Oscar-Nominierungen 2019 und meine Meinung

Heute, am 22.01.19, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von den Schauspielern Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross. 

In der Oscar-Saison 2018/2019 ist „wokeness“ ein großes Thema. Eine direkte deutsche Übersetzung in diesem Zusammenhang gibt es für dieses Wort nicht. Es ist ein kulturelles Phänomen von, vielleicht kann man am besten sagen, „Gutmenschen“, die eine Person bzw. einen Film nach allen möglichen Gesichtspunkten als moralisch und politisch korrekt „abklopfen“. 

Mit den sogenannten „sozialen Medien“ ist dieses Jahr eine neue Form von Schmutzkampagnen zu beobachten. Was in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend von rivalisierenden Studios übernommen wurde, ist dieses Jahr extrem durch die amerikanische Filmgemeinde auf allen möglichen Social Media-Kanälen wahrzunehmen. 

Dieses Jahr ist der Film „Green Book“ die Zielscheibe der Haters. Der Film repräsentiert Filme, die früher – unter Oscar-Profi Harvey Weinstein – garantiert den Oscar geholt hätten und ist, in der heutigen Zeit, auch für mich problematisch. Dazu kam, dass die Familie von Mahershala Alis Charakter Dr. Don Shirley die erzählte Geschichte, höflich  ausgedrückt, als unwahr bezeichnet. Dann kamen noch unangebrachtes Benehmen des Regisseurs Peter Farrelly gegenüber Cameron Diaz und anderen Schauspielern vor zwanzig Jahren ans Licht und – ich habe bereits zwei Tage zuvor darüber berichtet  – außerdem tauchten ältere Twitter-Einträge des Sohns von Viggo Mortensens Charakter und eines der Drehbuchautoren Nick Vallelonga auf, die ihn als Unterstützer von Donald Trump und anti-muslimisch identifizieren. Auf der anderen Seite hat „Green Book“ aber auch viele Fans, die Zuschauer, die den Film lieben, lieben ihn richtig. Der Film war Publikumsliebling auf dem Toronto Film Festival (wie die Jahre zuvor „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „La La Land“) und auch wenn er lange nicht so ein Publikumsmagnet wie „A Star is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ ist, macht er ganz okaye Zahlen an der amerikanischen Kinokasse. Die Kritik scheint „Green Book“ nicht sonderlich geschadet zu haben. Der Film hat den Preis der Produzenten (PGA)gewonnen und wurde jetzt mit fünf Oscar-Nominierung bedacht. Damit könnte man theoretisch den Oscar als Bester Film gewinnen. Den Favoritenstatus muss „Green Book“ aber vorerst nun an „Roma“ abgeben. 

Auch für mich ist die größte Überraschung, dass „Roma“ innerhalb der Academy so beliebt ist. Zwei Schauspiel-Nominierungen ist weit mehr, als viele erwartet haben. Die meisten Oscar-Nominierungen haben dieses Jahr „Roma“ und „The Favourite“ mit jeweils 10. Ja und die Sensation ist nun offiziell: „Black Panther“ ist der erste Superhelden-Film, der für den Oscar als Bester Film nominiert wurde. Zweite Sensation: Netflix hat mit „Roma“ seine erste Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Film (plus neun weitere für „Roma“ und sogar drei für „The Ballad of Buster Scruggs“) erhalten.

Man kann dieser Filmpreis-Saison bereits entnehmen, dass es ein Fehler war, „A Star is Born“ nicht in der Kategorie Best Musical/Comedy zu führen. Der Film hätte wahrscheinlich einige Golden Globes in dieser Kategorie gewonnen. Ich hatte es schon oft erwähnt, die Globes sind eigentlich uninteressant, da die Nominierungen und Trophäen von rund 90 völlig unbekannten Auslandsjournalisten vergeben werden. Der Globe-Gewinn ist aber wichtig. Die Golden Globe-Verleihung ist die erste, live im TV übertragene amerikanische Filmpreis-Verleihung der Saison. Dadurch, dass viele Stars der Verleihung beiwohnen, hat sie eine große Presse. Jeder Gewinner kann sich hier präsentieren, man ist im Gespräch, viele gucken daraufhin (erstmalig) die Filme, die gewonnen haben. Das war eine dumme Entscheidung der Oscar-Strategen hinter „A Star is Born“. Da wundert es fast nicht mehr, dass Bradley Cooper nicht als Bester Regisseur für den Oscar nominiert wurde. Nun liebe Oscar-Strategen bei Warner Bros.: Macht was daraus!

A.M.P.A.S. wollte im August 2018 eine neue Kategorie (Best Popular Film) einführen. Aufgrund heftigster Kritik haben sie dieses Vorhaben zunächst zurückgestellt. Ob die Best Popular Oscar-Kategorie, jetzt mit Ende des Filmjahres 2018, und den Oscar-Nominierungen für einen Superheldenfilm und einem schlechten, aber äußerst erfolgreichen Musikfilm jetzt wirklich so sinnlos ist, da bin ich jetzt nicht mehr ganz so sicher. Vielleicht sollte man doch eine Kategorie Best Popular Film einführen, in der halt nur die an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichsten Filme (die dann aber nicht in der Königsklasse Bester Film nominiert werden dürfen) einführen. Darüber muss ich nochmal nachdenken.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Jahr 2018 im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor?, Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG, Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War   

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung (gelistet in alphabetischer Reihenfolge):

Best Motion Picture of the Year:

Best Motion Picture of the Year

  1. Black Panther
  2. BlacKkKlansman
  3. Bohemian Rhapsody
  4. The Favourite
  5. Green Book
  6. Roma
  7. A Star is Born
  8. Vice

Meine Meinung: Also zunächst habe ich mich richtig über mich selbst geärgert. In meiner Prognose vor zwei Tagen habe ich nachweislich bei diesen 8 Kandidaten eine plausible Begründung für die Nominierung gefunden. Aufgrund der Wette mit meinem Kumpel wollte ich aber keinen Punkt (und Film) verschenken und habe daher „First Man“ als neunten Film gelistet. Egal, es ist wie es ist, er hat auch neun Filme gelistet. Ja, ansonsten ist die Überraschung gering, außer, dass A.M.P.A.S. erstmalig seit längerer Zeit wieder zurück zu 8 nominierten Filmen gegangen sind. Alle nominierten Filme habe ich richtig geraten und gesehen.

Mein Wunsch: BlacKkKlansman, The Favourite oder Roma 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Ich hatte es auch bereits vor 2 Tagen gesagt, wenn die Laienschauspielerin Yalitza Aparicio als Beste Hauptdarstellerin nominiert wird, gewinnt „Roma“. Nun hat, und das hat auch mich völlig überrascht auch noch zusätzlich Marina de Taviro eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin bekommen und „Roma“ ist der am meisten nominierte Film (auch wenn die in der Vergangenheit meistens nicht gewonnen haben)

Der Unsicherheitsfaktor: Green Book, BlacKkKlansman und A Star is Born sind aber auch noch immer im Rennen (bei dem preferential voting system weiß man nie)

 

 

Achievment in Directing:

Spike Lee  „BlacKKKlansman“

Pawel Pawlikowski „Cold War“

Yorgos Lanthimos „The Favourite“

Alfonso Cuaron „Roma“

Adam McKay „Vice“

Meine Meinung: Wir erinnern uns alle an den Aufschrei als Ben Affleck für seinen Film „Argo“ nicht als Bester Regisseur nominiert wurde. Einen ähnlichen gibt es dieses Jahr für Bradley Cooper. Am Ende hat „Argo“ den Besten Film gewonnen. Wird hier – wahrscheinlich – nicht passieren. Die Regisseure der Academy gelten als Snobs, die Gewerkschaft der Regisseure hatten Alfonso Cuarón, Spike Lee, Adam McKay (warum habe ich mich damals schon gefragt) und Bradley Cooper (A Star is Born) nominiert, als fünften Peter Farrelly (für Green Book). Ganz selten sind es bei den Oscars die DGA-Fünf. Ich bin super happy für Spike Lee für seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur, aber auch für Pawel Pawlikowski und Yorgos Lanthimos. Alle drei Nominierungen kommen nun nicht als völlige Überraschung daher, sie sind eher die Bestätigung für eine hervorragende Leistung und für Spike Lee auch etwas eine Anerkennung für sein Lebenswerk. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Spike Lee, Alfonso Cuarón und Yorgos Lanthimos. Gesehen habe ich alle Filme.

Mein Wunsch: Alfonso Cuarón hat bereits einen Regie-Oscar, ich wünsche es daher Spike Lee

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Alfonso Cuarón

Der Unsicherheitsfaktor: Spike Lee, wenn sie jetzt eine große Kampagne für ihn starten

 

Performance by an actress in a leading role:

Yalitza Aparicio „Roma“

Glenn Close „The Wife“

Olivia Colman „The Favourite“

Lady Gaga „A Star is Born“

Melissa McCarthy „Can You Ever Forgive Me?“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern geschrieben: „Sollte Yalitza Aparicio (Roma) nominiert werden, brauchen wir gar nicht weiter zu rätseln, welcher Film BP gewinnt. Dann kann es eigentlich nur Roma sein“. Dabei bleibe ich auch, die Oscar-Nominierung für die Laienschauspielerin ist etwas überraschend und zeigt, vor allen Dingen, wieviel Unterstützung Alfonso Cuaróns Film innerhalb der Academy hat. An ihrer Stelle hatte ich für meine Wette Viola Davis (Widows) gesetzt. Alle anderen hatte ich richtig geraten. Hier kenne ich alle Performances.

Mein Wunsch: Glenn Close für ihr Lebenswerk und ihre solide Performance, auch wenn Olivia Colman ihn auch verdient hätte

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Glenn Close

Der Unsicherheitsfaktor: Olivia Colman

 

 

Performance by an actor in a leading role:

Christian Bale „Vice“

Bradley Cooper „A Star is Born“

Willem Dafoe „At Eternity´s Gate“

Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Viggo Mortensen „Green Book“

Meine Meinung: Auch vor zwei Tagen habe ich gesagt, dass eine Nominierung für John David Washington zeigen würde, wie beliebt „BlacKkKlansman“ innerhalb der Academy ist. Jetzt wurde er nicht nominiert, aber immerhin Adam Driver für die Nebenrolle. Für John David Washington wurde Willem Dafoe nominiert. Kam für mich nicht völlig überraschend, erst im letzten Jahr stand er kurz vor seinem ersten Oscar-Gewinn (für „The Florida Project“). Viggos Nominierung stand auch etwas auf der Kippe, seit ein paar Tagen mit dem PGA-Gewinn wissen wir aber, dass „Green Book“ aller Kritiken zum Trotz ein Lieblingsfilm so vieler ist. Hier habe ich mit Ausnahme von Willem Dafoe alle richtig geraten. Ich kenne auch alle Performances.

Mein Wunsch: ist mir eigentlich egal, ob Bale seinen zweiten Oscar gewinnt oder Bradley Coopers seinen ersten, damit sein Film neben Song überhaupt etwas gewinnt. 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Das kommt auf die nächsten Filmpreisverleihungen an, ob da Bale, Malek oder Cooper gewinnt. Aber auch, ob die PR-Experten hinter „A Star is Born“ sich jetzt (nachdem er nicht als bester Regisseur nominiert wurde) für Bradley Cooper ins Zeug legen. 

Der Unsicherheitsfaktor: Bale, Malek oder Cooper 

 

 

Performance by an actress in a supporting role:

Amy Adams „Vice“

Marina de Tavira „Roma“

Regina King „If Beale Street Could Talk“

Emma Stone „The Favourite“

Rachel Weisz „The Favourite“

Meine Meinung: Diese Kategorie habe ich mir großer Spannung live verfolgt. Regina King, ich erwähnte es ebenfalls vor zwei Tagen, Gewinnerin in dieser Kategorie u.a. bei den Globes und Critic Choice Awards war eigentlich eine Favoritin auf den Oscar-Gewinn. Aber weder von den Schauspielern (von SAG/AFTRA) noch von den Briten (BAFTA) wurde sie mit einer Nominierung bedacht. Viele Mitglieder dieser Gruppen sind auch Academy-Mitglieder. Jetzt hat sie nun aber eine Oscar-Nominierung erhalten und wird ihn auch voraussichtlich gewinnen. Die große Überraschung in dieser Kategorie war Marina de Tavira. Ich hatte sie zwar in meiner  September-Prognose  unter  den ersten Fünf, aber im Verlauf der Oscar-Saison tauchte sie nicht mehr groß auf. Entsprechend habe ich sie auch nicht hier gelistet, an ihrer Stelle hatte ich Nicole Kidman (Boy Erased). Die anderen Vier habe ich richtig geraten. Ich kenne auch hier alle Performances. 

Mein Wunsch: Es wäre fatal, wenn Amy Adams (die für „Vice“ jetzt ihre sechste Oscar-Nominierung erhalten hat), einen Oscar für die beste Nebenrolle erhält. Nee, da warten wir lieber auf die nächste Hauptrolle und dann räumt sie ab. Rachel Weisz und Emma Stone haben bereits einen Oscar, beide hätten es aber für ihre Performance verdient. 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Regina King

Der Unsicherheitsfaktor: Amy Adams

 

Performance by an actor in a supporting role:

Mahershala Ali „Green Book“

Adam Driver „BlacKKKlansman“

Sam Elliot „A Star is Born“

Richard E. Grant „Can You Ever Forgive Me?“

Sam Rockwell „Vice“

Meine Meinung: Hier war die große Frage, ob Sam Elliot nominiert wird. Er hatte zwar eine Nominierung der Schauspieler, aber keine BAFTA-Nominierung. Für den Golden Globe war er auch nicht nominiert, dafür aber Timothee Chalamet. Ich hatte ihn auch an dieser Stelle getippt. Ansonsten gab es für mich hier keine Überraschung. Ich kenne auch alle Performances.

Mein Wunsch: Richard E. Grant oder Mahershala Ali 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Mahershala Ali

Der Unsicherheitsfaktor: keiner 

 

Mein Kumpel hat mir übrigens gerade per Voice Mail mitgeteilt, dass er unsere Wette um einen Punkt gewonnen hat. Auch in Ordnung, wäre ich mal bei meinen acht Filmen geblieben.

 

Hier die komplette Liste aller Nominierten: https://oscar.go.com/nominees 

Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross waren sehr sympathisch bei ihrer kurzweiligen und übersichtlichen Verkündung der Oscar-Nominierten 2019:

 

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2019

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Anti-Oscar, den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

Gotti

The Happytime Murders

Holmes & Watson

Robin Hood

Winchester 

 

Worst Director:

Etan Cohen (Holmes & Watson)

Kevin Connolly (Gotti)

James Foley (Fifty Shades Freed)

Brian Henson (Happytime Murders)

The Spierig Brothers (Winchester) 

 

Worst Actress:

Jennifer Garner (Peppermint)

Amber Heard (London Fields)

Melissa McCarthy (The Happytime Murders und Life of the Party)

Helen Mirren (Winchester)

Amanda Seyfried (The Clapper)

 

Worst Actor:

Johnny Depp (voice) (Sherlock Gnomes)

Will Ferrell (Holmes & Watson)

John Travolta (Gotti)

Donald J. Trump (as himself) (Death of a Nation und Fahrenheit 11/9)

Bruce Willis (Death Wish)

 

Worst Supporting Actress:

Kellyanne Conway (as herself) (Fahrenheit 11/9)

Marcia Gay Harden (Fifty Shades Freed)

Kelly Preston (Gotti)

Jaz Sinclair (Slender Man)

Melania Trump (Fahrenheit 11/9)

 

Worst Supporting Actor:

Jamie Foxx (Robin Hood)

Ludacris (voice) (Show Dogs)

Joel McHale (Happytime Murders)

John C. Reilly (Holmes & Watson)

Justice Smith (Jurassic World: Fallen Kingdom)

Dieses Jahr kenne ich tatsächlichen einen Film: Winchester, den ich gar nicht sooo übel fand. Bei „Gotti“ hatte ich kürzlich die Gelegenheit, ihn zumindest in Teilen im amerikanischen Fernsehen zu sehen. Hier kann ich bestätigen, dass der Film wirklich übelster Schrott ist und alle Razzie-Nominierungen verdient hat. 

John Travolta und Johnny Depp sind das x-te Mal auf der Nominierungsliste der Razzie-Awards.

Ansonsten ist Melissa McCarthy mit Sandra Bullock die einzige, die sowohl eine Oscar-Nominierung als auch eine Razzie-Nominierung im selben Jahr haben. Sandra Bullock hat sogar den Oscar (für The Blind Side) und auch den Razzie (für All About Steve) gewonnen. Halle Berry ist, nachdem sie drei Jahre zuvor für „Monster´s Ball“ den Oscar gewonnen hat, im Jahr 2005 zu der Razzie-Awards gefahren und hat eine selbstironische Dankesrede für ihren Razzie („Catwoman“) gehalten. Sandra Bullock ist einen Tag bevor sie den Oscar für „The Blind Side“ gewonnen hat, auch zu der Golden Raspberry-Verleihung gefahren und hat ihren Razzie für „All About Steve“ entgegen genommen. Auch sie hielt eine originelle Rede. 

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Oscar-Nominierungen 2019: Fakten und meine Wette

Am Dienstag, den 22.01.19 werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich, wie jedes Jahr, zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen. Auch wenn ich mehr an der Analyse der Oscar-Saison interessiert bin, habe ich seit vielen Jahren mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten (eine Oscar-Nominierungswette, bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden und dann die eigentliche Oscar-Gewinner-Wette mit allen 24 Kategorien) laufen. Heute veröffentliche ich meine finale Prognose zu den Oscar-Nominierungen in zwei Tagen.

Zunächst zu den Fakten der Oscar-Saison 2018/2019: 

Ich erinnere mich, dass die heftiger Kritik an der Oscar-Academy vor drei Jahren (in der Saison 2015/2016) begann: #OscarsSoWhite. Alle nominierten Filme (Spotlight, The Big Short, The Revenant, The Martian, Mad Max: Fury Road, Bridge of Spies, Brooklyn und Room) handelten von weißen Menschen und mitunter ihren Problemen. In diesem Oscar-Jahr war auch kein einziger dunkelhäutiger Schauspieler nominiert. Was so ein Shitstorm bewirken kann, ist unglaublich, die Academy hat sich die Kritik zu Herzen genommen und das Resultat werden wir wieder – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – bei den Oscar-Nominierungen schwarz auf weiß sehen. 

Die Kritik, die dieses Jahr an der Academy dazukam, ist hausgemacht. Ich hatte mich bereits im Detail bei meiner ersten Oscar-Prognose im September  dazu geäußert, nochmal in Kurzfassung: Im August gaben sie eine Pressemitteilung heraus, in dem sie u.a. bekanntgaben, eine neue Kategorie Best Popular Film einführen zu wollen. Dumm nur, dass sie keine Details (welche Filme sich dafür qualifizieren würden, etc.) preisgaben. Telefonisch, schriftlich oder persönlich zu erreichen waren sie in dieser Zeit des Aufruhrs auch nicht. Sie haben dann erwartungsgemäß zurückgerudert und die Kategorie erst mal zurückgestellt. Peinlich ist es aber trotzdem. 

Dann hatten sie bis Anfang Dezember keinen Oscar-Gastgeber bekanntgegeben. Ist nicht schlimm, gab es auch schon öfter. Am 05.12.18 gab A.M.P.A:S. dann bekannt, dass der afroamerikanische Komiker Kevin Hart die Oscars moderieren soll. Blöd nur, dass sie sich offensichtlich vorher nicht mit ihm befasst hatten, sonst hätten sie nämlich gewusst, dass er früher oft schwulenfeindliche Äußerungen von sich gab. In Zeiten des Internets kommt so etwas schneller ans Tageslicht als manch einem lieb sein dürfte. Leute! Die männlichen Zuschauer, die selbst nicht in der Filmindustrie arbeiten und die Oscar-Verleihung gucken sind vorwiegend aus der LGBTQ-Community. So, jedenfalls hat die Academy Kevin Hart geraten, sich für seine vielen Äußerungen aus der Vergangenheit zu entschuldigen. Hat er aber nicht, hat gesagt, er wäre ein anderer Mensch usw usw und ist lieber zwei Tage später von selbst zurückgetreten. Das ganze Desaster war eigentlich einen Monat später schon wieder vergessen bis eine der beliebtesten (und offen lesbische) amerikanischen Moderatorinnen (und Oscar-Gastgeberinnen) Ellen DeGenres, Kevin Hart in ihre tägliche Nachmittagsshow einlud, sich für ihn stark machte und sogar meinte, sie würde die Academy anrufen und bitten, ihn als Oscar-Gastgeber zurückzunehmen. Wow, als ich das im Fernsehen sah, musste ich mir erst mal kräftig die Augen reiben. Naja, um das Ganze abzukürzen – ich könnte jetzt richtig ausholen, aber lasse es, nach einigem Hin und Her hat Kevin Hart gesagt, nein, er kehrt nicht zurück. 

Wenn A.M.P.A.S. nun nicht noch jemanden aus dem Hut zaubert, wird es also aller Voraussicht bei der Oscar-Verleihung am 24.02.19 keinen Gastgeber geben. Ist nicht schlimm, hatten wir auch schon. Derzeit gibt es aber Gerangel um die Präsentatoren. Die Academy möchte die Stars, die auf ihrer Bühne die Gewinner ansagen, exklusiv haben. HFPA (Golden Globes) und  SAG/AFTRA, die selbst eine im TV übertragende Show haben durften/ dürfen nicht die Stars, die bereits ihr Okay für die Oscar-Show gegeben haben, auffahren. Das ist doch Kindergarten… für schwer Erziehbare. Aus dieser Misere müssten eigentlich Konsequenzen folgen, eigentlich müsste jemand seinen Hut nehmen, in jedem Fall braucht A.M.P.A.S. ein besseres PR-Team. 

So, jetzt aber zu positiven Fakten:

Im Jahr 2018 wurden 928 Künstler eingeladen, der Oscar Academy beizutreten. Nicht jeder nimmt die Einladung an, auch verliert die Academy (durch den Tod von Mitgliedern oder auch beispielsweise, durch ihre Option, ein stilles – also nicht wählendes – Mitglied zu sein oder wenn sie aufgrund von Skandalen ein Mitglied vor die Tür setzen) jedes Jahr viele wahlberechtigte Mitglieder. Für die diesjährige Abstimmung für die Oscar-Nominierungen und und den eigentlichen Award gibt es 7902 Mitglieder, die wahlberechtigt sind.

Für die 91. Academy Awards haben sich 347 Filme qualifizieren können. Jeder Mitglied wählt in seinem Berufszweig (Regisseure wählen die für sie in diesem Jahr besten Regisseure, Schauspieler wählen die, ihrer Meinung nach, in diesem Jahr besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.) Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie haben, dürfen die nur den besten Film bestimmen). Jedes Mitglied wählt ansonsten zusätzlich zu seiner eigenen Gruppe die Filme, die eine Beste-Film-Nominierung erhalten und dieses Jahr beispielsweise auch die Animationsfilme, die nominiert werden. In dieser Kategorie darf nur gewählt werden, wenn das Mitglied nachweislich einen Großteil dieser Filme gesehen hat. In diesem Jahr müssen sie 13 der 25 für den Oscar qualifizierten Animationsfilme gesehen haben.

Seit einiger Zeit wird auch bei den Oscar-Nominierungen nach dem preferential system bestimmt. Jedes Mitglied listet seine Favoriten der Reihe nach. Dabei können sie aber auch bei der Kategorie Bester Film nur fünf Plätze vergeben. Es bedarf rund 250 Nummer 1- Stimmen in der ersten Auszählung, um sicher eine Oscar-Nominierung als Bester Film zu ergattern. 250 Academy-Mitglieder müssen beispielsweise „Roma“ als ihren Nr.1-Film platzieren. Bei „Roma“ ist das einfach, sich vorzustellen. 

 

Bei den Oscar-Nominierungen werden dann 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

 

„Roma“ hat nahezu alle Kritikerpreise im Jahr 2018 gewonnen. Dieser fremdsprachige Netflix-Film konnte in der ersten, im TV live übertragenden Filmpreisverleihung (Golden Globes) nicht gewinnen, da er aufgrund der HFPA-Regeln nicht als Bestes Drama nominiert werden durfte. Gewonnen hat dort – zur Belustigung aller – „Bohemian Rhapsody“. Bei der zweiten, im TV live übertragenden Filmpreisverleihung (Critic Choice Awards) hat „Roma“ die Kategorie Bester Film für sich entscheiden können. 

„Green Book“ ist nun mit dem gestrigen PGA-Gewinn (den Preis der Produzenten) so etwas wie der Favorit auf den Oscar-Gewinn. Dieser Film hat einen Mega-Shitstorm abbekommen. Nicht unbegründet, „Green Book“ ist der „Ein Weißer rettet den Schwarzen“-Film, die Angehörigen des schwarzen Charakters im Film werfen den Autoren und Produzenten und dem Regisseur vor, eine völlig falsche Geschichte zu erzählen, bzw. anders ausgedrückt: Lügen zu verbreiten. Dem Drehbuchautor und Sohn von Viggo Mortensens Charakter wird nachweislich Trump-Nähe und Feindlichkeit gegenüber Muslimen nachgesagt und und und. Während die Aufregung riesig ist, segelt „Green Book“ aber in den sicheren Hafen von Nominierungen und Preisen und etabliert sich dabei als Oscar-Favorit. Mich erinnert es irgendwie daran, wie Donald Trump die U.S.-Präsidentschaftswahl für sich entschied. 

„A Star is Born“ hat nach den Nominierungen innerhalb der Filmindustrie ganz klar die Nase vorn. Es gibt keinen anderen Film in dieser Saison, der wirklich quasi von allen Gilden (den Produzenten, den Regisseuren, den Schauspielern, den Autoren, den Kameramännern, den Sound-Experten, den Kostümdesignern, den Make-Up und Hairstylisten und und und) nominiert wurde. Das Problem: Der Film hat leider bisher noch keinen wichtigen Preis gewonnen. 

Der vierte Film, der in meinen Augen, den Oscar als Bester Film gewinnen kann, ist „BlacKKKlansman“. Bei allen wichtigen Filmpreisen wird er nominiert. Die Schauspieler (SAG/AFTRA) und die Briten (BAFTA) stehen hinter diesem Film. Ähnlich wie bei „A Star is Born“, das Problem hier auch: dieser Film muss langsam mal etwas gewinnen. 

Wir haben also ganz sichere vier Filme

Roma 

Green Book

A Star is Born

BlacKKKlansman 

Die Gewerkschaft der Regisseure hat auch die o.g. vier Filmemacher nominiert, plus Adam McKay (für „Vice“), logische Schlussfolgerung (auch wenn ich den Film völlig verunglückt fand) ist der fünfte Film:

Vice 

Dann, weil die Briten ihn pushen, Einzelnominierungen der Schauspieler sicher sind, als sechsten Film:

The Favourite

An siebenter Stelle und da müssen wir eigentlich noch mal kurz durchatmen, in uns gehen, weil es eine Sensation ist. Zum ersten Mal wird ein Superheldenfilm (allerdings mit einer gesellschaftlichen Relevanz) für den Oscar nominiert. Alles deutet daraufhin, daher:

Black Panther 

An achter Stelle, und das tut mir persönlich sehr weh, ein Film, der unter Filmkritikern als schlecht gilt. Der nun aber aufgrund der Musik von Queen Massen an Zuschauer in die Kinos gelockt hat und bombastische Zahlen macht: „Bohemian Rhapsody“. Besonders ärgert mich, dass der Film mit „A Star is Born“ verglichen wird. Leute, ASIS ist zwar nur ein Remake, das dritte noch dazu, aber die Songs sind neu und werden von den beiden Protagonisten (Cooper und Gaga) selbst gesungen, die Konzertaufnahmen sind vor Live-Publikum gefilmt worden (was man spürt), der Produktionswert ist wesentlich höher als bei dem Queen-Film, bei dem der Schauspieler zu Mercurys Gesang nur die Lippen bewegt, nur die altbekannten Songs zu hören sind und ansonsten nur mit viel Maske und Computereffekten am Ende ein, wenn man die Augen zudrückt, geradenochsomittelmäßiger Film dabei rauskam. Noch dazu ist der Film von dem Skandal-Regisseur Bryan Singer, der auch noch kurz vor Ende der Dreharbeiten gefeuert wurde. Er selbst konnte seinen Film nicht promoten, weil ihm sexuelle Übergriffigkeit vorgeworfen wird. Bei den Dankesreden – und das muss man sich mal vorstellen – von Rami Malek und den Produzenten bei den Golden Globes wurde dem Regisseur nicht gedankt. .Ja, ich werde es nicht verstehen, dass ich mich mit diesem Film im Zusammenhang mit den Oscars überhaupt auseinandersetzen muss, aber die Liebe zu Queen ist grenzenlos und es gibt meist eine Gurke unter den nominierten Filmen, daher:

Bohemian Rhapsody

Das wären acht nominierte Filme. Alles andere ist Kann und nicht Muss. „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ haben keine PGA-Nominierung, ohne die ist ein Oscar-Gewinn aussichtslos. Nominiert werden könnten sie aber, dafür bräuchte der Film rund 250 leidenschaftliche Fans innerhalb der Academy, die diesen Film als ihren Nummer 1- Film setzen. Sind „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ typische Nr. 1-Filme? Ich glaube schon, aber auch „First Reformed“ und vielleicht sogar „A Quiet Place“. Richtig stehe ich nicht dahinter, aber ich nehme als neunten Film:

First Man

 

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „A Star is Born“ mit den meisten Nominierungen ins Oscar-Rennen ziehen wird. 

 

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist). Für die Wette zählen nur die 9 Filme (weil ich davon ausgehe, dass wieder neun Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5 in den anderen Kategorien, die ich gelistet habe.

Best Motion Picture of the Year

  1. Roma
  2. Green Book
  3. A Star is Born
  4. BlacKKKlansman
  5. Vice 
  6. The Favourite
  7. Black Panther
  8. Bohemian Rhapsody
  9. First Man

—————————-

  1. If Beale Street Could Talk
  2. A Quiet Place
  3. Can You Ever Forgive Me?
  4. Mary Poppins Returns
  5.  First Reformed
  6. Leave No Trace
  7. Crazy Rich Asians
  8. Widows

Bei der Kategorie Bester Film bin ich mir – wie gesagt – nur bei den ersten vier Filmen sicher. In meiner September- und November-Prognose hatte ich „Roma“ als Gewinnerfilm gesehen, dann bin ich, nachdem ich den Film gesehen habe, davon abgewichen (weil ich dachte, dass die Schauspieler ihn nicht unterstützen werden). Momentan sehe ich „Roma“ wieder als Gewinner-Film.

 

Achievment in Directing

Alfonso Cuaron „Roma“

Bradley Cooper „A Star is Born“

Spike Lee  „BlacKKKlansman“

Yorgos Lanthimos „The Favourite“

Peter Farrelly „Green Book“

In dieser Kategorie bin ich mir nur bei Alfonso Cuarón richtig sicher. Bradley Cooper könnte den „Ben Affleck“ machen und nicht nominiert werden. Spike Lee wurde noch nie von AMPAS als bester Regisseur nominiert, das wäre also eine Sensation. Die DGA-Fünf beinhalten aber die drei und zusätzlich Peter Farrelly und Adam McKay. Es ist einzig Adam McKay zu „verdanken“, dass sein Film „Vice“ eine solche ungeordnete Katastrophe wurde, dafür werden sie ihn doch nicht noch belohnen? Richtig happy wäre ich mit Pawel Pawlikowski (Cold War) oder vielleicht Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk), meinetwegen auch Oscar-Gewinner Damien Chazelle (First Man). Vielleicht ist es aber auch Paul Schrader (First Reformed), der so viele Jahrzehnte ignoriert wurde. 

 

Performance by an actress in a leading role

Glenn Close „The Wife“

Olivia Colman „The Favourite“

Lady Gaga „A Star is Born“

Melissa McCarthy „Can You Ever Forgive Me?“

Viola Davis „Widows“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Hundertprozentig sind nur Glenn Close, Olivia Colman und Lady Gaga. Sollte Yalitza Aparicio (Roma) nominiert werden, brauchen wir gar nicht weiter zu rätseln, welcher Film BP gewinnt. Dann kann es eigentlich nur „Roma“ sein. Die restlichen zwei Schauspielerinnen könnten aber auch Emily Blunt (Mary Poppins Returns), Joanna Kulig (Cold War), Toni Collette (Hereditary) oder Saoirse Ronan (Mary Queen of Scots). Es könnte sogar Julia Roberts (Ben is Back) sein.

 

Performance by an actor in a leading role

Christian Bale „Vice“

Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Bradley Cooper „A Star is Born“

John David Washington „BlacKKklansman“

Viggo Mortensen „Green Book“

Tja. Bale und Rami Malek werden ziemlich sicher nominiert, für Bradley Cooper sieht es auch ganz gut aus. Das sind die sicheren Drei. Eine Nominierung für John David Washington würde zeigen, wie beliebt „BlacKKKlansman“ innerhalb der Academy ist. Eine Nicht-Nominierung für Viggo würde zeigen, dass die Schmutzkampagne für „Green Book“ doch irgendwo Früchte getragen hat. Mit dem gestrigen PGA-Preis für „Green Book“ sieht es aber so aus, als ob „Green Book“ nach wie vor sehr viele Fans, selbst innerhalb der Filmindustrie hat. Gerade für Viggo könnte Ethan Hawke (First Reformed) reinkommen, der die amerikanischen Kritiker hinter sich hat. Für eine Nominierung stehen aber auch andere in der Schlange: Willem Dafoe (At Eternity´s Gate, Ryan Gosling (First Man), Lucas Hedges (Boy Erased)

 

Performance by an actress in a supporting role

Rachel Weisz „The Favourite“

Emma Stone „The Favourite“

Amy Adams „Vice“

Nicole Kidman „Boy Erased“ 

Regina King „If Beale Street Could Talk“

So, hier wird es spannend. Eigentlich haben wir mit Regina King, Gewinnerin in dieser Kategorie u.a. bei den Globes und den Critic Choice Awards eine Favoritin auf den Oscar-Gewinn. Nun wurde sie aber weder von den Schauspielern (von SAG/AFTRA), noch von den Briten (BAFTA) mit einer Nominierung bedacht. Viele Mitglieder dieser Gruppen sind auch Academy-Mitglieder. Kann sie nun wieder bei den Oscars einsteigen? Sicher sind in dieser Kategorie eigentlich nur die beiden Ladies von „The Favourite“. Nominiert werden könnte auch Claire Foy (First Man), Margot Robbie (Mary Queen of Scots), Emily Blunt (A Quiet Place), Elizabeth Debicki (Widows) oder Michelle Yeoh (Crazy Rich Asians). Sollte Regina King für den Oscar nominiert werden, wird sie ihn wohl auch gewinnen.

 

Performance by an actor in a supporting role

Mahershala Ali „Green Book“

Richard E. Grant „Can You Ever Forgive Me?“

Timothée Chalamet „Beautiful Boy“

Adam Driver „BlacKKKlansman“

Sam Rockwell „Vice“

Super sicher sind hier wohl nur die ersten Beiden. Mahershala Ali wird, ich hatte es bereits in meiner November-Prognose erwähnt, aller Wahrscheinlichkeit nach den „Christoph Waltz“ machen und zwei Mal innerhalb kürzester Zeit den Oscar als Bester Nebendarsteller holen. Bislang sehe ich nichts, was dagegen spricht. Na gut, eine Mini-Chance für Adam Driver wenn „BlacKKKlansman“ BP gewinnt. Dafür muss er aber erst mal nominiert werden. Wer könnte aber noch nominiert werden? Die Frage ist auch, ob Sam Elliot (A Star is Born) nominiert wird? Auch könnten Michael B. Jordon (Black Panther), Nicholas Hoult (The Favourite), Brian Tyree Henry (If Beale Street Could Talk), Steven Yeun (Burning), Russell Crowe (Boy Erased), Daniel Kaluuya (Widows) und was weiß ich wer noch alles nominiert werden. Lassen wir uns überraschen.

 

Die Oscar-Nominierungen kommen am 22.01.19 bekanntgegeben. 

Die 91st Academy Awards finden am 24.2.19 offensichtlich das erste Mal nach längerer Zeit ohne einen Gastgeber statt. 

D. C. – Film: „Mary Queen of Scots“

Ich war am 08.01.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mary Queen of Scots“ (dt. Filmtitel: „Maria Stuart, Königin von Schottland“, dt. Kinostart war der 17.01.19)  124 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Josie Rourke  cast: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, Joe Alwyn, David Tennant, Guy Pearce, Ian Hart

 

Schottland im Jahr 1561. Maria Stuart (Saoirse Ronan) hat in den letzten Jahren in Frankreich gelebt. Nach dem Tod ihres Ehemannes, dem König von Frankreich, kehrt sie zurück in das politisch und religiös gespaltene Schottland. Die 18-Jährige Katholikin besteigt nun den ihr rechtmäßig zustehenden schottischen Thron. Ihre protestantische Cousine, die englische Königin Elizabeth I. (Margot Robbie) begegnet Maria mit Mißtrauen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mary Queen of Scots“ ist ein Biopic über die schottische Königin Maria Stuart. Der Film basiert auf John Guys Biografie „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“. Das Drehbuch zu diesem Film hat der amerikanische Dramatiker Beau Willmon geschrieben, er ist u.a. der Serienschöpfer der amerikanischen Version von House of Cards. Es ist Spielfilmdebüt der britischen Theaterregisseurin Josie Rourke.

Maria Stuarts tragische Lebensgeschichte allein gibt natürlich viel her für einen Film. In diesem Historiendrama geht es nun auch um den Konflikt zweier starker Frauen, rivalisierende Monarchinnen, die sich in einer ansonsten von Männern dominierten Welt durchsetzten. Die ganze Geschichte wird von der Theaterregisseurin mal als Kammerspiel, mal sehr aufwändig, aber immer selbstbewusst in Szene gesetzt. Das Herzstück des Films ist das Aufeinandertreffen der beiden Königinnen. Dabei handelt es sich um ein einziges Treffen (ob es in der Realität  überhaupt stattgefunden hat, weiß man nicht). Um Spannung zwischen den beiden Schauspielerinnen aufzubauen und die Szene so authentisch wie möglich zu gestalten, wurden Saoirse Ronan und Margot Robbie für die kompletten Dreharbeiten voneinander ferngehalten.  

Mir hat „Mary Queen of Scots“ tatsächlich besser gefallen, als ich es zuvor gedacht habe. Handwerklich ist der Film gut, die Filmmusik weiß zu gefallen, die Kostüme und die Ausstattung sind beeindruckend. Gerade die vielfältige Besetzung hat mich angesprochen, einzig Margot Robbie war mir ein Dorn im Auge. Ich halte sie hier für fehlbesetzt. Während Saoirse Ronan etwas anmutiges, gar majestätisches hat, wirkt Margot Robbie hier gewöhnlich. Mit feuerroten Haaren und mit übertriebener Schminke erinnerte sie eher an einen Hofnarr als an eine Königin. Das hat mich aus dem Film gebracht.

Saoirse Ronan hat im Alter von 13 Jahren (für einen ihrer ersten Kinofilme, „Atonement“) bereits ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Damit befindet sie sich in bester Gesellschaft, Leonardo DiCaprio hat seine erste Oscar-Nominierung ebenfalls für einen seiner ersten Kinofilme („What´s Eating Gilbert Grape“) bekommen und Edward Norton hat seine erste Oscar-Nominierung tatsächlich für sein Spielfilmdebüt in „Primal Fear“ erhalten. Mittlerweile ist die irisch-amerikanische Schauspielerin 24 Jahre alt und hat bereits drei Oscar-Nominierungen  (auch für ihre Performance in Brooklyn und Lady Bird).

„Mary Queen of Scots“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Mary Queen of Scots“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Bestes Kostümdesign und  Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten.

„Mary Queen of Scots“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,052 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film gestern (17.01.19) in den Kinos gestartet. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cold War„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Everybody Knows„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Asghar Farhadis neuer Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Wenn der Film bloß so gut wäre wie der Trailer. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Downton Abbey „

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

D. C. – Film: „Ben is Back“

Ich war am 07.01.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ben is Back“ (dt. Kinostart war der 10.01.19)  103 min  drama

dir. Peter Hedges  cast: Julia Roberts, Lucas Hedges, Courtney B. Vance, Kathryn Newton, Alexandra Park

 

Holly Burns (Julia Roberts) ist glücklich als ihr ältester Sohn Ben (Lucas Hedges) völlig unerwartet vor der Tür steht. Ben ist drogensüchtig und hat seinen Entzug vorzeitig abgebrochen. Nun soll er seit 2 1/2 Monaten clean sein und Holly ist bereit, ihn zumindest für Weihnachten wieder im Kreis der Familie aufzunehmen. Bens Stiefvater (Courtney B. Vance) und seine ältere Schwester Ivy (Kathryn Newton) sind skeptisch, viel zu viel hat die Familie seinetwegen bereits durchgemacht. Holly schließt sicherheitshalber alle Medikamente und den Schmuck weg und einigt sich mit ihrem Sohn darauf, dass sie ihn für die nächsten vierundzwanzig Stunden keine Sekunde aus den Augen lässt. Doch schon bald wird Ben von seiner Vergangenheit eingeholt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ben is Back“ ist der neue Film des amerikanischen Romanautors („What´s Eating Gilbert Grape“), Drehbuchautors („About a Boy“) und Filmemachers (Dan in Real Life) Peter Hedges. Er ist der Vater des Oscar-nominierten Schauspielers Lucas Hedges, der hier den Titelcharakter spielt. 

In der Oscar-Saison 2018/2019 ist „Ben is Back“ (neben Boy Erased und Beautiful Boy) einer der drei Filme, bei denen der Sohn der Familie im Zentrum der Geschichte steht. Wie eine Drogensucht des Sohnes das Familienleben beeinflusst, das zeigt sowohl „Beautiful Boy“ als auch dieser Film. Hier ist Ben durch Schmerzmittel, die er nach einem Sportunfall verschrieben bekam, drogensüchtig geworden. Letztlich ist aber unwichtig, wie der Sohn in die Abhängigkeit  rutschte. Das Kind ist suchtkrank, hat die Entzugsklinik vorzeitig verlassen und steht an Heiligabend vor der Tür. Kann die Familie dem süchtigen Sohn vertrauen? Positiv finde ich, dass der Film auch Rasse und Klasse anspricht. Wäre der Sohn schwarz würde er wahrscheinlich im Gefängnis sitzen, würde er aus ärmlichen Verhältnissen stammen, hätte seine Therapie nicht finanziert werden können. Varianten dieses Drogendramas hat man schon zig Mal im Film gesehen, hier ist sie durchaus spannend inszeniert. Peter Hedges hat sich für seine Geschichte  von Suchtfällen aus seinem Familien- und Freundeskreis (er war auch mit dem Schauspieler Philip Seymour Hoffman befreundet) inspirieren lassen. Teilweise wirkt seine Story jedoch an den Haaren herbeigezogen und das Ende ist wirklich dämlich. 

Lucas Hedges ist glaubwürdig in dem Film, auch wenn seine Performance in seinen beiden anderen 2018er-Filmen („Boy Erased“ und Mid90s) noch besser ist. Letztlich ist es aber die Julia Roberts-Show. Sie spielt die Übermutter, die wie eine Löwenmutter um ihr Baby kämpft.

„Ben is Back“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Beste Hauptdarstellerin (Julia Roberts), Bestes Originaldrehbuch

„Ben is Back“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 598 Kinos. In Deutschland ist „Ben is Back“ seit dem 10.01.19 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Arctic„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Survival-Film mit Mads Mikkelsen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Aspern Papers„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Jonathan Rhys-Meyers und Vanessa Redgrave

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Gloria Bell„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des chilenischen Films „Gloria“, hier mit Julianne Moore und John Turturro

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2018

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2018 tauchen insgesamt 105 aktuelle Filme auf. 23 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 23 Filmen waren allein 10 neue Netflix-Filme (The Cloverfield Paradox,, Strong Island, Mute, Cargo, Sunday´s Illness, Outside In, Private Life, 22 July, Stephanie und Bird Box). Einige davon hätte ich gerne  im Kino gesehen. Dafür konnte ich im Jahr 2018 tatsächlich drei Netflix-Filme im Kino sehen: Annihilation, The Ballad of Buster Scruggs und Roma.

Die verbleibenden 82 Filme habe ich im Kino gesehen. Im Jahr 2018 habe ich es auch zum ersten Mal auf das Münchner Film Fest und damit auf vier Filmfestivals  (Berlinale, Tribeca Film Festival, Münchner Film Fest und das New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale, dem Münchner Film Fest und vier Pressevorführungen (für Winchester, You Were Never Really Here, Halloween und Climax) war ich im Filmjahr 2018 3 x regulär im deutschen Kino, und zwar für Hereditary, für den Netflix-Film Roma und schließlich für „Cold War“.  5 x war ich in Hongkong, 1 x in Leeuwarden, 1 x in Kopenhagen und ansonsten nur in Nordamerika im Kino.  Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw.  Oscar-Filme unterzubringen, bevor ich meine Top-Ten-Liste veröffentliche. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Da die Bestenliste bis spätestens Anfang/Mitte Januar fertig sein sollte, habe ich nur noch folgende potenzielle Oscar-Kandidaten in den ersten Tagen des neuen Jahres gesehen: If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War und Destroyer

Nicht geschafft habe ich folgende mögliche Top Ten-Kandidaten:  „Capernaum“, „Suspiria“, „Shoplifters“ und „Burning“

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den, von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren. 

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2018 gibt es keinen Platz 1-Film und auch sonst haben die Filme kein Ranking erhalten. Gelistet sind sie in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe. In meiner Bestenliste sind u.a. ein spanischer, ein mexikanischer und ein polnischer Film, Wes Andersons Stop-Motion-Animationsfilm, ein exzentrisches Kostümdrama eines griechischen Ausnahmeregisseurs, zwei ganz besondere Werke weiblicher Regisseure und Spike Lees neuestes Film

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2018 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Isle of Dogs

You Were Never Really Here

Disobedience

Sunday´s Illness

Outside In (mein Beitrag folgt in Kürze)

Leave No Trace

BlacKkKlansman

The Favourite

Roma

Cold War (mein Beitrag folgt in Kürze) 

 

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Annihilation, A Quiet Place, American Animals, Border, If Beale Street Could Talk) 

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2018:

Jonah Hill (Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot)

Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)

Toni Collette (Hereditary)

Olivia Colman (The Favourite)

Rachel Weisz und Emma Stone (The Favourite)

Glenn Close (The Wife) 

Tim Blake Nelson (The Ballad of Buster Scruggs)

Bradley Cooper (A Star is Born)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Carey Mulligan (Wildlife)

Elizabeth Debicki (Widows)

Russell Crowe (Boy Erased)

Mahershala Ali, Viggo Mortensen (Green Book)

Josh Brolin, Benicio del Toro (Sicario: Day of the Soldado) 

Christian Bale, Sam Rockwell, Steve Carell, Amy Adams (Vice) 

Lucas Hedges (insbesondere für Boy Erased, Mid90s) 

Adam Driver (BlackKklansman)

Timothee Chalamet (Beautiful Boy) 

Joanna Kulig und Tomasz Kot (Cold War) 

Michael Shannon (weil er immer toll ist, dieses Jahr habe ich ihn in Waco, State Like Sleep und „The Little Drummer Girl“ gesehen)

 

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Thomasin McKenzie (Leave No Trace)

Helena Howard (Madeline´s Madeline)

Sunny Suljic (Mid90s)

Evan Peters (American Animals, TV-Serie: Pose)

Lewis Pullman (Bad Times at the El Royale) 

Cynthia Erivo (Bad Times at the El Royale/ Widows) 

Richard Madden (TV-Serie: Bodyguard) 

Darren Criss (The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story)

Alex Lawther (The End of the F***ing World) 

Joel Dawson (Mary Poppins Returns) 

 

Ich wähle die Filme, die ich mir anschaue immer gezielt aus, daher sehe ich relativ wenig schlechte Filme. Hin und wieder muss aber ich auch leiden. 

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Mute

Thoroughbreds

Eighth Grade

Her Smell

Bohemian Rhapsody

Green Book

Vice

Destroyer (mein Beitrag folgt in Kürze)

 

Wirklich gehasst habe ich nur folgenden Film: 

„The Real Estate“ (Ein schwedischer Film, den ich auf der Berlinale 2018 gesehen habe. Ich wollte den Film schnellstmöglich vergessen, daher habe ich nichts über ihn geschrieben. Es ist der einzige Film, der von mir im Filmjahr 2018 ein „F“ bekommen hat) 

 

Einige Filme habe ich jedoch angefangen, haben mich jedoch aus unterschiedlichen Gründen genervt bzw. ich war einfach nicht in der Stimmung für die Filme und habe sie bis heute nicht zu Ende geschaut:

Paddington 2

The Rider

Mandy 

The Death of Stalin 

Support the Girls 

 

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2018 ein recht gutes Filmjahr. Auch habe ich noch nie so viele Serien/bzw. Mehrteiler wie im letzten Jahr gesehen. Nicht über jede habe ich etwas geschrieben. Ich versuche demnächst noch ein paar Worte über „The Little Drummer Girl“ zu verlieren. Hier meine 2018er Serien/Mehrteiler mit meiner Bewertung – in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: 

The End of the F***ing World  (A)

Good Behavior, 2. Staffel (B)

The Fear (B)

Waco (B)

Collateral (B+)

The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (B+)

Liar (C+)

The Chalet (C+)

Colony, 1. Staffel  (C+)

Colony, 2. Staffel  (C)

Homeland, 7. Staffel  (B-)

Safe (B-)

The Looming Tower (A-)

Barry (B+)

Patrick Melrose (C+)

Pose (B+)

Sharp Objects (C+)

Bodyguard (B)

The Little Drummer Girl (B)

The Kominsky Method (B-) 

 

Folgendes ist aus meiner Top Ten-Liste aus dem Jahr  Filme aus dem Jahr 2017 kopiert. Gelistet hatte ich im Vorfeld, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2018 interessierten:

 

The Irishman, dir. Martin Scorsese (ins Jahr 2019 verschoben)

Backseat, dir. Adam McKay (in „Vice“ umbenannt) 

Widows, dir. Steve McQueen

The Sisters Brothers, Jacques Audiard

Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer 

Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant 

Annihilation, Alex Garland 

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  (ins Jahr 2019 verschoben) 

Chappaquiddick, dir. John Curran 

Loro, dir. Paolo Sorrentino 

Unsane, dir. Steven Soderbergh

Boy Erased, dir. Joel Edgerton 

mit Ausnahme von „Loro“ habe ich alle Filme, die 2018 herauskamen gesehen. Dieses Jahr hat es keiner dieser Filme in meine Top Ten geschafft. 

 

 

Für das Jahr 2019 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  (beide aus meiner Liste des Vorjahres)


Us, dir. Jordan Peele

Once Upon a Time in Hollywood, dir. Quentin Tarantino

The Gemini Man, dir. Ang Lee

Untitled Artificial Intelligence Courtroom Project, dir. Darren Aronofsky

The King, dir. David Michod

A Beautiful Day in the Neighborhood, dir. Marielle Heller 

The Woman in the Window, dir. Joe Wright

Ford v. Ferrari, dir. James Mangold

Jojo Rabbit, dir. Taika Waititi 

Shirley, dir. Josephine Decker 

The Dead Don´t Die, dir. Jim Jarmusch

Denver – Film: „The Mule“

Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mule“  (dt. Kinostart: 31.01.19) 116 min  crime, drama, adaptation 

dir. Clint Eastwood  cast: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Laurence Fishburne, Michael Pena, Dianne Wiest, Andy Garcia, Alison Eastwood, Taissa Farmiga 

 

Peoria, Illinois, 2017. Earl Stone (Clint Eastwood) hat sein ganzes Leben viel gearbeitet und seine Familie darüber vernachlässigt. Mittlerweile ist er lange geschieden und seine einzige Tochter (Alison Eastwood) redet nicht mehr mit ihm. Jetzt muss er sein Geschäft schließen und sein Haus wird zwangsversteigert. Von einem Freund seiner Enkeltochter Ginny (Taissa Farmiga) bekommt er die Empfehlung, sein Geld als Kurierfahrer zu verdienen. Ehe Earl sich versieht, arbeitet er als Drogenkurier für ein mexikanisches Drogenkartell…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Mule“ basiert auf Sam Dolnicks The New York Times Artikel „The Sinaloa Cartel’s 90-Year-Old Drug Mule“. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte die von dem Zweite-Weltkriegs-Veteran und Pflanzenzüchter Leo Sharp erzählt, der im hohen Alter  beginnt, für ein mexikanisches Kartell Drogen zu schmuggeln. Es ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers („Dirty Harry“, „In the Line of Fire“) und Filmemachers („Unvorgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully) Clint Eastwood. Clint hat diesen Film auch produziert und spielt die Hauptrolle. 

Der Film ist anfangs ganz unterhaltsam, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen, was sehr einschläfernd ist. Erschwerend kommt dazu, dass ich die Geschehnisse, wie sie hier gezeigt werden, unglaubwürdig fand.

Der Film soll auf wahren Begebenheiten basieren. Grundsätzlich ist es auch eine sehr smarte Idee, einen so alten Mann als Drogenkurier einzusetzen. Nicht so smart ist es, seine Fahrten mit einem so auffälligen Auto erledigen zu lassen. Hätte man ihm nicht beispielsweise jedes Mal ein anderes Auto zur Verfügung stellen können oder wenigstens ein etwas unauffälliges? Earl ist zu Anfang in Geldnöten, da kann man sich noch irgendwie erklären, warum er sich Geld durch die Schmuggelfahrten verdienen will. Nach der soundsovielten Fahrt fehlen mir jedoch die Beweggründe, warum Earl weiter sein Leben aufs Spiel setzt. Den Zuschauer an Earls Gedankenwelt teilhaben zu lassen, das wäre der interessante Aspekt der Geschichte gewesen. Hier beobachtet man ihn aber nur dabei, wie er Ware einlädt, viele Kilometer mit brisanter Fracht hinter sich bringt und ausliefert, das macht wirklich keinen guten Film aus. Richtig absurd wird der Film, wenn Earl für geraume Zeit scheinbar spurlos von der Bildfläche verschwindet. Würde das mexikanische Drogenkartell ihren Kurier mit einer, für sie extrem kostbaren Fracht auf den Weg schicken, ohne dass sie ihn jederzeit orten können? Das ist doch völlig unrealistisch. Auch muss sich Earl in den letzten Jahrzehnten in einer Höhle versteckt gehalten haben, wenn es ihn überrascht, dass man „Negro“ heutzutage nicht mehr sagt. 

Clint ist mittlerweile 88 Jahre alt. Er hatte bereits bekannt gegeben, sich von der Schauspielerei zurückzuziehen. Das ist eine gute Entscheidung, hier wirkt er auch sehr müde. Clint Eastwoods tatsächliche Tochter Alison spielt in diesem Film seine Tochter.  

Clint Eastwood hat als Regisseur zwei Oscars (für „Unvorgiven“ und „Million Dollar Baby“) gewonnen. Diese beiden Filme wurden auch mit dem Academy Award als Bester Film ausgezeichnet. Als Schauspieler wurde er für seine Performance in den beiden Filmen als Bester Hauptdarsteller nominiert. 

Vice und „The Mule“ waren in der Oscar-Saison 2018/2019 die letzten beiden Filme, die der amerikanischen Presse gezeigt. wurden.

Mit Clint Eastwood und den Oscars ist es immer so eine Sache, man sollte ihn nie unterschätzen. Man hat ihn mit seinem Film nur maximal vage auf dem Schirm und dann lässt er seinen Film im Dezember, also quasi in letzter Minute, zeigen und kassiert dafür einige Oscar-Nominierungen. So zuletzt geschehen mit American Sniper. „The Mule“ ist nun aber selbst für die alten, weißen Männer bei A.M.P.A.S. nicht gut genug. Der Form halber sei aber erwähnt, dass der Film für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller im Gespräch ist. 

„The Mule“ ist am 14.12.18 in 2,588 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 3,329 Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 31.01.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Boah. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Denver – Film: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“

Ich war am 29.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ (dt. Filmtitel: „Spider-Man: A New Universe“, dt. Kinostart war der 13.12.18) 117 min  animation, adaptation 

dir. Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman  voices: Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry, Lily Tomlin, Zoe Kravitz, Nicolas Cage, Kathryn Hahn, Liev Schreiber, Luna Lauren Velez

 

Brooklyn, New York. Miles Morales (Shameik Moore) ist ein dunkelhäutiger Teenager. Sein afroamerikanischer Vater (Brian Tyree Henry) arbeitet als Polizist, seine puertorikanische Mutter (Luna Lauren Velez) ist Krankenschwester. Sie schicken ihn jetzt unter der Woche auf ein Internat. Er fühlt sich als Außenseiter auf dieser elitären Privatschule, eigentlich ist er ein Graffiti-Künstler und hängt viel lieber bei seinem coolen Onkel Aaron (Mahershala Ali) ab. Eines Tages wird er von einer Spinne gebissen und realisiert, dass er dadurch seltsame Kräfte entwickelt. Ist Miles neben Peter Parker (Chris Pine) ein weiterer Spider-Man? 

 

B (Wertung von A bis F.) „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist ein Animationsfilm aus dem Hause Sony. Der Film basiert auf den Marvel Comics. Regie haben die drei Amerikaner Bob Persichetti, Peter Ramsay, Rodney Rothman geführt. Zuvor haben sie sich entweder als Autoren, Illustratoren, Storyboard Artisten, Produzenten, aber auch als Regisseure einen Namen gemacht.  

Es ist schon ein wenig unter Sensation zu verbuchen, wenn ich mir freiwillig einen Superheldenfilm anschaue. Diesen wollte ich mir eigentlich auch nicht angucken, dann zeigen sich Fans des Genres und Filmkritiker plötzlich gleichermassen begeistert, der Film ist für eine Oscar-Nominierung im Gespräch und dann sitze ich halt doch im Kino und schaue eine weitere „Origin Story“.

Da hier verschiedene Spider-Man-Figuren aus unterschiedlichen Comic-Universen zusammengeführt werden und es entsprechend viele Insiderwitze gibt, ist dieser Film in seiner Gesamtheit sicherlich in erster Linie etwas für Fans des Genres.

An den Animationsstil muss man sich zunächst gewöhnen. Ich hatte anfangs das Gefühl, als würde ich einen 3D-Film sehen und hätte vergessen, die entsprechende Brille aufzusetzen. Als ich mich dann mit der Animation angefreundet habe, muss ich zugeben, dass sie visuell recht innovativ ist. Die Story ist originell, die Hauptfigur Miles Morales ist klasse, am besten haben mir alle Szenen mit ihm und dem Amazing Spider-Man gefallen. Insgesamt ist der Film ideen- und actionreich und cool, aber leider zu lang. Die letzten, vielleicht 25 Minuten habe ich nur als quietschbunten, anstrengenden Bilderbrei in Erinnerung, der wahrscheinlich nur für Zuschauer mit starker Sehschwäche geeignet ist. Ohne diese Sequenz hätte ich den Film wahrscheinlich noch besser bewertet. 

Dieser Film ist den im Jahr 2018 verstorbenen Schöpfern von Spider-Man Stan Lee und Steve Ditko gewidmet. Stan Lee ist als animierte Figur auch kurz im Film zu sehen. 

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Animationsfilm und Bestes adaptiertes Drehbuch im Gespräch. Update: „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ hat eine Oscar-Nominierung (Bester Animationsfilm) erhalten.

„Spider-Man: Into the Spider-Verse“ ist am 14.12.18 in 3,813 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film läuft unter dem Filmtitel „Spider-Man: A New Universe“ seit dem 13.12.18 auch in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, den Originalfilm habe ich bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „The Kid Who Would Be King„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Fantasy-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Overcomer„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: religiöser Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

Denver – Film: „Mary Poppins Returns“

Ich war am 28.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mary Poppins´ Returns“  (dt. Filmtitel „Mary Poppins Rückkehr“, in Deutschland seit dem 20.12.18 im Kino zu sehen) 130 min  musical, sequel, adaptation 

dir. Rob Marshall  cast: Emily Blunt, Lin-Manuel Miranda, Ben Whishaw, Emily Mortimer, Pixie Davies, Nathanael Saleh, Joel Dawson, Julie Walters, Dick Van Dyke, Angela Lansbury, Colin Firth, Meryl Streep

 

London im Jahr 1935. Michael Banks (Ben Whishaw) lebt seit dem Tod seiner Frau mit seinen drei Kindern, Annabel (Pixie Davies), John (Nathanael Saleh) und Georgie (Joel Dawson) und seiner Schwester (Emily Blunt) in der Cherry Tree Lane zusammen. Er hat es nicht leicht, seine Kinder allein großzuziehen, jetzt ist er auch noch in finanzielle Nöte geraten. Es bleiben ihm nur noch wenige Tage, um die Hypothek zu bezahlen. Ansonsten wird das Haus, in dem Michael und seine Schwester Jane aufgewachsen sind, zwangsgeräumt. Dann kehrt Michael und Janes altes Kindermädchen Mary Poppins (Emily Blunt) plötzlich zurück…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Mary Poppins´ Returns“ ist die Fortsetzung zu Robert Stevensons Musical „Mary Poppins“ aus dem Jahr 1964. Auch dieser Film basiert auf Pamela Lyndon Travers Kinderbüchern der Mary Poppins Serie. „Mary Poppins Returns“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Rob Marshall („Chicago“, Nine, Into the Woods).

Es ist viel zu lange her, dass ich den Klassiker „Mary Poppins“ gesehen habe, einen direkten Vergleich möchte ich hier daher nicht anstellen. 

Diesen Film habe ich mir auch nur widerstrebend angesehen. Nun ist „Mary Poppins Returns“ aber für die Oscars im Gespräch, viele zeigen sich begeistert von dem Film, ich mag Emily Blunt, hatte viel Zeit und nur ein Kinocenter (und keines meiner geliebten Programmkinos) in der Nähe, also warum nicht. 

Musicals sind generell nicht meine Welt und entsprechend zog sich dieser Film für mich als wäre ich ein Kind, dass auf die Ferien wartet. Der Film sieht aber besser aus, als man das von den Trailern her erwarten konnte. Das Setdesign ist großartig, die Melodien und Songs sind okay, man läuft aber nicht Gefahr, sie nach dem Kinobesuch weiter zu summen. Wenn es schon eine Fortsetzung zu „Mary Poppins“ geben muss, dann gibt es wohl keine bessere Besetzung als die wandelbare Emily Blunt als Kindermädchen mit magischen Fähigkeiten. Sie interpretiert die Rolle auf ihre Art, singt und tanzt und ist tadellos. Auffällig gut hat mir der Joel Dawson, der den jüngsten Sohn der Banks-Familie spielt, gefallen. Meryl Streep gibt eine sehr schrille Performance mit Gesangseinlage. In weiteren Nebenrollen u.a. Dick Van Dyke und Angela Lansbury. 

Der Originalfilm aus dem Jahr 1964 war für 13 Oscars nominiert und hat fünf Academy Awards gewonnen (Julie Andrews als Beste Schauspielerin, Bester Schnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik und Bester Originalsong)

„Mary Poppins´ Returns“ ist nun auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Emily Blunt), Bester Hauptdarsteller (Lin-Manuel Miranda), Bester Nebendarsteller (Ben Whishaw), Beste Nebendarstellerin (Meryl Streep, Angela Lansbury, Emily Mortimer), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik, Bester Originalsong („Trip a Little Light Fantastic“, „The Place Where Lost Things Go“) und einige technische Kategorien. Update: „Mary Poppins Returns“ hat 4 Oscar-Nominierungen (Beste Filmmusik, Bester Song für „The Place Where Lost Things Go“, Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild) erhalten.

„Mary Poppins Returns“ ist am 19.12.18 in 4,090 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film seit dem 20.12.18 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Dog´s Way Home„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: bei Hundefilmen muss ich immer heulen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: naja, wahrscheinlich schon, aber eher auf Netflix oder so


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, den Originalfilm habe ich bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Trailers: B- (erster richtiger Trailer)

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Lion King„

Bewertung des Teasers: B

Kommentar: Jon Favreaus Live-action-Remake des gleichnamigen Animationsfilm. Ich hatte nicht mal den Wunsch mir das Original anzuschauen. 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Golden Globe-Gewinner 2019

Gestern bin ich leider etwas zu spät in unserem Washingtoner Hotel angekommen und habe die Golden Globe-Verleihung nicht komplett gesehen. 

Gefreut habe ich aber natürlich für Ryan Murphy und seine TV-Serie The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story und den brillanten Hauptdarsteller Darren Criss. Auch löblich ist die Auszeichnung für Richard Madden (aus der TV-Serie Bodyguard). Typisch für die HFPA ist es jedoch „The Kominisky Method“ und seinen Hauptdarsteller Michael Douglas auszuzeichnen. Ist er doch mit Abstand der größte Star der Comedy-Serien, die nominiert waren. Ich habe mir kürzlich diese  Serie angeschaut, ist nett, kann man auch gucken, ist aber längst nicht so gut wie Barry. Bei „Killing Eve“ hatte ich im letzten Jahr auch reingeschaut, ein Grund, warum ich mir die Serie nicht zu Ende anschauen konnte, war das ausdruckslose Gesicht von Golden Globe-Moderatorin und -Gewinnerin Sandra Oh. 

Es wird als eine ziemliche Überraschung angesehen, dass Lady Gaga gestern nicht als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Der HFPA ist es immer wichtig, dass sie die größten Stars im Beverly Hilton Hotel versammeln können. Auch zeichnen sie gerne die größten Stars aus, da sie Lady Gaga aber bereits für den Gewinn für ihren Song „Shallow“ auf der Bühne hatten, brauchten sie ihr keinen weiteren Preis zu geben. Alles richtig gemacht. So kann und wird es bei den Oscars weitergehen. Eins kann man aus der gestrigen Show nämlich ziemlich sicher wissen: Glenn Close gewinnt jetzt auch den Academy Award. Bislang gab es noch keine handfesten Anzeichen dafür, sie hat zwar hier und da mal einen kleineren Kritiker-Preis für The Wife gewonnen, aber bisher nichts Wegweisendes. Das bedarf es aber auch für eine (dann am 22.1.19) sieben Mal für den Oscar nominierte Schauspiellegende. Nun gelten die Golden Globes immer als sogenanntes Casting für die Oscars. Wer hier eine tolle Dankesrede hält, den möchten die Academy-Mitglieder auch auf ihrer Bühne sehen. Glenn Close hat zwar bereits zwei Golden Globes für TV-Projekte gewonnen, der Award für „The Wife“ war aber ihr erster für einen Kinofilm. Da ihr im Vorfeld wohl gesagt wurde, dass Lady Gaga die Favoritin ist, war Mrs. Close auch sichtlich überrascht. Mit ihrer tränenreichen und tollen Dankesrede bei den Globes holt sie sich jetzt auch endlich ihren ersten Oscar. Ich freue mich darüber sehr. Auch wenn Olivia Colman (für The Favourite) im letzten Jahr die noch etwas bessere Performance gegeben hat. Mrs. Colman war auch super sympathisch und bezaubernd bei ihrer Dankesrede. Ihre Karriere in Hollywood hat jetzt begonnen. 

Dass Rami Malek für Bohemian Rhapsody ausgezeichnet wurde, war irgendwie überraschend, da in dieser Kategorie Bradley Cooper (für A Star is Born) der große Favorit war. Auch Rami Maleks große Hollywood-Karriere hat jetzt begonnen. 

Was gibt es sonst noch zu berichten? Anne Hathaway sah aus wie ein Clown, nichts Neues also. 

Die Oscars:

Marhershala Ali (Green Book) und Regina King („If Beale Street Could Talk“) haben beide vorerst wieder ihren Favoritenstatus in der Kategorie Beste Nebenrolle eingenommen. Auch wenn Regina King überraschenderweise nicht für den SAG-Award nominiert wurde. Das Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ist, wie gesagt vorbei. Glenn Close hat ihn in der Tasche. In der Kategorie Bester Hauptdarsteller haben wir jetzt einen Wettbewerb zwischen Rami Malek, Christian Bale und Bradley Cooper. Ich hoffe immer noch auf Letzteren, der mit einem Oscar-Gewinn für das komplette Projekt „A Star is Born“ ausgezeichnet werden würde. 

Bislang gab es, was die Oscars angeht, noch keinen klaren Kandidaten auf den Gewinn in der Königskategorie Bester Film. Mein Favorit in meiner ersten und zweiten Prognose war Roma, dann habe ich mir den Film allerdings im Kino angeschaut und konnte mir nicht mehr vorstellen, dass die größte Gruppe innerhalb der Academy (die Schauspieler) diesen Film mit vorwiegend Laienschauspielern als ihren Lieblingsfilm wählen. Bei den Globes konnte „Roma“ nicht in der Kategorie Bester Film/Drama nominiert werden, da er nicht-englischsprachig ist. (Einer dieser seltsamen Regeln der HFPA). Die Globes helfen hier also nicht, auch weil „Bohemian Rhapsody“ definitiv nicht den Oscar gewinnen kann. Undenkbar, dass so ein Film den Oscar gewinnt. Auch wenn dieser Film unfassbar viel Geld einspielt, ändert es nichts an der Tatsache, dass der Film nicht gut genug ist. Weder Rami Malek noch die Produzenten haben ihrem, in der Kritik stehenden und gefeuerten Regisseur Bryan Singer gedankt. Er war sicherlich nicht mal eingeladen. Schlechte Presse ist etwas, was A.M.P.A.S. im Moment genug hat, ihren Ruf sollte und wird sie mit der Auszeichnung eines solchen Debakels nicht aufs Spiel setzen. 

Auch ist „Green Book“ viel zu gewöhnlich und zu kontrovers, um den Oscar zu gewinnen. „A Star is Born“ ist der große Verlierer der gestrigen Globes und wird jetzt auch ein paar Mitleidspunkte sammeln. Man stelle sich vor, Bradley Cooper wird nicht als bester Regisseur bei den Oscars nominiert. Haben wir dann eine Situation wie bei Ben Affleck und seinem Film„Argo“? Ich gehe zurück zu meiner Ausgangsprognose und denke, dass „Roma“ den Oscar als bester Film gewinnt. BlacKkKlansman könnte auch gewinnen, dafür bräuchte Spike Lee nun zunächst einmal eine DGA-Nominierung und vielleicht einen DGA-Gewinn. 

Von heute (7.1.19) an bis zum 14.1.19 wählen die Academy-Mitglieder für die Oscar-Nominierungen. Auch in der Kategorie Bester Film hat jedes Academy-Mitglied genau fünf Stimmen. Sie dürfen also nicht zehn, sondern nur fünf ihrer Lieblingsfilme listen. Nach der Auszählung werden am 22.01.19 fünf bis zu zehn Filme für den Oscar nominiert sein. Eine Nominierung derzeit relativ sicher haben:

Roma

BlackKklansman

A Star is Born

Green Book

Black Panther

—————————

Bohemian Rhapsody

The Favourite

—————————

und dann:

If Beale Street Could Talk

Vice

A Quiet Place

Mary Poppins Returns, etc.

 

Mit dem Golden Globe-Gewinn für die Filme „Bohemian Rhapsody“ und „Green Book“ beginnen jetzt die Schmutzkampagnen richtig. Was „BR“ angeht wird aber mit Kanonen auf einen Spatz geschossen. 

 

Golden Globe Gewinner für das Filmjahr 2018:

 

Movies

Best picture, drama: “Bohemian Rhapsody”

Best picture, comedy or musical: „Green Book”

Actress, drama: Glenn Close „The Wife“

Actor, drama: Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Actress, musical or comedy: Olivia Colman, “The Favourite”

Actor, musical or comedy: Christian Bale “Vice”

Supporting actress: Regina King „If Beale Street Could”

Supporting actor: Mahershala Ali, “Green Book”

Director: Alfonso Cuaron, “Roma”

Screenplay: „Green Book“

Animated film: ”Spider-Man: Into the Spider-Verse“

Foreign language film: “Roma“ (Mexiko)

Original score: “First Man”

Original song: „Shallow“, „A Star is Born“

Cecil B. DeMille Award: Jeff Bridges

 

Television:

Best series, drama: “The Americans”

Best series, comedy or musical: “The Kominsky Method“

Best Television Limited Series or Motion Picture Made for Television: “The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story”

Best Performance by an Actress in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Patricia Arquette, “Escape at Dannemora”

Best Performance by an Actor in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Darren Criss „American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace“

Actress, drama: Sandra Oh „Killing Eve”

Actor, drama: Richard Madden „Bodyguard“

Actress, comedy or musical: Rachel Brosnahan ”The Marvelous Mrs. Maisel“

Actor, comedy or musical: Michael Douglas „The Kominsky Method“

Supporting actress, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Patricia Clarkson „Sharp Objects“ 

Supporting actor, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Ben Whishaw „A Very English Scandal“

 

Glenn Closes Reaktion auf ihren ersten Globe für einen Kinofilm:

 

Glenn Closes Dankesrede:

 

 

Denver – Film: „Vice“

Ich war am 28.12.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Vice“  (dt. Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“, dt. Kinostart: 21.02.19)  132 min  biopic

dir. Adam McKay  cast: Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell, Sam Rockwell, Tyler Perry, Alison Pill, Lily Rabe, Shea Whigman, Eddie Marsan, Bill Pullman, Bill Camp, Alfred Molina, Jesse Plemons  voice: Jesse Plemons 

 

„Vice“ ist ein Porträt eines der mächtigsten und zugleich am meisten gehassten Politikern der Vereinigten Staaten: Dick Cheney.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Vice“ ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Adam McKay („Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“, Step Brothers , The Big Short). Sein Biopic über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney eröffnet er mit folgenden Worten: “The following is a true story. Or as true as it can be, given that Dick Cheney is known as one of the most secretive leaders in recent history. We tried our fucking best.”

Es kommt natürlich immer auch auf die Erwartungshaltung an. Nach dem äußerst gelungenen „The Big Short“ war McKays Nachfolgefilm einer der 2018er-Filme, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Jetzt ist es meine größte filmische Enttäuschung des vergangenen Jahres. 

Adam McKay wollte unbedingt einen Film über Dick Cheney machen, warum, bzw. was er mit seinem Werk bezweckt und welche Zielgruppe der Film ansprechen soll, bleibt sein Geheimnis. Zunächst einmal hätte der Film während der Obama-Administration herauskommen müssen, jetzt mit Donald Trump im Weißen Haus, will man sich gerade nicht wirklich nochmal mit Dick Cheney beschäftigen. Dick Cheney ist sicher an vielem schuld (er hat den damaligen U.S. Präsidenten George W. Bush als Marionette mißbraucht, das amerikanische Volk und die Welt hinsichtlich Massenvernichtungswaffen im Irak belogen, aus wirtschaftlichen Interessen einen Angriffskrieg gegen den Irak geführt, ohne den wir heute sicher nicht so eine Instabilität in der arabischen Region hätten, etc. ), den Klimawandel und die Wahl von Donald Trump würde ich ihm nicht in die Schuhe schieben. Was hat aber Dick Cheney angetrieben, was hat ihn ausgemacht, was war seine Motivation? Diese Fragen versucht Adam McKay nicht zu ergründen. Das wäre aber die Aufgabe einer filmischen Biografie, auch wenn sie mehr satirischer Natur ist. 

Diejenigen, die Cheneys Vizepräsidentschaft unter Bush Jr. nicht selbst miterlebt haben, nehmen durch diesen Film vielleicht ein paar oberflächliche Fakten mit. Aufschlussreicher gegliedert können sie die aber Cheneys Wikipedia-Seite entnehmen. Als Unterstützung in Spielfilmform kann ich Oliver Stones Biopic W. empfehlen. Wieso der verheerende Terroranschlag vom 11. September 2001 von den amerikanischen Geheimdienstlern nicht verhindert wurde, erklärt die brillante TV-Serie The Looming Tower. Warum die CIA-Agentin Valerie Plame von der Bush-Adminstration enttarnt wurde (was auch kurz in „Vice“ zur Sprache kommt) kann man durch Doug Limans Film Fair Game erfahren. 

„Vice“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass man nicht jedem Regisseur bei der Fertigstellung seines Films freie Hand lassen sollte. Warum haben hier die Produzenten, die Geldgeber, diesen überladenen Film so abgenommen und nicht darauf gedrängt, dass er zurück in den Schneideraum geht, um das Chaos etwas zu strukturieren? 

McKays Inszenierung ist nämlich eine unstrukturierte, gar wirre, teils schnell geschnittene Zusammenstellung von kreativen und nicht so kreativen Ideen, Montagen von historischen Fakten und biografischen Punkten in Cheneys Lebenslauf, vielen Zeitsprüngen, Metaphern, schockierenden Fotos, Rückblenden, Originalaufnahmen, einem Dialog in Shakespeare-Form, einem Abspann inmitten des Films (hat Adam McKay Gaspar Noés Climax gesehen?). einer ähnlich wirksamen Szene, wie Margot Robbies-Badewannen-Monolog in „The Big Short“, einer vierten Wand-Szene, einem Rätsel, was es wohl mit dem Erzähler (Jesse Plemons, der auch 10x im Film auftaucht) auf sich hat, vielen plakativen Worten, einer Szene während des Abspanns, usw, usw. Dabei merkt man der Inszenierung an, dass sie smart, cool und witzig sein sollte. Clevere Filme müssen aber nicht nochmal erklären, was man gerade sowieso auf der Leinwand gesehen hat und auch versehen sie nicht jede bekannte Persönlichkeit mit einer Untertitelung. 

Es ist nicht so, dass ich „Vice“ von vorne bis hinten hasse. Immer wieder gibt es Szenen die ich mag (Im Krankenhaus mit Dick und Lynne Cheney und ihrer Tochter, Stabchef Scoott Libbys „Verteilung“ der Posten, die Szene während des Nachspanns). Die Alfred Molina-Szene ist für mich die beste des gesamten Films, aber ansonsten bleibt mir der Film nur als nachlässiges, verbissen witzig sein wollendes, chaotisches Biopic in Erinnerung. Dick Cheney ist eine faszinierende Figur der Zeitgeschichte, er hat einen besseren Film verdient. 

Schauspielerisch ist der Film sehr gut. Am meisten positiv überrascht war ich von Steve Carell als Donald Rumsfeld, entsprechend ausgeleucht sah er dem Original manchmal erschreckend ähnlich. LisaGay Hamilton und Tyler Perry als Condoleezza Rice und Colin Powell haben ihre Sache auch sehr gut gemacht. Amy Adams ist mir besonders in der Szene im Krankenhaus in Erinnerung. Sam Rockwell hat nun nicht wirklich Ähnlichkeit mit George W. Bush (warum hat Adam McKay nicht Josh Brolin, der George W. Bush in „W.“ so überzeugend spielte, besetzt?). Christian Bale ist natürlich überragend in der Rolle (wann ist er es mal nicht?), er sieht dem ehemaligen Vizepräsidenten nicht nur sehr ähnlich, er trifft sogar seine Stimmlage und Sprache. Dennoch habe ich mir mitten im Film notiert, dass er für diese Performance keinen zweiten Oscar gewinnt. 

„Vice“ und Clint Eastwoods „The Mule“ waren die letzten beiden möglichen Oscar-Anwärter, die im Filmjahr 2018 der amerikanischen Presse gezeigt wurden. „Vice“ stand lange unter Embargo, was ein sehr kluger Schachzug der PR-Experten von Annapurna Pictures war. Schließlich hat der Film und die Schauspieler in der Zwischenzeit Golden Globe-Nominierungen erhalten und auch wurden die Schauspieler für die SAG-Awards nominiert, darüber kann man fast vergessen, dass die amerikanischen Kritiken eher durchwachsen sind.  

„Vice“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Steve Carell), Bestes Originaldrehbuch Update: „Vice“ hat 8 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Christian Bale, Bester Nebendarsteller Sam Rockwell, Beste Nebendarstellerin Amy Adams, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten.

„Vice“ ist am 25.12.18 in 2,442 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit sogar in 2,534 Lichtspielhäusern. In Deutschland startet der Film unter dem deutschen Filmtitel: „Vice – Der zweite Mann“ am 21.02.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Captain Marvel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Wann hört das endlich auf mit diesen Marvel-Filmen?

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Us„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: nahezu perfekter Trailer von Jordon Peeles neuem Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Fighting with my Family„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Biopic/Sportsdrama mit Dwayne Johnson, Vince Vaughn und Nick Frost

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Creed II“

Ich war am 24.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Creed II“ (dt. Filmtitel: „Creed II: Rocky´s Legacy“, Kinostart: 24.01.19)   130 min  drama, sequel 

dir. Steven Caple Jr.  cast: Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Wood Harris, Phylicia Rashad, Dolph Lundgren, Florian Munteanu, Brigitte Nielsen, Milo Ventimiglia 

 

Im Jahr 1985 hat der russische Boxer Ivan Drago (Dolph Lundgren) den ehemaligen Boxchampion Apollo Creed während eines Kampfes getötet. Im selben Jahr hat Rocky Balboa (Sylvester Stallone) Ivan Drago besiegt. Jetzt 33 Jahre später drängt Ivan Dragos Sohn Viktor (Florian Munternu) darauf, gegen Apollo Creeds Sohn, den Boxweltmeister im Schwergewicht, Adonis (Michael B. Jordan), zu kämpfen….

 

C+ (Wertung von A bis F) „Creed II“ ist die Fortsetzung zu Ryan Cooglers Film Creed aus dem Jahr 2015 und der achte Film der „Rocky“-Reihe. Bei diesem Film hat der amerikanische Filmemacher Steven Caple Jr. Regie geführt. Es ist nach „The Land“ erst sein zweiter Spielfilm. 

Der zweite „Creed“-Film fühlt sich an wie eine halbherzige Fortsetzung zu einem sehr erfolgreichen und überraschend guten Film. „Creed II“ ist ganz passabel, mehr aber auch nicht. Der große Kampf ist in der Mitte des Films angesiedelt, dadurch ist die Geschichte quasi in zwei Parts unterteilt. Selbstverständlich gibt es aber noch einen weiteren Kampf am Ende. Die Trainingssequenzen und die letzten dreißig Minuten fand ich durchaus gelungen, ansonsten ist der Film aber zu lang und mitunter sehr zäh. Erfreulicherweise gab man aber Tessa Thompsons Charakter Bianca etwas mehr Raum. 

Wie bereits bei dem ersten „Creed“ ging das amerikanische Publikum auch bei diesem Film richtig mit. Es gab Szenenapplaus, lautstarke „Get Up!“-Rufe im Publikum und zum Schluss Applaus. 

„Creed II“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Michael B. Jordan), Bester Nebendarsteller (Sylvester Stallone), Beste Nebendarstellerin (Tessa Thompson) 

„Creed II“ ist am 21.11.18 in 3,441 amerikanischen Kinos gestartet. Dies wurde sogar noch auf insgesamt 3,752 Kinos ausgeweitet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Creed II: Rocky´s Legacy“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Alita: Battle Angel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Robert Rodriguez´neuer Film, basierend auf einem Manga mit Christoph Waltz, Mahershala Ali und Jackie Earle Haley

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Glass„

Bewertung des Trailers: F

Kommentar: es kam mir so vor, als würden sie im Trailer den ganzen Film verraten, daher F. Neuer Film von M.Night Shyamalan und dritter Teil der „Unbreakable“-Serie. Split fand ich sehr gut, daher werde ich ihn mir wohl anschauen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Fighting with my Family„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Biopic/Sportsdrama mit Dwayne Johnson, Vince Vaughn und Nick Frost

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „At Eternity´s Gate“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„At Eternity´s Gate“ (dt. Kinostart: 18.04.19)   110 min  drama, biopic 

dir. Julian Schnabel  cast: Willem Dafoe, Rupert Friend, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Oscar Isaac, Niels Arestrup, Vincent Perez, Stella Schnabel 

 

Arles, Südfrankreich. Vincent van Gogh (Willem Dafoe) sieht seine Berufung im Malen, Geld verdient er damit nicht. Er lebt von dem, was ihm sein Bruder Theo (Rupert Friend) zukommen lässt. Er hat Visionen und malt, damit er nicht nachdenken muss…

 

B- (Wertung von A bis F) „At Eternity´s Gate“ ist ein Porträt des niederländischen Malers Vincent van Gogh mit einem Schwerpunkt auf die letzten Lebensjahre des Künstlers. Es ist der neue Film des erfolgreichen New Yorker Künstlers und Filmemachers Julian Schnabel („Basquiat“, „Before Night Falls“, The Diving Bell and the Butterfly). 

Filme von einem Künstler über einen Künstler finde ich generell mindestens sehenswert. Julian Schnabel hat selbstverständlich einen ausgeprägten Blick für Szenenbilder, Motive und die Schönheit der Landschaft. Der Filmemacher porträtiert Vincent van Gogh in seinen letzten beiden Lebensjahren in Südfrankreich. Er greift dabei manchmal zu ungewöhnlichen Kameraperspektiven, dann ist die Kamera aber auch wieder ständig in Bewegung und die sich wiederholende Dialoge und Szenen machen die psychischen Probleme und das Chaos in Kopf des Malers deutlich. Van Gogh verehrte seinen Kollegen Paul Gauguin, die beiden verband aber wohl eine schwierige Beziehung. Irgendwann nahmen die Probleme von Vincent van Gogh immer mehr zu, er schnitt sich einen großen Teil seines linken Ohres ab und verstarb wenige Monate später aus nicht hundertprozentig geklärten Umständen. „At Eternity´s Gate“ ist kein  schlechter Film, ich fand ihn jedoch mitunter etwas anstrengend. 

Vincent van Gogh ist im Alter von 37 Jahren gestorben, optisch ähnelt Willem Dafoe ihm, nur ist der Schauspieler bald 30 Jahre älter als der Künstler seinerzeit war und wenn an einer Stelle im Film van Gogh mit dem befreundeten Maler Paul Gauguin (gespielt von dem knapp 40-Jährigen Oscar Isaac) über „ihre Generation“ spricht, mutet das auch seltsam an. 

Vor rund 1 1/2 Jahren habe ich mir die Dokumentation „Julian Schnabel: A Private Portrait“ angeschaut, seither bin ich völlig fasziniert von dem New Yorker Künstler. 

„At Eternity´s Gate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Willem Dafoe) 

„At Eternity´s Gate“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde Willem Dafoe als bester Schauspieler ausgezeichnet und Julian Schnabel hat den Green Drop Award gewonnen. „At Eternity´s Gate“ ist am 16.11.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 178 amerikanischen Kinos. Teile des Films sind auf Französisch mit englischen Untertiteln. Der Film wird am 18.04.19 in den deutschen Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Roma„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film und Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen  

 

San Francisco – Film: „The Front Runner“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Front Runner“ (dt. Filmtitel: „Der Spitzenkandidat“, dt. Kinostart: 07.03.19)  113 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Jason Reitman  cast: Hugh Jackman, Vera Farmiga, J. K. Simmons, Alfred Molina, Mamoudou Athie

 

Im Jahr 1988. Der Senator Gary Hart (Hugh Jackman) gilt als aussichtsreichste Kandidat der Demokraten für die nächste U.S.-Präsidentschaftswahl. Die Nominierung ist eigentlich nur noch eine Formsache. Gary Hart sieht sich selbst bereits im Weißen Haus, dann kommt jedoch seine außereheliche Affäre ans Licht…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Front Runner“ basiert auf einer wahren Geschichte. Der Film ist ein Biopic über Senator Gary Hart, der im Jahr 1988 kurz davor war als U.S.-Präsidentschaftskandidat der Demokraten nominiert zu werden. Wie eine außereheliche Affäre diesem Politiker innerhalb von nur drei Wochen zum Verhängnis werden konnte, davon erzählt dieser Film. Der Film basiert auf Matt Bais Buch „All the Truth is Out: The Week Politics Went Tabloid“. Es ist der neue Film von Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Juno, Up in the Air, Young Adult) und nach Tully bereits sein zweiter Film im Jahr 2018. 

Jason Reitman hat diese Geschichte ruhig, aber recht fesselnd inszeniert. Teilweise hat er mich an Michael Manns exzellenten Film „The Insider“ erinnert. Er schafft es einen in die Zeit v. 1988 zu versetzen. Man versteht, wie die U.S.A. in dieser Zeit getickt hat. Gary Harts Fall war einer der ersten Sexskandale eines Politikers. Bis zu diesem Fall waren die außerehelichen Affären von U.S.-Politikern (auch U.S. Präsidenten) ein offenes Geheimnis, es gehörte jedoch zum journalistischen Ehrenkodex, darüber nicht zu berichten. 

Der Filmemacher präsentiert die Geschichte wertneutral, jeder muss für sich herausfinden, wie er den Fall beurteilt.  

Angesichts der heutigen Situation ist es etwas frustrierend eine Zeit zu sehen, in der ein U.S.-Politiker noch eine gewisse Vorbildfunktion hatte und ihm moralische Verfehlungen das Amt kosten konnten. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann, dass er zur falschen Zeit (im November 2018, nach zwei Jahren Amtszeit von Donald Trump) herausgekommen ist. Derjenige, der Hugh Jackmans Perücke ausgesucht hat sollte auch zur Verantwortung gezogen werden – die hat mich nämlich ständig rausgebracht. 

Schauspielerisch fand ich Mamoudou Athie, der den afroamerikanischen Journalisten der Washington Post gespielt hat, herausragend. Hugh Jackman gibt aber auch eine solide Performance. 

„The Front Runner“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (J.K. Simmons), Beste Nebendarstellerin (Vera Farmiga), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„The Front Runner“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 6.11.18 in vier Kinos gestartet. Mittlerweile ist er landesweit in 807 Kinos zu sehen. In Deutschland startet der Film am 07.03.19. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Schindller´s List„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Steven Spielbergs Oscar-Gewinner-Film wird jetzt 25 Jahre später im amerikanischen, aber auch im deutschen Kino wiederaufgeführt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich schon gesehen 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 9 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Vice„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Adam McKays neuer Film und möglicher Oscar-Kandidat. Film über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney. Christian Bale könnte hierfür seinen zweiten Oscar gewinnen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich mir gleich an


Trailer v. Film: „A Dog´s Way Home„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: bei Hundefilmen muss ich immer heulen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: naja, wahrscheinlich schon, aber eher auf Netflix oder so


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

San Francisco – Film: „Ralph Breaks the Internet“

Ich war am 21.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ralph Breaks the Internet“ (dt. Filmtitel: „Chaos im Netz“, dt. Kinostart: 24.01.19)    112 min   animation, sequel 

dir. Rich Moore, Phil Johnston  voices: John C. Reilly, Sarah Silverman, Jack McBrayer, Jane Lynch, Gal Gadot, Taraji P. Henson, Alfred Molina, Ed O´Neill

 

Nachdem das Lenkrad an dem Automatenspiel „Sugar Rush“ kaputt gegangen ist, hat die  Figur Vanellope (Sarah Silverman) keine Daseinsberechtigung mehr. Damit „Sugar Rush“ in der Spielhalle nicht endgültig abgestellt wird, muss dringend das Ersatzteil her und das soll nun ausgerechnet in diesem „Internet“ zu finden sein. Vanellope begibt sich mit ihrem besten Freund Wreck-It-Ralph (John C. Reilly) auf eine abenteuerliche Reise ins Internet…

 

B (Wertung von A bis F) „Ralph Breaks the Internet“ ist der neueste Disney-Film und eine Fortsetzung zu Wreck-It Ralph. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Rich Moore (Zootopia), er hat bereits bei dem Originalfilm Regie geführt. Hier arbeitet er im Team mit Phil Johnston, der mit diesem Film sein Regiedebüt gibt. Die Ereignisse dieses Films finden sechs Jahren nach denen aus dem Originalfilm statt. 

Die Fortsetzung zu „Wreck-It Ralph“ ist ein Film über Freundschaft und zeigt dabei auf charmante Weise, wie schwer es ist, sich im Internet zurecht zu finden, wenn man keine Ahnung hat. Der Film erklärt wie Suchmaschinen, eBay, Algorithmen, etc. funktionieren, wie Trends entstehen und zeigt aber auch die negative Seiten und welche Gefahren das Internet bergen kann.

Erstklassig ist für mich der Film wenn Vanellope im weltweiten Netz irgendwann in der (für den Film hauseigenen) Disney-Welt landet und dort auf einige bekannte Figuren stösst und schließlich mit der ganzen Prinzessinnen-Sippe zusammentrifft. In dieser Welt hätte ich mich gerne noch viel  länger aufgehalten und gesehen wie man mit der Selbstkritik weiter umgeht. Das bietet so viel Möglichkeiten. 

Der Film ist visuell manchmal etwas überfordernd und zu definitiv zu lang, die Animationen sind  – wie von Disney zu erwarten – klasse. 

Zu der 3D-Fassung kann ich mich nicht äußern, ich habe ihn in der XD-Fassung gesehen. 

„Ralph Breaks the Internet“ ist für eine Oscar-Nominierung für die Kategorie Bester Animationsfilm  und Bester Originalsong („A Place Called Slaughter Race“) im Gespräch.

„Ralph Breaks the Internet“ ist am 21.11.18 in 4,017 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Chaos im Netz“ am 24.01.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten Teil und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also, eher nicht


Trailer v. Film: „Spider-Man: Into the Spider-Verse„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar: Marvel-Animationsfilm. Hier habe ich meine Meinung inzwischen geändert, ich werde mir den Film wohl anschauen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Secret Life of Pets 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Spies in Disguise„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „UglyDolls„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm und Musical

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des Teasers: B

Kommentar: PIXAR-Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des 2. Teasers: A-

Kommentar: zwei Teaser vor einem Film ist ungewöhnlich, der zweite mit Ducky und Bunny ist klasse

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

San Francisco – Film: „Green Book“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Green Book“ (dt. Filmtitel: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“, dt. Kinostart: 31.01.19)  130 min  comedy, drama, biopic 

dir. Peter Farrelly  cast: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini 

 

Im Jahr 1962. Der Italo-Amerikaner  Frank „Tony Lip“ Vallelonga (Viggo Mortensen) arbeitet als Türsteher in einem New Yorker Nachtclub. Da dieser aufgrund von Renovierungsarbeiten für zwei Monate zugemacht wird, braucht er für diese Zeit dringend einen neuen Job. Schließlich heuert er als Chauffeur an und fährt den afroamerikanischen Jazz-Pianisten Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) für eine Konzertreihe von New York bis in die Südstaaten…

 

B- (Wertung von A bis F) „Green Book“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Filmtitel wurde von THE NEGRO MOTORIST GREEN BOOK abgeleitet. Dies war ein Reiseführer, der erstmalig im Jahr 1936 (und jährlich in einer Neuauflage bis zum Jahr 1966) veröffentlicht wurde. Es sollte Afroamerikaner darüber informieren, in welchen Hotels sie nächtigen können und in welchen Restaurants sie als Schwarze bedient werden. Nach „Movie 43“ ist dies der zweite Kinofilm, bei dem der amerikanische Filmemacher Peter Farrelly allein Regie führte. Mit seinem Bruder Bobby zusammen – bekannt als die Farrelly Brothers – hat er einige Filme gedreht („Dumb and Dumber“, „There´s Something About Mary“). Das Drehbuch zu „Green Book“ hat Peter Farrelly zusammen mit Brian Hayes Currie und Nick Vallelonga, dem Sohn des von Viggo Mortensens Charakter Frank „Tony Lip“ Vallelongas, geschrieben. 

Generell habe ich offensichtlich ein Problem mit massentauglichen Feel-Good-Movies, die Rassismus thematisieren. The Blind Side, The Help und Hidden Figures und „Green Book“ weisen einige Gemeinsamkeiten auf. Alle vier Filme sind von weißen Filmemachern, erzählen eine vorhersehbare Geschichte mit „guten“ dunkelhäutigen Amerikanern, aber mindestens einer weißen Identifikationsfigur für die weißen Zuschauer. In den drei Filmen, die in den 1960er Jahren spielen, war der Weiße entweder noch nie ein Rassist oder er war es, hat aber eigentlich das Herz am rechten Fleck, lernt über den Verlauf der Geschichte dann keiner mehr zu sein. Immer gibt es mindestens eine Szene, in der sich der Weiße/die Weiße für den Schwarzen/die Schwarze einsetzt, er/sie rettet, o.ä. und am Ende sind alle happy, weil der Rassismus ja so einfach bekämpft werden kann. Das sind Filme die Rassismus „vereinfachen“, damit es sogar von Grundschülern verstanden wird. Filme für einfache Gemüter oder wenn man mal für zwei Stunden sein Hirn ausschalten will. Angesichts des Themas ist mir das zu platt und diese Filme sind mir zu manipulativ. 

„Green Book“ wirkt antiquiert, dieser Film könnte aus den 1980er oder 1990er Jahren stammen. Varianten dieser Geschichte gab es schon zig Mal und auch dieser Film hat nichts Neues hinzuzufügen und hat keinerlei Bezug zur Gegenwart. Der Film ist nett, tut nicht weh, es gibt einige witzige Szenen, Mainstream-Unterhaltung halt. 

Meiner Bewertung für „Green Book“ kann man entnehmen, dass ich diesen Film zumindest etwas besser finde als die anderen drei. Müsste ich eine Liste mit den schlimmsten Filmen aller Zeiten erstellen, wäre garantiert „The Blind Side“ drauf, weil der einfach beleidigend schlecht ist und mich bis heute verärgert. Bei „Green Book“ hat mich erstaunt, dass das Publikum – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – vor Freude ausflippt. In meiner ausverkauften Vorstellung gab es zum Schluss des Films Applaus. Später im Fahrstuhl wurde ich auch noch von einer, bis über beide Ohren strahlenden, Afroamerikanerin angesprochen, ob ich denn auch so einen tollen Film wie sie gesehen habe. Sie war hin und weg von „Green Book“. Der Asiatische Amerikaner, der mit uns im Fahrstuhl fuhr, hat sich daraufhin eingemischt und auch noch eine Lobeshymne auf den Film angestimmt. Ich habe mir natürlich nichts anmerken lassen, habe aber richtig schlechte Laune bekommen. Mir zeigte diese kurze Situation, dass der Film etwas bei den Menschen (unabhängig von der Hautfarbe) bewirkt. Am nächsten Tag hatte ich „Green Book“ vergessen, auch wenn mir die Charaktere noch eine Weile in Erinnerung blieben. 

Die Charaktere sind es dann schließlich auch, die mir den Film nicht vollends vermiest haben. Auf der einen Seite, der aus einfachen Verhältnissen stammende, raufbeinige, weiße Schulabbrecher und auf der anderen Seite, der distinguierte, gebildete, schwarze Konzertpianist – wie sie sich annähern und gegenseitig lernen, sich zu akzeptieren und respektieren führt zwangsläufig zu unterhaltsamen Szenen. Beide Charaktere sind auch auf ihre Weise liebenswert. Nun ist es aber die Geschichte des Weißen (Tony Lip) und so erfährt man nicht viel mehr über den Schwarzen, als man bereits zu Beginn des Films wusste. Die Geschichte wäre interessanter, wenn sie entweder aus Sicht des bi- bzw. homosexuellen, schwarzen Pianisten, der sich in den 1960er Jahren auf eine Tournee durch den schwarzenfeindlichen Süden der U.S.A. begibt, erzählt worden wäre oder wenigstens aus beiden Perspektiven. Es ist aber so wie es ist, das sind einfach nicht meine Filme. 

Diesen Moment möchte ich nutzen, um zwei wirklich zeitgeistige 2018er-Filme über Rassismus zu empfehlen: Spike Lees BlacKkKlansman und The Hate U Give. 

Ich ärgere mich nicht über die pure Existenz von „Green Book“, vielmehr bin ich verärgert darüber, dass er eine Rolle in der Oscar-Saison spielt. Nicht einer dieser vier genannten Filme hat die Berechtigung, für den Oscar als Bester Film nominiert zu sein. Dafür sind diese Filme in ihrer Machart einfach nicht gut genug.

„Green Book“ galt zu Beginn der Oscar-Saison bei einigen Oscar-Experten schon als Oscar-Gewinnerfilm. Nun steht „Green Book“ seit einiger Zeit in der Schusslinie. Der Neffe und Bruder von Dr. Don Shirley haben das Gefühl, dass ihr Onkel bzw. Bruder und seine Beziehung zu der Familie und die Freundschaft von Don Shirley und „Tony Lip“ falsch dargestellt wurde. Allgemein wird der Film dafür kritisiert, dass er nur aus der Perspektive des weißen Charakters erzählt wird. Dann, ich hatte es in meiner November-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 bereits erwähnt , hat sich Viggo Mortensen auch noch einen Fauxpas geleistet. „Green Book“ wird sicherlich für den Oscar als Bester Film nominiert, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er diese Kategorie für sich entscheiden kann. 

Sehr wahrscheinlich sind aber Oscar-Nominierungen für Viggo Mortensen und Mahershala Ali und zwar zu Recht. Viggo Mortensen hat sich für diese Rolle einen italienisch-amerikanischen Akzent antrainiert und hat rund 20 kg zugenommen. Ihn hatte ich auch noch in meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 als Gewinner gesehen, mittlerweile denke ich aber eher, dass es sich zwischen Christian Bale („Vice“) und Bradley Cooper (A Star is Born) entscheiden wird. Der Oscar-Gewinner Mahershala Ali (Moonlight) zeigt hier erneut, was er für ein exzellenter Schaupieler ist, er galt für eine gewisse Zeit bereits als Oscar-Anwärter in der Kategorie Beste Nebenrolle. Hier ist das Rennen mittlerweile aber wieder etwas offener, es wird sich wohl zwischen ihm, Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?) und Sam Elliot (A Star is Born) entscheiden (mit einer Außenseiter-Chance für Adam Driver, sollte BlacKkKlansman die Kategorie Bester Film gewinnen). 

„Green Book“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Green Book“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Viggo Mortensen, Bester Nebendarsteller Mahershala Ali, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt) erhalten.

„Green Book“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Der Film ist am 16.11.18 in 25 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,215 Kinos. Der Film kommt unter dem Filmtitel „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ am 31.01.19 in die deutschen  Kinos.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle, Film taugt wohl nichts.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

San Francisco – Film: „Mid90s“

Ich war am 15.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mid90s“ (dt. Kinostart: 07.03.19)  84 min  drama

dir. Jonah Hill  cast: Sunny Suljic, Lucas Hedges, Katherine Waterston, Gio Galicia, Na-kel Smith, Olan Prenatt, Ryder McLaughlin 

 

Los Angeles, Mitte der 1990er Jahre. Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) lebt mit seiner Mutter (Katherine Waterston) und seinem älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) zusammen. Er bewundert seinen Bruder, der verhält sich ihm gegenüber jedoch nur aggressiv und ist sogar gewalttätig. Stevie sucht nach Anerkennung und findet sie schließlich bei den älteren Skateboardern Ruben (Gio Galicia), Ray (Na-kel Smith), „Fuckshit“ (Olan Prenatt) und „Fourth Grade“ (Ryder McLaughlin)…

 

B- (Wertung von A bis F) „Mid90s“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Jonah Hill (Superbad, Cyrus, Moneyball, 21 Jump Street, The Wolf of Wall Street, Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot). Jonah Hill hat für seinen ersten Film auch das Drehbuch geschrieben. 

Nach Greta Gerwigs Lady Bird aus dem letzten Jahr, gibt es dieses Jahr nun das Regiedebüt der Schauspieler  Paul Dano (Wildlife) und das, des zwei Mal für den Oscar nominierten Schauspielers Jonah Hill. Jonah Hills und Greta Gerwigs Filme weisen ein paar Gemeinsamkeiten auf. Beides sind Filme über das Erwachsenwerden, spielen in Kalifornien, in beiden Werken spielt Lucas Hedges mit und sowohl „Lady Bird“ als auch „Mid90s“ sind Filme des New Yorker Verleihers A24.

Jonah Hills Film ist auch vage autobiografisch geprägt, er selbst hing als Teenager viel mit Skateboardern rum. Hier erzählt er aber von einem 13-Jährigen, der sich langsam von seiner Mutter abnabelt, seinen größeren Bruder bewundert, obwohl der ihn oft grundlos verprügelt und schließlich bei ein paar älteren Skateboardern eine Art Ersatzfamilie findet.

Dieser Film ist mir mehr durch die Schauspieler als durch die Story in Erinnerung. Es ist sicherlich auch eher ein Charakterdrama. Durch die Bank ist der Film perfekt besetzt. Angefangen mit Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Boy Erased, wieder mal in einer völlig anderen Rolle, dann dieser putzige Knirps Sunny Suljic (The Killing of a Sacred Deer) in der Hauptrolle. Diesem kleinen talentierten Steppke steht sehr wahrscheinlich eine große Filmkarriere bevor. Die Skateboarder stehen alle das erste Mal vor einer professionellen Kamera, alle sind originelle Typen und hätten nicht besser ausgewählt werden können. 

Jonah Hill wollte immer als Regisseur arbeiten, ist in die Schauspielkarriere nur „reingerutscht“, hatte dadurch  aber die Gelegenheit, sich  bei den großen Filmemachern (Bennett Miller, Quentin Tarantino, Coen Bros., Martin Scorsese) viel abzuschauen. Mit diesem Film legt er ein solides Regiedebüt hin. „Mid90s“ ist in dem Bildformat 4:3 gedreht worden, dadurch sieht der Film aus, als würde er tatsächlich aus den 1990er Jahren stammen. Jonah Hill hat aber auch auf stimmige Details geachtet (allein, wenn man sich das Zimmer von Lucas Hedges Charakter anschaut), der Score (Trent Reznor und Atticus Ross) ist exzellent und die Auswahl der Songs ist sehr gelungen.

Mein Fazit zu diesen drei vielversprechenden Regiedebüts der Schauspieler. Greta Gerwigs Zukunft sehe ich eher im Regiebereich. Auf die Schauspieler Paul Dano und Jonah Hill möchte ich nicht verzichten. Vielleicht gelingt es ihnen, neben ihrer Schauspielkarriere hin und wieder die Zuschauer mit ihren Werken als Regisseur zu begeistern. 

„Mid90s“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„Mid90s“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1,206 Kinos landesweit.  In Deutschland soll der Film am 07.03.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Anna and the Apocalypse„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: meine zwei Lieblingsgenres: Zombie-Filme und Musicals in einem. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Roma“

Ich war am 12.12.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Roma“ (in D. seit dem 6.12.18 in einigen ausgewählten Kinos zu sehen; seit dem 14.12.18  weltweit auf Netflix abrufbar)  135 min   drama 

dir. Alfonso Cuarón  cast: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Fernando Grediaga, Jorge Antonio Guerrero, Marco Graf, Daniela Demesa 

 

Mexiko-City im Jahr 1970. Cleo (Yalitza Aparicio) arbeitet als Dienst- und Kindermädchen für die Familie von Sofia (Marina de Tavira) und ihren Mann Antonio (Fernando Grediaga). Hauptsächlich kümmert sie sich um ihre vier Kinder…

 

A- (Wertung von A bis F) „Roma“ ist der achte Spielfilm des mexikanischen Filmemachers Alfonso Cuarón („Y Tu Mamá También“, „Children of Men“, Gravity). Der Film ist autobiografisch geprägt und entspricht Cuaróns Erinnerung an seine Kindheit in den 1970er Jahren in dem titelgebenden Viertel von Mexiko City. 

„Roma“ ist ein Meisterwerk, das seine audio-visuelle Kraft tatsächlich wohl nur im Kino richtig entfalten kann. Der Film erzählt keine Geschichte, es sind eher Situationen und Momentaufnahmen, die einen in den Sog ziehen und am Ende ein ziemlich klares Bild von dem Alltag und dem Leben (nicht nur des Kindermädchens Cleo) in Mexiko City, Anfang der 1970er Jahre ergeben. 

Natürlich ist Cuaróns neuer Film eine Liebeserklärung an sein ehemaliges Kindermädchen (der Film wurde auch Liboria „Libo“ Rodríguez gewidmet) und ist damit ein sehr persönlicher Film. Das wird selbst dem Filmliebhaber deutlich, wenn man in einer Szene in einem Kino einen kurzen Ausschnitt eines 1960er-Jahre-Sci-Fi-Films mit zwei, im Weltraum schwebenden Astronauten sieht. Was in dieser kurzen Szene etwas primitiv daherkommt, mag die Inspiration für sein, vier Jahrzehnte später, geschaffenes Weltraumepos „Gravity“ gewesen sein.

Mich faszinieren generell Dinge, die simple aussehen, aber durchdacht und reich an Details sind. Der Film beginnt und endet mit einem Flugzeug, das man am Himmel sieht. Am Anfang spiegelt sich der Flieger in Cleos Wischwasser wieder, vielleicht kann man das als Konzentrationsappell verstehen, dass man sich ab diesem Moment in eine andere Welt begibt und am Ende des Films symbolisiert ein weiteres Flugzeug, dass man dann wieder in seine eigene entlassen wird. Die Sequenz am Strand zählt für mich zu den schönsten Filmsequenzen im Kino überhaupt. 

„Roma“ ist ein Netflix-Release. Meine Meinung zu diesem Streaming-Portal ist sehr gespalten. Filme wie „Roma“ würden wahrscheinlich ohne Netflix gar nicht existieren. Welcher amerikanische Verleih würde das Risiko eingehen, einen untertitelten, fremdsprachigen, schwarz/weiß-Film mit vorwiegend Laiendarstellern zu finanzieren? Netflix hat offensichtlich so viel Geld, Risiken einzugehen und dabei auch noch den visionären Filmemachern (beispielsweise den Coen Bros., jetzt Alfonso Cuarón oder Martin Scorsese) sämtliche künstlerische Freiheiten einzuräumen. Für die Regisseure sind das ideale Arbeitsbedingungen, „ihren“ Film entstehen zu lassen. Auf der anderen Seite verdienen diese Filme aber auch eine Kinoauswertung. Filme wie „Roma“ sollten für eine gewisse Zeit exklusiv im Kino präsentiert werden. Netflix ist daran nicht interessiert, sie setzen sich über bestehende Regeln hinweg. Sie umgehen die sonst in Deutschland üblichen mindestens vier Monate Sperrfrist (in den U.S.A. eine 90-tägige Frist) vor dem VOD/DVD-Start und stellen auch sonst die Bedingungen. Beispielsweise dürfen Kinobetreiber keine Zuschauer- bzw. Verkaufszahlen veröffentlichen. Das Streaming-Portal bestimmt schon seit längerer Zeit auch das Konsumverhalten der Zuschauer. In den U.S.A. gibt es seit Frühjahr 2018 das Gerücht, dass Netflix eine amerikanische Kinokette kaufen will. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. 

Dieses Jahr will Netflix nun mit „Roma“ eine entscheidende Rolle bei den Oscars spielen. Sie haben zwar bereits einen Oscar für eine Dokumentation („Icarus“) gewonnen, aber für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film (mit Cary Fukunagas exzellentem Drama  Beasts of No Nation und Dee Rees „Mudbound“) hat es bekanntermassen noch nicht gereicht. Nun haben sie mit „Roma“ einen Prestige-Film von einem zweimaligen Oscar-Gewinner an der Hand und haben nichts dem Zufall überlassen. Netflix hat, ich hatte es in meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 bereits erwähnt, die besten PR- und Oscar-Experten der Branche eingestellt, ihr Logo geändert und sind mit ihrem Film „Roma“ nun zu jedem einzelnen Filmfestival in Nordamerika gefahren. Das hat sich insoweit bereits rentiert, dass „Roma“ bei vielen amerikanischen Filmkritiker-Verbänden bereits zum Besten Film des Jahres gewählt wurde. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, musste Netflix ihren Film mindestens eine Woche in einem kommerziellen amerikanischen Kino in Los Angeles County zeigen. Auch das hat Netflix erfüllt. 

Nachdem dieses Jahr mit Guillermo Del Toro (The Shape of Water) der letzte der Three Amigos (der drei großen mexikanischen Filmemacher mit Alejandro Gonzalez Inarritu, der zweimalige Regie-Oscar-Gewinner für Birdman und The Revenant und der Regie-Oscar-Gewinner Alfonso Cuarón für Gravity) mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ist es nun wieder Alfonso Cuarón, der im Rampenlicht der Filmpreisverleihungen steht. 

Alfonso Cuarón könnte für diesen Film allein fünf Oscar-Nominierungen erhalten. Er ist Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, ist zusammen mit Adam Gough für den Filmschnitt zuständig und da sein Freund, der dreimalige Oscar-Gewinner, Kameramann Emmanuel „Chivo“ Lubezki dieses Mal aus zeitlichen Gründen nicht zur Verfügung stand, hat Cuarón auch noch selbst die Kamera geführt. 

Derzeit gehe ich fest davon aus, dass „Roma“ in einigen Kategorien für den Oscars nominiert wird. Ich bin auch sicher, dass „Roma“ als bester Film nominiert wird. Das wäre die erste Oscar-Nominierung für einen Netflix-Film in dieser Kategorie. In meiner ersten und zweiten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 hatte ich „Roma“ als Gewinner-Film prognostiziert. Jetzt, nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich davon abweichen. Um den Oscar zu gewinnen, muss ein Film die größte Gruppe innerhalb der Academy (die Schauspieler) hinter sich haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schauspieler einen Film mit Laienschauspielern als ihren Lieblingsfilm wählen. Alles zurück auf Anfang also, die Schauspieler wählen sicherlich eher BlacKkKlansman,  A Star is Born, The Favourite, vielleicht „Green Book“ oder  sogar Black Panther als Bester Film des Jahres 2018. (Stand 19.12.18). 

„Roma“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„Roma“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Yalitza Aparicio), Beste Nebendarstellerin (Marina De Tavira), Beste Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Außerdem vertritt der Film Mexiko im Rennen um eine Oscar-Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film. Update: „Roma“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin Yalitza Aparicio, Beste Nebendarstellerin Marina de Tavira, Bestes Originaldrehbuch, Bester nicht-englischsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) erhalten.

„Roma“ ist erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt worden. Dort hat der Film den Hauptpreis, den Goldenen Löwen gewonnen. Nach diesem Filmfestival wurde „Roma“ auf sämtlichen Filmfestivals gezeigt. Drei Wochen vor dem Start auf Netflix, wurde der Film am 21.11.18 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. Die größten amerikanischen Kinoketten (Regal und AMC) hatten es abgelehnt, „Roma“ zu spielen, da die 90-Tage-Regel nicht eingehalten wurde. Da die Vorstellungen in den kleineren Kinos jedoch allesamt ausverkauft waren, hat Netflix beschlossen, ihren Plattformstart auf bis zu 600 Kinos in den U.S.A. auszuweiten. Selbst in Deutschland ist der Film seit dem 6.12.18 an einzelnen Tagen in überschaubar ausgewählten Kinos in der spanischen/mixtekischen Originalfassung (entweder in der OV oder mit deutschen oder englischen Untertiteln) zu sehen. Obwohl ich ein Netflix-Abo besitze, wollte ich „Roma“ immer unbedingt im Kino sehen. „Roma“ ist für die große Leinwand geschaffen. Zum einen ist damit gewährleistet, dass man sich ganz und ohne Ablenkung auf diesen schönen Film einlassen kann, zum anderen wird dieser bild- und tongewaltige Film nur dort vollends zur Geltung kommen. Ich habe den Film für 17 Euro (inkl. einem Prosecco-Spritz) in der Astor Film Lounge in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. Meine Vorstellung war ausverkauft. In Deutschland ist „Roma“ seit dem 14.12.18 auch auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Der Junge muss an die frische Luft„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Caroline Links Verfilmung von Hape Kerkelings Autobiografie. Das Hörbuch kenne ich sehr gut, deutsche Filme gucke ich jedoch eher nicht im Kino 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: irgendwann im TV


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: C+ (anderer Trailer, auch wurde dieser in der Synchro gezeigt) 

Kommentar: Oscar-Film mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

San Francisco – Film: „Wildlife“

Ich war am 14.11.18 in San Francisoo und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wildlife“ (dt. Kinostart: 11.04.19)  104 min  drama, adpatation

dir. Paul Dano  cast: Ed Oxenbould, Carey Mulligan, Jake Gyllenhaal, Bill Camp, Darryl Cox

 

Im Jahr 1960. Der 14-jährige Joe (Ed Oxenbould) ist mit seinen Eltern Jeanette (Carey Mulligan) und Jerry (Jake Gyllenhaal) nach Montana gezogen. Sein Vater verliert jedoch schon bald seinen Job und beschließt dann auch noch, sich anderen Männern anzuschließen, um die nahenden Waldbrände zu bekämpfen. Joe bleibt mit seiner Mutter allein zurück und muss irgendwann mitansehen, wie sie eine Affäre mit einem viel älteren Mann (Bill Camp) beginnt…

 

B (Wertung von A bis F) „Wildlife“ basiert auf Richard Fords gleichnamigen Roman. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, 12 Years a Slave, Prisoners, Love & Mercy). Das Drehbuch hat Paul Dano zusammen mit seiner Partnerin Zoe Kazan (die vordergründig als Schauspielerin aus Filmen wie Ruby Sparks, The Big Sick, The Ballad of Buster Scruggs bekannt ist) geschrieben. 

Paul Dano ist nicht nur ein exzellenter Schauspieler, sein vielversprechendes Regiedebüt zeugt auch von einem Talent als Filmemacher. Er hat einen Blick für Szenenbilder und dafür, wie man die Handlung und die Charaktere am besten in Szene setzt. Etwas arbeiten muss er noch an der Auswahl eines geeigneten Hauptdarstellers. Ed Oxenbould mangelt es an Ausstrahlung und Leinwandpräsenz und erschwerend dazu kommt noch, dass er seinen Filmeltern (Carey Mulligan und Jake Gyllenhaal) nicht im Entferntesten ähnlich sieht. Während des Films habe ich mir überlegt, ob Paul Dano vielleicht seiner Freundin Zoe Kazan einen Gefallen tun wollte und ihren jüngeren Bruder besetzt hat. Optisch ähnelt er nämlich tatsächlich Paul Danos Freundin. Die Geschichte hier wird aber nun aus der Perspektive von Ed Oxenboulds Charakter erzählt und damit ist der Junge quasi in jeder Szene zu sehen. Mit einem anderen, sympathischeren und talentierteren Jungen hätte mir der Film noch wesentlich besser gefallen. 

Carey Mulligan spielt Jeanette, eine frustrierte Ehefrau und Mutter. Viel zu jung hat sie geheiratet und ihren Sohn bekommen. Jetzt, mit Mitte 30 ist ihre Jugend vergangen, das Leben und einige verpasste Chancen haben aus ihr diese griesgrämige, zynische Frau gemacht. Solche Frauenfiguren sieht man in Filmen, die aus den 1960er Jahren stammen oder in der Zeit spielen eher, selten. Carey Mulligan spielt diese Jeanette so wahrhaftig, dass man kaum die Augen von ihr lassen kann. Es ist fesselnd zu beobachten, was sie ihrem 14-jährigen Sohn noch alles zumutet.

„Wildlife“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ed Oxenbould),  Beste Hauptdarstellerin (Carey Mulligan), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Wildlife“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 19.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 105 Kinos. Ich wollte den Film ursprünglich bereits auf dem NYFF56 sehen, hatte jedoch online kein Ticket erwerben können und habe den riesigen Andrang für diesen Film (und die anschließende Q & A) völlig unterschätzt. Als ich etwas mehr als eine Stunde vor Filmbeginn die Alice Tully Hall erreichte, standen bereits mindestens 60 Leute in der Stand-by-Ticket-Schlange, ich gab mich geschlagen und hatte mindestens zwei Stunden schlechte Laune. In Deutschland soll der Film ab dem 11.04.19 in den Kinos laufen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYFF56: Der Beginn der Warteschlange für SB-Tickets für das „Wildlife“-Screening

 

San Francisco – Film: „Beautiful Boy“

Ich war am 14.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Beautiful Boy“ (dt. Kinostart: 24.01.19)  112 min  drama, biopic adaptation 

dir. Felix Van Groeningen  cast: Steve Carell, Timothée Chalamet, Maura Tierney, Amy Ryan, Timothy Hutton 

 

Der Journalist David Sheff (Steve Carell) lebt mit seiner zweiten Frau Karen (Maura Tierney) und ihren beiden gemeinsamen Kindern zusammen. Außerdem lebt Davids 18-jähriger Sohn Nic (Timothée Chalamet) aus einer früheren Beziehung mit Ex-Frau Vicky (Amy Ryan) bei ihnen. Eines Tages findet David heraus, dass sein Sohn offensichtlich schon eine Weile drogensüchtig ist. Er setzt alles daran, dass sein Sohn von den Drogen loskommt… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Beautiful Boy“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf den Memoiren von David Sheff („Beautiful Boy: A Father’s Journey Through His Son’s Addiction“) und seinem Sohn Nic Sheff (Tweak: „Growing Up on Methamphetamines“). Es ist der erste amerikanische Film des belgischen Filmemachers Felix van Groeningen („The Broken Circle Breakdown“).

„Beautiful Boy“ ist ein Porträt eines drogenabhängigen Teenagers und seines Vaters, der versucht, zunächst nachzuvollziehen, warum sein Sohn, überhaupt mit den Drogen begann und warum er nicht davon loskommt. Schließlich setzt er alles daran, dass der Junge seine Abhängigkeit bekämpft. Etwas was diesen Film vielleicht von vielen anderen Filmen, die von Sucht erzählen, unterscheidet, es gab nicht wirklich den einen, triftigen Grund, warum er anfing, harte Drogen zu konsumieren. Es ist ein Junge, der in einem liebevollen Umfeld groß wird und später sagt, dass er Crystal nimmt, weil es das Schwarzweißbild seiner Welt in ein buntes umwandelt. 

Der Film hätte mir richtig gut gefallen können, aber mich nervte, dass ständig die immer gleichen Szenen wiederholt werden. Szenen, die die Bindung von Vater und Sohn verdeutlichen sollen, die einst so glückliche Familie zeigen, die Wege aus der Sucht, Fortschritte, der Rückfall und dann wieder alles von vorne. Die einzelnen Stadien einer endlosen Drogenabhängigkeit entsprechen sicherlich einer realistischen und typischen „Drogenkarriere“, wie hier verbildlicht , können sie aber den Zuschauer ermüden.

Für mich kam erschwerend dazu, dass mich Steve Carell irgendwie ablenkte. Nicht, dass er schauspielerisch unbedingt schlecht wäre, er gibt sich schon Mühe, geht in seiner Rolle auf, aber in meinen Augen ist er einfach nicht der Richtige für die Rolle. Die emotional stärkste Szene liefert hier Maura Tierney. Wäre ihre Rolle etwas größer, würde sie sich ernsthaft um eine Oscar-Nominierung bewerben.

Im letzten Jahr in Call Me by Your Name hat man Timothée Chalamet noch abgenommen, dass er sich in seinen Sommerferien in Italien dermassen in einen älteren, attraktiven Mann verknallt hat, hier verkörpert er mindestens genauso überzeugend den drogensüchtigen Teenager Nic Sheff. Timothée Chalamet wird als der nächste Hollywood-Superstar gehandelt. Das schauspielerische Talent lässt sich kaum bestreiten, aber irgendwie fehlt mir bei ihm die nötige Aura und das Charisma. Der jungen Leonardo DiCaprio hat im Vergleich bereits in seinen ersten Filmrollen („This Boy´s Life“,„What´s Eating Gilbert Grape“, „The Basketball Diaries“) den anderen (seinerzeit wesentlich bekannteren) Schauspielern die Show gestohlen. Timothee Chalamets ist mir damals in der zweiten Staffel von „Homeland“ oder in Christopher Nolans Interstellar noch nicht aufgefallen. Ich bin aber gespannt, wie sich seine Karriere weiterentwickelt. 

„Beautiful Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Bester Nebendarsteller (Timothée Chalamet), Beste Nebendarstellerin (Maura Tierney, Amy Ryan), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Beautiful Boy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 12.10.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 776 Kinos. Der Film soll am 24.01.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

Ich bin etwas später ins Kino gekommen und habe nur noch folgende Trailer gesehen:

Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Shoplifters„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: japanischer Film und Goldene-Palme-Gewinner 2018

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Burning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: koreanischer Film und Verfilmung einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Golden Globe-Nominierungen 2019 und meine Meinung

Erst vor zwei Tagen (am 4.12.18) ist mit Kevin Hart der Gastgeber für die nächste Oscar-Verleihung am 24.2.19 bekanntgegeben worden. Im Moment steht es tatsächlich in Frage, ob er die 91. Academy Awards tatsächlich moderieren wird. Für seine homophoben Äußerungen über die letzten Jahren steht er seit den letzten Stunden erheblich in der Kritik. Ihn als Oscar-Moderator zu nehmen, ist insbesondere deshalb riskant, da die meisten Zuschauer, die sich begeistert die Show angucken, aus der LGBTQ-community stammen. Einen anderen Gastgeber an dieser Stelle zu finden, wird schwer, viele hatten es im Vorfeld abgelehnt. Ich bin gespannt, ob Kevin Hart bleiben kann. Update: A.M.P.A.S. hat eine öffentliche Entschuldigung für seine homophoben Kommentare verlangt, das hat Kevin Hart abgelehnt und kurz darauf hat er verkündet, dass er die Oscars nicht moderieren wird.

Seit gestern (5.12.18) wissen wir nun auch, dass die beiden Schauspieler Sandra Oh und Adam Samberg die Golden Globes Awards am 6.1.19 moderieren werden. 

 

Die meisten Golden Globe Nominierungen haben die Filme „Vice“ mit 6 und „A Star is Born“, „The Favourite“ und „Green Book“ mit jeweils 5 erhalten.

 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2018 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

 

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „If Beale Street Could Talk“ kenne ich alle Filme. Was „Bohemian Rhapsody“ hier verloren hat, weiß nur die HFPA. Ich hatte an dieser Stelle auf „Boy Erased“ getippt, ansonsten habe ich alle richtig geraten. „Black Panther“ kommt einer Oscar-Nominierung als Bester Film immer näher. Mein Wunsch: Ich kenne „Beale Street“ noch nicht, so würde ich mich heute erst mal für „BlackKklansman“ entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit: „A Star is Born“

Best Director – Motion Picture:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Alfonso Cuaron (Roma)
  • Peter Farrelly (Green Book) 
  • Adam McKay (Vice) 
  • Spike Lee (BlackKklansman) 

Meine Meinung: Ich habe weder „Roma“ noch „Vice“ gesehen. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Cooper, Cuarón und Lee. Ich hatte auf Barry Jenkins und Yorgos Lanthimos gesetzt. Nominiert haben sie aber dafür Peter Farrelly (ernsthaft?) und Adam McKay. Mein Wunsch: Spike Lee, das könnte zu seiner ersten Oscar-Nominierung als Regisseur führen Die Wahrscheinlichkeit: Cuarón (oder wenn die HFPA hier ein Zeichen setzen will: Spike Lee)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Glenn Close (The Wife)
  • Nicole Kidman (Destroyer)
  • Lady Gaga (A Star is Born)
  • Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  • Rosamund Pike (A Private War) 

Meine Meinung: Ich wollte vor ein paar Tagen noch „A Private War“ im Kino gucken, hatte dann aber doch keine Lust. Das habe ich nun davon. Ich kenne die Filme The Wife, A Star is Born und Can You Ever Forgive Me?. An der Stelle von Rosamund Pike und Nicole Kidman hatte ich auf  Toni Collette (für „Hereditary“) und Julia Roberts (für „Ben is Back“) getippt. Mein Wunsch: Glenn Close, sie muss langsam damit beginnen, Preise gewinnen – sonst wird es auch dieses Mal nichts mit dem Oscar. Die Wahrscheinlichkeit: Hier könnte die HFPA auch ein wichtiges Zeichen setzen, wenn sie Glenn Close auszeichnen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie so schlau sind und sich stattdessen lieber mit Lady Gaga schmücken wollen. Wobei die bestimmt schon für Best Song auf der Bühne steht. 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)
  • Lucas Hedges (Boy Erased) 
  • John David Washington (BlackKklansman) 
  • Rami Malek (Bohemian Rhapsody) 

Meine Meinung: Hier habe ich tatsächlich alle Filme gesehen. Hatte aber aber auf Ryan Gosling (für „First Man“), Ethan Hawke (für „First Reformed“) und den von der HFPA so geliebten Hugh Jackman (für „The Front Runner) getippt. Eine Nominierung für die letzten beiden Performances hätte ich sogar befürwortet. Die HFPA sprach sich aber nun für Willem Dafoe, Lucas Hedges, und John David Washington aus. Diese Performances kenne ich auch alle und kann damit gut leben. Etwas schade ist es für „Ethan Hawke“. Ich glaube aber dennoch, dass für ihn die Oscar-Saison damit noch nicht vorbei ist. Mein Wunsch: Mmmh, ich glaube ja immer noch, dass Bradley Cooper irgendetwas bei den Oscars gewinnen wird. Ich fand ihn auch richtig gut in dem Film: daher Bradley Cooper Die Wahrscheinlichkeit: ziemlich sicher gewinnt Bradley Cooper den Golden Globe

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Crazy Rich Asians 
  • The Favourite
  • Green Book
  • Mary Poppins Returns
  • Vice

Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich nur „Green Book“ und natürlich „The Favourite“. Dennoch habe ich aber alle Filme richtig geraten…was auch nicht sonderlich schwer war. „Crazy Rich Asians“ werde ich mir ganz sicher nicht anschauen, auf „Vice“ bin ich gespannt und „Mary Poppins Returns“ muss ich wohl gucken. Mein Wunsch: „The Favourite“ – natürlich Die Wahrscheinlichkeit: „Green Book“ – natürlich (mit einer kleinen Außenseiter-Chance für „Vice“)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Meine Meinung: „Mary Poppins Returns“ und „Crazy Rich Asians“ habe ich nicht gesehen. Gestern erst habe ich in letzter Minute Charlize Theron rausgenommen und durch Lily James (Mamma Mia! Here We Go Again“) ersetzt. Auch habe ich auf Regina Hall („Support the Girls“) gesetzt. HFPA ist aber nun der Meinung, diese fürchterliche Elsie Fisher zu nominieren. Ich verstehe nicht, was die Leute an diesem Film finden und schon erst recht nicht, was die an diesem mondgesichtigen Mädchen finden. Bitte lasst daraus keine Oscar-Nominierung folgen. Bitte! Mein Wunsch: na selbstverständlich Olivia Colman Die Wahrscheinlichkeit: Olivia Colman (vielleicht aber auch Emily Blunt) 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Christian Bale (Vice)
  • Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) 
  • Viggo Mortensen (Green Book)
  • Robert Redford (The Old Men and the Gun) 
  • John C. Reilly (Stan and Ollie)

Meine Meinung: Ich kenne hier nur „Green Book“ und „The Old Men and the Gun“. Richtig getippt habe ich hier aber alle, was aber auch recht vorhersehbar war. Bei Christian Bale glaube ich allein vom Trailer her, dass er eine Hammer-Performance gibt.  Mein Wunsch: Christian Bale Die Wahrscheinlichkeit: Christian Bale oder Viggo Mortensen

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Ich habe „Vice“ und „If Beale Street Could Talk“ noch nicht gesehen. Bis auf Claire Foy habe ich alle richtig getippt. An ihrer Stelle hatte ich Nicole Kidman (für „Boy Erased“) gesetzt. Claire Foy ist aber eine alte Bekannte der HFPA und hat bereits zwei Nominierungen für ihre Serie „The Crown“ und sogar eine Auszeichnung für selbige. Zu Beginn der Oscar-Saison war sie sogar meine Favoritin auf den Oscar-Gewinn, also kommt es nicht sonderlich überraschend, dass sie nominiert wurde. Gestern  hatte ich noch etwas gezögert, beide Ladies von „The Favourite“ reinzunehmen um so mehr freue ich mich über die wohlverdienten Nominierungen Mein Wunsch: Regina King, auch wenn ich ihre Performance noch nicht kenne. Die Wahrscheinlichkeit: Regina King (mit einer Außenseiter-Chance für Amy Adams)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Meine Meinung: Ich kenne einzig Sam Rockwells Performance in „Vice“ nicht. Sam Elliot (für „A Star is Born“) ist überraschenderweise raus. Dafür ist ein anderer Sam, nämlich Rockwell (für „Vice“) drin. Das ist ein Zeichen, wie die HFPA Adam McKays Film liebt. Sam Rockwell soll nur in zwei, max. drei Szenen zu sehen sein. An Timothee Chalamets Stelle hatte ich Nicholas Hoult (für „The Favourite) gesetzt. Die Nominierung für Timothee Chalamet geht für mich in Ordnung. Mein Wunsch: Mahershala Ali oder Richard E. Grant Die Wahrscheinlichkeit: Mahershala Ali oder Richard E. Grant 

Best Animated Feature Film:

Meine Meinung: „Mirai“? Nie gehört, ist ein japanischer Animationsfilm. Ich dachte sie nominieren stattdessen „Smallfoot“. Sonst habe ich alle anderen richtig geraten. Ich kenne nur „Incredibles 2“, „Isle of Dogs“ und „Ralph Breaks the Internet“, die anderen beiden werde ich mir wahrscheinlich auch nicht anschauen.  Mein Wunsch: „Isle of Dogs“ Die Wahrscheinlichkeit: „Ralph Breaks the Internet“

 

Bei den TV-Nominierungen freue ich mich besonders über die von

Pose

Richard Madden (für Bodyguard)

Barry (und für Bill Hader und Henry Winkler) 

The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (und Darren Criss) 

Laura Dern (The Tale) 

 

 

Hier alle Nominierten:

https://www.goldenglobes.com/winners-nominees

Golden Globe-Nominierungen 2019, meine Prognose

Zunächst einmal steht nun seit gestern (04.12.18) der Gastgeber der 91. Oscar-Verleihung (24.02.19) fest: Der Stand-up-Comedian und Schauspieler Kevin Hart („Ride Along“, „Get Hard“, „Central Intelligence“) wird moderieren. Nach Diana Ross, Richard Pryor, Whoopi Goldberg, Chris Rock ist Kevin Hart der fünfte afroamerikanische Oscar-Gastgeber. Übrigens ist auch bislang noch kein Gastgeber für die 76. Golden Globe-Verleihung (die bereits am 6.1.19 stattfinden wird) gefunden. Die Verleihung der Golden Globes ist jedoch auch viele Jahre ganz ohne einen Moderator ausgekommen, vielleicht wird es im nächsten Jahr auch keinen geben. 

Nun ist es Zeit, für die rund 90 internationale Journalisten der HFPA im Rampenlicht zu stehen. Keiner in Hollywood kennt die Namen dieser rund neunzig Auslandsjournalisten, man weiß nicht wie alt sie sind und hat auch sonst keinerlei Informationen über die Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association. Zwei Mal im Jahr (ein Mal, wenn sie ihre Golden Globe-Nominierungen bekanntgeben und ein weiteres Mal zu den eigentlichen Golden Globes) sind sie für einen kurzen Moment interessant. Mit ihren Golden Globe-Nominierungen und ihren Verleihungen haben sie Einfluss auf die Oscar-Nominierungen. Nicht direkt, dafür sind sie zu unbedeutend. Aber wie auch die amerikanischen Kritikerverbände können sie beeinflussen, dass sich die rund 9000 Mitglieder der Oscar-Academy bestimmte Filme überhaupt anschauen..

Es ist noch nicht bekannt, wie viele Filme sich für das Filmjahr 2018 für die Oscars qualifizieren konnten, aber es sind immer über 300 Filme. Ich gehe viel und gerne ins Kino, schaffe aber selten mehr als 100 Filme pro Jahr. Die meisten Academy-Mitglieder sind aktiv in der Filmbranche tätig und haben kaum Zeit, viele Filme zu sehen. Daher ist es an dieser Stelle nötig, die Werbetrommel für einzelne Filme (und Schauspieler) zu rühren. 

Die New Yorker haben mit ihrem BP-Award für Netflix´“Roma“ ihre Unterstützung für Alfonso Cuaróns Films gegeben, die zweite wichtige Kritikergruppe neben den New Yorkern ist die Los Angeles Film Critics Association. Welcher Film und welche Schauspieler von den Kritikern aus Kalifornien favorisiert werden, erfahren wir in wenigen Tagen.

Morgen, am 6.12.18 werden nun die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. 

Zur Erinnerung: „A Star is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ wurde für Drama und nicht Musical/Comedy eingereicht. Bislang habe ich auch nicht gehört, dass die HFPA das ändert. Bekannt ist, dass sie Natalie Portman (für die eine Kampagne als Beste Nebendarstellerin für „Vox Lux“ geführt wird) in die Kategorie Beste Hauptrolle gesetzt haben. Zur Erinnerung auch A.M.P.A.S. entscheidet immer selbst, in welcher Kategorie sie die Schauspieler sehen. 

Seit dem letzten Jahr veröffentliche ich meine Prognose zu den Golden Globe-Nominierungen, morgen nehme ich – wie die Jahre zuvor – Stellung zu den Golden Globe-Nominierungen. Hier ist meine Prognose zu den GG-Nominierungen 2018:

Best Motion Picture – Drama:

  • BlackKklansman
  • Black Panther
  • Bohemian Rhapsody
  • If Beale Street Could Talk
  • A Star is Born

Best Director – Motion Picture:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Alfonso Cuaron (Roma)
  • Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)
  • Yorgos Lanthimos (The Favourite)
  • Spike Lee (BlackKklansman) 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Glenn Close (The Wife)
  • Toni Collette (Hereditary)
  • Lady Gaga (A Star is Born)
  • Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  • Julia Roberts (Ben is Back)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Bradley Cooper (A Star is Born)
  • Ryan Gosling (First Man)
  • Ethan Hawke (First Reformed) 
  • Hugh Jackman (The Front Runner) 
  • Rami Malek (Bohemian Rhapsody) 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Crazy Rich Asians 
  • The Favourite
  • Green Book
  • Mary Poppins Returns
  • Vice

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Emily Blunt (Mary Poppins Returns)
  • Olivia Colman (The Favourite) 
  • Regina Hall (Support the Girls)
  • Lily James (Mamma Mia! Here We Go Again)
  • Constance Wu (Crazy Rich Asians)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Christian Bale (Vice)
  • Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) 
  • Viggo Mortensen (Green Book)
  • Robert Redford (The Old Men and the Gun) 
  • John C. Reilly (Stan and Ollie)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Amy Adams (Vice)
  • Nicole Kidman (Boy Erased) 
  • Regina King (If Beale Street Could Talk)
  • Emma Stone (The Favourite) 
  • Rachel Weisz (The Favourite)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Mahershala Ali (Green Book)
  • Adam Driver (BlackKklansman)
  • Sam Elliot (A Star is Born) 
  • Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
  • Nicholas Hoult (The Favourite) 

Best Animated Feature Film:

  • Incredibles 2
  • Isle of Dogs
  • Ralph Breaks the Internet
  • Smallfoot
  • Spider-Man: Into The Spider-Verse 

Berlin – Film: „Climax“

Ich war am 30.10.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Climax“ (dt. Kinostart: 06.12.18)  95 min   music, drama, horror 

dir. Gaspar Noé   cast: Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub, Kiddy Smile, Claude Gajan Maull, Giselle Palmer, Taylor Kastle 

 

21 junge Tänzer sind bereit. Ein Tag noch, dann werden sie auf Tournee gehen, erst in Frankreich, dann in den USA. Vor der Abreise haben sie sich versammelt. Sie wollen zusammen tanzen. Sich näher kommen. Reden und feiern. Unablässig pumpt die Musik Beats in den Raum. Sangria fließt in Strömen. Die Stimmung ist bestens. Bis Selva (Sofia Boutella) eine Entdeckung macht: Jemand hat Drogen in die Drinks gemischt. Nach und nach beginnen sie zu wirken. Panik macht sich breit. Der Schuldige wird gesucht, ein kollektiver Horrortrip beginnt… (Text: Presseheft) 

 

B (Wertung von A bis F) „Climax“ ist der neue Film des französisch-argentinischen Filmemachers Gaspar Noé („Enter the Void“, „Love“).

Der Film ist ungewöhnlich strukturiert. Er beginnt mit dem Ende, dann kommt der Abspann (mit dem Zusatz, dass der Film auf wahren Ereignissen beruhte), anschließend die Einführung der Charaktere und eine beispiellos-grandios choreographierte Tanzsequenz (der ich ewig hätte zuschauen können), Partytalk, weitere Einzeltänze, dann der Vorspann und der zweite Teil des Films. Ich bin nicht mit den anderen Werken des Filmemachers vertraut, allein die Erzählstruktur dieses Films fand ich recht originell.

Ansonsten inszeniert Gaspar Noé seinen Film aber auch sehr eindrucksvoll. Während man am Anfang noch den begnadeten Tänzern zuschaut, hat man später durch die langen Kamerafahrten förmlich das Gefühl, selbst ein Partygast zu sein. Die Party ufert dann aber irgendwann aus und man möchte eigentlich gehen. Nun ist aber das Jahr 1996, Handys sind noch nicht so gebräuchlich, man kann also nicht mal ein Taxi rufen und hängt entsprechend in dieser abgelegenen Location fest. Die anderen Gäste wollten scheinbar bleiben. Also ist durchhalten angesagt, man wandert ziellos von einer Person zur anderen, lauscht ihren belanglosen Gesprächen oder guckt was die anderen in den Hinterräumen machen (immer von der dröhnenden Musik aus dem Partyraum begleitet). Zwischendurch und zum Schluss gibt es aber auch einen Perspektivwechsel, bei der man die einzelnen Tänzer bzw. bei dem Horrortrip die Protagonisten nur von oben sieht. 

Als ich das Kino verlassen hatte, fühlte ich mich teilweise an eine meiner exzessiven Party-Nächte von früher erinnert, leicht benommen, erschöpft und erst mal kein Bedürfnis, Alkohol zu trinken. 

Warum soll man nun also eine Party besuchen, die man bald schon wieder verlassen will? Ganz einfach, man will mal wieder etwas anderes erleben. Auf eine Party gehen, ohne dabei den ganzen nächsten Tag durchzuhängen und dennoch kann man Jahre später noch davon erzählen. 

Eine generelle Filmempfehlung kann ich natürlich nicht aussprechen, „Climax“ ist kein Film für ein Mainstream-Publikum, eher für Filmliebhaber.

Der Filmemacher wollte mit diesem Film seine Träume und Albträume gleichermassen repräsentieren. 

„Climax“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Filmemacher den Art Cinema Award gewonnen. In den U.S.A. hat der Film mit A24 bereits einen Verleiher gefunden, ein Kinostart ist bislang vage mit dem Jahr 2019 angegeben. In Deutschland startet der Film Morgen (06.12.18). Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die französische (und teils englische) Originalfassung mit deutschen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

Boston – Film: „Boy Erased“

Ich war am 09.11.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Boy Erased“ (dt. Filmtitel: „Der verlorene Sohn“, dt. Kinostart: 21.02.19)   115 min   drama, biopic,  adaptation

dir. Joel Edgerton  cast: Lucas Hedges, Nicole Kidman, Russell Crowe, Joel Edgerton, Joe Alwyn, Xavier Dolan

 

Jared (Lucas Hedges) ist der Sohn eines baptistischen Predigers (Russell Crowe). Als er seinen Eltern gegenüber zugibt, schwul zu sein, bricht für diese eine Welt zusammen. Seine Eltern drängen schließlich darauf, dass er an einem, von der Kirche unterstützten Umerziehungsprogramm für Homosexuelle teilnimmt. Mit seiner Mutter (Nicole Kidman) wohnt er in einem nahegelegenen Motel und begibt sich jeden Tag in das „Love in Action“-Camp einer fundamentalistischen Organisation. Geleitet von dem Pastor und Therapeuten Victor Sykes (Joel Edgerton) soll Jareds Homosexualität „geheilt“ werden… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Boy Erased“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf Garrard Conleys Autobiografie „Boy Erased :A Memoir“. Es ist nach The Gift der zweite Film, bei dem der australische Schauspieler (Warrior, Loving, It Comes at Night) Regie geführt hat. Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben. 

Für mich ist dies nach dem Film The Miseducation of Cameron Post dieses Jahr bereits der zweite Film, der die Therapie von Homo- bzw. Transsexualität thematisiert. In dem diesjährigen Sundance-Gewinner-Film wird eine fiktive Geschichte erzählt wird, dieses Familiendrama ist die Verfilmung einer wahren Geschichte. 

„Boy Erased“ hat mir noch etwas besser gefallen, er hat auch eine andere Herangehensweise. Während sich Cameron Post bei Gleichgesinnten eine neue Familie sucht, hat Jared eine sehr gute Beziehung zu seinen strenggläubigen Eltern, will sie nicht enttäuschen und begibt sich – mehr oder weniger – freiwillig in diese gay conversion therapy und findet dann dort seine eigene, definitiv schwule Identität. Hier ist man die ganze Zeit ganz nah an Jareds Seite, sieht was der Junge durchmacht, erlebt es irgendwo auf schmerzhafte Weise mit, was die Sichtung dieses Films zu einem sehr intensiven Erlebnis macht. 

Ich finde es – nach wie vor – unfassbar, was sich diese (fundamentalistischen) Gläubigen herausnehmen. Selbst Toleranz erwarten, aber andere be- und verurteilen und sie von ihrer Homo- oder Transsexualität „heilen“ wollen. Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass es in der heutigen Zeit immer noch in vielen amerikanischen Bundesstaaten keine gesetzliche Mittel gibt, diese Gläubigen in ihre Schranken zu weisen. Selbstverständlich hat mich diese Geschichte, dieses Thema, noch Tage später beschäftigt und verärgert. 

Von allen nuancierten Performances in diesem Film (Lucas Hedges, Nicole Kidman und Joel Edgerton können alle überzeugen) hat mich Russell Crowe am meisten überrascht. Vielleicht, weil ich ihn schon sehr lange nicht mehr so gut gesehen habe. Diesen gottesfürchtigen Vater, der glaubt, das Richtige für seinen Sohn zu tun, habe ich ihm abgenommen. Etwas erschreckend, wie sich Russell Crowe in den letzten Jahren hat gehen lassen, insbesondere im direkten Vergleich zu seiner fast gleichaltrigen Filmpartnerin Nicole Kidman. 

In diesem Film gibt es zwei starke Dialogszenen (in einer sieht man Jared mit seinem Therapeuten und später mit seinem Vater), die nicht nur schauspielerisch brillant sind.

Zum Ende des Films werden Originalfotos von Garred Conley und seinen Eltern gezeigt und man erfährt, dass gay conversion therapy auch heute noch in 36 amerikanischen Bundesstaaten legal ist. 

„Boy Erased“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Bester Nebendarsteller (Russell Crowe, Joel Edgerton), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Song („Revelation“)

„Boy Erased“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 2.11.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 672 amerikanischen Kinos landesweit. Für Deutschland soll der Film unter dem Titel „Der verlorene Sohn“ am 21.02.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Mary Queen of Scots„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Kostümfilm mit Saoirse Ronan und Margot Robbie

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle, taugt bestimmt nichts.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Oscar-Nominierungen 2019 – meine November-Prognose

Die erstmals (seit 1973) nicht länger als drei Stunden andauernde Oscar-Show im nächsten Jahr wird Donna Gigliotti und Glenn Weiss produzieren. Sie hat für „Shakespeare in Love“ einen Oscar gewonnen, Glenn Weiss übernimmt auch die Regie der Show. Er führt damit das vierte Mal in Folge bei einer Oscar-Show Regie und wurde für seine Arbeit bei den Oscars, Tonys und Emmys bereits mehrfach für einen Primetime Emmy nominiert bzw. ausgezeichnet. Ungewöhnlicherweise ist der Gastgeber der 91. Oscar-Verleihung bis heute nicht bekanntgegeben worden. Gut, so ganz ungewöhnlich ist es wieder auch nicht, erst vor zwei Jahren konnte ich an dieser Stelle auch den Oscar-Host noch nicht verkünden. Vor zwei Jahren wurde Donald Trump zum U.S.-Präsidenten gewählt, Hollywood befand sich in einer Schockstarre. Jetzt ist es kurz nach dem, nicht hundertprozentig glücklichen Ausgang der Midterm-Wahlen (bei denen den Demokraten ein Machtwechsel im Repräsentantenhaus gelungen ist, aber leider die Republikaner die Mehrheit im Senat verteidigen konnten). Die Stimmung im liberalen Hollywood ist auch dieses Jahr sehr angespannt. Gut, aber ich begreife auch nicht, wie Amerikaner (auch wenn sie grundsätzlich die Republikanische Partei wählen) sich in den letzten zwei Jahren alles was Donald Trump von sich gegeben und angerichtet hat, angeschaut haben und dann bei den Zwischenwahlen mit ihrer Stimme sagen: okay, weiter so. 

Die letzten sogenannten Oscar-Filme, die gezeigt wurden, waren: Stan and Ollie, Mary Queen of Scots, Mary Poppins Returns und Vice – Ein Screening von The Mule, Clint Eastwoods Film steht noch aus.

Derzeit werden die ersten Preise der amerikanischen Filmkritiker verliehen. Die Filmkritiker-Verbände bringen durch ihre Nominierungen und Auszeichnungen immer Filme und Schauspieler ins Gespräch, die vielleicht ansonsten schon abgeschrieben wären: Ausgezeichnet wurden bisher: 

Gothams Awards: Film: The Rider, Schauspieler: Ethan Hawke (First Reformed), Toni Collette (Hereditary) 

National Board of Review: Film: Green Book, Regie: Bradley Cooper (A Star is Born), Schauspieler: Viggo Mortensen (Green Book), Lady Gaga (A Star is Born), Sam Elliot (A Star is Born), Regina King (If Beale Street Could Talk) NBR konnte man noch nie wirklich ernst nehmen.

New York Film Critics Circle Award: Film: Roma, Regie: Alfonso Cuaron, Schauspieler: Ethan Hawke (First Reformed), Regina Hall (Support the Girls), Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?, Regina King (If Beale Street Could Talk) 

Die Filmpreise innerhalb der Filmindustrie befinden sich derzeit bereits teilweise in der Nominierungsphase. 

Jede Oscar-Saison hat ihr eigenes Thema. In dieser beobachte ich derzeit, dass alle Filme mit vorwiegend weißen Protagonisten oder einer „weißen Thematik“ mit einer Zielscheibe versehen werden.

Die Schmutzkampagnen haben also begonnen. „First Man“ wird vorgeworfen, dass es in diesem Film nicht genug dunkelhäutige Menschen gibt. Dank #oscarssowhite und gestraft mit diesem U.S.-Präsidenten sind wir jetzt schon so weit, dass in einem Neil-Armstrong-Biopic ausreichend Dunkelhäutige zu sehen sein müssen. Na bravo. Für die Oscars besonders förderlich war es jetzt auch nicht, dass der Film nicht den erwarteten Gewinn eingefahren hat (er ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt). Zur Erinnerung in dieser Phase der Oscar-Saison ist es erstmal wichtig, dass die einzelnen Branchen innerhalb der Academy die wichtigsten Filme vor allen Dingen erstmal sehen. Bei so vielen Filmen, die zur Auswahl stehen, kein einfaches Unterfangen. 

Ein anderes Problem hat Viggo Mortensen. Grundsätzlich macht er dieses Jahr vieles richtig, er spielt in einem (massentauglichen) Film, der Rassismus aus den 1960er Jahren zum Thema hat, mit. Viggo Mortensen war zu Beginn der Saison auch eigentlich mein Favorit auf den Oscar-Gewinn für „Green Book“. Nur hat er sich aber einen folgenschweren Fehler geleistet. In einem Q & A nach einem Screening von „Green Book“ wollte er deutlich machen, dass es zum Thema  Rassismus im Vergleich zu den 1960er Jahren auch Fortschritte gibt. Er sagte sinngemäß, dass es  z. B. heutzutage absolut verpönt, das „N-Wort“ zu sagen. Nichts Anrüchiges was er gesagt hat, das Problem war, er hat das „N-Wort“ ausgesprochen. In den U.S.A. ist es ein absolutes No-Go als Weißer das ausgesprochene „N-Wort“ in den Mund nehmen. Jedenfalls löste das natürlich einen Shitstorm aus, Viggo hat sich sofort entschuldigt, die Entschuldigung wurde auch von seinem afroamerikanischen Filmpartner Mahershala Ali angenommen. Eigentlich alles gut… man wird sehen. Ich hätte vor zwei Jahren auch gedacht, dass es dem Bernie-Sanders-Unterstützer mehr schaden würde, dass er sich öffentlich gegen Hilary Clinton ausgesprochen hat. Hat es aber nicht, er wurde für „Captain Fantastic“ für den Oscar nominiert. Den Oscar zu gewinnen, steht aber auf einem anderen Blatt. Auch wenn ich im Kino miterleben konnte, wie begeistert die Zuschauer von „Green Book“ sind, der Film liefert im Moment noch keine gute Performance an der Kinokasse ab. Von Flop will ich derzeit noch nicht reden, der Film ist noch nicht landesweit in allen Kinos gestartet und ich setze da noch auf Mundpropaganda. Der Film steht aber auch in der Schusslinie, u.a. dafür, dass er aus der Perspektive des weißen Charakters erzählt wird. Gut, ich bin auch kein Fan des Films, dazu an anderer Stelle mehr.

Dann wurde endlich Adam McKays „Vice“ gezeigt und – wie zu erwarten – gibt wohl Christian Bale (aber auch Amy Adams) eine oscarreife Performance. Das Problem ist, dass Christian Bale mit Dick Cheney, einen der mächtigsten und schlimmsten U.S.-Vizepräsidenten aller Zeiten spielt und Weiß ist der auch noch. Will man diesen Film überhaupt sehen, in einer Zeit, in der man sich tagtäglich mit so einem amtierenden U.S. Präsidenten (und Vize) auseinandersetzen muss? Viel Glück bei DER Oscar-Kampagne.

Bradley Cooper ist bislang von den Schmutzkampagnen verschont geblieben. Er ist sehr angesehen und beliebt in Hollywood und auch wenn es in seinem Film „A Star is Born“ um Probleme von „Weißen“ geht, hat er von vornherein für eine diverse Besetzung im Film gesorgt. „A Star is Born“ ist derzeit bei vielen Oscar-Experten der Favorit auf den Oscar-Gewinn. Der Favoritenstatus in diesem frühen Stadium ist nie angenehm, dazu fällt einem direkt „La La Land“ ein, der über Monate der Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film war, bis „Moonlight“ den Titel holte. Ich kann mir derzeit auch nicht vorstellen, dass „A Star is Born“ gewinnt. Außerdem wird sich irgendetwas bestimmt finden lassen, um diesen Schauspieler und diesen Film irgendwie ins schlechte Licht zu rücken. 

Mich hat etwas überrascht, dass Rob Marshalls Musical „Mary Poppins Returns“ so gut aufgenommen wurde. Ich hatte diesen Film mehr als kommerziellen Film gesehen, definitiv ist er jetzt aber auch für einige Oscar-Nominierungen (darunter für Bester Film und auch Emily Blunt als Beste Hauptdarstellerin) im Gespräch. 

Aufgrund des großen Zuspruchs der Zuschauer hat sogar „Bohemian Rhapsody“ eine Außenseiter-Chance auf eine BP-Nominierung und eine Nominierung für Rami Malek als Bester Hauptdarsteller. 

Bei den amerikanischen Kritikerverbänden wurden auffällig oft „First Reformed“ und „Eighth Grade“  nominiert bzw. ausgezeichnet. Bei dem Erstgenannten kann ich es mir durchaus vorstellen, dass er eine Rolle bei den Oscars spielt, den zweiten mochte ich persönlich gar nicht und hoffe, dass er bei den Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie dann nicht mehr auftaucht. 

Roma, If Beals Street Could Talk, BlackKklansman und Black Panther müssen sich zumindest nicht damit auseinandersetzen, dass ihnen vorgeworfen wird, „zu Weiß“ zu sein. 

Der große Unbekannte ist Clint Eastwoods „The Mule“, ein Film von Clint Eastwood in gleichzeitig seiner letzten Rolle als Schauspieler. Die Frage ist, warum dieser Film noch nicht gezeigt wurde. Ist der Film einfach nicht gut genug oder will Clint Eastwood seinem Freund Bradley Cooper und seinem Film „A Star is Born“ einfach nicht im Weg stehen. Wir werden es bald wissen. 

Gibt es schon so etwas wie einen „sicheren“ Oscar-Gewinner bei den nächsten Oscars? Im Moment sieht es danach aus, dass Mahershala Ali („Green Book“) den „Christoph Waltz“ macht und innerhalb kürzester Zeit seinen zweiten Oscar für eine Nebenrolle gewinnt. In meinen Augen wäre es verdient, aber die Saison ist noch lang. Auch hat sich Regina King (für „If Beale Street Could Talk“) einen Favoritenplatz in der Kategorie Beste Nebenrolle ergattert. Amy Adams (für „Vice“) könnte ihr aber diesen Platz noch streitig machen. 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Jahr 2018 im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor?, Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG  (ein Update erfolgt regelmäßig) Update: Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War   

In meiner September-Prognose hatte ich am ehesten „Roma“ als Oscar-Gewinner Bester Film gesehen. Wie ich bereits erwähnte, gehen die meisten Oscar-Experten momentan von „A Star is Born“ als Sieger aus, aber auch „Green Book“ wird favorisiert. Bei Letzterem bin ich sicher, dass so ein Film in den 1980er und 1990er Jahren den Oscar gewonnen hätte. Im Jahr 2019 (für das Filmjahr 2018) kann ich mir das nicht vorstellen. Dieser Film hat nichts zeitgeistiges. Für den Oscar-Gewinner-Film schwanke ich derzeit zwischen Barry Jenkins „If Beale Street Could Talk“ und – nach wie vor – Alfonso Cuarons „Roma“. Die Oscar-Saison ist aber im ständigen Fluss, jeden Tag ändert sich etwas. 

Meine November-Prognose: 

 

Bester Film 

Roma

If Beale Street Could Talk

A Star is Born

Green Book

First Reformed

The Favourite

Vice

Black Panther

BlackKklansman

Mary Poppins Returns

———————————

Can You Ever Forgive Me?

First Man

Widows

Boy Erased

 

 

Beste Regie

Alfonso Cuaron (Roma)

Bradley Cooper (A Star is Born)

Spike Lee (BlackKklansman)

Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)

Yorgos Lanthimos (The Favourite) 

———————

Adam McKay (Vice)

Paul Schrader (First Reformed)

Damien Chazelle (First Man) 

Ryan Coogler (Black Panther)

Peter Farrelly (Green Book)

Rob Marshall (Mary Poppins Returns)

 

 

Bester Hauptdarsteller 

Bradley Cooper (A Star is Born)

Christian Bale (Vice)

Viggo Mortensen (Green Book)

Ethan Hawke (First Reformed)

Rami Malek (Bohemian Rhapsody)

————————

Lucas Edges (Boy Erased)

Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)

Ryan Gosling (First Man)

John David Washington (BlackKklansman)

 

 

Beste Hauptdarstellerin

Glenn Close (The Wife)

Olivia Colman (The Favourite)

Lady Gaga (A Star is Born)

Emily Blunt (Mary Poppins Returns)

Yalitza Aparicio (Roma)

—————————-

Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)

Viola Davis (Widows) 

Toni Collette (Hereditary)

Julia Roberts (Ben is Back)

 

 

Bester Nebendarsteller 

Mahershala Ali (A Green Book)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Sam Elliot (A Star is Born)

Adam Driver (BlackKklansman) 

Sam Rockwell (Vice)

——————————

Timothée Chalamet (Beautiful Boy)

Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns)

Russell Crowe (Boy Erased)

Nicholas Hoult (The Favourite)

Daniel Kaluuya (Widows)

Michael B. Jordan (Black Panther)

Ben Foster (Leave No Trace)

 

 

Beste Nebendarstellerin 

Regina King (If Beale Street Could Talk)

Amy Adams (Vice)

Emma Stone (The Favourite)

Rachel Weisz (The Favourite)

Elizabeth Debicki (Widows)

——————————————

Natalie Portman (Vox Lux)

Nicole Kidman (Boy Erased)

Claire Foy (First Man) 

Thomasin McKenzie (Leave No Trace)

Linda Cardellini (Green Book) 

 

 

Trailer meiner beiden derzeitigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn im Jahr 2019:

Roma:

 

If Beale Street Could Talk:

 

Boston – Film: „Can You Ever Forgive Me?“

Ich war am 09.11.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Can You Ever Forgive Me?“ (dt. Kinostart: 21.02.19)  106 min  drama, biopic, adaptation

dir. Marielle Heller  cast: Melissa McCarthy, Richard E. Grant, Dolly Wells, Jane Curtin, Stephen Spinella, Ben Falcone

 

New York im Jahr 1991. Die 51-jährige Lee Israel (Melissa McCarthy) schreibt Biografien über Prominente, die verkaufen sich aber schon länger nicht mehr. Ihre Agentin (Jane Curtin) schlägt ihr vor, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen. Jetzt braucht sie dringend Geld, zunächst verkauft sie einen persönlichen Brief, den sie eines Tages von Katherine Hepburn erhalten hat und das bringt sie auf die Idee, Briefe von berühmten Persönlichkeiten zu fälschen und zu verkaufen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Can You Ever Forgive Me?“ erzählt eine wahre Geschichte. Der Film basiert auf Lee Israels gleichnamigen Memoiren. Nach The Diary of a Teenage Girl ist dies erst die zweite Regiearbeit der amerikanischen Autorin, Filmemacherin und Schauspielerin Marielle Heller. 

Der Film ist ein gutes und auch humorvolles Biopic über Lee Israel, eine Betrügerin, die über vierhundert Briefe von verstorbenen Prominenten gefälscht und auch verkauft haben soll.

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 hatte ich Melissa McCarthy noch als Gewinnerin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin gesetzt. Das stützte sich darauf, dass die Komödien-Schauspielerin hier erstmals in einer anspruchsvollen Rolle in einem Drama zu sehen ist. Außerdem hörte ich, dass sie eine oscarwürdige Performance gibt und eine entsprechende Oscar-Kampagne startete. Meine Meinung ändert sich oftmals, wenn ich die Filme dann selbst gesehen habe. Zweifelsfrei hat Melissa McCarthy auch drei oder vier sogenannte „Oscar-Szenen“(auch wenn mich selbst in diesen ihre schlechte Perücke ablenkte), nur ist ihr Charakter schrecklich unsympathisch, hat eigentlich keinen nennenswerten guten Charakterzug, ist kriminell und hat letztlich auch kein Einsehen, dass sie irgendetwas falsch gemacht hat. Kurzum es ist schwer, mit ihr mitzufühlen. Meine Gemütslage hat sich zusehends entspannt, wenn Lee Israels einziger Freund Jack Hock (brillant gespielt von dem englischen Charakterschauspieler Richard E. Grant) ins Spiel kam. Auch seine Persönlichkeit ist nicht unproblematisch, er ist aber dabei liebenswert und lässt Lee Israel sogar etwas netter erscheinen. 

Für den Oscar-Gewinn ist auch üblicherweise die Rolle, die jemand spielt, wichtig. Das müssen nicht zwingend Sympathieträger sein, aber wenn man keinerlei Sympathie für die Filmfigur aufbringen kann, wird es – insbesondere bei Schauspielerinnen – mit dem Oscar-Gewinn schwer. Glenn Close (The Wife) und Olivia Colman (The Favourite) haben mit ihrer eindrucksvollen Performances bei mir auch einen wesentlich nachhaltigeren Eindruck hinterlassen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass Melissa McCarthy für den Oscar nominiert wird, auch wenn sie vielleicht auch dafür auf der Kippe steht. 

Bei Richard E. Grant bin ich mir ziemlich sicher, dass er für diese Rolle für den Oscar nominiert wird. 

„Can You Ever Forgive Me?“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Melissa McCarthy), Bester Nebendarsteller (Richard E. Grant), Bestes adaptiertes Drehbuch Update: „Can You Ever Forgive Me?“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Melissa McCarthy, Bester Nebendarsteller Richard E. Grant und Bestes adaptiertes Drehbuch) erhalten.

„Can You Ever Forgive Me?“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Dieser Film ist am 19.10.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 426 Kinos landesweit. Der Film soll am 21.02.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Mary Queen of Scots„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Kostümfilm mit Saoirse Ronan und Margot Robbie (die man kaum erkennt)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Welcome to Marwen„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Neuer Film von Robert Zemeckis mit Steve Carell in der Hauptrolle. Hoffentlich ist der Film nicht so schlimm wie The Walk

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „At Eternity´s Gate„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neuer Film des Künstlers Julian Schnabel. Ein Biopic über Vincent van Gogh mit Willem Dafoe in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „The Aftermath„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: ZweiterWeltkriegsfilm mit Keira Knightley, Jason Clarke und Alexander Skarsgard. Der Film kann nicht wirklich gut sein, sonst würden sie ihn noch dieses Jahr herausbringen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% (wg. Alexander Skarsgard) 


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen

 

San Francisco – Film: „Widows“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Widows“ (dt. Filmtitel: „Widows – Tödliche Witwen, dt. Kinostart: 06.12.18) 128 min crime, thriller, adaptation 

dir. Steve McQueen  cast: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Brian Tyree Henry, Daniel Kaluuya, Jacki Weaver, Carrie Coon, Robert Duvall, Liam Neeson, Garret Dillahunt, Jon Bernthal, Lukas Haas

 

Der letzte Raubüberfall ist schief gegangen ist und der Drahtzieher des Raubes, Harry (Liam Neeson) und seine Komplizen wurden getötet. Der Gangster Jamal (Brian Tyree Henry) stattet Harrys trauernder Witwe Veronica (Viola Davis) einen Besuch ab, er will sein Geld in Höhe von zwei Millionen Dollar zurück. Geld, das Veronica nicht hat, die Beute des letzten Raubes ist mit verbrannt. Ihr verstorbener Mann hat ihr jedoch ein Notizbuch mit Plänen für einen weiteren Raubüberfall hinterlassen. Sie kontaktiert die Witwen der anderen, bei dem Raubüberfall getöteten Kriminellen. Schließlich beschließen Veronica, Linda (Michelle Rodriguez) und Alice (Eilzabeth Debicki) aus der Not heraus, den Coup durchzuführen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Widows“ basiert auf der gleichnamigen britischen Krimiserie aus den 1980er Jahren. Es ist der neue Film des britischen Autors und Filmemachers Steve McQueen. Nach Hunger, Shame und 12 Years a Slave ist dies sein vierter Film. Das Drehbuch hat Steve McQueen mit Gillian Flynn verfasst. Sie hat die Romanvorlagen zu dem Film Gone Girl und der TV-Serie Sharp Objects geschrieben.  

Bei diesen brillanten Schauspielern, geführt von diesem begnadeten Regisseur habe ich mir leider sehr viel mehr versprochen. Der Film bietet auch einige innovative Szenen, allein in einer sieht man nur die Kühlerhaube einer fahrenden Limousine und dazu den vorbeiziehenden Teil von Chicago. Während man also auf dieser Fahrt realisiert, dass die Unterprivilegierten nur wenige Blocks von den Privilegierten entfernt residieren, lauscht man einem kurzen Gespräch des in der Limousine sitzenden Chicagoer Politikers (gespielt von Colin Farrell), der dort als Stadtrat kandidiert. Eine ungewöhnliche und doch so ausdrucksstarke Szene. Aber auch bereits die Anfangsszene, eine Parallelmontage  (in der man u.a. eine leidenschaftliche Kussszene zwischen einer schwarzen Ehefrau und ihrem weißen Angetrauten sieht) ist etwas, so normal es sich anhört, was man in amerikanischen Kinofilmen nie zu sehen bekommt. Außerdem gibt es eine Dialogszene zwischen Colin Farrells und Robert Duvalls Charakteren, die ich großartig finde. „Widows“ war einer der Filme, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe und doch war ich am Ende etwas enttäuscht. Vielleicht weil die Spielfilmform den einzelnen Charakteren und auch der komplexen Handlung nicht in Gänze gerecht werden kann. Und dann gibt es da eine große Wendung (die zu einer weiteren führt), die mich leider überhaupt nicht überzeugt hat. 

Ich hatte das Glück, die australische Schauspielerin Elizabeth Debicki bereits in dem Mehrteiler The Night Manager für mich entdecken zu dürfen, hier ragt sie (nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße) aus der sowieso schon erstklassigen Besetzung heraus. Daniel Kaluuya, bei dem ich noch in meinem Beitrag zu Black Panther erwähnte, dass ich ihn wohl ein Leben lang mit Get Out verbinden würde, liefert hier eine Performance, die mich seine einprägsame Rolle vergessen liess. Cynthia Erivo, die mir erst im letzten Monat erstmalig in Bad Times at the El Royale aufgefallen ist, zeigt hier wie wandelbar sie ist. Tatsächlich war „Widows“ das Spielfilmdebüt der britischen Theaterschauspielerin und Sängerin. Von Liam Neeson, Viola Davis, Collin Farrell, Robert Duvall, Jacki Weaver ganz zu schweigen – Ich bin geneigt, mir den Film ein zweites Mal anzuschauen, aber kann ich dann über die Logiklücken hinwegsehen, ärgere ich mich dann nicht wieder darüber, dass den Charakteren und der Handlung nicht mehr Raum gegeben wird, die Erzählstränge am Ende nicht perfekt harmonieren und – vor allen Dingen – bringen mich dann nicht wieder die Wendungen völlig aus dem Film?

„Widows“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Debicki, Michelle Rodriguez), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Widows“ ist erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt worden. Der Film wird bereits seit dem 6.11.18 in den Kinos in Großbritannien gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist „Widows“ am 16.11.18 in 2,803 Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Widows – Tödliche Witwen“ ab dem 6.12.18 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu Creed, wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es verhindern kann


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Oscar-Kandidat mit wahrscheinlich einem weiteren Oscar-Gewinn für Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

L.A. – Film: „The Hate U Give“

Ich war am 13.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Hate U Give“ (dt. Kinostart: 07.02.19)   133 min  drama, adaptation 

dir. George Tilman Jr.  cast: Amanda Sternberg, Regina Hall, Russell Hornsby, Anthony Mackie, Common, Lamar Johnson, Algee Smith, Sabrina Carpenter 

 

Die 16-jährige Afroamerikanerin Starr (Amandla Sternberg) hat von ihrem Vater (Russell Hornsby) schon von frühester Kindheit an eingetrichtert bekommen, wie man sich bei einer Polizeikontrolle verhält. Auch wenn sie in einer vorwiegend von Afroamerikanern bewohnten Arme-Leute-Gegend lebt, haben die Eltern dafür gesorgt, dass die Kinder auf eine gute Schule gehen. Starrs Privatschule wird vorwiegend von besser betuchten, weißen Schülern besucht und entsprechend lebt sie quasi in zwei Welten. Eines Abends gerät sie mit ihrem afroamerikanischen Freund Khalil (Algee Smith) in eine Polizeikontrolle, die völlig aus dem Ruder läuft. Starr soll daraufhin vor der Grand Jury aussagen. Es soll darüber entschieden werden, ob ein Verfahren gegen den weißen Polizisten eingeleitet werden soll…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Hate U Give“ basiert auf Angie Thomas´ gleichnamigen Jugendroman. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers George Tilman Jr. („Men of Honor“, „Notorious“, „Faster“). 

Der Film prangert Polizeigewalt, Ungerechtigkeit und verschiedene Facetten von Rassismus an, setzt sich aber auch mit der Kriminalität, die von Afroamerikanern ausgehen kann, auseinander. Soweit es überhaupt irgendwie möglich ist, kann man sich in dieses schwarze Mädchen, dass in einer verarmten Gegend wohnt, aber eine „weiße“ Privatschule besucht, reinversetzen. Die Teenagerin lebt zwischen zwei Kulturen, sieht das Gute und das Schlechte in beiden, ist innerlich zerrissen und in keiner dieser Kulturen hundertprozentig Zuhause. Dadurch wird es ihr noch schwerer gemacht, ihre eigene Identität zu finden. 

Der Film erzählt mehr als eine Coming-of-Age-Geschichte, auch wenn es ausreichend Gründe gäbe, ihn in amerikanischen Schulen zu zeigen, sollten ihn auch Erwachsene anschauen. „The Hate U Give“ ist tiefgründig und bleibt nachhaltig in Erinnerung. Mich lässt bis heute, anderthalb Monate nachdem ich den Film gesehen habe, immer noch der Dialog zwischen dem weißen Freund und der schwarzen Protagonistin nicht los, der sinngemäß lautete, dass ihm ihre Hautfarbe gar nicht auffällt und sie darauf antwortet, dass er sie dann aber auch nicht sieht. Der Film trägt vielleicht manchmal etwas dick auf, ist aber spannend bis zum Schluss und ein wichtiger Film über Rassismus. Dabei hat er wesentlich mehr zu sagen als konventionelle Filme, wie der diesjährige Oscar-Kandidat „Green Book“, der offensichtlichen Rassismus in den 1960er Jahren zeigt, bei dem aber das mainstreamige Publikum bestens gelaunt aus dem Kino kommt. 

Da sich die Geschichte explizit mit der Schwarz/Weiß-Problematik in den U.S.A. auseinandersetzt, bin ich mir nicht sicher, ob sie auch außerhalb so gut nachvollziehbar ist. Definitiv rate ich davon ab, den Film in der Synchronisation zu sehen. Die Sprache ist in diesem Film ein großer Bestandteil. Bei meiner, vorwiegend von afroamerikanischen Mitzuschauern besuchten Vorstellung gab es hin und wieder großes Gelächter, wenn weiße, privilegierte Schüler versuchen, die schwarze Sprache und Kultur zu imitieren. Der Film- und Romantitel stammt übrigens aus einem Song von Tupac. 

„Starr“ wird von der Schauspielerin Amanda Sternberg gespielt, bekannt als „Rue“ aus The Hunger Games. Selbstverständlich hat mir auch hier Anthony Mackie, der einen Gangster spielt, gefallen, begeistert war ich aber auch Russell Hornsby und Regina Hall.  

„The Hate U Give“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, darunter: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Amandla Stenberg), Bester Nebendarsteller (Russell Hornsby), Beste Nebendarstellerin (Regina Hall), Bestes adpatiertes Drehbuch

„The Hate U Give“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 5.10.18 in zunächst 36 amerikanischen Kinos gestartet. Später war er dann aber in 2,375 Kinos landesweit zu sehen. In Deutschland soll der Film am 07.02.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Felicity Jones als RBG 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – ich kann ihre Stimme nicht ertragen, geht gar nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Fortsetzung des Fantasy-Films wieder mit Eddie Redmayne, aber auch mit Jude Law und Johnny Depp

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Alita: Battle Angel„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Robert Rodriguez´neuer Film, Manga-Verfilmung mit Christoph Waltz, Mahershala Ali und anderen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen 


Trailer v. Film: „Second Act„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: RomCom mit Jennifer Lopez, die eine ganz schlechte Perücke trägt

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: „Border“

Ich war am 30.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Border“ (Originalfilmtitel: „Gräns“, dt. Kinostart: 11.04.19) 108 min   fantasy, drama, adaptation

dir. Ali Abbasi  cast: Eva Melander, Eero Milonoff, Sten Ljunggren 

 

Die schwedische Zollbeamtin Tina (Eva Melander) hat eine besondere Gabe, sie hat einen äußerst ausgeprägten Geruchssinn. Ihre Spürnase ist ihr im Job sehr nützlich, sie kann sogar Emotionen, wie Schuldgefühle, Angst und Nervosität riechen. Das macht es ihr einfach, jeden Schmuggler zu „erschnüffeln“. Tina sieht aber auch anders aus, ihr deformiertes Gesicht machte sie schon früh zur Außenseiterin. Eines Tages wittert sie auch bei Vore (Eero Milonoff) etwas, die Zöllner können jedoch nichts finden. Tina fühlt sich zu Vore hingezogen, die beiden sehen sich optisch auch sehr ähnlich…

 

A- (Wertung von A bis F) „Border“ (Originaltitel: „Gräns“ ist eine Adaption von John Ajvide Lindqvists gleichnamigen Kurzgeschichte . Es ist der neue Film des schwedisch-iranischen Filmemachers Ali Abbasi („Shelley“).

„Border“ ist eine Indie-Perle, ein Film für Filmliebhaber, die sich danach sehnen, etwas Besonderes zu sehen. Auch wenn man am Anfang noch nicht so recht weiß, wohin die Reise eigentlich gehen soll, am Ende fügen sich die rätselhaften Parts zusammen und ergeben eine runde Geschichte. Insgesamt ist der Film ein komplexer Genre-Mix aus Fantasy, Komödie, Liebesfilm, Drama, Groteske, Thriller und Horror und dabei tiefgründiger, als man auf den ersten Blick vermutet.   

Es gibt eine etwas bizarre Sexszene, bei der selbst einige Zuschauer, dem Außergewöhnlichen so aufgeschlossenen New Yorker Filmfestival Publikum, das Kino vorzeitig verlassen haben. Soll heißen, „Border“ ist ganz sicher nicht massentauglich. 

„Border“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester fremdsprachiger Film, Bestes Makeup und Hairstyling 

„Border“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat er den Un Certain Regard Award gewonnen. Der Film wurde von Schweden für die Oscars im Jahr 2019 für die Kategorie bester fremdsprachiger Film eingereicht. „Border“ ist auch für den Europäischen Filmpreis 2018 in vier Kategorien (Bester Film, Beste Regie, Beste Darstellerin (Eva Melander) und Bestes Drehbuch nominiert. Von der Jury wurde Peter Hijorth bereits vorab als Visual Effects Supervisor ausgezeichnet. Der Film hat mit Neon einen amerikanischen Verleih gefunden und ist am 26.10.18 in sieben amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 30 Kinos in den U.S.A. In Deutschland soll der Film am 11.04.19 starten. Ich habe den Film auf den New York Film Festival gesehen. Der Film wurde in der schwedischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Hauptdarstellerin Eva Melander und der Makeup Artist Göran Lundström waren anwesend und standen nach der Vorstellung den Fragen des Publikums zur Verfügung.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Bohemian Rhapsody“

Ich war am 14.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bohemian Rhapsody“ (dt. Kinostart: 31.10.18)  135 min  drama, biopic

dir. Bryan Singer   cast: Rami Malek, Lucy Boynton, Gwilym Lee, Ben Hardy, Joseph Mazzello, Aidan Gillen, Tom Hollander, Mike Myers

 

Im Jahr 1970. Gerade als der Sänger Tim Staffell (Jack Roth) die Band Smile verlassen hat, bietet sich der Songwriter und Sänger Freddie (Rami Malek) an. Mit einer kurzen Acapella-Einlage überzeugt er die verbliebenen Bandmitglieder Bryan May (Gwilym Lee) und Roger Taylor (Ben Hardy). Später gründen sie die Band Queen zudem dann auch der Bassist John Deacon (Joseph Mazello) gehörte. 

 

C- (Wertung von A bis F) Über einen Zeitraum von 1970 bis 1985 erzählt „Bohemian Rhapsody“ die Geschichte der britischen Rockband Queen mit einem Schwerpunkt auf Freddie Mercurys Leben. Während der Dreharbeiten soll es Auseinandersetzungen zwischen den Schauspielern, der Crew und ihrem Regisseur Bryan Singer gegeben haben. Nachdem der Filmemacher mehrfach unzuverlässig war und dann im letzten Jahr nach Thanksgiving gar nicht mehr am Filmset erschien, haben die Produzenten (20th Century Fox) den Regisseur gefeuert. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Dreharbeiten bereits seit zwei Monaten und der Film war fast fertiggestellt. Der englische Schauspieler („Lock, Stock and Two Smoking Barrels“, „Layer Cake“) und Filmemacher („Eddie the Eagle“) Dexter Fletcher hat Bryan Singer dann für die verbliebenden Drehtage ersetzt. Aufgrund der Regularien der Directors Guild of America darf nur ein Regisseur  (bzw. ein Team wie beispielsweise die Coen Bros.) in den Credits genannt werden. Da Bryan Singer („The Usual Suspects“, „Valkyrie“, X-Men: Days of Future Past) für das Casting, die Pre-Production und einen großen Teil der Produktion verantwortlich ist, wurde er als Regisseur genannt. Interessanterweise führt Dexter Fletcher bei dem Elton-John-Biopic, das nächstes Jahr ins Kino kommt („Rocketman“), Regie. 

„Bohemian Rhapsody“ ist ein familientauglicher Film für Personen, denen die Queen-Songs von den Greatest-Hits-Alben bekannt sind. Der Film wird weder der Band noch ihrem extravaganten Leadsänger Freddie Mercury wirklich gerecht. In einer Aneinanderreihung von Montagen wird Freddie Mercurys Geschichte oberflächlich und ungenau (bzw. fehlerhaft) illustriert, es wurde aber auch stets darauf geachtet, dass die anderen Bandmitglieder ausreichend im Bild sind und immer in einem positiven Licht erscheinen. Brian May und Roger Taylor haben diesen Film mitproduziert. Für die verbliebenden Bandmitglieder und das Filmstudio war das eine Win-win-Situation, da Brian May und Roger Taylor damit ein Mitspracherecht an der Story hatten und sich das Filmstudio dadurch die Rechte an den Musikstücken sicherte. 

Jetzt, zwei Wochen nach Kinostart hat sich auch herausgestellt, dass der Film zumindest massentauglich ist. Auch kann man davon ausgehen, dass die Verkäufe von der Musik von Queen durch diesen Film rasant ansteigen werden. 

Mir hat der Film leider gar nicht gefallen. Mich haben viele Sachen an dem Film gestört, neben dem strukturellen Aufbau (das Abhaken von Highlights und Hits), sieht die Produktion auch stellenweise minderwertig aus. Vielen (nicht nur Konzert-) Szenen sieht man an, dass sie im Filmstudio aufgenommen wurden. Auch fand ich es schluddrig, dass man ganz offensichtlich vergessen hat, den Queen-Drummer Roger Taylor hier optisch altern zu lassen. Über einen Zeitraum von rund 15 Jahren sieht er aus durchgängig aus wie ein 17-jähriger Teenager. Generell reagiere ich empfindlich, wenn man – wie hier – Homosexualität moralisch bewertet. In „Bohemian Rhapsody“ wird es als etwas reduziert, was zerstörerisch ist und einsam und krank macht. Das fand ich hier besonders fragwürdig, da die sexuelle Orientierung des Regisseurs Bryan Singer bekannt ist. Freddie Mercurys Homosexualität wird kurz angesprochen, aber sein ausschweifendes Leben und generell Sex und Drogenkonsum wird in dem Film nur sehr kurz angedeutet. Waren die restlichen Bandmitglieder tatsächlich alle biedere Familienväter? Rockstars in den 1970er und 1980er Jahren? Auf mich machte es den Eindruck, dass die Glaubwürdigkeit der Biografie der Band und ihres Frontmannes zugunsten eines familienfreundlichen Films geopfert wurde. 

Auch wenn Rami Malek selbst nicht singt, ist er sicherlich das beste, was der Film zu bieten hat. Zu Anfang war ich etwas abgelenkt und in Sorge, dass ihm die Zahnprothese beim Sprechen aus dem Mund fällt. Vielleicht hätte man Rami Malek etwas länger mit dem künstlichen Gebiss üben lassen sollen. Rami Malek wächst aber in die Rolle, spätestens mit dem Schnäuzer hat er mich auch optisch überzeugt, dass er der Richtige für die Rolle ist. Seine Bewegungen und die spektakulären Bühnenauftritte kommen dem des charismatischen Ausnahmetalents schon sehr nah. Beeindruckend, wenn man seine nuancierte Performance als Elliot (aus einer meiner Lieblingsserien Mr. Robot)  kennt und ihn dann hier als schillernden Frontmann von Queen sieht. Rami Malek hat sich mit Queen und Freddie Mercury über einen längeren Zeitraum beschäftigt und jetzt in einem Interview verraten, dass er sich vorstellen könnte, diese Rolle erneut in einer Mini-Serie zu spielen. Eine gute Idee, vielleicht ergäbe das dann auch ein ehrlicheres und erinnerungswertes Porträt mit dem selbst Freddie Mercury glücklich wäre. 

In einer Nebenrolle hat mir hier Tom Hollander, der „Miami“, den Anwalt, bzw. Manager der Band spielt, sehr gut gefallen. 

Zum Schluss des Films sieht man noch Originalaufnahmen von Freddie Mercury und Queen. 

Genau wie A Star is Born wurde auch dieser Musik-Film für die Golden Globes nicht in der Kategorie Comedy/Musical eingereicht. Auch hier halte ich das strategisch für eine blöde Idee. Letztendlich entscheidet aber die HFPA, in welcher Kategorie sie diese beiden Filme für eine Golden Globe-Nominierung sehen. 

„Bohemian Rhapsody“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, darunter Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Rami Malek), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Bohemian Rhapsody“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Rami Malek, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bester Schnitt) erhalten.

„Bohemian Rhapsody“ ist am 2.11.18 in 4,000 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kam der Film bereits am 31.10.18 in die Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film und möglicher Oscar-Kandidat mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Gewinnerfilm mit möglichen Oscar-Gewinnern Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56


Trailer v. Film „Mary Poppins Returns„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Rob Marshalls neuer Film mit Emily Blunt als Mary Poppins. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film „Holmes & Watson„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie mit Will Ferrell als Sherlock Holmes und John C. Reilly als John Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Second Act„

Bewertung des Trailers: C- 

Kommentar: RomCom mit Jennifer Lopez, die eine ganz schlechten Perücke trägt

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

NYC – Film: „Her Smell“

Ich war am 30.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Her Smell“  134 min  drama 

dir. Alex Ross Perry   cast: Elisabeth Moss, Agyness Deyn, Cara Delevingne, Dan Stevens, Gayle Rankin, Amber Heard, Eric Stoltz, Virginia Madsen

 

Über einen längeren Zeitraum begleiten wir die Sängerin der Punkrock-Band Something She, Becky (Elisabeth Moss)…

 

C- (Wertung von A bis F) „Herr Smell“ ist der sechste Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Alex Ross Perry („Listen Up Philip“, Queen of Earth, Golden Exits). Es ist die dritte Zusammenarbeit des Regisseurs mit der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss.

Ich weiß nicht, ob der Film besser wäre, wenn man Drogen genommen hätte, helfen würde es aber sicher. Alex Ross Perry schreibt vorwiegend Geschichten über unangenehme  Charaktere. Inspiriert von Danny Boyles Steve Jobs ist dieser Film in fünf Akte unterteilt, jeder einzelne findet quasi in Echtzeit und vor einem Ereignis (z.B. vor dem Auftritt der Band) statt. Eine durchgehende Geschichte wird hier also nicht erzählt, eher bekommt man über einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren einen kurzen Einblick in das Leben, den Ab- und Aufstieg dieser fiktiven Punkrock-Sängerin Becky Something. Diese Sängerin hat sich selbst nicht unter Kontrolle, ist völlig überdreht (alkohol- und drogensüchtig – na klar),  aggressiv, neurotisch und für alle Beteiligten (ja, auch den Zuschauer) lästig. Um Beckys chaotisches Leben noch greifbarer darzustellen, hält die Kamera einfach nicht still. Vier dieser Episoden (also der größte Teil des Films) waren für mich kaum zu ertragen. Mir fiel es auch schwer, den Fokus zu halten. Der vierte Akt, das möchte ich jedoch auch betonen, ist exzellent. Bis dahin ist es aber ein sehr langer, kräftezehrender Weg, einige meiner Mitzuschauer brachten nicht die Geduld auf und verließen vorzeitig das Kino. Ich habe mich am Ende darüber geärgert, dass der vierte Akt nicht Bestandteil eines guten Films ist. 

Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake, The Handmaid´s Tale, The One I Love, The Square) ist zweifelsfrei eine der talentiertesten Schauspielerinnen unserer Zeit, von allen Performances die sie je gegeben hat, mochte ich diese (mit Ausnahme ihrer im vierten Akt) am wenigsten. In dem Interview nach dem Film hat die Schauspielerin auch zugegeben, dass dies das erste Projekt war, bei dem ihr die Rolle nicht durchgehend Spass gemacht hat. 

„Her Smell“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film hat bereits einen kleinen amerikanischen Verleih gefunden, ein Kinostart in den U.S.A. ist jedoch bislang noch nicht bekannt. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen, dort wurde der Film in der US-Premiere gezeigt. Nach der Vorstellung gab es ein Interview mit dem Filmemacher Alex Ross Perry und seiner Hauptdarstellerin Elisabeth Moss und anschließend haben sie sich den Fragen des Publikums gestellt. Ob dieser Film in Deutschland ins Kino kommt, ist fraglich. 

Teaser zu sehen:

 

 

Q & A mit Alex Ross Perry (Mitte) und der Hauptdarstellerin Elisabeth Moss nach dem Screening ihres Filmes „Her Smell“ auf dem NYFF56

NYC – Film: „Three Identical Strangers“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Identical Strangers“  96 min  documentary 

dir. Tim Wardle  cast: Robert Shafran, Edward Galland, David Kellman 

 

Im Jahr 1980. Der 19-jährige Bobby wurde als Baby adoptiert und erfährt durch Zufall, dass er mit Eddie einen Zwillingsbruder hat. Als ein Zeitungsartikel erscheint, der über die sich zum Verwechseln ähnelnden Brüder, die erstmalig als Erwachsene von der Existenz des jeweilig anderen erfuhren, berichtet, meldet sich mit David sogar ein Dritter. Es stellt sich heraus, dass sie Drillinge sind und im Alter von sechs Monaten zur Adoption freigegeben wurden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Three Identical Strangers“ rekonstruiert auf witzige, aber auch schockierende Weise das Leben von Robert Shafran, Edward Galland und David Kellman. Diese Dokumentation ist der neue Film des britischen Filmemachers und Produzenten Tim Wardle. 

Der Regisseur nimmt einen mit seinem Film auf eine ganz besondere Reise. Man sollte sich mit so wenig Informationen wie möglich darauf einlassen. Die Geschichte hält ein paar völlig unerwartete Wendungen parat, Mehr als der Trailer verrät, möchte ich auch nicht preisgeben. Die Auflösung wird einen aber auch noch über den Film hinaus beschäftigen. Garantiert.

„Three Identical Strangers“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm. 

„Three Identical Strangers“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den U.S. Documentary Special Jury Award for Storytelling gewonnen. Die Dokumentation wurde am 29.06.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Bis zum 18.10.18 war er dann irgendwann in 433 Kinos in den U.S.A. zu sehen. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Oscar-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Trouble“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Tragikomödie mit Julia Stiles, Bill Pullman, David Morse und Anjelica Huston (wo hat die eigentlich gesteckt?)

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „On Her Shoulders„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

TV-Serie: „Bodyguard, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-Serie angeschaut:

 

„Bodyguard, 1. Staffel“ (in D. seit dem 24.10.18 auf Netflix zu sehen)  6 x approx. 60 min  political thriller, crime, drama

dir. Thomas Vincent, John Strickland  cast: Richard Madden, Keeley Hawes, Sophie Rundle, Gina McKee, Vincent Franklin, Stuart Bowman, Nina Toussaint-White, Pippa Haywood, Stephanie Hyam, Matt Stokoe, Tom Brooke, Anjli Mohindra, Ash Tandon

 

David Budd (Richard Madden) ist ein Afghanistanveteran und leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Mittlerweile arbeitet er für eine Eliteeinheit der Londoner Polizei. Er hat zwei kleinere Kinder, aber lebt von seiner Frau Vicky (Sophie Rundle) und den Kindern getrennt. Durch sein beherztes Eingreifen konnte Seargeant Budd am ersten Oktober einen Terroranschlag verhindern. Er wird daraufhin zum Personenschützer eines Regierungsmitgliedes befördert. Man vertraut ihm die Sicherheit der britischen Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) an…

 

B (Wertung von A bis F) „Bodyguard“ ist ursprünglich eine BBC-Serie, die derzeit auf Netflix zu sehen ist. Serienschöpfer ist der britische Roman-und Drehbuchautor, Regisseur und TV-Produzent Jed Mercurio („The Grimleys“, „Bodies“, „Line of Duty“). Bei den ersten drei Episoden hat der französische Filmemacher Thomas Vincent („Borgia“, „Versailles“) Regie geführt, bei den letzten drei Episoden der britische Filmemacher John Strickland („Bodies“, „Line of Duty“). 

Um meine vielen Wartezeiten auf der Basis und an Flughäfen zu überbrücken, habe ich mir letztens überlegt, welche neue Netflix-Serie ich mir auf mein Dienst-iPad runterlade. Ein Download auf dem MacBook scheint leider nicht möglich zu sein. Das iPad ist aber auch für Flugreisen ideal, da man das Tablet in die Vorrichtung am Vordersitz befestigen kann. Jedenfalls war ich nach zwei Folgen „The Haunting of Hill House“ nicht wirklich überzeugt und entsprechend musste eine neue Serie her. Durch Zufall bin ich auf „Bodyguard“ gestossen. An den Romanzenschnulz mit Whitney Houston und Kevin Costner erinnert, habe ich mir eigentlich nicht sehr viel davon versprochen und dann habe ich innerhalb kürzester Zeit alle sechs Folgen geschaut. Seither sind mir einige (vorwiegend männliche) Passagiere aufgefallen, die sich diese neue Serie während eines Fluges anschauen. 

„Bodyguard“ ist ein actionreicher Politthriller-Mehrteiler mit einem überschaubaren Realitätsanspruch, dafür aber geradezu unverschämt spannend. Im Mittelpunkt der Story steht der titelgebende Bodyguard. David Budd ist ein ehemaliger Soldat, der aus dem Krieg verletzt und schwer traumatisiert heimkehrte und seither bei einer Spezialeinheit der Londoner Polizei arbeitet. Nachdem er einen islamistischen Terroranschlag verhindern konnte, wurde er befördert und zum leitenden Personenschützer der britischen Innenministerin Julia Montague ernannt. Die machthungrige Politikerin hatte seinerzeit für den Krieg im Irak und Afghanistan gestimmt. Auch sonst hält David Budd nicht viel von ihrer politischen Agenda. Dann kommt es aber zu weiteren Anschlägen und man fragt sich, wer dahinter steckt. Welche Rolle der psychisch angeschlagene Sergeant David Budd selbst einnimmt, darüber wird man lange im Unklaren gelassen. 

David Budd ist eine faszinierende, komplexe Figur. Stark, männlich, sexy (zumindest angezogen) und dann wieder verletzlich, psychisch labil und undurchsichtig. Die Hauptfigur wird hervorragend von, dem mir bislang nicht bekannten, Richard Madden porträtiert. Auch wenn ich etwas Probleme mit seinem Akzent hatte, hat mich sein ausdrucksstarkes Gesicht und seine Performance überzeugt. Derzeit wird der Schauspieler als nächster James Bond gehandelt. Tom Hiddleston  (The Night Manager) war vor ein paar Jahren auch mal als Daniel Craigs Nachfolger im Gespräch. Seit dem PR-Desaster mit Taylor Swift hört und sieht man aber nicht mehr viel von ihm. Richard Madden wird es hoffentlich smarter anstellen, seine Filmkarriere in den U.S.A. anzukurbeln.

„Bodyguard“ hat Suchtpotenzial und ist die ideale TV-Serie für zwischendurch oder nebenbei. Dann achtet man vielleicht auch nicht so sehr auf Logiklöcher. Die finale, späte Auflösung hat mir gefallen und damit hält die sechste Episode dann auch noch eine unerwartet brillante Szene parat. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Sergeant David Budd hat als Soldat im Afghanistan-Krieg gedient und arbeitet seit seiner Rückkehr bei einer Spezialeinheit der Londoner Metropolitan Police. Nachdem er einen Terroranschlag verhindern konnte wird er zum leitenden Personenschützer der britischen Innenministerin Julia Montague (gespielt von Keeley Hawes) befördert. Dadurch gerät David Budd in einen inneren Konflikt, die Innenministerin hatte seinerzeit für den britischen Einsatz im Irak- und Afghanistan-Krieg gestimmt und er leidet durch seinen Kriegseinsatz bis heute an den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das ist auch ein Grund, warum er von seiner Frau Vicky (gespielt von Sophie Rundle) und seinen Kindern getrennt lebt. Gespielt wird Sergeant Budd von dem schottischen Schauspieler Richard Madden. Mir war er bislang noch nicht aufgefallen, auch wenn ich Kenneth Branaghs „Cinderella“ gesehen habe. Den meisten wird er jedoch von den ersten drei Staffeln der HBO-Serie „Game of Thrones“ bekannt sein. Demnächst ist er in dem Elton John Biopic „Rocketman“ zu sehen. 

Julia Montague ist die britische Innenministerin. Sie will mit RIPA – 18 ein neues Überwachungsgesetz auf den Weg bringen, ist sehr ehrgeizig, will für den Parteivorsitz kandidieren und strebt das Amt des Premiermininsters an. Gespielt wird Julia Montague von der englischen Schauspielerin Keeley Hawes. Sie war u.a. in den britischen Serien „Ashes to Ashes“, „Upstairs, Downstairs“ und „Line of Duty“ in einer größeren Rolle zu sehen. Sie hat aber auch u.a. in den Spielfilmen „Death at a Funeral“ und High-Rise mitgespielt. Keeley Hawes ist mit dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen (Frost/Nixon „Anna Karenina“) verheiratet. 

Vicky ist die Ehefrau von Sergeant David Budd (gespielt von Richard Madden). Die beiden haben mit Ella und Charlie zwei gemeinsame Kinder. Das Ehepaar lebt mittlerweile aber getrennt. Gespielt wird Vicky von der englischen Schauspielerin Sophie Rundle. Auch sie hat in einigen britischen Serien mitgewirkt, u.a. in „The Bletchley Circle“, „Peaky Blinders“ und „Jamestown“. 

Commander Anne Sampson ist die Leiterin der Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei. Gespielt wird sie von der englischen Schauspielerin Gina McKee. Sie hat in einigen international erfolgreichen Filmen (wie „Notting Hill“, „Atonement“ und kürzlich in Phantom Thread) mitgespielt. 

Chief Superintendent Lorraine Craddoch ist die direkte Vorgesetzte von David Budd (gespielt von Richard Madden). Gespielt wird sie von der englischen Schauspielerin Pippa Haywood. Auch sie hat in einigen britischen Serien (u.a. „Mr Selfridge“, „Scott & Bailey“ mitgespielt.  

Der Serienschöpfer Jed Mercurio hat bereits verlauten lassen , dass er Ideen für eine zweite Staffel von „Bodyguard“ hat. 

„Bodyguard“ wurde erstmalig v. 26. August 2018 – 23.09.18 auf dem britischen Sender BBC ausgestrahlt. Der Sechsteiler war in Großbritannien ein Quotenhit und die erfolgreichste britische Serie der vergangenen zehn Jahre.  In Deutschland ist der Mehrteiler seit dem 24.10.18 über Netflix verfügbar. 

Trailer zu sehen:

L.A. – Film: „A Simple Favor“

Ich war am 13.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Simple Favor“ (dt. Filmtitel: „Nur ein kleiner Gefallen“, dt. Kinostart: 08.11.18)  116 min  thriller, comedy, adaptation 

dir. Paul Feig  cast: Anna Kendrick, Blake Lively, Henry Golding, Linda Cardellini, Rupert Friend, Jean Smart

 

Stephanie (Anna Kendrick) ist eine alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes. Über ihre Kinder lernen sich Stephanie und die Mode-PR-Chefin Emily (Blake Lively) kennen. Die beiden unterschiedlichen Frauen freunden sich an. Eines Tages verschwindet Emily plötzlich, und Stephanie begibt sich auf die Suche nach dieser mysteriösen Frau…

 

B- (Wertung von A bis F) „A Simple Favor“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Darcey Bell. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors (The Peanuts Movie„Ghostbusters“) und Filmemachers (TV-Serien „The Office“, „Nurse Jackie“, Bridesmaids) Paul Feig.

„A Simple Favor“ erinnert etwas an David Finchers Gone Girl . Auch bei dieser Geschichte steht (mindestens) ein starker Frauencharakter im Zentrum und auch hier gibt es einige, teils unvorhersehbare Wendungen. Die Story im Ganzen wirkt aber zu konstruiert und die vielen Wendungen führen irgendwann zu Ermüdungserscheinungen bei dem aufmerksamen Zuschauer. Paul Feigs Film langweilt nicht, hat seine Stärke aber eher am Anfang, wenn sich die beiden Frauen näher kennenlernen. Ich habe den Film vor ungefähr einem Monat gesehen und kann mich kaum noch an ihn erinnern, sehr wohl aber an die elegante und stylische Erscheinung von Blake Livelys Charakter. 

„A Simple Favor“ ist am 14.09.18 in 3,102 amerikanischen Kinos landesweit gestartet. Ab Morgen (08.11.18) startet der Film unter dem Filmtitel „Nur ein kleiner Gefallen“ in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Instant Family„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Mark Wahlberg und Rose Byrne

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Second Act„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: RomCom mit Jennifer Lopez, die eine ganz schlechten Perücke trägt

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „Halloween„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Horrorfilm und direkte Fortsetzung v. „Halloween“ aus dem Jahr 1978

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Robin Hood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: War das nötig – eine Robin Hood-Verfilmung mit Jamie Foxx?

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: „The Wife“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Wife“  (dt. Filmtitel: „Die Frau des Nobelpreisträgers“, dt. Kinostart: 3.1.19) 100 min   drama, adaptation 

dir. Björn Runge   cast: Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater, Max Irons, Elizabeth McGovern, Morgane Polanski, Annie Starke 

 

Im Jahr 1992. Professor Joe Castleman (Jonathan Pryce) ist Schriftsteller und erhält nun den Nobelpreis für Literatur. Seine loyaler Ehefrau Joan (Glenn Close) und ihr gemeinsamer Sohn David (Max Irons) begleiten ihn auf seiner Reise nach Stockholm. Joan hat einen großen Anteil an dem Erfolg ihres Ehemannes. Auf dieser Europareise kommt es zu einige Konflikten…

 

B (Wertung von A bis F) „The Wife“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Meg Wolitzer. Es ist der neue Film des schwedischen Autors und Filmemachers Björn Runge („Happy End“). 

Eine (Ehe-) Frau hat immer einen Anteil an dem Erfolg ihres Mannes. In diesem Film geht es um eine Frau, die über viele Jahrzehnte aufopferungsvoll ihren Mann unterstützte, ihm den Rücken frei hielt, seine Kinder groß zog, dem berühmten Schriftsteller eine große Unterstützung bei der Fertigstellung seiner Romane war und großzügig über seine Seitensprünge hinweggesehen hat. Jetzt sind beide alt, er erhält für sein Schaffen den Nobelpreis für Literatur und sie reisen nach Stockholm, um den Preis entgegenzunehmen. Die anfängliche Freude über die große Auszeichnung verliert sich bei der Ehegattin irgendwann in Frustration. Gründe dafür gibt es genug, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.  

„The Wife“ erzählt über eine stets verständnisvolle Ehefrau, die sich langsam von der Rolle, die ihr Leben bestimmt hat, loslöst. Es ist auch ein Beziehungsdrama, in jedem Fall hat die Geschichte eine selbstbewusstere Verfilmung verdient. Der Film ist nicht wirklich schlecht, kommt aber auch nie an die Klasse seiner Hauptdarstellerin Glenn Close heran. Gestört haben mich am meisten die unnötigen Rückblenden. Die Charaktere und die Beziehung zueinander hätte man auch ohne die Flashbacks nachvollziehen können. So wird man permanent aus dem, sich anbahnenden Drama rausgerissen. Begeistert hat mich jedoch das nahezu perfekte Ende. 

Glenn Close trägt diesen Film. Ihre subtile Mimik spricht Bände. Mir war es nicht möglich meinen Blick von ihr zu lassen. Es ist keiner dieser mitunter ausschweifenden Oscar-Performances, eher eine leise. Mich hat ihr überragendes Spiel an Charlotte Rampling in 45 Years erinnert. 

Jonathan Pryce ist aber auch hervorragend in seiner Rolle. Außerdem spielen hier einige Töchter und Söhne von Schauspielern bzw. einem Regisseur mit. Annie Starke spielt hier in den Rückblenden die jüngere Joan. Sie ist die Tochter von Glenn Close. Jeremy Irons´Sohn Max Irons spielt hier David, den Sohn von Glenn Closes´ und Jonathan Pryces´ Charakteren und dann spielt auch noch Morgane Polanski, die Tochter von Roman Polanski und Emmanuelle Seigner mit. 

Die 71-jährige Glenn Close hat drei Tonys und drei Emmys gewonnen. Außerdem wurde sie sechs Mal  (für „The World According to Garp“, The Big Chill, „The Natural“, „Fatal Attraction“, „Dangerous Liaisons“ und „Albert Nobbs“) für den Oscar nominiert, derzeit kann man davon ausgehen, dass sie für diesen Film ihre siebente Oscar-Nominierung erhält. Einzig der mittlerweile verstorbene Schauspieler Peter O´Toole hatte mit acht Oscar-Nominierungen und ohne jemals die begehrte Trophäe gewonnen zu haben, mehr als Glenn Close. Peter O´Toole wurde dann irgendwann mit dem Ehrenoscar ausgezeichnet. Glenn Close ist damit der einzige, unter den noch lebenden Schauspielern, mit den meisten Oscar-Nominierungen (ohne einen einzigen Gewinn). Zeit für den Oscar also. Ihre Performance in „The Wife“ ist definitiv Oscarwürdig. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass „The Wife“ als Bester Film nominiert wird. In den meisten Fällen geht der Oscar der besten Hauptdarstellerin mit einer Oscar-Nominierung für den besten Film einher. Ausnahmen bestätigen die Regel, so haben beispielsweise die Schauspielveteranen Julianne Moore (Still Alice), Meryl Streep (The Iron Lady) und auch Cate Blanchett (Blue Jasmine) den Oscar gewonnen, ohne dass ihr Film nominiert war. Das dürfte also auch nicht gegen den Oscar-Gewinn für Glenn Close sprechen. Jetzt hängt es nur noch von der  Kampagne und der Konkurrenz ab. Als härteste Konkurrentinnen sehe ich derzeit Lady Gaga (A Star is Born), die sich in ihrer ersten großen Hauptrolle mehr oder weniger selbst spielt und Olivia Colman. Die englische Schauspielerin hätte sehr wahrscheinlich den Oscar in der Kategorie beste Nebendarstellerin (für ihre Performance in The Favourite) sicher. Das Studio führt für sie jedoch nun offiziell eine Kampagne als beste Hauptdarstellerin. Darüber bin ich momentan etwas unglücklich, kann auch im Moment noch nicht ausmachen, wie erfolgreich dieses Strategie für die, in den U.S.A. nicht sonderlich bekannte Olivia Colman sein wird. Auch noch aktuell im Rennen sind Melissa McCarthy (für „Can You Ever Forgive Me?“) und Yalitza Aparicio in ihrem Debüt als Schauspielerin (für „Roma“). 

„The Wife“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, darunter Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Glenn Close), Bester Nebendarsteller (Jonathan Pryce), Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Wife“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist ein Jahr später, am 17.08.18, in vier amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit lief er in nicht mehr als 541 Kinos. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Die Frau des Nobelpreisträgers“ am 3.1.19 in die Kinos kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen 


Trailer v. Film: „Trouble“

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Tragikomödie mit Julia Stiles, Bill Pullman, David Morse und Anjelica Huston (wo hat die eigentlich gesteckt?)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „On Her Shoulders„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 

amerikanischer Aufsteller von „The Wife“

NYC – Film: „The Old Man & the Gun“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Old Man & the Gun“ (dt. Filmtitel: „Ein Gauner & Gentleman“, dt. Kinostart: 28.03.19) 93 min  crime, comedy, biopic, adaptation

dir. David Lowery  cast: Robert Redford, Casey Affleck, Sissy Spacek, Danny Glover, Tom Waits, Keith Carradine, John David Washington, Elisabeth Moss 

 

Im Jahr 1981 fahndet Detective John Hunt (Casey Affleck) nach einem alten Mann, der in den letzten zwei Jahren mehrere Banküberfälle begangen haben soll. Der Bankräuber Forrest Tucker (Robert Redford) sieht den Fahndungsaufruf des Detectives irgendwann im Fernsehen. Daraufhin hinterlässt der alte Mann bei seinem nächsten Banküberfall eine persönliche Nachricht für Hunt….

 

C (Wertung von A bis F) Der Film erzählt die Lebensgeschichte des amerikanischen Bankräubers  Forrest Tucker. Seine Banküberfälle waren nicht immer von Erfolg gekrönt und entsprechend saß er auch einige Male im Gefängnis. Ihm soll es jedoch über achtzehn Mal gelungen sein, aus dem Gefängnis auszubrechen. Das Drehbuch zu „The Old Man & the Gun“ basiert auf David Granns gleichnamigen Artikel im The New Yorker. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Lowery (Ain´t Them Bodies Saints, A Ghost Story). 

Das meiste soll auf einer wahren Geschichte beruhen, so erfährt man. Ich habe mir während des Films aber die Frage gestellt, ob man diese Lebensgeschichte wirklich verfilmen musste. Die Bankräuber-Story plätschert recht einfallslos und mitunter unrealistisch vor sich hin. Im Hintergrund dann noch dieses einlullernde Klavier-Geklimper oder ähnliches Gedudel und ich hatte meine Mühe, nicht einzuschlafen. 

Dieser Film versteht sich vermutlich als eine Hommage an die Hollywood-Legende Robert Redford. Auf jeden Fall wird dem 82-jährigen Schauspieler geschmeichelt was das Zeug hält. In „The Old Man & the Gun“ spielt er einen 74-Jährigen und wird von einem Bankmanager sogar als zwischen 50 und 60 Jahre alt (aber eher 50) beschrieben. Bitte? Ich musste direkt noch mal nachschauen, wie alt Robert Redford tatsächlich ist, hätte ich ihn sogar noch etwas älter als 82 Jahre geschätzt. Das Gesicht seiner 68-jährige Filmpartnerin Sissy Spacek ist nur durch einen Weichzeichner-Filter zu sehen, ein solcher Filter hätte Redfords falten- und furchenreichem Gesicht sicher auch gut getan. 

Vor der Premiere dieses Films hat Robert Redford groß angekündigt, mit der Schauspielerei aufzuhören. Dies sollte der letzte Film sein, in dem man ihn als Schauspieler sieht. Da Robert Redford nie als Schauspieler einen Oscar gewonnen hat, wurde er, bevor irgendjemand den Film sah, natürlich gleich für eine Oscar-Nominierung gehandelt. Seine Performance ist aber nicht Oscar-würdig und mittlerweile hat der Schauspieler auch zurückgerudert. Vielleicht klappt es ja bei seinem nächsten Film mit dem Schauspiel-Oscar. Er hat aber bereits einen Regie-Oscar (für Ordinary People) und einen Oscar für sein Lebenswerk gewonnen. 

„The Old Man & the Gun“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Redford), Beste Nebendarstellerin (Sissy Spacek), Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Old Man & the Gun“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 28.09.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,042 Kinos landesweit. In Deutschland soll der Film unter dem Titel: „Ein Gauner & ein Gentleman“ am 28.03.19 in den Kinos starten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat von und mit Bradley Cooper

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Front Runner„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film, Biopic über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Hugh Jackman in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Felicity Jones als RBG 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „White Boy Rick“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„White Boy Rick“ (dt. Kinostart: 07.03.19)   111 min  crime, drama, biopic

dir. Yann Demange   cast: Matthew McConaughey, Richie Merritt, Bel Powley, Jennifer Jason Leigh, Brian Tyree Henry, Rory Cochrane, Eddie Marsan, Bruce Dern, Piper Laurie

 

Im Jahr 1984 ist Detroit bereits ziemlich heruntergekommen. Jeder, der die Möglichkeit hat, verlässt die Stadt. Richard Wershe Sr. (Matthew McConaughey) will nach seiner Haftentlassung  ein normales Leben führen und träumt davon, eine Videothek zu eröffnen. Sein 14-jähriger Sohn Rick, genannt White Boy Rick (Richie Merritt) hängt viel mit den Afroamerikanern rum und beginnt bereits in jungen Jahren, Waffengeschäfte mit Gangmitgliedern zu machen. Die FBI-Agenten Byrd (Rory Cochrane) und Snyder (Jennifer Jason Leigh) werben den jungen Rick eines Tages als Informant an…

 

C- (Wertung von A bis F) „White Boy Rick“ basiert auf wahren Begebenheiten. Erzählt wird die Geschichte des 14-jährigen Richard Wershe Jr., der in den 1980er Jahren als FBI-Informant arbeitete. Es ist der zweite Kinofilm des französischen Filmemachers Yann Demange („´71“).

In erster Linie war ich enttäuscht von diesem Film, vielleicht weil ich mir zuvor die Dokumentation „White Boy“ angeschaut hatte und wusste, dass die Lebensgeschichte von Richard Wershe Jr.  genug Potenzial für ein faszinierendes Biopic bietet.

Hier hat man sich stattdessen dazu entschlossen, dem Zuschauer eine belanglose Geschichte vorzusetzen. Mit Matthew McConaugheys Figur haben wir hier einen ehemaligen Gefängnisinsassen und alleinerziehenden Vater, der in einer üblen Gegend von Detroit versucht, seine Tochter Bel Powley) und seinen Sohn (Richie Merritt) großzuziehen. Der 14-jährige weiße Rick hing schon immer viel mit Schwarzen rum, was ihm auch den Spitznamen White Boy Rick einbrachte. Bald macht der Teenager Geschäfte mit Gangstern, kommt früh an viel Geld, verlässt die Schule, das FBI rekrutiert ihn, er kooperiert mit der Bundesbehörde und bespitzelt örtliche Drogenkartelle, aber landet dennoch im Alter von 17 Jahren für den Besitz und Handel von Drogen im Gefängnis. Auch diesen Part hätte man fesselnd gestalten können, hier wirkt aber beinahe jede Szene inszeniert und die Dialoge fühlen sich oftmals „aufgesagt“ an. Der Minderjährige White Boy Rick war sicherlich kein Heiliger, war auch später in Drogengeschäfte verwickelt, aber der eigentliche  Skandal seiner Geschichte ist, dass er mit nur 17 Jahren für ein Drogendelikt zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Warum er zu dieser unverhältnismäßig hohen Strafe verurteilt wurde und – wie ich durch die Doku erfahren habe – warum beispielsweise alle anderen verurteilten Drogenhändler und sogar auch ein Auftragsmörder, der zugegeben hat, mindestens dreißig Menschen getötet zu haben, vor Rick aus dem Gefängnis entlassen wurden, über diesen Hintergrund hätte ich gerne mehr erfahren und in Spielfilmform gesehen. Die Doku ist dahingehend auch nicht befriedigend. Hat es doch hier eindeutig den Anschein, als würde irgendetwas vertuscht werden. Die Stadt Detroit wurde seinerzeit von kriminellen Strukturen und Korruption seitens der Polizei und der Politiker beherrscht. Richard Wershe Jr. war sicher auch ein Opfer der erbitterten Drogenpolitik des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Der hatte den Kampf gegen Drogen seinerzeit verbissen geführt und ist mit gnadenloser Härte gegen Drogenbesitzer und -händler vorgegangen. Drogendelikte wurden härter bestraft als Gewalttaten. 

White Boy Rick wurde im Jahr 2017 nach 29 Jahren aus dem Gefängnis in Michigan entlassen. (jedoch direkt in ein Gefängnis in Florida überführt, in dem er derzeit eine Strafe für eine anderen Tat verbüsst).

Vielleicht wird eines Tages ein besser Film über diesen Jungen gedreht, „White Boy Rick“ ist sehr langatmig und zäh. 

Schauspielerisch hat mir Bruce Dern (als Opa des jungen Rick) am besten gefallen, aber auch Jennifer Jason Leigh und Matthew McConaughey geben eine solide Performance. Bel Powley, die ich noch in The Diary of a Teenage Girl passend besetzt fand, hat hier meine Geduld arg strapaziert. Richie Merritt, der hier den Titelcharakter spielt, hatte keinerlei Schauspielerfahrung. Der Junge wurde in einer Highschool entdeckt, was die Casting Agenten in ihm sahen, ist mir schleierhaft. Wahrscheinlich war das der Anfang und zugleich das Ende der Schauspielkarriere von Richie Merritt. 

„White Boy Rick“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey), Bester Nebendarsteller (Bruce Dern), Bestes Originaldrehbuch

„White Boy Rick“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 14.09.18 landesweit in 2,504 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart am 07.03.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat von und mit Bradley Cooper

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nein


Trailer v. Film: „What They Had„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Drama mit Hilary Swank, Blythe Danner, Robert Forster, Michael Shannon….okay wird geguckt

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Overlord„

Bewertung des Trailers: ?

Kommentar: Horrorfilm. Der Trailer geht von ganz schlimm zu eigentlich ganz cool

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal sehen


Trailer v. Film: „Bad Times at the El Royale„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Film mit Jeff Bridges, Jon Hamm, Dakota Johnson. Der Trailer war wirklich cool, der Film hat für mich leider einige Schwächen, s. mein Beitrag

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „First Man„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Damien Chazelles neuer Film, eigentlich sicherer Oscar-Kandidat, wackelt gerade aber etwas

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „The Front Runner„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film, Biopic über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Hugh Jackman in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Halloween“

Ich war am 24.09.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Halloween“ (dt. Kinostart. 25.10.18)   106 min  horror, adaptation, sequel  

dir. David Gordon Green  cast: Jamie Lee Curtis, Judy Greer, Andi Matichak, Will Patton, Virginia Gardner, James Jude Castle, Nick Castle

 

Haddonfield, Illinois. Vor vierzig Jahren ist Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) dem maskierten Killer Michael Meyers (Nick Castle) nur ganz knapp entkommen. Seither leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Heute lebt sie völlig zurückgezogen und hat sich in ihrem Haus verbarrikadiert. Ihre Tochter Karen (Judy Greer) sieht sie nur noch selten, dafür pflegt sie den Kontakt zu ihrer Enkeltochter Allyson (Andi Matichak). Michael Meyers sitzt jetzt bereits seit vier Jahrzehnten in einem Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Haftanstalt. Nun soll er verlegt werden…

 

B- (Wertung von A bis F) Der neue „Halloween“ basiert auf Figuren von John Carpenter und Debra Hill. „Halloween“ aus dem Jahr 2018 ist der elfte Film der Reihe, aber eine direkte Fortsetzung zu dem gleichnamigen ersten Film aus dem Jahr 1978. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers David Gordon Green (Pineapple Express, Prince Avalanche, Stronger).

Ich kann nicht behaupten, dass ich mich gelangweilt habe. David Gordon Green schafft zumindest visuell und musikalisch (durch eine neue Variante der legendären Komposition von John Carpenter) eine gruselige Atmosphäre. Auch weiß Laurie Strodes Haus als Schauplatz zu begeistern und die Besetzung von Jamie Lee Curtis und Judy Greer als ihre Tochter ist grundsätzlich ein Plus. 

Das Slasher-Genre in dieser Form ist aber altmodisch und entsprechend wirkt dieser Film als wäre er aus der Zeit gefallen. Wenn man sich einen Horrorfilm anschaut, schraubt man seinen Realitätsanspruch bekanntlich generell etwas zurück. Wenn der Zuschauer jedoch generös über Logiklücken hinwegsehen soll, muss man ihm eine eigene Welt mit all ihren Regeln vorsetzen. Leider hat es dieser Film nicht geschafft, mich überzeugend in diese eigene Halloween-Welt zu führen. Man stelle sich vor, im Jahr 2018 irgendwo in den U.S.A. würde jemand mehrere blutüberströmte Leichen – sagen wir mal – an einer Tankstelle finden und der Täter ist auf der Flucht. Die ganze Stadt, nein, der ganze Bundesstaat würde abgesperrt werden, FBI-Leute und andere Gesetzeshüter wären schwerbewaffnet an allen Ecken, es würde eine Ausgangssperre geben und ganz sicher würden an Halloween keine Kinder von Tür zu Tür laufen. Nicht so in diesem Film. Hier sieht man nicht mal das FBI, von dem anderen ganz zu schweigen. Könnte ein psychopathischer Mörder unter realistischen Begebenheiten heute nicht mehr sein Unwesen treiben? Und warum muss Michael Meyers ausgerechnet an Halloween in eine andere psychiatrische Haftanstalt verlegt werden? Wer schreibt denn solche Drehbücher? David Gordon Green und Danny McBride haben auch nicht in den Charakteraufbau und die entsprechende -entwicklung einzelner Figuren investiert. Die Autoren haben sich hier mehr darauf konzentriert, eine Hommage an den Originalfilm zu inszenieren. Ich bin selbst ein großer Freund von True-Crime-Formaten und entsprechend fand ich als Einleitung der Geschichte, die Idee mit den britischen Podcastern, die für ihr True-Crime-Format im Fall von Mike Meyers/Laurie Strode recherchieren, gut. Leider hatten die Autoren aber kein großes Interesse, diese Idee in die gesamte Handlung einzubauen, und somit hätten sie sich diese auch gleich ganz sparen können. Ansonsten kam es mir oft vor, als würde der Film tatsächlich noch vor dreißig oder vierzig Jahren spielen. Eigentlich hatte ich durch den Festival-Hype aus Toronto einen wesentlich besseren Film erwartet. Schade. 

„Halloween“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den zweiten Platz des Publikumspreises in der Kategorie Midnight Madness belegt. Der Film wurde am 19.10.18 in 3,928 amerikanischen Kinos gestartet. Ab Donnerstag (25.10.18) ist er dann auch im deutschen Kino zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Es war ein Screening in einem sehr großen Kino zu dem offensichtlich auch Fans des Genres eingeladen waren. Gezeigt wurde die OV. Zum Ende des Vorstellung gab es einen kleinen Applaus. Ich habe mir sagen lassen, dass es noch eine Szene nach dem Abspann gibt, da hatte ich aber bereits das Kino verlassen.  

Trailer zu sehen:

L. A. – Film: „Bad Times at the El Royale“

Ich war am 13.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bad Times at the El Royale“ (dt. Kinostart war der 11.10.18)  141 min  thriller

dir. Drew Goddard  cast: Jeff Bridges, Cynthia Erivo, Lewis Pullman, Dakota Johnson, Jon Hamm, Chris Hemsworth, Cailee Spaeny

 

Im Jahr 1969 landen der Priester Daniel Flynn (Jeff Bridges), die afroamerikanische Sängerin Darlene (Cynthia Erivo), der Staubsaugen-Vertreter Seymour (Jon Hamm) und eine junge Frau (Dakota Johnson) in dem heruntergekommenen Hotel El Royale, was sich genau auf der Staatsgrenze von Nevada und Kalifornien befindet. Der einzige Angestellte, Miles (Lewis Pullman), verteilt die Gäste in die Zimmer des ansonsten leerstehenden Hotel. Scheinbar birgt jeder ein Geheimnis…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Bad Times at the El Royale“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors (Cloverfield, World War Z , The Martian) und Filmemachers Drew Goddard („The Cabin in the Woods“).

Der, in mehrere Kapitel unterteilte Film ist gute dreißig Minuten zu lang. Das fand ich äußerst ärgerlich, weil der Film vielversprechend beginnt, er vieles richtig macht und mir wirklich über weitere Strecken richtig Spass gemacht hat. Dann kommt Chris Hemsworth ins Spiel und spielt eine Rolle, die man ihm nun wirklich nicht abnehmen kann. Dieser Handlungsstrang wird endlos ausgebreitet, da lappte der Spass dann leider in die Nervigkeit über. 

Man kann soweit gehen, dass das Hotel El Royale ein eigener Charakter in dem Film ist. Inspiriert wurde dieses Hotel von dem legendären Hotel-Casino Cal Neva Lodge, das sich einst im Besitz von Frank Sinatra, Dean Martin und dem sizilianischen Mafiaboss Sam Giancana befand. „Bad Times at the El Royale“ spielt in den 1960er Jahren und da hat dieses Hotel bereits die besten Zeiten hinter sich. Das Casino hat die Glücksspiel-Lizenz verloren und daher verirren sich kaum noch Gäste in das Hotel. Wenn man sich aber in dem Bar-Restaurant-Bereich befindet, sieht man die Extravaganz und den verstaubten Glamour und kann sich vorstellen, was sich früher an diesem Ort abspielte. Ich liebe diese Retro-Kulisse und wäre am liebsten in dem realen Filmset herumgeschlendert und hätte mir alles ganz genau angeschaut oder einfach Zeit dort verbracht. Definitiv war dieses Hotel mein Lieblingscharakter im Film. Das El Royale hat einige Geheimnisse und so auch ihre menschlichen Bewohner im Film. Leider ist die Handlung des Films aber überfrachtet. 

Schauspielerisch ist, wenig überraschend, Jeff Bridges hervorragend, aber mir hat auch Cynthia Erivo, die hier als Soul-Sängerin auftritt, gefallen. Besonders begeistert hat mich aber Lewis Pullman, alleine dafür hat es sich für mich gelohnt, diesen Film zu sehen. Ich wurde dieses Jahr das erste Mal in The Strangers: Prey at Night auf ihn aufmerksam. Da hatte ich noch recht gemischte Gefühle hinsichtlich seiner Performance. Hier weiß er, zu beeindrucken und zeigt in einer Performance mehr Facetten als sein Vater Bill Pullman in den meisten seiner Karriere. 

„Bad Times at the El Royale“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2018 gezeigt. Der Film ist am 12.10.18 in 2,808 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film seit dem 11.10.18 in den Kinos zu sehen.  

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Captain Marvel„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Das kann doch nicht deren Ernst sein. Marvel-Mist mit Brie Larson u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Overlord„

Bewertung des Trailers: ?

Kommentar: Horrorfilm. Der Trailer beginnt ganz schlimm und endet eigentlich ganz cool.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal sehen


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin noch nicht überzeugt


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Möglicher Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Halloween„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Horrorfilm und direkte Fortsetzung v. Halloween aus dem Jahr 1978

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Widows„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Steve McQueens neuer Film mit Viola Davis, Elizabeth Debicki, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Bohemian Rhapsody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Queen-Biopic mit Rami Malek als Freddie Mercury

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals neun Trailer vor einem Film gesehen habe.

L. A. – Film: „A Star is Born“

Ich war am 12.10.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„A Star is Born“ (dt. Kinostart war der 4.10.18)   135 min  drama, remake, adaptation 

dir. Bradley Cooper  cast: Bradley Cooper, Lady Gaga, Andrew Dice Clay, Sam Elliot, Dave Chappelle 

 

Nach einem Konzertauftritt landet der alkoholkranke Country-Rockstar Jackson Maine (Bradley Cooper) in einer Drag-Bar. Dort beeindruckt ihn die unbekannte Sängerin Ally (Lady Gaga). Sie lernen sich kennen und es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden. Irgendwann holt er sie zu sich auf die Konzertbühne und sie singen ein Duett zusammen. Das Video verbreitet sich viral und Ally wird entdeckt. Sie beginnt eine Karriere als Popstar, während seine Karriere langsam immer mehr den Bach runter geht und er immer mehr dem Alkohol und den Drogen verfällt…

 

B (Wertung von A bis F) „A Star is Born“ ist das dritte Hollywood-Remake von William A. Wellmans gleichnamigen Films aus dem Jahr 1937. In dem Film aus dem Jahr 1937 spielten Janet Gaynor und Frederic March die Hauptrollen, er war in sieben Kategorien für den Oscar nominiert, darunter eine Nominierung als Bester Film, übrigens der erste Farbfilm, der je für den BP-Oscar nominiert wurde. Der Film hat zwei Oscars (Drehbuch und Kameraführung) gewonnen. George Cukors 1954er Fassung war ein Musical mit Judy Garland und James Mason in den Hauptrollen, er gilt als der beste der Reihe. Dieser Film wurde für sechs Oscars nominiert, aber nicht in der Kategorie Bester Film. Frank Piersons 1976er Version ist ebenfalls ein Musical mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson in den Hauptrollen. Dieser Film war für vier Oscars nominiert, aber auch nicht in der Kategorie Bester Film. Barbra Streisand hat einen Oscar für ihren Song „Evergreen“ gewonnen. Die 2018er Adaption ist nun die vierte Hollywood-Verfilmung von „A Star is Born“. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Bradley Cooper (The Hangover, Silver Linings Playbook, American Hustle, American Sniper, Joy).

Der neue „A Star is Born“-Film ist ein Musikfilm, aber kein Musical und dieser Film lebt durch Bradley Cooper. Auch wenn sein Country-Rockstar Jackson Maine Lady Gagas Ally entdeckt, ihr Talent fördert und sie im Verlauf des Films ein berühmter Popstar wird, ist es seine Geschichte. Sehr wohl gibt es aber eine „A Star is Born“ Szene, wenn der Rockstar bei einem seiner Konzertauftritte die unbekannte Sängerin zu sich auf die Bühne holt und sie ein Duett singen. Für mich die beste Szene des gesamten Films. Aber ansonsten ist der Filmtitel etwas irreführend. Zu Beginn des Films ist er der Star, dessen Karriere bereits die beste Zeit hinter sich hat. Er hat akute Alkohol- und Drogenprobleme, kann zunehmend schlechter hören, ist einsam und badet im Selbstmitleid. Der Film zeigt Alkoholismus in all seine Facetten. Bradley Cooper gibt eine bravouröse Performance. Er singt (beeindruckend) selbst und, was nur in der Originalfassung zu erfassen ist, imitiert in Perfektion die Stimme seines Bruders (gespielt von Sam Elliot), was auch im Film thematisiert wird. Normalerweise spricht er ganz anders. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel, dass Bradley Cooper, dieser alternde, alkoholkranke Musiker Jackson Maine ist. Das ist eine eindeutige Oscar-Performance. Nach Sir Laurence Olivier („Hamlet“ im Jahr 1948) und Roberto Benigni („Life is Beautiful“ im Jahr 1998) könnte er der dritte Schauspieler sein, der sich regieführend selbst erfolgreich zu einem Schauspiel-Oscar führt. 

„A Star is Born“ erzählt aber auch eine Liebesgeschichte und die funktioniert einesteils, zum anderen nicht wirklich. Warum sich Lady Gagas´ Ally in Bradley Coopers´ Jackson Maine verliebt, liegt klar auf der Hand. Er hat diese Aura, diese Intensität, diese sexy Coolness – unter den gegeben Umständen hätte ich mich sicher auch in ihn verliebt. Jackson und Ally kommen zusammen, er trinkt weiter Alkohol und kommt nicht damit klar, dass sie von einer ernstzunehmenden Sängerin und Songwriterin zum kommerziellen Popstar mutiert. Irgendwann kommt es zu schrecklichen Szenen, sie müsste ihn verlassen, sie liebt ihn aber und schließlich endet alles tragisch. Alles nachzuvollziehen, nicht so sehr, warum er sich in sie verliebt. Dem Zuschauer wird hier verkauft, dass er sich in der Drag-Bar in diese Sängerin, die auf – in meinen Augen – unzumutbare Weise „La Vie En Rose“ interpretiert, verliebt. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass sie dabei aussieht, als wäre sie einem Gruselkabinett entsprungen. Sorry, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Aber gut, der Film erlaubt es, dass man sich auf Bradley Coopers Charakter und seine Probleme konzentrieren kann. So spielt Lady Gaga erfreulicherweise für mich eine Nebenrolle. 

Lady Gaga hat wahrscheinlich viele Fans, ich zähle ganz sicher nicht dazu. Auch weil ich der Meinung bin, dass sie einzig durch ihre kalkuliert-exzentrischen Auftritte in ihren Klamauk-Outfits berühmt wurde. Wenn sie zu Beginn des Films sagt, dass ihr immer gesagt wurde, sie wäre nicht hübsch genug für eine Karriere im Musikbusiness, ist das sicherlich etwas, was man Gaga selbst, als sie als Sängerin startete, oft gesagt wurde. Sie hat aber ihren Weg gemacht, hat eine große Anhängerschaft und das ist gut so. In diesem Film macht sie gesanglich ihre Sache tadellos. Der letzte Song („I´ll Never Love Again“) ist für mich ihre stärkste Musik-Performance in dem Film. Bevor sie dieses Lied für den Dreh vortragen sollte, hat Lady Gaga im realen Leben erfahren, dass ihre beste Freundin verstorben ist. Die Gefühle der Trauer kann sie tatsächlich in diesem Song transportieren. Als Schauspielerin hatte ich sie bislang noch nicht gesehen (sie hat „Sin City 2“ und in zwei Staffel der TV-Serie „American Horror Story“ gespielt), ich fand ihre Performance hier mitunter schwierig, aber dadurch lässt sie Bradley Cooper als Schauspieler noch viel besser aussehen. 

Für sein Erstlingswerk als Regisseur liefert Bradley Cooper einen soliden Film ab, handwerklich nahezu perfekt. Es fühlt sich aber auch so an, als ob hier einige Szenen rausgeschnitten wurde. Dazu ist es vielleicht interessant zu wissen, dass dieser Film, bevor er abgenommen wurde, unzählige Male einem Testpublikum vorgeführt und abgeändert wurde. Definitiv wollte die Warner Bros. mit diesem Projekt auf Nummer sicher gehen und hat den Film so massentauglich wie möglich gehalten. Gefallen hat mir, dass „A Star is Born“ durchaus auch als Kritik an der Musik von kommerziellen Popstars zu verstehen ist. 

Charlie, der megaputzige Goldendoodle, ist übrigens Bradley Coopers eigener Hund. 

Nun, ich hatte es weiter oben bereits erwähnt, dieser „A Star is Born“-Film ist kein Musical, aber ein Musik-Film. Musik spielt in diesem Drama eine zentrale Rolle. Um so überraschender ist es, dass Warner Bros. diesen Film für die Golden Globes nicht für die Kategorie Comedy/Musical eingereicht hat. In meinen Augen ist das, von den Awards-Strategen der Warner, ein riskanter Schachzug, ihn in der Kategorie Drama platzieren zu wollen. Den Golden Globe für Bestes Musical hätte er quasi in der Tasche. „Walk the Line“ war auch kein Musical, hat den Globe aber als solches gewonnen. Jetzt liegt es an der HFPA zu entscheiden, in welcher Kategorie der Film am Ende für die Golden-Globe-Nominierungen auftaucht. 

Bradley Copper hat bisher vier Oscar-Nominierungen (1 x als Produzent für „American Sniper“ und in drei aufeinanderfolgenden Jahren als Schauspieler (für „Silver Linings Playbook“, „American Hustle“ und „American Sniper“). Allein für „A Star ist Born“ könnte er vier Mal (als Produzent, Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor) für den Oscar nominiert werden. Er könnte sogar für zwei seiner drei Originalsongs nominiert werden, das ist jedoch recht unwahrscheinlich, da die nominierten Songs, sicherlich von Lady Gaga stammen werden. Clint Eastwood ist immer für eine Überraschung gut, alle Oscar-Experten hat er dieses Jahr kalt erwischt, als er plötzlich mit seinem Film „The Mule“ um die Ecke kam. Zur Erinnerung, sein Film „Million Dollar Baby“ war der letzte Film mit einem Dezemberstart, der dann tatsächlich den Oscar als bester Film gewonnen hat. Bradley Cooper spielt in diesem Film mit, womit er dann – rein theoretisch – für einen weiteren  Oscars nominiert werden könnte. Es ist also Bradley Coopers´ Jahr.

Jetzt liegt es an den Oscar-Strategen der Warner, ihnen muss es irgendwie gelingen, den Hype für „A Star is Born“ über ein paar Monate aufrecht zu erhalten. Dann kann man davon ausgehen, dass der Film am 22.1.19 mind. 10 Oscar-Nominierungen erhält, darunter Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Beste Hauptdarstellerin (Lady Gaga), Bester Nebendarsteller (Sam Elliot), Bestes adaptiertes Drehbuch, vorauss. 2 x für Bester Originalsong und einige technische Kategorien. Update: „A Star is Born“ hat 8 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Hauptdarsteller Bradley Cooper, Beste Hauptdarstellerin Lady Gaga, Bester Nebendarsteller Sam Elliot, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Ton und Bester Song für „Shallow“) erhalten.

„A Star is Born“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival gezeigt. Dort haben Lady Gaga und Bradley Cooper eine achtminütige Standing Ovation bekommen. Der Film ist am 5.10.18 in 3,686 amerikanischen Kinos gestartet. „A Star is Born“ ist am 4.10.18 in den deutschen Kinos angelaufen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Girl in the Spider´s Web„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Thriller der Lisbeth Salander-Reihe, dieses Mal mit Claire Foy in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin nicht überzeugt


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Möglicher Oscar-Kandidat, vielleicht sogar Gewinnerfilm mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Vice„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Adam McKays neuer Film und möglicher Oscar-Kandidat. Film über den ehemaligen US-Vize-Präsidenten Dick Cheney. Christian Bale könnte hierfür seinen zweiten Oscar gewinnen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film „Mary Poppins Returns„

Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Rob Marshalls neuer Film mit Emily Blunt als Mary Poppins. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Fortsetzung des Fantasy-Films wieder mit Eddie Redmayne, aber auch mit Jude Law und Johnny Depp

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Bohemian Rhapsody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Queen-Biopic mit Rami Malek als Freddie Mercury. Der Film steht noch unter Embargo, man hört aber, dass der Film nicht soo doll sein soll, aber Rami Malek eine Oscar-Performance gibt

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Mule„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film und der Film, der für alle Oscar-Experten dieses Jahr ziemlich überraschend noch in die Oscar-Saison reinrutschte. Clint Eastwood darf man nie unterschätzen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

NYC – Film: „The Sisters Brothers“

Ich war am 28.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Sisters Brothers“(dt. Kinostart: 07.03.19)  120 min  western, adaptation

dir. Jacques Audiard  cast: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rutger Hauer, Allison Tolman

 

Oregon im Jahr 1851. Die berüchtigten Brüder Eli (John C. Reilly) und Charlie (Joaquin Phoenix) sollen sich mit John Morris (Jake Gyllenhaal) treffen. Der soll den vermeintlichen Goldsucher Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed) an die beiden Auftragskillern ausliefern. Die arbeiten im Auftrag des „Commodore“ (Rutger Hauer)…

 

 

B (Wertung von A bis F) „The Sisters Brothers“ basiert auf Patrick deWitts gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des französischen Autors und Filmemachers Jacques Audiard („A Prophet“, Rust and Bone, „Dheepan“). Dies ist sein erster englischsprachiger Film. 

„The Sisters Brothers“ ist nicht nur aufgrund der Paarung von Joaquin Phoenix und John C. Reilly ein sehenswerter Film. Erzählt wird hier eine recht einfache Western-Geschichte. Angesiedelt in einer Zeit, in der die Zivilisation langsam im Wilden Westen Einzug hält. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau, über weite Strecken passiert nicht viel. Man folgt zwei berüchtigten Revolverhelden, den gebildeten, aber so unterschiedlichen Brüdern, einer ist eher der nachdenkliche, romantische Typ, der den Wandel der Zeit neugierig aufnimmt, der andere ein Rauf- und Trunkenbold. Die Dialoge zwischen den Geschwistern sind witzig, die Schlägereien und Schießereien – wie es sich für einen ordentlichen Western gehört – natürlich blutig. Später im, vom Goldrausch geprägten Kalifornien, kommt es dann noch zu einem Zusammentreffen mit den beiden Anderen (ebenfalls exzellent von Riz Ahmed und Jake Gyllenhaal, die bereits in Nightcrawler zusammenspielten, dargestellt). Bei tendenziell ruhigen Filmen habe ich immer die Befürchtung, dass sie im Heimkino nicht so wirken, daher würde ich es empfehlen, diesen kleinen, feinen Indie-Western auf der großen Leinwand zu sehen. 

„The Sisters Brothers“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John C. Reilly, Joaquin Phoenix), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„The Sisters Brothers“ wurde erstmalige auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Dort wurde Jacques Audiard für diesen Film als Bester Regisseur mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Der Film ist am 21.09.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 129 Kinos in den U.S.A. In Deutschland startet der Film am 07.03.19.

Trailer zu sehen:

 

 

Ich liebe es, wenn ich erstmalig vorwiegend Trailer von möglichen Oscar-Kandidaten im Kino sehe:

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Boy Erased„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Nicole Kidman, Russell Crowe und Lucas Hedges 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Viper Club„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Susan Sarandon, Matt Bomer und Edie Falco

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Beautiful Boy„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Steve Carell und Timothee Chalamet 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „If Beale Street Could Talk„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat und neuer Film von Barry Jenkins (Moonlight)  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Smallfoot“

Ich war am 03.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Smallfoot“ (dt. Filmtitel: „Smallfoot – Ein Eisigartiges Abenteuer“, dt. Kinostart: 11.10.18) 96 min animation, adaptation 

dir. Karey Kirkpatrick  voices: Channing Tatum, James Corden, Zendaya, Common, LeBron James, Danny DeVito, Gina Rodriguez

 

Der Yeti Migo wird durch Zufall Zeuge eines Flugzeugabsturzes, der Pilot kann sich retten und so begegnet Migo zum ersten Mal einem Smallfoot, also einem Menschen. Als er dieses Riesenereignis ganz aufgeregt der Yeti-Dorfgemeinschaft mitteilt, wird er verspottet, schließlich existieren nach ihren Regeln und Gesetzen solche Smallfoots gar nicht. Migo bleibt nicht anderes übrig, als irgendwie zu beweisen, dass es tatsächlich Menschen gibt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Smallfoot“ basiert auf Sergio Pablos Kinderbuch „Yeti Tracks“. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors („James and the Giant Peach“, „Chicken Run“) und Filmemachers Karey Kirkpatrick („Imagine That“). Dieser Animationsfilm stammt aus dem Hause Warner Bros. Animation (The Lego Movie).

„Smallfoot“ ist ein irrsinnig lustiges, aber auch hintergründiges Animationsabenteuer für Kinder und Erwachsene. Hier haben wir eine leicht verdrehte Welt, der Mensch ist der Fremde und wird von den Yetis gefürchtet. Daraus ergibt sich eine Film voller Situationskomik. Als es zu der ersten Begegnung zwischen dem Yeti Migo und dem Kleinfuss Percy kommt, und sie in einer, für den jeweils anderen völlig unverständlichen Sprache miteinander kommunizieren, wäre ich beinahe vor Lachen aus dem Kinosessel gefallen. Es gibt noch einige solcher wirklich witzigen Szenen, das ganze Gesinge hätte ich nicht wirklich gebraucht, auch wenn mir der Rap Song „Let it Lie“ von Common sogar gefallen hat. „Smallfoot“ erzählt eine Geschichte über Vorurteile und Ausgrenzung und – damit hat er mich dann gänzlich überzeugt – fordert unterschwellig dazu auf, sein steinzeitliches Weltbild, an die heutigen Begebenheiten anzupassen. 

„Smallfoot“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester Animationsfilm. 

„Smallfoot“ ist am 28.09.18 landesweit in 4,131 amerikanischen Kinos landesweit gestartet. In habe den Film in der 2D-Fassung gesehen, kann entsprechend nicht auf die 3D-Animation eingehen. In Deutschland startet der Film heute (11.10.18) in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lego Movie 2“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu The Lego Movie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Ralph Breaks the Internet: Wreck-It Ralph 2„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: Disney-Fortsetzung zu Wreck-It Ralph

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Shazam!„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Superhelden-Kram

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö


Trailer v. Film: „Goosebumps 2: Haunted Halloween„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon: The Hidden World„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung, ich mag aber keine Drachen und habe den ersten und den zweiten Teil bis heute nicht gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also, eher nicht


Werbung von „Smallfoot“ am Times Square

NYC – Film: „The Ballad of Buster Scruggs“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Ballad of Buster Scruggs“ (in D. ab dem 16.11.18 auf Netflix zu sehen)   132 min  western, comedy, drama 

dir. Joel Coen, Ethan Coen  cast: Tim Blake Nelson, James Franco, Brendan Gleeson, Zoe Kazan, Liam Neeson, Tom Waits, Tyne Daly, Stephen Root, Grainger Hines, Bill Heck

 

Ein singender Cowboy (Tim Blake Nelson), ein Bankräuber (James Franco), ein Schausteller (Liam Neeson), ein Goldsucher (Tom Waits), eine Siedlerin (Zoe Kazan) und eine Lady (Tyne Daly), die mit vier Männern in einer Kutsche sitzt…am Ende ihrer Geschichten gibt es wohl immer einen Toten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Ballad of Buster Scruggs“ ist der neue Film der Coen Bros. („Fargo“, No Country For Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis). Es ist ein Episodenfilm, der in sechs Kapitel aufgeteilt ist.

Die erste („The Ballad of Buster Scruggs“) und die zweite Episode („Near Algodones“) sind witzig, aber auch recht blutig und wenn man es sich gerade im Lachmodus gemütlich gemacht hat, kommt die dritte („Meal Ticket“) und stimmt einen nachdenklich, gar traurig, die vierte (All Gold Canyon) ist eine wunderbare Fabel über den Menschen und die Natur (übrigens mit Tom Waits, den ich überhaupt nicht erkannte), die fünfte („The Gal Who Got Rattled“) erzählt eine tragische Siedler-Story und bei der sechsten und letzten Episode („The Mortal Remains“) fühlte ich mich, als ich diese dialogreiche Kutschfahrt begleitete, zunächst  an Quentin Tarantinos The Hateful Eight erinnert. Jeder wird sein Lieblingssegment in diesem Film haben. Ich mochte am meisten das 1., 2., und das 6. Kapitel. 

Es hat aber nicht lange gedauert, dass ich diesen Western-Episodenfilm in mein Herz geschlossen habe. Ich weiß noch genau, dass ich bereits bei der ersten Episode und der zweiten Saloon-Szene gedacht habe, wenn das so weitergeht, ist das einer meiner Lieblingsfilme der Coens. Am Ende waren es aber sechs separate und völlig unterschiedlichen Geschichten, aber alle haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Jede einzelne ist von Originalität und perfektem Timing geprägt, gestalterisch sehr präzise und schwarzhumorig, wie man das von einem Werk der Coen Brüder erwartet. Absolut hinreißend, wie sie jede neue Geschichte einleiten.

Die Filme der regieführenden Brüder sind für das Kino geschaffen, dies ist ihre erste Netflix-Produktion. „The Ballad of Buster Scruggs“ war ursprünglich als Sechsteiler für das Fernsehen (bzw. Netflix) geplant. Dann wurde daraus ein Netflix-Spielfilm. Für die meisten Coen-Bros.-Fans bedeutet das, dass sie diesen Film dann leider auch nur auf diesem Streamingportal sehen können. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, wird dieser Film wohl nur in ausgewählten amerikanischen Kinos zu sehen sein. Ich hatte es bereits bei meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 erwähnt, Netflix hat die besten Oscar-Strategen der Branche angeheuert und jetzt ist jeder, der sich mit den Oscars beschäftigt, gespannt, wie weit sie im nächsten Jahr (vor allen Dingen mit „Roma“) kommen. Für mich war es bei „The Ballad of Buster Scruggs“ das erste Mal, dass ich das neue Netflix-Logo (ein simples „N“) gesehen habe. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Tim Blake Nelson), Bestes Originaldrehbuch Update: „The Ballad of Buster Scruggs“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Bester Song für „When a Cowboy Trades his Spurs for Wings“) erhalten. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival haben die Coen-Brüder den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Der Film wird am 16.11.18 in einigen amerikanischen Kinos anlaufen und zeitgleich auf Netflix zu sehen sein. In Deutschland wird dieser Film wohl auch ab dem 16.11.18 über Netflix abrufbar sein. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Im Anschluss an den Film haben sich die Schauspieler Tim Blake Nelson, Grainger Hines und Bill Heck, sowie die legendäre Casting Direktorin Ellen Chenoweth einem Interview gestellt und die Fragen des Publikums beantwortet. Das Publikum, das vorwiegend aus Schauspielern bestand, wollten vorwiegend von allen Beteiligten wissen, wie es ist, mit den Coen Bros. zu arbeiten.

Trailer zu sehen:

 

 

amerikanische Filmplakate v. „The Ballad of Buster Scruggs“

 

Q & A nach dem SAG-Screening v. „The Ballad of Buster Scruggs“ (v. r. Casting Direktorin Ellen Chenoweth, und die Schauspieler Grainger Hines, Billy Lockwood und Tim Blake Nelson und der Interviewer)

 

NYC – Film: „First Man“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„First Man“ (dt. Filmtitel: „Aufbruch zum Mond, dt. Kinostart: 8.11.18)  141 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Damien Chazelle   cast: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Kyle Chandler, Corey Stoll, Ciarán Hinds, Patrick Fugit 

 

Nach dem Tod seiner kleinen Tochter bewirbt sich der ehemalige Kampfpilot und NACA-Testpilot, Neil Armstrong (Ryan Gosling), für das Gemini-Programm bei der NASA. Seine Testergebnisse sind gut und so wird er als einer, der neun neuen Astronauten für das zweite bemannte Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten ausgewählt….

 

B- (Wertung von A bis F) „First Man“ basiert auf James R. Hansens autorisierten Biografie „First man: The Life of Neil A. Armstrong“. Nach „Guy and Madeline on a Park Bench“, Whiplash und La La Land ist dies der vierte Film des jungen amerikanischen Autors und Filmemachers Damien Chazelle. Es ist der erste Film bei dem der Oscar-Preisträger nicht auch das Drehbuch geschrieben hat. Das Skript stammt hier von dem Oscar-prämierten Drehbuchautor Josh Singer (Spotlight).

Als Vielflieger muss man sich ja ständig anschnallen, als ich in dem loungigen Ledersessel (des Regal RPX-Kinos an der 42nd Street) saß, und direkt in die Anfangsszene  mit einem vibrierenden Rüttelbild und einem überwältigend dröhnenden Sound geworfen wurde, habe ich instinktiv zum (nicht vorhandenen) Sicherheitsgurt gegriffen. Der Film nimmt nach diesem rasanten Einstieg dann aber erst mal wieder ordentlich Action raus und ich fand ihn dann über weite Strecken regelrecht öde. Meine Begleitung hat zwischendurch sogar ein Nickerchen eingelegt. Zugegebenermassen hat mich Astronauten-Kram noch nie sonderlich interessiert. Es ist aber immer klug, einen Film mit dem besten Part enden zu lassen. Das ist hier der Fall, die tatsächliche Apollo 11-Mission ist spannend und recht spektakulär in Szene gesetzt. 

Das beste, was mir an diesem Film gefallen hat, ist der Sound. Insbesondere zum Ende des Films hin, ist mir die unverwechselbare Musik des La-La-Land-Komponisten Justin Hurwitz (positiv) aufgefallen. 

Auch wenn Teile des Films mit IMAX-Kameras gedreht wurden, ist „First Man“ visuell nicht so beeindruckend wie akustisch. Ich würde daher empfehlen, diese amerikanische Heldengeschichte zwar auf einer größtmöglichen Leinwand, aber vor allen Dingen in einem Kino, dass mit einem hervorragenden Sound-System ausgestattet ist, zu sehen. 

Neil Armstrong war wohl ein stiller und schweigsamer Mensch, kein Wunder, dass Damien Chazelles erste Wahl für diese Rolle auf Ryan Gosling fiel. Ich kann mich erinnern, dass ich Ryan Gosling als Schauspieler auch mal richtig gut fand. Mittlerweile langweilt er mich aber, weil er im Grunde immer den gleichen Männertypen spielt. Claire Foy macht ihre Sache recht gut, spielt sie doch auch etwas mehr als nur die ewig leidende Ehefrau. Sollte sie jedoch bei den Oscars mit Olivia Colman (The Favourite) in einer Kategorie konkurrieren, dürfte nicht mal im Ansatz darüber nachgedacht werden, wer den Oscar gewinnt.

„First Man ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Bester Nebendarsteller (Jason Clarke), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „First Man“ hat 4 Oscar-Nominierungen (Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes Szenenbild) erhalten.

„First Man“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der 75. Kino-Biennale. Der Film startet am 12.10.18 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 8.11.18 zu sehen. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Als Neil Armstrong auf dem Mond landete und den legendären Satz „That’s one small step for [a] man, one giant leap for mankind“ sagte, gab es Szenenapplaus von dem Publikum. Es gab auch einen auffällig großen Applaus des Publikums, das überwiegend aus Schauspielern bestand, als im Abspann Ryan Gosling und Claire Foys Namen auftauchten. Im Anschluss an den Film haben sich der Regisseur Damien Chazelle, die Schauspielerinnen Claire Foy und Olivia Hamilton, die Schauspieler Patrick Fugit und Lucas Haas und Tom Cross, der für den Filmschnitt verantwortlich war, einem Interview gestellt und Fragen des Publikums beantwortet. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur Damien Chazelle nach dem SAG-Screening von „First Man“ am 01.10.18 in Manhattan

NYC – Film: „The Favourite“

Ich war am 28.09.18 in New York und am 7.1.19 in Washington habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Favourite“ (dt. Filmtitel: „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, dt. Kinostart: 24.01.19)  121 min  drama, comedy, satire 

dir. Yorgos Lanthimos  cast: Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn

 

Am englischen Königshof zu Beginn des 18. Jahrhundert. Als Abigail (Emma Stone) den Hof von Königin Anne (Olivia Colman) erreicht, bittet sie dessen engste Vertraute und Beraterin, Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough, (Rachel Weisz) um eine Anstellung. Abigail ist zwar die jüngere Cousine von Lady Sarah, nur hatte Abigails Vater seinen guten Namen verspielt und nun hat sie weder Geld noch einen Adelstitel. Sarah lässt Abigail zunächst niedere Tätigkeiten ausüben, aber schon bald buhlen die beiden Palastdamen um die die Gunst der Königin…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Favourite“ ist nach The Lobster und The Killing of a Sacred Deer der dritte englischsprachiger Film des griechischen Autors und Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth) .

Die opulente Ausstattung, die aufwändigen Kostüme und die barocke Haarpracht können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies ein Yorgos Lanthimos-Film ist. Zu düster und absurd ist der Humor, teilweise zu grotesk die Szenen, zu bezeichnend lang manche Kamerafahrten, zu exzentrisch bestimmte Kamerawinkel und zu schräg klingt hin und wieder die Musik durch – kurzum der griechische Regisseur weiß, dem Kostümfilm seinen Stempel aufzudrücken. Auch wenn „The Favourite“ sicherlich der massentauglichste Lanthimos-Film bisher ist, werden viele Zuschauer mit diesem Film wenig anzufangen wissen. 

Mich hat der Film sehr amüsiert. Der in acht Kapiteln gegliederte Film ist nicht so sehr ein Historienfilm als mehr ein kunstvolles und bizarres Charakterdrama mit drei komplexen  Frauencharakteren. Die mächtige Queen Anne ist launisch und trotzig, ihr geht es einzig um ihre eigenen Interessen und nicht um die wichtigen Belange, ihrer, sich mit Frankreich im Krieg befindenden Nation – das erinnert schon an das eine oder andere Staatsoberhaupt unserer Zeit. Die engste Vertraute der Monarchin, Herzogin von Marlborough, ist mit den eigentlichen Regierungsgeschäften beschäftigt und bemerkt darüber zu spät, wie die ehrgeizige neue Hofdame Abigail versucht, sich einen festen Platz an der Seite der Monarchin zu sichern. Daraus ergibt sich ein intelligentes und durchweg unterhaltsames Spiel aus Eifersucht, Intrigen und Sex.  

Die englische Schauspielerin Olivia Colman ist mir das erste Mal in dem wunderbaren Film Tyrannosaur aufgefallen. Seither bereichert sie mein Film- und Fernsehleben. Sie hat mich bereits ein Mal in einem Yorgos Lanthimos Film („The Lobster“) begeistert und als Part des gegensätzlichen Ermittlungsduos Miller und Hardy der britischen Krimiserie Broadchurch (1, 2, 3) werde ich sie immer in meinem Herzen tragen.

Nun geht es um die Oscar-Kampagnen und da scheiden sich die Geister, ob Olivia Colman in „The Favourite“ nun eine Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Olivia Colman, Emma Stone und Rachel Weisz geben alle drei eine exzellente Performance, den gesamten Film betrachtend spielt Rachel Weisz hier am ehesten eine Nebenrolle. Die Geschichte von Emma Stones Charakter wird erzählt, aber Olivia Colman hat die Präsenz, die eine Hauptrolle ausmacht. Anthony Hopkins ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn ich an den Film „The Silence of the Lambs“ denke, habe ich sofort Dr. Hannibal Lecters Gesicht vor Augen, er hat diesen Film geprägt. Anthony Hopkins hat den Oscar für die Beste Hauptrolle gewonnen, obwohl er nicht länger als 16 Minuten in dem gesamten Film zu sehen war. Olivia Colmans kränkliche und launenhafte Königin Anne hat sich bei mir ähnlich festgesetzt. Mir ist egal, ob sie den Oscar für die beste Hauptrolle oder Nebenrolle erhält, Hauptsache die Oscar-Strategen von Fox Searchlight treffen eine weise Entscheidung hinsichtlich ihrer Kampagne und sie hält den Oscar am 24. Februar 2019 in den Händen.  

„The Favourite“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„The Favourite“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Haupt/bzw. Nebendarsteller (Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz), Bester Nebendarsteller (Nicholas Hoult), Bestes Originaldrehbuch und diverse technische Kategorien. Update: „The Favourite“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Olivia Colman, Beste Nebendarstellerin Emma Stone und Rachel Weisz, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Schnitt) erhalten.

„The Favourite“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Zwei Preise hat der Film auf diesem Filmfestival gewonnen: den Grand Jury Prize und den Volpi Cup for Best Actress für Olivia Colman. Der Film soll am 23.11.18 in einigen amerikanischen Kinos starten. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Auf dem NYFF56 war es der Eröffnungsfilm. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Update nach meinem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Ziemlich genau drei Monate nachdem ich „The Favourite“ das erste Mal auf dem NYFF56 gesehen habe und einen Tag nachdem Olivia Colman den Golden Globe gewonnen hat, habe ich mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Mir hat er sogar fast noch einen Tick besser gefallen. Der Film ist exzentrisch und eimalig. Ich liebe ihn für die Party-und die After-Party-Sequenz, die Tanzszenen, die extravaganten, vorwiegend schwarz-weißen Kostüme, den schrägen Humor, Emma Stones Gesichtsausdrücke, die Kameraperspektiven, die Ausstattung und Szenenbilder, die brillanten Dialoge voller moderner Schimpfworte und schließlich die erstklassigen Performances von Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone und Nicholas Hoult. Das Washingtoner Publikum hat ihn unterschiedlich aufgenommen, ein paar wenige Mitzuschauer haben sich mit mir sehr amüsiert, andere waren mucksmäuschenstill und wussten den Film scheinbar nicht einzuordnen bzw. waren nicht sonderlich begeistert. 

 

Trailer zu sehen:

 

 

Opening Night auf dem New York Film Festival 2018

 

NYFF56 Eröffnungsfilm „The Favourite“

 

VOD – Film: „Won´t You Be My Neighbor?“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Won´t You Be My Neighbor?  95 min  documentary, biopic 

dir. Morgan Neville  cast: Fred Rogers, Francoise Clemmons, Yo-Yo Ma, Joe Negri

 

Die U.S.A. befindet sich im Krieg mit Vietnam als Fred Rogers im Jahr 1968 mit seiner Kindersendung „Mister Rogers´ Neighborhood“ zum ersten Mal auf Sendung geht. Was war Fred Rogers für ein Mensch und warum lagen ihm Kinder so am Herzen?

 

B+ (Wertung von A bis F) „Won´t You Be My Neighbour?“ ist eine Dokumentation über die amerikanische Fernsehlegende Fred Rogers. Er hat sich für die Erziehung und Bildung von Kindern eingesetzt. Seine Sendung, „Mister Rogers´ Neighborhood“ wurde in den U.S.A. von 1968 bis zum Jahr 2001 ausgestrahlt.  

Ich weiß nicht, warum ich bei dieser Doku so viel heulen musste. War es, weil Fred Rogers einfach ein herzensguter Mensch war, eine personifizierte moralische Instanz, die man heutzutage vergeblich sucht? Denkbar, es könnte aber auch sein, dass ich über meine Skepsis, meinen eigenen Zynismus entsetzt war. Habe ich bei dieser, mit nicht bekannten, amerikanischen Fernsehlegende doch auch nach seiner Schattenseite gesucht. Alles Gute kommt doch nie zusammen, irgendwo gibt es doch meist einen Haken. Entsprechend habe ich förmlich darauf gewartet, dass preisgegeben wird, was Fred Rogers eigentlich für ein Monster war.  Als ich dann realisiert habe, dass dem nicht so ist, habe ich zu heulen angefangen. Auch, weil dann herauskam, dass über Jahrzehnte immer wieder versucht wurde, den Held vieler Generationen amerikanischer Kinder, in ein schlechtes Licht zu rücken. Mal wurde vermutet, dass er ein Navy SEAL war und Menschen getötet hat, ein anderes Mal, dass er unter seinen biederen Strickjacken überall tätowiert war und ab einem gewissen Zeitpunkt wurde sogar öffentlich darüber diskutiert, ob er möglicherweise schwul ist. Letzteres zerstört teilweise heute noch Karrieren, definitiv aber in den 1970er Jahren. Wenn ich darüber nachdenke, könnte ich gleich wieder heulen. 

Die Ausnahmeerscheinung Fred Rogers hatte sich aber einfach nur auf die Fahne geschrieben, seinen kleinen Mitmenschen anhand von Puppen und einer einfachen Sprache die komplizierte Welt zu erklären. 

Als Richard Nixon US-Präsident wurde, wollte er das Geld für das Bildungsfernsehen streichen, da musste der liebenswerte Kinder-Moderator darum kämpfen, seine Sendung fortführen zu dürfen und hat sogar eine Rede vor dem Kongress gehalten. 

Für den beliebten Moderator und sein Konzept gab es aber in der amerikanischen Fernsehlandschaft im Laufe der Zeit immer weniger Platz. In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit ist es geradezu undenkbar, dass ein Fred Rogers da überhaupt vorkommt. Traurig. 

Tom Hanks ist natürlich wie geschaffen, Fred Rogers in einem Spielfilm zu porträtieren. Der amerikanische Schauspieler dreht derzeit ein Biopic (Arbeitstitel:„Are You My Friend“) über die Fernsehlegende, die im nächsten Jahr zur Oscar-Saison ins Kino gebracht werden wird. 

„Won´t You Be My Neighbour?“ ist für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm im Gespräch.

„Won´t You Be My Neighbour?“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 8.6.18 in 29 amerikanischen Kinos gestartet. Es ist einer der erfolgreichster Dokumentarfilme in den U.S.A. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019

Es ist mal wieder Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten: 

Die 91. Academy Awards finden jetzt wieder im Februar, genauer am 24.02.2019, statt. Die Oscar-Nominierungen werden am 22.01.19 bekannt gegeben. Bislang ist noch nicht offiziell klar, wer die Oscars im nächsten Jahr moderieren wird. Vermutlich wird es aber in den nächsten Tagen öffentlich gemacht. 

A.M.P.A.S. hat im Jahr 2018 928 neue Künstler eingeladen, Mitglied der elitären Oscar-Academy zu werden. Das ist erneut ein Rekord (im Vergleich, im Jahr 2017 waren es 774, 2016 waren es 683 und im Jahr 2015 waren es nur 322 und noch vor einigen Jahren waren es immer rund 100 neue Mitglieder pro Jahr. Eine Veränderung der Mitgliederschaft wird also immer sichtbarer. Sollten die meisten Filmschaffenden die Einladung akzeptieren, hat A.M.P.A.S. dann im Jahr 2019 über 9200 Mitglieder. Die durch den Harvey Weinstein-Fall im Jahr 2017 ausgelöste  #MeToo-Bewegung hatte Konsequenzen für drei Academy-Mitglieder: Harvey Weinstein, Bill Cosby und Roman Polanski. Harvey Weinstein wurde bekanntlich bereits im letzten Jahr aus der Academy geworfen. Der wegen sexueller Nötigung verurteilte Bill Cosby und Roman Polanski, der sich im Jahr 1977 einem Prozess in den USA wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen entzog, wurden Anfang Mai 2018 die Mitgliedschaft in der Oscar-Academy entzogen. Woody Allen – ich hatte es bereits im letzten Jahr erwähnt – ist kein Mitglied von A.M.P.A.S. 

Das jüngste Mitglied der Oscar-Academy ist mittlerweile 15 Jahre alt (die Schauspielerin Quvenzhane Wallis) und das älteste wurde mit der Komponistin Sofia Gubaidulina genannt, sie ist 87 Jahre alt. Ein kleiner Auszug der Gesamtliste der Neu-Eingeladenen:

Amy Schumer, Kyra Sedgwick, Sarah Silverman, Hank Azaria, Christine Baranski, Sofia Boutella, Daniel Kaluuya, Tiffany Haddish, Emilia Clarke, Blake Lively, Lily Collins, Lily James, Amber Tamblyn, Evan Rachel Wood, Abigail Breslin, Timothée Chalamet, Olivia Colman, Zoey Deutch, Zoe Kazan, Melanie Lynskey, Elizabeth Debicki, Ann Dowd, Toby Jones, Miles Teller, Liv Tyler, die deutsche Schauspielerin Diane Kruger, die Filmemacher Sean Baker, Craig Gillepsie, Michel Gondry, Luca Guadagnino, Ruben Östlund…

Für Deutschland geht im Jahr 2019 erneut Florian Henckel von Donnersmarck („Das Leben der Anderen“/„The Lives of Others“ für den er im Jahr 2006 den Academy Award gewonnen hat) ins Oscar-Rennen. Mit seinem dritten Film „Werk ohne Autor“/„Never Look Away“ soll er erneut den Oscar in der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film nach Deutschland holen. 

Der erste Screener, der in diesem Jahr offiziell an die Academy-Mitglieder rausgeschickt wurde, war  „RBG“.

Nach der letzten Oscar-Verleihung am 4.3.18 sind Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Oscar-Präsidenten John Bailey bekannt geworden. Diese Vorwürfe wurden geprüft und verworfen und damit bleibt der Kameramann John Bailey (Ordinary People, The Big Chill, „“Groundhog Day“, „As Good as It Gets“, The Way, Way Back) Präsident von A.M.P.A.S und geht in seine zweite Amtszeit. Die vorherige afroamerikanische AMPAS-Präsidentin Cheryl Boone Isaacs hat in ihrer Amtszeit den Fokus auf Vielfältigkeit gelegt, John Baileys Schwerpunkt scheint bei den Einschaltquoten der Oscar-Verleihung zu liegen und das zeigte sich folgendermassen:

A.M.P.A.S hat am 8.8.18 eine Bombe platzen lassen. Ohne im Detail darauf einzugehen, haben sie drei Änderungen zu den Oscars und den künftigen Oscar-Verleihungen bekanntgegeben. Das hat eine Beschimpfungswelle sondergleichen ausgelöst. Mir kam es stellenweise so vor, als ob alle, die irgendwo in den sozialen Medien unterwegs ist, ihre Meinung kundtun mussten. Was viel interessanter war: in dieser Zeit, stand A.M.P.A.S. weder für eine Stellungnahme noch für Nachfragen zur Verfügung. Wer ist eigentlich für die PR-Aufgaben bei der Oscar-Academy verantwortlich? Mittlerweile haben sich erwartungsgemäß die Gemüter wieder etwas beruhigt. Nach dem Shitstorm hat AMPAS sich die Kritik auch zu Herzen genommen und etwas zurückgerudert. Die neue Kategorie, die eigentlich bereits im Jahr 2019 eingeführt werden sollte, wird es – wenn überhaupt – frühestens ab dem Jahr 2020 geben. Oder anders, diese neue Kategorie wird höchstwahrscheinlich eingeführt, wenn „Black Panther“ im nächsten Jahr keine Oscar-Nomineriung als Bester Film erhält. Es wäre wünschenswert (und smart), wenn aber A.M.P.A.S dann noch mal in sich geht und die neue Kategorie umbenennt (ich plädiere für BEST GENRE FILM). Aber erst mal eins nach dem anderen, zunächst einmal was AMPAS Anfang August 2018 bekannt gaben: 

  • Die Oscar-Verleihung wird vorgezogen, ab 2020 soll sie Anfang Februar (9.2.20), anstelle von Anfang März (im Jahr 2018) und 23.2. (im Jahr 2019) ausgestrahlt werden
  • Die Oscar-Verleihung wird auf max. 3 Stunden begrenzt (d.h. einige Oscars können nicht mehr live verliehen werden)
  • Es wird eine 25., also eine weitere Kategorie (Outstanding Achievement in Popular Film) geben.

Mir erschien es nicht sonderlich professionell eine Pressemitteilung herauszugeben, ohne zeitgleich auf Details bei den Änderungen einzugehen. Aber zum Inhaltlichen:

  • Die erste Änderung wird die gesamte Oscar-Saison zwar ordentlich durchmischen, Kritikerverbände, die einzelnen Gewerkschaftsverbände, die BAFTAS, etc. werden alle voraussichtlich ihre Daten an die Oscar-Verleihung anpassen. Traditionell endet die Filmpreis-Saison jedes Jahr mit den Oscars. Wer will schon nach den Oscars seine Filmpreise verleihen?  Im Ganzen wird die Oscar-Saison damit kürzer. Keine schlechte Idee also. 
  • Die Oscar-Verleihung auf 3 Stunden zu begrenzen ist grundsätzlich auch keine schlechte Idee, man könnte die Live-Performances der einzelnen Songs ersatzlos streichen und einige Montagen kürzen. Wie sich aber mittlerweile rausgestellt hat, nimmt man 6 bis 8 Oscar-Gewinnern (sehr wahrscheinlich trifft es die Kurzfilm-Kategorien und einige technische Kategorien, es könnte aber auch die Autoren treffen/ die Kategorien sollen jährlich wechseln) die Chance, für ein paar Sekunden live auf der Oscar-Bühne zu stehen. Das ist eine bodenlose Frechheit. Gerade die Kandidaten der technischen Kategorien (Beste Kamera, Bester Ton, Bester Schnitt, etc.) des jeweiligen Films haben erheblich zum Erfolg eines Films beigetragen. Diesen Gewinnern will man also die Ehre nehmen, sich kurz live von einer globalen Zuschauerschaft feiern zu lassen? Diese Änderung hat einen ähnlichen Hintergrund wie die nächste 
  • Die Einführung der Kategorie Best Popular Film ist in dieser Form eine ganz schlechte Idee.

Die letzte große Änderung bei den Kategorien gab es vor 17 Jahren, im Jahr 2001. Damals wurde die Kategorie Bester Animationsfilm aufgenommen. Eine sinnvolle Entscheidung damals. 

Nachdem der Film „The Dark Knight“ vor zehn Jahren (im Jahr 2008) nicht für den Oscar als Bester Film nominiert wurde, gab es heftige Kritik. A.M.P.A.S. hat sich das zu Herzen genommen und von dem darauffolgenden Jahr an von 5 nominierten Filmen zu 10 festen nominierten Filmen gewechselt. Zwei Jahre später haben sie dann eingeführt, dass es keine festgelegte Zahl von zehn nominierten Filmen mehr geben soll, sondern 5 bis zu 10 nominierte Filme.

Wie kommt es dazu, dass A.M.P.A.S. die Kategorie Best Popular Film einführen wollte? Es mag hierzulande weniger bekannt zu sein, aber die Oscars sind ein Millionengeschäft, ein eigener Wirtschaftszweig sozusagen. Es geht also um viel Geld, kleinere Produktionsfirmen und große Filmstudios geben jedes Jahr viele Millionen für ihre Oscar-Kampagnen aus, viele PR-Strategen arbeiten daran, „ihre“ Schauspieler, „ihre“ Filme zu platzieren, manche Filme werden sogar extra für den Oscar-Markt produziert. Die Oscars sind ein Marketing-Instrument, mit dem man – zumindest in den U.S.A. – Geld verdienen kann. Die Amerikaner schauen sich die Filme, die für den Oscar nominiert wurden oder ihn gar gewinnen, gezielt im Kino an. Welche Filme würden wir ohne die Oscar-Saison noch im Kino zu sehen bekommen? Jetzt macht sich A.M.P.A.S. seit einigen Jahren schon Gedanken um sinkende Einschaltquoten bei der Oscar-Verleihung. Ich habe mich immer gefragt, warum. Bislang musste ich mir darüber keine näheren Gedanken machen, mit der (eventuellen) Einführung des Best Popular Film habe ich es erstmalig getan. Warum ist es A.M.P.A.S. nicht piepegal, wer ihre Oscar-Verleihung guckt? A.M.P.A.S. vergibt den höchsten Preis in der Filmindustrie, ein Preis von Filmschaffenden für Filmschaffende. Alle, die nur im Entferntesten kreativ im Filmbusiness arbeiten, träumen von diesem Preis. So, warum ist es A.M.P.A.S.  dann nicht egal, wie viele Leute ihre Oscar-Show gucken?

Ich habe etwas recherchiert. Seit vielen Jahren ist ABC, der Sender, der die weltweiten TV-Rechte an der Oscar-Verleihung hat. Dafür bezahlt der amerikanische Sender jedes Jahr rund 75 Millionen Dollar an A.M.P.A.S.  Geld, dass A.M.P.A.S sicher u.a. für das The Academy Museum in Los Angeles braucht. Es soll im nächsten Jahr eröffnet werden. A.M.P.A.S. steht also in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem amerikanischen Fernsehsender ABC. Das ganze Gewese um sinkende Einschaltquoten für die Oscar-Show kommt von ABC, die wünschen sich, dass die Oscar-Show von einer breitere Masse geschaut wird, damit würden sich dann für sie auch am Ende die Werbe-Einnahmen erhöhen. Die Zuschauerzahl der Live-Übertragung der Oscar-Verleihung bei ABC ist im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017 jedoch um rund 19% gesunken. Anmerkung: Übrigens ist auch die Zuschauerzahl  für die Live-Übertragung der Emmys bei ABC am 17.09.18 gegenüber dem Vorjahr, als CBS die Emmys recht erfolgreich ausgerichtet haben, auch um 10% gesunden. Die Zuschauerzahl für die Live-Grammys ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr sogar um 24% gesunken. Selbst bei dem Sport-Superereignis Super Bowl sinken zunehmend die Einschaltquoten. Außer Acht gelassen wird immer, dass die Abonnentenzahl der normalen, amerikanischen Fernseh-Networks  (wozu ABC, NBC, CBS, etc. zählt) auch um rund 22% gesunken ist. Kaum einer guckt heutzutage noch live Fernsehen, das Fernsehen, wie man es noch vor ca. zehn Jahren kannte, ist dabei, zu sterben. Man hat mit den ganzen Pay-TV-Sendern und Streaming-und Internet-Services (Mediatheken) viel zu viele Möglichkeiten und ist nicht mehr darauf angewiesen, zu einer bestimmten Uhrzeit Zuhause zu sein und den Fernseher anzuschalten. Entsprechend können die Einschaltquoten generell auch nur sinken. ABC strebt aber ein größeres, mainstreamiges Publikum für die Oscar-Verleihung an. Wie weltfremd ist das denn? Um den sinkenden Einschaltquoten entgegenzuwirken, wollen sie nun die Show auf 3 Stunden begrenzen und die Kategorie Best Popular Film einführen. Aha. Jetzt darf man drei Mal raten, welchem Konzern der TV-Sender ABC angehört: dem Disney-Konzern. Derzeit wissen wir immer noch nicht wirklich, welche Filme sich für diese – frühestens ab dem Jahr 2020 eventuell eingeführte – neue Kategorie Best Popular Film qualifizieren können. Man kann aber davon ausgehen, dass populäre Filme am Geld, dass sie eingespielt haben, festgemacht werden. Und nun darf man nochmal raten, welche Filme in einer Kategorie Best Popular Film sehr häufig landen werden: ganz genau, Filme aus dem Mickey-Mouse-Konzern (Marvel gehört bekanntermassen auch zu Disney). Da liegt also das Problem. Die erfolgreichen Filme zeichnen sich nicht unbedingt durch Qualität aus. Der amerikanische TV-Sender vermutet, dass durch die Nominierung von Kassenschlagern ein mainstreamiges Publikum die Show guckt. Aber ehrlich, die Oscars waren immer schon einem Nischen-Publikum vorbehalten, die Leute, die Mainstream-Filme gucken, interessieren sich üblicherweise nicht für den Oscar und werden durch die Einführung einer neuen Kategorie (für ihre Filme) auch nicht damit beginnen. Und noch wichtiger, was bekommen wir denn heutzutage – ohne die Oscar-Saison – von den großen Studios für Filme geboten: Remakes, Reboots, Fortsetzungen, Franchises und/oder Superhelden-Kram und welche Filme fahren das meiste Geld an der Kinokasse ein, genau diese Filme. Da brauchen diese Filme nicht noch eine eigene Kategorie bei den Oscars, damit sie noch mehr Geld an der Kinokasse (bei einer Wiederaufführung) bzw. auf DVD/VOD oder Streaming-Portalen einfahren. Für solche Filme gibt es andere Awards-Shows (People´s Choice Award, MTV Movie Awards). Die Oscars sind für die künstlerischen (in den letzten Jahren mehr kleinere, sonst aber auch größere) Produktionen, die durch handwerkliche oder schauspielerische Qualität auffallen. Für dieses Merkmale fallen sie den Filmschaffenden in der Academy positiv auf und sie (Tonspezialisten suchen sich die jährlich besten ihrer Branche raus, Kameramänner/frauen suchen sich die besten in ihrem Feld aus, etc.) nominieren dann in ihrer Kategorie. Wenn ein Blockbuster einige Qualitätsmerkmale hat, wird er bei den Oscars auch meist (wenigstens bei den technischen Kategorien) nicht übersehen. Die Oscars müssen „Prestige“ bleiben. Seitdem die Academy-Mitglieder wieder bis zu 10 Filme für den Best-Picture-Film nominieren können, wird in meinen Augen auch noch oft genug in dieser Kategorie mainstreamiger Feel-Good-Müll (The Blind Side, The Help, Hidden Figures) nominiert. 

Das Hauptproblem, dass ich sehe, ist definitiv die Abhängigkeit von A.M.P.A.S. zu ABC. Sie haben derzeit noch einen Vertrag mit dem TV-Sender bis zum Jahr 2028. Na toll.

Es ist also nicht einfach aus der Misere wieder herauszukommen. Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, das eine oder andere würde vielleicht einer Problemlösung dienen.

  • A.M.P.A.S sollte so unabhängig wie möglich sein.
  • Wenn A.M.P.A.S. ihre Oscar-Show schon von einem „normalen“ TV-Sender ausstrahlen lässt, dann sollte – entsprechend der EMMY-Award-Show – jedes Jahr ein anderer TV-Sender die Ehre haben, Gastgeber-Sender zu sein. Dann würde der Druck auch mehr auf dem Sender lasten. 
  • A.M.P.A.S. sollte ihre Oscar-Show aber eher bei einem Pay-TV-Sender wie HBO oder SHOWTIME unterbringen, vielleicht auch einem Streamingsender wie HULU oder Netflix (wobei hier schon wieder Abhängigkeiten hinsichtlich der Oscars entstehen könnten). Dann könnte man auch auf die ständigen Werbepausen verzichten und damit wäre die Oscar-Show mit allen Gewinnern in allen Kategorien auf der Bühne, allen live gesungen Songs und allem Schnick-Schnack sogar nur ca. 2 1/2 Stunden lang.
  • Anstelle von  Best Popular Film ich hatte es weiter oben bereits erwähnt, sollte die Kategorie Best Genre Film eingeführt werden. Damit würde dann brillante Komödien, Thriller, Horror-,  Fantasy-, Actionfilme, etc. eine verdient gute Chance auf eine Oscar-Nominierung in einer wichtigen Kategorie haben. (Sinnvoll wären auch folgende neue Kategorien: Best Casting Directors und Best Stunts Coordinator oder auch Best Voice Performance; oder vielleicht auch Best First Time Film)
  • Vielleicht wieder zurück zu festen 10 nominierten Filmen (auch auf die Gefahr, dass noch mehr mainstreamiger Müll nominiert wird)
  • Storytelling – Wenn man ein größeres Publikum für die Oscars begeistern will, muss man ihnen die Oscars und die möglichen Kandidaten näher bringen. Man könnte ein Profil für mögliche Kandidaten erstellen und diese in kleinen Filmchen vorstellen (die sollten dann auf den Sendern vor der Nominierung und zwischen Nominierung und Verleihung gezeigt werden) Wer ist Glenn Close? In welchen Filmen hat sie gespielt? Wie oft wurde sie für den Oscar nominiert und für welchen Film ist sie dieses Jahr im Gespräch, nominiert zu werden? Oder in der letzten Oscar-Saison: Wer ist Roger Deakins? Warum ist es etwas ganz Besonderes, wenn er endlich seinen Oscar gewinnt? Dennoch glaube ich, dass man damit nicht sonderlich viele neue Zuschauer gewinnt, die Oscars bleiben Nische. Die Oscar-Verleihung wird von einer recht kleinen Gruppe geschaut, dabei handelt es sich vorwiegend um Filmschaffende, (amerikanische) Filmkritiker, Cineasten, Leute, die irgendwo etwas mit der Filmindustrie, PR- oder Marketing zutun haben, Mode- oder Promi-Interessierte. Die meisten bekommen von den Oscars doch gar nichts mit, hören vielleicht am nächsten Tag in den Nachrichten, ob ein Film (den sie wahrscheinlich noch nicht mal kennen) oder ein Schauspieler (von dem sie oftmals noch nie etwas gehört haben) gewonnen hat. Die Oscars werden immer Nische bleiben und damit sollte sich ABC abfinden. 

Aber gut, die ganzen Themen sind zunächst auf Eis gelegt, betrifft uns nicht für die nächsten Oscars, also zurück zu dieser Saison.

Die wichtigen Herbst-Filmfestivals (Venedig, Telluride, Toronto) sind vorbei. Ich konnte dieses Jahr  auffällig viel positive Resonanz für folgende Filme beobachten: „Green Book“, „ROMA“, „First Man“, „The Favourite“, „If Beale Street Could Talk“, „Can You Ever Forgive Me?“, Widows“, „Boy Erased“, „The Hate You Give“ und – leider – leider – die vierte Verfilmung, das dritte Remake von „A Star is Born“

Das heißt für mich, dass ich mir diese mainstreamige Musical-Romanze mit Lady Gaga tatsächlich anschauen muss, schönen Dank auch. 

Was gibt es sonst noch Neues?

Netflix steigt dieses Jahr (mit Alfonso Cuaróns „ROMA“) erstmalig und ernsthaft ins Best-Picture-Oscar-Geschäft ein. Sie haben sehr viel Geld investiert, die branchenbesten Emmy- aber auch Oscar-Strategen angeheuert. Bei den Emmys haben sie dieses Jahr genauso viel Awards wie HBO geholt. Nun haben sie mit „ROMA“ einen scheinbar fantastischen Film an der Hand. Sie haben diesen Film bei jedem einzelnen Herbst-Festival (sogar den kleineren) vorgestellt bzw. stellen ihn noch vor. Netflix hat sogar ihr Logo für diesen Film geändert und etwas schlichter und seriöser gestaltet. Netflix nimmt das Oscar-Spiel offensichtlich ernst, die Frage ist, ob A.M.P.A.S. nun auch Netflix ernst nimmt.

Und wo ich schon bei „ROMA“ bin, aller Wahrscheinlichkeit nach wird dieser fremdsprachige Film einer der wenigen  sein, der zusätzlich in der Kategorie Bester Film nominiert wird. In der 90-jährigen Geschichte der Oscars haben es nur „Grand Illusion“ – und seit es eine eigene Kategorie für fremdsprachige Filme gibt – „Z“, „The Emigrants“, „“Cries and Whispers“, The Postman“, „Life is Beautiful“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“, „Letters from Iwo Jima“ und Amour) geschafft, als Bester Film nominiert zu werden. Auch hier habe ich etwas recherchiert, einzig die Filme „Z“, „The Emigrants“, „Life is Beautiful“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ und „Amour“ wurden auch zugleich für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Kein nicht-englischsprachiger Film hat bisher den Oscar als Bester Film gewonnen, „Z“, „Life is Beautiful“, “Crouching Tiger, Hidden Dragon“, Amour“ haben aber den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen. Das fand ich ganz interessant. Es gibt jedoch drei Filme, bei denen teilweise eine andere Sprache gesprochen wird („The Godfather II“, „The Last Emperor“ und „Slumdog Millionaire“), die tatsächlich den Oscar als Bester Film gewonnen haben. Mexiko hat offiziell „ROMA“ für die Oscars eingereicht. Kann tatsächlich erstmalig ein fremdsprachiger Film den Oscar als Bester Film gewinnen? 

Dieses Oscar-Jahr könnte auch zum ersten Mal ein Superhelden-Film („Black Panther“) für den Oscar als Bester Film nominiert werden. Für eine Oscar-Nominierung braucht es ungefähr 200 Academy-Mitglieder, die diesen Film auf Platz 1 wählen. Klingt erst mal unrealistisch, aber die Marvel Studios setzen sich für ihren Film mit aller Macht dafür ein. Sollte der bislang in den U.S.A. erfolgreichste Film des Jahres 2018 nicht nominiert werden, haben wir höchstwahrscheinlich das Thema Best Popular Film (oder wie die neue Kategorie dann auch immer heißen mag) im nächsten Jahr wieder ernsthaft auf dem Tisch. Wäre die Kategorie bereits im Jahr 2019 eingeführt worden, hätte der Gewinner mit „Black Panther“ quasi bereits festgestanden. 

Kann ein Remake den Oscar als Bester Film gewinnen? Ja, das ist aber sehr selten. im Jahr 2006 hat Martin Scorseses„The Departed“ gewonnen, es war ein Remake des Hong-Kong-Films „Infernal Affairs“, davor „Ben Hur“ im Jahr 1959, dies war ein Remake des gleichnamigen Stummfilms aus dem Jahr 1926. 

Nach Sir Laurence Olivier (für „Hamlet“  aus dem Jahr 1948) und Roberto Benigni (für „Life is Beautiful“ aus dem Jahr 1998) kann dieses Jahr der viermalige Oscar-Nominierte (1x als Produzent, 3x als Schauspieler) Bradley Cooper einen Schauspieloscar für einen Film („A Star is Born“) gewinnen, bei dem er auch selbst Regie führte. Bemerkenswert vor allen Dingen, weil „A Star is Born“ Bradley Coopers Regiedebüt ist. 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor? Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG, Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War 

Davon hätten in meinen Augen folgende Filme eine echte Chance auf eine BP-Nominierung: 

Black Panther, BlacKkKlansman, Disobedience und Leave No Trace (die beiden letztgenannten Filme werden von einem viel zu kleinen, unbedeutenden Indie vertreten, also ist eine gute Oscar-Kampagne wahrscheinlich nicht zu erwarten)

Jetzt gibt es noch ein paar Filme, die noch nicht gezeigt wurden, bei denen ich mir derzeit aber – vorausgesetzt sie sind qualitativ sehr gut – ein BP-Nominierung vorstellen kann: 

Vice (ehemals „Backseat“ bzw. „Untitled Dick Cheney Film“, ein Film von Adam McKay mit Christian Bale als ehemaliger US-Vize-Präsident Dick Cheney, Sam Rockwell als George W. Bush, etc.), aber auch Stan and Ollie , Bohemian Rhapsody, Mary Queen of Scots, On the Basis of Sex, Welcome to Marwen, Mary Poppins Returns 

Es erscheint, dass fünf Filme derzeit eine Oscar-Nominierung ziemlich sicher in der Tasche haben:

ROMA, First Man, Green Book, The Favourite und A Star is Born

Von diesen Filmen könnten zwei Filme („First Man“ und „A Star is Born“) um die zwölf bis sogar vierzehn Oscar-Nominierungen erhalten. 

Wenn die Mitglieder der Oscar-Academy komplett durchdrehen, könnte  „ A Star is Born“ die BIG FIVE (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch) gewinnen. Nur drei Filme („It Happened One Night“, „One Flew Over the Cuckoo´s Nest“ und „The Silence of the Lambs“) haben in neunzigjähriger Oscar-Geschichte die BIG FIVE gewonnen. Zu einem angenehmeren Thema: 

Mit „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ begegnen sich zwei alte Bekannte wieder in der diesjährigen Oscar-Saison: Damien Chazelle und Barry Jenkins. Wir erinnern uns, Damien Chazelle hat vor zwei Jahren den Regiepreis (für La La Land) erhalten und Barry Jenkins Film Moonlight hat den Preis für den Besten Film – nach ein paar Sekunden Verwirrung – verdient gewonnen. 

Im letzten Jahr zu dieser Zeit sah meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 folgendermaßen aus:

  1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – Fox Searchlight – 97% RT
  2. The Post – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
  3. Call Me By Your Name – Sony Pictures Classics 98% RT
  4. The Shape of Water – Fox Searchlight – 96% RT
  5. Dunkirk – Warner Bros. – 93% RT
  6. Darkest Hour – Focus Features – 83% RT
  7. Get Out – Universal – 99% RT
  8. Lady Bird – A24 – 100% RT
  9. Last Flag Flying – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt, Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
  10. Phantom Thread – Focus Features (derzeit noch nicht gezeigt, wird er rechtzeitig fertig?)

Im letzten Oscar-Jahr wurden neun Filme für den Oscar als Bester Film nominiert. Zur Zeit der Nominierung kam für viele überraschend „Phantom Thread“ noch rein, bei dem Amazon-Film „Last Flag Flying“ war es jedoch dann schon sehr wahrscheinlich, dass er nicht nominiert wird. Meine Prognose sah also gar nicht schlecht aus. Den Best-Picture-Oscar hat mein viertplatzierter Film („The Shape of Water“) gewonnen, mein damaliger Favorit auf den Oscar-Gewinn „Three Billboards“ war jedoch ziemlich dicht dran, den Oscar als bester Film zu gewinnen. Im letzten Jahr zu dieser Zeit gab es noch keinen richtigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn Bester Film, das sieht dieses Jahr sehr ähnlich aus. In den letzten Tagen habe ich meinen erstplatzierten Film ständig geändert. 

Meine derzeitige Prognose (Stand 23.09.18) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe. Mein derzeitiger Oscar-Gewinner ist jeweils der erste Kandidat:

Best Picture:

  1. ROMA, dir. Alfonso Cuarón – 98% Rotten Tomatoes – Netflix 
  2. First Man, dir. Damien Chazelle – 86% Rotten Tomatoes – Universal 
  3. Green Book, dir. Peter Farrelly – 100 % Rotten Tomatoes – Universal 
  4. A Star is Born, dir. Bradley Cooper – 95% Rotten Tomatoes – Warner Bros. 
  5. The Favourite, dir. Yorgos Lanthimos  – 96% Rotten Tomatoes – Fox Searchlight 
  6. BlacKkKlansman, dir. Spike Lee – 95% Rotten Tomatoes – Focus Features 
  7. Vice, dir. Adam McKay – Annapurna (derzeit noch nicht gezeigt) 
  8. If Beale Street Could Talk, dr. Barry Jenkins – 92% Rotten Tomatoes – Annapurna 
  9. Black Panther, dir. Ryan Coogler –  97% Rotten Tomatoes – Marvel / Disney
  10. Widows, dir. Steve McQueen – 93% Rotten Tomatoes – 20th Century Fox

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  1. Can You Ever Forgive Me? dir. Marielle Heller – 100% Rotten Tomatoes – Fox Searchlight 
  2. Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt) 
  3. The Front Runner, dir. Jason Reitman – 62% Rotten Tomatoes 
  4. Boy Erased, dir. Joel Edgerton – 86% Rotten Tomatoes – Focus Features 
  5. Stan and Ollie, dir. Jon S. Baird  – Sony Pictures Classics (derzeit noch nicht gezeigt) 
  6. Leave No Trace, dir. Debra Granik – 100% Rotten Tomatoes – Bleecker Street
  7. Disobedience, dir. Sebastian Lelio – 85% Rotten Tomatoes – Bleecker Street

 

Best Director 

  1. Alfonso Cuarón (ROMA)
  2. Spike Lee (BlacKkKlansman)
  3. Damien Chazelle (First Man)
  4. Adam McKay (Vice) – derzeit noch nicht gezeigt
  5. Bradley Cooper (A Star is Born) 

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  1. Peter Farelly (Green Book) 
  2. Yorgos Lanthimos (The Favourite)
  3. Marielle Heller (Can You Ever Forgive Me?) 
  4. Ryan Coogler (Black Panther)
  5. Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk)
  6. Jason Reitman (The Front Runner) 
  7. Debra Granik (Leave No Trace)

 

Best Actor 

  1. Viggo Mortensen (Green Book)
  2. Bradley Cooper (A Star is Born)
  3. Christian Bale (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  4. John David Washington (BlacKkKlansman)
  5. Ryan Gosling (First Man)

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  1. Rami Malek (Bohemian Rhapsody) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  2. Willem Dafoe (At Eternity´s Gate)
  3. Lucas Hedges (Boy Erased) 
  4. Mahershala Ali (Green Book) – wahrscheinlicher eher als Nebendarsteleller
  5. Ethan Hawke (First Reformed)
  6. Hugh Jackman (The Front Runner)
  7. John C. Reilly (Stan and Ollie) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  8. Steve Coogan (Stan and Ollie) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  9. John C. Reilly (The Sisters Brother) 
  10. Ben Foster (Leave No Trace) Könnte auch als Bester Nebendarsteller auftauchen.
  11. Lucas Hedges (Ben is Back) 
  12. Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)
  13. Joaquin Phoenix (The Sisters Brother) 
  14. Steve Carell (Beautiful Boy) 
  15. Robert Redford (The Old Man & the Gun) 
  16. Chadwick Boseman (Black Panther) 

 

Best Actress

  1. Melissa McCarthy (Can You Ever Forgive Me?)
  2. Olivia Colman (The Favourite) – ich habe sie derzeit noch in beiden Kategorien gelistet, auch wenn ich sie lieber in der Kategorie Beste Nebendarstellerin sehen würde
  3. Yalitza Aparicio (ROMA) 
  4. Lady Gaga (A Star is Born)
  5. Glenn Close (The Wife)

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  1. Saoirse Ronan (Mary Queen of Scots) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  2. Viola Davis (Widows) 
  3. Emma Stone (The Favourite) könnte auch als Beste Nebendarstellerin geführt werden
  4. Toni Collette (Hereditary)
  5. Thomasin McKenzie (Leave No Trace)
  6. Emily Blunt (Mary Poppins Returns) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  7. Nicole Kidman (Destroyer)
  8. Rachel Weisz (Disobedience) 
  9. Julia Roberts (Ben is Back)
  10. Michelle Pfeiffer (Where is Kyra?) 

 

Bester Nebendarsteller

  1. Sam Elliot (A Star is Born)
  2. Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)
  3. Timothée Chalamet (Beautiful Boy)
  4. Sam Rockwell (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt
  5. Adam Driver (BlacKkKlansman)

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  1. Mahershala Ali (Green Book)
  2. Daniel Kaluuya (Widows)
  3. Russell Crowe (Boy Erased)
  4. Nicholas Hoult (The Favourite)
  5. Lin-Manuel Miranda (Mary Poppins Returns) Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt. 
  6. Ben Foster (Leave No Trace) Könnte auch in der Kategorie Bester Hauptdarsteller geführt werden. 
  7. Jason Clarke (First Man) 
  8. Joel Edgerton (Boy Erased) 

 

Beste Nebendarstellerin: 

  1. Claire Foy (First Man) 
  2. Olivia Colman (The Favourite) – Sollte sie in Kategorie Beste Nebendarstellerin geführt werden, gewinnt sie den Oscar. Den Gerüchten zufolge bekommt sie aber eine Kampagne als Hauptdarstellerin 
  3. Amy Adams (Vice) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt.
  4. Emma Stone (The Favourite) Könnte auch in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin geführt werden 
  5. Marina de Tavira (ROMA) 

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  1. Regina King (If Beale Street Could Talk)
  2. Elizabeth Debicki (Widows)
  3. Rachel Weisz (The Favourite)
  4. Nicole Kidman (Boy Erased)
  5. Natalie Portman (Vox Lux)
  6. Margot Robbie (Mary Queen of Scots) – Der Film wurde bislang noch nicht gezeigt
  7. Rachel McAdams (Disobedience)
  8. Linda Cardellini (Green Book)
  9. Meryl Streep (? – Mary Poppins Returns) 

 

Trailer meines Oscar-Gewinner-Films (Stand 23.09.18)

 

Hier meine Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom November 2018

VOD – Film: „Deliverance“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Deliverance“ (dt. Filmtitel: Beim Sterben ist jeder der Erste“, dt. Alternativtitel: „Flussfahrt“, der westdeutsche Kinostart war der 10.10.1972)  109 min   thriller, drama, adaptation 

dir. John Boorman  cast: Jon Voight, Burt Reynolds, Ned Beatty, Ronny Cox, Billy Redden, Bill McKinney, James Dickey, Macon McCalman

 

Die vier Freunde aus Atlanta Ed (Jon Voight), Lewis (Burt Reynolds), Bobby (Ned Beatty) und Drew (Ronny Cox) begeben sich für das Wochenende auf eine Kanutour. In der abgelegenen Wildnis treffen die Großstädter  irgendwann auf zwei bewaffnete Hinterwäldler…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Deliverance“ basiert auf James Dickeys gleichnamigen Roman. Bei diesem Film aus dem Jahr 1972 hat der englische Filmemacher John Boorman („Excalibur“, „Hope and Glory“) Regie geführt.

Als der amerikanische Schauspieler Burt Reynolds kürzlich verstarb, ist mir – außer Paul Thomas Andersons „Boogie Nights“ – kein Film eingefallen, in dem er mitspielte. Burt Reynolds war in den 1970er Jahren ein Superstar, so habe ich es mir sagen lassen. Als bester Film, in dem er spielte, wurde mir wiederholt „Deliverance“ genannt. Dieser Film wurde für drei Oscars nominiert und Burt Reynolds wurde damit quasi über Nacht zum Star. Grund genug, mir diesen Film anzuschauen. 

„Deliverance“ ist eine Charakterstudie und ein spannender Thriller zugleich. Der Regisseur nimmt sich Zeit, den Zuschauer mit den Charakteren und der Situation, in der sie sich befinden, vertraut zu machen. Nach gut vierzig Minuten geraten zwei der Protagonisten in eine ziemlich brenzlige Lage, dann nimmt der Film seinen spannenden Lauf. John Boorman hat mit „Deliverance“ nicht nur einen hervorragenden Film inszeniert, er äußert über den Rahmen der Geschichte auch seine Gesellschafts- und Zivilisationskritik. 

Der Romanautor James Dickey, der während der Dreharbeiten mit dem Regisseur in einen einen heftigen Streit geriet, ist am Ende des Films in einem Cameo-Auftritt als Sheriff zu sehen.  

„Deliverance“ war im Jahr 1973 für drei Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bester Schnitt) nominiert, hat aber gegen den erfolgreichsten Film des Jahres 1972, Francis Ford Coppolas „The Godfather“, verloren.

„Deliverance“ ist am 30.7.1972 landesweit in den U.S.A. gestartet. In Westdeutschland war der Film seit dem 10.10.1972 zu sehen. Den Film kann man in Deutschland als Leih- oder Kaufvideo über sämtliche Portale erhalten. 

 

Der sehr seltsame Trailer (mit dem Banjo-Gedudel, das einzig mit der Handlung einen Sinn ergibt) zu sehen: 

VOD – Film: „First Reformed“

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„First Reformed“  113 min  drama 

dir. Paul Schrader  cast: Ethan Hawke, Amanda Seyfried, Cedric („the Entertainer“) Kyles, Victoria Hill, Michael Gaston

 

Ernst Toller (Ethan Hawke) ist der 46-jähriger Pastor (Ethan Hawke) eines kleinen, bald zweihundertfünfzig Jahre alten Gotteshauses in einer Kleinstadt im Bundesstaat New York. Seine kleine Kirche nennt er „Souvenirshop“, da sich mehr Touristen dorthin verirren als Gläubige. Er ist einsam, schwer krank und auch kommen ihm Zweifel an seinem Glauben. Für ein Jahr will er jetzt ein handschriftliches Tagebuch führen und darin seine Gedanken dokumentieren. Mary (Amanda Seyfried), ein Mitglied seiner Gemeinde, bittet Reverend Toller mit ihrem Ehemann zu sprechen. Sie ist schwanger und ihr Mann leidet unter Depressionen, er ist ein Umweltaktivist und möchte kein Kind in diese Welt setzen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „First Reformed“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „City Hall“) und Filmemachers („American Gigolo“, „Cat People“, „Affliction“) Paul Schrader. 

Nicht so einfach, diesen Film zu bewerten. Visuell hat mich der Film hundertprozentig angesprochen. Ich liebe die dunkle, schnörkellose Bildsprache, dieses Reduzierte, den minimale Einsatz von Filmmusik und Umgebungsgeräuschen und die Ruhe-vor-dem-Sturm-Atmosphäre. Als der Film dann plötzlich endete, war ich irritiert, etwas enttäuscht, völlig leer und hatte nicht mal den Ansatz einer Bewertung für den Film im Kopf. Nun gilt dieser Film als einer der besten amerikanischen Indies in diesem Jahr (2018), also blieb mir nichts anderes übrig, als ihm eine zweite Chance zu geben.

Paul Schrader hat in einem Interview angegeben, dass er erst im Schneideraum festgestellt hat, wie viel Ähnlichkeiten „First Reformed“ mit „Taxi Driver“, für den er seinerzeit das Drehbuch schrieb, hat. Ein Grund, mich vor meiner zweiten Sichtung, mal wieder, Scorseses Meisterwerk zu widmen. Und tatsächlich, die beiden Filme haben einige Gemeinsamkeiten.

„First Reformed“ ist einer dieser Film, der besser wird, umso öfter man ihn schaut. Visuell fand ich ihn gleich großartig, mit dem Protagonisten, einem einsamen Priester, der mit seinem Schicksal und seinem Glauben hadert, dem die Umweltverschmutzung- und zerstörung zunehmend zusetzt, konnte ich erst mal nicht so viel anfangen und dann das Ende, das man unterschiedlich deuten kann. Bei mir ist der Knoten erst mit der zweiten Sichtung, und vielleicht auch mit Hilfe von „Taxi Driver“, geplatzt und jetzt kann auch ich behaupten, in „First Reformed“ einen ziemlich guten Film gesehen zu haben. 

„First Reformed“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ethan Hawke), Beste Nebendarstellerin (Amanda Seyfried), Bestes Originaldrehbuch 

Dieser A24-Film wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 18.05.18 in vier Kinos gestartet. Der Film ist später in nicht mehr als 334 Kinos landesweit gelaufen. Als Kaufvideo und als Leihvideo ist er seit dem 21.08.18 bei iTunes (U.S.) erhältlich. Bislang ist noch kein Kinostart in Deutschland bekannt. 

Trailer zu sehen: 

Netflix – Film: „Sunday´s Illness“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Sunday´s Illness“ (Originaltitel: „La enfermedad del domingo“, in D. seit dem 15.06.18 auf Netflix zu sehen)  113 min   drama, thriller

dir. Ramón Salazar   cast: Susi Sánchez, Bárbara Lennie, Richard Bohringer, David Kammenos, Miguel Ángel Solá

 

Anabel (Susi Sánchez) ist eine ältere Dame der besseren Gesellschaft. Nach einem Empfang in ihrer Villa trifft sie auf eine Frau (Bárbara Lennie), die als Servicekraft engagiert ist. Sie weiß sofort, dass es sich bei dieser Frau um ihre Tochter Chiara handelt. Vor über 30 Jahren ist Anabel aus Chiaras Leben verschwunden, damals war ihre Tochter acht Jahre alt. Jetzt wird sie mit dem ungewöhnlichen Wunsch ihre Tochter konfrontiert, mit ihr zehn Tage allein in einem entlegenen Haus in den Bergen zu verbringen. Was hat die Tochter vor…?  

 

A (Wertung von A bis F) „Sunday´s Illness“ ist der neue Film des spanischen Drehbuchautors und Filmemachers Ramón Salazar („Stones“, „20 Centimetros“). 

Anmerkung: Diesen Film habe ich bereits vor drei Monaten gesehen. Meinen damaligen Beitrag hatte ich aber völlig vergessen, zu veröffentlichen. Da die Möglichkeit besteht, dass dieser Film am Ende des Jahres in meiner Top Ten landen könnte, hole ich es jetzt nach:

Allein wäre ich wahrscheinlich nie auf diesen Film gestossen, dankenswerterweise habe ich aber kürzlich gelesen, dass dieser Film und der Indie-Horror-Film Hereditary, den ich vorletzte Woche sah, in gewisser Weise seelenverwandt sein könnten. Mein Interesse war geweckt. Auch in dem Film des spanischen Autors und Regisseurs geht es um Schuldgefühle und die Wurzeln eines Menschen. „Sunday´s Illness“ ist ein Psychodrama/Thriller. Wie man einer Bewertung entnehmen kann, hat mir dieser Film deutlich besser als „Hereditary“ gefallen. 

Wann weiß man eigentlich, dass man einen Film liebt? Bei meiner ersten Sichtung von No Country For Old Men Ende 2007 in einem Kino in Dallas wusste ich es mit der ersten Einstellung. Bei diesem Film, den ich leider nur auf Netflix gesehen habe, wusste ich es, als Anabel so sonderbar zu tanzen beginnt.  Den The Mamas & The Papas´Song „Dream A Little Dream of Me“ werde ich wohl fortan immer mit diesem Film und Anabels Bewegungen verbinden. Etwas später kommt es zu einer weiteren Tanzszene, die mit einem eigentlich abgedroschenen Song unterlegt ist und doch vielleicht gerade deshalb so großartig ist. Es sind aber auch die Kontraste der Figuren, die einzelnen Schichten des Films und wie der spanische Filmemacher diese ganz selbstbewusst zu inszenieren weiß, die mich fasziniert haben.

Ich habe mir den Film innerhalb von wenigen Tagen zwei Mal angeschaut und habe komischerweise am Ende zwei unterschiedliche Filme gesehen. Beide Filmerlebnisse waren intensiv, während ich bei der ersten Sichtung jedoch, von der Ungewissheit geleitet, eher einen Thriller sah, habe ich bei der zweiten definitiv ein Drama gesehen und zwar eines, das mich tief berührte. Die Tränen konnte ich jedoch bereits beim ersten Mal nicht zurückhalten. Der Film strahlt zugleich Ruhe, Traurigkeit und Exzentrik aus, bei meiner ersten Betrachtung des Films kam die Anspannung dazu, da ich nicht ahnte, wohin mich die Geschichte eigentlich führt. Der Regisseur nimmt sich viel Zeit für seine Erzählung und seine Figuren. Beide Frauen sind eigen und besonders, die Schauspielerinnen sind fabelhaft. Ich liebe die minutenlange Rodelfahrt und hätte diesen Film wahnsinnig gerne im Kino gesehen. 

„Sunday´s Illness“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„Sunday´s Illness“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Der Film ist seit dem 15.06.18 über Netflix abrufbar. Ich habe den Film in der spanisch/ französischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

TV-Serie: „Sharp Objects“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„Sharp Objects“ (in D. seit dem 31.08.18 episodenweise über VOD-Portale zu sehen, ab dem 26.10.18 die komplette Miniserie)  8 x approx. 55 min  drama, crime 

dir. Jean-Marc Vallée  cast: Amy Adams, Patricia Clarkson, Chris Messina, Elizabeth Perkins, Eliza Scanlen, Miguel Sandoval

 

Camille Preaker (Amy Adams) lebt in St. Louis, Missouri. Sie arbeitet als Zeitungsreporterin und wurde erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen. Camille ist alkoholkrank und leidet unter einem suchtartigen Ritzverhalten. Der Grund dafür dürfte in ihrer Kindheit liegen. Jetzt kehrt sie erstmalig nach längerer Zeit in ihre Heimatstadt Wind Gap, Missouri zurück. Ihr Chefredakteur (Miguel Sandoval) hat sie beauftragt, eine Story über einen Mordfall in ihrer alten Heimat zu schreiben. Im letzten Sommer wurde in der Kleinstadt ein 13-jähriges Mädchen getötet. Jetzt wird eine 14-Jährige vermisst. Camille hat den Auftrag nur widerwillig angenommen. Zu ihrer Mutter Adora (Patricia Clarkson), einer wohlhabenden Unternehmerin in dem Kaff, hat sie nicht gerade ein herzliches Verhältnis. Dafür bekommt sie jedoch die Gelegenheit, ihre 13-jährige Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) näher kennenzulernen… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sharp Objects“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn („Gone Girl“). Dies war der Debütroman der Bestsellerautorin. Serienschöpferin ist die amerikanische Drehbuchautorin und Fernsehproduzentin Marti Noxon („Buffy the Vampire Slayer“, „UnREAL“). Bei allen Episoden dieses Mehrteiler hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club, Wild, TV-Serie „Big Little Lies“) Regie geführt. 

 „Sharp Objects“ ist eine atmosphärische Südstaaten-Serie, bei der ich mir, aufgrund der Talente, die an diesem Projekt beteiligt sind, wesentlich mehr versprochen habe. 

Um eines gleich vorweg zu nehmen, hier war mir, im Gegensatz zu Gillian Flynns „Gone Girl“, die Romanvorlage nicht bekannt. Dieser achtteilige Mehrteiler wirkt gestreckt, stellenweise sehr zäh und lebt von Rückblenden. Die Geschichte hätte man auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. „Sharp Objects“ würde ich als Charakterdrama definieren, bei dem die Mordermittlungen den Handlungsrahmen bilden. Ähnlich wie bei der Mini-Serie Patrick Melrose, die ich kürzlich sah, fehlt mir auch hier ein Sympathieträger. In diesem fiktiven Südstaaten-Kaff scheinen sich die Leute auch fürchterlich zu langweilen, mit ihrem Leben nicht klarzukommen und dann auf dumme Gedanken zu kommen. Durch die Bank sind alle Frauencharaktere mindestens psychisch angeschlagen, wenn nicht sogar krank, schlucken Hochprozentiges, nehmen Drogen und auch ist für die eine oder andere Lady aus Wind Gap das Thema Sex belastend kompliziert.

Manchmal wirkt das Gezeigte wie aus einem anderen Jahrzehnt. Vielleicht ist man schon übersensibilisiert, aber die schwarze Haushälterin die bei der wohlhabenden, weißen Dame in dem stattlichen Herrenhaus arbeitet, wirkt in der heutigen Zeit deplatziert. Dann in Episode 5 („Closer“) diese eigenartige Tradition des Calhoun Days, einem Südstaaten-Feiertag (der in der Realität nicht existiert) mit einem, für heutige Verhältnisse thematisch haarsträubenden Theaterstück im Zentrum. Aber auch sonst könnte der Mehrteiler manchmal in einem anderen Jahrzehnt angesiedelt sein, wenn man die drei Mädchen nimmt, die permanent auf Rollschuhen (nicht Rollerblades bzw. Inliners) fahren oder die, nicht nur anlässlich dieser seltsamen Feierlichkeit, manchmal aus der Zeit gefallenen Garderobe.

Es gibt natürlich bei jeder Serie immer etwas was einem gefällt. Hier konnte mich die Erzählung nicht wirklich überzeugen, dafür aber die atmosphärische Inszenierung. Ich hatte irgendwann förmlich das Gefühl, jeden Winkel dieses fiktiven Kaffs Wind Gap zu kennen, die Wärme zu spüren, den Whiskey zu riechen. Adoras herrschaftliches Anwesen entspricht ziemlich genau meiner Vorstellung von einer perfekten Südstaaten-Residenz. Als das Herrenhaus in den letzten beiden Episoden („Falling“ und „Milk“) auch noch traumhaft ausgeleuchtet wurde, verspürte ich direkt das Bedürfnis, meinen Koffer zu packen und durch die amerikanischen Südstaaten zu reisen. Auch wenn ich dabei dieses pittoreske, viktorianische Herrenhaus vergeblich suchen würde, steht es doch, so habe ich herausgefunden, in Redwood Valley, Kalifornien. Selbstverständlich mochte ich auch die Besetzung. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich enge Familienangehörige in Filmen und Serien optisch ähneln. Patricia Clarkson und Amy Adams und Eliza Scanlen könnten tatsächlich verwandt sein, auch passt Sophia Lillis als Teenager-Ausgabe von Amy Adams Charakter Camille perfekt. 

Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Tatverdächtige, was die gänzliche Auflösung der Kriminalfälle angeht, muss man sich tatsächlich gedulden bis der Abspann der finalen Episode („Milk“) zu Ende ist. Und daraus könnte man dann natürlich weitere Geschichten spinnen.

Für die acht Episoden der Serie gibt es keine eigene Filmmusik, hier handelt es sich um einen diegetischen Soundtrack, Es gibt über 150 Musikstücke, die passend zu den Charakteren gewählt wurden. Es soll vermittelt werden, als hätten sie die Musik selbst ausgewählt und auf den CD-Playern, iPods, Plattenspielern, Kassettenrekordern, etc. abgespielt.

Lieblingsszene: keine spezielle, aber ich mochte alle Szenen zwischen Amy Adams Camille und Chris Messinas Detective Richard Willis, aber auch die Szenen mit Camille und John Keene (gespielt von Taylor John Smith) 

Lieblingsfolge: keine 

Für mich blieben am Ende ein paar Fragen offen (SPOILER-Warnung, auch wenn ich mich sehr vage halte: 

  • Camille ist auch auf dem Rücken geritzt, wie soll sie sich diese Verletzungen selbst beigebracht haben?
  • Wer ist Camilles Vater? (ihr Chefredakteur ist eine Art Vaterfigur und auch hier fehlt mir etwas Erklärung, wie sich das entwickelt hat) 
  • Was ist das eigentliche Motiv des Mörders (siehe hierzu unbedingt den Abspann der finalen Episode) 
  • Es gibt hier einen Mann (den ich nicht näher benennen möchte), der etwas wissen muss, aber was genau? Was genau spielt er für eine Rolle in den Kriminalfällen?

SPOILER-Warnung zu Ende

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Camille ist in Wind Gap geboren und aufgewachsen. Sie ist die Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson), Camilles Vater ist (dem Zuschauer) nicht bekannt. Sie hat mit Alan (gespielt von Henry Czerny) einen Stiefvater und mit Amma (gespielt von Eliza Scanlen) eine 13-jährige Halbschwester. Ihre andere jüngere Halbschwester, Marian, ist gestorben, als Camille selbst noch ein Teenager war. Camille leidet unter ihre kaltherzigen Mutter und hat kaum Kontakt zu ihr. Heute arbeitet Camille als Kriminalreporterin in St. Louis, ihr Chefredakteur schickt sie in ihre Heimatstadt, um einen Artikel über einen Mordfall an einer Teenagerin und das Verschwinden einer weiteren Teenagerin in Wind Gap zu schreiben. Camille ist alkoholkrank und ihr Körper ist übersäht von Narben, die sie sich durchs Ritzen selbst beigebracht hat. Der Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Kindheit. Sie war deswegen auch bereits in der Psychiatrie. Gespielt wird Camille von der wunderbaren amerikanischen Schauspielerin Amy Adams. Ihr Spielfilmdebüt gab die sympathische Schauspielerin im Jahr 1999 in dem Film „Drop Dead Gorgeous“. Allgemein bekannt wurde sie durch die Disney-Musical-RomCom „Enchanted“. Neulich habe ich sie erst wieder mal neben Leonardo DiCaprio in Spielbergs „Catch Me If You Can“ gesehen. Für „Junebug“, Doubt, The Fighter, The Master und American Hustle hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre Performance in „Sharp Objects“ ist sie für eine Emmy-Nominierung im nächsten Jahr (2019) im Gespräch. 

Adora ist die Mutter von Camille (gespielt von Amy Adams). Die beiden haben kein gutes Verhältnis. Sie ist eine angesehene Unternehmerin in Wind Gap und sehr wohlhabend. Adora ist mit Alan (gespielt von Henry Czerny) verheiratet, sie haben zusammen die 13-Jährige Amma (gespielt von Eliza Scanlen) und auch die verstorbene Marian war ihre gemeinsame Tochter. Gespielt wird Adora von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Clarkson. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in Brian De Palmas „The Untouchables“. Seither hat sie in unzähligen Spielfilmen („The Green Mile“, „Far from Heaven“, „The Station Agent“, „Good Night, and Good Luck“) mitgespielt. Außerdem hat sie in einigen TV-Formaten („Murder One“, „Frasier“) mitgewirkt. Für ihre Performance in „Pieces of April“ wurde sie für den Oscar nominiert, einen Emmy hat sie für ihre Gastrolle in der TV-Serie „Six Feet Under“ gewonnen. Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „The Elephant Man“ erhalten. 

Amma ist die 13-jährige Halbschwester von Camille (gespielt von Amy Adams) und Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson). Sie gibt ihrer Mutter gegenüber vor, die anständige, brave Tochter zu sein, kleidet und gibt sich jedoch außerhalb des Hauses ganz anders. Sie hängt ständig mit ihren beiden Freundinnen Kelsey und Jodes (gespielt von den Geschwistern Violet Brinson und April Brinson) rum, meist ist das Dreiergespann auf Rollschuhen unterwegs. Amma wird von der australischen Schauspielerin Eliza Scanlan gespielt. Sie hatte in einer australischen Soap Opera mitgespielt, „Sharp Objects“ ist aber ihr erster Auftritt in einer amerikanischen Produktion. 

Detective Richard Willis unterstützt den örtlichen Polizeichef von Wind Gap, Bill Vickery (gespielt von Matt Craven) bei der Aufklärung des Mordes an der 13-jährigen Teenagerin. Richard kommt aus Kansas City und von Camille (gespielt von Amy Adams) erhofft er sich paar Insider-Informationen über die Kleinstadt und ihre Bewohner. Richard ist für mich der einzige in der Serie mit dem man sich als Zuschauer irgendwo identifizieren kann. Gespielt wird Richard Willis von dem amerikanischen Schauspieler Chris Messina. Er ist aus zahlreichen TV-Serien („Six Feet Under“, „Damages“, „The Newsroom“und Filmen (Ruby Sparks, Argo, Live by Night) bekannt. Amy Adams und Chris Messina haben bereits in Julie & Julia miteinander vor der Kamera gestanden.

„Sharp Objects“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen (allerdings – aufgrund der späten Ausstrahlung im Juli/August 2018 – erst für das kommende Jahr (2019), darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson, Eliza Scanlen)

„Sharp Objects“ wurde v. 8.7.18 – 26.8.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland wurde der Mehrteiler parallel zur US-Austrahlung bei Sky zur Verfügung gestellt. Seit dem 31.08.18 ist „Sharp Objects“ episodenweise und im Wochenrhythmus bei folgenden Anbietern als digitaler Download, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, verfügbar: Amazon, Deutsche Telekom, Google Play, iTunes, Maxdome, Sony Playstation und Xbox. Die komplette Miniserie wird am 26. Oktober 2018 verfügbar sein.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen: