TV-Serie: „The Leftovers 1., 2. und 3. Staffel“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Leftovers, 1.,  2. Staffel und 3. Staffel“ (in D. auf DVD o. beispielsw. über iTunes zu sehen) 28 x approx. 65 min  drama, fantasy, mystery, adaptation 

dir. Peter Berg,  Keith Gordon, Lesli Linka Glatter, Carl Franklin, Mimi Leder, Michelle MacLaren, Daniel Sackheim, Tom Shankland, Nicole Kassell, Craig Zobel  cast: Justin Theroux, Carrie Coon, Margaret Qualley, Ann Dowd, Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler, Chris Zylka, Emily Meade, Amanda Warren, Janel Moloney, Max Carver, Charlie Carver, Regina King, Kevin Carroll, Jovan Adepo, Jasmin Savoy Brown, Scott Glenn, Paterson Joseph, Bill Camp

 

Am 14. Oktober 2011 verschwinden plötzlich zwei Prozent der Weltbevölkerung. 140 Millionen Menschen sind von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Drei Jahre später sind die Ursachen und Gründe dafür immer noch ungeklärt. Der lokale Polizeichef der Kleinstadt Mapleton, Kevin Garvey Jr. (Justin Theroux), hat auch sein Päckchen zu tragen. Seine Ehefrau Laurie (Amy Brenneman) ist zwar nicht spurlos verschwunden, hat sich aber irgendwann dieser sonderbaren Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Die Sektenmitglieder versuchen immer mehr Menschen zu rekrutieren, beispielsweise Meg (Liv Tyler). Kevin Garney lebt unterdessen mit seiner Teenagertochter Jill (Margaret Qualley) zusammen und dann ist da noch Nora (Carrie Coon), am 14. Oktober 2011 haben sich ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder plötzlich in Luft aufgelöst… 

 

1. Staffel: B+; 2. Staffel: B-; 3. Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Die erste Staffel von „The Leftovers“ basiert auf Tom Perrottas gleichnamigen Roman. Serienschöpfer sind der Vorlagenlieferant Tom Perrotta und der amerikanische Roman- und Drehbuchautor (Cowboys & Aliens, Prometheus, „World War Z) und Produzent/Serienschöpfer Damon Lindelof (u.a. TV-Serien „Lost“, „Watchmen“). Regie bei der ersten Staffel führt u.a. der amerikanische Filmemacher Peter Berg (Lone Survivor, Patriots Day).

Zugegebenermassen ist „The Leftovers“ vielleicht nicht für jeden die richtige Serie, insbesondere nicht im Moment (März 2020, inmitten der Corona-Krise). Ich wollte die Serie aber immer mal gucken und jetzt habe ich Zeit. 

Zur ersten Staffel: B+ (Wertung von A bis F): Ein Ereignis hat eine gesellschaftliche Erschütterung losgelöst. Am 14.10.2011 haben sich 140 Millionen Menschen weltweit plötzlich in Luft aufgelöst. Auch jetzt, drei Jahre später weiß niemand, was eigentlich und warum passiert ist. Die Menschen suchen immer noch nach einer Erklärung und mitunter nach Trost, einem Halt, vielleicht einem Zugehörigkeitsgefühl, das sie auch in der Spiritualität finden. 

Ich mag die Grundidee dieser Serie. Finde es realistisch, wie sich die Menschen nach einem so einschneidigen Ereignis neu suchen, eine gewisse Leere empfinden. Manche suchen Hilfe in verschiedenen (mitunter) dubiosen Glaubensgemeinschaften. 

Meine Lieblingsepisode: 9 („The Garveys at Their Best“) 

Nicht so richtig gute Episode: 10 („The Prodigal Son Returns“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Justin Theroux und Carrie Coon

 

Zur zweiten Staffel: B- (Wertung von A bis F) Die zweite Staffel fängt ungewöhnlich an. Den Prolog hatte ich bis zum Ende der Staffel im Hinterkopf. Diese Staffel spielt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen der ersten und nahezu komplett in einer anderen Stadt: in Jarden, Texas. Jarden ist von dem Sudden Departure am 14.10.2011 verschont geblieben. Tatsächlich ist hier – wie durch ein Wunder – kein einziger der 9,261 Einwohner verschwunden. Entsprechend ist die Stadt zu einem Magnet vieler US-Bürger, gar zu einer Touristenattraktion bzw. einem Wallfahrtsort, geworden. Nora, Kevin, Jill, das Baby, Matt und seine Frau Mary ziehen nach Jarden. Bei der zweiten Staffel werden neue Charaktere eingeführt. Auf Dr. Erika Murphy  (gespielt von Regina King), ihrem Mann John (gespielt von Kevin Carroll) und ihren Kindern Evie (gespielt von Jasmin Savoy Brown) und Michael (gespielt von Jovan Adepo) wird dabei ein besonderes Augenmerk geworfen. 

Im Ganzen ist die zweite Staffel dramaturgisch komplexer als die erste, mir erschien sie aber auch recht wirr. Manchmal war mir das etwas zu viel. Auch hatte ich die ganze Zeit Fragen, die mir über den Verlauf der 2. Staffel nicht beantwortet wurden. Weder bei der ersten Staffel noch bei der zweiten mochte ich die finale Episode, das Staffelende. 

 

Spoiler für die zweite Staffel 

Meine Fragen: Nora hat für 3 Mio Dollar ein Haus gekauft, was sie noch nie gesehen hat, woher hat sie das Geld? Klar hat sie vom Verkauf ihres Hauses in Mapleton sehr viel Geld bekommen, aber – soweit ich das Erinnerung hatte – nicht 3 Mio Dollar.  Sie hat auch keinen Job. Überhaupt, wie halten sich Nora und Kevin finanziell über Wasser? Beide gehen keiner Tätigkeit nach. Was mich auch irritierte: Nora verschwindet eines Tages, wo kommt sie unter? )

Spoiler Ende für die zweite Staffel 

 

Meine Lieblingsepisode: 9 („Ten Thirteen“) 

WTF-Episode: 8 („International Assassin“) 

Nicht so gute Episode: 10. („I Live Here Now“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon

 

 

Zur dritten und letzten Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Beginnt, wie bereits die zweite Staffel, mit einem seltsamen Prolog. Ansonsten spielt diese Staffel drei Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel. Der siebente Jahrestages des Sudden Departure steht bevor. Ein großer Teil der dritten Staffel spielt in Australien. Diese Staffel gefiel mir wieder besser, ist aber auch teils wirr mit aber einem sehr gelungenen Serienende. 

Meine Lieblingsepisoden: 6 („Certified“) und das Serienende, Episode 8 („The Book of Nora“) 

Meine Lieblingsszene: einige, aber besonders: in der Episode 5 („It´s a Matt, Matt, Matt, Matt World“) das Gespräch zwischen Matt und Burton auf der Fähre

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon, Christopher Eccleston, Bill Camp und Justin Theroux

 

Insgesamt betrachtet mag ich diese Serie, finde sie unbedingt sehenswert. Ich liebe die Filmmusik (von dem deutsch-britischen Komponisten Max Richter) und auch die immer passende Auswahl der Songs. 

Mich begeistert – nach wie vor – die Grundidee dieser Serie und die Welt, in der sie spielt. Wenn es zu einem unerklärlichen Ereignis kommt, sucht man zwangsläufig nach Antworten – Was ist, wenn es die vielleicht nicht gibt? Was macht das mit der jeweiligen Gesellschaft? Was macht das mit rational denkenden Menschen? Was macht es mit den Hinterbliebenen, den Menschen, die ihre Liebsten am 14. Oktober tatsächlich verloren haben? Die zentralen (amerikanischen) Charaktere begleiten wir hier auf ihrem Weg. Der eine oder andere verliert vielleicht den Verstand, muss sich ihren/ seinen ureigenen Ängsten und Problemen stellen, ihr/sein Leben neu ordnen, sich darauf besinnen, was wirklich wichtig ist und muss – wie auch immer – ihren/seinen inneren Frieden finden. Ich fand das Ende der Serie dahingehend sehr gut gelöst. Am Ende gibt es aber nicht Antworten auf alle Fragen. Der Schluss lässt Raum für Interpretationen. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Kevin Garvey Jr. ist Polizeichef der Stadt Mapleton im Bundesstaat New York. Seine Frau Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat die Familie verlassen, um sich der Sekte Guilty Remnant anzuschließen. Sein Vater, Kevin Garvey Sr. (gespielt von Scott Glenn) war früher der Polizeichef, hat sich dann aber selbst in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Kevin lebt jetzt mit seiner 16-jährigen Tochter Jill (gespielt von Margaret Qualley) zusammen. Sein Stiefsohn Tommy (gespielt von Chris Zylka) ist bereits ausgezogen und hat sich dem Guru „Holy Wayne“ (gespielt von Paterson Joseph) angeschlossen. Kevin Garvey wird von dem amerikanischen Schauspieler Justin Theroux gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (darunter „The District“, „Six Feed Under“) mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen („Mulholland Drive“, „Miami Vice“, The Girl on the Train) zu sehen. 

Patti Levin ist die Sektenanführerin der Guilty Remnant in der Kleinstadt Mapleton. Die Mitglieder dieser seltsamen Sekte sehen sich als „lebende Mahnung“ an die, die versuchen das Ereignis vom 14. Oktober zu vergessen. Sie tragen ausschließlich weiße Kleidung, reden nicht, kommunizieren nur in schriftlicher Form und rauchen – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – Kette. Gespielt wird Patti von der amerikanischen Schauspielerin Ann Dowd. Ihre erste Kinorolle hatte sie in dem Film „Green Card“ und war seither in vielen Nebenrollen in Spielfilmen (u.a. Marley & Me, The Informant!, The Drop, American Animals) zu sehen. Mir ist sie das erste Mal in dem Film Compliance aufgefallen. Richtig bekannt wurde sie aber wahrscheinlich durch ihre Rollen in TV-Formaten (Olive Kitteridge, Good Behavior und natürlich The Handmaid´s Tale) Für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie dann auch mit dem Emmy ausgezeichnet. Insgesamt hat sie drei Emmy-Nominierungen (für „The Handmaid´s Tale und „The Leftovers“). 

Matt Jamison ist der Pfarrer in Mapleton. Er führt eine kleine, wenig frequentierte Kirche. Matt glaubt nicht daran, dass die Menschen am 14. Oktober einfach so verschwunden sind, er hält viele davon für Täter. Matt Jamison ist mit Mary (gespielt von Janel Moloney) verheiratet, die seit einem Autounfall im Wachkoma liegt. Matt ist der Bruder von Nora Durst (gespielt von Carrie Coon). Gespielt wird Matt Jamison von dem englischen Schauspieler Christopher Eccleston. Er hat in einigen Kinofilmen („Shallow Grave“, „Elizabeth“, „Existenz“, „28 Days Later“) mitgespielt. Für seine Performance in den beiden Fernseh-Formaten„Accused“ und „Come Home“ wurde er für den Emmy nominiert, gewonnen hat er den Emmy für „Accused“.

Jill ist die 16-jährige Tochter von Kevin Garvey (gespielt von Justin Theroux). Ihre Mutter Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat sich der Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Jill wohnt mit ihrer besten Freundin Aimee (gespielt von Emily Meade) mit ihrem Vater zusammen. Gespielt wird Jill von der amerikanischen Schauspielerin Margaret Qualley. Sie hatte ihre erste Rolle in dem Spielfilm Palo Alto. Kurz darauf hat sie eine Rolle in „The Leftovers“ ergattern können. Ich habe sie im letzten Jahr erst in der Mini-Serie Fosse/Verdon gesehen. Den meisten wird sie aber durch ihren Auftritt in Quentin Tarantinos Once Upon a Time…in Hollywood mittlerweile ein Begriff sein. Für ihre Performance in Fosse/Verdon wurde sie für einen Emmy nominiert. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Andie MacDowell.

Nora Durst arbeitet für das Department of Sudden Departure, einer Regierungsbehörde für die sie die Hinterbliebenen, der am 14.10. Verschwundenen befragt. An diesem Schicksalstag sind auch ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder verschwunden. Nora ist die Schwester von Reverend Matt Jamison (gespielt von Christopher Eccleston). Gespielt wird Nora von der amerikanischen Theater-, TV- und Kinoschauspielerin Carrie Coon. Sie hat u.a. in David Finchers Film Gone Girl, „Avengers: Infinity War“ und Widows mitgespielt. Auch hatte sie in den TV-Serien „Fargo“ und „The Sinner“ eine Hauptrolle. Für ihre Performance in der TV-Serie „Fargo“ wurde sie für den Emmy nominiert. Außerdem wurde sie für ihre Performance in dem Theaterstück „Who´s Afraid of Virginia Woolf“ für den Tony nominiert. Carrie Coon ist mit dem wunderbaren Schauspieler (Indignation, The Lovers, Ford v Ferrari), Drehbuch- und Stückeschreiber („Bug“, „Killer Joe“, „August: Osage County“) Tracy Letts verheiratet. 

Meg Abbott lebt in Mapleton, sie hat vor, demnächst zu heiraten. Die Mitglieder der Sekte Guilty Remnant  versuchen, sie zu rekrutieren. Gespielt wird Meg von der amerikanischen Schauspielerin Liv Tyler. Sie hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Armageddon“, der „The Lord of the Rings“-Trilogie, The Strangers, Robot & Frank) mitgespielt. Liv Tyler ist die Tochter des Aerosmith-Sängers Steven Tyler. 

erst in der zweiten Staffel:

Dr. Erika Murphy arbeitet als Ärztin in einer Notfall-Praxis. Erika ist mit John (gespielt von Kevin Carroll) verheiratet, sie haben zwei Kinder im Teenager-Alter, Evie und Michael  (gespielt von Jasmin Savoy Brown und Jovan Adepo). Gespielt wird Erika von der afroamerikanischen Schauspielerin Regina King. Ich bin nicht wirklich von ihrem Talent überzeugt. Regina King hat bekanntermassen im letzten Jahr einen Oscar für ihre Performance in If Beale Street Could Talk gewonnen, außerdem wurde sie 4 x für den Emmy nominiert, davon allein drei Mal für die TV-Serie „American Crime“ und ein Mal für die Mini-Serie „Seven Seconds“. Gewonnen hat sie bis heute drei Emmys (2x für „American Crime, 1x für „Seven Seconds). 

 

Bei den Emmys wurden alle drei Staffeln von „The Leftovers“ weitestgehend übergangen. Einzig Ann Dowd wurde für ihren Gastauftritt in der dritten Staffel für den Emmy nominiert. 

 

Die erste Staffel von „The Leftovers“ wurde erstmalig vom 29.06.14 – 07.09.14 auf HBO ausgestrahlt, die zweite Staffel vom 04.10.15 – 06.12.15 und die dritte Staffel vom 16.04.17 – 04.06.17. In Deutschland ist die Serie als DVD oder im Stream zu erhalten. 

 

Trailer zu der ersten Staffel:

 

 

Trailer zu der zweiten Staffel:

 

 

und der sehr passende, gute Trailer zu der dritten und finalen Staffel:

 

 

 

 

Fortsetzung: Folgt.

Eine super Idee und etwas, das ich auch gerne unterstütze: 

Berliner Programmkinos initiieren gemeinsame Unterstützungskampagne auf Startnext

Die Berliner Kinolandschaft ist eine der vielfältigsten der Welt. Engagierte Programmkinos bringen auf 75 Leinwänden Woche für Woche eine Vielzahl von Filmen und Veranstaltungen zum Leuchten, ein Programm so bunt wie die Stadt. Filmstarts jenseits des Mainstreams aus allen Ecken der Welt, internationale und verrückte Festivals, Kinder- und Jugendarbeit, Retrospektiven, Filmgespräche, Podiumsdiskussionen: In diesen Kinos tauchen Menschen in andere Lebenswirklichkeiten ein, lachen, lernen, lieben und streiten. Wie keine andere Stadt lebt und liebt Berlin seine Kinos und die europaweit einzigartige Programmvielfalt.

Durch die vorübergehende unfreiwillige Kreativpause sind die Berliner Programmkinos akut in ihrer Existenz bedroht, denn obwohl derzeit keine Einnahmen erzielt werden, laufen die Fixkosten weiter. Wie bei vielen anderen Kulturunternehmen auch ist es unmöglich, Rücklagen zu bilden, um solche Ausfälle kompensieren zu können.

Damit diese Vielfalt auch in der Zukunft erhalten bleibt, brauchen die Kinomacher*innen Unterstützung.

Berliner Programmkinos haben sich zusammengeschlossen und eine Unterstützungskampagne auf Startnext initiiert. Die Aktion startet am Freitag, 27. März 2020 und ist hier zu finden https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt

 

Alle erzielten Spendeneinnahmen werden an die teilnehmenden Berliner Programmkinos verteilt. Mit den Spenden werden die Kinos einen kleinen Teil ihrer Ausgaben decken können. Gleichzeitig ist auch die Politik gefragt, schnell und unkompliziert finanzielle Unterstützung zu geben, so wie es das Medienboard Berlin-Brandenburg schon bereits getan hat.

Die Berliner Programmkinos haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie machen Kino mit Herz. Und dennoch sind sie alle auf ihre eigene Art sehr verschieden. Wem diese Vielfalt wichtig ist, ist aufgerufen, zu helfen.

Babylon Kreuzberg
Blauer Stern
Bundesplatz-Kino
Capitol Dahlem
Central
Cinema Paris
City Kino Wedding
Cosima
Delphi Filmpalast
delphi LUX
Eva Lichtspiele
Filmkunst 66
Filmtheater am Friedrichshain
fsk Kino
Hackesche Höfe Kino
IL KINO
International
Kant Kino
Kino im Kulturhaus Spandau
Kino Kiste
Lichtblick-Kino
Moviemento
Neues Off
Odeon
Passage
Rollberg
Sputnik Kino
Tilsiter Lichtspiele
Toni
Union Filmtheater Friedrichshagen
Wolf Kino
Xenon
Yorck Kino
Zukunft am Ostkreuz

Die Kinos bedanken sich herzlich für die großartige Unterstützung bei Erik Schmitt („Cleo“), dessen Trailer zur Kampagne in Kürze auch auf https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt verfügbar ist.

#FortsetzungFolgt
#ToBeContinued

 

Montréal – Film: „The Invisible Man“

Ich war am 04.03.20 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Invisible Man“ (dt. Filmtitel: „Der Unsichtbare“, dt. Kinostart war der 27.02.20)  124 min   thriller, adaptation

dir. Leigh Whannell  cast: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Michael Dorman, Oliver Jackson-Cohen

 

Zwei Wochen nachdem es Cecilia (Elisabeth Moss) geglückt ist, von ihrem kontrollsüchtigen  Ehemann Adrian (Oliver Jackson-Cohen) zu fliehen, erfährt sie, dass er sich das Leben genommen hat. Ihre neugewonnene Freiheit kann sie jedoch nur kurz genießen, denn sie hat das Gefühl beobachtet zu werden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Invisible Man“ ist eine moderne Adaption von H. G. Wells gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des australischen Schauspielers, Drehbuchautors („Saw“, „Death Silence“, Insidious) und Filmemachers („Insidious: Chapter 3“, „Upgrade“) Leigh Whannell. 

Natürlich darf man bei solchen Filmen nicht mit Logik rangehen, man muss sich einfach darauf einlassen können und das konnte ich. Mich erinnerte dieser Film an zwei gut gemachte, spannende Thriller aus den 2000er Jahren („What Lies Beneath“ und „Enough“). Auch dieser hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, teilweise saß ich sogar aufrecht im Sitz. Beste Unterhaltung für zwei Stunden.  Besonders gut gefallen hat mir, dass einiges nur andeutet wird. Man braucht beispielsweise keine Rückblenden, um zu verstehen, aus was für einer Beziehung die Protagonistin Cecilia flüchtet. Man muss auch nicht aussprechen, woher Cecilia genau James kennt. Üblicherweise werden gerade die Art von Filmen idiotensicher geschrieben. Der Score und der Sound sind im Thriller/Horror-Genre nicht unerheblich, die Musik und der Ton sind hier auffällig gut gewählt und in Szene gesetzt. 

In der Tradition von weiblichen Oscar-Performances in Thriller/ Horrorfilmen (Emily Blunt in A Quiet Place, Toni Collette in Hereditary und Lupita Nyong´o in Us), wird sicherlich auch Elisabeth Moss´ hervorragende Performance in diesem Film bei den Oscars übergangen. 

Eine Fortsetzung zu dem Film ist durchaus vorstellbar.

„The Invisible Man“ wurde am 28.02.20 in 3,610 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kam der Film unter dem Filmtitel „Der Unsichtbare“ bereits einen Tag früher ins Kino. Ich habe den Film in Kanada gesehen, wo er ebenfalls am 28.02.20 in den Kinos startete. 

„The Invisible Man“ war der vorletzte Film, den ich vorerst im Kino gesehen habe. Der Trailer verrät zu viel und empfehle ich daher nicht unbedingt:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film. Als ich diesen Trailer am 04.03.20 im Kino sah, wurde kurz vorher bekannt gegeben, dass wegen des Coronavirus die Premiere des Films verschoben wird. Damals fand ich das noch etwas übertrieben. Heute, drei Wochen später, leben wir in einer völlig anderen Welt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Hunt“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm/Thriller mit Hilary Swank und Emma Roberts. Ich hätte schwören können, dass ich einen Trailer von dem Film schon im Kino gesehen habe, konnte ihn aber nicht finden. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Free Guy“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Shawn Levys neuer Film, Actionkomödie mit Ryan Reynolds…und Taika Waititi 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

TV – Serie: „The Outsider“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Outsider, 1. Staffel“ (in D. auf Sky Atlantic zu sehen)  10 x approx. 60 min   drama, crime, thriller, horror, adaptation

dir. Jason Bateman, Andrew Bernstein, Igor Martinovic, Karyn Kusama, Daina Reid, J.D. Dillard, Charlotte Brändström  cast: Ben Mendelsohn, Cynthia Erivo, Bill Camp, Julianne Nicholson, Mare Winningham, Paddy Considine, Jason Bateman, Yul Vazquez, Marc Menchaca, Jeremy Bobb, Max Beesley, Derek Cecil 

 

In Cherokee City, Georgia wird die übel zugerichtete, blutüberströmte Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Es sieht sogar so aus, als wäre das Kind regelrecht zerfleischt worden. Einige Indizien, Fingerabdrücke und Zeugenaussagen deuten daraufhin, dass der Familienvater und beliebte Lehrer und Baseball-Trainer Terry Maitland (Jason Bateman) der Mörder ist. Det. Ralph Anderson (Ben Mendelsohn) ermittelt in dem Fall und lässt Terry schließlich festnehmen. Der besteht aber darauf, zum vermeintlichen Tatzeitpunkt nicht mal in der Stadt gewesen zu sein. Es tauchen Beweise auf, die Terrys Aussage stützen, aber da sind immer noch DNA-Spuren am Tatort und die Zeugenaussagen, Terry kann unmöglich an zwei Orten gleichzeitig gewesen sein. Irgendetwas stimmt doch hier nicht und wer ist dieser unheimliche Typ mit dem Kapuzenpulli?

 

B (Wertung von A bis F) „The Outsider“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Stephen King („The Shining“, „Misery“, “The Shawshank Redemption“). Serienschöpfer ist der amerikanische Roman- und Drehbuchautor Richard Price („The Color of Money“, „Sea of Love“, „Shaft“, TV-Serien „The Wire“ und The Night Of). Regie führen u.a. der Schauspieler und Filmemacher Jason Bateman und die Filmemacherin Karyn Kusama (The Invitation, „Destroyer“). 

Ich kannte Stephen Kings Buch nicht und wusste auch nicht wirklich, worauf ich mich einlasse. Im amerikanischen Kino zeigen sie – bevor die Trailer gezeigt werden und der Film offiziell beginnt – oft Vorschauen von TV-Serien, die demnächst anlaufen. Da wurde ich vor einigen Monaten auf „The Outsider“ aufmerksam. Ben Mendelsohn, Bill Camp und Cynthia Erivo in einer scheinbar spannenden, düsteren Serie – das habe ich mir natürlich sofort notiert. Worum es hier genau geht, erfährt man erst nach ein paar Episoden. Der langsame Handlungsaufbau und die vielen Charakter haben auch etwas verhindert, dass ich gleich richtig in diese Serie reinfand. Dennoch gefiel mir was ich sah, in der Folge 5 („Tear Drinker“) gruselte ich mich erstmalig richtig und fand es dann kaum auszuhalten, dass ich immer eine gesamte Woche auf eine weitere Episode warten musste. „The Outsider“ ist anfangs mehr Drama/ Krimi, aber mit einer mysteriösen Geschichte und schließlich Thriller mit übernatürlichen Horror-Elementen. 

Es ist keine TV-Serie, die man nebenbei gucken kann. Dafür gibt es einfach zu viele Charaktere und handlungsrelevante „Kleinigkeiten“, die man schnell verpassen kann. Das war für mich auch ein Grund dafür, dass ich alle zehn Episoden bei der zweiten Sichtung in zwei Sitzungen geschaut habe. 

Ben Mendelsohns Ralph Anderson führt einen hier durch die gesamte Story. Er ist der ermittelnde Cop in dem Kindermordfall. Ralph hat aber noch ein eigenes Päckchen zu tragen, sein Sohn ist vor einem Jahr gestorben. Durch einen „Vorfall“ wird er dazu verdonnert, zum Psychologen zu gehen. Das ist natürlich gar nicht sein Ding, Er ist sehr rational, glaubt einzig an die Dinge, die er sieht. Als in dem aktuellen Kindermordfall dann plötzlich schwer erklärbare, ja übernatürliche Dinge die Auflösung bestimmen, kann er damit schlecht umgehen. Det. Ralph Anderson taugt sicher für die meisten Zuschauer als Identifikationsfigur. Ich sehe Ben Mendelsohn wahnsinnig gerne. Ich weiß nicht, ob mir das vorher schon aufgefallen ist, aber ich mag auch seine raue, tiefe  Stimme und nuschelige Sprache. Schauspielerisch ist er sowieso top, durch die Bank sind aber alle Schauspieler sehr gut und auch perfekt besetzt. Hervorheben möchte ich aber dennoch besonders Cynthia Erivo, Bill Camp und Julianne Nicholson. 

Um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr mag ich, wie die Serie (und wahrscheinlich auch die Romanvorlage) mit dem Thema Schmerz und Trauer umgeht. Leidende, Trauernde, körperlich oder psychisch Verletzte sind sicher auch verwundbarer, also anfälliger für, ja weiteren Schmerz, der ihnen zugefügt wird. Oder anders herum, wie hier, das Böse fühlt sich vom Schmerz angezogen. Vielleicht sind diese Menschen auch oftmals offener für Übernatürliches. Ein Todesfall innerhalb der Familie hat zweifelsfrei Auswirkungen auch auf den Rest der selbigen, auch das wird hier in, mitunter interessante Geschichten eingebettet. 

Ich kann nicht behaupten, dass am Ende dieser zehn Episoden jedes einzelne Detail für mich in einem Zusammenhang gebracht wurde. Es bleiben einige Fragen, was ich aber nicht als störend empfand. 

Meine Lieblingsepisode: Folge 5 („Tear-Drinker“)

Mein Lieblingszitat, gerade in dem hier dargestellten Zusammenhang: „An outsider knows an outsider“

Im Staffelfinale („Must/Can´t“) gibt es während des Abspanns ein, bzw. zwei wichtige Szenen! Also nicht vorher ausmachen. Zur letzten Episode und diesen Abspann-Szenen habe ich mir ein paar Gedanken gemacht bzw. habe ich ein paar Fragen:

 

 

SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER

Noch in der Höhle mit El Cuco: Warum fragt Holly „Wer ist Terry“ (Sie weiß doch ganz genau, wer Terry ist, deshalb wurde sie engagiert)

Warum wird zum Schluss der finalen Episode Frankie Peterson Grabstein eingeblendet, interpretiere ich da zu viel herein, endet die Staffel letztlich nur so wie sie anfing, mit seinem Tod? 

Abspann-Szenen: 

Holly hat im Badezimmer-Spiegel Jack gesehen und hat unmittelbar zum Spiegel gegriffen und ihren Nacken begutachtet, mmmh. Wir als Zuschauer können ihren Nacken nicht sehen. 

Warum spielt Holly mit ihren Haaren (hat sie vorher nie getan)? Warum hört sie Musik? (irgendwann hat sie mal verlauten lassen, dass sie gar keine Musik mag). 

Auf Hollys Unterarm ist definitiv ein Kratzer zu sehen. 

Warum wird der Song „Washington Square“ von dem ihr Ralph erzählt hat (die Anekdote mit seiner Mutter) zum Schluss im Radio gespielt? Das wusste ich tatsächlich nur, weil ich mir immer englische Untertitel einblende und dort die Songs auch genannt werden. 

Holly ist (zusammen mit El Cuco) der Außenseiter dieser Geschichte, wie sie selbst am Ende der Serie äußert. El Cuco kratzt ein Opfer, häutet sich bis er schließlich in einen anderen Körper wandert, die Form des Opfers angenommen hat. Für seine Transformation braucht er ungefähr 27 Tage. Holly leidet unter dem Verlust von Andy, ist verwundbar, hat bereits einen Kratzer auf dem Unterarm  (Ralph hat einen Kratzer im Gesicht, er scheint sich aber langsam mit dem Tod seines Sohnes abgefunden haben)

Frage: Deutet es jetzt darauf hin, dass Holly langsam unter dem Einfluss von El Cuco steht? Wenn sie sich in ihn verwandeln würde, hätte sie sicher keinen Kratzer. Sie könnte aber unter seinem Einfluss stehen, wie Jack seinerzeit. Scheinbar ist ihr bewusst, dass das passieren könnte. Ich habe mir die letzte Episode, wie alle anderen Folgen, ein zweites Mal angeschaut, konnte nicht erkennen, dass Holly gekratzt wurde. Alles sehr mysteriös.

SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE 

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Det. Ralph Anderson ist der ermittelnden Polizist in dem Fall des getöteten Jungen. Er ist mit Jeannie (gespielt von Mare Winningham) verheiratet, die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, der ein Jahr zuvor an Krebs gestorben ist. Ralph hat den frühen Tod seines Sohnes immer noch nicht richtig verarbeiten können. Gespielt wird Ralph Anderson von dem australischen Schauspieler Ben Mendelsohn. Mir ist er tatsächlich das erste Mal in einem meiner Lieblingsfilme Animal Kingdom aufgefallen. Seither habe ich ihn in unzähligen Filmen (u.a. Starred Up, Slow West, Mississippi Grind, Darkest Hour) gesehen. Auch war er großartig in der TV-Serie „Bloodline“. Für seine Performance in den drei Staffeln dieser Serie wurde er drei Mal für den Emmy nominiert, für die zweite Staffel von „Bloodline“ hat er den Emmy gewonnen. 

Holly Gibney ist eine Privat-Ermittlerin. Sie hat autistische Züge, ist dem Übernatürlichem offen und hat einige besondere Gaben. Da die Gesetzeshüter in dem Fall des getöteten Jungen nicht weiterkommen, wird sie einbezogen. Gespielt wird Holly von der englischen Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Cynthia Erivo. Cynthia Erivo kommt vom Theater, war in einigen TV-Produktionen („Mr. Selfridge“, „Broad City“) zu sehen. Ich war überrascht, dass Cynthia Erivos Filmographie erst drei, bereits abgedrehte Filme (Widows, Bad Times at the El Royale und „Harriet“) umfasst. Für ihren dritten  Film („Harriet“) hat sie dieses Jahr gleich zwei Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin und Bester Song) erhalten. Für ihre Hauptrolle in dem Broadway-Musical „The Color Purple“ hat sie den Tony gewonnen. Sie hat außerdem für „The Color Purple“ einen Grammy für das Best Musical Theater Album und einen Emmy für Outstanding Musical Performance in a Daytime Program gewonnen. Die Chancen stehen hervorragend, dass die erst 33-jährige Cynthia Erivo schon bald einen Oscar gewinnt und damit zu einer der wenigen, sogenannten EGOT-Gewinner (die einen Emmy, Grammy, Oscar und Tony gewonnen haben) gehört. 

Lt. Yunis Sablo ist ist Lieutenant des GBI (Georgia Bureau of Investigation), somit für die Strafverfolgung des Staates Georgia zuständig. Er arbeitet mit Det. Ralph Anderson (gespielt von Ben Mendelsohn) zusammen. Yunis wird von dem kubanisch-amerikanischen Gitarristen (der Bands Urgent und Diving for Pearls) und Schauspieler Yul Vazquez gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (Bloodline , The Looming Tower, „Midnight, Texas“, Russian Doll) mitgewirkt und war auch bereits in großen Filmproduktionen („Traffic“, „War of the Worlds“, „American Gangster“, „Che: Part One & Two“, Captain Phillips, Last Flag Flying) zu sehen. 

Jeannie Anderson ist die Frau von Det. Ralph Anderson (gespielt von Ben Mendelsohn). Die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, Derek, der ein Jahr zuvor an Krebs gestorben ist. Jeannie ist dem Übernatürlichen nicht ganz so abgeneigt wie ihr Gatte. Gespielt wird Jeannie von der amerikanischen Schauspielerin Mare Winningham. Zu sehen war sie in unzähligen Serien (u.a. The Affair, „American Horror Story: Hotel“, sie hat aber auch kleinere Rollen in Kinofilmen (Philomena, Dark Waters) gespielt. Mare Winningham wurde insgesamt  7 Mal für den Emmy nominiert (für ihre Performance in „Amber Waves“, „Love is Never Silent“, The Boys Next Door“, „George Wallace“, „Law & Order: Special Victims Unit“, Mildred Pierce und „Hatfields & McCoys“). Gewonnen hat sie zwei Emmys für „“Amber Waves“ und „George Wallace“. Sie hat außerdem eine Oscar-Nominierung für ihre Performance in dem Film  „Georgia“ aus dem Jahr 1995.

Terry Maitland ist Lehrer und Baseball-Trainer für Kinder.  Er wird verdächtigt, einen Jungen getötet zu haben. Terry ist mit Glory (Julianne Nicholson) verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder, Maya und Jessa. Gespielt wird Terry von dem amerikanischen Schauspieler, Regisseur  und Produzenten Jason Bateman. Er hat bereits als Kind in „Little House on the Prairie“ gespielt und spielt seither in unzähligen Filmen (Juno, Up in the Air, Disconnect, The Gift, Game Night) und vielen TV-Serien („Arrested Development“, Ozark) mit. Für die TV-Serien „Arrested Development“ und „Ozark“ wurde er insgesamt für 7 Emmys (als Schauspieler, Regisseur und Produzent) nominiert. Im letzten Jahr hat er für eine Episode von „Ozark“ einen Emmy als Regisseur gewonnen. Bei den ersten beiden Episoden von „The Outsider“ führt Jason Bateman auch Regie. 

Glory Maitland ist die Frau von Terry (gespielt von Jason Bateman). Gespielt wird Glory von der amerikanischen Schauspielerin Julianne Nicholson. Bekannt ist sie den meisten wahrscheinlich durch die TV-Serie „Law & Order: Criminal Intent“, sie hat aber auch in anderen TV-Serien, u.a.  Boardwalk Empire und „Masters of Sex“ mitgespielt und war auch in kleineren Rollen in Kinofilmen (August: Osage County, Black Mass, Novitiate und I, Tonya zu sehen. 

Howard Salomon ist der Anwalt von Terry und Glory Maitland (gespielt von Jason Bateman und Julianne Nicholson). Gespielt wird Howard Salomon von dem wunderbaren amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Ich weiß nicht warum, aber mir ist er erst sehr spät, genauer: mit der TV-Serie: The Night Of erstmalig aufgefallen. Seither gucke ich mir aber TV-Serien (The Looming Tower) und Filme mitunter sogar schon seinetwegen an. Seine erste Filmrolle hatte er in „Reversal of Fortune“. Ich habe ihn u.a. in Lincoln, 12 Years a Slave, Birdman, Molly´s Game, Skin, Dark Waters gesehen. Der Charakterschauspieler wurde für seine Performance in der TV-Serie „The Night Of“ für den Emmy nominiert. Auch wurde er für seine Darstellung in dem Theaterstück „The Crucible“ für den Tony nominiert. 

Claude Bolton saß bereits einige Male im Gefängnis, ist jetzt auf Bewährung draußen, arbeitet in dem Stripclub Peach Crease und will den Tatverdächtigen Terry Maitland (gespielt von Jason Bateman) blutverschmiert gesehen haben. Gespielt wird Claude von dem englischen Musiker, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Paddy Considine. Er hat in unzähligen Filmen, u.a. „Hot Fuzz“, „The Bourne Ultimatum“, The World´s End, Child 44, „The Death of Stalin“ mitgespielt. Er ist aber auch für das Drehbuch und die Regie von einem meiner Lieblingsfilme, Tyrannosaur, verantwortlich. Im letzten Jahr wurde er für seine Performance in dem Theaterstück „The Ferryman“ für den Tony nominiert. 

Det. Jack Hoskins ist Polizist und Kollege von Det. Ralph Anderson. Jack ist Jäger und Scharfschütze, kürzlich wurde er von seiner Frau verlassen. Det. Jack Hoskins wird von dem amerikanischen Schauspieler Marc Menchaca gespielt. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. der ersten Staffel von Homeland und Ozark, und „The Sinner“) mitgespielt. 

„The Outsider“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch.

„The Outsider“ wurde erstmalig v. 12.1.20 – 8.3.20 auf HBO gezeigt. In Deutschland ist diese Miniserie (oder TV-Serie) bei Sky Atlantic zu sehen. Offiziell ist noch keine zweite Staffel bestätigt. Zwei Szenen inmitten des Abspanns der finalen Episode, lassen aber vermuten, dass es eine Fortsetzung gibt. „The Outsider“ hat für HBO extrem gute Einschaltquoten erzielt. Außerdem wenn man bei AppleTV und HBO genau hinschaut, sieht man, dass bei „The Outsider“ für  2 Staffeln angelegt ist. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Berlin (ale) – Film: „Shirley“

Ich war am 01.03.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Shirley“  106 min  drama, adaptation, biopic 

dir. Josephine Decker  cast: Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman 

 

Im Herbst 1964 zieht der junge Doktorand Fred (Logan Lerman) und seine schwangere Ehefrau Rose (Odessa Young) in eine Kleinstadt in Vermont. Fred arbeitet dort als Assistent des College-Professors Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Eigentlich sucht das junge Paar eine Wohnung, sie kommen aber zunächst im Haus des Professors und Literaturkritikers  Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau, der Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss), unter. Dafür soll sich Rose um den Haushalt und um Shirley kümmern. Shirley hat aber offensichtlich psychische Probleme und leidet unter einer Schreibblockade, das Zusammenleben wird für Rose zunehmend zur Belastungsprobe…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Shirley“ ist eine Adaption von Susan Scarf Merrells Roman: „Shirley: A Novel“. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Josephine Decker („Madeline´s Madeline“). Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, wurde aber vom Leben der amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson und ihrem Mann, den College-Professor und Literaturkritiker Stanley Edgar Hyman inspiriert. 

Die Geschichte ist schnell erzählt und hat man in abgewandelter Form auch schon oft gesehen. Für mich war es also nicht die Geschichte, die mich hier in den Bann gezogen hat, es ist die atmosphärische, beklemmende, aber auch anstrengende Inszenierung und die überragenden Performances von Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg und Odessa Young. 

Josephine Deckers letzter Film „Madeline´ s Madeline“ hatte mir schon gut gefallen, bei „Shirley“ arbeitet sie erstmalig nicht mit ihrem eigenen Drehbuch. Der Film wirkt weniger experimentell als ihr letztes Werk, mit der eingesetzten Musik und der Kameraführung sticht ihr, so eigener Regiestil aber immer noch hervor. Während des Films sind meine Gedanken dann tatsächlich auch abgedriftet, weil ich überlegt habe, wie der Film wohl aussehen würde, wenn sich ein anderer Regisseur des Stoffes angenommen hätte und eine andere Schauspielerin die Titelrolle spielen würde. Es wäre ein völlig anderer und nicht so guter Film entstanden, soviel ist sicher. 

Elisabeth Moss hat in vielen Projekten (TV-Serien „The West Wing“, Mad Men,  Top of the Lake, The Handmaid´s Tale und Kinofilmen Her Smell, Us bereits bewiesen, wie wandelbar und talentiert sie ist. Auch hier geht sie völlig uneitel an die Rolle und lässt einen nicht einen Moment daran zweifeln, dass sie Shirley Jackson ist. Für mich ist sie einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. 

„Shirley“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film bzw. die Regisseurin den U.S. Dramatic Special Jury Award: Auteur Filmmaking gewonnen. „Shirley“ wurde einen Monat später bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Sektion Encounters gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Shirley“ wird von dem New Yorker Indie-Produzenten/Verleih NEON vorauss. am 24.04.20 ins amerikanische Kino gebracht. Bislang ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt.

Filmausschnitt zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „The Roads Not Taken“

Ich war am 27.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Roads Not Taken“ (dt. Kinostart: 30.04.20)   85 min  drama 

dir. Sally Potter  cast: Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney

 

Molly (Elle Fanning) macht sich Sorgen um ihren Vater Leo (Javier Bardem). Er liegt teilnahmslos im Bett, ist verwirrt und erkennt sie nicht. Mollys Vater ist mit seinen Gedanken in der Vergangenheit, was war oder was hätte sein können…

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Roads Not Taken“ ist der neue Film der Londoner Filmemacherin Sally Potter („The Man Who Cried“, „Ginger & Rosa“, „The Party“).

Auf der einen Seite sieht man, wie sich die Tochter um ihren scheinbar demenzkranken Vater kümmert und auf der anderen Seite folgt man alles, was den Vater beschäftigt. Sind es Erinnerungsbruchstücke oder doch mehr – wie der Filmtitel vermuten lässt – Parallelentwürfe zu seinem bisher vergangenen Leben? Man weiß es nicht so genau, definitiv ist er nie wirklich im Heute. „The Roads not Taken“ mit seinen drei Erzählsträngen wirkt am Ende etwas unaufgeräumt, vielleicht wollte die Regisseurin das Leben eines an Demenz Erkrankten genau so zeigen, aber der Film hätte berühren müssen. Letztlich macht er es auch, aber erst sehr spät. Erst als Leo auf die beiden pakistanischen Taxifahrer trifft und schließlich als er seiner verzweifelten Tochter gegenübersitzt.

Zusammenfassend ist der Film bedauerlicherweise nicht so gut wie das involvierte Talent (Javier Bardem, Elle Fanning und Laura Linney). 

„The Roads Not Taken“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief der englische Film im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film soll am 13.03.20 in den amerikanischen Kinos starten und für Deutschland ist ein Kinostart für den 30.04.20 geplant.

Trailer zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Never Rarely Sometimes Always“

Ich war am 26.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Never Rarely Sometimes Always“  (dt. Kinostart: 11.06.20) 101 min  drama 

dir. Eliza Hittman  cast: Sidney Flanigan, Talia Ryder, Théodore Pellerin, Ryan Eggold, Sharon Van Etten 

 

Autumn (Sidney Flanigan) lebt in einem Provinzkaff in Pennsylvania. Sie ist 17 Jahre alt und ungewollt schwanger. Ihre Familie soll davon nichts erfahren. Schließlich fährt sie mit ihrer Cousine Skylar (Talia Ryder) nach New York, in der dortigen Abtreibungsklinik sollen sogar Abtreibungen bei Minderjährigen, ohne die Zustimmung der Eltern, vorgenommen werden.

 

B+ (Wertung von A bis F) „Never Rarely Sometimes Always“ ist der neue Film der New Yorker Filmemacherin Eliza Hittman („It Felt Like Love“, „Beach Rats“).

Es ist ein stiller und langsam erzählter, aber eindringlicher Arthouse-Film über eine Teenager-Schwangerschaft und der einsamen Entscheidung einer ungewollt Schwangeren und verzweifelten Jugendlichen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Es ist aber auch ein Film über die Reise zweier junger Mädchen aus der Provinz in das völlig fremde New York.

„Never Rarely Sometimes Always“ ist eines dieser Werke, bei dem man einzelne Szenen noch lange in Erinnerung trägt. Eliza Hittman hat hier einen intensiven, fast schon dokumentarisch anmutenden Film inszeniert. Einen der Zwischentöne, bei dem kaum etwas, aber zur gleichen Zeit so viel passiert. Insbesondere beim Thema Abtreibung ist es wichtig, dass weibliche Regisseure die Geschichten erzählen. So hebt sie auch nicht den moralischen Zeigefinger, hier wird einfach mit Tatsachen umgegangen.

Der im ersten Moment etwas umständlich erscheinende Filmtitel („Never Rarely Sometimes Always“) bezieht sich auf die Auswahl der Antworten auf sehr persönliche Fragen, die der Protagonistin Autumn von der Sozialarbeiterin von Planned Parenthood gestellt werden. Eine unglaublich starke Szene, durch die man auch erfährt, dass die junge Frau Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht hat. Überhaupt macht der Film auf subtiler Weise darauf aufmerksam, dass Frauen tagtäglich in unterschiedlichen Facetten sexueller Übergriffigkeit ausgesetzt sind. 

Ich habe es sicher schon das eine oder andere Mal erwähnt, dass ich es liebe, wenn „mein New York“ mal ganz anders oder aus einer völlig anderen Perspektive gezeigt wird. Hier von zwei Teenagern, die erstmalig nach New York reisen und dabei keine Urlaubsreise machen und auch nicht mal genug Geld in der Tasche haben. 

Sidney Flanigan, eigentlich eine Musikerin, ist sehr glaubwürdig in ihrer allerersten Rolle, sie gibt ihrem Charakter die nötige Tiefe. Die Beziehung von Autumn zu ihrer Cousine ist auch greifbar und zeigt, dass es dafür auch mal eben nicht dauerndes Gerede braucht.

„Never Rarely Sometimes Always“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Sidney Flanigan), Bestes Originaldrehbuch 

„Never Rarely Sometimes Always“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film den U.S. Dramatic Special Jury Award (Neorealism) gewonnen. Der amerikanische Film lief einen Monat später auf den Berliner Filmfestspielen im Wettbewerb. Dort hat der Film den Großen Preis der Jury gewonnen. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film soll am 13.03.20 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 11.06.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Siberia“

Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Siberia“ (dt. Kinostart: 19.03.20)  92 min  drama

dir. Abel Ferrara  cast: Willem Dafoe, Dounia Sichov, Simon McBurney, Cristina Chiriac, Daniel Giménez Cacho Anna Ferrara 

 

Clint (Willem Dafoe) führt eine kleine Kneipe in der verschneiten Wildnis im sibirischen Nirgendwo. Dort hat er immer wieder Begegnungen mit Fremden. Eines Tages bricht er mit seinem Hundeschlitten auf. Er erforscht seine Träume, konfrontiert sich mit Erinnerungen, (be)sucht seine Visionen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Siberia“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Abel Ferrara („Bad Lieutenant“).

Gut, es gibt schlimmere Filme, aber es gibt halt auch wesentlich bessere. Abel Ferrara hat diesen wahrscheinlich vordergründig für sich selbst gedreht. Entsprechend können viele Zuschauer sicher mit dem Projekt voller Wunsch- und Albträume, Visionen, Erinnerungen, möglicher anfänglicher Unzurechnungsfähigkeit oder Selbstfindung oder doch der Suche nach dem Sinn des Lebens dann auch wenig anfangen. Im Zuschauerraum war es extrem unruhig, viele meiner Mitzuschauer haben die Vorstellung vorzeitig verlassen. Für mich ist das kein Film, den ich mir nicht bis zu Ende anschauen würde. Der wunderbaren Willem Dafoe (hier wieder als Abel Ferraras Alter Ego) bewahrte mich davor, schlechte Laune zu bekommen. Und dafür, dass Dafoe zu Del Shannons Song „Runaway“ singt und tanzt gibt es sogar noch einen Extra-Pluspunkt. Dennoch ist dieser spirituelle Film kein kommerzieller und auch generell keiner, den ich irgendjemanden empfehlen würde. 

„Siberia“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die italienisch-deutsch-mexikanische Koproduktion im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.03.20 geplant.

Trailer zu sehen:

Berlin (ale) – Film: „Schwesterlein“

Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Schwesterlein“ (Internationaler Filmtitel: „My Little Sister“)   99 min  drama 

dir. Stéphanie Chuat, Véronique Reymond  cast: Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus, Thomas Ostermeier

 

Lisa (Nina Hoss) hat den Kopf gerade voll. Ihr Zwillingsbruder Sven (Lars Eidinger), Starschauspieler an der Berliner Schaubühne, ist an Leukämie erkrankt. Gerade hat er eine Knochenmarktransplantation hinter sich gebracht. Er will so bald wie möglich wieder als Hamlet auf der Bühne stehen. Zunächst muss er sich aber erholen und das kann er nun mal nicht in Berlin bei der Mutter (Marthe Keller), die schon mit sich selbst völlig überfordert ist. Lisa entscheidet, ihren Bruder zu sich in die Schweiz zu nehmen. Da lebt die Dramaturgin seit einiger Zeit mit ihrem Mann (Jens Albinus) und den beiden kleinen Kindern… 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Schwesterlein“ ist der neue Film der beiden Schweizer Filmemacherinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond („La petite chambre“).

Deutschen Filme mangelt es – in meinen Augen – oft an Tempo, dafür wirken einzelne Szenen, und manchmal sogar die ganze Handlung, zu konstruiert und Dialoge sind oftmals realitätsfern. „Schwesterlein“ ist zwar deutschsprachig, mit zwei deutschen Hauptdarstellern besetzt und spielt teils in Deutschland, ist aber der Schweizer Wettbewerbsfilm der Berlinale. Die Inszenierung ist ruhig, steht aber im Gleichklang zur Story, die wiederum glaubhaft und ergreifend ist. Die Situationen und die Dialoge erscheinen aus dem Leben eben dieses kreativen Künstler-Umfeldes, bei dem auf eimal der Krebs den Alltag bestimmt. Meine Lieblingsszene ist die Krankenhausszene in der Lisa ihren Bruder versucht, zu beruhigen, Und natürlich liebe ich es, dass der Film teilweise in meinem Berliner Kiez spielt. 

Es hat mich beeindruckt, wie selbstverständlich Nina Hoss´ Lisa die Kontrolle über ihre Familie und letztlich auch über den Film übernommen hat. Man spürt die Bindung der beiden Geschwister und anhand von ein paar wenigen Szenen versteht man auch ganz genau die Beziehung zu ihrer exzentrischen, mit sich selbst schon überforderten Mutter. 

Ich weiß nicht, ob es half, dass Lars Eidinger, der selbst festes Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne ist, hier eben jenen (fiktiven) Schaubühnen-Star verkörpert. Ich bin schon lange ein großer Fan des Theater- und Film-Schauspielers und so begeistert er mich selbstverständlich auch in dieser Rolle. Lars Eidinger trägt hier Perücken, wie es wohl nur er kann. 

Übrigens der künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne Thomas Ostermaier spielt hier auch eine Version von sich selbst als Schaubühnen-Intendant David. Und die in diesem Film gezeigte Probe zu „Hamlet“ ist tatsächlich eine der Ostermaier-Inszenierungen mit Eidinger in der Hauptrolle.

„Schwesterlein“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief der Schweizer  Film im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Deutsch/Englisch/Französische-Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. In der deutschsprachigen Schweiz soll der Film am 23.04.20 starten. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart geplant. 

Filmausschnitt zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Effacer l’historique“

Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Effacer l’historique“ (Internationaler Filmtitel: „Delete History“)  110 min   comedy, drama

dir. Benoit Delépine, Gustave Kervern  cast: Blanche Gardin, Denis Podalydès, Corinne Masiero 

Marie (Blanche Gardin), Christine (Corinne Masiero) und Bertrand (Denis Podalydès) sind Nachbarn einer französischen Provinzvorstadt. Alle Drei stecken in der Klemme. Marie leidet unter der Trennung von ihrem Mann und vor allen Dingen ihrem Sohn und wird jetzt auch noch mit einem Sextape erpresst. Christine hat aufgrund ihrer exzessiven Sucht nach amerikanischen TV-Serien ihren Job verloren und ihr Mann hat sie auch verlassen. Jetzt hat sie sich mit einem Fahrdienst selbständig gemacht, kann sich aber partout nicht erklären, waren sie so schlechte Kundenbewertungen bekommt. Der alleinerziehende Bertrand macht sich Sorgen um seine Tochter, die bei Facebook gemobbt wird. Außerdem kann er den Angeboten der permanenten Werbeanrufer nicht widerstehen, mittlerweile hat er sich völlig überschuldet.  Die Dame mit der sanften Stimme, von der jetzt andauernd angerufen wird, hat es ihm aber besonders angetan…

B+ (Wertung von A bis F) „Effacer l’historique“ ist der neue Film des französischen Regisseur-Duos Benoit Delépine und Gustave Kervern („Aaltra“, „Mammuth“, „Saint Amour“). 

Mit französischen Filmen habe ich es ja eigentlich nicht so, hin und wieder gebe ich aber auch den Franzosen eine Chance. Bereut habe ich in diesem Fall nicht.

Vieles in dieser französischen Gesellschaftssatire ist natürlich überspitzt dargestellt, aber in einigen Situationen kann man sich auch selbst wiederfinden, ob es Überforderung ist, sich die vielen komplizierten Passwörter merken zu müssen, der schwer zu entwirrende Kabelsalat sämtlicher digitalen Geräten, endlos lange, nervige Warteschleifen-Musik und -Ansagen, wenn man dringend jmd. von einem Kundendienst sprechen muss, anstrengendes Bilder-Raten (Wo in den 9 Kästchen ist nun die Ampel abgebildet?), wenn man sich in eine Website einloggen will, hilflos einer Serien-Sucht ausgesetzt zu sein, usw. „Effacer l’historique“ zieht sich gegen Ende etwas, ist mir aber als kurzweiliger, witziger, manchmal absurder Film in Erinnerung, der die Tücken des digitalen Alltags in einer Geschichte zusammenfasst und aufs Korn nimmt. Schauspielerisch hat mir Blanche Gardin besonders gut gefallen. 

Der Film bietet sich natürlich für ein Filmfestival an oder wenigstens für eine ausverkaufte Kinovorstellung. In meiner Berlinale-Vorstellung wurde beinahe kontinuierlich gelacht. 

„Effacer l’historique“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die französisch-belgische Koproduktion im Wettbewerb. Update: „Effacer l’historique“ erhielt den Sonderpreis der Berlinale. Der Film bekam den Silbernen Bären der 70. Berlinale. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. In Frankreich startet der Film am 22.04.20 im Kino. Bislang ist weder ein amerikanischer noch deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „El prófugo“

Ich war am 23.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„El prófugo“ (Internationaler Filmtitel: „The Intruder“)  90 min  thriller, adaptation 

dir. Natalia Meta  cast: Erica Rivas, Nahuel Pérez Biscayart, Daniel Hendler, Cecilia Roth, Guillermo Arengo 

 

Inés (Érica Rivas) ist Synchronsprecherin und singt in einem Chor in Buenos Aires. Nach einem traumatischen Erlebnis im Urlaub leidet sie immer mehr an Schlaflosigkeit. Sie nimmt Tabletten und hat jetzt auch zunehmend Albträume. Auch verliert sie die Kontrolle über ihre Stimme. Im Synchronstudio gibt sie seltsame Töne von sich und bei den Chorproben trifft sie die Töne auch nicht mehr richtig. Was geht hier vor sich? 

 

B- (Wertung von A bis F) „El prófugo“ ist nach „Death in Buenos Aires“ erst der zweite Film der argentinischen Regisseurin Natalia Meta. Der Film basiert auf dem Roman „El mal menor“/The Lesser Evil“

An meinem ersten Berlinale-Tag herrschte Schmuddelwetter, dafür habe ich aber zum Einstieg einen gar nicht mal so schlechten Film gesehen. Es ist immer ein Wagnis, Karten für einen Film zu kaufen, der in der Weltpremiere gezeigt wird und von dem man nicht weiß, ob er überhaupt was taugt. Vor zwei Jahren hatte ich auf der Berlinale erst mit meiner Auswahl des schwedischen Films „The Real Estate“ ins Klo gegriffen. Daher habe ich mich bei dieser Berlinale, dazu entschlossen, ausschließlich auf amerikanische Filme oder Wettbewerbsfilme zu setzen.  

„El prófugo“ ist einer dieser 18 Wettbewerbsfilme und beginnt schon mal ziemlich witzig. Wir lernen Inés kennen, sie macht gerade Urlaub mit ihrem nervigen Freund. Der drängt sie mit seinen Gefühlsduseleien in die Enge. Dann geschieht etwas Unvorhergesehenes, Inés ist traumatisiert, nimmt Tabletten, hat Albträume, auch drei Monate später noch. Ihre Mutter taucht umangekündigt auf und dann lernt sie diesen jungen Orgelstimmer Alberto kennen. Während der Arbeit im Synchronstudio stellt der Toningenieur dann fest, dass sie seltsame Geräusche von sich gibt. Auch in ihrem Frauenchor trifft sie die Töne nicht mehr. Hat sich ein Eindringling ihres Körpers bemächtigt? 

Es gibt eine recht gruselige Szene, aber ansonsten fand ich den Film nicht sonderlich spannend. Eher wollte ich die ganze Zeit wissen, was vor sich geht – möglichst eine logische Auflösung. Wer oder was hat sich nun in Inés´Leben gedrängt. Wer der Eindringling ist, ist sicher unterschiedlich interpretierbar. ich habe meine Theorie und ich liebe die Schlussszene. Und überhaupt ist Érica Rivas (Wild Tales) ein großer Gewinn für diesen Film. 

„El prófugo“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die argentinisch-mexikanische Koproduktion im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. 

Trailer zu sehen: 

San Francisco – Film: „The Lodge“

Ich war am 20.02.20 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Lodge“ (dt. Kinostart war der 6.2.20)  108 min  drama, thriller, horror 

dir. Veronika Franz, Severin Fiala  cast: Riley Keough, Jaeden Martell, Lia McHugh, Richard Armitage, Alicia Silverstone 

 

Richard (Richard Armitage) hatte sich von seiner Frau Laura (Alicia Silverstone) getrennt. Er hatte sie für die viel jüngere Grace (Riley Keough) verlassen. Mia (Lia McHugh) und ihr älterer Bruder Aidan (Jaeden Martell) mögen die neue Freundin ihres Vaters nicht. Nun sollen sie auch noch mit dieser Frau gemeinsam die Weihnachtsfeiertage in einer Lodge an einem abgelegenen Ort verbringen. Die Kinder sind der Meinung, dass irgendwas mit Grace nicht stimmt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Lodge“ ist der zweite Spielfilm des österreichischen Autoren- und Regie-Duos Veronika Franz und Severin Fiala (Ich seh, ich seh/Goodnight Mommy). Der neue Film ist eine britisch-amerikanische Koproduktion. 

Die Geschichte zieht einen schnell in ihren Bann.  Zu keiner Zeit lassen die beiden Filmemacher daran zweifeln, um wen es in dieser Geschichte geht. Es sind die beiden Kinder und die neue Frau an der Seite ihres Vaters. „The Lodge“ ist ein still beobachtender, aber recht spannender und äusserst unheimlicher und bedrückender Film. Ein Psychodrama und zugleich Thriller, bei dem man lange nicht genau weiß, wer hier eigentlich Täter und wer Opfer ist. Sind am Ende alle Drei die Opfer oder die Täter? Die Inszenierung ist sehr beklemmend und dadurch auch anstrengend. Manchmal habe ich mich dabei ertappt, dass es mir sogar etwas zu viel wurde. Hätte ich den Film auf DVD oder im Stream gesehen, hätte ich wahrscheinlich irgendwann auf Stop gedrückt, mir einen Tee gemacht, vielleicht noch ein Telefonat geführt, einfach um einen Moment mal durchzuatmen. Ich bin aber froh, dass ich mir dieses intensive Werk im Kino angeschaut habe. Etwas Probleme hatte ich bei der Erzählung mit der Figur des  Vaters. Nach dem, was im Vorfeld geschehen ist, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, warum er seine Kinder so lange allein lässt.

„The Lodge“ ist ein Film, der erst drei Jahre alten New Yorker Filmvertriebs- und Produktionsfirma NEON (I, Tonya, Three Identical Strangers, Border, Luce). Dieses Jahr hatte NEON eine äußerst erfolgreiche Oscar-Saison geführt, die mit vier Auszeichnungen für Parasite, inkl. dem BP-Oscar für den ersten nicht-englischsprachigen Film überhaupt, gekrönt wurde. 

„The Lodge“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Über ein Jahr später ist er am 7.2.20 in sechs amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 322 Kinos in den Vereinigten Staaten. Seit dem 6.2.20 läuft der Film in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Spiral: From the Book of Saw„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm aus der „Saw“-Reihe

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: da warte ich die Kritiken ab


Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin nicht mehr völlig abgeneigt


Trailer v. Film: „The Invisible Man„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Thriller/Horrorfilm mit Elisabeth Moss. Trailer verrät scheinbar den gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „A Quiet Place Part II„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Fortsetzung zu einem ziemlich guten Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brahms: The Boy II„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Auch Fortsetzung eines wahrscheinlich nicht so guten Horrorfilms

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A- (neuer, dieses Mal Redband-Trailer)

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Auch dieser Trailer ist klasse.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Ordinary Love“

Ich war am 15.02.20 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ordinary Love“  91 min  drama

dir. Lisa Barros D´Sa, Glenn Leyburn   cast: Liam Neeson, Lesley Manville, David Wilmot, Amit Shah 

 

Tom (Liam Neeson) und Joan (Lesley Manville) sind schon sehr lange miteinander verheiratet. Sie sind eng verbunden, ein Schicksalsschlag hatte sie nur noch enger zusammengebracht. Jetzt entdeckt Joan einen Knoten in ihrer Brust…

 

A- (Wertung von A bis F) Nach den Filmen „Cherrybomb“ und „Good Virbations“ ist dies bereits die dritte Zusammenarbeit des irischen Filmemacher-Ehepaares Lisa Barros D´Sa und Glenn Leyburn. 

Vielleicht ist dem einen oder anderen auch gar nicht (mehr) bewusst, dass Liam Neeson mal ein ernstzunehmender Schauspieler war. Natürlich hat er in den letzten Jahren auch für Martin Scorsese (Silence), den Coen Bros. (The Ballad of Buster Scruggs) und Steve McQueen (Widows) gearbeitet, das waren aber alles kleinere Rollen und mit seiner Karriere als alternder Actionheld in vergessenswerten Streifen (Taken, Non-Stop, A Walk Among the Tombstones, Run All Night, The Commuter, etc.) dominiert er sicherlich das Bewusstsein der Kinogänger. In „Ordinary Love“ spielt er nun endlich mal wieder eine Hauptrolle und ruft einem in Erinnerung, was für ein guter Schauspieler er eigentlich ist. 

„Ordinary Love“ ist ein intensives Drama über eine Liebe und wie sich eine schwere Krankheit auf die Betroffene, ihren Partner und natürlich ihre Beziehung auswirkt. Tom und Joan gehen unterschiedlich mit dem anfänglichen Verdacht um, dann der ganze klinisch, kalte Teil der endlosen Untersuchungen schließlich die Diagnose. Auch die müssen beide erst einmal für sich verarbeiten und einordnen. Das Paar hat bereits vor Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Dadurch sind sie aber nur noch enger zusammengewachsen. Selten habe ich einen so realistischen Film über Krebs gesehen. Sowohl bei Liam Neeson als auch bei Leslie Manville konnte ich irgendwann sogar vergessen, hier eigentlich Schauspieler zu sehen. Mir ging der Film sehr nahe.

„Ordinary Love“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist bereits am 6.12.19 in Großbritannien gestartet. Am 14.02.20 ist „Ordinary Love“ in drei  amerikanischen Kinos gestartet, eine Woche später war er dann landesweit in 21 Kinos zu sehen. Für Deutschland ist bislang noch ein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „The Burnt Orange Heresy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: italienisch/amerikanisches Drama(Thriller mit Claes Bang, Elizabeth Debicki und Donald Sutherland. Auch spielt Mick Jagger mit, den ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen habe.  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon 


Trailer v. Film: „Saint Frances„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: SXSW Film Festival-Gewinner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Never Rarely Sometimes Always„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Sundance-Film, den ich mir auf der Berlinale anschaue

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Roads Not Taken„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sally Potters neuer Film mit Javier Bardem und Elle Fanning. Auch diesen Film gucke ich auf der Berlinale an. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Wendy„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Neuer Film von Benh Zeitlin 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

NYC – Film: „The Assistant“

Ich war am 15.02.20 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Assistant“  87 min drama

dir. Kitty Green   cast: Julia Garner, Matthew MacFadyen, Makenzie Leigh, Noah Robbins, Dagmara Dominczyk 

 

Jane (Julia Garner) hat ihren Uni-Abschluss in der Tasche und träumt davon, eines Tages als Filmproduzentin zu arbeiten. In der Filmbranche hat sie sogar schon einen Fuß in der Tür. Seit ein paar Wochen arbeitet sie als Assistentin eines mächtigen Filmmoguls. Nun macht sie Beobachtungen, vermutet, dass ihr Chef Frauen sexuell ausnutzt. Sie weiß nicht so richtig, wie sie mit der Situation umgehen soll…

 

A- (Wertung von A bis) „The Assistant“ ist das Spielfilmdebüt der australischen Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin Kitty Green („Ukraine is Not a Brothel“, „Casting JonBenet“) 

„The Assistant“ ist ein nuanciertes #MeToo-Drama und für mich der Beweis, warum Autorinnen und Regisseurinnen sich diesem Thema annehmen sollten. Bevor Kitty Green das Drehbuch zu ihrem Film schrieb, hat sie einige Interviews mit Assistentinnen, die u..a für Harvey Weinstein arbeiteten, geführt. Der Film gewährt einen Einblick, wie das „toxische System Weinstein“ über Jahrzehnte funktioniert hat. Die meisten seiner Angestellten wussten sicherlich, was hinter verschlossenen Büro- oder Hotelzimmertüren vor sich ging, dachten aber, es würde sie nichts angehen, wollten keinesfalls ihren guten Job aufs Spiel setzen und stellten sich ihm entsprechend auch nicht in den Weg. Der Film zeigt aber gleichzeitig auch, dass Frauen in einer männerdominierenden Arbeitswelt anders gesehen und behandelt werden und es mitunter schwerer haben, ernst genommen zu werden. So wird von der weiblichen Assistentin erwartet, dass sie Kaffee kocht, Mittagessen bestellt, aufräumt, etc. während sich die männlichen Kollegen in einer ähnlichen Position, um andere Dinge kümmern. 

Vor der Fliegerei hatte ich tatsächlich einen sehr ähnlichen Job in der Filmbranche. Selbstverständlich nicht in solch einem unangenehmen Arbeitsumfeld und schon gar nicht mit so einem Chef. Das ist aber nicht der Grund, warum ich mich in Jane so gut reinversetzen konnte. Die Regisseurin beschreibt Janes Arbeitsalltag und ihre verfahrene Situation vermutlich für alle Zuschauer verständlich. „The Assistant“ ist ein still beobachtender Film, der ganz fokussiert bei der titelgebenden Assistentin bleibt. Es ist ein Film über systematischen sexuellen Missbrauch, ohne dass man den Täter oder den direkten Missbrauch zu sehen bekommt. 

Wir erleben einen Tag im Leben der Assistentin, die erst fünf Wochen in dem Unternehmen arbeitet. Wir sehen, wie sie morgens – noch vor Sonnenaufgang – als Erste das Büro betritt, die Beleuchtung hochfährt, dann ihre Arbeit verrichtet, sich mit ihren männlichen Kollegen und der eifersüchtigen Frau des Filmproduzenten auseinandersetzen muss. Sie ist noch nicht Teil dieser Gemeinschaft auf Arbeit und wird entsprechend zwangsläufig zur Beobachterin. Langsam kann sie sich einen Reim auf ihre Beobachtungen machen. Selbst ist sie kein Opfer, es gibt mutmaßliche Opfer, aber niemanden, der sich beklagt. Jane wurde nicht mal Zeugin sexueller Übergriffe ihres Chefs und doch spürt sie, dass der Hollywood-Produzent seine Macht wahrscheinlich schon seit Jahren ausnutzt. 

Die äußerst begabte Julia Garner (We Are What We Are, Grandma, TV-Serie „Ozark“) trägt diesen Film allein und man versteht zu jeder Zeit was in ihr vorgeht. 

„The Assistant“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 31.01.20 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in den Vereinigten Staaten in 82 Kinos landesweit. Der Film wird auf der Berlinale 2020, in der Sektion Panorama gezeigt. Bislang ist noch kein regulärer Kinostart für Deutschland bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich die Tage


Trailer v. Film: „Greed„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Michael Winterbottoms neuer Film mit Steve Coogan und Isla Fisher 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon


Trailer v. Film: „The Burnt Orange Heresy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: italienisch/amerikanisches/r Drama/Thriller mit Claes Bang, Elizabeth Debicki und Donald Sutherland. Auch spielt Mick Jagger mit, den ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen habe.  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon 


Trailer v. Film: „Never Rarely Sometimes Always„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Sundance-Film, den ich mir auf der Berlinale anschaue

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Roads Not Taken„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sally Potters neuer Film mit Javier Bardem und Elle Fanning. Auch diesen Film gucke ich auf der Berlinale

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Berlin – Film: The Gentlemen“

Ich war am 28.01.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Gentlemen“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   113 min  crime, action 

dir. Guy Ritchie  cast: Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Henry Golding, Michelle Dockery, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell, Hugh Grant

 

Der Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat sich in London über die Jahre ein millionenschweres Mariihuana-Imperium aufgebaut. Vom kleinen Dealer hat er es in die britische Upper Class geschafft. Nun will er sich zur Ruhe setzen und endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen. In dem exzentrischen Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) hat Mickey vielleicht auch schon einen Käufer für sein Imperium gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Gentlemen“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Guy Ritchie („Lock, Stock and Two Smoking Barrels“, „Snatch“, RocknRolla). Auch das Drehbuch hat Guy Ritchie geschrieben. 

„The Gentlemen“ ist zwar nicht der erste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, es ist aber offiziell mein erster Film aus Jahr 2020 und es fühlt richtig sich gut an, wenn das neue Filmjahr gleich mit einem Werk beginnt, das mir gefällt. 

Nach Sherlock Holmes: Game of Shadows hatte ich Guy Ritchie quasi abgeschrieben. Jedenfalls habe ich mir seither nie wieder einen Film von ihm angeschaut. Der Trailer zu „The Gentlemen“ erinnerte mich dann aber an die Arbeiten, mit denen er sich seinerzeit einen Namen gemacht hat. Und tatsächlich, der Film ist ein stylischer und origineller, kurzweiliger Spass nach guter alter, britischer Gangster-Genre-Manier. Die Geschichte ist komplex, sprachwitzige Dialoge, hervorragende Schauspieler (darunter Jeremy Strong aus der TV-Serie „Succession“, die wunderbaren Michelle Dockery aus der mittlerweile leider abgesetzten TV-Serie „Good Behavior und ein blendend aufgelegter Hugh Grant) und dann gibt es sogar noch ein paar Höhepunkte in Form von dem von Colin Farrell gespielten „Coach“ und seinen „Toddlers“, die Erwähnung von einem meiner Lieblingsfilme („The Conversation“) und einer recht gelungenen Miramax/Harvey Weinstein-Anspielung.

Der Film wird in den Vereinigten Staaten dafür kritisiert, dass er rassistische Beleidigungen enthält. Wie glauben denn diese Leute, dass sich Gangster unter- und übereinander unterhalten? Dieses ständige Politisch-Korrekt-Sein-Wollen hat mittlerweile anstrengende Formen angenommen.

„The Gentlemen“ ist bereits am 1.1.20 in den britischen Kinos gestartet. In den Vereinigten Staaten wird der Film seit dem 24.1.20 in 2,165 Kinos landesweit gezeigt. In Deutschland ist der Film ab dem 27.02.20 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in der OmU gesehen. 

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Just Mercy“

Ich war am 18.01.20 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Just Mercy“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   136 min.  drama, biopic, adaptation 

dir. Destin Daniel Cretton  cast: Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Rob Morgan, Tim Blake Nelson, Rafe Spall, Brie Larson 

 

Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) hat sein Harvard-Studium abgeschlossen. Als junger Anwalt geht er nach Alabama, um für eine Organisation zu arbeiten, die unschuldig im Gefängnis sitzende Menschen verteidigt. Bald wird er mit dem Fall des Todeskandidaten Walter McMillian (Jamie Foxx) konfrontiert…

 

C (Wertung von A bis F) „Just Mercy“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Bryan Stevensons Memoiren „Just Mercy: A Story of Justice and Redemption“. Der Film erzählt von dem Anwalt Bryan Stevenson, der in einem Aufsehen erregenden Gerichtsprozess versuchte, den zum Tode verurteilten Walter McMillian  freizubekommen. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Autorenfilmers Destin Daniel Cretton (Short Term 12, The Glass Castle). 

Viele Worte möchte ich gar nicht über den Film verlieren.„Just Mercy“ ist ein recht traditionelles Todeskandidaten-Drama, dass ich in dieser, bzw. In einer leicht abgewandelter Form schon einige Male gesehen habe. Eine solche Geschichte muss berühren, hat sie mich aber nicht. Nichts macht diesen Film besonders, entsprechend ist es auch kein Wunder, dass er bei den letzten Oscars keine Rolle gespielt hat.

Ursprünglich war „just Mercy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Michael B. Jordan), Bester Nebendarsteller (Jamie Foxx) 

„Just Mercy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 25.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 10.01.20 läuft der Film landesweit in 2,457 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film ab dem 27.02.20 im Kino zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sonic the Hedgehog„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Live-action Film mit Jim Carrey, sieht ganz lustig aus

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Woman in the Window„

Bewertung des Trailers: F

Kommentar:  Ich verstehe nicht, wie man solch einen Trailer zulassen kann. Unglaublich. Ansonsten sieht Joe Wrights neuer Film aber interessant aus. Thriller mit Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore, Tracy Letts, Anthony Mackie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „I Still Believe„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar:  religiöser Liebesschnulz 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Lovebirds„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Action-RomCom mit Kumail Nanjiani 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Tenet„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Christopher Nolans neuer Film mit John David Washington. Naja. Mein Sitznachbar gab während des Trailers von sich: „What the hell“. Und als das Startdatum eingeblendet wurde: „I don´t think so“. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 

Oscar-Gewinner 2020

PARASIIIIIIIIIIIIIIIIITE

In Los Angeles hat es am Tag der 92. Oscar-Verleihung (09.02.20) mal wieder geregnet. L.A. bei schlechtem Wetter ist für mich einer der weltweit hässlichsten Städte. Ich war dieses Jahr aber – wie gewünscht – wieder in Deutschland. Habe mir die Red Carpet Show über YouTube (und zeitgleich auf Pro7, da aber – wie üblich – nur superkurze Momente mit Ton, Steven Gätjen und Annemarie Carpendale sind wirklich nur in sehr, sehr, sehr geringen Dosen sprechend zu ertragen) angeschaut. Auch noch habe ich mir Multitasking-mäßig auf einem anderen Laptop die einzelnen Roben der Damen im Internet etwas genauer angeschaut. 

Bei der Live-Show habe ich dann mitgeschrieben, Gewinner, Gedanken usw. hier: 

Die diesjährige Oscar-Show hat die Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe  mit einer Gesangs- und Tanzeinlage eröffnet. Gefolgt von den beiden ehemaligen Oscar-Gastgebern Steve Martin und Chris Rock, die sich dann kurz über die Stars, Filme und die Academy lustig gemacht haben. Gerade als ich gedacht habe, dass es doch schön wäre, wenn die beiden durch den gesamten Abend führen würden, kündigten sie aber die erste Präsentatorin an: Regina King, Vorjahres-Siegerin für den Oscar für die Beste Nebenrolle. 

Der erste Oscar geht, absolut erwartbar, an Brad Pitt für seine Performance in „Once Upon a Time in Hollywood“ (er hält eine okaye Rede, dankt zum Schluss sogar seinen Kindern, aber kein Vergleich zu seinen bisherigen, witzigen Dankesreden, insbesondere bei den SAG Awards). 

Nach der Werbung haben wir die Präsentatorin Beanie Feldstein, die die Präsentatorin Mindy Kaling ankündigt. Seltsam, reicht nicht ein Präsentator? Jedenfalls ist Mindy Kaling da, um den den Oscar für den Besten Animationsfilm und den besten animierten Kurzfilm zu überreichen. Der 2. Oscar geht an „Toy Story 4“. (Ich dachte er geht an Annie-Awards und BAFTA-Sieger „Klaus“), der 3. Oscar geht an „Hair Love“ (richtig geraten)

Josh Gad, den ich eigentlich nicht sonderlich mag, kündigt Idina Menzel an, die einen der für den Oscar nominierten Songs „Into the Unknown“ (von „Frozen 2“) vorträgt. Schreckliches, weißes 1980er Jahre-Puffärmel-Kleid, begleitet wird sie von anderen Sängerinnen, die in ihrer Muttersprache „Into the Unknown“ singen. Nette Idee, ich brauche aber dieses ganze Gesinge nicht.

Diane Keaton und Keanu Reeves (die in der wunderbaren RomCom „Something´s Gotta Give“ zusammenspielten) überreichen den Oscar für das Beste Originaldrehbuch, jetzt wird’s spannend. Der 4. Oscar geht an…Daumen drücken… „Parasite“ bekommt von allen vorgestellten Filmen den größten Applaus: und tatsächlich Bong Joon Ho gewinnt. Erster Oscar für „Parasite“ (richtig geraten). 

Timothée Chalamet und Natalie Portman sind die Präsentatoren für den 5. Oscar, Bestes Adaptiertes Drehbuch: Geht an „Jojo Rabbit“ (richtig geraten). Ich mag Taika Waititi so gerne. 

Shia LaBeouf mit seinem Co-Star Zack Gottsagen (aus „Peanut Butter Falcon“) präsentieren den 6. Oscar: Bester Live Action Short Film, der geht an „The Neighbors Window“ (richtig geraten).

Jetzt kommen Kristen Wiig und, die für mich unerträgliche, Maya Rudolph in einem grausig-rötlichem Glitzerzelt und einer nicht gerade schmeichelnden Frise. Sie vergeben der 7. Oscar für das Beste Szenenbild: „Once Upon a Time in Hollywood“ gewinnt (richtig geraten). Auch sind sie Präsentatoren für den 8. Oscar: Bestes Kostümdesign: „Little Women“ (richtig geraten). 

Jetzt kommt wieder Gesinge, dieses Mal von Chrissy Metz. Das Kleid steht ihr um Längen besser, als das rote Mega-Laken, dass sie auf dem roten Teppich trug. Sie singt den Song von Dianne Warren, die an diesem Abend zum 11. Mal für den Oscar nominiert ist. 

Jetzt kommt die Kategorie Beste Dokumentation. Mark Ruffalo überreicht den 9. Oscar: „American Factory“ (richtig geraten). Schade, dass die Obamas nicht da sind. Julia Reichert hält eine gute Rede, jeder sollte sich „American Factory“ auf Netflix angucken. Mark Ruffalo ist auch der Präsentator für den 10. Oscar, die besten Kurzfilmdokumentationen: Es gewinnt „Learning to Skateboard in a Warzone (if You are a Girl)“. (Und auch das habe ich richtig geraten). Ich mag das, dass die Animationsfilme (Spielfilm/Kurzfilm) und Dokumentationen (Doku/Kurzfilmdoku) zusammengefasst werden.

Der Vorjahres-Sieger Mahershala Ali überreicht den 11. Oscar. Die Gewinnerin in der Kategorie Beste Nebendarstellerin ist: Laura Dern („Marriage Story“). Etwas habe ich schon gezittert. Sie war auch ganz schön aufgeregt, hat ihrer Mama Diane Ladd (von der sie begleitet wurde) und ihrem Papa Bruce Dern gedankt. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, dann wird Laura Dern Präsidentin von A.M.P.A.S. Im letzten Jahr war sie ja bereits kurz davor. (Achso, richtig geraten). 

Im Moment ist Werbung und ich habe gerade ein gutes Gefühl für „Parasite“ als Gewinnerfilm. 

Der „Hamilton“-Star Anthony Ramos, der in dem Musical „In the Heights“ demnächst die Hauptrolle spielt, kündigt Multitalent Lin-Manuel Miranda an. Der wiederum stellt die Kategorie Bester Song vor. Gefällt mir, die Montage der ganzen Filmsongs, ohh ich liebe „Lose Yourself“, was zum Schluss eingeblendet wird und dann.…Ist der aus der Form geratene Typ mit Vollbart und Basecap, der auf einmal auf der Bühne singt, Eminem? Er klingt jedenfalls so. Idina Menzels skeptischer Blick könnte meiner gewesen sein. Seltsame Performance, aber – nach wie vor – einer meiner Lieblingssongs. Wow, es gibt Standing Ovations: es ist Eminem. 

Salma Hayek und Oscar Isaac sind die Präsentatoren für die Sound-Kategorien. Der 12. Oscar, in der Kategorie Tonschnitt, geht an: „Ford v Ferrari“ (Mist, ich hatte mich in letzter Minute umentschieden und habe „1917“ genommen), gleich hinterher, der 13. Oscar, geht sicherlich jetzt auch an „Ford v Ferrari“. Nein, Bester Ton geht an „1917“ (richtig geraten) 

Jetzt singt Randy Newman seinen „Toy Story 4“-Song.

Wer ist dieser Typ, der da rappt? Er hat sich selbst vorgestellt, kannte ich nicht, rappte aber recht amüsant. Er stellt Will Ferrell und Julia Louis Dreyfus vor. Die sind die Präsentatoren für Roger Deakins, bzw. Beste Kamera. Der 14. Oscar geht – und das war hundertprozentig – an Roger Deakins. Riesenapplaus. Wohlverdient. (richtig geraten). Sie sind ebenso die Präsentatoren für die Kategorie Bester Schnitt. Lass es „Parasite“ sein… Daumen drücken… Der 15. Oscar geht an „Ford v Ferrari“, den Film mit den meisten Cuts, naja (ich hatte „Parasite“ geraten, damit hat mein Kumpel unsere Wette gewonnen) 

Der neue Academy-Präsident David Rubin kündigt den charmanten Tom Hanks an. Er teilt mit, dass das Academy-Museum nun endlich am 14.12.2020 eröffnet. Eigentlich wollte ich das Museum schon lange besichtigt haben. Die Eröffnung wurde immer wieder verschoben… das kommt mir als Berliner gar nicht bekannt vor. 

Apropos Berlin, als nächstes die Berlinerin Zazie Beetz. Die Schauspielerin spielte neben Joaquin Phoenix in „Joker“. Sie kündigt ganz souverän den nächsten Musik-Act an, schon cool die Zazie Beetz. Cynthia Erivo singt, auch so ein Multitalent. Könnte heute zur jüngsten EGOT-Gewinnerin gekürt werden. Sie hat bereits einen Emmy, einen Tony und einen Grammy – nur der Oscar fehlt noch. Der Song ist ganz gut, singen kann die eh. Ich sehe sie gerade in der TV-Serie „The Outsider“. Für ihre Performance gibt es Standing Ovations. 

Rebel Wilson und James Corden als „schlechte Cats“ verkleidet (na wenigstens können sie über sich selbst lachen). Keiner weiß besser, gute Visuelle Effekte zu schätzen. Haha. Der 16. Oscar – Beste Visuelle Effekte – geht an „1917“. (Ich hatte getippt, dass dieser Oscar an Marvel geht)

Ray Romano und Sandra Oh sind für die Kategorie Best Makeup und Hairstyling zuständig. Der 17. Oscar geht an „Bombshell“ (war auch ziemlich klar, habe ich richtig geraten). Kazu Hiro widmet den Oscar besonders Charlize Theron, sie ist auch Mit-Produzentin von dem Film.

Sie zeigen gerade einen deutschen Trailer von „A Beautiful Day in the Neighborhood“. Die Stimme passt Null zu Tom Hanks und erst recht nicht zu Mr. Rogers. Synchros zerstören wirklich alles. 

Penelope Cruz stellt Best International Feature vor. Seltsames Kleid, dass sie trägt, naja, eigentlich stört mich nur diese blöde weiße Blume im Dekolleté. Der 18. Oscar geht natürlich an Südkorea („Parasite“, logischerweise richtig geraten) 

Jetzt kommt wieder ein Musik-Act, dieses Mal: Elton John. Jetzt fehlt wohl nur noch Billie Eilish. Mir ist das mal wieder viel zu viel Gesinge. 

Taika Waititi verkündet die ganzen Ehrenoscars dieses Jahr und stellt zugleich Brie Larson, Gal Gadot und Sigourney Weaver vor. Drei tolle Frauen. Sie weisen darauf hin, dass dieses Jahr zum ersten Mal in der 92-jährigen Oscar-Geschichte eine Dirigentin durch den Abend führt. Alle Scores werden angespielt. Der 19. Oscar geht an die isländische Komponistin Hildur Guðnadóttir für „Joker“ (richtig geraten, sie hat auch alles gewonnen, dieses Jahr). Sehr süße Preisträgerin. Der 20. Oscar in der Kategorie Bester Song geht an Sir Elton John und Bernie Taupin für „Rocketman“ (auch das war mit dem Golden Globe-Gewinn klar, als die beiden gesagt haben, sie haben noch nie etwas zusammen gewonnen – richtig geraten) 

Sollte die Oscar-Verleihung nicht eigentlich unter 3 Stunden bleiben? Es sind jetzt bereits schon 2 Stunden und 49 Minuten vergangen. 

Spike Lee ist der Presenter für die Kategorie Beste Regie und damit natürlich für Sam Mendes…. Nein, der Oscar geht an Bong Joon Ho. Der 21. Oscar des Abends geht an „Parasite“. Yeah. Dies ist der dritte Oscar für „Parasite“. Oh, jetzt wird es spannend in der Königskategorie. Bong Joon Ho ist ein absoluter Sympathieträger. Standing Ovation bekommt er, logisch. In seiner Rede zitiert er Scorsese und erzählt, wie sehr ihn als junger Filmemacher Martin Scorsese inspiriert hat. Jetzt bekommt „Marty“ Standing Ovations, schöner Moment. Und er erwähnt Quentin Tarantino, dafür, dass er – als er in den USA noch unbekannt war – seine Filme auf die Liste seiner Lieblingsfilme gesetzt hat. 

Steven Spielberg kündigt das In Memoriam an, Billie Eilish singt dazu den Beatles-Klassiker „Yesterday“ singt. Traurig. 

Olivia Colman kommt natürlich, um den Oscar für den Bester Hauptdarsteller zu überreichen. Der 22. Oscar – und jetzt heißt es nochmal Daumen drücken – geht an:  Joaquin Phoenix („Joker“) ❤️ Er gibt zu, dass es schwer ist, mit ihm zu arbeiten aber hält – wie bereits bei seinen anderen Dankesreden in der Oscar-Saison wieder mal eine sehr politische Rede. Er ist sehr authentisch, bestimmt ein sehr komplizierter Mensch, aber er nutzt die Bühne, um sich für andere einzusetzen. Das finde ich toll.

Rami Malek als Nächster, na gut,  der 23. Oscar geht an Renée Zellweger („Judy“). Langweilig. 

Der 24. und damit letzte Oscar des Abends wird von der zweimaligen Oscar-Gewinnerin Jane Fonda überreicht. Sie bekommt Standing Ovations. Na mal abwarten, was der gewinnende Film bekommt. PARASIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIITE. YES. Ich liebe es, wenn man Zeuge eines ganz besonderen Moments wird. Der erste nicht-englischsprachige Film hat den Oscar gewonnen. Danke A.M.P.A.S. Das ist auch ein Zeichen für die neue, diversere, internationalere Academy. Mich entschädigt es gleichzeitig für alles, was sie mir mit den Oscar-Nominierungen und Oscar-Gewinnen im letzten Jahr angetan haben. 

„Parasite“ hat damit 4 Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Bester Internationaler Film) gewonnen.

„1917“ hat 2 Oscars gewonnen, genauso wie „Once Upon a Time in Hollywood“ (2), „Joker“ (2), „Ford v Ferrari“ (2), „Jojo Rabbit“, „Little Women“ und „Marriage Story“ haben jeweils einen Oscar gewonnen, der einzige für den Oscar nominierte Film, der komplett leer ausgegangen ist, ist „The Irishman“. Wie Martin Scorseses Film „Gangs of New York“, der war seinerzeit auch für zehn Oscars nominiert und hat keinen einzigen gewonnen. 

Netflix hatte bei den Oscar-Nominierungen mit 24, die meisten Nominierungen eines Studios eingefahren, gewonnen hat Netflix aber nur einen Oscar für „American Factory“ und einen für „Marriage Story“.

Alle Oscar-Gewinner 2020

Best Picture: Parasite (Kwai Sin Ae and Bong Joon Ho, Producers) 

Best Director: Bong Joon Ho (Parasite)

Best Actor: Joaquin Phoenix (Joker)

Best Actress: Renée Zellweger (Judy)

Best Supporting Actor: Brad Pitt (Once Upon at Time in Hollywood) 

Best Supporting Actress: Laura Dern (Marriage Story)

Best Writing (Original Screenplay): Parasite (Screenplay by Bong Joon Ho und Han Jin Won; Story by Bong Joon Ho)

Best Writing (Adapted Screenplay): Jojo Rabbit (Written by Taika Waititi) 

Best Animated Feature: Toy Story 4 

Best Production Design: Barbara Ling (Once Upon a Time in Hollywood) 

Best Cinematography: Roger Deakins (1917) 

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Little Women)

Best Film Editing: Michael McCusker and Andrew Buckland (Ford v Ferrari) 

Best Makeup and Hairstyling: Kazu Hiro, Anne Morgan and Vivian Baker (Bombshell) 

Best Sound Mixing: Mark Taylor and Stuart Wilson (1917) 

Best Sound Editing: Donald Sylvester (Ford v Ferrari) 

Best Visual Effects: Guillaume Rocheron, Greg Butler, Dominic Tuohy (1917)

Best Music (Original Score): Hildur Guonadóttir (Joker)

Best Music (Original Song): “I´m Gonna Love Me Again“ (Rocketman) – Music by Elton John, Lyric by Bernie Taupin 

Best International Feature Film: Südkorea (Parasite)

Best Documentary Feature: „American Factory“ (Steven Bognar, Julia Reichert, Jeff Reichert)  

Best Short Film (Live Action): „The Neighbors´Window“ (Marshall Curry) 

Best Short Film (Animated): „Hair Love“ (Matthew A. Cherry and Karen Rupert Toliver)

Best Documentary (Short Subject): „Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl) Carol Dysinger and Elena Andreicheva 

 

Der Überraschungssieger Bong Joon Ho mit einer sehr sympathische, tollen Rede:

Richtig geraten habe ich 19 Kategorien, mein Kumpel aber 21 und damit hat er die Wette gewonnen. Glückwunsch. 

 

Die Mode – The Best:

Laura Dern (Georgio Armani) 

Caitriona Balfe (Valentino) 

Julia Louis-Dreyfus (Vera Wang) 

Taika Waititi (Dior) 

Charlize Theron (Dior Haute Couture) 

Die Mode – The Worst

Maya Rudolph (Valentino) 

Sandra Oh (Elie Saab)

Rooney Mara (Custom Alexander McQueen) 

Saoirse Ronan (Custom Gucci) 

Penelope Cruz (Chanel)

Florence Pugh (Louis Vuitton) 

Timothée Chalamet (Prada) 

Chrissy Metz (besonders dieses Rote-Teppich-Gewand, aber gut, was soll sie machen)

Oscar-Gewinner 2020, meine Wette

Zeit, meine kleine, persönliche Oscar-Wette zu veröffentlichen. 

Die Oscar-Saison 2019/2020 ist so unfassbar kurz, dass einige Academy-Mitglieder zugegeben haben, nicht alle nominierten Filme gesehen zu haben. Das könnte dem einen oder anderen Film helfen. Im nächsten Jahr haben sie wieder drei Wochen länger Zeit, die Verleihung findet dann – wie üblich – Ende Februar statt. 

Die Oscar-Verleihung beginnt Sonntag, den 09.02.20 um 17.00 Uhr (lokale Zeit in Los Angeles) und geplant ist es, dass sie nicht länger als 3 Stunden andauert. 

Auch für mich war die Oscar-Saison zu kurz, dieses Jahr habe ich es beispielsweise nicht geschafft, mir die Kurzfilme anzuschauen.

Vor ein paar Tagen mit meiner finalen Analyse zu dem Oscar-Gewinnerfilm 2020 war ich noch zwischen „Parasite“ und „Jojo Rabbit“ hin- und hergerissen. Irgendwo bin ich es immer noch, wobei ich seit meiner November-Prognose eigentlich zu „Parasite“ tendiere. „1917“ hat (ähnlich wie „La La Land“) die meisten Preise innerhalb der Filmindustrie gewonnen und wird von den meisten Oscar-Experten auch als Gewinner-Film gesehen. Der Preis des Besten Films des Jahres bei den Academy Awards wird aber anders als die anderen 23 Kategorien bestimmt wird und daher gibt es seit ein paar Jahren immer wieder Überraschungen am Ende der Oscar-Verleihung. 

So oder so wird Oscar-Geschichte geschrieben. Wenn „1917“ den Best Picture-Oscar gewinnt, dann ist das erst der 12. Film in der Oscar-Geschichte, der ohne eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt gewinnt. (davor „Birdman“, „Ordinary People“, „Annie Hall“, „The Godfather Part II“, „A Man for All Seasons“, „Tom Jones“, „Marty“, „Hamlet“, „The Life of Emile Zola“ und „It Happened One Night“ – und der Film mit dem Sonderstatus: „Grand Hotel“) Mit Ausnahme von „Grand Hotel“ hatten diese zehn Filme aber immer eine Oscar-Nominierung in mind. einer Schauspiel-Kategorie erhalten (meist sogar einen Schauspiel-Oscar gewonnen). Der Oscar-Gewinnerfilm von 1932 „Grand Hotel“ hat in allen Statistiken einen Sonderstatus. Der Film hatte einzig eine Oscar-Nominierung für den Besten Film und die Kategorie auch noch für sich entscheiden können. Jedenfalls wäre „1917“ der erste Film seit dem Jahr 1932, der den Oscar als Bester Film gewinnt, ohne in den Kategorien Schauspiel und Schnitt nominiert worden zu sein. 

Wenn „Parasite“ gewinnt, wäre es der erste nicht-englischsprachige Film, der den Oscar als bester Film gewinnt. Wenn „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „Jojo Rabbit“ gewinnt, dann ohne größere Preise innerhalb der Filmindustrie zuvor gewonnen zu haben.

Es wird spannend, insbesondere, wenn während des Abends die Oscars für die besten Drehbücher überreicht werden. Wenn „Parasite“ hier gewinnt (oder noch früher am Abend bei der Kategorie Bestes Szenenbild/Production Design), wird wahrscheinlich „Parasite“ auch den Besten Film gewinnen. Wenn das Beste Originaldrehbuch an Tarantino geht, ist es noch offen, „Once Upon a Time in Hollywood“ könnte dann sogar den Oscar für den Besten Film gewinnen. Sollte „1917“ das Beste Originaldrehbuch gewinnen, wovon eigentlich nicht auszugehen ist, gewinnt „1917“ Beste Regie und Bester Film. Sollte hier „Knives Out“ gewinnen, wäre das verdient, aber völlig überraschend und bringt einen hinsichtlich des Ausgangs des wichtigsten Preises des Abends gar nicht weiter. Wenn „Jojo Rabbit“ das beste adaptierte Drehbuch gewinnt, besteht die Möglichkeit, dass er auch Bester Film gewinnt.

Der Oscar für den Besten Internationalen Film (wie er seit diesem Jahr richtig heißt) geht immer an das Land. Wenn „Parasite“ gewinnt, ist das der Oscar für Südkorea. Bong Joon Ho wird ihn sehr wahrscheinlich entgegennehmen, aber es ist nicht „sein“ Oscar. Wird Bong Joon Ho, der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von „Parasite“ ist, einen „eigenen“ Oscar am Abend gewinnen? Meinem Gefühl und meiner persönlichen Wette nach ja. 

„Parasite“ gewinnt, nach meiner Rechnung, 4 Oscars (inkl. Bester Film und Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und natürlich Bester Internationaler Film). „1917“ gewinnt auch vier Oscars (inkl. Beste Regie und natürlich Roger Deakins), hier habe ich mich tatsächlich in letzter Minute, um meine Logik aufrecht erhalten zu können, in den Sound-Kategorien umentschieden, eigentlich hatte ich „Ford v Ferrari“ in beiden Sound-Kategorien, aber zwei Oscars waren mir für „1917“ zu wenig. „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Joker“ gewinnen 2 Oscars. „Jojo Rabbit“, „Little Women“, „Marriage Story“ gewinnen jeweils 1 Oscar. Die Oscarnominierten Filme „The Irishman“ und „Ford v Ferrari“ gehen, nach meiner Rechnung, leer aus. Damit fühle ich mich ganz schlecht und hoffe insbesondere bei „The Irishman“ dass Thelma Schoonmaker gewinnt.  

Seit ungefähr zehn Jahren wette ich mit meinem Kumpel, dieses Jahr haben wir nur zwei unterschiedliche Kategorien. Das gab es, vermutlich, noch nie.

 

Oscar-Gewinner 2020 – meine Wette:

Best Picture: Parasite (Kwai Sin Ae and Bong Joon Ho, Producers) 

Best Director: Sam Mendes (1917)

Best Actor: Joaquin Phoenix (Joker)

Best Actress: Renée Zellweger (Judy)

Best Supporting Actor: Brad Pitt (Once Upon at Time in Hollywood) 

Best Supporting Actress: Laura Dern (Marriage Story)

Best Writing (Original Screenplay): Parasite (Screenplay by Bong Joon Ho und Han Jin Won; Story by Bong Joon Ho)

Best Writing (Adapted Screenplay): Jojo Rabbit (Written by Taika Waititi) 

Best Animated Feature: Klaus mein Kumpel: Toy Story 4

Best Production Design: Barbara Ling (Once Upon a Time in Hollywood) 

Best Cinematography: Roger Deakins (1917) 

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Little Women)

Best Film Editing: Yang Jinmo (Parasite) mein Kumpel: Ford v Ferrari

Best Makeup and Hairstyling: Kazu Hiro, Anne Morgan and Vivian Baker (Bombshell) 

Best Sound Mixing: Mark Taylor and Stuart Wilson (1917) 

Best Sound Editing: Oliver Tarney and Rachael Tate (1917) 

Best Visual Effects: Dan DeLeeuw, Russell Earl, Matt Aitken and Dan Sudick (Avengers: Endgame)

Best Music (Original Score): Hildur Guonadóttir (Joker)

Best Music (Original Song): “I´m Gonna Love Me Again“ (Rocketman) – Music by Elton John, Lyric by Bernie Taupin 

Best International Feature Film: Südkorea (Parasite)

Best Documentary Feature: „American Factory“ (Steven Bognar, Julia Reichert, Jeff Reichert)  

Best Short Film (Live Action): „The Neighbors´Window (Marshall Curry) 

Best Short Film (Animated): „Hair Love“ (Matthew A. Cherry and Karen Rupert Toliver)

Best Documentary (Short Subject): „Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl) Carol Dysinger and Elena Andreicheva 

 

Sehr amüsant auch dieses Jahr die Honest Trailers der neun nominierten Filme:

 

 

Die Nominierungen für die Goldene Himbeere, den Anti-Oscar, werden normalerweise immer vor den Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Aber denen war die Oscar-Saison auch zu kurz, daher haben sie erst heute ihre Nominierungen für die Goldene Himbeere 2020 bekannt gegeben. 

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

Cats

The Fanatic 

The Haunting of Sharon Tate

A Medea Family Funeral 

Rambo: Last Blood

Worst Director:

Fred Durst (The Fanatic)

James Franco (Zeroville) 

Adrian Grunberg (Rambo: Last Blood) 

Tom Hooper (Cats) 

Neil Marshall (Hellboy) 

Worst Actress:

Hilary Duff (The Haunting of Sharon Tate) 

Anne Hathaway (The Hustle, Serenity)

Francesca Hayward (Cats) 

Tyler Perry (A Medea Family Funeral)

Rebel Wilson (The Hustle)

Worst Actor:

James Franco (Zeroville) 

David Harbour (Hellboy) 

Matthew McConaughey (Serenity)

Sylvester Stallone (Rambo: Last Blood) 

John Travolta (The Fanatic, Trading Point)

Worst Supporting Actress:

Jessica Chastain (Dark Phoenix) 

Cassi Davis (A Madea Family Funeral)

Judi Dench (Cats) 

Fenessa Pineda (Rambo: Last Blood) 

Rebel Wilson (Cats) 

Worst Supporting Actor:

James Corden (Cats)

Tyler Perry (A Madea Family Funeral as „Joe“)

Tyler Perry (A Madea Family Funeral as „Uncle Heathrow“)

Seth Rogen (Zeroville) 

Bruce Willis (Glass) 

„Serenity“, den einzigen Film, den ich gesehen habe, hätte eigentlich als Worst Picture nominiert werden müssen. Da war aber scheinbar die Konkurrenz zu groß. Meine Stimme haben die Performances von Matthew McConaughey und Anne Hathaway. Ansonsten ein Stück weit vorhersehbar, besonders mit „Cats“ und ein paar der üblichen Verdächtigen: Tyler Perry, John Travolta, Sylvester Stallone.

Oscar-Gewinnerfilm 2020, meine finale Analyse

Die Academy-Mitglieder haben ihre Stimmen abgegeben, jetzt wird nur noch ausgezählt, vielleicht stehen die Gewinner sogar schon fest. Nächsten Sonntag (09.02.20) ist die Oscar-Verleihung. Unglaublich, wie schnell diese extrem kurze Oscar-Saison vorbeigeht. 

Dieses Jahr wurden erstmalig in der 92-jährigen Oscar-Geschichte vier Filme mit 10 oder mehr Oscar-Nominierungen bedacht. Den Gewinnerfilm vorherzusagen ist durch das Wahlsystem, das den besten Film bestimmt, seit ein paar Jahren sehr schwer geworden. Dieses Jahr war „Joker“ mit 11 Oscar-Nominierungen der große Abräumer bei den Nominierungen, dicht gefolgt von „Once Upon a Time in Hollywood“, „The Irishman“ und „1917“ mit jeweils 10 Oscar-Nominierungen. Es kann, wie bei „The Shape of Water,“ der am meisten nominierte Film gewinnen, dafür sollte der Film aber im Vorfeld wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie gewonnen haben oder wenigstens dafür nominiert worden sein. „Joker“ hat – mit Ausnahme von Joaquin Phoenix – nichts, was für den Oscar als bester Film wichtig wäre, gewonnen, „The Irishman“, was ich persönlich sehr schade finde, war auch für viele Preise innerhalb der Filmindustrie nominiert, hat aber auch nichts Wesentliches gewonnen. Das betrifft auch „Little Women“, „Ford v Ferrari“ und „Marriage Story“, jeder dieser Filme könnte einen oder auch ein paar mehr Oscars gewinnen, spielt aber sehr wahrscheinlich bei dem großen Preis (Bester Film) keine Rolle.  

Offiziell ist es wohl ein „1917“/„Parasite“-Oscar-Rennen dieses Jahr, mit einer Außenseiterchance für „Once Upon a Time in Hollywood“. Ich schwanke jedoch im Moment zwischen „Parasite“ und Jojo Rabbit“ als Gewinner-Film. Mal gucken, ob ich das verständlich erklären kann. 

Der Oscar-Gewinn in 23 Kategorien wird durch eine Mehrheitsentscheidung bestimmt. Die einzige Kategorie die anders entschieden wird, ist: Bester Film.

Das sogenannte Preferential Ballot System wurde im Jahr 2009 mit, zu der Zeit 10 Filmen, die für den Oscar nominiert werden konnten, wieder eingeführt. Schauen wir uns mal die Oscar-Gewinner-Filme seit Einführung des Ranking-Systems an: 

Im Jahr 2019 hat „Green Book“ gewonnen (5 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars)

Im Jahr 2018 hat „The Shape of Water“ gewonnen (13 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2017 hat „Moonlight“ gewonnen (8 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2016 hat „Spotlight“ gewonnen (6 Oscar-Nominierungen = 2 Oscars) 

Im Jahr 2015 hat „Birdman“ gewonnen (8 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2014 hat „12 Years a Slave“ gewonnen (9 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2013 hat „Argo“ gewonnen (7 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2012 hat „The Artist“ gewonnen (10 Oscar-Nominierungen = 5 Oscars) 

Im Jahr 2011 hat „The King´s Speech“ gewonnen (12 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2010 hat „The Hurt Locker“ gewonnen (9 Oscar-Nominierungen = 6 Oscars) 

Für die diesjährigen Oscars finde ich zwei Oscar-Jahrgänge besonders interessant. Zum einen das „La La Land“/„Moonlight“-Jahr und zum anderen das „The Revenant“/„Mad Max: Fury Road“/„Spotlight“-Jahr. „La La Land“ war bei den 89th Academy Awards im Jahr 2017 der am meisten nominierte Film. 14 Oscar-Nominierungen (6 Oscars), „Moonlight“ hatte 8 Oscar-Nominierungen und hat 3 Oscars, inkl. Best Picture gewonnen. Im Vorfeld hatte „La La Land“ den Golden Globe, den PGA, den DGA, ACE und den BAFTA gewonnen. Der Film war nicht für den höchsten Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble Award) nominiert. „Moonlight“ war für alle wichtigen Preise nominiert (PGA, DGA, ACE, BAFTA und SAG). Gewonnen hat „Moonlight“ neben vielen Filmkritikerpreisen, den Golden Globe, den Preis der Gewerkschaft der Autoren (WGA) und dann den Oscar als bester Film. Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel, Drehbuch und Schnitt sind für den Oscar-Gewinn Bester Film am meisten relevant, „La La Land“ und „Moonlight“ hatten Oscar-Nominierungen in allen drei Kategorien. „The Revenant“ hatte in seinem Jahr 12 Oscar-Nominierungen und hat drei Oscars (Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Beste Kamera) gewonnen, „Mad Max:Fury Road“ wurde für 10 Oscars nominiert und hat in dem Jahr die meisten, 6, gewonnen. „Spotlight“ hatte „nur“ 6 Oscar-Nominierungen, den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble Award) und den Preis der Gewerkschaft der Autoren (WGA) gewonnen (wie dieses Jahr „Parasite“) und wurde dann mit dem Oscar für den Besten Film mit nur einem weiteren Oscar (Bestes Originaldrehbuch) ausgezeichnet. „Spotlight“ hatte Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel, Drehbuch und Schnitt. „The Revenant“ hatte Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel und Schnitt – aber nicht Drehbuch. „Mad Max: Fury Road“ hatte eine Oscar-Nominierungen in der Kategorie Schnitt, aber nicht in den Kategorien Schauspiel und Drehbuch. 

Nun zu diesem Jahr, für mich gibt es nur vier Filme, die den Oscar als Bester Film gewinnen können: 

„1917“ hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie und einer für das beste Originaldrehbuch – dafür hat der Film aber weder eine Schauspiel-Nominierung, noch eine in der Kategorie Bester Schnitt). Der Film hat den Golden Globe, den Gewerkschaftspreis der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA) und den BAFTA gewonnen. Genau wie „La La Land“ seinerzeit, Nominiert wurde er außerdem von der Gewerkschaft der Autoren. Der Film hat aber keine Nominierung der Gewerkschaft der Cutter (ACE) und vielleicht noch wichtiger, den großen Preis der Schauspieler (SAG Ensemble). Nun könnte man argumentieren, dass dieser „One-Shot-Film“ auch in einer (bzw. zwei Einstellung (en) erzählt wurde. Das war der Oscar-Gewinner-Film „Birdman“ auch, der hatte keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt und war erst der 10. Film in der Oscar-Geschichte, der ohne diese wichtige Nominierung den Oscar als Bester Film gewann. „Birdman“ wurde aber wenigstens von der Gewerkschaft der Cutter für den ACE nominiert. Auch könnte man argumentieren, dass „1917“, der letzte Film war, der in dieser Filmpreis-Saison gezeigt wurde. Vielleicht war es da bereits für eine SAG-Nominierung zu spät. Das ist die große Frage.„1917“ hat – ähnlich wie „La La Land“ alle großen Preise gewonnen, die es vor den Oscars  zu gewinnen gibt und doch zögere ich, dass dies der Oscar-Gewinnerfilm von 2020 ist. „1917“ könnte neben Bester Film auch Beste Regie, Beste Kamera und andere technische Oscars gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: „1917“ ist der Favorit auf dem Papier,  der Film hat fast alles gewonnen, was es gibt.“1917“ ist „großes Kino“ Jeder mag oder wenigstens respektiert den Film. Es war sehr wahrscheinlich der letzte Film, den die Academy-Mitglieder gesehen haben, wie seinerzeit „Million Dollar Baby“ – der Film ist noch sehr präsent. Der Film hat mit dem PGA bereits ein Preferential Voting System  für sich entscheiden können. 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Dasselbe Argument, „1917“ ist der Favorit auf den großen Oscar-Gewinn, das war „La La Land“ seinerzeit auch. Der Film wird vielleicht mehr als Regieleistung angesehen wie „Roma“, „The Revenant“, „Gravity“ usw. Keine Oscar-Nominierung in den Kategorien Schauspiel und Schnitt. 

 

 

„Parasite“ hat 6 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie und eine in der Kategorie Drehbuch und Schnitt, dafür aber keine Schauspiel-Nominierung). Der Film hat den Gewerkschaftspreis der Cutter (ACE, Drama), der Autoren (WGA, Original Screenplay), der Production Designer (ADG) und – vor allen Dingen – den großen Preis der amerikanischen Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble) gewonnen. Außerdem hat der Film den BAFTA (Original Screenplay) gewonnen. Der Film war außerdem für den großen Preis der Produzentengewerkschaft (PGA) den Preis der Regiegewerkschaft (DGA) und den BAFTA (Best Film) nominiert. Ich hatte mir die Verleihung der SAG Awards live im TV angeschaut. Alle nominierten Filme werden (wie bei den Oscars) während der Verleihung vorgestellt.  Als „Parasite“ vorgestellt wurde, hat der Saal getobt. Schauspieler bilden die größte Gruppe innerhalb der Academy. Manchmal muss man auf solche „Kleinigkeiten“ achten. Nun gewinnt der südkoreanische Film „Parasite“ sehr wahrscheinlich mit Bester Internationaler Film bereits eine der Top Kategorien bei den Oscars. Noch nie hat ein nicht-englischsprachiger Film den Oscar gewonnen, schafft es dieses Jahr „Parasite“? Er hat eigentlich alle Voraussetzungen. „Parasite“ könnte neben Bester Film, Bester Internationaler Film, aber auch Bester Schnitt und Bestes Originaldrehbuch gewinnen. Er ist auch noch für das Beste Szenenbild und Beste Regie nominiert, auch das könnte „Parasite“ gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Der Film wird als bester Film des Jahres gefeiert, nicht nur Filmkritiker und Schauspieler lieben den Film. Der Film trifft den Zeitgeist. „Parasite“ hat eine Oscar-Nominierung in den Kategorien Drehbuch und Schnitt 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: nicht-englischsprachiger Film, der Film hat eine eigene Top-Kategorie, die er sicher gewinnt. Es hat noch nie ein nicht-englischsprachiger Film den Oscar als bester Film gewonnen. Es gibt keine englischsprachige Synchronisation, der Film wird im Original mit Untertiteln gesehen. Nicht jeder mag untertitelte Filme. Vielleicht wird aber auch generell nicht jeder den Film verstanden haben. Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Schauspiel

 

 

„Jojo Rabbit“ hat 6 Oscar-Nominierung (inkl. Bester Film und eine in der Kategorie Schauspiel, Drehbuch und Schnitt). Der Film hat den Gewerkschaftspreis der Cutter (ACE, Comedy), der Autoren (WGA, Adapted Screenplay), der Kostümbildner und den BAFTA (Adapted Screenplay), sowie den Publikiumspreis auf dem Toronto International Film Festival (wie spätere Oscar-Gewinner-Filme „Green Book“, „12 Years a Slave“ und „The King´s Speech“) gewonnen. Der Film war für den großen Preis der Schauspielgewerkschaft nominiert (SAG  Ensemble), den Preis der Produzentengewerkschaft (PGA) und den Preis der Regiegewerkschaft (DGA) nominiert. Dafür war er nicht für den BAFTA (Bester Film) nominiert. „Jojo Rabbit“ ist der einzige dieser, von mir gelisteten vier Filme, der in den wichtigsten Kategorien (Schauspiel, Drehbuch und Schnitt) für den Oscar nominiert wurde. Der Film gewinnt Preise innerhalb der Filmindustrie und doch wird er nicht wirklich als Gewinnerfilm bei den Oscars gesehen. Er könnte als Überraschungssieger hervorgehen. „Jojo Rabbit“ könnte neben Bester Film auch das Beste adaptierte Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild und SPOILER Beste Nebendarstellerin (Scarlett Johansson) gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Publikumsliebling auf dem TFF. Film endet mit einem Happy End. Im letzten Jahr war der Gewinnerfilm „Green Book“ – der einzige Film, der 8 für den Oscar nominierten Filme, der ein Happy End hatte. Es ist ein rührender, warmherziger Film. Der Film hat eine Oscar-Nominierung in den Kategorien Schauspiel, Schnitt und Drehbuch und damit als einziger dieser vier Filme. 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Nicht jeder mag den Film, ich habe gehört, dass sich einige angegriffen fühlen – aber das hatten wir letztes Jahr auch mit „Green Book“. „Jojo Rabbit“  hätte vielleicht mehr im Vorfeld gewinnen müssen

 

 

„Once Upon a Time in Hollywood“ hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie, zwei Schauspielkategorien und Bestes Originaldrehbuch). Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt. Der Film hat den Golden Globe und den Gewerkschaftspreis der Production Designer (ADG) in seiner Kategorie gewonnen. „Hollywood“ hat wichtige Nominierungen der Gewerkschaftsverbände der Schauspieler (SAG Ensemble), der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA), der Cutter (ACE) und eine BAFTA-Nominierung (Best Film) erhalten. Wie bereits bei allen anderen Tarantino-Filmen, konnte Tarantino nicht für den WGA nominiert werden, er ist kein Gewerkschaftsmitglied der Autoren. Daher ist es auch schwer vorherzusagen, ob er oder Bong Joon-ho für „Parasite“ den Oscar für das Originaldrehbuch gewinnt. Zusammenfassend hat der Film mit Ausnahme von Brad Pitt – nichts Wichtiges für den Oscar-Gewinn Bester Film gewonnen. Brad Pitt wird den Oscar gewinnen, das ist sicher (schon allein durch seine eloquenten und witzigen Dankesreden, die er bei den letzten Verleihungen gehalten hat). Also, „Once Upon a Time in Hollywood“ gewinnt Bester Nebendarsteller und könnte neben Bester Film, auch möglicherweise Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Der Film feiert Hollywood. Jeder wird den Film gesehen haben, der eine oder andere wird sich in der Geschichte wiederfinden, viele Academy-Mitglieder haben sogar in der Zeit in Hollywood gelebt. Der Film gilt als Außenseiter auf den Oscar-Gewinn. Der Film hat Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel und Drehbuch

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Der Film hätte viel mehr gewinnen müssen als er hat. Warum hat die Gewerkschaft der Schauspieler diesen Film nicht mit ihrem großen Preis ausgezeichnet? Es ist ein Film über Schauspieler, jeder kann sich in den alternden Schauspieler (den Leo porträtiert) reinversetzen. Sie haben sich aber für den südkoreanischen Film „Parasite“ entschieden. Warum haben die Produzenten (die ebenfalls mit dem Preferential Voting System ihren Gewinnerfilm bestimmen) ihn nicht zu ihrem besten Film erklärt? Hier hat „1917“ gewonnen. Warum wurde Quentin Tarantino von der Regiegewerkschaft nicht mit einem DGA ausgezeichnet? Keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Schnitt. 

 

Wenn ein Film in der ersten Runde der Auszählung bereits über 50% aller Stimmen der Academy- Mitglieder hat, haben wir den Gewinnerfilm. Hat das „1917“ oder „Parasite“ oder vielleicht, der mit 10 Oscar-Nominierungen bedachte „Once Upon a Time in Hollywood“ geschafft? Ich bin mir da etwas unschlüssig. Vermutlich ging es in weitere Runden der Auszählung. 

Wenn man bloss in die Köpfe der Academy-Mitglieder gucken könnte. Was hat derjenige, der beispielsweise „Ford v Ferrari“ oder „Joker“ als seinen Lieblingsfilm auf Platz 1 setzt, auf Platz 2, 3 oder 4 stehen? 

Durch das Preferential Voting Systems in weiteren Wahlrunden könnten „1917“, „Parasite“, „Once Upon a Time in Hollywood“, aber auch Jojo Rabbit“ als Sieger hervorgehen. 

Man sagt, dass in Zeiten des Preferential Voting Systems der Film gewinnt auf den man sich am ehesten einigen kann. Das wären für mich „Parasite“, „Jojo Rabbit“ und mit, ich sagte es bereits,  einer Außenseiterchance „Once Upon a Time in Hollywood“ 

Zu den Schauspielern: 

Alle vier Favoriten-Schauspieler (Joaquin Phoenix, Renée Zellweger, Brad Pitt und Laura Dern) haben den Golden Globe, den Critics´ Choice Award, den Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Award) und den BAFTA gewonnen. Man geht davon aus, dass alle Vier auch den Oscar gewinnen. Es könnte aber auch eine Überraschung geben. Nun ist „Jojo Rabbit“ sehr beliebt, könnte gar am Ende des Abends als Gewinnerfilm hervorgehen. Ein Film gewinnt immer mindestens einen weiteren Oscar, das könnte das adaptierte Drehbuch oder /und ein Schauspiel-Oscar sein. Scarlett Johansson hat eine Doppel-Nominierung (eine als beste Hauptdarstellerin in „Marriage Story“ und als Beste Nebendarstellerin in „Jojo Rabbit“). 

Nachdem der Wahlprozess bei den Oscars abgeschlossen ist, werden jedes Jahr Academy-Mitglieder befragt, was sie in den einzelnen Kategorien gewählt haben. Das lese ich recht gerne, aber gleichzeitig verwirrt es mich auch komplett und dann neige ich dazu – anhand der wenigen Meinungen – meine zu dem Ausgang bei den Oscars zu ändern. 

Ich werde mir noch ein paar Tage Gedanken machen, meine persönliche Wette für alle 24 Kategorien – wie jedes Jahr – veröffentlichen. Wie ich anfangs sagte, ich glaube, dass „Parasite“ oder „Jojo Rabbit“ den großen Preis gewinnt. Egal wie die Oscars ausgehen, in jedem Fall besteht dieses Jahr nicht die Gefahr, dass ein schlechter Film den Oscar gewinnt. 

Selbst viele Academy-Mitglieder verstehen das Preferential Ballot System nicht wirklich. Hier noch mal eine Erklärung (mit einem besseren Ausgang als den tatsächlichen im letzten Jahr): 

 

San Francisco – Film: „Little Women“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Women“ (dt. Kinostart: 30.01.20)   135 min   drama, remake, adaptation 

dir. Greta Gerwig  cast: Saoirse Ronan, Florence Pugh, Emma Watson, Eliza Scanlen, Timothée Chalamet, Laura Dern, Chris Cooper, Meryl Streep, Tracy Letts, Bob Odenkirk  

 

Im Jahr 1861 in Concord, Massachusetts . Der Vater der vier March-Schwestern Meg (Emma Watson), Jo (Saoirse Ronan), Beth (Eliza Scanlen) und Amy (Florence Pugh) kämpft im Bürgerkrieg, die Mädchen und ihre Mutter Marmee (Laura Dern) sind in dieser schwierigen Zeit auf sich allein gestellt. Die eigenwillige Jo möchte Schriftstellerin werden und auch ihre jüngste Schwester Amy hat künstlerische Ambitionen. Amy ist aber auch eifersüchtig auf Jo und ihre Beziehung zu dem Nachbarjungen Laurie (Timothée Chalamet), der bei seinem wohlhabenden Großvater (Chris Cooper) aufwächst… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Little Women“ basiert auf Louisa May Alcotts autobiografisch geprägtem, gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1868. Es ist die x-te Verfilmung dieses Romans. Nach Lady Bird Ist dies der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin (Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein Regie führt. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben. 

Für ihren zweiten Film hat sich Greta Geriwig nun ein Remake, die Neuverfilmung eines Jugendroman-Klassikers ausgesucht. Es ist ihre, etwas modernere Version von „Little Women“. Ein Kostümfilm mit Starbesetzung, wobei die Inszenierung außergewöhnlich schön anzusehen ist, leider war mir die Erzählstruktur zu verwirrend. Es gibt zwei große Handlungsstränge im Film. Der Film beginnt mit der zweiten, blickt dann in die, sieben Jahre zurückliegende Vergangenheit. Vielleicht hätte es mir geholfen, wenn man andere, jüngere Schauspielerinnen für die frühere Zeitebene genommen hätte. Die Geschichte springt hier ständig von der einen Handlungsebene zu der anderen und das fand ich etwas anstrengend. Im Buch sind Meg, Jo, Beth und Amy 16, 15, 13 und 12 Jahre alt. Auch wenn die Protagonisten in Greta Gerwigs Version vielleicht etwas älter sein sollen (das genaue Alter erfährt man nicht), das Teenager-Alter habe ich Emma Watson, Saoirse Ronan, Eliza Scanlen und Florence Pugh nicht abgenommen und einen großen optischen Unterschied bei dem einen oder anderen, dann älteren Charakter habe ich auch nicht gesehen. 

Der Film ist handwerklich toll, schauspielerisch gut (Saoirse Ronan, Florence Pugh, Timothée Chalamet, Laura Dern), manchmal besonders gut (Chris Cooper und in einer Nebenrolle eine herrlich böse Meryl Streep), aber ich empfand Gerwig Werk auch endlos lang, was ich auf das teils diffuse Drehbuch zurückführe. 

„Little Women“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Florence Pugh), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Beste Filmmusik Update: „Little Women“ hat einen Oscar (Bestes Kostümdesign) gewonnen.

„Little Women“ ist am 25.12.19 in 3,308 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film am 30.01.20 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The SpongeBob Movie: Sponge on the Run„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Live-Action-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Peter Rabbit 2: The Runaway„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: LiveAction-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Ghostbusters: Afterlife„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film und direkte Fortsetzung der „Ghostbusters“-Filme aus den 1980er Jahren, die Papa Reitman inszenierte

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

San Francisco – Film: „1917“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„1917“ (dt. Kinostart: 16.01.20)  119 min   drama

dir. Sam Mendes  cast: George MacKay, Dean-Charles Chapman, Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Richard Madden, Andrew Scott 

 

Der Zweite Weltkrieg am 06.04.1917. Die zwei britischen Soldaten Schofield (George McKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) sind in Nordfrankreich stationiert. Von ihrem Vorgesetzten (Colin Firth) erhalten sie den Auftrag, eine wichtige Nachricht an ein anderes Bataillon zu überbringen. Mit der Nachricht soll verhindert werden, dass die andere Einheit in eine deutsche Falle tappt, das könnte mehr als 1,600 britischen Soldaten, darunter Blakes Bruder, das Leben kosten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „1917“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Sam Mendes („American Beauty“, Revolutionary Road, Away We Go, Skyfall ). Sam Mendes hat diesen Film, der eine fiktive Geschichte erzählt, seinem Großvater Alfred Mendes, einem Veteran des Ersten Weltkrieges, gewidmet. 

Es ist jetzt schon mehr zwei Wochen her, dass ich „1917“ gesehen habe, der Film ist mir aber noch sehr präsent. Es gibt einen klar erkennbaren Schnitt, ansonsten wird die Handlung in einer einzigen Einstellung erzählt. Durch die beeindruckende Kameraführung, das authentische Szenenbild und den Sound lebt man als Zuschauer die gefährliche, eintägigen Mission der beiden, auf sich allein gestellten Soldaten mit. Auch wenn man quasi nichts über die beiden Protagonisten (oder auch dem Ersten Weltkrieg im Ganzen) erfährt, bekommt man einen guten Eindruck von dem erschütternden Kriegswirrwarr. Handwerklich ist der Film natürlich fantastisch, sogar die Filmmusik ist perfekt abgestimmt. „1917“ ist Kino – großes Kino – ein Film, für den es sich lohnt, ins selbige zu gehen. Wer solche Filmen inszenieren kann, gehört auch für den Oscar nominiert. 

Etwas abgelenkt war ich von den Kurzauftritten einiger bekannter Gesichter (Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Richard Madden), in meinen Augen völlig unnötig, sie für diese Mini-Rolle zu besetzen, aber so lässt sich ein Film natürlich besser vermarkten.  

„1917“ war der letzte Film im Jahr 2019, der der Presse und Filmindustrie gezeigt wurde. Das hat dem Film aber nicht geschadet, er wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes Make-up und beste Frisuren) Update: „1917“ hat 3 Oscars (Beste Kamera, Bester Ton, Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„1917“ ist am 25.12.19 in elf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 10.1.20 ist der Film dann landesweit in den Vereinigten Staaten zu sehen. In Deutschland startet der Film morgen, am 16.01.20.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Thriller/Horrorfilm. Trailer verrät scheinbar wieder gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Invisible Man„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Thriller/Horrorfilm mit Elisabeth Moss. Trailer verrät scheinbar auch hier den gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B (Redband-Trailer) 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

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Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Oscar-Nominierungen 2020 und meine Meinung

Heute, am 13.01.20, um 5.18 Uhr (zweiter Teil um 5.30 Uhr) lokale Zeit in Los Angeles hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (A.M.P.A.S.) die Nominierungen für die 92nd Academy Awards bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von den Schauspielern/Autoren/Produzenten John Cho und Issa Rae. Obwohl ich nicht viele Überraschungen erwartet habe, fand ich die Live-Oscar-Nominierungen – wie immer – recht aufregend.

Zunächst aber kurz zu den gestrigen Critics´Choice Awards.

Gestern, am 12.01.20, wurden die Critics´ Choice Awards verliehen. Zu den Gewinnern zählte Joaquin Phoenix („Joker“), Renée Zellweger („Judy“), Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) und Laura Dern („Marriage Story“), die Auszeichnung für die beste Regie teilten sich Sam Mendes (für „1917“) und Bong Joon-ho (für „Parasite“) und die Kategorie Bester Film gewann „Once Upon a Time in Hollywood“. „The Irishman“ gewann den Preis für das beste Ensemble. Etwas, ja fast ängstlich, habe ich mir die Dankesrede von Joaquin Phoenix angehört. Die Critics´ Choice Awards waren, nach den Golden Globes, die zweite im TV live übertragene Show und seine Rede bei den Globes war schließlich nicht das, was A.M.P.A.S. in ihrer eigenen Show unbedingt sehen und hören will. Bei den Critics´ Choice Awards hat er sich aber zusammengerissen, kurz gehalten, nicht geflucht, Mama gedankt, usw., so kann es weiter gehen und dann klappt’s auch mit dem Oscar. Auf der TV-Seite hat die Critics Choice Association (CCA) vieles richtig gemacht, vor allen Dingen, dass sie meine Lieblingsserie „Succession“ und Hauptdarsteller Jeremy Strong ausgezeichnet haben. 

Die Critics Choice Association sind zwar Filmkritiker und keine Filmschaffenden, aber irgendwie lässt sich jetzt langsam eine Tendenz erkennen und die richtet sich (ein Jahr nach „Roma“) erneut gegen Netflix. Netflix hat dieses Jahr mit Martin Scorseses „The Irishman“ einen Oscar-Kaliber-Film an der Hand, wenn das Streaming-Portal mit diesem (Meister-)Werk keinen Oscar als Bester Film gewinnen kann, kann Netflix es jemals? Eine ähnliche Frage stellt sich bei dem nicht-englischsprachigen Film „Parasite“. Wenn „Parasite“, der sowohl bei Kritikern als auch bei Filmschaffenden beliebte Film nicht den Oscar als Bester Film gewinnen kann, kann es irgendein nicht-englischsprachiger Film jemals? 

So, zu den eigentlichen Oscar-Nominierungen. 

„Joker“ hat etwas überraschend, aber durchaus erfreulich, die meisten Oscar-Nominierungen (11) erhalten. „The Irishman“, „Once Upon a Time in Hollywood“ und „1917“ haben jeweils 10 Oscar-Nominierungen bekommen. „Jojo Rabbit“, „Little Women“, „Marriage Story“ und „Parasite“ gehen mit jeweils 6 Oscar-Nominierungen ins Rennen. 

„Joker“ ist mit den meisten Nominierungen damit aber keinesfalls der Favorit auf den größten Preis (Oscar für den Besten Film). Dafür ist der Film zu kontrovers. Jetzt beginnen aber damit auch die Hass-Kampagnen. 

Netflix hat drei ihrer vier Prestige-Filme („The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“, „Dolomite is My Name“) bei den Oscars unterbringen können. Letzterer wurde nicht nominiert, dafür hat es Netflix aber geschafft, dass 2 Animationsfilme („Klaus“ und „I Lost My Body“) und den ersten, von dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und seiner Frau produzierten Film, die Doku „American Factory“ für den Oscar nominiert wurden.  Ich fand „American Factory“ extrem schockierend aber, gerade in unserer Zeit, unbedingt sehenswert. Insgesamt hat Netflix mit 24 Oscar-Nominierung die meisten eines Studios (Netflix zählt seit dem Jahr 2019 zu einem der Major Hollywood Studios) in diesem Jahr. Im letzten Jahr hatten sie mit „Roma“ erstmalig eine Oscar-Nominierung als Besten Film erhalten, dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“ und „Marriage Story“ gleich zwei Filme, die neben vielen anderen Nominierungen auch eine Oscar-Nominierung als Bester Film ergattern konnten. Disney kam dieses Jahr auf 23 Oscar-Nominierungen (u.a. für die Filme „Jojo Rabbit“ und „Ford v Ferrari“).

Besonders gefreut hat mich die Oscar-Nominierung für die Beste Kamera für einen meiner Lieblingsfilme „The Lighthouse“. Zwei Nicht-Nominierungen haben mich ebenfalls gefreut: J.Lo („Hustlers“ und Awkwafina („The Farewell“). Nicht, dass ich es beiden Damen nicht gegönnt hätte, aber andere waren einfach besser. 

Etwas traurig bin ich über die Nicht-Nominierung von Taron Egerton („Rocketman“). Nach seinem Golden Globe-Gewinn hatten die Academy-Mitglieder (genauer die Schauspieler) noch genau zwei Tage Zeit zu wählen, wahrscheinlich hatten da aber bereits die meisten ihren Stimmzettel abgegeben. Da können wir uns bei der Academy, die diese Oscar-Saison so kurz gestaltet, bedanken.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Filmjahr 2019 im Gespräch waren oder tatsächlich eine Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Her Smell, Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, HustlersThe Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves„, „Dolomite is My Name“, „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale, The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women Update: Just Mercy

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture of the Year:

  1. Parasite
  2. Once Upon a Time in Hollywood
  3. 1917
  4. The Irishman
  5. Jojo Rabbit 
  6. Marriage Story
  7. Joker
  8. Little Women
  9. Ford v Ferrari 

Meine Meinung: In meiner gestrigen Prognose bin ich von 9 nominierten Film ausgegangen. Es wurden 9 Filme nominiert und ich habe auch alle gesehen. Ich hatte auf „Knives Out“ anstelle von „Little Women“ getippt. „Little Women“ hatte aber auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Produzenten und der Autoren, ist also keine riesige Überraschung. Ansonsten hatte ich alle richtig getippt.

Mein Wunsch: The Irishman oder Joker  

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Once Upon a Time in Hollywood oder Parasite 

Der Unsicherheitsfaktor: 1917, Joker wäre natürlich mega 

 

Achievement in Directing:

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Todd Philipps (Joker) 

Meine Meinung: Die ersten vier galten als sicher. Ich hatte auf den DGA-nominierten Taika Waititi (für „Jojo Rabbit“) anstelle von dem jetzt nominierten Todd Phillips getippt. Wundert mich auch etwas, aber gut, damit kann ich sehr gut leben. Hier gab es – nicht wie im letzten Jahr (mit Pawel Pawlikowski für „Cold War“) – eine komplette Überraschung. Ich kenne alle Regie-Arbeiten.  

Mein Wunsch: Martin Scorsese 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Bong Joon-ho oder Sam Mendes 

Der Unsicherheitsfaktor: Quentin Tarantino, weil er zwar mit dieser Nominierung schon drei Mal für den Regie-Oscar nominiert war, aber ihn noch nie gewann. Er hat dafür aber zwei Drehbuch-Oscars gewonnen. 

 

Performance by an actress in a leading role:

  • Renée Zellweger „Judy“
  • Saoirse Ronan „Little Women“
  • Charlize Theron „Bombshell“
  • Scarlett Johansson „Marriage Story“
  • Cynthia Erivo „Harriet“

Meine Meinung: Hier habe ich Renée Zellweger, Charlize Theron, Cynthia Erivo und Scarlett Johansson richtig getippt. Ich hatte auf Lupita Nyong´o („Us“) gehofft, sie haben aber Saoirse Ronan nominiert. Das ist jetzt auch keine Super-Überraschung. Das ist ihre vierte Oscar-Nominierung. Scarlett Johansson hat mit einem Schlag gleich zwei Oscar-Nominierungen erhalten. (Hier beste Hauptrolle für „Marriage Story und beste Nebenrolle für„Jojo Rabbit“). Ich bin nur froh, dass Awkwafina („The Farewell“) nicht nominiert wurde. Mit Ausnahme von Cynthia Erivos (bisher hatte ich keine Lust auf dieses Sklavendrama) kenne ich alle Performances. 

Mein Wunsch: Charlize Theron 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Renée Zellweger 

Der Unsicherheitsfaktor: gucken wir mal auf das letzte Jahr, Glenn Close galt relativ sicher (wobei ich das letzte Jahr an dieser Stelle  Olivia Colman setzte). Also vielleicht Scarlett Johansson? Mal gucken, wie die Saison weiter verläuft. Renée scheint alles zu gewinnen, was es gibt.  

 

Performance by an actor in a leading role:

  • Joaquin Phoenix „Joker“
  • Leonardo DiCaprio „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Adam Driver „Marriage Story“
  • Antonio Banderas „Pain & Glory“ 
  • Jonathan Pryce „The Two Popes“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern bereits geschrieben, wie üblich gibt es in dieser Kategorie zu viele Bewerber und nur 5 Nominierungen. Ich hatte auf Taron Egerton („Rocketman“) und Christian Bale („Ford v Ferrari“) gehofft und getippt, anstelle dieser beiden haben es nun Antonio Banderas (Pain & Glory“) und Jonathan Pryce („The Two Popes“) geschafft.  Ich finde es, ehrlich gesagt, wirklich eine Schande, dass Taron Egerton nicht nominiert wurde. Vor allen Dingen im Vergleich zum letzten Jahr und der Nominierung und dem Oscar für Rami Malek („Bohemian Rhapsody“). Hier kenne ich auch alle Performances

Mein Wunsch: Joaquin Phoenix  

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Es entscheidet sich zwischen Adam Driver und Joaquin Phoenix. Beide machen keine Oscar-Kampagne und hassen das ganze Preisverleihungsgedöns. Man wird sehen, Jonathan Pryce führt eine Oscar-Kampagne, die ihm wahrscheinlich schon zu seiner ersten Oscar-Nominierung verholfen hat. 

Der Unsicherheitsfaktor: Ich hoffe inständig keiner und Joaquin Phoenix erhält mit seiner 4. Oscar-Nominierung auch den wohlverdienten Oscar.

 

Performance by an actress in a supporting role:

  • Laura Dern „Marriage Story“
  • Margot Robbie „Bombshell“ 
  • Kathy Bates „Richard Jewell“
  • Scarlett Johansson „Jojo Rabbit“
  • Florence Pugh „Little Women“ 

Meine Meinung: Dankenswerterweise kann ich sehr schnell schreiben, aber ich habe während der ganzen Nominierungen gar nicht so schnell realisiert, dass J. Lo (für „Hustlers“) nicht nominiert wurde. Danke dafür A.M.P.A.S. keine Awkwafina und keine J.Lo. (Yeah). Kathy Bates hat es viel mehr verdient, für diese Performance für den Oscar nominiert zu werden. Ich hatte hier aber trotzdem auf J.Lo getippt, ansonsten habe ich alle richtig geraten. Wie bereits erwähnt Scarlett Johansson fährt auf einen Schlag gleich ihre erste und zweite Oscar-Nominierung ein. Hier kenne auch alle Performances. 

Mein Wunsch: Laura Dern 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Laura Dern 

Der Unsicherheitsfaktor: keiner (okay, zurück zum letzten Jahr mit Glenn Close und so, vielleicht die doppel-nominierte Scarlett Johansson?)

 

Performance by an actor in a supporting role:

  • Brad Pitt „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Joe Pesci „The Irishman“
  • Tom Hanks „A Beautiful Day in the Neighborhood“
  • Al Pacino „The Irishman“ 
  • Anthony Hopkins „The Two Popes“

Meine Meinung: Ich hatte in meiner Prognose gestern gedacht, dass Song Kang-ho („Parasite“) und Sam Rockwell („Jojo Rabbit“) nominiert werden. Sie haben sich aber für Al Pacino („The Irishman“) und auch für Anthony Hopkins („The Two Popes“) entschieden. Beide Nominierungen sind auch sehr verdient. Ja, Tom Hanks hat es nach über 19 Jahren endlich wieder geschafft, für den den Oscar nominiert zu werden. Gratulation und auch diese Nominierung ist gerechtfertigt. Ich kenne alle Filme, fand alle Performances gut, manche sogar einen Tick besser (Al Pacino, Anthony Hopkins). Schade, dass Sam Rockwell für „Richard Jewell“ nicht reinrutschte, aber gut, mit den Nominierungen kann man leben. 

Mein Wunsch: Al Pacino 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Brad Pitt (für Lebenswerk und solide Performance, erster Schauspiel-Oscar und so) 

Der Unsicherheitsfaktor: keiner (Stopp, Glenn Close, letztes Jahr, gibt immer einen Zweitplatzierten, der womöglich den eigentlich sicheren Oscar wegschnappt. Brad Pitt führt keine Kampagne, vielleicht doch einer der Irishman-Boys?) 

Hier die komplette Liste aller Nominierten:  

https://oscar.go.com/nominees

 

 

An dieser Stelle bin ich üblicherweise auf die Nominierungen für die Goldene Himbeere eingegangen. Die Oscars (Nominierungen und Verleihung) finden aber bekanntlich dieses Jahr früher statt, was die ganze Branche kirre macht. Die Razzie Organization lässt sich von den diesjährigen Terminen jedoch nicht beeindrucken und gibt ihre Nominierungen erst einen Tag vor den Oscars, am 08.02.20, bekannt. Auf dem Stimmzettel finden sich aber erwartbare Filme wie „Cats“, „Hellboy“ und „Serenity“ (den ich sogar gesehen habe und schlichtweg unerträglich fand) wieder. 

Oscar-Nominierungen 2020, meine letzte Prognose & ein paar Fakten

Morgen, Montag, den 13.01.20, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Wie jedes Jahr werde ich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen, hier ein paar Fakten und meine aktuelle Prognose zu den Filmen, den Regisseuren und den Schauspielern, die voraussichtlich nominiert werden.

Zunächst ein paar Fakten zu der Oscar-Saison 2019/2020:

Vor ein paar Tagen, am 8.1.20, wurde bekannt gegeben, dass es bei der Oscar-Verleihung am 9.2.20, und damit das zweite Jahr in Folge, keinen Gastgeber geben wird. Die Show im letzten Jahr konnte gute Einschaltquoten verzeichnen, was besonders mit den weltweit sehr erfolgreichen Filmen („Black Panther“, „A Star is Born“ und „Bohemian Raphsody“) in der Königskategorie Bester Film zutun hatte. Auch dieses Jahr sind mit Filmen, wie „Once Upon a Time in Hollywood“, „Parasite“, „Joker“, „Jojo Rabbit“ und den Netflix-Produktionen „The Irishman“ und „Marriage Story“ einige Filme am Start, die weltweit erfolgreich waren bzw. sind.

Für die 92. Academy Awards im Jahr 2020 konnten sich insgesamt 344 Filme qualifizieren. Jedes  Mitglied wählt in seinem Berufszweig (die Regisseure wählen die – für das Filmjahr 2019 – ihrer Meinung nach – besten Regisseure, Schauspieler wählen die besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.). Alle wählen zusätzlich zu ihrer eigenen Kategorie den besten Film. Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie hat, dürfen die nur die, für sie besten Filme wählen.

In der Zwischenzeit konnten wir folgende Gewinner und Nominierungen verzeichnen:

Golden Globe-Gewinner:

Bestes Drama: 1917

Beste Komödie/Musical: Once Upon a Time in Hollywood

Die Mitglieder der Gewerkschaft der Schauspieler hat mit ihren SAG/AFTRA-Nominierungen folgendes nominiert (Nach der Fusion mit AFTRA im Jahr 2012 wählen nicht nur Schauspieler, sondern auch Redakteure, Ansager und Journalisten, usw. für die Nominierungen): 

Outstanding Performance by a Cast in a Motion Picture:

  • Parasite 
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • The Irishman
  • Jojo Rabbit 
  • Bombshell 

Die BAFTA-Mitglieder, die teilweise auch Academy-Mitglieder sind, haben folgende Filme als Beste Filme des Jahres nominiert:

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman 
  • Joker

Auch wenn die Oscar-Nominierungen dieses Jahr so gut wie gar nicht von den PGA-Nominierungen beeinflusst werden konnten, die Mitglieder der amerikanischen Produzenten-Gewerkschaft sind zum größten Teil auch Academy-Mitglieder:

PGA-Nominierungen, Bester Film:

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman
  • Marriage Story
  • Joker
  • Jojo Rabbit 
  • Knives Out
  • Ford v Ferrari 
  • Little Women 

Die Mitglieder der amerikanischen Gewerkschaft der Regisseure sind zum größten Teil auch Academy-Mitglieder, sie haben folgende fünf Regisseure dieses Jahr nominiert: 

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

 

Für mich gab es bereits vor diesen ganzen Nominierungen (siehe meine November-Prognose) eine klare Top 4, mit diesen immer wiederkehrenden Nominierungen sehe ich mich bestätigt: Die Top 4-Filme für die Oscars 2020 sind: 

  • Parasite, 
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917 und 
  • The Irishman

 

Bei den Oscar-Nominierungen werden 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

Academy Award for Best Picture:

Die Top 4 der ganz sicheren Oscar-Kandidaten für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film sind: 

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman

relativ sicher erhält folgender Film eine Oscar-Nominierung als Bester Film: 

  • Jojo Rabbit (der Film hat, wie einige spätere Oscar-Gewinner-Filme, den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen und hat Nominierungen von SAG, PGA, DGA und WGA)

Damit haben wir fünf Filme, die tatsächlich auch den Oscar gewinnen können. Auf Platz 6 und 7 sehe ich folgende Filme, die sehr wahrscheinlich für den Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert werden:

  • Marriage Story 
  • Joker

Jetzt haben wir 7 Filme, vermutlich werden aber 8 oder 9 nominiert:

Bei 8 nominierten Filmen hoffe ich auf (und er hat auch die Unterstützung von den Gewerkschaften der Produzenten, der Autoren und der Cutter):

  • Knives Out

Bei 9 BP-Nominierungen meinetwegen (er hat auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Produzenten und Cutter):

  • Ford v Ferrari 

Aber es könnten auch anstelle von Ford v Ferrari (oder Knives Out) folgende Filme nominiert werden:

  • Little Women sein (schließlich hat der Film hat auch die Unterstützung der Gewerkschaften der Produzenten und der Autoren) 

oder 

  • The Farewell (der hat auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Cutter)

oder

  • Bombshell (weil er mit der SAG Ensemble-Nominierung auch die Unterstützung einiger Schauspieler hat)

 

Voraussichtlich werden 8, aber wahrscheinlich sogar 9 Filme dieses Jahr für den Oscar nominiert. Die meisten Nominierungen wird vermutlich „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „The Irishman“ erhalten.

 

Best Directing:

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

In dieser Kategorie bin ich mir eigentlich nur bei den ersten vier sicher, die Directors Guild hat Taika Waititi nominiert. Es könnte aber auch Noah Baumbach oder Greta Gerwig oder Todd Philips oder Pedro Almodóvar nominiert werden. Ich würde mich aber noch mehr über die Safdie Bros. Für „Uncut Gems“ oder halt einer meiner anderen Top Ten-Filmen „Honey Boy“ und Queen & Slim und den Regisseurinnen der beiden Filmen Alma Ha´rel und Melina Matsoukas oder Robert Eggers für „The Lighthouse“ freuen.  

Best Actress in a leading role:

  • Renée Zellweger „Judy“
  • Lupita Nyong´o „Us“
  • Charlize Theron „Bombshell“
  • Scarlett Johansson „Marriage Story“
  • Cynthia Erivo „Harriet“

Sehr wahrscheinlich wird aber Awkwafina („The Farewell“) nominiert, gerade auch mit ihrem Golden-Globe-Gewinn in den letzten Tagen der Abstimmung zu den Oscar-Nominierungen. Es könnte aber auch Saoirse Ronan („Little Women“), Ana De Armas („Knives Out“) werden.

Best Actor in a leading role: 

  • Joaquin Phoenix „Joker“
  • Leonardo DiCaprio „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Adam Driver „Marriage Story“
  • Taron Egerton „Rocketman“
  • Christian Bale „Ford v Ferrari“

Wie üblich gibt es in dieser Kategorie zu viele Bewerber und nur 5 Nominierungen. Es könnte auch Antonio Banderas (Pain & Glory“) nominiert werden, er hat die drei wichtigsten Kritikerpreise (New York, L.A. und National Society of Film Critics Awards) gewonnen. Ich habe mich aber für Taron Egerton und Christian Bale entschieden. Wenn „1917“ Stärke zeigt, könnte George MacKay reinrutschen. Sie könnten aber auch Jonathan Pryce für „The Two Popes“ oder auch Roman Griffith Davis („Jojo Rabbit“) nominieren oder Robert DeNiro („The Irishman“), Adam Sandler („Uncut Gems“), Eddie Murphy („Dolemite is My Name“), was weiß ich.

Best Actress in a supporting role:

  • Laura Dern „Marriage Story“
  • Margot Robbie „Bombshell“ 
  • Jennifer Lopez „Hustlers“
  • Scarlett Johansson „Jojo Rabbit“
  • Florence Pugh „Little Women“ 

Margot Robbie könnte aber auch genauso gut für „Once Upon a Time in Hollywood“ nominiert werden. Ihre Performance ging mir zwar auf die Nerven und ist längst nicht so gut wie ihre in „Bombshell“, aber wenn die Schauspieler „Hollywood“ lieben, nominieren sie sie hierfür. Hier könnte aber auch Nicole Kidman für „Bombshell“ oder Thomasin McKenzie für „Jojo Rabbit“, vielleicht sogar Zhao Shuzhen für „The Farewell“ oder Kathy Bates (für „Richard Jewell“) auftauchen.

Best Actor in a supporting role:

  • Brad Pitt „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Joe Pesci „The Irishman“
  • Tom Hanks „A Beautiful Day in the Neighborhood“
  • Song Kang-Ho „Parasite“
  • Sam Rockwell „Jojo Rabbit“

Ich wünschte, dass Sam Rockwell für „Richard Jewell“ reinrutscht, der Film ist aber – was Oscars angeht – wahrscheinlich tot. Ich halte aber an Sam Rockwell fest, erst im letzten Jahr wurde er für „Vice“ nominiert, seine Performances in dem Filmjahr 2019 sind nominierungswürdiger. Vielleicht fällt auch Hanks – wie in den letzten 19 Jahren (seit seiner Oscar-Nominierung für „Cast Away“) – raus. Al Pacino ist der wahrscheinlichste Kandidat für eine Nominierung (für „The Irishman“). Sie könnten aber auch Anthony Hopkins für „The Two Popes“ nominieren.

Morgen wissen wir mehr. 

San Franciso – Film: „Uncut Gems“

Ich war am 29.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Uncut Gems“ (dt. Filmtitel: „Der schwarze Diamant“, in D. wird der Film wahrscheinlich ab dem 31.01.20 auf Netflix zu sehen sein)  135 min   crime, drama 

dir. Josh Safdie, Benny Safdie  cast: Adam Sandler, Lakeith Stanfield, Idina Menzel, Judd Hirsch, Eric Bogosian, Julia Fox, Kevin Garnett, Keith Williams Richards, Mike Francesca

 

Howard Ratner (Adam Sandler) ist ein Schmuckhändler in New York. Er ist ein verheirateter Familienvater, hat eine Geliebte (Julia Fox) und ist spielsüchtig. Howard hat nicht unerhebliche Spielschulden, jetzt hat er aber einen besonderen Stein aus Äthiopien bekommen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Uncut Gems“ ist der neue Film der New Yorker Filmemacher und Brüder Josh und Benny Safdie („Daddy Longlegs“, „Heaven Knows What“, „Good Time“)

Nach einer, für den Film zunächst ungewöhnlichen Anfangssequenz, die in eine ausgefuchsten Titelsequenz übergeht landet man schließlich da, wo wir uns als Zuschauer die nächsten zwei Stunden aufhalten: in Howard Ratners völlig chaotischem Leben. Dort angekommen dachte ich für einen Moment, das halte ich nicht über zwei Stunden aus. Die unruhige Kameraführung, schnellen Schnitte, Musik, vielen Charaktere und das laute Rumgequatsche – mir war da einfach zu viel los. Man gewöhnt sich aber daran und es wird auch ruhiger. 

Der Film spielt in einer speziellen Welt, der des New Yorker Diamanten Viertels (gut, ein richtiges Viertel ist es nicht, in einem kleinen Teil der 47th Street sind, vorwiegend jüdische Geschäftsleute mit ihren Juweliergeschäften angesiedelt und bieten ihre Diamanten und ihren Schmuck an.) Die Safdie-Bros. etablieren in ihrem Film eine Reihe an Nebencharakteren, Howard Ratner ist aber unsere Orientierung in der erzählten Welt. Der New Yorker Juwelenhändler führt ein Leben auf der Überholspur. Er macht ständig Geschäfte, trifft eine dumme Entscheidung nach der anderen, dass man ihn als Zuschauer am liebsten schütteln möchte. Irgendwann hatte er sich aber mit den falschen Leuten angelegt und hat Schulden bei einem, nicht gerade zu Späßen aufgelegten Kredithai (und zugleich…kein Spoiler an der Stelle). Das bringt ihn aber nicht davon ab, weiter Geld bei Sportwetten zu setzen. Längst hat er die Kontrolle über sein Wettverhalten verloren. Er macht immer weiter, braucht den Adrenalin-Kick. Die Ehefrau ist von Howard und seinem, völlig aus dem Ruder gelaufenen Händlerleben längst nicht mehr begeistert, aber er hat ja auch seine temperamentvolle Geliebte…Howards Leben ist, ich sagte es anfangs, chaotisch. 

 Die Autoren- und Regiebrüder erzählen ihre Geschichte konsequent, haben sich dabei von niemanden reinreden lassen. „Uncut Gems“ ist aber auch eine Charakterstudie, wobei man schnell merkt, wie sehr sie ihre Hauptfigur mögen. Sie haben sie greifbar und doch nuanciert ausgearbeitet und Adam Sandler erweckt Howard zum Leben. Er hatte für seine Rolle viel recherchiert und Interviews geführt, egal wie er es geschafft hat, er überzeugt. Nicht das erste Mal  („Punch-Drunk Love“, Reign Over Me, The Meyerowitz Stories (New and Selected)) zeigt Adam Sandler dass er mehr als nur Clown sein kann. Aber auch Lakeith Stanfield, Idina Menzel, Julia Fox (in ihrer ersten Rolle), der ehemalige Basketballer und NBA-Star Kevin Garnett (der sich selbst spielt) und besonders Eric Bogosian haben sich zu recht einen Platz in diesem Film erspielt.

Besonders hat mir gefallen wie die Safdies hier immer wieder kleine Informationen streuen, die aber alle am Ende irgendwo einen handlungsrelevanten Sinn ergeben. 

„Uncut Gems“ ist ein fesselndes, witziges, intensives, aber vor allen Dingen abgefahrenes Filmereignis und einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„Uncut Gems“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Sandler), Bestes Originaldrehbuch 

„Uncut Gems“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film ist am 13.12.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.12.19 ist der Film landesweit in 2,341 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. In Deutschland wird der Film voraussichtlich nicht ins Kino kommen, der A24-Film wird bei Netflix unter dem Titel „Der schwarze Diamant“ am 31.01.20 zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B (neuer, dieses Mal Redband-Trailer) 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: B (neuer, okayer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 90% RottenTomatoes – vielleicht 


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+  (neuer Trailer) 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „The Woman in the Window„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Der Trailer verrät mir wieder zu viel, ansonsten sieht Joe Wrights neuer Film aber interessant aus. Thriller mit Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore, Tracy Letts, Anthony Mackie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Golden Globe-Gewinner 2020

Als heute Nacht die Golden Globe-Verleihung übertragen wurde, habe ich ganz entspannt geschlummert…natürlich nicht. Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren war ich dieses Jahr wieder in Deutschland. Habe mich zunächst geärgert, dass die Globes nicht für jedermann zugänglich gemacht wurden (Wer hat schon Sky oder TNT Serie?), dann wurde ich aber dann doch bei YouTube fündig, habe mir erst die Red Carpet Show angeschaut und dann musste ich natürlich doch noch wach bleiben. Die Verleihung war sehr lang und zäh, hier ein paar Anmerkungen zur Show und den Gewinnern:

Ricky Gervais war „geht-so“-aufgelegt, ihm war – wie immer – alles egal, was hat er auch zu verlieren? Ich mochte den Epstein-Gag. Tom Hanks sah immer extrem unglücklich aus, wenn Ricky Gervais sprach, Martin Scorsese (obwohl Gervais auch einen Witz auf seine Kosten machte) hat sich hingegen scheinbar amüsiert. 

Immer wieder lief ein langhaariger, seltsamer junger Typ auf der Bühne im Hintergrund rum, erst war ich irritiert, dann fiel mir ein, dass Pierce Brosnans Söhne dieses Jahr die Golden-Globe-Botschafter sind. Eigentlich ist das eine schöne Tradition, die Söhne und Töchter der Schauspieler in dieser Show vorzustellen. Später am Abend hat Laura Dern gesagt, dass sie im Alter von 14 Jahren bei der Verleihung das erste Mal da war.

Ich habe mich wie verrückt über den Golden Globe für meine derzeitige Lieblingsserie „Succession“ gefreut. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, dachte eher der geht an „The Morning Show“. Egal wie der Abend sonst verläuft, ich bin happy…naja, mal sehen, wie lange ich das durchhalte… 

Schöne Laudatio von Kate McKinnon für Ellen Degeneres, die mit dem Carol Burnett Award (for Excellence in Television) ausgezeichnet wurde. Ich liebe Ellen und die hat natürlich auch wieder eine erfrischend normale und doch witzige Dankesrede gehalten.

Der zweite Golden Globe für die TV-Serie „Succession“ ging an den Hauptdarsteller Brian Cox. Für einen weiteren Globe ist Kieran Culkin nominiert, da ärgere ich mich gleich wieder, weil die HFPA Jeremy Strong nicht nominiert hat. Wahrscheinlich haben sie die Serie gar nicht gesehen, haben nur erfahren, dass es die coolste TV-Serie im Moment ist. 

Dann hat Quentin Tarantino den Globe für das Beste Drehbuch für „Once Upon a Time in Hollywood“ gewonnen. „Missing Link“ kurz darauf für den Besten Animationsfilm – Freut mich für Laika.

Was – in aller Welt – hat eigentlich Gwyneth Paltrow an? 

Wenigstens gewinnt nicht J.Lo den Globe, das ist wohl das Ende ihrer Oscar-Reise. Laura Dern ist auf dem besten Weg mit dem (Karriere-) Oscar ausgezeichnet zu werden.

Olivia Colman gewinnt, kenne ihre Performance nicht in der TV-Serie „The Crown“, sie ist aber sicher phänomenal, weil sie es einfach immer ist. 

Sehr souveräne Laudatio von der bildschönen, unfassbar talentierten Charlize Theron für Tom Hanks, der den Cecil B. DeMille Award, den Globe für das Lebenswerk gewann. Natürlich hat Mr. Hanks auch eine gute Rede gehalten. Zu dem Zeitpunkt waren beinahe 2 Stunden vergangen und kaum ein Film-Award wurde vergeben und ich hatte eigentlich keine Lust mehr weiter zu gucken. Leide aber eh unter Jetlag, also weiter. 

Mit gleich dem nächsten Globe der Mega-Schocker: Sam Mendes gewinnt als Bester Regisseur für seinen Film „1917“. Man denkt ja immer weiter, Oscars und so. Gerade, wenn man sich so ausgerechnet hat, dass es sich dieses Jahr wohl zwischen Bong Joon-Ho, Martin Scorsese und Quentin Tarantino entscheiden wird, zaubert die HFPA einen Globe für Sam Mendes aus dem Hut. Mmmh. Auf der anderen Seite: Das haben 87 Auslandsjournalisten in Hollywood entschieden, andere müssen nicht folgen. 

Darüber muss ich erst mal nachdenken, dann aber erst mal etwas Erfreuliches: Michelle Williams gewinnt für ihre Performance als Gwen Verdon in dem großartigen Mehrteiler Fosse/Verdon. Sie hält eine beeindruckende Rede für die Rechte der Frauen – wenn diese grauenhafte Tiffany Haddisch bloss nicht den Moment zerstören würde.  

Jetzt (nach Laura Dern) zweiter wichtiger Richtungsweiser diesen Abend: Brad Pitt gewinnt den Globe als Bester Nebendarsteller für „Once Upon a Time in Hollywood“. Er dankt LDC, Ist schon cool, der Pitt. Er führt keine Oscar-Kampagne für sich – braucht er wohl auch nicht. 

Der nächste Globe geht wohlverdient an Taron Egerton („Rocketman“). Nein ich werde mich nicht wieder über Rami Malek und „Bohemian Rhapsody“ auslassen. 

Es war zu befürchten, dass Awkwafina (für „The Farewell“) gewinnt. 

Ricky Gervais war lange nicht draußen. Ich vermisse ihn. 

Der nächste Golden Globe (Kategorie Beste Comedy/Musical) geht an „Once Upon a Time in Hollywood“. War in dem Moment definitiv davon auszugehen, da „Hollywood“ schon für das Beste Drehbuch und Bester Nebendarsteller gewann. Tarantinos Film für mich aber immer noch keine Komödie.

JOOOOOOOAAAAAAAAQQQQQQQUUUUUIIIIIIIIIIIINNNN, ich habe so die Daumen gedrückt. Was für ein toller Typ. Hat wohl mehrmals F*** gesagt, jedenfalls wurde es bei dem NBC-Stream ausgeblendet. 

Im Anschluss gewinnt – es war zu erwarten – Renee Zellweger für „Judy“. Ihr Kleid ist umwerfend, ich kann sie trotzdem nicht leiden. Muss aber zugeben, dass ich es etwas ungerecht fand, dass sie – im Vergleich zu Joaquin Phoenix – sehr wenig Redezeit bekam.

Jetzt endlich noch mal Ricky Gervais, der hat genug, ich auch, letzte Kategorie, Bester Film/Drama: „1917“ – war in dem Moment, nachdem der Film schon Regie gewann, nicht mehr sonderlich überraschend, aber insgesamt natürlich: zu verdauender Mega-Schocker.

 

Was bedeutet das für die Oscars?

Für die beiden sieht es sehr gut aus, sah es aber schon vor den Golden Globes:

Beste Nebendarstellerin: Laura Dern („Marriage Story“) 

Bester Nebendarsteller: Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) 

 

Sie lässt sich wahrscheinlich kaum mehr aufhalten:

Beste Hauptdarstellerin: Renee Zellweger („Judy“) 

Bis vor kurzem gab es die Befürchtung, dass er vielleicht gar nicht für den Oscar nominiert wird, die ist ihm jetzt sicher, der Oscar aber noch nicht.

Bester Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix („Joker“) 

Über alles andere muss ich noch mal nachdenken. Im Moment sieht es nach einem Rennen zwischen „Parasite“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ (mit einer kleinen Chance für „1917“) aus. Für „The Irishman“ sieht es im Moment erst mal nicht so doll aus. 

Alle Golden Globe-Gewinner:

https://www.goldenglobes.com/articles/77th-golden-globe-awards-winners

Joaquin Phoenix´Dankesrede:

D. C. – Film: „Richard Jewell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Richard Jewell“  (dt. Filmtitel: „Der Fall Richard Jewell“, dt. Kinostart: 19.03.19) 131 min drama, biopic, adaptation

dir. Clint Eastwood  cast: Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde, Nina Arianda, Wayne Duvall 

 

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta findet der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell (Paul Walter Hauser), einen herrenlosen Rucksack. Er alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks und rettet dabei vermutlich vielen Menschen das Leben. Der Sprengsatz explodierte, zwei Menschen starben und über 100 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Richard Jewell wird als Held gefeiert. Kurze Zeit später bringt die Presse allerdings eine Story, bei der Richard Jewell verdächtigt wird, die Bombe selbst platziert zu haben…. 

 

B (Wertung von A bis F) „Richard Jewell“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von, sowohl Marie Brenners, im Vanity Fair Magazin veröffentlichten Artikel „American Nightmare: The Ballad of Richard Jewell“ als auch von Kent Alexander und Kevin Salwen Sachbuch „The Suspect“. Es ist der neue Film des (ehemaligen) Schauspielers und Regisseurs Clint Eastwood („Unforgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully).

Clint Eastwood ist 89 Jahre alt und führt seit dem Jahr 1971 auch Regie. Seit nunmehr fast 50 Jahren dreht er jedes Jahr Filme. Als Regisseur ist er bekannt dafür, dass er seine Filme effizient und schnell abdreht (er lässt Szenen selten wiederholen, nimmt oftmals schon den ersten Take) und er bleibt grundsätzlich in seinem (meist Low-) Budget-Rahmen. Viele Filme des ehemalige Bürgermeister von Carmel und Republikaners sind auch politisch. Bei der Masse, die er liefert, sind zweifelsfrei nicht alle seine Werke gut, sie sind aber fast immer erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse oder spielen wenigstens die Produktionskosten wieder ein. Nicht so, bei seinem neuesten Film. „Richard Jewell“ ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt.  

Clint Eastwoods neuer Film ist ein biografisches Drama. Man kennt solche Typen wie Richard Jewell, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Ein einfacher Mann, nicht sonderlich gebildet, der immer nach Aufmerksamkeit strebte und als Gesetzeshüter arbeiten wollte. Irgendwann bekommt er einen Job, bei der er eine Uniform und einen Dienstausweis tragen konnte, damit hat man ihm eine Verantwortung übertragen und er konnte eine gewisse Autorität ausstrahlen. Diese Typen gehen dann meist übereifrig ihrer Arbeit nach und tragen mitunter auch in ihrer Freizeit voller Stolz ihre Uniform, sie sind quasi immer im Dienst. So ein „Sympathieträger“ ist unsere Titelfigur. Der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell fand einen verdächtigen Rucksack bei den Olympischen Spielen, alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks. In dem Rucksack befand sich tatsächlich eine Bombe, die auch explodierte. Durch die schnelle Evakuierung des Geländes konnte aber noch viel Schlimmeres verhindert werden. Richard Jewell wurde in den Medien als Held gefeiert, ein paar Tage später wendet sich jedoch das Blatt. Eine Journalistin hat erfahren, dass Richard Jewell in das Täterprofil des FBI passt und als Verdächtiger gilt. Ohne die Fakten selbst zu recherchieren, bringt sie eine  Titelgeschichte, die aus dem Helden Richard Jewell einen Hauptverdächtigen in dem Terroranschlag macht. 

Paul Walter Hauser ist jemand, von dem ich – als ich ihn damals erstmalig in I, Tonya  sah –  mir nie vorstellen konnte, dass er jemals eine Hauptrolle in einem Film spielen wird. Spielt er aber nun hier und das macht er wirklich überzeugend. Durch seine Performance versteht man, wie dieser Typ tickt und fühlt ein Stück weit mit ihm. Hinsichtlich Oscar-Performances sehe ich aber noch mehr Sam Rockwell und Kathy Bates vorne. Sam Rockwell spielt hier den Anwalt von Richard Jewell und ich habe ihn selten selten besser in einem Film gesehen. Ursprünglich sollten Jonah Hill und Leonardo DiCaprio die Rollen von Paul Walter Hauser und Sam Rockwell spielen. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich mir das gar nicht vorstellen. Kathy Bates spielt die Mutter unseres Protagonisten und liefert bei der Pressekonferenz eine klare, sogenannte „Oscar-Szene“ ab. 

„Richard Jewell“ ist ein okayer Film, der durch die Performances von Paul Walter Hauser, Kathy Bates und besonders Sam Rockwell aufgewertet wird. Letztlich kann man sich aber fragen, ob es nötig war, jetzt in der Trump-Ära, einen Film herauszubringen, der das FBI und die Presse richtig schlecht aussehen lässt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum „Richard Jewell“ ein solcher Misserfolg an der amerikanischen Kinokasse ist. 

„Richard Jewell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Walter Hauser), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates, Olivia Wilde), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update:„Richard Jewell“ wurde für einen Oscar (Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates) nominiert. 

„Richard Jewell“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.12.19 in 2,502 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll am 19.03.19 unter dem Filmtitel „Der Fall Richard Jewell“ in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer) 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Way Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Sportsdrama in der Ben Affleck einen Alkoholiker spielt, der seine Familie verliert…dürfte Affleck ganz überzeugend spielen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Meine Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2019 sind insgesamt 82 aktuelle Filme enthalten. Davon habe ich 8 Filme auf VOD oder HBO gesehen. Von den 82 aktuellen Filmen habe ich 7 neue Filme über Netflix gesehen (Paddleton, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, The Silence, Atlantics, American Factory, I Lost My Body, The Two Popes) Zusätzlich zu diesen sieben Netflix-Filmen konnte ich zwei aktuelle Netflix-Filme im Kino sehen: „The Irishman“ und „Marriage Story“ (beide Filme habe ich mir später mindestens noch ein Mal auf Netflix angeschaut).

Die verbleibenden 67 Filme (inkl. „The Irishman“ und „Marriage Story“) habe ich im Kino gesehen. Im Jahr 2019 hatte ich es wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und das New York Film Festival) geschafft. Im Jahr 2019 war ich leider nur bei zwei Pressevorführungen (Cold Pursuit und Long Shot). In Deutschland war ich regulär 5 x (Us, John Wick: Chapter 3 – Parabellum, Rocketman, The Dead Don´t Die, Pain & Glory) Im Kino. Ich war ich 3 x Hongkong (Zweitsichtung von „Us“, Spider-Man: Far From Home, Parasite) im Kino und ansonsten habe ich die Filme ausschließlich in den U.S.A. bzw. Kanada gesehen. 

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw. möglichen Oscar-Filme unterzubringen, bevor ich meine Top-Ten-Liste erstelle. Das gelang mir dieses Jahr zum ersten Mal tatsächlich noch im Jahr 2019. Die Filme, die ich mir noch in den letzten Tages des Jahres 2019 angesehen habe, waren: Bombshell, Richard Jewell, Honeyland, Uncut Gems, American Woman (es war für mich der zweite Film mit diesem Titel, dieser von Regisseur Jake Scott), 1917 und Little Women.

Nicht geschafft habe ich folgende, mögliche Top Ten-Kandidaten:  A Hidden Life, Les Misérables, Just Mercy, Portrait of a Lady on Fire und Monos  

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den, von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren. 

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2019 gibt es auch wieder keinen Platz 1-Film. Gelistet sind sie in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe. Dieses Jahr ist ein australischer Film dabei, aber ansonsten sind es dieses Mal tatsächlich nur US-amerikanische Produktionen. In meine Bestenliste hat es dieses Jahr – mal wieder – eine TV-Serie geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2019 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Us

Midsommar

The Last Black Man in San Francisco

The Irishman

Joker

The Lighthouse

Honey Boy

Queen & Slim

The Nightingale

Uncut Gems

und die TV-Serie „Succession“ (1. und – vor allen Dingen –  2. Staffel)

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Arctic, Diane, The Mustang , Luce und vielleicht sogar Parasite und Jojo Rabbit, wenn ich die Filme ein zweites Mal gesehen hätte)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2019:

Joaquin Phoenix (Joker)

Jeremy Strong (TV-Serie Succession)

Jharell Jerome (TV-Serie When They See Us)

Charlize Theron (Long Shot, Bombshell) 

Taron Egerton (Rocketman)

Zac Efron (Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile)

Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood) 

Al Pacino (The Irishman)

Willem Dafoe und Robert Pattinson (The Lighthouse)

Kevin Harrison Jr. (Luce)

Adam Driver (Theater: Burn/ This und Film: Marriage Story)

Noah Jupe (Honey Boy)

Christian Bale (Ford v. Ferrari) 

Tracy Letts (Ford v. Ferrari ) 

Matthias Schoenaerts (The Mustang) 

Lupita Nyong´o (Us) 

Sam Rockwell und Michelle Williams (TV-Serie Fosse/Verdon ) 

Sam Rockwell (Jojo Rabbit, aber noch besser in Richard Jewell)

Anthony Hopkins und Jonathan Pryce (The Two Popes )

Emma Thompson (Late Night) 

 

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2019:

Noah Jupe (Honey Boy) 

Ana De Armas (Knives Out) 

Jeremy Strong (TV-Serie Succession) 

Jharell Jerome (TV-Serie When They See Us) 

Merrit Wever (TV-Serie Unbelievable) 

Kelvin Harrison Jr. (Luce und Waves) 

Archie Yates (Jojo Rabbit) 

Mary Kay Place (Diane) 

 

Ich wähle die Filme, die ich mir anschaue immer recht gezielt aus, daher sehe ich relativ wenig schlechte Filme. Hin und wieder muss aber ich auch leiden. 

Aus den unterschiedlichen Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Der Goldene Handschuh

The Souvenir

Greta

Something Else

Ad Astra

The Silence (Netflix-Film)

 

Wirklich gehasst habe ich nur folgenden Film: 

Keinen, „Ad Astra“ war aber einfach entsetzlich langweilig.

 

Bei einem Film habe ich das Kino verlassen: 

The Lego Movie 2: The Second Part

 

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2019 ein sehr gutes Filmjahr. Auch habe ich wieder viele  Serien/bzw. Mehrteiler gesehen. Nicht über jede hatte ich Zeit, etwas zu schreiben. Hier meine 2019er Serien/Mehrteiler mit meiner Bewertung – in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: 

You (C+)

Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes (B+)

Russian Doll (B)

Retribution (C-)

Dirty John (C)

True Detective, 3. Staffel (B-)

Homecoming (C-)

The Disappearance of Madeleine McCann (D+)

After Life (B+)

Escape at Dannemora (B+)

What We Do in the Shadows (mochte ich nicht wirklich, habe ich daher nicht zu Ende geschaut)

Fosse/Verdon (A-)

When They See Us (B+)

Chernobyl (B-)

The Act (mochte ich nicht wirklich, habe ich auch nicht zu Ende geschaut) 

Fleabag (mochte ich nicht wirklich, habe ich auch nicht zu Ende geschaut) 

Barry, 2. Staffel (mochte ich sehr, warum habe ich die nicht zu Ende geschaut? Hole ich nach) 

Mindhunter, 2. Staffel (A-)

Succession, 1. Staffel (B+)

Unbelievable (B)

Succession, 2. Staffel (A) 

Big Little Lies (B+)

 

Folgendes ist aus meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2018 kopiert. Gelistet hatte ich, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2019 interessierten. Die durchgestrichenen Filme habe ich gesehen, „The Irishman“ und „Us“ sind in meiner Top Ten gelandet.

The Irishman, dir. Martin Scorsese

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  

Us, dir. Jordan Peele

Once Upon a Time in Hollywood, dir. Quentin Tarantino

The Gemini Man, dir. Ang Lee (nicht geschaut)

Untitled Artificial Intelligence Courtroom Project, dir. Darren Aronofsky (verschoben)

The King, dir. David Michod (nicht geschaut) 

A Beautiful Day in the Neighborhood, dir. Marielle Heller 

The Woman in the Window, dir. Joe Wright (ins Jahr 2020 verschoben) 

Ford v. Ferrari, dir. James Mangold

Jojo Rabbit, dir. Taika Waititi 

Shirley, dir. Josephine Decker (ins Jahr 2020 verschoben) 

The Dead Don´t Die, dir. Jim Jarmusch

 

Für das Filmjahr 2020 interessieren mich am meisten:

The Woman in the Window, dir. Joe Wright

Shirley, dir. Josephine Decker 

(beide Filme aus meiner Liste aus dem Vorjahr) 

Mank, dir. David Fincher 

I´m Thinking of Ending Things, dir. Charlie Kaufman

The Trial of the Chicago 7, dir. Aaron Sorkin

Annette, dir. Leos Carax 

Last Night in Soho, dir. Edgar Wright

The French Dispatch, dir. Wes Anderson 

Nightmare Alley, dir. Guillermo del Toro 

Next Goal Wins, dir. Taika Waititi 

The Card Counter, dir. Paul Schrader

The Lodge, dir. Veronika Franz, Severin Fiala

Da 5 Bloods, dir. Spike Lee

On the Rocks, dir. Sofia Coppola 

Promising Young Woman, dir. Emerald Fennell

Wendy, dir. Benh Zeitlin 

Soul, dir. Pete Docter PIXAR

D. C. – Film: „Bombshell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bombshell“  (dt. Filmtitel: „Bombshell – Das Ende des Schweigens“, dt. Kinostart: 13.02.19)  108 min.  drama, biopic 

dir. Jay Roach cast: Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Connie Britton, Mark Duplass, Stephen Root, Malcolm McDowell, Allison Janney, Alice Eve, Richard Kind

 

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wurde überraschend die Moderation der TV-Show Fox & Friends entzogen. Als sich der rechtskonservative Sender FOX News endgültig von ihr trennt, strebt sie eine Klage gegen den Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) an. Sie prangert eine penetrante Atmosphäre sexueller Belästigung bei Fox News an. Gretchen Carlson weiß, dass sie nicht die Einzige ist, die unter sexueller Übergriffigkeit litt, nur halten sich die anderen weiblichen Fox-News-Angestellten, darunter die Starmoderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron), bislang zurück. Derweil versucht die ehrgeizige Journalistin Kayla (Margot Robbie), Karriere bei Fox News zu machen und trifft erstmalig auf Roger Ailes…

 

B (Wertung von A bis F) „Bombshell“ ist eine Dramatisierung von wahren Begebenheiten. Erzählt wird von dem mächtigen US-amerikanischen Medienmacher und Fox News-Senderchef Roger Ailes, der aufgrund von Vorwürfen sexueller Belästigung zu Fall gebracht wurde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers und Drehbuchautors Jay Roach („Austin Powers“-Filme, „Meet the Parents“, Dinner for Schmucks, The Campaign, Trumbo). Das Drehbuch stammt von Charles Randolph, der mit zusammen mit Adam McKay das Drehbuch zu The Big Short geschrieben hat. 

„Bombshell“ ist in seiner Erzählstruktur etwas problematisch. Jay Roachs Film befasst sich im Ganzen erst mal mit dem Feindbild der Liberalen: Fox News. Das ist legitim, wer schon öfter in den fraglichen Genuss gekommen ist, Sendungen und Beiträge des ultrakonservativen Senders  zu schauen, sieht mit einem objektiven Auge, wie aggressiv die ihre Zuschauer manipulieren. Fox News ist der Propaganda-Sender der Republikaner und der Lieblingssender des derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump – mehr braucht man sicher nicht zu wissen. Dass die Beine der Moderatorinnen in den Sendungen immer perfekt in Szene gesetzt werden, hält sicherlich den einen oder anderen konservativen Zuschauer zusätzlich vom Umschalten ab. 

Nun geht es aber in „Bombshell“ auch um die Frauen, die den berüchtigten Senderchef Roger Ailes zu Fall gebracht haben. Noch bevor, im Oktober 2017, durch den Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, die #metoo-Bewegung losgelöst wurde, spielt dieser Film. Über fast zwei Jahrzehnte soll der mächtige Fox-News-Manager Roger Ailes und andere einflussreiche Personen des Senders (u.a. Star-Moderator Bill O´Reilly) Frauen sexuell belästigt haben. In diesem erzkonservativen Arbeitsumfeld haben sich die weiblichen Angestellten nicht getraut, dagegen vorzugehen. Auch weil sie wussten, dass ihnen wahrscheinlich gekündigt wird und da Fox News ein Makel im Lebenslauf darstellt, sie wahrscheinlich Probleme hätten, einen neuen Job zu finden. Dann hat sich aber doch eine getraut: Gretchen Carlson, aber das auch erst nachdem sie ihren Job bei dem Format Fox & Friends verloren hatte. Die anderen Betroffenen schweigen zunächst hartnäckig, stellen sich gar auf die Seite von Roger Ailes. Jetzt befinden wir uns im Jahr 2015 und Star-Moderatorin Megyn Kelly sorgt für Schlagzeilen, weil sie sich mit einem der aussichtsreichsten, republikanischen Präsidentschaftskandidaten, Donald Trump, angelegt hat. Sie warf ihm sexistische Äußerungen vor. Die Beleidigungen, die Donald Trump am nächsten Tag über Megyn Kelly raushaute, haben es seinerzeit sogar bis in die deutschen Nachrichten geschafft. Damals noch undenkbar, dass jemand, der sich so unflätig verhält, jemals Präsident der Vereinigten Staaten wird. 

Bei „Bombshell“ werden mehrere Stories parallel erzählt und die Fäden laufen alle bei Roger Ailes bzw. der sexuellen Belästigung bei Fox News zusammen. Gretchen Carlson Geschichte bildet dabei den moralischen Rahmen und eigentlich müsste es ein Film über sie sein. Im Zentrum steht jedoch Star-Moderatorin Megyn Kelly, die sich gerade mit Donald Trump rumärgert und zunächst nur Beobachterin der Szenerie ist. Die Dritte im Bunde ist die gerade beförderte, ambitionierte Journalistin Kayla (ein fiktiver Charakter), die wir bei ihrem Werdegang bei Fox News begleiten. 

„Bombshell“ wirkt auf mich etwas unausgewogen. Hätte mich das Schicksal der Frauen nicht mehr berühren müssen? Ich wünschte, das Drehbuch hätte eine Frau geschrieben, vielleicht hätte hier auch eine Frau Regie führen müssen. Es wäre sicherlich der interessantere, sprich: bessere Film geworden. 

Von der US-amerikanischen Schauspielgewerkschaft wurden Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie für den SAG-Award nominiert. Darüberhinaus wurde der Film für das Beste Ensemble nominiert und das kommt nicht von ungefähr. Wenn es einen Grund gibt diesen Film unbedingt sehen zu müssen, dann sind es die durch die Bank exzellenten Schauspieler. 

Als ich vor einigen Monaten das erste Mal den Teaser sah, habe ich Margot Robbie und Nicole Kidman sofort erkannt, mich aber gefragt, wo Charlize Theron, die bekanntlich die Hauptrolle spielen sollte, steckt. Ehrlich gesagt, ging es mir im Spielfilm nicht viel anders. Fast schon zu abgelenkt war ich, weil ich hinter der Maske, der völlig anders klingenden Stimme, kurzum hinter der bekannten Moderatorin Megyn Kelly irgendwo Charlize Theron entdecken wollte. Charlize Theron adelt wirklich jeden Film, sie gibt hier zweifelsfrei eine Oscar-Performance. Ein weiterer Oscar sollte gleich an den Maskenbildner und Oscar-Gewinner (Darkest Hour) Kazu Hiro gehen. Schauspielerisch wissen aber auch insbesondere Margot Robbie, John Lithgow, Allison Janney, Kate McKinnon zu beeindrucken. Als „Rudy Giuliani“ (2x) im Film auftauchte, wurde in meiner Vorstellung herzhaft gelacht. Das lag weniger an Richard Kinds Performance, sondern mehr daran, dass der einst so angesehene New Yorker Bürgermeister in den letzten Jahren zur Witzfigur mutierte. 

Als später dann Rupert Murdoch (gespielt von Malcolm McDowell) und seine beiden Söhne (gespielt von Josh und Ben Lawson) auftauchten, war ich leider komplett raus. Kein Fehler des Films, aber ich musste umgehend an die geniale TV-Serie Succession denken, bei der es eigentlich um die Murdochs geht. Ich hätte gewünscht, dass „Bombshell“ auch nur annähernd so gut geschrieben ist, wie diese Serie. , 

„Bombshell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman, Margot Robbie), Bester Nebendarsteller (John Lithgow, Jon Hamm), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Bombshell“ wurde für drei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie) und Bestes Make-up und beste Frisuren nominiert. Update: „Bombshell“ hat einen Oscar (Bestes Make-up und Beste Frisuren) gewonnen. 

„Bombshell“ ist am 13.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 20.12.19 war der Film dann landesweit in 1,480 Kinos zu sehen. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ am 13.02.19 in den Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Downhill„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: überflüssiges amerikanisches Remake des sehr guten schwedischen Films Force Majeure Hier mit Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Barb and Star Go to Vista Del Mar„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Sehr gute Idee für einen Teaser und diese Komödie mit Kristin Wiig. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: warum nicht?


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: B- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Netflix – Film: „The Two Popes“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut: 

 

„The Two Popes“  (dt. Filmtitel „Die zwei Päpste“, seit dem 20.12.19 weltweit auf Netflix zu sehen)  125 min  drama, comedy, biopic 

dir. Fernando Meirelles   cast: Jonathan Pryce, Anthony Hopkins

 

Im Jahr 2005 wurde Kardinal Ratzinger (Anthony Hopkins) zum Papst gewählt. Sieben Jahre später plant der argentinische Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce), in den Ruhestand zu gehen. Er bittet Papst Benedikt XVI. darum, sein Rücktrittsgesuch zu akzeptieren. Kardinal Bergoglio erhält stattdessen aber eine Einladung, den Papst in seiner Sommerresidenz zu besuchen…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Two Popes“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI und dem argentinischen Kardinal Bergoglio fand aber wohl erst ein Jahr später, als Papst Benedikt XVI bereits zurückgetreten ist und Kardinal Bergoglio zum neuen Papst gewählt wurde, statt. Es ist der neue Film des brasilianischen Filmemachers und Drehbuchautos Fernando Meirelles („City of God“, „The Constant Gardener“, „Blindness“, 360). Das Drehbuch stammt von dem neuseeländischen Roman- und Sachbuchautor Anthony McCarten. Er hat auch die Vorlagen zu den Filmen The Theory of Everything, Darkest Hour und Bohemian Rhapsody geschrieben. 

Nahezu perfekt ist der Film, wenn er sich auf die beiden alten (Kirchen-) Männer mit ihren unterschiedlichen Ansichten konzentriert. Könnte es sich nicht genau so zugetragen haben? Die Szenen, in denen man sie einzeln sieht und all ihre Zusammentreffen fühlen sich authentisch an. Die Dialoge sind brillant und mitunter überraschend witzig. Die Performances lassen einen sogar vergessen, hier eigentlich Schauspieler zu sehen. Als ich den Film gedanklich schon auf meine Top Ten Liste gesetzt habe, kam die erste Rückblende, die sich mit Kardinal Bergoglios Vergangenheit beschäftigte und es sollte nicht die letzte sein. Ein richtig gutes Drehbuch hätte darauf verzichtet und das, was es mit den Flashbacks aussagen wollte, in die Dialoge eingebaut. Eigentlich ist „The Two Popes“ auch an Anthony McCartens eigenes Theaterstück angelehnt. 

Jonathan Pryce hat eine frappierende Ähnlichkeit mit Kardinal Bergoglio, dem späteren Papst Franziskus. Auch für Nicht-Gläubige wie mich ist der sich volksnah und menschlich präsentierende Geistliche eindeutig der Sympathieträger des Films. Eine Performance besteht aber immer auch aus Stimme und Sprache und gerade hier konnte Anthony Hopkins mit seinem nuancierten Spiel bei mir etwas mehr punkten. Letztlich interpretieren aber sowohl Anthony Hopkins als auch Jonathan Pryce die beiden Kirchenmänner auf eine Art, die einer Oscar-Performance gleichkommt. 

„The Two Popes“ ist einer der vier Netflix-Produktionen (The Irishman, Marriage Story und „Dolemite is My Name“), der in diesem Jahr für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch ist. „The Two Popes“ u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Two Popes“ wurde für drei Oscars (Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins) und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. 

„The Two Popes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Netflix-Film läuft seit am 27.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos und wurde auch ab dem 5.12.19 vereinzelt im deutschen Kino gezeigt. Seit dem 20.12.19 ist der Film weltweit auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

VOD – Film: „The Nightingale“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes/Apple TV (U.S.) als Leihvideo angeschaut: 

 

„The Nightingale“  136 min  drama, thriller 

dir. Jennifer Kent   cast: Aisling Franciosi, Baykali Ganambarr, Sam Claflin, Damon Herriman, Ewen Leslie, Harry Greenwood, Charlie Shotwell, Magnolia Maymuru 

 

Im Jahr 1825. Die 21-jährige Clare (Aisling Franciosi) ist eine junge Strafgefangene aus Irland. Sie wurde wegen eines Diebstahldeliktes zu einer siebenjährigen Strafe verurteilt und nach Australien deportiert. Ihre restliche Strafe arbeitet sie als Leibeigene des britischen Lieutenant Hawkins (Sam Claflin) ab. Als dem Offizier eine Beförderungsempfehlung versagt wird und Clares Ehemann (Charlie Shotwell) auch noch von dem frustrierten Hawkins verlangt, dass er seine Frau endlich freilässt, eskaliert die Situation…

 

B+ (Wertung von A bis F) Nach ihrem Regiedebüt The Babadook ist dies erst der zweite Spielfilm, bei dem die australische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Jennifer Kent Regie führt. 

Die australische Gesellschaft ist einer britischen Strafkolonie entsprungen. „The Nightingale“ ist eine Art „australischer Western“, man bekommt eine Idee davon, wie das Schicksal weiblicher Strafgefangenen und das der Aborigines zu der Zeit ausgesehen haben könnte. 

Da sag einer noch mal Regisseurinnen wären zimperlich, würden davor zurückscheuen, exzessive Gewalt im Film zu zeigen.  Lynne Ramsay (You Were Never Really Here) und Jennifer Kent mit diesem Film beweisen das Gegenteil. Der Handlungsaufbau des Film, die erste halbe Stunde, ist kaum zu ertragen. Die Brutalität nimmt dann dankenswerterweise erst mal etwas ab und wir begleiten eine rachebesessene Clare, die sich zusammen mit einem Aborigine (Baykali Ganambarr – wie liebenswert und lustig ist Billy eigentlich?) durch die Wildnis auf den Weg macht, den Lieutenant und seine Kumpanen zu finden. Neben der eindrucksvollen Inszenierung ist die Beziehung zwischen Clare und dem Aborigine die große Stärke des Films. Die Hintergrundgeschichte der beiden ist auch gar nicht so unterschiedlich und nach anfänglicher Verachtung entwickelt sich zwischen ihnen auch eine Freundschaft. 

Das ist einer der Filme, den ich unbedingt im Kino sehen wollte. Leider hatte er die wenigen amerikanischen Kinos, in denen er lief, schneller verlassen, als ich gucken konnte. „The Nightingale“ wirkt sicher noch besser im Kino, ich bin aber im Nachhinein froh, dass ich ihn mit einer englischen Untertitelung sehen konnte.

„The Nightingale“ ist ein krasses, aber – vor allen Dingen – spannendes und atmosphärisches Rachedrama und einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

Die australische „Oscar“-Academy, AACTA, hat „The Nightingale“ für 15 AACTA Awards nominiert. Gewonnen hat der Film in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin (Aisling Franciosi), Beste Nebendarstellerin (Magnolia Maymuru) und Bestes Casting. Der Film ist auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Baykali Ganambarr), Beste Hauptdarstellerin (Aisling Franciosi), Bester Nebendarsteller (Sam Claflin), Bestes Originaldrehbuch 

„The Nightingale“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Special Jury Prize und Baykali Ganambarr den Marcello Mastroianni Award gewonnen. Über ein Jahr später ist der Film am 2.8.19 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit lief er insgesamt in nicht mehr als 79 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland konnte ich noch keinen Kino- oder DVD, VOD-Start finden. 

Trailer zu sehen: 

San Francisco – Film: „Waves“

Ich war am 30.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„Waves“ (dt. Kinostart 19.03.20) 135 min  drama 

dir. Trey Edward Shults  cast: Kelvin Harrison Jr., Lucas Hedges, Taylor Russell, Alexa Demie, Sterling K. Brown, Renée Elise Goldsberry, Krisha Fairchild 

 

Der 18-jährige Schüler Tyler (Kevin Harrison Jr.) ist ein Wrestling-Star an seiner Schule. Seit geraumer Zeit leidet er unter starken Schulterschmerzen, sein Arzt rät ihm, erst mal auf Sport zu verzichten und sich so schnell wie möglich operieren zu lassen. Undenkbar für Tyler, es ist mitten in der Saison, also verschweigt er seinem Wrestling-Team und auch seinen Eltern weiterhin seine Schmerzen und nimmt starke Schmerzmittel. Ein weiterer Grund für sein Handeln ist sein dominanter Vater (Sterling K. Brown), der ihm viel abverlangt und ihm bereits früh klar machte, dass es für einen Afroamerikaner nicht ausreicht, „Durchschnitt“ zu sein. Dann erleidet Tyler einen Sportunfall und als Tylers Freundin Alexis (Alexa Demie) scheinbar auch noch schwanger ist, bahnt sich langsam eine Tragödie an…

 

B- (Wertung von A bis F) „Waves“ ist nach „Krisha“ und It Comes at Night erst der dritte Film, bei dem der erst 31-jährige amerikanische Autorenfilmer Trey Edward Shults Regie führt. 

Die Trailer sind irreführend, „Waves“ ist ein ganz anderer Film, als man von den Trailern her erwarten könnte. Eigentlich sind es sogar zwei Filme. Die Geschichten sind zwar nicht gänzlich voneinander getrennt, aber eine zusammenhängende, gar runde Geschichte ist es am Ende auch nicht. Im ersten Part liegt der Fokus auf Tyler, im zweiten steht seine Schwester Emily im Mittelpunkt. Der Geschichtenerzähler Trey Edward Shults erspart seinen Protagonisten kaum ein Drama oder einen Schicksalsschlag. Womit sie sich nicht alle auseinandersetzen, was sie nicht alles durchmachen mussten und müssen. Mir war das irgendwann zu viel und ich kann mich erinnern, als herauskam, was mit der leiblichen Mutter von Tyler und Emily geschah, mit den Augen gerollt zu haben. Auch war mir Shults Inszenierung manchmal stilistisch zu offensichtlich und manipulativ.

Schauspielerisch ist der Film solide (insbesondere von Sterling K. Brown, Taylor Russell und Kelvin Harrison Jr.).Lucas Hedges ist auch gut, auch wenn sich sein Charakter für mich eigentlich wie ein Fremdkörper in dem thematisch völlig überladenen Film anfühlte.  

„Waves“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Bester Nebendarsteller (Sterling K. Brown, Kelvin Harrison, Jr. ), Beste Nebendarstellerin (Taylor Russell), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien  

„Waves“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film ist am 15.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile ist er landesweit in 570 Kinos zu sehen. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.03.20 geplant. 

Die beiden irreführenden Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cunningham „

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über den Choreografen Merce Cunningham 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „The Kingmaker„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über Imelda Marcos

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Queen & Slim“

Ich war am 29.11.19 in San Franciso und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Queen & Slim“ (dt. Kinostart: 09.01.20)   132 min  drama, thriller 

dir. Melina Matsoukas  cast: Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith, Chloe Sevigny, Bokeem Woodbine, Flea, Indya Moore

 

Als Slim (Daniel Kaluuya) Queen (Jodie Turner-Smith) nach ihrem ersten Date nach Hause fährt, werden sie von einem Polizisten angehalten. Die Situation eskaliert, am Ende stirbt der Polizist und Queen und Slim sind auf der Flucht….

 

A-(Wertung von A bis F) „Queen & Slim“ ist das Spielfilmdebüt der renommierten, afroamerikanischen Musikvideo, Werbe- und TV-Regisseurin Melina Matsoukas. Das Drehbuch stammt von der afroamerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin (u.a. TV-Serien „Bones“„Master of None“) und Produzentin Lena Waithe.

Bevor ich mir „Queen & Slim“ anschaute, dachte ich – nachdem was ich oberflächlich über den Film las – dass es sich bei diesem Film um eine „schwarze Bonnie & Clyde“-Version handelt. Die Geschichte ähnelt jedoch eher der des Roadmovies „Thelma & Louise“, die Titelcharaktere hier sind keine flüchtigen Kriminellen. Sie wurden aufgrund ihrer Hautfarbe, in eine Situation gebracht, bei der sie aus Notwehr einen weißen Polizisten töteten. In den Vereinigten Staaten ist das keine günstige Ausgangsposition für Schwarze. Slim denkt eher rational, will die Polizei verständigen, Queen, die ihre Erfahrungen als Anwältin für Strafrecht gemacht hat, überzeugt ihn jedoch, zu fliehen. Die Dashcam-Aufnahme aus dem Polizeiauto wird innerhalb kürzester Zeit zum viralen Hit, was dazu führt, dass sie als Polizisten-Mörder landesweit gesucht werden und gleichzeitig in der Black Community als Symbolfiguren gefeiert werden, die sich gegen Polizeiwillkür und Polizeigewalt gewehrt haben.

Regiearbeit fällt auf, wenn sie besonders gut oder schlecht ist, diese hier fand ich außergewöhnlich gut. Ich mochte aber auch die Prämisse, zwei eigentlich Fremde, die durch eine Ausnahmesituation zusammengeschweisst werden. Von einem Moment auf den anderen ändert sich ihr Leben. Queen (Jodie Turner-Smith) und Slim (Daniel Kaluuya) hatten sich über Tinder kennengelernt, waren aber nicht sonderlich begeistert voneinander und hätten sich vielleicht nach ihrem ersten Date nie wieder gesehen. Dann kam es zu dem Vorfall mit dem rassistischen Polizisten, die Situation eskalierte, am Ende war der Polizist tot und Queen und Slim auf der Flucht. Die beiden grundverschiedenen Persönlichkeiten müssen sich nun – auf ihrer Flucht – erst mal kennenlernen, wohin dabei die Reise in ihrem Leben geht, weiß keiner so genau. Die Beziehung von Queen & Slim stammt nicht aus der Feder eines fantasiereichen Autors für Hollywood-Romanzen, alles was sich zwischen den beiden entwickelt, fand ich zu jedem Zeitpunkt glaubhaft. Ich liebe die gesamte Sequenz in dieser Spelunke. 

Es gibt in diesem wunderbaren Roadmovie jedoch eine Szene, die für mich aus dem Nichts kam. Ich weiß nicht, was sich die Drehbuchautorin und die Regisseurin dabei gedacht haben, was sie damit aussagen wollten. Ich sehe „Queen & Slim“ auch vordergründig nicht als politisches Drama, sondern mehr als ausgezeichnet inszenierten und fotografierten, spannenden Film, der in keiner guten, aber sich irgendwo real anfühlenden Welt spielt. Gerne möchte ich mehr von dem Team Waithe/Matsoukas sehen. 

Als ich Get Out das erste Mal sah, hätte ich nie gedacht, dass Daniel Kaluuya mal einer der Schauspieler sein wird, der mich auch in anderen Filmen beeindrucken könnte. Bis heute habe ich „Get Out“ fünf Mal gesehen und fand Kaluuya jedes Mal besser, in Widows spielte er dann mal einen Fiesen und nun zeigt der britische Schauspieler (was man kaum glauben kann, weil er akzentfrei Amerikanisch spricht) in diesem Film wieder eine ganz andere Facette seines Schauspiels. Das ehemalige Model Jodie Turner-Smith hat eine starke Präsenz in diesem Film. Gefreut habe ich mich auch, die transsexuelle Schauspielerin Indya Moore (aus der TV-Serie „Pose“) In einer kleinen Rolle zu sehen.

Das Filmjahr 2019 nähert sich langsam dem Ende zu, ich habe noch ein paar Filme zu schauen. „Queen & Slim“ könnte aber in meiner Top Ten landen. Update: „Queen & Slim“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

„Queen & Slim“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Hauptdarstellerin (Jodie Turner-Smith), Bestes Originaldrehbuch 

„Queen & Slim“ wurde erstmalig auf dem AFI-Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 1,690 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 09.01.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Black Christmas„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Horrorfilm, Trailer verrät wieder gesamten Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke nicht 

San Francisco – Film: „Dark Waters“

Ich war am 29.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dark Waters“ (dt. Filmtitel: „Vergiftete Wahrheit“, dt. Kinostart: 16.4.20)  126 min   drama, thriller, biopic, adaptation  

dir. Todd Haynes  cast: Mark Ruffalo, Bill Camp, Tim Robbins, Anne Hathaway, William Jackson Harper, Bill Pullman, Victor Garber, Mare Winningham 

 

Im Jahr 1998 in Cincinnati, Ohio. Der Anwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) arbeitet für die große Kanzlei Taft, Stettinius & Hollister, die große Unternehmen und auch Chemiekonzerne vertritt. Eines Tages wird er von dem Landwirt Willbur Tennant (Bill Camp) aus der Heimat seiner Großmutter, in Parkersburg, West Virginia kontaktiert. Der Bauer macht den entsorgten Giftmüll des örtlichen Chemiekonzern DuPont dafür verantwortlich, dass seine Felder zerstört und seine Nutztiere krank werden und sterben. Robert Bilott sieht sich als Unternehmensanwalt in einem Konflikt, beschließt aber schließlich, den Viehbauern juristisch zu unterstützen. Es ist aber nicht leicht, einem der größten Chemiekonzerne der Welt sein Vergehen nachzuweisen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Dark Waters“ ist eine Adaption von Nathaniel Richs New York Times Magazine Artikel „The Lawyer Who Became DuPont´s Worst Nightmare“ und wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Haynes („Velvet Goldmine“, „Far From Heaven“, I´m Not There,  Carol).

Wie bereits der kürzlich von mir gesichteten Scott Z. Burns Film The Report ist auch dies ein Film des Whistleblower-Genres. Der Skandal, der hier aufgedeckt wurde, ist – in meinen Augen – jedoch wesentlich interessanter. Letztlich betrifft dieser Umweltskandal auch nicht nur Parkersburg in West Virginia, sondern alle Amerikaner und sogar uns, die wir Teflon (in welcher Form auch immer) nutzen. 

Bei diesem Film verbringt man einen großen Teil damit, einem hartnäckigen Anwalt bei seiner akribischen Recherche zuzuschauen. Die Ergebnisse auszuwerten und DuPont anzuklagen war ein langwieriger, komplizierter Prozess, bei dem er seine Gesundheit, seine Ehe und auch seinen Job aufs Spiel setzte. Am Anfang steht der Bauer, dessen Nutztiere krank und deformiert sind und sterben. 190 Kühe sind bereits verendet. Der Anwalt (sehr glaubwürdig von Mark Ruffalo porträtiert) arbeitet sich in den Fall ein, sichtet unzählige Dokumente, vertrauliche Unterlagen und medizinische Berichte und findet Schockierendes. Der Chemiekonzern DuPont verschleiert seit Jahrzehnten, eine hochgiftige Substanz (PFOA bzw. C8) zu verwenden. DuPont hat wissentlich das Land, das Wasser und die Luft der Gemeinde mit ihren Chemikalien vergiftet. Nun ist DuPont der größte Arbeitgeber der Gegend und bei dem Versuch, einen Zusammenhang zwischen den entsorgten Chemikalien und Krankheiten bei Menschen und Tieren herzustellen, findet der Anwalt zunächst wenig Unterstützung. 

Todd Haynes Filme enthalten meist gesellschaftspolitische Bestandteile, mit „Dark Waters“ bringt er uns einen der größten amerikanischen Umweltskandale näher. Es ist ein ruhiger, langsamer, aber durchaus spannender Film.

Nach dem wunderbaren Film Foxcatcher, ist dies für den amerikanischen Schauspieler und Umweltaktivist Mark Ruffalo bereits der zweite Film, bei der die DuPonts eine Rolle spielen. 

Bill Camp gibt hier eine Oscar-Kaliber-Performance. Durch seine optische und stimmliche Veränderung brauchte ich jedoch eine Weile, ihn überhaupt zu erkennen. Auf Anne Hathaway (mit ihrer Clown-Optik) hätte ich gerne verzichtet, aber sie konnte mir den Film auch nicht verleiden. 

„Dark Waters“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Ruffalo), Bester Nebendarsteller (Bill Camp, Tim Robbins, Bill Pullman), Beste Nebendarstellerin (Anne Hathaway), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Dark Waters“ ist am 22.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 2,012 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Vergiftete Wahrheit“ voraussichtlich am 16.4.20 im Kino starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Traitor„

Bewertung des Trailers: B- (in er OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar: Mafia-Biopic, Italiens Beitrag für die nächsten Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Invisible Life„

Bewertung des Trailers: C+ (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar:  Brasiliens Beitrag zu den Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Golden Globe-Nominierungen 2020 und meine Meinung

Heute (9.12.19) hat die HFPA die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. 

Netflix hat für ihre vier (Oscar-) Spielfilme, „The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“ und „Dolemite is My Name“, allesamt GG-Nominierungen, insgesamt 17,  ergattert. Hut ab.  Es könnten nun tatsächlich auch alle vier Filme für den Oscar nominiert werden.

Die meisten Golden Globe Nominierungen (6) hat Netflix´ „Marriage Story“ erhalten. Sowohl „The Irishman“ als auch „Once Upon a Time in Hollywood“ haben jeweils fünf GG-Nominierungen erhalten. 

Raus ist „Uncut Gems“ und Adam Sandler – obwohl deren Reise, glaube ich, noch nicht zu Ende ist. 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2020 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture – Drama:

  • The Irishman
  • Marriage Story
  • 1917
  • The Two Popes
  • Joker

Meine Meinung: „1917“ und „The Two Popes“ kenne ich bisher noch nicht. Vier habe ich hier richtig geraten, ich hätte aber gedacht, dass sie Greta Gerwigs „Little Women“ nominieren. Jetzt haben es tatsächlich alle vier Netflix-Filme („Dolomite“ wurde in der Kategorie Comedy nominiert) geschafft, nominiert zu werden. Mein Wunsch: Joker, The Irishman wäre meine 2. Wahl  Die Wahrscheinlichkeit: The Irishman

Best Director – Motion Picture:

  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Bong Joon-ho (Parasite) 
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Sam Mendes (1917) 
  • Todd Philips (Joker) 

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „1917“ kenne ich alle Filme. Die Top 4 der Regisseure werden hier noch mal bestätigt. Scorsese, Bong Joon-Ho, Tarantino und Mendes habe ich auch richtig geraten. Wie ich schon mal in meiner November-Prognose gesagt habe, der fünfte in dieser Kategorie ist relativ offen. Ich dachte eher Taikiki für „Jojo Rabbit“. Mit Philips bin ich okay, ich liebe „Joker“ und was in dem Fall aber mehr zählt, die HFPA scheint „Joker“ auch zu lieben Mein Wunsch: Scorsese Die Wahrscheinlichkeit: Ich denke Scorsese. Die werden nicht zu crazy sein, und Todd Philips auszuzeichnen

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Renee Zellweger (Judy)
  • Charlize Theron (Bombshell)  
  • Scarlett Johansson (Marriage Story)
  • Cynthia Erivo (Harriet)  
  • Saoirse Ronan (Little Women)

Meine Meinung: Ich kenn hier nur Zellwegers und Johanssons Performance bisher. Richtig geraten habe ich vier, für Cynthia Erivo hatte ich Lupita Nyong´o (für Us), die in den letzten Tagen bei den amerikanischen Kritikern einen sehr guten Lauf hat. Mein Wunsch: Ich möchte nicht, dass Zellweger einen 2. Oscar gewinnt, daher entscheide ich mich für Charlize Theron, deren Performance ich zwar noch nicht kenne, der ich es aber wünschen würde, dass sie ihren 2. Oscar bekommt. Die Wahrscheinlichkeit: Wenn man das wüsste. Letztes Jahr hatte an dieser Stelle Glenn Close gewonnen, den Oscar hat dann aber Olivia Colman abgesahnt. 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Joaquin Phoenix (Joker)
  • Adam Driver (Marriage Story) 
  • Jonathan Pryce (The Two Popes) 
  • Christian Bale (Ford v Ferrari) 
  • Antonio Banderas (Pain and Glory) 

Meine Meinung: Mit Ausnahme von Jonathan Pryces kenne ich alle Performances. An seiner Stelle hatte ich Adam Sandler (für „Uncut Gems“) stehen. Vielleicht hatte sich die HFPA geärgert, dass „Uncut Gems“ für Comedy/Musical eingereicht wurde. Mein Wunsch: Es kann nur einen geben: Joaquin Phoenix Die Wahrscheinlichkeit: ich schätze, sie geben den Globe Mr. Phoenix. 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Once Upon a Time in Hollywood
  • Rocketman 
  • Jojo Rabbit 
  • Dolomite is My Name
  • Knives Out 

Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich alle Filme und habe tatsächlich auch alle richtig geraten habe. Obwohl ich gestern in meiner Prognose für einen Moment gezögert habe, ich war kurz davor, „Cats“ reinzunehmen Mein Wunsch: Tja, „Once Upon a Time in Hollywood“ ist für mich weder eine Comedy, noch ein Musical, daher „Jojo Rabbit“  Die Wahrscheinlichkeit: Machen die HFPA sich wirklich noch mal so lächerlich? Dann gewinnt Tarantino für seine Komödie „Once Upon a Time in Hollywood“

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Ana De Amas (Knives Out) 
  • Awkwafina (The Farewell) 
  • Emma Thompson (Late Night) 
  • Cate Blanchett (Where´d You Go, Bernadette?) 
  • Beanie Feldstein (Booksmart) 

Meine Meinung: Ich kenne hier tatsächlich alle Performances, habe aber nur drei richtig geraten. Ich freue mich für Emma Thompson und „“Late Night und auch für Cate Blanchett (immer und überall), nachvollziehen kann ich die Nominierung der Letzteren nicht. Fand ihre Performance auch nicht wirklich lustig. Ich kann mich aber auch kaum noch an den Film erinnern. Ich hätte gedacht, sie nominieren Charlize Theron (für „Long Shot“), die wirklich eine tolle und auch unglaublich witzige Performance gab. Außerdem hätte ich gedacht, dass die Constance Wu (für „Hustlers“) nominieren, für sie ist aber dankenswerterweise Emma Thompson nominiert worden. Mein Wunsch: Ana De Armas Die Wahrscheinlichkeit: schwierig. Awkwafina, Feldstein oder vielleicht doch Ana De Armas?

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Eddie Murphy (Dolomite is My Name)
  • Taron Egerton (Rocketman)
  • Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Daniel Craig (Knives Out) 
  • Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

Meine Meinung: Auch hier kenne ich alle Performances und habe alle richtig geraten. Was soll ich sagen, ich freue mich für Taron Egerton (dieses Nominierung hat er dringend gebraucht, jetzt kann er noch hoffen, dass er für den Oscar nominiert wird). Eine wohlverdiente GG-Nominierung für Roman Griffin Davis und auch für Leonardo DiCaprio. Mit Daniel Craig hatte ich so meine Probleme in „Knives Out“ und bei Eddie Murphy frage ich schon länger, was das ganze Gewese um seine Performance soll  Mein Wunsch: Taron Egerton Die Wahrscheinlichkeit: Eddie Murphy, Taron Egerton, Daniel Craig und Roman Griffin Davis bräuchten eigentlich alle den GG-Gewinn für eine mögliche Oscar-Nominierung. Bislang hatte ich nur gehört, dass die HFPA „Dolemite is My Name“ und Eddie Murphy lieben. 

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Laura Dern (Marriage Story)
  • Jennifer Lopez (Hustlers)
  • Margot Robbie (Bombshell) 
  • Kathy Bates (Richard Jewell)
  • Annette Bening (The Report) 

Meine Meinung: Ich habe „Richard Jewell“ und „Bombshell“ noch nicht gesehen. Ich hatte gedacht, sie nominieren Nicole Kidman (Bombshell) und Zhao Shuzhen (The Farewell). Sie haben aber Kathy Bates nominiert, sie wurde auch vor ein paar Tagen erst von der National Board of Review als Gewinnerin ausgezeichnet. Annette Bening hat diese Nominierung dringend gebraucht, sie wäre sonst mit dieser durchaus guten Performance in Vergessenheit geraten. Jetzt könnte es vielleicht doch noch für eine Oscar- Nominierung reichen. Mein Wunsch: Laura Dern Die Wahrscheinlichkeit: Ich glaube, es ist Laura Derns Jahr 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Joe Pesci (The Irishman)
  • Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood)
  • Al Pacino (The Irishman) 
  • Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Meine Meinung: Mit Ausnahme von Anthony Hopkins kenne ich alle Performances. Habe hier tatsächlich auch alle richtig geraten. Die beiden Schauspiel-Nominierungen zeigen Stärke für „The Irishman“, auf der anderen Seite De Niro wurde nicht nominiert. Mein Wunsch: Brad Pitt, weil ich ihm wünsche, dass er seinen zweiten Oscar (und ersten Schauspiel-Oscar) gewinnt Die Wahrscheinlichkeit: Das Rennen ist noch so offen, es könnte auch – wie die Tage – Joe Pesci gewinnen. Al Pacino ist auch gut möglich, für mich die bessere Performance in „The Irishman“ 

Best Animated Feature Film:

  • Frozen II
  • Missing Link
  • Toy Story 4
  • How to Train Your Dragon: The Hidden World
  • The Lion King 

Meine Meinung: Hier kenne ich nur „Frozen II“, „Missing Link“ und „Toy Story 4“. Richtig geraten hatte ich die und „How To Train Your Dragon“. Bei dem fünften hatte ich keine Ahnung gehabt, nur geguckt, was es sonst noch so gibt und habe „Klaus“ auf die Liste gesetzt. „The Lion King“ hatte ich völlig vergessen. Ich wusste aber, dass der Live Action-Film als Animationsfilm zählt.  Mein Wunsch: „Missing Link“ Die Wahrscheinlichkeit: Na bestimmt „The Lion King“ 

 

 

Bei den TV-Nominierungen freue ich mich besonders über die von

Succession und Brian Cox (obwohl hier eigentlich lieber Jeremy Strongs Namen gelesen hätte) 

 

 

Ich freue mich auf einen, hoffentlich richtig fiesen Ricky Gervais als Gastgeber der Golden Globe Verleihung am 5.1.20.

 

Sein letzter Auftritt als GG-Gastgeber im Jahr 2016 (ich liebe es, wenn er sich über die HFPA und die Golden Globes lustig macht)

 

http://www.goldenglobes.com/winners-nominees

Golden Globe-Nominierungen 2020, meine Prognose

Viel gibt’s nicht zu sagen, Ricky Gervais moderiert erfreulicherweise – mal wieder – die Golden Globe-Verleihung und hier ist meine Prognose zu den morgigen GG-Nominierungen, morgen dann mehr: 

 

Doch kurz vielleicht noch zur Erklärung: Nachdem vor einigen Jahren Ridley Scotts „The Martian“ den Globe als beste Komödie gewonnen hat und jeder sich mal wieder über die HFPA lustig gemacht hat, haben die Auslandsjournalisten ihre Regeln geändert. Jetzt wurde „Uncut Gems“ von A24 als comedy/musical eingereicht, aber abgelehnt, der Film und auch Adam Sandler mussten jetzt in der heißumkämpften Kategorie Bestes Drama (bzw. Bester Hauptdarsteller/Drama) versuchen, reinzukommen. „Judy“ das Biopic über die Sängerin Judy Garland ist für die Kategorie Drama vorgesehen und Quentin Tarantinos Film „Once Upon a Time in Hollywood“ wurde für die Kategorie  Komödie bzw. Musical eingereicht und akzeptiert – das finde ich ähnlich schwierig wie bei „The Martian“, aber okay, ist halt die HFPA.

 

Best Motion Picture – Drama:

  • The Irishman
  • Marriage Story
  • 1917
  • Little Women
  • Joker

Best Director – Motion Picture:

  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Bong Joon-ho (Parasite) 
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Sam Mendes (1917) 
  • Taika Waitit (Jojo Rabbit) 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Renee Zellweger (Judy)
  • Charlize Theron (Bombshell)  
  • Scarlett Johansson (Marriage Story)
  • Lupita Nyong`o (Us) 
  • Saoirse Ronan (Little Women)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Joaquin Phoenix (Joker)
  • Adam Driver (Marriage Story) 
  • Adam Sandler (Uncut Gems) 
  • Christian Bale (Ford v Ferrari) 
  • Antonio Banderas (Pain and Glory) 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Once Upon a Time in Hollywood
  • Rocketman 
  • Jojo Rabbit 
  • Dolomite is My Name
  • Knives Out 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Ana De Amas (Knives Out) 
  • Awkwafina (The Farewell) 
  • Constance Wu (Hustlers) 
  • Charlize Theron (Long Shot) 
  • Beanie Feldstein (Booksmart) 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Eddie Murphy (Dolomite is My Name)
  • Taron Egerton (Rocketman)
  • Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Daniel Craig (Knives Out) 
  • Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

    Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Laura Dern (Marriage Story)
  • Jennifer Lopez (Hustlers)
  • Margot Robbie (Bombshell) 
  • Zhao Shuzhen (The Farewell) 
  • Nicole Kidman (Bombshell) 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Joe Pesci (The Irishman)
  • Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood)
  • Al Pacino (The Irishman) 
  • Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Best Animated Feature Film:

  • Frozen II
  • Missing Link
  • Toy Story 4
  • How to Train Your Dragon: The Hidden World
  • Klaus 

San Francisco – Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„A Beautiful Day in the Neighborhood“ (dt. Filmtitel: „Der wunderbare Mr. Rogers“, dt. Kinostart: 13.02.20)  108 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Marielle Heller  cast: Tom Hanks, Matthew Rhys, Susan Kelechi Watson, Chris Cooper, Carmen Cusack

 

Lloyd Vogel (Matthew Rhys) ist ein Buchautor und Journalist, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Kürzlich sind er und seine Frau Andrea (Susan Kelechi Watson) zum ersten Mal Eltern geworden. Als er bei der Hochzeit seiner Schwester (Tammy Blanchard) nach langer Zeit wieder auf seinen Vater (Chris Cooper) trifft, kommt es zwangsläufig zum Streit. Lloyd kann seinem Vater nicht verzeihen, dass er die Familie seinerzeit verlassen hat. Nun bekommt der Journalist den Auftrag, ein Porträt über die TV-Ikone Fred Rogers zu schreiben. Er ist alles andere als begeistert, aber dann trifft Mr. Rogers (Tom Hanks) persönlich…

 

B (Wertung von A bis F) „A Beautiful Day in the Neighborhood“ ist eine Adaption von Tom Junods Artikel aus dem Esquire-Magazin „Can You Say…Hero?“ Der Film wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und erzählt von dem Journalisten und seiner Verbindung zu dem beliebten amerikanischen Fernsehmoderator Fred Rogers. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Marielle Heller (The Diary of a Teenage Girl, Can You Ever Forgive Me?). 

Ohne dass man weiß, wer Fred Rogers war, Filmmaterial seiner Show oder die Dokumentation Won´t You Be My Neighbor? gesehen hat, wird der Film wahrscheinlich nicht funktionieren. Ich kannte ihn auch nicht, hatte mir aber im letzten Jahr – unter Tränen – die Doku über ihn angeschaut. Im Jahr 1968 hat Fred Rogers das Bildungsfernsehen für Kinder in den Vereinigten Staaten eingeführt. Noch bevor die „Sesame Street“ erstmalig auf Sendung ging, hat er mit „Mr. Rogers´ Neighborhood“ kleinen Mitmenschen anhand von Puppen und einer einfachen Sprache die komplizierte Welt erklärt. Generell  hatte er sich immer sehr viel Zeit für Menschen genommen. Mit seiner sanften, intensiven, aber unaufdringlichen Art hat er sich in das Herz einiger Generationen von Amerikanern gespielt. Ich hätte ihn wahrscheinlich auch geliebt, wäre ich mit seinen Sendungen aufgewachsen.  

Vielleicht hätte ich mir bei „A Beautiful Day in the Neighborhood“ mehr ein Biopic über Fred Rogers gewünscht. Auf der anderen Seite war der ehemalige Pfarrer scheinbar einfach nur eine gute Seele mit einer entwaffnenden Liebenswürdigkeit, ohne Ecken und Kanten oder gar einer Leiche im Keller, da wäre ein konventionelles Biopic wohl etwas zu langweilig geraten. Marielle Hellers Film ist eine Charakterstudie über einen zynischen Journalisten und zugleich eine Story über seine Beziehung zu Fred Rogers. Die Regisseurin inszeniert die Geschichte wie eine Episode von Fred Rogers TV-Show „Mister Rogers´ Neighborhood“.  

Es ist ein sehr ruhiger Film, der großartig ist, wenn Tom Hanks als Fred Rogers auf der Leinwand zu sehen ist. Mich hat Hanks oder Rogers (ich habe den Unterschied irgendwann nicht mehr gesehen) mit seinem Charme um den Finger gewickelt. Leider spielt er hier aber eine Nebenrolle, es geht um die, nicht sonderlich Interessante Figur des Journalisten. Vielleicht hätte es mir aber schon geholfen, einen anderen Schauspieler als Matthew Rhys in der Rolle zu sehen. 

„A Beautiful Day in the Neighborhood“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew Rhys), Bester Nebendarsteller (Tom Hanks, Chris Cooper), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „A Beautiful Day in the Neighborhood“ wurde für einen Oscar (Bester Nebendarsteller (Tom Hanks) nominiert. 

„A Beautiful Day in the Neighborhood“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film wurde am 22.11.19 in 3,231 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Der wunderbare Mr. Rogers“ am 13.02.20 im Kino starten. 

Trailer zu sehen:

 

 

Hier eine Episode von „Mr. Rogers´ Neighborhood“

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cats„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar:  Unglaublich, der Trailer ist wirklich so schlecht, wie alle sagen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-action Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „I Still Believe„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar:  religiöser Liebesschnulz 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Jumanji: The Next Level„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar:  2. Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1995 mit Dwayne Johnson, Danny DeVito, Jack Black und Kevin Hart 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar:  Häh – noch eine Little Women-Verfilmung? Hier spielen keine nennenswerten Schauspieler mit und von der Regisseurin habe ich auch noch nie gehört. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Oscar-Nominierungen 2020 – meine November-Prognose

Zugegebenermassen ist es schon Anfang Dezember, ich bin etwas spät dran.

 

In meiner ersten Prognose für die Oscar-Nominierungen 2020 gab es noch folgende Filme, die bis dahin (also Ende September) noch nicht gezeigt wurden:

The Irishman (dir. Martin Scorsese) 

1917 (dir. Sam Mendes)

Richard Jewell (dir. Clint Eastwood)

Little Women (dir. Greta Gerwig) 

Bombshell (dir. Jay Roach)

Dark Waters (dir. Todd Haynes) 

Queen & Slim (dir. Melina Matsoukas) 

The Good Liar (dir. Bill Condon) 

All diese Film liefen mittlerweile, entweder auf Filmfestivals oder wurden der amerikanischen Presse (bzw. Mitgliedern von SAG/AFTRA, AMPAS, HFPA, etc.) gezeigt. „The Good Liar“ läuft bereits regulär im Kino und aufgrund der durchwachsenen Kritiken können wir ihn aus der Liste streichen. Alle anderen Filme sind tatsächlich noch drin, nicht zwingend für die Kategorie Bester Film, aber für andere wichtige Kategorien. 

Der letzte Film, der in dieser Oscar-Saison am 23.11.19 gezeigt wurde (dabei ich ignoriere ich frecherweise  „Star Wars: The Rise of Skywalker“ und die wahrscheinliche Filmkatastrophe „Cats“), war Sam Mendes´„1917“. Mit diesem Film haben wir nach langer Zeit mal wieder einen Spätstarter, der die Oscar-Saison noch mal richtig aufmischt. „1917“  sichert sich von Jetzt auf Gleich einen Favoritenplatz auf einige Oscar-Gewinne und dabei ist Bester Film nicht unbedingt ausgenommen. Ungewöhnlich spät, ein paar Tage später (26.11.) hat die HFPA mit ihrer Abstimmung für die Golden Globe-Nominierungen schon begonnen. Ich komme etwas später darauf zurück, warum die GG-Nominierungen dieses Jahr wichtig sein könnten. Der Wahlprozess für die Nominierungen innerhalb der Filmindustrie (DGA, WGA, PGA) begann bzw. beginnt am 2.12.19, bzw. 9.12.19 und 12.12.19, die Schauspieler (SAG) nominieren bereits seit dem 14.11.19.

Andere Fakten:

Die Oscar-Verleihung findet im nächsten Jahr bereits am 9.2.20 statt, die Oscar-Nominierungen werden am 13.1.20 bekannt gegeben. 

Die Oscar-Verleihung im nächsten Jahr wird von zwei Frauen, Lynette Howell Taylor und Stephanie Allain produziert. Lynette Howell Taylor hat Filme wie „Half Nelson“, „The Place Beyond the Pines“, „Blue Valentine“ produziert und eine Oscar-Nominierung für den Film „A Star is Born“ erhalten. Die afroamerikanische Produzentin Stephanie Allain produzierte den Film „Hustle & Flow“ als auch die Netflix-Serie „Dear White People“. 

Die erste Screener, die  dieses Jahr verschickt wurden, waren die der Dokumentation „Ask Dr. Ruth“, des Animationsfilms „The Secret Life of Pest 2“ und des Spielfilms „Her Smell“. Das war mit Mitte Oktober- extrem spät. Normalerweise erreichen die ersten Screener die Academy-Mitglieder, Mitglieder der Gewerkschaften der Filmschaffenden und der Presse Ende August/ Anfang September. Seltsam, insbesondere deshalb, weil die Oscar-Saison – mit der Oscar-Verleihung am 9.2.20 – wesentlich kürzer als gewöhnlich ist. 

Bis vor einigen Jahren war der Ausgang der Oscars leicht vorhersehbar. Das hatte u.a. damit zutun, dass die Academy-Mitglieder 

  • überwiegend Amerikaner 
  • weiß
  • männlich und 
  • über 60 Jahre alt waren 

Das hat sich nun in den letzten Jahren gravierend geändert. Die Academy ist im Umbruch, rund 35% der Mitglieder der letzten Jahre sind neu. Bei den Einladungen in den letzten Jahren konnte man viele Nicht-Amerikaner, Nicht-Weiße, Frauen und viele jüngere Filmschaffende verzeichnen. Auswirkungen der neuen Academy sieht man beispielsweise ganz gut in der Kategorie Beste Regie. Für das Filmjahr 2018/ der 91st Academy Awards wurden neben den zwei Amerikanern (Spike Lee und Adam McKay), ein mexikanischer (Alfonso Cuarón), ein griechischer (Yorgos Lanthimos) und ein polnischer (Pawel Pawlikowski) Regisseur nominiert. Bislang gab es noch nie so viele Kandidaten anderer, nicht-englischsprachiger Länder in dieser Kategorie. Es gab ab und zu vereinzelt Regisseure aus anderen Ländern (Taiwan, Brasilien, Norwegen, Österreich, etc.), aber die meisten Oscar-nominierten Regisseure waren bisher Amerikaner oder aus einem anderen englischsprachigem Land (Vereinigtes Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland). Das ist jetzt definitiv ein Resultat der multikulturellen Academy und das zeigt sich auch in anderen Kategorien. Was die sogenannte „neue Academy“ am Ende für einen Gewinner-Film wählt, ist jetzt nur noch schwer herauszufinden. Die jeweilige amerikanische Regierung scheint irgendwie auch eine Rolle zu spielen, oder wie kann man sich erklären, dass ein innovativer Film wie „Moonlight“ unter der Obama-Administration und eine massentaugliche Tragikomödie mit einem Happy End („Green Book“) unter Trump gewinnt? Ein weiterer Grund, warum der Gewinnerfilm bei den Oscars schwerer zu bestimmen ist, ist das im Jahr 2009 wieder eingeführte preferental voting system. Damit muss jedes Academy-Mitglied ein Ranking aller nominierten Filme erstellen. Wenn kein Film über 50% aller Erste-Platz-Stimmen erhalten hat, kommt es zu einer oder mehreren Neuauszählung/en und am Ende gewinnt dann der Film, auf den man sich am ehesten einigen kann. 

Im nächsten Jahr (2020) haben wir noch eine zusätzliche Problematik bei den Oscars. Diese Oscar-Saison ist unfassbar kurz. 

Die HFPA wählen seit dem 26.11.19 für ihre Golden Globe-Nominierungen. Auch wenn es mit den Oscars öfter Überschneidungen gab, waren die Golden Globes nie sonderlich relevant. Es ist aber die erste Filmpreisverleihung, die live im Fernsehen übertragen wird. Die rund 90 Auslandsjournalisten vergeben einen Journalisten-Preis, wohingegen bei den Oscars ein Preis von Filmschaffenden für Filmschaffende vergeben wird. Daher träumen die Schauspieler und sonstigen Künstler im Bereich Film auch nicht davon, einen Golden Globe zu gewinnen, sondern den wichtigsten Preis der Filmindustrie: den Oscar. Bei dieser Oscar-Saison könnten die wichtigen amerikanischen Filmkritiker-Preise (und selbst der Preis der Auslandsjournalisten in Hollywood: Golden Globes) wichtiger als je zuvor sein. A.M.P.A.S. wählt vom 2.1.20 bis zum 7.1.20, wer für den Oscar nominiert wird. Mit Ausnahme der meisten Preise der amerikanischer Filmkritiker (und der Globe-Gewinner am 5.1.20) wurde bis zum Tag der finalen Abgabe der Academy-Mitglieder für die Oscar-Nominierungen, kein Filmpreis innerhalb der Filmindustrie verliehen. Die SAG/AFTRA-Nominierungen (die Preise der Schauspieler für Schauspieler) und die Liste der AFI Top Ten-Filme sind bis dahin auch die einzigen, für die Oscars relevanten Nominierungen innerhalb der Filmindustrie, die bekannt sind. Normalerweise sind die Preise der Produzenten (PGA), die der Regisseure (DGA) und die der Autoren (WGA)  für A.M.P.A.S. ein wichtiger Richtungsweiser. Dieses Jahr sind es also ausschließlich die amerikanischen Filmkritiker, die Schauspieler, die AFI Top Ten Liste, die ganzen Oscar-Kampagnen und die Oscar-Experten, die Academy-Mitglieder hinsichtlich ihrer Oscar-Nominierungen beeinflussen. Man muss auch bedenken, dass sich die Academy-Mitglieder die Filme auch erst anschauen müssen. Sie haben keine Zeit, sich über 300 Filme anzugucken. Von den Screenern (und digitalen Formaten) müssen sie auswählen, welche der 10, 20 oder 30 Filme sie innerhalb der kurzen Zeit überhaupt gucken.

Schauen wir uns also mal an, welche Filme und Schauspieler bereits nominiert bzw. ausgezeichnet wurden. 

Publikumspreis des Toronto International Film Festival: Gewinner:Jojo Rabbit (Platz 2: Marriage Story, Platz 3: Parasite)

Gotham Awards: Gewinner: „Marriage Story“ (Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller Adam Driver und Publikumspreis) Awkwafina Beste Hauptdarstellerin für „Farewell“

Independent Spirit Awards: Nominierungen: Bester Film: A Hidden Life, Clemency, The Farewell, Marriage Story, Uncut Gems; Bester Hauptdarsteller: Chris Galust (Give Me Liberty), Kelvin Harrison Jr. (Luce), Robert Pattinson (The Lighthouse), Adam Sandler (Uncut Gems), Matthias Schoenaerts (The Mustang); Beste Hauptdarstellerin: Karen Allen (Colewell), Hong Chau (Driveways), Elisabeth Moss (Her Smell), Mary Kay Place (Diane), Alfe Woodward (Clemency), Renee Zellweger (Judy); Bester Nebendarsteller: Willem Dafoe (The Lighthouse), Noah Jupe (Honey Boy), Shia Labeouf (Honey Boy), Jonathan Majors (The Last Black Man in San Francisco), Wendell Pierce (Burning Cane); Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers), Taylor Russell (Waves), Zhao Shuzhen (The Farewell), Lauren Spencer (Give Me Liberty), Octavia Spencer (Luce) Robert Altman Award Gewinner: Marriage Story (damit konnten die Schauspieler nicht einzeln nominiert werden)

Golden Satellite: Nominierungen: Bester Film (Drama): 1917, Bombshell, Burning Cane, Ford v Ferrari, Joker, The Lighthouse, The Two Popes Bester Film (Comedy or Musical): Hustlers, Knives Out, Once Upon a Time in Hollywood, Rocketman, The Farewell, Uncut Gems; Bester Schauspieler (Drama): Adam Driver (Marriage Story), Antonio Banderas (Pain and Glory), Christian Bale (Ford v Ferrari), George McKay (1917), Joaquin Phoenix (Joker), Mark Ruffalo (Dark Waters);  Beste Schauspielerin (Drama): Charlize Theron (Bombshell), Cynthia Erivo (Harriet), Helen Mirren (The Good Liar), Renee Zellweger (Judy), Scarlett Johansson (Marriage Story); Bester Schauspieler (Comedy or Musical): Adam Sandler (Uncut Gems), Daniel Craig (Knives Out), Eddie Murphy (Dolemite is My Name), Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood), Taron Egerton (Rocketman), Taika Waititi (Jojo Rabbit); Beste Schauspielerin (Comedy or Musical): Awkwafina (The Farewell), Ana De Armas (Knives Out), Constance Wu (Hustlers), Julianne Moore (Gloria Bell); Bester Nebendarsteller: Anthony Hopkins (The Two Popes), Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood), Joe Pesci (The Irishman), Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood), Willem Dafoe (The Lighthouse), Wendell Pierce (Burning Cane); Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers), Laura Dern (Marriage Story), Margot Robbie (Bombshell), Penelope Cruz (Pain and Glory), Nicole Kidman (Bombshell), Zhao Shuzhen (The Farewell) 

National Board of Review: Gewinner: Bester Film: The Irishman; Bester Regisseur: Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood); Bester Hauptdarsteller: Adam Sandler (Uncut Gems); Beste Hauptdarstellerin: Renee Zellweger (Judy); Bester Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood); Beste Nebendarstellerin: Kathy Bates (Richard Jewell) NBR Top 10 Filme: 1917, Dolemite is My Name, Ford v Ferrari, Jojo Rabbit, Knives Out, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood, Richard Jewell, Uncut Gems, Waves 

New York Film Critics Circle Award: Gewinner: Bester Film: The Irishman; Bester Regisseur: Benny and Josh Safdie (Uncut Gems) Bester Hauptdarsteller: Antonio Banderas (Pain & Glory); Beste Hauptdarstellerin: Lupita Nyong´o (Us), Bester Nebendarsteller: Joe Pesci (The Irishman), Beste Nebendarstellerin: Laura Dern (Marriage Story)

AFI Top Ten Films 2019: 1917, The Farewell, The Irishman, Jojo Rabbit, Joker, Knives Out, Little Women, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood, Richard Jewell, Special Award: Parasite 

 

Welche Gewinner (und späteren Oscar-Gewinner) hatten wir im letzten Jahr zu dieser Zeit:

Publikumspreis des Toronto International Film Festival: Green Book (Platz 2: If Beale Street Could Talk, Platz 3: Roma) 

Gotham Awards Gewinner: The Rider,  Ethan Hawke (First Reformed), Toni Collette (Hereditary) und Publikumspreis: Won´t You Be My Neighbor? 

NBR Gewinner: Green Book, Regisseur Bradley Cooper, Viggo Mortensen (Green Book), Lady Gaga (A Star is Born), Sam Elliot (A Star is Born), Regina King (If Beale Street Could Talk), NBR Top 10 Filme: Green Book, The Ballad of Buster Scruggs, Black Panther, Can You Ever Forgive Me?, Eighth Grade, First Reformed, If Beale Street Could Talk, Mary Poppins Returns, A Quiet Place, Roma, A Star is Born  

New York Film Critics Circle Award Gewinner: Bester Film: Roma; Bester Regisseur: Alfonso Cuarón (Roma); Bester Hauptdarsteller: Ethan Hawke (First Reformed); Beste Hauptdarstellerin: Regina Hall (Support the Girls); Bester Nebendarsteller: Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?); Beste Nebendarstellerin: Regina King (If Beale Street Could Talk)

AFI Top Ten Films 2018: A Star is Born, Black Panther, Green Book, A Quiet Place, Mary Poppins Returns, BlackKklansman, Eighth Grade, If Beale Street Could Talk, The Favourite, First Reformed; Special Award: Roma (die Schwarzen wurden später für den Oscar nominiert und zusätzlich Bohemian Rhapsody und Vice)

Das Fazit: 

Publikumsliebling auf dem Toronto International Film Festival: Jojo Rabbit 

NBR-Gewinner: The Irishman, Tarantino als Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin Renee Zellweger (Judy), Bester Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood), die man als sicher für Oscar-Nominerungen sehen kann. Aber auch tauchen: Adam Sandler (Uncut Gems) und Kathy Bates (Richard Jewell) hier als Gewinner auf. Wie wird sich das auf die Oscar-Nominierungen auswirken?

NYFCC-Gewinner: The Irishman und Laura Dern ist eine Oscar-Nominierung sicher. Antonio Banderas (Pain & Glory) ist wahrscheinlich. Aber auch hier tauchen die Safdie-Bros. (Uncut Gems) als Regie-Gewinner und Joe Pesci (The Irishman) und Lupita Nyong´o (Us) unter den Gewinnern auf. Sie galten alle nicht auf Favoriten auf die Oscar-Nominierung, am ehesten davon Joe Pesci. 

Die AFI Top Ten Filme: Bei 1917, The Irishman, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood und Parasite kann man sicher davon ausgehen, dass sie für den Oscar nominiert werden, bei Jojo Rabbit kann man davon ausgehen, Joker ist das große Fragezeichen bei den Oscars, Knives Out macht gerade gute Kasse, ein Film, den man eigentlich nicht schlecht finden kann, Richard Jewell (man darf nie Clint Eastwood unterschätzen), Little Women könnte nominiert werden, wenn ein Film einer Frau dabei sein soll oder, selber Grund The Farewell (hoffe ich persönlich nicht). Was wundert, dass Ford v Ferrari nicht nominiert wird und auch nicht Dolomite is My Name (den ich selbst nicht sonderlich schätze, aber der innerhalb der Industrie sehr gut ankommt, wie ich höre) 

Fakt ist, die Filme der bisherigen Gewinner werden sich die Academy-Mitglieder jetzt anschauen mehr wissen wir erst mit den Globe-Nominierungen. Die werden am 9.12.19 verkündet.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe (beim letzten Mal hatte ich „Her Smell“ vergessen)

Her Smell, Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, HustlersThe Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves„, „Dolomite is My Name“ Ein Update erfolgt regelmäßig an dieser Stelle. Update: „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale, The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women, Just Mercy

 

Jetzt geht es um die Oscar-Nominierungen. In nicht einmal vier Wochen beginnen die Academy-Mitglieder mit der Wahl ihrer Lieblingsfilme. 

Was sehen also die Academy-Mitglieder als ihren Nummer 1-Film? Wenn ein Film von 200 bis 300  wahlberechtigten Mitgliedern von A.M.P.A.S. (die genaue Zahl ist abhängig von der tatsächlichen Mitgliederanzahl) als bester Film des Jahres gesehen wird, sie ihn auf Platz 1 ihres Stimmzettel setzen, ist der Film automatisch nominiert. Nummer 1-Filme bei den Oscar-Nominierungen sind nachdem, was ich gehört habe, definitiv die Top 4: 

Bester Film:

Parasite 

The Irishman 

1917

Once Upon a Time in Hollywood

ziemlich sicher nominiert wird:

Marriage Story

damit haben wir fünf Filme. Alles weitere ist möglich, aber nicht sicher:

Jojo Rabbit 

Richard Jewell

Joker

Knives Out 

Little Women

The Farewell 

Ford v Ferrari 

Dolomite is My Name

Bombshell

A Beautiful Day in the Neighborhood 

Uncut Gems

The Two Popes 

Waves

Queen & Slim 

Dark Waters 

Rocketman 

 

In den anderen fünf Kategorien, nachdem, was man bisher weiß: 

Beste Regie:

ziemlich sicher nominiert:

Bong Joon-Ho (Parasite)

Martin Scorsese (The Irishman)

Sam Mendes (1917)

Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)

und dann ein großes Fragezeichen (es könnte so ziemlich jeder sein):

Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

Noah Baumbach (Marriage Story)

Greta Gerwig (Little Women) 

Lulu Wang (The Farewell) 

Safdie Bros. (Uncut Gems)

Todd Philips (Joker)

James Mangold (Ford v Ferrari) 

Craig Brewer (Dolemite is My Name) 

Jay Roach (Bombshell) 

Melina Matsoukas (Queen & Slim) 

Todd Haynes (Dark Waters)

Fernando Meirelles (The Two Popes)

Marielle Heller (A Beautiful Day in the Neighborhood)

Trey Edward Shults (Waves)

 

Bester Hauptdarsteller

wird ziemlich sicher nominiert:

Adam Driver (Marriage Story)

danach ist es wahrscheinlich (aber alles andere als sicher) 

Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)

Joaquin Phoenix (Joker)

Anthony Banderas (Pain & Glory) 

und weiter möglich:

Eddie Murphy (Dolomite is My Name) 

Adam Sandler (Uncut Gems)

Paul Walter Hauser (Richard Jewell)

George McKay (1917)

Jonathan Pryce (The Two Popes)

Robert De Niro (The Irishman) 

Christian Bale (Ford v Ferrari)

Daniel Kaluuya (Queen & Slim)

Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

Mark Ruffalo (Dark Waters) 

Taron Egerton (Rocketman) 

 

Beste Hauptdarstellerin:

ziemlich sicher nominiert:

Renee Zellweger (Judy) 

und auf der Kippe stehen, aber wahrscheinlich nominiert werden:

Scarlett Johansson (Marriage Story)

Charlize Theron (Bombshell)

danach ist es weit offen, vielleicht:

Lupita Nyong´o (Us) 

Saoirse Ronan (Little Women) 

Ana De Armas (Knives Out) 

Awkwafina (The Farewell) 

Cynthia Erivo (Harriet) 

Jodie Turner-Smith (Queen & Slim) 

 

Bester Nebendarsteller:

wird ziemlich sicher nominiert:

Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 

und danach könnten nominiert werden:

Joe Pesci (The Irishman) 

Willem Dafoe (The Lighthouse)

Al Pacino (The Irishman)

Sam Rockwell (entweder für Richard Jewell oder Jojo Rabbit) 

Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood) 

Tracy Letts (Ford v Ferrari) 

Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Shia LaBeouf (Honey Boy)

Noah Jupe (Honey Boy) 

Wesley Snipes (Dolemite is My Name) 

 

Beste Nebendarstellerin:

wird ziemlich sicher nominiert:

Laura Dern (Marriage Story)

und auch hier ist danach alles bisher offen:

Margot Robbie (für Bombshell oder Once Upon a Time in Hollywood)

Taylor Russell (Waves)

Kathy Bates (Richard Jewell)

Jennifer Lopez (Hustlers)

Annette Bening (The Report) 

Zhao Shuzhen (The Farewell)

Thomasin McKenzie (Jojo Rabbit) 

Florence Pugh (Little Women) 

Da´Vine Joy Randolph (Dolemite is My Name) 

Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) 

 

Einfach weil es Spass macht, hier meine derzeitigen Oscar-Gewinner (in Klammern dazu im Vergleich meine September-Prognose), persönlich hoffe ich auf Scorsese und The Irishman, aber glaube noch nicht daran, also:

Bester Film:

Parasite (Marriage Story)

Beste Regie:

Bong Joon-ho, Parasite (Noah Baumbauch, Marriage Story) 

Bester Hauptdarsteller:

Joaquin Phoenix, Joker – wenn er nominiert wird (Adam Driver, Marriage Story)

Beste Hauptdarstellerin: 

Renee Zellweger, Judy (Scarlett Johansson, Marriage Story)

Bester Nebendarsteller:

Brad Pitt, Once Upon a Time in Hollywood (Brad Pitt, Once Upon a Time in Hollywood) 

Beste Nebendarstellerin:

Laura Dern, Marriage Story (Laura Dern, Marriage Story) 

 

Trailer meines momentanen Oscar-Gewinner-Films:

San Francisco – Film: „Knives Out“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Knives Out“ (dt. Filmtitel: „Knives Out – Mord ist Familiensache“, dt. Kinostart: 02.01.20) 131 min comedy, crime, drama 

dir. Rian Johnson  cast: Daniel Craig, Chris Evans, Ana de Armas, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Michael Shannon, Don Johnson, Lakeith Stanfield, Katherine Langford, Christopher Plummer

 

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) feiert mit seiner gesamten Familie seinen 85. Geburtstag. Am nächsten Tag wird er mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Die beiden Polizisten (Lakeith Stanfield und Noah Segan) und der Privatermittler Benoit Blanc (Daniel Craig) beginnen mit den Befragungen der  Hinterbliebenen und finden bald heraus, dass scheinbar jeder ein Motiv hatte, Harlan Thrombey zu töten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Knives Out“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Rian Johnson („Brick“, The Brothers Bloom, „Looper“, „Star Wars: The Last Jedi“).  

„Knives Out“ ist eine Hommage an die guten, alten Agatha-Christie-Filme, dabei aber wesentlich smarter. Hier haben wir am Anfang einen Toten, einen erfolgreichen und wohlhabenden Krimi-Autor (gespielt von Christopher Plummer) und viele Verdächtige, so ziemlich jeder Verwandte hätte ein Motiv gehabt, den Patriarchen umzubringen. Auch muss geklärt werden, wer diesen berühmten Privatdetektiv  Benoit Blanc (gespielt von Daniel Craig) engagiert hat. 

Es ist ein Film, der sich besonders auszahlt, wenn man auf Details achtet. Auch wenn die eine oder andere Wendung vielleicht vorhersehbar ist oder auch manchmal etwas absurd erscheint, ist es doch ein Vergnügen, allen Beteiligten dabei zuzuschauen, wie viel Spaß sie mit dem handlungsreichen, in der Originalfassung sprachwitzigen und ausgezeichneten Drehbuch haben. Auf Einzelheiten der Handlung möchte ich nicht eingehen, da ich niemanden den Film spoilern möchte. Nur so viel: Ich liebe alles an dem Charakter Marta, der Krankenpflegerin des Patriarchen. Bislang ist mir Ana de Armas (Blade Runner 2049) noch nicht aufgefallen, hier passt die kubanische Schauspielerin perfekt in die Rolle. Überhaupt ist die Besetzung superb, auch wenn ich etwas Probleme mit Daniel Craigs Charakter hatte –  vielleicht auch, weil mir sein (Südstaaten-) Akzent etwas auf die Nerven ging. 

Am Ende ist die Story auch eine sozialpolitische und moralische und dabei durchaus zeitgeistig. Das Gute siegt, nicht ganz unwichtig in der heutigen Zeit. Die finale Szene ist perfekt und ein runder Abschluss der Geschichte. 

„Knives Out“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Craig), Beste Hauptdarstellerin (Ana De Armas), Bester Nebendarsteller (Chris Evans, Don Johnson, Lakeith Stanfield), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Knives Out“ wurde für einen Oscar (Bestes Originaldrehbuch) nominiert. 

„Knives Out“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 3,391 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll unter dem Filmtitel „Knives Out – Mord ist Familiensache“ voraussichtlich am 2.1.20 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer (Oscar-?)Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Bombshell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Jay Roachs neuer (Oscar-?)Film mit Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Frozen II“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Frozen II“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin 2“, dt. Kinostart: 20.11.19)  104 min  animation, sequel 

dir. Chris Buck, Jennifer Lee  voices: Idina Menzel, Kristen Bell, Jonathan Groff, Josh Gad, Sterling K. Brown, Evan Rachel Wood, Alfred Molina, Martha Plimpton, Jason Ritter, Jeremy Sisto, Rachel Matthews, Ciarán Hinds 

 

Königin Elsa von Arendelle (Idina Menzel) hört immer wieder eine mysteriöse Stimme, die außer ihr niemand wahrnimmt. Eines Tages folgt sie, zusammen mit ihrer Schwester Anna (Kristen Bell), Kristoff (Jonathan Groff), Rentier Sven und natürlich Olaf (Josh Gad) dem Ruf. Es führt das Gespann in die verwunschenen Wälder und in die Vergangenheit… 

 

B (Wertung von A bis F) „Frozen II“ ist die Fortsetzung des erfolgreichen Films Frozen aus dem Jahr 2013. Regie führen, wie bereits bei dem Originalfilm, die beiden amerikanischen Filmemacher Chris Buck und Jennifer Lee.

Die Fortsetzung ist etwas düsterer als der Originalfilm, wobei ich die Story (und dankenswerterweise auch die Songs) nach Verlassen des Kinos schon wieder vergessen habe. Für die Dauer des Kinobesuchs mochte ich aber das Abenteuer, auch wenn einige Längen zwischendurch spürbar waren. Nicht übrigens für die vielen kleinen Mädchen in ihren glitzernden Prinzessinnen-Kostümen, von denen ich in einer, bis auf den letzten Platz ausverkauften Vorstellung, umgeben war. Die Kinder waren augenscheinlich von allem, was auf der Leinwand geschah, begeistert. Meine Begeisterung galt Olafs Zusammenfassung der gesamten Geschichte, Sven und allen anderen Rentieren und vor allen Dingen der hervorragenden Animation.

„Frozen II“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Bester Originalsong („Into the Unknown“)

„Frozen II“ wurde am 22.11.19 in 4,440 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film unter dem Titel „Die Eiskönigin 2“ bereits seit dem 20.11.19 im Kino.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Cats„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar:  Unglaublich, der Trailer ist wirklich so schlecht, wie alle sagen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Spies in Disguise„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Playmobil: The Movie„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Sonic the Hedgehog„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Live-action Film mit Jim Carrey, sieht ganz lustig aus

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Scoob!„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Soul„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: neuer Pixar-Film – Wow

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Onward„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Tja, irgendwie kann ich damit gar nichts anfangen, aber es ist ein neuer Pixar und die wissen eigentlich was sie tun. Update: Ich mag die Figuren nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

San Francisco – Film: „The Report“

Ich war am 21.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Report“ (dt. Kinostart war der 7.11.19)   119 min  drama, thriller, biopic 

dir. Scott Z. Burns   cast: Adam Driver, Annette Bening, Jon Hamm, Ted Levine, Michael C. Hall, Tim Blake Nelson, Corey Stoll, Maura Tierney, Matthew Rhys

 

Daniel Jones (Adam Driver) arbeitet für den US-amerikanischen Senat. Nachdem herausgekommen ist, dass die CIA scheinbar Vernehmungsvideos zerstört hat, beauftragt die kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) den ambitionierten Daniel Jones die Methoden zu untersuchen, mit denen die CIA nach den Anschlägen vom 11.September 2001 Terrorverdächtige befragt hat… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Report“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten und auf dem echten, über 6000 Seiten langen, sogenannten „Folter-Report“. Es ist der Untersuchungsbericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats, der Foltermethoden des amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA nach 9/11 aufdeckte. „The Report“ ist das Kinofilmdebüt des amerikanischen Drehbuchautors („The Bourne Ultimatum“, The Informant! , Contagion, Side Effects, „The Laundromat“), Filmproduzenten („An Inconvenient Truth“) und Filmemacher Scott Z. Burns. 

Ich habe eigentlich nie daran gezweifelt, dass die CIA (wie wahrscheinlich auch die meisten Geheimdienste anderer Staaten) „erweiterte Verhörmethoden“ anwendet. Menschenverachtend und schlimm, keine Frage, aber überrascht hat mich das nicht. So hat mich damals eigentlich nur schockiert, dass sich die CIA dabei erwischen lassen hat. Wie dilettantisch und beknackt sind die bei der Agency eigentlich?

Jetzt bekommen wir mit „The Report“ einen Film, bei dem wir den ehrenwerten Daniel Jones dabei zuschauen, wie er sechs Jahre akribisch Informationen über die Folterungen der CIA sammelt und dokumentiert. Ziemlich öde. Etwas interessanter wird es (aber da waren dann, glaube ich, schon anderthalb Stunden vergangen), wenn man erfährt, dass nicht nur die CIA, sondern auch die jeweils amtierende Regierung (sowohl die republikanische als auch die demokratische Administration) alles versuchen, damit der Bericht nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Der Film basiert auf erschreckende  Fakten, aber ich halte die Geschichte dennoch nicht unbedingt für verfilmenswert. Oder er hätte anders, sprich spannender, inszeniert und noch während der Obama-Administration herausgebracht werden müssen. Jetzt dreht sich in der Berichterstattung des amerikanischen Nachrichtenfernsehens quasi rund um die Uhr alles darum, ob der jetzige Präsident (Donald Trump) seines Amtes enthoben werden könnte. Andere Zeiten erfordern andere Filme. 

Schauspielerisch durchaus überzeugend waren aber Adam Driver und besonders Annette Bening. 

„The Report“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Nebendarstellerin (Annette Bening), Bestes Originaldrehbuch

„The Report“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival gezeigt. Der Film ist am 15.11.19 einigen ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film seit dem 7.11.19 im Kino. Der Amazon-Film soll dann ab dem 29.11.19 auf dem Streaming-Portal zu sehen sein.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „White Snake„

Bewertung des Trailers: C (Originalfassung mit englischen Untertiteln) 

Kommentar: chinesischer Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Litte Joe„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: britisch-österreichisches Drama mit Emily Beecham und Ben Whishaw 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Light From Light„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: amerikanisches Drama 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

San Francisco – Film: „Honey Boy“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Honey Boy“  95 min  drama, biopic  

dir. Alma Har´el  cast: Noah Jupe, Lucas Hedges, Shia LaBeouf, Natasha Lyonne, Martin Starr, FKA Twigs, Laura San Giacomo, Maika Monroe Clifton Collins Jr. 

 

Im Jahr 1995 in Los Angeles. Otis (Noah Jupe) ist 12 Jahre alt und arbeitet schon längere Zeit als Schauspieler. Nach der Trennung seiner Eltern lebt er mit seinem exzentrischen Vater (Shia LaBeouf) zusammen. Die beiden wohnen in einem heruntergekommenen Wohnkomplex. Otis bestreitet den Lebensunterhalt der beiden und auch sonst zeigt sein alkohol- und drogenabhängiger Vater wenig Verantwortungsbewusstsein…

 

A- (Wertung von A bis F) Während seines Aufenthalts in der Entzugsklinik hat der Schauspieler Shia LaBeouf das autobiografische Drehbuch zu „Honey Boy“ geschrieben. Wie der Schauspieler bekannt gab, haben sich die Ereignisse in dem Film tatsächlich auch so in seinem Leben zugetragen. Shia LaBeouf litt durch seine Kindheit und seine komplizierte Beziehung zu seinem Vater an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat dieses Projekt dazu genutzt, sie zu verarbeiten. Er hat diesen Film auch produziert und spielt eine Version seines eigenen Vaters. Die Namen im Film wurden alle geändert. Es ist das Spielfilmdebüt der israelisch-amerikanischen Werbe- und Musikvideo-Regisseurin und Dokumentarfilmerin („Bombay Beach“, „LoveTrue“) Alma Har´el. 

Shia LaBeouf ist mir das erste Mal in dem Film Disturbia aufgefallen, das war im Jahr 2007. Da war er 21 Jahre alt und galt als der neue Shooting Star. Tatsächlich hat er da aber bereits seit zehn Jahren in der Entertainment-Branche gearbeitet. Kurz nach seinem Durchbruch mit „Disturbia“ spielte er in Michael Bays „Transformer“-Filmen und wurde von Steven Spielberg in „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ besetzt. So ein Blog ist schon nützlich, so konnte ich in meinen eigenen Beiträgen (A Guide to Recognizing Your Saints, New York, I Love You, Wall Street; Money Never Sleeps, Lawless, Fury) noch mal nachlesen, wie ich in  der jeweiligen Zeit und den entsprechenden Filmen über Shia LaBeoufs Schauspielleistungen gedacht habe. Um es kurz zusammenzufassen, ich habe ein leicht angespanntes Verhältnis zu dem Schauspieler. Unabhängig von seinem Talent oder Nichttalent als Schauspieler irritierte er mich immer wieder durch sein ungehöriges Benehmen und seine skurrilen öffentlichen Auftritte. Bis ich den ersten Trailer von „Honey Boy“ gesehen habe, wollte ich mir den Film gar nicht anschauen. 

Mit dem ersten Trailer war klar, dass ich den Film sehen muss. Bevor ich ins Kino ging, habe ich mir auch noch das längere, sehr offene „The Hollywood Reporter“-Interview mit dem 33-jährigen angehört und habe seinen Erzählungen über seine schwierige Kindheit, seinen beruflichen Werdegang, seine Probleme und auch seine Beziehung zu seinen Eltern und anderen Weggefährten interessiert gelauscht. Danach stand ich Shia etwas positiver gegenüber und konnte mich entspannt auf „Honey Boy“ einlassen.  

Es hat sich gelohnt, Alma Har´els „Honey Boy“ ist ein wunderbarer Film, der mich sehr berührte. Am Ende konnte ich sogar nachvollziehen, warum Shia vom Weg abgekommen ist und selbst zu Alkohol und Drogen griff. Der Film ist auch keine Abrechnung mit seinem Vater, er zeigt auch gute Seiten an ihm und letztlich hat der Film auch eine versöhnliche Note. Ich glaube, dass Shia Labeouf jetzt wieder auf dem richtigen Weg ist. 

„Honey Boy“ ist ein Film über Abhängigkeiten, die von Alkohol und Drogen, aber vielmehr die finanzielle und emotionale. Es ist ein schonungslos ehrliches Porträt über Shias Kindheit mit seinem Vater und einen Teil seines Erwachsenenlebens. Durch seine Rolle in einer Disney-Serie hat er als Kind bereits finanziell für seine Familie gesorgt. Seit der Trennung seiner Eltern lebte er mit seinem Vater, einem Kriegsveteranen und Alkoholiker zusammen. Das 12-jährige Kind ist oft einsam und wünscht sich einfach nur eine normale Kindheit und Zeit, mit seinem Papa zu verbringen. Herzzerreissend, das mündet dann auch in einer Szene, die mir beinahe das Herz brach.

Ich habe schon viele hervorragende Filme über Kinder aus dysfunktionalen Familien gesehen.„Honey Boy“ ist besonders, weil er auf einer autobiografischen Vorlage basiert und einem zeigt, was ein Leben als Kinderstar mit sich bringen kann. Viele Kinderstars (Macaulay Culkin, Drew Barrymore, Lindsay Lohan, Britney Spears, usw.) kamen mit dem frühem Ruhm nicht klar, griffen zu Alkohol und Drogen, eigentlich können einen diese Kinder nur leid tun.

Apropos Kinderstar: Der englische Jungschauspieler Noah Jupe (The Night Manager, A Quiet Place, Ford v Ferrari) ist mir das erste Mal in Suburbicon aufgefallen. Spätestens mit „Honey Boy“ sieht man, dass er mal ein ganz Großer wird. Er hat einfach das gewisse Etwas, vergleichbar mit Leonardo DiCaprio in jungen Jahren. Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) hat auch bereits früh als Schauspieler gearbeitet. Beide jungen Schauspieler scheinen aber aus einem verantwortungsvollen Elternhaus zu stammen und wirken sehr geerdet. In „Honey Boy“ geben beide eine überragende Performance. Schauspielerisch hat mich hier auch Shia Labeouf selbst begeistern können. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen konnte ich vergessen, dass Shia hier selbst seinen Vater spielt.

Alma Har´els Film beginnt mit einer brillanten Eröffnungssequenz und hat mir im Ganzen so gut gefallen, dass er sogar am Ende des Jahres in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landen könnte. Das Einzige, was mich störte, war, dass der 12-jährige Otis (gespielt von Noah Jupe) zehn Jahre später niemals wie Lucas Hedges aussehen würde. 

Zum Abspann sieht man Originalfotos von Shia LaBeouf und seinem Vater. Bevor Shia das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er bereits seit sieben Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater. Falls man sich fragt, wie Papa Labeouf den Film findet, er hat Folgendes getwittert: „Watched this final cut many times. Laughed, cried, accepted. Thank You Alma You did a great job. Wonderful Film, exposes so much ❤️“

„Honey Boy“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019. 

„Honey Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Noah Jupe), Bester Nebendarsteller (Shia LaBeouf, Lucas Hedges), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Honey Boy“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film der Amazon Studios wurde am 8.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll eine reguläre Kinoauswertung bekommen, im Moment ist noch nicht bekannt, ob „Honey Boy“ auch im deutschem Kino zu sehen sein wird und ab wann der Film dann auf dem Streamingportal Amazon zur Verfügung steht.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Ernsthaft? Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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Trailer v. Film: „Burden„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama, das in Sundance 2018 gezeigt wurde, dort den Publikumspreis gewonnen hat. 2 Jahre später kommt er ins Kino. Mit Garrett Hedlund, Forest Whitaker, Tom Wilkinson  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%  

San Francisco – Film: „Marriage Story“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Marriage Story“ (in D. seit dem 21.11.19 im Kino, ab dem 6.12.19 dann auf Netflix zu sehen)  136 min  drama, comedy

dir. Noah Baumbach cast: Adam Driver, Scarlett Johansson, Laura Dern, Alan Alda, Ray Liotta, Merritt Wever, Mickey Summer, Azhy Robertson, Julie Hagerty, Martha Kelly 

 

Der New Yorker Theaterregisseur Charlie (Adam Driver) und seine Ehefrau, die Schauspielerin Nicole (Scarlett Johansson), haben beschlossen, sich zu trennen. Nicole hat kürzlich eine Rolle in einem Pilotfilm für eine TV-Serie angenommen und will mit dem gemeinsamen achtjährigen Sohn Henry (Azhy Robertson) zurück zu ihrer Mutter (Julie Hagerty) und Schwester (Merrit Wever) nach Los Angeles ziehen… 

 

B (Wertung von A bis F) „Marriage Story“ ist der neue Film des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Noah Baumbach (Margot at the Wedding, Frances Ha, While We´re Young, De Palma, The Meyerowitz Stories ). Noah Baumbach hat sich für sein Drehbuch von den Scheidungen befreundeter Paare, aber auch von seiner eigenen Scheidung mit der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh inspirieren lassen. 

„Marriage Story“ ist ein Film über den schwierigen Prozess einer Scheidung. Charlie und Nicole sind zwei Kreative, die eine sehr enge Bindung haben. Seinetwegen ist sie damals von Los Angeles nach New York gezogen, sie, die Schauspielerin hat ihren Mann, den Theaterregisseur, immer unterstützt und ihre eigene Filmkarriere dabei schleifen lassen. Jetzt ist ihre Beziehung gescheitert, sie will mit dem gemeinsamen Sohn zurück nach Los Angeles ziehen. Der Film ist sicherlich auch eine Aufarbeitung der gemeinsamen Zeit von Nicole und Charlie mehr aber, wie man jetzt mit der Situation umgeht, dass beide ein gemeinsames Kind und einen unterschiedlichen Lebensmittelpunkt (New York und Los Angeles) haben. 

Bei seiner Erzählung verzichtet Noah Baumbach beinahe gänzlich auf Rückblenden. Gleich zu Beginn hören wir, die von dem Therapeuten initiierten Auflistungen, was Nicole und Charlie aneinander schätzen und lieben und entsprechend sind wir als Zuschauer im Bilde, was das für eine große Liebe war. Jetzt haben sie sich aber auseinandergelebt, die Trennung ist beschlossen und eigentlich sollte es eine harmonische werden. Es geht aber um das Sorge- und Besuchsrecht des achtjährigen Sohnes und schon bald stehen Anwälte am Start. Noah Baumbach versucht mit seiner Liebes- und Trennungsgeschichte, keine Partei zu ergreifen. Er erzählt seine Geschichte aus beiden Perspektiven, wobei die Sichtweise von Charlie sicherlich etwas überwiegt. Auch wenn es sich vielleicht ungewöhnlich anhört, ich habe mich dabei erwischt, mehr auf Charlies Seite zu stehen. Er war sicherlich nicht der perfekte Ehemann, im Scheidungsprozess nehme ich ihn aber als liebevollen Vater wahr, der sich bemüht, die Scheidung friedlich über die Bühne zu bringen –   nicht einfach, wenn Anwälte im Spiel sind.

„Marriage Story“ ist ein intensives Drama, das aber auch die Absurdität, die eine Scheidung mit sich bringen kann, darlegt. Sein auf 35mm-Film gedrehtes Drama lebt durch sein exzellentes Drehbuch und seine, durch die Bank authentischen Performances. Ich hätte mir gewünscht, die Geschichte etwas mehr als Film arrangiert zu sehen. Den kargen Regiestil (wenn man überhaupt davon sprechen kann, wenn eine, bzw. mehrere Kameras einfach aufgestellt wurden – so wirkte es auf mich jedenfalls) fand ich etwas dürftig. 

Adam Driver liefert für mich hier drei Oscar-Szenen (Teppichmesser-Sequenz, seine Interpretation des Songs „Being Alive“ und wenn er gegen Ende des Films mit seinem Sohn gemeinsam „etwas“, kein Spoiler an der Stelle, vorliest), aber auch Scarlett Johansson (der diese Kurzhaar-Frisur nicht gerade schmeichelt), Laura Dern, Ray Liotta, Alan Alda (auch wenn mich seine zitternde Hand etwas ablenkte) sind zu Recht für Oscar-Nominierungen im Gespräch. Als Bereicherung für den Film sehe ich aber auch die Schauspieler Julie Hagerty, Merritt Wever und besonders Martha Kelly als Evaluatorin. 

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2020 hatte ich mich für „Marriage Story“ als Oscar-Gewinner-Film entschieden. Das sehe ich, nachdem ich den Film gesehen habe, etwas anders. Davon abgesehen, gibt es seit gestern (23.11.19) auch mit Sam Mendes´Film „1917“ einen neuen Top-Oscar-Anwärter. „Marriage Story“ wird aber sicher für die meisten Kategorien, für die er im Gespräch ist, nominiert. Gewinnen könnte er meines Erachtens jedoch nur für Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch und vielleicht Bester Hauptdarsteller (Adam Driver).

„Marriage Story“ ist dieses Jahr einer der vier Netflix-Filmen (The Irishman, „The Two Popes“, „Dolomite is my Name“), der immer noch im Rennen für wichtige Oscar-Nominierungen steht. Der Film ist im Gespräch für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Hauptdarstellerin (Scarlett Johansson), Bester Nebendarsteller (Alan Alda, Ray Liotta), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt  Update: „Marriage Story“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Scarlett Johansson), Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch und Beste Filmmusik) Update: „Marriage Story“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin, Laura Dern) gewonnen. 

„Marriage Story“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film wurde am 6.11.19 in fünf Kinos in den Vereinigten Staaten gestartet, die darauffolgende Woche war der Film dann in 16 amerikanischen Kinos landesweit zu sehen. Seit dem 21.11.19 ist der Film auch in ausgewählten Kinos in Deutschland zu sehen. Ab dem 6.12.19 ist „Marriage Story“ dann weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „63 Up„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Song of Names„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Tim Roth und Clive Owen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

 

Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix-Film "Marriage Story"
Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix- Film „Marriage Story“

VOD – Film: „Luce“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„Luce“  110 min  drama, thriller, adaptation    

dir. Julius Onah  cast: Kelvin Harrison Jr., Octavia Spencer, Naomi Watts, Tim Roth, Brian Bradley, Norbert Leo Butz, Andrea Bang, Astro  

 

Luce (Kelvin Harrison Jr.) ist 17 Jahre alt und wurde von dem liberalen, weißen Ehepaar, Amy (Naomi Watts) und Peter (Tim Roth) adoptiert. Ursprünglich stammt er aus Eritrea und wurde dort sogar als Kindersoldat eingesetzt. Jetzt lebt Luce seit sieben Jahren in den Vereinigten Staaten, hat sich gut eingelebt, gilt an seiner Highschool als einer der besten und beliebtesten Schüler. Eines Tages zeigt sich seine Geschichtslehrerin, Mrs. Wilson (Octavia Spencer) besorgt und bestellt Luces Mutter ein. Der von Luce geschriebene Aufsatz zeigt eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft und dann wurden auch noch illegale Feuerwerkskörper in seinem Spind gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Luce“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von JC Lee. Es ist nach „The Girl is in Trouble“ und The Cloverfield Paradox erst der dritte Film des nigerianisch-amerikanischen Filmemachers Julius Onah. 

„Luce“ ist ein spannendes Drama und dabei sehr nuanciert, genau wie die Performance des Hauptdarstellers Kelvin Harrison Jr. (The Birth of a Nation, „Mudbound“, It Comes at Night). 

Als wir als Zuschauer das erste Mal auf den Schüler Luce treffen, sehen wir ihn als eloquenten Redner. Er scheint sehr smart zu sein, sieht blendend aus, ist charmant und strahlt – ein Sonnenschein. Der Afroamerikaner ist ein Musterschüler an seiner Highschool. Seine (ebenfalls afroamerikanische) Geschichtslehrerin glaubt jedoch, bei Luce eine dunkle Seite entdeckt zu haben. In seinem Aufsatz las sie eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft heraus, hat daraufhin sein Spind durchsuchen lassen und illegale Feuerwerkskörper entdeckt. Die besorgte Lehrerin informiert Luces Mutter. Wir erfahren, dass er von einem wohlhabenden, weißen Ehepaar adoptiert wurde, seine ersten zehn Jahre im kriegsgebeutelten Eritrea gelebt und sogar als Kindersoldat eingesetzt wurde. Seine Adoptiveltern sind jahrelang mit ihm zur Therapie gegangen, damit er die traumatischen Erlebnisse verarbeiten konnte. 

„Luce“ ist einer dieser Film, bei dem sich der Zuschauer selbst hinterfragen kann. Lassen wir uns beispielsweise einfacher von attraktiven, charmanten und charismatischen Menschen blenden? Teenager aus gutem Haus haben sicherlich generell bessere Chancen im Leben als Kinder, die aus einfachen Verhältnissen kommen. Durch den elterlichen Sozialstatus geniessen diese Kinder auch meist  ein besseres Ansehen als andere Kinder. Wenn die privilegierten Kinder sich dann noch integrieren, Teil einer Gemeinschaft sind, sich durch gute Leistungen hervorheben und bei Schülern und Lehrern gleichermassen beliebt sind, erfüllen sie genau das, was wir von ihnen erwarten. Luce ist solch ein Kind, ein Sympathieträger, der einen mit seinem Charme um den Finger wickelt. Dann kommt auf einmal diese Lehrerin und kratzt an seinem Image, verdächtigt ihn gar… „Luce“ ist ein Film über Vorteile und Schubladendenken, zunächst geht es aber darum, ob Luce tatsächlich diese dunkle Seite überhaupt hat. Warum sollte er? Was wäre seine Motivation?

„Luce“ ist ein ruhiger Film, bei dem man auf Zwischentöne achten muss. Kein Film, den man nebenbei gucken kann. Ich habe es versucht, es hat nicht funktioniert. Zunächst habe ich mich aber natürlich bemüht, ihn im Kino zu sehen. Wie so oft bei Independent-Produktionen, war der Film  leider sehr schnell wieder aus der amerikanischen Kinolandschaft verschwunden. Bei meiner ersten Sichtung auf Video on Demand war ich zu abgelenkt, habe zu viel nebenbei erledigt, ich fand ihn aber am Ende so interessant, dass ich ihn (innerhalb der Mietdauer von 48 Stunden) nochmal gesehen habe und dann hat er mich für die nächsten paar Tage nicht mehr losgelassen. 

„Luce“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Kelvin Harrison Jr.), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer, Naomi Watts), Bester Nebendarsteller (Tim Roth), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Luce“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 2.8.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Er lief insgesamt in nicht mehr als 235 Kinos in den Vereinigten Staaten landesweit. 

Trailer zu sehen:

D. C. – Film: „Motherless Brooklyn“

Ich war am 4.11.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Motherless Brooklyn“ (dt. Kinostart: 12.12.19)   144 min  crime, drama, adaptation 

dir. Edward Norton  cast: Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Bobby Cannavale, Alec Baldwin, Willem Dafoe, Michael K. Williams, Leslie Mann, Bruce Willis

 

New York in den 1950er Jahren. Nachdem sein Freund und Mentor Frank Minna (Bruce Willis) getötet wurde, begibt sich der Privatdetektiv Lionel Essrog (Edward Norton) auf die Suche nach dem Mörder…

 

C (Wertung von A bis F) „Motherless Brooklyn“ basiert auf Jonathan Lethems gleichnamigen Roman. Es ist nach der charmanten RomCom „Keeping the Faith“ aus dem Jahr 2000 erst die zweite Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers Edward Norton („Primal Fear“, „American History X“, „Fight Club“, „25th Hour“, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance). Edward Norton schrieb auch das Drehbuch zu dem Film und spielt die Hauptrolle. 

Die Romanhandlung von „Motherless Brooklyn“ ist Ende der 1990er Jahren angesiedelt, Edward Norton lässt seine Geschichte in den 1950er spielen. Ein privater Ermittler einer kleinen Detektei versucht, den Mord an seinem ehemaligen Chef und einzigem Freund aufzuklären. Der von Edward Norton verkörperte Lionel Essrog ist ein Außenseiter mit Ticks (er leidet an dem Tourette-Syndrom und Zwangsverhalten) und deckt bei seinen Ermittlungen immer mehr die korrupten Strukturen der Stadt auf. Eine klassische Detektiv-Story inszeniert im Stil eines Neo-Noir-Films. „Motherless Brooklyn“ ist auch ein Film der Rassismus, Diskriminierung und Gentrifizierung zum Thema macht. Ich wünschte, mir hätte der Film besser gefallen. 

Heutzutage ist es generell für Filmemachern schwer, eine Finanzierung für Kinofilme, die weder eine Fortsetzung zu einem erfolgreichem Film oder Part eines Franchises darstellen, zu erhalten. Edward Norton hat neunzehn Jahr gebraucht, die Filmadaption eines seiner Lieblingsromane auf die Leinwand zu bringen. Ed Norton hat sich bemüht, das Filmbudget (mit rund 26 Millionen Dollar) möglichst gering zu halten, dabei wurde er durch seine Schauspieler unterstützt, die gänzlich auf ihre Gage verzichtet haben. Der Look, das Kostümdesign und auch die Ausstattung sieht wertig aus, auch machen die Schauspieler Willem Dafoe, Bobby Cannavale, Gugu Mbatha-Raw und – vor allen Dingen – Alec Baldwin und Edward Norton selbst den Film am Ende sehenswert. Mir war es allerdings nie möglich, richtig in die Geschichte einzutauchen. Ich weiß nicht, woran es lag, ich hatte in so gut wie jeder einzelnen Szene das eigentliche Set vor mir. Habe mir vorgestellt, wo die Kameras platziert waren, wie Norton Regieanweisungen gab, etc. Das mag ein persönliches Problem sein, aber wenn man den Film nur „von außen“ sieht, fallen einem auch sämtliche Kleinigkeiten auf. Beispielsweise inszeniert Ed Norton hier eine Sequenz in einem Jazzclub. In meiner Vorstellung müsste eine solche New Yorker Bar in den 1950er Jahren völlig verqualmt sein, beinahe alle Gäste würden rauchen, als gäbe es kein Morgen, nicht so in Nortons Version des Jazz Clubs. Irgendwann gegen Ende der längeren Sequenz wurde dann vereinzelt geraucht, aber da war es für mich bereits zu spät, ich war komplett raus. Als großer Freund der Musik von Radiohead habe ich Thom Yorkes wunderbaren Song natürlich sofort als seinen rausgehört. Während es sich der Song in meinem Herzen gemütlich gemacht hat, konnte ich mich natürlich wieder erst mal nicht auf etwas anderes konzentrieren.

Edward Nortons Porträt eines, an dem Tourette-Syndrom und unter Zwangsverhalten leidenden Mannes ist überzeugend. Er erklärt uns seine Erkrankung und sein Befinden anhand seines Voice-Overs. Sein Umfeld nimmt ihn teilweise als „Freakshow“ wahr, sie können seine Ticks nicht einordnen und somit wurde Lionel Essrog zwangsläufig zum Außenseiter. Schauspielerisch ebenso gut hat mir Alec Baldwin gefallen, auch weil er die Rolle des mächtigen Widerlings so gut beherrscht. 

„Motherless Brooklyn“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Edward Norton), Bester Nebendarsteller (Alec Baldwin, Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Gugu Mbatha-Raw), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Motherless Brooklyn“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 1.11.19 in 1,342 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 12.12.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht nicht zwingend im Kino


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV-Serie „Succession, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 2“ (seit dem 10.11.19 in D. über Sky zu sehen oder über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  satire, comedy, drama 

dir. Mark Mylod, Andrij Parekh, Shari Springer Berman and Robert Pulcini, Matt Shakman, Becky Martin, Kevin Bray  cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Sarah Snook, Kieran Culkin, Alan Ruck, Nicholas Braun, Matthew Macfadyen, J. Smith-Cameron, Holly Hunter, Jeannie Berlin, Cherry Jones, Hiam Abbass, Peter Friedman, Dagmara Dominczyk, Justine Lupe, James Cromwell, Caitlin FitzGerald

 

Was genau hat Logan Roy (Brian Cox) vor?

 

A (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Ähnlichkeiten von Logan Roy und Rupert Murdoch mit ihren jeweiligen Familien und Waystar Royco und News Corp sind natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers, The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Die Ereignisse der zweiten Staffel knüpfen relativ nahtlos an denen der ersten Staffel an. 

Mein Beitrag zur ersten Staffel liegt jetzt zwei Monate zurück, in der Zwischenzeit lief die Fortsetzung erstmalig auf HBO und die erste Staffel wurde mit zwei wohlverdienten Emmys (Drehbuch für das Staffelfinale und den besten Score für den Vorspann) ausgezeichnet. Leider stand bei den diesjährigen Emmys die letzte Staffel von „Game of Thrones“ im Weg, sonst hätte „Succession“ sicher den Emmy für die Beste Dramaserie gewonnen. 

Ich liebe Filme und Serien, die mich in eine, mir völlig fremde Welt führen, mir diese anhand von Charakteren und Geschichten näher bringen. Erklären, so dass ich diese Welt verstehe. Genau das schafft „Succession“ und ist dabei unglaublich witzig. Hier blickt man hinter die Kulissen einer superreichen dysfunktionalen Familie. Die Roys haben so gut wie keine Berührungspunkte mit der normalen Bevölkerung, sie haben natürlich Bedienstete, aber der Kontakt beschränkt sich darauf, ihnen Anweisungen zu erteilen. Wenn sie unter Druck stehen, geben sie diesen an ihre Untergebenen weiter. Den Unterschied zwischen dem engsten Roy-Familienkreis, ihren wichtigen Geschäftspartnern und allen Anderen sieht man, wenn sie aus Sicherheitsgründen in den Safe/Panic Room gebracht werden. Wenn die Familie Roy den eigenen Vergnügungspark besuchen will, wird der kurzerhand für die anderen Besucher gesperrt. Sie haben riesige Anwesen und Luxus-Wohnungen in Bestlage, werden bei kurzen Strecken in SUVs oder Limousinen (Kendall auch mal auf dem Motorrad) kutschiert, sind aber ansonsten überwiegend in Hubschraubern und Privatjets unterwegs oder verbringen Zeit auf ihrer Jacht. Milliardäre bleiben unter sich, machen Geschäfte mit ihresgleichen. Wenn es um Geld geht, geht es gleich um sehr viel Geld. Die, vermutlich zwischen Anfang 30 und Mitte 50-jährigen Roy-Kinder müssen sich für ihre größeren Ausgaben immer Papas Okay holen und wenn dem etwas nicht in den Kram passt, können sie ihre Wünsche gleich begraben. Manchmal könnte man den Roy-Nachwuchs fast bemitleiden. Es gibt jedenfalls keinen Grund, sie zu beneiden. Die Serie ist ein fiktives, bitterböses Drama und zugleich eine Satire, aber könnte es sich nicht so oder so ähnlich bei den Murdochs oder irgendeiner anderen Milliardärs-Familie zugetragen haben bzw. zutragen? 

In der Familie Roy werden harte Kämpfe ausgetragen. Der Vater, Logan Roy (gespielt von Brian Cox), ist ein Medienmogul, hat das Medienimperium Waystar Royco aufgebaut, er weiß über alles und jeden, innerhalb seiner Familie und in seinem Konzern, Bescheid. Logan Roy ist zwar schon alt, aber noch nicht gewillt, seine Macht abzugeben. Schon gar nicht an seine Kinder, von denen er keinen wirklich ernst nimmt. Allen vier Kindern (gut, Connor ist nicht interessiert, wie wir seit der ersten Staffel wissen, er hat andere Ambitionen) fehlt in Logans Augen das Rückgrat und der Killerinstinkt, den sie seiner Meinung brauchen, um Waystar Royco zu leiten. Vielleicht hat gerade diese Kaltblütigkeit am Ende doch eines der Kinder. Die zweite Staffel steckt bis zur tatsächlichen letzten Sekunde voller Spannung und auch Überraschungen. 

Die erste Staffel war das Amuse-Gueule vor dem mehrgängigen kreativen Dinner in einem Drei-Sterne-Restaurant, was die zweite Staffel, für mich darstellte. Ohne die erste Staffel wird man nicht nachvollziehen können, wie exzellent, die zweite ist. Ich hatte den Eindruck, dass es in der Fortsetzung etwas ernsthafter, dramatischer zugeht. Auf der anderen Seite habe ich bei jeder einzelnen Episode mehrmals lauthals lachen müssen. Mir ist schleierhaft, wie die Schauspieler ihre trockenen und bösartigen Sprüche raushauen können, ohne dabei mit der Wimper zu zucken.

In dieser Staffel geht es um Übernahmen, einen handfesten Skandal, Täter und Opfer und natürlich um Macht und Führungsansprüche der Roy-Geschwister.

Ein kleiner Auszug meiner Lieblingssequenzen:

  • die gesamte Sequenz mit Kendall bei Vaulter (Episode 2, „Vaulter“)
  • die gesamte Sequenz um den rechtsradikalen ATN-Nachrichtensprecher Mark Ravenhead und Connor und Willa bei der Beerdigung von „Mo“ (Episode 4, „Safe Room“)
  • die aussagekräftige Sequenz mit Roman, Shiv und – vor allen Dingen – Kendall und ihrer Mutter (Episode 7, „Return“)
  • die gesamte Sequenz in Schottland. Über Logans Kindheit ist bislang kaum etwas bekannt, daher sind die geringsten Informationen schon willkommen, außerdem mag ich die gesamte Dynamik dieser Episode, „Grexit“ und natürlich Kendall mit ein paar Hochs und Tiefs (Episode 8, „Dundee“)
  • meine absolute Lieblingssequenz ist jedoch das Staffelende (die letzten, vielleicht zehn Minuten von Episode 10 „This is Not for Tears“

Meine Lieblingscharaktere:

In der ersten Staffel hatte ich keinen wirklichen Lieblingscharakter, am meisten habe ich mich sicher über Roman Roy (gespielt von Kieran Culkin) und das Zusammenspiel von Tom Wamsgans und Cousin Greg  (gespielt von Matthew Mcfadyen und Nicholas Braun) amüsiert. Auch in der zweiten Staffel sorgt Roman natürlich mit seinem rätselhaften Sexleben und seinem Sarkasmus für viele Lacher. Greg hingegen orientiert sich langsam um, für die zweite Staffel gibt es zwei (wenn man genau hinschaut, am Ende mit Greg & Ken sogar drei) interessante neue Paarungen: Roman & Gerri und Shiv & Tom. Letztlich ist aber auch sonst jeder einzelne Hauptcharakter vielschichtig und hat seine eigene Geschichte. Bei der zweiten Staffel hat sich jedoch ein Charakter direkt in mein Herz gespielt: Kendall Roy.

Mit der Figur Kendall Roy habe ich auch einen neuen Lieblingsschauspieler: Jeremy Strong. Ich hatte diesen Schauspieler bislang noch gar nicht auf dem Schirm. In der ersten Staffel war seine Serienfigur noch zu grün hinter den Ohren, ich konnte ihn noch nicht wirklich ernst nehmen, außerdem war er der, der mit den Coolen spielen wollte. Coolness kann man aber bekanntlich nicht erzwingen und daher wirkte er oft lächerlich. Er war – um es auf den Punkt zu bringen – der Loser. Kendall ist aber der Einzige der Roy-Kinder, der sich mit dem Mediengeschäft richtig auskennt, jahrelang arbeitete er schon in einer leitenden Position bei Waystar Royco und stand am Anfang der ersten Staffel sogar kurz davor, die Nachfolge von Logan Roy anzutreten…. bis Papa Roy es sich anders überlegt hat. In der zweiten Staffel ist Kens Leben von Ups and Downs bestimmt. Gedemütigt und am Boden, er konsumiert natürlich immer noch Drogen, dann wirkt er auf einmal gefasst und überlegt, manchmal wie ferngesteuert, dann ist er wieder so ein Sausack, macht den Eindruck, als wäre ihm alles egal, kurz darauf wirkt er wieder emphatisch, sehr souverän, angriffslustig, knallhart, dann möchte man ihn wieder einfach in den Arm nehmen, trösten, dann dieser Rap, uswuswusw…Definitiv ist Kendall die faszinierendste Figur der zweiten Staffel. Bei meiner Zweitsichtung der Staffel (die ich übrigens nur jedem ans Herz legen kann, da man bei dieser handlungsdichten und dialogreichen Serie unmöglich alles beim ersten Mal  erfassen kann), war ich manchmal sogar ein bisschen in Kendall verliebt. 

In den letzten paar Wochen habe ich quasi jede freie Minute damit verbracht, „Succession“ zu gucken. Die erste Staffel habe ich, wie alle guten Serien, zwei Mal geschaut. Die zweite Staffel hatte ich schon zwei Mal geschaut, dann war ich erkältet, hatte keine Lust auf Filme oder neue Serien und habe sie mir noch ein weiteres Mal angeschaut. Und auch bei der dritten Sichtung habe ich tatsächlich noch immer wieder etwas Neues entdeckt, mich über Gesichtsausdrücke oder wieder über den Dialogwitz kaputt gelacht und – wie die Male zuvor – meinen Spass mit dieser einfach unfassbar brillant geschriebenen Serie gehabt. 

Definitiv ist „Succession“ keine Serie, die man nebenbei schauen kann, die Handlungsdichte ist viel zu groß, wenn man ein Mal blinzelt, verpasst man schon was. 

 

In meine jährliche Top Ten hatte ich schon einige wenige Male auch eine TV-Serie aufgenommen, die ersten beiden Staffeln von „Succession“ sind jetzt bereits festgesetzt in meiner Top Ten 2019.  Update: Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  ist in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

 

Die wichtigsten Charaktere hatte ich bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel vorgestellt, Ein paar für die zweite Staffel wichtige Charaktere, ein Unternehmen und einen TV-Sender möchte ich hier noch vorstellen: 

Gerri ist Wirtschaftsanwältin, leitet die Rechtsabteilung bei Waystar Royco und ist eine wichtige Beraterin für Logan Roy (gespielt von Brian Cox), außerdem gehört sie quasi zur Familie, war  Taufpatin von Logan Roys einziger Tochter, Shiv (gespielt von Sarah Snook), und ist mittlerweile auch für den jüngsten Sohn der Roys, Roman (gespielt von Kieran Culkin), eine enge Beraterin. Gespielt wird Gerri von der amerikanischen Schauspielerin J. Smith-Cameron. Sie hat in vielen TV-Serien (u.a. TV-Serie „True Blood“, ,TV-Serie „Rectify“) gespielt und hat auch in einigen Kinofilmen („In & Out“, Margaret) mitgewirkt. 

Cyd Peach leitet den Nachrichtensender ATN, der zu Waystar Royco gehört. Gespielt wird Cyd von der amerikanischen Schauspielerin Jeannie Berlin. Die mittlerweile 70-jährige war nicht durchgehend auf dem Bildschirm bzw. auf der Leinwand zu sehen. Ich habe sie in den Filmen Margaret und Inherent Vice, sowie der wunderbaren TV-Serie TV-Serie „The Night Of gesehen. Sie hat für ihre Performance in „The Heartbreak Kid“ eine Oscar-Nominierung erhalten. 

Rhea Jarell ist CEO des rivalisierenden Medienkonzerns PGM. Logan Roy will PGM aufkaufen. Rhea hat einen ähnlichen schmutzigen Humor wie die Roys. Gespielt wird Rhea von der amerikanischen Schauspielerin Holly Hunter. Sie hat in den Coen Bros.-Filmen „Raising Arizona“ und „O Brother, Where Art Thou?“ gespielt und auch beispielsweise in dem großartigen Film „Broadcast News“, Sie hat in der TV-Serie „Saving Grace“ und dem Mehrteiler TV-Serie „Top of the Lake mitgewirkt. Sie wurde 6 x für den Emmy nominiert, hat zwei Emmys (für „Roe vs. Wade“ und „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“) gewonnen. Außerdem wurde sie vier Mal für den Oscar nominiert („Broadcast News“, „The Firm“, „The Piano“ und „Thirteen“), für „The Piano“ hat sie den Oscar gewonnen. 

Naomi ist die Cousine von Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones) Sie ist das schwarze Schaf der Familie Pierce, vielleicht kommt sie daher so gut mit Kendall klar. Naomi wird von der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Annabelle Dexter-Jones gespielt. Sie war u.a. in Holy Motors, „Under the Silver Lake“ und der HBO-Serie „The Deuce“ zu sehen. 

ATN ist ein amerikanischer Nachrichtensender, ein Propaganda-Sender der Republikaner, gleichzusetzen mit Rupert Murdochs TV-Sender Fox News. Wer schon mal in den Genuss gekommen ist, die Berichterstattung dieses Senders zu verfolgen, ist ratlos. Wie ist es rechtlich überhaupt möglich, so viele Lügen zu verbreiten? 

PGM ist ein großes Medienunternehmen, dass seit 150 Jahren im Familienbesitz ist. Die Matriarchin ist Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones). CEO von PGM ist Rhea Jarell (gespielt von Holly Hunter) Waystar Royco hat vor Jahren schon mal versucht, PGM zu übernehmen. Logan Roy unternimmt in der zweiten Staffel einen erneuten Versuch.  Familie Pierce ist alter Geldadel, dagegen sind die Roys neureich. Die Pierces sind liberal und demokratisch und halten gar nichts von den Roys. PGM gehört ein liberaler Nachrichtensender, der in den Augen der meisten, der einzige Sender ist, der „richtige Nachrichten“ bringt, insbesondere im Vergleich zu Waystar Roycos Propagandasender ATN. Shiv Roy meldet Bedenken an, Pierce zu kaufen: „If we own all the news, I do actually wonder where I’ll get my fucking news…You´ve got The Times, The Post, editors of Pierce and a couple of hundred angry women on Twitter and that’s about it“

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18-5.8.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO gezeigt und war für die im September 2019 verliehenen Emmys qualifiziert. Nominiert war „Succession“ für insgesamt 5 Emmy-Awards (Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKay und die Pilotfolge „Celebration“), Outstanding Writing for a Drama Series (für Jesse Armstrong und die finale Episode „Nobody is Ever Missing“). Außerdem war die Serie für zwei Primetime Creative Arts Emmy Awards (Outstanding Casting for a Drama Series und Outstanding Original Main Title Theme Music) nominiert. Die Serie hat zwei Emmys (Outstanding Writing und Outstanding Original Main Title Theme Music) gewonnen. 

Die zweite Staffel von „Succession“ lief erstmalig vom 8.11.19 – 13.10.19 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO und qualifiziert sich dadurch für die Emmys im Jahr 2020. In Deutschland kann man die zweite Staffel seit dem 10.11.19 auf Sky sehen oder über den deutschen iTunes Store (wohl auch in der, unbedingt empfehlenswerten Originalversion) erwerben. 

Eine dritte Staffel wurde bereits bestätigt. 

Trailer der zweiten Staffel zu sehen: 

 

 Vorspann zu sehen:

 

New Yorker Bus mit Werbung von "Succession"
New Yorker Bus mit Werbung von „Succession“

D.C. – Film: „Jojo Rabbit“

Ich war am 4.11.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Jojo Rabbit“ (dt. Kinostart: 23.01.20)  108 min  comedy, drama, adaptation 

dir. Taika Waititi  cast: Roman Griffin Davis, Scarlett Johansson, Thomasin McKenzie, Taika Waititi, Sam Rockwell, Rebel Wilson, Stephen Merchant, Alfie Allen, Archie Yates  

 

Nazi-Deutschland, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Der 10-jährige Johannes „Jojo“ Betzler (Roman Griffin Davis) lebt mit seiner Mutter (Scarlett Johansson) allein, seine Schwester ist verstorben und der Vater kämpft wohl irgendwo in Italien. Jojo ist Mitglied der Hitler-Jugend, aber ein Außenseiter. Als er eines Tages entdeckt, dass seine Mutter Zuhause das jüdisches Mädchen Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt hält, weiß er nicht so richtig, wie er damit umgehen soll. Er wendet sich an seinen imaginären Freund Adolf Hitler (Taika Waititi)….

 

B+ (Wertung von A bis F) „Jojo Rabbit“ basiert auf Christine Leunens Roman „Caging Skies“. Es ist der neue Film des neuseeländischen Filmemachers und Drehbuchautors Taika Waititi (What We Do in the Shadows, Hunt for the Wilderpeople, „Thor: Ragnarok“). Waititi hat für diesen Film auch das Drehbuch geschrieben und ist in einer Nebenrolle als seine Version von Adolf Hitler zu sehen. 

Der Neuseeländer Taika Waititi hat maorische und jüdische Wurzeln, das ist für eine Nazi-Satire  wichtig zu wissen. In meinen Augen sollte eine Darstellung dessen einzig jüdischen Filmemachern vorbehalten sein. 

Die Geschichte spielt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und wird aus Sicht eines 10-jährigen Jungen, der mit der Nazi-Propaganda in Deutschland aufgewachsen ist, erzählt. Es ist ein Film über das Erwachsenwerden. Der Junge, Jojo, möchte ein Mann sein, was in seinen naiven Verständnis wohl damit gleichzusetzen ist, ein Nazi zu sein. Er ist Mitglied der Hitler-Jugend, im Jugendlager muss er jedoch feststellen, dass er nicht alles, was von ihm verlangt wird, umsetzen kann. Jojo ist ein Außenseiter. Sein Vater kämpft im Krieg, vielleicht ist er sogar schon tot, ihm fehlt ein männliches Vorbild, irgendjemand den er zu Rate ziehen kann. Sein imaginärer Freund, Adolf Hitler, ist auch nicht immer eine Hilfe. Jojo hat eingetrichtert bekommen dass Juden Monster sind und als er eines Tages feststellt, dass seine Mutter ein junges jüdisches Mädchen versteckt hält, gerät seine ganze kindliche Gefühlswelt durcheinander. Das Leben ist scheinbar komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Er muss lernen, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden und, dass man sich seine eigene Meinung bilden muss. Das gehört dazu, wenn man erwachsen werden will. 

Das Wichtigste bei einer Nazi-Satire ist es, den richtigen Ton zu treffen. Den trifft Taika Waititi in meinen Augen zum größten Teil. Es gibt hier eine tragische Wendung im Film, die mich leider erst mal  rausgebracht hat. Einfach weil ich mich gedanklich mit den Folgen beschäftigt habe. Ich werde mir den Film selbstverständlich ein weiteres Mal angucken und schauen, ob ich damit dann besser zurecht komme. Ansonsten hat mir der Film schon sehr gut gefallen, es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass er am Ende auch in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landet. „Jojo Rabbit“ ist eine smarte Satire, stimmt einen nachdenklich, ist voller Slapstick und absurd komisch, dann plötzlich schockierend und am Ende rührend. Insgesamt ist es eine liebenswerte und hoffnungsvolle Fabel mit einer schlichtweg perfekten musikalischen Einführung und einem ebenso toll gewählten musikalischen Ausklang. Der Film ist mit seiner Botschaft ein wichtiger Film, gerade in der heutigen Zeit. 

Roman Griffin Davis (in seiner ersten Rolle) als Jojo ist etwas farblos, aber vielleicht gerade deshalb eine Idealbesetzung, besonders mochte ich die Beziehung zwischen ihm und der jungen Jüdin Elsa (gespielt von der wunderbaren Thomasin McKenzie, Leave No Trace). Völlig hingerissen war ich von Archie Yates, der Jojos besten Freund Yorki spielt, (und so direkt aus einem Wes Anderson Film stammen könnte, dies ist aber tatsächlich auch sein Schauspieldebüt). Ein Knaller ist – wieder üblich – Sam Rockwell als Captain Klenzendorf, dessen Figur komplexer ist, als man zunächst annimmt. 

Die englische Originalsprache des Films ist hier dringend zu empfehlen, da gerade die Sprache eine gewisse Distanz zum Thema aufbaut und der deutsche Akzent zum absurden Ton des Films beiträgt.

Der von Fox Searchlight produzierte Film ist etwas umstritten. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass er am Ende sogar den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Es ist aber auch möglich, dass „Jojo Rabbit“ nicht mal als Bester Film bei den Academy Awards nominiert wird. Fox wurde bekanntermassen von Disney übernommen und der Maus-Konzern ist besorgt, dass der Film nicht familienfreundlich genug ist und Menschen sogar abschrecken kann. Sie sollten Mut beweisen und auf ihr bestes Pferd im Stall (sie haben auch noch Ford v Ferrari und den neuen Terrence Malick-Film („Hidden Life“)setzen, eine solide Oscar-Kampagne starten und schauen, was passiert. 

Update nach der Zweitsichtung von „Jojo Rabbit“:

B+ (Wertung von A bis F) 2 1/2 Monate nachdem ich den Film das erste Mal gesehen habe, habe ich ihn mir ein weiteres Mal angeschaut. 

Alles was ich das erste Mal geliebt habe (eine der besten Titelsequenzen der Filmgeschichte, die Beziehung von Jojo und Elsa…und Nathan, Jojos Buch und Yorki), habe ich das zweite Mal nur noch mehr mehr ins Herz geschlossen. Eine signifikante Wendung im Film hat mir – bei meiner ersten Sichtung – Bauchschmerzen bereitet, die hatte ich bei der Zweitsichtung nicht mehr, konnte mich natürlich auch darauf einrichten. 

„Jojo Rabbit“ ist ein wirklich warmherziger Film, natürlich nimmt Taika Waititi auf seine typische Art die Nazis aufs Korn. Ich würde den Film aber nun eher als eine Komödie und nicht als eine Satire bezeichnen. Wenn man Satire hört oder liest, stellt man sich vielleicht etwas völlig anderes vor. Am Ende des Films hatte ich wieder Tränen in den Augen, aber halte an meiner „B+“-Bewertung fest. 

„Jojo Rabbit“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Roman Griffin Davis), Bester Nebendarsteller (Taika Waititi, Sam Rockwell) Beste Nebendarstellerin (Thomasin McKenzie, Scarlett Johansson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „Jojo Rabbit“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Scarlett Johansson), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Schnitt) Update: „Jojo Rabbit“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.  

„Jojo Rabbit“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film (wie zuvor einige spätere Oscar-Gewinner-Filme, wie u.a. The King´s Speech, 12 Years a Slave und Green Book) den Publikumspreis gewonnen. Der Film ist am 18.10.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief er bereits in 256 Kinos in den Vereinigten Staaten. Der Film ist ab dem 23.01.20 in den deutschen Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Hidden Life„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Terrence Malicks neuer Film mit August Diehl, Bruno Ganz, Matthias Schoenaerts, u.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

L. A. – Film: „The Lighthouse“

Ich war am 27.10.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Lighthouse“ (dt. Filmtitel: „Der Leuchtturm“, dt. Kinostart: 28.11.19)  110 min  drama, thriller, horror  

dir. Robert Eggers  cast: Willem Dafoe, Robert Pattinson

 

Ende des 19. Jahrhunderts. Der Leuchtturm-Wärter (Willem Dafoe) und sein Assistent (Robert Pattinson) werden auf der kleinen, abgelegenen Insel abgesetzt. Vier Wochen sollen sie dort vor der Küste in Maine arbeiten. Es kommt schon bald zu Spannungen und der Konflikt zwischen den beiden Männern spitzt sich langsam zu….

 

A- (Wertung von A bis F) „The Lighthouse“ ist nach The Witch erst der zweite Spielfilm, bei dem der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Robert Eggers Regie führt. Das Drehbuch zu diesem Film hat er zusammen mit seinem Bruder Max geschrieben. 

Der Film hat die Intensität eines brillanten Theaterstücks und ist ummantelt von der Inszenierung eines visionären Filmemachers. Robert Eggers beschreibt seinen Film passenderweise mit: „Nothing good can happen when two men are trapped alone in a giant phallus.“

Das erste was auffällt ist das ungewöhnliche Format, fast quadratisch ist die Leinwand, die scharfen, perfekt ausgeleuchteten Bilder (dabei viele Nahaufnahmen), sind schwarz/weiß, die beiden Männer sprechen in einer altenglischen, speziellen Sprache (wie bereits bei Eggers Erstlingswerk). Das alles verstärkt die Wirkung, dass wir hier in einer weit zurückgelegenen Zeit und die Männer sich in einer beklemmenden Situation befinden. Durch die Inszenierung habe ich keinen Moment mit der Rahmenhandlung gefremdelt. Isoliert auf einer kleinen Insel, auf engstem Raum sehen wir die beiden Männer. Für vier Wochen sind ein alter erfahrener Leuchtturmwärter und sein junger Helfer auf sich allein gestellt und sollen ihren Auftrag erfüllen. Der zottelige Alte (gespielt von Willem Dafoe) fällt schnell durch schlechtes Benehmen und respektloses Verhalten auf, ist laut, provoziert und erteilt dem jungen Mann (gespielt von Robert Pattinson) Anweisungen. Während der Junge körperlich schwere und niedere Tätigkeiten ausübt, fragt man sich, was eigentlich der Alte während der Arbeitszeit treibt. Zu dem Grundkonflikt bestehend aus Isolation und Nähe gesellen sich schnell die inneren Kämpfe. Es kommt zu Spannungen und sehr bald zu offenen Konfrontationen. 

„The Lighthouse“ ist ein packendes Kammerspiel, ein Thriller- und irgendwo Horrorfilm, aber auch ein Psycho- und Charakterdrama, manchmal absurd und sehr witzig. Man weiß nie so richtig, was als Nächstes passiert. 

Ich liebe den Film für seine eigenwillige Machart. Für die auf Film gedrehten schwarz/weiß-Bilder wurden Vintage-Kameralinsen genutzt, die den Look noch verstärken, dass es sich um Filmmaterial von Ende des 19. Jahrhunderts handelt. Die visuelle Sprache des Films ist besonders, so wurden für die einzelnen Szenen die Kameras zuerst positioniert, die Schauspieler mussten sich dann ihren Raum suchen. Normalerweise ist es genau andersherum. Der Film müsste jetzt, sofort bei allen ernstzunehmenden Filmpreisverleihungen für die Beste Kamera ausgezeichnet werden. Bereits am Anfang, wenn man auf die kleine Insel mit ihrem Leuchtturm zusteuert, macht man unweigerlich eine kleine Zeitreise. Kaum zu glauben, dass die Szenenbildner diese Bauten eigens für diesen Film erschufen.

Robert Pattinson und Willem Dafoe sind eins mit ihren Rollen geworden, zweifellos liefern beide Schauspieler eine oscarwürdige Peformance. 

Die beiden Filmemacher Robert Eggers und Ari Aster (Hereditary, Midsommar) sind für mich derzeit, die beiden faszinierendsten Regie-Hoffnungen. Beide setzen in ihren Filmen auf Atmosphäre und Stimmung und haben dabei eine völlig andere Herangehensweise und einen sehr präzisen und einzigartigen Stil. Ich bin gespannt auf ihren weiteren Weg, beide präsentieren dieses Jahr erst ihr zweites Werk. 

Ari Asters „Midsommar“ und Robert Eggers „The Lighthouse“ sind beides Film, die in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 festgesetzt sind. Update: „The Lighthouse“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

Die Oscar-Strategen von A24 haben sich darauf geeinigt, für Robert Pattinson eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller und Willem Dafoe als Bester Nebendarsteller zu führen. Strategisch mag das klug sein, für mich sind aber beide gleichwertig in ihrer Präsenz. 

„The Lighthouse“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Pattinson), Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: „The Lighthouse“ wurde für einen Oscar (Beste Kamera) nominiert.

„The Lighthouse“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Robert Eggers für seinen Film den FIPRESCI Prize gewonnen. Der A24-Film ist am 18.10.19 in acht amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er bereits in 586 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. Unter dem Filmtitel „Der Leuchtturm“ soll der Film ab dem 28.11.19 auch in den deutschen Kinos zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Parasite„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Bong Joon-hos Oscar-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm mit Mackenzie Davis und Brooklyn Prince

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Ford v Ferrari“

Ich war am 02.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ford v Ferrari“  (dt. Filmtitel: „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, dt. Kinostart: 14.11.19) 152 min  drama, biopic 

dir. James Mangold  cast: Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Tracy Letts, Josh Lucas, Noah Jupe 

 

Zu Beginn der 1960er Jahre will der amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Company seinen Ruf verbessern und sich einen eigenen Namen im Autorennsport machen. Nachdem Ferrari das Übernahmeangebot seines US-Konkurrenten abgelehnt hat, plant der Chef des Ford-Konzerns, Henry Ford II (Tracy Letts), mit Hilfe des ambitionierten Managers Lee lacocca (Jon Bernthal) und dem ehemaligen Rennfahrer und Sportwagen-Konstrukteur Carroll Shelby (Matt Damon) nun einen eigenen Rennwagen zu entwickeln. Um bei dem legendären Auto-Rennen in Le Mans anzutreten und die Italiener zu schlagen, brauchen sie aber auch einen exzellenten Fahrer. Der hitzköpfige Brite Ken Miles (Christian Bale) ist ein leidenschaftlicher Fahrer und scheint wagemutig genug, nur entspricht der nicht dem Image, dass sich die Chefetage von Ford vorstellt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ford v Ferrari“ basiert auf wahren Begebenheiten und wurde von A.J. Baimes Biografie „Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans“ inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „Walk the Line“, Knight and Day, Logan). 

„Ford v. Ferrari“ ist ein Film über Leidenschaft und über eine Freundschaft, vor allen Dingen ist es aber eine typische amerikanische Heldengeschichte. Autos des amerikanischen Automobilherstellers Ford galten Ende der 1950er/Anfang 1960er als biedere Familienkutschen. Henry Ford II wollte das Image ändern und an Autorennen teilnehmen. Am liebsten hätte er den strauchelnden italienischen Autohersteller Ferrari aufgekauft und mit deren Autos Rennen gewonnen, aber nachdem die Übernahme scheiterte, musste Ford einen eigenen Rennwagen bauen, um eines Tages gegen die Italiener bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans anzutreten. Das ist der grobe Umriss der Geschichte, Konflikte entstehen dadurch, dass die von Matt Damon und Christian Bale porträtierten ungleichen Männer Carroll Shelby und Ken Miles zunächst eine Basis finden und sich später gegen die Schlipsträgern der Ford Company durchsetzten mussten. 

In Deutschland bekam „Ford v Ferrari“ den Filmtitel „Le Mans 66“, das ist insofern irritierend, da das eigentliche Autorennen erst spät im Film in Szene gesetzt wird. „Ford v Ferrari“ ist dann doch der passendere Titel, da die Motivation der Amerikaner genau daher rührt, ein so schnelles Rennauto wie das der Italiener zu bauen, um diese dann bei dem legendären Autorennen schlagen zu können. Es ist also mehr ein Drama über diesen Prozess mit samt den andauernden Auseinandersetzungen der Charaktere, die den Film interessant machen. Für herausragende und bleibende Szenen sorgt, wie üblich, Tracy Letts, hier als Henry Ford II. 

„Ford v Ferrari“ ist es ein handwerklich gut gemachter Film, etwas zu lang, aber durchaus unterhaltsam mit einigen witzigen Szenen, Ron Howards Rennsportfilm Rush hat mir jedoch besser gefallen. 

 Wenn ich an Matt Damon denke, weiß ich selbstverständlich, dass er früh (zusammen mit Ben Affleck) einen Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewann und als Schauspieler für The Martian nominiert wurde. Warum auch immer entfällt mir grundsätzlich, dass er noch zwei weitere Male als Schauspieler („Good Will Hunting“ und Invictus) für den Oscar nominiert wurde. Es liegt jetzt vier Wochen zurück, dass ich „Ford v Ferrari“  gesehen habe. Es ist einer dieser Filme, die ich sah, ganz gut fand, aber von denen ich mittlerweile nicht mehr viel in Erinnerung habe. Das vergnügliche Zusammenspiel von Bale und Damon ist mir jedoch noch recht präsent. Matt Damon ist sicher in mehr Szenen zu sehen, als Christian Bale, aber am Ende des Tages bleibt Bale derjenige, an den man zurückdenkt und der eine Oscar-Performance liefert. Es ist noch kein Jahr her, dass ich Christian Bale als Dick Cheney in der, für mich,  filmischen Katastrophe Vice Im Kino sah. Für diese Rolle hatte er enorm zugenommen und wurde zu Recht für den Oscar nominiert. Nun spielt er mit einer Selbstverständlichkeit, den fast magensüchtig wirkenden, exzentrischen britischen Rennfahrer Ken Miles. Als Zuschauer lässt einen Bale nie daran zweifeln, ob er die richtige Wahl für eine Rolle ist, er ist einfach. Für beide Schauspieler wird eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller geführt. In dieser Kategorie gibt es aber auch dieses Jahr viel zu viele Bewerber und daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sowohl Damon als auch Bale für den Oscar nominiert werden. Auch nicht sicher ist eine Oscar-Nominierung für Tracy Letts, auch wenn er es verdient hätte. Schauspielerisch gefiel mir hier wieder der Kinderschauspieler Noah Jupe (Suburbicon, A Quiet Place), obwohl er als Sohn von Christian Bales Charakter – rein optisch – eine Fehlbesetzung ist.  

„Ford v Ferrari“ ist einer dieser Filme, bei denen ich tatsächlich noch nicht einschätzen kann, ob er Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film hat. Vielleicht hängt es davon ab, ob er an der amerikanischen Kinokasse ordentlich Geld einspielt. Für mich ist es auch eher ein konventioneller Popcorn-Film, in einigen technischen Kategorien (Ton, Tonschnitt, Kamera, Szenenbild, Schnitt, etc.) sehe ich den Film aber bei den Oscars vertreten.

„Ford v Ferrari“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon, Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Tracy Letts, Jon Bernthal) und einige technische Kategorien Update: „Ford v Ferrari“ wurde für 4 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) Update: „Ford v Ferrari“ hat 2 Oscars gewonnen (Bester Schnitt, Bester Tonschnitt) 

„Ford v Ferrari“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film startet am 15.11.19 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Le Mans 66“ einen Tag vorher, am 14.11.19, starten. Ich habe den Film in einem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening mit einer anschließenden Party (bei der auch Regisseur James Mangold und die Schauspieler Tracy Letts und Jon Bernthal anwesend waren) in New York gesehen. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur James Mangold kündigt seinen Film "Ford v Ferrari" bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.
Regisseur James Mangold kündigt seinen Film „Ford v Ferrari“ bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.

Toronto – Film: „Zombieland: Double Tap“

Ich war am 20.10.19 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zombieland: Double Tap“ (dt. Filmtitel: „Zombieland 2: Doppelt hält besser“, dt. Kinostart: 07.11.19)  97 min  comedy, action, sequel  

dir. Ruben Fleischer  cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Rosario Dawson, Zoey Deutch, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Bill Murray 

 

Zehn Jahre sind seit der Zombie-Apocalypse vergangen. Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) leben schon wie eine Familie zusammen. Irgendwann wird es aber den beiden Schwestern zuviel…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zombieland: Double Tap“ ist die Fortsetzung zu Ruben Fleischers Film Zombieland aus dem Jahr 2009. Auch bei dem Sequel hat der amerikanische Filmemacher Ruben Fleischer („Gangster Squad“, „Venom“) Regie geführt. 

Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her ist, dass ich „Zombieland“ im Kino gesehen habe. Etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Emma Stone ist mittlerweile ein Filmstar, wurde 3x für den Oscar nominiert (Birdman, La La Land, The Favourite), für „La La Land“ hatte sie den Goldmann sogar gewonnen, Woody Harrelson ist vermutlich kein Jahr älter geworden und hat  jetzt auch drei Oscar-Nominierungen („The People vs. Larry Flynt“, The Messenger, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), auch Jesse Eisenberg ist um eine Oscar-Nominierung (The Social Network) reicher, aber hat sich optisch kaum verändert. Abigail Breslin hatte ihre Oscar-Nominierung für „Litte Miss Sunshine“ bereits vor dem ersten Zombieland-Film und ich glaube, es gibt einen Grund, warum sie nicht häufiger besetzt wird.

Die meisten Fortsetzungen sind uninspiriert und nur ein fader Aufguss des Originalfilms. Ich hätte auch ohne einen zweiten Teil von „Zombieland“ leben können. Dass die alte Crew (der Regisseur, die beiden Autoren und Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin) wieder zusammengetrommelt wurde, macht es einem aber schwer, die Fortsetzung einfach zu ignorieren. Das Drehbuch ist gut genug, reich an Zombie-Kills, Regeln und trockenen Sprüchen und damit eine der lohnenswerteren Fortsetzungen. Es bereitet einfach Vergnügen, Zeit – vor allen Dingen – mit Tallahassee, Columbus, und Wichita zu verbringen. Neue Charaktere (beispielsweise die unfassbar hübsche Rosario Dawson als Nevada und Zoey Deutch als Madison, die nicht nur Tallahassee auf Nerven geht, aber insgesamt dann doch eine Bereicherung darstellt) wurden hinzugefügt und das Ganze ergibt eine unterhaltsame Actionkomödie. Das fängt bereits vor der Titelsequenz, eigentlich direkt mit dem Columbia Pictures Logo, an und setzt sich bis zum Ende (während des Abspanns gibt es noch eine unverzichtbare Szene) durch.

Als etwas schwierig empfand ich Abigail Breslin und das nicht nur, weil die jetzt ältere Schauspielerin nun gar nicht glaubwürdig als Schwester von Emma Stone durchgeht. 

„Zombieland: Double Tap“ ist am 18.10.19 in 3,468 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in Kanada gesehen. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Zombieland 2: Doppelt hält besser“ am 07.11.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Ad Astra“

Ich war am 30.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ad Astra“ (deutscher Filmtitel: „Ad Astra: Zu den Sternen“, dt. Kinostart war der 19.09.19)   122 min  drama, sci-fi

dir. James Gray  cast: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Liv Tyler, Donald Sutherland

 

Irgendwann in der Zukunft. Major Roy McBride (Brad Pitt) ist Raumfahrt-Ingenieur und Astronaut. Sein Vater, Clifford McBride (Tommy Lee Jones) war bereits Astronaut und brach vor Jahrzehnten zu einer Mission im All auf. Er leitete die erste Expedition zum Neptun und sollte nach außerirdischen Leben forschen. Irgendwann brach dann der Kontakt zu Clifford McBride und seiner Crew ab. Seither sind sie verschollen. Nun wird die Erde von unerklärlichen elektromagnetischen Stürmen aus dem All heimgesucht und die amerikanische Weltraumbehörde vermutet einen Zusammenhang zwischen diesen Stürmen und McBrides Forschungsstation.  Major Roy McBride wird jetzt in geheimer Mission ins All geschickt, um die Raumstation zu finden und zu schauen, ob sein Vater tatsächlich noch am Leben ist…

 

D- (Wertung von A bis F) „Ad Astra“ ist der neue Film des amerikanischen Autorenfilmers James Gray („The Yards“, „We Own the Night“, „Two Lovers“, The Immigrant, „The Lost City of Z“).

Es müsste an jeder Häuserwand stehen, wie langweilig dieser Film ist.

Zugebenermassen bin ich generell kein großer Fan von Weltraumfilmen. Dramen mag ich dagegen sehr, leider hat mich aber auch die Vater-Sohn-Geschichte nicht berühren können. 

Brad Pitt sieht man in diesem Sci-Fi-Seelendrama nicht nur in der zentralen Rolle, durch sein Voice-Over lässt er uns auch an den Gedanken und Gefühlen seiner Figur jederzeit teilhaben. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn wir hier einen interessanten, oder wenigstens sympathischen Charakter begleiten würden oder eine spannende Geschichte vorgesetzt bekämen. Bekommen wir aber nicht und da konnte auch Brad Pitt (der sich als Schauspieler langsam mausert) nichts herausreißen. 

Die Bilder (die sicherlich nicht schlecht waren, aber an Gravity nicht annähernd heranreichen) zusammen in der Kombination mit der Musik und Brad Pitts eintönigem Gelaber (was nicht ganz so nervig, wie McConaugheys Dauergequatsche in Interstellar war) wirkten einlullernd auf mich. Die gute alte Hypnose-Spirale hätte keinen besseren Effekt erzielt.  Was habe ich nicht alles für Anstrengungen unternommen, um nicht einzuschlafen…

„Ad Astra“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Beste Nebendarstellerin (Ruth Negga), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Ad Astra“ wurde für einen Oscar (Bester Ton) nominiert. 

„Ad Astra“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 20.09.19 in 3,460 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film unter dem Filmtitel „Ad Astra – Zu den Sternen“ seit dem 19.09.19 im Kino. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Western Stars“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Dokumentation über die Produktion des gleichnamigen Albums von Bruce Springsteen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „The King´s Man„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Prequel zu den Kingsman-Filmen. Regie Matthew Vaughn mit Ralph Fiennes 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Midway“

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Boah, so schlecht wie der (Kriegs-)Film durch den Trailer wirkt, kann er nur von Michael Bay oder Roland Emmerich sein und richtig: Roland Emmerich

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%