Chicago – Film: „The Edge of Seventeen“

Ich war am 22.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Edge of Seventeen“ 102 min comedy, drama
dir. Kelly Fremon Craig cast: Hailee Steinfeld, Woody Harrelson, Kyra Sedgwick, Blake Jenner, Haley Lu Richardson

 
Nadine (Hailee Steinfeld) ist 17 Jahren und hat es gerade ziemlich schwer. Als sie 13 Jahre alt war, ist ihr geliebter Vater gestorben seither lebt sie mit ihrer nervigen Mutter (Kyra Sedgwick) und ihrem verhassten Bruder Darian (Blake Jenner) zusammen. Jetzt fängt ihre beste – und einzige – Freundin Krista (Haley Lu Richardson) auch noch was mit ihrem Bruder an. Na bravo! Da bleibt nur noch, ihren Lehrer (Woody Harrelson) mal wieder richtig zuzutexten, nur der stellt sich leider auch nicht auf ihre Seite…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Edge of Seventeen“ ist das Regiedebüt der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Kelly Fremon Craig.

Es gibt zugegebenermassen viele Coming-of-Age-Filme, „The Edge of Seventeen“ ist aber als einer der Besten hervorzuheben. Der Film ist sehr smart, von dem trockenen Wortwitz und seiner überragenden Protagonistin kann er sich durchaus mit Jason Reitmans Juno messen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016 landet.

Der Chemie zwischen Woody Harrelson und Hailee Steinfeld ist es zu verdanken, dass insbesondere die Szenen zwischen ihren beiden Charakteren brüllend komisch sind.

 
Hailee Steinfeld gab ihr Spielfilmdebüt in dem Coen Bros.-Film True Grit. Für diese Performance wurde sie prompt für den Oscar nominiert. Ein paar Jahre später habe ich sie dann in John Carneys Begin Again gesehen. Dort fand ich sie trampelig und war nicht mehr so begeistert von ihr. „The Edge of Seventeen“ ist der dritte Film in dem ich sie sehe und jetzt bin ich hundertprozentig sicher, dass ihr eine große Karriere bevorsteht. Nadine ist ein neurotischer, unsicherer Teenager, der denkt, dass sich die ganze Welt um sie drehen müsste. Sie hält sich für sehr smart und glaubt, dass sie nur von Idioten umgeben ist. Hailee Steinfeld verschwindet hinter ihrem Charakter. Für mich ist das ganz klar eine Oscar-Performance, schade, dass der Film so wenig Aufmerksamkeit erhält. Was Hailee Steinfelds Karriere angeht, habe ich am Anfang des Films noch Probleme mit ihrem Äußeren gehabt und habe ihre Zukunft eher als Charakterschauspielerin gesehen, je mehr ich sie jedoch beobachten konnte, desto mehr hat sie mich mit ihrer Präsenz, ihrer Ausstrahlung und ihrem Charme um den Finger gewickelt. Am Ende des Films fand ich sie sogar sehr hübsch und jetzt denke ich, dass sie sogar das Zeug zum Filmstar hat.

 
Erwin (gespielt von Hayden Szeto) ist entzückend, auch mal schön einen so ganz anderen asiatischen Charakter zu sehen.

„The Edge of Seventeen“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Hauptdarstellerin (Hailee Steinfeld), Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson)

„The Edge of Seventeen“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 18.11.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 
Trailer zu sehen:

Der Red Band Trailer zu sehen:

 
Woody Harrelson und Hailee Steinfeld brechen bei den Dreharbeiten vor Lachen zusammen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman und ja, leider Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Bye Bye Man„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Space Between Us„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Sci-Fi-Teenager-Romanze
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „‚Fist Fight„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie mit Ice Cube, Charlie Day und Tracey Morgan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "The Edge of Seventeen"
amerikanisches Filmplakat von „The Edge of Seventeen“

 

Chicago – Film: „Loving“

Ich war am 22.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Loving“ (dt. Kinostart: 02.02.17) 123 min biopic, drama
dir. Jeff Nichols cast: Joel Edgerton, Ruth Negga, Michael Shannon, Nick Kroll, Bill Camp

 

 

Im Jahr 1958 in Virginia. Als Richard Loving (Joel Edgerton) erfährt, dass seine afroamerikanische Freundin Mildred (Ruth Negga) schwanger ist, kauft er ein Grundstück auf dem Land, will ein Haus bauen und macht ihr einen Heiratsantrag. Sogenannte „Mischehen“ sind jedoch in Virginia untersagt und so fahren sie nach Washington, um zu heiraten. Aber auch mit Heiratsurkunde droht ihnen nach ihrer Rückkehr eine Gefängnisstrafe, wenn sie weiterhin zusammenleben. Die Lovings müssen ihre Freunde und Familie zurücklassen, um in einem anderen Bundesstaat ein gemeinsames neues Leben aufzubauen.…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Loving“ basiert auf einer wahren Geschichte, die im Jahr 1967 zu einer Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten geführt hat. Fortan waren „gemischtrassige“ Ehen zwischen weißen und nichtweißen Partnern nicht länger verboten. Der Film ist nach „Shotgun Stories“, Take Shelter, Mud, Midnight Special erst der fünfte Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Jeff Nichols.

Gut, wenn ein Film sehr wahrscheinlich für den Oscar nominiert wird (und ihm sogar durchaus Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt werden), sehe ich ihn natürlich mit anderen Augen. Meine Erwartung konnte „Loving“ nicht erfüllen. Die Lovings waren einfache Leute, die sich geliebt haben und nicht verstanden haben, warum sie nicht zusammenleben durften. Die Öffentlichkeit haben sie mit ihrem Fall, der rückblickend ein bedeutendes Ereignis in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung war, nie gesucht. Jeff Nichols erzählt diese Geschichte der Lovings. Mir gefiel der Schluss, der Weg dahin war etwas zäh. Eigentlich müsste ein Film mit diesem wichtigen Thema, eine solche Liebesgeschichte, richtig berühren, nahe gehen – das hat er mich aber nicht und daher kann ich ihn auch nicht positiver bewerten.

Auch verstehe ich das ganze Gewese um die Performance von Ruth Negga nicht. Ich würde sie nicht mal in den engeren Kreis der Nominierten sehen. Es ist sicherlich schwer, einen introvertierten Charakter zu spielen, aber ich habe kaum eine Empfindung ihrer Figur gespürt. Sie hat nicht die Gabe einer Sandra Hüller (in Toni Erdmann), eines Casey Afflecks in Manchester by the Sea oder einer Lily Gladstone in Certain Women. Wenn eine schauspielerische Leistung aus „Loving“ für den Oscar nominiert werden sollte, dann ist es Joel Edgertons. Naja und Michael Shannons, der gehört generell für den Oscar nominiert.

 
„Loving“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joel Edgerton), Beste Hauptdarstellerin (Ruth Negga), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Loving“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 4.11.16 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Derzeit läuft er landesweit in 446 Kinos. Ab dem 02.02.17 wird „Loving“ in den deutschen Kinos zu sehen sein.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt. Update: ich muss ihn wohl gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Dog´s Purpose„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film. Hunde-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Oscar-Film!!!!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: B (neuer, alter Trailer)
Kommentar: Damien Chazelles neuer Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!!!!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanischer Aufsteller von Film "Loving"
amerikanischer Aufsteller von Film „Loving“

 

Oscar-Gewinner 2017, meine November-Prognose

Heute ist der 30.11.16 und an dieser Stelle hätte ich gerne den Gastgeber der 89. Oscar-Verleihung verkündet, jedoch ist dieser immer noch nicht bekannt. Seitdem ich mich mit den Oscars beschäftige, kann ich mich nicht erinnern, dass AMPAS sich so lange Zeit gelassen hat, den Moderator der Oscar-Verleihung preiszugeben. Was ist der Hintergrund? Dazu kann ich nur spekulieren. Kurz vor dem Ausgang des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes wurde bekanntgegeben, dass die Oscar-Show erstmalig von Michael De Luca und Jennifer Todd produziert wird. Michael De Lucca wurde als Produzent 3x für den Oscar nominiert („The Social Network“, „Moneyball“ und „Captain Phillips“). Jennifer Todd hat Filme wie „Memento“, „Alice in Wonderland“ und die „Austin Powers“-Filme produziert. Sie ist Präsidentin von Ben Afflecks und Matt Damons Produktionsfirma Pearl Street Films und erst die zweite Frau, der der Ehre zuteil wird, die Oscar-Show zu produzieren. Dann hat die U.S.A. einen neuen Präsidenten gewählt. Der Schock über Donald Trump als neu gewähltes Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika saß und sitzt bei der einen Hälfte der U.S.A., insbesondere im liberalen Hollywood, tief. AMPAS hat sicherlich einige potenzielle Oscar-Moderatoren in petto und steht derzeit offensichtlich noch in Verhandlungen. Vielleicht warten sie aber auch auf das Ergebnis der Neuauszählung der drei Swing States – ich weiß es nicht.

 
Wer soll also in solchen Zeiten die Oscars moderieren? Für mich gibt es drei Wunschkandidaten:

  1. der EMMY-Gewinner und Brite John Oliver (der das „gute Amerika“ – und mich – mit seiner HBO-Polit-Show “Last Week Tonight with John Oliver“ mit so viel Humor durch die unsägliche Zeit des Präsidentschaftswahlkampfes (und danach) geführt hat oder

  2. der Amerikaner Bill Maher (der auch immer da ist, wenn man ihn braucht, bekannt durch seine HBO-Polit-Show „Real Time with Bill Maher) oder

  3.  Barack Obama. Ja, gut hört sich erst mal etwas illusorisch an, aber: die Oscar-Verleihung ist DIE im TV übertragene (mit kleiner Zeitversetzung) LIVE-Prestige-Show und sie findet in den U.S.A. statt, wo kürzlich ein stets pöpelnder und eitler TV-Star ohne jegliche Politikerfahrung zum POTUS gewählt wurde – Nichts ist unmöglich. Hollywood liebt Barack Obama, Ende Februar ist er nicht mehr länger amtierender U.S. Präsident. Mittlerweile wurde bekannt, dass er und seine Familie nach seiner Amtszeit nach Kalifornien ziehen und so könnte er sich doch gebührend verabschieden. (Schließlich kam er auch noch Deutschland, um sich zu verabschieden). Ich bin sicher, dass er die richtigen Worte finden würde und für AMPAS würde das die höchsten Einschaltquoten aller Zeiten garantieren.

Also weiter warten, ich schätze, dass AMPAS in den nächsten Tagen ihren Oscar-Host verkündet. Update: Am 05.12.16 ist bekanntgegeben worden, dass ABCs Late Night Moderator Jimmy Kimmel der Gastgeber der 89. Academy Awards am 26.02.17 sein wird.

 

 

Zu meiner Oscar-Gewinner-Prognose:

 
In meiner September-Prognose hatte ich bereits geschrieben, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahlen durchaus Auswirkungen auf die Oscars haben kann. Da ich etwas Vergleichbares noch nicht miterlebt habe, bin ich selbst gespannt.Der Schock über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen sitzt ähnlich tief wie nach dem 11. September 2001. Bei den darauffolgenden Oscars im Jahr 2002 wurde das Musical „Chicago“ als Bester Film ausgezeichnet. Zeichnet AMPAS einen Monat nachdem Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde dann auch einen leichten Film als besten Film des Jahres aus, bei dem man für 2 Stunden den Horror der Welt vergessen kann oder gewinnt – wie üblich – ein solides Drama mit vielleicht noch dazu einer politischen Botschaft? Vielleicht will AMPAS auch ein Zeichen setzen und ein Film über das Anderssein gewinnt gerade jetzt den Oscar? Es ist schwer, vorherzusagen – insbesondere so kurz nach der Wahl. So lange bleibe ich bei meiner September-Prognose, dem Eskapismus-Film „La La Land“.

 
In dem diesjährigen Oscar-Rennen gibt es eigentlich nur noch eine unbekannte Größe: Martin Scorseses „Silence“. Bevor der erste Trailer des Films im Internet zu sehen war, wurde er exklusiv vor Zemeckis „Allied“ gezeigt. Ich war, glaube ich, selten so aufgeregt, einen Trailer zu sehen. Martin Scorsese ist bei den Academy-Mitgliedern hochgeschätzt, den einzigen Scorsese-Film, den sie im letzten Jahrzehnt nicht als Besten Film nominiert haben, war „Shutter Island“. Vor ein paar Tagen gab es nun das erste Screening für das National Board of Review, gestern haben die ihre Bestenliste für 2016 veröffentlicht und „Silence“ ist unter den besten 10 Filmen gelandet. Die Tage erfolgen weitere Screenings aber nur für amerikanische Kritikergruppen, die demnächst ihre Bestenlisten herausbringen. Schließlich sollten die die Möglichkeit bekommen, Scorseses Film vorher noch zu sehen. Gestern feierte „Silence“ eine Art Weltpremiere vor rund 300 Priestern in Rom. Heute (30.11.16) soll der Film vor einem noch kleineren Kreis im Vatikan gezeigt werden. Wie jedes Jahr, wenn Martin Scorsese einen Film herausbringt, schafft er es tatsächlich noch gerade in der letzten Minute seinen Film fertigzustellen und zu zeigen. Morten Tyldums „Passenger“ ist der andere Film der noch nicht gezeigt wurde, es wird gemunkelt, dass er noch nicht ganz fertig ist. Ich denke aber dieser Sci-Fi-Film wird bei den Oscars eh nichts reißen, höchstens eine Oscar-Nominierung für Jennifer Lawrence. Die anderen Vielleicht-Oscar-Filme Patriot´s Day, Miss Sloane, Hidden Figures, Live By Night, The Founder wurden bereits gezeigt, aber stehen teilweise noch unter Embargo.

 

 

Denzel Washingtons „Fences“ wurde vor einiger Zeit erstmalig gezeigt. Der Film hat wohl das Potenzial als Oscar-Gewinner-Film und Denzel Washington hat tatsächlich Chancen, seinen dritten Oscar als Schauspieler zu gewinnen. Viola Davis hat sich entschlossen, sich für ihre Performance in „Fences“ in der Kategorie Beste Nebendarstellerin aufstellen zu lassen. Sie hat die Rolle in dem gleichnamigen Theaterstück bereits gespielt und wurde dafür mit einem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Warum hat sie sich nun dazu entschlossen, es nicht auch in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin zu versuchen?

Für die Oscar-Saison und Filmpreisverleihungen müssen sich Produktion/Verleih und die Schauspieler entscheiden, in welcher Kategorie die Schauspieler jeweils aufgestellt werden sollen. Daran halten sich auch die Verantwortlichen, die für die Verleihung der amerikanischen Filmpreise zuständig sind. Wird also ein Schauspieler als Bester Nebendarsteller vorgeschlagen, vorausgesetzt seine Performance ist entsprechend preiswürdig, wird er bei den Kritikerpreisen, den Golden Globes, etc. als Bester Nebendarsteller nominiert. Bei den Oscars ist es anders, AMPAS entscheidet, ob sie die Performance als Hauptrolle oder als Nebenrolle sehen. Ein Beispiel: Harvey Weinstein hat im Jahr 2008/2009 eine Kampagne für Kate Winslet („The Reader“) geführt. Zu dem Zeitpunkt war sie bereits 5 x für den Oscar nominiert. Harvey Weinstein wollte für sie jetzt endlich den Oscar nach Hause holen, sah aber ihre Chancen als Beste Nebendarstellerin größer. Er schlug sie als Beste Nebendarstellerin vor und sie gewann den Golden Globe und den SAG-Award als Beste Nebendarstellerin. AMPAS war das aber schnuppe und sie haben sie als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Kate Winslet gewann ihren ersten Academy Award als Beste Hauptdarstellerin für „The Reader“.

 
So, zurück zu Viola Davis. Sie ist eine brillante Schauspielerin, die bereits einen Emmy und einen Tony gewonnen hat – sie gilt in der Branche schon lange als überfällig für den Oscar-Gewinn. Zwei Nominierungen hat sie (für Doubt und The Help). Ich habe seinerzeit gewettet, dass sie für „The Help“ gewinnt, AMPAS hat aber überraschend Meryl Streep mit ihrem 3. Academy Award ausgezeichnet. Viola Davis hatte seinerzeit darauf bestanden, eine Kampagne als Beste Hauptdarstellerin (und nicht Beste Nebendarstellerin) zu führen. Nun sieht diese Oscar-Saison (2016/2017) so aus, als wäre der Wettbewerb in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin am stärksten besetzt (üblicherweise ist es Bester Hauptdarsteller). Emma Stone, Natalie Portman und Annette Benning gelten als gesetzt und derzeit als aussichtsreichste Kandidaten auf den Oscar-Gewinn als beste Hauptdarstellerin. Viola Davis hat scheinbar eingesehen, dass sie wohl größere Chancen auf den Oscar-Gewinn in der Kategorie Beste Nebendarstellerin hat. Was den Film „Fences“ angeht, gilt sie – für die, die das Privileg hatten, den Film schon sehen zu dürfen – auch mehr als „supporting“ für Denzel Washingtons Rolle. Seitdem durchgedrungen ist, dass sie tatsächlich herausragend in „Fences“ ist, ist für mich klar, dass Viola Davis den Oscar als Beste Nebendarstellerin gewinnen wird. (Vorausgesetzt AMPAS behält sie in der Kategorie)

 

 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

 
The LobsterHail, Caesar!, Indignation, Maggie´s Plan, Miles AheadLittle Men, The Witch, 10 Cloverfield Lane, ZootopiaEye in the Sky, Everybody Wants Some!!, Hello, My Name is Doris, Born to Be Blue, The Meddler, Life, Animated, Always Shine, A Bigger Splash, „Love & Friendship“, The BFGDe Palma, Finding Dory, O.J.: Made in America, Popstar: Never Stop Never Stopping, Tickled, Free State of Jones, Swiss Army Man, Toni ErdmannFrantz, Hell or High Water, Florence Foster JenkinsKubo and the Two Strings, Sausage Party, „Krisha“, The Light Between Oceans, „Sing Street“, „The Jungle Book“, SullySnowdenDeepwater Horizon13th, „Amanda Knox“, Denial, I, Daniel BlakeManchester by the SeaMoonlight, Paterson, „Weiner“, The Girl on the Train, The Birth of a Nation, Queen of Katwe, American Pastoral, Desierto, Certain Women, The Handmaiden, Arrival, Doctor Strange, The Eagle Huntress, „Blue Jay“, Nocturnal Animals, Loving, „The Edge of Seventeen“, „Bleed for This“, „Allied“, „Rules Don´t Apply“, „Moana“, „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“, „La La Land“ (ein Update erfolgt regelmäßig)

 

 

Nachstehend habe ich die Filme, die Regisseure, die Schauspieler der Reihe nach gelistet, in der ich sie mir jetzt Ende November (30.11.16) am ehesten als Gewinner vorstellen kann. Seit September setze ich auf „La La Land“ als Oscar-Gewinner-Film. Nachdem ich ihn jetzt auch gesehen habe (steht für mich bis Anfang 2017 unter Embargo), bin ich sicher, dass „La La Land“ mit den meisten Oscar-Nominierungen ins Rennen gehen. Es werden, wie bereits in den Jahren zuvor, von der Academy 5 bis zu 10 Filme nominiert. Höchstwahrscheinlich werden mehr als 5 Filme nominiert, ich denke aber, dass nur noch fünf Filme, tatsächlich eine Chance auf den Oscar-Gewinn haben. Die Kategorie Bester Nebendarsteller ist die einzige Kategorie, die derzeit noch keine Richtung aufweist.

 

 

Bester Film

 
La La Land
Fences
Manchester by the Sea
Moonlight
Silence (kaum einer hat den Film bislang gesehen)

 

Bester Regisseur

 
Damien Chazelle (La La Land)
Denzel Washington (Fences)
Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
Barry Jenkins (Moonlight)
Martin Scorsese (Silence) – kaum einer hat den Film bislang gesehen

 
Bester Hauptdarsteller

Denzel Washington (Fences)
Casey Affleck (Manchester by the Sea)

 

 

Beste Hauptdarstellerin

Emma Stone (La La Land)
Natalie Portman (Jackie)
Annette Bening (20th Century Women)
Isabelle Hupppert (Elle)

 

 

Bester Nebendarsteller

Michael Shannon (Nocturnal Animals) – eigentlich mehr mein persönlicher Favorit
Hugh Grant (Florence Foster Jenkins)
Mahershala Ali (Monlight)
Kevin Costner (Hidden Figures)
Adam Driver (Silence)
Jeff Bridges (Hell or High Water)
Dev Patel (Lion)
Ralph Fiennes (A Bigger Splash)
Aaron Eckhart (Bleed for This)

 
Beste Nebendarstellerin

Viola Davis (Fences) – in meinen Augen mittlerweile konkurrenzlos

 
Der perfekte Trailer zu dem Oscar-Gewinner-Film 2017?

 

 

 
und ein Trailer von „Fences“ mit meiner Favoritin auf den Oscar-Gewinn als Bester Nebendarstellerin:

 

 

Meine Helden:

 

John Olivers Reaktion auf den frisch gewählten Präsidenten Donald Trump:

 

 

 

 

Bill Mahers Reaktion auf den frisch gewählten Präsidenten Donald Trump:

 

Chicago – Film: „Nocturnal Animals“

Ich war am 22.11.16 und am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Nocturnal Animals“ (dt. Kinostart: 22.12.16) 116 min thriller, adaptation
dir. Tom Ford cast: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Armie Hammer, Laura Linney, Andrea Riseborough, Michael Sheen

 
Susan Morrow (Amy Adams) ist eine sehr erfolgreiche Galeristin in Los Angeles. Vor 19 Jahren hat sie sich von ihrem ersten Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) scheiden lassen. Es war die große Jugendliebe, aber dennoch hatte sie sich seinerzeit entschlossen, dass der attraktive Hutton (Armie Hammer) besser zu ihr passt. Bis heute sind sie verheiratet, leben aber aneinander vorbei. Glücklich ist Susan nicht. Jetzt erhält sie eines Morgens ein Manuskript per Post. Ihr Ex-Mann ist Schriftsteller, sein neues Buch hat er ihr gewidmet und sie soll auch die erste sein, die den Roman liest. Susan beginnt zu lesen, es ist ein spannender, aber auch sehr verstörender Roman…

 

 

A (Wertung von A bis F) „Nocturnal Animals“ basiert auf Austin Wrights Roman „Tony and Susan“. Es ist nach dem brillanten A Single Man erst der zweite Film des amerikanischen Modedesigners und Filmemachers Tom Ford. Tom Ford hat auch Drehbuch zu dem Film geschrieben.

Jedes Jahr hoffe ich auf einen Film, der mich irgendwie umhaut. Dieses Jahr habe ich bereits viele gute und einige sehr gute Filme im Kino sehen dürfen. Mein 83. Film war dann für mich der Volltreffer. „Nocturnal Animals“ ist ein Film ganz nach meinem Geschmack.

Nach Tom Fords erstklassigem Regiedebüt habe ich mich auf seinen Folgefilm wie verrückt gefreut. Vom Style her hatte ich eine gewisse Vorstellung, wie dieser zweite Film beginnt. Im Leben wäre ich nicht auf diese ersten Szenen, diese ersten irritierenden vielleicht zwei Minuten, gekommen.

„Nocturnal Animals“ ist ein stylischer, nuancierter Rachethriller, genauer gesagt sind es zwei Geschichten, bei denen die Grenzen der Handlungsstränge verschwimmen. Stilistisch könnten beide Stories nicht unterschiedlicher inszeniert sein. Auf der einen Seite die elegante, stilvolle und sicher kalte Inszenierung von Amy Adams Gegenwart (und Vergangenheit mit Jake Gyllenhaal) und auf der anderen Seite die schmuddlige, sehr aufwühlende Inszenierung der Texas-Story. Das Ende des Films ist perfekt, offen und doch so klar.

Jeder Szene im Film sieht man an, dass sie von einem (Mode-) Designer komponiert wurde. Vom Stil der Inneneinrichtung von Amy Adams Haus, die Kostüme (übrigens nicht von Tom Fords eigenem Mode-Label) bis zu den Akzenten, die der Modeschöpfer mit der Farbe Rot (ein Telefon, ein Sofa, einen Vorhang, etc.) und der Farbe Grün (Cowboystiefel, Fliesen, ein Auto, ein Kleid, etc.) setzt.

 
Tom Ford muss auch ein Faible für rothaarige Frauen haben, während es in seinem Erstling „A Single Man“ noch Julianne Moore war, sind es hier Amy Adams, Isla Fisher, Ellie Bamber, Laura Linney)

Wenn Michael Shannon auf der Leinwand auftaucht, bin ich ernsthaft außerstande mich auf irgendwas anderes zu konzentrieren. Während ich ihn so anschaute, habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich noch irgendeinen anderen Lieblingsschauspieler neben ihn habe – mir ist keiner eingefallen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Michael Shannon hat die Gabe, die gesamte Aufmerksamkeit für sich zu beanspruchen. So sehr, dass mir Jake Gyllenhaal beinahe leid tat, nehmen so einem Ausnahmetalent bestehen zu müssen. Wenn man die beiden in einer Szene zusammen sieht, kommt bei Jake Gyllenhaal der Schauspieler durch, während Shannon einfach nur die Figur „ist“. Das ist Schauspielkunst. AMPAS – bitte, geht in die Screenings, guckt diesen Film, nominiert Shannon und gibt ihm den Oscar. Es ist Zeit.

Schauspielerisch hat mir auch Aaron Taylor-Johnson (Nowhere Boy, Savages, seinerzeit noch Aaron Johnson) sehr gut gefallen.

Da ich unplanmäßig sieben Tage in Chicago in gestrandet bin, irgendwann alle neuen Filme, die ich sehen wollte, gesehen habe, hatte ich Zeit, mir Tom Fords Werk ein zweites Mal anschauen zu können.

Tom Ford soll bloss nicht auf die Idee kommen, mich erneut 7 !!! Jahre auf seinen nächsten Film warten zu lassen.

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass „Nocturnal Animals“ selbstverständlich festgesetzt in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2016 ist. Im Übrigen, der andere Film mit Amy Adams (Arrival) ist nach der zweiten Sichtung auch bereits festgesetzter TOP TEN-Film.

„Nocturnal Animals“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Michael Shannon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

 
„Nocturnal Animals“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Grand Jury Prize gewonnen. „Nocturnal Animals“ ist am 18.11.16 in 37 ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film kommt am 22.12.16 in die deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "Nocturnal Animals"
amerikanisches Filmplakat von „Nocturnal Animals“

Montréal – Film: „The Eagle Huntress“

Ich war am 17.11.16 in Montreál und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Eagle Huntress“ 87 min documentary
dir. Otto Bell cast: Aisholpan Nurgaiv, Nurgaiv Rys voice: Daisy Ridley

 
Das 13-jährige kasachische Mädchen Aisholpan lebt mit ihrer Nomadenfamilie in der mongolischen Steppe. Seit Generationen sind die Männer in ihrer Familie Adlerjäger. Aisholpans Vater ist sogar mehrfach ausgezeichneter Adlerjäger. Seine Tochter ist ein sehr mutiges und starkes Mädchen und hat sich in den Kopf gesetzt, die erste weibliche Adlerjägerin zu sein. Ihr Vater glaubt an seine Tochter und unterstützt sie in ihrem Vorhaben. Auf ihrem Weg werden sie vielen Vorurteilen ausgesetzt sein.

 
B+ (Wertung von A bis F) „The Eagle Huntress“ ist das Dokumentarfilmdebüt des britischen Filmemachers Otto Bell.

Dokumentarfilme sind u.a. dazu da, dass man etwas aus einer ganz anderen Welt erfährt. Hier kann man in Aishobans Welt eintauchen, wie sich dieses tapfere Mädchen versucht, in der Männerwelt durchzusetzen. Spektakuläre Bilder und schöne Musik begleiten diese Reise. Otto Bell hatte scheinbar das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und so konnte er Aisholpan ab dem Moment begleiten, als sie sich einen jungen Adler ausgesucht und trainiert hat.

Daisy Ridley („Star Wars: The Force Awakens“) hat eine der ersten Arbeitskopien des Films gesehen und war so begeistert, dass sie den Film mitfinanziert hat und als Erzählerin durch den Film führt.

 
„The Eagle Huntress“ ist für eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm und als bester Song (Sia: „Angel By the Wings“) im Gespräch.

„The Eagle Huntress“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 2.11.16 in amerikanischen und kanadischen Kinos gestartet. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen Untertiteln.

 

 

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lego Batman Movie„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: The Lego Movie  wollte ich mir seinerzeit auch nicht angucken und dann war der klasse

Trailer v. Film: „Beauty and the Beast„
Bewertung des Teasers: C- (neuer Teaser)
Kommentar: Bill Condons neues Musical mit Emma Watson, Dan Stevens, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich mag keine Musicals

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Manchester by the Sea„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama. Ein Oscar-Film. Mit Casey Affleck, Michelle Williams und Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF54 gesehen

Trailer v. Film: „Julieta„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: der neue Almodóvar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bestimmt

 

Montréal – Film: „Doctor Strange – IMAX-3D“

Ich war am 16.11.16 in Montreál und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Doctor Strange – IMAX-3D“ (dt. Kinostart war der 27.10.16) 115 min action, fantasy, adaptation
dir. Scott Derrickson cast: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Benedict Wong, Michael Stuhlbarg, Benjamin Bratt, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton

 
Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein brillanter, aber ziemlich überheblicher Neurochirurg. Nach einem schweren Autounfall kann er, trotz mehrerer Operationen und Therapien, nicht mehr als Chirurg arbeiten. Als er von einem Wunderheiler erfährt, setzt er seine ganze Hoffnung darein. Er reist schließlich zu dem, von „the Ancient One“ (Tilda Swinton) geführten nepalesischen Kloster. Sie führt ihn in die mystische Welt voller alternativen Dimensionen ein. Dr. Strange wird zum Magier ausgebildet und soll fortan die Welt vor einer Invasion von Mächten aus finsteren und bösen Dimensionen beschützen…

 
B (Wertung von A bis F) „Doctor Strange“ basiert auf den gleichnamigen Comics. Es ist der 14. Marvel-Studio-Film aus dem MCU (Marvel Cinematic Universe). Bei dem Film hat der amerikanische Filmemacher Scott Derrickson („The Exorcism of Emily Rose“, Sinister, „Deliver Us from Evil“) Regie geführt.

 
Ich halte die meisten Comic-Verfilmungen für überflüssig, insbesondere die Gelddruckmaschine Marvel ist mir ein Dorn im Auge. Hin und wieder gucke ich mir aber dann doch einen Film oder eine TV-Serie (Daredevil) an. Warum? Weiß ich selbst nicht. „Doctor Strange“ erschien mir von der Besetzung und vom Trailer her mal ein Film, der auch in meiner Welt richtig cool wirkte.

Besonders von dem Produktionsdesign und von den spektakulären Spezialeffekten weiß dieser Film, zu beeindrucken. Auch führt ein feiner Humor durch den Film. Das gefiel mir alles so gut, dass ich mir am Ende ein „A-„ notiert habe. Leider musste ich dann aber feststellen, dass der Film noch gar nicht zu Ende war und es noch ermüdende ca. 15-20 Minuten so weiterging. Schade, weniger wäre hier mehr gewesen, auch wenn in dieser Zeit auch noch einige atemberaubende CGI-Effekte auf einen warteten.

Für das Marvel Studio war Benedict Cumberbatch die Idealbesetzung für die Rolle des Doctor Strange, sie hatten aber auch einen Plan B in der Tasche: Joaquin Phoenix. Wenn man Benedict Cumberbatch in dieser Rolle sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass ein anderer Schauspieler in dieser Rolle überzeugen kann und auch nicht der von mir sehr verehrte Joaquin Phoenix.

 
Selten gebe ich eine Empfehlung für die 3D-Fassung, diesen Film sollte man – wenn man die Möglichkeit hat – sogar unbedingt in der eindrucksvollen IMAX-3D-Version sehen. Die 3D-Fassung sollte es aber in jedem Fall sein.

 
„Doctor Strange“ ist zu Recht für einige technische Oscar-Nominierungen im Gespräch.

„Doctor Strange“ ist einer der wenigen amerikanischen Filme, die eine Woche vor dem amerikanischen Kinostart (4.11.16), in Deutschland ins Kino (27.10.16) gekommen ist. Filme starten in Deutschland bekanntermassen immer am Donnerstag, in den U.S.A. grundsätzlich (es gibt ein paar Ausnahmen an Feiertagen) immer freitags.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

 

 

Trailer v. Film: „Fantastic Beasts and Where to Find Them„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Die Trailer sind wirklich klasse, ich würde ihn mir vielleicht anschauen, wenn Eddie Redmayne nicht mitspielen würde – ihn kann ich wirklich nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „xXx: Return of Xander Cage„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: noch so ein Triple X-Actionfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Rogue One: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer – in IMAX 3D)
Kommentar: Ein Film aus dem Star-Wars-Universum mit Felicity Jones, Ben Mendelsohn, Forest Whitaker und Mads Mikkelsen. Den Sinn verstehe ich nicht, außer dass man bei Lucasfilm und Disney alle Möglichkeiten ausschöpft, richtig viel Geld mit dem Namen „Star Wars“ zu machen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Guardians of the Galaxy Vol.2„
Bewertung des Teasers: B+ (in IMAX 3D)
Kommentar: 2. Teil
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn mir irgendwas Schweres auf den Kopf fällt…

 

Montréal – Film: „Arrival“

Ich war am 16.11.16 in Montreál und am 25.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Arrival“ (dt. Kinostart: 24.11.16) 117 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Tzi Ma, Mark O´Brien

 

 

Zwölf außerirdische Raumschiffe sind plötzlich an verschiedenen Plätzen der Erde aufgetaucht. Niemand kann sich erklären, warum. Alle Versuche mit den Außerirdischen zu kommunizieren, scheitern. Die amerikanische Regierung beauftragt Colonel Weber (Forest Whitaker), ein Team aus Wissenschaftlern zusammenzustellen. Die Sprachprofessorin Dr. Louise Banks (Amy Adams) und der Mathematikwissenschaftler Dr. Ian Donnelly (Jeremy Renner) haben die Aufgabe, die Sprache der Aliens zu entschlüsseln und damit den Grund des Besuches der Außerirdischen herauszufinden…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Arrival“ basiert auf Ted Chiangs Kurzgeschichte „Story of Your Life“. Es ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, EnemySicario). „Arrival“ ist nach den drei letztgenannten Filmen der vierte englisch-sprachige Film des Regisseurs.

Auf dem Papier erzählt „Arrival“ eine ganz simple Geschichte, am Ende hat man aber einen sehr komplexen Film gesehen über den man noch eine Weile grübeln und diskutieren kann. Der Zuschauer, der ausschließlich konventionelles, actionreiches Sci-Fi-Kino mag, gerne an die Hand genommen und durch einen Film geführt wird, schlichtweg alles erklärt bekommen möchte, wird mit diesem Film gar nichts anfangen können. „Arrival“ gibt keine Erklärungen, er stellt Fragen.

„Arrival“ ist ein ruhig, langsam, aber durchaus fesselnd erzählter und – vor allen Dingen – gut durchdachter Erwachsenen-Sci-Fi-Film mit interessanten philosophischen Ansätzen. Hauptsächlich ist es ein Film über Kommunikation und Sprache.

Es empfiehlt sich, den Film ein zweites Mal zu sehen. Auch oder gerade wenn man bei der ersten Sichtung bereits rechtzeitig eine „Auflösung“ erkannt hat und damit den Rest des Film in einem anderen Licht sehen konnte, hält der Film ganz sicher auch beim zweiten Mal noch einiges parat. Der Film ist von einer minimalistischen Schönheit und hat einen imposanten Sound und Score. Die beeindruckenden Bilder stammen von dem afroamerikanischen Kamerakünstler Bradford Young (Ain´t Them Bodies Saints, Selma, A Most Violent Year, Pawn Sacrifice).

Bevor man sich diesen Film anschaut, sollte man so wenig wie möglich darüber gehört oder gelesen haben. Ganz unbelastet sollte man sich auf die Geschichte einlassen, in diese Welt eintauchen und das für sich herausziehen, was man möchte. Da ich meine Gedanken und Interpretationen zu dem Film festhalten wollte, habe ich mich dazu entschieden, mit Ankündigung zu spoilern. Unterteilt habe ich es in einen kleinen Spoiler (der im Groben beschreibt, worum es in dem Film geht) und einen großen Spoiler (der sich mit der, von Amy Adams brillant verkörperten zentralen Figur beschäftigt).

 
spoiler

Wie nähert man sich einer völlig fremden Spezies? Wie kommuniziert man mit Fremden, wenn deren Sprache nicht das Geringste mit der eigenen oder einer anderen bekannten Sprache zutun hat? Jeder, der schon mal eine fremde Sprache erlernt hat, weiß, dass, wenn man die Sprache immer besser beherrscht, man irgendwann in dieser fremden Sprache denkt. Wenn sich das Sprachverständnis weiter verbessert, träumt man sogar in der fremden Sprache. Viele Worte haben in jeder Sprache unterschiedliche Bedeutungen, wie leicht ist es, gewisse Worte falsch zu interpretieren? In meinem Job als Flugbegleiterin werden wir ständig geschult, einer der wichtigsten Seminare im Umgang mit internationalen Gästen ist „Interkulturelle Kommunikation“. Wie geht man mit fremden Kulturen um, welche Besonderheiten der unterschiedlichen Mentalitäten muss man beachten? Worauf muss man achten, um beispielsweise einen japanischen Gast nicht vor den Kopf zu stossen, etc.? Wie verhält man sich in den einzelnen Ländern, was sind die Dos and Don´ts, die Verhaltensweisen in dem jeweiligen Land? Für die Sprachwissenschaftlerin Louise in „Arrival“ gibt es keinen Leitfaden im Umgang mit den Aliens. Also, zurück zur Ausgangsfrage: Wie nähert man sich dieser fremden Spezies? Was ist, wenn man die Kommunikation mit den Außerirdischen und das Erlernen ihrer Sprache auch noch unter erschwerten Bedingungen (Zeitdruck) durchführen muss? Eigentlich ist es ein langwieriger Prozess, aber die amerikanische Regierung wird langsam ungeduldig und will endlich wissen, warum die Aliens in Montana gelandet sind. Sind sie in friedlicher oder kriegerischer Absicht hier?

Und was ist, wenn man nicht die einzige Nation ist, die mit dieser fremden Spezies konfrontiert wird? Wie gehen die anderen Regierungen mit einer nie da gewesenen Situation um? In diesem Film sind es 12 Nationen, zum Teil Großmächte, die mit der gleichen Situation umgehen müssen. Wie läuft die Kommunikation zwischen den einzelnen Ländern? Tauscht man sich mit den anderen Nationen aus oder löst jedes Land für sich das Problem? Was ist, wenn eine Nation nicht so offen und geduldig ist, wie eine andere, das Dasein der Außerirdischen als Bedrohung einschätzt und militärisch vorgehen will? Was ist die Konsequenz eines solchen Handelns?

spoiler Ende

 
SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER

Die Protagonistin Louise (die zweifelsfrei smarteste Person des Films) ist Linguistin und geht offen auf die Aliens zu, lässt sich auf sie ein und möchte sie verstehen und deren Sprache erlernen. Wie ein fremder Kulturkreis tickt, erkennt man daran, wie dieser seine Sprache nutzt. Die Sprache der Außerirdischen basiert auf Zeit. Dadurch dass Louise die Sprache der Aliens immer besser versteht, hat sie irgendwann die Gabe, die Zeit nicht nur linear zu sehen. Sie sieht die Zeit/das Leben (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) als Ganzes. Im Film hat Louise Visionen, einzelner Lebensabschnitte, die in ihrer Zukunft liegen. Dabei gibt es viele schöne Erlebnisse, aber auch schmerzhafte Schicksalsschläge, die in ihrem Leben auf sie zukommen. Wird sie sich trotzdem für dieses Leben entscheiden? Wenn man weiß, dass eine Beziehung endet, geht man sie trotzdem ein? Wenn man weiß, dass sein Kind sterben wird, entscheidet man sich trotzdem dafür, dieses Kind zu bekommen? Im Film denkt man am Anfang, Rückblenden zu sehen, am Ende stellt sich heraus, dass dies Vorschauen auf Louises Zukunft sind. Der Film ist nicht linear erzählt. Mir war das selbstverständlich auch nicht von Beginn an klar, irgendwann gibt der Film aber Hinweise darauf.

 
SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER   –  Ende

 
Der Film hat bei mir nach der ersten Sichtung nicht die volle Punktzahl erreichen können. Beispielsweise konnte ich mir die plötzlichen Untertitel nicht erklären. Ich bin gespannt darauf, wie der Film bei der zweiten Sichtung wirkt.

 

A (Wertung von A bis F) „Arrival“ gewinnt tatsächlich nochmal durch die zweite Sichtung, auch habe ich keine Probleme mit den Untertiteln mehr. Damit ist „Arrival“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

 
„Arrival“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Jeremy Renner, Forest Whitaker), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Arrival“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Future Film Festival Digital Award gewonnen. Der Film ist am 11.11.16 landesweit in die amerikanischen und kanadischen Kinos gekommen. In Deutschland startet der Film am 24.11.16.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman und ja, leider Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

amerikanisches Filmplakat von "Arrival"
amerikanisches Filmplakat von „Arrival“

 

San Francisco – Film: „The Handmaiden“

Ich war am 01.11.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Handmaiden“ (Originaltitel: „Ah-ga-ssi“, dt. Filmtitel: „Die Taschendiebin“, dt. Kinostart: 05.01.17) 144 min thriller, drama, adaptation
dir. Park Chan-Wook cast: Kim Min-hee, Kim Tae-ri, Ha Jung-woo, Cho Jin-woong

 

 

Im japanisch besetzten Korea In den 1930er Jahren. Um die wohlhabende japanische Erbin Lady Hideko (Kim Min-hee) um ihr Vermögen zu bringen, sorgt der Heiratsschwindler (Ha Jung-woo) dafür, dass die Trickbetrügerin Sookee (Kim Tae-ri) bei ihr als Dienerin angestellt wird. Die Frauen entwickeln jedoch Gefühle füreinander…

 

 

B (Bewertung von A bis F) „The Handmaiden“ basiert auf Sarah Waters Roman „Fingersmith“. Es ist der neue Film des südkoreanischen Filmemachers Park Chan-Wook (Oldboy, Stoker).

Wie bewertet man einen 2 1/2-Stunden-Film, mit dessen ersten zwei Akten man mittelzufrieden ist (beide B- für mich) und dessen dritter und letzter Akt ein kleines Meisterwerk ist (A für mich)?

„The Handmaiden“ ist ein grandios fotografiertes asiatisches Kostümdrama, ein Mystery-Film mit unvorhersehbaren Wendungen und einem einprägsamen und auffällig guten Score. Mit seinem seltsamen Humor kam mir der Film aber auch an der einen oder anderen Stelle vor wie ein koreanisch-japanisches Komödienstadel und an anderer Stelle überrascht der Film mit SM- und Lesben-Sex-Szenen. Das muss man alles mögen. Gerade die letztgenannten Szenen hätte ich in der Eindeutigkeit nicht gebraucht, in der LGBT-Szene wird dieser Film sicherlich schon bald einen Kultstatus erreichen.

„The Handmaiden“ war im Gespräch, von Südkorea als Film für den Oscar als bester fremdsprachiger Film eingereicht zu werden. Überraschenderweise wurde jedoch Kim Ji-woons Film „The Age of Shadows“ eingereicht.

„The Handmaiden“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Am 21.10.16 ist er in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Derzeit läuft der Film in 123 Kinos landesweit. In den U.S.A. wird die koreanisch-japanische Fassung mit englischen Untertiteln gezeigt. In Deutschland ist ein Kinostart am 05.01.17 geplant.

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Elle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so sehnsüchtig auf einen französischen Film gewartet habe. Paul Verhoevens neuer Film mit Isabelle Huppert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Toni Erdmann„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Deutscher Oscar-Beitrag von Maren Ade. Ich habe mir ihn kürzlich an Bord ein zweites Mal angeschaut – ein großartiger Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Gimme Danger„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich habe Iggy Pop schon immer geliebt. Nach Paterson Jim Jarmuschs zweiter Film dieses Jahr – eine Dokumentation über die The Stooges.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

San Francisco – Film: „Certain Women“

Ich war am 31.10.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Certain Women“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 107 min drama, adaptation
dir. Kelly Reichardt cast: Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams, James LeGros, Jared Harris, Lily Gladstone

 

 

Seit acht Monaten erklärt die Anwältin Laura Wells (Laura Dern) ihrem verzweifelten Klienten (Jared Harris) bereits, dass sein Fall aussichtslos ist. Er will es nicht wahrhaben und schon bald spitzt sich die Lage dramatisch zu…
Das Ehepaar Gina und Ryan Lewis (Michelle Williams und James LeGros) bauen ein Haus und versuchen dafür, einem älteren Herrn (Rene Auberjonois) einige Natursteine abzuschwatzen. Dabei geraten die Probleme innerhalb der Familie und der Ehe immer mehr an die Oberfläche…
Jamie (Lily Gladstone) arbeitet auf einer Pferderanch und hat sich aus Langeweile in das Seminar, dass die junge Anwältin Beth Travis (Kristen Stewart) an der Abendschule gibt, geschlichen. Nach dem Unterricht gehen die beiden Frauen noch etwas essen, dabei verliebt sich Jamie in Beth…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Certain Women“ basiert auf Maile Meloys Sammlung von Kurzgeschichten „ Both Ways Is the Only Way I Want It“ und „Half in Love“. Es ist der neue Film der amerikanischen Regisseurin Kelly Reichhardt („Wendy and Lucy“, The Meek´s Cutoff, Night Moves)

Hauptberuflich ist Kelly Reichhardt Filmprofessorin am Bard College im Bundesstaat New York. Ich bewundere und unterstütze immer Filmemacher, die mutig sind und einen eigenen Weg und Stil verfolgen. Außerdem bin ich an den Arbeiten weiblicher Filmemacher interessiert. „Certain Women“ ist nun der dritte Film, den ich von Kelly Reichhardt gesehen habe und für mich zweifelsfrei der Beste der drei Filme. Wenn man weiß, worauf man sich bei einem Kelly-Reichhardt-Film einlässt, kann man die entspannt-entschleunigte Art ihrer Inszenierungen geniessen.

In diesem Film werden drei, voneinander unabhängige Geschichten erzählt. (Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgehen, dass zwei Charaktere aus der ersten Geschichte, auch in einer der anderen auftauchen). Es gibt auch noch weitere Verbindungen der Charaktere in den drei Geschichten.

 
Kelly Reichhardt inszeniert ihre Filme ganz minimalistisch, kaum Handlung, kaum oder keine Filmmusik, dafür sind die Landschaft (hier Montana) und das Umfeld auch immer Teil ihrer Erzählungen. Sie hat sie ein sehr gutes Auge für natürliche und eindrucksvolle Bilder und Szenen. In diesem Film wird das besonders in der letzten Geschichte deutlich. Diese Geschichte war für mich die interessanteste, was nicht zuletzt an Lily Gladstone liegt. Lily Gladstone ist ein Name, den man sich merken sollte. Sie hat die seltene Begabung, die Gefühle ihres Filmcharakters vordergründig durch ihre Augen transparent zu machen. Ähnliches schauspielerisches Talent war dieses Jahr bei Sandra Hüller in Toni Erdmann zu bewundern. Für mich ist es ganz klar eine Oscar-Performance. Eine weitere Neuentdeckung in diesem Film war Rene Auberjonois, der in der zweiten Geschichte den älteren Herrn spielt.

 
Der Film „Certain Women“ ist „Lucy“ gewidmet, Kelly Reichhardts verstorbenen Hündin. Sie hatte in einigen ihrer Filme mitgespielt.

„Certain Women“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Lily Gladstone, Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams)

„Certain Women“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 14.10.16 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 138 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 02.03.17 anvisiert. Kürzlich wurde der Film mit dem Preis als Bester Film auf dem London Film Festival 2016 ausgezeichnet.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Ganz klar sehe ich hier eine Oscar-Nominierung, obwohl ich kein Freund der Portman bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lion„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Dev Patel, Rooney Mara und Nicole Kidman. Oscar-Film und Harveys einziges Pferd im Stall.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Elle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so sehr auf einen französischen Film gewartet habe. Paul Verhoevens neuer Film mit Isabelle Huppert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

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TV – Serie: „The Night Of“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

 

„The Night Of“ (dt. Serientitel: „The Night of – Die Wahrheit einer Nacht“, auch in D. auf VOD erhältlich) 8 x approx 60 min crime, drama, adaptation
dir. Steven Zaillain, James Marsh cast: John Turturro, Riz Ahmed, Bill Camp, Jeannie Berlin, Amara Karan, Michael Kenneth Williams, Peyman Moaadi, Poorna Jagannathan, Ben Shenkman, Afton Williamson

 

 

New York City. Jackson Heights, Queens. 24. Oktober 2014. Der 23-jährige pakistanisch-amerikanische Student Nasir, genannt „Naz“ (Riz Ahmed) möchte unbedingt auf eine Party in Manhattan. Sein Kumpel hat ihn aber versetzt und so schnappt er sich, ohne Erlaubnis, kurzerhand das Taxi seines Vaters, um nach Manhattan zu fahren. Dort steigt eine junge Frau in das Taxi. Sie ist hübsch und Nasir verbringt etwas Zeit mit ihr. Nach ein paar Drinks und Drogen wacht Nasir irgendwann in der Küche ihres Upper-West-Side-Apartments auf. Kurze Zeit später findet er die junge Dame brutal ermordet in ihrem Schlafzimmer. Nasir verlässt fluchtartig das Haus. Detective Dennis Box (Bill Camp) ermittelt in dem Mordfall, die Beweise sind erdrückend und Nasir gilt für ihn schon bald als Hauptverdächtiger. Der Anwalt John Stone (John Turturro) ist wegen eines seiner Klienten auf dem Revier, als er von Nasirs Fall erfährt….

 
A- (Wertung von A bis F) „The Night Of“ basiert auf dem BBC-Mehrteiler „Criminal Justice“ von Peter Moffat. Die Serienmacher sind Richard Price, der Vorlagen u.a. zu den Filmen „Sea of Love“, „Clockers“ und der HBO-Serie „The Wire“ geschrieben hat und der Autor und Regisseur Steven Zaillian. Steven Zaillian hat u.a. die Drehbücher für „Schindler´s List“, „Clear and Present Danger“, Moneyball und The Girl with the Dragon Tattoo geschrieben.

Der Achtteiler lässt den Zuschauer zum einen rätseln, ob Nasir die junge Frau vielleicht doch ermordet hat, ist aber hauptsächlich eine Charakterstudie eines jungen pakistanisch-amerikanischen Studenten und eines neurotischen Anwalts. Letztlich ist es auch ein Familien-, Gefängnis- und Gerichtsdrama.

Die Story ist nicht neu, ein junger Mann wird verdächtigt, eine junge Frau getötet zu haben. Er kann sich nur bruchstückhaft an den Abend, den er mit ihr verbracht hat, erinnern, Drogen und Alkohol waren im Spiel, der junge Mann wacht irgendwann auf und findet das Mädchen ermordet – hat er sie umgebracht? Dann der erfahrene Polizist, der an dem (seinem letzten) Fall ermittelt und ein abgehalfterter Verteidiger. Hat man alles schon mal in Spielfilmen oder TV-Serien gesehen und doch ist „The Night Of“ anders und unbedingt empfehlenswert.

Wenn mir eine neue Serie richtig gut gefällt, dann schaue ich sie mir 2 x an. Mit einem zeitlichen Abstand von einem Monat habe ich mir „The Night Of“ selbstverständlich ein zweites Mal angeschaut.

Ich liebe so unfassbar viel an der Serie – wo soll ich anfangen? Der düsterer Look eines David Fincher-Films, wie Manhattan gezeigt wird, das Polizeirevier, die Charaktere, allen voran Detective Box (gespielt von Bill Camp). Box verkörpert einen normalen Polizisten, er sieht aus wie einer, verhält sich wie einer und trickst im legalen Rahmen. Box wirkt nicht wie ein Cop aus einer TV-Serie. Mein anderer Lieblingscharakter ist die Staatsanwältin Helen Weiss (gespielt von Jeannie Berlin). Die Wandlung, die die Zentralfigur Nasir vollzieht, ist faszinierend und glaubwürdig – vor allen Dingen durch die brillante Darstellung des Schauspielers Riz Ahmed. John Turturro ist sowieso immer sehenswert, hier mochte ich besonders die Katzen-Geschichte, die sich durch die gesamte Staffel zog und auch starke Parallelen zu Nasirs Leben zeigt. Durch „The Night Of“ habe ich aber auch etwas Neues über das amerikanische Rechtssystem gelernt. Vielleicht sind einige mit dem Staffelende unzufrieden, mir hat sie mit der zweiten Sichtung noch besser gefallen und ich liebe die letzte Szene.

Die Besetzung ist – mit einer Ausnahme (Der Schauspieler, der am Ende der Serie den Richter spielt, wäre meiner Meinung nach als Hausmeister glaubwürdiger besetzt) – durchweg exzellent.

Eigentlich gibt es nur eine Sache, die mich irritierte. Da ich grundsätzlich nicht spoiler, kann ich nur umschreiben, es hat mit dem späteren Opfer zutun. Gleich zu Beginn gibt es etwas Fragwürdiges in Bezug auf ihren Charakter, das kann doch nicht nur mir aufgefallen sein. Genau eine dieser eindeutigen Fragen stellt John Turturros Charakter jedoch erst in der 6. Episode (ab der ungefähr 50. Minute).

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

 

Nasir „Naz“ Khan – ein schmächtiger, unscheinbarer 23-jähriger amerikanischer Student pakistanischer Herkunft  und plötzlich der Hauptverdächtiger in dem Mordfall einer jungen Frau ist. Nasir wird von dem großartigen englischen Schauspieler Riz Ahmed gespielt. Er hat u.a. in dem Film „Four Lions“ mitgespielt. Mir ist er erstmalig in dem Film The Reluctant Fundamentalist aufgefallen. Außerdem hat er noch in Nightcrawler und „Jason Bourne“ mitgespielt.

 

 

John Stone ist Nasirs Verteidiger. Zuvor hat er vorwiegend Drogendealer und Prostituierte vertreten. John Stone zählt nicht gerade zu den besten Anwälten. Er leidet an einem fiesen Hautausschlag. Ursprünglich sollte John Stone von dem Schauspieler James Gandolfini gespielt werden. Nach dem Tod von James Gandolfini hat der amerikanische Schauspieler John Turturro die Rolle übernommen. Mich begleitet Turturro seitdem ich mich richtig für das Kino interessiere. Er hat viel mit den Coen Bros. (z.B. „Miller´s Crossing“, „Barton Fink“, „The Big Lebowski“) und mit Spike Lee („Do the Right Thing“, Jungle Fever“, „Summer of Sam“) gedreht. Im letzten Jahr  habe ich ihn in dem italienischen Film „Mia Madre“ und neben Woody Allen in Fading Gigolo gesehen.

 
Dennis Box ist der erfahrene Polizist, der in dem Fall der ermordeten jungen Frau ermittelt. Zusammen mit der Staatsanwältin (gespielt von Jeannie Berlin) ist Box meine Lieblingsfigur der Serie. Ich mag wie er seinen Job als Cop ausübt. Gespielt wird er von dem amerikanischen Theater- und Filmschauspieler Bill Camp. Mir war er sehr vertraut, nachdem ich mir seine Filmografie angeschaut habe, wusste ich auch warum. In zig Filmen habe ich ihn bereits gesehen. Geachtet hatte ich auf ihn bislang nicht. Mitgewirkt hat er u.a. in Compliance, Lincoln, 12 Years a Slave, Love & Mercy, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance).

 

 

Freddy ist ein sehr einflussreicher Gefängnisinsasse mit dem sich Nasir auseinandersetzen muss. Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Michael K. Williams. Er ist durch seine Rolle in der TV-Serie „The Wire“ bekannt geworden. In der Serie „Boardwalk Empire“ hat er auch gespielt, aber er war auch in Kinofilmen wie Gone Baby Gone, 12 Years a Slave und Inherent Vice zu sehen.

 

 

Helen Weiss ist die Staatsanwältin in dem Fall der ermordeten jungen Frau. Mrs. Weiss ist meine zweitliebste Figur der Serie. Ich liebe ihr latent angewidertes Charaktergesicht, ihre spröde, leicht entrückte und doch konzentrierte Art, ihre kratzige, ruhige und trotzdem etwas schrille Stimme. Gespielt wird Mrs. Weiss von der amerikanischen Schauspielerin Jeannie Berlin. Vor ein paar Monaten habe ich erst in meinem Beitrag zu Woody Allens Café Society über sie geschwärmt. Mit ihrer Performance hier hat sie sich quasi aus dem Stand zu einer meiner neuen Lieblingsschauspielerinnen entwickelt. Wie kann es sein, dass sie meiner Aufmerksamkeit so lange entgangen ist? Der Name sagte mir immer etwas, im Jahr 1972 hat sie eine Oscar-Nominierung für „The Heartbreak Kid“ erhalten. Sie hat immer wieder längere Drehpausen eingelegt. In den Kinofilme Margaret und Inherent Vice hat sie gespielt. Jeannie Berlin wäre perfekt für die Coen Bros – warum haben die sie noch nicht entdeckt? Fragen über Fragen, Hauptsache ich sehe sie jetzt öfter.

 
Höchstwahrscheinlich gibt es eine zweite Staffel von „The Night Of“.

Die erste Staffel ist für das Jahr 2017 für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch.

 
„The Night Of“ wurde erstmalig vom 10.07.16 – 28.08.16 auf HBO ausgestrahlt. Parallel zur US-Ausstrahlung war der Mehrteiler auch in Deutschland auf Sky zu sehen. Derzeit ist der Mehrteiler auch in Deutschland auf VOD erhältlich. Der Blu-ray und DVD-Release ist für Anfang kommenden Jahres geplant.

 

 

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Chicago – Film: „Desierto“

Ich war am 21.10.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Desierto“ (dt. Filmtitel: „Desierto – Tödliche Hetzjagd“, in D. auf DVD und VOD erhältlich) 94 min thriller
dir. Jonás Cuarón cast: Gael Garcia Bernal, Jeffrey Dean Morgan, Alondra Hidalgo

 
Eine Gruppe von Mexikanern versucht mit Hilfe von Schleppern, über die US-amerikanische Grenze zu kommen. Als ihr LKW ein Motorschaden hat, müssen sie ihren Weg zu Fuß fortsetzen. Als fünf Mexikaner den Anschluss an die Gruppe verpassen, müssen sie kurz darauf mitansehen, wie ein bewaffneter Amerikaner (Jeffrey Dean Morgan) mit seinem abgerichteten Hund, gezielt Jagd auf die andere Gruppe der illegalen Migranten macht…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Desierto“ ist der zweite Spielfilm von Regisseur Jonás Cuarón („Year of the Nail“). Er ist der Sohn des mexikanischen Filmemachers Alfonso Cuarón. Das Drehbuch zu Gravity hat Jonás Cuarón zusammen mit seinem Vater geschrieben.

Jonás Cuarón Film ist eine kompetente und spannende Inszenierung, ein Katz-und-Maus-Spiel mit einem hasserfüllten US-amerikanischen Rassisten, der Jagd auf illegale Einwanderer macht. Die Story ist simple und brandaktuell und lässt sich so auch auf Europa übertragen. Ehrlich gesagt, würde ich sogar sehr gerne sehen, was ein beispielsweise talentierter ungarischer Filmemacher zu dieser Geschichte einfällt.

Bei der Besetzung gibt es nichts auszusetzen, Gael Garcia Bernal und Jeffrey Dean Morgan machen ihre Sache sehr gut und die drei Hunde, die Tracker darstellen sind klasse.

 
„Desierto“ wurde von Mexiko als Kandidat für den fremdsprachigen Oscar eingereicht.

 
„Desierto“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Filmfestival 2015 gezeigt. Dort wurde der Film mit dem International Critics´Award (FIPRESCI) ausgezeichnet. Der Film ist am 14.10.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland gab es keine offizielle Kinoauswertung, er ist aber seit dem 21.10.16 auf DVD und VOD erhältlich.

 
Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Get Out„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Catherine Keener
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Ganz klar sehe ich hier eine Oscar-Nominierung, obwohl ich kein Freund der Portman bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hacksaw Ridge„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Mel Gibsons neuer Film – mittlerweile glaube ich, dass ich ihn nicht mehr sehen muss
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Arrival„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der neue Film von Denis Villeneuve mit Amy Adams, Jeremy Renner und Forest Whitaker. Oscar-Potenzial
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Edge of Seventeen„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson, Kyra Sedgwick und Hailee Steinfeld (die ich ich nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: warum nicht

Trailer v. Film: „The Bye Bye Man„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

amerikanisches Filmplakat von "Desierto"
amerikanisches Filmplakat von „Desierto“

 

Chicago – Film: „American Pastoral“

Ich war am 21.10.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„American Pastoral“ (dt. Filmtitel: „Amerikanisches Idyll“, dt. Kinostart: 17.11.16) 108 min drama, adaptation
dir. Ewan McGregor cast: Ewan McGregor, Jennifer Connelly, Dakota Fanning, Rupert Evans, Molly Parker, David Strathairn, Hannah Nordberg

 

 

In den 1960er Jahren lebt Seymour (Ewan McGregor) mit seiner Familie im ländlichen Old Rimrock, New Jersey. Er und seine Frau Dawn (Jennifer Connelly) hatten es nie leicht mit ihrer Tochter Merry (Hannah Nordberg), im Alter von 16 Jahren radikalisiert sich das Mädchen (Dakota Fanning). Es ist die Zeit der Studentenkrawalle und Proteste gegen den Vietnamkrieg. Als bei einem Bombenanschlag auf das örtliche Postamt ein Mann getötet wird, gilt Merry schon bald als Hauptverdächtige. Weder Seymour noch Dawn wissen, wo sich ihre Tochter aufhält…

 
B- (Wertung von A bis F) „American Pastoral“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philip Roth. Das Buch wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Es ist das Regiedebüt des schottischen Schauspielers Ewan McGregor („Trainspotting“, „Moulin Rouge!“, The Ghost Writer, The Impossible)

Wenn man sich die amerikanischen Bewertungen zu dem Film anschaut (44% Metacritic, 20% Rotten Tomatoes) könnte man meinen, dass Ewan McGregor seine erste Regiearbeit ziemlich in den Sand gesetzt hat. Das finde ich nicht.

 
Ewan McGregors Charakter war der Kapitän des Footballteams an der Highschool und hat mit der ehemaligen Schönheitskönigin Dawn (gespielt von Jennifer Connelly) die Liebe seines Lebens gefunden und geheiratet. Er übernimmt die Handschuhfabrik seines Vaters, sie ziehen aufs Land und freuen sich über die gemeinsame Tochter. Die Mädchen ist aber schwierig, sie stottert und ist offensichtlich neidisch auf die Schönheit ihrer Mutter. In der Pubertät engagiert sich das Mädchen politisch, radikalisiert sich schließlich und wird verdächtigt, einen Bombenanschlag verübt zu haben „American Pastoral“ ist ein Familiendrama.  Ich habe mich gefragt, wie schlimm es für Eltern sein muss, wenn man ein so furchtbares Kind hat?

 
Zwei der Charaktere (Tochter Merry und die mysteriöse Frau) fand ich grau-en-haft und anstrengend, rührend hingegen ist Ewan McGregors Charakter (der seine Tochter trotzdem liebt und an sie glaubt). Die Vater/Tochter-Beziehung ist nachvollziehbar, ihr wird ein großer Teil des Films gewidmet und dadurch kommt am Ende für mich kein schlechter Film dabei raus. Fasziniert war ich von Jennifer Connellys Performance. Sie spielt hier eine ehemalige Schönheitskönigin, die unter dem Verhalten ihrer Tochter leidet und zunehmend durchdreht. Jennifer Connelly hat in der Vergangenheit schon einige Male bewiesen, wie talentiert sie ist. Den Oscar hat sie für „A Beautiful Mind“ gewonnen. Ich hätte ihn ihr für „House of Sand and Fog“ gegeben, seither war sie schauspielerisch leider nicht mehr wirklich auffällig. Für ihre Rolle hier könnte man sie durchaus berechtigt für den Oscar nominieren.

„American Pastoral“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Dakota Fanning, Jennifer Connelly), Bestes adaptiertes Drehbuch

 

 

„American Pastoral“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. Am 21.10.16 ist er in einigen amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 17.11.16 zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Billy Lynn´s Long Halftime Walk„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ang Lees neuer Film mit Kristen Stewart, Chris Tucker und Steve Martin. Nicht mehr länger im Gespräch als Oscar-Gewinnerfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Damien Chazelles neuer Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hacksaw Ridge„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Mel Gibsons erste Regiearbeit nach dem Skandal vor 10 Jahren – ein Kriegsfilm mit Andrew Garfield. Ich habe keine Lust auf den Film, aber wenn er sich als Oscar-Kandidat hält, muss ich ihn wohl sehen. Bei dem vor „American Pastoral“ gezeigten Trailer kann man auf faszinierende Weise sehen, wie tunlichst vermieden wird, Mel Gibsons Name überhaupt zu erwähnen. Im Trailer: „From the Academy Award Winning Director of „Braveheart“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich will nicht

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Rules Don´t Apply„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Warren Beattys neuer Film mit ihm als Howard Hughes, Annette Bening, Alden Ehrenreich und Lily Collins. Oscar-Film?!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lion„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Dev Patel, Rooney Mara und Nicole Kidman. Ein Oscar-Film und Harveys einziges Pferd im Stall.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

L. A. – Film: „Queen of Katwe“

Ich war am 13.10.16 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Queen of Katwe“ (dt. Kinostart: 20.04.17) 124 min drama, biopic, adaptation
dir. Mira Nair cast: Lupita Nyong´o, David Oyelowo, Madina Nalwanga, Martin Kabanza

 
Die 10-jährige Phiona (Madina Nalwanga) lebt mit ihren beiden kleineren Geschwistern und ihre Mutter (Lupita Nyong´o) in den Katwe-Slums in Kampala, Uganda. Eine Schule kann sich die Mutter für ihre Kinder nicht leisten. Robert Katende (David Oyelowo) ist Fußballtrainer und bringt den Kindern aus den Armenvierteln das Schachspielen bei. Phiona ist sehr begabt, lernt schnell und schon bald könnte sie mit anderen Kindern an einem Schachturnier einer Schule teilnehmen. Dafür muss aber der Trainer kämpfen, weil keiner der Kinder eine Schule besucht…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Queen of Katwe“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film wurde von Tim Crothers Buch „The Queen of Katwe: A Story of Life, Chess, and One Extraordinary Girl´s Dream of Becoming a Grandmaster“ adaptiert. Es ist der neue Film der indisch-amerikanischen Filmemacherin Mira Nair („Monsoon Wedding“, New York, I Love You,The Reluctant Fundamentalist).

Ich habe gehört und gelesen, dass einige „Queen of Katwe“ als Feel-Good-Movie ansehen. Ich war zwar noch nie in Uganda, habe aber einige andere afrikanische Länder bereist und bin kein Freund des Kontinents. Auch wenn die Story dieses Disney-Films ins Feel-Good-Genre fällt, hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, in Afrika zu sein und habe mich nicht wohl gefühlt. Entsprechend war ich froh, als „Queen of Katwe“ endlich zu Ende war. Etwas schmeichelhafter ist dann wohl, dass mir das Ende des Films auch aus einem anderen Grund gefallen hat. Zum Abspann treten nämlich alle Persönlichkeiten, die in dem Film portraitiert wurden neben den Schauspielern auf. Das ist eine sympathische Geste.

Ich hätte mir den Film nicht angeschaut, wenn ich nicht wahnsinnig viel Zeit gehabt hätte und der Film nicht im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen wäre. Die mexikanische Oscar-Gewinnerin Lupita Nyong´o (12 Years a Slave) spielt hier Phionas Mutter. Ich finde sie bildhübsch und würde sie gerne öfter in (besseren) Filmen sehen. Schauspielerisch ist sie und Madina Nalwanga (die ihre Tochter Phiona spielt) mit einem enormen Abstand das Beste in dem gesamten Film.

 

 

„Queen of Katwe“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Madina Nalwanga), Bester Nebendarsteller (David Oyelowo), Beste Nebendarstellerin (Lupita Nyong´o), Bestes adaptiertes Drehbuch

 

 
„Queen of Katwe“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film wurde dort auf den dritten Platz der Publikumspreise (Kategorie Spielfilm) gesetzt. Der Film startet am 23.02.17 in den deutschen Kinos.

 

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

 

 

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Damien Chazelles neuer Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Billy Lynn´s Long Halftime Walk„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ang Lees neuer Film mit Kristen Stewart, Chris Tucker und Steve Martin. Oscar-Film, aber nicht mehr ernsthaft in engerer Auswahl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Dog´s Purpose„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film. Hunde-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fantastic Beasts and Where to Find Them„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Harry Potter-Zeugs mit Eddie Redmayne. Wenn das Beides nicht wäre, würde ich mir den Film wohl anschauen, Colin Farrell, Samantha Morton, Ezra Miller und Katherine Waterston spielen auch mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Beauty and the Beast„
Bewertung des Teasers: D
Kommentar: Bill Condons neues Musical mit Emma Watson, Dan Stevens, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich mag keine Musicals

Trailer v. Film: „Moana„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Disneys neuer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

L.A. – Film: „The Birth of a Nation“

Ich war am 13.10.16 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Birth of a Nation“ (dt. Filmtitel: „The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit, dt. Kinostart: 23.03.17) 118 min drama, biopic
dir. Nate Parker cast: Nate Parker, Armie Hammer, Mark Boone Junior, Jackie Earle Haley, Penelope Ann Miller, Aja Naomi King, Gabrielle Union, Dwight Henry, Tony Espinosa

 
Southhampton County, Virginia. Der Afroamerikaner Nat Turner (Tony Espinosa) ist Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Turner-Plantage aufgewachsen. Im Gegensatz zu den anderen Sklavenkindern durfte er im Haus der Turner-Familie leben und lesen hat er auch gelernt. Dabei durfte er aber einzig die Bibel lesen. Als erwachsener Mann (Nate Parker) fährt er mit seinem Sklavenhalter Sam Turner (Armie Hammer) als Wanderprediger durchs County und predigt vor seinen Leidensgenossen. Die anderen Sklavenhalter bezahlen für seine Predigt, weil sie sich dadurch versprechen, dass es keine Aufruhr unter den Sklaven geben wird. Auf seinen Fahrten wird Nat Turner immer mehr die Unmenschlichkeit der Sklaverei bewusst, nach der brutalen Vergewaltigung seiner Frau Cherry (Aja Naomi King) und einer anderen Sklavin (Gabrielle Union) führt er schließlich einen gewaltsamen Aufstand gegen die Sklavenhalter an.

 

 

C- (Wertung von A bis F) „The Birth of a Nation“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Nate Parke (Arbitrage). Mit dem gleichnamigen amerikanischen Stummfilm aus dem Jahr 1915 hat dieser Film nichts zutun.

 
Jedes Sklavendrama, das bei den Oscars mitspielen will, wird sich mit dem Meisterwerk 12 Years a Slave vergleichen lassen müssen. Natürlich kann „The Birth of a Nation“ dabei nicht gewinnen. Ich habe mich aber auch gefragt, was mir der Filmemacher und Co-Autor Nate Parker hier für eine Geschichte erzählen will. Nat Turner war ein Sklave, der lesen lernte, die Bibel studierte, als Prediger durchs Land tingelte und vor anderen Sklaven sprach, um die ruhig zu stellen. Bei seinen Fahrten wurde Nat Turner die Unmenschlichkeit der Sklaverei immer mehr bewusst und so führt er nach der Massenvergewaltigung seiner Frau und der Vergewaltigung einer anderen Sklavin, einen Sklavenaufstand an. Dabei haben er und seine Komplizen ihre Sklavenhalter brutal abgeschlachtet. Begründet hat er seine Tat mit Bibelzitaten. Vielleicht sehe ich das etwas eng, aber Nat Turner ist für mich kein Held. Das ist für mich eine eindeutige Rachegeschichte. Nate Parker verkauft es aber irgendwie als Heldengeschichte. In einer Szene hat der Regisseur (und zugleich Hauptdarsteller) sich – also Nat Turner – sogar Jesusähnlich inszeniert…von dem Engel gegen Ende des Films brauche ich erst gar nicht anzufangen.

 

 

Man braucht nicht darüber diskutieren wie menschenverachtend und schlimm das System der Sklaverei war, ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass viele Plantagenbesitzer und Sklavenhalter grundböse und ihre Sklaven unbeschreiblich brutal behandelt haben – aber ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder einzelne so war. Hier werden aber alle weißen Männer so dargestellt, Schauspieler Jackie Earle Haley treibt das Ganze auf die Spitze, sein Charakter wirkt wie die Karikatur eines Sklavenhalters.

Nate Parker hat acht Jahre an seinem Projekt gearbeitet, dabei herausgekommen ist ein typischer Hollywood-Film über Nat Turners Leben, ohne dass „The Birth of a Nation“ von einem Hollywoodstudio finanziert wurde. Da kein Filmstudio diese Geschichte finanzieren wollte, hat Nate Parker die 8,5 Millionen Dollar Produktionskosten von verschiedenen Investoren (u.a. Sportler und Zahnärzte) aufgetrieben.

Nate Parker spielt hier die Hauptrolle und führt zum anderen auch erstmalig Regie. Als Schauspieler fand ich ihn bislang nicht schlecht, hier hat er meine Geduld aber etwas überstrapaziert. Als Regisseur ist er nicht talentfrei, allerdings nervt es mich, wenn Regisseure mit ihren Regietricks (durch Musik- und Lichteinflüsse, aber auch mit eindeutigen Kameraeinstellungen), den Zuschauer versuchen, zu manipulieren. Steven Spielberg ist ein Meister darin – vielleicht hat Nate Parker einfach zu viele Spielberg-Filme gesehen.

 
Biopics sollten sich grundsätzlich an die wichtigsten Fakten halten und diese auch darstellen. Bei dem, von Nat Turner angeführten Sklavenaufstand wurden 60 Weiße mit Äxten und Beilen niedergemetzelt – darunter waren auch Frauen, Kinder und sogar ein Baby und nicht nur das, durch diesen fehlgeschlagenen Aufstand hat er das Leben von so vielen, an dem Aufstand unschuldigen Sklaven natürlich noch verschlimmert, aus Vergeltung wurden dann rund 100 Sklaven getötet. Das hätte in einem Nat-Turner-Biopic nicht fehlen dürfen. Nate Parker hat dafür die Massenvergewaltigung von Nat Turners Frau und die Vergewaltigung einer anderen Sklavin erfunden, sie dienen seinem „Helden“ Nat Turner als Auslöser für seinen Aufstand. Gerade die ausgedachte Vergewaltigung ist hinsichtlich der Vergangenheit von Co-Produzent, Co-Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Nate Parker, höflich gesagt, sehr schwierig.

Nate Parker hat seinen Film erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt und dort wurde er frenetisch gefeiert. Es gab stehende Ovationen bevor und nachdem der Film gezeigt wurde. Um die Stimmung in Sundance nachvollziehen zu können, muss man die Umstände sehen. Wenige Tage zuvor wurden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben und das zweite Jahr in Folge war keine Diversität bei den Nominierungen zu sehen. AMPAS sah sich einem Shitstorm sondergleichen ausgesetzt. (Besser bekannt als #Oscars-So-White). In dieser Aufregung kam ein Film eines Afroamerikaners über die Sklaverei und einen schwarzen Sklaven, der einen Sklavenaufstand anführte, natürlich gerade recht.

In der ganzen Euphorie hat Netflix rekordbrechende 20 Millionen Dollar für den Film geboten,  Nate Parker hat den Film aber dann für 17,5 Millionen Dollar an Fox Searchlight verkauft. Für ihn war damit gesichert, dass „The Birth of a Nation“ eine Oscar-Kampagne erhält. Zwei Jahre zuvor, im Jahr 2014, hat Fox Searchlight erst Steve McQueens „12 Years a Slave“ zu einem Oscar-Gewinn als Bester Film verholfen.

Mittlerweile ist „The Birth of a Nation“ in den amerikanischen Kinos gestartet (und gefloppt). In den U.S.A. wurde öffentlich zum Boykott des Films aufgerufen. Viel zu umstritten ist Nate Parker mittlerweile. In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2017  hatte ich bereits darüber berichtet, dass er und sein afroamerikanischer Co-Autor von „The Birth of a Nation“ im Jahr 1999 eine weiße Kommilitonin vergewaltigt haben sollen. Es gab Hinweise, dass die Studentin in der vermeintlichen Tatnacht bewusstlos oder zumindest völlig betrunken gewesen sein muss. Letztlich hat sie Nate Parker und Jean Celestine angezeigt, der Fall landete vor Gericht und während Jean Celestine zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde, wurde Nate Parker freigesprochen. Celestine ging in Berufung, der Fall wurde letztlich eingestellt – auch weil das Opfer nicht ein weiteres Mal vor Gericht aussagen konnte oder wollte. Diese Vergewaltigungsgeschichte ist nicht unbekannt, seit Jahren gab es einen Eintrag auf Nate Parkers Wikipedia-Seite. Seit Januar gilt „The Birth of a Nation“ nun aber als potenzieller Oscar-Kandidat. Oscar-Kampagnen können ähnlich schmutzig sein wie US-amerikanische Präsidentschaftskampagnen (wobei Donald Trump dieses Jahr die Messlatte unerreichbar hoch gelegt hat). Jedenfalls um den möglichen Konkurrenten während der Oscar-Saison den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat sich Fox Searchlight nun im August bereiterklärt, mit der Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Schuss ging nur leider nach hinten los, Nate Parker stellte sich in einem Interview als Opfer dar und dann kam kurz darauf noch heraus, dass sich das vermeintliche Vergewaltigungsopfer in der Zwischenzeit das Leben genommen hat. Unabhängig wie gut oder schlecht der Film „The Birth of a Nation“ ist, ab dem Moment spätestens waren die Chancen auf einen Oscar-Gewinn  von Nate Parker und seinem Film gelaufen. Kurz bevor sein Film in die amerikanischen Kinos gekommen ist, habe ich Nate Parker live im Frühstücksfernsehen gesehen und fand ihn sehr unsympathisch und arrogant. Wäre ich seine PR-Beraterin, ich hätte ihm nach dem Interview im August davon abgeraten, je wieder ein Interview zu geben. Fakt ist, die Academy-Mitglieder stimmen grundsätzlich nicht für einen Film eines hauptsächlich durch einen Vergewaltigungsskandals bekannten Schauspieler, der sich auch noch so unsympathisch präsentiert. Erschwerend hinzu kommt, dass der Film – auch objektiv betrachtet – nicht besser als Durchschnitt ist.

 

 

„The Birth of a Nation war (ist) für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Nate Parker), Bester Nebendarsteller (Armie Hammer), Beste Nebendarstellerin (Aja Naomi King), Bestes Originaldrehbuch

 

 

„The Birth of a Nation“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Mitten in der Oscars-So-White-Debatte hat der Film dort sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis gewonnen. Am 7.10.16 ist der Film in die amerikanischen Kinos gekommen. „The Birth of a Nation“ kommt am 23.03.17 in die deutschen Kinos.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Inferno„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Mal wieder eine Dan-Brown-Verfilmung mit Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Ganz aktuell hat sich Viola Davis dazu entschlossen, als Beste Nebendarstellerin zu kandidieren. Für diese Theaterrolle hat sie den Tony als Beste Hauptdarstellerin gewonnen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Moonlight„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Barry Jenkins wunderbarer Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF54 gesehen

 
Trailer v. Film: „Get Out„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Catherine Keener
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Rogue One: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ein Film aus dem Star-Wars-Universum mit Felicity Jones, Ben Mendelsohn, Forest Whitaker und Mads Mikkelsen. Den Sinn verstehe ich nicht, außer dass man bei Lucasfilm und Disney alle Möglichkeiten ausschöpft, richtig viel Geld mit dem Namen „Star Wars“ zu machen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Ganz klar sehe ich hier eine Oscar-Nominierung, obwohl ich kein Freund der Portman bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: abwarten

 

amerikanischer Aufsteller von "The Birth of a Nation"
amerikanischer Aufsteller von „The Birth of a Nation“

 

Berlin – Film: „The Girl on the Train“

Ich war am 10.10.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Girl on the Train“ (dt. Filmtitel: „Girl on the Train“, dt. Kinostart: 27.10.16) 105 min thriller, drama, adaptation
dir. Tate Taylor cast: Emily Blunt, Rebecca Ferguson, Haley Bennett, Justin Theroux, Luke Evans, Allison Janney, Edgar Ramirez, Lisa Kudrow

 
Rachel (Emily Blunt) fährt jeden Morgen und jeden Abend mit dem Zug nach Manhattan. Sie kommt immer an einem idyllischen Haus vorbei und beobachtet ein scheinbar perfektes Paar (Haley Bennett und Luke Evans). Früher hat sie mit ihrem Ex-Mann (Justin Theroux) in der Nachbarschaft gewohnt. Er lebt immer noch dort, allerdings jetzt mit seiner neuen Frau (Rebecca Ferguson) und dem gemeinsamen Baby. Rachel hat die Scheidung noch nicht verarbeitet, außerdem ist sie Alkoholikerin. Um sich abzulenken, beobachtet sie nun beim Vorbeifahren weiter dieses scheinbar perfekte Paar und malt sich Stories aus. Eines Tages sieht sie, wie die junge hübsche Frau auf der Terrasse einen anderen Mann küsst. Kurz darauf ist die Frau verschwunden…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „The Girl on the Train“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Paula Hawkins. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Tate Taylor (The Help, Get On Up).

Bei „The Girl on the Train“ liegt so vieles im Argen. Ich habe das Buch nicht gelesen, aber es kann nicht gut sein. Kein überdurchschnittlicher Regisseur wollte diesen Roman verfilmen und für die Besetzung wurden, mit zwei Ausnahmen (Emily Blunt und Allison Janney), auch nur zweitklassige Darsteller gefunden.

Dieses Projekt muss sich natürlich den Vergleich zu „Gone Girl“ gefallen lassen. Das Buch hatte ich seinerzeit schnell gelesen, war auch nichts anderes als Strandlektüre, aber sehr spannend und gut erzählt. Einer der besten amerikanischen Regisseure, David Fincher („Fight Club“, „Panic Room“, Zodiac, The Social Network) hat dann die ideale Besetzung gefunden und aus dieser Geschichte (einer übrigens auch unzuverlässigen Erzählerin) einen soliden Thriller inszeniert. Letztlich stand der Film dann kurz davor, für mehrere wichtige Oscars nominiert zu werden. Es endete damit, dass einzig Hauptdarstellerin (Rosamunde Pike) für den Academy Award nominiert wurde. Und damit  komme ich bereits dazu, warum ich mich über „The Girl on the Train“ so ärgere. Ganz am Anfang war ich noch etwas irritiert darüber wie die Hauptdarstellerin Emily Blut hier aussieht, bis sich dann aber sehr schnell herausstellte, dass sie eine Alkoholikerin spielt. Emily Blunt ist zweifelsfrei das Beste in „The Girl on the Train“. Mit dieser Performance könnte sie eine Nominierung für die wichtigsten Filmpreise bekommen, leider spielt sie aber in einem billigen und miserablen Fernseh-Film mit. Das Ende ist sogar so übel, dass ich geneigt war, eine noch schlechtere Bewertung abzugeben. Filmemacher Tate Taylor trägt für mich die meiste Schuld. Ich bin mir fast sicher, dass Fincher aus dieser Romanvorlage trotzdem noch einen B oder B- Film herausgeholt hätte.

Haley Bennett, die in „The Girl on the Train“ die Megan spielt, hat eine frappierende Ähnlichkeit mit Schauspielerin Jennifer Lawrence – irgendwie zeigt auch das, dass die Besetzung nur eine zweite Wahl ist.

 
„The Girl on the Train“ war  für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film. Emily Blunt hält sich immer noch wacker im (größeren) Kreis der Favoriten, die Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin haben.

„The Girl on the Train wurde am 7.10.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kommt der Film am 27.10.16 ins Kino. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

 

deutscher Trailer:

 

 

 

NYC – Film: „Denial“

Ich war am 01.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Denial“ 110 min drama, adaptation, biopic
dir. Mick Jackson cast: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall, Andrew Scott

 
Die US-amerikanische Geschichtswissenschaftlerin Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) hat im Jahr 1993 ein Buch mit dem Titel „Denying the Holocaust“ veröffentlicht. Darin erwähnt sie den Briten David Irving (Timothy Spall) als Holocaust-Leugner. Als das Buch auch in Großbritannien herausgebracht wird, fühlt David Irving seinen Ruf beschädigt und strengt eine Klage wegen Beleidigung, übler Nachrede und Geschäftsschädigung vor dem höchsten englischen Zivilgericht an. Nach dem britischen Rechtssystem muss die jüdische Historikerin nun beweisen, dass der Holocaust stattgefunden hat.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Denial“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Verfilmung des Buchs „History on Trial: My Day in Court with a Holocaust Denier“ von Deborah Lipstadt. Es ist ein Film des englischen Filmemachers Mick Jackson („L.A. Story“, „Volcano“, HBO-Biopic Temple Grandin)

 
„Denial“ ist ein Film, der zu Diskussionen anregt. Dieser Film sollte in der Schule gezeigt werden, das wäre effektiver als mancher Schulunterricht über den Holocaust.

Ich konnte mich noch daran erinnern, David Irving eine Zeit lang in der Presse gesehen zu haben, die Verhandlung und das Urteil war mir aber nicht mehr präsent, um so spannender war der Ausgangs des Films für mich.

 
Hat Tom Wilkinson einen Oscar? Ich habe mich während des Films – insbesondere bei jedem Auftritt von Tom Wilkinson – gefragt, ob und wofür er noch mal einen Oscar gewonnen hat. Ich beschäftige mich nun sehr viel mit den Oscars, solche Dinge fallen mir trotzdem manchmal partout nicht ein. Natürlich hat es mir keine Ruhe gelassen und sofort nach dem Ende des Film habe ich recherchiert, Tom Wilkinson hat zwei Oscar-Nominierungen (für „In the Bedroom“ und Michael Clayton), aber er wurde tatsächlich noch nicht mit dem Academy Award ausgezeichnet. Gerade wird darüber gesprochen, ob Denzel Washington evtl. seinen dritten Oscar im nächsten Jahr gewinnt. Denzel sehe ich in erster Linie als Filmstar, er ist kein schlechter Schauspieler, aber er spielt auch niemals in einer Liga mit Meryl Streep und Daniel Day-Lewis. Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, würden sich die Oscar-Experten dieses Jahr darüber unterhalten, ob Tom Wilkinson seinen dritten Oscar erhält. Er ist so unverschämt gut in allem was er macht und das sollte auch langsam mal ausgezeichnet werden, z.B. für seine Performance in „Denial“

 
„Denial“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Rachel Weisz), Bester Nebendarsteller (Timothy Spall, Tom Wilkinson), Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Denial“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 30.09.16 in einigen amerikanischen Kinos gestartet.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Inferno„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Mal wieder eine Dan-Brown-Verfilmung mit Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Birth of a Nation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Nate Parkers Sklavendrama über Nat Turner
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Paterson„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jim Jarmuschs neuer Film mit Adam Driver
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF54 gesehen

Trailer v. Film: „Moonlight„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF54 gesehen

Trailer v. Film: „Manchester by the Sea„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama. Ein Oscar-Film. Mit Casey Affleck, Michelle Williams und Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF54 gesehen

 

amerikanisches Filmplakat von "Denial"
amerikanisches Filmplakat von „Denial“

 

NYC – Film: „Paterson“

Ich war am 2.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Paterson“ (dt. Kinostart: 17.11.16) 118 min drama, comedy
dir. Jim Jarmusch cast: Adam Driver, Golshifteh Farahani, William Jackson Harper, Kara Hayward, Jared Gilman, Masatoshi Nagase

 
Paterson (Adam Driver) arbeitet als Busfahrer in einem Städtchen, das so heißt wie er: Paterson. Tagsüber chauffiert er seine Fahrgäste auf der Strecke der Linie 23 und lauscht ihren Gesprächen, nach Feierabend fährt er zu seiner Frau Laura (Golshifteh Farahani) und dem Hund Marvin nach Hause zurück. Abends geht er noch mit dem Vierbeiner Gassi und schaut auf ein Bier in seiner Stammkneipe vorbei. Jeder Tag läuft in Patersons Leben nach dieser Routine ab, nur in seinen Arbeitspausen verschwindet er in eine andere Welt. Paterson schreibt Gedichte in sein Notizbuch und lässt dabei seinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf.

 

 

B (Wertung von A bis F) Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Jim Jarmusch („Down by Law“, „Mystery Train“, „Night on Earth“, The Limits of Control). Nach „Only Lovers Left Alive“ ist „Paterson“ erst der zweite Film, den er digital gedreht hat.

Jim Jarmuschs Filme sind meist ruhig und voller Poesie. Auch „Paterson“ ist relativ ereignislos, dafür aber ein harmonischer Film, der unbedingt gesehen werden will. Der amerikanische Dichter Ron Pageant hat nicht nur Teile seiner Werke für den Film zur Verfügung gestellt, er hat sogar eigens für diesen Film Verse geschrieben.

 
Jim Jarmusch hat den sanften, genügsamen und feingeistigen Paterson perfekt mit Adam Driver (Inside Llewyn Davis, While We´re Young, „Star Wars: The Force Awakens“) besetzt. Wenn man ihn hier sieht, ist ein anderer Schauspieler in dieser Rolle undenkbar. Auch glaubwürdig ist die persische Schauspielerin Golshifteh Farahani („About Elly“, Rosewater) als Patersons Ehefrau und Künstlerin mit einem ausgeprägten Schwarz-Weiß-Tick, mir ging ihr Charakter allerdings zunehmend auf die Nerven.

 
Jim Jarmusch ist ein großer Fan von Wes Andersons Filmen und so hat er kurzerhand die Kinder aus Moonrise Kingdom (gespielt von Kara Hayward und Jared Gilman) hier besetzt. Sie haben einen kleinen Auftritt im Bus.

 

„Paterson“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Bestes Originaldrehbuch.

 

 

„Paterson“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016. Die Englische Bulldoggen-Hündin Nellie (im Film der Rüde Marvin) wurde posthum mit dem Palm Dog Award in Cannes ausgezeichnet. Der Film startet am 28.12.16 in den amerikanischen Kinos, in Deutschland ist der Film bereits ab dem 17.11.16 zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2016 gesehen. Der Filmemacher Jim Jarmusch und der Hauptdarsteller Adam Driver waren anwesend, wurden von dem Direktor des New York Film Festivals, Kent Jones, interviewt und haben sich im Anschluss, den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

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Regisseur Jim Jarmusch vor dem Screening seines Films "Paterson" auf dem New York Film Festival 2016.
Regisseur Jim Jarmusch vor dem Screening seines Films „Paterson“ auf dem New York Film Festival 2016

 

Regisseur Jim Jarmusch, Schauspieler Adam Driver und der Direktor der New York Film Festspiele Kent Jones. Interview zum Film "Paterson"
Regisseur Jim Jarmusch, Schauspieler Adam Driver und der Direktor der New York Film Festspiele Kent Jones. Interview zum Film „Paterson“

 

 

 

NYC – Film: „I, Daniel Blake“

Ich war am 1.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„I, Daniel Blake“ (dt. Filmtitel: „Ich, Daniel Blake“, dt. Kinostart: 24.11.16) 100 min drama
dir. Ken Loach cast: Dave Johns, Hayley Squires, Dylan McKierman, Briana Shann

 
Nach einem Herzinfarkt ist der 59-jährigen Daniel Blake (Dave Johns) arbeitsunfähig. Ein Leben lang hat er gearbeitet und muss jetzt zum ersten Mal staatliche Unterstützung beantragen. In Großbritannien werden die Anträge heutzutage online gestellt, Daniel hat aber noch nie an einem Computer gesessen. Auch sonst ist er mit der endlosen Bürokratie überfordert. Auf dem Amt lernt er die alleinerziehende Mutter Katie (Hayley Squires) kennen und freundet sich mit ihr an…

 
B+ (Wertung von A bis F) „I, Daniel Blake“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Ken Loach („My Name is Joe“).

Der Film ist ein britisches Sozialdrama, das vor allen Dingen durch sein bewegende Ende gewinnt.

Zwischendurch habe ich mich gefragt, warum dieser Film und nicht Toni Erdmann dieses Jahr den Hauptpreis in Cannes gewonnen hat. „I, Daniel Blake“ ist letztlich aber ein wirklich bewegender Film und zum Schluss sind mir hemmungslos die Tränen gelaufen.

 
Beide Protagonisten wirken authentisch und sind liebenswert. Auch wenn man hoffentlich nie in so eine verzweifelte Lage gerät, kann man nachvollziehen, wie es sein muss. Daniel Blakes Frau ist verstorben, er hat immer als Handwerker gearbeitet und nie einen Computer besessen – wozu auch? Jetzt ist er krank, will sich arbeitssuchend melden und ist auf finanzielle Hilfe vom Staat angewiesen. Mit den Anträgen, die er stellen muss, wird er allein gelassen. Die Sachbearbeiter haben anderes zutun, als ihm bei den bürokratischen Hürden, hilfreich unter die Arme zu greifen. Wenn man so etwas sieht – auch wenn es nur ein Spielfilm ist – stimmt einen das wütend und traurig.

 
„I, Daniel Blake“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Dave Johns), Beste Nebendarstellerin (Hayley Squires).

 
„I, Daniel Blake“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. Ken Loach wurde  bereits mit einer Goldene Palme für seinen Film „The Wind That Shakes the Barley“ im Jahr 2006 ausgezeichnet. „I, Daniel Blake“ ist in Deutschland ab dem 24.11.16 zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2016 gesehen. Beide Hauptdarsteller waren anwesend.

 
Trailer zu sehen:

 

 

Die beiden Hauptdarsteller (Dave Johns, Hayley Squires) von "I, Daniel Blake" auf dem New York Film Festival.
Die beiden Hauptdarsteller (Dave Johns, Hayley Squires) von „I, Daniel Blake“ auf dem New York Film Festival.

NYC – Film: „Moonlight“

Ich war am 2.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Moonlight“ (dt. Kinostart: 09.03.17) 110 min drama, adaptation
dir. Barry Jenkins cast: Trevante Rhodes, André Holland, Janelle Monáe, Naomie Harris, Mahershala Ali, Alex Hibbert, Jaden Piner, Ashton Sanders, Jharrel Jerome
Chiron (Alex Hibbert) ist zehn Jahre alt, sehr schüchtern und anders als seine gleichaltrigen Schulkameraden. Kev (Jaden Piner) ist noch ganz okay, aber seine anderen Mitschüler mobben ihn ständig. Auch Zuhause hat er keinen Halt, seine Mutter (Naomie Harris) ist drogensüchtig und der Vater hat schon lange das Weite gesucht. Eines Tages lernt er einen Erwachsenen, Juan (Mahershala Ali), kennen, er freundet sich mit ihm und seiner Freundin Teresa (Janelle Monáe) an.

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Moonlight“ basiert auf das von Tarell Alvin McCraneys geschriebene semi-autobiografische Theaterstück „In Moonlight Black Boys Look Blue“. Es ist erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Regisseurs Barry Jenkins („Medicine for Melancholy“).

 
„Moonlight“ ist ein Porträt des Afroamerikaners Chiron. Es ist eine Charakterstudie, bei dem man Chiron als Kind (in dem Kapitel „Little), als Jugendlicher (in dem Kapitel („Chiron“) und als Erwachsener (in dem Kapitel „Black“) begleitet und an seinem Leben teilnimmt. Es ist ein intensiver Film über das Erwachsenwerden, das Anderssein, das Schwul sein – ohne es sich aber selbst eingestehen zu können oder zu wollen und schließlich ist es auch eine Liebesgeschichte zwischen zwei afroamerikanischen Männer.

Ich hätte dieser Geschichte noch ewig zuschauen können. Ganz besonders war ich von Juan begeistert, den der kleine Chiron kennenlernt. Gespielt wird er von dem wunderbaren Mahershala Ali (Free State of Jones). Leider taucht Juan später nicht wieder auf und es wurde auch nicht mehr über die, für Chiron so wichtige Person gesprochen. Im anschließenden Q & A auf dem New York Film Festival wurde der Regisseur Barry Jenkins darauf angesprochen. Er meinte, dass es so beabsichtigt war, weil es manchmal Menschen gibt, die in einem Leben auftauchen, für eine gewisse Zeit wichtig sind und dann aber aus verschiedenen Gründen einfach nicht mehr da sind. Ich habe darüber nachgedacht und kann dem nur beipflichten.

 
Im Jahr 2006 – ein Jahr bevor ich meine Oscar-Prognosen erstmalig veröffentlichte – hat Paul Haggis Film „Crash“ völlig überraschend den Oscar gewonnen. Ang Lees „Brokeback Mountain“ war damals DER Favorit. Für viele Oscar-Experten gilt „Crash“ noch heute als einer der schlechtesten Oscar-Gewinner-Filme überhaupt und das Ganze als einer der größten Oscar-Skandale. War es doch der Beweis, das AMPAS hauptsächlich von homophoben, alten, weißen Männern dominiert wurde. Ich sehe es etwas differenzierter, mochte „Brokeback Mountain“ fand aber „Crash“ (in Deutschland übrigens unter „L.A. Crash“ geführt) nicht so schlimm, mein Lieblingsfilm von den seinerzeit fünf nominierten Filmen war George Clooneys „Good Night, and Good Luck“.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und geguckt wie viele neue Künstler AMPAS in den letzten zehn Jahren jährlich eingeladen hat:

2006 – 120
2007 – 115
2008 – 105
2009 – 134
2010 – 135
2011 – 178
2012 – 176
2013 – 276
2014 – 271
2015 – 322
2016 – 683

Wenn man sich die Listen, der Künstler, die eingeladen wurden anschaut, kann davon ausgehen, dass AMPAS seither viel „bunter“ geworden ist: viele Frauen, Nicht-Weiße, Homosexuelle (ob offen oder nicht) und überhaupt wesentlich jüngere Künstler beleben seither die Academy. Für die Oscar-Experten wird es dadurch immer schwieriger, zu ergründen was DIE Academy wohl wählt. „Moonlight“ ist so gut, dass ich mir fast sicher bin, dass er als Bester Film nominiert wird. Mit dem Oscars-So-White-Desaster im Rücken gibt es noch drei andere Filme („Fences“, „Loving“ und „The Birth of a Nation“), die nominiert werden könnten. Ob einer der drei („Birth“ hat keine Chance, ich berichtete darüber) Filme letztlich bei dieser NEUEN ACADEMY den Oscar gewinnt, kann man derzeit noch nicht sagen. Die Chancen für einen (schwarzen) Gay-Film der Oscar-Gewinner-Film zu sein, stehen aber definitiv besser als noch vor 10 Jahren.

„Moonlight“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali, Trevante Rhodes, Andre Holland), Beste Nebendarstellerin (Naomi Harris), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Moonlight“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film startet am 21.10.16 in einigen amerikanischen Kinos. Ich habe ihn auf dem New York Film Festival 2016 gesehen. Im Anschluß an den Film gab es stehende Ovationen. Der Filmemacher Barry Jenkins und die komplette Besetzung waren anwesend und haben sich den vielen Fragen des Publikums gestellt. Der Film startet am 09.03.17 in den deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

amerikanisches Filmplakat von "Moonlight"
amerikanisches Filmplakat von „Moonlight“

 

Vor dem Screening von "Moonlight" auf dem New York Film Festival zeigt sich der Regisseur und seine Besetzung dem Publikum.
Vor dem Screening von „Moonlight“ auf dem New York Film Festival zeigt sich der Regisseur und seine Besetzung dem Publikum.

 

 

Nach dem Screening von "Moonlight" auf dem New York Film Festival zeigt sich Barry Jenkins (links) mit seinen Schauspielern unter tosendem Applaus vom Balkon des Theaters.
Nach dem Screening von „Moonlight“ auf dem New York Film Festival zeigt sich Barry Jenkins (links) mit seinen Schauspielern unter tosendem Applaus vom Balkon des Theaters.

 

NYC – Film: „Manchester by the Sea“

Ich war am 2.10.16 in New York und am 26.11.16 in Chicago habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Manchester by the Sea“ (dt. Kinostart: 19.1.17) 137 min drama
dir. Kenneth Lonergan cast: Casey Affleck, Lucas Hedges, Michelle Williams, Kyle Chandler, Tate Donovan,  Gretchen Mol, Matthew Broderick

 

 

Lee Chandler (Casey Affleck) lebt in Boston und arbeitet als Hausmeister. Eines Tages erfährt er, dass sein Bruder Joe (Kyle Chandler) gestorben ist. Er war zwar herzkrank, aber so plötzlich hat niemand mit seinem Ableben gerechnet. Lee fährt in seine Heimatstadt, Manchester-by-the Sea, zurück und kümmert sich um seinen 16-jährigen Neffen Patrick (Lucas Hedges). Im Testament hat ihn sein Bruder als Vormund für den Jungen bestimmt. Mit dieser Verantwortung ist Lee überfordert…

 
A- (Wertung von A bis F) Nach den Filmen „You Can Count on Me“ und Margaret ist „Manchester by the Sea“ erst die dritte Regiearbeit des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Kenneth Lonergan.

Als ich mein Ticket für Manchester by the Sea“ gekauft habe, habe ich mich bereits darauf eingerichtet, deprimiert aus dem Kino zu kommen. Der Film ist jedoch anders, als ich erwartete. Es ist ein Drama, traurig – klar, aber auch unglaublich witzig, manchmal wurde in der Vorstellung so viel und so laut gelacht, dass man beinahe Mühe hatte, die Dialoge komplett zu verstehen.

Der Humor resultiert hauptsächlich aus der authentischen und lebensnahen Beziehung von Lee und Patrick. Der Alltag der Beiden bietet viel Situationskomik und auch ist die Kommunikation dieser beiden glaubwürdigen Persönlichkeiten teilweise brüllend komisch. Die Beziehung wirkt so echt, es hätte auch eine Reportage über einen Onkel und seinen nervigen Teenager-Neffen sein können.

 
Casey Affleck spielt hier einen introvertierten, sympathischen jungen Mann – einen ganz normalen Typen, der natürlich nicht fehlerfrei ist. Ich erinnere mich an eine Situation in einer Bar, bei der ich – in dem Moment – nicht wirklich nachvollziehen konnte, warum er auf eine bestimmte Art reagierte. Wie das Schicksal bei Lee zugeschlagen hat, warum Lee von den Einwohnern in Manchester als DER Lee Chandler bezeichnet wird, erfährt der Zuschauer in Rückblenden. Man sieht, wie das Schicksal bei ihm zugeschlagen hat und warum er es nicht länger in dem Kaff ausgehalten hat. Jetzt bekommt er von jetzt auf gleich die Vormundschaft für seinen 16-jährigen Neffen aufs Auge gedrückt. Als Zuschauer nimmt man teil an dem Leben dieser Beiden, der Teenager mit seinen riesigen Teenager-Problemen und der Onkel, der nicht so richtig weiß, wie er damit umgehen soll. Irgendwann steht man Lee und Patrick so nah, dass man Teil der Familie sein könnte. Ich weiss nicht warum, aber ich hatte die ganze Zeit befürchtet, dass Lee und Patrick am Ende noch etwas Schreckliches zustösst. Es ist die Angst, die man bei Menschen hat, die einem nahestehen.

„Manchester by the Sea“ ist, meiner Meinung nach, einer der besten Filme des Jahres 2016. Es ist ein intensiver, aber unaufgeregter Film, der nicht auf ein spektakuläres Ende hinarbeitet.

Diese Performance wird Casey Affleck nach „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ höchstwahrscheinlich seine zweite Oscar-Nominierung einbringen. Rückblickend betrachtet ist ER der Film, es ist seine Geschichte und ihn habe ich immer noch direkt vor Augen. Mit den Afflecks als Schauspieler habe ich mich immer schwer getan. Ben Affleck fand ich erstmalig in Gone Girl gut, was aber weniger an seiner Performance als mehr daran lag, dass er für die Rolle idealbesetzt war. Casey Affleck ist natürlich der eindeutig besserer Schauspieler der beiden Brüder, aber irgendwie fand ich auch ihn immer überschätzt. Mit „Manchester by the Sea“ sehe ich das erstmalig anders, hier wäre es sogar gerechtfertigt, wenn er mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Wobei man hier auch ganz klar sagen muss, dass er für die Rolle auch perfekt besetzt ist. Im Moment ist Casey Affleck sogar der Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Hauptdarsteller ist. In einer Nebenrolle ebenso erstklassig ist Lucas Hedges. Viele Kritiker loben die Performance von Michelle Williams in den Himmel, das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie ist gut – das ist sie immer, aber hier steht sie im Schatten von Casey Affleck und Lucas Hedges.

 
„Manchester by the Sea“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Lucas Hedges, Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Michelle Williams), Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik

„Manchester by the Sea“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film startet am 18.11.16 in einigen amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 19.1.17 zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2016 gesehen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

NYC – Film: „13th“

Ich war am 30.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
13th“ (in Deutschland ab 7.10.16 auf Netflix zu sehen) 100 min documentary
dir. Ava DuVernay cast: Angela Davis, Newt Gingrich

 
Der 13. Zusatzartikel der US-amerikanischen Verfassung wurde im Jahr 1865 vom Kongress verabschiedet. Damit war die Sklaverei offiziell abgeschafft. Die Afro-Amerikaner waren dadurch freie Menschen, hätte es für die Weißen nicht andere Mittel gegeben, um sie weiter klein zu halten. Seit der Nixon-Ära in den 1970er Jahren wurden sie bereits für kleinere Delikte (Besitz von Haschisch, etc.) verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Einer von drei Afro-Amerikaner wird während seines Leben irgendwann hinter Gittern landen und damit von der Teilhabe an der amerikanischen Gesellschaft ausgeschlossen sein. Im Jahr 1970 gab es 357.292 amerikanische Strafgefangene – im Jahr 2016 sitzen über 2,3 Millionen U.S.-Amerikaner im Gefängnis.

 

 

B+ (Bewertung von A bis F) „13th“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Ava DuVernay („Middle of Nowhere“, Selma). Es ist der erste Dokumentarfilm, der das New York Film Festival eröffnet.

Ava DuVernay hat früher als Journalistin und dann als PR-Beraterin gearbeitet. Hat sich dann mit ihrer eigenen Firma selbständig gemacht und u.a. Oscar-Kampagnen für Michael Mann, Steven Spielberg und Clint Eastwood geführt. Im Jahr 2008 hat sie als Filmemacherin ihre ersten Dokumentation veröffentlicht. Vier Jahre später hat sie mit dem Spielfilm „Middle of Nowhere“ auf dem Sundance Film Festival ihren ersten Preis als Regisseurin erhalten. Weitere zwei Jahre später, im Jahr 2014, wurde ihr Film „Selma“ als Bester Film für einen Academy Award nominiert. Heute ist die Afroamerikanerin eine einflussreiche Persönlichkeit in der Filmbranche. Sie besitzt das Feingespür und das perfekte Timing für Themen, die die U.S.Amerikaner bewegen.

Die amerikanische Filmemacherin schafft mit ihrem Film eine Verbindung von dem Ende der Sklaverei zur systematischen Stigmatisierung und Kriminalisierung der Afroamerikaner. Seit Präsident Richard Nixon Drogen den Krieg erklärte, wanderten unzählige amerikanische Bürger (vorwiegend Latinos und Schwarze) wegen geringer Drogendelikte ins Gefängnis. Seither hat sich das amerikanische Gefängnissystem zu einem sehr profitablen Wirtschaftszweig entwickelt. Schließlich findet die Regisseurin zu der heutigen Situation in den U.S.A., in der die Polizeigewalt gegenüber Schwarzen alltäglich ist und die BLACK-LIVES-MATTER-Bewegung daraus entstanden ist.

 
Der Film ist eine smarte, sehr wütende, aber hervorragend recherchierte und unterhaltsam zusammengestellte Dokumentation. In meinen Augen neigt sie mit ihrer Dokumentation aber auch dazu, die Situation etwas zu vereinfachen, nicht alle Afroamerikaner sitzen wegen eines Bagatelldeliktes im Gefängnis. Auch war mir der Film etwas zu lang.

Die Filmemacherin setzt viel Archivmaterial (z.B. Filmausschnitte des erschreckend rassistischen Films „The Birth of a Nation“ aus dem Jahr 1915, Originalfilm- und Tonaufnahmen von Gewaltverbrechen gegenüber Afroamerikanern, aber auch mit Aussagen von diversen U.S.-Präsidenten), sie lässt aber auch Experten wie die amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis zu Wort kommen und setzt schließlich Animationen und Musik wirkungsvoll ein.

 
Der Film „13th“ hiess übrigens zunächst „The 13th“ und wurde unmittelbar vor der Eröffnung des New York Film Festivals noch umbenannt.

 
„13th“ ist für Oscar-Nominierungen als Bester Dokumentarfilm, aber auch als Bester Film im Gespräch. Für die Kategorie Bester Dokumentarfilm hat er sich sofort als Favorit positioniert. Oscars-So-White wird dabei helfen, wobei mir tatsächlich O.J.: Made in America besser gefallen hat.

 
„13th“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2016 gezeigt. Der Film startet am 7.10.16 in einigen amerikanischen Kinos und ist zeitgleich auf Netflix abrufbar. Ich habe den Film am Eröffnungsabend auf dem New York Film Festival gesehen. Zum Schluss gab es Applaus. Während meiner Vorstellung (Opening Night des NYFF54) haben jedoch auch einige Zuschauer das Kino verlassen.

Trailer zu sehen:

 

 

 

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NYC – Film: „Deepwater Horizon – 4D“

Ich war am 30.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Deepwater Horzion – 4D“ (dt. Kinostart: 24.11.16) 107 min drama, action, adaptation, biopic
dir. Peter Berg cast: Mark Wahlberg, Kurt Russell, John Malkovich, Kate Hudson, Dylan O´Brien, Gina Rodriguez

 

 

20.April 2010. Während eine Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon eine der größten Umweltkatastrophen auslöst, versuchen die 126 Crew-Mitglieder ihr Leben zu retten.

 
C+ (Wertung von A bis F) Die Explosion auf der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko hat im Jahr 2010 dazu geführt, dass hunderte Millionen Liter Erdöl ins Meer strömten. Bei der Katastrophe kamen elf Arbeiter ums Leben. Der Film „Deepwater Horizon“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Story wurde von David Barstow und David Rohdes Buch „Deepwater Horizon´s Final Hours“ adaptiert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Peter Berg („Very Bad Things“, „Hancock“, Lone Survivor).

Der Film braucht eine Weile bis er in Schwung kommt. Auch wenn die Schauspieler ihre Sache alle gut machen (insbesondere John Malkovich als fieser BP-Manager), beginnt für mich der Film erst unmittelbar vor der ersten Explosion. Es steht natürlich fest, dass das Mineralölunternehmen die Schuld an dem Desaster trägt. BP wollte aus Kostengründen ohne weitere Tests direkt mit dem Bohren beginnen. Das ganze Hin und Her hätte man etwas kürzer halten können.

Der Regisseur Peter Berg hat die Bohrinsel nachbauen lassen, was sicher einen großen Teil der immensen Produktionskosten geschluckt hat.

Es ist die erste Zusammenarbeit von Kurt Russell mit seiner Stieftochter Kate Hudson.

 
4D-Kino. Im Frühjahr 2016 wurde der erste 4D-Kinosaal in New York eröffnet. Die Vorreiter dieser Technik sollen die Koreaner sein. Ich fliege nun freiwillig nicht nach Korea, aber wurde im letzten Jahr mal aus dem Stand By nach Seoul geschickt. Ich wollte unbedingt das 4D-Erlebnis, von dem mir schon so viele Kollegen erzählten, austesten. Der Concierge hat mir dann aber mitgeteilt, dass zu der Zeit kein englischsprachiger Film dort gezeigt wird. Ich war fürchterlich enttäuscht. Wann auch immer es mich wieder nach Seoul verschlägt, ich bleibe dran – so lange bin ich auf die amerikanische 4D-Version angewiesen:

Bevor die 8 !!!!! Trailer gezeigt wurden, gab es zunächst eine kleine Einführung. Dabei wurde demonstriert, wie sich die 4D-Effekte anfühlen. Man wurde ordentlich durchgeschüttelt, der Sessel bewegte sich hoch und runter, seitlich, mal doller, mal weniger, der Sessel vibrierte, es wurde einem irgendwas ins Gesicht gespritzt (ich hoffe Wasser), es windete, blitzte und irgendwelche Gerüche gab es zu schnüffeln – ich konnte aber nicht identifizieren, was es war. Das Ganze ging vielleicht eine Minute und eigentlich war ich dann schon durch mit dem 4D-Kram. Wie nervig ist das denn? Dann kamen aber die 8 !!!!! Trailer und dabei gab es kein doofes Gerumpel, Geschunkel, Gespritze und Geblase – also hatte ich am frühen Morgen natürlich schon wieder vergessen, dass ich „Deepwater Horizon“ bewusst in der 4D-Version gewählt habe.

Pro 4D
– als nicht unangenehm empfand ich, dass man einen leichten Wind spürt (während einer    Motorradfahrt, oder am Wasser etc.), das fühlt sich irgendwie echt an.
– bei bestimmten Kamerafahrten (z.B. unter Wasser) mochte ich, wie sich der Kinosessel leicht bewegt
– wenn man generell dazu neigt, im Kino einzuschlafen, mit der 4D-Technik hat man keine Chance auf ein Nickerchen.

Contra 4D
– bei den Dialogszenen sollte das Kinosessel-Gewackel komplett gestrichen werden. Ich konnte mich kaum konzentrieren. Seit ich ungefähr 12 Jahre alt haben mich die Fahrgeschäfte auf dem Rummel nicht mehr interessiert. 4D-Kino ist natürlich etwas wie Karussell fahren.
– die Blitze (bei allen Explosionen und davon gibt es viele bei „Deepwater Horizon“) sind wirklich albern,  dabei kam nur die hässliche Tapete des Kinosaals zum Vorschein.
– eine 4D-Vorstellung in New York kostet USD 24.

 
Ich sehe Filme sehr gerne im Kino, dort ist man nicht so abgelenkt wie Zuhause. 4D-Kino kann aus diesem Grund allein schon nichts für mich sein. Nun bin ich natürlich auch nicht das Zielpublikum für 4D. Ich gucke mir grundsätzlich keine Superhelden-Filme und auch eher selten einen Actionfilm an. 4D-Kino ist ideal für Teenager, nur frage ich mich, wie sich normale Teenager 24 Dollar für eine Kinokarte leisten können. Für den Preis würde ich mir an deren Stelle lieber zwei Filme anschauen. Aus diesem Grund bin sicher, dass sich das 4D-Kino nicht durchsetzen wird. In meiner Vorstellung waren ungefähr zehn Mitzuschauer und alle eher älteren Semesters. Wie die sich fasziniert die Sitze angeschaut haben, machte es den Anschein als ob auch sie das erste Mal einen Film in 4D gesehen haben.

 
„Deepwater Horizon“ war/ist für einige (technische) Oscar-Nominierungen im Gespräch.

„Deepwater Horizon“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also eher nicht

Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Great Wall„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historische Actionfilme sind selten meine Welt. Der hier ist eindeutig für den chinesischen Markt produziert, auch wenn Matt Damon mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jack Reacher: Never Go Back„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Ein weiterer Actioner mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Hacksaw Ridge„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Mel Gibsons neuer Film – ein Kriegsfilm mit Andrew Garfield. Eigentlich lehne ich Mel Gibson rigoros ab, wenn sich der Film aber als Oscar-Kandidat hält, muss ich ihn wohl sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: abwarten

Trailer v. Film: „Patriots Day„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ein weiterer Film von Peter Berg und mit Mark Wahlberg. Dieses Mal geht es um das Bombenattentat bei dem Boston-Marathon – muss man eigentlich alles verfilmen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kong: Skull Island„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ernsthaft? Ein Monsterfilm, so nen King Kong-Gedöns. Mit Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman und John C. Reilly – haben die Fünf nichts besseres zutun?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Filmplakat von "Deepwater Horizon" auf New Yorker Häuserwand.
Filmplakat von „Deepwater Horizon“ auf New Yorker Häuserwand.

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NYC – Film: „Snowden“

Ich war am 29.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Snowden“ (dt. Kinostart war der 22.09.16)     134 min  drama, adaptation, biopic, thriller
dir. Oliver Stone cast: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Melissa Leo, Zachary Quinto, Tom Wilkinson, Scott Eastwood, Timothy Olyphant, Ben Schnetzer, Rhys Ifans, Nicolas Cage

 

 

Am 3.6.2013 traf sich Edward Snowden (Joseph Gordon-Levitt) mit der amerikanischen Dokumentarfilmerin Laura Poitras (Melissa Leo) und den Journalisten Glenn Greenwald (Zachary Quinto) und Ewen MacAskill (Tom Wilkinson) in Hongkong. Zu dem Zeitpunkt hat der IT-Spezialist sein gesamtes Leben in den U.S.A. hinter sich gelassen und befindet sich auf der Flucht. Edward Snowden übergibt den Journalisten geheime Dokumente, die die Überwachungspraktiken des amerikanischen und des britischen Geheimdienstes enthüllen und erzählt von seinem Leben…

 

 

C (Wertung von A bis F) „Snowden“ basiert auf Luke Hardings „The Snowden Files“ und Anatoly Kucherenas „Time of the Octopus“. Der Film dramatisiert die tatsächlichen Vorgänge zwischen den Jahren 2004 und 2013. Das fiktionale Porträt über Edward Snowden ist der neue Film des Regisseurs Oliver Stone („Wall Street“, „JFK“,W. Savages). Es ist eine deutsch-amerikanische Koproduktion.

Für die meisten Europäer ist Edward Snowden ein Held, viele U.S.-Amerikaner sehen das etwas anders. Kein Studio in den U.S.A. wollte Oliver Stones Film über den Whistleblower finanzieren. Der amerikanische Filmemacher sieht ihn ganz klar als Helden und versucht mit diesem Film, auch andere – vorwiegend seine Landsleute – davon zu überzeugen, dass er kein Verräter ist.

 
Oliver Stone hat wirklich gute und wichtige Filme geschaffen, „Snowden“ ist leider keiner von denen. Der Beziehungsgeschichte zwischen Ed Snowden und seiner Freundin (gespielt von der weder mit Schönheit noch Talent gesegneten Shailene Woodley) wird viel zu viel Platz eingeräumt. Diese junge Frau ist wirklich nicht im Geringsten interessant und so langweilt der Film auch über weite Strecken. Auch wenn der Doku-Thriller Citizenfour nur das Treffen mit den Journalisten und Laura Poitras zeigt und nicht sein gesamtes Leben beleuchtet, ist es ein wesentlich besserer Film über die Persönlichkeit Edward Snowden.

Das Beste an dem Film ist tatsächlich Joseph-Gordon Levitts und Melissa Leos Performance. Joseph Gordon-Levitt  sieht Edward Snowden nicht nur erschreckend ähnlich, wer sich Originalaufnahmen von ihm angeschaut hat, wird feststellen, dass er auch so spricht. Das freut mich besonders nach dem Sprachendesaster, dass JGL im letzten Jahr mit The Walk hingelegt hat. Oscar-Gewinnerin Melissa Leo (The Fighter, Prisoners) schlüpft wieder mal in eine Rolle und ward bis zum Ende des Films nicht mehr gesehen – das ist eine perfekte Performance.

 
„Snowden“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joseph Gordon-Levitt)

„Snowden“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bleed for This„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den Boxer Vinny Paz mit Miles Teller und einem Aaron Eckhart, den ich nie erkannt hätte
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: also eher nicht

Trailer v. Film: „Bad Santa 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fortsetzung zu einem Film, den ich liebe. Wieder mit Billy Bob Thornton, aber auch Kathy Bates
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Inferno„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Mal wieder eine Dan-Brown-Verfilmung mit Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Girl on the Train„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Dieser Trailer ist ein unfassbarer Spoiler-Trailer. Bei mind. 80% RT gucke ich den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionthriller mit Ben Affleck, J.K. Simmons, John Lithgow, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

amerikanisches Filmplakat von "Snowden"
amerikanisches Filmplakat von „Snowden“

 

NYC – Film: „Train to Busan“

Ich war am 28.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Train to Busan“ (Originaltitel: „Busanhaeng“) 118 min thriller, drama, horror
dir. Sang-ho Yeon cast: Yoo Gong, Soo-an Kim, Yu-mi, Jeong, Dong-seok Ma, Woo-sik Choi, Eui-sung Kim

 
Der Fondmanager Seok-Woo (Yoo Gong) ist alleinerziehend, seine Frau hat ihn verlassen. Seine Arbeit nimmt ihn so ein, dass er kaum Zeit hat, sich um seine kleine Tochter Soo-an (Soo-an Kim) zu kümmern. Jetzt hat die Kleine aber Geburtstag und will unbedingt ihre Mutter in Busan besuchen. Da Seok-Woo seine Tochter ja nicht alleine reisen lassen kann, nimmt sich der Vielbeschäftigte von der Arbeit frei und steigt mit ihr zusammen in den Schnellzug nach Busan. In letzter Minute steigt noch eine junge Frau dazu. Es stellt sich heraus, dass sie infiziert ist und innerhalb kürzester Zeit zum Zombie mutiert, andere Passagiere angreift und infiziert. Die Epidemie greift nicht nur im Zug um sich, sondern verbreitet sich mittlerweile in Windeseile im gesamten Land.

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Train to Busan“ ist der erste Realfilm des südkoreanischen Filmemachers Sang-ho Yeon. Bislang hat er ausschließlich Animationsfilme gedreht, u.a. „Seoul Station“, was ein Prequel zu diesem Film ist und die Ereignisse einen Tag vor denen in „Train to Busan“ erzählt.

Nach The Wailing ist dieser Film bereits der zweite erstklassige koreanische Genre-Film in diesem Jahr. „Train to Busan“ ist ideen- und actionreich, smart, spannungsgeladen und hat eindrucksvolle Effekte – kurzum es ist einer der besten Zombie-Filme, die ich je gesehen habe. Gut, nun ist das nicht gerade mein Lieblingsgenre, also drücke ich es klarer aus: „Train to Busan“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016 landen. Ich würde ihn sogar  Kinogängern empfehlen, die normalerweise solchen Genre-Filmen aus dem Weg gehen.

 
Eine Fortsetzung zu „Train to Busan“ ist bereits beschlossene Sache ist. Sowohl Frankreich als auch Hollywood ist an einem Remake interessiert. Derzeit ist noch nicht klar, wer den Zuschlag erhält.

„Train to Busan“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Der Film wurde am 22.07.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. In den U.S.A. werden fremdsprachige Filme immer in der Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Assassin´s Creed„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionfilm, der auf einem Videospiel basiert – ja, nee – ist klar und warum spielen da Michael Fassbender, Marion Cotillard, Brendan Gleeson und Jeremy Irons mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht muss ich einfach nicht ALLES mit Fassy gucken.

Trailer v. Film: „The Great Wall„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historische Actionfilme sind selten meine Welt. Der hier ist eindeutig für den chinesischen Markt produziert, auch wenn Matt Damon mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „I Belonged to You„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: chinesischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: möglich

Trailer v. Film: „Sword Master„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: chinesischer Martial-Arts-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

NYC – Film: „Sully“

Ich war am 26.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Sully“ (dt. Kinostart: 1.12.16) 96 min drama, adaptation, biopic
dir. Clint Eastwood cast: Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney, Anna Gunn, Ann Cusack, Autumn Reeser

 
15. Januar 2009, US Airways Flug 1549 von NYC nach Charlotte. Kurz nach dem Start kam es zu einem mehrfachen Vogelschlag. Beide Triebwerke des Airbus 320 sind daraufhin ausgefallen. Flugkapitän Chelsey „Sully“ Sullenberger (Tom Hanks) und sein Copilot Jeff Skiles (Aaron Eckhart) mussten innerhalb weniger Sekunden entscheiden und notwasserten schließlich kurz darauf auf dem Hudson River. Während Sully nach der erfolgreichen Rettung von 155 Menschen in den U.S.A. und weltweit als Held gefeiert wird, muss er und sein Copilot sich vor der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde NTSB dafür rechtfertigen, warum sie nicht einfach einen Flughafen in der Nähe angeflogen sind…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Sully“ basiert auf der Autobiografie von Chesley Sullenbergers „Highest Duty: My Search for What Really Matters“. Sie beschreiben die Vorgänge des US Airways Fluges 1549 und die anschließenden Untersuchungen des National Transportation Safety Board (NTSB). Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Clint Eastwood („Unforgiven“, „Midnight of the Garden of Good and Evil“, „Mystic River“, Changeling, Gran Torino, American Sniper).

Clint Eastwood ist mittlerweile 86 Jahre alt, mag politisch verwirrt sein, aber er schafft ee immer noch imposante Heldengeschichten zu inszenieren. Wahrscheinlich kennt jeder die Miracle-on-the-Hudson-Story, kaum einer wird aber davon wissen, wie sich die Cockpit-Crew direkt im Anschluss an die spektakuläre Notwasserung vor einer amerikanischen Behörde erklären musste. Die gesamte Anhörung vor den Sicherheitsexperten, vor allen Dingen die Piloten, die den Flug im Simulator nachstellten und dann Sullys Aussage, die alles widerlegte fand ich am beeindruckendsten.

 
Bei Filmen über die Fliegerei neige ich natürlich dazu, besserwisserisch rumzumaulen. Im Endeffekt zählt natürlich das Resultat und das ist, dass allen 155 Insassen an Bord das Leben gerettet wurde – wie sie es geschafft haben, ist zweitrangig. Dennoch konnte ich die im Film dargestellte Reaktion der Kabinencrew nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich folgen die Crews der US Airways anderen Richtlinien und trainieren andere Standards. Warum haben sie aber direkt nach dem Aufprall so zögerlich reagiert? Warum haben sie nicht sofort (mit dem Megafon) Kommandos an die Passagiere gegeben und evakuiert? Und warum wurden die Passagiere nicht aufgefordert ihre Schwimmweste mitzunehmen und vor allen Dingen – wenn sie das Flugzeug verlassen – auch aufzublasen? Die Original-Fotos von dem Flugzeug zeigen tatsächlich, dass sehr viele Passagiere keine Schwimmweste trugen. Auch habe ich nicht verstanden warum Cpt. Sully sich so spät erst wieder angeschnallt hat. Aber, ist ja gut gegangen…

 
Tom Hanks ist natürlich perfekt in der Rolle, wahrscheinlich würde der Film ohne ihn gar nicht funktionieren. Letztlich fand ich seine Performance in Captain Phillips aber oscarreifer und dafür wurde er unverständlicherweise nicht nominiert. Auch Anna Gunn hat mir gut gefallen.

 
Im Abspann ist in zwei Filmbeiträgen noch der reale Chelsey „Sully“ Sullenberger zu sehen.

 
„Sully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller (Tom Hanks), Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 
„Sully“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 6.9.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 1.12.16 zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

 

 

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „The Girl on the Train„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Dieser Trailer ist ein unfassbarer Spoiler-Trailer. Bei mind. 80% RT gucke ich den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

 

Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hillsong: Let Hope Rise„
Bewertung des Trailers: unbewertbar
Kommentar: unerträglich, sorry
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher gucke ich einen Bridget Jones-Film

Trailer v. Film: „Deepwater Horizon„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Peter Bergs neuer Film über die gleichnamige Katastrophe mit Mark Wahlberg.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

amerikanischer Aufsteller von "Sully"
amerikanischer Aufsteller von „Sully“

Oscar-Nominierungen 2017, meine erste Prognose

Heute ist der 26.09.16, die für die Oscars wichtigen Filmfestivals (Venedig, Telluride und Toronto) sind vorbei, das New York Film Festival steht in den Startlöchern, Zeit für mich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2017 zu veröffentlichen.

Die 89th Academy Awards finden am 26.02.2017 statt. Die Oscar-Nominierungen werden am 24.01.17 bekannt gegeben. Während Jimmy Fallon die Golden Globes moderiert, ist derzeit noch nicht bekannt, wer der Gastgeber für die Oscar-Show 2017 ist.

Die afro-amerikanische AMPAS-Präsidentin Cheryl Boone Isaac hat kürzlich ihre vierte Amtszeit begonnen.

Im Jahr 2016 hat AMPAS 683 neue Künstler eingeladen (im Vergleich im Jahr 2015 waren es 322), Mitglied der elitären Oscar-Academy zu werden. Eine Einladung bekamen beispielsweise Kate Beckinsale, Chadwick Boseman, John Boyega, Rose Byrne, Morris Chestnut, Idris Elba, Andrew Garfield, Greta Gerwig, Carla Gugino, Luiz Guzmán, Dennis Haysbert, Tom Hiddleston, Oscar Isaac, Michael B. Jordan, Brie Larson, Rachel McAdams, Eva Mendes, Nate Parker, Michelle Rodgriguez, Mark Rylance, Tessa Thompson, Alicia Vikander, Emma Watson, Rita Wilson, aber beispielsweise auch die deutsche Filmemacherin Maren Ade („Toni Erdmann“).

 
Welche Auswirkung hat das OSCARS-SO-WHITE-Debakel aus dem Jahr 2016?

Ganz klar, man kann davon ausgehen, dass AMPAS darauf reagieren wird. Sehr wahrscheinlich werden möglichst viele nicht-weiße Schauspieler/Schauspielerinnen und Filme, die eine afro-amerikanische (denn dies ist die größte Gemeinde, die sich beschwert hat) Thematik haben, nominiert und ausgezeichnet.

Könnte die Wahl des amerikanischen Präsidenten eine Auswirkung auf den Oscar-Gewinn Bester Film haben?

Heute Abend ist der sogenannte Superbowl of Politics (das TV-Duell zwischen Clinton und Trump) und vielleicht wird das eine Entscheidung bringen, bisher ist überhaupt noch nicht absehbar, wer in nicht einmal 1 1/2 Monaten zum amerikanischen Präsidenten gewählt wird. Sollte die, nicht sonderlich unwahrscheinliche Katastrophe eintreten, wird es ein völlig verändertes Land geben und das liberale Hollywood könnte sich für einige Zeit in einer Art Schockstarre befinden. Möglich, dass sich dies dann irgendwie auch auf die Oscars auswirken könnte.

Gab es bereits einen Skandal? Na selbstverständlich.

 
„The Birth of a Nation“ und „Manchester By the Sea“ wurden erstmalig im Januar auf dem Sundance Filmfestival gezeigt. Diese beiden Filme waren die ersten gezeigten Filme, die im Gespräch für etwaige Oscar-Nominierungen waren. Durch die ganze OSCARS-SO-WHITE-HYSTERIE hatte „The Birth of a Nation“ das bessere Timing und so hat sich das Sklavendrama des afroamerikanischen Regisseurs Nate Parker gleich mal als Favorit positioniert. Noch auf dem Sundance Filmfestival hat Nate Parker zwei sehr lukrative Angebote. Netflix wollte den Film für 20 Millionen Dollar kaufen und die Oscar-Profis Fox Searchlight haben 17,5 Millionen Dollar geboten. Nate Parker hat sich natürlich für die erfahrenen Füchse entschieden, wahrscheinlich hatte er sich schon als mehrfacher Oscar-Gewinner gesehen. Nun sind aber seit einiger Zeit ein paar unschöne Dinge über die Vergangenheit von Nate Parker (den Produzenten, Regisseur, Drehbuchschreiber und Hauptdarsteller des Films) bekannt geworden. Im Jahr 1999, als Nate Parker auf die Penn State University ging, soll er mit seinem Kumpel ein 18-jähriges Mädchen vergewaltigt haben. Der Fall ging vor Gericht, Nate Parkers Kumpel (und ebenso Autor des Drehbuchs von „The Birth of a Nation) wurde verurteilt, Nate Parker freigesprochen. Gut, jetzt könnte man natürlich sagen, Jahre her, Sache erledigt, Nate Parker wurde sogar freigesprochen. Das Problem war, dass Nate Parker im August 2016 ein Interview gegeben hat, sich dort zu dem Vergewaltigungsfall geäußert hat und sich als Opfer dargestellt hat. In der Interview hat er betont, dass er seither den Glauben an Gott gefunden hat und ein besserer Mensch wäre. Häh? Ganz schlecht. Noch blöder, dass eigentlich der Name des Opfers unbekannt war, aber dennoch natürlich herauskam, um wen es sich handelte. Schließlich haben ein paar findige Journalisten recherchiert und es hat sich herausgestellt, dass sich das Vergewaltigungsopfer von damals vor einigen Jahren das Leben genommen hat. Auch wenn Fox Searchlights Krisenmanagement und Nate Parkers PR-Leute jetzt alles tun, um den Schaden zu begrenzen, kann „The Birth of a Nation“ mit viel Glück einige Oscar-Nominierungen erhalten, aber mit diesem Schmutz wird dieser Film, dieser Regisseur und dieser Hauptdarsteller nicht ein paar Monate später mit einem Academy Award ausgezeichnet. Undenkbar. Das kann sich die Academy nicht leisten, egal wie gut der Film ist. Und soooo gut soll der Film auch gar nicht sein. Fox Searchlight, und das hat sich erst kürzlich herausgestellt, hat für die Oscars auch noch ein anderes Pferd im Stall. „Jackie“ soll überraschend gut sein, vielleicht sollten sie lieber darauf setzen. Was bedeutet das für Nate Parkers Karriere? Ich kannte ihn als Schauspieler aus Arbitrage. „The Birth of a Nation“ sollte sein Durchbruch in Hollywood sein. Mal gucken.

 

 

Die ersten Screener, die in diesem Jahr offiziell an die Academy-Mitglieder rausgeschickt wurden waren: Miles Ahead und Maggie´s Plan.

 
Jedes Jahr lege ich mich bereits im September mit meiner ersten Oscar-Prognose auf einen Film fest, der den Oscar gewinnen könnte. Dafür warte ich die wichtigen Filmfestivals (Venedig, Telluride und Toronto) ab, um die Stimmung für ein paar der bereits gezeigten Werke zu spüren. Im letzten Jahr (2015) habe ich Spotlight als Gewinner-Film gesehen. In diesem Jahr sehe ich derzeit „La La Land“ als aussichtsreichsten Oscar-Kandidaten.

 
Für Deutschland geht „Toni Erdmann“ ins Rennen um eine Nominierung als bester fremdsprachiger Film. Der Film startet am 25.12.16 in den amerikanischen Kinos.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Hail, Caesar!, Indignation, Maggie´s Plan, Miles AheadLittle Men, The Witch, 10 Cloverfield Lane, Zootopia, Eye in the Sky, Everybody Wants Some!!, Hello, My Name is Doris, Born to Be Blue, The Meddler, Life, Animated, A Bigger Splash, „Love & Friendship“, The BFGDe Palma, Finding Dory, O.J.: Made in America, Toni ErdmannFrantz, Hell or High Water, Florence Foster Jenkins, Kubo and the Two Strings, Sausage Party, The Light Between Oceans, „Sing Street“, „The Jungle Book“. Update: SullySnowdenDeepwater Horizon13th, „Amanda Knox“,Denial, I, Daniel BlakeManchester by the SeaMoonlight, Paterson, „Weiner“, The Girl on the Train, The Birth of a Nation, Queen of Katwe, American Pastoral, Desierto, Certain Women, The Handmaiden, Arrival, Doctor Strange, The Eagle Huntress, „Blue Jay“, Nocturnal Animals, Loving, „The Edge of Seventeen“, „Bleed for This“, „Allied“, „Rules Don´t Apply“, „Moana“, „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“, „La La Land“

 
Meine derzeitige Prognose (Stand: 24.09.16) für die Oscar-Nominierungen 2017, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe. Mein derzeitiger Oscar-Gewinner ist jeweils der erste Kandidat:

Bester Film:

La-La Land, Lionsgate (Venedig, Telluride, Toronto)
Manchester By The Sea, Amazon, Roadside Attractions (Sundance, Telluride, Toronto)
Loving, Focus Features (Cannes, Toronto)
Billy Lynn´s Long Halftime Walk, Sony (derzeit noch nicht gezeigt, Premiere in New York)
Moonlight, A24 (Telluride, Toronto)
Fences, Paramount (derzeit noch nicht gezeigt)
Arrival, Paramount (Venedig, Telluride, Toronto)
Lion, Weinstein Co. (Toronto)
Silence, Paramount (derzeit noch nicht gezeigt. Paramount hat ganz aktuell bestätigt, dass Scorseses Film im Dezember ins Kino kommt. )
————————————————————————
Sully, Warner Bros. (Telluride, läuft aber bereits im amerikanischen Kino)
The Birth of a Nation, Fox Searchlight (Sundance)
————————————————————————
20th Century Woman, A24 (derzeit noch nicht gezeigt, Premiere in New York)
Nocturnal Animals, Focus Features (Venedig, Toronto)
Hacksaw Ridge, Summit (Venedig)
Passengers, Columbia Pictures (derzeit noch nicht gezeigt)
Jackie, Fox Searchlight (Venedig, Toronto)
Rules Don´t Apply, New Regency (wurde noch nicht gezeigt, Premiere auf dem AFI Fest)
Hidden Figures, 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
American Pastoral, Lionsgate (Toronto)
Elle, Sony Pictures Classic (Cannes)
Miss Sloane, EuropaCorp (derzeit noch nicht gezeigt)
Hell or High Water, CBS, Lionsgate (Cannes, lief bereits im amerikanischen Kino)
Eye in the Sky, Bleecker Street (Toronto 2015, lief bereits im amerikanischen Kino)
Indignation, Roadside Attractions, Summit Entertainment (Sundance, lief bereits im amerikanischen Kino)
A Monster Calls, Focus Features (Toronto)

 

 

Bester Regisseur:

Damien Chazelle (La-La Land)
Ang Lee (Billy Lynn´s Long Halftime Walk)
Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
Jeff Nichols (Loving)
Denzel Washington (Fences)
Barry Jenkins (Moonlight)
Denis Villeneuve (Arrival)
Martin Scorsese (Silence)
Clint Eastwood (Sully)
Warren Beatty (Rules Don´t Apply)
J. A. Bayona (A Monster Calls)
Tom Ford (Nocturnal Animals)
Mike Mills (20th Century Women)
Garth Davis (Lion)
Morten Tyldum (Passengers)
Ben Affleck (Live by Night)
Nate Parker (The Birth of a Nation)

 
Beste Hauptdarstellerin:

Viola Davis (Fences)
Emma Stone (La-La Land)
Ruth Negga (Loving)
Natalie Portman (Jackie)
Amy Adams (Arrival)
Isabelle Huppert (Elle)
Meryl Streep (Florence Foster Jenkins)
Annette Bening (20th Century Women)
Jessica Chastain (Miss Sloane)
Taraji P. Henson (Hidden Figures)
Jennifer Lawrence (Passengers)
Sally Field (Hello, My Name is Doris)
Rachel Weisz (Denial)
Helen Mirren (Eye in the Sky)

 
Bester Hauptdarsteller:
Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Joel Edgerton (Loving)
Ryan Gosling (La-La Land)
Denzel Washington (Fences)
Dev Patel (Lion)
Michael Keaton (The Founder)
Joe Alwyn (Bill Lynn´s Long Halftime Walk)
Jake Gyllenhaal (Nocturnal Animals)
Tom Hanks (Sully)
Andrew Garfield (Hacksaw Ridge oder Silence)
Logan Lerman (Indignation)
Alden Ehreinreich (Rules Don´t Apply)
Ewan McGregor (American Pastoral)
Brad Pitt (War Machine)
Viggo Mortensen (Captain Fantastic)
Miles Teller (Bleed for This)
Nate Parker (The Birth of a Nation)

 
Beste Nebendarstellerin

Michelle Williams (Manchester By The Sea)
Naomie Harris (Moonlight)
Kristen Stewart (Billy Lynn´s Long Halftime Walk)
Nicole Kidman (Lion)
Aja Naomi King (The Birth of a Nation)
Dakota Fanning (American Pastoral)
Laura Dern (The Founder)
Felicity Jones (A Monster Calls)
Molly Shannon (Other People)
Octavia Spencer (Hidden Figures)
Lupita Nyong´o (Queen of Katwe)

 

 

Bester Nebendarsteller:

Mahershala Ali (Moonlight)
Michael Shannon (Nocturnal Animals)
Steve Martin (Billy Lynn´s Long Halftime Walk)
Hugh Grant (Florence Foster Jenkins)
Liam Neeson (Silence)
Kyle Chandler (Manchester by the Sea)
Lucas Hedges (Manchester by the Sea)
Jeff Bridges (Hell or High Water)
Sunny Pawar (Lion)
Warren Beatty (Rules Don´t Apply)
Adam Driver (Silence)
Tracy Letts (Indignation)
Simon Helberg (Florence Foster Jenkins)
Jack Huston (The Yellow Birds)
Oscar Isaac (The Promise)
Ben Mendelsohn (Una)
Ralph Fiennes (A Bigger Splash)
Aaron Eckhart (Bleed for This)
Kevin Costner (Hidden Figures)
Timothy Spall (Denial)
Peter Sarsgaard (Jackie)
Armie Hammer (The Birth of a Nation)
Stephen Henderson (Fences)
Jovan Adepo (Fences)
Alan Rickman (Eye in the Sky)

 
Trailer meiner derzeitigen Top 3 der möglichen Oscar-Gewinner-Filme:

 

 

Damien Chazelles „La La Land“

 

 
Kenneth Lonergan „Manchester by the Sea“

 

 
Jeff Nichols „Loving“

 

 

 

meine Oscar-Gewinner 2017-Prognose vom 30.11.16

TV – Serie: „Mr. Robot, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender USA Network-Serie angeschaut:

 
„Mr. Robot, 2. Staffel (in D. über iTunes oder Amazon Prime Video zu sehen) 12 x approx. 45 min mystery, drama, thriller
dir. Sam Esmail cast: Rami Malek, Carly Chaikin, Portia Doubleday, Martin Wallström, Christian Slater, Michael Cristofer, Grace Gummer, Michael Gill, Gloria Reuben, Ben Rappaport, BD Wong, Craig Robinson, Joey Badass, Sandrine Holt

 
Nach den dramatischen Ereignissen (der ersten Staffel), wacht Elliot (Rami Malek) in einem Auto auf. Elliot hat keine Erinnerung mehr an die letzten drei Tage. Was ist passiert?

 
A (Wertung von A bis F) DIESER BEITRAG IST SPOILERFREI.

Nach einer grandiosen ersten Staffel , ist nun vor zwei Tagen (21.09.16) die zweite Staffel zu Ende gegangen. Ich bin noch etwas angefressen hinsichtlich des Staffelendes, aber das hat keine Auswirkung auf meine Bewertung für die gesamte zweite Staffel.

Grundsätzlich gefielen mir in den letzten Jahren einige TV-Serien (House of Cards (U.S.), Orphan Black, True Detective, Bloodline, Daredevil, usw.). Ich liebe die erste Staffel von Fargo, aber eine zweite Staffel ist stets eine große Überwindung. Dafür gibt es einfach zu viel neue tolle Serien und ich habe zu wenig Zeit, alles zu schauen. Im Sommer 2015 habe ich nun „Mr. Robot“ für mich entdeckt und bei dieser Serie war es tatsächlich undenkbar, dass ich mir die zweite Staffel nicht anschaue.

„Mr. Robot“ wird nie zu ein Massenphänomen werden, dafür ist diese Mystery.Serie zu komplex, erfordert die komplette Aufmerksamkeit des Zuschauers. Um die Geschehnisse einer einzelnen Episode zu begreifen, muss man sich diese mehrmals anschauen. Den meisten wird das zu anstrengend sein. Die erste Staffel bildete das Fundament, die zweite Staffel ist viel düsterer und noch mindfuckinger als die erste. Zwischendurch dachte ich, mir platzt der Kopf und konnte meine Gedanken erst nach einer weiteren Sichtung der Episode etwas entwirren…wenn überhaupt. Bei der letzten Folge gibt es – wie bereits bei der ersten Staffel – eine weitere Szene nach dem Abspann.

Warum gehts im Groben?

Um die skrupellose Machenschaften weltweit agierende amerikanischer Konzerne/Banken und deren Verbindungen zu der U.S.-Regierung und den Chinesen, letztlich geht es um Kapitalismus, um Gier, Macht, Kontrolle, Korruption, (organisierte) Religion, aber auch allgemein um den Glauben an eine Sache und letztlich führt alles vielleicht in eine Revolution. Mittendrin steckt der Computerprogrammierer und Hacker Elliot. Er hat starke psychische Probleme, nimmt Drogen und/oder verschreibungspflichtige Medikamente und kämpft für eine bessere Welt.

Wenn einen das Thema grundsätzlich interessiert, sollte man einfach beginnen, „Mr. Robot“ zu gucken. In keinem Fall sollte man zu viel darüber lesen oder sich wichtige Dinge spoilern lassen. Meine dringende Empfehlung – quasi ein Muss – die Folgen mindestens ein weiteres Mal gucken. Nach einigen Wendungen oder Auflösungen sollte man sich eigentlich die ganze Staffel noch mal anschauen. Wie bereits die erste Staffel, habe ich auch die zweite ein zweites Mal gesehen.

 
„Mr. Robot“ ist eine erstklassige Mystery-Serie. Hin und wieder bekommt man Antworten auf dringende Fragen, im nächsten Moment hat man aber noch weit mehr Fragen als zuvor. Diese Serie fordert viel vom Zuschauer. Ohne die erste Staffel gesehen zu haben, wird man NICHTS aus der zweiten verstehen. Auch wenn man die erste Staffel gesehen hat, rätselt man. In der ersten Staffel musste der Zuschauer schon erkennen, dass er dem Erzähler/der Hauptfigur Elliot, der einen durch die Serie führt, nicht trauen kann. Elliot hatte uns (den Zuschauer) aber als Freund gesehen und öfter direkt angesprochen und ins Vertrauen gezogen. In der zweiten Staffel macht uns Elliot ziemlich schnell klar, dass ER uns nicht länger traut. Schließlich haben wir ihm etwas (in der ersten Staffel) verheimlicht, was er erst viel später herausgefunden hat. Stimmt, der aufmerksame Zuschauer hatte bald schon etwas Entscheidendes vermutet, was Elliot erst später realisierte. Dafür war aber mindestens eine andere Wendung wie ein Schlag ins Gesicht. Das ist das Faszinierende an „Mr. Robot“, man kann schnell Theorien zu dem Plot und den Figuren aufbauen – durch die erste Staffel hat man dafür ein noch besser geschultes Auge – ob sie sich dann bewahrheiten steht auf einem anderen Blatt. Die Serie ist aber zu komplex, um alles was vor sich geht, bei nur einer Sichtung zu begreifen. Man sollte es sogar vermeiden, zu blinzeln – in dieser Serie (insbesondere der zweiten Staffel) könnte man ansonsten etwas Wichtiges verpassen. Die Serie steckt voller geheimer Botschaften (die beispielsweise hinter tatsächlich existierenden IP-Adressen versteckt sind), Symbolen und Metaphern – eigentlich ist alles von Bedeutung, auch wenn es noch so trivial erscheint, könnte es am Ende Aufschluss über das Gesamtbild geben.

Die Mystery-Serie „Lost“ habe ich damals am Anfang gerne geschaut, irgendwann fand ich sie dann aber zu wirr und an den Haaren herbeigezogen. Letztlich hat sich herausgestellt, dass J.J. Abrams und seine Co-Autoren keinen Plan für eine Geschichte hatte, die über mehrere Staffeln geht. Ich hatte es bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel erwähnt, dass Serienschöpfer Sam Esmail einen Masterplan für vier oder fünf Staffeln von „Mr. Robot“ hat. Ich hoffe, dass mich dieses Gesamtkonzept so glücklich macht wie die ersten beiden Staffeln. Nach zwei Staffeln habe ich noch keine richtige Idee, wohin die Reise geht. Während der zweiten Staffel hatte ich  nicht mal die geringste Ahnung, was mich in der nächsten Episode erwartet. Sollte der Masterplan jedoch am Ende aufgehen, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich einige Zeit einzuschließen, und alle Episoden der „Mr. Robot“-Staffeln noch eimal zu gucken.

 
Das Serienschöpfer-Genie Sam Esmail hat bei allen Episoden der zweiten Staffel auch Regie geführt. Hiermit gibt er seine Empfehlung für ein großes Kinoprojekt – hoffentlich kein Marvel-Zeugs.

Bei der zweiten Staffel von „Mr. Robot“ spürt man Einflüsse von Filmen, wie „American Psycho“, Fight Club, „Inception“, The Silence of the Lambs, „The Empire Strikes Back“, „Her“, aber auch Quentin Tarantino und David Lynch-Filme und 1980er-Jahre-Sitcoms (z.B. „Full House“ und „Alf“) und die 1990er-Jahre-Sitcoms (z.B.„Seinfeld“ und „Mad About You“).

Wie bereits bei der ersten Staffel ist auch der Soundtrack der zweiten Staffel erstklassig. Die Songs (z.B. „Daydreamin´“ von Lupe Fiasco, Dusty Springfields „You Don´t Have to Say You Love Me“, „Depeche Modes „Walking in My Shoes“ oder ein Tears For Fears Song von einem der Charaktere in der Karaoke-Bar gesungen, passen nicht nur musikalisch perfekt zu den Geschehnissen, sondern fügen sich auch textlich perfekt in die Geschichte ein. Sogar der sonst grausige Phil Collins Song „Take me Home“ ist genial gewählt und erinnert letztlich an „American Psycho“. Selbstverständlich ist Mac Quayles elektronischer Score natürlich erneut erstklassig.

 
Die wichtigsten Charaktere habe ich bereits in meinem Beitrag zu der ersten Staffel vorgestellt. Mehr kann und will ich über diese Figuren nicht erzählen. Für die zweite Staffel sind auch folgende Charaktere von Bedeutung:

 

 

Dominique „Dom“ DiPierro ist FBI-Agentin und ermittelt in der 5/9-Hacker-Attacke. Dom wird von der amerikanischen Schauspieler Grace Gummer gespielt. Sie ist die Tochter von Meryl Straep und Schwester von Schauspielerin Mamie Gummer (Ricki and the Flash). Grace Gummer hat bereits in TV-Serien (z.B. The Newsroom und „American Horror Story“: Freak Show) und in einigen Kinofilmen mitgespielt, u.a. Frances Ha, „The Homesman““, Learning to Drive“. Dom ist meine Lieblingsfigur in der zweiten Staffel von „Mr. Robot“.

Philip Price ist der Vorstandsvorsitzende von E Corp. Mr. Price wird von dem amerikanischen Schauspieler Michael Cristofer gespielt. Michael Cristofer ist Dramatiker, Drehbuchautor, Regisseur und eben auch Schauspieler. Für seine Arbeit wurde er bereits mit dem Pulitzer Prize und dem Tony Award ausgezeichnet. Regie hat er beispielsweise bei einem meiner Lieblingsfilme mit Angelina Jolie, der HBO-Produktion „Gia“, geführt. Als Schauspieler hat er in einigen TV-Serien (u.a. „Ray Donovan“ und „American Horror Story: Coven“) mitgespielt und auch in Kinofilmen, wie z.B. „Die Hard with the Vengeance“ und „The Adderall Diaries“ mitgewirkt.

Joanna Wellick ist die Ehefrau von Tyrell (gespielt von Martin Wallström). Gespielt wird Joanna von der dänischen Schauspielerin Stephanie Corneliussen. Im Alter von 13 Jahren hat sie bei der Castingshow „Supermodel of Scandinavia“ teilgenommen und gewonnen. Seither arbeitet sie als Model, hat aber auch in einigen TV-Serien und in dem Kinofilm „Hansel & Gretel: Witch Hunters“ mitgewirkt.

Whiterose – no spoiler – Gespielt wird Whiterose von dem amerikanischen Schauspieler BD Wong. Allgemein bekannt wurde er durch seine Rolle in „Jurassic Park“ aus dem Jahr 1993, kürzlich hat er in dem vierten Teil der Reihe Jurassic World auch eine kleine Rolle übernommen. Er hat aber auch jahrelang eine Hauptrolle in einigen TV-Serien (u.a. „Oz“ und „Law & Order: Special Victims Unit) gespielt.

Cisco mit ihm hat Darlene (gespielt von Carly Chaikin) eine On/Off-Beziehung. Gespielt wird Cisco von dem amerikanischen Schauspieler Michael Drayer. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „The Sopranos“, „The Following“, „Vinyl“) mitgewirkt.

Leon ist ein neuer Freund von Elliot. Gespielt wird Leon von dem amerikanischen Rapper Joey Badass. In „Mr. Robot“ gibt er sein Debüt als Schauspieler.

Ray ist ein neuer Bekannter von Elliot. Gespielt wird Ray von dem amerikanischen Comedian und Schauspieler Craig Robinson. Er zählt zu dem engeren Kreis von Seth Rogen und hat entsprechend schon in vielen Filmen mit Seth Rogen (Knocked UpPineapple Express, Zack and Miri Make a Porno, This is the End gespielt. Ich habe ihn auch in dem James-Brown-Biopic Get On Up gesehen.

Susan Jacobs arbeitet als Anwältin für Evil Corp und wird als Madam Executioner bezeichnet. Susan wird von der englisch-kanadischen Schauspielerin Sandrine Holt gespielt. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „24“, House of Cards ) mitgespielt.

Scott Knowles ist Nachfolger von CTO Terry Colby bei E Corp. Gespielt wird Scott Knowles von dem amerikanischen Theater-, Film- und TV-Schauspieler Brian Stokes Mitchell. Er hat einen Tony Award gewonnen. Ich habe ihn kürzlich in der TV-Serie „The Path“ gesehen.

 
Die erste Staffel von „Mr. Robot“ war für sechs Emmys nominiert. Am letzten Sonntag (18.09.16) hat die Ausnahmeserie zwei Emmys (Bester Hauptdarsteller – Rami Malek und Bester Score – Mac Quayle) gewonnen.

 
Die zweite Staffel von Mr. Robot wurde erstmalig vom 13.07.16 – 21.09.16 auf dem amerikanischen Kabelsender ABC Network ausgestrahlt. Mr. Robot ist über iTunes oder Amazon Prime Video zu streamen. Ab dem 30.09.16 ist die zweite Staffel sogar in der deutschen Synchronisation zu sehen.

Die dritte Staffel wird im Jahr 2017 gezeigt.

Trailer zur ersten Staffel zu sehen:

Trailer zur zweiten Staffel zu sehen:

 

 

 
Rami Maleks Dankensrede bei den Emmys 2016:

 

Foto, das ich im Herbst 2015 in NYC aufgenommen habe, ohne selbstverständlich zu wissen, dass es eine Rolle in "Mr. Robot" spielt.
Foto, das ich im Herbst 2015 in NYC aufgenommen habe, ohne selbstverständlich zu wissen, dass es eine Rolle in „Mr. Robot“ spielt.

 

Berlin – Film: „Frantz“

Ich war am 02.08.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Frantz“ (dt. Kinostart: 29.09.16) 113 min drama
dir. Francois Ozon cast: Pierre Niney, Paula Beer, Ernst Stötzner, Marie Gruber, Johann von Bülow, Anton von Lucke, Cyrielle Clair

 

 

Deutschland im Jahr 1919, kurz nach dem ersten Weltkrieg. Anna (Paula Beer) geht jeden Tag zum Grab ihres Verlobten Frantz, der in Frankreich gefallen ist. Eines Tages bemerkt sie einen jungen Mann (Pierre Niney), der Blumen auf das Grab ihres Verlobten legt. Anna spricht den jungen Mann an, er ist ein Franzose namens Adrien (Pierre Niney). Die Anwesenheit eines Franzosen in der deutschen Kleinstadt sorgt für Aufsehen…

 
B (Wertung von A bis F) „Frantz“ ist der neue Film des französischen Filmemachers Francois Ozon („8 femmes“, „Swimming Pool“, „Potiche“)

Erzählt wird die Geschichte einer trauernden Deutschen, die ihren Verlobten Frantz im Krieg verloren hat. Sie selbst hat keine Familie mehr und lebt bei den Eltern ihres Verlobten. Der mysteriöse Franzose, der Blumen auf das Grab ihres Verlobten legt, stellt sich als Freund von Frantz heraus. an. Frantz´Eltern, wie auch der Rest der Dorfgemeinschaft, wollen jedoch nichts mit dem Franzosen zutun haben. Francois Ozon hat die vorherrschende Stimmung der deutschen und später auch der französischen Bevölkerung – so kurz nach dem ersten Weltkrieg – wunderbar eingefangen.

 
Der französische Schauspieler Pierre Niney war für mich der Grund, mir den Film „Yves Saint Laurent“ vor einigen Jahren gleich zwei Mal anzuschauen. Als französischen Modeschöpfer fand ich ihn hinreissend. Auch hier ist er bezaubernd, leider hatte ich – was seine Filmfigur angeht – ein ganz anderes „Geheimnis“ im Kopf. Entsprechend irritiert habe ich eine entscheidende Wendung im Film aufgenommen. Adrien ist eine facettenreiche Figur und so ganz auf dem falschen Dampfer war ich auch nicht. Schwer zu erklären, ohne den Film zu spoilern. Letztlich hat mich die Story noch über den Kinobesuch hinaus beschäftigt, so sehr, dass ich ihn mir gerne noch einmal anschauen möchte.

Mit Ausnahme von ein paar eindrucksvollen Farbszenen, ist „Frantz“ ein sehr ästhetischer Schwarz-Weiß-Film.

Die Franzosen haben sich derzeit noch nicht entschieden, ob sie „Elle“, The Innocents“, „Cézanne and I“ oder „Frantz“ in das Rennen um den Oscar als Bester fremdsprachiger Film schicken.

„Frantz“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2016 gezeigt. Die deutsche Schauspielerin Paula Beer wurde auf dem Festival mit dem Preis als beste Nachwuchsschauspielerin (Marcello Mastroianni Award) ausgezeichnet. Der Film startet am 29.09.16 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film Anfang August in einer Pressevorführung gesehen. „Frantz“ ist eine deutsch-französische Koproduktion und zweisprachig. Gezeigt wurde die OmU.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

Denver – Film: „Sausage Party“

Ich war am 25.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Sausage Party“ (dt. Filmtitel: „Sausage Party – Es geht um die Wurst“, dt. Kinostart: 06.10.16) 89 min animation
dir. Greg Tiernan, Conrad Vernon cast: Seth Rogen, Jonah Hill, Kristen Wiig, Bill Hader, James Franco, Michael Cera, Paul Rudd, Danny McBride, Craig Robinson, Edward Norton, Salma Hayek

 
Für die Lebensmittel des Supermarktes Shopwell´s gibt es nichts Erstrebenswerteres als zu den Auserwählten zu gehören. Sie halten die Konsumenten für Götter und wenn sie in ihrem Einkaufswagen landen und gekauft werden, wissen sie, dass jetzt das Paradies folgt. Nun wurde aber der Honigsenf (Danny McBride) gerade in den Supermarkt zurückgebracht und hat Horrorstories zu erzählen. Angeblich soll es gar keinen Gott geben, er hält die Menschen sogar für Monster. Niemand schenkt ihm Glauben, alle sind schon ganz vorfreudig auf die große Party, denn es ist amerikanischer Unabhängigkeitstag.

 
B- (Wertung von A bis F) „Sausage Party“ ist ein Animationsfilm für Erwachsene – und zwar ausnahmslos. Die Geschichte stammt aus der Feder von Seth Rogen und Evan Goldberg (This is the End).

Wie dieser Animationsfilm das Thema Glauben angeht, ist originell und stellenweise sehr smart – insbesondere wenn die Esswaren realisieren, dass es gar keinen Gott (keine Götter) gibt. Ansonsten geht es hauptsächlich um Sex. viel zotiger Humor, viel Fluchen – das muss man schon mögen. Irgendwann wiederholen sich aber die Jokes und dann weist der Film Längen auf. Schade. Allein um den teils guten Sprachwitz mitzubekommen, empfehle ich die Originalfassung.

Eines Tages wird es bei den Oscars eine Kategorie für die momentan noch immer unterschätzten motion capture und voice performances geben, Edward Norton wäre für mich ein Kandidat für die Synchronisation des jüdischen Sammy Bagel Jr.

 
An der amerikanischen Kinokasse war der Anfang August in den U.S.A. gestartete Film überraschend erfolgreich. Eine Fortsetzung zu „Sausage Party“ ist im Gespräch.

„Sausage Party“ wurde erstmalig auf bei South by Southwest 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Masterminds„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Zach Galifianakis, Owen Wilson, Kristen Wiig, etc. Sollte eigentlich schon vor einem Jahr ins Kino kommen, dann ist der amerikanische Verleih (Relativity) in finanzielle Schwierigkeiten gestrudelt und der Film wurde verschoben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Bad Santa 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu einem Film, den ich liebe. Wieder mit Billy Bob Thornton, aber auch Kathy Bates
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman, Courtney B. Vance, aber leider auch Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Resident Evil: The Final Chapter„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der vielleicht letzte Film der Resident-Evil-Reihe mit Milla Jovovich. Ich habe keinen der Filme gesehen, der Trailer ist aber nahezu perfekt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

einer der amerikanischen Aufsteller von "Sausage Party"
einer der amerikanischen Aufsteller von „Sausage Party“

 

 

Denver – Film: „War Dogs“

Ich war am 25.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„War Dogs“ (dt. Kinostart: 29.09.16) 114 min action, comedy, adaptation, biopic
dir. Todd Phillips cast: Jonah Hill, Miles Teller, Bradley Cooper, Ana de Armas, J.B. Blanc

 

 

Miami Beach, 2005. Nach einigen Jahren trifft der 22-jährige David (Miles Teller) seinen ehemalig besten Freund Efraim (Jonah Hill) wieder. David ist seinen Job als Masseur leid und sein Nebenerwerb mit dem Verkauf von Bettwäsche wirft auch nichts ab. Efraim bietet ihm kurzerhand an, bei ihm ins Geschäft einzusteigen. Nur war Efraim immer irgendwie in krumme Geschäfte verwickelt und jetzt dealt er mit Waffen…

 
C (Wertung von A bis F) „War Dogs“ basiert auf einer wahren Geschichte und lag Guy Lawsons Rolling Stone Artikel zugrunde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Phillips (The Hangover).

 

Mit Ausnahme von ein paar vereinzelt witzigen Momenten, den ganzen Anspielungen auf Brian DePalmas Film „Scarface“ und dem ziemlich gelungenen Ende, ist der Film dröge. Als Zuschauer begleitet man knapp zwei Stunden zwei nicht gerade sympathische Typen bei ihren mehr oder weniger legalen Machenschaften im Waffengeschäft. Bradley Coopers Auftritte sind dabei schon beinahe das Highlight des Films. Miles Tellers Charakter David Packouz führt als Erzähler durch den Film, was hier – wie in den meisten Fällen – überflüssig ist.

Seit meinen ersten Online-Filmtagebuchaufzeichnungen im Jahr 2007 habe ich nachweislich die meisten Filme mit Seth Rogen und Jonah Hill gesehen. Wenn ich „Sausage Party“, bei denen beide U.S.-Amerikaner eine Sprechrolle übernommen haben, bereits dazu zähle, habe ich jeweils 17 Einträge verzeichnet. Es lässt sich wohl nicht leugnen, ich mag die Beiden. Trotz seines durchaus nennenswerten Auftritts in Steve Jobs , ist Seth Rogen immer noch vorwiegend mit dem Komödien-Genre verwurzelt. Jonah Hill wählt zwischendurch immer wieder interessante Projekte, zeigt dann, wie talentiert er ist und wurde sogar für seine Performance in Moneyball und The Wolf of Wall Street für den Academy Award nominiert.

Der reale David Packouz ist hier in einer Szene relativ am Anfang zu sehen. Er singt vor Senioren in einem Altersheim.

Seit einiger Zeit beobachte ich einen Kinotrend in den U.S.A. Seit Monaten werden sowohl Kinocenter als auch Programmkinos nach und nach umgerüstet. In mittlerweile gefühlt jedem zweiten amerikanischen Kino kann man sich in bequemen, weit nach hinten verstellbaren Sesseln lümmeln. Teilweise kann man die Sessel sogar in die Liegeposition stellen. Ganz ehrlich, wenn ich mich in einen breiten, ausfahrbaren Sessel setzen oder legen will, dann gehe ich ins Möbelhaus. Ins Kino gehe ich, um mir einen Film anzuschauen und nicht, um mich neben Fremde hinzulegen. Durch diese Liege-Sessel stehen natürlich auch viel weniger Sitze in den Kinosälen zur Verfügung. Seltsamer Trend und was mich am meisten nervt, die Zeiten des free seating  neigen sich langsam dem Ende. In den umgerüsteten Kinos muss man sich nämlich bereits an der Kasse für einen Sitzplatz entscheiden. In Deutschland ist das ja gang und gäbe, in den U.S.A. habe ich es immer genossen, mich weit weg von allen nervigen Zuschauern zu setzen.

In Denver war ich jetzt in einem Kino mit einer angeschlossenen Bar. Wenn man dem Barkeeper den Ausweis vorgelegt hat (bekanntermassen reicht der Gesichtscheck in den U.S.A. nicht aus) und der Barkeeper erkennt, dass man über 21 Jahre alt ist, bekommt man ein Bändchen um das Handgelenkt, kann seine alkoholischen Getränke mit ins Kino nehmen und sogar bis zu max. 3 Getränke pro Person konsumieren.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bleed for This„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den Boxer Vinny Paz mit Miles Teller und einem Aaron Eckhart, den ich nie erkannt hätte
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionthriller mit Ben Affleck, J.K. Simmons, John Lithgow, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer und besserer Trailer)
Kommentar: Mittlerweile habe ich etwas mehr Vertrauen in den Film, schließlich eröffnet er auch das Filmfestival in Toronto dieses Jahr
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sully„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film mit Tom Hanks als Hudson-River-Held Chesley Sullenberger. Bei dem Trailer bekomme ich schon Gänsehaut
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Kinoplakat von "War Dogs"
amerikanisches Kinoplakat von „War Dogs“

Berlin – Film: „The Light Between Oceans“

Ich war am 2.9.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Light Between Oceans“ (dt. Kinostart: 8.9.16) 128 min drama, adaptation
dir. Derek Cianfrance cast: Michael Fassbender, Alicia Vikander, Rachel Weisz, Bryan Brown

 

 

Dezember 1918. Tom Sherbourne (Michael Fassbender) ist noch von dem Krieg traumatisiert und möchte zur Ruhe kommen. Er nimmt eine Stelle als Leuchtturmwärter auf einer kleinen Insel an. Er geniesst die Abgeschiedenheit. Ein paar Monate später lernt er auf dem Festland die junge Isabel. (Alicia Vikander) kennen. Sie verlieben sich, heiraten und sie zieht zu ihm auf die Insel. Sie wünschen sich Kinder, nur damit scheint es nicht so richtig zu klappen. Besonders Isabel ist verzweifelt, bis eines Tages ein kleines Boot mit einem neugeborenen Baby angetrieben wird…

 
B- (Wertung von A bis F) „The Light Between Oceans“ basiert auf M. L. Stedmans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Derek Cianfrance (Blue Valentine, The Place Beyond the Pines)

Eine Frau erleidet erst eine Fehlgeburt und kurz nach der zweiten wird ein neugeborenes Baby in einer Jolle angeschwemmt – das fordert den realitätsverbundenen Zuschauer schon etwas heraus. Wenn man die Fantasie-Pille geschluckt hat, kommt es zu einer folgenschweren Entscheidung des Paares und das Drama nimmt seinen Lauf. Damit der Film einen richtig berühren kann, muss man sich wohl in einen der (später) drei Charaktere reinversetzen können. Glaubhaft war die innere Zerrissenheit von Michael Fassbenders Charakter. Fassy kann so etwas wie kaum ein anderer spielen. Im Verlauf der Geschichte sorgt das Verhalten seines Charakters aber auch wieder für ungläubiges Staunen. Im Ganzen ist es ein schön fotografierter, aber kein runder Film – auch wenn bei mir tatsächlich am Ende doch noch ein paar Tränen geflossen sind.

Der Filmemacher hatte Michael Fassbender gefragt, ob er sich vorstellen könnte, während der Dreharbeiten auch in der absoluten Einöde (1 1/2 Stunden weg von jeglicher Zivilisation) zu leben. Fassy konnte sich das gar nicht vorstellen. Schließlich hat er sich aber überreden lassen, wenigstens eine Nacht dort zu verbringen…Den Angaben des Filmemachers zufolge, musste er 5 Wochen später viel Überredungsarbeit leisten, um Michael Fassbender wieder aus der einsamen Idylle wegzubewegen. Zwischenmenschlich waren die Dreharbeiten vor zwei Jahren auch lohnenswert, seitdem sind die beiden Hauptdarsteller ein Liebespaar. Ich habe mir eingebildet, auf der Leinwand zu sehen, wie die beiden sich ineinander verliebt haben.

Es ist übrigens nicht das erste Paar, dass sich bei den Dreharbeiten eines Derek Cianfrance-Filmes kennengelernt hat – Ryan Gosling und Eva Mendes haben sich bei „The Place Beyond the Pines“ ineinander verknallt.

 
„The Light Between Oceans“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist in den U.S.A. am 2.9.16 gestartet. Der Film kommt am 8.9.16 in die deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die deutsche Fassung.

 
Trailer zu sehen:

 
deutscher Trailer zu sehen:

Denver – Film: „Don´t Breathe“

Ich war am 26.08.16 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Don´t Breathe“ (dt. Kinostart: 08.09.16) 88 min thriller, horror
dir. Fede Alvarez cast: Stephen Lang, Jane Levy, Dylan Minnette, Daniel Zovatto

 

 

Rocky (Jane Levy) will endlich raus aus Detroit. Sie möchte in Kalifornien ein neues Leben anfangen. Rocky, ihre Kumpel Alex (Dylan Minnette) und Money (Daniel Zovatto) haben sich auf Einbrüche spezialisiert. Gut, dass Alex´Vater ein Sicherheitsunternehmen hat, das die Sicherheitssysteme in vielen Häusern eingebaut hat. Jetzt haben sie einen Tipp bekommen, in einer Villa in einer sonst mittlerweile unbewohnten Gegend soll ein blinder Mann (Stephen Lang) leben und sehr wahrscheinlich viel Bargeld im Haus haben…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) Dies ist nach Evil Dead erst der zweite Spielfilm, bei dem der uruguayische Filmemacher Fede Alvarez Regie führt. Sein Horrorfilm-Remake hat mir seinerzeit recht gut gefallen.

„Don´t Breathe“ hätte von mir die volle Punktzahl bekommen, wenn

a) es die Anfangsszene und
b) es die unnötige und dämliche Zusatzgeschichte des blinden Mannes nicht gegeben hätte.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr gelungener, sauspannender Thriller. Zwischendurch gucke ich schon mal gerne einen Mainstream-Thriller bzw. Horrorfilm. Am allerliebsten mag ich die sogenannten Home-Invasion-Filme. Filme, bei denen die Protagonisten in der eigene Wohnung/im eigenen Haus überfallen werden. „Don´t Breathe“ ist eine Art Home-Invasion-Film. Die Geschichte ist simple (für meinen Geschmack – siehe mein Kritikpunkt b) – wäre sie noch effektiver, wenn sie sogar noch simpler gehalten worden wäre). Von der Inszenierung hat mich Alvarez´ Film einige Male an David Finchers „Panic Room“ erinnert. Mit seinen ganzen Schockmomenten wirkt der Film ideal in einem (gut besuchten) Kino. „Don´t Breathe“ hat viele Schockmomenten, in meiner Vorstellung war es überwiegend mucksmäuschenstill, naja und es wurde viel geflucht, weil man sich ja so oft erschrecken musste bzw. überrascht wurde.

Aus dem Filmende könnte man irgendwie eine Fortsetzung basteln.

 
„Don´t Breathe“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2016 gezeigt.

 
Da mir der Trailer zu viel spoilert, habe ich mich für diesen Ausschnitt entschieden:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Morgan„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Horror. Regiedebüt von Luke Scott (Sohn von Ridley) mit Kate Mara, Toby Jones und Boyd Holbrook
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Quija: Origin of Evil
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: 2. Teil des Horrorfilms. Der erste war wohl gar nicht gut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ich bin ja von Marvel-Superhelden-Kram gelangweilt, aber der sieht in meiner Welt irgendwie cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Disappointments Room„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Horrorfilm mit Kate Beckinsale (Wie sieht die denn aus?). Wentworth Miller („Prison Break“) hat wieder mal die Story geliefert
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „King Arthur: Legend of the Sword„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Neuer Guy Ritchie-Film. Mit Charlie Hunnam, Jude Law, etc. Auch wenn man vom Trailer schon Guy Ritchies Handschrift erkennen kann, interessiert mich der Film gar nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Resident Evil: The Final Chapter„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der vielleicht letzte Film der Resident-Evil-Reihe mit Milla Jovovich. Ich habe keinen der Filme gesehen, der Trailer ist aber nahezu perfekt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „When the Bough Breaks„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Thriller mit Regina Hall und Morris Chestnut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: „Imperium“

Ich war am 19.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Imperium“ (in D. ab 9.12.16 auf DVD & Bluray erhältlich) 108 min thriller
dir. Daniel Ragussis cast: Daniel Radcliffe, Toni Collette, Tracy Letts, Sam Tramemell

 
Die FBI-Agentin Angela Zanparo (Toni Collette) vermutet, dass rechtsextremistische Terroristen einen Anschlag in den U.S.A. planen. Um an Informationen zu gelangen, schleust sie ihren introvertierten Kollegen Nate Foster (Daniel Radcliffe) in die Washingtoner Neonazi-Szene ein. Für Nate ist es sein erster Undercover-Einsatz und ein äußerst gefährliches Unterfangen…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Imperium“ wurde von wahren Erlebnissen des ehemaligen FBI-Agenten Michael German inspiriert. Es ist das Spielfilmdebüt des Filmemachers Daniel Ragussis.

„Imperium“ ist einer dieser Filme, der mir im Kino gefällt, aber – wenn ich über den Film berichten möchte – ihn beinahe komplett vergessen habe. Der Film bietet wenig Überraschung. Die Geschichte führt einen in die unheimliche Welt der amerikanischen Neonazi-Szene, der nicht nur die leicht zu erkennenden, tätowierten Skinheads angehören, sondern auch der vermeintlich normale Mittelstand. Ich mag Filme, die den Terror im eigenen Land thematisieren. „Arlington Road“ ist einer meiner Lieblingsfilme, „Imperium“ hätte gerne etwas spannender sein dürfen.

Ich habe mir nie einen Harry Potter-Film (vollständig) angeschaut und denke doch direkt an diese Figur, wenn ich Daniel Radcliffe sehe. Er gibt sich wahrlich Mühe, dieses Image loszubekommen und nimmt seither interessante und mutige Rollen an. Ich habe ihn jetzt mittlerweile in drei Filmen (The Woman in Black, Kill Your DarlingsSwiss Army Man) gesehen, schauspielerisch war er in keinem schlecht. Hier überzeugt er als nerdiger FBI-Agent, der sich als Skinhead ausgibt, um in der rechtsextremistischen Szene ermitteln zu können. Seine einfach zu starke (Harry Potter-/Daniel Radcliffe-) Präsenz lenkt mich aber trotzdem zu sehr ab.

Am Besten hat mir wieder mal der Schauspieler Tracy Letts (The Big Short, Indignation, Elvis &Nixon) gefallen.

 
„Imperium“ ist am 19.08.16 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Gleichzeitig ist der Film auf  VOD erschienen. In Deutschland wurde der Film auf dem Fantasy Film Fest gespielt und erscheint im Dezember 2016 auf DVD.

 

Trailer zu sehen:

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Im Quad Cinema wurden keine Trailer gezeigt.

 
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NYC – Film: „Kubo and the Two Strings“

Ich war am 19.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Kubo and the Two Strings“ (dt. Filmtitel: „Kubo – Der tapfere Samurai“, dt. Kinostart: 27.10.16) 102 min animation
dir. Travis Knight cast: Art Parkinson, Charlize Theron, Ralph Fiennes, Rooney Mara, Matthew McConaughey, George Takei

 

 

Die Geschichte spielt im Japan vor unserer Zeit. Der kleine Kubo (Art Parkinson) lebt mit seiner Mutter in einer Höhle am Meer. Tagsüber geht er ins Dorf und unterhält die Bevölkerung mit seinen fantasievollen Geschichten. Seine Mutter (Charlize Theron) hat ihm immer eingetrichtert, dass er vor Anbruch der Dunkelheit zurück sein soll. Eines Tages bleibt er zu lange draußen und begegnet prompt zwei Geistern. Bei den beiden Geistern handelt es sich um seine beiden Tanten (Rooney Mara), vor denen hat ihn seine Mutter immer eindringlich gewarnt. Für Kubo beginnt ein gefährliches Abenteuer…

 
A- (Wertung von A bis F) Nach Coraline, ParaNorman und The Boxtrolls ist „Kubo and the Two Strings“ erst der vierte Film des Stop-Motion-Animationsstudios LAIKA. Es ist der erste Spielfilm bei dem der Vorstand und Präsident von LAIKA, Travis Knight, Regie führt. Travis Knight ist der Sohn von Phil Knight, Gründer des Sportartikel-Herstellers Nike.

Ich musste selbst noch mal nachschauen, aber den ersten Trailer von „Kubo“ habe ich vor dem Kinofilm Zootopia gesehen. Ich mochte die Figuren nicht und wollte mir den Film auch gar nicht anschauen. Jetzt – ein halbes Jahr später – bin ich ziemlich begeistert von dem Streifen. Zweifelsfrei ist es der technisch perfekteste der vier LAIKA-Filme und er erzählt eine originelle und originale Geschichte.

Die Animation in „Kubo and the Two Strings“ ist eine Kombination aus Stop-Motion-Technik und CGI. Am Anfang standen aber immer die handgefertigten Puppen und die, mit viel Liebe zum Detail gebauten Sets. Immer wenn das im Film durchscheint, sind mir vor Rührung die Tränen gekommen. Wer gibt sich den heute, mit all den technischen Möglichkeiten, noch so viel Mühe?

 
Erzählt wird die Story des einäugigen, japanischen Jungen Kubo, einem Geschichtenerzähler. Seitdem sein Vater verstorben ist, kümmert er sich rührend um seine kranke Mutter. Eines Tages beschwört er zwei Geister aus seiner Vergangenheit und muss aus dem Dorf flüchten. Er wird Götter und Monster bekämpfen und bekommt dabei Hilfe von zwei Gefährten, Monkey und Beetle.

„Kubo and the Two Strings“ ist ein ideenreiches Abenteuer, das einen in eine ganz andere Welt führt. Vielleicht sind es ein paar Feinheiten, die man an der Story noch hätte verbessern können, ansonsten habe ich an dem Film wenig auszusetzen. Kubo ist natürlich der Held, meine Lieblingsfigur ist jedoch Monkey. Mich störte, dass Beetle von Matthew McConaughey gesprochen wird. Mir ist die Stimme und Sprache des texanischen Schauspielers so vertraut, dass ich diese überall heraushöre und mich das hier aus dem Film brachte. Mit Hollywoodstars kann man natürlich prima Werbung machen, ich könnte aber oftmals gut darauf verzichten, dass bekannte Schauspieler die Sprechrollen in den Animationsfilmen übernehmen. „Kubo and the Two Strings“ ist ein Film mit japanischen Figuren, der ausschließlich in Japan spielt und wird in den U.S. A. zu Recht dafür kritisiert, dass er vorwiegend von weißen Schauspielern synchronisiert wird.

 
Nach wie vor bin ich PIXAR-Fan, aber LAIKA macht auch einzigartige Filme und darüberhinaus plant dieses Animationsstudio keine Fortsetzungen zu ihren Filmen, daher schlägt mein Herz mittlerweile mehr für LAIKA.

Aus Zeitgründen habe ich „Kubo and the Two Strings“ in der 2D-Fassung gesehen, werde ihn mir aber noch mal in der ganz sicher lohnenswerten 3D-Version anschauen.

Den Film habe ich in einem Kinocenter in New York gesehen. Es ist offiziell der erste Film für den ich 16 USD für eine Kinokarte gezahlt habe. In Manhattan gibt es (mit Ausnahmen einiger weniger Programmkinos) keine Vergünstigungen für Vormittagsvorstellungen, o.ä. Es ist unglaublich, wie sich die Ticketpreise in den letzten Jahren entwickelt haben.

 
„Kubo and the Two Strings“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm.

Trailer zu sehen:

 

 

 

 

Das Making-of:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Sing„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich nicht

Trailer v. Film: „Trolls„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: bunter Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Eagle Huntress„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Storks“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Monster Trucks„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fantasy-Kinderfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Queen of Katwe
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Biopic mit David Oyelowo und Lupita Nyong´o
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

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Boston – Film: „Florence Foster Jenkins“

Ich war am 13.08.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Florence Foster Jenkins“ (dt. Kinostart: 24.11.16) 110 min comedy, drama, biopic
dir. Stephen Frears cast: Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Rebecca Ferguson

 
New York, 1944. Florence Foster Jenkins (Meryl Streep) ist eine sehr wohlhabende Dame der Gesellschaft. Sie liebt klassische Musik und das Singen – leider ist ihr selbst nicht bewusst, dass sie eine grauenhafte Stimme hat und kaum einen Ton trifft. Ihr loyaler Lebensgefährte und Manager, St. Clair Bayfield (Hugh Grant) unterstützt ihre Leidenschaft und setzt alles daran, dass sie nicht erfährt, wie die Umwelt ihren Gesang wahrnimmt. Madame Florence gibt hin und wieder private Konzerte. Jetzt hat sie sich aber in den Kopf gesetzt, ein Konzert in der Carnegie Hall zu geben, auch ihr Klavierbegleiter Cosmé McMoon (Simon Helberg) ist davon alles andere als begeistert.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Florence Foster Jenkins“ erzählt eine wahre Geschichte und ist der neue Film des englischen Regisseurs Stephen Frears („Dangerous Liaisons“, „High Fidelity“, „The Queen“, Philomena.

„Florence Foster Jenkins“ ist eine unterhaltsame Tragikomödie und ein sehenswertes Biopic über die wohl schlechteste Opernsängerin aller Zeiten.

Leonardo DiCaprio ist dafür bekannt, dass er entweder mit den besten oder wenigstens den gerade angesagtesten Regisseuren arbeitet. Meryl Streep sucht ihre Projekte etwas entspannter aus, ihr ist die Rolle wichtig, der Filmemacher ist da zweitrangig. In ihrer langen Karriere hat sie zwar schon mit sämtlichen Regie-Größen gearbeitet, wenn man sich aber ihre Filmografie anschaut, tauchen auch viele nicht so berühmten Namen auf. Bei „Florence Foster Jenkins“ arbeitet sie nun das erste Mal für Stephen Frears. Für den englischen Filmemacher war Meryl Streep die erste, aber auch einzige Wahl für die Besetzung der Hauptrolle. Im letzten Jahr gab es den französischen Film „Marguerite“ mit Catherine Frot in einer Rolle, die vage auf Florence Foster Jenkins basiert. Ich habe diesen Film noch nicht gesehen, muss aber sagen, dass Meryl Streep perfekt besetzt ist. Aus vielen Filmen (u.a. „A Prairie Home Companion“, „Mamma Mia!“, Ricki and the Flash, Into the Woods) weiß man, dass die Amerikanerin eine sehr gute Gesangstimme hat. Es gehört schon einiges dazu, richtig falsch zu singen und eine mörderisch schlechte Stimme zu haben. Während der Dreharbeiten wurden die Musikeinlagen alle live performt. Meryl Streep beeindruckt als exzentrische, aber auch sympathische Millionenerbin. Derzeit gilt es als sehr wahrscheinlich, dass sie für diese Performance ihre 20. Oscar-Nominierung erhält – und ganz ehrlich, sie wurde schon für wesentlich weniger nominiert.

Ich musste nachschauen, aber Hugh Grant ist tatsächlich 12 Jahre jünger als Meryl Streep. In „Florence Foster Jenkins“ sieht er aber älter aus als seine Filmpartnerin – vielleicht ist es aber auch nur ein Beweis dafür, wie alters- und zeitlos La Streep ist. Schauspielerisch hat er mir hier gut gefallen.

Simon Helberg ist wohl allgemein durch die Sitcom„The Big Bang Theory“ bekannt. Den Erfolg dieser Serie kann ich mir partout nicht erklären. Ich habe probiert in eine Folge reinzuschauen, aber länger als 5 Minuten habe ich die Charaktere nicht ertragen. Jedenfalls habe ich Simon Helberg hier für mich entdeckt. Seine Mimik, wenn er Meryls Gesang hört ist unbezahlbar und steht stellvertretend für das, was der Zuschauer denkt.

Florence Foster Jenkins“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Hauptdarstellerin (Meryl Streep), Bester Nebendarsteller (Hugh Grant, Simon Helberg)

„Florence Foster Jenkins“ wurde erstmalig auf dem Belfast Film Festival 2016 gezeigt. Der Film wurde bereits seit dem 6.5.16 in den britischen Kinos gezeigt. Seit dem 12.8.16 ist er in den amerikanischen Kinos zu sehen. In Deutschland wird der Film ab dem 24.11.16 zu sehen sein.

Trailer zu sehen:

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Denial„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film über den Holocaust-Leugner David Irving. Mit Rachel Weisz, Tom Wilkinson und Timothy Spall
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Edge of Seventeen„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson, Kyra Sedgwick und Hailee Steinfeld (die ich ich nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Bridget Jones´s Baby„
Bewertung des Trailers: D (neuer Trailer)
Kommentar: Die schlimmste aller RomComs
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Inferno„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Mal wieder eine Dan-Brown-Verfilmung mit Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rules Don´t Apply„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Warren Beattys neuer Film mit ihm als Howard Hughes, Annette Bening, Alden Ehrenreich und Lily Collins
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sully„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film mit Tom Hanks als Hudson-River-Held Chesley Sullenberger. Bei dem Trailer bekomme ich schon Gänsehaut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Reacher: Never Go Back„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ein weiterer Actioner mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ben-Hur„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von "Florence Foster Jenkins"
amerikanischer Aufsteller von „Florence Foster Jenkins“

 

Boston – Film: „Hell or High Water“

Ich war am 13.08.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Hell or High Water“ (dt. Kinostart: 20.10.16) 102 min drama, thriller, western
dir. David Mackenzie cast: Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster, Gil Birminingham

 

 

West Texas, Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) sind Brüder. Das Geld war immer schon knapp. Kürzlich ist ihre Mutter verstorben und die beiden können die Raten für die Farm nicht mehr bezahlen. Sie beginnen, Filialen einer Bank zu überfallen und auszurauben. Der Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) geht demnächst in Rente. Jetzt erfährt er von den Banküberfällen und heftet sich mit seinem Partner Alberto (Gil Birmingham) an die Fersen der Bankräuber.

 
B+ (Wertung von A bis F) „Hell or High Water“ ist der neue Film des schottischen Filmemachers David Mackenzie („Hallam Foe“, „Perfect Sense“, Starred Up)

Bis ich mich mit dem Kinoprogramm von Boston auseinandergesetzt habe, habe ich tatsächlich noch nichts von dem Film gehört. Ein Film, der sich für mich interessant anhört und bei 98% Rotten Tomatoes steht, will aber unbedingt von mir geguckt werden. Blöde nur, wenn man aufgrund der Lobeshymnen mit einer zu großen Erwartung in den Film geht. Ich habe nicht weniger als ein Meisterwerk wie No Country For Old Men erwartet. Das ist „Hell or High Water“ natürlich nicht, dafür aber ein wirklich feiner Indie.

„Hell or High Water“ ist ein moderner Western, aber vordergründig eine Charakterstudie. Der Film nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere, wobei eines der Charaktere dabei tatsächlich auch Texas bzw. sein eigenbrötlerisches Völkchen ist. Man spürt förmlich die Weite des Landes und die Perspektivlosigkeit in den kleinen Käffern. Natürlich ist es aber auch Tobys und Tanners Geschichte, die nicht wissen, wie sie die Familienfarm vor der Zwangsvollstreckung bewahren können, Filialen ihrer Hausbank überfallen, um damit vielleicht ihre Schulden zu begleichen. Der mit einer nuscheligen Hingabe von Jeff Bridges gespielte Texas Ranger hat seinen letzten Fall zu lösen und geht die Sache ganz entspannt an, er hat eh die Zeit und die nimmt er sich auch, um regelmäßig seinen Partner zu foppen.

Am Ende des Films glaubt man, Toby, Tanner und den Ranger zu kennen. Für mich gibt es zwei herausragende Szenen in dem Film, zum einen die finale Dialogszene und zum anderen bietet der Film die originellste Kellnerinnen-Szene, die ich je gesehen habe.

Ben Foster (Pandorum, The Messenger, Kill Your Darlings) zählt für mich schon lange zu den besten Schauspielern, von dem stupsnasigen Chris Pine erwarte ich grundsätzlich wenig, so gut wie hier, habe ich ihn definitiv noch nicht gesehen. Jeff Bridges ist Jeff Bridges und damit sowieso schon mal anbetungswürdig. Hätte er den Oscar nicht bereits für einen anderen Indie gewonnen, hierfür hätte er ihn verdient.

 
„Hell or High Water“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 12.08.16 in 32 amerikanischen Kinos gestartet. Update: In Deutschland ist der Film ab dem 20.10.16 zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ben-Hur„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Girl on the Train„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller, der so gut sein kann wie Finchers Gone Girl, aber eben auch total daneben
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer und besserer Trailer)
Kommentar: Mittlerweile habe ich etwas mehr Vertrauen in den Film, schließlich eröffnet er auch das Filmfestival in Toronto dieses Jahr
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Actionthriller mit Ben Affleck, J.K. Simmons, John Lithgow, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mechanic: Resurrection„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Fortsetzung von „The Mechanic“ mit Jason Statham
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Hacksaw Ridge„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Mel Gibsons neuer Film – ein Kriegsfilm mit Andrew Garfield (mit einem seltsamen Akzent), Vince Vaughn und Sam Worthington
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ein Mel Gibson-Film? Nein

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NYC – Film: „Equity“

Ich war am 08.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Equity“ 100 min drama, thriller
dir. Meera Menon cast: Anna Gunn, Sarah Megan Thomas, Alysia Reiner, James Purefoy, Sophie Von Haselberg, Samuel Roukin, Craig Bierko

 

 

Naomi Bishop (Anna Gunn) ist eine erfahrene Investmentbankerin in New York. In der weltweit größten Investmentbank nimmt sie bereits eine der führenden Positionen ein. Sie verspricht sich jedoch seit einiger Zeit eine weitere Beförderung. Mit ihrer Ressortleiterin Erin (Sarah Megan Thomas) versucht sie jetzt, einen Deal mit dem jungen Social-Media-Unternehmen Cachét an Land zu ziehen…

 
B- (Wertung von A bis F) „Equity“ ist erst der zweite Spielfilm der amerikanischen Filmemacherin Meera Menon („Farah Goes Bang).

„Equity“ ist ein solider Film, aber von einem Finanzthriller mit drei zentralen weiblichen Charakteren habe ich mir doch irgendwie noch mehr versprochen. Auch wenn mir die Frauencharaktere etwas zu plump eingeführt wurden, ist jede Frau auf ihre Art ausgeschlafen und komplex. Die von Anna Gunn („Breaking Bad“) gespielte Naomi ist die typisch ehrgeizige Karrierefrau, die ihr Privatleben völlig zurückstellt, die von Alysia Reiners beeindruckend dargestellte Samantha, die Naomi noch vom College kennt, arbeitet für die Bundesstaatsanwaltschaft und schafft es, trotz des zeitraubenden Jobs, ihrem privatem Glück ausreichend Raum zu geben. Die dritte im Bunde ist die junge aufstrebende Investmentbankerin Erin (die durchaus von der, von mir so verabscheuten Anna Kendrick hätte dargestellt werden können – hier aber von Sarah Megan Thomas gespielt wird) ist auf der einen Seite ehrgeizig und strebt eine Beförderung an, auf der anderen Seite will sie mit ihrem Mann vielleicht eine Familie gründen.

Frauen in Führungspositionen, die sich in einer, von Männern dominierten Finanzwelt durchsetzen müssen, haben das Potenzial, eine interessante Geschichte zu erzählen. Es gibt immer noch viel zu wenig Frauen in der obersten Führungsebene (insbesondere im Haifischbecken der Hochfinanz), „Equity“ ist ein Porträt über Frauen in diesen Positionen. Der Film zeigt auch, dass an das weibliche Geschlecht immer noch ganz andere Erwartungen gestellt werden als an Männer in einer ähnlichen Position. „Equity“ ist ein Film von Frauen (geschrieben, inszeniert und produziert) über Frauen, die nicht nur schmückendes Beiwerk sind.

In einer kleinen Nebenrolle ist Sophie Von Haselberg zu sehen, sie ist die Tochter von Schauspielerin/Sängerin Bette Middler.

 
„Equity“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mia Madre„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Italienischer Film mit John Turturro. Habe ich letztes Jahr auf dem New York Film Festival gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen.

 
Trailer v. Film: „Morris From America„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: deutsch-amerikanischer Film mit Craig Robinson.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmh…mal gucken

 

Trailer v. Film: „Denial„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film über den Holocaust-Leugner David Irving. Mit Rachel Weisz, Tom Wilkinson und Timothy Spall
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Come What May„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: französischer Zweiter-Weltkriegsfilm mit August Diehl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

 

Trailer v. Film: „A Man Called Ove„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: schwedische Tragikomödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „Café Society“

Ich war am 08.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Café Society“ (dt. Kinostart: 10.11.16) 96 min drama, comedy
dir. Woody Allen cast: Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Steve Carell, Blake Lively, Parker Posey, Corey Stoll, Jeannie Berlin, Ken Stott

 

 

Bobby (Jesse Eisenberg) ist in New York aufgewachsen. In den 1930er Jahren versucht er, in Los Angeles sein Glück zu finden. Vielleicht könnte ihm dabei Onkel Phil (Steve Carell), der vielbeschäftigte und erfolgreiche Hollywood-Agent, behilflich sein. Bobby verliebt sich bald in die Sekretärin seines Onkels, Vonnie (Kristen Stewart). Leider hat die aber einen Freund…

 
B- (Wertung von A bis F) „Café Society“ ist Woody Allens neuer Film. Es ist sein 47. Film und nicht nur der teuerste, den der New Yorker Filmemacher je inszeniert hat, sondern erstmals hat er auch mit digitalen Kameras gedreht.

In den besseren Woody-Allen-Filmen der neueren Zeit („Match Point“, Midnight in Paris und Blue Jasmine) bekommt man Woody Allen selbst dankenswerterweise nicht zu sehen. In „Café Society“ spielt er zwar auch nicht mit, lässt es sich jedoch nicht nehmen, als Erzähler zu fungieren. Ich hätte gerne auch auf diesen unnötigen Part verzichtet.

Überhaupt hätte ich mir gewünscht, „Cafe Society“ wäre eine Charakterstudie über den neurotischen New Yorker Bobby, der sich in der Fremde (noch dazu im glitzernden Hollywood der 1930er Jahre) zurechtfinden muss. Dass dies funktioniert hätte, sieht man zu Beginn des Films. Leider erzählt Woody Allen später eine völlig andere, in New York angesiedelte Geschichte. Die Ausflüge in die Unterwelt hätten auch aus einem ganz anderen Film sein können und die Geschichte im Ganzen wirkt zu konstruiert und aufgepumpt.

Die Szenen des älteren, jüdischen Ehepaars, Bobbys Eltern (gespielt von Jeannie Berlin und Ken Stott), sind hinreissend und hätten so auch aus einem Coen-Bros.-Film stammen können. Amüsant fand ich die Kurzauftritte von Bobbys permanentrauchenden Gangsterbruder Ben (gespielt von Corey Stoll, den ich mit voller Haarpracht tatsächlich nicht erkannte). Der Form halber sei erwähnt, dass Bruce Willis für die Rolle des Onkel Phil besetzt war. Während der Dreharbeiten war Woody Allen jedoch so unzufrieden mit der Arbeit des Schauspielers, dass er ihn kurzerhand durch Steve Carell ersetzte. Steve Carell ist ein Glücksgriff für den Film. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man denken, dass Woody Allen ihm die Rolle auf den Leib geschrieben hat. Letztlich ist es den beiden o.g. Schauspielern, Steve Carell und dem stets wunderbaren Jesse Eisenberg zu verdanken, dass mich der Film nicht noch mehr gelangweilt hat.

„Café Society“ ist nach Adventureland und „American Ultra“ bereits der dritte Film, bei dem Jesse Eisenberg und Kristen Stewart gemeinsam vor der Kamera stehen.

„Café Society“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes.

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Morris From America„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: deutsch-amerikanischer Film mit Craig Robinson.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmh…mal gucken

Trailer v. Film: „Come What May„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: französischer Zweiter-Weltkriegsfilm mit August Diehl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Mia Madre„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Italienischer Film mit John Turturro. Habe ich letztes Jahr auf dem New York Film Festival gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen.

Trailer v. Film: „Denial„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film über den Holocaust-Leugner David Irving. Mit Rachel Weisz, Tom Wilkinson und Timothy Spall
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Man Called Ove„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: schwedische Tragikomödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

TV – Film/Serie: „O.J.: Made in America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender ABC/ESPN-Doku-Serie angeschaut:

 
„O.J.: Made in America“ 5 x approx. 90 min (464 min) documentary
dir. Ezra Edelman cast: O.J. Simpson

 

 

Diese Dokumentation widmet sich der komplexe Persönlichkeit des ehemaligen Football-Stars O.J. Simpson. Sie gibt aber auch einen Einblick in die Rassenkonflikte mit denen sich die U.S.A., aber insbesondere Los Angeles seit vielen Jahren auseinandersetzen muss.

 
A- (Wertung von A bis F) „O.J.: Made in America“ war in den U.S.A. dieses Jahr das TV-Event. Irgendwie ist das Jahr 2016 das O.J.-Simpson-Jahr. Die TV-Serie The People v. O. J. Simpson: American Crime Story ist zweifelsfrei eine der besten amerikanischen Miniserien des Jahres 2016 und wurde kürzlich – nicht sonderlich überraschend – für rekordverdächtige 22 Emmys nominiert. „O.J.: Made in America“ ist nun eine knapp achtstündige Dokumentation, die sowohl im amerikanischen Kino als auch im amerikanischen TV gezeigt wurde und sich damit für die Emmys UND die Oscars im nächsten Jahr bewirbt.

Orenthal James Simpson gilt bis heute als einer der besten U.S.-amerikanischen Sportler. Als Afro-Amerikaner hätte er sich für die Rechte der schwarzen Bevölkerung einsetzen können, das hat er jedoch stets abgelehnt. Eines seiner berühmtesten Zitate ist: „I´m not black – I´m O.J“. Vor allen Dingen wollte er immer von der privilegierten „weißen“ Gesellschaft respektiert werden. Dies ist dem Ausnahmesportler auch gelungen – die Schwarzen haben ihn natürlich trotzdem verehrt. O.J. Simpson ist einer der wenigen afroamerikanischen Helden, der es sogar geschafft hat, dass seine Hautfarbe nie relevant, quasi unsichtbar war. Er hat mit seiner weißen Ehefrau (Nicole Simpson) in einer, vorwiegend von wohlhabenden, weißen Amerikanern bevölkerten Gegend von Los Angeles (Brentwood) gelebt. Irgendwann kamen seine Gewalttätigkeiten gegenüber seiner Ehefrau ans Tageslicht. Als „The Juice“ hat er jedoch eine Sonderbehandlung der L.A.P.D. genossen. Die zahlreichen Notrufe seiner Ehefrau wurden nie richtig ernst genommen. Am 12.06.1994 wurden Nicole Simpson und Ron Goldman brutal ermordet. Es gab eindeutige Beweise für O.J. Simpsons Schuld. Es kam zu einem Gerichtsprozess, der über acht Monate dauerte und live im amerikanischen TV übertragen wurde. O.J. konnte sich die teuersten Anwälte leisten und die kamen schließlich auf die smarte Idee, Rassismus in den Vordergrund des Strafprozesses zu stellen und so von den Mordvorwürfen und den hieb- und stichfesten Indizien abzulenken. Der Ex-Footballer wurde schließlich freigesprochen. O.J. Simpsons Freispruch war – vereinfacht gesagt – nur der Tatsache geschuldet, dass er schwarz ist. Letztlich haben seine Staranwälte O.J.s Hautfarbe genutzt, um vorzuführen, dass Afro-Amerikaner von der Polizei und der Justiz stets vorverurteilt und benachteiligt werden. Nach dem Urteil und seiner Freilassung dachte O.J. er könnte nun so weiterleben wie zuvor, nur galt der Star gemeinhin als schuldig und die privilegierte „weiße Gesellschaft“ wollte jetzt nichts mehr mit ihm zutun haben. Dazu kam, dass er kurze Zeit später in dem Zivilprozess für die Tötung von Nicole Simpson und Ron Goldman zur Verantwortung gezogen und zur Zahlung von 33 Millionen Dollar an die Angehörigen verurteilt wurde. O.J. Simpson, der der afro-amerikanischen Gemeinschaft immer den Rücken gekehrt hatte, suchte – nachdem er von der weißen Gesellschaft abgelehnt wurde – nun deren Anerkennung – und wurde aufgenommen. Einige Jahre später (im Jahr 2007) ist O.J. Simpson mit einigen Bekannten in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen und hat zwei Fanartikel-Händler auf die Rückgabe seiner persönlichen Erinnerungsstücke aus seiner Sportlerzeit gedrängt. Er wurde verhaftet und angeklagt. Für dieses Delikt wurde er wegen bewaffneten Raubüberfall, versuchter Körperverletzung und Geiselnahme angeklagt und verurteilt. Seit nunmehr acht Jahren sitzt er im Gefängnis. Er verbüsst eine 33-jährige Gefängnisstrafe, die nichts mit dem, ihm im Jahr 1994 vorgeworfenen Doppelmord zutun hat. Das verhängte Strafmass gilt gemeinhin als härter als üblich und man wird das Gefühl nicht los, als ob das die späte Rache der Justiz für den Freispruch in dem Doppelmord-Prozess ist.

Die Dokumentation beginnt mit O.J. Simpsons Worten: „As a kid growing up in the ghetto, one of the thing I wanted most was not money, it was fame“. Sie endet mit seinen Worten: „Please remember me as the Juice. Please remember me as a good guy. Please.“

Auch wenn sich O.J. Simpson in diesem Dokuformat nicht selbst zu irgendwelchen Vorwürfen äußert, habe ich die Dokumentation als ihm gegenüber sehr fair empfunden. Ezra Edelmann erzählt in chronologischer Reihenfolge die Lebensgeschichte von O.J. Simpson, er widmet sich intensiv seiner Sportlerkarriere und versucht in knapp acht Stunden dem Phänomen O.J. Simpson auf die Spur zu kommen. Zwischendurch habe ich durchaus Sympathie und auch mal Mitgefühl mit dem Ex-NFL-Star empfunden. Er hat aber zweifelsfrei auch eine dunkle Seite. Der Regisseur dokumentiert O.J.s Wut, seine Eifersucht und seine Prügelattacken. In meinen Augen ist er ein Narzisst und Soziopath. Ich habe nie daran gezweifelt, dass er seine Ex-Frau und Ron Goldman brutal ermordet hat, dafür gab es seinerzeit einfach erdrückende Beweise. Mit diesem Film kann sich aber jeder selbst ein Bild von ihm und den Tatvorwürfen machen. Die Dokumentation gibt aber auch Raum für die, mit Rassenkonflikten gespickte Geschichte der U.S.A. und insbesondere der Bevölkerung von Los Angeles. Durch die TV-Serie „The People v. O.J. Simpson: American Crime Story“ habe ich verstanden, wie es zu dem unfassbaren Freispruch des Doppelmörders gekommen ist, mit „O.J.: Made in America“ wurde mir klar, dass unter den gegebenen Umständen tatsächlich nichts anderes als ein Freispruch möglich war.

 
In dieser Dokumentation werden unzählige Original-Filmaufnahmen aus der Zeit, Videoaufzeichnungen aus dem Gericht, Tagebucheinträge, private und offizielle Fotos gezeigt und der Filmemacher lässt in 72 Interviews Angehörige, Journalisten, Freunde, Bekannte, Geschäftspartner und Weggefährten von O.J. Simpson, aber auch Anwälte, die Staatsanwältin Marcia Clarke, Mark Fuhrman und andere Polizisten, die in den Fall involviert waren, zu Wort kommen. „O.J.: Made in America“ gibt sehr viel Hintergrundwissen über den „Trial of the Century“. Auch erklären Geschworene, warum sie seinerzeit für den Freispruch stimmten und wie sie das heute sehen.

O.J. Simpson ist eine faszinierende Persönlichkeit und der Fall bleibt einzigartig. Anhand dieser Doku wird einem aber auch klar, dass sich in Sachen Rassismus und Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in letzten 20 Jahren wenig geändert hat.

„O.J. : Made in America“ ist eine exzellente Dokumentation. Ich empfehle jedoch zuerst „The People v. O.J.Simpson: American Crime Story“ zu gucken.

 
„O.J.: Made in America“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Die erste Episode dieses Fünfteilers wurde am 11.06.16 auf dem amerikanischen Sender ABC ausgestrahlt. Die restlichen vier Teile waren dann vom 14.-18.06.16 ausschließlich auf dem amerikanischen Sportsender ESPN zu sehen. „O.J.: Made in America“ konnte bei den diesjährigen Emmy-Awards nicht mit einer Nominierung berücksichtigt werden, dafür hätte die Doku in der Zeit vom 1.6.15 – 31.5.16 ausgestrahlt werden müssen. Eine Emmy-Award-Nominierung im Jahr 2017 ist sehr wahrscheinlich. Für das Jahr 2016 hat diese beeindruckende Dokumentation aber sehr gute Chancen auf einen noch viel größeren Preis, den Academy Award. Um sich für die Academy Awards zu qualifizieren, wurde diese 464-minütige Dokumentation extra zuerst im Mai 2016 in Kinos in New York und in L.A. County gezeigt. Nach den AMPAS-Regeln muss eine Dokumentation außerdem eine Filmkritik (eine Fernsehkritik ist nicht ausreichend) von der New York Times oder der L.A. Times erhalten. Es wäre die erste TV-Serie, die einen Oscar-erhalten würde.

„O.J.: Made in America“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm.

 
Trailer zu sehen:

 

Berlin – Film: „Toni Erdmann

Ich war am 19.07.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Toni Erdmann“ (dt. Kinostart war der 14.07.16) 162 min drama, comedy
dir. Maren Ade cast: Sandra Hüller, Peter Simonischek, Michael Wittenborn, Thomas Loibl, Ingrid Bisu, Lucy Russell, Hadewych Minis

 
Ines (Sandra Hüller) ist beruflich erfolgreich. Derzeit arbeitet sie als Unternehmensberaterin in Bukarest. Eines Tages bekommt sie überraschend Besuch von ihrem Vater Toni (Peter Simonischek). Er ist ein seltsamer Kauz und wird sie schon bald mit seinem Humor in Verlegenheit bringen wird.

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Toni Erdmann“ war der Lieblingsfilm der Kritiker und des Publikums auf dem diesjährigen Cannes Filmfestival.

Ich hatte Anfangsschwierigkeiten mit dem Film. Menschen, die andauernd Witze erzählen oder – wie die Filmfigur Toni – sich ein falsches Grusel-Gebiss ein- und eine grausige Perücke aufsetzen, um dann Lacher zu provozieren, finde ich anstrengend. Entsprechend hatte ich mit Toni meine Probleme. Ich kann mich erinnern, dass ich mich während des Films irgendwann fragte, was die Amis (und nicht nur die) an diesem Film so lieben. Über weite Strecken hatte ich eher eine B-Bewertung im Kopf. In die Lage der Tochter konnte ich mich jedoch recht schnell versetzen. Bei einer kurzen und doch so vielsagende Szene in einem Club liefen mir dann erstmals die Tränen, es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Ich konnte mich in der Figur der Tochter so wiederfinden, wie man sich als Tochter wiederfindet, wenn man so anders als seine Eltern tickt, vermeintlich in einer anderen Welt lebt, seine Eltern aber natürlich trotzdem liebt. „Toni Erdmann“ ist eine Tragikomödie, aber auch eine unglaublich gut beobachtete Charakterstudie. Die ganze, lebensnahe Schönheit des Film ist nur über die komplette Laufzeit des Films zu erfassen.

Die deutsche Autorin/Filmemacherin Maren Ade hat einen sehr konsequenten Film gedreht. Ihr Drehbuch geht in unvorhersehbare Richtungen. Bei manchen Szenen habe ich mich sehr unwohl gefühlt und ganz sicher hätten die meisten Filmemacher bestimmte Szenen irgendwann abgeblendet, nicht so Frau Ade. Sie lässt die Fremdschäm-Momente einfach laufen, lässt den Zuschauer mitleiden. Ich kenne keinen Filmemacher, der diese Geburtstagsparty-Szene so durchgezogen hätte. Sicherlich hätte man den Film kürzen können, im Nachhinein bin ich mit dem Endresultat aber glücklich.

Sandra Hüller, eine deutsche Schauspielerin, die mir bislang nicht bekannt war, gibt hier nicht weniger als eine Oscar-Performance. Dafür bedarf es meistens nur einer richtig überragenden Szene. Sandra Hüller liefert hier mindestens vier solcher Szenen. Sie spielt von innen heraus, kann – ohne ihre Mimik groß einzubringen – mit ihrem Gesicht ihre Gedanken auf den Zuschauer übertragen. Das können die wenigsten großen Schauspieler. Manchmal sind es kurze Momente (wie die Szene zum Schluss), die so echt daherkommen, dass mir sofort die Tränen in die Augen schossen. Grandios natürlich die „Whitney-Schnuck“-Szene. Manchmal hat mich ihre Performance an Charlotte Ramplings in 45 Years erinnert.

„Toni Erdmann“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Dort wurde der Film mit dem internationalen Kritikerpreis, dem FIPRESCI-Prize ausgezeichnet. Sony Pictures Classics hat den Film für den amerikanischen Markt gekauft. Ein U.S.-amerikanischer Kinostart ist derzeit für den 25.12.16 anvisiert. Damit startet „Toni Erdmann“ inmitten der Oscar-Saison. Es ist im Moment jedoch noch nicht entschieden, ob der Film für Deutschland überhaupt ins Rennen für die Nominierung eines Academy Award als bester fremdsprachiger Film geht.

Update: Am 25.08.16 hat die Auslandsvertretung des Deutschen Films bekanntgegeben, dass „Toni Erdmann“ für Deutschland ins Rennen um den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film geht.

Die Oscar-Academy hat Maren Ade dieses Jahr übrigens eingeladen, Mitglied von AMPAS zu werden. Sie wurde in die elitäre Regie-Branche gewählt.

 
„Toni Erdmann“ ist ein deutscher Film, sehr viele Dialoge werden jedoch in Englisch gehalten.

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

 

 

Trailer v. Film: „24 Wochen„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Deutscher Film mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „El Olivo – Der Olivenbaum„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: spanischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Julieta„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: der neue Almodóvar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bestimmt

Trailer v. Film: „Frühstück bei Monsieur Henri„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: französischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

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deutsches Filmplakat
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Ich war mal wieder beeindruckt, dass man in Deutschland „Überlänge“-Zuschlag zahlen muss.

 

L. A. – Film: „Free State of Jones“

Ich war am 05.07.16 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Free State of Jones“ 139 min drama
dir. Gary Ross cast: Matthew McConaughey, Gugu Mbatha-Raw, Keri Russell, Mahershala Ali

 

 

Oktober 1862 in Jones County, Mississippi. Mitten im Bürgerkrieg entzieht sich Newton Knight (Matthew McConaughey) seinen militärischen Verpflichtungen. Der fahnenflüchtige Soldat muss sich fortan vor den konföderierten Truppen verstecken, trennt sich seiner Frau Serena (Keri Russell) und dem gemeinsamen Sohn und sucht Zuflucht bei einigen entflohenen Sklaven irgendwo in den Sümpfen. Schließlich desertieren immer mehr Männer und finden sich zusammen. Sie formieren eine eigene Armee und setzen sich gegen wohlhabende Plantagenbesitzer und Steuereintreiber zur Wehr…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Free State of Jones“ beruht auf wahren Ereignissen, die sich zwischen den Jahren 1862 und 1876 in Jones County, Mississippi zugetragen haben. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Gary Ross („Pleasantville“, „Seabiscuit“, The Hunger Games).

In so vielen Einstellungen spürt man, dass Gary Ross einen anspruchsvollen Film über ein wichtiges Thema präsentieren will. Dafür hätte er jedoch ein anderes Drehbuch verfilmen müssen.

 

Zugegebenermassen erzählt der Film mal eine etwas andere Story über den amerikanischen Bürgerkrieg. Von Newton Knight, dem einfachen Farmer, dem Soldaten der konföderierten Truppen, dem Deserteur, der später mit einigen Gleichgesinnten und entflohenen Sklaven gegen die Staatsmacht rebelliert, hatte ich noch nie etwas gehört. Leider vertraut Gary Ross nicht alleine auf Newton Knights Geschichte, mehrmals unterbricht er die eigentliche Story und erzählt eine andere, die 85 Jahre später spielt. So wie Newton Knights Charakter in diesem Film dargestellt wird, wirft seine Figur Fragen auf. Warum beispielsweise verlässt er die, ihm so wichtige Familie und kommt später nie auf die Idee, nach ihr zu suchen? „Free State of Jones“ ist kein Biopic, Newton Knights Familiengeschichte war wohl eine leicht abgewandelte. Ich hatte den Eindruck hier die Hollywood-Version von Newton Knights Leben zu sehen, gewünscht hätte ich mir eine solide Biografie-Verfilmung.

 
Matthew McConaughey hat in den letzten Jahren alles daran gesetzt, als Schauspieler ernst genommen zu werden. Letztlich hat er in Bernie, Mud, Magic Mike, Dallas Buyers Club und True Detective auch gezeigt, dass er schauspielern kann. Für „Dallas Buyers Club“ hätte er zwar nicht wirklich den Oscar verdient (dieser Oscar gehört eindeutig Leo für „The Wolf of Wall Street“), aber gut, er hat ihn nun mal. Jetzt sollte er sich mal langsam entspannen, in diesem Film gibt er aber auch wieder ALLES. Mich langweilt er mittlerweile, schauspielerisch besser hat mir in diesem Film Mahershala Ali, der den entflohenen Sklaven Moses spielt, gefallen. Auch gut ist Gugu Mbatha-Raw (Concussion).

 
Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ben-Hur„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films – schlimm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jason Bourne„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der fünfte Film der Bourne-Reihe (für mich der vierte, weil ich den letzten nicht gesehen habe und da auch Matt Damon nicht mitgespielt hat)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Antoine Fuquas Remake des gleichnamigen Westerns – War das nötig? Von der Besetzung interessiert mich eigentlich nur Peter Sarsgaard.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Warum muss Ben Affleck immer wieder als Schauspieler arbeiten, wo ihm das Regiefach doch so viel mehr liegt?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmh…ja

Trailer v. Film: „The Birth of a Nation„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Nach dem OSCARS-SO-WHITE-Protest während der diesjährigen Oscar-Saison, kann man davon ausgehen, dass im nächsten Jahr nicht-weiße Schauspieler und ein Film mit einem afroamerikanischen Thema den Oscar gewinnen werden. Aussichtsreichste Kandidaten derzeit: „The Birth of a Nation“ und „Fences“…dann wird wohl auch Viola Davis endlich ihren Oscar bekommen..
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein weiterer Oscar-Film, sollte Ruth Negga als beste Nebendarstellerin „kandidieren“, hat sie den Oscar wohl schon in der Tasche. „Loving“ interessiert mich wesentlich mehr als „The Birth of a Nation“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bad Moms„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Christina Applegate, Mila Kunis und Kristen Bell
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

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L.A. – Film: „Swiss Army Man“

Ich war am 05.07.16 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Swiss Army Man“ (dt. Kinostart: 13.10.16) 95 min drama, comedy
dir. Daniel Scheinert, Daniel Kwan cast: Paul Dano, Daniel Radcliffe, Mary Elizabeth Winstead

 
Hank (Paul Dano) ist auf einer einsamen Insel gestrandet und will sich gerade das Leben nehmen, als er einen angeschwemmten Leichnam (Daniel Radcliffe) entdeckt…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Swiss Army Man“ ist das Langfilmdebüt der „Daniels“ (Daniel Scheinert und Daniel Kwan). Bislang hat das Regie-Duo vorwiegend Musikvideos inszeniert.

Voraussichtlich können die wenigsten Zuschauer mit diesem Film etwas anfangen. Sogar auf dem Sundance Film Festival haben einige Zuschauer die Vorstellung vorzeitig verlassen. Man wird es wohl nicht verhindern können, dass „Swiss Army Man“ in der Kurzbeschreibung als „Furzender-Leichnam-Film“ bezeichnet wird. Es lohnt sich aber, etwas hinter die Kulisse zu blicken. Man wird eine originelle und einmalige Geschichte über Liebe, Einsamkeit und das Anderssein entdecken.

Sicherlich musste auch ich in diese abgedrehte Geschichte erst mal reinwachsen. Die Szene in dem nachgebauten Bus hat mein Herz sofort berührt, einige Szenen haben mir richtig gut gefallen, es gab aber auch ein paar, die mich irritiert und rätselnd zurückgelassen haben. Mittlerweile sind einige Tage vergangen, meine Theorie zu Hank und Manny hat sich festgesetzt. Jeder wird aber seine eigene zu den Charakteren und der Geschichte haben, man muss sich nur auf den Film einlassen (wollen). „Swiss Army Man“ ist sicherlich albern, absurd, manchmal abstossend, aber tiefgründiger als man zunächst vermutet.

 
In den ersten, vielleicht zehn Minuten des Films habe ich mir überlegt, was sich Paul Dano wohl beim Lesen des Drehbuchs gedacht hat. Später habe ich mir ein Interview angehört, in dem er gesagt hat, dass er für den Film zugesagt hat, als er diese „Jet-Ski-Szene“ zu Beginn des Films gelesen hat. Er fand das so abgedreht und hätte jeden Schauspieler um diese Szene beneidet. Seit gut zehn Jahren (und dem Film „Little Miss Sunshine“) bin ich Fan von Paul Dano. Nach diesem Film hatte ich das dringende Bedürfnis, mir auf Netflix „There Will Be Blood“ noch einmal anzuschauen. Paul Dano hat seinerzeit tatsächlich schon auf einer Augenhöhe mit Daniel Day Lewis gespielt. Mit 12 Years a Slave, Love & MercyYouth und jetzt „Swiss Army Man“ bin ich überzeugt, dass er ALLES spielen kann.

Daniel Radcliffe macht seine Sache überraschend gut. Gut, ausdruckslos kann er, aber diese Rolle erfordert Mut und den scheint er zu haben. Mary Elizabeth Winstead (10 Cloverfield Lane) hätte in diesem Film durch quasi jede andere Schauspielerin ersetzt werden können.

 
Der amerikanische Regisseur Shane Caruth (Upstream Color) ist während der Dreharbeiten am Set aufgekreuzt und da die beiden Filmemacher noch keine Besetzung für den Leichenbeschauer hatten, hat Shane Caruth kurzerhand die Rolle übernommen.

„Swiss Army Man“ ist ein Film meines amerikanischen Lieblingsverleihers A24. Seit dem Jahr 2013 verwöhnt A24 den amerikanische Indie-Filmliebhaber mit einigen Perlen. Die folgenden Filme fand ich mindestens sehenswert: „The Spectacular Now“, „Enemy“, „Under the Skin“, „Locke“, „The Rover“, „A Most Violent Year“, „While We´re Young“, „Ex Machina“, „Mojave“, „Slow West“, „Amy“, „The End of the Tour“, „Mississippi Grind“, „The Lobster“, „Room“, „The Witch“, „De Palma“ und nun auch „Swiss Army Man“.

Der Soundtrack von „Swiss Army Man“ wurde von zwei Mitgliedern der amerikanischen Indie-Band Manchester Orchestra komponiert. Ich glaube, ich werde mir diese Filmmusik zulegen.

 
„Swiss Army Man“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurden die Regisseure für diesen Film mit dem Directing Award: Dramatic ausgezeichnet. Der Film wurde am 24.06.16 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.07.16 war „Swiss Army Man“ dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Der deutsche Kinostart ist der 13.10.16.

 
Trailer zu sehen:

Ich mag die Website:

http://swissarmyman.com

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Florence Foster Jenkins„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Stephen Frears neuer Film. Biopic mit Meryl Streep – Haben wir da die 20. Oscar-Nominierung von Meryl?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Equity„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Frauen und Wall Street – spricht mich sofort an. Mit Anna Gunn von „Breaking Bad“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bridget Jones´s Baby„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Wer – um Himmels Willen – guckt freiwillig so einen Mist?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nie…mals

Trailer v. Film: „Lights Out„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, glaube ich)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 70% Rotten Tomatoes

Trailer v. Film: „Absolutely Fabulous: The Movie„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich war nie Fan von „Ab Fab“, aber der Trailer sieht irgendwie erfrischend aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Trailer v. Film: „Free Fire„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Wheatleys neuer Film mit Brie Larson, Sharlto Copley, Cillian Murphy, Sam Riley
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Trailer v. Film: „American Honey„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Roadmovie mit Shia LaBeouf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

 

San Francisco – Film: „Tickled“

Ich war am 27.06.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Tickled“ 93 min documentary
dir. David Farrier, Dylan Reeve cast: David Farrier, Dylan Reeve

 

 

Der neuseeländische Reporter David Farrier ist immer auf der Suche nach bizarren Stories und stösst im Internet auf einen höchst seltsamen Kitzel-Wettbewerb. Es gibt zahlreiche Videos dieses „Sports“. Als er die amerikanische Produzentin Jane O´Brien Media kontaktiert und um ein Interview bittet, erhält er eine überraschend aggressive Email. Es bleibt auch nicht bei der einen Hassmail, bald bekommt David Farrier Drohungen. Den Journalisten macht das aber nur noch viel neugieriger…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) Diese Dokumentation wird derzeit sehr gehypt. Ich musste mich natürlich davon überzeugen, ob der Film wirklich so sehenswert ist. Das Thema ist sicherlich sehr schräg, da gibt es junge, athletische und gut aussehende Männer, die sich von anderen attraktiven Männern fesseln und kitzeln lassen. Das Ganze soll keinerlei sexuellen Bezug haben – nee, ist klar. Es gibt schon wirklich seltsame Fetische. Jedem sei seiner gegönnt, solange sie damit keinem anderen Menschen bzw. keinem Tier schaden. SPOILER – ANFANG Hier geht es aber Drohungen und Erpressung und einem äußerst unangenehmen, regelrecht kranken und gefährlichen Menschen. Dieser Mensch (und mir war relativ schnell klar, welchem Geschlecht dieser angehören muss) schwimmt scheinbar im Geld und verhält sich so, als ob er sich dadurch alles erlauben kann. SPOILER – ENDE.

 
Vielleicht hätte mir der Film besser gefallen, wenn er professioneller inszeniert worden wäre. Mich nervte vor allen Dingen die Wackelkamera, viele Szenen wiederholen sich, ich fand einiges vorhersehbar und irgendwann langweilig. Gegen Ende der Dokumentation führt der Reporter ein Telefonat – das ist in meinen Augen die beste Szene.

 
„Tickled“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Don´t Think Twice„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Our Little Sister„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: japanischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wiener-Dog„
Bewertung des Trailers: B*
Kommentar: Todd Solondz´neuer Film mit Greta Gerwig, Tracy Letts, Ellen Burstyn, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Absolutely Fabulous: The Movie„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich war nie Fan von „Ab Fab“, aber der Trailer ist wirklich gut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

 
Trailer v. Film: „Eat That Question: Frank Zappa in His Own Words„
Bewertung des Trailers: B*
Kommentar: Dokumentation über den Musiker
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Berlin – Film: „The BFG“

Ich war am 09.06.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The BFG“ (dt. Filmtitel: „BFG: Big Friendly Giant“, dt. Kinostart: 21.07.16) 115 min fantasy, adaptation
dir. Steven Spielberg cast: Mark Rylance, Ruby Barnhill, Penelope Wilton, Rebecca Hall, Jermaine Clement, Rafe Spall, Bill Hader

 
Das zehnjährige Londoner Waisenkind Sophie (Ruby Barnhill) wird eines Nachts von einem Riesen (Mark Rylance) entführt. Er schleppt sie in sein Land, das Land der Riesen. Der BFG ist zwar nicht der Hellste, etwas ungehobelt und spricht seltsam, dafür hat er aber ein großes Herz. Er fängt sogar Träume, mischt sie und verteilt die schönen dann an Kinder. Sophie braucht also keine Angst vor dem Big Friendly Giant zu haben, aber in dem Riesenland gibt es noch andere, viel größere und menschenfressende Riesen…

 
B (Wertung von A bis F) „The BFG“ basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Roald Dahl („Charlie and the Chocolate Factory“, „Fantastic Mr. Fox“). Dies ist der neue Film von Steven Spielberg und der erste Film, den der amerikanische Filmemacher für das Disney-Studio drehte.

„The BFG“ ist einer dieser Filme von dem ich nicht sonderlich viel erwartet habe, der mich aber mitgerissen hat und mir dann doch als gelungener Kinofilm in Erinnerung bleibt. Es ist ein einfallsreiches, charmantes Fantasieabenteuer für die ganze Familie. Aufgrund einiger gruseliger Szenen ist er jedoch eher für etwas größere Kinder zu empfehlen. Steven Spielberg schafft es, eine glaubwürdige Märchenwelt zu inszenieren. Bei mir hat es einen Moment gedauert, bis ich in diese Welt eintauchen konnte, aber spätestens als sich Sophie in der Höhle des BFG befindet, war ich in der Geschichte gefangen. Es ist eine Erzählung über die außergewöhnliche Freundschaft zweier Außenseiter, besonders rührend fand ich die Traumfänger-Traumverteiler-Geschichte. Auch wenn der Film zwischendurch ein paar kleinere Längen aufweist, sorgen die Szenen im Buckingham Palace später dann aber für einige Erheiterung.

 
Mark Rylance (Bridge of Spies) war nach Daniel Day Lewis (Lincoln) erst der zweite Schauspieler, der durch seine Performance in einem Spielberg-Film einen Oscar gewonnen. „The BFG“ ist nun die zweite Zusammenarbeit des Hollywood-Regisseurs mit dem britischen Charakterschauspieler. Hier gibt Rylance eine Motion-Capture- Performance und wenn mir etwas von dem Film mir immer noch ganz präsent ist, dann ist es diese. Mark Rylance hat so ein ausdrucksvolles Gesicht, mit seinen warmen Augen kann er einem das Herz öffnen. Mir gefiel aber auch besonders die originelle Fantasiesprache der Riesen.

 
„The BFG“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 1.7.16 in den U.S.A. gestartet. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OV. Ab dem 21.07.16 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 
und noch ein Trailer:

 

 

der kanadische Kino-Aufsteller
der kanadische Kino-Aufsteller

 

San Francisco – Film: „The Shallows“

Ich war am 26.06.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Shallows“ (dt. Filmtitel: „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“, dt. Kinostart: 25.08.16) 87 min thriller, horror
dir. Jaume Collet-Serra cast: Blake Lively, Oscar Jaenada, Lozano Corzo, Jose Manual, Brett Cullen

 

 

Die amerikanische Medizinstudentin Nancy (Blake Lively) hat sich nach dem Tod ihrer Mutter eine Auszeit genommen und reist nach Mexiko. Von einem Fremden (Óscar Jaenada) lässt sie sich an einem geheimen, verlassenen Strand absetzen. In der Bucht surft sie mit zwei Einheimischen. Leider schwimmt dort auch ein riesiger Weißer Hai…

 
B+ (Wertung von A bis F) „The Shallows“ ist der neue Film des katalanischen Filmemachers Jaume Collet-Serra (Orphan, Unknown, Non-Stop, Run All Night).

„The Shallows“ ist ein überraschend gut gemachter, kommerzieller Thriller/Horrorstreifen. Wie in dem Genre üblich ist nicht alles realistisch, sehr wahrscheinlich würde sich ein Hai nicht – wie hier dargestellt – verhalten. Am Anfang nervten mich die Einblendungen der Textnachrichten und bzw. des Facetime-Anrufes, die Zeit-Einblendungen bzw. die Gezeitenberechnung fand ich später auch nicht immer nötig, aber das ist schon alles, was ich an dem Film zu kritisieren habe. Mit dem ersten Hai-Angriff bis zum Ende weiß „The Shallows“, zu fesseln.

Der Film ist sehr ästhetisch fotografiert. Normalerweise finde ich solche Monster-Tiere (-Filme) dämlich und kann mich entsprechend nicht ausreichend entspannen, um in die Geschichte richtig hereinzukommen. Hier nicht, der Hai ist beeindruckend gut animiert und man kann sich durchaus in Nancys Lage versetzen. Auch spielt Blake Lively ihre Figur sehr glaubhaft. Das hat mir alles schon ganz gut gefallen, auch wenn die ganze Angelegenheit ziemlich blutig ist und ich bei einigen Szenen partout nicht hingucken konnte.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bad Moms„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Christina Applegate, Mila Kunis und Kristen Bell
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rogue One: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ein Film aus dem Star-Wars-Universum mit Felicity Jones, Ben Mendelsohn, Forest Whitaker und Mads Mikkelsen. Den Sinn verstehe ich nicht, außer dass man bei Lucasfilm und Disney alle Möglichkeiten ausschöpft, richtig viel Geld mit dem Namen „Star Wars“ zu machen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Morgan„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Horror. Regiedebüt von Luke Scott (Sohn von Ridley) mit Kate Mara, Toby Jones und Boyd Holbrook
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nerve„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller mit Emma Roberts und Dave Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Quija: Origin of Evil
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: 2. Teil des Horrorfilms. Der erste war wohl gar nicht gut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Antoine Fuquas Remake des gleichnamigen Westerns – War das nötig? Von der Besetzung interessiert mich eigentlich nur Peter Sarsgaard.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

San Francisco – Film: „Popstar: Never Stop Never Stopping“

Ich war am 26.06.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Popstar: Never Stop Never Stopping“ 86 min comedy
dir. Akiva Schaffer, Jorma Taccone cast: Andy Samberg, Akiva Schaffer, Jorma Taccone, Sarah Silverman, Imogen Poots, Joan Cusack, Maya Rudolph, Bill Hader, Emma Stone

 
Conner (Andy Samberg) hat als Teenie mit seinen beiden besten Freunden Owen (Jorma Taccone) und Lawrence (Akiva Schaffer) die Band The Style Boyz gegründet. Sie waren ziemlich erfolgreich bis Conner die Gelegenheit bekam, als Solokünstler durchzustarten. Als Pop-Rapper Conner4Real wurde er quasi über Nacht weltberühmt. Jetzt erscheint bald sein zweites Soloalbum und die Tournee steht vor der Tür. Leider bekommt Conner4Real für sein neues Album keine guten Kritiken….

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Popstar: Stop Never Stopping“ ist eine Parodie auf die amerikanische Musik- und Entertainment-Industrie. Diese Mockumentrary basiert vage auf der Musikdokumentation „Justin Bieber: Never Say Never“. Jorma Taccone führte bereits bei der Actionkomödie „MacGruber“ Regie.

Die drei Mitglieder der Comedy-Band The Lonely Island (Andy Samberg, Akiva Schaffer and Jorma Taccone) haben das Drehbuch zu diesem Film gemeinsam geschrieben und spielen die The Style Boyz. Alle drei Humortalente haben jahrelang für die Comedy-Show Saturday Night Live gearbeitet. „Popstar: Never Stop Never Stopping“ ist einer dieser Filme, den man den Spass, den alle Beteiligten bei den Dreharbeiten hatten, ansehen kann. Das Trio hat dazu gleich viele ehemalige Saturday Night Live-Kollegen (Joan Cusack, Jimmy Fallon, Will Forte, Bill Hader, Maya Rudolph, Sarah Silverman, Tim Meadows, etc.) eingeladen.

Andy Samberg (I Love You, ManCeleste and Jesse Forever, Brooklyn Nine-NIne) spielt den egozentrischen Popstar, den der frühe Ruhm zu Kopf gestiegen ist und der komplett die Bodenhaftung verloren hat. Die Ähnlichkeiten zu dem kanadischen Teenie-Idol Justin Bieber sind auf den Punkt. Der Film hat mir zwar nicht geholfen, das Phänomen Justin Bieber zu verstehen, aber es ist brüllend komisch, wie sich darüber lustig gemacht wird.

Wer schon mal die amerikanische Paparazzi-Sendung TMZ gesehen hat, wird sich bei der hier gezeigten Parodie bestens amüsieren können. Die The Lonely-Island-Songs sind eine brillante Satire auf diese Art von Musik. Die Melodien gehen einen nicht mehr so einfach aus dem Kopf und die Texte nehmen die Songtexte der Pop-Rapper wunderbar auf die Schippe. Mir haben am Besten „Equal Rights“ und „Finest Girl“ gefallen. Man muss diesen Film nicht zwingend im Kino gesehen, dafür sollte man ihn aber im Original sehen.

Mich hat es ziemlich beeindruckt, wie viele Musiker und Entertainer bei diesem Film mitwirken. Ob Ringo Star, Mariah Carey, Pharell Williams, Pink, Usher, 50 Cent, Snoop Dogg, etc – alle geben ihren Senf zu Conner4Real ab. Die Cameos von Justin Timberlake, Seal, Joan Cusack und Bill Hader sind großartig.

 
Diese Mockumentary ist nicht tiefgründig, dafür aber kreativ, smart und ununterbrochen witzig – eigentlich habe ich den gesamten Film über entweder vor mich hin gegrinst oder lauthals losgelacht. Bei der Szene in der Limousine habe ich vor lauter Lachen sogar einen Gesichtskrampf bekommen.

Während des Abspanns gibt es noch eine weitere TMZ-Parodie.

An der amerikanischen Kinokasse ist „Popstar: Stop Never Stopping“ leider völlig gefloppt. In einer gerechten Welt dürfte dieser Film aber den Golden Globe als Beste Komödie/Musical gewinnen und derzeit ist es unvorstellbar, dass ein anderer Schauspieler als Andy Samberg als Bester Schauspieler in einer Komödie/Musical ausgezeichnet wird. Für den einen oder anderen Song wäre auch eine Oscar-Nominierung als Best Original Song verdient und möglich.

 
Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Star Trek Beyond„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dritter Teil der Reboot-Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Space Between Us„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Sci-Fi-Teenager-Romanze
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „War Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Jonah Hill und Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Purge: Election Year„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Bereits der dritte Teil der Reihe – es wird Zeit, dass ich die anderen beiden Teile sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sausage Party„
Bewertung des Red-Band-Trailers: B
Kommentar: Animationsfilm, sieht interessant aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mike & Dave Need Wedding Dates„
Bewertung des Red-Band-Trailers: C+
Kommentar: Komödie. Zac Efron würde mich schon davon abhalten, den Film zu gucken, aber dann auch noch mit Anna Kendrick…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nie…mals

 

TV – Serie: „The Night Manager“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-One-Mini-Serie angeschaut:

 
„The Night Manager“ (ab 29.08.16 im ZDF zu sehen) 6 x 60 min thriller, drama, adaptation
dir. Susanne Bier cast: Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Olivia Colman, Tom Hollander, Elizabeth Debicki

 
Kairo im Januar 2011. Der ehemalige britische Soldat Jonathan Pine (Tom Hiddleston) arbeitet als Nachtportier in einem Luxushotel. Er kommt mit einem weiblichen Hotelgast, Sophie Alekan (Aure Atika), ins Gespräch. Sie ist die Geliebte von Freddie Hamid (David Avery), Sohn einer einflussreichen ägyptischen Familie. Sophie bittet Jonathan brisante Unterlagen zu kopieren, aufzubewahren und – falls ihr etwas zustösst – an die britische Botschaft zu übergeben. Jonathan erkennt, dass die Papiere einen geheimen Waffendeal dokumentieren und leitet sie an die britische Botschaft weiter. Die Unterlagen landen schließlich bei der britischen Geheimagentin Angela Burr (Olivia Colman). Seit Jahren versucht sie, Richard Roper (Hugh Laurie) zu überführen und in den Unterlagen erkennt sie belastendes Material über den gefährlichen Waffenhändler. Es scheint jedoch einen Maulwurf in der britischen Regierung zu geben, die Ereignisse überschlagen sich und es gibt einen Todesfall…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Night Manager“ basiert auf John Le Carré gleichnamigen Roman.
Bei dieser Mini-Serie führt die dänische Filmemacherin Susanne Bier (Things We Lost In the FireSerena) Regie. Für „In a Better World wurde sie mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Dies ist kein Mehrteiler, den man unbedingt gesehen haben muss. Wirklich nicht, die Geschichte strotzt vor Logikfehlern, die Figurenzeichnung ist zu oberflächlich und auch sind die Charaktere teilweise unglaubwürdig. Die Besetzung selbiger ist auch nicht durchweg gelungen. Außerdem beweist die Filmemacherin, zumindest in diesem Projekt, kein Gespür für Atmosphäre. Die Dinner- und Partyszenen sind natürlich gestellt, wirken aber leider auch so. Nach ca. 10 Minuten der zweiten Episode war ich geneigt, „The Night Manager“ ganz aufzugeben. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits zutiefst darüber verärgert, was mir hier für ein Blödsinn verkauft wird. Dann gibt es jedoch noch mal eine Rückblende und die Geschichte nimmt langsam seinen (besseren) Lauf.

Unglaubwürdig fand ich die Hauptfigur Jonathan Pine. Vielleicht habe ich in meinem Leben zu viel in solchen Hotels genächtigt, aber er verhält sich nicht wie ein Nachtportier. Auch habe ich ihm die Liebesgeschichte zu dieser Sophie nicht abgenommen, demzufolge konnte ich den Rachegedanken auch nicht nachvollziehen. Pine bzw. später Birch verhält sich in vielen Bereichen so smart, aber sein Verhalten gegenüber, insbesondere später einer Dame ist dumm. Viel zu offensichtlich schmachtet er seine Angebetete an. Noch eindeutiger wären nur Liebesbekundungen, die er auf eine Plakatwand gemalt hätte. Unter den gegebenen Umständen ist das sehr unrealistisch. Für mich war das Liebes-Gedöns zwar nett fürs Auge, aber hätte in der Ausführlichkeit nicht behandelt werden müssen. Dann natürlich Richard Roper – hätte man hier keine bessere Besetzung finden können? Vielleicht hat Hugh Laurie auch einfach zu lange den genialen Diagnose-Spezialisten in „House“ gespielt. Ich habe ihm den reichen, gefährlichen Waffenhändler jedenfalls nicht wirklich abgenommen.
„The Night Manager“ ist aber dafür ein sechsstündiges Bewerbungsvideo für die Besetzung des neuen James Bond.

Tom Hiddleston (Thor“, Midnight in Paris, War Horse, „Only Lovers Left Alive“, Muppets Most WantedCrimson PeakHigh-Rise) beweist mit diesem Mehrteiler, dass er der perfekte neue James-Bond-Darsteller wäre.

 
Er ist schon länger in der engeren Auswahl. Mit dem Film„High-Rise“ und diesem Sechsteiler verstehe ich nun auch, warum. Er hat alles was der Agent 007 braucht: Er ist Engländer, hat Stil, Charme, Klasse, er wirkt weltmännisch und er hat den Coolness-Faktor. Außerdem kann er kann sich ausgezogen genauso sehen lassen wie in einem Maßanzug (bzw. Smoking). Seit „The Night Manager“ nehmen ich ihm auch erstmalig den Frauenverführer ab, auch glaube ich ihm, dass er sich prügeln kann und will. Er ist mit 1,88 m größer als die meisten Schauspieler und hat eine Leinwand-Präsenz. In der letzten Folge des Sechsteilers bestellt er sich sogar einen Wodka Martini. Was braucht er noch, um zu überzeugen? Wenn ich mir alle anderen Schauspieler anschaue, die zur Wahl stehen (Tom Hardy, Idris Elba, Damien Lewis, Michael Fassbender, Jamie Bell, Henry Cavill, Aidan Turner, James Norton), muss die Wahl auf ihn fallen. Er selbst hat bereits in einem Interview erwähnt, dass er Interesse daran hat, James Bond zu spielen. Für die Filmproduzentin Barbara Broccoli ist es also Zeit, den siebenten James Bond-Darsteller zu benennen.

 

Wie bereits in A Most Wanted Man und Tinker Tailor Soldier Spy hat der Schriftsteller John Le Carré auch hier einen Cameo-Auftritt. (Hier in der Restaurant-Szene, in der sich Corky daneben benimmt)

 
Die wichtigsten Charaktere im einzelnen:

Jonathan Pine/ Andrew Birch – hat in der britischen Armee gedient und arbeitet als Nachtportier in einem Luxushotel in Kairo und der Schweiz. Von der britischen Geheimagentin Angela Burr (gespielt von Olivia Colman) wird er rekrutiert. Seit Jahren ist sie bereits dem Waffenhändler Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie) auf den Fersen. Sie versucht Pine nun, ihn in Ropers inneren Zirkel einzuschleusen. Jonathan Pine/Andrew Birch wird von dem englischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Tom Hiddleston gespielt. International wurde er durch seine Rolle in dem Marvel-Film „Thor“ bekannt. Ich habe ihn in einigen Kinofilmen gesehen, richtig aufgefallen ist er mir aber zugegebenermassen erstmalig in „High Rise“. Seit diesem Mehrteiler bin ich Fan von ihm.

 
Angela Burr – ist Agentin bei einer neugegründeten britischen Geheimdienst-Abteilung. Früher war sie bei dem MI6. Sie ist seit 20 Jahren verheiratet und ist gerade mit ihrem ersten Kind hochschwanger. Seit Jahren versucht sie den Waffenhändler Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie) zur Strecke zu bringen. Sie rekrutiert Jonathan Pine (Tom Hiddleston). Er soll ihr dabei behilflich sein, Roper zu überführen. In John le Carrés Roman ist diese Figur männlich. Gespielt wird Angela Burr von der wunderbaren englischen Schauspielerin Olivia Colman. Mir ist sie das erste Mal in einem meiner Lieblingsfilme Tyrannosaur aufgefallen. Mit diesem Film hatte sie ihren internationalen Durchbruch und wurde für ihre Performance auch ausgezeichnet. Sie hat  in The Iron Lady und Hyde Park on Hudson gespielt und ist großartig neben David Tennant in bislang zwei Staffeln von „Broadchurch“ (1. Staffel und  2. Staffel)

 

 

Richard Roper ist ein britischer Multimillionär und Waffenhändler. Gespielt wird Richard Roper von dem englischen Schauspieler Hugh Laurie. Bekannt geworden ist er zweifelsfrei durch die Serie „House“. Vielleicht hat er zu lange und zu überzeugend diesen zynischen amerikanischen Mediziner gespielt, jedenfalls hatte ich Probleme ihm, hier den britischen Multimillionär und gefährlichsten Mann der Welt abzunehmen.

 

 

Major Corkoran, genannt „Corky“ ist die rechte Hand von Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie). Corky misstraut Jonathan Pine, kann ihn nicht leiden. Neben Jonathan Pine wirkt Corky als wäre er nur 1,40 m groß. Corky wird von dem englischen Schauspieler Tom Hollander gespielt. Er hat in vielen britischen und amerikanischen Kinofilmen mitgespielt (u.a. in „Gosford Park“, „Pride and Prejudice“, Hanna, Mission: Impossible – Rogue Nation)

 

 

Jed ist die Geliebte von Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie). Gespielt wird Jed von der australischen Schauspielerin Elizabeth Debicki. Sie hat bereit ins „The Great Gatsby“, „Macbeth“ und Everest mitgespielt. Mir war sie bislang noch nicht aufgefallen und das, obwohl sie durch ihre Größe eigentlich auffallen müsste. Sie wirkt in diesem Mehrteiler größer als Tom Hiddleston und der ist mit 1,88 m nicht klein. Letztlich hat mir das keine Ruhe gelassen und ich habe recherchiert, dass sie ist tatsächlich 1,90 m groß. Angetan war ich besonders von den hübschen Kleidern, die sie in „The Night Manager“ trägt.

 
„The Night Manager“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen, u.a.: Outstanding Limited Series, Lead Actor (Tom Hiddleston) in a Limited Series or Movie, Best Supporting Actor (Hugh Laurie) in a Limited Series or Movie, Best Supporting Actress (Olivia Colman) in a Limited Series or Movie. Update: „The Night“ Manager“ wurde für 12 Emmys nominiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Miniserie oder auch nur einer der Schauspieler die geringste Chance gegen The People v. O. J. Simpson: American Crime Story haben.
„The Night Manager“ wurde erstmalig v. 21.02.16-27.03.16 auf BBC One ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde die Mini-Serie v. 19.04.16-24.05.16 auf AMC gezeigt. In Deutschland kann man „The Night Manager“ seit dem 27.03.16 auf AMAZON PRIME sehen. Ich habe mir sagen lassen, dass die britische sich etwas von der amerikanischen Version unterscheidet. Ich habe die amerikanische Fassung gesehen, in der Nacktheit nur angedeutet wird.

Trailer zu sehen:

 

 
Vorspann zu sehen:

 

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NYC – Film: „Finding Dory – 3D“

Ich war am 17.06.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Finding Dory – 3D“ (dt. Filmtitel: „Findet Dorie“, dt. Kinostart: 29.09.16) 103 min animation, sequel
dir. Andrew Stanton voices: Ellen DeGeneres, Albert Brooks, Hayden Rolence, Ed O´Neill, Kaitlin Olson, Ty Burrell, Diane Keaton, Eugene Levy, Idris Elba, Dominic West, Bill Hader, Willem Dafoe, Allison Janney, Sigourney Weaver

 
Die Paletten-Doktorfisch-Dame Dory (Ellen DeGeneres) lebt mittlerweile mit ihrem Clownfisch-Kumpel Marlin (Albert Brooks) und seinem Sohn Nemo (Hayden Rolence) zusammen. Sie leidet unter Amnesie. Als Kind hat sie irgendwann ihre Eltern verloren. Sie erinnert sich sporadisch an einzelne Episoden ihrer schönen Kindheit. Schließlich begibt sich die vergessliche Dory auf die Suche nach ihren Eltern und gerät dabei schon bald in Gefahr…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Finding Dory“ ist die Fortsetzung, bzw. das Spin-off zu Pixars Film „Finding Nemo“ aus dem Jahr 2003. Die Ereignisse in „Finding Dory“ finden jedoch bereits ein Jahr später statt. Es ist der neue Film von Andrew Stanton („A Bug´s Life“, „Finding Nemo“, Wall-E).

Grundsätzlich bin ich kein Fan von Fortsetzungen. Bei Animationsfilmen verhält es sich ganz unterschiedlich. Kung Fu Panda mochte ich nicht, Kung Fu Panda 2 gefiel mir da schon wesentlich besser. Despicable Me und Despicable Me 2  fand ich beide super, den Spin-off Minions hätte man sich aber sparen können. Da mein Herz an so vielen Pixar-Filmen hängt, bricht es fast, wenn mir wieder mal zu Ohren kommt, dass ein Pixar-Klassiker (wie aktuell „The Incredibles“) ein Sequel bekommt. Dabei sind die Pixar-Fortsetzungen nicht grundsätzlich Ramsch. Toy Story 3 ist beispielsweise – in meinen Augen – ein Meisterwerk und damit besser als der Originalfilm, hingegen war die Fortsetzungen zu Monsters, Inc.: Monsters University nicht nötig. Ein sowieso nicht guter Film wie „Cars“ braucht logischerweise keinen weiteren Film.

Auch wenn ich „Finding Nemo“ ewig nicht gesehen habe, ist es für mich rückblickend einer der besseren Pixar-Filme. Nach einer Fortsetzung habe ich mich auch hier nicht gesehnt, „Finding Dory“ zählt aber zu den gelungeneren Fortsetzungen. Während Dory in „Finding Nemo“ nur ein liebenswerter Nebencharakter war, wird nun hier ihre Geschichte erzählt. Sie ist auf der Suche nach ihren Eltern und landet schon bald in so einem Meeres-Institut mit Publikumsverkehr (inklusive „Streichel-Wasserbecken“ für Kinder). Dorys Kumpel Marlin (und die Zuschauer) machen sich große Sorgen um sie und damit sind bald alle in ein aufregendes Abenteuer involviert.

Dorys Geschichte ist spannend und sehr witzig. In Rückblenden ist Klein-Dory zu sehen – wie drollig ist die denn? Außerdem wurden einige neue Charaktere eingeführt, beispielsweise der siebenarmige Oktopus Hank (von Ed O´Neill gesprochen), die beiden Seelöwen Fluke und Rudder (von Idris Elba und Dominic West gesprochen) und der von den beiden gemobbte, leicht autistische Seelöwe Gerald. Ins Herz geschlossen habe ich aber auch den Vogel Becky (spricht nicht, ist aber äußerst putzig). Das Anderssein ist bei diesem Pixar-Film durchaus ein Thema. Etwas irritierend fand ich, wie Dorys Mitmenschenmeeresbewohner mit ihrem Handicap umgehen. Im besten Fall ignorieren sie die vergessliche Dory, oftmals zeigen sie sich aber auch von ihr genervt.

Zwischendurch hat „Finding Dory“ ein paar kleinere Längen, gegen Ende kommt dann aber noch die „What a Wonderful World“-Sequenz und die hat mir am Besten gefallen.

Die Animationen sind – wie man es von PIXAR gewohnt ist – klasse und die 3D-Fassung kann ich auch empfehlen. PIXAR kann 3D, daran gibt es keinen Zweifel.

Zu erwähnen bleibt, dass man den Abspann abwarten sollte, im Anschluss an den Abspann gibt es noch eine kleine Szene zu sehen.

 
„Finding Dory“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: bester Animationsfilm und beste Filmmusik (Thomas Newman). Sias Interpretation von Nat King Coles „Unforgettable“ kann nicht für den Oscar nominiert werden, da es kein Originalsong ist.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

Vorfilm

„Piper – 3D“ 6 min animation
dir. Alan Barillaro

Das Strandläufer-Küken ist ziemlich hungrig. Langsam muss es aber lernen, wie man sich selbst auf die Suche nach Nahrung begibt. Gar nicht so einfach…

A (Wertung von A bis F) „Piper“ ist wahrscheinlich einer der besten Pixar-Kurzfilme. Allein wie der Sand und das Wasser animiert wurden, ist erstklassig. Derzeit kann ich mir nicht vorstellen, dass ein anderer animierter Kurzfilm den Oscar gewinnen könnte.

Teaser zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

keiner

Da das Regal in Brooklyn aus technischen Gründen, „Finding Dory“ erst 20 Minuten später starten konnte, mussten wir wenigstens keine Trailer mehr anschauen.

 

NYC – Film: „De Palma“

Ich war am 16.06.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„De Palma“ 107 min documentary
dir. Noah Baumbach, Jake Paltrow cast: Brian De Palma

 

 

„De Palma“ ist ein Porträt über einen der einflussreichsten amerikanischen Filmemacher.

 
A- (Wertung von A bis F) Der New Yorker Filmemacher Noah Baumbach (Margot at the Wedding, Frances Ha, NYC While We´re Young) und der Regisseur (und Bruder von Gwyneth) Jake Paltrow haben sich im Jahr 2010 eine Woche lang mit dem Regisseur Brian De Palma („Carrie“, „Dressed to Kill“, „Scarface“, „The Untouchables“, „Casualties of War“, „Carlito´s Way“) zusammengesetzt und ihm nur dabei zugehört, wie er über sein Leben, insbesondere sein berufliches Leben berichtet. Herausgekommen ist eine absolut sehenswerte Dokumentation über einen sehr sympathischen Filmemacher und Filmfan.

„De Palma“ beginnt mit einem Filmausschnitt von „Vertigo“ und im Verlauf der Doku erzählt Brian De Palma über seine künstlerischen Einflüsse (Hitchcock, Truffaut, Chabrol, Godard) und seine Wegbegleiter Bobby, Marty, Francis, George und Steven (De Niro, Scorsese, Ford Coppola, Lucas und Spielberg). Der Filmemacher informiert den gespannten Zuschauer aber auch über seine Inspiration für bestimmten Szenen und warum er beispielsweise den Split-Screen als Stilmittel wählte. Begleitet von perfekt ausgesuchten, eindrucksvollen Filmausschnitten gibt er zahlreiche Anekdoten zum Besten und berichtet darüber, wie die Projekte entstanden sind und warum die einen oder anderen Dreharbeiten so schwierig waren. Brian De Palma liebt seine Filme, er gibt aber auch ehrlicherweise Fehler, Enttäuschungen und Misserfolge zu. Die ganze Zeit hing ich an seinen Lippen und hätte ihm noch ewig zuhören können. Die meisten Filme heutzutage sind zu lang, dieser war für meinen Geschmack viel zu kurz.

Durch diese Dokumentation ist mir bewusst geworden, dass ich einige De Palma-Filme („Sisters“, „Obesession“,„Blow Out“, „Body Double“, etc.) unbedingt nachholen muss, und auch habe ich große Lust bekommen, weiter oben aufgeführte – in meinen Augen (nahezu) perfekte – Filme, dringend mal wieder anzuschauen.

 
„De Palma“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 10.06.16 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Derzeit läuft der Film in 19 Kinos in den U.S.A. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Our Little Sister„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: japanischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wiener-Dog„
Bewertung des Trailers: B*
Kommentar: Todd Solondz´neuer Film mit Greta Gerwig, Tracy Letts, Ellen Burstyn, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Innocents„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: französisches Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Café Society„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Woody Allens neuer Film mit Steve Carell, Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Neon Demon“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Nicolas Winding Refns neuer Film mit Elle Fanning
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hunt for the Wilderpeople„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Taika Waititis neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca Film Festival gesehen

amerikanisches Filmplakat
amerikanisches Filmplakat

 

Toronto – Film: „The Wailing“

Ich war am 12.06.16 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Wailing“ (Originaltitel: Goksong)  156 min  thriller, horror
dir. Na Hong-jin cast: Kwak Do-won, Jun Kunimura, Hwang Jung-min, Chun Woo-hee, Kim Hwan-hee

 
Der Dorf-Polizist (Kwak Do-won) wird zu dem Ort eines Verbrechens gerufen. Eine Frau und ein Kind sind brutal ermordet worden – ist der Ehemann und Vater der Mörder? In den nächsten Tagen ereignen sich noch weitere Gewaltverbrechen. Seitdem dieser Japaner (Jun Kunimura) in der Nähe des koreanischen Kaffs aufgetaucht ist, kommt es immer häufiger zu seltsamen Vorfällen…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Wailing“ ist der neue Film des südkoreanischen Filmemachers Na Hong-jin („The Chaser“, „The Yellow Sea“)

Ich bin immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Filmen – mit „The Wailing“ bin ich mal wieder fündig geworden. Der Film ist 156 Minuten lang, aber zu keiner Zeit langweilig. Ich war von Anfang bis Ende fasziniert von diesem intensiven Film.

Der Regisseur hat seinen Film sehr atmosphärisch inszeniert. Er schafft es, einen in diese fremde Welt, dieses verregnete, schmutzige Kaff in den südkoreanischen Wäldern zu versetzen. Der etwas einfältig wirkende Dorf-Polizist (gespielt von Kwak Do-won) führt einen durch das undurchsichtige Geschehen. Schon bald ist er mehr als nur der Ermittler.

Ich weiß es immer sehr zu schätzen, wenn Filmemacher die Zuschauer für klug genug halten und die Handlung und die Charaktere nicht haarklein beschreiben. Na Hong-jin gibt keine Erklärungen, er lässt den Zuschauer bis zum Ende des Films (und darüber hinaus) rätseln, was man hier eigentlich für eine Story erzählt bekommt. Ist es eine Serienmörder-, oder Teufel-, oder Zombie-, oder Geister- oder Exorzisten-Geschichte? „The Wailing“ ist eine eigenwillige Genre-Mischung oder doch nicht? Es ist schon eine Erzählkunst, wenn man am Ende immer noch grübelt und die Geschichte unterschiedlich interpretieren kann. Das Ganze ist spannungsgeladen und hochgradig gruselig. Bei einigen Szenen hatte ich eine Gänsehaut, die bis in die Zehenspitzen reichte. Es gibt ein paar krasse Szenen in dem Film, einige davon werden dankenswerterweise abgeblendet. Auf beunruhigende Weise gibt es aber auch einiges zu lachen.

Auch schauspielerisch ist der Film herausragend. Besonders mochte ich Jun Kunimura („Kill Bill: Vol.1 & Vol 2“, Audition), der den japanischen Fischer spielt.

 
Meine Lieblingsszene spielt gegen Ende des Films. Da ich natürlich nicht verraten kann, worum es in der Szene geht, möchte ich nur auf die Szene in der Höhle hinweisen. Ich bin jetzt noch hingerissen, wie toll diese Szene fotografiert ist. Jeder, der den Film gesehen hat, wird wissen um welche Szene es sich handelt. Wenn ich daran denke, geht wieder ein Schauer durch meinen kompletten Körper.

Ich habe den Film in der koreanischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen. (und kann an dieser Stelle – mal wieder – nur empfehlen, Filme immer in der Originalsprache zu gucken)

„The Wailing“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Seit dem 20.05.16 ist der Film in einigen Kinos in Nordamerika zu sehen. Bislang ist noch kein Termin für den deutschen Kinostart geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Rogue One: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ein Film aus dem Star-Wars-Universum mit Felicity Jones, Ben Mendelsohn, Forest Whitaker und Mads Mikkelsen. Den Sinn verstehe ich nicht, außer dass man bei Lucasfilm und Disney alle Möglichkeiten ausschöpft, richtig viel Geld mit dem Namen „Star Wars“ zu machen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jason Bourne„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der fünfte Film der Bourne-Reihe (für mich der vierte, weil ich den letzten nicht gesehen habe und da auch Matt Damon nicht mitgespielt hat)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Warum muss Ben Affleck immer wieder als Schauspieler arbeiten, wo ihm das Regiefach doch so viel mehr liegt?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

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