oxenbould mangelt es an Ausstrahlung und Leinwandpräsenz und erschwerend dazu kommt noch, dass er seinen Filmeltern (Carey Mulligan und Jake Gyllenhaal) nicht im Entferntesten ähnlich sieht. Während des Films habe ich mir überlegt, ob Paul Dano vielleicht seiner Freundin Zoe Kazan einen Gefallen tun wollte und ihren jüngeren Bruder besetzt hat. Optisch ähnelt er nämlich tatsächlich Paul Danos Freundin. Die Geschichte hier wird aber nun aus der Perspektive von Ed Oxenboulds Charakter erzählt und damit ist der Junge quasi in jeder Szene zu sehen. Mit einem anderen, sympathischeren und talentierteren Jungen hätte mir der Film noch wesentlich besser gefallen. 

Carey Mulligan spielt Jeanette, eine frustrierte Ehefrau und Mutter. Viel zu jung hat sie geheiratet und ihren Sohn bekommen. Jetzt, mit Mitte 30 ist ihre Jugend vergangen, das Leben und einige verpasste Chancen haben aus ihr diese griesgrämige, zynische Frau gemacht. Solche Frauenfiguren sieht man in Filmen, die aus den 1960er Jahren stammen oder in der Zeit spielen eher, selten. Carey Mulligan spielt diese Jeanette so wahrhaftig, dass man kaum die Augen von ihr lassen kann. Es ist fesselnd zu beobachten, was sie ihrem 14-jährigen Sohn noch alles zumutet.

„Wildlife“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ed Oxenbould),  Beste Hauptdarstellerin (Carey Mulligan), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Wildlife“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 105 Kinos. Ich wollte den Film ursprünglich bereits auf dem NYFF56 sehen, hatte jedoch online kein Ticket erwerben können und habe den riesigen Andrang für diesen Film (und die anschließende Q & A) völlig unterschätzt. Als ich etwas mehr als eine Stunde vor Filmbeginn die Alice Tully Hall erreichte, standen bereits mindestens 60 Leute in der Stand-by-Ticket-Schlange, ich gab mich geschlagen und hatte mindestens zwei Stunden schlechte Laune. In Deutschland soll der Film ab dem 11.04.19 in den Kinos laufen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYFF56: Der Beginn der Warteschlange für SB-Tickets für das „Wildlife“-Screening

 

San Francisco – Film: „Beautiful Boy“

Ich war am 14.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Beautiful Boy“ (dt. Kinostart: 24.01.19)  112 min  drama, biopic adaptation 

dir. Felix Van Groeningen  cast: Steve Carell, Timothée Chalamet, Maura Tierney, Amy Ryan, Timothy Hutton 

 

Der Journalist David Sheff (Steve Carell) lebt mit seiner zweiten Frau Karen (Maura Tierney) und ihren beiden gemeinsamen Kindern zusammen. Außerdem lebt Davids 18-jähriger Sohn Nic (Timothée Chalamet) aus einer früheren Beziehung mit Ex-Frau Vicky (Amy Ryan) bei ihnen. Eines Tages findet David heraus, dass sein Sohn offensichtlich schon eine Weile drogensüchtig ist. Er setzt alles daran, dass sein Sohn von den Drogen loskommt… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Beautiful Boy“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf den Memoiren von David Sheff („Beautiful Boy: A Father’s Journey Through His Son’s Addiction“) und seinem Sohn Nic Sheff (Tweak: „Growing Up on Methamphetamines“). Es ist der erste amerikanische Film des belgischen Filmemachers Felix van Groeningen („The Broken Circle Breakdown“).

„Beautiful Boy“ ist ein Porträt eines drogenabhängigen Teenagers und seines Vaters, der versucht, zunächst nachzuvollziehen, warum sein Sohn, überhaupt mit den Drogen begann und warum er nicht davon loskommt. Schließlich setzt er alles daran, dass der Junge seine Abhängigkeit bekämpft. Etwas was diesen Film vielleicht von vielen anderen Filmen, die von Sucht erzählen, unterscheidet, es gab nicht wirklich den einen, triftigen Grund, warum er anfing, harte Drogen zu konsumieren. Es ist ein Junge, der in einem liebevollen Umfeld groß wird und später sagt, dass er Crystal nimmt, weil es das Schwarzweißbild seiner Welt in ein buntes umwandelt. 

Der Film hätte mir richtig gut gefallen können, aber mich nervte, dass ständig die immer gleichen Szenen wiederholt werden. Szenen, die die Bindung von Vater und Sohn verdeutlichen sollen, die einst so glückliche Familie zeigen, die Wege aus der Sucht, Fortschritte, der Rückfall und dann wieder alles von vorne. Die einzelnen Stadien einer endlosen Drogenabhängigkeit entsprechen sicherlich einer realistischen und typischen „Drogenkarriere“, wie hier verbildlicht , können sie aber den Zuschauer ermüden.

Für mich kam erschwerend dazu, dass mich Steve Carell irgendwie ablenkte. Nicht, dass er schauspielerisch unbedingt schlecht wäre, er gibt sich schon Mühe, geht in seiner Rolle auf, aber in meinen Augen ist er einfach nicht der Richtige für die Rolle. Die emotional stärkste Szene liefert hier Maura Tierney. Wäre ihre Rolle etwas größer, würde sie sich ernsthaft um eine Oscar-Nominierung bewerben.

Im letzten Jahr in Call Me by Your Name hat man Timothée Chalamet noch abgenommen, dass er sich in seinen Sommerferien in Italien dermassen in einen älteren, attraktiven Mann verknallt hat, hier verkörpert er mindestens genauso überzeugend den drogensüchtigen Teenager Nic Sheff. Timothée Chalamet wird als der nächste Hollywood-Superstar gehandelt. Das schauspielerische Talent lässt sich kaum bestreiten, aber irgendwie fehlt mir bei ihm die nötige Aura und das Charisma. Der jungen Leonardo DiCaprio hat im Vergleich bereits in seinen ersten Filmrollen („This Boy´s Life“,„What´s Eating Gilbert Grape“, „The Basketball Diaries“) den anderen (seinerzeit wesentlich bekannteren) Schauspielern die Show gestohlen. Timothee Chalamets ist mir damals in der zweiten Staffel von „Homeland“ oder in Christopher Nolans Interstellar noch nicht aufgefallen. Ich bin aber gespannt, wie sich seine Karriere weiterentwickelt. 

„Beautiful Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Bester Nebendarsteller (Timothée Chalamet), Beste Nebendarstellerin (Maura Tierney, Amy Ryan), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Beautiful Boy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 12.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 776 Kinos. Der Film soll am 24.01.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

Ich bin etwas später ins Kino gekommen und habe nur noch folgende Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Golden Globe-Nominierungen 2019 und meine Meinung

Erst vor zwei Tagen (am 4.12.18) ist mit Kevin Hart der Gastgeber für die nächste Oscar-Verleihung am 24.2.19 bekanntgegeben worden. Im Moment steht es tatsächlich in Frage, ob er die 91. Academy Awards tatsächlich moderieren wird. Für seine homophoben Äußerungen über die letzten Jahren steht er seit den letzten Stunden erheblich in der Kritik. Ihn als Oscar-Moderator zu nehmen, ist insbesondere deshalb riskant, da die meisten Zuschauer, die sich begeistert die Show angucken, aus der LGBTQ-community stammen. Einen anderen Gastgeber an dieser Stelle zu finden, wird schwer, viele hatten es im Vorfeld abgelehnt. Ich bin gespannt, ob Kevin Hart bleiben kann. Update: A.M.P.A.S. hat eine öffentliche Entschuldigung für seine homophoben Kommentare verlangt, das hat Kevin Hart abgelehnt und kurz darauf hat er verkündet, dass er die Oscars nicht moderieren wird.

Seit gestern (5.12.18) wissen wir nun auch, dass die beiden Schauspieler Sandra Oh und Adam Samberg die Golden Globes Awards am 6.1.19 moderieren werden. 

 

Die meisten Golden Globe Nominierungen haben die Filme „Vice“ mit 6 und „A Star is Born“, „The Favourite“ und „Green Book“ mit jeweils 5 erhalten.

 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2018 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

 

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „If Beale Street Could Talk“ kenne ich alle Filme. Was „Bohemian Rhapsody“ hier verloren hat, weiß nur die HFPA. Ich hatte an dieser Stelle auf „Boy Erased“ getippt, ansonsten habe ich alle richtig geraten. „Black Panther“ kommt einer Oscar-Nominierung als Bester Film immer näher. Mein Wunsch: Ich kenne „Beale Street“ noch nicht, so würde ich mich heute erst mal für „BlackKklansman“ entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit: „A Star is Born“

Best Director – Motion Picture:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Alfonso Cuaron (Roma)
  • Peter Farrelly (Green Book) 
  • Adam McKay (Vice) 
  • Spike Lee (BlackKklansman) 

Meine Meinung: Ich habe weder „Roma“ noch „Vice“ gesehen. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Cooper, Cuarón und Lee. Ich hatte auf Barry Jenkins und Yorgos Lanthimos gesetzt. Nominiert haben sie aber dafür Peter Farrelly (ernsthaft?) und Adam McKay. Mein Wunsch: Spike Lee, das könnte zu seiner ersten Oscar-Nominierung als Regisseur führen Die Wahrscheinlichkeit: Cuarón (oder wenn die HFPA hier ein Zeichen setzen will: Spike Lee)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Glenn Close (The Wife)
  • Nicole Kidman (Destroyer)
  • Lady Gaga (A Star is Born)
  • Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  • Rosamund Pike (A Private War) 

Meine Meinung: Ich wollte vor ein paar Tagen noch „A Private War“ im Kino gucken, hatte dann aber doch keine Lust. Das habe ich nun davon. Ich kenne die Filme The Wife, A Star is Born und Can You Ever Forgive Me?. An der Stelle von Rosamund Pike und Nicole Kidman hatte ich auf  Toni Collette (für „Hereditary“) und Julia Roberts (für „Ben is Back“) getippt. Mein Wunsch: Glenn Close, sie muss langsam damit beginnen, Preise gewinnen – sonst wird es auch dieses Mal nichts mit dem Oscar. Die Wahrscheinlichkeit: Hier könnte die HFPA auch ein wichtiges Zeichen setzen, wenn sie Glenn Close auszeichnen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie so schlau sind und sich stattdessen lieber mit Lady Gaga schmücken wollen. Wobei die bestimmt schon für Best Song auf der Bühne steht. 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)
  • Lucas Hedges (Boy Erased) 
  • John David Washington (BlackKklansman) 
  • Rami Malek (Bohemian Rhapsody) 

Meine Meinung: Hier habe ich tatsächlich alle Filme gesehen. Hatte aber aber auf Ryan Gosling (für „First Man“), Ethan Hawke (für „First Reformed“) und den von der HFPA so geliebten Hugh Jackman (für „The Front Runner) getippt. Eine Nominierung für die letzten beiden Performances hätte ich sogar befürwortet. Die HFPA sprach sich aber nun für Willem Dafoe, Lucas Hedges, und John David Washington aus. Diese Performances kenne ich auch alle und kann damit gut leben. Etwas schade ist es für „Ethan Hawke“. Ich glaube aber dennoch, dass für ihn die Oscar-Saison damit noch nicht vorbei ist. Mein Wunsch: Mmmh, ich glaube ja immer noch, dass Bradley Cooper irgendetwas bei den Oscars gewinnen wird. Ich fand ihn auch richtig gut in dem Film: daher Bradley Cooper Die Wahrscheinlichkeit: ziemlich sicher gewinnt Bradley Cooper den Golden Globe

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Crazy Rich Asians 
  • The Favourite
  • Green Book
  • Mary Poppins Returns
  • Vice

Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich nur „Green Book“ und natürlich „The Favourite“. Dennoch habe ich aber alle Filme richtig geraten…was auch nicht sonderlich schwer war. „Crazy Rich Asians“ werde ich mir ganz sicher nicht anschauen, auf „Vice“ bin ich gespannt und „Mary Poppins Returns“ muss ich wohl gucken. Mein Wunsch: „The Favourite“ – natürlich Die Wahrscheinlichkeit: „Green Book“ – natürlich (mit einer kleinen Außenseiter-Chance für „Vice“)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Meine Meinung: „Mary Poppins Returns“ und „Crazy Rich Asians“ habe ich nicht gesehen. Gestern erst habe ich in letzter Minute Charlize Theron rausgenommen und durch Lily James (Mamma Mia! Here We Go Again“) ersetzt. Auch habe ich auf Regina Hall („Support the Girls“) gesetzt. HFPA ist aber nun der Meinung, diese fürchterliche Elsie Fisher zu nominieren. Ich verstehe nicht, was die Leute an diesem Film finden und schon erst recht nicht, was die an diesem mondgesichtigen Mädchen finden. Bitte lasst daraus keine Oscar-Nominierung folgen. Bitte! Mein Wunsch: na selbstverständlich Olivia Colman Die Wahrscheinlichkeit: Olivia Colman (vielleicht aber auch Emily Blunt) 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Christian Bale (Vice)
  • Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) 
  • Viggo Mortensen (Green Book)
  • Robert Redford (The Old Men and the Gun) 
  • John C. Reilly (Stan and Ollie)

Meine Meinung: Ich kenne hier nur „Green Book“ und „The Old Men and the Gun“. Richtig getippt habe ich hier aber alle, was aber auch recht vorhersehbar war. Bei Christian Bale glaube ich allein vom Trailer her, dass er eine Hammer-Performance gibt.  Mein Wunsch: Christian Bale Die Wahrscheinlichkeit: Christian Bale oder Viggo Mortensen

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Ich habe „Vice“ und „If Beale Street Could Talk“ noch nicht gesehen. Bis auf Claire Foy habe ich alle richtig getippt. An ihrer Stelle hatte ich Nicole Kidman (für „Boy Erased“) gesetzt. Claire Foy ist aber eine alte Bekannte der HFPA und hat bereits zwei Nominierungen für ihre Serie „The Crown“ und sogar eine Auszeichnung für selbige. Zu Beginn der Oscar-Saison war sie sogar meine Favoritin auf den Oscar-Gewinn, also kommt es nicht sonderlich überraschend, dass sie nominiert wurde. Gestern  hatte ich noch etwas gezögert, beide Ladies von „The Favourite“ reinzunehmen um so mehr freue ich mich über die wohlverdienten Nominierungen Mein Wunsch: Regina King, auch wenn ich ihre Performance noch nicht kenne. Die Wahrscheinlichkeit: Regina King (mit einer Außenseiter-Chance für Amy Adams)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Ich kenne einzig Sam Rockwells Performance in „Vice“ nicht. Sam Elliot (für „A Star is Born“) ist überraschenderweise raus. Dafür ist ein anderer Sam, nämlich Rockwell (für „Vice“) drin. Das ist ein Zeichen, wie die HFPA Adam McKays Film liebt. Sam Rockwell soll nur in zwei, max. drei Szenen zu sehen sein. An Timothee Chalamets Stelle hatte ich Nicholas Hoult (für „The Favourite) gesetzt. Die Nominierung für Timothee Chalamet geht für mich in Ordnung. Mein Wunsch: Mahershala Ali oder Richard E. Grant Die Wahrscheinlichkeit: Mahershala Ali oder Richard E. Grant 

Best Animated Feature Film:

Meine Meinung: „Mirai“? Nie gehört, ist ein japanischer Animationsfilm. Ich dachte sie nominieren stattdessen „Smallfoot“. Sonst habe ich alle anderen richtig geraten. Ich kenne nur „Incredibles 2“, „Isle of Dogs“ und „Ralph Breaks the Internet“, die anderen beiden werde ich mir wahrscheinlich auch nicht anschauen.  Mein Wunsch: „Isle of Dogs“ Die Wahrscheinlichkeit: „Ralph Breaks the Internet“

 

Bei den TV-Nominierungen freue ich mich besonders über die von

Pose

Richard Madden (für Bodyguard)

Barry (und für Bill Hader und Henry Winkler) 

The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (und Darren Criss) 

Laura Dern (The Tale) 

 

 

Hier alle Nominierten:

https://www.goldenglobes.com/winners-nominees

Golden Globe-Nominierungen 2019, meine Prognose

Zunächst einmal steht nun seit gestern (04.12.18) der Gastgeber der 91. Oscar-Verleihung (24.02.19) fest: Der Stand-up-Comedian und Schauspieler Kevin Hart („Ride Along“, „Get Hard“, „Central Intelligence“) wird moderieren. Nach Diana Ross, Richard Pryor, Whoopi Goldberg, Chris Rock ist Kevin Hart der fünfte afroamerikanische Oscar-Gastgeber. Übrigens ist auch bislang noch kein Gastgeber für die 76. Golden Globe-Verleihung (die bereits am 6.1.19 stattfinden wird) gefunden. Die Verleihung der Golden Globes ist jedoch auch viele Jahre ganz ohne einen Moderator ausgekommen, vielleicht wird es im nächsten Jahr auch keinen geben. 

Nun ist es Zeit, für die rund 90 internationale Journalisten der HFPA im Rampenlicht zu stehen. Keiner in Hollywood kennt die Namen dieser rund neunzig Auslandsjournalisten, man weiß nicht wie alt sie sind und hat auch sonst keinerlei Informationen über die Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association. Zwei Mal im Jahr (ein Mal, wenn sie ihre Golden Globe-Nominierungen bekanntgeben und ein weiteres Mal zu den eigentlichen Golden Globes) sind sie für einen kurzen Moment interessant. Mit ihren Golden Globe-Nominierungen und ihren Verleihungen haben sie Einfluss auf die Oscar-Nominierungen. Nicht direkt, dafür sind sie zu unbedeutend. Aber wie auch die amerikanischen Kritikerverbände können sie beeinflussen, dass sich die rund 9000 Mitglieder der Oscar-Academy bestimmte Filme überhaupt anschauen..

Es ist noch nicht bekannt, wie viele Filme sich für das Filmjahr 2018 für die Oscars qualifizieren konnten, aber es sind immer über 300 Filme. Ich gehe viel und gerne ins Kino, schaffe aber selten mehr als 100 Filme pro Jahr. Die meisten Academy-Mitglieder sind aktiv in der Filmbranche tätig und haben kaum Zeit, viele Filme zu sehen. Daher ist es an dieser Stelle nötig, die Werbetrommel für einzelne Filme (und Schauspieler) zu rühren. 

Die New Yorker haben mit ihrem BP-Award für Netflix´“Roma“ ihre Unterstützung für Alfonso Cuaróns Films gegeben, die zweite wichtige Kritikergruppe neben den New Yorkern ist die Los Angeles Film Critics Association. Welcher Film und welche Schauspieler von den Kritikern aus Kalifornien favorisiert werden, erfahren wir in wenigen Tagen.

Morgen, am 6.12.18 werden nun die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. 

Zur Erinnerung: „A Star is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ wurde für Drama und nicht Musical/Comedy eingereicht. Bislang habe ich auch nicht gehört, dass die HFPA das ändert. Bekannt ist, dass sie Natalie Portman (für die eine Kampagne als Beste Nebendarstellerin für „Vox Lux“ geführt wird) in die Kategorie Beste Hauptrolle gesetzt haben. Zur Erinnerung auch A.M.P.A.S. entscheidet immer selbst, in welcher Kategorie sie die Schauspieler sehen. 

Seit dem letzten Jahr veröffentliche ich meine Prognose zu den Golden Globe-Nominierungen, morgen nehme ich – wie die Jahre zuvor – Stellung zu den Golden Globe-Nominierungen. Hier ist meine Prognose zu den GG-Nominierungen 2018:

Best Motion Picture – Drama:

  • BlackKklansman
  • Black Panther
  • Bohemian Rhapsody
  • If Beale Street Could Talk
  • A Star is Born

Best Director – Motion Picture:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Alfonso Cuaron (Roma)
  • Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)
  • Yorgos Lanthimos (The Favourite)
  • Spike Lee (BlackKklansman) 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Glenn Close (The Wife)
  • Toni Collette (Hereditary)
  • Lady Gaga (A Star is Born)
  • Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  • Julia Roberts (Ben is Back)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Ryan Gosling (First Man)
  • Ethan Hawke (First Reformed) 
  • Hugh Jackman (The Front Runner) 
  • Rami Malek (Bohemian Rhapsody) 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Crazy Rich Asians 
  • The Favourite
  • Green Book
  • Mary Poppins Returns
  • Vice

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Emily Blunt (Mary Poppins Returns)
  • Olivia Colman (The Favourite) 
  • Regina Hall (Support the Girls)
  • Lily James (Mamma Mia! Here We Go Again)
  • Constance Wu (Crazy Rich Asians)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Christian Bale (Vice)
  • Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) 
  • Viggo Mortensen (Green Book)
  • Robert Redford (The Old Men and the Gun) 
  • John C. Reilly (Stan and Ollie)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Amy Adams (Vice)
  • Nicole Kidman (Boy Erased) 
  • Regina King (If Beale Street Could Talk)
  • Emma Stone (The Favourite) 
  • Rachel Weisz (The Favourite)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Mahershala Ali (Green Book)
  • Adam Driver (BlackKklansman)
  • Sam Elliot (A Star is Born) 
  • Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
  • Nicholas Hoult (The Favourite) 

Best Animated Feature Film:

  • Incredibles 2
  • Isle of Dogs
  • Ralph Breaks the Internet
  • Smallfoot
  • Spider-Man: Into The Spider-Verse 

Berlin – Film: „Climax“

Ich war am 30.10.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Climax“ (dt. Kinostart: 06.12.18)  95 min   music, drama, horror 

dir. Gaspar Noé   cast: Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub, Kiddy Smile, Claude Gajan Maull, Giselle Palmer, Taylor Kastle 

 

21 junge Tänzer sind bereit. Ein Tag noch, dann werden sie auf Tournee gehen, erst in Frankreich, dann in den USA. Vor der Abreise haben sie sich versammelt. Sie wollen zusammen tanzen. Sich näher kommen. Reden und feiern. Unablässig pumpt die Musik Beats in den Raum. Sangria fließt in Strömen. Die Stimmung ist bestens. Bis Selva (Sofia Boutella) eine Entdeckung macht: Jemand hat Drogen in die Drinks gemischt. Nach und nach beginnen sie zu wirken. Panik macht sich breit. Der Schuldige wird gesucht, ein kollektiver Horrortrip beginnt… (Text: Presseheft) 

 

B (Wertung von A bis F) „Climax“ ist der neue Film des französisch-argentinischen Filmemachers Gaspar Noé („Enter the Void“, „Love“).

Der Film ist ungewöhnlich strukturiert. Er beginnt mit dem Ende, dann kommt der Abspann (mit dem Zusatz, dass der Film auf wahren Ereignissen beruhte), anschließend die Einführung der Charaktere und eine beispiellos-grandios choreographierte Tanzsequenz (der ich ewig hätte zuschauen können), Partytalk, weitere Einzeltänze, dann der Vorspann und der zweite Teil des Films. Ich bin nicht mit den anderen Werken des Filmemachers vertraut, allein die Erzählstruktur dieses Films fand ich recht originell.

Ansonsten inszeniert Gaspar Noé seinen Film aber auch sehr eindrucksvoll. Während man am Anfang noch den begnadeten Tänzern zuschaut, hat man später durch die langen Kamerafahrten förmlich das Gefühl, selbst ein Partygast zu sein. Die Party ufert dann aber irgendwann aus und man möchte eigentlich gehen. Nun ist aber das Jahr 1996, Handys sind noch nicht so gebräuchlich, man kann also nicht mal ein Taxi rufen und hängt entsprechend in dieser abgelegenen Location fest. Die anderen Gäste wollten scheinbar bleiben. Also ist durchhalten angesagt, man wandert ziellos von einer Person zur anderen, lauscht ihren belanglosen Gesprächen oder guckt was die anderen in den Hinterräumen machen (immer von der dröhnenden Musik aus dem Partyraum begleitet). Zwischendurch und zum Schluss gibt es aber auch einen Perspektivwechsel, bei der man die einzelnen Tänzer bzw. bei dem Horrortrip die Protagonisten nur von oben sieht. 

Als ich das Kino verlassen hatte, fühlte ich mich teilweise an eine meiner exzessiven Party-Nächte von früher erinnert, leicht benommen, erschöpft und erst mal kein Bedürfnis, Alkohol zu trinken. 

Warum soll man nun also eine Party besuchen, die man bald schon wieder verlassen will? Ganz einfach, man will mal wieder etwas anderes erleben. Auf eine Party gehen, ohne dabei den ganzen nächsten Tag durchzuhängen und dennoch kann man Jahre später noch davon erzählen. 

Eine generelle Filmempfehlung kann ich natürlich nicht aussprechen, „Climax“ ist kein Film für ein Mainstream-Publikum, eher für Filmliebhaber.

Der Filmemacher wollte mit diesem Film seine Träume und Albträume gleichermassen repräsentieren. 

„Climax“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Filmemacher den Art Cinema Award gewonnen. In den U.S.A. hat der Film mit A24 bereits einen Verleiher gefunden, ein Kinostart ist bislang vage mit dem Jahr 2019 angegeben. Update: Der Film ist am 1.3.19 in den amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film Morgen (06.12.18). Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die französische (und teils englische) Originalfassung mit deutschen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

Boston – Film: „Boy Erased“

Ich war am 09.11.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Boy Erased“ (dt. Filmtitel: „Der verlorene Sohn“, dt. Kinostart: 21.02.19)   115 min   drama, biopic,  adaptation

dir. Joel Edgerton  cast: Lucas Hedges, Nicole Kidman, Russell Crowe, Joel Edgerton, Joe Alwyn, Xavier Dolan

 

Jared (Lucas Hedges) ist der Sohn eines baptistischen Predigers (Russell Crowe). Als er seinen Eltern gegenüber zugibt, schwul zu sein, bricht für diese eine Welt zusammen. Seine Eltern drängen schließlich darauf, dass er an einem, von der Kirche unterstützten Umerziehungsprogramm für Homosexuelle teilnimmt. Mit seiner Mutter (Nicole Kidman) wohnt er in einem nahegelegenen Motel und begibt sich jeden Tag in das „Love in Action“-Camp einer fundamentalistischen Organisation. Geleitet von dem Pastor und Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton) soll Jareds Homosexualität „geheilt“ werden… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Boy Erased“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf Garrard Conleys Autobiografie „Boy Erased :A Memoir“. Es ist nach The Gift der zweite Film, bei dem der australische Schauspieler (Warrior, Loving, It Comes at Night) Regie geführt hat. Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben. 

Für mich ist dies nach dem Film The Miseducation of Cameron Post dieses Jahr bereits der zweite Film, der die Therapie von Homo- bzw. Transsexualität thematisiert. In dem diesjährigen Sundance-Gewinner-Film wird eine fiktive Geschichte erzählt wird, dieses Familiendrama ist die Verfilmung einer wahren Geschichte. 

„Boy Erased“ hat mir noch etwas besser gefallen, er hat auch eine andere Herangehensweise. Während sich Cameron Post bei Gleichgesinnten eine neue Familie sucht, hat Jared eine sehr gute Beziehung zu seinen strenggläubigen Eltern, will sie nicht enttäuschen und begibt sich – mehr oder weniger – freiwillig in diese gay conversion therapy und findet dann dort seine eigene, definitiv schwule Identität. Hier ist man die ganze Zeit ganz nah an Jareds Seite, sieht was der Junge durchmacht, erlebt es irgendwo auf schmerzhafte Weise mit, was die Sichtung dieses Films zu einem sehr intensiven Erlebnis macht. 

Ich finde es – nach wie vor – unfassbar, was sich diese (fundamentalistischen) Gläubigen herausnehmen. Selbst Toleranz erwarten, aber andere be- und verurteilen und sie von ihrer Homo- oder Transsexualität „heilen“ wollen. Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass es in der heutigen Zeit immer noch in vielen amerikanischen Bundesstaaten keine gesetzliche Mittel gibt, diese Gläubigen in ihre Schranken zu weisen. Selbstverständlich hat mich diese Geschichte, dieses Thema, noch Tage später beschäftigt und verärgert. 

Von allen nuancierten Performances in diesem Film (Lucas Hedges, Nicole Kidman und Joel Edgerton können alle überzeugen) hat mich Russell Crowe am meisten überrascht. Vielleicht, weil ich ihn schon sehr lange nicht mehr so gut gesehen habe. Diesen gottesfürchtigen Vater, der glaubt, das Richtige für seinen Sohn zu tun, habe ich ihm abgenommen. Etwas erschreckend, wie sich Russell Crowe in den letzten Jahren hat gehen lassen, insbesondere im direkten Vergleich zu seiner fast gleichaltrigen Filmpartnerin Nicole Kidman. 

In diesem Film gibt es zwei starke Dialogszenen (in einer sieht man Jared mit seinem Therapeuten und später mit seinem Vater), die nicht nur schauspielerisch brillant sind.

Zum Ende des Films werden Originalfotos von Garred Conley und seinen Eltern gezeigt und man erfährt, dass gay conversion therapy auch heute noch in 36 amerikanischen Bundesstaaten legal ist. 

„Boy Erased“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Bester Nebendarsteller (Russell Crowe, Joel Edgerton), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Song („Revelation“)

„Boy Erased“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 2.11.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 672 amerikanischen Kinos landesweit. Für Deutschland soll der Film unter dem Titel „Der verlorene Sohn“ am 21.02.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Mary Queen of Scots„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Kostümfilm mit Saoirse Ronan und Margot Robbie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle, taugt bestimmt nichts.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Oscar-Nominierungen 2019 – meine November-Prognose

Die erstmals (seit 1973) nicht länger als drei Stunden andauernde Oscar-Show im nächsten Jahr wird Donna Gigliotti und Glenn Weiss produzieren. Sie hat für „Shakespeare in Love“ einen Oscar gewonnen, Glenn Weiss übernimmt auch die Regie der Show. Er führt damit das vierte Mal in Folge bei einer Oscar-Show Regie und wurde für seine Arbeit bei den Oscars, Tonys und Emmys bereits mehrfach für einen Primetime Emmy nominiert bzw. ausgezeichnet. Ungewöhnlicherweise ist der Gastgeber der 91. Oscar-Verleihung bis heute nicht bekanntgegeben worden. Gut, so ganz ungewöhnlich ist es wieder auch nicht, erst vor zwei Jahren konnte ich an dieser Stelle auch den Oscar-Host noch nicht verkünden. Vor zwei Jahren wurde Donald Trump zum U.S.-Präsidenten gewählt, Hollywood befand sich in einer Schockstarre. Jetzt ist es kurz nach dem, nicht hundertprozentig glücklichen Ausgang der Midterm-Wahlen (bei denen den Demokraten ein Machtwechsel im Repräsentantenhaus gelungen ist, aber leider die Republikaner die Mehrheit im Senat verteidigen konnten). Die Stimmung im liberalen Hollywood ist auch dieses Jahr sehr angespannt. Gut, aber ich begreife auch nicht, wie Amerikaner (auch wenn sie grundsätzlich die Republikanische Partei wählen) sich in den letzten zwei Jahren alles was Donald Trump von sich gegeben und angerichtet hat, angeschaut haben und dann bei den Zwischenwahlen mit ihrer Stimme sagen: okay, weiter so. 

Die letzten sogenannten Oscar-Filme, die gezeigt wurden, waren: Stan and Ollie, Mary Queen of Scots, Mary Poppins Returns und Vice – Ein Screening von The Mule, Clint Eastwoods Film steht noch aus.

Derzeit werden die ersten Preise der amerikanischen Filmkritiker verliehen. Die Filmkritiker-Verbände bringen durch ihre Nominierungen und Auszeichnungen immer Filme und Schauspieler ins Gespräch, die vielleicht ansonsten schon abgeschrieben wären: Ausgezeichnet wurden bisher: 

Gothams Awards: Film: The Rider, Schauspieler: Ethan Hawke (First Reformed), Toni Collette (Hereditary) 

National Board of Review: Film: Green Book, Regie: Bradley Cooper (A Star is Born), Schauspieler: Viggo Mortensen (Green Book), Lady Gaga (A Star is Born), Sam Elliot (A Star is Born), Regina King (If Beale Street Could Talk) NBR konnte man noch nie wirklich ernst nehmen.

New York Film Critics Circle Award: Film: Roma, Regie: Alfonso Cuaron, Schauspieler: Ethan Hawke (First Reformed), Regina Hall (Support the Girls), Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?, Regina King (If Beale Street Could Talk) 

Die Filmpreise innerhalb der Filmindustrie befinden sich derzeit bereits teilweise in der Nominierungsphase. 

Jede Oscar-Saison hat ihr eigenes Thema. In dieser beobachte ich derzeit, dass alle Filme mit vorwiegend weißen Protagonisten oder einer „weißen Thematik“ mit einer Zielscheibe versehen werden.

Die Schmutzkampagnen haben also begonnen. „First Man“ wird vorgeworfen, dass es in diesem Film nicht genug dunkelhäutige Menschen gibt. Dank #oscarssowhite und gestraft mit diesem U.S.-Präsidenten sind wir jetzt schon so weit, dass in einem Neil-Armstrong-Biopic ausreichend Dunkelhäutige zu sehen sein müssen. Na bravo. Für die Oscars besonders förderlich war es jetzt auch nicht, dass der Film nicht den erwarteten Gewinn eingefahren hat (er ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt). Zur Erinnerung in dieser Phase der Oscar-Saison ist es erstmal wichtig, dass die einzelnen Branchen innerhalb der Academy die wichtigsten Filme vor allen Dingen erstmal sehen. Bei so vielen Filmen, die zur Auswahl stehen, kein einfaches Unterfangen. 

Ein anderes Problem hat Viggo Mortensen. Grundsätzlich macht er dieses Jahr vieles richtig, er spielt in einem (massentauglichen) Film, der Rassismus aus den 1960er Jahren zum Thema hat, mit. Viggo Mortensen war zu Beginn der Saison auch eigentlich mein Favorit auf den Oscar-Gewinn für „Green Book“. Nur hat er sich aber einen folgenschweren Fehler geleistet. In einem Q & A nach einem Screening von „Green Book“ wollte er deutlich machen, dass es zum Thema  Rassismus im Vergleich zu den 1960er Jahren auch Fortschritte gibt. Er sagte sinngemäß, dass es  z. B. heutzutage absolut verpönt, das „N-Wort“ zu sagen. Nichts Anrüchiges was er gesagt hat, das Problem war, er hat das „N-Wort“ ausgesprochen. In den U.S.A. ist es ein absolutes No-Go als Weißer das ausgesprochene „N-Wort“ in den Mund nehmen. Jedenfalls löste das natürlich einen Shitstorm aus, Viggo hat sich sofort entschuldigt, die Entschuldigung wurde auch von seinem afroamerikanischen Filmpartner Mahershala Ali angenommen. Eigentlich alles gut… man wird sehen. Ich hätte vor zwei Jahren auch gedacht, dass es dem Bernie-Sanders-Unterstützer mehr schaden würde, dass er sich öffentlich gegen Hilary Clinton ausgesprochen hat. Hat es aber nicht, er wurde für „Captain Fantastic“ für den Oscar nominiert. Den Oscar zu gewinnen, steht aber auf einem anderen Blatt. Auch wenn ich im Kino miterleben konnte, wie begeistert die Zuschauer von „Green Book“ sind, der Film liefert im Moment noch keine gute Performance an der Kinokasse ab. Von Flop will ich derzeit noch nicht reden, der Film ist noch nicht landesweit in allen Kinos gestartet und ich setze da noch auf Mundpropaganda. Der Film steht aber auch in der Schusslinie, u.a. dafür, dass er aus der Perspektive des weißen Charakters erzählt wird. Gut, ich bin auch kein Fan des Films, dazu an anderer Stelle mehr.

Dann wurde endlich Adam McKays „Vice“ gezeigt und – wie zu erwarten – gibt wohl Christian Bale (aber auch Amy Adams) eine oscarreife Performance. Das Problem ist, dass Christian Bale mit Dick Cheney, einen der mächtigsten und schlimmsten U.S.-Vizepräsidenten aller Zeiten spielt und Weiß ist der auch noch. Will man diesen Film überhaupt sehen, in einer Zeit, in der man sich tagtäglich mit so einem amtierenden U.S. Präsidenten (und Vize) auseinandersetzen muss? Viel Glück bei DER Oscar-Kampagne.

Bradley Cooper ist bislang von den Schmutzkampagnen verschont geblieben. Er ist sehr angesehen und beliebt in Hollywood und auch wenn es in seinem Film „A Star is Born“ um Probleme von „Weißen“ geht, hat er von vornherein für eine diverse Besetzung im Film gesorgt. „A Star is Born“ ist derzeit bei vielen Oscar-Experten der Favorit auf den Oscar-Gewinn. Der Favoritenstatus in diesem frühen Stadium ist nie angenehm, dazu fällt einem direkt „La La Land“ ein, der über Monate der Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film war, bis „Moonlight“ den Titel holte. Ich kann mir derzeit auch nicht vorstellen, dass „A Star is Born“ gewinnt. Außerdem wird sich irgendetwas bestimmt finden lassen, um diesen Schauspieler und diesen Film irgendwie ins schlechte Licht zu rücken. 

Mich hat etwas überrascht, dass Rob Marshalls Musical „Mary Poppins Returns“ so gut aufgenommen wurde. Ich hatte diesen Film mehr als kommerziellen Film gesehen, definitiv ist er jetzt aber auch für einige Oscar-Nominierungen (darunter für Bester Film und auch Emily Blunt als Beste Hauptdarstellerin) im Gespräch. 

Aufgrund des großen Zuspruchs der Zuschauer hat sogar „Bohemian Rhapsody“ eine Außenseiter-Chance auf eine BP-Nominierung und eine Nominierung für Rami Malek als Bester Hauptdarsteller. 

Bei den amerikanischen Kritikerverbänden wurden auffällig oft „First Reformed“ und „Eighth Grade“  nominiert bzw. ausgezeichnet. Bei dem Erstgenannten kann ich es mir durchaus vorstellen, dass er eine Rolle bei den Oscars spielt, den zweiten mochte ich persönlich gar nicht und hoffe, dass er bei den Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie dann nicht mehr auftaucht. 

Roma, If Beals Street Could Talk, BlackKklansman und Black Panther müssen sich zumindest nicht damit auseinandersetzen, dass ihnen vorgeworfen wird, „zu Weiß“ zu sein. 

Der große Unbekannte ist Clint Eastwoods „The Mule“, ein Film von Clint Eastwood in gleichzeitig seiner letzten Rolle als Schauspieler. Die Frage ist, warum dieser Film noch nicht gezeigt wurde. Ist der Film einfach nicht gut genug oder will Clint Eastwood seinem Freund Bradley Cooper und seinem Film „A Star is Born“ einfach nicht im Weg stehen. Wir werden es bald wissen. 

Gibt es schon so etwas wie einen „sicheren“ Oscar-Gewinner bei den nächsten Oscars? Im Moment sieht es danach aus, dass Mahershala Ali („Green Book“) den „Christoph Waltz“ macht und innerhalb kürzester Zeit seinen zweiten Oscar für eine Nebenrolle gewinnt. In meinen Augen wäre es verdient, aber die Saison ist noch lang. Auch hat sich Regina King (für „If Beale Street Could Talk“) einen Favoritenplatz in der Kategorie Beste Nebenrolle ergattert. Amy Adams (für „Vice“) könnte ihr aber diesen Platz noch streitig machen. 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Jahr 2018 im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor?, Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG  (ein Update erfolgt regelmäßig) Update: Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War   

In meiner September-Prognose hatte ich am ehesten „Roma“ als Oscar-Gewinner Bester Film gesehen. Wie ich bereits erwähnte, gehen die meisten Oscar-Experten momentan von „A Star is Born“ als Sieger aus, aber auch „Green Book“ wird favorisiert. Bei Letzterem bin ich sicher, dass so ein Film in den 1980er und 1990er Jahren den Oscar gewonnen hätte. Im Jahr 2019 (für das Filmjahr 2018) kann ich mir das nicht vorstellen. Dieser Film hat nichts zeitgeistiges. Für den Oscar-Gewinner-Film schwanke ich derzeit zwischen Barry Jenkins „If Beale Street Could Talk“ und – nach wie vor – Alfonso Cuarons „Roma“. Die Oscar-Saison ist aber im ständigen Fluss, jeden Tag ändert sich etwas. 

Meine November-Prognose: 

 

Bester Film 

Roma

If Beale Street Could Talk

A Star is Born

Green Book

First Reformed

The Favourite

Vice

Black Panther

BlackKklansman

Mary Poppins Returns

———————————

Can You Ever Forgive Me?

First Man

Widows

Boy Erased

 

 

Beste Regie

Alfonso Cuaron (Roma)

Bradley Cooper (A Star is Born)

Spike Lee (BlackKklansman)

Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)

Yorgos Lanthimos (The Favourite) 

———————

Adam McKay (Vice)

Paul Schrader (First Reformed)

Damien Chazelle (First Man) 

Ryan Coogler (Black Panther)

Peter Farrelly (Green Book)

Rob Marshall (Mary Poppins Returns)

 

 

Bester Hauptdarsteller 

Bradley Cooper (A Star is Born)

Christian Bale (Vice)

Viggo Mortensen (Green Book)

Ethan Hawke (First Reformed)

Rami Malek (Bohemian Rhapsody)

————————

Lucas Edges (Boy Erased)

Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)

Ryan Gosling (First Man)

John David Washington (BlackKklansman)

 

 

Beste Hauptdarstellerin

Glenn Close (The Wife)

Olivia Colman (The Favourite)

Lady Gaga (A Star is Born)

Emily Blunt (Mary Poppins Returns)

Yalitza Aparicio (Roma)

—————————-

Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)

Viola Davis (Widows) 

Toni Collette (Hereditary)

Julia Roberts (Ben is Back)

 

 

Bester Nebendarsteller 

Mahershala Ali (A Green Book)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Sam Elliot (A Star is Born)

Adam Driver (BlackKklansman) 

Sam Rockwell (Vice)

——————————

Timothée Chalamet (Beautiful Boy)

Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns)

Russell Crowe (Boy Erased)

Nicholas Hoult (The Favourite)

Daniel Kaluuya (Widows)

Michael B. Jordan (Black Panther)

Ben Foster (Leave No Trace)

 

 

Beste Nebendarstellerin 

Regina King (If Beale Street Could Talk)

Amy Adams (Vice)

Emma Stone (The Favourite)

Rachel Weisz (The Favourite)

Elizabeth Debicki (Widows)

——————————————

Natalie Portman (Vox Lux)

Nicole Kidman (Boy Erased)

Claire Foy (First Man) 

Thomasin McKenzie (Leave No Trace)

Linda Cardellini (Green Book) 

 

 

Trailer meiner beiden derzeitigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn im Jahr 2019:

Roma:

 

If Beale Street Could Talk:

 

Boston – Film: „Can You Ever Forgive Me?“

Ich war am 09.11.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Can You Ever Forgive Me?“ (dt. Kinostart: 21.02.19)  106 min  drama, biopic, adaptation

dir. Marielle Heller  cast: Melissa McCarthy, Richard E. Grant, Dolly Wells, Jane Curtin, Stephen Spinella, Ben Falcone

 

New York im Jahr 1991. Die 51-jährige Lee Israel (Melissa McCarthy) schreibt Biografien über Prominente, die verkaufen sich aber schon länger nicht mehr. Ihre Agentin (Jane Curtin) schlägt ihr vor, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen. Jetzt braucht sie dringend Geld, zunächst verkauft sie einen persönlichen Brief, den sie eines Tages von Katherine Hepburn erhalten hat und das bringt sie auf die Idee, Briefe von berühmten Persönlichkeiten zu fälschen und zu verkaufen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Can You Ever Forgive Me?“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf Lee Israels gleichnamigen Memoiren. Nach The Diary of a Teenage Girl ist dies erst die zweite Regiearbeit der amerikanischen Autorin, Filmemacherin und Schauspielerin Marielle Heller. 

Der Film ist ein gutes und auch humorvolles Biopic über Lee Israel, eine Betrügerin, die über vierhundert Briefe von verstorbenen Prominenten gefälscht und auch verkauft haben soll.

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 hatte ich Melissa McCarthy noch als Gewinnerin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin gesetzt. Das stützte sich darauf, dass die Komödien-Schauspielerin hier erstmals in einer anspruchsvollen Rolle in einem Drama zu sehen ist. Außerdem hörte ich, dass sie eine oscarwürdige Performance gibt und eine entsprechende Oscar-Kampagne startete. Meine Meinung ändert sich oftmals, wenn ich die Filme dann selbst gesehen habe. Zweifelsfrei hat Melissa McCarthy auch drei oder vier sogenannte „Oscar-Szenen“(auch wenn mich selbst in diesen ihre schlechte Perücke ablenkte), nur ist ihr Charakter schrecklich unsympathisch, hat eigentlich keinen nennenswerten guten Charakterzug, ist kriminell und hat letztlich auch kein Einsehen, dass sie irgendetwas falsch gemacht hat. Kurzum es ist schwer, mit ihr mitzufühlen. Meine Gemütslage hat sich zusehends entspannt, wenn Lee Israels einziger Freund Jack Hock (brillant gespielt von dem englischen Charakterschauspieler Richard E. Grant) ins Spiel kam. Auch seine Persönlichkeit ist nicht unproblematisch, er ist aber dabei liebenswert und lässt Lee Israel sogar etwas netter erscheinen. 

Für den Oscar-Gewinn ist auch üblicherweise die Rolle, die jemand spielt, wichtig. Das müssen nicht zwingend Sympathieträger sein, aber wenn man keinerlei Sympathie für die Filmfigur aufbringen kann, wird es – insbesondere bei Schauspielerinnen – mit dem Oscar-Gewinn schwer. Glenn Close (The Wife) und Olivia Colman (The Favourite) haben mit ihrer eindrucksvollen Performances bei mir auch einen wesentlich nachhaltigeren Eindruck hinterlassen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass Melissa McCarthy für den Oscar nominiert wird, auch wenn sie vielleicht auch dafür auf der Kippe steht. 

Bei Richard E. Grant bin ich mir ziemlich sicher, dass er für diese Rolle für den Oscar nominiert wird. 

„Can You Ever Forgive Me?“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Melissa McCarthy), Bester Nebendarsteller (Richard E. Grant), Bestes adaptiertes Drehbuch Update: „Can You Ever Forgive Me?“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Melissa McCarthy, Bester Nebendarsteller Richard E. Grant und Bestes adaptiertes Drehbuch) erhalten.

„Can You Ever Forgive Me?“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Dieser Film ist am 19.10.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 426 Kinos landesweit. Der Film soll am 21.02.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Mary Queen of Scots„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Kostümfilm mit Saoirse Ronan und Margot Robbie (die man kaum erkennt)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle. Hoffentlich ist der Film nicht so schlimm wie The Walk

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „The Aftermath„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: ZweiterWeltkriegsfilm mit Keira Knightley, Jason Clarke und Alexander Skarsgard. Der Film kann nicht wirklich gut sein, sonst würden sie ihn noch dieses Jahr herausbringen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% (wg. Alexander Skarsgard) 


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen

 

San Francisco – Film: „Widows“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Widows“ (dt. Filmtitel: „Widows – Tödliche Witwen, dt. Kinostart: 06.12.18) 128 min crime, thriller, adaptation 

dir. Steve McQueen  cast: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Brian Tyree Henry, Daniel Kaluuya, Jacki Weaver, Carrie Coon, Robert Duvall, Liam Neeson, Garret Dillahunt, Jon Bernthal, Lukas Haas

 

Der letzte Raubüberfall ist schief gegangen ist und der Drahtzieher des Raubes, Harry (Liam Neeson) und seine Komplizen wurden getötet. Der Gangster Jamal (Brian Tyree Henry) stattet Harrys trauernder Witwe Veronica (Viola Davis) einen Besuch ab, er will sein Geld in Höhe von zwei Millionen Dollar zurück. Geld, das Veronica nicht hat, die Beute des letzten Raubes ist mit verbrannt. Ihr verstorbener Mann hat ihr jedoch ein Notizbuch mit Plänen für einen weiteren Raubüberfall hinterlassen. Sie kontaktiert die Witwen der anderen, bei dem Raubüberfall getöteten Kriminellen. Schließlich beschließen Veronica, Linda (Michelle Rodriguez) und Alice (Eilzabeth Debicki) aus der Not heraus, den Coup durchzuführen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Widows“ basiert auf der gleichnamigen britischen Krimiserie aus den 1980er Jahren. Es ist der neue Film des britischen Autors und Filmemachers Steve McQueen. Nach Hunger, Shame und 12 Years a Slave ist dies sein vierter Film. Das Drehbuch hat Steve McQueen mit Gillian Flynn verfasst. Sie hat die Romanvorlagen zu dem Film Gone Girl und der TV-Serie Sharp Objects geschrieben.  

Bei diesen brillanten Schauspielern, geführt von diesem begnadeten Regisseur habe ich mir leider sehr viel mehr versprochen. Der Film bietet auch einige innovative Szenen, allein in einer sieht man nur die Kühlerhaube einer fahrenden Limousine und dazu den vorbeiziehenden Teil von Chicago. Während man also auf dieser Fahrt realisiert, dass die Unterprivilegierten nur wenige Blocks von den Privilegierten entfernt residieren, lauscht man einem kurzen Gespräch des in der Limousine sitzenden Chicagoer Politikers (gespielt von Colin Farrell), der dort als Stadtrat kandidiert. Eine ungewöhnliche und doch so ausdrucksstarke Szene. Aber auch bereits die Anfangsszene, eine Parallelmontage  (in der man u.a. eine leidenschaftliche Kussszene zwischen einer schwarzen Ehefrau und ihrem weißen Angetrauten sieht) ist etwas, so normal es sich anhört, was man in amerikanischen Kinofilmen nie zu sehen bekommt. Außerdem gibt es eine Dialogszene zwischen Colin Farrells und Robert Duvalls Charakteren, die ich großartig finde. „Widows“ war einer der Filme, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe und doch war ich am Ende etwas enttäuscht. Vielleicht weil die Spielfilmform den einzelnen Charakteren und auch der komplexen Handlung nicht in Gänze gerecht werden kann. Und dann gibt es da eine große Wendung (die zu einer weiteren führt), die mich leider überhaupt nicht überzeugt hat. 

Ich hatte das Glück, die australische Schauspielerin Elizabeth Debicki bereits in dem Mehrteiler The Night Manager für mich entdecken zu dürfen, hier ragt sie (nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße) aus der sowieso schon erstklassigen Besetzung heraus. Daniel Kaluuya, bei dem ich noch in meinem Beitrag zu Black Panther erwähnte, dass ich ihn wohl ein Leben lang mit Get Out verbinden würde, liefert hier eine Performance, die mich seine einprägsame Rolle vergessen liess. Cynthia Erivo, die mir erst im letzten Monat erstmalig in Bad Times at the El Royale aufgefallen ist, zeigt hier wie wandelbar sie ist. Tatsächlich war „Widows“ das Spielfilmdebüt der britischen Theaterschauspielerin und Sängerin. Von Liam Neeson, Viola Davis, Collin Farrell, Robert Duvall, Jacki Weaver ganz zu schweigen – Ich bin geneigt, mir den Film ein zweites Mal anzuschauen, aber kann ich dann über die Logiklücken hinwegsehen, ärgere ich mich dann nicht wieder darüber, dass den Charakteren und der Handlung nicht mehr Raum gegeben wird, die Erzählstränge am Ende nicht perfekt harmonieren und – vor allen Dingen – bringen mich dann nicht wieder die Wendungen völlig aus dem Film?

„Widows“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Debicki, Michelle Rodriguez), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Widows“ ist erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt worden. Der Film wird bereits seit dem 6.11.18 in den Kinos in Großbritannien gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist „Widows“ am 16.11.18 in 2,803 Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Widows – Tödliche Witwen“ ab dem 6.12.18 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu Creed, wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es verhindern kann


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Oscar-Kandidat mit wahrscheinlich einem weiteren Oscar-Gewinn für Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%