NYC – Film: „Her Smell“

Ich war am 30.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Her Smell“  134 min  drama 

dir. Alex Ross Perry   cast: Elisabeth Moss, Agyness Deyn, Cara Delevingne, Dan Stevens, Gayle Rankin, Amber Heard, Eric Stoltz, Virginia Madsen

 

Über einen längeren Zeitraum begleiten wir die Sängerin der Punkrock-Band Something She, Becky (Elisabeth Moss)…

 

C- (Wertung von A bis F) „Herr Smell“ ist der sechste Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Alex Ross Perry („Listen Up Philip“, Queen of Earth, Golden Exits). Es ist die dritte Zusammenarbeit des Regisseurs mit der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss.

Ich weiß nicht, ob der Film besser wäre, wenn man Drogen genommen hätte, helfen würde es aber sicher. Alex Ross Perry schreibt vorwiegend Geschichten über unangenehme  Charaktere. Inspiriert von Danny Boyles Steve Jobs ist dieser Film in fünf Akte unterteilt, jeder einzelne findet quasi in Echtzeit und vor einem Ereignis (z.B. vor dem Auftritt der Band) statt. Eine durchgehende Geschichte wird hier also nicht erzählt, eher bekommt man über einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren einen kurzen Einblick in das Leben, den Ab- und Aufstieg dieser fiktiven Punkrock-Sängerin Becky Something. Diese Sängerin hat sich selbst nicht unter Kontrolle, ist völlig überdreht (alkohol- und drogensüchtig – na klar),  aggressiv, neurotisch und für alle Beteiligten (ja, auch den Zuschauer) lästig. Um Beckys chaotisches Leben noch greifbarer darzustellen, hält die Kamera einfach nicht still. Vier dieser Episoden (also der größte Teil des Films) waren für mich kaum zu ertragen. Mir fiel es auch schwer, den Fokus zu halten. Der vierte Akt, das möchte ich jedoch auch betonen, ist exzellent. Bis dahin ist es aber ein sehr langer, kräftezehrender Weg, einige meiner Mitzuschauer brachten nicht die Geduld auf und verließen vorzeitig das Kino. Ich habe mich am Ende darüber geärgert, dass der vierte Akt nicht Bestandteil eines guten Films ist. 

Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake, The Handmaid´s Tale, The One I Love, The Square) ist zweifelsfrei eine der talentiertesten Schauspielerinnen unserer Zeit, von allen Performances die sie je gegeben hat, mochte ich diese (mit Ausnahme ihrer im vierten Akt) am wenigsten. In dem Interview nach dem Film hat die Schauspielerin auch zugegeben, dass dies das erste Projekt war, bei dem ihr die Rolle nicht durchgehend Spass gemacht hat. 

„Her Smell“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film hat bereits einen kleinen amerikanischen Verleih gefunden, ein Kinostart in den U.S.A. ist jedoch bislang noch nicht bekannt. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen, dort wurde der Film in der US-Premiere gezeigt. Nach der Vorstellung gab es ein Interview mit dem Filmemacher Alex Ross Perry und seiner Hauptdarstellerin Elisabeth Moss und anschließend haben sie sich den Fragen des Publikums gestellt. Ob dieser Film in Deutschland ins Kino kommt, ist fraglich. 

Teaser zu sehen:

 

 

Q & A mit Alex Ross Perry (Mitte) und der Hauptdarstellerin Elisabeth Moss nach dem Screening ihres Filmes „Her Smell“ auf dem NYFF56

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NYC – Film: „Three Identical Strangers“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Identical Strangers“  96 min  documentary 

dir. Tim Wardle  cast: Robert Shafran, Edward Galland, David Kellman 

 

Im Jahr 1980. Der 19-jährige Bobby wurde als Baby adoptiert und erfährt durch Zufall, dass er mit Eddie einen Zwillingsbruder hat. Als ein Zeitungsartikel erscheint, der über die sich zum Verwechseln ähnelnden Brüder, die erstmalig als Erwachsene von der Existenz des jeweilig anderen erfuhren, berichtet, meldet sich mit David sogar ein Dritter. Es stellt sich heraus, dass sie Drillinge sind und im Alter von sechs Monaten zur Adoption freigegeben wurden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Three Identical Strangers“ rekonstruiert auf witzige, aber auch schockierende Weise das Leben von Robert Shafran, Edward Galland und David Kellman. Diese Dokumentation ist der neue Film des britischen Filmemachers und Produzenten Tim Wardle. 

Der Regisseur nimmt einen mit seinem Film auf eine ganz besondere Reise. Man sollte sich mit so wenig Informationen wie möglich darauf einlassen. Die Geschichte hält ein paar völlig unerwartete Wendungen parat, Mehr als der Trailer verrät, möchte ich auch nicht preisgeben. Die Auflösung wird einen aber auch noch über den Film hinaus beschäftigen. Garantiert.

„Three Identical Strangers“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm. 

„Three Identical Strangers“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den U.S. Documentary Special Jury Award for Storytelling gewonnen. Die Dokumentation wurde am 29.06.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Bis zum 18.10.18 war er dann irgendwann in 433 Kinos in den U.S.A. zu sehen. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Oscar-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Trouble“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Tragikomödie mit Julia Stiles, Bill Pullman, David Morse und Anjelica Huston (wo hat die eigentlich gesteckt?)

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „On Her Shoulders„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

TV-Serie: „Bodyguard, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-Serie angeschaut:

 

„Bodyguard, 1. Staffel“ (in D. seit dem 24.10.18 auf Netflix zu sehen)  6 x approx. 60 min  political thriller, crime, drama

dir. Thomas Vincent, John Strickland  cast: Richard Madden, Keeley Hawes, Sophie Rundle, Gina McKee, Vincent Franklin, Stuart Bowman, Nina Toussaint-White, Pippa Haywood, Stephanie Hyam, Matt Stokoe, Tom Brooke, Anjli Mohindra, Ash Tandon

 

David Budd (Richard Madden) ist ein Afghanistanveteran und leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Mittlerweile arbeitet er für eine Eliteeinheit der Londoner Polizei. Er hat zwei kleinere Kinder, aber lebt von seiner Frau Vicky (Sophie Rundle) und den Kindern getrennt. Durch sein beherztes Eingreifen konnte Seargeant Budd am ersten Oktober einen Terroranschlag verhindern. Er wird daraufhin zum Personenschützer eines Regierungsmitgliedes befördert. Man vertraut ihm die Sicherheit der britischen Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) an…

 

B (Wertung von A bis F) „Bodyguard“ ist ursprünglich eine BBC-Serie, die derzeit auf Netflix zu sehen ist. Serienschöpfer ist der britische Roman-und Drehbuchautor, Regisseur und TV-Produzent Jed Mercurio („The Grimleys“, „Bodies“, „Line of Duty“). Bei den ersten drei Episoden hat der französische Filmemacher Thomas Vincent („Borgia“, „Versailles“) Regie geführt, bei den letzten drei Episoden der britische Filmemacher John Strickland („Bodies“, „Line of Duty“). 

Um meine vielen Wartezeiten auf der Basis und an Flughäfen zu überbrücken, habe ich mir letztens überlegt, welche neue Netflix-Serie ich mir auf mein Dienst-iPad runterlade. Ein Download auf dem MacBook scheint leider nicht möglich zu sein. Das iPad ist aber auch für Flugreisen ideal, da man das Tablet in die Vorrichtung am Vordersitz befestigen kann. Jedenfalls war ich nach zwei Folgen „The Haunting of Hill House“ nicht wirklich überzeugt und entsprechend musste eine neue Serie her. Durch Zufall bin ich auf „Bodyguard“ gestossen. An den Romanzenschnulz mit Whitney Houston und Kevin Costner erinnert, habe ich mir eigentlich nicht sehr viel davon versprochen und dann habe ich innerhalb kürzester Zeit alle sechs Folgen geschaut. Seither sind mir einige (vorwiegend männliche) Passagiere aufgefallen, die sich diese neue Serie während eines Fluges anschauen. 

„Bodyguard“ ist ein actionreicher Politthriller-Mehrteiler mit einem überschaubaren Realitätsanspruch, dafür aber geradezu unverschämt spannend. Im Mittelpunkt der Story steht der titelgebende Bodyguard. David Budd ist ein ehemaliger Soldat, der aus dem Krieg verletzt und schwer traumatisiert heimkehrte und seither bei einer Spezialeinheit der Londoner Polizei arbeitet. Nachdem er einen islamistischen Terroranschlag verhindern konnte, wurde er befördert und zum leitenden Personenschützer der britischen Innenministerin Julia Montague ernannt. Die machthungrige Politikerin hatte seinerzeit für den Krieg im Irak und Afghanistan gestimmt. Auch sonst hält David Budd nicht viel von ihrer politischen Agenda. Dann kommt es aber zu weiteren Anschlägen und man fragt sich, wer dahinter steckt. Welche Rolle der psychisch angeschlagene Sergeant David Budd selbst einnimmt, darüber wird man lange im Unklaren gelassen. 

David Budd ist eine faszinierende, komplexe Figur. Stark, männlich, sexy (zumindest angezogen) und dann wieder verletzlich, psychisch labil und undurchsichtig. Die Hauptfigur wird hervorragend von, dem mir bislang nicht bekannten, Richard Madden porträtiert. Auch wenn ich etwas Probleme mit seinem Akzent hatte, hat mich sein ausdrucksstarkes Gesicht und seine Performance überzeugt. Derzeit wird der Schauspieler als nächster James Bond gehandelt. Tom Hiddleston  (The Night Manager) war vor ein paar Jahren auch mal als Daniel Craigs Nachfolger im Gespräch. Seit dem PR-Desaster mit Taylor Swift hört und sieht man aber nicht mehr viel von ihm. Richard Madden wird es hoffentlich smarter anstellen, seine Filmkarriere in den U.S.A. anzukurbeln.

„Bodyguard“ hat Suchtpotenzial und ist die ideale TV-Serie für zwischendurch oder nebenbei. Dann achtet man vielleicht auch nicht so sehr auf Logiklöcher. Die finale, späte Auflösung hat mir gefallen und damit hält die sechste Episode dann auch noch eine unerwartet brillante Szene parat. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Sergeant David Budd hat als Soldat im Afghanistan-Krieg gedient und arbeitet seit seiner Rückkehr bei einer Spezialeinheit der Londoner Metropolitan Police. Nachdem er einen Terroranschlag verhindern konnte wird er zum leitenden Personenschützer der britischen Innenministerin Julia Montague (gespielt von Keeley Hawes) befördert. Dadurch gerät David Budd in einen inneren Konflikt, die Innenministerin hatte seinerzeit für den britischen Einsatz im Irak- und Afghanistan-Krieg gestimmt und er leidet durch seinen Kriegseinsatz bis heute an den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das ist auch ein Grund, warum er von seiner Frau Vicky (gespielt von Sophie Rundle) und seinen Kindern getrennt lebt. Gespielt wird Sergeant Budd von dem schottischen Schauspieler Richard Madden. Mir war er bislang noch nicht aufgefallen, auch wenn ich Kenneth Branaghs „Cinderella“ gesehen habe. Den meisten wird er jedoch von den ersten drei Staffeln der HBO-Serie „Game of Thrones“ bekannt sein. Demnächst ist er in dem Elton John Biopic „Rocketman“ zu sehen. 

Julia Montague ist die britische Innenministerin. Sie will mit RIPA – 18 ein neues Überwachungsgesetz auf den Weg bringen, ist sehr ehrgeizig, will für den Parteivorsitz kandidieren und strebt das Amt des Premiermininsters an. Gespielt wird Julia Montague von der englischen Schauspielerin Keeley Hawes. Sie war u.a. in den britischen Serien „Ashes to Ashes“, „Upstairs, Downstairs“ und „Line of Duty“ in einer größeren Rolle zu sehen. Sie hat aber auch u.a. in den Spielfilmen „Death at a Funeral“ und High-Rise mitgespielt. Keeley Hawes ist mit dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen (Frost/Nixon „Anna Karenina“) verheiratet. 

Vicky ist die Ehefrau von Sergeant David Budd (gespielt von Richard Madden). Die beiden haben mit Ella und Charlie zwei gemeinsame Kinder. Das Ehepaar lebt mittlerweile aber getrennt. Gespielt wird Vicky von der englischen Schauspielerin Sophie Rundle. Auch sie hat in einigen britischen Serien mitgewirkt, u.a. in „The Bletchley Circle“, „Peaky Blinders“ und „Jamestown“. 

Commander Anne Sampson ist die Leiterin der Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei. Gespielt wird sie von der englischen Schauspielerin Gina McKee. Sie hat in einigen international erfolgreichen Filmen (wie „Notting Hill“, „Atonement“ und kürzlich in Phantom Thread) mitgespielt. 

Chief Superintendent Lorraine Craddoch ist die direkte Vorgesetzte von David Budd (gespielt von Richard Madden). Gespielt wird sie von der englischen Schauspielerin Pippa Haywood. Auch sie hat in einigen britischen Serien (u.a. „Mr Selfridge“, „Scott & Bailey“ mitgespielt.  

Der Serienschöpfer Jed Mercurio hat bereits verlauten lassen , dass er Ideen für eine zweite Staffel von „Bodyguard“ hat. 

„Bodyguard“ wurde erstmalig v. 26. August 2018 – 23.09.18 auf dem britischen Sender BBC ausgestrahlt. Der Sechsteiler war in Großbritannien ein Quotenhit und die erfolgreichste britische Serie der vergangenen zehn Jahre.  In Deutschland ist der Mehrteiler seit dem 24.10.18 über Netflix verfügbar. 

Trailer zu sehen:

L.A. – Film: „A Simple Favor“

Ich war am 13.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Simple Favor“ (dt. Filmtitel: „Nur ein kleiner Gefallen“, dt. Kinostart: 08.11.18)  116 min  thriller, comedy, adaptation 

dir. Paul Feig  cast: Anna Kendrick, Blake Lively, Henry Golding, Linda Cardellini, Rupert Friend, Jean Smart

 

Stephanie (Anna Kendrick) ist eine alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes. Über ihre Kinder lernen sich Stephanie und die Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively) kennen. Die beiden unterschiedlichen Frauen freunden sich an. Eines Tages verschwindet Emily plötzlich, und Stephanie begibt sich auf die Suche nach dieser mysteriösen Frau…

 

B- (Wertung von A bis F) „A Simple Favor“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Darcey Bell. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors (The Peanuts Movie„Ghostbusters“) und Filmemachers (TV-Serien „The Office“, „Nurse Jackie“, Bridesmaids) Paul Feig.

„A Simple Favor“ erinnert etwas an David Finchers Gone Girl . Auch bei dieser Geschichte steht (mindestens) ein starker Frauencharakter im Zentrum und auch hier gibt es einige, teils unvorhersehbare Wendungen. Die Story im Ganzen wirkt aber zu konstruiert und die vielen Wendungen führen irgendwann zu Ermüdungserscheinungen bei dem aufmerksamen Zuschauer. Paul Feigs Film langweilt nicht, hat seine Stärke aber eher am Anfang, wenn sich die beiden Frauen näher kennenlernen. Ich habe den Film vor ungefähr einem Monat gesehen und kann mich kaum noch an ihn erinnern, sehr wohl aber an die elegante und stylische Erscheinung von Blake Livelys Charakter. 

„A Simple Favor“ ist am 14.09.18 in 3,102 amerikanischen Kinos landesweit gestartet. Ab Morgen (08.11.18) startet der Film unter dem Filmtitel „Nur ein kleiner Gefallen“ in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Instant Family„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Mark Wahlberg und Rose Byrne

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Second Act„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: RomCom mit Jennifer Lopez, die eine ganz schlechten Perücke trägt

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „Halloween„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Horrorfilm und direkte Fortsetzung v. „Halloween“ aus dem Jahr 1978

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Robin Hood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: War das nötig – eine Robin Hood-Verfilmung mit Jamie Foxx?

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: „The Wife“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Wife“  (dt. Kinostart: 3.1.19) 100 min   drama, adaptation 

dir. Björn Runge   cast: Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater, Max Irons, Elizabeth McGovern, Morgane Polanski, Annie Starke 

 

Im Jahr 1992. Professor Joe Castleman (Jonathan Pryce) ist Schriftsteller und erhält nun den Nobelpreis für Literatur. Seine loyaler Ehefrau Joan (Glenn Close) und ihr gemeinsamer Sohn David (Max Irons) begleiten ihn auf seiner Reise nach Stockholm. Joan hat einen großen Anteil an dem Erfolg ihres Ehemannes. Auf dieser Europareise kommt es zu einige Konflikten…

 

B (Wertung von A bis F) „The Wife“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Meg Wolitzer. Es ist der neue Film des schwedischen Autors und Filmemachers Björn Runge („Happy End“). 

Eine (Ehe-) Frau hat immer einen Anteil an dem Erfolg ihres Mannes. In diesem Film geht es um eine Frau, die über viele Jahrzehnte aufopferungsvoll ihren Mann unterstützte, ihm den Rücken frei hielt, seine Kinder groß zog, dem berühmten Schriftsteller eine große Unterstützung bei der Fertigstellung seiner Romane war und großzügig über seine Seitensprünge hinweggesehen hat. Jetzt sind beide alt, er erhält für sein Schaffen den Nobelpreis für Literatur und sie reisen nach Stockholm, um den Preis entgegenzunehmen. Die anfängliche Freude über die große Auszeichnung verliert sich bei der Ehegattin irgendwann in Frustration. Gründe dafür gibt es genug, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.  

„The Wife“ erzählt über eine stets verständnisvolle Ehefrau, die sich langsam von der Rolle, die ihr Leben bestimmt hat, loslöst. Es ist auch ein Beziehungsdrama, in jedem Fall hat die Geschichte eine selbstbewusstere Verfilmung verdient. Der Film ist nicht wirklich schlecht, kommt aber auch nie an die Klasse seiner Hauptdarstellerin Glenn Close heran. Gestört haben mich am meisten die unnötigen Rückblenden. Die Charaktere und die Beziehung zueinander hätte man auch ohne die Flashbacks nachvollziehen können. So wird man permanent aus dem, sich anbahnenden Drama rausgerissen. Begeistert hat mich jedoch das nahezu perfekte Ende. 

Glenn Close trägt diesen Film. Ihre subtile Mimik spricht Bände. Mir war es nicht möglich meinen Blick von ihr zu lassen. Es ist keiner dieser mitunter ausschweifenden Oscar-Performances, eher eine leise. Mich hat ihr überragendes Spiel an Charlotte Rampling in 45 Years erinnert. 

Jonathan Pryce ist aber auch hervorragend in seiner Rolle. Außerdem spielen hier einige Töchter und Söhne von Schauspielern bzw. einem Regisseur mit. Annie Starke spielt hier in den Rückblenden die jüngere Joan. Sie ist die Tochter von Glenn Close. Jeremy Irons´Sohn Max Irons spielt hier David, den Sohn von Glenn Closes´ und Jonathan Pryces´ Charakteren und dann spielt auch noch Morgane Polanski, die Tochter von Roman Polanski und Emmanuelle Seigner mit. 

Die 71-jährige Glenn Close hat drei Tonys und drei Emmys gewonnen. Außerdem wurde sie sechs Mal  (für „The World According to Garp“, The Big Chill, „The Natural“, „Fatal Attraction“, „Dangerous Liaisons“ und „Albert Nobbs“) für den Oscar nominiert, derzeit kann man davon ausgehen, dass sie für diesen Film ihre siebente Oscar-Nominierung erhält. Einzig der mittlerweile verstorbene Schauspieler Peter O´Toole hatte mit acht Oscar-Nominierungen und ohne jemals die begehrte Trophäe gewonnen zu haben, mehr als Glenn Close. Peter O´Toole wurde dann irgendwann mit dem Ehrenoscar ausgezeichnet. Glenn Close ist damit der einzige, unter den noch lebenden Schauspielern, mit den meisten Oscar-Nominierungen (ohne einen einzigen Gewinn). Zeit für den Oscar also. Ihre Performance in „The Wife“ ist definitiv Oscarwürdig. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass „The Wife“ als Bester Film nominiert wird. In den meisten Fällen geht der Oscar der besten Hauptdarstellerin mit einer Oscar-Nominierung für den besten Film einher. Ausnahmen bestätigen die Regel, so haben beispielsweise die Schauspielveteranen Julianne Moore (Still Alice), Meryl Streep (The Iron Lady) und auch Cate Blanchett (Blue Jasmine) den Oscar gewonnen, ohne dass ihr Film nominiert war. Das dürfte also auch nicht gegen den Oscar-Gewinn für Glenn Close sprechen. Jetzt hängt es nur noch von der  Kampagne und der Konkurrenz ab. Als härteste Konkurrentinnen sehe ich derzeit Lady Gaga (A Star is Born), die sich in ihrer ersten großen Hauptrolle mehr oder weniger selbst spielt und Olivia Colman. Die englische Schauspielerin hätte sehr wahrscheinlich den Oscar in der Kategorie beste Nebendarstellerin (für ihre Performance in The Favourite) sicher. Das Studio führt für sie jedoch nun offiziell eine Kampagne als beste Hauptdarstellerin. Darüber bin ich momentan etwas unglücklich, kann auch im Moment noch nicht ausmachen, wie erfolgreich dieses Strategie für die, in den U.S.A. nicht sonderlich bekannte Olivia Colman sein wird. Auch noch aktuell im Rennen sind Melissa McCarthy (für „Can You Ever Forgive Me?“) und Yalitza Aparicio in ihrem Debüt als Schauspielerin (für „Roma“). 

„The Wife“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, darunter Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Glenn Close), Bester Nebendarsteller (Jonathan Pryce), Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Wife“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist ein Jahr später, am 17.08.18, in vier amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit lief er in nicht mehr als 541 Kinos. In Deutschland soll der Film am 3.1.19 in die Kinos kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen 


Trailer v. Film: „Trouble“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Tragikomödie mit Julia Stiles, Bill Pullman, David Morse und Anjelica Huston (wo hat die eigentlich gesteckt?)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „On Her Shoulders„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 

amerikanischer Aufsteller von „The Wife“

NYC – Film: „The Old Man & the Gun“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Old Man & the Gun“ (dt. Kinostart: 31.01.19) 93 min  crime, comedy, biopic, adaptation

dir. David Lowery  cast: Robert Redford, Casey Affleck, Sissy Spacek, Danny Glover, Tom Waits, Keith Carradine, John David Washington, Elisabeth Moss 

 

Im Jahr 1981 fahndet Detective John Hunt (Casey Affleck) nach einem alten Mann, der in den letzten zwei Jahren mehrere Banküberfälle begangen haben soll. Der Bankräuber Forrest Tucker (Robert Redford) sieht den Fahndungsaufruf des Detectives irgendwann im Fernsehen. Daraufhin hinterlässt der alte Mann bei seinem nächsten Banküberfall eine persönliche Nachricht für Hunt….

 

C (Wertung von A bis F) Der Film erzählt die Lebensgeschichte des amerikanischen Bankräubers  Forrest Tucker. Seine Banküberfälle waren nicht immer von Erfolg gekrönt und entsprechend saß er auch einige Male im Gefängnis. Ihm soll es jedoch über achtzehn Mal gelungen sein, aus dem Gefängnis auszubrechen. Das Drehbuch zu „The Old Man & the Gun“ basiert auf David Granns gleichnamigen Artikel im The New Yorker. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Lowery (Ain´t Them Bodies Saints, A Ghost Story). 

Das meiste soll auf einer wahren Geschichte beruhen, so erfährt man. Ich habe mir während des Films aber die Frage gestellt, ob man diese Lebensgeschichte wirklich verfilmen musste. Die Bankräuber-Story plätschert recht einfallslos und mitunter unrealistisch vor sich hin. Im Hintergrund dann noch dieses einlullernde Klavier-Geklimper oder ähnliches Gedudel und ich hatte meine Mühe, nicht einzuschlafen. 

Dieser Film versteht sich vermutlich als eine Hommage an die Hollywood-Legende Robert Redford. Auf jeden Fall wird dem 82-jährigen Schauspieler geschmeichelt was das Zeug hält. In „The Old Man & the Gun“ spielt er einen 74-Jährigen und wird von einem Bankmanager sogar als zwischen 50 und 60 Jahre alt (aber eher 50) beschrieben. Bitte? Ich musste direkt noch mal nachschauen, wie alt Robert Redford tatsächlich ist, hätte ich ihn sogar noch etwas älter als 82 Jahre geschätzt. Das Gesicht seiner 68-jährige Filmpartnerin Sissy Spacek ist nur durch einen Weichzeichner-Filter zu sehen, ein solcher Filter hätte Redfords falten- und furchenreichem Gesicht sicher auch gut getan. 

Vor der Premiere dieses Films hat Robert Redford groß angekündigt, mit der Schauspielerei aufzuhören. Dies sollte der letzte Film sein, in dem man ihn als Schauspieler sieht. Da Robert Redford nie als Schauspieler einen Oscar gewonnen hat, wurde er, bevor irgendjemand den Film sah, natürlich gleich für eine Oscar-Nominierung gehandelt. Seine Performance ist aber nicht Oscar-würdig und mittlerweile hat der Schauspieler auch zurückgerudert. Vielleicht klappt es ja bei seinem nächsten Film mit dem Schauspiel-Oscar. Er hat aber bereits einen Regie-Oscar (für Ordinary People) und einen Oscar für sein Lebenswerk gewonnen. 

„The Old Man & the Gun“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Redford), Beste Nebendarstellerin (Sissy Spacek), Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Old Man & the Gun“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 28.09.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,042 Kinos landesweit. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 31.01.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat von und mit Bradley Cooper

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Front Runner„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film, Biopic über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Hugh Jackman in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Felicity Jones als RBG 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „White Boy Rick“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„White Boy Rick“ (dt. Kinostart: 07.03.19)   111 min  crime, drama, biopic

dir. Yann Demange   cast: Matthew McConaughey, Richie Merritt, Bel Powley, Jennifer Jason Leigh, Brian Tyree Henry, Rory Cochrane, Eddie Marsan, Bruce Dern, Piper Laurie

 

Im Jahr 1984 ist Detroit bereits ziemlich heruntergekommen. Jeder, der die Möglichkeit hat, verlässt die Stadt. Richard Wershe Sr. (Matthew McConaughey) will nach seiner Haftentlassung  ein normales Leben führen und träumt davon, eine Videothek zu eröffnen. Sein 14-jähriger Sohn Rick, genannt White Boy Rick (Richie Merritt) hängt viel mit den Afroamerikanern rum und beginnt bereits in jungen Jahren, Waffengeschäfte mit Gangmitgliedern zu machen. Die FBI-Agenten Byrd (Rory Cochrane) und Snyder (Jennifer Jason Leigh) werben den jungen Rick eines Tages als Informant an…

 

C- (Wertung von A bis F) „White Boy Rick“ basiert auf wahren Begebenheiten. Erzählt wird die Geschichte des 14-jährigen Richard Wershe Jr., der in den 1980er Jahren als FBI-Informant arbeitete. Es ist der zweite Kinofilm des französischen Filmemachers Yann Demange („´71“).

In erster Linie war ich enttäuscht von diesem Film, vielleicht weil ich mir zuvor die Dokumentation „White Boy“ angeschaut hatte und wusste, dass die Lebensgeschichte von Richard Wershe Jr.  genug Potenzial für ein faszinierendes Biopic bietet.

Hier hat man sich stattdessen dazu entschlossen, dem Zuschauer eine belanglose Geschichte vorzusetzen. Mit Matthew McConaugheys Figur haben wir hier einen ehemaligen Gefängnisinsassen und alleinerziehenden Vater, der in einer üblen Gegend von Detroit versucht, seine Tochter Bel Powley) und seinen Sohn (Richie Merritt) großzuziehen. Der 14-jährige weiße Rick hing schon immer viel mit Schwarzen rum, was ihm auch den Spitznamen White Boy Rick einbrachte. Bald macht der Teenager Geschäfte mit Gangstern, kommt früh an viel Geld, verlässt die Schule, das FBI rekrutiert ihn, er kooperiert mit der Bundesbehörde und bespitzelt örtliche Drogenkartelle, aber landet dennoch im Alter von 17 Jahren für den Besitz und Handel von Drogen im Gefängnis. Auch diesen Part hätte man fesselnd gestalten können, hier wirkt aber beinahe jede Szene inszeniert und die Dialoge fühlen sich oftmals „aufgesagt“ an. Der Minderjährige White Boy Rick war sicherlich kein Heiliger, war auch später in Drogengeschäfte verwickelt, aber der eigentliche  Skandal seiner Geschichte ist, dass er mit nur 17 Jahren für ein Drogendelikt zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Warum er zu dieser unverhältnismäßig hohen Strafe verurteilt wurde und – wie ich durch die Doku erfahren habe – warum beispielsweise alle anderen verurteilten Drogenhändler und sogar auch ein Auftragsmörder, der zugegeben hat, mindestens dreißig Menschen getötet zu haben, vor Rick aus dem Gefängnis entlassen wurden, über diesen Hintergrund hätte ich gerne mehr erfahren und in Spielfilmform gesehen. Die Doku ist dahingehend auch nicht befriedigend. Hat es doch hier eindeutig den Anschein, als würde irgendetwas vertuscht werden. Die Stadt Detroit wurde seinerzeit von kriminellen Strukturen und Korruption seitens der Polizei und der Politiker beherrscht. Richard Wershe Jr. war sicher auch ein Opfer der erbitterten Drogenpolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Der hatte den Kampf gegen Drogen seinerzeit verbissen geführt und ist mit gnadenloser Härte gegen Drogenbesitzer und -händler vorgegangen. Drogendelikte wurden härter bestraft als Gewalttaten. 

White Boy Rick wurde im Jahr 2017 nach 29 Jahren aus dem Gefängnis in Michigan entlassen. (jedoch direkt in ein Gefängnis in Florida überführt, in dem er derzeit eine Strafe für eine anderen Tat verbüsst).

Vielleicht wird eines Tages ein besser Film über diesen Jungen gedreht, „White Boy Rick“ ist sehr langatmig und zäh. 

Schauspielerisch hat mir Bruce Dern (als Opa des jungen Rick) am besten gefallen, aber auch Jennifer Jason Leigh und Matthew McConaughey geben eine solide Performance. Bel Powley, die ich noch in The Diary of a Teenage Girl passend besetzt fand, hat hier meine Geduld arg strapaziert. Richie Merritt, der hier den Titelcharakter spielt, hatte keinerlei Schauspielerfahrung. Der Junge wurde in einer Highschool entdeckt, was die Casting Agenten in ihm sahen, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich war das der Anfang und zugleich das Ende der Schauspielkarriere von Richie Merritt. 

„White Boy Rick“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey), Bester Nebendarsteller (Bruce Dern), Bestes Originaldrehbuch

„White Boy Rick“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 14.09.18 landesweit in 2,504 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart am 07.03.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat von und mit Bradley Cooper

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nein


Trailer v. Film: „What They Had„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Drama mit Hilary Swank, Blythe Danner, Robert Forster, Michael Shannon….okay wird geguckt

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Overlord„

Bewertung des Trailers: ?

Kommentar: Horrorfilm. Der Trailer geht von ganz schlimm zu eigentlich ganz cool

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal sehen


Trailer v. Film: „Bad Times at the El Royale„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Film mit Jeff Bridges, Jon Hamm, Dakota Johnson. Der Trailer war wirklich cool, der Film hat für mich leider einige Schwächen, s. mein Beitrag

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „First Man„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Damien Chazelles neuer Film, eigentlich sicherer Oscar-Kandidat, wackelt gerade aber etwas

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „The Front Runner„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film, Biopic über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Hugh Jackman in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Halloween“

Ich war am 24.09.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Halloween“ (dt. Kinostart. 25.10.18)   106 min  horror, adaptation, sequel  

dir. David Gordon Green  cast: Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, Will Patton, Virginia Gardner, James Jude Castle, Nick Castle

 

Haddonfield, Illinois. Vor vierzig Jahren ist Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) dem maskierten Killer Michael Meyers (Nick Castle) nur ganz knapp entkommen. Seither leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Heute lebt sie völlig zurückgezogen und hat sich in ihrem Haus verbarrikadiert. Ihre Tochter Karen (Judy Greer) sieht sie nur noch selten, dafür pflegt sie den Kontakt zu ihrer Enkeltochter Allyson (Andi Matichak). Michael Meyers sitzt jetzt bereits seit vier Jahrzehnten in einem Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Haftanstalt. Nun soll er verlegt werden…

 

B- (Wertung von A bis F) Der neue „Halloween“ basiert auf Figuren von John Carpenter und Debra Hill. „Halloween“ aus dem Jahr 2018 ist der elfte Film der Reihe, aber eine direkte Fortsetzung zu dem gleichnamigen ersten Film aus dem Jahr 1978. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers David Gordon Green (Pineapple Express, Prince Avalanche, Stronger).

Ich kann nicht behaupten, dass ich mich gelangweilt habe. David Gordon Green schafft zumindest visuell und musikalisch (durch eine neue Variante der legendären Komposition von John Carpenter) eine gruselige Atmosphäre. Auch weiß Laurie Strodes Haus als Schauplatz zu begeistern und die Besetzung von Jamie Lee Curtis und Judy Greer als ihre Tochter ist grundsätzlich ein Plus. 

Das Slasher-Genre in dieser Form ist aber altmodisch und entsprechend wirkt dieser Film als wäre er aus der Zeit gefallen. Wenn man sich einen Horrorfilm anschaut, schraubt man seinen Realitätsanspruch bekanntlich generell etwas zurück. Wenn der Zuschauer jedoch generös über Logiklücken hinwegsehen soll, muss man ihm eine eigene Welt mit all ihren Regeln vorsetzen. Leider hat es dieser Film nicht geschafft, mich überzeugend in diese eigene Halloween-Welt zu führen. Man stelle sich vor, im Jahr 2018 irgendwo in den U.S.A. würde jemand mehrere blutüberströmte Leichen – sagen wir mal – an einer Tankstelle finden und der Täter ist auf der Flucht. Die ganze Stadt, nein, der ganze Bundesstaat würde abgesperrt werden, FBI-Leute und andere Gesetzeshüter wären schwerbewaffnet an allen Ecken, es würde eine Ausgangssperre geben und ganz sicher würden an Halloween keine Kinder von Tür zu Tür laufen. Nicht so in diesem Film. Hier sieht man nicht mal das FBI, von dem anderen ganz zu schweigen. Könnte ein psychopathischer Mörder unter realistischen Begebenheiten heute nicht mehr sein Unwesen treiben? Und warum muss Michael Meyers ausgerechnet an Halloween in eine andere psychiatrische Haftanstalt verlegt werden? Wer schreibt denn solche Drehbücher? David Gordon Green und Danny McBride haben auch nicht in den Charakteraufbau und die entsprechende -entwicklung einzelner Figuren investiert. Die Autoren haben sich hier mehr darauf konzentriert, eine Hommage an den Originalfilm zu inszenieren. Ich bin selbst ein großer Freund von True-Crime-Formaten und entsprechend fand ich als Einleitung der Geschichte, die Idee mit den britischen Podcastern, die für ihr True-Crime-Format im Fall von Mike Meyers/Laurie Strode recherchieren, gut. Leider hatten die Autoren aber kein großes Interesse, diese Idee in die gesamte Handlung einzubauen, und somit hätten sie sich diese auch gleich ganz sparen können. Ansonsten kam es mir oft vor, als würde der Film tatsächlich noch vor dreißig oder vierzig Jahren spielen. Eigentlich hatte ich durch den Festival-Hype aus Toronto einen wesentlich besseren Film erwartet. Schade. 

„Halloween“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den zweiten Platz des Publikumspreises in der Kategorie Midnight Madness belegt. Der Film wurde am 19.10.18 in 3,928 amerikanischen Kinos gestartet. Ab Donnerstag (25.10.18) ist er dann auch im deutschen Kino zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Es war ein Screening in einem sehr großen Kino zu dem offensichtlich auch Fans des Genres eingeladen waren. Gezeigt wurde die OV. Zum Ende des Vorstellung gab es einen kleinen Applaus. Ich habe mir sagen lassen, dass es noch eine Szene nach dem Abspann gibt, da hatte ich aber bereits das Kino verlassen.  

Trailer zu sehen:

L. A. – Film: „Bad Times at the El Royale“

Ich war am 13.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bad Times at the El Royale“ (dt. Kinostart war der 11.10.18)  141 min  thriller

dir. Drew Goddard  cast: Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Lewis Pullman, Dakota Johnson, Jon Hamm, Chris Hemsworth, Cailee Spaeny

 

Im Jahr 1969 landen der Priester Daniel Flynn (Jeff Bridges), die afroamerikanische Sängerin Darlene (Cynthia Erivo), der Staubsaugen-Vertreter Seymour (Jon Hamm) und eine junge Frau (Dakota Johnson) in dem heruntergekommenen Hotel El Royale, was sich genau auf der Staatsgrenze von Nevada und Kalifornien befindet. Der einzige Angestellte, Miles (Lewis Pullman), verteilt die Gäste in die Zimmer des ansonsten leerstehenden Hotel. Scheinbar birgt jeder ein Geheimnis…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Bad Times at the El Royale“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors (Cloverfield, World War Z , The Martian) und Filmemachers Drew Goddard („The Cabin in the Woods“).

Der, in mehrere Kapitel unterteilte Film ist gute dreißig Minuten zu lang. Das fand ich äußerst ärgerlich, weil der Film vielversprechend beginnt, er vieles richtig macht und mir wirklich über weitere Strecken richtig Spass gemacht hat. Dann kommt Chris Hemsworth ins Spiel und spielt eine Rolle, die man ihm nun wirklich nicht abnehmen kann. Dieser Handlungsstrang wird endlos ausgebreitet, da lappte der Spass dann leider in die Nervigkeit über. 

Man kann soweit gehen, dass das Hotel El Royale ein eigener Charakter in dem Film ist. Inspiriert wurde dieses Hotel von dem legendären Hotel-Casino Cal Neva Lodge, das sich einst im Besitz von Frank Sinatra, Dean Martin und dem sizilianischen Mafiaboss Sam Giancana befand. „Bad Times at the El Royale“ spielt in den 1960er Jahren und da hat dieses Hotel bereits die besten Zeiten hinter sich. Das Casino hat die Glücksspiel-Lizenz verloren und daher verirren sich kaum noch Gäste in das Hotel. Wenn man sich aber in dem Bar-Restaurant-Bereich befindet, sieht man die Extravaganz und den verstaubten Glamour und kann sich vorstellen, was sich früher an diesem Ort abspielte. Ich liebe diese Retro-Kulisse und wäre am liebsten in dem realen Filmset herumgeschlendert und hätte mir alles ganz genau angeschaut oder einfach Zeit dort verbracht. Definitiv war dieses Hotel mein Lieblingscharakter im Film. Das El Royale hat einige Geheimnisse und so auch ihre menschlichen Bewohner im Film. Leider ist die Handlung des Films aber überfrachtet. 

Schauspielerisch ist, wenig überraschend, Jeff Bridges hervorragend, aber mir hat auch Cynthia Erivo, die hier als Soul-Sängerin auftritt, gefallen. Besonders begeistert hat mich aber Lewis Pullman, alleine dafür hat es sich für mich gelohnt, diesen Film zu sehen. Ich wurde dieses Jahr das erste Mal in The Strangers: Prey at Night auf ihn aufmerksam. Da hatte ich noch recht gemischte Gefühle hinsichtlich seiner Performance. Hier weiß er, zu beeindrucken und zeigt in einer Performance mehr Facetten als sein Vater Bill Pullman in den meisten seiner Karriere. 

„Bad Times at the El Royale“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2018 gezeigt. Der Film ist am 12.10.18 in 2,808 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film seit dem 11.10.18 in den Kinos zu sehen.  

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Captain Marvel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Das kann doch nicht deren Ernst sein. Marvel-Mist mit Brie Larson u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Overlord„

Bewertung des Trailers: ?

Kommentar: Horrorfilm. Der Trailer beginnt ganz schlimm und endet eigentlich ganz cool.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal sehen


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Halloween„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Horrorfilm und direkte Fortsetzung v. Halloween aus dem Jahr 1978

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Bohemian Rhapsody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Queen-Biopic mit Rami Malek als Freddie Mercury

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals neun Trailer vor einem Film gesehen habe.

L. A. – Film: „A Star is Born“

Ich war am 12.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„A Star is Born“ (dt. Kinostart war der 4.10.18)   135 min  drama, remake, adaptation 

dir. Bradley Cooper  cast: Bradley Cooper, Lady Gaga, Andrew Dice Clay, Sam Elliot, Dave Chappelle 

 

Nach einem Konzertauftritt landet der alkoholkranke Country-Rockstar Jackson Maine (Bradley Cooper) in einer Drag-Bar. Dort beeindruckt ihn die unbekannte Sängerin Ally (Lady Gaga). Sie lernen sich kennen und es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden. Irgendwann holt er sie zu sich auf die Konzertbühne und sie singen ein Duett zusammen. Das Video verbreitet sich viral und Ally wird entdeckt. Sie beginnt eine Karriere als Popstar, während seine Karriere langsam immer mehr den Bach runter geht und er immer mehr dem Alkohol und den Drogen verfällt…

 

B (Wertung von A bis F) „A Star is Born“ ist das dritte Hollywood-Remake von William A. Wellmans gleichnamigen Films aus dem Jahr 1937. In dem Film aus dem Jahr 1937 spielten Janet Gaynor und Frederic March die Hauptrollen, er war in sieben Kategorien für den Oscar nominiert, darunter eine Nominierung als Bester Film, übrigens der erste Farbfilm, der je für den BP-Oscar nominiert wurde. Der Film hat zwei Oscars (Drehbuch und Kameraführung) gewonnen. George Cukors 1954er Fassung war ein Musical mit Judy Garland und James Mason in den Hauptrollen, er gilt als der beste der Reihe. Dieser Film wurde für sechs Oscars nominiert, aber nicht in der Kategorie Bester Film. Frank Piersons 1976er Version ist ebenfalls ein Musical mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson in den Hauptrollen. Dieser Film war für vier Oscars nominiert, aber auch nicht in der Kategorie Bester Film. Barbra Streisand hat einen Oscar für ihren Song „Evergreen“ gewonnen. Die 2018er Adaption ist nun die vierte Hollywood-Verfilmung von „A Star is Born“. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Bradley Cooper (The Hangover, Silver Linings Playbook, American Hustle, American Sniper, Joy).

Der neue „A Star is Born“-Film ist ein Musikfilm, aber kein Musical und dieser Film lebt durch Bradley Cooper. Auch wenn sein Country-Rockstar Jackson Maine Lady Gagas Ally entdeckt, ihr Talent fördert und sie im Verlauf des Films ein berühmter Popstar wird, ist es seine Geschichte. Sehr wohl gibt es aber eine „A Star is Born“ Szene, wenn der Rockstar bei einem seiner Konzertauftritte die unbekannte Sängerin zu sich auf die Bühne holt und sie ein Duett singen. Für mich die beste Szene des gesamten Films. Aber ansonsten ist der Filmtitel etwas irreführend. Zu Beginn des Films ist er der Star, dessen Karriere bereits die beste Zeit hinter sich hat. Er hat akute Alkohol- und Drogenprobleme, kann zunehmend schlechter hören, ist einsam und badet im Selbstmitleid. Der Film zeigt Alkoholismus in all seine Facetten. Bradley Cooper gibt eine bravouröse Performance. Er singt (beeindruckend) selbst und, was nur in der Originalfassung zu erfassen ist, imitiert in Perfektion die Stimme seines Bruders (gespielt von Sam Elliot), was auch im Film thematisiert wird. Normalerweise spricht er ganz anders. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel, dass Bradley Cooper, dieser alternde, alkoholkranke Musiker Jackson Maine ist. Das ist eine eindeutige Oscar-Performance. Nach Sir Laurence Olivier („Hamlet“ im Jahr 1948) und Roberto Benigni („Life is Beautiful“ im Jahr 1998) könnte er der dritte Schauspieler sein, der sich regieführend selbst erfolgreich zu einem Schauspiel-Oscar führt. 

„A Star is Born“ erzählt aber auch eine Liebesgeschichte und die funktioniert einesteils, zum anderen nicht wirklich. Warum sich Lady Gagas´ Ally in Bradley Coopers´ Jackson Maine verliebt, liegt klar auf der Hand. Er hat diese Aura, diese Intensität, diese sexy Coolness – unter den gegeben Umständen hätte ich mich sicher auch in ihn verliebt. Jackson und Ally kommen zusammen, er trinkt weiter Alkohol und kommt nicht damit klar, dass sie von einer ernstzunehmenden Sängerin und Songwriterin zum kommerziellen Popstar mutiert. Irgendwann kommt es zu schrecklichen Szenen, sie müsste ihn verlassen, sie liebt ihn aber und schließlich endet alles tragisch. Alles nachzuvollziehen, nicht so sehr, warum er sich in sie verliebt. Dem Zuschauer wird hier verkauft, dass er sich in der Drag-Bar in diese Sängerin, die auf – in meinen Augen – unzumutbare Weise „La Vie En Rose“ interpretiert, verliebt. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass sie dabei aussieht, als wäre sie einem Gruselkabinett entsprungen. Sorry, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Aber gut, der Film erlaubt es, dass man sich auf Bradley Coopers Charakter und seine Probleme konzentrieren kann. So spielt Lady Gaga erfreulicherweise für mich eine Nebenrolle. 

Lady Gaga hat wahrscheinlich viele Fans, ich zähle ganz sicher nicht dazu. Auch weil ich der Meinung bin, dass sie einzig durch ihre kalkuliert-exzentrischen Auftritte in ihren Klamauk-Outfits berühmt wurde. Wenn sie zu Beginn des Films sagt, dass ihr immer gesagt wurde, sie wäre nicht hübsch genug für eine Karriere im Musikbusiness, ist das sicherlich etwas, was man Gaga selbst, als sie als Sängerin startete, oft gesagt wurde. Sie hat aber ihren Weg gemacht, hat eine große Anhängerschaft und das ist gut so. In diesem Film macht sie gesanglich ihre Sache tadellos. Der letzte Song („I´ll Never Love Again“) ist für mich ihre stärkste Musik-Performance in dem Film. Bevor sie dieses Lied für den Dreh vortragen sollte, hat Lady Gaga im realen Leben erfahren, dass ihre beste Freundin verstorben ist. Die Gefühle der Trauer kann sie tatsächlich in diesem Song transportieren. Als Schauspielerin hatte ich sie bislang noch nicht gesehen (sie hat „Sin City 2“ und in zwei Staffel der TV-Serie „American Horror Story“ gespielt), ich fand ihre Performance hier mitunter schwierig, aber dadurch lässt sie Bradley Cooper als Schauspieler noch viel besser aussehen. 

Für sein Erstlingswerk als Regisseur liefert Bradley Cooper einen soliden Film ab, handwerklich nahezu perfekt. Es fühlt sich aber auch so an, als ob hier einige Szenen rausgeschnitten wurde. Dazu ist es vielleicht interessant zu wissen, dass dieser Film, bevor er abgenommen wurde, unzählige Male einem Testpublikum vorgeführt und abgeändert wurde. Definitiv wollte die Warner Bros. mit diesem Projekt auf Nummer sicher gehen und hat den Film so massentauglich wie möglich gehalten. Gefallen hat mir, dass „A Star is Born“ durchaus auch als Kritik an der Musik von kommerziellen Popstars zu verstehen ist. 

Charlie, der megaputzige Goldendoodle, ist übrigens Bradley Coopers eigener Hund. 

Nun, ich hatte es weiter oben bereits erwähnt, dieser „A Star is Born“-Film ist kein Musical, aber ein Musik-Film. Musik spielt in diesem Drama eine zentrale Rolle. Um so überraschender ist es, dass Warner Bros. diesen Film für die Golden Globes nicht für die Kategorie Comedy/Musical eingereicht hat. In meinen Augen ist das, von den Awards-Strategen der Warner, ein riskanter Schachzug, ihn in der Kategorie Drama platzieren zu wollen. Den Golden Globe für Bestes Musical hätte er quasi in der Tasche. „Walk the Line“ war auch kein Musical, hat den Globe aber als solches gewonnen. Jetzt liegt es an der HFPA zu entscheiden, in welcher Kategorie der Film am Ende für die Golden-Globe-Nominierungen auftaucht. 

Bradley Copper hat bisher vier Oscar-Nominierungen (1 x als Produzent für „American Sniper“ und in drei aufeinanderfolgenden Jahren als Schauspieler (für „Silver Linings Playbook“, „American Hustle“ und „American Sniper“). Allein für „A Star ist Born“ könnte er vier Mal (als Produzent, Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor) für den Oscar nominiert werden. Er könnte sogar für zwei seiner drei Originalsongs nominiert werden, das ist jedoch recht unwahrscheinlich, da die nominierten Songs, sicherlich von Lady Gaga stammen werden. Clint Eastwood ist immer für eine Überraschung gut, alle Oscar-Experten hat er dieses Jahr kalt erwischt, als er plötzlich mit seinem Film „The Mule“ um die Ecke kam. Zur Erinnerung, sein Film „Million Dollar Baby“ war der letzte Film mit einem Dezemberstart, der dann tatsächlich den Oscar als bester Film gewonnen hat. Bradley Cooper spielt in diesem Film mit, womit er dann – rein theoretisch – für einen weiteren  Oscars nominiert werden könnte. Es ist also Bradley Coopers´ Jahr.

Jetzt liegt es an den Oscar-Strategen der Warner, ihnen muss es irgendwie gelingen, den Hype für „A Star is Born“ über ein paar Monate aufrecht zu erhalten. Dann kann man davon ausgehen, dass der Film am 22.1.19 mind. 10 Oscar-Nominierungen erhält, darunter Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Beste Hauptdarstellerin (Lady Gaga), Bester Nebendarsteller (Sam Elliot), Bestes adaptiertes Drehbuch, vorauss. 2 x für Bester Originalsong und einige technische Kategorien. 

„A Star is Born“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival gezeigt. Dort haben Lady Gaga und Bradley Cooper eine achtminütige Standing Ovation bekommen. Der Film ist am 5.10.18 in 3,686 amerikanischen Kinos gestartet. „A Star is Born“ ist am 4.10.18 in den deutschen Kinos angelaufen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin nicht überzeugt


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Möglicher Oscar-Kandidat, vielleicht sogar Gewinnerfilm mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Vice„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Adam McKays neuer Film und möglicher Oscar-Kandidat. Film über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney. Christian Bale könnte hierfür seinen zweiten Oscar gewinnen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film „Mary Poppins Returns„

Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Rob Marshalls neuer Film mit Emily Blunt als Mary Poppins. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Fortsetzung des Fantasy-Films wieder mit Eddie Redmayne, aber auch mit Jude Law und Johnny Depp

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Bohemian Rhapsody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Queen-Biopic mit Rami Malek als Freddie Mercury. Der Film steht noch unter Embargo, man hört aber, dass der Film nicht soo doll sein soll, aber Rami Malek eine Oscar-Performance gibt

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Clint Eastwood darf man nie unterschätzen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

NYC – Film: „The Sisters Brothers“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Sisters Brothers“  120 min  western, adaptation

dir. Jacques Audiard  cast: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rutger Hauer, Allison Tolman

 

Oregon im Jahr 1851. Die berüchtigten Brüder Eli (John C. Reilly) und Charlie (Joaquin Phoenix) sollen sich mit John Morris (Jake Gyllenhaal) treffen. Der soll den vermeintlichen Goldsucher Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed) an die beiden Auftragskillern ausliefern. Die arbeiten im Auftrag des „Commodore“ (Rutger Hauer)…

 

 

B (Wertung von A bis F) „The Sisters Brothers“ basiert auf Patrick deWitts gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des französischen Autors und Filmemachers Jacques Audiard („A Prophet“, Rust and Bone, „Dheepan“). Dies ist sein erster englischsprachiger Film. 

„The Sisters Brothers“ ist nicht nur aufgrund der Paarung von Joaquin Phoenix und John C. Reilly ein sehenswerter Film. Erzählt wird hier eine recht einfache Western-Geschichte. Angesiedelt in einer Zeit, in der die Zivilisation langsam im Wilden Westen Einzug hält. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau, über weite Strecken passiert nicht viel. Man folgt zwei berüchtigten Revolverhelden, den gebildeten, aber so unterschiedlichen Brüdern, einer ist eher der nachdenkliche, romantische Typ, der den Wandel der Zeit neugierig aufnimmt, der andere ein Rauf- und Trunkenbold. Die Dialoge zwischen den Geschwistern sind witzig, die Schlägereien und Schießereien – wie es sich für einen ordentlichen Western gehört – natürlich blutig. Später im, vom Goldrausch geprägten Kalifornien, kommt es dann noch zu einem Zusammentreffen mit den beiden Anderen (ebenfalls exzellent von Riz Ahmed und Jake Gyllenhaal, die bereits in Nightcrawler zusammenspielten, dargestellt). Bei tendenziell ruhigen Filmen habe ich immer die Befürchtung, dass sie im Heimkino nicht so wirken, daher würde ich es empfehlen, diesen kleinen, feinen Indie-Western auf der großen Leinwand zu sehen. 

„The Sisters Brothers“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John C. Reilly, Joaquin Phoenix), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„The Sisters Brothers“ wurde erstmalige auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Dort wurde Jacques Audiard für diesen Film als Bester Regisseur mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Der Film ist am 21.09.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 129 Kinos in den U.S.A. In Deutschland hat er bereits einen Verleih gefunden, bisher ist aber noch kein Kinostart offiziell bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

 

Ich liebe es, wenn ich erstmalig vorwiegend Trailer von möglichen Oscar-Kandidaten im Kino sehe:

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Viper Club„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Susan Sarandon, Matt Bomer und Edie Falco

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Beautiful Boy„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Steve Carell und Timothee Chalamet 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Smallfoot“

Ich war am 03.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Smallfoot“ (dt. Filmtitel: „Smallfoot – Ein Eisigartiges Abenteuer“, dt. Kinostart: 11.10.18) 96 min animation, adaptation 

dir. Karey Kirkpatrick  voices: Channing Tatum, James Corden, Zendaya, Common, LeBron James, Danny DeVito, Gina Rodriguez

 

Der Yeti Migo wird durch Zufall Zeuge eines Flugzeugabsturzes, der Pilot kann sich retten und so begegnet Migo zum ersten Mal einem Smallfoot, also einem Menschen. Als er dieses Riesenereignis ganz aufgeregt der Yeti-Dorfgemeinschaft mitteilt, wird er verspottet, schließlich existieren nach ihren Regeln und Gesetzen solche Smallfoots gar nicht. Migo bleibt nicht anderes übrig, als irgendwie zu beweisen, dass es tatsächlich Menschen gibt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Smallfoot“ basiert auf Sergio Pablos Kinderbuch „Yeti Tracks“. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors („James and the Giant Peach“, „Chicken Run“) und Filmemachers Karey Kirkpatrick („Imagine That“). Dieser Animationsfilm stammt aus dem Hause Warner Bros. Animation (The Lego Movie).

„Smallfoot“ ist ein irrsinnig lustiges, aber auch hintergründiges Animationsabenteuer für Kinder und Erwachsene. Hier haben wir eine leicht verdrehte Welt, der Mensch ist der Fremde und wird von den Yetis gefürchtet. Daraus ergibt sich eine Film voller Situationskomik. Als es zu der ersten Begegnung zwischen dem Yeti Migo und dem Kleinfuss Percy kommt, und sie in einer, für den jeweils anderen völlig unverständlichen Sprache miteinander kommunizieren, wäre ich beinahe vor Lachen aus dem Kinosessel gefallen. Es gibt noch einige solcher wirklich witzigen Szenen, das ganze Gesinge hätte ich nicht wirklich gebraucht, auch wenn mir der Rap Song „Let it Lie“ von Common sogar gefallen hat. „Smallfoot“ erzählt eine Geschichte über Vorurteile und Ausgrenzung und – damit hat er mich dann gänzlich überzeugt – fordert unterschwellig dazu auf, sein steinzeitliches Weltbild, an die heutigen Begebenheiten anzupassen. 

„Smallfoot“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester Animationsfilm. 

„Smallfoot“ ist am 28.09.18 landesweit in 4,131 amerikanischen Kinos landesweit gestartet. In habe den Film in der 2D-Fassung gesehen, kann entsprechend nicht auf die 3D-Animation eingehen. In Deutschland startet der Film heute (11.10.18) in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Ralph Breaks the Internet: Wreck-It Ralph 2„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: Disney-Fortsetzung zu Wreck-It Ralph

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Goosebumps 2: Haunted Halloween„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon 2„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also, eher nicht


Werbung von „Smallfoot“ am Times Square

NYC – Film: „The Ballad of Buster Scruggs“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Ballad of Buster Scruggs“ (in D. ab dem 16.11.18 auf Netflix zu sehen)   132 min  western, comedy, drama 

dir. Joel Coen, Ethan Coen  cast: Tim Blake Nelson, James Franco, Brendan Gleeson, Zoe Kazan, Liam Neeson, Tom Waits, Tyne Daly, Stephen Root, Grainger Hines, Bill Heck

 

Ein singender Cowboy (Tim Blake Nelson), ein Bankräuber (James Franco), ein Schausteller (Liam Neeson), ein Goldsucher (Tom Waits), eine Siedlerin (Zoe Kazan) und eine Lady (Tyne Daly), die mit vier Männern in einer Kutsche sitzt…am Ende ihrer Geschichten gibt es wohl immer einen Toten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Ballad of Buster Scruggs“ ist der neue Film der Coen Bros. („Fargo“, No Country For Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis). Es ist ein Episodenfilm, der in sechs Kapitel aufgeteilt ist.

Die erste („The Ballad of Buster Scruggs“) und die zweite Episode („Near Algodones“) sind witzig, aber auch recht blutig und wenn man es sich gerade im Lachmodus gemütlich gemacht hat, kommt die dritte („Meal Ticket“) und stimmt einen nachdenklich, gar traurig, die vierte (All Gold Canyon) ist eine wunderbare Fabel über den Menschen und die Natur (übrigens mit Tom Waits, den ich überhaupt nicht erkannte), die fünfte („The Gal Who Got Rattled“) erzählt eine tragische Siedler-Story und bei der sechsten und letzten Episode („The Mortal Remains“) fühlte ich mich, als ich diese dialogreiche Kutschfahrt begleitete, zunächst  an Quentin Tarantinos The Hateful Eight erinnert. Jeder wird sein Lieblingssegment in diesem Film haben. Ich mochte am meisten das 1., 2., und das 6. Kapitel. 

Es hat aber nicht lange gedauert, dass ich diesen Western-Episodenfilm in mein Herz geschlossen habe. Ich weiß noch genau, dass ich bereits bei der ersten Episode und der zweiten Saloon-Szene gedacht habe, wenn das so weitergeht, ist das einer meiner Lieblingsfilme der Coens. Am Ende waren es aber sechs separate und völlig unterschiedlichen Geschichten, aber alle haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Jede einzelne ist von Originalität und perfektem Timing geprägt, gestalterisch sehr präzise und schwarzhumorig, wie man das von einem Werk der Coen Brüder erwartet. Absolut hinreißend, wie sie jede neue Geschichte einleiten.

Die Filme der regieführenden Brüder sind für das Kino geschaffen, dies ist ihre erste Netflix-Produktion. „The Ballad of Buster Scruggs“ war ursprünglich als Sechsteiler für das Fernsehen (bzw. Netflix) geplant. Dann wurde daraus ein Netflix-Spielfilm. Für die meisten Coen-Bros.-Fans bedeutet das, dass sie diesen Film dann leider auch nur auf diesem Streamingportal sehen können. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, wird dieser Film wohl nur in ausgewählten amerikanischen Kinos zu sehen sein. Ich hatte es bereits bei meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 erwähnt, Netflix hat die besten Oscar-Strategen der Branche angeheuert und jetzt ist jeder, der sich mit den Oscars beschäftigt, gespannt, wie weit sie im nächsten Jahr (vor allen Dingen mit „Roma“) kommen. Für mich war es bei „The Ballad of Buster Scruggs“ das erste Mal, dass ich das neue Netflix-Logo (ein simples „N“) gesehen habe. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Tim Blake Nelson), Bestes Originaldrehbuch 

„The Ballad of Buster Scruggs“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival haben die Coen-Brüder den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Der Film wird am 16.11.18 in einigen amerikanischen Kinos anlaufen und zeitgleich auf Netflix zu sehen sein. In Deutschland wird dieser Film wohl auch ab dem 16.11.18 über Netflix abrufbar sein. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Im Anschluss an den Film haben sich die Schauspieler Tim Blake Nelson, Grainger Hines und Bill Heck, sowie die legendäre Casting Direktorin Ellen Chenoweth einem Interview gestellt und die Fragen des Publikums beantwortet. Das Publikum, das vorwiegend aus Schauspielern bestand, wollten vorwiegend von allen Beteiligten wissen, wie es ist, mit den Coen Bros. zu arbeiten.

Trailer zu sehen:

 

 

amerikanische Filmplakate v. „The Ballad of Buster Scruggs“

 

Q & A nach dem SAG-Screening v. „The Ballad of Buster Scruggs“ (v. r. Casting Direktorin Ellen Chenoweth, und die Schauspieler Grainger Hines, Billy Lockwood und Tim Blake Nelson und der Interviewer)

 

NYC – Film: „First Man“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„First Man“ (dt. Filmtitel: „Aufbruch zum Mond, dt. Kinostart: 8.11.18)  141 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Damien Chazelle   cast: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Kyle Chandler, Corey Stoll, Ciarán Hinds, Patrick Fugit 

 

Nach dem Tod seiner kleinen Tochter bewirbt sich der ehemalige Kampfpilot und NACA-Testpilot, Neil Armstrong (Ryan Gosling), für das Gemini-Programm bei der NASA. Seine Testergebnisse sind gut und so wird er als einer, der neun neuen Astronauten für das zweite bemannte Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten ausgewählt….

 

B- (Wertung von A bis F) „First Man“ basiert auf James R. Hansens autorisierten Biografie „First man: The Life of Neil A. Armstrong“. Nach „Guy and Madeline on a Park Bench“, Whiplash und La La Land ist dies der vierte Film des jungen amerikanischen Autors und Filmemachers Damien Chazelle. Es ist der erste Film bei dem der Oscar-Preisträger nicht auch das Drehbuch geschrieben hat. Das Skript stammt hier von dem Oscar-prämierten Drehbuchautor Josh Singer (Spotlight).

Als Vielflieger muss man sich ja ständig anschnallen, als ich in dem loungigen Ledersessel (des Regal RPX-Kinos an der 42nd Street) saß, und direkt in die Anfangsszene  mit einem vibrierenden Rüttelbild und einem überwältigend dröhnenden Sound geworfen wurde, habe ich instinktiv zum (nicht vorhandenen) Sicherheitsgurt gegriffen. Der Film nimmt nach diesem rasanten Einstieg dann aber erst mal wieder ordentlich Action raus und ich fand ihn dann über weite Strecken regelrecht öde. Meine Begleitung hat zwischendurch sogar ein Nickerchen eingelegt. Zugegebenermassen hat mich Astronauten-Kram noch nie sonderlich interessiert. Es ist aber immer klug, einen Film mit dem besten Part enden zu lassen. Das ist hier der Fall, die tatsächliche Apollo 11-Mission ist spannend und recht spektakulär in Szene gesetzt. 

Das beste, was mir an diesem Film gefallen hat, ist der Sound. Insbesondere zum Ende des Films hin, ist mir die unverwechselbare Musik des La-La-Land-Komponisten Justin Hurwitz (positiv) aufgefallen. 

Auch wenn Teile des Films mit IMAX-Kameras gedreht wurden, ist „First Man“ visuell nicht so beeindruckend wie akustisch. Ich würde daher empfehlen, diese amerikanische Heldengeschichte zwar auf einer größtmöglichen Leinwand, aber vor allen Dingen in einem Kino, dass mit einem hervorragenden Sound-System ausgestattet ist, zu sehen. 

Neil Armstrong war wohl ein stiller und schweigsamer Mensch, kein Wunder, dass Damien Chazelles erste Wahl für diese Rolle auf Ryan Gosling fiel. Ich kann mich erinnern, dass ich Ryan Gosling als Schauspieler auch mal richtig gut fand. Mittlerweile langweilt er mich aber, weil er im Grunde immer den gleichen Männertypen spielt. Claire Foy macht ihre Sache recht gut, spielt sie doch auch etwas mehr als nur die ewig leidende Ehefrau. Sollte sie jedoch bei den Oscars mit Olivia Colman (The Favourite) in einer Kategorie konkurrieren, dürfte nicht mal im Ansatz darüber nachgedacht werden, wer den Oscar gewinnt.

„First Man ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Bester Nebendarsteller (Jason Clarke), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„First Man“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der 75. Kino-Biennale. Der Film startet am 12.10.18 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 8.11.18 zu sehen. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Als Neil Armstrong auf dem Mond landete und den legendären Satz „That’s one small step for [a] man, one giant leap for mankind“ sagte, gab es Szenenapplaus von dem Publikum. Es gab auch einen auffällig großen Applaus des Publikums, das überwiegend aus Schauspielern bestand, als im Abspann Ryan Gosling und Claire Foys Namen auftauchten. Im Anschluss an den Film haben sich der Regisseur Damien Chazelle, die Schauspielerinnen Claire Foy und Olivia Hamilton, die Schauspieler Patrick Fugit und Lucas Haas und Tom Cross, der für den Filmschnitt verantwortlich war, einem Interview gestellt und Fragen des Publikums beantwortet. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur Damien Chazelle nach dem SAG-Screening von „First Man“ am 01.10.18 in Manhattan

NYC – Film: „The Favourite“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Favourite“ (dt. Filmtitel: „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, dt. Kinostart: 24.01.19)  121 min  drama, comedy, satire 

dir. Yorgos Lanthimos  cast: Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn

 

Am englischen Königshof zu Beginn des 18. Jahrhundert. Als Abigail (Emma Stone) den Hof von Königin Anne (Olivia Colman) erreicht, bittet sie dessen engste Vertraute und Beraterin, Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough, (Rachel Weisz) um eine Anstellung. Abigail ist zwar die jüngere Cousine von Lady Sarah, nur hatte Abigails Vater seinen guten Namen verspielt und nun hat sie weder Geld noch einen Adelstitel. Sarah lässt Abigail zunächst niedere Tätigkeiten ausüben, aber schon bald buhlen die beiden Palastdamen um die die Gunst der Königin…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Favourite“ ist nach The Lobster und The Killing of a Sacred Deer der dritte englischsprachiger Film des griechischen Autors und Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth) .

Die opulente Ausstattung, die aufwändigen Kostüme und die barocke Haarpracht können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies ein Yorgos Lanthimos-Film ist. Zu düster und absurd ist der Humor, teilweise zu grotesk die Szenen, zu bezeichnend lang manche Kamerafahrten, zu exzentrisch bestimmte Kamerawinkel und zu schräg klingt hin und wieder die Musik durch – kurzum der griechische Regisseur weiß, dem Kostümfilm seinen Stempel aufzudrücken. Auch wenn „The Favourite“ sicherlich der massentauglichste Lanthimos-Film bisher ist, werden viele Zuschauer mit diesem Film wenig anzufangen wissen. 

Mich hat der Film sehr amüsiert. Der in acht Kapiteln gegliederte Film ist nicht so sehr ein Historienfilm als mehr ein kunstvolles und bizarres Charakterdrama mit drei komplexen  Frauencharakteren. Die mächtige Queen Anne ist launisch und trotzig, ihr geht es einzig um ihre eigenen Interessen und nicht um die wichtigen Belange, ihrer, sich mit Frankreich im Krieg befindenden Nation – das erinnert schon an das eine oder andere Staatsoberhaupt unserer Zeit. Die engste Vertraute der Monarchin, Herzogin von Marlborough, ist mit den eigentlichen Regierungsgeschäften beschäftigt und bemerkt darüber zu spät, wie die ehrgeizige neue Hofdame Abigail versucht, sich einen festen Platz an der Seite der Monarchin zu sichern. Daraus ergibt sich ein intelligentes und durchweg unterhaltsames Spiel aus Eifersucht, Intrigen und Sex.  

Die englische Schauspielerin Olivia Colman ist mir das erste Mal in dem wunderbaren Film Tyrannosaur aufgefallen. Seither bereichert sie mein Film- und Fernsehleben. Sie hat mich bereits ein Mal in einem Yorgos Lanthimos Film („The Lobster“) begeistert und als Part des gegensätzlichen Ermittlungsduos Miller und Hardy der britischen Krimiserie Broadchurch (1, 2, 3) werde ich sie immer in meinem Herzen tragen.

Nun geht es um die Oscar-Kampagnen und da scheiden sich die Geister, ob Olivia Colman in „The Favourite“ nun eine Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Olivia Colman, Emma Stone und Rachel Weisz geben alle drei eine exzellente Performance, den gesamten Film betrachtend spielt Rachel Weisz hier am ehesten eine Nebenrolle. Die Geschichte von Emma Stones Charakter wird erzählt, aber Olivia Colman hat die Präsenz, die eine Hauptrolle ausmacht. Anthony Hopkins ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn ich an den Film „The Silence of the Lambs“ denke, habe ich sofort Dr. Hannibal Lecters Gesicht vor Augen, er hat diesen Film geprägt. Anthony Hopkins hat den Oscar für die Beste Hauptrolle gewonnen, obwohl er nicht länger als 16 Minuten in dem gesamten Film zu sehen war. Olivia Colmans kränkliche und launenhafte Königin Anne hat sich bei mir ähnlich festgesetzt. Mir ist egal, ob sie den Oscar für die beste Hauptrolle oder Nebenrolle erhält, Hauptsache die Oscar-Strategen von Fox Searchlight treffen eine weise Entscheidung hinsichtlich ihrer Kampagne und sie hält den Oscar am 24. Februar 2019 in den Händen.  

„The Favourite“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Haupt/bzw. Nebendarsteller (Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz), Bester Nebendarsteller (Nicholas Hoult), Bestes Originaldrehbuch und diverse technische Kategorien

„The Favourite“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Zwei Preise hat der Film auf diesem Filmfestival gewonnen: den Grand Jury Prize und den Volpi Cup for Best Actress für Olivia Colman. Der Film soll am 23.11.18 in einigen amerikanischen Kinos starten. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Auf dem NYFF56 war es der Eröffnungsfilm. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

 

 

Opening Night auf dem New York Film Festival 2018

 

NYFF56 Eröffnungsfilm „The Favourite“

 

VOD – Film: „Won´t You Be My Neighbor?“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Won´t You Be My Neighbor?  95 min  documentary, biopic 

dir. Morgan Neville  cast: Fred Rogers, Francoise Clemmons, Yo-Yo Ma, Joe Negri

 

Die U.S.A. befindet sich im Krieg mit Vietnam als Fred Rogers im Jahr 1968 mit seiner Kindersendung „Mister Rogers´ Neighborhood“ zum ersten Mal auf Sendung geht. Was war Fred Rogers für ein Mensch und warum lagen ihm Kinder so am Herzen?

 

B+ (Wertung von A bis F) „Won´t You Be My Neighbour?“ ist eine Dokumentation über die amerikanische Fernsehlegende Fred Rogers. Er hat sich für die Erziehung und Bildung von Kindern eingesetzt. Seine Sendung, „Mister Rogers´ Neighborhood“ wurde in den U.S.A. von 1968 bis zum Jahr 2001 ausgestrahlt.  

Ich weiß nicht, warum ich bei dieser Doku so viel heulen musste. War es, weil Fred Rogers einfach ein herzensguter Mensch war, eine personifizierte moralische Instanz, die man heutzutage vergeblich sucht? Denkbar, es könnte aber auch sein, dass ich über meine Skepsis, meinen eigenen Zynismus entsetzt war. Habe ich bei dieser, mit nicht bekannten, amerikanischen Fernsehlegende doch auch nach seiner Schattenseite gesucht. Alles Gute kommt doch nie zusammen, irgendwo gibt es doch meist einen Haken. Entsprechend habe ich förmlich darauf gewartet, dass preisgegeben wird, was Fred Rogers eigentlich für ein Monster war.  Als ich dann realisiert habe, dass dem nicht so ist, habe ich zu heulen angefangen. Auch, weil dann herauskam, dass über Jahrzehnte immer wieder versucht wurde, den Held vieler Generationen amerikanischer Kinder, in ein schlechtes Licht zu rücken. Mal wurde vermutet, dass er ein Navy SEAL war und Menschen getötet hat, ein anderes Mal, dass er unter seinen biederen Strickjacken überall tätowiert war und ab einem gewissen Zeitpunkt wurde sogar öffentlich darüber diskutiert, ob er möglicherweise schwul ist. Letzteres zerstört teilweise heute noch Karrieren, definitiv aber in den 1970er Jahren. Wenn ich darüber nachdenke, könnte ich gleich wieder heulen. 

Die Ausnahmeerscheinung Fred Rogers hatte sich aber einfach nur auf die Fahne geschrieben, seinen kleinen Mitmenschen anhand von Puppen und einer einfachen Sprache die komplizierte Welt zu erklären. 

Als Richard Nixon US-Präsident wurde, wollte er das Geld für das Bildungsfernsehen streichen, da musste der liebenswerte Kinder-Moderator darum kämpfen, seine Sendung fortführen zu dürfen und hat sogar eine Rede vor dem Kongress gehalten. 

Für den beliebten Moderator und sein Konzept gab es aber in der amerikanischen Fernsehlandschaft im Laufe der Zeit immer weniger Platz. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit ist es geradezu undenkbar, dass ein Fred Rogers da überhaupt vorkommt. Traurig. 

Tom Hanks ist natürlich wie geschaffen, Fred Rogers in einem Spielfilm zu porträtieren. Der amerikanische Schauspieler dreht derzeit ein Biopic (Arbeitstitel:„Are You My Friend“) über die Fernsehlegende, die im nächsten Jahr zur Oscar-Saison ins Kino gebracht werden wird. 

„Won´t You Be My Neighbour?“ ist für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm im Gespräch.

„Won´t You Be My Neighbour?“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 8.6.18 in 29 amerikanischen Kinos gestartet. Es ist einer der erfolgreichster Dokumentarfilme in den U.S.A. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019

Es ist mal wieder Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten: 

Die 91. Academy Awards finden jetzt wieder im Februar, genauer am 24.02.2019, statt. Die Oscar-Nominierungen werden am 22.01.19 bekannt gegeben. Bislang ist noch nicht offiziell klar, wer die Oscars im nächsten Jahr moderieren wird. Vermutlich wird es aber in den nächsten Tagen öffentlich gemacht. 

A.M.P.A.S. hat im Jahr 2018 928 neue Künstler eingeladen, Mitglied der elitären Oscar-Academy zu werden. Das ist erneut ein Rekord (im Vergleich, im Jahr 2017 waren es 774, 2016 waren es 683 und im Jahr 2015 waren es nur 322 und noch vor einigen Jahren waren es immer rund 100 neue Mitglieder pro Jahr. Eine Veränderung der Mitgliederschaft wird also immer sichtbarer. Sollten die meisten Filmschaffenden die Einladung akzeptieren, hat A.M.P.A.S. dann im Jahr 2019 über 9200 Mitglieder. Die durch den Harvey Weinstein-Fall im Jahr 2017 ausgelöste  #MeToo-Bewegung hatte Konsequenzen für drei Academy-Mitglieder: Harvey Weinstein, Bill Cosby und Roman Polanski. Harvey Weinstein wurde bekanntlich bereits im letzten Jahr aus der Academy geworfen. Der wegen sexueller Nötigung verurteilte Bill Cosby und Roman Polanski, der sich im Jahr 1977 einem Prozess in den USA wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen entzog, wurden Anfang Mai 2018 die Mitgliedschaft in der Oscar-Academy entzogen. Woody Allen – ich hatte es bereits im letzten Jahr erwähnt – ist kein Mitglied von A.M.P.A.S. 

Das jüngste Mitglied der Oscar-Academy ist mittlerweile 15 Jahre alt (die Schauspielerin Quvenzhane Wallis) und das älteste wurde mit der Komponistin Sofia Gubaidulina genannt, sie ist 87 Jahre alt. Ein kleiner Auszug der Gesamtliste der Neu-Eingeladenen:

Amy Schumer, Kyra Sedgwick, Sarah Silverman, Hank Azaria, Christine Baranski, Sofia Boutella, Daniel Kaluuya, Tiffany Haddish, Emilia Clarke, Blake Lively, Lily Collins, Lily James, Amber Tamblyn, Evan Rachel Wood, Abigail Breslin, Timothée Chalamet, Olivia Colman, Zoey Deutch, Zoe Kazan, Melanie Lynskey, Elizabeth Debicki, Ann Dowd, Toby Jones, Miles Teller, Liv Tyler, die deutsche Schauspielerin Diane Kruger, die Filmemacher Sean Baker, Craig Gillepsie, Michel Gondry, Luca Guadagnino, Ruben Östlund…

Für Deutschland geht im Jahr 2019 erneut Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“/„The Lives of Others“ für den er im Jahr 2006 den Academy Award gewonnen hat) ins Oscar-Rennen. Mit seinem dritten Film „Werk ohne Autor“/„Never Look Away“ soll er erneut den Oscar in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film nach Deutschland holen. 

Der erste Screener, der in diesem Jahr offiziell an die Academy-Mitglieder rausgeschickt wurde, war  „RBG“.

Nach der letzten Oscar-Verleihung am 4.3.18 sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Oscar-Präsidenten John Bailey bekannt geworden. Diese Vorwürfe wurden geprüft und verworfen und damit bleibt der Kameramann John Bailey (Ordinary People, The Big Chill, „“Groundhog Day“, „As Good as It Gets“, The Way, Way Back) Präsident von A.M.P.A.S und geht in seine zweite Amtszeit. Die vorherige afroamerikanische AMPAS-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs hat in ihrer Amtszeit den Fokus auf Vielfältigkeit gelegt, John Baileys Schwerpunkt scheint bei den Einschaltquoten der Oscar-Verleihung zu liegen und das zeigte sich folgendermassen:

A.M.P.A.S hat am 8.8.18 eine Bombe platzen lassen. Ohne im Detail darauf einzugehen, haben sie drei Änderungen zu den Oscars und den künftigen Oscar-Verleihungen bekanntgegeben. Das hat eine Beschimpfungswelle sondergleichen ausgelöst. Mir kam es stellenweise so vor, als ob alle, die irgendwo in den sozialen Medien unterwegs ist, ihre Meinung kundtun mussten. Was viel interessanter war: in dieser Zeit, stand A.M.P.A.S. weder für eine Stellungnahme noch für Nachfragen zur Verfügung. Wer ist eigentlich für die PR-Aufgaben bei der Oscar-Academy verantwortlich? Mittlerweile haben sich erwartungsgemäß die Gemüter wieder etwas beruhigt. Nach dem Shitstorm hat AMPAS sich die Kritik auch zu Herzen genommen und etwas zurückgerudert. Die neue Kategorie, die eigentlich bereits im Jahr 2019 eingeführt werden sollte, wird es – wenn überhaupt – frühestens ab dem Jahr 2020 geben. Oder anders, diese neue Kategorie wird höchstwahrscheinlich eingeführt, wenn „Black Panther“ im nächsten Jahr keine Oscar-Nomineriung als Bester Film erhält. Es wäre wünschenswert (und smart), wenn aber A.M.P.A.S dann noch mal in sich geht und die neue Kategorie umbenennt (ich plädiere für BEST GENRE FILM). Aber erst mal eins nach dem anderen, zunächst einmal was AMPAS Anfang August 2018 bekannt gaben: 

  • Die Oscar-Verleihung wird vorgezogen, ab 2020 soll sie Anfang Februar (9.2.20), anstelle von Anfang März (im Jahr 2018) und 23.2. (im Jahr 2019) ausgestrahlt werden
  • Die Oscar-Verleihung wird auf max. 3 Stunden begrenzt (d.h. einige Oscars können nicht mehr live verliehen werden)
  • Es wird eine 25., also eine weitere Kategorie (Outstanding Achievement in Popular Film) geben.

Mir erschien es nicht sonderlich professionell eine Pressemitteilung herauszugeben, ohne zeitgleich auf Details bei den Änderungen einzugehen. Aber zum Inhaltlichen:

  • Die erste Änderung wird die gesamte Oscar-Saison zwar ordentlich durchmischen, Kritikerverbände, die einzelnen Gewerkschaftsverbände, die BAFTAS, etc. werden alle voraussichtlich ihre Daten an die Oscar-Verleihung anpassen. Traditionell endet die Filmpreis-Saison jedes Jahr mit den Oscars. Wer will schon nach den Oscars seine Filmpreise verleihen?  Im Ganzen wird die Oscar-Saison damit kürzer. Keine schlechte Idee also. 
  • Die Oscar-Verleihung auf 3 Stunden zu begrenzen ist grundsätzlich auch keine schlechte Idee, man könnte die Live-Performances der einzelnen Songs ersatzlos streichen und einige Montagen kürzen. Wie sich aber mittlerweile rausgestellt hat, nimmt man 6 bis 8 Oscar-Gewinnern (sehr wahrscheinlich trifft es die Kurzfilm-Kategorien und einige technische Kategorien, es könnte aber auch die Autoren treffen/ die Kategorien sollen jährlich wechseln) die Chance, für ein paar Sekunden live auf der Oscar-Bühne zu stehen. Das ist eine bodenlose Frechheit. Gerade die Kandidaten der technischen Kategorien (Beste Kamera, Bester Ton, Bester Schnitt, etc.) des jeweiligen Films haben erheblich zum Erfolg eines Films beigetragen. Diesen Gewinnern will man also die Ehre nehmen, sich kurz live von einer globalen Zuschauerschaft feiern zu lassen? Diese Änderung hat einen ähnlichen Hintergrund wie die nächste 
  • Die Einführung der Kategorie Best Popular Film ist in dieser Form eine ganz schlechte Idee.

Die letzte große Änderung bei den Kategorien gab es vor 17 Jahren, im Jahr 2001. Damals wurde die Kategorie Bester Animationsfilm aufgenommen. Eine sinnvolle Entscheidung damals. 

Nachdem der Film „The Dark Knight“ vor zehn Jahren (im Jahr 2008) nicht für den Oscar als Bester Film nominiert wurde, gab es heftige Kritik. A.M.P.A.S. hat sich das zu Herzen genommen und von dem darauffolgenden Jahr an von 5 nominierten Filmen zu 10 festen nominierten Filmen gewechselt. Zwei Jahre später haben sie dann eingeführt, dass es keine festgelegte Zahl von zehn nominierten Filmen mehr geben soll, sondern 5 bis zu 10 nominierte Filme.

Wie kommt es dazu, dass A.M.P.A.S. die Kategorie Best Popular Film einführen wollte? Es mag hierzulande weniger bekannt zu sein, aber die Oscars sind ein Millionengeschäft, ein eigener Wirtschaftszweig sozusagen. Es geht also um viel Geld, kleinere Produktionsfirmen und große Filmstudios geben jedes Jahr viele Millionen für ihre Oscar-Kampagnen aus, viele PR-Strategen arbeiten daran, „ihre“ Schauspieler, „ihre“ Filme zu platzieren, manche Filme werden sogar extra für den Oscar-Markt produziert. Die Oscars sind ein Marketing-Instrument, mit dem man – zumindest in den U.S.A. – Geld verdienen kann. Die Amerikaner schauen sich die Filme, die für den Oscar nominiert wurden oder ihn gar gewinnen, gezielt im Kino an. Welche Filme würden wir ohne die Oscar-Saison noch im Kino zu sehen bekommen? Jetzt macht sich A.M.P.A.S. seit einigen Jahren schon Gedanken um sinkende Einschaltquoten bei der Oscar-Verleihung. Ich habe mich immer gefragt, warum. Bislang musste ich mir darüber keine näheren Gedanken machen, mit der (eventuellen) Einführung des Best Popular Film habe ich es erstmalig getan. Warum ist es A.M.P.A.S. nicht piepegal, wer ihre Oscar-Verleihung guckt? A.M.P.A.S. vergibt den höchsten Preis in der Filmindustrie, ein Preis von Filmschaffenden für Filmschaffende. Alle, die nur im Entferntesten kreativ im Filmbusiness arbeiten, träumen von diesem Preis. So, warum ist es A.M.P.A.S.  dann nicht egal, wie viele Leute ihre Oscar-Show gucken?

Ich habe etwas recherchiert. Seit vielen Jahren ist ABC, der Sender, der die weltweiten TV-Rechte an der Oscar-Verleihung hat. Dafür bezahlt der amerikanische Sender jedes Jahr rund 75 Millionen Dollar an A.M.P.A.S.  Geld, dass A.M.P.A.S sicher u.a. für das The Academy Museum in Los Angeles braucht. Es soll im nächsten Jahr eröffnet werden. A.M.P.A.S. steht also in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem amerikanischen Fernsehsender ABC. Das ganze Gewese um sinkende Einschaltquoten für die Oscar-Show kommt von ABC, die wünschen sich, dass die Oscar-Show von einer breitere Masse geschaut wird, damit würden sich dann für sie auch am Ende die Werbe-Einnahmen erhöhen. Die Zuschauerzahl der Live-Übertragung der Oscar-Verleihung bei ABC ist im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 jedoch um rund 19% gesunken. Anmerkung: Übrigens ist auch die Zuschauerzahl  für die Live-Übertragung der Emmys bei ABC am 17.09.18 gegenüber dem Vorjahr, als CBS die Emmys recht erfolgreich ausgerichtet haben, auch um 10% gesunden. Die Zuschauerzahl für die Live-Grammys ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr sogar um 24% gesunken. Selbst bei dem Sport-Superereignis Super Bowl sinken zunehmend die Einschaltquoten. Außer Acht gelassen wird immer, dass die Abonnentenzahl der normalen, amerikanischen Fernseh-Networks  (wozu ABC, NBC, CBS, etc. zählt) auch um rund 22% gesunken ist. Kaum einer guckt heutzutage noch live Fernsehen, das Fernsehen, wie man es noch vor ca. zehn Jahren kannte, ist dabei, zu sterben. Man hat mit den ganzen Pay-TV-Sendern und Streaming-und Internet-Services (Mediatheken) viel zu viele Möglichkeiten und ist nicht mehr darauf angewiesen, zu einer bestimmten Uhrzeit Zuhause zu sein und den Fernseher anzuschalten. Entsprechend können die Einschaltquoten generell auch nur sinken. ABC strebt aber ein größeres, mainstreamiges Publikum für die Oscar-Verleihung an. Wie weltfremd ist das denn? Um den sinkenden Einschaltquoten entgegenzuwirken, wollen sie nun die Show auf 3 Stunden begrenzen und die Kategorie Best Popular Film einführen. Aha. Jetzt darf man drei Mal raten, welchem Konzern der TV-Sender ABC angehört: dem Disney-Konzern. Derzeit wissen wir immer noch nicht wirklich, welche Filme sich für diese – frühestens ab dem Jahr 2020 eventuell eingeführte – neue Kategorie Best Popular Film qualifizieren können. Man kann aber davon ausgehen, dass populäre Filme am Geld, dass sie eingespielt haben, festgemacht werden. Und nun darf man nochmal raten, welche Filme in einer Kategorie Best Popular Film sehr häufig landen werden: ganz genau, Filme aus dem Mickey-Mouse-Konzern (Marvel gehört bekanntermassen auch zu Disney). Da liegt also das Problem. Die erfolgreichen Filme zeichnen sich nicht unbedingt durch Qualität aus. Der amerikanische TV-Sender vermutet, dass durch die Nominierung von Kassenschlagern ein mainstreamiges Publikum die Show guckt. Aber ehrlich, die Oscars waren immer schon einem Nischen-Publikum vorbehalten, die Leute, die Mainstream-Filme gucken, interessieren sich üblicherweise nicht für den Oscar und werden durch die Einführung einer neuen Kategorie (für ihre Filme) auch nicht damit beginnen. Und noch wichtiger, was bekommen wir denn heutzutage – ohne die Oscar-Saison – von den großen Studios für Filme geboten: Remakes, Reboots, Fortsetzungen, Franchises und/oder Superhelden-Kram und welche Filme fahren das meiste Geld an der Kinokasse ein, genau diese Filme. Da brauchen diese Filme nicht noch eine eigene Kategorie bei den Oscars, damit sie noch mehr Geld an der Kinokasse (bei einer Wiederaufführung) bzw. auf DVD/VOD oder Streaming-Portalen einfahren. Für solche Filme gibt es andere Awards-Shows (People´s Choice Award, MTV Movie Awards). Die Oscars sind für die künstlerischen (in den letzten Jahren mehr kleinere, sonst aber auch größere) Produktionen, die durch handwerkliche oder schauspielerische Qualität auffallen. Für dieses Merkmale fallen sie den Filmschaffenden in der Academy positiv auf und sie (Tonspezialisten suchen sich die jährlich besten ihrer Branche raus, Kameramänner/frauen suchen sich die besten in ihrem Feld aus, etc.) nominieren dann in ihrer Kategorie. Wenn ein Blockbuster einige Qualitätsmerkmale hat, wird er bei den Oscars auch meist (wenigstens bei den technischen Kategorien) nicht übersehen. Die Oscars müssen „Prestige“ bleiben. Seitdem die Academy-Mitglieder wieder bis zu 10 Filme für den Best-Picture-Film nominieren können, wird in meinen Augen auch noch oft genug in dieser Kategorie mainstreamiger Feel-Good-Müll (The Blind Side, The Help, Hidden Figures) nominiert. 

Das Hauptproblem, dass ich sehe, ist definitiv die Abhängigkeit von A.M.P.A.S. zu ABC. Sie haben derzeit noch einen Vertrag mit dem TV-Sender bis zum Jahr 2028. Na toll.

Es ist also nicht einfach aus der Misere wieder herauszukommen. Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, das eine oder andere würde vielleicht einer Problemlösung dienen.

  • A.M.P.A.S sollte so unabhängig wie möglich sein.
  • Wenn A.M.P.A.S. ihre Oscar-Show schon von einem „normalen“ TV-Sender ausstrahlen lässt, dann sollte – entsprechend der EMMY-Award-Show – jedes Jahr ein anderer TV-Sender die Ehre haben, Gastgeber-Sender zu sein. Dann würde der Druck auch mehr auf dem Sender lasten. 
  • A.M.P.A.S. sollte ihre Oscar-Show aber eher bei einem Pay-TV-Sender wie HBO oder SHOWTIME unterbringen, vielleicht auch einem Streamingsender wie HULU oder Netflix (wobei hier schon wieder Abhängigkeiten hinsichtlich der Oscars entstehen könnten). Dann könnte man auch auf die ständigen Werbepausen verzichten und damit wäre die Oscar-Show mit allen Gewinnern in allen Kategorien auf der Bühne, allen live gesungen Songs und allem Schnick-Schnack sogar nur ca. 2 1/2 Stunden lang.
  • Anstelle von  Best Popular Film ich hatte es weiter oben bereits erwähnt, sollte die Kategorie Best Genre Film eingeführt werden. Damit würde dann brillante Komödien, Thriller, Horror-,  Fantasy-, Actionfilme, etc. eine verdient gute Chance auf eine Oscar-Nominierung in einer wichtigen Kategorie haben. (Sinnvoll wären auch folgende neue Kategorien: Best Casting Directors und Best Stunts Coordinator oder auch Best Voice Performance; oder vielleicht auch Best First Time Film)
  • Vielleicht wieder zurück zu festen 10 nominierten Filmen (auch auf die Gefahr, dass noch mehr mainstreamiger Müll nominiert wird)
  • Storytelling – Wenn man ein größeres Publikum für die Oscars begeistern will, muss man ihnen die Oscars und die möglichen Kandidaten näher bringen. Man könnte ein Profil für mögliche Kandidaten erstellen und diese in kleinen Filmchen vorstellen (die sollten dann auf den Sendern vor der Nominierung und zwischen Nominierung und Verleihung gezeigt werden) Wer ist Glenn Close? In welchen Filmen hat sie gespielt? Wie oft wurde sie für den Oscar nominiert und für welchen Film ist sie dieses Jahr im Gespräch, nominiert zu werden? Oder in der letzten Oscar-Saison: Wer ist Roger Deakins? Warum ist es etwas ganz Besonderes, wenn er endlich seinen Oscar gewinnt? Dennoch glaube ich, dass man damit nicht sonderlich viele neue Zuschauer gewinnt, die Oscars bleiben Nische. Die Oscar-Verleihung wird von einer recht kleinen Gruppe geschaut, dabei handelt es sich vorwiegend um Filmschaffende, (amerikanische) Filmkritiker, Cineasten, Leute, die irgendwo etwas mit der Filmindustrie, PR- oder Marketing zutun haben, Mode- oder Promi-Interessierte. Die meisten bekommen von den Oscars doch gar nichts mit, hören vielleicht am nächsten Tag in den Nachrichten, ob ein Film (den sie wahrscheinlich noch nicht mal kennen) oder ein Schauspieler (von dem sie oftmals noch nie etwas gehört haben) gewonnen hat. Die Oscars werden immer Nische bleiben und damit sollte sich ABC abfinden. 

Aber gut, die ganzen Themen sind zunächst auf Eis gelegt, betrifft uns nicht für die nächsten Oscars, also zurück zu dieser Saison.

Die wichtigen Herbst-Filmfestivals (Venedig, Telluride, Toronto) sind vorbei. Ich konnte dieses Jahr  auffällig viel positive Resonanz für folgende Filme beobachten: „Green Book“, „ROMA“, „First Man“, „The Favourite“, „If Beale Street Could Talk“, „Can You Ever Forgive Me?“, Widows“, „Boy Erased“, „The Hate You Give“ und – leider – leider – die vierte Verfilmung, das dritte Remake von „A Star is Born“

Das heißt für mich, dass ich mir diese mainstreamige Musical-Romanze mit Lady Gaga tatsächlich anschauen muss, schönen Dank auch. 

Was gibt es sonst noch Neues?

Netflix steigt dieses Jahr (mit Alfonso Cuaróns „ROMA“) erstmalig und ernsthaft ins Best-Picture-Oscar-Geschäft ein. Sie haben sehr viel Geld investiert, die branchenbesten Emmy- aber auch Oscar-Strategen angeheuert. Bei den Emmys haben sie dieses Jahr genauso viel Awards wie HBO geholt. Nun haben sie mit „ROMA“ einen scheinbar fantastischen Film an der Hand. Sie haben diesen Film bei jedem einzelnen Herbst-Festival (sogar den kleineren) vorgestellt bzw. stellen ihn noch vor. Netflix hat sogar ihr Logo für diesen Film geändert und etwas schlichter und seriöser gestaltet. Netflix nimmt das Oscar-Spiel offensichtlich ernst, die Frage ist, ob A.M.P.A.S. nun auch Netflix ernst nimmt.

Und wo ich schon bei „ROMA“ bin, aller Wahrscheinlichkeit nach wird dieser fremdsprachige Film einer der wenigen  sein, der zusätzlich in der Kategorie Bester Film nominiert wird. In der 90-jährigen Geschichte der Oscars haben es nur „Grand Illusion“ – und seit es eine eigene Kategorie für fremdsprachige Filme gibt – „Z“, „The Emigrants“, „“Cries and Whispers“, The Postman“, „Life is Beautiful“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“, „Letters from Iwo Jima“ und Amour) geschafft, als Bester Film nominiert zu werden. Auch hier habe ich etwas recherchiert, einzig die Filme „Z“, „The Emigrants“, „Life is Beautiful“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ und „Amour“ wurden auch zugleich für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Kein nicht-englischsprachiger Film hat bisher den Oscar als Bester Film gewonnen, „Z“, „Life is Beautiful“, “Crouching Tiger, Hidden Dragon“, Amour“ haben aber den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen. Das fand ich ganz interessant. Es gibt jedoch drei Filme, bei denen teilweise eine andere Sprache gesprochen wird („The Godfather II“, „The Last Emperor“ und „Slumdog Millionaire“), die tatsächlich den Oscar als Bester Film gewonnen haben. Mexiko hat offiziell „ROMA“ für die Oscars eingereicht. Kann tatsächlich erstmalig ein fremdsprachiger Film den Oscar als Bester Film gewinnen? 

Dieses Oscar-Jahr könnte auch zum ersten Mal ein Superhelden-Film („Black Panther“) für den Oscar als Bester Film nominiert werden. Für eine Oscar-Nominierung braucht es ungefähr 200 Academy-Mitglieder, die diesen Film auf Platz 1 wählen. Klingt erst mal unrealistisch, aber die Marvel Studios setzen sich für ihren Film mit aller Macht dafür ein. Sollte der bislang in den U.S.A. erfolgreichste Film des Jahres 2018 nicht nominiert werden, haben wir höchstwahrscheinlich das Thema Best Popular Film (oder wie die neue Kategorie dann auch immer heißen mag) im nächsten Jahr wieder ernsthaft auf dem Tisch. Wäre die Kategorie bereits im Jahr 2019 eingeführt worden, hätte der Gewinner mit „Black Panther“ quasi bereits festgestanden. 

Kann ein Remake den Oscar als Bester Film gewinnen? Ja, das ist aber sehr selten. im Jahr 2006 hat Martin Scorseses„The Departed“ gewonnen, es war ein Remake des Hong-Kong-Films „Infernal Affairs“, davor „Ben Hur“ im Jahr 1959, dies war ein Remake des gleichnamigen Stummfilms aus dem Jahr 1926. 

Nach Sir Laurence Olivier (für „Hamlet“  aus dem Jahr 1948) und Roberto Benigni (für „Life is Beautiful“ aus dem Jahr 1998) kann dieses Jahr der viermalige Oscar-Nominierte (1x als Produzent, 3x als Schauspieler) Bradley Cooper einen Schauspieloscar für einen Film („A Star is Born“) gewinnen, bei dem er auch selbst Regie führte. Bemerkenswert vor allen Dingen, weil „A Star is Born“ Bradley Coopers Regiedebüt ist. 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor? Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s   

 

Davon hätten in meinen Augen folgende Filme eine echte Chance auf eine BP-Nominierung: 

Black Panther, BlacKkKlansman, Disobedience und Leave No Trace (die beiden letztgenannten Filme werden von einem viel zu kleinen, unbedeutenden Indie vertreten, also ist eine gute Oscar-Kampagne wahrscheinlich nicht zu erwarten)

Jetzt gibt es noch ein paar Filme, die noch nicht gezeigt wurden, bei denen ich mir derzeit aber – vorausgesetzt sie sind qualitativ sehr gut – ein BP-Nominierung vorstellen kann: 

Vice (ehemals „Backseat“ bzw. „Untitled Dick Cheney Film“, ein Film von Adam McKay mit Christian Bale als ehemaliger US-Vize-Präsident Dick Cheney, Sam Rockwell als George W. Bush, etc.), aber auch Stan and Ollie , Bohemian Rhapsody, Mary Queen of Scots, On the Basis of Sex, Welcome to Marwen, Mary Poppins Returns 

Es erscheint, dass fünf Filme derzeit eine Oscar-Nominierung ziemlich sicher in der Tasche haben:

ROMA, First Man, Green Book, The Favourite und A Star is Born

Von diesen Filmen könnten zwei Filme („First Man“ und „A Star is Born“) um die zwölf bis sogar vierzehn Oscar-Nominierungen erhalten. 

Wenn die Mitglieder der Oscar-Academy komplett durchdrehen, könnte  „ A Star is Born“ die BIG FIVE (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch) gewinnen. Nur drei Filme („It Happened One Night“, „One Flew Over the Cuckoo´s Nest“ und „The Silence of the Lambs“) haben in neunzigjähriger Oscar-Geschichte die BIG FIVE gewonnen. Zu einem angenehmeren Thema: 

Mit „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ begegnen sich zwei alte Bekannte wieder in der diesjährigen Oscar-Saison: Damien Chazelle und Barry Jenkins. Wir erinnern uns, Damien Chazelle hat vor zwei Jahren den Regiepreis (für La La Land) erhalten und Barry Jenkins Film Moonlight hat den Preis für den Besten Film – nach ein paar Sekunden Verwirrung – verdient gewonnen. 

Im letzten Jahr zu dieser Zeit sah meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 folgendermaßen aus:

  1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – Fox Searchlight – 97% RT
  2. The Post – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
  3. Call Me By Your Name – Sony Pictures Classics 98% RT
  4. The Shape of Water – Fox Searchlight – 96% RT
  5. Dunkirk – Warner Bros. – 93% RT
  6. Darkest Hour – Focus Features – 83% RT
  7. Get Out – Universal – 99% RT
  8. Lady Bird – A24 – 100% RT
  9. Last Flag Flying – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt, Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
  10. Phantom Thread – Focus Features (derzeit noch nicht gezeigt, wird er rechtzeitig fertig?)

Im letzten Oscar-Jahr wurden neun Filme für den Oscar als Bester Film nominiert. Zur Zeit der Nominierung kam für viele überraschend „Phantom Thread“ noch rein, bei dem Amazon-Film „Last Flag Flying“ war es jedoch dann schon sehr wahrscheinlich, dass er nicht nominiert wird. Meine Prognose sah also gar nicht schlecht aus. Den Best-Picture-Oscar hat mein viertplatzierter Film („The Shape of Water“) gewonnen, mein damaliger Favorit auf den Oscar-Gewinn „Three Billboards“ war jedoch ziemlich dicht dran, den Oscar als bester Film zu gewinnen. Im letzten Jahr zu dieser Zeit gab es noch keinen richtigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn Bester Film, das sieht dieses Jahr sehr ähnlich aus. In den letzten Tagen habe ich meinen erstplatzierten Film ständig geändert. 

Meine derzeitige Prognose (Stand 23.09.18) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe. Mein derzeitiger Oscar-Gewinner ist jeweils der erste Kandidat:

Best Picture:

  1. ROMA, dir. Alfonso Cuarón – 98% Rotten Tomatoes – Netflix 
  2. First Man, dir. Damien Chazelle – 86% Rotten Tomatoes – Universal 
  3. Green Book, dir. Peter Farrelly – 100 % Rotten Tomatoes – Universal 
  4. A Star is Born, dir. Bradley Cooper – 95% Rotten Tomatoes – Warner Bros. 
  5. The Favourite, dir. Yorgos Lanthimos  – 96% Rotten Tomatoes – Fox Searchlight 
  6. BlacKkKlansman, dir. Spike Lee – 95% Rotten Tomatoes – Focus Features 
  7. Vice, dir. Adam McKay – Annapurna (derzeit noch nicht gezeigt) 
  8. If Beale Street Could Talk, dr. Barry Jenkins – 92% Rotten Tomatoes – Annapurna 
  9. Black Panther, dir. Ryan Coogler –  97% Rotten Tomatoes – Marvel / Disney
  10. Widows, dir. Steve McQueen – 93% Rotten Tomatoes – 20th Century Fox

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  1. Can You Ever Forgive Me? dir. Marielle Heller – 100% Rotten Tomatoes – Fox Searchlight 
  2. Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt) 
  3. The Front Runner, dir. Jason Reitman – 62% Rotten Tomatoes 
  4. Boy Erased, dir. Joel Edgerton – 86% Rotten Tomatoes – Focus Features 
  5. Stan and Ollie, dir. Jon S. Baird  – Sony Pictures Classics (derzeit noch nicht gezeigt) 
  6. Leave No Trace, dir. Debra Granik – 100% Rotten Tomatoes – Bleecker Street
  7. Disobedience, dir. Sebastian Lelio – 85% Rotten Tomatoes – Bleecker Street

 

Best Director 

  1. Alfonso Cuarón (ROMA)
  2. Spike Lee (BlacKkKlansman)
  3. Damien Chazelle (First Man)
  4. Adam McKay (Vice) – derzeit noch nicht gezeigt
  5. Bradley Cooper (A Star is Born) 

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  1. Peter Farelly (Green Book) 
  2. Yorgos Lanthimos (The Favourite)
  3. Marielle Heller (Can You Ever Forgive Me?) 
  4. Ryan Coogler (Black Panther)
  5. Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)
  6. Jason Reitman (The Front Runner) 
  7. Debra Granik (Leave No Trace)

 

Best Actor 

  1. Viggo Mortensen (Green Book)
  2. Bradley Cooper (A Star is Born)
  3. Christian Bale (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  4. John David Washington (BlacKkKlansman)
  5. Ryan Gosling (First Man)

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  1. Rami Malek (Bohemian Rhapsody) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  2. Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)
  3. Lucas Hedges (Boy Erased) 
  4. Mahershala Ali (Green Book) – wahrscheinlicher eher als Nebendarsteleller
  5. Ethan Hawke (First Reformed)
  6. Hugh Jackman (The Front Runner)
  7. John C. Reilly (Stan and Ollie) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  8. Steve Coogan (Stan and Ollie) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  9. John C. Reilly (The Sisters Brother) 
  10. Ben Foster (Leave No Trace) Könnte auch als Bester Nebendarsteller auftauchen.
  11. Lucas Hedges (Ben is Back) 
  12. Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)
  13. Joaquin Phoenix (The Sisters Brother) 
  14. Steve Carell (Beautiful Boy) 
  15. Robert Redford (The Old Man & the Gun) 
  16. Chadwick Boseman (Black Panther) 

 

Best Actress

  1. Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  2. Olivia Colman (The Favourite) – ich habe sie derzeit noch in beiden Kategorien gelistet, auch wenn ich sie lieber in der Kategorie Beste Nebendarstellerin sehen würde
  3. Yalitza Aparicio (ROMA) 
  4. Lady Gaga (A Star is Born)
  5. Glenn Close (The Wife)

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  1. Saoirse Ronan (Mary Queen of Scots) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  2. Viola Davis (Widows) 
  3. Emma Stone (The Favourite) könnte auch als Beste Nebendarstellerin geführt werden
  4. Toni Collette (Hereditary)
  5. Thomasin McKenzie (Leave No Trace)
  6. Emily Blunt (Mary Poppins Returns) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  7. Nicole Kidman (Destroyer)
  8. Rachel Weisz (Disobedience) 
  9. Julia Roberts (Ben is Back)
  10. Michelle Pfeiffer (Where is Kyra?) 

 

Bester Nebendarsteller

  1. Sam Elliot (A Star is Born)
  2. Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
  3. Timothée Chalamet (Beautiful Boy)
  4. Sam Rockwell (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt
  5. Adam Driver (BlacKkKlansman)

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  1. Mahershala Ali (Green Book)
  2. Daniel Kaluuya (Widows)
  3. Russell Crowe (Boy Erased)
  4. Nicholas Hoult (The Favourite)
  5. Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  6. Ben Foster (Leave No Trace) Könnte auch in der Kategorie Bester Hauptdarsteller geführt werden. 
  7. Jason Clarke (First Man) 
  8. Joel Edgerton (Boy Erased) 

 

Beste Nebendarstellerin: 

  1. Claire Foy (First Man) 
  2. Olivia Colman (The Favourite) – Sollte sie in Kategorie Beste Nebendarstellerin geführt werden, gewinnt sie den Oscar. Den Gerüchten zufolge bekommt sie aber eine Kampagne als Hauptdarstellerin 
  3. Amy Adams (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  4. Emma Stone (The Favourite) Könnte auch in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin geführt werden 
  5. Marina de Tavira (ROMA) 

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  1. Regina King (If Beale Street Could Talk)
  2. Elizabeth Debicki (Widows)
  3. Rachel Weisz (The Favourite)
  4. Nicole Kidman (Boy Erased)
  5. Natalie Portman (Vox Lux)
  6. Margot Robbie (Mary Queen of Scots) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt
  7. Rachel McAdams (Disobedience)
  8. Linda Cardellini (Green Book)
  9. Meryl Streep (? – Mary Poppins Returns) 

 

Trailer meines Oscar-Gewinner-Films (Stand 23.09.18)

 

 

VOD – Film: „Deliverance“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Deliverance“ (dt. Filmtitel: Beim Sterben ist jeder der Erste“, dt. Alternativtitel: „Flussfahrt“, der westdeutsche Kinostart war der 10.10.1972)  109 min   thriller, drama, adaptation 

dir. John Boorman  cast: Jon Voight, Burt Reynolds, Ned Beatty, Ronny Cox, Billy Redden, Bill McKinney, James Dickey, Macon McCalman

 

Die vier Freunde aus Atlanta Ed (Jon Voight), Lewis (Burt Reynolds), Bobby (Ned Beatty) und Drew (Ronny Cox) begeben sich für das Wochenende auf eine Kanutour. In der abgelegenen Wildnis treffen die Großstädter  irgendwann auf zwei bewaffnete Hinterwäldler…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Deliverance“ basiert auf James Dickeys gleichnamigen Roman. Bei diesem Film aus dem Jahr 1972 hat der englische Filmemacher John Boorman („Excalibur“, „Hope and Glory“) Regie geführt.

Als der amerikanische Schauspieler Burt Reynolds kürzlich verstarb, ist mir – außer Paul Thomas Andersons „Boogie Nights“ – kein Film eingefallen, in dem er mitspielte. Burt Reynolds war in den 1970er Jahren ein Superstar, so habe ich es mir sagen lassen. Als bester Film, in dem er spielte, wurde mir wiederholt „Deliverance“ genannt. Dieser Film wurde für drei Oscars nominiert und Burt Reynolds wurde damit quasi über Nacht zum Star. Grund genug, mir diesen Film anzuschauen. 

„Deliverance“ ist eine Charakterstudie und ein spannender Thriller zugleich. Der Regisseur nimmt sich Zeit, den Zuschauer mit den Charakteren und der Situation, in der sie sich befinden, vertraut zu machen. Nach gut vierzig Minuten geraten zwei der Protagonisten in eine ziemlich brenzlige Lage, dann nimmt der Film seinen spannenden Lauf. John Boorman hat mit „Deliverance“ nicht nur einen hervorragenden Film inszeniert, er äußert über den Rahmen der Geschichte auch seine Gesellschafts- und Zivilisationskritik. 

Der Romanautor James Dickey, der während der Dreharbeiten mit dem Regisseur in einen einen heftigen Streit geriet, ist am Ende des Films in einem Cameo-Auftritt als Sheriff zu sehen.  

„Deliverance“ war im Jahr 1973 für drei Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt) nominiert, hat aber gegen den erfolgreichsten Film des Jahres 1972, Francis Ford Coppolas „The Godfather“, verloren.

„Deliverance“ ist am 30.7.1972 landesweit in den U.S.A. gestartet. In Westdeutschland war der Film seit dem 10.10.1972 zu sehen. Den Film kann man in Deutschland als Leih- oder Kaufvideo über sämtliche Portale erhalten. 

 

Der sehr seltsame Trailer (mit dem Banjo-Gedudel, das einzig mit der Handlung einen Sinn ergibt) zu sehen: 

VOD – Film: „First Reformed“

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„First Reformed“  113 min  drama 

dir. Paul Schrader  cast: Ethan Hawke, Amanda Seyfried, Cedric („the Entertainer“) Kyles, Victoria Hill, Michael Gaston

 

Ernst Toller (Ethan Hawke) ist der 46-jähriger Pastor (Ethan Hawke) eines kleinen, bald zweihundertfünfzig Jahre alten Gotteshauses in einer Kleinstadt im Bundesstaat New York. Seine kleine Kirche nennt er „Souvenirshop“, da sich mehr Touristen dorthin verirren als Gläubige. Er ist einsam, schwer krank und auch kommen ihm Zweifel an seinem Glauben. Für ein Jahr will er jetzt ein handschriftliches Tagebuch führen und darin seine Gedanken dokumentieren. Mary (Amanda Seyfried), ein Mitglied seiner Gemeinde, bittet Reverend Toller mit ihrem Ehemann zu sprechen. Sie ist schwanger und ihr Mann leidet unter Depressionen, er ist ein Umweltaktivist und möchte kein Kind in diese Welt setzen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „First Reformed“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „City Hall“) und Filmemachers („American Gigolo“, „Cat People“, „Affliction“) Paul Schrader. 

Nicht so einfach, diesen Film zu bewerten. Visuell hat mich der Film hundertprozentig angesprochen. Ich liebe die dunkle, schnörkellose Bildsprache, dieses Reduzierte, den minimale Einsatz von Filmmusik und Umgebungsgeräuschen und die Ruhe-vor-dem-Sturm-Atmosphäre. Als der Film dann plötzlich endete, war ich irritiert, etwas enttäuscht, völlig leer und hatte nicht mal den Ansatz einer Bewertung für den Film im Kopf. Nun gilt dieser Film als einer der besten amerikanischen Indies in diesem Jahr (2018), also blieb mir nichts anderes übrig, als ihm eine zweite Chance zu geben.

Paul Schrader hat in einem Interview angegeben, dass er erst im Schneideraum festgestellt hat, wie viel Ähnlichkeiten „First Reformed“ mit „Taxi Driver“, für den er seinerzeit das Drehbuch schrieb, hat. Ein Grund, mich vor meiner zweiten Sichtung, mal wieder, Scorseses Meisterwerk zu widmen. Und tatsächlich, die beiden Filme haben einige Gemeinsamkeiten.

„First Reformed“ ist einer dieser Film, der besser wird, umso öfter man ihn schaut. Visuell fand ich ihn gleich großartig, mit dem Protagonisten, einem einsamen Priester, der mit seinem Schicksal und seinem Glauben hadert, dem die Umweltverschmutzung- und zerstörung zunehmend zusetzt, konnte ich erst mal nicht so viel anfangen und dann das Ende, das man unterschiedlich deuten kann. Bei mir ist der Knoten erst mit der zweiten Sichtung, und vielleicht auch mit Hilfe von „Taxi Driver“, geplatzt und jetzt kann auch ich behaupten, in „First Reformed“ einen ziemlich guten Film gesehen zu haben. 

„First Reformed“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ethan Hawke), Beste Nebendarstellerin (Amanda Seyfried), Bestes Originaldrehbuch 

Dieser A24-Film wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 18.05.18 in vier Kinos gestartet. Der Film ist später in nicht mehr als 334 Kinos landesweit gelaufen. Als Kaufvideo und als Leihvideo ist er seit dem 21.08.18 bei iTunes (U.S.) erhältlich. Bislang ist noch kein Kinostart in Deutschland bekannt. 

Trailer zu sehen: 

Netflix – Film: „Sunday´s Illness“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Sunday´s Illness“ (Originaltitel: „La enfermedad del domingo“, in D. seit dem 15.06.18 auf Netflix zu sehen)  113 min   drama, thriller

dir. Ramón Salazar   cast: Susi Sánchez, Bárbara Lennie, Richard Bohringer, David Kammenos, Miguel Ángel Solá

 

Anabel (Susi Sánchez) ist eine ältere Dame der besseren Gesellschaft. Nach einem Empfang in ihrer Villa trifft sie auf eine Frau (Bárbara Lennie), die als Servicekraft engagiert ist. Sie weiß sofort, dass es sich bei dieser Frau um ihre Tochter Chiara handelt. Vor über 30 Jahren ist Anabel aus Chiaras Leben verschwunden, damals war ihre Tochter acht Jahre alt. Jetzt wird sie mit dem ungewöhnlichen Wunsch ihre Tochter konfrontiert, mit ihr zehn Tage allein in einem entlegenen Haus in den Bergen zu verbringen. Was hat die Tochter vor…?  

 

A (Wertung von A bis F) „Sunday´s Illness“ ist der neue Film des spanischen Drehbuchautors und Filmemachers Ramón Salazar („Stones“, „20 Centimetros“). 

Anmerkung: Diesen Film habe ich bereits vor drei Monaten gesehen. Meinen damaligen Beitrag hatte ich aber völlig vergessen, zu veröffentlichen. Da die Möglichkeit besteht, dass dieser Film am Ende des Jahres in meiner Top Ten landen könnte, hole ich es jetzt nach:

Allein wäre ich wahrscheinlich nie auf diesen Film gestossen, dankenswerterweise habe ich aber kürzlich gelesen, dass dieser Film und der Indie-Horror-Film Hereditary, den ich vorletzte Woche sah, in gewisser Weise seelenverwandt sein könnten. Mein Interesse war geweckt. Auch in dem Film des spanischen Autors und Regisseurs geht es um Schuldgefühle und die Wurzeln eines Menschen. „Sunday´s Illness“ ist ein Psychodrama/Thriller. Wie man einer Bewertung entnehmen kann, hat mir dieser Film deutlich besser als „Hereditary“ gefallen. 

Wann weiß man eigentlich, dass man einen Film liebt? Bei meiner ersten Sichtung von No Country For Old Men Ende 2007 in einem Kino in Dallas wusste ich es mit der ersten Einstellung. Bei diesem Film, den ich leider nur auf Netflix gesehen habe, wusste ich es, als Anabel so sonderbar zu tanzen beginnt.  Den The Mamas & The Papas´Song „Dream A Little Dream of Me“ werde ich wohl fortan immer mit diesem Film und Anabels Bewegungen verbinden. Etwas später kommt es zu einer weiteren Tanzszene, die mit einem eigentlich abgedroschenen Song unterlegt ist und doch vielleicht gerade deshalb so großartig ist. Es sind aber auch die Kontraste der Figuren, die einzelnen Schichten des Films und wie der spanische Filmemacher diese ganz selbstbewusst zu inszenieren weiß, die mich fasziniert haben.

Ich habe mir den Film innerhalb von wenigen Tagen zwei Mal angeschaut und habe komischerweise am Ende zwei unterschiedliche Filme gesehen. Beide Filmerlebnisse waren intensiv, während ich bei der ersten Sichtung jedoch, von der Ungewissheit geleitet, eher einen Thriller sah, habe ich bei der zweiten definitiv ein Drama gesehen und zwar eines, das mich tief berührte. Die Tränen konnte ich jedoch bereits beim ersten Mal nicht zurückhalten. Der Film strahlt zugleich Ruhe, Traurigkeit und Exzentrik aus, bei meiner ersten Betrachtung des Films kam die Anspannung dazu, da ich nicht ahnte, wohin mich die Geschichte eigentlich führt. Der Regisseur nimmt sich viel Zeit für seine Erzählung und seine Figuren. Beide Frauen sind eigen und besonders, die Schauspielerinnen sind fabelhaft. Ich liebe die minutenlange Rodelfahrt und hätte diesen Film wahnsinnig gerne im Kino gesehen. 

„Sunday´s Illness“ bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018. 

„Sunday´s Illness“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Der Film ist seit dem 15.06.18 über Netflix abrufbar. Ich habe den Film in der spanisch/ französischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

TV-Serie: „Sharp Objects“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„Sharp Objects“ (in D. seit dem 31.08.18 episodenweise über VOD-Portale zu sehen, ab dem 26.10.18 die komplette Miniserie)  8 x approx. 55 min  drama, crime 

dir. Jean-Marc Vallée  cast: Amy Adams, Patricia Clarkson, Chris Messina, Elizabeth Perkins, Eliza Scanlen, Miguel Sandoval

 

Camille Preaker (Amy Adams) lebt in St. Louis, Missouri. Sie arbeitet als Zeitungsreporterin und wurde erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen. Camille ist alkoholkrank und leidet unter einem suchtartigen Ritzverhalten. Der Grund dafür dürfte in ihrer Kindheit liegen. Jetzt kehrt sie erstmalig nach längerer Zeit in ihre Heimatstadt Wind Gap, Missouri zurück. Ihr Chefredakteur (Miguel Sandoval) hat sie beauftragt, eine Story über einen Mordfall in ihrer alten Heimat zu schreiben. Im letzten Sommer wurde in der Kleinstadt ein 13-jähriges Mädchen getötet. Jetzt wird eine 14-Jährige vermisst. Camille hat den Auftrag nur widerwillig angenommen. Zu ihrer Mutter Adora (Patricia Clarkson), einer wohlhabenden Unternehmerin in dem Kaff, hat sie nicht gerade ein herzliches Verhältnis. Dafür bekommt sie jedoch die Gelegenheit, ihre 13-jährige Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) näher kennenzulernen… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sharp Objects“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn („Gone Girl“). Dies war der Debütroman der Bestsellerautorin. Serienschöpferin ist die amerikanische Drehbuchautorin und Fernsehproduzentin Marti Noxon („Buffy the Vampire Slayer“, „UnREAL“). Bei allen Episoden dieses Mehrteiler hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club, Wild, TV-Serie „Big Little Lies“) Regie geführt. 

 „Sharp Objects“ ist eine atmosphärische Südstaaten-Serie, bei der ich mir, aufgrund der Talente, die an diesem Projekt beteiligt sind, wesentlich mehr versprochen habe. 

Um eines gleich vorweg zu nehmen, hier war mir, im Gegensatz zu Gillian Flynns „Gone Girl“, die Romanvorlage nicht bekannt. Dieser achtteilige Mehrteiler wirkt gestreckt, stellenweise sehr zäh und lebt von Rückblenden. Die Geschichte hätte man auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. „Sharp Objects“ würde ich als Charakterdrama definieren, bei dem die Mordermittlungen den Handlungsrahmen bilden. Ähnlich wie bei der Mini-Serie Patrick Melrose, die ich kürzlich sah, fehlt mir auch hier ein Sympathieträger. In diesem fiktiven Südstaaten-Kaff scheinen sich die Leute auch fürchterlich zu langweilen, mit ihrem Leben nicht klarzukommen und dann auf dumme Gedanken zu kommen. Durch die Bank sind alle Frauencharaktere mindestens psychisch angeschlagen, wenn nicht sogar krank, schlucken Hochprozentiges, nehmen Drogen und auch ist für die eine oder andere Lady aus Wind Gap das Thema Sex belastend kompliziert.

Manchmal wirkt das Gezeigte wie aus einem anderen Jahrzehnt. Vielleicht ist man schon übersensibilisiert, aber die schwarze Haushälterin die bei der wohlhabenden, weißen Dame in dem stattlichen Herrenhaus arbeitet, wirkt in der heutigen Zeit deplatziert. Dann in Episode 5 („Closer“) diese eigenartige Tradition des Calhoun Days, einem Südstaaten-Feiertag (der in der Realität nicht existiert) mit einem, für heutige Verhältnisse thematisch haarsträubenden Theaterstück im Zentrum. Aber auch sonst könnte der Mehrteiler manchmal in einem anderen Jahrzehnt angesiedelt sein, wenn man die drei Mädchen nimmt, die permanent auf Rollschuhen (nicht Rollerblades bzw. Inliners) fahren oder die, nicht nur anlässlich dieser seltsamen Feierlichkeit, manchmal aus der Zeit gefallenen Garderobe.

Es gibt natürlich bei jeder Serie immer etwas was einem gefällt. Hier konnte mich die Erzählung nicht wirklich überzeugen, dafür aber die atmosphärische Inszenierung. Ich hatte irgendwann förmlich das Gefühl, jeden Winkel dieses fiktiven Kaffs Wind Gap zu kennen, die Wärme zu spüren, den Whiskey zu riechen. Adoras herrschaftliches Anwesen entspricht ziemlich genau meiner Vorstellung von einer perfekten Südstaaten-Residenz. Als das Herrenhaus in den letzten beiden Episoden („Falling“ und „Milk“) auch noch traumhaft ausgeleuchtet wurde, verspürte ich direkt das Bedürfnis, meinen Koffer zu packen und durch die amerikanischen Südstaaten zu reisen. Auch wenn ich dabei dieses pittoreske, viktorianische Herrenhaus vergeblich suchen würde, steht es doch, so habe ich herausgefunden, in Redwood Valley, Kalifornien. Selbstverständlich mochte ich auch die Besetzung. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich enge Familienangehörige in Filmen und Serien optisch ähneln. Patricia Clarkson und Amy Adams und Eliza Scanlen könnten tatsächlich verwandt sein, auch passt Sophia Lillis als Teenager-Ausgabe von Amy Adams Charakter Camille perfekt. 

Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Tatverdächtige, was die gänzliche Auflösung der Kriminalfälle angeht, muss man sich tatsächlich gedulden bis der Abspann der finalen Episode („Milk“) zu Ende ist. Und daraus könnte man dann natürlich weitere Geschichten spinnen.

Für die acht Episoden der Serie gibt es keine eigene Filmmusik, hier handelt es sich um einen diegetischen Soundtrack, Es gibt über 150 Musikstücke, die passend zu den Charakteren gewählt wurden. Es soll vermittelt werden, als hätten sie die Musik selbst ausgewählt und auf den CD-Playern, iPods, Plattenspielern, Kassettenrekordern, etc. abgespielt.

Lieblingsszene: keine spezielle, aber ich mochte alle Szenen zwischen Amy Adams Camille und Chris Messinas Detective Richard Willis, aber auch die Szenen mit Camille und John Keene (gespielt von Taylor John Smith) 

Lieblingsfolge: keine 

Für mich blieben am Ende ein paar Fragen offen (SPOILER-Warnung, auch wenn ich mich sehr vage halte: 

  • Camille ist auch auf dem Rücken geritzt, wie soll sie sich diese Verletzungen selbst beigebracht haben?
  • Wer ist Camilles Vater? (ihr Chefredakteur ist eine Art Vaterfigur und auch hier fehlt mir etwas Erklärung, wie sich das entwickelt hat) 
  • Was ist das eigentliche Motiv des Mörders (siehe hierzu unbedingt den Abspann der finalen Episode) 
  • Es gibt hier einen Mann (den ich nicht näher benennen möchte), der etwas wissen muss, aber was genau? Was genau spielt er für eine Rolle in den Kriminalfällen?

SPOILER-Warnung zu Ende

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Camille ist in Wind Gap geboren und aufgewachsen. Sie ist die Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson), Camilles Vater ist (dem Zuschauer) nicht bekannt. Sie hat mit Alan (gespielt von Henry Czerny) einen Stiefvater und mit Amma (gespielt von Eliza Scanlen) eine 13-jährige Halbschwester. Ihre andere jüngere Halbschwester, Marian, ist gestorben, als Camille selbst noch ein Teenager war. Camille leidet unter ihre kaltherzigen Mutter und hat kaum Kontakt zu ihr. Heute arbeitet Camille als Kriminalreporterin in St. Louis, ihr Chefredakteur schickt sie in ihre Heimatstadt, um einen Artikel über einen Mordfall an einer Teenagerin und das Verschwinden einer weiteren Teenagerin in Wind Gap zu schreiben. Camille ist alkoholkrank und ihr Körper ist übersäht von Narben, die sie sich durchs Ritzen selbst beigebracht hat. Der Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Kindheit. Sie war deswegen auch bereits in der Psychiatrie. Gespielt wird Camille von der wunderbaren amerikanischen Schauspielerin Amy Adams. Ihr Spielfilmdebüt gab die sympathische Schauspielerin im Jahr 1999 in dem Film „Drop Dead Gorgeous“. Allgemein bekannt wurde sie durch die Disney-Musical-RomCom „Enchanted“. Neulich habe ich sie erst wieder mal neben Leonardo DiCaprio in Spielbergs „Catch Me If You Can“ gesehen. Für „Junebug“, Doubt, The Fighter, The Master und American Hustle hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre Performance in „Sharp Objects“ ist sie für eine Emmy-Nominierung im nächsten Jahr (2019) im Gespräch. 

Adora ist die Mutter von Camille (gespielt von Amy Adams). Die beiden haben kein gutes Verhältnis. Sie ist eine angesehene Unternehmerin in Wind Gap und sehr wohlhabend. Adora ist mit Alan (gespielt von Henry Czerny) verheiratet, sie haben zusammen die 13-Jährige Amma (gespielt von Eliza Scanlen) und auch die verstorbene Marian war ihre gemeinsame Tochter. Gespielt wird Adora von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Clarkson. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in Brian De Palmas „The Untouchables“. Seither hat sie in unzähligen Spielfilmen („The Green Mile“, „Far from Heaven“, „The Station Agent“, „Good Night, and Good Luck“) mitgespielt. Außerdem hat sie in einigen TV-Formaten („Murder One“, „Frasier“) mitgewirkt. Für ihre Performance in „Pieces of April“ wurde sie für den Oscar nominiert, einen Emmy hat sie für ihre Gastrolle in der TV-Serie „Six Feet Under“ gewonnen. Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „The Elephant Man“ erhalten. 

Amma ist die 13-jährige Halbschwester von Camille (gespielt von Amy Adams) und Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson). Sie gibt ihrer Mutter gegenüber vor, die anständige, brave Tochter zu sein, kleidet und gibt sich jedoch außerhalb des Hauses ganz anders. Sie hängt ständig mit ihren beiden Freundinnen Kelsey und Jodes (gespielt von den Geschwistern Violet Brinson und April Brinson) rum, meist ist das Dreiergespann auf Rollschuhen unterwegs. Amma wird von der australischen Schauspielerin Eliza Scanlan gespielt. Sie hatte in einer australischen Soap Opera mitgespielt, „Sharp Objects“ ist aber ihr erster Auftritt in einer amerikanischen Produktion. 

Detective Richard Willis unterstützt den örtlichen Polizeichef von Wind Gap, Bill Vickery (gespielt von Matt Craven) bei der Aufklärung des Mordes an der 13-jährigen Teenagerin. Richard kommt aus Kansas City und von Camille (gespielt von Amy Adams) erhofft er sich paar Insider-Informationen über die Kleinstadt und ihre Bewohner. Richard ist für mich der einzige in der Serie mit dem man sich als Zuschauer irgendwo identifizieren kann. Gespielt wird Richard Willis von dem amerikanischen Schauspieler Chris Messina. Er ist aus zahlreichen TV-Serien („Six Feet Under“, „Damages“, „The Newsroom“und Filmen (Ruby Sparks, Argo, Live by Night) bekannt. Amy Adams und Chris Messina haben bereits in Julie & Julia miteinander vor der Kamera gestanden.

„Sharp Objects“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen (allerdings – aufgrund der späten Ausstrahlung im Juli/August 2018 – erst für das kommende Jahr (2019), darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson, Eliza Scanlen)

„Sharp Objects“ wurde v. 8.7.18 – 26.8.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland wurde der Mehrteiler parallel zur US-Austrahlung bei Sky zur Verfügung gestellt. Seit dem 31.08.18 ist „Sharp Objects“ episodenweise und im Wochenrhythmus bei folgenden Anbietern als digitaler Download, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, verfügbar: Amazon, Deutsche Telekom, Google Play, iTunes, Maxdome, Sony Playstation und Xbox. Die komplette Miniserie wird am 26. Oktober 2018 verfügbar sein.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

TV-Serie: „Pose, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Serie angeschaut:

 

„Pose, 1. Staffel“   8 x approx. 50 min   drama

dir. Ryan Murphy, Nelson Cragg, Gwyneth Horder-Payton, Silas Howard, Janet Mock, Tina Mabry  cast: Evan Peters, Kate Mara, James Van Der Beek, Mj Rodriguez, Dominique Jackson, Ryan Jamaal Swain, Indya Moore, Billy Porter, Christopher Meloni, Kathryn Erbe 

 

New York, 1987. Damon (Ryan Jamaal Swain) ist siebzehn Jahre alt, er liebt das Tanzen und er ist schwul. Das sind für seinen Vater gleich zwei Gründe, ihn zu verprügeln und vor die Tür zu setzen. Er geht nach New York und lebt fortan auf der Straße. Eines Tages lernt er die transsexuelle Blanca (Mj Rodriguez) kennen, sie bietet ihm an, bei ihr zu leben. Kürzlich hat Blanca sich mit der ebenfalls transsexuellen Elektra, der Mother of Abundance (Dominique Jackson) überworfen. Jetzt hat sie ihr eigenes Haus, das House of Evangelista, gegründet. Blanca nimmt nun selbst verlorene Seelen auf, darunter auch die transsexuelle Angel (Indiya Moore). Angel arbeitet im Sexbusiness, sie hat kürzlich  Stan (Evan Peters) kennengelernt. In der Voguing-Szene bieten sich die Transpersonen Elektra und Blanca schon bald rivalisierende Performances….

 

B+ (Wertung von A bis F) „Pose“ spielt in New York in den Jahren 1987 und 1988. Serienschöpfer sind der amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Erfolgsproduzent Ryan Murphy („Glee“, der Anthologie-Serien American Horror Story, The People v. O. J. Simpson: American Crime Story und The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story und Feud: Bette and Joan) und der amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Brad Falchuk („Glee“, „American Horror Story“). 

„Pose“ war einer dieser Serie, bei der ich nicht so richtig wusste, ob sie mir zusagen würde. Dafür ist es gut, wenn iTunes die Pilotfolge umsonst zur Verfügung stellt.  Am Ende des Piloten habe ich mit Damon mitgefiebert und wollte unbedingt wissen, wie es mit ihm und auch mit Angel und Stan weitergeht. 

Die Serie führt einen in eine völlig eigene Welt, in eine Subkultur der LGBTQ-Ballroom-Szene und House-Kultur von New York, Ende der 1980er Jahre. 

Das New York Ende der 1980er Jahre war eine völlig andere Ära, als die jetzige. Donald Trump wurde von vielen für seinen Reichtum bewundert, Yuppies überall in seinem Dunstkreis. AIDS war ein großes Thema, wenn jemand die Diagnose „HIV positiv“ erhielt, galt das quasi als Todesurteil. Trans-Menschen wurden von den meisten Homosexuellen noch nicht wirklich akzeptiert. Sie arbeiteten oftmals in der Prostitution bzw. im Sexbusiness. Am New Yorker Times Square gab es noch die ganzen Sex Shops und er war noch nicht mit Touristen übervölkert wie heutzutage. 

Viele Transpersonen lebten in New York in dieser Zeit in Ersatz- bzw. Wahlfamilien, in den sogenannten Houses. Angeführt wird ein House von einer Mother. Diese „Mutter“ ist das Oberhaupt der Ersatzfamilie, sie nimmt verlorene Seelen in ihr „Haus“ auf und versorgt ihre „Kinder“. Die Mitglieder der Houses  tragen ab dem Zeitpunkt den Namen des Houses (House of Evangelista, etc.) und damit auch eine Verantwortung. Bei den Bällen (also den Wettbewerben) laufen sie für ihr House. Der Ballroom ist eine eigene und einzigartige Gemeinschaft. Hier finden die queeren und dunkelhäutigen Menschen, die Anerkennung, die ihnen in der sonstigen Gesellschaft verwehrt bleibt. Das sogenannte Voguing  ist bereits Ende der 1960er Jahre in Harlem entstanden. Das Posen haben sich die dunkelhäutigen Persönlichkeiten von den weißen Models aus der Modezeitschrift „Vogue“ abgeschaut und daraus einen Tanz entwickelt. Das Voguing wurde in Wettbewerben in der Ballroom-Szene vorgeführt und von einer Jury bewertet. Im Jahr 1990 hat die Sängerin Madonna in ihrem Song und Video „Vogue“ die Tanzform allgemein bekannt gemacht. 

Ich hatte es schon öfter erwähnt, ich liebe es, wenn mich ein Film oder eine Serie in eine ganz andere Welt führt. Man wird hier eingeladen, rund acht Stunden in einer besonderen Gemeinschaft in New York der 1980er Jahren zu verbringen. Man lernt die Ladies und ihre (Ersatz-) Familien kennen, wie sie Geld verdienen, welche Probleme sie haben, wie wichtig Schönheitschirurgie in diesem Umfeld war und welche Probleme bei einer Geschlechtsumwandlung auftauchen können. Kann eine Beziehung zwischen einem scheinbar heterosexuellen Mann und einer extrovertierten Transfrau funktionieren? Um ehrlich zu sein, mochte ich die Geschichte zwischen Stan (gespielt von Evan Peters) und Angel (gespielt von Indya Moore) am meisten, bewegt haben mich aber auch andere. 

An der Ausstattung, an den Frisuren, Accessoires, Kostümen habe ich rein gar nichts auszusetzen. Die Musik, die gewählt wurde, ist nicht nur durchweg exzellent, sie ist auch authentisch für die 1980er Jahre und, was vielleicht noch wichtiger ist, sie fügt sich thematisch perfekt ein. 

Das eigentlich Voguing auf den elektrisierenden Bällen war mir etwas zu laut und schrill und das Diven-Getue ging mir auch leicht auf die Nerven. Wobei ich zugeben muss, dass mir die Szenen im Ballroom bei der zweiten Sichtung der Serie wesentlich besser gefallen haben. Vielleicht auch weil ich zu diesem Zeitpunkt die Charaktere bereits kannte, ins Herz geschlossen hatte und verstanden habe, dass sie ihre Identität hierüber finden und die Anerkennung bekommen, nach der sie außerhalb ihrer Gemeinschaft vergebens suchen.

Meine Lieblingsszenen: 

  • Das Ende von Episode 6 („Love is the Message“) unterlegt von Whitesnakes „Is This Love“  – dazu passend die wunderbare „Slave to Love“-Szene aus der der zweiten Episode („Access“) und das perfekt geschnittene Ende derselben Episode, unterlegt mit dem Orchesterstück „In the Hall of the Mountain King“
  • Das Ende von Episode 7 („Pink Slip“), unterlegt mit Tina Turners „Private Dancer“ zusammen mit der Anfangsszene von Episode 8 („Mother of the Year“) unterlegt mit Simply Reds „Holding Back The Years“ 

Meine Lieblingsfolge:  7 („Pink Slip“)

Meine Bewunderung für Ryan Murphy hatte ich bereits in meinem Blogbeitrag zu Feud: Bette and Joan ausgedrückt. Alleine dieses Jahr hat mich der Serienschöpfer schon mit seiner faszinierenden Geschichte über den Serienmörder Andrew Cunanan, der auch den Modedesigner Gianni Versace tötete, begeistert. Mich beeindruckt aber vor allen Dingen seine Selbstverständlichkeit, Minderheiten zu beschäftigen. Für „Pose“ hat er vor und hinter der Kamera über 140 Künstler aus der LGBTQ-Gemeinschaft angestellt. Er hätte nicht zwingend alle Trans-Charaktere mit tatsächlichen Trans-Schauspieler besetzen müssen (siehe Transparent), aber er hat es getan und das trägt hier zur Authentizität bei. Ryan Murphy hat mit dieser Serie auch einen Rekord gebrochen, es gibt keine andere Spielfilm-Serie mit mehr Trans-Schauspielern. Ryan Murphy spendet 100% des Erlöses aus dieser TV-Serie der LGBTQ-community.  

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Stan ist aus dem Mittelstand, er bekommt einen Job in der Trump Organisation angeboten. Stan ist mit Patty (gespielt von Kate Mara) verheiratet, die beiden haben eine kleine Tochter und einen Sohn. Kürzlich hat er die transsexuelle Sex-Arbeiterin Angel (gespielt von Indya Moore) kennengelernt. Gespielt wird Stan von dem amerikanischen Schauspieler Evan Peters. Bei Evan Peters war ich mir am Anfang nicht so sicher, ob er der Richtige für diese Rolle ist. Er wächst aber rein und bereits in Episode 2 („Access“) habe ich ihn als unersetzlich gesehen. Er hat die nötiger Traurigkeit, die jemand hat, der niemanden verletzen will, aber fürchterlich unglücklich in seiner Ehe und seinem irgendwann mal gewählten Leben ist. Evan Perters ist Stan. Okay, ich bin jetzt Fan von Evan Peters. Ich habe ihn erst kürzlich in dem Kinofilm American Animals gesehen. Seinen Durchbruch hatte er wohl in Ryan Murphys ersten Staffel von American Horror Story, wo ich ihn tatsächlich auch bereits wahrgenommen habe. Auch hat er in den X-Men-Filmen Days of Future Past und „Apocalypse“ den Quicksilver gespielt.

Elektra Abundance ist eine der transsexuellen Mütter (House of Abundance) und sehr erfolgreich bei ihrem Voguing im Ballroom. Sie hat eine langjährige Affäre mit einem sehr wohlhabenden, heterosexuellen Mann (gespielt von Christopher Meloni). Elektra träumt von einer geschlechtsangleichenden Operation. Elektra ist bildhübsch, aber arrogant, verbittert und fies. Mir ist sie fast so unsympathisch wie der von James Van Der Beek gespielte Charakter Matt. Gespielt wird Elektra von dem trinidadisch-amerikanischen transsexuellen Model/ der Schauspielerin Dominique Jackson. 

Blanca Evangelista ist eine weitere transsexuelle Mutter (House of Evangelista). Bevor sie ihr eigenes Haus gründete, war sie eines von Elektras „Kindern“. Elektra und Blanca liefern sich schon bald einen Laufsteg-Fight im Ballroom. Blanca ist die Mutter von u.a. Angel (gespielt von Indya Moore) und Damon (gespielt von Ryan Jamaal Swain). Blanca wird von der amerikanischen Sängerin und Schauspielerin Mj Rodriguez gespielt. Die Schauspielerin wurde als Junge geboren, hat aber vor einigen Jahren bereits eine komplette Geschlechtsumwandlung vollzogen. Sie hatte kleinere Rollen in den TV-Serien „Nurse Jackie“ und „Luke Cage“. „Pose“ ist aber ihr großer Durchbruch, in der Serie spielt sie eine der Hauptrollen. 

Damon ist siebzehn Jahre alt und einer von den Blancas Kindern. Damon war obdachlos, nachdem er bei seinen Eltern rausgeflogen war. Blanca (gespielt von Mj Rodriguez) hat ihn aufgenommen, seither gehört dem House of Evangelista an. Damons großer Traum ist es, als Tänzer erfolgreich zu sein. Gespielt wird Damon von dem amerikanischen Tänzer und Schauspieler Ryan Jamaal Swain. 

Angel ist transsexuell und auch eines von Blancas Schützlingen. Sie gehört dem House of Evangelista an. Sie arbeitet im Sexbusiness. Eines Tages wird sie von dem verheirateten Stan (gespielt von Evan Peters) angesprochen. Gespielt wird Angel von dem amerikanischen Transgender-Model/ der Schauspielerin Indya Moore.  

Die erste Staffel von „Pose“ wurde v. 3.6.18 – 22.7.18 auf dem amerikanischen Kabel-TV-Sender FX ausgestrahlt ausgestrahlt. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt. Bislang ist unklar, ob diese Serie auch im deutschen TV ausgestrahlt wird. 

Trailer zu sehen: 

Noch wichtiger für den ersten Eindruck aber der First Look:

 

TV – Serie: „Patrick Melrose“

Ich habe mir folgenden SHOWTIME-Mehrteiler angeschaut:

 

„Patrick Melrose“ (in D. bei Sky Ticket zu sehen) 5 x approx. 60 min  drama, adaptation

dir. Edward Berger   cast: Benedict Cumberbatch, Jennifer Jason Leigh, Hugo Weaving, Jessica Raine, Blythe Danner, Allison Williams

 

Juli, 1982. Patrick Melrose (Benedict Cumberbatch) erfährt, dass sein Vater verstorben ist. Eigentlich ein guter Grund, mit den Drogen aufzuhören. Aber das Leben ist viel zu stressig und die schrecklichen Erinnerungen aus seiner Kindheit setzen ihm zu…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Patrick Melrose“ Die Serie basiert auf den halbautobiografischen fünf Romanen des Briten Edward St. Aubyn. Jede Episode hat einen dieser „Melrose“-Romane adaptiert. Bei allen fünf Episoden hat der deutsche Drehbuchautor und Filmemacher Edward Berger („Deutschland 83“) Regie geführt. 

Ich liebe die vierte Episode („Mother´s Milk“), diese Folge hätte man vielleicht auf Spielfilmlänge ausbauen können. Den Rest der Episoden hätte ich nicht zwingend gebraucht, um die Figur Patrick Melrose zu verstehen und sein Schicksal und Leben nachvollziehen zu können. Die fünfte Folge („At Last“) fand ich akzeptabel, aber stellenweise auch strapaziös, die restlichen drei Episoden („Bad News“, „Never Mind“, „Some Hope“) waren für mich schlichtweg kaum zu ertragen. Bei meiner Recherche habe ich herausbekommen, dass im Jahr 2012 tatsächlich einzig das vierte Buch (Mother´s Milk) bereits verfilmt wurde. 

Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte diesen Fünfteiler bereits nach den ersten 30 Minuten der ersten Episode ausgemacht. Zunächst ging mir die Figur des drogen- und alkoholsüchtige Patrick Melrose auf die Nerven, später war es die ganze Bagage der versnobten, langweiligen und gelangweilten britischen Upper Class, die sich und ihr Leben offensichtlich hassen. Es gibt quasi keinen einzelnen Charakter in den gesamten fünf Episoden, der auch nur annähernd sympathisch ist. 

Patrick Melrose ist ein Sprössling des englischen Hochadels. Seine (wahre) Geschichte dreht sich hauptsächlich um den sexuellen Missbrauch durch seinen Vater, dem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter und seine Alkohol- und Drogensucht. Sie wird in fünf Zeitabschnitten (Juli 1982, September 1967, November 1990, August 2003, April 2005) erzählt. 

Beinahe die gesamte Dauer des Mehrteilers habe ich mir gewünscht, die Inszenierung eines anderen Regisseurs zu sehen. Wo ist Danny Boyle, wenn man ihn braucht? Außerdem habe ich die gesamten fünf Stunden des Mehrteilers überlegt, welcher Schauspieler diesen Patrick Melrose glaubhafter und besser gespielt hätte. Generell bin ich kein großer Freund von Benedict Cumberbatch. In den seltensten Fällen ist er idealbesetzt, dann kann er aber auch sehr überzeugend sein (The Imitation Game, Doctor Strange). Oft genug ist er aber nicht gut besetzt (z. B. August: Osage County, 12 Years a Slave, The Fifth Estate). In einem Interview hat Benedict Cumberbatch angegeben, in seinem Leben zwei Rollen unbedingt spielen zu wollen: Hamlet und Patrick Melrose. Was Patrick Melrose angeht, so kam mir irgendwann der Gedanke, dass Christian Bale perfekt in der Rolle wäre. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Patrick Melrose ist in die britische Oberschicht geboren. Als Kind wurde er von seinem Vater (gespielt von Hugo Weaving) sexuell mißbraucht. Seine Mutter (Jennifer Jason Leigh) hat weggeschaut. Durch diese Erfahrungen hat er früh zu Alkohol und harten Drogen gegriffen. Gespielt wird Patrick Melrose von dem englischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Benedict Cumberbatch. Über die Grenzen von Großbritannien hinaus berühmt wurde er wohl durch seine TV-Serie „Sherlock“. Da ich diese Serie nie gesehen gesehen hatte, ist er mir erst viel später aufgefallen. Er hat in vielen Kinofilmen („Atonement“, Tinker Tailor Soldier Spy, War Horse, The Fifth Estate, Doctor Strange) mitgespielt. Benedict Cumberbatch hat eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in The Imitation Game. Einen Emmy-Award hat er für seine Performance in „Sherlock“ gewonnen. Er erhielt weitere drei Emmy-Nominierungen für diese Serie, eine für den Mehrteiler „Parade´s End“ und aktuell eine für seine Darstellung in „Patrick Melrose“.

Eleanor Melrose ist Patricks Mutter. Patrick ist ihr einziges Kind und dennoch haben sie eine kalte und komplizierte Beziehung. Gespielt wird Eleanor Melrose von der amerikanischen Schauspielerin Jennifer Jason Leigh. Sie war, vor allen Dingen, in den 1990er Jahren mit Filmen wie „Backdraft“, „Single White Female“, „Mrs Parker and the Vicious Circle“ ein Name. In den letzten Jahren hat sie in den TV-Serien „Weeds“, „Revenge“ und „Twin Peaks“ mitgespielt und war in Kinofilmen (Synecdoche, New York, Kill Your Darlings, Annihilation) hauptsächlich in einer Nebenrolle zu sehen. Für ihre Performance in Quentin Tarantinos The Hateful Eight hat sie eine Oscar-Nominierung erhalten.

David Melrose ist Patricks Vater. Über einen längeren Zeitraum hat er seinen eigenen Jungen sexuell mißbraucht. Gespielt wird David Melrose von dem englisch-australischen Schauspieler Hugo Weaving. Wenn ich an den Schauspieler denke, fällt mir noch heute als erstes seine Performance als Drag Queen in „The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert“ ein. Den meisten ist er aber durch seine Rolle in den „The Matrix“ und „The Lord of the Rings“-Filmen bekannt. In den letzten Jahren hat er auch in Captain America: The First Avenger, Cloud Atlas und „Hacksaw Ridge“ mitgespielt. 

Trailer zu sehen:

 

„Patrick Melrose“ wurde im Jahr 2018 für fünf Emmys (darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor, Benedict Cumberbatch, Outstanding Directing for a Limited Series or Movie) nominiert. 

Patrick Melrose wurde erstmalig v. 12.05.18 – 02.06.18 auf dem Pay-TV-Sender SHOWTIME gezeigt. In Deutschland war dieser Mehrteiler v. 29.05.18 – 26.06.18 erstmalig bei Sky Ticket zu sehen. 

Denver – Film: „BlacKkKlansman“

Ich war am 12.08.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„BlacKkKlansman“ (dt. Kinostart: 23.08.18)   134 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Spike Lee  cast: John David Washington, Adam Driver, Ryan Eggold, Topher Grace, Laura Harrier, Paul Walter Hauser, Jasper Pääkonen, Ashlie Atkinson, Corey Hawkins, Michael Buscemi, Alec Baldwin, Harry Belafonte  

 

Ron Stallworth (John David Washington) ist schwarz und hat immer davon geträumt, Polizist zu werden. Im Jahr 1972 bekommt er tatsächlich einen Job bei der Polizei in Colorado Springs, Colorado. Er wird undercover in eine schwarze Bürgerrechtsbewegung eingeschleust, dabei lernt er die Aktivistin Patrice (Laura Harrier) kennen. Eines Tages kommt er auf die Idee, sich Informationen über den Ku-Klux-Klan zu besorgen. Dafür spricht er bei der lokalen Gruppe des Klans auf den Anrufbeantworter und wird umgehend von dem Vorsitzenden des Colorado Springs Chapters, Walter Breachway (Ryan Eggold) zurückgerufen. Von dem wird er auch zu einem Treffen des Klans eingeladen. Als Schwarzer kann er da natürlich nicht hingehen, also gibt sich sein (jüdischer) Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) für ihn aus. Eines der Mitglieder Felix (Jasper Pääkönen) wird aber schon bald misstrauisch…

 

B+ (Wertung von A bis F) „BlacKkKlansman“ basiert auf Ron Stallworths Memoiren „Black Klansman: Race, Hate, and the Undercover Investigation of a Lifetime“). Es erzählt seine Geschichte, wie er als schwarzer Polizist mit der Hilfe seines jüdischen Partners, den Ku-Klux-Klan infiltrierte. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Spike Lee („Malcolm X“, „Do the Right Thing“, „25th Hour“„Inside Man“). 

Nach den letzten beiden Spike-Lee-Filme, die ich sah (Oldboy und Chi-Raq), hatte ich Lee als Regisseur quasi abgeschrieben. Mit „BlacKkKlansman“ meldet er sich aber in gewohnter Stärke zurück. Auch wenn mir seine Ku-Klux-Klan/Black Power-Parallelmontage etwas zu lang erschien, er mit der einen oder anderen Szene etwas zu dick aufträgt, ist ihm am Ende ein witziger und schockierender, aber durchweg unterhaltsamer Film geglückt. 

Wenn Spike Lee eine politische Botschaft senden will, dann überlässt er nichts dem Zufall. Er beginnt seinen Film mit einem Ausschnitt aus dem, mit acht Oscars (plus zwei Ehrenoscars) ausgezeichneten Epos „Gone with the Wind“, der heutzutage als einer der rassistischsten Filme Hollywoods gilt, gefolgt von einem fremdenfeindlichen Monolog eines (fiktiven) Dr. Kennebrew Beaureguard (gespielt von dem SNL-Donald-Trump-Imitator Alec Baldwin). Bis Spike Lee einem am Ende in die erschreckende Gegenwart führt, schafft er es zwischendurch immer mal wieder anhand von Floskeln und Sprüchen eine Verbindung zwischen Ku-Klux-Klan und dem aktuell amtierenden US-Präsidenten samt seiner rechtsradikalen Gefolgschaft herzustellen. Den Film aber darauf zu reduzieren wäre falsch, denn es ist ein gelungener Genre-Mix aus Biopic, Drama, Komödie, Thriller, Satire, Blaxploitation und Dokumentation. 

Auch wenn hier die Geschichte des afroamerikanischen Ron Stallworth erzählt wird, macht ein – einmal mehr – exzellenter Adam Driver den Film über weite Strecken zu seinem. 

John David Washington spielt hier die Hauptrolle. Er ist der Sohn des zweimaligen Oscar-Gewinners Denzel Washington. Nachdem John David seine professionelle American-Football-Karriere beendet hat, und immer mal wieder kleinere Rollen in Filmen gespielt hat, ist er nun richtig ins Schauspielfach gewechselt. Mittlerweile hat er auch durch die HBO-Serie „Ballers“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. John David Washington erinnert manchmal im Tonfall an seinen Papa, Ähnlichkeiten im Aussehen habe ich jedoch nicht entdeckt. Ich habe sogar in Corey Hawkins (der hier als Carmichael bzw. Kwame Ture eine längere Rede bei einer Black Power-Veranstaltung hält) etwas mehr Denzel gesehen. Apropos Ähnlichkeit, dem einen oder anderen wird Adam Drivers Partner bei der Polizei bekannt vorkommen, sieht er doch irgendwie aus wie Steve Buscemi. Es ist tatsächlich Steves Bruder Michael. 

Spike Lee hat bislang keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie. Ich gehe derzeit davon aus, dass sich das mit diesem Film ändert. 

„BlacKkKlansman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Bester Nebendarsteller (Adam Driver, Topher Grace), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„BlacKkKlansman“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Grand Prize of the Jury gewonnen. Der Film ist am 10.08.18 in 1,512 amerikanischen Kinos gestartet. Übrigens fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Terroranschlag eines Rechtsradikalen in Charlottesville, Virginia. Bei meiner gut besuchten Vorstellung in Colorado gab es zum Schluss Applaus vom Publikum. Der Film startet am nächsten Donnerstag (23.08.18) in Deutschland. Unbedingt angucken! (möglichst in der OV oder OmU) 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mid90s„

Bewertung des Redband-Trailers: A-

Kommentar: Nach Greta Gerwigs Regiedebüt vom letzten Jahr nun Jonah Hills Film über das Erwachsenwerden 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Kin„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ich habe das Gefühl, dass solche Kinder-Sci-Fi-CGI-Filme im Moment angesagt sind (s. AXL und Bumblebee) 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir defintiv zu kreischig und anstrengend ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – man muss auch verzichten können

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Little Stranger„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Lenny Abrahamsons neuer Film. Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson und Charlotte Rampling

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Denver – Film: „Christopher Robin“

Ich war am 11.8.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Christopher Robin“ (in D. ab dem 16.08.18) 104 min   drama, adaptation 

dir. Marc Forster  cast: Ewan McGregor, Hayley Atwell, Mark Gatiss, Bronte Carmichael  voices: Jim Cummings, Brad Garrett, Nick Mohammed, Peter Capaldi, Sophie Okonedo, Sara Sheen, Toby Jones 

 

Christopher Robin (Ewan McGregor) ist erwachen geworden. Seine Freunde Freunde Winnie the Pooh (Jim Cummings), Eeyore (Brad Garrett), Piglet (Nick Mohammed) und die anderen hat er in seiner Kindheit zurückzulassen. Er ist gestresst in seinem Job, so dass er kaum Zeit für seine Frau (Hayle Atwell) und seine kleine Tochter Madeline (Bronte Carmichael) hat. Dann halst ihm seine Chef (Mark Gatiss) auch noch Arbeit für das Wochenende auf, eigentlich wollte er mit seiner Familie aufs Land fahren. Wichtige Entscheidungen muss er fällen und dann steht plötzlich Winnie the Pooh vor ihm….

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Christopher Robin“ basiert auf A. A. Milnes illustriertem Buch „Winnie-the-Pooh“ und den Charakteren des Disney Films „Winnie the Pooh“. Es ist eine Realverfilmung und der neue Film des deutschen Filmemachers Marc Forster („Monster´s Ball“, „Finding Neverland“, „Quantum of Solace“, World War Z).

Sprachlich ist der Film herzig und wenn man die nostalgische Knuddel-Variante der Pooh-Familie auf der Leinwand sieht, zaubert sie einem ein Lächeln ins Gesicht. Wenn der knopfaugige Winnie the Pooh dann Nichtigkeiten vor sich hinplappert, wünscht man, dass der Film ewig so weitergeht. Leider ist die Geschichte aber schmerzhaft oft bei den Menschen und da wird davon erzählt, wie der gestressten Geschäftsmann Christopher Robin am Wochenende arbeiten muss, und daher sein Versprechen nicht einlösen kann, mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter aufs Land zu fahren. Irgendwann steht dann sein Kindheitsfreund Winnie the Pooh vor ihm und er führt ihn dann wieder auf den richtigen Weg. Das ist die Kurzfassung, wenn man dabei außer Acht lässt, dass der berufstätiger Vater von seinem Chef „die Pistole auf die Brust“ gesetzt bekommen hat und am Wochenende arbeiten muss, weil er am darauffolgenden Montag einen Plan vorlegen muss, wie er die Ausgaben seiner Abteilung um 20% reduziert. Christopher Robin muss wichtige Entscheidungen fällen, darunter ob und welche seiner langjährigen Mitarbeiter entlassen werden müssen. Ihm also in einem vorzuwerfen, dass er sich keine Zeit für seine Familie nimmt, wenn er in der Zeit über das Schicksal seiner Mitarbeiter entscheiden muss, finde ich insbesondere in einem Kinderfilm, moralisch mindestens fragwürdig. 

Außerdem hatte ich ein Problem mit der Besetzung. Bronte Carmichael als Christopher Robins Tochter ist in meinen Augen fehlbesetzt. Das Mädchen wirkt alles andere als sympathisch, dazu haben sie ihr dann noch schreckliche Kleidung angezogen. Ewan McGregor macht erwartungsgemäß seine Sache gut und holt das beste aus seiner Rolle.  

„Christopher Robin“ ist am 3.8.18 in 3,602 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film heute (am 16.08.18) im Kino. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Goosebumps 2: Haunted Halloween„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %


Trailer v. Film: „A-X-L„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Fantasy-Action-Mist für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The House with a Clock in its Walls„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Ein Eli-Roth-Fantasy-Film mit Jack Black und Cate Blanchett in den Hauptrollen. Wie ist das denn zusammengekommen? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: neugierig bin ich schon 


Trailer v. Film: „Smallfoot„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons Realverfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mary Poppins Returns„

Bewertung des Teasers: B-

Kommentar: Neuverfilmung mit Emily Blunt als Mary Poppins, außerdem mit Lin-Manuel Miranda, Colin Firth, Meryl Streep u.v.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn die Kritiken nicht sauschlecht sind, ja 

L.A. – Film: „Sorry to Bother You“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sorry to Bother You“   105 min    satire

dir. Boots Riley  cast: Lakeith Standfield, Tessa Thompson, Jermaine Fowler, Omari Hardwick,  Terry Crews, Danny Glover, Armie Hammer, Steven Yeun, Forest Whitaker voices: David Cross, Patton Oswalt, Lily James, Rosario Dawson 

 

Oakland, Kalifornien. Der Afroamerikaner Cash (Lakeith Stanfield) und seine Freundin Detroit (Tessa Thompson) haben kein Geld und leben in der Garage seines Onkels (Terry Crews). Cash ist arbeitslos und den einzigen Job, den er finden kann, ist in einem Callcenter. Sonderlich erfolgreich ist er bei dem Telefonmarketing nicht, bis ihm ein älterer Kollege (Danny Glover) den Tipp gibt, am Telefon wie ein Weißer zu sprechen. Mit seiner „weißen Stimme“ ist er plötzlich das  Verkaufstalent, wird befördert und dann bekommt er auch noch ein Angebot von dem modernen Sklavenhändler (Armie Hammer), dem CEO des Konglomerats Worryfree 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sorry to Bother You“ ist das Spielfilmdebüt des afroamerikanischen Rappers, Drehbuchautors und Produzenten Boots Riley. 

In der amerikanischen Indie-Filmgemeinschaft wird dieser Film gerade richtig gefeiert. 

Diese Satire beginnt sehr vielversprechend, platziert im Verlauf immer wieder brillante Ideen, ist witzig, regt zum Nachdenken an, ist aber letztlich thematisch zu überladen und erschien mir unendlich lang. Es macht den Eindruck, als ob Boots Riley alle Themen (Kapitalismus, Rassismus, Arbeitsleben, Kunstwelt, skrupellose Manager von Groß-Unternehmen, fatale Arbeitsbedingungen, Konsumwahn, Status, usw, usw. usw), die ihn beschäftigen in seinem ersten Film unterbringen wollte. Vielleicht hatte er Bedenken, keinen weiteren Film drehen zu können. Für mich verschmilzt alles nachher zu einem smarten und kreativ bebilderten Handlungsbrei, bei dem ich Mühe hatte, meine Augen aufzuhalten. Das ist schade, vielleicht sollte ich dem Film eine zweite Chance geben. 

Überragend sind jedoch die Performances von Armie Hammer (als dauerkoksender CEO des Sklavenhalter-Konglomerats), Tessa Thompson (immer toll, egal welchen Charakter sie mal wieder der Meinung ist, überzeugend zu spielen), aber vor allen Dingen Lakeith Stanfield. 

Ich habe Lakeith Stanfield bereits im Jahr 2013 in seinem Spielfilmdebüt Short Term 12 das erste Mal gesehen. Seither hat er in vielen Filme (Selma „Straight Outta Compton“, Miles Ahead, TV-Serie „Atlanta“) mitgespielt und ist oftmals der Blickfänger (ganz präsent noch durch seine Auftritte in Get Out). Er ist sehr wandelbar und erweckt den Anschein, als wäre ihm gar nicht bewusst, wie cool er eigentlich ist. Sehr sympathisch. 

„Sorry to Bother You“ ist, insbesondere als Spielfilmdebüt, eindrucksvoll. Nach dem Erfolg dieses Films wird Boots Riley definitiv einen weiteren Film drehen, den er hoffentlich nicht ganz so  überfrachtet. 

Es versteht sich von selbst, dass „Sorry to Bother You“ nicht in einer Übersetzung/Synchronisation funktionieren kann. 

„Sorry to Bother You“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bestes Originaldrehbuch

„Sorry to Bother You“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film wurde am 6.7.18 in zunächst 16 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,050 Kinos in den U.S.A. Im AMC 4 in Santa Monica wurde der Film in der „CC“-Version (Closed captioning“-Version einer (englischen) Untertitelung für Personen mit beeinträchtigter Hörfunktion) gezeigt.  Für Deutschland ist kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Papillon„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des Steve McQueen/Dustin Hoffman-Gefängnisdramas, jetzt mit Charlie Hunnam und Rami Malek  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir zu kreischig ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – danke, nein. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Hate U Give„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Romanverfilmung mit Regina Hall und Common

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Unnötige Fortsetzung zu dem sehr gelungene Creed. Nicht  mehr von Ryan Coogler inszeniert, dafür aber wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

L.A. – Film: „Leave No Trace“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Leave No Trace“ (dt. Kinostart: 13.09.18)  108 min   drama, adaptation

dir. Debra Granik  cast: Ben Foster, Thomasin McKenzie, Jeff Kober, Dale Dickey

 

Der Kriegsvetereran Will (Ben Foster) hat eine posttraumatische Belastungsstörung und als er in der Gesellschaft nicht mehr klar kam, hat er irgendwann beschlossen, in der Wildnis zu leben. Seine kleine Tochter nahm er seinerzeit mit. Die beiden richteten sich ihre Bleibe in dem Nationalpark nahe Portland ein. Will erzieht seine Tochter liebevoll. Als Tom (Thomasin McKenzie) dreizehn Jahre alt ist, entdeckt ein Jogger das Mädchen, ruft die Polizei und die nimmt die beiden fest. Das Amt versucht Vater und Tochter wieder in die Gesellschaft zu integrieren…

 

A- (Wertung von A bis F) „Leave No Trace“ basiert auf Peter Rocks Buch „My Abandonment“. Auch wenn es sich hierbei um eine fiktionale Erzählung handelt, diente dem Buchautor ein Vater mit seiner Tochter, die tatsächlich in einem Park bei Portland lebten, als Inspiration. Es ist der neue Film der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Debra Granik (Winter´s Bone). 

Wenn man sich diesen Film anschaut, fragt man sich unweigerlich, warum man seit Graniks letztem brillanten Spielfim aus dem Jahr 2010 keinen weiteren der talentierten Regisseurin gesehen hat. Die Frage kann man sich natürlich selbst beantworten, denn es handelt sich um eine Frau, die Regie führt. Das erinnert an das Schicksal von Lynne Ramsay, die auch mehrere Jahre brauchte um den Nachfolgefilm zu ihrem We Need to Talk About Kevin zu finanzieren, dann aber vor einigen Monaten mit You Were Never Really Here erneut einen exzellenten Film ablieferte.  

Wie bereits Debra Graniks Film „Winter´s Bone“ führt einen „Leave No Trace“ auch an den Rand der (amerikanischen) Gesellschaft). Viel erfährt man nicht über die beiden Charaktere, man lernt sie einfach irgendwann kennen. Wahrscheinlich leben sie zu dem Zeitpunkt bereits schon seit vielen Jahren in den Wäldern bei Portland, illegal, weil auf öffentlichem Grund. Vater und Tochter verbindet eine sehr enge Beziehung. Eines Tages kommt man ihnen auf die Spur und die Ämter stellen ihr gesamtes Leben auf den Kopf. Während sich die 13-Jährige noch leichter in die Gesellschaft integrieren lässt, kommt Ben mit der neuen Situation weit weniger klar. 

Es sind unterschiedliche Gründe, warum sich manche Menschen nicht der Gesellschaft anpassen wollen oder auch können. Sie entscheiden sich dann für ein alternative Gestaltung ihres Lebens. Als Kind eines Aussiedlers ist dieser Lebensweg zunächst nicht frei gewählt. „Leave No Trace“ ist ein berührendes Charakter- und Sozialdrama, aber auch ist es ein Film über das Überleben und das Leben an sich. Die Filmemacherin gibt dem Zuschauer nicht viele Fakten an die Hand, der Film lebt auch nicht von seinen Dialogen und doch durchblickt man am Ende die Gefühlswelt beider Protagonisten, als wäre man ihnen im realen Leben begegnet und hätte viele Gespräche mit ihnen geführt. Ein toller Film. 

Debra Granik ist die Filmemacherin, die Jennifer Lawrence entdeckt hat und der Welt mit ihrem Film „Winter´s Bone“ vorgestellt hat. Es ist davon auszugehen, dass sie schon bald als die Regisseurin gilt, die die neuseeländische Schauspielerin Thomasin McKenzie für den amerikanischen Markt entdeckt hat. Das Mädchen hat das gewisse Etwas, ihr Ausdruck ist eine Mischung aus kindlich und erwachsen, mit ihrem scheuen Blick hat sie mich das eine oder andere Mal an die Schauspielerin Rooney Mara erinnert. 

„Leave No Trace“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Foster), Beste Hauptdarstellerin (Thomasin McKenzie), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Leave No Trace“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 29.06.18 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 361 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 13.09.18 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „We The Animals„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama und Romanadaption

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Blaze„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ethan Hawkes neue Regiearbeit. Film über einen Countrysänger. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Puzzle„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Remake eines argentinischen Films mit Kelly Macdonald

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „BlacKkKlansman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Adam Driver und Denzels Sohn 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L. A. – Film: „Eighth Grade“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Eighth Grade“   93 min  drama, comedy 

dir. Bo Burnham  cast: Elsie Fisher, Josh Hamilton, Emily Robinson, Jake Ryan 

 

In einer Woche endet das Schuljahr, dann hat die dreizehnjährige Kayla (Elsie Fisher) endlich die achte Klasse beendet. Middle School war nicht wirklich ihre Sache, Freunde hat sie auf der Schule nicht gefunden und die ganzen Videos, die sie auf ihrem YouTube Kanal postete, fanden auch kaum Anklang. Aber diese Zeit ist in wenigen Tagen vorbei, auf der High School wird hoffentlich alles besser…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Eighth Grade“ ist das Spielfilmdebüt des jungen amerikanischen YouTubers Bo Burnham. 

„Eighth Grade“ hat meine Geduld arg strapaziert. Dieses verpickelte, pummelige Teenager-Mädchen ging mir nämlich bereits zu Anfang des Films fürchterlich auf die Nerven. In der ersten Einstellung schaut man der 13-Jährigen dabei zu, wie sie Ratschläge und Lebensweisheiten vor sich hin plappert und dabei jeden einzelnen Satz mit nicht weniger als 3 – 5 Mal „like“ unterfüttert. Nach dreißig oder vielleicht waren es auch nur zwanzig Sätzen hatte sich bei mir eine gewisse Aggression aufgestaut. Gut, jetzt kann man sagen, amerikanische Teenager müssen sich nun mal permanent in den sozialen Medien mitteilen und reden auch so – aber muss man das in einem Film sehen? In dieses zwanghaft nach Anerkennung suchende, sozial unbeholfene Außenseiter-Mädchen konnte ich mich weder reinversetzen noch wollte ich meine Zeit mit ihr verbringen. Vielleicht ist „Eighth Grade“ ein realistisches Porträt der heutigen Jugend, aber wie hier dargestellt erschreckend und dabei wenig originell und etwas dürftig. 

Dabei können Filme über das Erwachsenwerden witzig sein und auch ans Herz gehen, das beweisen beispielsweise die Filme The Edge of Seventeen und Lady Bird. Im Vergleich zu „Eighth Grade“ hatten diese beiden Filme aber eine mitreißende Protagonistin, dargestellt von hochtalentierten und charismatischen Schauspielerinnen. Amerikanische Kritiker zeigen sich auch von Elsie Fisher entzückt, mich aber lähmt sie nicht gerade vor Begeisterung. Am Ende war der Film aber – wider Erwarten – doch ganz passabel und ich mochte wenigstens die Szenen mit der pubertierenden Kayla und ihrem unglaublich verständnisvollen und liebenswerten Vater (gespielt von Josh Hamilton). 

Der A24-Film „Eighth Grade“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Elsie Fisher), Bestes Originaldrehbuch

„Eighth Grade“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 ist er in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,084 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Colette„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Biopic über die französische Autorin Gabrielle Colette. Keira Knightley in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Never Goin´Back„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Teenie-Komödie 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig ganz sicher eine Rolle spielt 

 

TV-Serie: „Barry, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Barry, 1. Staffel“ (in Deutschland über SKY zu sehen oder den iTunes Stores zu erwerben)  8 x approx. 30 min  comedy, crime, drama, thriller

dir. Bill Hader, Maggie Carey, Hiro Murai, Alec Berg  cast: Bill Hader, Stephen Root, Sarah Goldberg, Paula Newsome, Glenn Fleshler, Anthony Carrigan, Henry Winkler, Cameron Britton  

 

Barry (Bill Hader) ist ein Ex-Marine, der durch seinen Einsatz in Afghanistan depressiv wurde. Fuches (Stephen Root), ein Freund seines Vaters, den Barry als Onkel sieht, hat ihn damals unter seine Fittiche genommen. Mittlerweile ist er sein Zwischenhändler, denn Barry arbeitet als Profikiller. Sein neuer Auftrag führt ihn nach Los Angeles. Für den tschetschenischen Mafiaboss Goran Pazar (Glenn Fleshler) soll er einen Mann töten. Seine Zielperson findet er in einem Schauspiellehrgang. Von der Gruppe wird Barry fälschlicherweise auch für einen Schauspieler gehalten. Schon bald bekommt er Anerkennung und findet sogar Gefallen an der Schauspielerei – vielleicht wäre das ein neuer Start für ihn, denn Barry steckt in einer großen Lebenskrise. So einfach lässt sich sein bisheriges Leben aber natürlich nicht abschütteln, die Tschetschenen haben eine gewisse Erwartung an ihn…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der neuen HBO-Serie sind der amerikanische Autor (TV-Serie „Seinfeld“) und TV-Regisseur („Curb Your Enthusiasm“) Alec Berg und der amerikanische Comedian („Saturday Night Live“) und Schauspieler Bill Hader (Adventureland, The Skeleton Twins, Trainwreck). Bill Hader spielt in dieser Serie die titelgebende Hauptrolle und hat zusätzlich bei den ersten drei Episoden Regie geführt. Dies ist Bill Haders Regiedebüt. 

„Barry“ ist eine ungewöhnliche Serie. Am Ende der rund vier Stunden, die die erste Staffel tatsächlich nur zeitlich in Anspruch nimmt, hat man eine andere Serie, als zu Beginn. Einfach zu kategorisieren ist das Ganze definitiv nicht. Die Serie ist dem Genre Krimi sowie (düstere) Comedy zuzuordnen. Es gibt einiges an Situationskomik, dabei spielt die Serie auch mit Vorurteilen. „Barry“ hat auch einen gewissen Drama-Anteil und gibt – wie ich mir habe sagen lassen – einen fast schon dokumentarischen Blick auf Schauspielschüler und einen Schauspiellehrgang in Hollywood. Am Ende der ersten Staffel macht es fast den Anschein, als würde es in Richtung Thriller gehen. In der vielfältigen Serien-Landschaft ist diese neue Serie ungewöhnlich. Für eine Serie, die unter Schauspielschülern in Hollywood spielt, gibt es erwartungsgemäß viele Referenzen auf Filme und Schauspieler. 

Bill Hader spielt den Antihelden Barry. Barry ist erstklassig als Auftragsmörder, vor allen Dingen, weil er annimmt, dass seine Opfer es auch irgendwie verdient haben, von ihm getötet zu werden (vergleichbar vielleicht mit Dexter der gleichnamigen Serie). Ihn plagt jedoch zunehmend sein Gewissen und schließlich gerät er in eine Sinn- und Lebenskrise. Als er – mehr oder weniger – durch Zufall in einen Schauspiellehrgang gerät, fühlt er sich dort aufgehoben. Zu Beginn ist er ein schlechter Schauspieler, bis er langsam lernt, seine Emotionen zu kanalisieren und in seine Performance einfliessen zu lassen. Bill Hader gibt hier eine sehr nuancierte Performance. Das Casting der gesamten Serie ist aber exzellent. 

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Serie ein zweites Mal zu sehen. Zwischen meiner ersten und zweiten Sichtung der ersten Staffel von „Barry“ lagen die Emmy-Nominierungen und diese neue Serie hat, wenig überraschend, auch bei der Television Academy Eindruck hinterlassen. 

Wer mich kennt oder meine Beiträge hin und wieder liest, weiß, dass ich Filme und Serien ausschließlich in der Originalfassung gucke.  Ich versuche, dieses sensible Thema nicht auszureizen und versuche eigentlich nur noch daraufhin hinzuweisen, wenn ich es als unerlässlich ansehe, ein bestimmtes Film- oder Fernsehprojekt in der OV bzw. OmU zu sehen. Da die  TV-Serie „Barry“ u.a. im Umfeld von angehenden Theaterschauspielern angesiedelt und man mit entsprechenden Performances rechnen sollte, die Serie einen guten Wortwitz und teils eine akzentreiche Sprache hat, ist definitiv davon abzuraten, sie in der Synchro zu sehen. Bei „Barry“ musste ich tatsächlich selbst die schmerzhafte Erfahrung machen, wie deutsche Synchronsprecher Performances und Dialoge hinhunzen. Meiner eigenen Unaufmerksamkeit geschuldet, habe ich mir diese  Serie im deutschen iTunes Store zuerst in der synchronisierten Fassung heruntergeladen. Ich kaufe eigentlich überwiegend im amerikanischen Store und hatte mir schon lange nichts mehr im deutschen gekauft. Entsprechend wusste ich nicht, dass man bei Kauf eines Films oder einer Serie nicht mehr auf andere Sprache zugreifen kann. Wie dem auch sei, 2 Folgen von „Barry“ habe ich in der deutschen Synchro gesehen und kann daher aus erster Hand bestätigen, dass zwischen der Originalfassung und der Übersetzung Welten liegen. 

 

Meine Lieblingsepisode: Die finale Folge („Chapter Eight: Know Your Truth“), außerdem liebe ich die letzten ca. 15 Minuten der siebenten Folge („Chapter Seven: Loud, Fast, and Keep Going“) 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Barry Berkman/ Block ist ein ehemaliger Marine, der seit Jahren als Auftragsmörder arbeitet. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Los Angeles. Er ist unzufrieden mit seinem Leben, leidet an Depressionen und kommt durch Zufall in die, von Gene M. Cousineau (gespielt von Henry Winkler) angeführte Schauspiel-Gruppe. Hier fühlt er sich erstmalig akzeptiert und findet auch Interesse an der Schauspielerei. Außerdem hat er sich in eine der Schauspielschülerinnen, Sally (gespielt von Sarah Goldberg), verknallt. Gespielt wird Barry von dem amerikanischen Stand-up-Comedian, Autor und Schauspieler Bill Hader. Berühmt wurde er durch seine Arbeit bei Saturday Night Live. Er arbeitet auch viel als Synchronsprecher für Animationsfilme und -serien, hat aber mittlerweile sein Schauspieltalent in Indies und größeren Produktionen (Adventureland, The Skeleton Twins, Trainwreck) auch schon einige Male unter Beweis stellen können. Bill Hader ist eigentlich mehr als Comedian bekannt, um so interessanter ist seine Rolle in „Barry“, bei der er sämtliche Nuancen seines Talents zeigen kann. Für seine Arbeit bei SNL wurde er für, mittlerweile vier Emmys nominiert. Kürzlich hat er für „Barry“ weitere vier Emmy-Nominierungen erhalten, neben den Kategorien Schauspiel und Regie, wurde er noch für seine Autorentätigkeit belohnt und dafür, dass er die Serie produziert.

Fuches war ein Freund von Barrys Vater. Nach Barrys traumatischen Erfahrungen als Marine in Afghanistan hat er ihn aufgefangen und ihm eine neue Aufgabe gegeben  Barry sieht ihn als seinen Onkel an. Fuches wird von dem amerikanischen Schauspieler Stephen Root gespielt. Auch er leistet viel Synchronarbeit für Animationsfilme. Für mich war Stephen Root einer dieser Schauspieler, dessen Gesicht, ich kenne, aber dessen Namen mir nicht bekannt war. Er hat in einigen TV-Serien, u.a. True Blood, „Justified“ mitgespielt, aber auch in vielen Kinofilmen No Country For Old Men, Everything Must Go, Selma, Trumbo mitgewirkt. Erst im letzten Jahr war er in Get Out zu sehen. 

Goran Pazar ist ein tschetschenischer Mafiaboss. Barry (gespielt von Bill Hader) hat über Fuches (gespielt von Stephen Root), den Auftrag angenommen, den vermeintlichen Liebhaber von Gorans Frau zu töten. Goran wird von dem amerikanischen Schauspieler Glenn Fleshler gespielt. Auch er fällt für mich in die Kategorie „oft gesehen, der Name ist mir trotzdem nicht bekannt“. Glenn Fleshler hat in vielen TV-Serien, u.a. „Boardwalk Empire“, True Detective, The Night Of mitgespielt, war aber auch in einigen Kinofilmen (All Good Things, A Most Violent Year, Suburbicon zu sehen. 

Gene M. Cousineau ist Schauspiellehrer. Als Schauspieler ist er selbst nicht sonderlich erfolgreich, dafür leitet er einen Schauspiellehrgang. Einer seiner Schauspielschüler ist irgendwann Barry (gespielt von Bill Hader). Gene M. Cousineau wird von dem legendären amerikanischen Schauspieler Henry Winkler gespielt. Berühmt wurde er für seine Rolle als Fonzie bzw. The Fonz in der 1970er Jahre-Serie „Happy Days“. In dieser TV-Serie hat er neben dem damaligen Schauspieler, der heutigen Regie-Größe Ron Howard gespielt. Später hat er immer wieder mit Ron Howard zusammengearbeitet. Er hat auch u.a. in den Serien „Arrested Development“,„Royal Pains“ und „Parks and Recreation“) mitgewirkt. Für seine Rolle in „Happy Days“ wurde er für drei Emmys nominiert. Außerdem hat er eine Emmy-Nominierung für seine Gastrolle in den Serien „Battery Park“ und „The Practice“ und aktuell ist er für seine Performance in „Barry“ für einen Emmy nominiert.  

NoHo Hank ist die rechte Hand des tschetschenischen Gangsterbosses Goran Pazar (gespielt Glenn Fleshler). NoHo wird von dem amerikanischen Schauspieler Anthony Carrigan gespielt. Er hat sich bisher hauptsächlich durch Serien (u.a. „The Forgotten“, “The Flash“, „Gotham“) einen Namen gemacht. 

Detective Janice Moss ist die ermittelnde Polizistin in dem Fall des ermordeten Schauspielschülers. Sie tappt ziemlich im Dunklen, aber dann doch irgendwie nicht. Janice wird von der amerikanischen Schauspielerin Paula Newsome gespielt. Vorwiegend ist die Schauspielerin durch TV-Serien (u.a. „Ally McBeal“, „Dharma & Greg“, Transparent) bekannt. Sie hat aber auch in Kinofilmen („Little Miss Sunshine“ und Things We Lost In the Fire) mitgewirkt. Ich mag die Serienfigur Janice sehr gerne und könnte mich über sie totlachen.  

Den Schauspieler Cameron Britton (der einen der Serienmörder in der exzellenten Serie Mindhunter spielt) habe ich sofort an seiner Stimme erkannt. Diese Stimme erkenne ich aus einer Millionen Stimmen heraus. In „Barry“ spielt er einen IT-Mitarbeiter des Polizeipräsidiums in Los Angeles. Kürzlich wurde er übrigens für seine Performance in „Mindhunter“ für den Emmy nominiert. 

Apropos Emmys. „Barry“ ist im Jahr 2018 für 13 Emmys (darunter Outstanding Comedy Series, Outstanding Lead Actor in a Comedy Series, Bill Hader, Outstanding Supporting Actor, Henry Winkler, Outstanding Directing) nominiert worden. Update: „Barry“ hat drei Emmys gewonnen: Outstanding Lead Actor in a Comedy Series (Bill Hader), Outstanding Supporting Actor in a Comedy Series (Henry Winkler) und Outstanding Sound Mixing for a Comedy

Die erste Staffel von „Barry“ wurde vom 25.03.18 – 13.05.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. Sie bildet eine vielversprechende Basis für weitere Staffeln. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man „Barry“ bei dem Pay-TV-Sender Sky sehen oder über den iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Copenhagen – Film: „Tag“

Ich war am 22.07.18 in Kopenhagen und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tag“ (dt. Filmtitel: „Catch Me!“, dänischer Filmtitel: „Du er den“, dt. Kinostart: 26.07.18)    90 min comedy 

dir. Jeff Tomsic  cast: Ed Helms, Jeremy Renner, Jon Hamm, Jake Johnson, Hannibal Buress, Annabelle Wallis, Isla Fisher, Rashida Jones 

 

Seitdem sie neun Jahre alt sind spielen Hoagie (Ed Helms), Callahan (Jon Hamm), Chilly (Jake Johnson), Sable (Hannibal Buress) und Jerry (Jeremy Renner) das Kinderspiel „Tag“ (Fang Mich). Mittlerweile seit dreißig Jahren ist die Saison einmal im Jahr den kompletten Mai eröffnet und bisher ist der athletische und raffinierte Jerry der ungeschlagene Sieger. Jetzt erfahren seine Mitspieler, dass Jerry aussteigen und außerdem heiraten will. Die Vier, Hoagies Frau (Isla Fisher) und eine Journalistin des Wall Street Journals machen sich auf dem Weg und versuchen wenigstens dieses Mal, Jerry zu schlagen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Tag“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert vage auf den The Wall Street Journal Artikel „It Takes Planning, Caution to Avoid Being „It“. Dieser Film ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Produzenten und Filmemachers Jeff Tomsic (TV-Serien „Idiositter“, „The Detour“).

„Tag“ ist eine Komödie über eine Gruppe erwachsener Männer, die das Kind in sich bewahren wollen – zumindest für einen Monat im Jahr. Das führt erwartbar zu witzigen Dialogen und Situationen. 

Jeremy Renners Charakter „Jerry“ machte auf mich zu Beginn den Eindruck, als würde er in einem ganz anderen Film mitspielen. Was hier entsprechend der Handlung aber passt, dann sind es nämlich genau die Szenen mit Jerry, die wirklich komisch sind. „Tag“ ist einer dieser Filme, bei dem ich wahrscheinlich schon in wenigen Monaten vergessen habe, dass ich ihn überhaupt geguckt habe. Wenn ich aber dann irgendwann durch Zufall im  Fernsehen auf den Film stosse, werde ich über dieselben Szenen lachen und auch die Zeitlupen-Szenen wieder besonders mögen. 

Der Filmemacher liess es sich nicht nehmen, zum Schluss des Films ein Foto der realen Männergruppe (bestehend übrigens aus zehn Teilnehmern) einzublenden. Bis heute spielen sie „Tag“. 

„Tag“ ist am 15.06.18 landesweit in 3,382 amerikanischen Kinos gestartet. In Dänemark ist der Film unter dem Filmtitel „Du er den“ am 28.06.18 ins Kino gekommen. In Deutschland ist der Film ab heute (26.07.18) unter dem Titel „Catch Me!“ in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bohemian Rhapsody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Offiziell, trotz seiner Entlassung bleibt dies der Film von Bryan Singer, ein Biopic über Freddie Mercury. Der Film kann eine Vollkatastrophe sein oder auch ein solider Oscar-Film, man wird sehen. Rami-Mr.Robot-Malek spielt den legendären Queen-Sänger. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Johnny English Strikes Again„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Eine sicher gaaanz lustige Komödie mit Rowan Atkinson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Book Club„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: RomCom mit Diane Keaton, Jane Fonda und Andy Garcia, Don Johnson 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 

 

Kino in Dänemark

An meinem freien Tag in Kopenhagen habe ich die Gelegenheit genutzt, ins Kino zu gehen. Lobenswerterweise werden sowohl im skandinavischen Fernsehen als auch im Kino die Filme in der Originalfassung mit entsprechenden Untertiteln gezeigt. Sehr gern hätte ich mir einen dänischen Thriller („Den skyldige“) angeschaut, leider fehlten mir dazu die englischen Untertitel. Ich musste mich entsprechend für einen englischsprachigen Film entscheiden und habe mich daher entschlossen, den Film „Tag“ nachzuholen. Eine Kinokarte im Palads Teatret in Kopenhagen kostet 100 DKK, das sind umgerechnet ca. 13,50 EUR. Den Sitzplatz musste ich mir bereits an der Kinokasse auswählen, die Vorstellung war aber nicht ausgebucht und die Dänen nehmen es dankenswerterweise nicht so genau mit ihrem zuvor festgelegten Sitzplatz und lassen höflich einen Abstand zum nächsten Zuschauer. Für rund 8 Minuten wurde Werbung gezeigt, darauf folgten die Trailer. 

Palads Teatret in Kopenhagen
dänisches Filmplakat des amerikanischen Films „Tag“

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L. A. – Film: „American Animals“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„American Animals“  116 min   crime, comedy, drama, biopic  

dir. Bart Layton   cast: Evan Peters, Barry Keoghan, Blake Jenner, Jared Abrahamson, Udo Kier, Ann Dowd

 

Kentucky im Jahr 2003. Der Kunststudent Spencer (Barry Keoghan) und sein Kumpel Warren (Evan Peters) suchen nach einem Sinn in ihrem Leben, auch fehlt ihnen das Abenteuer. Irgendwann kommen die zwei Hirnbratzen auf die ganz glorreiche Idee, ein seltenes, sehr wertvolles Buch aus der Uni-Bibliothek zu stehlen. Mit ihren beiden Freunden Eric (Jared Abrahamson) und Chas (Blake Jenner) planen sie den perfekten Raub…

 

B+ (Wertung von A bis F) „American Animals“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist das Spielfilmdebüt des britischen Autors, Produzenten und Dokumentarfilmers Bart Layton („The Imposter“).  

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man begeistert aus dem Kino kommt. Mal fasziniert eine außergewöhnliche Geschichte, ein anderes Mal ist es die schauspielerische Leistung und mal ist es primär die Inszenierung, die einen schwärmen lässt. Als ich aus dem Laemmle Monica Film Center kam, war das erste was mir in den Sinn kam, mich über den Regisseur schlau zu machen. Seine künstlerische Gestaltung dieser auf dem Papier sich absurd und zugleich öde anhörenden Story hat einen sehr hohen Unterhaltungswert. Bart Layton, der sich bislang dem Dokumentarfilm verschrieben hatte, legte bereits mit The Imposter einen bemerkenswerten Film vor und auch dieser Film hat einen Doku-Touch. 

Schon zu Beginn des Films offenbart der Regisseur, dass er mit der Wahrheit spielt, als es heißt: THIS IS NOT BASED ON A TRUE STORY um kurz darauf, das NOT BASED ON verschwinden zu lassen. Tatsächlich basiert das meiste auf einer wahren Geschichte. Strukturell ist die Erzählung raffiniert angelegt. Neben der fiktiv nacherzählten Geschichte blendet er immer wieder Interviews mit den realen Personen ein und lässt uns an ihren (teils sehr unterschiedlichen) Erinnerungen zu bestimmten Ereignissen teilhaben. Es macht wirklich Spaß, dem zuzuschauen.

Der irische Schauspieler Barry Keoghan ist mir erstmalig in The Killing of a Sacred Deer aufgefallen. Mit dieser, extrem anderen Rolle hat er mich von seinem Talent endgültig überzeugt. Hier spielt er neben Evan Peters, der sich durch seinen Auftritt als Quicksilver in den „X-Men“-Filmen bereits einen Namen unter den Jungstars in Hollywood gemacht hat. Der attraktive Blake Jenner ist sicher der erfolgreichste Schauspieler der Riege. Bekannt durch seine Rolle in der TV-Serie „Glee“ und in den Filmen Everybody Wants Some!! und The Edge of Seventeen.

„American Animals“ ist ein handwerklich origineller Heist-Krimi mit einem soliden Soundtrack von einem Regisseur, von dem wir noch einiges erwarten können. Es ist absehbar, dass er schon bald in Hollywood unter Vertrag genommen wird. Ich hoffe nur, dass er dem Indie-Kino noch eine Weile erhalten bleibt. 

„American Animals“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 1.6.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 339 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Broken Star„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Eating Animals“

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Dokumentation über Massentierhaltung, nach dem gleichnamigen Sachbuch von Jonathan Safran Foer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Marlina the Murderer in Four Acts„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: indonesisches Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Gus Van Sants neuer Film mit Joaquin Phoenix und Jonah Hill 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale 2018 gesehen

 

L. A. – Film: „Incredibles 2“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Incredibles 2“ (dt. Filmtitel: „Die Unglaublichen 2“, dt. Kinostart: 27.09.18)   118 min   animation, sequel 

dir. Brad Bird  voices: Craig T. Nelson, Holly Hunter, Sarah Vowell, Huck Milner, Samuel L. Jackson, Catherine Keener, Bob Odenkirk, Eli Fucile, Isabella Rossellini, Bill Wise, Brad Bird

 

Superhelden sind immer noch per Gesetz illegal. Die Superhelden-Ehepaar Parr macht sich langsam Sorgen um ihre Zukunft. Dann bekommen sie ein Angebot von dem Chef eines Telekommunikationsunternehmen, Winston Deavor (Bob Odenkirk), das sie nicht ausschlagen können. Genauer gesagt bekommt Mrs. Parr a.k.a. Elastigirl (Holly Hunter) das Jobangebot, was bedeutet, dass Mr. Incredible (Craig T. Nelson) sich um die Kinder Violet (Sarah Vowell), Dash (Huck Milner) und Jack-Jack (Eli Fucile) kümmern muss…

 

B (Wertung von A bis F) „Incredibles 2“ ist der zwanzigste PIXAR-Film und die Fortsetzung zu „The Incredibles“ aus dem Jahr 2004. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Brad Bird („The Iron Giant“, „Ratatouille“, „Mission Impossible – Ghost Protocol“). Er  hat bereits bei dem Originalfilm Regie geführt. Erneut spricht er auch die Figur der Modedesignerin Edna Mode. 

Die Ereignisse des zweiten Teils schließen direkt an denen des ersten Teils an. Daher empfiehlt sich, bevor man die Fortsetzung sieht, den mit zwei Oscars ausgezeichneten Originalfilm aus dem Jahr 2004 noch einmal bzw. zuerst zu schauen. Ich hatte „The Incredibles“ damals im Kino gesehen, aber mir nie wieder angeschaut. Da ich selbstverständlich sämtliche PIXAR-Filme auf DVD habe, nahm ich mir kürzlich die Zeit, meine Erinnerung aufzufrischen. Damals fand ich „The Incredibles“ außergewöhnlich gut, aus heutiger Sicht gebe ich „The Incredibles“ ein „B“. Mich ermüdete dieser Superhelden-Actionkram, aber ich mochte die Szenen, die sich auf das Familienleben konzentrieren. Besonders den 10-jährigen Sohn Dash habe ich in mein Herz geschlossen. Bei der Szene als die verschrobene Designerin Edna Mode Superhelden-Mama Helen die neuen Kostüme vorführt habe ich mich beinahe kaputt gelacht.  

Die Fortsetzung fand ich erwartbar ähnlich, ich war immer froh, als die ganzen Actionszenen vorbei waren (wobei die durchaus eindrucksvoll inszeniert sind und mir besser gefielen als vergleichbare Szenen in Marvel-Filmen). Auch hier hinterliess das Zwischenmenschliche und die Dynamik innerhalb der Familie den meisten Eindruck. Nach wie vor finde ich zehnjährige Dash am originellsten, aber Jack-Jack läuft ihm beinahe den Rang ab. Am allerliebsten mag ich die Sequenz, in der die Designerin Edna Mode anfänglich Jack-Jack leicht angewidert gegenübertritt und dann später realisiert, dass sie vielleicht doch etwas mit diesem Baby anzufangen weiss. Auch mochte ich die Computer-gezeichnete 1960er Jahre James-Bond-Ausstattung und Michael Giacchinos Score, den man auch diesem Jahrzehnt zuschreiben kann. Im Ganzen hat der Film Längen, ist aber sehenswert. 

„Incredibles 2“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm.

„Incredibles 2“ ist am 15.06.18 in 4,410 amerikanischen Kinos gestartet. Zu sehen ist die 2D, 3D und die IMAX-Fassung. Ich habe den Film in 2D gesehen. Jetzt – vier Wochen nach Kinostart – ist es bereits der erfolgreichste Animatiosfilm In den U.S.A. Für Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Die Unglaublichen 2“ am 27.09.18 starten. 

Trailer zu sehen: 

 

 

„Bao“  8 min animation

dir. Domee Shi

Eine ältere chinesische Mutter fühlt sich einsam. Ihr Mann geht immer früh zu Arbeit und dann bleibt sie allein zurück. Als eines ihrer selbstgemachten Dumplings plötzlich lebendig wird,  bekommt sie eine neue Gelegenheit, Mutter zu sein. Nur auch das Teigtaschen-Baby bleibt nicht für immer klein und niedlich… 

A- (Wertung von A bis F) „Bao“ ist das Regiedebüt der chinesisch-kanadische Storyboard-Artistin Domee Shi. Es ist der erste PIXAR-Film überhaupt, bei dem eine Frau allein Regie geführt hat. 

In kurzen Worten: „Bao“ ist putzig und bezaubernd, hat viel Herz und am Ende sind bei mir sogar die Tränen geflossen. 

„Bao“ feierte seine Premiere auf dem Tribeca Film Festival 2018. Der Kurzfilm wurde im Jahr 2018 vor dem PIXAR-Film „Incredibles 2“ gezeigt. Selbstverständlich ist dieser Film für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm im Gespräch. 

Kleiner Ausschnitt von „Bao“: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Smallfoot„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ralph Breaks the Internet: Wreck-It Ralph 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Disney-Fortsetzung zu Wreck-It Ralph

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

L. A. – Film: „Sicario: Day of the Soldado“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sicario: Day of the Soldado“ (dt. Filmtitel: „Sicario 2“, dt. Kinostart: 19.07.18)  122 min   action, crime, thriller, sequel 

dir. Stefano Sollima  cast: Benicio del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner, Jeffrey Donovan, Catherine Keener, Matthew Modine

 

Die mexikanischen Kartelle schmuggeln mittlerweile nicht nur Drogen über die mexikanisch-amerikanische Grenze, sie schleusen auch zunehmend Menschen und darunter sogar  islamistische Terroristen in die U.S.A. Um einen Krieg zwischen den beiden größten  mexikanischen Kartelle anzuzetteln, soll die Tochter eines der Kartellbosse, Carlos Reyes, entführt werden. Für diese Mission kontaktiert der CIA-Aufräumer Matt Graver (Josh Brolin) den Auftragkiller Alejandro (Benicio del Toro)…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Sicario: Day of the Soldado“ ist eine Fortsetzung zu Denis Villeneuves Film Sicario aus dem Jahr 2015. Alles deutet daraufhin, dass es noch mindestens einen weiteren Teil geben wird. Es ist der neue Film des italienischen Drehbuchautors und Filmemachers Stefano Sollima („ACAB – All Cops Are Bastards“, „Suburra“). Für die Drehbuchvorlage ist erneut der amerikanische Autor (Hell or High Water) und Filmemacher (Wind River) Taylor Sheridan verantwortlich. 

Bei den amerikanischen Filmkritikern ist der zweite Teil von „Sicario“ nicht sonderlich gut angekommen. Zugegebenermassen spielt der Film Trumps Politik etwas in die Hände, alleine schon durch den neuen Aspekt, dass islamistische Terroristen über die mexikanisch-amerikanische Grenze geschleust werden (könnten). Absurd ist es jedoch nicht, da es den Islamisten mittlerweile extrem schwer gemacht wird, legal in die U.S.A. einzureisen. 

Bevor ich mir den zweiten Teil angesehen habe, habe ich mir nicht noch mal Villeneuves´ „Sicario“ angeschaut und auch nicht meinen Beitrag von damals durchgelesen. Aus der Erinnerung heraus dachte ich, ich hätte dem Film ein „B“  oder vielleicht sogar ein „B+“gegeben. Jetzt kam ich nun vor ein paar Tagen aus dem Kino mit dem Gefühl, dass mir der zweite Teil besser gefallen hat als der erste und tatsächlich habe ich dem Originalfilm sogar nur mit einem „B-„ bewertet. 

In „Soldada“ hat man nun nicht mehr Emily Blunts Charakter, eine Figur mit der man sich vielleicht am ehesten identifizieren konnte und die eine moralische Haltung hatte. Hier ist das Gute und das Böse recht klar definiert. Während der erste Teil für mich noch Längen hatte, fand ich diesen schnörkellos, brutal und von Anfang bis Ende spannend. Ich liebe die beiden Charaktere Matt Graver und Alejandro (erneut exzellent porträtiert von Josh Brolin und dem verehrungswürdigen Benicio del Toro). Dies ist ein Actionthriller ganz nach meinem Geschmack. Als Einleitung braucht man nicht einmal den ersten Film zu sehen, „Soldada“ kann inhaltlich für sich allein stehen.  

Nach einer bestimmten Szene verfiel ich in eine Schockstarre und brauchte, unwillig das Gezeigte zu akzeptieren, einige Minuten um meine Fassung zurückzugewinnen. 

Sicario: Day of the Soldado“ ist dem am 9.2.18 viel zu früh verstorbenen isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson gewidmet. Er hatte die Filmmusik zu „Sicario“ beigesteuert. Für den Score in „Soldado“ ist übrigens die isländische Komponistin und Hildur Ingveldardóttir Guðnadóttir verantwortlich. Die beiden isländischen Künstler hatten öfter zusammengearbeitet. 

„Sicario: Day of the Soldado“ ist am 29.06.18 in 3,055  amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film unter dem Titel „Sicario 2“ am 19.07.18. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „BlacKkKlansman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Adam Driver und Denzels Sohn 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

Munich – Film: „The Tale“

Ich war am 02.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Tale“ (dt. Filmtitel: „The Tale – Die Erinnerung“, in D. ab dem 17.08.18 auf SKY zu sehen)  115 min   drama, mystery, biopic

dir. Jennifer Fox   cast: Laura Dern, Elizabeth Debicki, Jason Ritter, Frances Conroy, John Heard, Common, Ellen Burstyn, Isabelle Nélisse  

 

Die Dokumentarfilmerin Jennifer Fox (Laura Dern) ist 48 Jahre alt und wird  plötzlich ganz aufgeregt von ihrer Mutter (Ellen Burstyn) kontaktiert. Sie hat gerade den Aufsatz gefunden, den ihre Tochter als 13-Jährige schrieb. Was war das damals eigentlich genau für eine Beziehung mit Jennifer,  Mrs. G. (Elizabeth Debicki) und Bill (Jason Ritter)….

 

B (Wertung von A bis F) „The Tale“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Jennifer Fox („Beirut: The Last Home Movie“). Dies ist der erster Spielfilm der Dokumentarfilmerin, sie rekonstruiert in diesem Film das, was ihr als 13-Jährige widerfahren ist. 

Jennifer hat scheinbar immer verdrängt, was sie als Kind erlebt hat. Jetzt hat ihre Mutter aber Aufzeichnungen von damals gefunden und fordert ihre Tochter dazu auf, sich mit den Erlebnissen auseinanderzusetzen und auch die Beteiligten von damals zu kontaktieren. Jennifer bekommt ihre eigene, sehr detaillierte mehrseitige Story von ihrer Mutter zugeschickt und während sie diese liest, kommen ihr langsam die Erinnerungen zurück. Sie erinnert sich an den Sommer auf dem Pferdehof von Mrs. G. 

Die Autorin und Filmemacherin Jennifer Fox hat eine interessante Herangehensweise, ihre eigenen Erlebnisse zu schildern. Es wird einem vorgeführt, wie trügerisch Erinnerungen sein können. Beispielsweise hatte die erwachsene Jennifer ein bestimmtes Bild von sich als 13-Jährige (jugendlich, frühreif), man begleitet dieses Mädchen eine kurze Zeit. Später zeigt ihr ihre Mutter ein Bild aus diesem Sommer und man sieht, wie sie wirklich aussah, ein Kind, das sogar noch jünger aussah als Dreizehn. Das ist insbesondere für den verstörenden Verlauf der Geschichte nicht unerheblich. Jennifer wurde als Kind sexuell mißbraucht und hier wird auf eindrucksvolle und schockierende Weise gezeigt, wie raffiniert dieses Mädchen von Erwachsenen manipuliert wurde.  

Das Einzige was mich an diesem Film störte, war, dass die 13-jährige Jennifer (gespielt von Isabelle Nélisse) wirklich keinerlei Ähnlichkeit mit der erwachsenen Jennifer (gespielt von Laura Dern) hat. Schauspielerisch ist der Film aber durch die Bank überzeugend. Laura Dern spielt die Frau mittleren Alters, die sich erstmalig mit einer, über eine so lange Zeit verdrängte Episode aus ihrem Leben auseinandersetzt. Gerade das Gefühl der Erschöpfung durch das quasi Wiedererleben fand ich nachvollziehbar.

Dies ist einer der letzten Filme, in dem der am 21.07.17 verstorbene Schauspieler John Heard („Cat People“, „Beaches“, „Home Alone“, TV-Serie „The Sopranos“) mitspielte.  

 „The Tale“ gilt als Fernsehfilm und ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. TV Movie, Best Actress, Laura Dern (TV Movie or Mini Series), Best Supporting Actress, Ellen Burstyn (TV Movie or Mini Series), Best Supporting Actor, Jason Ritter (TV Movie or Mini Series)  Update: „The Tale“ wurde im Jahr 2018 für zwei Emmys (Outstanding TV Movie und Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie, Laura Dern) nominiert. 

„The Tale“ wurde auf erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO hat den Film gekauft und erstmalig am 26.05.18 ausgestrahlt. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Die sehr sympathische Filmemacherin Jennifer Fox war anwesend und hat sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. Sie hat u.a. erzählt, dass sie ihre Geschichte teilen wollte, um anderen, denen als Kind ähnliches widerfahren ist, zu helfen. Sie wollte aber auch die Komplexität von sexuellen Missbrauch aufzuzeigen. Auch wurden Sol Bondy und das deutsche Produktionsteam von One Two Films und an diesem Projekt beteiligte Mitarbeiter von ARTE/ZDF vorgestellt. „The Tale“ kommt auch in Deutschland nicht ins Kino, sondern wird unter dem Filmtitel „The Tale – Die Erinnerung“ zunächst ab dem 17.08.18 auf SKY und später bei ARTE und im ZDF zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

amerikanisches Filmplakat von „The Tale“ auf dem FFMUC 2018

 

Die Autorin und Filmemacherin Jennifer Fox auf dem FFMUC 2018

Munich – Film: „Everybody Knows“

Ich war am 01.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Everybody Knows“ (dt. Filmtitel: „Offenes Geheimnis“, Originaltitel: Todos Lo saben“, dt. Kinostart: 27.09.18)  132 min   drama 

dir. Ashgar Farhadi  cast: Javier Bardem, Penélope Cruz, Bárbara Lennie, Ricardo Darin, Inma Cuesta, Ramón Barea, Carla Campra  

 

Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Ana (Inma Cuesta) kehrt Laura (Penélope Cruz) mit ihren zwei Kindern aus Argentinien in ihr spanisches Heimatdorf zurück. Ihr Ehemann ist nicht mitgekommen. Laura trifft nach vielen Jahren wieder auf Paco (Javier Bardem), ihre Jugendliebe. Der ist mittlerweile glücklich verheiratet. Während der ausgelassenen Hochzeitsfeier verschwindet plötzlich Lauras 16-jährige Irene (Carla Campra) …

 

C (Wertung von A bis F) „Everybody Knows“ ist der neue Film des iranischen Filmemachers und zweimaligen Oscar-Gewinners Ashgar Farhadi („A Separation“, „The Salesman“). Nach dem Film „The Past“ ist dies erst sein zweiter Film, den er außerhalb seines Heimatlandes gedreht hat und der erste spanischsprachiger Film des iranischen Regisseurs. 

Zu Beginn des Films war ich damit beschäftigt, die vielen Charaktere und ihre Beziehung zueinander zu ordnen. „Everybody Knows“ ist ein Beziehungsdrama. Durch das Verschwinden von Lauras Teenager-Tochter wird die komplexe Situation, in der sich die Charaktere befinden, aufgedröselt. Die Stimmung wechselt von laut, fröhlich und ausgelassen zu ruhig, verzweifelt und hysterisch. Die Geschichte ist in weiten Teilen vorhersehbar und der Film ist am Ende nicht mehr als ein 08/15-Drama. Das Ende empfand ich als ernüchternd. 

Penélope Cruz ist zweifelsfrei eine gute Schauspielerin, in meinen Augen ist sie aber immer einen Tick besser, wenn sie sich in ihrer Muttersprache präsentieren kann. Bei ihrem Ehemann im realen Leben, Javier Bardem, macht es  keinen Unterschied, ob er in Spanisch oder Englisch spielt, er ist gleichbleibend brillant. Auch in diesem Film gibt es eine Szene (die Reaktion seines Charakters auf eine Mitteilung von Penélope Cruz´Charakter), die exemplarisch für sein Übertalent als Schauspieler steht. 

„Everybody Knows“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm dieses Filmfestivals. Für die U.S.A. ist bislang noch kein Kinostart bekannt. In Deutschland startet der Film unter dem Titel „Offenes Geheimnis“ am 27.09.18 in den Kinos. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Dort wurde der Film in der spanischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. 

Vor dem Film wurde ein Quiz durchgeführt. Zu gewinnen gab es Süßigkeiten, die lässig von dem Quiz-Master zu dem jeweiligen „Gewinner“ im Zuschauerraum geworfen wurden. Drei Fragen wurden gestellt. 1. Für welche beiden Filme hat der Regisseur Asghar Farhadi einen Oscar gewonnen? „A Separation“ und „The Salesman“ 2. Bei welchem Filmfestival wurde „Everybody Knows“ dieses Jahr bereits gezeigt? Cannes Film Festival. 3. Penélope Cruz und Javier Bardem standen bei dem Film „Everybody Knows“ zum sechsten Mal gemeinsam vor der Kamera, wie hießen die anderen fünf Filme: „Jamon, Jamon“, „Live Flesh“, Vicky Cristina Barcelona, The Counselor, „Loving Pablo“. Ich hätte nur die ersten beiden Fragen komplett richtig beantworten können.

Trailer zu sehen:

 

 

Filmfest in München

Obwohl ich jetzt bereits schon wieder einige Jahre in München stationiert bin, habe ich es bislang noch nicht geschafft, auf das Filmfest in der schönen bayerischen Landeshauptstadt zu gehen. Filme, die mich interessieren, müssen für mich zeitlich passen, idealerweise zwischen zwei Umläufen liegen, damit ich nicht nach Hause fliegen muss. Dieses Jahr, im Jahr 2018, beim 36. Filmfest in München, hat es wenigstens für zwei Filme geklappt.

Während ich mit der Berlinale immer Hektik verbinde, ich das Tribeca Film Festival als angenehm organisiert erlebe und das New York Film Festival sich vor allen Dingen „wichtig“ nimmt, empfand ich das Münchner Filmfest (und seine Besucher) vordergründig als gechillt. Bei allen drei mir bekannten Filmfilmfestivals wird man es niemals erleben, wie ein Gast – auf weiter Flur allein – an einer der Vorverkaufskassen stehend – mit der Kassiererin ein Schwätzchen hält und dabei darüber nachdenkt, was er sich wohl für einen Film anschaut. Die gähnenden Leere an der Vorverkaufsstelle habe ich auch an einigen anderen Locations beobachten können. Ich war völlig verblüfft und habe das gleich mal mit einem Foto dokumentiert. Ansonsten sind die Kinokarten mit 9,90 EUR in meinen Augen für ein Filmfestival äußerst günstig und scheinbar sowohl an der Vorverkaufskasse als auch online relativ einfach noch zu erwerben. Etwas umständlich finde ich, dass man beim Online-Kauf sich nicht gleich sein Ticket auf sein iPhone ziehen kann (ist in Berlin und New York gang und gäbe). In München muss man sich den Abholcode ausdrucken und mit diesem und seiner Kreditkarte die eigentlichen Tickets an einer der Vorverkaufskassen abholen. 

 

 

Kein großer Andrang an der Kinokasse des FFMUC 2018, Zeit sich zu überlegen, welchen Film man gucken will.

TV – Serie: „The Looming Tower“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Looming Tower“ (in D. auf Amazon Prime zu sehen, ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD erhältlich)  10 x approx. 50 min   drama, thriller, biopic adaptation

dir. Alex Gibney, John Dahl, Ali Selim, Michael Slovis, Craig Zisk   cast: Jeff Daniels, Bill Camp, Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Tahar Rahim, Wrenn Schmidt, Ella Rae Peck, Alec Baldwin, Jennifer Ehle, Louis Cancelmi, Jamie Neumann

 

Im Jahr 1998. Professor Martin Schmidt (Peter Sarsgaard) ist der Leiter CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ in Washington, D.C. Er ist Osama bin Laden auf der Spur, kürzlich kam er in den Besitz eines wichtigen Datenträger der islamistischen Terrorzelle al-Qaida. Die Ermittlungsergebnisse seines Teams gibt er jedoch nicht, wie es seine Pflicht wäre, an den Leiter der New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismus-Abwehr „I-49“, John O´Neill (Jeff Daniels), weiter. Zu tief sitzen die Rivalitäten zwischen der CIA und dem FBI. John O´Neill führt eigene Ermittlungen und erhält von seinen beiden offiziellen Informanten Vince (Louis Cancelmi) und Toni-Ann (Jamie Neumann) in „Alec Station“, Informationen, dass die CIA an einer möglichen Terrorzelle in Albanien ermittelt. Der FBI-Veteran Robert Chesney (Bill Camp) verfolgt derweil eine Spur in Kenia und findet schließlich einen klaren Hinweis auf eine Terrorzelle in Albanien. John O´Neill schickt schließlich seinen neuen arabisch-amerikanischen FBI-Agenten Ali Soufan (Taha Rahim) nach Tirana. Osama bin Laden hat amerikanische Journalisten zu einem Interview nach Afghanistan eingeladen. In dem Interview, das im TV ausgestrahlt wird, ruft er alle Muslime zum Mord an US-Bürgern auf. Dieses Mal droht er mit einem konkreten Anschlag in den nächsten Wochen. Zwei Monate später explodieren zwei Autobomben vor den amerikanischen Botschaftsgebäuden in Kenia und Tansania. Dabei kamen über 224 Menschen, darunter 12 Amerikaner, ums Leben und Tausende wurden verletzt… 

  

A- (Wertung von A bis F) „The Looming Tower“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und geht der Frage nach, ob die Anschläge vom 11. September 2001 theoretisch von den amerikanischen Geheimdienstlern und Terrorexperten hätten verhindert werden können. Es ist eine Adaption von dem, mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten, gleichnamigen Sachbuch von Lawrence Wright. Serienschöpfer und Produzenten sind der Autor der Romanvorlage, der Dokumentarfilmemacher und Oscar-Gewinner Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“, „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“) und der amerikanische Schauspieler („The Birdcage“, „Enough“, A Mighty Heart) und Oscar-nominierte Drehbuchautor („Capote“, Foxcatcher) Dan Futterman. Alex Gibney hat auch bei der ersten Episode („Now it Begins“) Regie geführt. 

„The Looming Tower“ beginnt Ende der 1990er Jahre und erzählt von der zunehmenden Bedrohung durch Osama bin Laden und al-Qaida. 

Schon mit der ersten Folge werden die Fehler der Geheimdienste deutlich. Obwohl die CIA in ihrer Terrorabwehr-Abteilung „Alec Station“ offiziell zwei FBI-Beamte in ihrer Abteilung zu sitzen haben, verheimlichen sie sämtliche wichtige Informationen vor ihnen. Beim FBI hingegen wird durch ihre Ermittlungen deutlich, dass die Bedrohung durch Islamisten immer stärker wird. John O´Neill, der Chef der FBI-Terrorismusabwehr stellt fest, dass sie von 10.000 FBI-Mitarbeitern nur acht arabisch-sprechende Beamte haben, die sich mit der islamischen Kultur auskennen. Eigentlich höchste Zeit, etwas zu ändern. Trotz aller Rivalitäten dieser beiden Geheimdienste sollten sie beginnen, ihre Informationen auszutauschen, abzugleichen, an einem Strang zu ziehen und die wachsende Gefahr durch islamistischen Terrorzellen gemeinsam zu bekämpfen. 

Hier haben wir aber mind. zwei Alpha-Tiere, den stoischen CIA-Professor (gespielt von Peter Sarsgaard), der ausschließlich seinen Plan durchsetzen will, am liebsten Bomben worauf-auch-immer schmeissen will, in der Hoffnung, Osama bin Laden (Geheimdienstsprache: UBL) zu töten. Auf der anderen Seite den erfahrenen FBI-Oberen (gespielt von Jeff Daniels), der die Zusammenhänge sieht und durchdacht handeln will. Er erkennt, vielleicht auch durch seinen muslimischen Protegé, dass es mit der Tötung von UBL längst nicht getan ist. „The Looming Tower“ zeigt den Kleinkrieg zwischen der CIA und dem FBI, der Agency und dem Bureau, „Alec Station“ und „I-49“.  

Die Welt der amerikanischen Geheimdienstler war seinerzeit scheinbar eine reine Männerdomäne, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle. In dem Verlauf der Ereignisse (die letztendlich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 führten) zeigt sich, dass man Männer in solchen verantwortlichen Posten nicht alleine lassen sollte. Hier – und das Ganze beruht auf Tatsachen – sind die verantwortlichen Männer so mit sich beschäftigt, tragen Machtkämpfe aus und verlieren darüber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. An einer Zusammenarbeit der CIA mit dem FBI war seinerzeit nicht zu denken. Unfassbar, vielleicht hätten wirklich, wenn die werten Gentlemen ihre Befindlichkeiten und Eitelkeiten hätten überwinden können, die weltverändernden Terroranschläge vom 11. September 2001 verhindert werden können. 

Zugegebenermassen werden hier auch zwei Frauen gezeigt, die aus einer Motivation heraus gehandelt haben, die nicht nachvollziehbar ist. Eine der beiden Frauen, war die CIA-Analystin Diane Marsh, die Professor Martin Schmidt unterstellt war und die andere Frau war George W. Bushs damalige Sicherheitsberaterin, Condoleeza Rice, die schlichtweg ignorant und unverantwortlich gehandelt hat. Letzteres wird zum einen zu Beginn des Jahres 2001 deutlich und zum anderen, spätestens mit der, im TV live übertragenen, Anhörung vor dem  9/11-Untersuchungsausschuss im Jahr 2004. 

Die Sympathieträger dieser Geschichte sind für mich der FBI-Agent John O´Neill und sein libanesisch-amerikanischer Agent Ali Soufan. 

Wenn man sieht, welche Themen heutzutage unsere Nachrichten bestimmen, war die Sicherheitslage der westliche Welt vor 9/11 noch weitestgehend in Ordnung. Ende der 1990er Jahre war schon fast eine unbeschwerte Zeit. Seinerzeit hat uns, beispielsweise, die Presse wochenlang mit US-Präsident Bill Clinton und seiner Affäre mit Monika Lewinsky unterhalten. Der islamistische Terror war für die normale Bevölkerung noch nicht sicht- und fühlbar. 

Meine Lieblingsszenen: viele, aber beispielsweise als Bill Camps Charakter, FBI-Veteran Robert Chesney einen der Terroristen verhört in Episode 3 („Mistakes Are Made“). Hier sieht man in einer einzigen Szene , was für ein faszinierender Schauspieler Bill Camp ist. Eine sehr starke Szene gibt es auch in der fünften Episode  („Y2K“): zur Jahrtausendwende am Times Square teilt John O´Neill, nachdem die Sylvester-Nacht zum Jahrtausendwechsel ruhig verlaufen ist, seinem Kollegen mit, dass er sicher ist, dass die Terroristen im Land sind, er weiß aber nicht, was sie genau vorhaben.

Meine Lieblingsfolge: Episode 9 („Tuesday“) Hier sieht man wie alles zusammenfällt. Wer alt genug ist, um den Tag des Terroranschlags bewusst erlebt zu haben, für den endet diese Folge mit einem Schlag in die Magengrube. Man sieht Originalfilmmaterial zum einen von der Flughafen-Überwachungskamera, die die Terroristen zeigt und zum anderen Original-Aufnahmen des Untersuchungsausschusses zu 9/11 aus dem Jahr 2004. Hier wird der damalige CIA-Direktor George Tenet befragt, warum er die Informationen, dass sich ein bekanntes al-Qaida-Mitglied seit März 2000 im Land befindet nicht an das FBI weitergeleitet hat und warum sich diese Person nicht auf der Watchlist befand, bzw. rund um die Uhr beobachtet wurde. Später sieht man die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice (die in der fiktiven Erzählung, zuvor die Sorgen der Geheimdienstler vor einem drohenden al-Qaida-Anschlag auf amerikanischen Boden nicht ernst genommen hat), wie sie im Jahr 2004 vor dem Untersuchungsausschuss befragt wird. Sie sagt aus, ihr wäre nicht klar gewesen, dass sie etwas gegen die al-Qaida-Zellen hätten tun sollen. Es wird darauf hingewiesen, dass sie ausdrücklich mit dem Datenträger v. 6.8.2001 gewarnt wurde, dass es sehr wahrscheinlich zu einem Anschlag in den U.S.A. kommt. Sie wird gefragt, ob sie sich an den Titel dieses Datenträgers erinnert. Sie antwortet daraufhin: Bin Laden Determined to Attack Inside the United States. Wow. Daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Jetzt rückblickend unfassbar, dass sie daraufhin nicht als Nationale Sicherheitsberaterin entlassen wurde. Sie wurde sogar ein Jahr später als Außenministerin der Vereinigten Staaten ernannt. Wie kommt es, dass diese Leute nie zur Verantwortung gezogen wurden?

Die finale Episode („9/11“) hat mich tief bewegt und in die Zeit dieser Terror-Anschläge, die die Welt veränderten, zurückversetzt. Diese Folge fängt die Stimmung zu dieser Zeit hervorragend ein. Vieles hat man gesehen, aber nicht, wie wohl die Geheimdienstler, die diese Anschläge wohl hätten verhindern können, mit der Situation umgegangen sind. Die tragischste aller Geheimdienst-Persönlichkeiten ist zweifelsohne John O´Neill. Zum Zeitpunkt der Terroranschläge arbeitete er – unfreiwillig – bereits nicht mehr für das FBI, sondern führte das Sicherheitspersonal in den Twin Towers. Eine brillante Szene gibt es auch noch gegen Ende der Episode als der muslimische FBI-Agent Ali Soufan den Terroristen aufzeigt, was tatsächlich im Koran steht.

Schon vor 9/11 verband mich eine innige Liebe mit der Stadt New York, ich reiste damals schon mehrmals im Jahr privat in die Stadt, Hatte – wie immer – frei im September und wollte tatsächlich auch in die Stadt fliegen. Wie die meisten, die alt genug waren, um diesen Tag schon bewusst zu erleben, werde ich nie vergessen, wie ich von dem Terroranschlag erfahren habe und nicht wahrhaben wollend, was passierte, daraufhin über Tage die Nachrichtenberichterstattung quasi rund um die Uhr verfolgte. Relativ kurz nach den Anschlägen bin ich erstmalig im Oktober 2001 wieder nach Manhattan geflogen. Den Geruch meiner Lieblingsstadt und die Stimmung in dieser Zeit werde ich nie vergessen. 

Wie alle exzellenten Serien bzw. Mehrteiler habe ich mir diese auch 2 x angeschaut. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

John O´Neill ist der Leiter des New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismusabwehr (I-49). John O´Neill lebt für seinen Job, er ist seit über 20 Jahren bei dem FBI. Er ist überzeugt, dass die USA, Ziel eines Anschlags von al-Qaida ist, wird aber von der CIA, insbesonders von Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard), was deren Informationen über die Islamisten angeht, kurz gehalten. John O´Neill gab es tatsächlich. Beruflich ist er und sein Mitarbeiter Ali Soufan für mich die Sympathieträger dieser wahren Geschichte. Privat sah es bei ihm wohl etwas chaotisch aus, in der Realität hatte er wohl tatsächlich vier (in der Serie sind es „nur“ 3 Frauen) gleichzeitig, die nichts voneinander wussten. Außerdem hatte er wohl auch einige Disziplinarverfahren am Hals. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man das wahre Leben nicht spoilern kann, hier eine kleine SPOILER-WARNUNG was seine Person angeht: Nach 25 Jahren beim FBI, im Jahr 2001, wurde er gezwungen, seinen Rücktritt einzureichen. Zweieinhalb Wochen vor dem 11.September 2001 hatte er seinen ersten Tag in seinem neuen Job als Leiter des Sicherheitspersonals der World Trade Center. Die unglaubliche Tragik seines Lebens besteht darin, dass er bei den 9/11-Anschlägen in einem der Türme verstarb. SPOILER-WARNUNG ZU ENDE Gespielt wird John O´Neill hier von dem amerikanischen TV-, Film- und Theaterschauspieler Jeff Daniels. Sein Spielfilmdebüt gab er in Milos Formans „Ragtime“. Er hat in unzähligen Kinofilmen („Terms of Endearment“, „Dumb and Dumber“„The Squid and the Whale“, Steve Jobs) mitgespielt. Für seine Rolle in der TV-Serie The Newsroom, hat er  er einen Emmy Award gewonnen. Für seine Performances in den Bühnenstücken „God of Carnage“ und „Blackbird“ wurde er jeweils für den Tony Award nominiert 

Professor Martin Schmidt ist der Leiter der CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Stattion“ in Washington. Diese Figur setzt sich wohl aus mehreren realen Charakteren zusammen. Seine Figur hat aber durchaus starke Ähnlichkeit mit dem damaligen CIA-Agenten und Leiter der Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ Michael Scheuer. Er machte seit 1996 Jagd auf Osama bin Laden. Gespielt wird Professor Schmidt von dem amerikanischen Charakterschauspieler Peter Sarsgaard. Sein Spielfilmdebüt gab er in „Dead Man Walking“. Seither hat er in unzähligen guten Filmen (u.a. „Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, Rendition, Blue Jasmine, Jackie) und in einigen TV-Serien („The Killing“, „Wormwood“) mitgespielt. Peter Sarsgaard ist exzellent in der Rolle des sehr smarten, aber überheblichen Professors Martin Schmidt. Im realen Leben ist er mit der Schauspielerin Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) verheiratet.

Ali Soufan ist ein libanesisch-amerikanischer FBI-Beamter. Er ist Muslim und in Beirut geboren und aufgewachsen. Ali ist im Jahr 1998 nur einer der 8 von 10.000 Mitarbeitern beim FBI, der Arabisch spricht und sich auch mit der islamischen Kultur auskennt. John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels) ist sein Mentor, er arbeitet in seiner Gruppe „I-49“. Ali Soufan ist – wie John O´Neill – eine reale Persönlichkeit, er stand übrigens den Serienschöpfern von „The Looming Tower“ als Berater bei. Wie bereits oben erwähnt sind für mich Ali Soufan und sein Chef John O´Neill die Sympathieträger der Geschichte. Gespielt wird Ali Soufan von dem französischen Schauspieler Tahar Rahim gespielt. Er hat einige Auszeichnungen für seine Performance in Jacques Audiards „A Prophet“ gewonnen und war in einigen internationalen Produktionen, u.a. in Asghar Farhadis „The Past“ und Fatih Akins „The Cut“ mitgespielt. Ich denke, dass „The Looming Tower“ in den U.S.A. sein Durchbruch ist und man ihn bald in mehr amerikanischen Filmen sehen wird.

Diane Marsh ist eine CIA-Analystin und Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard) unterstellt. Sie glaubt daran, dass ausschließlich die CIA das Potenzial hat, den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen und hält Informationen vor dem FBI zurück. Ihr Charakter ist aus mindestens drei realen Persönlichkeiten entwickelt worden. Für mich ist Diane Marsh neben den ganzen Terroristen die unangenehmste Figur dieser Mini-Serie. Gespielt wird Diane Marsh von der amerikanischen Schauspielerin Wrenn Schmidt. Sie hatte bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „The Americans“, „Tyrant“) eine größere Rolle. 

Robert „Bob“ Chesney (Bill Camp) ist ein FBI Veteran. Er arbeitet für John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Mir ist dieser hervorragende Schauspieler erstmalig im Jahr 2016, in der TV-Serie The Night Of aufgefallen. Im realen Leben ist er mit der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel (TV-Serie Homeland, Staffel 6 und 7) verheiratet. 

Richard Clarke ist der Bundeskoordinator für Nationale Sicherheit in den USA. Er hat US-Präsidenten Bill Clinton direkt beraten. Auch Richard Clarke ist eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird er von dem genialen amerikanischen Schauspieler Michael Stuhlbarg. Mir ist er erstmals in A Serious Man der Coen Bros. aufgefallen. Was hat er nicht seither alles gespielt. Aus der Filmwelt ist er nicht mehr wegzudenken. Unvergessen in Steve Jobs und Miss Sloane. Allein dieses Jahr, im Jahr 2018, spielte er mit Call Me by Your NameThe Post und The Shape of Water in drei Oscar-nominierten bzw. -prämierten Filmen. Auch in den TV-Serien „Boardwalk Empire“ und der dritten Staffel von „Fargo“ hatte er eine Hauptrolle. 

George Tenet ist der Direktor der CIA. Er ist bekanntermassen auch eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird George Tenet von dem amerikanischen Schauspieler Alec Baldwin. Der Charakterschauspieler hat in einigen exzellenten Filmen („Glengarry Glen Ross“, „State and Main“, „The Cooler“, Blue Jasmine) und guten TV-Serien („Will & Grace“, „30 Rock“) mitgespielt. Den meisten ist er bekannt durch seine Parodie von Donald Trump bei SNL. Für diese Performance hat er auch einen Emmy Award gewonnen. Zwei weitere Emmys hat er für seine Rolle in „30 Rock“ gewonnen. Für 15 weitere Emmy Awards war er nominiert. Außerdem hat er eine Oscar-Nominierung für seine Performance in „The Cooler“ und eine Tony-Nominierung für seine Rolle in dem Bühnenstück „A Streetcar Named Desire“ erhalten. Alec Baldwin ist er der älteste der Baldwin Brüder, Daniel, William und Stephen sind ebenfalls alle Schauspieler. 

 

„The Looming Tower“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Outstanding Limited Series, Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Jeff Daniels, Taha Rahim), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Bill Camp) Update: „The Looping Tower“ ist im Jahr 2018 für vier Emmys (Outstandig Lead Actor, Jeff Daniels, Outstanding Supporting Actor, Michael Stuhlbarg, Outstanding Directing für die Episode „9/11“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. 

„The Looming Tower“ feierte seine Weltpremiere am 15.02.18 in New York. Die internationale Premiere zweier Episoden erfolgt kurz daraufhin auf der Berlinale 2018. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig, mit einer Episode pro Woche, v. 28.02.18 – 18.08.18 auf dem amerikanischen Streaming-Sender Hulu ausgestrahlt. In Deutschland ist die Serie ist seit dem 4.5.18 in einer wohl verbesserten Synchro-Version auf Amazon Prime zu streamen. Die Originalfassung ist aber definitiv zu empfehlen. „The Looming Tower“ erscheint ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD. Ich war im April 2018 zu einer HULU-Veranstaltung (incl. FYC-Screening mit anschließendem Q & A mit Dan Futterman, u.a. und einer Party) für SAG-AFTRA-Mitglieder in New York eingeladen, woraufhin für mich feststand, diese Serie unbedingt sehen zu müssen. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Q & A nach dem FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Hong Kong – Film: „Hotel Artemis“

Ich war am 21.06.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hotel Artemis“ (dt. Kinostart: 26.07.18)  94 min   crime, drama, thriller, sci-fi

dir. Drew Pearce  cast: Jodie Foster, Sterling K. Brown, Sofia Boutella, Jeff Goldblum, Jenny Slate, Zachary Quinto, Charlie Day, Dave Bautista, Brian Tyree Henry

 

21.Juni 2028 in Los Angeles. Seit Tagen kommt es auf den Straßen von L.A. zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Krankenschwester (Jodie Foster) führt mit ihrem Rausschmeisser und Assistenten Everest (Dave Bautista) das Hotel Artemis, ein Krankenhaus exklusiv für kriminelle Clubmitglieder. Am Abend checken die Bankräuber Sherman (Sterling K. Brown) und sein schwerverletzten Bruder Lev (Brian Tyree Henry) ein. Die Patienten des Hotel Artemis müssen sich klar an Regeln halten, aber irgendwann überschlagen sich die Ereignisse…

 

B- (Wertung von A bis F) „Hotel Artemis“ ist das Regiedebüt des britischen Sängers, Drehbuchautors („Iron Man 3“, „Mission: Impossible – Rogue Nation“) und Produzenten Drew Pearce. 

Bei diesem Film mochte ich die Prämisse mehr als die Umsetzung. Die Idee eines geheimen Members-only-Krankenhauses für Gesetzesbrecher erinnert in etwas abgewandelter Form an das Hotel Continental aus John Wick 1 + 2.  Da begeisterte mich bereits schon die Vorstellung eines geheimen Unterwelt-Etablissements. Die gewählte Location hier hat ein originelles Retro-Interieur und ist mit sämtlichen medizinischen High Tech ausgestattet. Die Patienten tragen im Hospital den Namen, der jeweiligen Suite, in der sie untergebracht sind und werden von einer schrulligen Krankenschwester medizinisch versorgt. Der Aufenthalt für Mitglieder ist unbegrenzt, so lange sie sich an die Regeln (beispielsweise macht man keine Geschäfte mit Mitpatienten, man tötet auch niemanden auf dem Terrain) halten. Gerne wäre ich in die Welt des Hotel Artemis noch tiefer eingetaucht. Leider mangelt es dem Film aber an einer durchdachten Story. Das ist insbesondere deshalb schade, da hier sehr talentierter Schauspieler (Jodie Foster, Sterling K. Brown, Zachary Quinto, Jeff Goldblum u.a.) am Start sind. 

Jodie Foster habe ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr in einem Film gesehen. Sie hat tatsächlich auch das letzte Mal vor fünf Jahren für den Film Elysium vor der Kamera gestanden. Die zweimalige Oscar-Gewinnern sehe ich grundsätzlich gerne, hier hat sie mich jedoch irritiert. In „Hotel Artemis“ sieht sie aus wie Jodie Foster auf „alt“ geschminkt. Gut, sie ist, man mag es kaum glauben, mittlerweile schon 55 Jahre alt, aber sie sieht hier aus als wäre sie 60 oder älter. 

„Hotel Artemis“ ist am 8.6.18 landesweit in 2.407 amerikanischen Kinos gestartet. In Hongkong ist der Film am 21.06.18 in den Kinos gestartet. Ab dem 26.07.18 wird der Film in Deutschland in den Kinos zu sehen sein. Ich habe den Film in Hongkong gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer, gezeigt in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln) 

Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Truth or Dare„

Bewertung des Trailers: A- (anderer Trailer, gezeigt in Originalfassung mit chinesischen Untertiteln)

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

chinesisches Filmplakat von „Hotel Artemis“

Berlin – Film: „Hereditary“

Ich war am 14.06.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hereditary“ (dt. Filmtitel: „Hereditary – Das Vermächtnis“ (dt. Kinostart war der 14.06.18) 127 min   drama, horror

dir. Ari Aster  cast: Toni Collette, Alex Wolff, Milly Shapiro, Ann Dowd, Gabriel Byrne

 

Die Familie Graham mit Mutter Annie (Toni Collette), Vater Steve (Gabriel Byrne) und den beiden Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) lebt in einem Haus am Waldrand. Annie ist Künstlerin, sie arbeitet Zuhause und baut Puppenhäuser. Kürzlich ist Annies Mutter verstorben, einzig Enkelin Charlie scheint um ihre Oma zu trauern. Annie versucht ihre Gefühle zu sortieren und landet irgendwann in einer Selbsthilfegruppe. Dort trifft sie auf Joan (Ann Dowd)…

 

B (Wertung von A bis F) „Hereditary“ ist das Langfilmdebüt des 31-jährigen amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Ari Aster. 

Ich mag Ari Asters Inszenierung mehr als den Film im Ganzen. Heutzutage, in Zeiten, in denen vorwiegend Superhelden-Filme, Action-Spektakel, Remakes, Reboots, Sequels, etc. Geld an der Kinokasse einspielen, ist es nicht mehr selbstverständlich einen Autorenfilm wie „Hereditary“ überhaupt im Kino zu sehen. Genau dort sollte dieser Film aber auch konsumiert werden und auch nicht anders als er gedreht wurde, in der Originalfassung. Ersteres überwiegend, um die gesamte künstlerische Gestaltung ohne Ablenkung auf der großen Leinwand zu erfassen, letzteres ist erforderlich, um die Performances in allen Nuancen aufnehmen zu können. 

Seit der Film im Januar auf dem Sundance Film Festival lief, höre und lese ich, wie supergruselig dieser Film sein soll. „Hereditary“ ist kein konventioneller Horrorfilm, ich sehe den Film sogar eher als Psycho- und Familiendrama und hätte dem Film wahrscheinlich die Bestbewertung gegeben, wenn man die Geschichte am Ende auch irgendwie so hätte deuten können. Kann man aber nicht und das Ende fand ich leider sehr unbefriedigend. Auch wenn der Film ein paar Gänsehaut-Momente bietet, am gruseligsten fand ich – ehrlich gesagt – die 13-jährige Tochter, Charlie. Sie ist aber auch mit einem Gesicht gesegnet, dass ich mir abseits von Horrorfilmen kaum vorstellen kann und will. Um so überraschter war ich, als ich las, dass die Kinderschauspielerin (und -sängerin) Milly Shapiro am Broadway die Titelrolle in dem Musical „Matilda“ spielte und dafür sogar mit einem speziellen Tony-Award ausgezeichnet wurde. 

Es gibt einige Gründe, warum „Hereditary“ unbedingt sehenswert ist. Wie der Filmemacher hier die Location, die Miniaturen, Dunkelheit, Farben, Geräusche, die Filmmusik und die Hintergründe einer Szene in die Geschichte einbindet, ist besonders. Bestimmte Bilder aus dem Film werde ich wahrscheinlich nie vergessen und sollte irgendjemand ein spezielles Geräusch von sich geben, werde ich wahrscheinlich auch erst mal zusammenzucken. Das ist schon weit mehr als man von den meisten Filmen mitnimmt.  Die für mich größte Überraschung des Films wird bereits zum Ende des ersten Aktes präsentiert, wie Ari Aster dann weiter mit dieser Situation umgeht, hat mich verblüfft. Der Filmemacher hat zweifelsfrei smarte Ideen, er weiß, eine angespannte und beklemmende Atmosphäre und Stimmung zu schaffen, all das lässt mich seinen nächsten Film sehnlichst erwarten. 

„Hereditary“ passt wunderbar in das Repertoire des amerikanischen Filmverleihers A24 und ist ähnlich „anders“ und mitunter verstörend, wie Under the Skin, The Witch, The Lobster, The Killing of a Sacred Deer.

Dieser A24-Film hat in den U.S.A. ein CinemaScore D+ bekommen. Zur Erinnerung, das ist eine Bewertung, die von dem amerikanischen Otto-Normal-Kinobesucher am Eröffnungstag direkt nach dem Verlassen des Kinosaals vergeben wird. Die meisten Filme bekommen ein A- bis B-, wenn ein Film derart aus der Reihe schlägt, siehe hierzu auch mein Beitrag zu mother! bedeutet das für den Filmliebhaber: unbedingt gucken!

„Hereditary“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Toni Collette), Bester Nebendarsteller (Alex Wolff) Bestes Originaldrehbuch 

„Hereditary“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 08.06.18 in 2.964 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film am letzten Donnerstag (15.06.18) ins Kino gekommen. 

Der klasse Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer gezeigt) 

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson. Ich habe Saoirse Ronan bislang noch nie in der Synchronisation gesehen. Allein an diesem deutschen Trailer konnte ich aber erkennen, dass die (schreckliche) Stimme überhaupt nicht zu der Schauspielerin passt.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Foxtrot„

Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer gezeigt)

Kommentar: israelisches Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Candelaria – Ein kubanischer Sommer„

Bewertung des Trailers: C- (dt. Trailer gezeigt) 

Kommentar: kubanische Tragikomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, in der OV gezeigt) 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „Colony, Staffel 1 und 2“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender USA Network-Serien angeschaut:

 

„Colony, Staffel 1 und 2“ (derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen)  1 – 10 x approx. 42 min, 2 – 13 x approx 42 min.  sci-fi, drama 

dir.  Juan José Campanella, Nelson McCormick, Scott Peters, Roxann Dawson, Tim Southam, Thomas Carter, Jeremy Webb, Olatunde Osunsanmi, Charlotte Brandstrom, Peter Leto cast: Josh Holloway, Sarah Wayne Callies, Peter Jacobson, Amanda Righetti, Tory Kittles, Alex Neustaedter, Paul Guifoyle, Kathy Baker, Erin Way, Isabella Crovetti-Camp, Jacob Buster 

 

In der näheren Zukunft. Nach der Invasion einer Gruppierung außerirdischen Ursprungs (als Hosts oder RAPs bezeichnet), steht die Stadt unter dem Regime einer militärischen Besatzung. Los Angeles und andere Großstädte wurden in isolierte Blöcke verwandelt. Die Millionenmetropole  ist umzäunt von einer riesigen, unüberwindbaren Mauer. Die koloniale Übergangsregierung in L.A. wird von dem menschlichen Stellvertreter Gouverneur Alan Snyder (Peter Jacobson) geführt. Los Angeles County ist unterteilt in die Colony, in der die normale, unterdrückte Bevölkerung lebt und die Green Zone, in der die Besatzer wohnen. Drohnen sind ständig im Einsatz und die Militärpolizei, genannt Redhats, setzt mit Gewalt Kontrollen und nächtliche Ausgangssperren durch. Sollten sich die Menschen widersetzen, kommen sie in die Factory, eine Art Arbeitslager.  Bei der Invasion wurde der 12-jährige Charlie (Jacob Buster) von seinen Eltern Will (Josh Holloway) und Katie (Sarah Wayne Callies) und seinen beiden Geschwister, dem 15-jährigen Bram (Alex Neustaedter) und Gracie (Isabella Crovetti-Cramp) getrennt. Der ehemalige FBI-Agent Will wird von Proxy Snyder angeworben. Er soll seine Fähigkeiten in den Dienst der Besatzer stellen, Widerstandskämpfer jagen und im Austausch dafür wird ihm und seiner Familie ein besseres Leben versprochen. Außerdem wird ihm in Aussicht gestellt, dass er seinen vermissten Sohn bald zurückbekommt. Will beginnt für die Besatzer zu arbeiten, weiß jedoch nicht, dass seine Frau Katie längst dem Widerstand angehört…

 

1. Staffel 

C+ (Bewertung von A bis F) 

2. Staffel 

C (Bewertung von A bis F) Die Serienschöpfer von „Colony“ sind Drehbuchautor Ryan J. Condal und Carlton Cuse, der bereits der kreative Kopf hinter den TV-Serie Bates Motel und der TV-Serie „The Strain“ war und sich als Produzent der Erfolgsserie „Lost“ hervorgetan hat. Bei neun Episoden in den ersten beiden Staffeln hat der argentinische Filmemacher und Oscar-Gewinner Juan José Campanella („The Secret in Their Eyes“) Regie geführt. 

Es liegt schon eine Weile zurück, dass ich die ersten beiden Staffeln dieser Serie gesehen habe. Ich erinnere mich an „Colony“ als eine Art The Handmaid´s Tale für die anspruchslose Masse. Durchaus unterhaltsam, aber nebenbei kann man getrost seine Hausarbeit (Wäsche sortieren, bügeln, Blumen gießen, saugen, etc…) erledigen.  

Die erste Staffel beginnt kurz vor dem ersten Jahrestag der Alien-Invasion. Man weiß weder, wer sich genau hinter dieser außerirdischen Macht verbirgt, noch was deren Plan ist. Auch erfährt man nicht, wie es zu dieser plötzlichen Übernahme kam. „Colony“ ist eine dystopische Sci-Fi-Serie, aber zunächst einmal nicht wirklich eine Alien-Serie, zumindest sieht man die Außerirdischen bis zur 9. Episode („Zero Day“) nicht. Bei Sci-Fi-Filmen und -Serien ist es mir immer wichtig, die vorgegebene Weltordnung zu verstehen. Die Serienschöpfer und Autoren geben hier eine grobe Orientierung vor, beim näheren Hingucken fällt die aber gnadenlos durch die Plausibilitätkontrolle. 

Ich hätte erst einmal gerne gewusst, 

  • wie sich die Welt in so kurzer Zeit extrem verändern konnte, vor allen Dingen ohne nennenswerten Widerstand
  • wie (und in welchem Zeitrahmen) haben die Besatzer diese überdimensionale Mauer, die die amerikanischen Großstädte umgeben, gebaut, die ganzen anderen Grenz- und technischen Vorrichtungen installiert und ausreichend Militärpolizei (Redhats) rekrutiert 
  • warum dieser Kontrollstaat nicht viel mehr Wanzen und Kameras in den Häusern der verdächtigen, „normalen“ Bürger anbringt 
  • wie funktioniert der Alltag der unterdrückten Bevölkerung, welcher Arbeit gehen sie nach, wie kommen sie an die Grundversorgung (Strom, Wasser, Lebensmittel). Man sieht, dass die Bürger Luxuslebensmittel (dazu gehört auch Cola und Wein) mit anderen tauschen und manche auch etwas in ihrem Garten anbauen, aber wie kommen sie zu den Grundnahrungsmitteln
  • warum werden gesuchte Personen nicht noch schneller gefunden, schließlich schwirren die Drohnen mit Gesichtserkennung überall herum
  • was sich die Make-Up-Artisten/Hairstylisten bei der Perücke von Charlie gedacht haben 

Wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich in einem Land leben müsste, dass von Aliens oder von fundamentalistischen Gläubigen (wie bei „The Handmaid´s Tale“) besetzt ist, würde ich mich sicherlich für die Aliens entscheiden. So ganz ohne Glauben läuft ein Machtwechsel bzw. eine Übernahme aber auch in „Colony“ nicht. Hier wird den Menschen  eingetrichtert, dass sie auf den Greatest Day warten sollen und da gibt es scheinbar genug Leute, die daran glauben wollen. 

Mein Fazit: „Colony“ kann man gucken, das Bügeln geht leichter von der Hand. Ich mochte, dass die Besetzung sehr vielfältig ist, und das auf unaufdringliche Weise. Was mir aber besonders gefallen hat: Im Anschluss an die beiden Staffeln habe ich eine wirklich exzellente Serie geschaut und  durch „Colony“ wusste ich das noch wesentlich mehr zu schätzen.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Will Bowman ist Ex-U.S. Army Ranger und Ex-FBI-Agent. Er ist mit Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) verheiratet, sie haben drei Kinder, Bram, Gracie und Charlie. Letztgenannter wurde bei der Invasion von seinen Eltern und Geschwister getrennt. Will versucht ihn mit aller Gewalt zu finden, dafür beginnt er sogar für die Besatzer zu arbeiten und die Mitglieder des Widerstands zu jagen. Will weiß zu Beginn jedoch nicht, dass seine Frau dem Widerstand angehört. Gespielt wird Will Bowman von dem amerikanischen Model, Schauspieler und Produzenten Josh Holloway. Er hat in einigen TV-Projekten („Angel“, NCIS, Community“) und auch in einigen Kinofilmen („Mission Impossible – Ghost Protocol“) mitgewirkt. Berühmt wurde er jedoch als Sawyer in der TV-Serie Lost. In meinen Augen läuft Josh Holloway nicht in Gefahr, jemals für einen Oscar nominiert zu werden, aber er gibt eine durchaus passable Performance. Außerdem sieht er, wenn er nicht gerade einen Anzug trägt, immer etwas schmuddelig und dabei unverschämt sexy und cool aus. 

Katie ist die Besitzerin der Bar „The Yonk“. Sie ist mit Will (gespielt von Josh Holloway) verheiratet, sie haben drei gemeinsame Kinder. Katie gehört dem Widerstand an, wovon ihr Ehemann zu Beginn nichts weiß. Katie Bowman wird von der amerikanischen Schauspielerin Sarah Wayne Callies gespielt. Sie ist vorwiegend bekannt durch ihre Hauptrollen in den TV-Serien „Prison Break“, The Walking Dead“). 

Maddie Kenner ist die jüngere Schwester von Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) und damit Schwägerin von Will (gespielt von Josh Holloway). Sie hat einen kleinen Sohn (Hudson), der krank ist. Ihr Ehemann ist seit der Invasion verschwunden/ verstorben. Gespielt wird Maddie von der amerikanischen Schauspielerin Amanda Righetti. Vielen wird sie vielleicht durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „The Mentalist“ bekannt sein. Sie hat in einigen TV-Serien („The O.C.“, „North Shore“) mitgespielt und war auch in Captain America: The First Avenger zu sehen. 

Bram ist der älteste Sohn von Will und Katie (gespielt von Josh Holloway und Sarah Wayne Callies). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Alexander Neustaedter. Er hat zwar bereits in ein paar kleineren Projekten mitgewirkt, aber in „Colony“ spielt er eine Hauptrolle, dies dürfte sein Durchbruch sein. 

Lindsey ist die Hauslehrerin von Will und Katies kleiner Tochter Gracie (gespielt von Isabella Crovetti-Cramp). Lindsey wird von der amerikanischen Schauspielerin Erin Way gespielt. Sie ist für mich die gruseligste Figur der Serie. Erin Way hat bereits in anderen TV-Serien (u.a. „The Mentalist“, „Supernatural“ und „The Handmaid´s Tale“) mitgespielt.

Proxy Alan Snyder ist der Gouverneur des Los Angeles Blocs. Gespielt wird Proxy Snyder von dem amerikanischen Schauspieler Peter Jacobson. Bekannt geworden ist er durch seine Rolle als Dr. Chris Taub in der TV-Serie „House“. Auch in den TV-Serien „Ray Donovan“ und „The Americans“ hatte er eine größere Rolle.  

Eric Broussard gehört der Widerstandsgruppe an. Er war früher bei der CIA. Gespielt wird Broussard von dem afroamerikanischen Schauspieler Tory Kittles. Er hatte in Sons of Anarchy,eine größere Rolle und hat auch in der ersten Staffel von True Detective mitgespielt. Man konnte ihn auch in einigen Kinofilmen („Stop-Loss“, The Sapphires, Olympus Has Fallen) sehen. 

 

Die erste Staffel von „Colony“ wurde vom 14.1.16 bis zum 17.3.16 und die zweite Staffel vom 12.1.17 – 6.4.17 erstmalig auf dem amerikanischen Kabelsender USA Network ausgestrahlt. Die dritte Staffel läuft seit dem 2.5.18 (und noch bis zum 27.06.18). Die erste und zweite Staffel ist derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen. 

 

Trailer zur 1. Staffel:

Trailer zur 2. Staffel:

 

 

Hong Kong – Film: „The Wall“

Ich war am 05.06.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Wall“ (in Deutschland über Amazon Prime zu beziehen)  90 min  action, drama

dir. Doug Liman  cast: Aaron Taylor-Johnson, John Cena  voice: Laith Nakli

 

Ende 2007 im Irak. Offiziell hat US-Präsident George W. Bush die U.S.A. als Sieger des Krieges gegen den Irak erklärt. Große Teile der US-Kampftruppen wurden abgezogen. Seit mehr als 18 Stunden liegen die beiden amerikanischen Scharfschützen Sergeant Matthews (John Cena) und Sergeant Isaac (Aaron Taylor-Johnson) bereits in der Hitze auf einer Anhöhe und beobachten ein Schlachtfeld. Einige Leichen können sie ausmachen, aber ansonsten scheint der Ort verlassen. Irgendwann reicht es Sgt. Matthews und er begibt sie nach unten. Wenn das nicht ein Fehler ist…

 

B (Wertung von A bis F) „The Wall“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Doug Liman („Go“, „The Bourne Identity“, „Edge of Tomorrow“).

Doug Limans „Swingers“ (mit den noch sehr jungen Jon Favreau und Vince Vaughn) zählt zu meinen Lieblingsfilmen, ein Grund für mich, sein neues Actiondrama für einen Kinobesuch auszuwählen. 

„The Wall“ ist konsequentes Katz-und-Maus-Kriegsdrama in der irakischen Ödnis. Zwei amerikanische Soldaten, die sich in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht haben. Doug Liman beweist, dass man die Brutalität des Krieges auch eindrucksvoll und spannend als Zwei-Personen-Stück inszenieren kann. 

Der Protagonisten Matthews und Isaac sind unbekannten Scharfschützen ausgesetzt. Schüsse fallen, verletzen, aber wo genau sich der oder die Sniper befinden, der Zuschauer rätselt genauso wie der oder die Charaktere. „The Wall“ (der Filmtitel bezieht sich auf die provisorische Mauer, hinter der Isaac Schutz sucht) ist ein intensives Survival-Drama. Aaron Taylor-Johnson (Nocturnal Animals) macht seine Sache gut, er trägt den Film quasi allein. 

Das Ende empfand ich als rund und dafür gab es in meiner Bewertung noch einen Zusatzpunkt. 

„The Wall“ ist am 12.05.17 in 540 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist am 31.05.18 in Hongkong ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. In Deutschland der Film über Amazon Prime zu sehen. 

Bevor ich mir den Film angeschaut habe, habe ich keinen Trailer gesehen. Ich würde nicht unbedingt empfehlen, mehr als 60 Sekunden des nachfolgenden Trailers zu sehen (Er verrät eine wesentliche Wendung).

Spoiler-Trailer zu sehen:

 

vorgechaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Death Wish„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis, der wie eine Karikatur seiner selbst wirkt

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Teaser v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„

Bewertung des Trailers: ? (mmmh, Teaser bestand nur aus Dino-Gebrülle und einer schwarzen Leinwand) 

Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World. Ungewöhnlicher Kinostart, in Europa (inkl. Deutschland) startete der Film am 06./07. oder 08.06.18, in Hongkong am 7.6.18 und in den USA erst am 22.6.18 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

TV – Serie: „Homeland, Staffel 7“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender SHOWTIME-Serie angeschaut:

 

„Homeland, Staffel 7“ (in D. seit dem 1.6.18 auf Amazon Prime zu sehen oder über iTunes zu kaufen) 12 x approx. 50 min   drama, thriller, adaptation

dir. Lesli Linka Glatter, Michael Klick, Alex Graves, Charlotte Sieling, Michael Offer, Tucker Gates, Nelson McCormick, Dan Attias   cast: Claire Danes, Mandy Patinkin, Elizabeth Marvel, Maury Sterlin, Jake Weber, Linus Roache, Morgan Spector, Dylan Baker, Amy Hargreaves, Sandrine Holt, James D´Arcy, Beau Bridges, F. Murray Abraham 

 

Seit die neue US-Präsidentin Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) im Amt ist, arbeitet die ehemalige CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) nicht mehr als Beraterin für das Weiße Haus. Sie lebt jetzt wieder zusammen mit ihrer Tochter Franny (Claire und McKenna Keane) bei ihrer Schwester (Amy Hargreaves). Derweil vergrößert sich der Widerstand gegen die neue US-Präsidentin. Seit dem Mordanschlag auf sie, witterte die Präsidentin eine Verschwörung und trat eine systematische Verhaftungswelle von Staatsdienern los. Unter den 200 Gefangenen befinden sich  auch Geheimdienstler und Carries Mentor und Freund Saul Berenson (Mandy Patinkin). Carrie versucht ihren FBI-Kollegen Dante (Morgan Spector) dazu zu bewegen, sich mit Senator Pailey (Dylan Baker) zu treffen. Dante hat wichtige Informationen und Beweise, die Senator Pailey von Nutzen sein könnten, er leitet einen  Untersuchungsausschuss gegen die US-Präsidentin. In der Zwischenzeit bietet der Stabschef von Präsidentin Keane, David Wellington (Linus Roache), Saul Berenson einen Job als Nationaler Sicherheitsberater an. Saul stellt aber Bedingungen….

 

B- (Wertung von A bis F) Die Serie „Homeland“ basiert vage auf der israelischen Serie: „Hatufim“.

Während die vierte Staffel in Afghanistan und Pakistan, die fünfte Staffel in Berlin, die sechste in New York spielte, spielt die siebente – mit Ausnahme der letzten beiden Episoden – jetzt wieder überwiegend in Washington, D.C. und hauptsächlich in den ersten 100 Tagen der Präsidentschaft von Madam President Elizabeth Keane. Im Staffelfinale („Paean to the People“) gibt es dann gegen Ende nochmal einen Zeitsprung von sieben Monaten. 

Auch wenn es derzeit noch nicht offiziell von Showtime bestätigt wurde, gibt es voraussichtlich nur noch eine Staffel von „Homeland“. Die achte Staffel soll die finale sein. Zeit, die vergangenen Staffeln Revue passieren zu lassen. 

Über die Jahre hat diese Serie 26-Emmy-Nominierungen und acht Emmys gewonnen. Claire Danes hat für ihr Porträt der Carrie Mathison zwei Emmy Awards gewonnen. 

Hier meine Bewertungen der vergangenen 72 Episoden, bzw. letzten sechs Staffeln mit dem entsprechenden Link zu meinem Beitrag:

  1. Staffel : A-
  2. Staffel  A-
  3. Staffel B-
  4. Staffel B+
  5. Staffel B-
  6. Staffel C

Daran sieht man, dass mir die ersten beiden eindeutig am Besten gefallen haben, dicht gefolgt von der vierten. 

Ich hatte es in meinem Beitrag zur sechsten Staffel bereits vermutet, die siebente Staffel ist tatsächlich wesentlich politischer, ohne dabei aber zu vergessen, dass es sich nunmal um eine Spionagethriller-Serie handelt. 

Worum geht es in der siebenten Staffel?

Ein paranoider US-Präsident, der sich nicht an demokratischen Grundregeln hält, eigene Geheimdienstler als Gefahr sieht, Wahl- und Nachrichtenmanipulationen, Fake News, Russland, Twitter, ein tief gespaltenes Land, eine innerpolitische Krise, die Amtsenthebung eines amerikanischen Präsidenten – daran sieht man wie sehr die Serienschöpfer von „Homeland“ von der Realität beeinflusst sind. Leider ist das (politische) Staffelende, das ich hier nicht spoilern werde, aber undenkbar bei dem US-Präsidenten Donald Trump. Auch ist der Fall hier etwas anders gelagert. Bei dem US-Präsidenten handelt es sich um eine Frau, sie ist politisch erfahren und intelligent – um nur drei wesentliche Unterschiede aufzuzeigen. 

Der Vorspann zur 7. Homeland-Staffel deutet bereits an, dass der Gesundheitszustand der Protagonistin Carrie Mathison eine große Rolle spielt. 

Carrie Mathison ist eine exzellente Terror-Analystin, mittlerweile ist sie Ex-CIA-Agentin und Ex-Beraterin des Weißen Hauses. Mit all ihren Macken, ihrer psychischen (biopolaren) Krankheit ist sie mir sehr ans Herz gewachsen, sonst würde ich nicht – seit umgerechnet sieben Jahren – bei ihr bleiben. Ich möchte, dass es ihr gutgeht und muss jetzt in der siebenten Staffel mit ihr leiden. Sie ist arbeitslos, verschuldet, ihre psychische Krankheit wird immer schlimmer, die Tabletten helfen ihr mittlerweile nicht mehr. Sie schafft es immer weniger, sich um ihre Tochter zu kümmern, ist dafür aber von der Idee besessen, ihr Land, bzw. die Demokratie zu beschützen. Da sie nicht mehr länger eine offizielle Befugnis hat, befindet sie sich mit ihren Agenten-Methoden immer mit einem Bein im Gefängnis oder wenigstens am Rand der Illegalität. 

Mir haben die ersten vier Episoden der siebenten Staffel nicht sonderlich gefallen. Auch wenn es immer wieder gute Szenen gibt, hat mich diese Staffel erst gegen Ender der vierten Episode („Like Bad at Things“) gepackt. 

Meine Lieblingsszenen:

In Episode 6 („Species Jump“): Das erste Treffen zwischen Carrie und Saul. 

Außerdem die Schlussszene des Staffelfinales („Paean to the People“)

 

 

Die beiden Protagonisten Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes) und Saul Berenson (gespielt von Mandy Patinkin) – aber auch Elizabeth Keane – habe ich bereits in meinen Beiträgen zu den vorherigen Staffeln vorgestellt. Für die siebente Staffel sind folgende Charaktere wichtig:

 

Elizabeth Keane ist mittlerweile die amtierende US-Präsidentin. Gespielt wird Madam President von der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel. Sie hat in einigen TV-Serien („Law & Order: Special Victims Unit“, „House of Cards“) und in ein paar Kinofilmen (A Most Violent Year, The Meyerowitz Stories (New and Selected)) mitgespielt. Im wahren Leben ist sie mit dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp (Love & Mercy, The Killing of a Sacred Deer, „Hostiles“, Molly´s Game und den TV-Serien The Night Of  und „The Looming Tower“) verheiratet. 

David Wellington ist der Stabschef der US-Präsidentin Keane (gespielt von Elizabeth Marvel). Gespielt wird Wellington von dem englischen Schauspieler Linus Roache. Er hat eine größere Rolle in einigen TV-Serien („Kidnapped“, „Law & Order“, „Vikings“) und hat auch in einigen Kinofilmen, u.a. „Batman Begins“, Non-Stop mitgespielt. 

Senator Sam Paley, er leitet die Untersuchungsausschuss gegen die US-Präsidentin (gespielt von Elizabeth Keane). Gespielt wird Paley von dem amerikanischen Schauspieler Dylan Baker. Mir ist er das erste Mal in Todd Solondz´“Happiness“ aufgefallen. Der Charakterschauspieler war in unzähligen Filmen seither zu sehen, u.a. „Revolutionary Road“, Selma, Miss Sloane. Für seine Performance in der TV-Serie „The Good Wife“ wurde er für drei Emmy Awards nominiert 

Dante Allen ist ein FBI-Agent und Freund von Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes). Gespielt wird Dante von dem amerikanischen Schauspieler Morgan Spector. Er hat in einigen TV-Serien („Person of Interest“, „Boardwalk Empire“) aber auch in einigen Kinofilmen (The Drop, Chuck, Split) mitgespielt. Im wahren Leben ist er mit der britisch-amerikanischen Schauspielerin Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona, The Gift, The Dinner) verheiratet. 

Vize-Präsident Ralph Warner – Er wird von dem amerikanischen Schauspieler Beau Bridges gespielt. Beau Bridges hat 14 Emmy-Nominierungen und drei Emmys für seine Performance in den TV-Filmen „Without Warning: The James Brady Story“, „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“ und „The Second Civil War“ gewonnen. Für das Hörbuch „An Inconvenient Truth“ hat er außerdem einen Grammy gewonnen. Selbstverständlich ist er der Sohn des Schauspielers Lloyd Bridges und der Bruder von Oscar-Gewinner Jeff Bridges. Für mich unvergessen beide Brüder neben Michelle Pfeiffer in dem Film „The Fabulous Baker Boys“. 

Yevgeny Gromov ist ein russischer Spion. Gespielt wird er von dem russischen Schauspieler Costa Ronin. Er hat in einigen TV-Serien mitgespielt, darunter eine Hauptrolle in der Serie „The Americans“. 

Thomas Anson ist ehemaliger Special Ops-Agent und Freund von Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes). Anson wird von dem englischen Schauspieler James D´Arcy gespielt. Er hat in der dritten Staffel von Broadchurch eine größere Rolle gespielt. Auch kann ich mich noch gut an seine Performance als Anthony Perkins in Hitchcock erinnern. 

 

Die siebente Staffel von „Homeland“ wurde erstmalig v. 11.02.18 – 29.04.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender Showtime ausgestrahlt. In Deutschland ist die aktuelle Staffel seit dem 1.6.18 auf Amazon Prime zu sehen und über iTunes (D) zu kaufen.

 

Trailer der 7. Staffel von „Homeland“:

 

Vorspann der 7. Staffel von „Homeland“:

 

Leeuwarden – Film: „Tully“

Ich war am 16.05.18 in Leeuwarden und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tully“ (dt. Kinostart: 31.05.18)  95 min  drama, comedy

dir. Jason Reitman  cast: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston

 

Marlo (Charlize Theron) ist bereits Mutter zweier Kinder und bekommt jetzt ihr drittes. Das Kind war nicht geplant und eigentlich ist Marlo mit dem Hausfrauen- und Muttersein ohnehin schon überfordert. Ihr Ehemann Drew (Ron Livingston) ist gar keine Hilfe. Marlos Bruder (Mark Duplass) macht ihr dann den Vorschlag, ihr ein Kindermädchen für die Nacht zu bezahlen, dann könnte sie endlich mal wieder länger am Stück schlafen. Marlo lehnt zunächst ab, aber eines Abends steht Tully (Mackenzie Davis) vor der Tür… 

 

B- (Wertung von A bis F) „Tully“ ist der neue Film des kanadisch-amerikanischen Filmemachers Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Up in the Air). Nach Juno und  Young Adult ist dies seine dritte, direkte Zusammenarbeit mit der Autorin Diablo Cody. 

Vielleicht war meine Erwartung zu hoch, der vorherige Cody/Reitman-Film mit Charlize Theron war einer meiner Top-Ten-Filme (des Jahres 2011) und der Trailer zu „Tully“ deutete auf ein ähnliches Fest hin. Während der ersten knapp 85 Minuten ist der Film auch immer wieder auf witzige und/oder tragische Weise originell, entsprechend habe ich auf eine clevere (Auf-)Lösung gewartet. Die bekommt man jedoch, aus meiner Sicht, nicht und um so länger ich mir Gedanken über die Handlung und den davon nicht zu trennenden Schluss mache, um so weniger funktioniert der Film für mich. 

„Tully“ ist sicherlich ein Film, den Mütter oder Väter anders sehen als Nicht-Mütter oder Nicht-Väter. Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden und, auch wenn ich keine Bestätigung für meine Entscheidung brauche, bekomme ich sie hier in diesem Film. Charlize Therons Charakter Marlo wollte scheinbar zwei Kinder haben, das dritte war nicht geplant. Sie stemmt den Haushalt komplett alleine, kümmert sich um ihre Tochter und ihren (vielleicht autistischen) kleinen Sohn, jetzt kommt noch ein weiteres Baby und sie ist damit völlig überfordert, leidet unter extremen Schlafentzug, will aber abends noch für ihren Mann sexy sein und steht mit der Gesamtsituation kurz vor einem Nervenzusammenbruch. So weit, so nachvollziehbar. Jetzt hat sie aber diese Nullnummer an Ehemann, der nichts besseres zutun hat, als blöde Sprüche zu klopfen, sich ins Schlafzimmer zurückzuziehen, den Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Video-Games zu spielen und scheinbar in keiner Weise mitbekommt, wie es seiner Frau geht. Augen auf bei der Partnerwahl. So ist der Film in der gesamten Länge wirklich unbefriedigend.

Charlize Theron hat „Tully“ nach dem Actionfilm Atomic Blonde gedreht und musste für diese Rolle mehr als 20 Kilo zugenehmen. Über die gewaltige Gewichtszunahme wurde sie sogar depressiv und hat insgesamt 1 1/2 Jahre gebraucht, um wieder ihr Idealgewicht zu erreichen.

„Tully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Mackenzie Davis), Bestes Originaldrehbuch

„Tully“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 4.5.18 in 1.353 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „Tully“ ab Heute (31.05.18) in den Kinos. Ich habe den Film in Leeuwarden, in den Niederlanden gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit holländischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Only the Brave„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr gesehen


Trailer v. Film: „Tag„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Jon Hamm und Jeremy Renner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 

 

 

Kino in Leeuwarden

Im Rahmen eines mehrtägigen Kurzurlaubes, in dem wir die europäische Kulturhauptstadt 2018 besucht haben, konnte ich etwas Zeit abzwacken, um mal wieder ins Kino zu gehen. In der wunderschönen Altstadt hatte ich zuvor bereits das Cinema (Nieuwestad 38-42) entdeckt. Englischsprachige Filme werden üblicherweise in der OmU gezeigt. Hier muss man sich bereits an der Kinokasse für einen Sitzplatz entscheiden. Die Kinokarte kostete 9,75 Euro. Das Kino wirkt renoviert und hat bequeme Sessel. Werbung (bzw. gesponserte Filmrätsel) werden nur bis zum festgeschriebenen Beginn des Films gezeigt. Wie sich das eben gehört, dann folgen direkt die Film-Trailer und der Film. 

Das Cinema im niederländischen Leeuwarden

NYC – Film: „Where is Kyra?“

Ich war am 01.05.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Where is Kyra?“   98 min   drama 

dir. Andrew Dosunmu  cast: Michelle Pfeiffer, Kiefer Sutherland, Suzanne Sheperd, Sam Robards

 

Kyra (Michelle Pfeiffer) ist eine Frau mittleren Alters, sie sucht schon länger einen Job. Dafür kümmert sie sich dafür aufopfernd um ihre Mutter. Nach ihrem Tod kommt sie in finanzielle Nöte und ist irgendwann so verzweifelt, dass sie beginnt, zu betrügen. Zu der Zeit lernt sie Doug (Kiefer Sutherland) kennen… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Where is Kyra?“ ist der neue Film des nigerianischen Fotografen und Filmemachers Andrew Dosunmu („Mother of George“). 

„Where is Kyra?“ ist eine Charakterstudie über einer Dame mittleren Alters, die aus der Not heraus auf die schiefe Bahn gerät. Die traurige Story wird immer wieder von schräger, beinahe belastender Musik untermalt. Michelle Pfeiffer gibt hier eine furchtlose und uneitle Performance, wahrscheinlich eine der besten Performances ihrer Karriere. Auch war es angenehm, Kiefer Sutherland mal wieder zu sehen – auch wenn meine Begleitung und ich einige Probleme mit der Entwicklung seines Charakters gegen Ende der Geschichte hatten. 

Gefilmt hat „Where is Kyra?“, der für seine Arbeit in Arrival für den Oscar nominierte Kameramann Bradford Young. Er ist bekannt dafür, dass er kaum künstliches Licht verwendet. Bei diesem Film wurde viel abends und in Innenräumen gedreht wurde, dadurch ist alles leider sehr dunkel. Bei einem Drama ist es äußerst unglücklich, wenn man nicht in die Gesichter der Schauspieler schauen kann. Ich erinnere mich, dies bereits bei seiner Kameraarbeit in dem Film Ain´t Them Bodies Saints kritisiert zu haben. Außerdem spielt Sam Robards, der Sohn der legendären Schauspieler Jason Robards und Lauren Bacall mit – aber von ihm war leider nur seine Silhouette zu sehen.  

„Where is Kyra?“ ist für eine Oscar-Nominierung für Michelle Pfeiffer als beste Hauptdarstellerin im Gespräch. 

„Where is Kyra?“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Über ein Jahr später ist der Film am 6.4.18 in einem New Yorker Kino gestartet. Ausgeweitet wurde die Kopienanzahl auf irgendwann landesweit 33 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Most Unknown„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Always at the Carlyle„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über das berühmte New Yorker Hotel

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ray Meets Helen„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Film mit Keith Carradine

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Guardians„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: französischer Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

NYC – Film: „To Dust“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„To Dust“  90 min  drama, comedy

dir. Shawn Snyder  cast: Géza Röhrig, Matthew Broderick, Leo Heler, Sammy Voit 

 

Nachdem der strenggläubige Jude Shmuel (Géza Röhrig) seine geliebte Frau an den Krebs verlor, ist er untröstlich und leidet unter schrecklichen Albträumen. Shmuel möchte verstehen, was jetzt mit den sterblichen Überresten seiner großen Liebe geschieht. In seiner ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde bekommt er dazu keine brauchbare Erklärung. Auch wenn es gegen sämtliche religiöse Regeln verstösst, sucht Shmuel schließlich eine Antwort in der normalen Welt und landet irgendwann bei dem Biologie-Professor Albert (Matthew Broderick). Nach einigem Hin und Her starten die beiden ein Experiment…

 

B+ (Wertung von A bis F) „To Dust“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Sängers, Songwriters, Autors und Filmemachers Shawn Snyder („Lulu“, „Festus“).

Ich wusste nicht wirklich worauf ich mich bei diesem Film einlasse. Ich liebe aber den jüdischen Humor und die Inhaltsangabe zu diesem Film las sich entsprechend. Bei einem Filmfestival, insbesondere bei Weltpremieren, weiß man nie, was man am Ende bekommt. „To Dust“ ist eine Indie-Perle, etwas was ich immer hoffe, auf einem Filmfestival zu entdecken. Auch wenn der Film ein paar kleinere Längen hat, besticht er durch seine Situationskomik. Tragik und Komik liegen oft nah beieinander, bei „To Dust“ trifft Religion auf Wissenschaft. Shawn Snyder findet den richtigen Ton, der oftmals an den der Coen Bros. erinnert. Einige Male musste ich sogar lauthals lachen. An dem Tag meines Screenings (ein Tag vor Ende des Filmfestivals) wurde bekanntgegeben, dass dieser Film den Publikumspreis des TFF 2018 gewonnen hat. Auch das ist mir bisher noch nicht gelungen, im Vorfeld, den späteren Publikumsliebling auszuwählen.

Sowohl Matthew Broderick als auch der ungarische Schauspieler Géza Röhrig („Son of Saul“) sind perfekt besetzt. 

„To Dust“ ist Lydia Snyder, der verstorbenen Mutter des Regisseurs gewidmet. In dem, an mein Screening anschließenden, Q & A erzählte der Regisseur dass er (zusammen mit seinem Co-Autor Jason Begue) das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat, nachdem seine Mutter verstarb und er in tiefer Trauer war. Das Q & A entwickelte sich daraufhin zu einem sehr emotionalen. Drei Zuschauer schilderten, wie sehr sie dieser Film bewegt hat, weil auch ihre Mutter erst kürzlich verstorben ist. Die Zuschauer waren tränenaufgelöst und auch der Regisseur rang schließlich um Fassung. In dem Q & A erzählte Shawn Snyder auch von dem glücklichen Umstand, dass die Schauspielerin Emily Mortimer sein Drehbuch zu lesen bekam, ihn kurz darauf kontaktierte und ihm mitteilte, dass sie und ihr Ehemann, der Schauspieler Alessandro Nivola, dieses Projekt unbedingt produzieren wollten.

„To Dust“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Preis in der Kategorie Regie (Erstlingswerk: Spielfilm) und den Publikumspreis (Kategorie: Spielfilm) gewonnen. Der Film hat bislang weder einen amerikanischen noch einen deutschen Filmverleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. 

Ausschnitt zu sehen:

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

 

Q & A zu „To Dust“ mit dem ungarischen Hauptdarsteller Géza Röhrig, dem Autor und Filmemacher Shawn Snyder und dem Co-Autor Jason Begue (v. r.) auf dem Tribeca Film Festival 2018

 

Netflix-Film: „Cargo“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Cargo“ (in D. seit dem 18.08.18 auf Netflix)  104 min  drama, thriller, adaptation

dir. Ben Howling, Yolanda Ramke  cast: Martin Freeman, Caren Pistorius, Susie Porter, Simone Landers, Anthony Hayes

 

Nach dem Ausbruch einer Zombie-Pandemie, suchen Andy (Martin Freeman), seine Frau Kay (Susie Porter) und ihre einjährige Tochter Rosie Schutz auf einem Hausboot. Langsam gehen ihnen die Lebensmittel aus. Sie müssen sehr vorsichtig sein, sollten sie infiziert werden, verwandeln sie sich innerhalb von nur 48 Stunden in einen Untoten. Als sie sich auf die Suche nach Vorräten begeben, wird ein Elternteil schwer verletzt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Cargo“ basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm der australischen Filmemacher Ben Howling und Yolanda Ramke. Dies ist ihr Spielfilmdebüt. 

Was macht man in einer postapokalyptischen Zombie-Welt als, vielleicht infiziertes Elternteil mit seinem gesunden Baby? Im australischen Outback bleiben nur 48 Stunden Zeit, um irgendwie verantwortungsvoll zu handeln. Dazu kommt die ständige Bedrohung durch die Untoten und die Unsicherheit bei jeder Begegnung mit anderen Menschen. Darum geht es in diesem atmosphärisch-schnörkellosen Survival-Drama/Thriller. In dem  australischen Genre-Film spielen die Ureinwohner eine nicht unerhebliche Rolle. Es bleibt nicht aus, dass man am Ende darüber nachdenkt, was die Weißen alles auf dem Roten Kontinent angerichtet haben. 

Simone Landers, die das elfjährige Aborigines-Mädchen Thoomi spielt, gibt hier ihr Schauspieldebüt. Sie hat das gewisse Etwas. Ich bin sicher, sie bald in einem anderen Film zu sehen. Ebenso sicher bin ich, dass die beiden Regisseure bald wieder einen ebenso souveränen Film abliefern. 

„Cargo“ wurde erstmalig auf dem Adelaide Film Festival 2017 gezeigt. In Australien wird der Film seit dem 17.05.18 im Kino gezeigt. Netflix hat ansonsten die weltweiten Rechte erworben und stellt den Film (auch in Deutschland) seit dem 18.08.18 zur Verfügung. Ich hätte diesen Film gerne im Kino gesehen und hatte tatsächlich auch eine Chance auf dem Tribeca Film Festival 2018. Leider ist der Film dort meiner Aufmerksamkeit entgangen. 

„Cargo“ habe ich, ohne zu wissen, wovon der Film handelt, bei Netflix einfach eingeschaltet. Es gibt auch Filme und Serien, die ich mir gezielt raussuche, aber hin und wieder lasse ich mich gerne von dem Streaming-Anbieter überraschen. Nach 15 (manchmal 30) Minuten weiß ich, ob ich Interesse habe, den Rest des Projekts zu schauen oder eben nicht. Hätte ich gewusst, dass „Cargo“ (auch) ein  Zombie-Film ist, hätte ich ihn sehr wahrscheinlich gar nicht erst angemacht. 

Meine Empfehlung: einfach mal reinschauen, gucken, ob der Film zusagt und nicht unbedingt den nachfolgenden Trailer schauen. 

„Cargo“ ist dem indigenen Musiker Dr G. Yunupingu gewidmet, der zum Schluss der Dreharbeiten verstarb.

 

Trailer zu sehen:

 

NYC – Film: „State Like Sleep“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„State Like Sleep“  104 min   drama, thriller

dir. Meredith Danluck  cast: Katherine Waterston, Michael Shannon, Luke Evans, Mary Kay Place, Mark O´Brien, Carlo Rota, Michiel Huisman, Julie Kahner 

 

 

Die amerikanische Fotografin Katherine Grand (Katherine Waterston) erhält einen Anruf, ihre Mutter (Mary Kay Place) hatte einen Schlaganfall und liegt in einem Krankenhaus in Brüssel. Vor einem Jahr ist ihr Ehemann, der belgische Filmstar Stefan Grand (Michiel Huisman) verstorben. Sie hatte damals seine Leiche in dem gemeinsamen Apartment in Brüssel entdeckt, war mit der Situation überfordert und kehrte umgehend in die Vereinigte Staaten zurück. Jetzt fliegt sie nach Belgien, um sich um ihre Mutter zu kümmern. Außerdem muss sie den Nachlass regeln und das eheliche Apartment räumen. Dabei findet sie heraus, dass ihr verstorbener Ehemann Geheimnisse vor ihr hatte…

 

B- (Wertung von A bis F) „State Like Sleep“ ist das Spielfilmdebüt der amerikanischen Dokumentarfilmerin Meredith Danluck.

„State Like Sleep“ ist eine Genre-Mischung aus Drama und Thriller mit auffällig guter Elektro-Musik. Diverse Versionen dieser Geschichte hat man schon gesehen, in dieser ergibt nicht alles einen Sinn, auch ist nicht jedes Ereignis für den Hauptplot relevant, ich fand den Film aber dennoch über weite Strecken spannend. Nicht sonderlich überraschend, hat mir der Handlungsstrang um Michael Shannons Charakter Edward am besten gefallen. 

Es beeinflusst selbstverständlich nicht sein Talent, aber mir ist seit einiger Zeit aufgefallen, dass mein Lieblingsschauspieler extrem abgenommen hat. Während das Dünnsein die Glaubwürdigkeit seiner Filmfigur in Nocturnal Animals noch unterstützte, war es weder in The Shape of Water, noch in dem Mehrteiler Waco und auch nicht in diesem Film notwendig, dass er so abgemagert ausschaut. Ich hoffe inständig, dass es ihm gesundheitlich gut geht. 

Luke Evans spielt hier endlich eine Rolle, die ich ihm abnehmen kann. Dafür musste er sich wahrscheinlich weder ausgiebig vorbereiten, noch stundenlang in der Maske sitzen. Wahrscheinlich hat er auch einfach nur die Klamotten getragen, die er nächtens anhat, wenn er durch die einschlägigen Clubs zieht. Okay, ich kann ihn nicht leiden. 

„State Like Sleep“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang hat der Film weder einen amerikanischen, noch einen deutschen Verleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bislang noch keinen Trailer.

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Chappaquiddick“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Chappaquiddick“ (dt. Filmtitel: „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“, in D. ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich) 101 min  drama, thriller, biopic 

dir. John Curran  cast: Jason Clarke, Kate Mara, Ed Helms, Bruce Dern, Olivia Thirlby, Clancy Brown

 

Nach den Attentaten auf seine beiden Brüder, US-Präsident John F. Kennedy und Senator Robert F. Kennedy, ist Senator Ted Kennedy (Jason Clark) DIE politische Hoffnung der Kennedy-Familie. Er hat sogar Ambitionen, sich als Präsidentschaftskandidat der Demokraten aufstellen zu lassen. Am 18.7.1969 ist Ted Kennedy, nach einer Party auf der Insel Chappaquiddick in Massachusetts, mit der ehemaligen Sekretärin und Wahlkampfhelferin seines Bruders Robert, Mary Jo Kopechne (Kate Mara), im Auto unterwegs. Irgendwann verliert er die Kontrolle über das Auto und es kommt zu einem tragischen Unfall, bei dem die junge Frau stirbt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Chappaquiddick“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Film rekonstruiert die Geschehnisse um den Tod von Mary Jo Kopechne. Es ist der neue Film des amerikanischen Autors (The Killer Inside Me) und Filmemachers John Curran („We Don´t Live Here Anymore“, Stone „Tracks“). 

„Chappaquiddick“ ist ein biografisches Politdrama ganz nach meinem Geschmack. Im Jahr 2006 hat der Regisseur einen meiner Lieblingsfilme („The Painted Veil“) inszeniert, die (Liebes-) Geschichte war an Tragik kaum zu überbieten. Was Schicksalsschläge, Skandale und Verschwörungstheorien angeht, bietet die Kennedy-Familie bekanntermassen genug Stoff für Verfilmungen. Der Chappaquiddick-Fall war mir in Einzelheiten nicht bekannt und Regisseur John Curran setzt die Ereignisse des Sommers 1969 spannend in Szene. Unterstützt wird seine Inszenierung durch eine ungewöhnliche, aber interessante Musik. 

Amtierender Politiker tragen eine große (moralische) Verantwortung, sie sind noch dazu normale Menschen, die Fehler begehen. Wie die Volksvertreter mit ihren Fehltritten umgehen, ist die Frage. Senator Ted Kennedy beging mehrere, aber mindestens einen entscheidenden Fehler und der Film erzählt davon, wie er versuchte, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Der Film ermöglicht dem Zuschauer aber auch, sich in die Lage des letzten politischen Hoffnungsträgers der Kennedys in den 1960er Jahren zu versetzen. 

Jason Clarke (Zero Dark Thirty, Dawn of the Planet of the Apes, Winchester) hat das Glück, recht klassische Gesichtszüge zu haben. Er kann sowohl im Heute als auch in anderen Epochen glaubhaft besetzt werden. Der australische Schauspieler hat sich hier einen Massachusetts-Akzent antrainiert und durch die falschen Zähne (die über die bis zu 14-stündigen Drehtage wohl schmerzhaft zu tragen waren) kommt er Ted Kennedy auch optisch überzeugend nahe. Gut gefallen hat mir hier, in einer ernsten Rolle, auch Ed Helms („The Hangover“-Trilogie). 

Während des Films habe ich die ganze Zeit überlegt, welcher Schauspieler Ted Kennedys Vater, Joseph P. Kennedy Sr., spielt. Tatsächlich musste ich erst nachlesen, dass Bruce Dern, die fantastische Performance des von einem Schlaganfall geplagten Patriarchen gibt. 

„Chappaquiddick“ ist für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jason Clarke) und Bester Nebendarsteller (Bruce Dern) im Gespräch. 

„Chappaquiddick“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 1.560 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“ ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Animals„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Krimikomödie mit Barry Keoghan

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rider„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Won´t You Be My Neighbor„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation über Fred Rogers und seine TV-Show „Mister Rogers Neighborhood“

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Book Club„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: RomCom mit Diane Keaton, Jane Fonda und Andy Garcia, Don Johnson 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic-Drama-Thriller mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

NYC – Film: „Disobedience“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Disobedience“   114 min   drama, adaptation

dir. Sebastian Lelio   cast: Rachel Weisz, Rachel McAdams, Allesandro Nivola

 

Nachdem sie von dem Tod ihres Rabbi-Vaters erfahren hat, fliegt die freigeistige Fotografin Ronit (Rachel Weisz) umgehend von New York in ihre alte Heimat, die orthodoxe jüdische Gemeinde in London. Dort wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Sie triff auf ihre Jugendfreunde Esti (Rachel McAdams) und Dovid (Alessandro Nivola), die überraschenderweise mittlerweile miteinander verheiratet sind. Bald holt Ronit schon ihre Vergangenheit ein. Es gab nämlich einen triftigen Grund, warum sie die Gemeinde seinerzeit verlassen hat… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Disobedience“ basiert auf Naomi Aldermans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des chilenischen Filmemachers Sebastián Lelio („Gloria“). Für seinen Film „A Fantastic Woman“ hat er dieses Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Dies ist sein erster englischsprachiger Film.

„Disobedience“ ist ein starker Film. Erzählt wird eine ergreifende Geschichte in einem streng-religiösen Umfeld im heutigen London. Mich hat der Film auch ein paar Tage später nicht losgelassen, daher wäre es nicht abwegig, wenn dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landet. 

Die beiden Rachels (Weisz und McAdams) sind optisch und schauspielerisch sehr unterschiedlich und irgendwie klang es auf dem Papier seltsam, sie in einem Film zu sehen. Die Charakterisierung  dieser beiden Frauenfiguren erfordert jedoch genau diese Unterschiedlichkeit und entsprechend passt die Besetzung perfekt. Rachel Weisz´Charakter Ronit ist hier die Figur mit der sich das Publikum wahrscheinlich am ehesten identifizieren kann. Sie ist freigeistig, hat einen guten Humor und eine spitze Zunge. Ronit ist zwar in diese ultra-orthodoxe Welt hineingeboren, wurde dann aber verbannt und führte seither ein glückliches Leben in New York. Nach ihrer Rückkehr erscheint ihr diese, so eigene, fremde Welt mit all ihren Vorschriften, Traditionen und Ritualen in vielen Situationen absurd. Dabei ist der Film nicht wertend, er präsentiert diese Welt mit großem Realitätsanspruch und zeigt, wie schwer es ist, eine eigene Identität in dieser Gemeinschaft zu entwickeln. Generell wäre den Menschen und der Welt sicherlich geholfen, wenn über den Glauben und das religiöse Regelwerk nie vergessen würde, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. 

Rachel Weisz ist eine hochtalentierte Schauspielerin mit einer großen Präsenz und dem Charisma eines Filmstars. Rachel McAdams´Schauspieltalent hat bei mir bisher noch kein bleibenden Eindruck hinterlassen, ich registriere aber, dass sie sich verbessert. Vor ein paar Jahren hat sie sogar für Spotlight ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Mit diesem Film beweist sie Mut, tritt gänzlich ungeschminkt auf und gibt damit die wahrscheinlich beste Performance ihrer Karriere. 

Auch wenn „Disobedience“ mit Ende April ein ungünstiges Startdatum hat, ist der Film für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Rachel Weisz, Rachel McAdams), Bester Nebendarsteller (Alessandro Nivola), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Disobedience“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.04.18 mit großem Erfolg in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 101 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film in einem meiner Lieblingskinos (Angelika Film Center) in einem Screening mit anschließenden Q & A mit der Autorin der Romanvorlage, Naomi Alderman, sowie der schwangere Schauspieler Rachel Weisz und ihrem Co-Star Alessandro Nivola gesehen. Die drei Beteiligten haben Rachel McAdams entschuldigt, sie konnte nicht erscheinen, da sie erst kürzlich ihr erstes Kind bekommen hat. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lu Over the Wall„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich bin kein Fan von diesen japanischen Cartoons 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Three Identical Strangers„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Dokumentation, die in Sundance einen Preis gewann

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Beast„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gospel According to André„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Dokumentation über Mode-Ikone André Leon Tally

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Leave No Trace„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Debra Graniks neuer Film mit Ben Foster 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Die Schauspieler Rachel Weisz und Alessandro Nivola im, an den Film „Disobedience“ anschließenden Q & A im Angelika Film Center

 

Amerikanischer Aufsteller von Film „Disobedience“

 

NYC – Film: „The Miseducation of Cameron Post“

Ich war am 26.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Miseducation of Cameron Post“  90 min    drama, adaptation

dir. Desiree Akhavan  cast: Chloé Grace Moretz, Sasha Lane, John Gallagher Jr., Jennifer Ehle, Quinn Shepard, Forrest Goodluck, Kerry Butler  

 

Im Jahr 1993. Die 16-jährige Cameron (Chloé Grace Moretz) wurde dabei erwischt, wie sie Sex mit einem Mädchen hatte. Seit dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrer sehr konservativen Tante (Kerry Butler) auf und die schickt sie nun in das christliche Umerziehungscenter God´s Promise, irgendwo im Nirgendwo. Dort soll sie sich mit Teenagern mit einem ähnlichen Hintergrund einer Reparativtherapie unterziehen, damit ihre „Fehlentwicklung“ geheilt wird. Cameron freundet sich bald mit der ebenfalls lesbischen Jane Fonda (Sasha Lane) und Adam (Forrest Goodluck), einem Jungen, der im falschen Körper geboren wurde, an. 

 

B (Wertung von A bis F) „The Miseducation of Cameron Post“ basiert auf Emily M. Danforths gleichnamigen Roman. Es ist nach „Appropriate Behaviour“ erst der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin (TV-Serie „Girls“, „Creep 2“), Autorin und Filmemacherin Desiree Akhavan Regie führt. 

Als Atheistin, die mit vielen kirchlichen Vorstellungen wenig anfangen kann, muss ich mir durch einen Spielfilm oder eine Dokumention ab und zu in Erinnerungen rufen, wie intolerant und weltfremd kirchliche Institutionen immer noch sind. Hier sollen nun also homosexuelle oder transsexuelle Teenager, die in den Augen der Christen vom Weg abgekommen sind, mithilfe einer sexuellen Reorientierungstherapie wieder auf selbigen gebracht werden. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, die hier erzählt wird, aber diese gay conversion therapy ist heute noch in über 40  US-Bundesstaaten und sogar in Großbritannien offiziell legal. Unfassbar. Als Großstadtkind, das sich in weltoffenen Kreisen bewegt, macht mich das unfassbar wütend. Entsprechend hat dieser Film bei mir auch starke Emotionen hervorgebracht. Chloé Grace Moretz („Kick-Ass“, „Let Me In“, Hugo) ist nicht wirklich mein Fall, ich halte sie aber für talentiert, was sich in diesem Film insbesondere in der gänsehauterzeugenden Szene in der Küche des Centers  zeigt. Eine herausragende Performance gibt hier außerdem Jennifer Ehle als Dr. Lydia. 

„The Miseducation of Cameron Post“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Chloé Grace Moretz), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Ehle)

„The Miseducation of Cameron Post“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film dieses Jahr den Hauptpreis, den Grand Jury Prize for US Drama gewonnen. Der Film soll am 10.08.18 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2018 gesehen. Dort lief der Film in der New York Premiere. 

 

Bislang gibt es leider noch keinen Trailer. Hier kurze Interviews von dem roten Teppich auf dem TFF 2018: 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Zoe“

Ich war am 25.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zoe“  104 min   sci-fi, drama 

dir. Drake Doremus  cast: Ewan McGregor, Léa Seydoux,, Theo James, Rashida Jones, Miranda Otto, Christina Aguilera

 

Zoe (Léa Seydoux) arbeitet für eine Technologie-Firma. Der Firmengründer Cole (Ewan McGregor) kreiert synthetische Menschen, genauer künstliche Menschen, die für Beziehungen geschaffen sind. Kürzlich hat er den Prototypen Ash (Theo James) designt. Diese sogenannten „Synthetics“ sind eine Weltneuheit, sie können äußerlich gar nicht mehr von richtigen Menschen unterschieden werden. Sie können normale Konversationen führen, berühren und dadurch, dass ihnen Erinnerungen transplantiert werden, haben sie sogar Emotionen. Diese neuen „Menschen“ können sich normal in die Gesellschaft integrieren und sind optimal für dauerhafte Partnerschaften. Aber Zoe sehnt sich nach einem menschlichen Partner und fühlt sich nun mal von Cole angezogen. Bevor sich da noch viel mehr entwickelt, muss Cole ihr wohl etwas mitteilen…. 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zoe“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Drake Doremus (Like Crazy, „Breathe In“, „Equals“).

„Zoe“ (das „e“ wird übrigens nicht gesprochen) ist ein intensives, fast intimes Beziehungsdrama in einem Sci-Fi-Umfeld. Wenn man sich anschaut, wie rasant sich der technische Fortschritt in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat, ist die Prämisse dieses Film alles andere als absurd. Schnell gibt es eine neue Generation und die alte ist überholt. Hier gibt es auch hier dieses Medikament, das man einnimmt, um sich in sein Gegenüber oder seinen langjährigen Partner (erneut) richtig zu verlieben. Wer würde dieses Medikament (wenigstens ab und zu) nicht nehmen, wenn es so einfach wäre, das Gefühl des Verliebtseins zu erleben bzw. zurückzuholen? Da die Wirkung nicht lange vorhält, besteht natürlich die Gefahr der Abhängigkeit. „Zoe“ regt zum Nachdenken an. Ich mochte den philosophischen Ansatz, warum verlieben wir uns ausgerechnet in diesen und nicht einen anderen Menschen oder in was genau verlieben wir uns bei diesem Menschen?  

Ursprünglich war Charlie Hunnam für die Rolle, die Ewan McGregor hier spielt, vorgesehen. Ewan McGregor ist aber idealbesetzt. Theo James, der den künstlichen Menschen Ash spielt, war mir vorher nicht bekannt, aber er hat diese gleichmäßigen, makellosen  Gesichtszüge, die einen weismachen können, dass er vielleicht künstlich sein könnte. Nicht wirklich zufrieden war ich mit der französischen Schauspielerin Leá Seydoux (Blue is the Warmest Colour), vielleicht auch, weil sie hier eine gewisse Ähnlichkeit mit Scarlett Johansson hat und ich die Amerikanerin viel lieber in der Rolle gesehen hätte. 

Besonders gut gefiel mir auch die Elektro-Filmmusik. 

„Zoe“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Mit Amazon Studios wurde bereits ein Käufer für den Film gefunden. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bisher noch keinen Trailer.

Dafür Ewan McGregor auf dem roten Teppich zur Weltpremiere von „Zoe“ auf dem TFF 2018. 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.