San Francisco – Film: „Little Women“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Women“ (dt. Kinostart: 30.01.20)   135 min   drama, remake, adaptation 

dir. Greta Gerwig  cast: Saoirse Ronan, Florence Pugh, Emma Watson, Eliza Scanlen, Timothée Chalamet, Laura Dern, Chris Cooper, Meryl Streep, Tracy Letts, Bob Odenkirk  

 

Im Jahr 1861 in Concord, Massachusetts . Der Vater der vier March-Schwestern Meg (Emma Watson), Jo (Saoirse Ronan), Beth (Eliza Scanlen) und Amy (Florence Pugh) kämpft im Bürgerkrieg, die Mädchen und ihre Mutter Marmee (Laura Dern) sind in dieser schwierigen Zeit auf sich allein gestellt. Die eigenwillige Jo möchte Schriftstellerin werden und auch ihre jüngste Schwester Amy hat künstlerische Ambitionen. Amy ist aber auch eifersüchtig auf Jo und ihre Beziehung zu dem Nachbarjungen Laurie (Timothée Chalamet), der bei seinem wohlhabenden Großvater (Chris Cooper) aufwächst… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Little Women“ basiert auf Louisa May Alcotts autobiografisch geprägtem, gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1868. Es ist die x-te Verfilmung dieses Romans. Nach Lady Bird Ist dies der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin (Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein Regie führt. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben. 

Für ihren zweiten Film hat sich Greta Geriwig nun ein Remake, die Neuverfilmung eines Jugendroman-Klassikers ausgesucht. Es ist ihre, etwas modernere Version von „Little Women“. Ein Kostümfilm mit Starbesetzung, wobei die Inszenierung außergewöhnlich schön anzusehen ist, leider war mir die Erzählstruktur zu verwirrend. Es gibt zwei große Handlungsstränge im Film. Der Film beginnt mit der zweiten, blickt dann in die, sieben Jahre zurückliegende Vergangenheit. Vielleicht hätte es mir geholfen, wenn man andere, jüngere Schauspielerinnen für die frühere Zeitebene genommen hätte. Die Geschichte springt hier ständig von der einen Handlungsebene zu der anderen und das fand ich etwas anstrengend. Im Buch sind Meg, Jo, Beth und Amy 16, 15, 13 und 12 Jahre alt. Auch wenn die Protagonisten in Greta Gerwigs Version vielleicht etwas älter sein sollen (das genaue Alter erfährt man nicht), das Teenager-Alter habe ich Emma Watson, Saoirse Ronan, Eliza Scanlen und Florence Pugh nicht abgenommen und einen großen optischen Unterschied bei dem einen oder anderen, dann älteren Charakter habe ich auch nicht gesehen. 

Der Film ist handwerklich toll, schauspielerisch gut (Saoirse Ronan, Florence Pugh, Timothée Chalamet, Laura Dern), manchmal besonders gut (Chris Cooper und in einer Nebenrolle eine herrlich böse Meryl Streep), aber ich empfand Gerwig Werk auch endlos lang, was ich auf das teils diffuse Drehbuch zurückführe. 

„Little Women“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Florence Pugh), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Beste Filmmusik 

„Little Women“ ist am 25.12.19 in 3,308 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film am 30.01.20 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The SpongeBob Movie: Sponge on the Run„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Live-Action-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Peter Rabbit 2: The Runaway„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: LiveAction-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Ghostbusters: Afterlife„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film und direkte Fortsetzung der „Ghostbusters“-Filme aus den 1980er Jahren, die Papa Reitman inszenierte

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

San Francisco – Film: „1917“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„1917“ (dt. Kinostart: 16.01.20)  119 min   drama

dir. Sam Mendes  cast: George MacKay, Dean-Charles Chapman, Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Richard Madden, Andrew Scott 

 

Der Zweite Weltkrieg am 06.04.1917. Die zwei britischen Soldaten Schofield (George McKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) sind in Nordfrankreich stationiert. Von ihrem Vorgesetzten (Colin Firth) erhalten sie den Auftrag, eine wichtige Nachricht an ein anderes Bataillon zu überbringen. Mit der Nachricht soll verhindert werden, dass die andere Einheit in eine deutsche Falle tappt, das könnte mehr als 1,600 britischen Soldaten, darunter Blakes Bruder, das Leben kosten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „1917“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Sam Mendes („American Beauty“, Revolutionary Road, Away We Go, Skyfall ). Sam Mendes hat diesen Film, der eine fiktive Geschichte erzählt, seinem Großvater Alfred Mendes, einem Veteran des Ersten Weltkrieges, gewidmet. 

Es ist jetzt schon mehr zwei Wochen her, dass ich „1917“ gesehen habe, der Film ist mir aber noch sehr präsent. Es gibt einen klar erkennbaren Schnitt, ansonsten wird die Handlung in einer einzigen Einstellung erzählt. Durch die beeindruckende Kameraführung, das authentische Szenenbild und den Sound lebt man als Zuschauer die gefährliche, eintägigen Mission der beiden, auf sich allein gestellten Soldaten mit. Auch wenn man quasi nichts über die beiden Protagonisten (oder auch dem Ersten Weltkrieg im Ganzen) erfährt, bekommt man einen guten Eindruck von dem erschütternden Kriegswirrwarr. Handwerklich ist der Film natürlich fantastisch, sogar die Filmmusik ist perfekt abgestimmt. „1917“ ist Kino – großes Kino – ein Film, für den es sich lohnt, ins selbige zu gehen. Wer solche Filmen inszenieren kann, gehört auch für den Oscar nominiert. 

Etwas abgelenkt war ich von den Kurzauftritten einiger bekannter Gesichter (Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Richard Madden), in meinen Augen völlig unnötig, sie für diese Mini-Rolle zu besetzen, aber so lässt sich ein Film natürlich besser vermarkten.  

„1917“ war der letzte Film im Jahr 2019, der der Presse und Filmindustrie gezeigt wurde. Das hat dem Film aber nicht geschadet, er wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes Make-up und beste Frisuren)

„1917“ ist am 25.12.19 in elf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 10.1.20 ist der Film dann landesweit in den Vereinigten Staaten zu sehen. In Deutschland startet der Film morgen, am 16.01.20.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Thriller/Horrorfilm. Trailer verrät scheinbar wieder gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Invisible Man„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Thriller/Horrorfilm mit Elisabeth Moss. Trailer verrät scheinbar auch hier den gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B (Redband-Trailer) 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

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Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Oscar-Nominierungen 2020 und meine Meinung

Heute, am 13.01.20, um 5.18 Uhr (zweiter Teil um 5.30 Uhr) lokale Zeit in Los Angeles hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (A.M.P.A.S.) die Nominierungen für die 92nd Academy Awards bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von den Schauspielern/Autoren/Produzenten John Cho und Issa Rae. Obwohl ich nicht viele Überraschungen erwartet habe, fand ich die Live-Oscar-Nominierungen – wie immer – recht aufregend.

Zunächst aber kurz zu den gestrigen Critics´Choice Awards.

Gestern, am 12.01.20, wurden die Critics´ Choice Awards verliehen. Zu den Gewinnern zählte Joaquin Phoenix („Joker“), Renée Zellweger („Judy“), Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) und Laura Dern („Marriage Story“), die Auszeichnung für die beste Regie teilten sich Sam Mendes (für „1917“) und Bong Joon-ho (für „Parasite“) und die Kategorie Bester Film gewann „Once Upon a Time in Hollywood“. „The Irishman“ gewann den Preis für das beste Ensemble. Etwas, ja fast ängstlich, habe ich mir die Dankesrede von Joaquin Phoenix angehört. Die Critics´ Choice Awards waren, nach den Golden Globes, die zweite im TV live übertragene Show und seine Rede bei den Globes war schließlich nicht das, was A.M.P.A.S. in ihrer eigenen Show unbedingt sehen und hören will. Bei den Critics´ Choice Awards hat er sich aber zusammengerissen, kurz gehalten, nicht geflucht, Mama gedankt, usw., so kann es weiter gehen und dann klappt’s auch mit dem Oscar. Auf der TV-Seite hat die Critics Choice Association (CCA) vieles richtig gemacht, vor allen Dingen, dass sie meine Lieblingsserie „Succession“ und Hauptdarsteller Jeremy Strong ausgezeichnet haben. 

Die Critics Choice Association sind zwar Filmkritiker und keine Filmschaffenden, aber irgendwie lässt sich jetzt langsam eine Tendenz erkennen und die richtet sich (ein Jahr nach „Roma“) erneut gegen Netflix. Netflix hat dieses Jahr mit Martin Scorseses „The Irishman“ einen Oscar-Kaliber-Film an der Hand, wenn das Streaming-Portal mit diesem (Meister-)Werk keinen Oscar als Bester Film gewinnen kann, kann Netflix es jemals? Eine ähnliche Frage stellt sich bei dem nicht-englischsprachigen Film „Parasite“. Wenn „Parasite“, der sowohl bei Kritikern als auch bei Filmschaffenden beliebte Film nicht den Oscar als Bester Film gewinnen kann, kann es irgendein nicht-englischsprachiger Film jemals? 

So, zu den eigentlichen Oscar-Nominierungen. 

„Joker“ hat etwas überraschend, aber durchaus erfreulich, die meisten Oscar-Nominierungen (11) erhalten. „The Irishman“, „Once Upon a Time in Hollywood“ und „1917“ haben jeweils 10 Oscar-Nominierungen bekommen. „Jojo Rabbit“, „Little Women“, „Marriage Story“ und „Parasite“ gehen mit jeweils 6 Oscar-Nominierungen ins Rennen. 

„Joker“ ist mit den meisten Nominierungen damit aber keinesfalls der Favorit auf den größten Preis (Oscar für den Besten Film). Dafür ist der Film zu kontrovers. Jetzt beginnen aber damit auch die Hass-Kampagnen. 

Netflix hat drei ihrer vier Prestige-Filme („The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“, „Dolomite is My Name“) bei den Oscars unterbringen können. Letzterer wurde nicht nominiert, dafür hat es Netflix aber geschafft, dass 2 Animationsfilme („Klaus“ und „I Lost My Body“) und den ersten, von dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und seiner Frau produzierten Film, die Doku „American Factory“ für den Oscar nominiert wurden.  Ich fand „American Factory“ extrem schockierend aber, gerade in unserer Zeit, unbedingt sehenswert. Insgesamt hat Netflix mit 24 Oscar-Nominierung die meisten eines Studios (Netflix zählt seit dem Jahr 2019 zu einem der Major Hollywood Studios) in diesem Jahr. Im letzten Jahr hatten sie mit „Roma“ erstmalig eine Oscar-Nominierung als Besten Film erhalten, dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“ und „Marriage Story“ gleich zwei Filme, die neben vielen anderen Nominierungen auch eine Oscar-Nominierung als Bester Film ergattern konnten. Disney kam dieses Jahr auf 23 Oscar-Nominierungen (u.a. für die Filme „Jojo Rabbit“ und „Ford v Ferrari“).

Besonders gefreut hat mich die Oscar-Nominierung für die Beste Kamera für einen meiner Lieblingsfilme „The Lighthouse“. Zwei Nicht-Nominierungen haben mich ebenfalls gefreut: J.Lo („Hustlers“ und Awkwafina („The Farewell“). Nicht, dass ich es beiden Damen nicht gegönnt hätte, aber andere waren einfach besser. 

Etwas traurig bin ich über die Nicht-Nominierung von Taron Egerton („Rocketman“). Nach seinem Golden Globe-Gewinn hatten die Academy-Mitglieder (genauer die Schauspieler) noch genau zwei Tage Zeit zu wählen, wahrscheinlich hatten da aber bereits die meisten ihren Stimmzettel abgegeben. Da können wir uns bei der Academy, die diese Oscar-Saison so kurz gestaltet, bedanken.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Filmjahr 2019 im Gespräch waren oder tatsächlich eine Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Her Smell, Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, HustlersThe Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves„, „Dolomite is My Name“, „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale, The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women Update: „Just Mercy“

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture of the Year:

  1. Parasite
  2. Once Upon a Time in Hollywood
  3. 1917
  4. The Irishman
  5. Jojo Rabbit 
  6. Marriage Story
  7. Joker
  8. Little Women
  9. Ford v Ferrari 

Meine Meinung: In meiner gestrigen Prognose bin ich von 9 nominierten Film ausgegangen. Es wurden 9 Filme nominiert und ich habe auch alle gesehen. Ich hatte auf „Knives Out“ anstelle von „Little Women“ getippt. „Little Women“ hatte aber auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Produzenten und der Autoren, ist also keine riesige Überraschung. Ansonsten hatte ich alle richtig getippt.

Mein Wunsch: The Irishman oder Joker  

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Once Upon a Time in Hollywood oder Parasite 

Der Unsicherheitsfaktor: 1917, Joker wäre natürlich mega 

 

Achievement in Directing:

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Todd Philipps (Joker) 

Meine Meinung: Die ersten vier galten als sicher. Ich hatte auf den DGA-nominierten Taika Waititi (für „Jojo Rabbit“) anstelle von dem jetzt nominierten Todd Phillips getippt. Wundert mich auch etwas, aber gut, damit kann ich sehr gut leben. Hier gab es – nicht wie im letzten Jahr (mit Pawel Pawlikowski für „Cold War“) – eine komplette Überraschung. Ich kenne alle Regie-Arbeiten.  

Mein Wunsch: Martin Scorsese 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Bong Joon-ho oder Sam Mendes 

Der Unsicherheitsfaktor: Quentin Tarantino, weil er zwar mit dieser Nominierung schon drei Mal für den Regie-Oscar nominiert war, aber ihn noch nie gewann. Er hat dafür aber zwei Drehbuch-Oscars gewonnen. 

 

Performance by an actress in a leading role:

  • Renée Zellweger „Judy“
  • Saoirse Ronan „Little Women“
  • Charlize Theron „Bombshell“
  • Scarlett Johansson „Marriage Story“
  • Cynthia Erivo „Harriet“

Meine Meinung: Hier habe ich Renée Zellweger, Charlize Theron, Cynthia Erivo und Scarlett Johansson richtig getippt. Ich hatte auf Lupita Nyong´o („Us“) gehofft, sie haben aber Saoirse Ronan nominiert. Das ist jetzt auch keine Super-Überraschung. Das ist ihre vierte Oscar-Nominierung. Scarlett Johansson hat mit einem Schlag gleich zwei Oscar-Nominierungen erhalten. (Hier beste Hauptrolle für „Marriage Story und beste Nebenrolle für„Jojo Rabbit“). Ich bin nur froh, dass Awkwafina („The Farewell“) nicht nominiert wurde. Mit Ausnahme von Cynthia Erivos (bisher hatte ich keine Lust auf dieses Sklavendrama) kenne ich alle Performances. 

Mein Wunsch: Charlize Theron 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Renée Zellweger 

Der Unsicherheitsfaktor: gucken wir mal auf das letzte Jahr, Glenn Close galt relativ sicher (wobei ich das letzte Jahr an dieser Stelle  Olivia Colman setzte). Also vielleicht Scarlett Johansson? Mal gucken, wie die Saison weiter verläuft. Renée scheint alles zu gewinnen, was es gibt.  

 

Performance by an actor in a leading role:

  • Joaquin Phoenix „Joker“
  • Leonardo DiCaprio „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Adam Driver „Marriage Story“
  • Antonio Banderas „Pain & Glory“ 
  • Jonathan Pryce „The Two Popes“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern bereits geschrieben, wie üblich gibt es in dieser Kategorie zu viele Bewerber und nur 5 Nominierungen. Ich hatte auf Taron Egerton („Rocketman“) und Christian Bale („Ford v Ferrari“) gehofft und getippt, anstelle dieser beiden haben es nun Antonio Banderas (Pain & Glory“) und Jonathan Pryce („The Two Popes“) geschafft.  Ich finde es, ehrlich gesagt, wirklich eine Schande, dass Taron Egerton nicht nominiert wurde. Vor allen Dingen im Vergleich zum letzten Jahr und der Nominierung und dem Oscar für Rami Malek („Bohemian Rhapsody“). Hier kenne ich auch alle Performances

Mein Wunsch: Joaquin Phoenix  

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Es entscheidet sich zwischen Adam Driver und Joaquin Phoenix. Beide machen keine Oscar-Kampagne und hassen das ganze Preisverleihungsgedöns. Man wird sehen, Jonathan Pryce führt eine Oscar-Kampagne, die ihm wahrscheinlich schon zu seiner ersten Oscar-Nominierung verholfen hat. 

Der Unsicherheitsfaktor: Ich hoffe inständig keiner und Joaquin Phoenix erhält mit seiner 4. Oscar-Nominierung auch den wohlverdienten Oscar.

 

Performance by an actress in a supporting role:

  • Laura Dern „Marriage Story“
  • Margot Robbie „Bombshell“ 
  • Kathy Bates „Richard Jewell“
  • Scarlett Johansson „Jojo Rabbit“
  • Florence Pugh „Little Women“ 

Meine Meinung: Dankenswerterweise kann ich sehr schnell schreiben, aber ich habe während der ganzen Nominierungen gar nicht so schnell realisiert, dass J. Lo (für „Hustlers“) nicht nominiert wurde. Danke dafür A.M.P.A.S. keine Awkwafina und keine J.Lo. (Yeah). Kathy Bates hat es viel mehr verdient, für diese Performance für den Oscar nominiert zu werden. Ich hatte hier aber trotzdem auf J.Lo getippt, ansonsten habe ich alle richtig geraten. Wie bereits erwähnt Scarlett Johansson fährt auf einen Schlag gleich ihre erste und zweite Oscar-Nominierung ein. Hier kenne auch alle Performances. 

Mein Wunsch: Laura Dern 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Laura Dern 

Der Unsicherheitsfaktor: keiner (okay, zurück zum letzten Jahr mit Glenn Close und so, vielleicht die doppel-nominierte Scarlett Johansson?)

 

Performance by an actor in a supporting role:

  • Brad Pitt „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Joe Pesci „The Irishman“
  • Tom Hanks „A Beautiful Day in the Neighborhood“
  • Al Pacino „The Irishman“ 
  • Anthony Hopkins „The Two Popes“

Meine Meinung: Ich hatte in meiner Prognose gestern gedacht, dass Song Kang-ho („Parasite“) und Sam Rockwell („Jojo Rabbit“) nominiert werden. Sie haben sich aber für Al Pacino („The Irishman“) und auch für Anthony Hopkins („The Two Popes“) entschieden. Beide Nominierungen sind auch sehr verdient. Ja, Tom Hanks hat es nach über 19 Jahren endlich wieder geschafft, für den den Oscar nominiert zu werden. Gratulation und auch diese Nominierung ist gerechtfertigt. Ich kenne alle Filme, fand alle Performances gut, manche sogar einen Tick besser (Al Pacino, Anthony Hopkins). Schade, dass Sam Rockwell für „Richard Jewell“ nicht reinrutschte, aber gut, mit den Nominierungen kann man leben. 

Mein Wunsch: Al Pacino 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Brad Pitt (für Lebenswerk und solide Performance, erster Schauspiel-Oscar und so) 

Der Unsicherheitsfaktor: keiner (Stopp, Glenn Close, letztes Jahr, gibt immer einen Zweitplatzierten, der womöglich den eigentlich sicheren Oscar wegschnappt. Brad Pitt führt keine Kampagne, vielleicht doch einer der Irishman-Boys?) 

Hier die komplette Liste aller Nominierten:  

https://oscar.go.com/nominees

 

 

An dieser Stelle bin ich üblicherweise auf die Nominierungen für die Goldene Himbeere eingegangen. Die Oscars (Nominierungen und Verleihung) finden aber bekanntlich dieses Jahr früher statt, was die ganze Branche kirre macht. Die Razzie Organization lässt sich von den diesjährigen Terminen jedoch nicht beeindrucken und gibt ihre Nominierungen erst einen Tag vor den Oscars, am 08.02.20, bekannt. Auf dem Stimmzettel finden sich aber erwartbare Filme wie „Cats“, „Hellboy“ und „Serenity“ (den ich sogar gesehen habe und schlichtweg unerträglich fand) wieder. 

Oscar-Nominierungen 2020, meine letzte Prognose & ein paar Fakten

Morgen, Montag, den 13.01.20, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Wie jedes Jahr werde ich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen, hier ein paar Fakten und meine aktuelle Prognose zu den Filmen, den Regisseuren und den Schauspielern, die voraussichtlich nominiert werden.

Zunächst ein paar Fakten zu der Oscar-Saison 2019/2020:

Vor ein paar Tagen, am 8.1.20, wurde bekannt gegeben, dass es bei der Oscar-Verleihung am 9.2.20, und damit das zweite Jahr in Folge, keinen Gastgeber geben wird. Die Show im letzten Jahr konnte gute Einschaltquoten verzeichnen, was besonders mit den weltweit sehr erfolgreichen Filmen („Black Panther“, „A Star is Born“ und „Bohemian Raphsody“) in der Königskategorie Bester Film zutun hatte. Auch dieses Jahr sind mit Filmen, wie „Once Upon a Time in Hollywood“, „Parasite“, „Joker“, „Jojo Rabbit“ und den Netflix-Produktionen „The Irishman“ und „Marriage Story“ einige Filme am Start, die weltweit erfolgreich waren bzw. sind.

Für die 92. Academy Awards im Jahr 2020 konnten sich insgesamt 344 Filme qualifizieren. Jedes  Mitglied wählt in seinem Berufszweig (die Regisseure wählen die – für das Filmjahr 2019 – ihrer Meinung nach – besten Regisseure, Schauspieler wählen die besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.). Alle wählen zusätzlich zu ihrer eigenen Kategorie den besten Film. Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie hat, dürfen die nur die, für sie besten Filme wählen.

In der Zwischenzeit konnten wir folgende Gewinner und Nominierungen verzeichnen:

Golden Globe-Gewinner:

Bestes Drama: 1917

Beste Komödie/Musical: Once Upon a Time in Hollywood

Die Mitglieder der Gewerkschaft der Schauspieler hat mit ihren SAG/AFTRA-Nominierungen folgendes nominiert (Nach der Fusion mit AFTRA im Jahr 2012 wählen nicht nur Schauspieler, sondern auch Redakteure, Ansager und Journalisten, usw. für die Nominierungen): 

Outstanding Performance by a Cast in a Motion Picture:

  • Parasite 
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • The Irishman
  • Jojo Rabbit 
  • Bombshell 

Die BAFTA-Mitglieder, die teilweise auch Academy-Mitglieder sind, haben folgende Filme als Beste Filme des Jahres nominiert:

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman 
  • Joker

Auch wenn die Oscar-Nominierungen dieses Jahr so gut wie gar nicht von den PGA-Nominierungen beeinflusst werden konnten, die Mitglieder der amerikanischen Produzenten-Gewerkschaft sind zum größten Teil auch Academy-Mitglieder:

PGA-Nominierungen, Bester Film:

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman
  • Marriage Story
  • Joker
  • Jojo Rabbit 
  • Knives Out
  • Ford v Ferrari 
  • Little Women 

Die Mitglieder der amerikanischen Gewerkschaft der Regisseure sind zum größten Teil auch Academy-Mitglieder, sie haben folgende fünf Regisseure dieses Jahr nominiert: 

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

 

Für mich gab es bereits vor diesen ganzen Nominierungen (siehe meine November-Prognose) eine klare Top 4, mit diesen immer wiederkehrenden Nominierungen sehe ich mich bestätigt: Die Top 4-Filme für die Oscars 2020 sind: 

  • Parasite, 
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917 und 
  • The Irishman

 

Bei den Oscar-Nominierungen werden 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

Academy Award for Best Picture:

Die Top 4 der ganz sicheren Oscar-Kandidaten für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film sind: 

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman

relativ sicher erhält folgender Film eine Oscar-Nominierung als Bester Film: 

  • Jojo Rabbit (der Film hat, wie einige spätere Oscar-Gewinner-Filme, den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen und hat Nominierungen von SAG, PGA, DGA und WGA)

Damit haben wir fünf Filme, die tatsächlich auch den Oscar gewinnen können. Auf Platz 6 und 7 sehe ich folgende Filme, die sehr wahrscheinlich für den Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert werden:

  • Marriage Story 
  • Joker

Jetzt haben wir 7 Filme, vermutlich werden aber 8 oder 9 nominiert:

Bei 8 nominierten Filmen hoffe ich auf (und er hat auch die Unterstützung von den Gewerkschaften der Produzenten, der Autoren und der Cutter):

  • Knives Out

Bei 9 BP-Nominierungen meinetwegen (er hat auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Produzenten und Cutter):

  • Ford v Ferrari 

Aber es könnten auch anstelle von Ford v Ferrari (oder Knives Out) folgende Filme nominiert werden:

  • Little Women sein (schließlich hat der Film hat auch die Unterstützung der Gewerkschaften der Produzenten und der Autoren) 

oder 

  • The Farewell (der hat auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Cutter)

oder

  • Bombshell (weil er mit der SAG Ensemble-Nominierung auch die Unterstützung einiger Schauspieler hat)

 

Voraussichtlich werden 8, aber wahrscheinlich sogar 9 Filme dieses Jahr für den Oscar nominiert. Die meisten Nominierungen wird vermutlich „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „The Irishman“ erhalten.

 

Best Directing:

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

In dieser Kategorie bin ich mir eigentlich nur bei den ersten vier sicher, die Directors Guild hat Taika Waititi nominiert. Es könnte aber auch Noah Baumbach oder Greta Gerwig oder Todd Philips oder Pedro Almodóvar nominiert werden. Ich würde mich aber noch mehr über die Safdie Bros. Für „Uncut Gems“ oder halt einer meiner anderen Top Ten-Filmen „Honey Boy“ und Queen & Slim und den Regisseurinnen der beiden Filmen Alma Ha´rel und Melina Matsoukas oder Robert Eggers für „The Lighthouse“ freuen.  

Best Actress in a leading role:

  • Renée Zellweger „Judy“
  • Lupita Nyong´o „Us“
  • Charlize Theron „Bombshell“
  • Scarlett Johansson „Marriage Story“
  • Cynthia Erivo „Harriet“

Sehr wahrscheinlich wird aber Awkwafina („The Farewell“) nominiert, gerade auch mit ihrem Golden-Globe-Gewinn in den letzten Tagen der Abstimmung zu den Oscar-Nominierungen. Es könnte aber auch Saoirse Ronan („Little Women“), Ana De Armas („Knives Out“) werden.

Best Actor in a leading role: 

  • Joaquin Phoenix „Joker“
  • Leonardo DiCaprio „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Adam Driver „Marriage Story“
  • Taron Egerton „Rocketman“
  • Christian Bale „Ford v Ferrari“

Wie üblich gibt es in dieser Kategorie zu viele Bewerber und nur 5 Nominierungen. Es könnte auch Antonio Banderas (Pain & Glory“) nominiert werden, er hat die drei wichtigsten Kritikerpreise (New York, L.A. und National Society of Film Critics Awards) gewonnen. Ich habe mich aber für Taron Egerton und Christian Bale entschieden. Wenn „1917“ Stärke zeigt, könnte George MacKay reinrutschen. Sie könnten aber auch Jonathan Pryce für „The Two Popes“ oder auch Roman Griffith Davis („Jojo Rabbit“) nominieren oder Robert DeNiro („The Irishman“), Adam Sandler („Uncut Gems“), Eddie Murphy („Dolemite is My Name“), was weiß ich.

Best Actress in a supporting role:

  • Laura Dern „Marriage Story“
  • Margot Robbie „Bombshell“ 
  • Jennifer Lopez „Hustlers“
  • Scarlett Johansson „Jojo Rabbit“
  • Florence Pugh „Little Women“ 

Margot Robbie könnte aber auch genauso gut für „Once Upon a Time in Hollywood“ nominiert werden. Ihre Performance ging mir zwar auf die Nerven und ist längst nicht so gut wie ihre in „Bombshell“, aber wenn die Schauspieler „Hollywood“ lieben, nominieren sie sie hierfür. Hier könnte aber auch Nicole Kidman für „Bombshell“ oder Thomasin McKenzie für „Jojo Rabbit“, vielleicht sogar Zhao Shuzhen für „The Farewell“ oder Kathy Bates (für „Richard Jewell“) auftauchen.

Best Actor in a supporting role:

  • Brad Pitt „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Joe Pesci „The Irishman“
  • Tom Hanks „A Beautiful Day in the Neighborhood“
  • Song Kang-Ho „Parasite“
  • Sam Rockwell „Jojo Rabbit“

Ich wünschte, dass Sam Rockwell für „Richard Jewell“ reinrutscht, der Film ist aber – was Oscars angeht – wahrscheinlich tot. Ich halte aber an Sam Rockwell fest, erst im letzten Jahr wurde er für „Vice“ nominiert, seine Performances in dem Filmjahr 2019 sind nominierungswürdiger. Vielleicht fällt auch Hanks – wie in den letzten 19 Jahren (seit seiner Oscar-Nominierung für „Cast Away“) – raus. Al Pacino ist der wahrscheinlichste Kandidat für eine Nominierung (für „The Irishman“). Sie könnten aber auch Anthony Hopkins für „The Two Popes“ nominieren.

Morgen wissen wir mehr. 

San Franciso – Film: „Uncut Gems“

Ich war am 29.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Uncut Gems“ (dt. Filmtitel: „Der schwarze Diamant“, in D. wird der Film wahrscheinlich ab dem 31.01.20 auf Netflix zu sehen sein)  135 min   crime, drama 

dir. Josh Safdie, Benny Safdie  cast: Adam Sandler, Lakeith Stanfield, Idina Menzel, Judd Hirsch, Eric Bogosian, Julia Fox, Kevin Garnett, Keith Williams Richards, Mike Francesca

 

Howard Ratner (Adam Sandler) ist ein Schmuckhändler in New York. Er ist ein verheirateter Familienvater, hat eine Geliebte (Julia Fox) und ist spielsüchtig. Howard hat nicht unerhebliche Spielschulden, jetzt hat er aber einen besonderen Stein aus Äthiopien bekommen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Uncut Gems“ ist der neue Film der New Yorker Filmemacher und Brüder Josh und Benny Safdie („Daddy Longlegs“, „Heaven Knows What“, „Good Time“)

Nach einer, für den Film zunächst ungewöhnlichen Anfangssequenz, die in eine ausgefuchsten Titelsequenz übergeht landet man schließlich da, wo wir uns als Zuschauer die nächsten zwei Stunden aufhalten: in Howard Ratners völlig chaotischem Leben. Dort angekommen dachte ich für einen Moment, das halte ich nicht über zwei Stunden aus. Die unruhige Kameraführung, schnellen Schnitte, Musik, vielen Charaktere und das laute Rumgequatsche – mir war da einfach zu viel los. Man gewöhnt sich aber daran und es wird auch ruhiger. 

Der Film spielt in einer speziellen Welt, der des New Yorker Diamanten Viertels (gut, ein richtiges Viertel ist es nicht, in einem kleinen Teil der 47th Street sind, vorwiegend jüdische Geschäftsleute mit ihren Juweliergeschäften angesiedelt und bieten ihre Diamanten und ihren Schmuck an.) Die Safdie-Bros. etablieren in ihrem Film eine Reihe an Nebencharakteren, Howard Ratner ist aber unsere Orientierung in der erzählten Welt. Der New Yorker Juwelenhändler führt ein Leben auf der Überholspur. Er macht ständig Geschäfte, trifft eine dumme Entscheidung nach der anderen, dass man ihn als Zuschauer am liebsten schütteln möchte. Irgendwann hatte er sich aber mit den falschen Leuten angelegt und hat Schulden bei einem, nicht gerade zu Späßen aufgelegten Kredithai (und zugleich…kein Spoiler an der Stelle). Das bringt ihn aber nicht davon ab, weiter Geld bei Sportwetten zu setzen. Längst hat er die Kontrolle über sein Wettverhalten verloren. Er macht immer weiter, braucht den Adrenalin-Kick. Die Ehefrau ist von Howard und seinem, völlig aus dem Ruder gelaufenen Händlerleben längst nicht mehr begeistert, aber er hat ja auch seine temperamentvolle Geliebte…Howards Leben ist, ich sagte es anfangs, chaotisch. 

 Die Autoren- und Regiebrüder erzählen ihre Geschichte konsequent, haben sich dabei von niemanden reinreden lassen. „Uncut Gems“ ist aber auch eine Charakterstudie, wobei man schnell merkt, wie sehr sie ihre Hauptfigur mögen. Sie haben sie greifbar und doch nuanciert ausgearbeitet und Adam Sandler erweckt Howard zum Leben. Er hatte für seine Rolle viel recherchiert und Interviews geführt, egal wie er es geschafft hat, er überzeugt. Nicht das erste Mal  („Punch-Drunk Love“, Reign Over Me, The Meyerowitz Stories (New and Selected)) zeigt Adam Sandler dass er mehr als nur Clown sein kann. Aber auch Lakeith Stanfield, Idina Menzel, Julia Fox (in ihrer ersten Rolle), der ehemalige Basketballer und NBA-Star Kevin Garnett (der sich selbst spielt) und besonders Eric Bogosian haben sich zu recht einen Platz in diesem Film erspielt.

Besonders hat mir gefallen wie die Safdies hier immer wieder kleine Informationen streuen, die aber alle am Ende irgendwo einen handlungsrelevanten Sinn ergeben. 

„Uncut Gems“ ist ein fesselndes, witziges, intensives, aber vor allen Dingen abgefahrenes Filmereignis und einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„Uncut Gems“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Sandler), Bestes Originaldrehbuch 

„Uncut Gems“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film ist am 13.12.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.12.19 ist der Film landesweit in 2,341 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. In Deutschland wird der Film voraussichtlich nicht ins Kino kommen, der A24-Film wird bei Netflix unter dem Titel „Der schwarze Diamant“ am 31.01.20 zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B (neuer, dieses Mal Redband-Trailer) 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: B (neuer, okayer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 90% RottenTomatoes – vielleicht 


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+  (neuer Trailer) 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „The Woman in the Window„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Der Trailer verrät mir wieder zu viel, ansonsten sieht Joe Wrights neuer Film aber interessant aus. Thriller mit Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore, Tracy Letts, Anthony Mackie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Golden Globe-Gewinner 2020

Als heute Nacht die Golden Globe-Verleihung übertragen wurde, habe ich ganz entspannt geschlummert…natürlich nicht. Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren war ich dieses Jahr wieder in Deutschland. Habe mich zunächst geärgert, dass die Globes nicht für jedermann zugänglich gemacht wurden (Wer hat schon Sky oder TNT Serie?), dann wurde ich aber dann doch bei YouTube fündig, habe mir erst die Red Carpet Show angeschaut und dann musste ich natürlich doch noch wach bleiben. Die Verleihung war sehr lang und zäh, hier ein paar Anmerkungen zur Show und den Gewinnern:

Ricky Gervais war „geht-so“-aufgelegt, ihm war – wie immer – alles egal, was hat er auch zu verlieren? Ich mochte den Epstein-Gag. Tom Hanks sah immer extrem unglücklich aus, wenn Ricky Gervais sprach, Martin Scorsese (obwohl Gervais auch einen Witz auf seine Kosten machte) hat sich hingegen scheinbar amüsiert. 

Immer wieder lief ein langhaariger, seltsamer junger Typ auf der Bühne im Hintergrund rum, erst war ich irritiert, dann fiel mir ein, dass Pierce Brosnans Söhne dieses Jahr die Golden-Globe-Botschafter sind. Eigentlich ist das eine schöne Tradition, die Söhne und Töchter der Schauspieler in dieser Show vorzustellen. Später am Abend hat Laura Dern gesagt, dass sie im Alter von 14 Jahren bei der Verleihung das erste Mal da war.

Ich habe mich wie verrückt über den Golden Globe für meine derzeitige Lieblingsserie „Succession“ gefreut. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, dachte eher der geht an „The Morning Show“. Egal wie der Abend sonst verläuft, ich bin happy…naja, mal sehen, wie lange ich das durchhalte… 

Schöne Laudatio von Kate McKinnon für Ellen Degeneres, die mit dem Carol Burnett Award (for Excellence in Television) ausgezeichnet wurde. Ich liebe Ellen und die hat natürlich auch wieder eine erfrischend normale und doch witzige Dankesrede gehalten.

Der zweite Golden Globe für die TV-Serie „Succession“ ging an den Hauptdarsteller Brian Cox. Für einen weiteren Globe ist Kieran Culkin nominiert, da ärgere ich mich gleich wieder, weil die HFPA Jeremy Strong nicht nominiert hat. Wahrscheinlich haben sie die Serie gar nicht gesehen, haben nur erfahren, dass es die coolste TV-Serie im Moment ist. 

Dann hat Quentin Tarantino den Globe für das Beste Drehbuch für „Once Upon a Time in Hollywood“ gewonnen. „Missing Link“ kurz darauf für den Besten Animationsfilm – Freut mich für Laika.

Was – in aller Welt – hat eigentlich Gwyneth Paltrow an? 

Wenigstens gewinnt nicht J.Lo den Globe, das ist wohl das Ende ihrer Oscar-Reise. Laura Dern ist auf dem besten Weg mit dem (Karriere-) Oscar ausgezeichnet zu werden.

Olivia Colman gewinnt, kenne ihre Performance nicht in der TV-Serie „The Crown“, sie ist aber sicher phänomenal, weil sie es einfach immer ist. 

Sehr souveräne Laudatio von der bildschönen, unfassbar talentierten Charlize Theron für Tom Hanks, der den Cecil B. DeMille Award, den Globe für das Lebenswerk gewann. Natürlich hat Mr. Hanks auch eine gute Rede gehalten. Zu dem Zeitpunkt waren beinahe 2 Stunden vergangen und kaum ein Film-Award wurde vergeben und ich hatte eigentlich keine Lust mehr weiter zu gucken. Leide aber eh unter Jetlag, also weiter. 

Mit gleich dem nächsten Globe der Mega-Schocker: Sam Mendes gewinnt als Bester Regisseur für seinen Film „1917“. Man denkt ja immer weiter, Oscars und so. Gerade, wenn man sich so ausgerechnet hat, dass es sich dieses Jahr wohl zwischen Bong Joon-Ho, Martin Scorsese und Quentin Tarantino entscheiden wird, zaubert die HFPA einen Globe für Sam Mendes aus dem Hut. Mmmh. Auf der anderen Seite: Das haben 87 Auslandsjournalisten in Hollywood entschieden, andere müssen nicht folgen. 

Darüber muss ich erst mal nachdenken, dann aber erst mal etwas Erfreuliches: Michelle Williams gewinnt für ihre Performance als Gwen Verdon in dem großartigen Mehrteiler Fosse/Verdon. Sie hält eine beeindruckende Rede für die Rechte der Frauen – wenn diese grauenhafte Tiffany Haddisch bloss nicht den Moment zerstören würde.  

Jetzt (nach Laura Dern) zweiter wichtiger Richtungsweiser diesen Abend: Brad Pitt gewinnt den Globe als Bester Nebendarsteller für „Once Upon a Time in Hollywood“. Er dankt LDC, Ist schon cool, der Pitt. Er führt keine Oscar-Kampagne für sich – braucht er wohl auch nicht. 

Der nächste Globe geht wohlverdient an Taron Egerton („Rocketman“). Nein ich werde mich nicht wieder über Rami Malek und „Bohemian Rhapsody“ auslassen. 

Es war zu befürchten, dass Awkwafina (für „The Farewell“) gewinnt. 

Ricky Gervais war lange nicht draußen. Ich vermisse ihn. 

Der nächste Golden Globe (Kategorie Beste Comedy/Musical) geht an „Once Upon a Time in Hollywood“. War in dem Moment definitiv davon auszugehen, da „Hollywood“ schon für das Beste Drehbuch und Bester Nebendarsteller gewann. Tarantinos Film für mich aber immer noch keine Komödie.

JOOOOOOOAAAAAAAAQQQQQQQUUUUUIIIIIIIIIIIINNNN, ich habe so die Daumen gedrückt. Was für ein toller Typ. Hat wohl mehrmals F*** gesagt, jedenfalls wurde es bei dem NBC-Stream ausgeblendet. 

Im Anschluss gewinnt – es war zu erwarten – Renee Zellweger für „Judy“. Ihr Kleid ist umwerfend, ich kann sie trotzdem nicht leiden. Muss aber zugeben, dass ich es etwas ungerecht fand, dass sie – im Vergleich zu Joaquin Phoenix – sehr wenig Redezeit bekam.

Jetzt endlich noch mal Ricky Gervais, der hat genug, ich auch, letzte Kategorie, Bester Film/Drama: „1917“ – war in dem Moment, nachdem der Film schon Regie gewann, nicht mehr sonderlich überraschend, aber insgesamt natürlich: zu verdauender Mega-Schocker.

 

Was bedeutet das für die Oscars?

Für die beiden sieht es sehr gut aus, sah es aber schon vor den Golden Globes:

Beste Nebendarstellerin: Laura Dern („Marriage Story“) 

Bester Nebendarsteller: Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) 

 

Sie lässt sich wahrscheinlich kaum mehr aufhalten:

Beste Hauptdarstellerin: Renee Zellweger („Judy“) 

Bis vor kurzem gab es die Befürchtung, dass er vielleicht gar nicht für den Oscar nominiert wird, die ist ihm jetzt sicher, der Oscar aber noch nicht.

Bester Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix („Joker“) 

Über alles andere muss ich noch mal nachdenken. Im Moment sieht es nach einem Rennen zwischen „Parasite“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ (mit einer kleinen Chance für „1917“) aus. Für „The Irishman“ sieht es im Moment erst mal nicht so doll aus. 

Alle Golden Globe-Gewinner:

https://www.goldenglobes.com/articles/77th-golden-globe-awards-winners

Joaquin Phoenix´Dankesrede:

D. C. – Film: „Richard Jewell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Richard Jewell“  (dt. Filmtitel: „Der Fall Richard Jewell“, dt. Kinostart: 19.03.19) 131 min drama, biopic, adaptation

dir. Clint Eastwood  cast: Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde, Nina Arianda, Wayne Duvall 

 

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta findet der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell (Paul Walter Hauser), einen herrenlosen Rucksack. Er alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks und rettet dabei vermutlich vielen Menschen das Leben. Der Sprengsatz explodierte, zwei Menschen starben und über 100 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Richard Jewell wird als Held gefeiert. Kurze Zeit später bringt die Presse allerdings eine Story, bei der Richard Jewell verdächtigt wird, die Bombe selbst platziert zu haben…. 

 

B (Wertung von A bis F) „Richard Jewell“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von, sowohl Marie Brenners, im Vanity Fair Magazin veröffentlichten Artikel „American Nightmare: The Ballad of Richard Jewell“ als auch von Kent Alexander und Kevin Salwen Sachbuch „The Suspect“. Es ist der neue Film des (ehemaligen) Schauspielers und Regisseurs Clint Eastwood („Unforgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully).

Clint Eastwood ist 89 Jahre alt und führt seit dem Jahr 1971 auch Regie. Seit nunmehr fast 50 Jahren dreht er jedes Jahr Filme. Als Regisseur ist er bekannt dafür, dass er seine Filme effizient und schnell abdreht (er lässt Szenen selten wiederholen, nimmt oftmals schon den ersten Take) und er bleibt grundsätzlich in seinem (meist Low-) Budget-Rahmen. Viele Filme des ehemalige Bürgermeister von Carmel und Republikaners sind auch politisch. Bei der Masse, die er liefert, sind zweifelsfrei nicht alle seine Werke gut, sie sind aber fast immer erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse oder spielen wenigstens die Produktionskosten wieder ein. Nicht so, bei seinem neuesten Film. „Richard Jewell“ ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt.  

Clint Eastwoods neuer Film ist ein biografisches Drama. Man kennt solche Typen wie Richard Jewell, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Ein einfacher Mann, nicht sonderlich gebildet, der immer nach Aufmerksamkeit strebte und als Gesetzeshüter arbeiten wollte. Irgendwann bekommt er einen Job, bei der er eine Uniform und einen Dienstausweis tragen konnte, damit hat man ihm eine Verantwortung übertragen und er konnte eine gewisse Autorität ausstrahlen. Diese Typen gehen dann meist übereifrig ihrer Arbeit nach und tragen mitunter auch in ihrer Freizeit voller Stolz ihre Uniform, sie sind quasi immer im Dienst. So ein „Sympathieträger“ ist unsere Titelfigur. Der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell fand einen verdächtigen Rucksack bei den Olympischen Spielen, alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks. In dem Rucksack befand sich tatsächlich eine Bombe, die auch explodierte. Durch die schnelle Evakuierung des Geländes konnte aber noch viel Schlimmeres verhindert werden. Richard Jewell wurde in den Medien als Held gefeiert, ein paar Tage später wendet sich jedoch das Blatt. Eine Journalistin hat erfahren, dass Richard Jewell in das Täterprofil des FBI passt und als Verdächtiger gilt. Ohne die Fakten selbst zu recherchieren, bringt sie eine  Titelgeschichte, die aus dem Helden Richard Jewell einen Hauptverdächtigen in dem Terroranschlag macht. 

Paul Walter Hauser ist jemand, von dem ich – als ich ihn damals erstmalig in I, Tonya  sah –  mir nie vorstellen konnte, dass er jemals eine Hauptrolle in einem Film spielen wird. Spielt er aber nun hier und das macht er wirklich überzeugend. Durch seine Performance versteht man, wie dieser Typ tickt und fühlt ein Stück weit mit ihm. Hinsichtlich Oscar-Performances sehe ich aber noch mehr Sam Rockwell und Kathy Bates vorne. Sam Rockwell spielt hier den Anwalt von Richard Jewell und ich habe ihn selten selten besser in einem Film gesehen. Ursprünglich sollten Jonah Hill und Leonardo DiCaprio die Rollen von Paul Walter Hauser und Sam Rockwell spielen. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich mir das gar nicht vorstellen. Kathy Bates spielt die Mutter unseres Protagonisten und liefert bei der Pressekonferenz eine klare, sogenannte „Oscar-Szene“ ab. 

„Richard Jewell“ ist ein okayer Film, der durch die Performances von Paul Walter Hauser, Kathy Bates und besonders Sam Rockwell aufgewertet wird. Letztlich kann man sich aber fragen, ob es nötig war, jetzt in der Trump-Ära, einen Film herauszubringen, der das FBI und die Presse richtig schlecht aussehen lässt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum „Richard Jewell“ ein solcher Misserfolg an der amerikanischen Kinokasse ist. 

„Richard Jewell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Walter Hauser), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates, Olivia Wilde), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update:„Richard Jewell“ wurde für einen Oscar (Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates) nominiert. 

„Richard Jewell“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.12.19 in 2,502 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll am 19.03.19 unter dem Filmtitel „Der Fall Richard Jewell“ in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer) 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Way Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Sportsdrama in der Ben Affleck einen Alkoholiker spielt, der seine Familie verliert…dürfte Affleck ganz überzeugend spielen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Meine Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2019 sind insgesamt 82 aktuelle Filme enthalten. Davon habe ich 8 Filme auf VOD oder HBO gesehen. Von den 82 aktuellen Filmen habe ich 7 neue Filme über Netflix gesehen (Paddleton, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, The Silence, Atlantics, American Factory, I Lost My Body, The Two Popes) Zusätzlich zu diesen sieben Netflix-Filmen konnte ich zwei aktuelle Netflix-Filme im Kino sehen: „The Irishman“ und „Marriage Story“ (beide Filme habe ich mir später mindestens noch ein Mal auf Netflix angeschaut).

Die verbleibenden 67 Filme (inkl. „The Irishman“ und „Marriage Story“) habe ich im Kino gesehen. Im Jahr 2019 hatte ich es wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und das New York Film Festival) geschafft. Im Jahr 2019 war ich leider nur bei zwei Pressevorführungen (Cold Pursuit und Long Shot). In Deutschland war ich regulär 5 x (Us, John Wick: Chapter 3 – Parabellum, Rocketman, The Dead Don´t Die, Pain & Glory) Im Kino. Ich war ich 3 x Hongkong (Zweitsichtung von „Us“, Spider-Man: Far From Home, Parasite) im Kino und ansonsten habe ich die Filme ausschließlich in den U.S.A. bzw. Kanada gesehen. 

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw. möglichen Oscar-Filme unterzubringen, bevor ich meine Top-Ten-Liste erstelle. Das gelang mir dieses Jahr zum ersten Mal tatsächlich noch im Jahr 2019. Die Filme, die ich mir noch in den letzten Tages des Jahres 2019 angesehen habe, waren: Bombshell, Richard Jewell, Honeyland, Uncut Gems, American Woman (es war für mich der zweite Film mit diesem Titel, dieser von Regisseur Jake Scott), 1917 und Little Women.

Nicht geschafft habe ich folgende, mögliche Top Ten-Kandidaten:  A Hidden Life, Les Misérables, Just Mercy, Portrait of a Lady on Fire und Monos  

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den, von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren. 

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2019 gibt es auch wieder keinen Platz 1-Film. Gelistet sind sie in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe. Dieses Jahr ist ein australischer Film dabei, aber ansonsten sind es dieses Mal tatsächlich nur US-amerikanische Produktionen. In meine Bestenliste hat es dieses Jahr – mal wieder – eine TV-Serie geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2019 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Us

Midsommar

The Last Black Man in San Francisco

The Irishman

Joker

The Lighthouse

Honey Boy

Queen & Slim

The Nightingale

Uncut Gems

und die TV-Serie „Succession“ (1. und – vor allen Dingen –  2. Staffel)

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Arctic, Diane, The Mustang , Luce und vielleicht sogar Parasite und Jojo Rabbit, wenn ich die Filme ein zweites Mal gesehen hätte)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2019:

Joaquin Phoenix (Joker)

Jeremy Strong (TV-Serie Succession)

Jharell Jerome (TV-Serie When They See Us)

Charlize Theron (Long Shot, Bombshell) 

Taron Egerton (Rocketman)

Zac Efron (Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile)

Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood) 

Al Pacino (The Irishman)

Willem Dafoe und Robert Pattinson (The Lighthouse)

Kevin Harrison Jr. (Luce)

Adam Driver (Theater: Burn/ This und Film: Marriage Story)

Noah Jupe (Honey Boy)

Christian Bale (Ford v. Ferrari) 

Tracy Letts (Ford v. Ferrari ) 

Matthias Schoenaerts (The Mustang) 

Lupita Nyong´o (Us) 

Sam Rockwell und Michelle Williams (TV-Serie Fosse/Verdon ) 

Sam Rockwell (Jojo Rabbit, aber noch besser in Richard Jewell)

Anthony Hopkins und Jonathan Pryce (The Two Popes )

Emma Thompson (Late Night) 

 

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2019:

Noah Jupe (Honey Boy) 

Ana De Armas (Knives Out) 

Jeremy Strong (TV-Serie Succession) 

Jharell Jerome (TV-Serie When They See Us) 

Merrit Wever (TV-Serie Unbelievable) 

Kelvin Harrison Jr. (Luce und Waves) 

Archie Yates (Jojo Rabbit) 

Mary Kay Place (Diane) 

 

Ich wähle die Filme, die ich mir anschaue immer recht gezielt aus, daher sehe ich relativ wenig schlechte Filme. Hin und wieder muss aber ich auch leiden. 

Aus den unterschiedlichen Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Der Goldene Handschuh

The Souvenir

Greta

Something Else

Ad Astra

The Silence (Netflix-Film)

 

Wirklich gehasst habe ich nur folgenden Film: 

Keinen, „Ad Astra“ war aber einfach entsetzlich langweilig.

 

Bei einem Film habe ich das Kino verlassen: 

The Lego Movie 2: The Second Part

 

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2019 ein sehr gutes Filmjahr. Auch habe ich wieder viele  Serien/bzw. Mehrteiler gesehen. Nicht über jede hatte ich Zeit, etwas zu schreiben. Hier meine 2019er Serien/Mehrteiler mit meiner Bewertung – in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: 

You (C+)

Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes (B+)

Russian Doll (B)

Retribution (C-)

Dirty John (C)

True Detective, 3. Staffel (B-)

Homecoming (C-)

The Disappearance of Madeleine McCann (D+)

After Life (B+)

Escape at Dannemora (B+)

What We Do in the Shadows (mochte ich nicht wirklich, habe ich daher nicht zu Ende geschaut)

Fosse/Verdon (A-)

When They See Us (B+)

Chernobyl (B-)

The Act (mochte ich nicht wirklich, habe ich auch nicht zu Ende geschaut) 

Fleabag (mochte ich nicht wirklich, habe ich auch nicht zu Ende geschaut) 

Barry, 2. Staffel (mochte ich sehr, warum habe ich die nicht zu Ende geschaut? Hole ich nach) 

Mindhunter, 2. Staffel (A-)

Succession, 1. Staffel (B+)

Unbelievable (B)

Succession, 2. Staffel (A) 

Big Little Lies (B+)

 

Folgendes ist aus meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2018 kopiert. Gelistet hatte ich, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2019 interessierten. Die durchgestrichenen Filme habe ich gesehen, „The Irishman“ und „Us“ sind in meiner Top Ten gelandet.

The Irishman, dir. Martin Scorsese

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  

Us, dir. Jordan Peele

Once Upon a Time in Hollywood, dir. Quentin Tarantino

The Gemini Man, dir. Ang Lee (nicht geschaut)

Untitled Artificial Intelligence Courtroom Project, dir. Darren Aronofsky (verschoben)

The King, dir. David Michod (nicht geschaut) 

A Beautiful Day in the Neighborhood, dir. Marielle Heller 

The Woman in the Window, dir. Joe Wright (ins Jahr 2020 verschoben) 

Ford v. Ferrari, dir. James Mangold

Jojo Rabbit, dir. Taika Waititi 

Shirley, dir. Josephine Decker (ins Jahr 2020 verschoben) 

The Dead Don´t Die, dir. Jim Jarmusch

 

Für das Filmjahr 2020 interessieren mich am meisten:

The Woman in the Window, dir. Joe Wright

Shirley, dir. Josephine Decker 

(beide Filme aus meiner Liste aus dem Vorjahr) 

Mank, dir. David Fincher 

I´m Thinking of Ending Things, dir. Charlie Kaufman

The Trial of the Chicago 7, dir. Aaron Sorkin

Annette, dir. Leos Carax 

Last Night in Soho, dir. Edgar Wright

The French Dispatch, dir. Wes Anderson 

Nightmare Alley, dir. Guillermo del Toro 

Next Goal Wins, dir. Taika Waititi 

The Card Counter, dir. Paul Schrader

The Lodge, dir. Veronika Franz, Severin Fiala

Da 5 Bloods, dir. Spike Lee

On the Rocks, dir. Sofia Coppola 

Promising Young Woman, dir. Emerald Fennell

Wendy, dir. Benh Zeitlin 

Soul, dir. Pete Docter PIXAR

D. C. – Film: „Bombshell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bombshell“  (dt. Filmtitel: „Bombshell – Das Ende des Schweigens“, dt. Kinostart: 13.02.19)  108 min.  drama, biopic 

dir. Jay Roach cast: Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Connie Britton, Mark Duplass, Stephen Root, Malcolm McDowell, Allison Janney, Alice Eve, Richard Kind

 

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wurde überraschend die Moderation der TV-Show Fox & Friends entzogen. Als sich der rechtskonservative Sender FOX News endgültig von ihr trennt, strebt sie eine Klage gegen den Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) an. Sie prangert eine penetrante Atmosphäre sexueller Belästigung bei Fox News an. Gretchen Carlson weiß, dass sie nicht die Einzige ist, die unter sexueller Übergriffigkeit litt, nur halten sich die anderen weiblichen Fox-News-Angestellten, darunter die Starmoderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron), bislang zurück. Derweil versucht die ehrgeizige Journalistin Kayla (Margot Robbie), Karriere bei Fox News zu machen und trifft erstmalig auf Roger Ailes…

 

B (Wertung von A bis F) „Bombshell“ ist eine Dramatisierung von wahren Begebenheiten. Erzählt wird von dem mächtigen US-amerikanischen Medienmacher und Fox News-Senderchef Roger Ailes, der aufgrund von Vorwürfen sexueller Belästigung zu Fall gebracht wurde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers und Drehbuchautors Jay Roach („Austin Powers“-Filme, „Meet the Parents“, Dinner for Schmucks, The Campaign, Trumbo). Das Drehbuch stammt von Charles Randolph, der mit zusammen mit Adam McKay das Drehbuch zu The Big Short geschrieben hat. 

„Bombshell“ ist in seiner Erzählstruktur etwas problematisch. Jay Roachs Film befasst sich im Ganzen erst mal mit dem Feindbild der Liberalen: Fox News. Das ist legitim, wer schon öfter in den fraglichen Genuss gekommen ist, Sendungen und Beiträge des ultrakonservativen Senders  zu schauen, sieht mit einem objektiven Auge, wie aggressiv die ihre Zuschauer manipulieren. Fox News ist der Propaganda-Sender der Republikaner und der Lieblingssender des derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump – mehr braucht man sicher nicht zu wissen. Dass die Beine der Moderatorinnen in den Sendungen immer perfekt in Szene gesetzt werden, hält sicherlich den einen oder anderen konservativen Zuschauer zusätzlich vom Umschalten ab. 

Nun geht es aber in „Bombshell“ auch um die Frauen, die den berüchtigten Senderchef Roger Ailes zu Fall gebracht haben. Noch bevor, im Oktober 2017, durch den Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, die #metoo-Bewegung losgelöst wurde, spielt dieser Film. Über fast zwei Jahrzehnte soll der mächtige Fox-News-Manager Roger Ailes und andere einflussreiche Personen des Senders (u.a. Star-Moderator Bill O´Reilly) Frauen sexuell belästigt haben. In diesem erzkonservativen Arbeitsumfeld haben sich die weiblichen Angestellten nicht getraut, dagegen vorzugehen. Auch weil sie wussten, dass ihnen wahrscheinlich gekündigt wird und da Fox News ein Makel im Lebenslauf darstellt, sie wahrscheinlich Probleme hätten, einen neuen Job zu finden. Dann hat sich aber doch eine getraut: Gretchen Carlson, aber das auch erst nachdem sie ihren Job bei dem Format Fox & Friends verloren hatte. Die anderen Betroffenen schweigen zunächst hartnäckig, stellen sich gar auf die Seite von Roger Ailes. Jetzt befinden wir uns im Jahr 2015 und Star-Moderatorin Megyn Kelly sorgt für Schlagzeilen, weil sie sich mit einem der aussichtsreichsten, republikanischen Präsidentschaftskandidaten, Donald Trump, angelegt hat. Sie warf ihm sexistische Äußerungen vor. Die Beleidigungen, die Donald Trump am nächsten Tag über Megyn Kelly raushaute, haben es seinerzeit sogar bis in die deutschen Nachrichten geschafft. Damals noch undenkbar, dass jemand, der sich so unflätig verhält, jemals Präsident der Vereinigten Staaten wird. 

Bei „Bombshell“ werden mehrere Stories parallel erzählt und die Fäden laufen alle bei Roger Ailes bzw. der sexuellen Belästigung bei Fox News zusammen. Gretchen Carlson Geschichte bildet dabei den moralischen Rahmen und eigentlich müsste es ein Film über sie sein. Im Zentrum steht jedoch Star-Moderatorin Megyn Kelly, die sich gerade mit Donald Trump rumärgert und zunächst nur Beobachterin der Szenerie ist. Die Dritte im Bunde ist die gerade beförderte, ambitionierte Journalistin Kayla (ein fiktiver Charakter), die wir bei ihrem Werdegang bei Fox News begleiten. 

„Bombshell“ wirkt auf mich etwas unausgewogen. Hätte mich das Schicksal der Frauen nicht mehr berühren müssen? Ich wünschte, das Drehbuch hätte eine Frau geschrieben, vielleicht hätte hier auch eine Frau Regie führen müssen. Es wäre sicherlich der interessantere, sprich: bessere Film geworden. 

Von der US-amerikanischen Schauspielgewerkschaft wurden Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie für den SAG-Award nominiert. Darüberhinaus wurde der Film für das Beste Ensemble nominiert und das kommt nicht von ungefähr. Wenn es einen Grund gibt diesen Film unbedingt sehen zu müssen, dann sind es die durch die Bank exzellenten Schauspieler. 

Als ich vor einigen Monaten das erste Mal den Teaser sah, habe ich Margot Robbie und Nicole Kidman sofort erkannt, mich aber gefragt, wo Charlize Theron, die bekanntlich die Hauptrolle spielen sollte, steckt. Ehrlich gesagt, ging es mir im Spielfilm nicht viel anders. Fast schon zu abgelenkt war ich, weil ich hinter der Maske, der völlig anders klingenden Stimme, kurzum hinter der bekannten Moderatorin Megyn Kelly irgendwo Charlize Theron entdecken wollte. Charlize Theron adelt wirklich jeden Film, sie gibt hier zweifelsfrei eine Oscar-Performance. Ein weiterer Oscar sollte gleich an den Maskenbildner und Oscar-Gewinner (Darkest Hour) Kazu Hiro gehen. Schauspielerisch wissen aber auch insbesondere Margot Robbie, John Lithgow, Allison Janney, Kate McKinnon zu beeindrucken. Als „Rudy Giuliani“ (2x) im Film auftauchte, wurde in meiner Vorstellung herzhaft gelacht. Das lag weniger an Richard Kinds Performance, sondern mehr daran, dass der einst so angesehene New Yorker Bürgermeister in den letzten Jahren zur Witzfigur mutierte. 

Als später dann Rupert Murdoch (gespielt von Malcolm McDowell) und seine beiden Söhne (gespielt von Josh und Ben Lawson) auftauchten, war ich leider komplett raus. Kein Fehler des Films, aber ich musste umgehend an die geniale TV-Serie Succession denken, bei der es eigentlich um die Murdochs geht. Ich hätte gewünscht, dass „Bombshell“ auch nur annähernd so gut geschrieben ist, wie diese Serie. , 

„Bombshell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman, Margot Robbie), Bester Nebendarsteller (John Lithgow, Jon Hamm), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Bombshell“ wurde für drei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie) und Bestes Make-up und beste Frisuren nominiert. 

„Bombshell“ ist am 13.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 20.12.19 war der Film dann landesweit in 1,480 Kinos zu sehen. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ am 13.02.19 in den Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Downhill„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: überflüssiges amerikanisches Remake des sehr guten schwedischen Films Force Majeure Hier mit Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Barb and Star Go to Vista Del Mar„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Sehr gute Idee für einen Teaser und diese Komödie mit Kristin Wiig. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: warum nicht?


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: B- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Netflix – Film: „The Two Popes“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut: 

 

„The Two Popes“  (dt. Filmtitel „Die zwei Päpste“, seit dem 20.12.19 weltweit auf Netflix zu sehen)  125 min  drama, comedy, biopic 

dir. Fernando Meirelles   cast: Jonathan Pryce, Anthony Hopkins

 

Im Jahr 2005 wurde Kardinal Ratzinger (Anthony Hopkins) zum Papst gewählt. Sieben Jahre später plant der argentinische Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce), in den Ruhestand zu gehen. Er bittet Papst Benedikt XVI. darum, sein Rücktrittsgesuch zu akzeptieren. Kardinal Bergoglio erhält stattdessen aber eine Einladung, den Papst in seiner Sommerresidenz zu besuchen…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Two Popes“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI und dem argentinischen Kardinal Bergoglio fand aber wohl erst ein Jahr später, als Papst Benedikt XVI bereits zurückgetreten ist und Kardinal Bergoglio zum neuen Papst gewählt wurde, statt. Es ist der neue Film des brasilianischen Filmemachers und Drehbuchautos Fernando Meirelles („City of God“, „The Constant Gardener“, „Blindness“, 360). Das Drehbuch stammt von dem neuseeländischen Roman- und Sachbuchautor Anthony McCarten. Er hat auch die Vorlagen zu den Filmen The Theory of Everything, Darkest Hour und Bohemian Rhapsody geschrieben. 

Nahezu perfekt ist der Film, wenn er sich auf die beiden alten (Kirchen-) Männer mit ihren unterschiedlichen Ansichten konzentriert. Könnte es sich nicht genau so zugetragen haben? Die Szenen, in denen man sie einzeln sieht und all ihre Zusammentreffen fühlen sich authentisch an. Die Dialoge sind brillant und mitunter überraschend witzig. Die Performances lassen einen sogar vergessen, hier eigentlich Schauspieler zu sehen. Als ich den Film gedanklich schon auf meine Top Ten Liste gesetzt habe, kam die erste Rückblende, die sich mit Kardinal Bergoglios Vergangenheit beschäftigte und es sollte nicht die letzte sein. Ein richtig gutes Drehbuch hätte darauf verzichtet und das, was es mit den Flashbacks aussagen wollte, in die Dialoge eingebaut. Eigentlich ist „The Two Popes“ auch an Anthony McCartens eigenes Theaterstück angelehnt. 

Jonathan Pryce hat eine frappierende Ähnlichkeit mit Kardinal Bergoglio, dem späteren Papst Franziskus. Auch für Nicht-Gläubige wie mich ist der sich volksnah und menschlich präsentierende Geistliche eindeutig der Sympathieträger des Films. Eine Performance besteht aber immer auch aus Stimme und Sprache und gerade hier konnte Anthony Hopkins mit seinem nuancierten Spiel bei mir etwas mehr punkten. Letztlich interpretieren aber sowohl Anthony Hopkins als auch Jonathan Pryce die beiden Kirchenmänner auf eine Art, die einer Oscar-Performance gleichkommt. 

„The Two Popes“ ist einer der vier Netflix-Produktionen (The Irishman, Marriage Story und „Dolemite is My Name“), der in diesem Jahr für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch ist. „The Two Popes“ u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Two Popes“ wurde für drei Oscars (Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins) und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. 

„The Two Popes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Netflix-Film läuft seit am 27.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos und wurde auch ab dem 5.12.19 vereinzelt im deutschen Kino gezeigt. Seit dem 20.12.19 ist der Film weltweit auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

VOD – Film: „The Nightingale“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes/Apple TV (U.S.) als Leihvideo angeschaut: 

 

„The Nightingale“  136 min  drama, thriller 

dir. Jennifer Kent   cast: Aisling Franciosi, Baykali Ganambarr, Sam Claflin, Damon Herriman, Ewen Leslie, Harry Greenwood, Charlie Shotwell, Magnolia Maymuru 

 

Im Jahr 1825. Die 21-jährige Clare (Aisling Franciosi) ist eine junge Strafgefangene aus Irland. Sie wurde wegen eines Diebstahldeliktes zu einer siebenjährigen Strafe verurteilt und nach Australien deportiert. Ihre restliche Strafe arbeitet sie als Leibeigene des britischen Lieutenant Hawkins (Sam Claflin) ab. Als dem Offizier eine Beförderungsempfehlung versagt wird und Clares Ehemann (Charlie Shotwell) auch noch von dem frustrierten Hawkins verlangt, dass er seine Frau endlich freilässt, eskaliert die Situation…

 

B+ (Wertung von A bis F) Nach ihrem Regiedebüt The Babadook ist dies erst der zweite Spielfilm, bei dem die australische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Jennifer Kent Regie führt. 

Die australische Gesellschaft ist einer britischen Strafkolonie entsprungen. „The Nightingale“ ist eine Art „australischer Western“, man bekommt eine Idee davon, wie das Schicksal weiblicher Strafgefangenen und das der Aborigines zu der Zeit ausgesehen haben könnte. 

Da sag einer noch mal Regisseurinnen wären zimperlich, würden davor zurückscheuen, exzessive Gewalt im Film zu zeigen.  Lynne Ramsay (You Were Never Really Here) und Jennifer Kent mit diesem Film beweisen das Gegenteil. Der Handlungsaufbau des Film, die erste halbe Stunde, ist kaum zu ertragen. Die Brutalität nimmt dann dankenswerterweise erst mal etwas ab und wir begleiten eine rachebesessene Clare, die sich zusammen mit einem Aborigine (Baykali Ganambarr – wie liebenswert und lustig ist Billy eigentlich?) durch die Wildnis auf den Weg macht, den Lieutenant und seine Kumpanen zu finden. Neben der eindrucksvollen Inszenierung ist die Beziehung zwischen Clare und dem Aborigine die große Stärke des Films. Die Hintergrundgeschichte der beiden ist auch gar nicht so unterschiedlich und nach anfänglicher Verachtung entwickelt sich zwischen ihnen auch eine Freundschaft. 

Das ist einer der Filme, den ich unbedingt im Kino sehen wollte. Leider hatte er die wenigen amerikanischen Kinos, in denen er lief, schneller verlassen, als ich gucken konnte. „The Nightingale“ wirkt sicher noch besser im Kino, ich bin aber im Nachhinein froh, dass ich ihn mit einer englischen Untertitelung sehen konnte.

„The Nightingale“ ist ein krasses, aber – vor allen Dingen – spannendes und atmosphärisches Rachedrama und einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

Die australische „Oscar“-Academy, AACTA, hat „The Nightingale“ für 15 AACTA Awards nominiert. Gewonnen hat der Film in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin (Aisling Franciosi), Beste Nebendarstellerin (Magnolia Maymuru) und Bestes Casting. Der Film ist auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Baykali Ganambarr), Beste Hauptdarstellerin (Aisling Franciosi), Bester Nebendarsteller (Sam Claflin), Bestes Originaldrehbuch 

„The Nightingale“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Special Jury Prize und Baykali Ganambarr den Marcello Mastroianni Award gewonnen. Über ein Jahr später ist der Film am 2.8.19 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit lief er insgesamt in nicht mehr als 79 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland konnte ich noch keinen Kino- oder DVD, VOD-Start finden. 

Trailer zu sehen: 

San Francisco – Film: „Waves“

Ich war am 30.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„Waves“ (dt. Kinostart 19.03.20) 135 min  drama 

dir. Trey Edward Shults  cast: Kelvin Harrison Jr., Lucas Hedges, Taylor Russell, Alexa Demie, Sterling K. Brown, Renée Elise Goldsberry, Krisha Fairchild 

 

Der 18-jährige Schüler Tyler (Kevin Harrison Jr.) ist ein Wrestling-Star an seiner Schule. Seit geraumer Zeit leidet er unter starken Schulterschmerzen, sein Arzt rät ihm, erst mal auf Sport zu verzichten und sich so schnell wie möglich operieren zu lassen. Undenkbar für Tyler, es ist mitten in der Saison, also verschweigt er seinem Wrestling-Team und auch seinen Eltern weiterhin seine Schmerzen und nimmt starke Schmerzmittel. Ein weiterer Grund für sein Handeln ist sein dominanter Vater (Sterling K. Brown), der ihm viel abverlangt und ihm bereits früh klar machte, dass es für einen Afroamerikaner nicht ausreicht, „Durchschnitt“ zu sein. Dann erleidet Tyler einen Sportunfall und als Tylers Freundin Alexis (Alexa Demie) scheinbar auch noch schwanger ist, bahnt sich langsam eine Tragödie an…

 

B- (Wertung von A bis F) „Waves“ ist nach „Krisha“ und It Comes at Night erst der dritte Film, bei dem der erst 31-jährige amerikanische Autorenfilmer Trey Edward Shults Regie führt. 

Die Trailer sind irreführend, „Waves“ ist ein ganz anderer Film, als man von den Trailern her erwarten könnte. Eigentlich sind es sogar zwei Filme. Die Geschichten sind zwar nicht gänzlich voneinander getrennt, aber eine zusammenhängende, gar runde Geschichte ist es am Ende auch nicht. Im ersten Part liegt der Fokus auf Tyler, im zweiten steht seine Schwester Emily im Mittelpunkt. Der Geschichtenerzähler Trey Edward Shults erspart seinen Protagonisten kaum ein Drama oder einen Schicksalsschlag. Womit sie sich nicht alle auseinandersetzen, was sie nicht alles durchmachen mussten und müssen. Mir war das irgendwann zu viel und ich kann mich erinnern, als herauskam, was mit der leiblichen Mutter von Tyler und Emily geschah, mit den Augen gerollt zu haben. Auch war mir Shults Inszenierung manchmal stilistisch zu offensichtlich und manipulativ.

Schauspielerisch ist der Film solide (insbesondere von Sterling K. Brown, Taylor Russell und Kelvin Harrison Jr.).Lucas Hedges ist auch gut, auch wenn sich sein Charakter für mich eigentlich wie ein Fremdkörper in dem thematisch völlig überladenen Film anfühlte.  

„Waves“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Bester Nebendarsteller (Sterling K. Brown, Kelvin Harrison, Jr. ), Beste Nebendarstellerin (Taylor Russell), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien  

„Waves“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film ist am 15.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile ist er landesweit in 570 Kinos zu sehen. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.03.20 geplant. 

Die beiden irreführenden Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cunningham „

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über den Choreografen Merce Cunningham 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „The Kingmaker„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über Imelda Marcos

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Queen & Slim“

Ich war am 29.11.19 in San Franciso und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Queen & Slim“ (dt. Kinostart: 09.01.20)   132 min  drama, thriller 

dir. Melina Matsoukas  cast: Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith, Chloe Sevigny, Bokeem Woodbine, Flea, Indya Moore

 

Als Slim (Daniel Kaluuya) Queen (Jodie Turner-Smith) nach ihrem ersten Date nach Hause fährt, werden sie von einem Polizisten angehalten. Die Situation eskaliert, am Ende stirbt der Polizist und Queen und Slim sind auf der Flucht….

 

A-(Wertung von A bis F) „Queen & Slim“ ist das Spielfilmdebüt der renommierten, afroamerikanischen Musikvideo, Werbe- und TV-Regisseurin Melina Matsoukas. Das Drehbuch stammt von der afroamerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin (u.a. TV-Serien „Bones“„Master of None“) und Produzentin Lena Waithe.

Bevor ich mir „Queen & Slim“ anschaute, dachte ich – nachdem was ich oberflächlich über den Film las – dass es sich bei diesem Film um eine „schwarze Bonnie & Clyde“-Version handelt. Die Geschichte ähnelt jedoch eher der des Roadmovies „Thelma & Louise“, die Titelcharaktere hier sind keine flüchtigen Kriminellen. Sie wurden aufgrund ihrer Hautfarbe, in eine Situation gebracht, bei der sie aus Notwehr einen weißen Polizisten töteten. In den Vereinigten Staaten ist das keine günstige Ausgangsposition für Schwarze. Slim denkt eher rational, will die Polizei verständigen, Queen, die ihre Erfahrungen als Anwältin für Strafrecht gemacht hat, überzeugt ihn jedoch, zu fliehen. Die Dashcam-Aufnahme aus dem Polizeiauto wird innerhalb kürzester Zeit zum viralen Hit, was dazu führt, dass sie als Polizisten-Mörder landesweit gesucht werden und gleichzeitig in der Black Community als Symbolfiguren gefeiert werden, die sich gegen Polizeiwillkür und Polizeigewalt gewehrt haben.

Regiearbeit fällt auf, wenn sie besonders gut oder schlecht ist, diese hier fand ich außergewöhnlich gut. Ich mochte aber auch die Prämisse, zwei eigentlich Fremde, die durch eine Ausnahmesituation zusammengeschweisst werden. Von einem Moment auf den anderen ändert sich ihr Leben. Queen (Jodie Turner-Smith) und Slim (Daniel Kaluuya) hatten sich über Tinder kennengelernt, waren aber nicht sonderlich begeistert voneinander und hätten sich vielleicht nach ihrem ersten Date nie wieder gesehen. Dann kam es zu dem Vorfall mit dem rassistischen Polizisten, die Situation eskalierte, am Ende war der Polizist tot und Queen und Slim auf der Flucht. Die beiden grundverschiedenen Persönlichkeiten müssen sich nun – auf ihrer Flucht – erst mal kennenlernen, wohin dabei die Reise in ihrem Leben geht, weiß keiner so genau. Die Beziehung von Queen & Slim stammt nicht aus der Feder eines fantasiereichen Autors für Hollywood-Romanzen, alles was sich zwischen den beiden entwickelt, fand ich zu jedem Zeitpunkt glaubhaft. Ich liebe die gesamte Sequenz in dieser Spelunke. 

Es gibt in diesem wunderbaren Roadmovie jedoch eine Szene, die für mich aus dem Nichts kam. Ich weiß nicht, was sich die Drehbuchautorin und die Regisseurin dabei gedacht haben, was sie damit aussagen wollten. Ich sehe „Queen & Slim“ auch vordergründig nicht als politisches Drama, sondern mehr als ausgezeichnet inszenierten und fotografierten, spannenden Film, der in keiner guten, aber sich irgendwo real anfühlenden Welt spielt. Gerne möchte ich mehr von dem Team Waithe/Matsoukas sehen. 

Als ich Get Out das erste Mal sah, hätte ich nie gedacht, dass Daniel Kaluuya mal einer der Schauspieler sein wird, der mich auch in anderen Filmen beeindrucken könnte. Bis heute habe ich „Get Out“ fünf Mal gesehen und fand Kaluuya jedes Mal besser, in Widows spielte er dann mal einen Fiesen und nun zeigt der britische Schauspieler (was man kaum glauben kann, weil er akzentfrei Amerikanisch spricht) in diesem Film wieder eine ganz andere Facette seines Schauspiels. Das ehemalige Model Jodie Turner-Smith hat eine starke Präsenz in diesem Film. Gefreut habe ich mich auch, die transsexuelle Schauspielerin Indya Moore (aus der TV-Serie „Pose“) In einer kleinen Rolle zu sehen.

Das Filmjahr 2019 nähert sich langsam dem Ende zu, ich habe noch ein paar Filme zu schauen. „Queen & Slim“ könnte aber in meiner Top Ten landen. Update: „Queen & Slim“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

„Queen & Slim“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Hauptdarstellerin (Jodie Turner-Smith), Bestes Originaldrehbuch 

„Queen & Slim“ wurde erstmalig auf dem AFI-Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 1,690 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 09.01.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Black Christmas„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Horrorfilm, Trailer verrät wieder gesamten Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke nicht 

San Francisco – Film: „Dark Waters“

Ich war am 29.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dark Waters“ (dt. Filmtitel: „Vergiftete Wahrheit“, dt. Kinostart: 16.4.20)  126 min   drama, thriller, biopic, adaptation  

dir. Todd Haynes  cast: Mark Ruffalo, Bill Camp, Tim Robbins, Anne Hathaway, William Jackson Harper, Bill Pullman, Victor Garber, Mare Winningham 

 

Im Jahr 1998 in Cincinnati, Ohio. Der Anwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) arbeitet für die große Kanzlei Taft, Stettinius & Hollister, die große Unternehmen und auch Chemiekonzerne vertritt. Eines Tages wird er von dem Landwirt Willbur Tennant (Bill Camp) aus der Heimat seiner Großmutter, in Parkersburg, West Virginia kontaktiert. Der Bauer macht den entsorgten Giftmüll des örtlichen Chemiekonzern DuPont dafür verantwortlich, dass seine Felder zerstört und seine Nutztiere krank werden und sterben. Robert Bilott sieht sich als Unternehmensanwalt in einem Konflikt, beschließt aber schließlich, den Viehbauern juristisch zu unterstützen. Es ist aber nicht leicht, einem der größten Chemiekonzerne der Welt sein Vergehen nachzuweisen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Dark Waters“ ist eine Adaption von Nathaniel Richs New York Times Magazine Artikel „The Lawyer Who Became DuPont´s Worst Nightmare“ und wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Haynes („Velvet Goldmine“, „Far From Heaven“, I´m Not There,  Carol).

Wie bereits der kürzlich von mir gesichteten Scott Z. Burns Film The Report ist auch dies ein Film des Whistleblower-Genres. Der Skandal, der hier aufgedeckt wurde, ist – in meinen Augen – jedoch wesentlich interessanter. Letztlich betrifft dieser Umweltskandal auch nicht nur Parkersburg in West Virginia, sondern alle Amerikaner und sogar uns, die wir Teflon (in welcher Form auch immer) nutzen. 

Bei diesem Film verbringt man einen großen Teil damit, einem hartnäckigen Anwalt bei seiner akribischen Recherche zuzuschauen. Die Ergebnisse auszuwerten und DuPont anzuklagen war ein langwieriger, komplizierter Prozess, bei dem er seine Gesundheit, seine Ehe und auch seinen Job aufs Spiel setzte. Am Anfang steht der Bauer, dessen Nutztiere krank und deformiert sind und sterben. 190 Kühe sind bereits verendet. Der Anwalt (sehr glaubwürdig von Mark Ruffalo porträtiert) arbeitet sich in den Fall ein, sichtet unzählige Dokumente, vertrauliche Unterlagen und medizinische Berichte und findet Schockierendes. Der Chemiekonzern DuPont verschleiert seit Jahrzehnten, eine hochgiftige Substanz (PFOA bzw. C8) zu verwenden. DuPont hat wissentlich das Land, das Wasser und die Luft der Gemeinde mit ihren Chemikalien vergiftet. Nun ist DuPont der größte Arbeitgeber der Gegend und bei dem Versuch, einen Zusammenhang zwischen den entsorgten Chemikalien und Krankheiten bei Menschen und Tieren herzustellen, findet der Anwalt zunächst wenig Unterstützung. 

Todd Haynes Filme enthalten meist gesellschaftspolitische Bestandteile, mit „Dark Waters“ bringt er uns einen der größten amerikanischen Umweltskandale näher. Es ist ein ruhiger, langsamer, aber durchaus spannender Film.

Nach dem wunderbaren Film Foxcatcher, ist dies für den amerikanischen Schauspieler und Umweltaktivist Mark Ruffalo bereits der zweite Film, bei der die DuPonts eine Rolle spielen. 

Bill Camp gibt hier eine Oscar-Kaliber-Performance. Durch seine optische und stimmliche Veränderung brauchte ich jedoch eine Weile, ihn überhaupt zu erkennen. Auf Anne Hathaway (mit ihrer Clown-Optik) hätte ich gerne verzichtet, aber sie konnte mir den Film auch nicht verleiden. 

„Dark Waters“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Ruffalo), Bester Nebendarsteller (Bill Camp, Tim Robbins, Bill Pullman), Beste Nebendarstellerin (Anne Hathaway), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Dark Waters“ ist am 22.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 2,012 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Vergiftete Wahrheit“ voraussichtlich am 16.4.20 im Kino starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Traitor„

Bewertung des Trailers: B- (in er OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar: Mafia-Biopic, Italiens Beitrag für die nächsten Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Invisible Life„

Bewertung des Trailers: C+ (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar:  Brasiliens Beitrag zu den Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Golden Globe-Nominierungen 2020 und meine Meinung

Heute (9.12.19) hat die HFPA die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. 

Netflix hat für ihre vier (Oscar-) Spielfilme, „The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“ und „Dolemite is My Name“, allesamt GG-Nominierungen, insgesamt 17,  ergattert. Hut ab.  Es könnten nun tatsächlich auch alle vier Filme für den Oscar nominiert werden.

Die meisten Golden Globe Nominierungen (6) hat Netflix´ „Marriage Story“ erhalten. Sowohl „The Irishman“ als auch „Once Upon a Time in Hollywood“ haben jeweils fünf GG-Nominierungen erhalten. 

Raus ist „Uncut Gems“ und Adam Sandler – obwohl deren Reise, glaube ich, noch nicht zu Ende ist. 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2020 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture – Drama:

  • The Irishman
  • Marriage Story
  • 1917
  • The Two Popes
  • Joker

Meine Meinung: „1917“ und „The Two Popes“ kenne ich bisher noch nicht. Vier habe ich hier richtig geraten, ich hätte aber gedacht, dass sie Greta Gerwigs „Little Women“ nominieren. Jetzt haben es tatsächlich alle vier Netflix-Filme („Dolomite“ wurde in der Kategorie Comedy nominiert) geschafft, nominiert zu werden. Mein Wunsch: Joker, The Irishman wäre meine 2. Wahl  Die Wahrscheinlichkeit: The Irishman

Best Director – Motion Picture:

  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Bong Joon-ho (Parasite) 
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Sam Mendes (1917) 
  • Todd Philips (Joker) 

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „1917“ kenne ich alle Filme. Die Top 4 der Regisseure werden hier noch mal bestätigt. Scorsese, Bong Joon-Ho, Tarantino und Mendes habe ich auch richtig geraten. Wie ich schon mal in meiner November-Prognose gesagt habe, der fünfte in dieser Kategorie ist relativ offen. Ich dachte eher Taikiki für „Jojo Rabbit“. Mit Philips bin ich okay, ich liebe „Joker“ und was in dem Fall aber mehr zählt, die HFPA scheint „Joker“ auch zu lieben Mein Wunsch: Scorsese Die Wahrscheinlichkeit: Ich denke Scorsese. Die werden nicht zu crazy sein, und Todd Philips auszuzeichnen

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Renee Zellweger (Judy)
  • Charlize Theron (Bombshell)  
  • Scarlett Johansson (Marriage Story)
  • Cynthia Erivo (Harriet)  
  • Saoirse Ronan (Little Women)

Meine Meinung: Ich kenn hier nur Zellwegers und Johanssons Performance bisher. Richtig geraten habe ich vier, für Cynthia Erivo hatte ich Lupita Nyong´o (für Us), die in den letzten Tagen bei den amerikanischen Kritikern einen sehr guten Lauf hat. Mein Wunsch: Ich möchte nicht, dass Zellweger einen 2. Oscar gewinnt, daher entscheide ich mich für Charlize Theron, deren Performance ich zwar noch nicht kenne, der ich es aber wünschen würde, dass sie ihren 2. Oscar bekommt. Die Wahrscheinlichkeit: Wenn man das wüsste. Letztes Jahr hatte an dieser Stelle Glenn Close gewonnen, den Oscar hat dann aber Olivia Colman abgesahnt. 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Joaquin Phoenix (Joker)
  • Adam Driver (Marriage Story) 
  • Jonathan Pryce (The Two Popes) 
  • Christian Bale (Ford v Ferrari) 
  • Antonio Banderas (Pain and Glory) 

Meine Meinung: Mit Ausnahme von Jonathan Pryces kenne ich alle Performances. An seiner Stelle hatte ich Adam Sandler (für „Uncut Gems“) stehen. Vielleicht hatte sich die HFPA geärgert, dass „Uncut Gems“ für Comedy/Musical eingereicht wurde. Mein Wunsch: Es kann nur einen geben: Joaquin Phoenix Die Wahrscheinlichkeit: ich schätze, sie geben den Globe Mr. Phoenix. 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Once Upon a Time in Hollywood
  • Rocketman 
  • Jojo Rabbit 
  • Dolomite is My Name
  • Knives Out 

Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich alle Filme und habe tatsächlich auch alle richtig geraten habe. Obwohl ich gestern in meiner Prognose für einen Moment gezögert habe, ich war kurz davor, „Cats“ reinzunehmen Mein Wunsch: Tja, „Once Upon a Time in Hollywood“ ist für mich weder eine Comedy, noch ein Musical, daher „Jojo Rabbit“  Die Wahrscheinlichkeit: Machen die HFPA sich wirklich noch mal so lächerlich? Dann gewinnt Tarantino für seine Komödie „Once Upon a Time in Hollywood“

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Ana De Amas (Knives Out) 
  • Awkwafina (The Farewell) 
  • Emma Thompson (Late Night) 
  • Cate Blanchett (Where´d You Go, Bernadette?) 
  • Beanie Feldstein (Booksmart) 

Meine Meinung: Ich kenne hier tatsächlich alle Performances, habe aber nur drei richtig geraten. Ich freue mich für Emma Thompson und „“Late Night und auch für Cate Blanchett (immer und überall), nachvollziehen kann ich die Nominierung der Letzteren nicht. Fand ihre Performance auch nicht wirklich lustig. Ich kann mich aber auch kaum noch an den Film erinnern. Ich hätte gedacht, sie nominieren Charlize Theron (für „Long Shot“), die wirklich eine tolle und auch unglaublich witzige Performance gab. Außerdem hätte ich gedacht, dass die Constance Wu (für „Hustlers“) nominieren, für sie ist aber dankenswerterweise Emma Thompson nominiert worden. Mein Wunsch: Ana De Armas Die Wahrscheinlichkeit: schwierig. Awkwafina, Feldstein oder vielleicht doch Ana De Armas?

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Eddie Murphy (Dolomite is My Name)
  • Taron Egerton (Rocketman)
  • Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Daniel Craig (Knives Out) 
  • Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

Meine Meinung: Auch hier kenne ich alle Performances und habe alle richtig geraten. Was soll ich sagen, ich freue mich für Taron Egerton (dieses Nominierung hat er dringend gebraucht, jetzt kann er noch hoffen, dass er für den Oscar nominiert wird). Eine wohlverdiente GG-Nominierung für Roman Griffin Davis und auch für Leonardo DiCaprio. Mit Daniel Craig hatte ich so meine Probleme in „Knives Out“ und bei Eddie Murphy frage ich schon länger, was das ganze Gewese um seine Performance soll  Mein Wunsch: Taron Egerton Die Wahrscheinlichkeit: Eddie Murphy, Taron Egerton, Daniel Craig und Roman Griffin Davis bräuchten eigentlich alle den GG-Gewinn für eine mögliche Oscar-Nominierung. Bislang hatte ich nur gehört, dass die HFPA „Dolemite is My Name“ und Eddie Murphy lieben. 

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Laura Dern (Marriage Story)
  • Jennifer Lopez (Hustlers)
  • Margot Robbie (Bombshell) 
  • Kathy Bates (Richard Jewell)
  • Annette Bening (The Report) 

Meine Meinung: Ich habe „Richard Jewell“ und „Bombshell“ noch nicht gesehen. Ich hatte gedacht, sie nominieren Nicole Kidman (Bombshell) und Zhao Shuzhen (The Farewell). Sie haben aber Kathy Bates nominiert, sie wurde auch vor ein paar Tagen erst von der National Board of Review als Gewinnerin ausgezeichnet. Annette Bening hat diese Nominierung dringend gebraucht, sie wäre sonst mit dieser durchaus guten Performance in Vergessenheit geraten. Jetzt könnte es vielleicht doch noch für eine Oscar- Nominierung reichen. Mein Wunsch: Laura Dern Die Wahrscheinlichkeit: Ich glaube, es ist Laura Derns Jahr 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Joe Pesci (The Irishman)
  • Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood)
  • Al Pacino (The Irishman) 
  • Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Meine Meinung: Mit Ausnahme von Anthony Hopkins kenne ich alle Performances. Habe hier tatsächlich auch alle richtig geraten. Die beiden Schauspiel-Nominierungen zeigen Stärke für „The Irishman“, auf der anderen Seite De Niro wurde nicht nominiert. Mein Wunsch: Brad Pitt, weil ich ihm wünsche, dass er seinen zweiten Oscar (und ersten Schauspiel-Oscar) gewinnt Die Wahrscheinlichkeit: Das Rennen ist noch so offen, es könnte auch – wie die Tage – Joe Pesci gewinnen. Al Pacino ist auch gut möglich, für mich die bessere Performance in „The Irishman“ 

Best Animated Feature Film:

  • Frozen II
  • Missing Link
  • Toy Story 4
  • How to Train Your Dragon: The Hidden World
  • The Lion King 

Meine Meinung: Hier kenne ich nur „Frozen II“, „Missing Link“ und „Toy Story 4“. Richtig geraten hatte ich die und „How To Train Your Dragon“. Bei dem fünften hatte ich keine Ahnung gehabt, nur geguckt, was es sonst noch so gibt und habe „Klaus“ auf die Liste gesetzt. „The Lion King“ hatte ich völlig vergessen. Ich wusste aber, dass der Live Action-Film als Animationsfilm zählt.  Mein Wunsch: „Missing Link“ Die Wahrscheinlichkeit: Na bestimmt „The Lion King“ 

 

 

Bei den TV-Nominierungen freue ich mich besonders über die von

Succession und Brian Cox (obwohl hier eigentlich lieber Jeremy Strongs Namen gelesen hätte) 

 

 

Ich freue mich auf einen, hoffentlich richtig fiesen Ricky Gervais als Gastgeber der Golden Globe Verleihung am 5.1.20.

 

Sein letzter Auftritt als GG-Gastgeber im Jahr 2016 (ich liebe es, wenn er sich über die HFPA und die Golden Globes lustig macht)

 

http://www.goldenglobes.com/winners-nominees

Golden Globe-Nominierungen 2020, meine Prognose

Viel gibt’s nicht zu sagen, Ricky Gervais moderiert erfreulicherweise – mal wieder – die Golden Globe-Verleihung und hier ist meine Prognose zu den morgigen GG-Nominierungen, morgen dann mehr: 

 

Doch kurz vielleicht noch zur Erklärung: Nachdem vor einigen Jahren Ridley Scotts „The Martian“ den Globe als beste Komödie gewonnen hat und jeder sich mal wieder über die HFPA lustig gemacht hat, haben die Auslandsjournalisten ihre Regeln geändert. Jetzt wurde „Uncut Gems“ von A24 als comedy/musical eingereicht, aber abgelehnt, der Film und auch Adam Sandler mussten jetzt in der heißumkämpften Kategorie Bestes Drama (bzw. Bester Hauptdarsteller/Drama) versuchen, reinzukommen. „Judy“ das Biopic über die Sängerin Judy Garland ist für die Kategorie Drama vorgesehen und Quentin Tarantinos Film „Once Upon a Time in Hollywood“ wurde für die Kategorie  Komödie bzw. Musical eingereicht und akzeptiert – das finde ich ähnlich schwierig wie bei „The Martian“, aber okay, ist halt die HFPA.

 

Best Motion Picture – Drama:

  • The Irishman
  • Marriage Story
  • 1917
  • Little Women
  • Joker

Best Director – Motion Picture:

  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Bong Joon-ho (Parasite) 
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Sam Mendes (1917) 
  • Taika Waitit (Jojo Rabbit) 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Renee Zellweger (Judy)
  • Charlize Theron (Bombshell)  
  • Scarlett Johansson (Marriage Story)
  • Lupita Nyong`o (Us) 
  • Saoirse Ronan (Little Women)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Joaquin Phoenix (Joker)
  • Adam Driver (Marriage Story) 
  • Adam Sandler (Uncut Gems) 
  • Christian Bale (Ford v Ferrari) 
  • Antonio Banderas (Pain and Glory) 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Once Upon a Time in Hollywood
  • Rocketman 
  • Jojo Rabbit 
  • Dolomite is My Name
  • Knives Out 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Ana De Amas (Knives Out) 
  • Awkwafina (The Farewell) 
  • Constance Wu (Hustlers) 
  • Charlize Theron (Long Shot) 
  • Beanie Feldstein (Booksmart) 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Eddie Murphy (Dolomite is My Name)
  • Taron Egerton (Rocketman)
  • Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)
  • Daniel Craig (Knives Out) 
  • Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

    Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Laura Dern (Marriage Story)
  • Jennifer Lopez (Hustlers)
  • Margot Robbie (Bombshell) 
  • Zhao Shuzhen (The Farewell) 
  • Nicole Kidman (Bombshell) 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Joe Pesci (The Irishman)
  • Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood)
  • Al Pacino (The Irishman) 
  • Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Best Animated Feature Film:

  • Frozen II
  • Missing Link
  • Toy Story 4
  • How to Train Your Dragon: The Hidden World
  • Klaus 

San Francisco – Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„A Beautiful Day in the Neighborhood“ (dt. Filmtitel: „Der wunderbare Mr. Rogers“, dt. Kinostart: 13.02.20)  108 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Marielle Heller  cast: Tom Hanks, Matthew Rhys, Susan Kelechi Watson, Chris Cooper, Carmen Cusack

 

Lloyd Vogel (Matthew Rhys) ist ein Buchautor und Journalist, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Kürzlich sind er und seine Frau Andrea (Susan Kelechi Watson) zum ersten Mal Eltern geworden. Als er bei der Hochzeit seiner Schwester (Tammy Blanchard) nach langer Zeit wieder auf seinen Vater (Chris Cooper) trifft, kommt es zwangsläufig zum Streit. Lloyd kann seinem Vater nicht verzeihen, dass er die Familie seinerzeit verlassen hat. Nun bekommt der Journalist den Auftrag, ein Porträt über die TV-Ikone Fred Rogers zu schreiben. Er ist alles andere als begeistert, aber dann trifft Mr. Rogers (Tom Hanks) persönlich…

 

B (Wertung von A bis F) „A Beautiful Day in the Neighborhood“ ist eine Adaption von Tom Junods Artikel aus dem Esquire-Magazin „Can You Say…Hero?“ Der Film wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und erzählt von dem Journalisten und seiner Verbindung zu dem beliebten amerikanischen Fernsehmoderator Fred Rogers. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Marielle Heller (The Diary of a Teenage Girl, Can You Ever Forgive Me?). 

Ohne dass man weiß, wer Fred Rogers war, Filmmaterial seiner Show oder die Dokumentation Won´t You Be My Neighbor? gesehen hat, wird der Film wahrscheinlich nicht funktionieren. Ich kannte ihn auch nicht, hatte mir aber im letzten Jahr – unter Tränen – die Doku über ihn angeschaut. Im Jahr 1968 hat Fred Rogers das Bildungsfernsehen für Kinder in den Vereinigten Staaten eingeführt. Noch bevor die „Sesame Street“ erstmalig auf Sendung ging, hat er mit „Mr. Rogers´ Neighborhood“ kleinen Mitmenschen anhand von Puppen und einer einfachen Sprache die komplizierte Welt erklärt. Generell  hatte er sich immer sehr viel Zeit für Menschen genommen. Mit seiner sanften, intensiven, aber unaufdringlichen Art hat er sich in das Herz einiger Generationen von Amerikanern gespielt. Ich hätte ihn wahrscheinlich auch geliebt, wäre ich mit seinen Sendungen aufgewachsen.  

Vielleicht hätte ich mir bei „A Beautiful Day in the Neighborhood“ mehr ein Biopic über Fred Rogers gewünscht. Auf der anderen Seite war der ehemalige Pfarrer scheinbar einfach nur eine gute Seele mit einer entwaffnenden Liebenswürdigkeit, ohne Ecken und Kanten oder gar einer Leiche im Keller, da wäre ein konventionelles Biopic wohl etwas zu langweilig geraten. Marielle Hellers Film ist eine Charakterstudie über einen zynischen Journalisten und zugleich eine Story über seine Beziehung zu Fred Rogers. Die Regisseurin inszeniert die Geschichte wie eine Episode von Fred Rogers TV-Show „Mister Rogers´ Neighborhood“.  

Es ist ein sehr ruhiger Film, der großartig ist, wenn Tom Hanks als Fred Rogers auf der Leinwand zu sehen ist. Mich hat Hanks oder Rogers (ich habe den Unterschied irgendwann nicht mehr gesehen) mit seinem Charme um den Finger gewickelt. Leider spielt er hier aber eine Nebenrolle, es geht um die, nicht sonderlich Interessante Figur des Journalisten. Vielleicht hätte es mir aber schon geholfen, einen anderen Schauspieler als Matthew Rhys in der Rolle zu sehen. 

„A Beautiful Day in the Neighborhood“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matthew Rhys), Bester Nebendarsteller (Tom Hanks, Chris Cooper), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „A Beautiful Day in the Neighborhood“ wurde für einen Oscar (Bester Nebendarsteller (Tom Hanks) nominiert. 

„A Beautiful Day in the Neighborhood“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film wurde am 22.11.19 in 3,231 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Der wunderbare Mr. Rogers“ am 13.02.20 im Kino starten. 

Trailer zu sehen:

 

 

Hier eine Episode von „Mr. Rogers´ Neighborhood“

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cats„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar:  Unglaublich, der Trailer ist wirklich so schlecht, wie alle sagen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-action Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „I Still Believe„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar:  religiöser Liebesschnulz 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Jumanji: The Next Level„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar:  2. Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1995 mit Dwayne Johnson, Danny DeVito, Jack Black und Kevin Hart 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar:  Häh – noch eine Little Women-Verfilmung? Hier spielen keine nennenswerten Schauspieler mit und von der Regisseurin habe ich auch noch nie gehört. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Oscar-Nominierungen 2020 – meine November-Prognose

Zugegebenermassen ist es schon Anfang Dezember, ich bin etwas spät dran.

 

In meiner ersten Prognose für die Oscar-Nominierungen 2020 gab es noch folgende Filme, die bis dahin (also Ende September) noch nicht gezeigt wurden:

The Irishman (dir. Martin Scorsese) 

1917 (dir. Sam Mendes)

Richard Jewell (dir. Clint Eastwood)

Little Women (dir. Greta Gerwig) 

Bombshell (dir. Jay Roach)

Dark Waters (dir. Todd Haynes) 

Queen & Slim (dir. Melina Matsoukas) 

The Good Liar (dir. Bill Condon) 

All diese Film liefen mittlerweile, entweder auf Filmfestivals oder wurden der amerikanischen Presse (bzw. Mitgliedern von SAG/AFTRA, AMPAS, HFPA, etc.) gezeigt. „The Good Liar“ läuft bereits regulär im Kino und aufgrund der durchwachsenen Kritiken können wir ihn aus der Liste streichen. Alle anderen Filme sind tatsächlich noch drin, nicht zwingend für die Kategorie Bester Film, aber für andere wichtige Kategorien. 

Der letzte Film, der in dieser Oscar-Saison am 23.11.19 gezeigt wurde (dabei ich ignoriere ich frecherweise  „Star Wars: The Rise of Skywalker“ und die wahrscheinliche Filmkatastrophe „Cats“), war Sam Mendes´„1917“. Mit diesem Film haben wir nach langer Zeit mal wieder einen Spätstarter, der die Oscar-Saison noch mal richtig aufmischt. „1917“  sichert sich von Jetzt auf Gleich einen Favoritenplatz auf einige Oscar-Gewinne und dabei ist Bester Film nicht unbedingt ausgenommen. Ungewöhnlich spät, ein paar Tage später (26.11.) hat die HFPA mit ihrer Abstimmung für die Golden Globe-Nominierungen schon begonnen. Ich komme etwas später darauf zurück, warum die GG-Nominierungen dieses Jahr wichtig sein könnten. Der Wahlprozess für die Nominierungen innerhalb der Filmindustrie (DGA, WGA, PGA) begann bzw. beginnt am 2.12.19, bzw. 9.12.19 und 12.12.19, die Schauspieler (SAG) nominieren bereits seit dem 14.11.19.

Andere Fakten:

Die Oscar-Verleihung findet im nächsten Jahr bereits am 9.2.20 statt, die Oscar-Nominierungen werden am 13.1.20 bekannt gegeben. 

Die Oscar-Verleihung im nächsten Jahr wird von zwei Frauen, Lynette Howell Taylor und Stephanie Allain produziert. Lynette Howell Taylor hat Filme wie „Half Nelson“, „The Place Beyond the Pines“, „Blue Valentine“ produziert und eine Oscar-Nominierung für den Film „A Star is Born“ erhalten. Die afroamerikanische Produzentin Stephanie Allain produzierte den Film „Hustle & Flow“ als auch die Netflix-Serie „Dear White People“. 

Die erste Screener, die  dieses Jahr verschickt wurden, waren die der Dokumentation „Ask Dr. Ruth“, des Animationsfilms „The Secret Life of Pest 2“ und des Spielfilms „Her Smell“. Das war mit Mitte Oktober- extrem spät. Normalerweise erreichen die ersten Screener die Academy-Mitglieder, Mitglieder der Gewerkschaften der Filmschaffenden und der Presse Ende August/ Anfang September. Seltsam, insbesondere deshalb, weil die Oscar-Saison – mit der Oscar-Verleihung am 9.2.20 – wesentlich kürzer als gewöhnlich ist. 

Bis vor einigen Jahren war der Ausgang der Oscars leicht vorhersehbar. Das hatte u.a. damit zutun, dass die Academy-Mitglieder 

  • überwiegend Amerikaner 
  • weiß
  • männlich und 
  • über 60 Jahre alt waren 

Das hat sich nun in den letzten Jahren gravierend geändert. Die Academy ist im Umbruch, rund 35% der Mitglieder der letzten Jahre sind neu. Bei den Einladungen in den letzten Jahren konnte man viele Nicht-Amerikaner, Nicht-Weiße, Frauen und viele jüngere Filmschaffende verzeichnen. Auswirkungen der neuen Academy sieht man beispielsweise ganz gut in der Kategorie Beste Regie. Für das Filmjahr 2018/ der 91st Academy Awards wurden neben den zwei Amerikanern (Spike Lee und Adam McKay), ein mexikanischer (Alfonso Cuarón), ein griechischer (Yorgos Lanthimos) und ein polnischer (Pawel Pawlikowski) Regisseur nominiert. Bislang gab es noch nie so viele Kandidaten anderer, nicht-englischsprachiger Länder in dieser Kategorie. Es gab ab und zu vereinzelt Regisseure aus anderen Ländern (Taiwan, Brasilien, Norwegen, Österreich, etc.), aber die meisten Oscar-nominierten Regisseure waren bisher Amerikaner oder aus einem anderen englischsprachigem Land (Vereinigtes Königreich, Kanada, Australien, Neuseeland). Das ist jetzt definitiv ein Resultat der multikulturellen Academy und das zeigt sich auch in anderen Kategorien. Was die sogenannte „neue Academy“ am Ende für einen Gewinner-Film wählt, ist jetzt nur noch schwer herauszufinden. Die jeweilige amerikanische Regierung scheint irgendwie auch eine Rolle zu spielen, oder wie kann man sich erklären, dass ein innovativer Film wie „Moonlight“ unter der Obama-Administration und eine massentaugliche Tragikomödie mit einem Happy End („Green Book“) unter Trump gewinnt? Ein weiterer Grund, warum der Gewinnerfilm bei den Oscars schwerer zu bestimmen ist, ist das im Jahr 2009 wieder eingeführte preferental voting system. Damit muss jedes Academy-Mitglied ein Ranking aller nominierten Filme erstellen. Wenn kein Film über 50% aller Erste-Platz-Stimmen erhalten hat, kommt es zu einer oder mehreren Neuauszählung/en und am Ende gewinnt dann der Film, auf den man sich am ehesten einigen kann. 

Im nächsten Jahr (2020) haben wir noch eine zusätzliche Problematik bei den Oscars. Diese Oscar-Saison ist unfassbar kurz. 

Die HFPA wählen seit dem 26.11.19 für ihre Golden Globe-Nominierungen. Auch wenn es mit den Oscars öfter Überschneidungen gab, waren die Golden Globes nie sonderlich relevant. Es ist aber die erste Filmpreisverleihung, die live im Fernsehen übertragen wird. Die rund 90 Auslandsjournalisten vergeben einen Journalisten-Preis, wohingegen bei den Oscars ein Preis von Filmschaffenden für Filmschaffende vergeben wird. Daher träumen die Schauspieler und sonstigen Künstler im Bereich Film auch nicht davon, einen Golden Globe zu gewinnen, sondern den wichtigsten Preis der Filmindustrie: den Oscar. Bei dieser Oscar-Saison könnten die wichtigen amerikanischen Filmkritiker-Preise (und selbst der Preis der Auslandsjournalisten in Hollywood: Golden Globes) wichtiger als je zuvor sein. A.M.P.A.S. wählt vom 2.1.20 bis zum 7.1.20, wer für den Oscar nominiert wird. Mit Ausnahme der meisten Preise der amerikanischer Filmkritiker (und der Globe-Gewinner am 5.1.20) wurde bis zum Tag der finalen Abgabe der Academy-Mitglieder für die Oscar-Nominierungen, kein Filmpreis innerhalb der Filmindustrie verliehen. Die SAG/AFTRA-Nominierungen (die Preise der Schauspieler für Schauspieler) und die Liste der AFI Top Ten-Filme sind bis dahin auch die einzigen, für die Oscars relevanten Nominierungen innerhalb der Filmindustrie, die bekannt sind. Normalerweise sind die Preise der Produzenten (PGA), die der Regisseure (DGA) und die der Autoren (WGA)  für A.M.P.A.S. ein wichtiger Richtungsweiser. Dieses Jahr sind es also ausschließlich die amerikanischen Filmkritiker, die Schauspieler, die AFI Top Ten Liste, die ganzen Oscar-Kampagnen und die Oscar-Experten, die Academy-Mitglieder hinsichtlich ihrer Oscar-Nominierungen beeinflussen. Man muss auch bedenken, dass sich die Academy-Mitglieder die Filme auch erst anschauen müssen. Sie haben keine Zeit, sich über 300 Filme anzugucken. Von den Screenern (und digitalen Formaten) müssen sie auswählen, welche der 10, 20 oder 30 Filme sie innerhalb der kurzen Zeit überhaupt gucken.

Schauen wir uns also mal an, welche Filme und Schauspieler bereits nominiert bzw. ausgezeichnet wurden. 

Publikumspreis des Toronto International Film Festival: Gewinner:Jojo Rabbit (Platz 2: Marriage Story, Platz 3: Parasite)

Gotham Awards: Gewinner: „Marriage Story“ (Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller Adam Driver und Publikumspreis) Awkwafina Beste Hauptdarstellerin für „Farewell“

Independent Spirit Awards: Nominierungen: Bester Film: A Hidden Life, Clemency, The Farewell, Marriage Story, Uncut Gems; Bester Hauptdarsteller: Chris Galust (Give Me Liberty), Kelvin Harrison Jr. (Luce), Robert Pattinson (The Lighthouse), Adam Sandler (Uncut Gems), Matthias Schoenaerts (The Mustang); Beste Hauptdarstellerin: Karen Allen (Colewell), Hong Chau (Driveways), Elisabeth Moss (Her Smell), Mary Kay Place (Diane), Alfe Woodward (Clemency), Renee Zellweger (Judy); Bester Nebendarsteller: Willem Dafoe (The Lighthouse), Noah Jupe (Honey Boy), Shia Labeouf (Honey Boy), Jonathan Majors (The Last Black Man in San Francisco), Wendell Pierce (Burning Cane); Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers), Taylor Russell (Waves), Zhao Shuzhen (The Farewell), Lauren Spencer (Give Me Liberty), Octavia Spencer (Luce) Robert Altman Award Gewinner: Marriage Story (damit konnten die Schauspieler nicht einzeln nominiert werden)

Golden Satellite: Nominierungen: Bester Film (Drama): 1917, Bombshell, Burning Cane, Ford v Ferrari, Joker, The Lighthouse, The Two Popes Bester Film (Comedy or Musical): Hustlers, Knives Out, Once Upon a Time in Hollywood, Rocketman, The Farewell, Uncut Gems; Bester Schauspieler (Drama): Adam Driver (Marriage Story), Antonio Banderas (Pain and Glory), Christian Bale (Ford v Ferrari), George McKay (1917), Joaquin Phoenix (Joker), Mark Ruffalo (Dark Waters);  Beste Schauspielerin (Drama): Charlize Theron (Bombshell), Cynthia Erivo (Harriet), Helen Mirren (The Good Liar), Renee Zellweger (Judy), Scarlett Johansson (Marriage Story); Bester Schauspieler (Comedy or Musical): Adam Sandler (Uncut Gems), Daniel Craig (Knives Out), Eddie Murphy (Dolemite is My Name), Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood), Taron Egerton (Rocketman), Taika Waititi (Jojo Rabbit); Beste Schauspielerin (Comedy or Musical): Awkwafina (The Farewell), Ana De Armas (Knives Out), Constance Wu (Hustlers), Julianne Moore (Gloria Bell); Bester Nebendarsteller: Anthony Hopkins (The Two Popes), Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood), Joe Pesci (The Irishman), Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood), Willem Dafoe (The Lighthouse), Wendell Pierce (Burning Cane); Beste Nebendarstellerin: Jennifer Lopez (Hustlers), Laura Dern (Marriage Story), Margot Robbie (Bombshell), Penelope Cruz (Pain and Glory), Nicole Kidman (Bombshell), Zhao Shuzhen (The Farewell) 

National Board of Review: Gewinner: Bester Film: The Irishman; Bester Regisseur: Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood); Bester Hauptdarsteller: Adam Sandler (Uncut Gems); Beste Hauptdarstellerin: Renee Zellweger (Judy); Bester Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood); Beste Nebendarstellerin: Kathy Bates (Richard Jewell) NBR Top 10 Filme: 1917, Dolemite is My Name, Ford v Ferrari, Jojo Rabbit, Knives Out, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood, Richard Jewell, Uncut Gems, Waves 

New York Film Critics Circle Award: Gewinner: Bester Film: The Irishman; Bester Regisseur: Benny and Josh Safdie (Uncut Gems) Bester Hauptdarsteller: Antonio Banderas (Pain & Glory); Beste Hauptdarstellerin: Lupita Nyong´o (Us), Bester Nebendarsteller: Joe Pesci (The Irishman), Beste Nebendarstellerin: Laura Dern (Marriage Story)

AFI Top Ten Films 2019: 1917, The Farewell, The Irishman, Jojo Rabbit, Joker, Knives Out, Little Women, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood, Richard Jewell, Special Award: Parasite 

 

Welche Gewinner (und späteren Oscar-Gewinner) hatten wir im letzten Jahr zu dieser Zeit:

Publikumspreis des Toronto International Film Festival: Green Book (Platz 2: If Beale Street Could Talk, Platz 3: Roma) 

Gotham Awards Gewinner: The Rider,  Ethan Hawke (First Reformed), Toni Collette (Hereditary) und Publikumspreis: Won´t You Be My Neighbor? 

NBR Gewinner: Green Book, Regisseur Bradley Cooper, Viggo Mortensen (Green Book), Lady Gaga (A Star is Born), Sam Elliot (A Star is Born), Regina King (If Beale Street Could Talk), NBR Top 10 Filme: Green Book, The Ballad of Buster Scruggs, Black Panther, Can You Ever Forgive Me?, Eighth Grade, First Reformed, If Beale Street Could Talk, Mary Poppins Returns, A Quiet Place, Roma, A Star is Born  

New York Film Critics Circle Award Gewinner: Bester Film: Roma; Bester Regisseur: Alfonso Cuarón (Roma); Bester Hauptdarsteller: Ethan Hawke (First Reformed); Beste Hauptdarstellerin: Regina Hall (Support the Girls); Bester Nebendarsteller: Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?); Beste Nebendarstellerin: Regina King (If Beale Street Could Talk)

AFI Top Ten Films 2018: A Star is Born, Black Panther, Green Book, A Quiet Place, Mary Poppins Returns, BlackKklansman, Eighth Grade, If Beale Street Could Talk, The Favourite, First Reformed; Special Award: Roma (die Schwarzen wurden später für den Oscar nominiert und zusätzlich Bohemian Rhapsody und Vice)

Das Fazit: 

Publikumsliebling auf dem Toronto International Film Festival: Jojo Rabbit 

NBR-Gewinner: The Irishman, Tarantino als Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin Renee Zellweger (Judy), Bester Nebendarsteller: Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood), die man als sicher für Oscar-Nominerungen sehen kann. Aber auch tauchen: Adam Sandler (Uncut Gems) und Kathy Bates (Richard Jewell) hier als Gewinner auf. Wie wird sich das auf die Oscar-Nominierungen auswirken?

NYFCC-Gewinner: The Irishman und Laura Dern ist eine Oscar-Nominierung sicher. Antonio Banderas (Pain & Glory) ist wahrscheinlich. Aber auch hier tauchen die Safdie-Bros. (Uncut Gems) als Regie-Gewinner und Joe Pesci (The Irishman) und Lupita Nyong´o (Us) unter den Gewinnern auf. Sie galten alle nicht auf Favoriten auf die Oscar-Nominierung, am ehesten davon Joe Pesci. 

Die AFI Top Ten Filme: Bei 1917, The Irishman, Marriage Story, Once Upon a Time in Hollywood und Parasite kann man sicher davon ausgehen, dass sie für den Oscar nominiert werden, bei Jojo Rabbit kann man davon ausgehen, Joker ist das große Fragezeichen bei den Oscars, Knives Out macht gerade gute Kasse, ein Film, den man eigentlich nicht schlecht finden kann, Richard Jewell (man darf nie Clint Eastwood unterschätzen), Little Women könnte nominiert werden, wenn ein Film einer Frau dabei sein soll oder, selber Grund The Farewell (hoffe ich persönlich nicht). Was wundert, dass Ford v Ferrari nicht nominiert wird und auch nicht Dolomite is My Name (den ich selbst nicht sonderlich schätze, aber der innerhalb der Industrie sehr gut ankommt, wie ich höre) 

Fakt ist, die Filme der bisherigen Gewinner werden sich die Academy-Mitglieder jetzt anschauen mehr wissen wir erst mit den Globe-Nominierungen. Die werden am 9.12.19 verkündet.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe (beim letzten Mal hatte ich „Her Smell“ vergessen)

Her Smell, Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, HustlersThe Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves„, „Dolomite is My Name“ Ein Update erfolgt regelmäßig an dieser Stelle. Update: „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale, The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women, „Just Mercy“

 

Jetzt geht es um die Oscar-Nominierungen. In nicht einmal vier Wochen beginnen die Academy-Mitglieder mit der Wahl ihrer Lieblingsfilme. 

Was sehen also die Academy-Mitglieder als ihren Nummer 1-Film? Wenn ein Film von 200 bis 300  wahlberechtigten Mitgliedern von A.M.P.A.S. (die genaue Zahl ist abhängig von der tatsächlichen Mitgliederanzahl) als bester Film des Jahres gesehen wird, sie ihn auf Platz 1 ihres Stimmzettel setzen, ist der Film automatisch nominiert. Nummer 1-Filme bei den Oscar-Nominierungen sind nachdem, was ich gehört habe, definitiv die Top 4: 

Bester Film:

Parasite 

The Irishman 

1917

Once Upon a Time in Hollywood

ziemlich sicher nominiert wird:

Marriage Story

damit haben wir fünf Filme. Alles weitere ist möglich, aber nicht sicher:

Jojo Rabbit 

Richard Jewell

Joker

Knives Out 

Little Women

The Farewell 

Ford v Ferrari 

Dolomite is My Name

Bombshell

A Beautiful Day in the Neighborhood 

Uncut Gems

The Two Popes 

Waves

Queen & Slim 

Dark Waters 

Rocketman 

 

In den anderen fünf Kategorien, nachdem, was man bisher weiß: 

Beste Regie:

ziemlich sicher nominiert:

Bong Joon-Ho (Parasite)

Martin Scorsese (The Irishman)

Sam Mendes (1917)

Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood)

und dann ein großes Fragezeichen (es könnte so ziemlich jeder sein):

Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

Noah Baumbach (Marriage Story)

Greta Gerwig (Little Women) 

Lulu Wang (The Farewell) 

Safdie Bros. (Uncut Gems)

Todd Philips (Joker)

James Mangold (Ford v Ferrari) 

Craig Brewer (Dolemite is My Name) 

Jay Roach (Bombshell) 

Melina Matsoukas (Queen & Slim) 

Todd Haynes (Dark Waters)

Fernando Meirelles (The Two Popes)

Marielle Heller (A Beautiful Day in the Neighborhood)

Trey Edward Shults (Waves)

 

Bester Hauptdarsteller

wird ziemlich sicher nominiert:

Adam Driver (Marriage Story)

danach ist es wahrscheinlich (aber alles andere als sicher) 

Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood)

Joaquin Phoenix (Joker)

Anthony Banderas (Pain & Glory) 

und weiter möglich:

Eddie Murphy (Dolomite is My Name) 

Adam Sandler (Uncut Gems)

Paul Walter Hauser (Richard Jewell)

George McKay (1917)

Jonathan Pryce (The Two Popes)

Robert De Niro (The Irishman) 

Christian Bale (Ford v Ferrari)

Daniel Kaluuya (Queen & Slim)

Roman Griffin Davis (Jojo Rabbit) 

Mark Ruffalo (Dark Waters) 

Taron Egerton (Rocketman) 

 

Beste Hauptdarstellerin:

ziemlich sicher nominiert:

Renee Zellweger (Judy) 

und auf der Kippe stehen, aber wahrscheinlich nominiert werden:

Scarlett Johansson (Marriage Story)

Charlize Theron (Bombshell)

danach ist es weit offen, vielleicht:

Lupita Nyong´o (Us) 

Saoirse Ronan (Little Women) 

Ana De Armas (Knives Out) 

Awkwafina (The Farewell) 

Cynthia Erivo (Harriet) 

Jodie Turner-Smith (Queen & Slim) 

 

Bester Nebendarsteller:

wird ziemlich sicher nominiert:

Brad Pitt (Once Upon a Time in Hollywood) 

und danach könnten nominiert werden:

Joe Pesci (The Irishman) 

Willem Dafoe (The Lighthouse)

Al Pacino (The Irishman)

Sam Rockwell (entweder für Richard Jewell oder Jojo Rabbit) 

Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood) 

Tracy Letts (Ford v Ferrari) 

Anthony Hopkins (The Two Popes) 

Shia LaBeouf (Honey Boy)

Noah Jupe (Honey Boy) 

Wesley Snipes (Dolemite is My Name) 

 

Beste Nebendarstellerin:

wird ziemlich sicher nominiert:

Laura Dern (Marriage Story)

und auch hier ist danach alles bisher offen:

Margot Robbie (für Bombshell oder Once Upon a Time in Hollywood)

Taylor Russell (Waves)

Kathy Bates (Richard Jewell)

Jennifer Lopez (Hustlers)

Annette Bening (The Report) 

Zhao Shuzhen (The Farewell)

Thomasin McKenzie (Jojo Rabbit) 

Florence Pugh (Little Women) 

Da´Vine Joy Randolph (Dolemite is My Name) 

Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) 

 

Einfach weil es Spass macht, hier meine derzeitigen Oscar-Gewinner (in Klammern dazu im Vergleich meine September-Prognose), persönlich hoffe ich auf Scorsese und The Irishman, aber glaube noch nicht daran, also:

Bester Film:

Parasite (Marriage Story)

Beste Regie:

Bong Joon-ho, Parasite (Noah Baumbauch, Marriage Story) 

Bester Hauptdarsteller:

Joaquin Phoenix, Joker – wenn er nominiert wird (Adam Driver, Marriage Story)

Beste Hauptdarstellerin: 

Renee Zellweger, Judy (Scarlett Johansson, Marriage Story)

Bester Nebendarsteller:

Brad Pitt, Once Upon a Time in Hollywood (Brad Pitt, Once Upon a Time in Hollywood) 

Beste Nebendarstellerin:

Laura Dern, Marriage Story (Laura Dern, Marriage Story) 

 

Trailer meines momentanen Oscar-Gewinner-Films:

San Francisco – Film: „Knives Out“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Knives Out“ (dt. Filmtitel: „Knives Out – Mord ist Familiensache“, dt. Kinostart: 02.01.20) 131 min comedy, crime, drama 

dir. Rian Johnson  cast: Daniel Craig, Chris Evans, Ana de Armas, Jamie Lee Curtis, Toni Collette, Michael Shannon, Don Johnson, Lakeith Stanfield, Katherine Langford, Christopher Plummer

 

Harlan Thrombey (Christopher Plummer) feiert mit seiner gesamten Familie seinen 85. Geburtstag. Am nächsten Tag wird er mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Die beiden Polizisten (Lakeith Stanfield und Noah Segan) und der Privatermittler Benoit Blanc (Daniel Craig) beginnen mit den Befragungen der  Hinterbliebenen und finden bald heraus, dass scheinbar jeder ein Motiv hatte, Harlan Thrombey zu töten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Knives Out“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Rian Johnson („Brick“, The Brothers Bloom, „Looper“, „Star Wars: The Last Jedi“).  

„Knives Out“ ist eine Hommage an die guten, alten Agatha-Christie-Filme, dabei aber wesentlich smarter. Hier haben wir am Anfang einen Toten, einen erfolgreichen und wohlhabenden Krimi-Autor (gespielt von Christopher Plummer) und viele Verdächtige, so ziemlich jeder Verwandte hätte ein Motiv gehabt, den Patriarchen umzubringen. Auch muss geklärt werden, wer diesen berühmten Privatdetektiv  Benoit Blanc (gespielt von Daniel Craig) engagiert hat. 

Es ist ein Film, der sich besonders auszahlt, wenn man auf Details achtet. Auch wenn die eine oder andere Wendung vielleicht vorhersehbar ist oder auch manchmal etwas absurd erscheint, ist es doch ein Vergnügen, allen Beteiligten dabei zuzuschauen, wie viel Spaß sie mit dem handlungsreichen, in der Originalfassung sprachwitzigen und ausgezeichneten Drehbuch haben. Auf Einzelheiten der Handlung möchte ich nicht eingehen, da ich niemanden den Film spoilern möchte. Nur so viel: Ich liebe alles an dem Charakter Marta, der Krankenpflegerin des Patriarchen. Bislang ist mir Ana de Armas (Blade Runner 2049) noch nicht aufgefallen, hier passt die kubanische Schauspielerin perfekt in die Rolle. Überhaupt ist die Besetzung superb, auch wenn ich etwas Probleme mit Daniel Craigs Charakter hatte –  vielleicht auch, weil mir sein (Südstaaten-) Akzent etwas auf die Nerven ging. 

Am Ende ist die Story auch eine sozialpolitische und moralische und dabei durchaus zeitgeistig. Das Gute siegt, nicht ganz unwichtig in der heutigen Zeit. Die finale Szene ist perfekt und ein runder Abschluss der Geschichte. 

„Knives Out“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Craig), Beste Hauptdarstellerin (Ana De Armas), Bester Nebendarsteller (Chris Evans, Don Johnson, Lakeith Stanfield), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Knives Out“ wurde für einen Oscar (Bestes Originaldrehbuch) nominiert. 

„Knives Out“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 3,391 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll unter dem Filmtitel „Knives Out – Mord ist Familiensache“ voraussichtlich am 2.1.20 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer (Oscar-?)Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Bombshell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Jay Roachs neuer (Oscar-?)Film mit Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Frozen II“

Ich war am 28.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Frozen II“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin 2“, dt. Kinostart: 20.11.19)  104 min  animation, sequel 

dir. Chris Buck, Jennifer Lee  voices: Idina Menzel, Kristen Bell, Jonathan Groff, Josh Gad, Sterling K. Brown, Evan Rachel Wood, Alfred Molina, Martha Plimpton, Jason Ritter, Jeremy Sisto, Rachel Matthews, Ciarán Hinds 

 

Königin Elsa von Arendelle (Idina Menzel) hört immer wieder eine mysteriöse Stimme, die außer ihr niemand wahrnimmt. Eines Tages folgt sie, zusammen mit ihrer Schwester Anna (Kristen Bell), Kristoff (Jonathan Groff), Rentier Sven und natürlich Olaf (Josh Gad) dem Ruf. Es führt das Gespann in die verwunschenen Wälder und in die Vergangenheit… 

 

B (Wertung von A bis F) „Frozen II“ ist die Fortsetzung des erfolgreichen Films Frozen aus dem Jahr 2013. Regie führen, wie bereits bei dem Originalfilm, die beiden amerikanischen Filmemacher Chris Buck und Jennifer Lee.

Die Fortsetzung ist etwas düsterer als der Originalfilm, wobei ich die Story (und dankenswerterweise auch die Songs) nach Verlassen des Kinos schon wieder vergessen habe. Für die Dauer des Kinobesuchs mochte ich aber das Abenteuer, auch wenn einige Längen zwischendurch spürbar waren. Nicht übrigens für die vielen kleinen Mädchen in ihren glitzernden Prinzessinnen-Kostümen, von denen ich in einer, bis auf den letzten Platz ausverkauften Vorstellung, umgeben war. Die Kinder waren augenscheinlich von allem, was auf der Leinwand geschah, begeistert. Meine Begeisterung galt Olafs Zusammenfassung der gesamten Geschichte, Sven und allen anderen Rentieren und vor allen Dingen der hervorragenden Animation.

„Frozen II“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Bester Originalsong („Into the Unknown“)

„Frozen II“ wurde am 22.11.19 in 4,440 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film unter dem Titel „Die Eiskönigin 2“ bereits seit dem 20.11.19 im Kino.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Cats„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar:  Unglaublich, der Trailer ist wirklich so schlecht, wie alle sagen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Spies in Disguise„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Playmobil: The Movie„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Sonic the Hedgehog„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Live-action Film mit Jim Carrey, sieht ganz lustig aus

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Scoob!„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Soul„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: neuer Pixar-Film – Wow

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Onward„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Tja, irgendwie kann ich damit gar nichts anfangen, aber es ist ein neuer Pixar und die wissen eigentlich was sie tun. Update: Ich mag die Figuren nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

San Francisco – Film: „The Report“

Ich war am 21.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Report“ (dt. Kinostart war der 7.11.19)   119 min  drama, thriller, biopic 

dir. Scott Z. Burns   cast: Adam Driver, Annette Bening, Jon Hamm, Ted Levine, Michael C. Hall, Tim Blake Nelson, Corey Stoll, Maura Tierney, Matthew Rhys

 

Daniel Jones (Adam Driver) arbeitet für den US-amerikanischen Senat. Nachdem herausgekommen ist, dass die CIA scheinbar Vernehmungsvideos zerstört hat, beauftragt die kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) den ambitionierten Daniel Jones die Methoden zu untersuchen, mit denen die CIA nach den Anschlägen vom 11.September 2001 Terrorverdächtige befragt hat… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Report“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten und auf dem echten, über 6000 Seiten langen, sogenannten „Folter-Report“. Es ist der Untersuchungsbericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats, der Foltermethoden des amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA nach 9/11 aufdeckte. „The Report“ ist das Kinofilmdebüt des amerikanischen Drehbuchautors („The Bourne Ultimatum“, The Informant! , Contagion, Side Effects, „The Laundromat“), Filmproduzenten („An Inconvenient Truth“) und Filmemacher Scott Z. Burns. 

Ich habe eigentlich nie daran gezweifelt, dass die CIA (wie wahrscheinlich auch die meisten Geheimdienste anderer Staaten) „erweiterte Verhörmethoden“ anwendet. Menschenverachtend und schlimm, keine Frage, aber überrascht hat mich das nicht. So hat mich damals eigentlich nur schockiert, dass sich die CIA dabei erwischen lassen hat. Wie dilettantisch und beknackt sind die bei der Agency eigentlich?

Jetzt bekommen wir mit „The Report“ einen Film, bei dem wir den ehrenwerten Daniel Jones dabei zuschauen, wie er sechs Jahre akribisch Informationen über die Folterungen der CIA sammelt und dokumentiert. Ziemlich öde. Etwas interessanter wird es (aber da waren dann, glaube ich, schon anderthalb Stunden vergangen), wenn man erfährt, dass nicht nur die CIA, sondern auch die jeweils amtierende Regierung (sowohl die republikanische als auch die demokratische Administration) alles versuchen, damit der Bericht nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Der Film basiert auf erschreckende  Fakten, aber ich halte die Geschichte dennoch nicht unbedingt für verfilmenswert. Oder er hätte anders, sprich spannender, inszeniert und noch während der Obama-Administration herausgebracht werden müssen. Jetzt dreht sich in der Berichterstattung des amerikanischen Nachrichtenfernsehens quasi rund um die Uhr alles darum, ob der jetzige Präsident (Donald Trump) seines Amtes enthoben werden könnte. Andere Zeiten erfordern andere Filme. 

Schauspielerisch durchaus überzeugend waren aber Adam Driver und besonders Annette Bening. 

„The Report“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Nebendarstellerin (Annette Bening), Bestes Originaldrehbuch

„The Report“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival gezeigt. Der Film ist am 15.11.19 einigen ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film seit dem 7.11.19 im Kino. Der Amazon-Film soll dann ab dem 29.11.19 auf dem Streaming-Portal zu sehen sein.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „White Snake„

Bewertung des Trailers: C (Originalfassung mit englischen Untertiteln) 

Kommentar: chinesischer Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Litte Joe„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: britisch-österreichisches Drama mit Emily Beecham und Ben Whishaw 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Light From Light„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: amerikanisches Drama 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

San Francisco – Film: „Honey Boy“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Honey Boy“  95 min  drama, biopic  

dir. Alma Har´el  cast: Noah Jupe, Lucas Hedges, Shia LaBeouf, Natasha Lyonne, Martin Starr, FKA Twigs, Laura San Giacomo, Maika Monroe Clifton Collins Jr. 

 

Im Jahr 1995 in Los Angeles. Otis (Noah Jupe) ist 12 Jahre alt und arbeitet schon längere Zeit als Schauspieler. Nach der Trennung seiner Eltern lebt er mit seinem exzentrischen Vater (Shia LaBeouf) zusammen. Die beiden wohnen in einem heruntergekommenen Wohnkomplex. Otis bestreitet den Lebensunterhalt der beiden und auch sonst zeigt sein alkohol- und drogenabhängiger Vater wenig Verantwortungsbewusstsein…

 

A- (Wertung von A bis F) Während seines Aufenthalts in der Entzugsklinik hat der Schauspieler Shia LaBeouf das autobiografische Drehbuch zu „Honey Boy“ geschrieben. Wie der Schauspieler bekannt gab, haben sich die Ereignisse in dem Film tatsächlich auch so in seinem Leben zugetragen. Shia LaBeouf litt durch seine Kindheit und seine komplizierte Beziehung zu seinem Vater an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat dieses Projekt dazu genutzt, sie zu verarbeiten. Er hat diesen Film auch produziert und spielt eine Version seines eigenen Vaters. Die Namen im Film wurden alle geändert. Es ist das Spielfilmdebüt der israelisch-amerikanischen Werbe- und Musikvideo-Regisseurin und Dokumentarfilmerin („Bombay Beach“, „LoveTrue“) Alma Har´el. 

Shia LaBeouf ist mir das erste Mal in dem Film Disturbia aufgefallen, das war im Jahr 2007. Da war er 21 Jahre alt und galt als der neue Shooting Star. Tatsächlich hat er da aber bereits seit zehn Jahren in der Entertainment-Branche gearbeitet. Kurz nach seinem Durchbruch mit „Disturbia“ spielte er in Michael Bays „Transformer“-Filmen und wurde von Steven Spielberg in „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ besetzt. So ein Blog ist schon nützlich, so konnte ich in meinen eigenen Beiträgen (A Guide to Recognizing Your Saints, New York, I Love You, Wall Street; Money Never Sleeps, Lawless, Fury) noch mal nachlesen, wie ich in  der jeweiligen Zeit und den entsprechenden Filmen über Shia LaBeoufs Schauspielleistungen gedacht habe. Um es kurz zusammenzufassen, ich habe ein leicht angespanntes Verhältnis zu dem Schauspieler. Unabhängig von seinem Talent oder Nichttalent als Schauspieler irritierte er mich immer wieder durch sein ungehöriges Benehmen und seine skurrilen öffentlichen Auftritte. Bis ich den ersten Trailer von „Honey Boy“ gesehen habe, wollte ich mir den Film gar nicht anschauen. 

Mit dem ersten Trailer war klar, dass ich den Film sehen muss. Bevor ich ins Kino ging, habe ich mir auch noch das längere, sehr offene „The Hollywood Reporter“-Interview mit dem 33-jährigen angehört und habe seinen Erzählungen über seine schwierige Kindheit, seinen beruflichen Werdegang, seine Probleme und auch seine Beziehung zu seinen Eltern und anderen Weggefährten interessiert gelauscht. Danach stand ich Shia etwas positiver gegenüber und konnte mich entspannt auf „Honey Boy“ einlassen.  

Es hat sich gelohnt, Alma Har´els „Honey Boy“ ist ein wunderbarer Film, der mich sehr berührte. Am Ende konnte ich sogar nachvollziehen, warum Shia vom Weg abgekommen ist und selbst zu Alkohol und Drogen griff. Der Film ist auch keine Abrechnung mit seinem Vater, er zeigt auch gute Seiten an ihm und letztlich hat der Film auch eine versöhnliche Note. Ich glaube, dass Shia Labeouf jetzt wieder auf dem richtigen Weg ist. 

„Honey Boy“ ist ein Film über Abhängigkeiten, die von Alkohol und Drogen, aber vielmehr die finanzielle und emotionale. Es ist ein schonungslos ehrliches Porträt über Shias Kindheit mit seinem Vater und einen Teil seines Erwachsenenlebens. Durch seine Rolle in einer Disney-Serie hat er als Kind bereits finanziell für seine Familie gesorgt. Seit der Trennung seiner Eltern lebte er mit seinem Vater, einem Kriegsveteranen und Alkoholiker zusammen. Das 12-jährige Kind ist oft einsam und wünscht sich einfach nur eine normale Kindheit und Zeit, mit seinem Papa zu verbringen. Herzzerreissend, das mündet dann auch in einer Szene, die mir beinahe das Herz brach.

Ich habe schon viele hervorragende Filme über Kinder aus dysfunktionalen Familien gesehen.„Honey Boy“ ist besonders, weil er auf einer autobiografischen Vorlage basiert und einem zeigt, was ein Leben als Kinderstar mit sich bringen kann. Viele Kinderstars (Macaulay Culkin, Drew Barrymore, Lindsay Lohan, Britney Spears, usw.) kamen mit dem frühem Ruhm nicht klar, griffen zu Alkohol und Drogen, eigentlich können einen diese Kinder nur leid tun.

Apropos Kinderstar: Der englische Jungschauspieler Noah Jupe (The Night Manager, A Quiet Place, Ford v Ferrari) ist mir das erste Mal in Suburbicon aufgefallen. Spätestens mit „Honey Boy“ sieht man, dass er mal ein ganz Großer wird. Er hat einfach das gewisse Etwas, vergleichbar mit Leonardo DiCaprio in jungen Jahren. Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) hat auch bereits früh als Schauspieler gearbeitet. Beide jungen Schauspieler scheinen aber aus einem verantwortungsvollen Elternhaus zu stammen und wirken sehr geerdet. In „Honey Boy“ geben beide eine überragende Performance. Schauspielerisch hat mich hier auch Shia Labeouf selbst begeistern können. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen konnte ich vergessen, dass Shia hier selbst seinen Vater spielt.

Alma Har´els Film beginnt mit einer brillanten Eröffnungssequenz und hat mir im Ganzen so gut gefallen, dass er sogar am Ende des Jahres in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landen könnte. Das Einzige, was mich störte, war, dass der 12-jährige Otis (gespielt von Noah Jupe) zehn Jahre später niemals wie Lucas Hedges aussehen würde. 

Zum Abspann sieht man Originalfotos von Shia LaBeouf und seinem Vater. Bevor Shia das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er bereits seit sieben Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater. Falls man sich fragt, wie Papa Labeouf den Film findet, er hat Folgendes getwittert: „Watched this final cut many times. Laughed, cried, accepted. Thank You Alma You did a great job. Wonderful Film, exposes so much ❤️“

„Honey Boy“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019. 

„Honey Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Noah Jupe), Bester Nebendarsteller (Shia LaBeouf, Lucas Hedges), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Honey Boy“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film der Amazon Studios wurde am 8.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll eine reguläre Kinoauswertung bekommen, im Moment ist noch nicht bekannt, ob „Honey Boy“ auch im deutschem Kino zu sehen sein wird und ab wann der Film dann auf dem Streamingportal Amazon zur Verfügung steht.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Ernsthaft? Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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Trailer v. Film: „Burden„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama, das in Sundance 2018 gezeigt wurde, dort den Publikumspreis gewonnen hat. 2 Jahre später kommt er ins Kino. Mit Garrett Hedlund, Forest Whitaker, Tom Wilkinson  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%  

San Francisco – Film: „Marriage Story“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Marriage Story“ (in D. seit dem 21.11.19 im Kino, ab dem 6.12.19 dann auf Netflix zu sehen)  136 min  drama, comedy

dir. Noah Baumbach cast: Adam Driver, Scarlett Johansson, Laura Dern, Alan Alda, Ray Liotta, Merritt Wever, Mickey Summer, Azhy Robertson, Julie Hagerty, Martha Kelly 

 

Der New Yorker Theaterregisseur Charlie (Adam Driver) und seine Ehefrau, die Schauspielerin Nicole (Scarlett Johansson), haben beschlossen, sich zu trennen. Nicole hat kürzlich eine Rolle in einem Pilotfilm für eine TV-Serie angenommen und will mit dem gemeinsamen achtjährigen Sohn Henry (Azhy Robertson) zurück zu ihrer Mutter (Julie Hagerty) und Schwester (Merrit Wever) nach Los Angeles ziehen… 

 

B (Wertung von A bis F) „Marriage Story“ ist der neue Film des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Noah Baumbach (Margot at the Wedding, Frances Ha, While We´re Young, De Palma, The Meyerowitz Stories ). Noah Baumbach hat sich für sein Drehbuch von den Scheidungen befreundeter Paare, aber auch von seiner eigenen Scheidung mit der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh inspirieren lassen. 

„Marriage Story“ ist ein Film über den schwierigen Prozess einer Scheidung. Charlie und Nicole sind zwei Kreative, die eine sehr enge Bindung haben. Seinetwegen ist sie damals von Los Angeles nach New York gezogen, sie, die Schauspielerin hat ihren Mann, den Theaterregisseur, immer unterstützt und ihre eigene Filmkarriere dabei schleifen lassen. Jetzt ist ihre Beziehung gescheitert, sie will mit dem gemeinsamen Sohn zurück nach Los Angeles ziehen. Der Film ist sicherlich auch eine Aufarbeitung der gemeinsamen Zeit von Nicole und Charlie mehr aber, wie man jetzt mit der Situation umgeht, dass beide ein gemeinsames Kind und einen unterschiedlichen Lebensmittelpunkt (New York und Los Angeles) haben. 

Bei seiner Erzählung verzichtet Noah Baumbach beinahe gänzlich auf Rückblenden. Gleich zu Beginn hören wir, die von dem Therapeuten initiierten Auflistungen, was Nicole und Charlie aneinander schätzen und lieben und entsprechend sind wir als Zuschauer im Bilde, was das für eine große Liebe war. Jetzt haben sie sich aber auseinandergelebt, die Trennung ist beschlossen und eigentlich sollte es eine harmonische werden. Es geht aber um das Sorge- und Besuchsrecht des achtjährigen Sohnes und schon bald stehen Anwälte am Start. Noah Baumbach versucht mit seiner Liebes- und Trennungsgeschichte, keine Partei zu ergreifen. Er erzählt seine Geschichte aus beiden Perspektiven, wobei die Sichtweise von Charlie sicherlich etwas überwiegt. Auch wenn es sich vielleicht ungewöhnlich anhört, ich habe mich dabei erwischt, mehr auf Charlies Seite zu stehen. Er war sicherlich nicht der perfekte Ehemann, im Scheidungsprozess nehme ich ihn aber als liebevollen Vater wahr, der sich bemüht, die Scheidung friedlich über die Bühne zu bringen –   nicht einfach, wenn Anwälte im Spiel sind.

„Marriage Story“ ist ein intensives Drama, das aber auch die Absurdität, die eine Scheidung mit sich bringen kann, darlegt. Sein auf 35mm-Film gedrehtes Drama lebt durch sein exzellentes Drehbuch und seine, durch die Bank authentischen Performances. Ich hätte mir gewünscht, die Geschichte etwas mehr als Film arrangiert zu sehen. Den kargen Regiestil (wenn man überhaupt davon sprechen kann, wenn eine, bzw. mehrere Kameras einfach aufgestellt wurden – so wirkte es auf mich jedenfalls) fand ich etwas dürftig. 

Adam Driver liefert für mich hier drei Oscar-Szenen (Teppichmesser-Sequenz, seine Interpretation des Songs „Being Alive“ und wenn er gegen Ende des Films mit seinem Sohn gemeinsam „etwas“, kein Spoiler an der Stelle, vorliest), aber auch Scarlett Johansson (der diese Kurzhaar-Frisur nicht gerade schmeichelt), Laura Dern, Ray Liotta, Alan Alda (auch wenn mich seine zitternde Hand etwas ablenkte) sind zu Recht für Oscar-Nominierungen im Gespräch. Als Bereicherung für den Film sehe ich aber auch die Schauspieler Julie Hagerty, Merritt Wever und besonders Martha Kelly als Evaluatorin. 

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2020 hatte ich mich für „Marriage Story“ als Oscar-Gewinner-Film entschieden. Das sehe ich, nachdem ich den Film gesehen habe, etwas anders. Davon abgesehen, gibt es seit gestern (23.11.19) auch mit Sam Mendes´Film „1917“ einen neuen Top-Oscar-Anwärter. „Marriage Story“ wird aber sicher für die meisten Kategorien, für die er im Gespräch ist, nominiert. Gewinnen könnte er meines Erachtens jedoch nur für Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch und vielleicht Bester Hauptdarsteller (Adam Driver).

„Marriage Story“ ist dieses Jahr einer der vier Netflix-Filmen (The Irishman, „The Two Popes“, „Dolomite is my Name“), der immer noch im Rennen für wichtige Oscar-Nominierungen steht. Der Film ist im Gespräch für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Hauptdarstellerin (Scarlett Johansson), Bester Nebendarsteller (Alan Alda, Ray Liotta), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt  Update: „Marriage Story“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Scarlett Johansson), Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch und Beste Filmmusik) 

„Marriage Story“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film wurde am 6.11.19 in fünf Kinos in den Vereinigten Staaten gestartet, die darauffolgende Woche war der Film dann in 16 amerikanischen Kinos landesweit zu sehen. Seit dem 21.11.19 ist der Film auch in ausgewählten Kinos in Deutschland zu sehen. Ab dem 6.12.19 ist „Marriage Story“ dann weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „63 Up„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Song of Names„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Tim Roth und Clive Owen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

 

Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix-Film "Marriage Story"
Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix- Film „Marriage Story“

VOD – Film: „Luce“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„Luce“  110 min  drama, thriller, adaptation    

dir. Julius Onah  cast: Kelvin Harrison Jr., Octavia Spencer, Naomi Watts, Tim Roth, Brian Bradley, Norbert Leo Butz, Andrea Bang, Astro  

 

Luce (Kelvin Harrison Jr.) ist 17 Jahre alt und wurde von dem liberalen, weißen Ehepaar, Amy (Naomi Watts) und Peter (Tim Roth) adoptiert. Ursprünglich stammt er aus Eritrea und wurde dort sogar als Kindersoldat eingesetzt. Jetzt lebt Luce seit sieben Jahren in den Vereinigten Staaten, hat sich gut eingelebt, gilt an seiner Highschool als einer der besten und beliebtesten Schüler. Eines Tages zeigt sich seine Geschichtslehrerin, Mrs. Wilson (Octavia Spencer) besorgt und bestellt Luces Mutter ein. Der von Luce geschriebene Aufsatz zeigt eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft und dann wurden auch noch illegale Feuerwerkskörper in seinem Spind gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Luce“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von JC Lee. Es ist nach „The Girl is in Trouble“ und The Cloverfield Paradox erst der dritte Film des nigerianisch-amerikanischen Filmemachers Julius Onah. 

„Luce“ ist ein spannendes Drama und dabei sehr nuanciert, genau wie die Performance des Hauptdarstellers Kelvin Harrison Jr. (The Birth of a Nation, „Mudbound“, It Comes at Night). 

Als wir als Zuschauer das erste Mal auf den Schüler Luce treffen, sehen wir ihn als eloquenten Redner. Er scheint sehr smart zu sein, sieht blendend aus, ist charmant und strahlt – ein Sonnenschein. Der Afroamerikaner ist ein Musterschüler an seiner Highschool. Seine (ebenfalls afroamerikanische) Geschichtslehrerin glaubt jedoch, bei Luce eine dunkle Seite entdeckt zu haben. In seinem Aufsatz las sie eine politisch motivierte Gewaltbereitschaft heraus, hat daraufhin sein Spind durchsuchen lassen und illegale Feuerwerkskörper entdeckt. Die besorgte Lehrerin informiert Luces Mutter. Wir erfahren, dass er von einem wohlhabenden, weißen Ehepaar adoptiert wurde, seine ersten zehn Jahre im kriegsgebeutelten Eritrea gelebt und sogar als Kindersoldat eingesetzt wurde. Seine Adoptiveltern sind jahrelang mit ihm zur Therapie gegangen, damit er die traumatischen Erlebnisse verarbeiten konnte. 

„Luce“ ist einer dieser Film, bei dem sich der Zuschauer selbst hinterfragen kann. Lassen wir uns beispielsweise einfacher von attraktiven, charmanten und charismatischen Menschen blenden? Teenager aus gutem Haus haben sicherlich generell bessere Chancen im Leben als Kinder, die aus einfachen Verhältnissen kommen. Durch den elterlichen Sozialstatus geniessen diese Kinder auch meist  ein besseres Ansehen als andere Kinder. Wenn die privilegierten Kinder sich dann noch integrieren, Teil einer Gemeinschaft sind, sich durch gute Leistungen hervorheben und bei Schülern und Lehrern gleichermassen beliebt sind, erfüllen sie genau das, was wir von ihnen erwarten. Luce ist solch ein Kind, ein Sympathieträger, der einen mit seinem Charme um den Finger wickelt. Dann kommt auf einmal diese Lehrerin und kratzt an seinem Image, verdächtigt ihn gar… „Luce“ ist ein Film über Vorteile und Schubladendenken, zunächst geht es aber darum, ob Luce tatsächlich diese dunkle Seite überhaupt hat. Warum sollte er? Was wäre seine Motivation?

„Luce“ ist ein ruhiger Film, bei dem man auf Zwischentöne achten muss. Kein Film, den man nebenbei gucken kann. Ich habe es versucht, es hat nicht funktioniert. Zunächst habe ich mich aber natürlich bemüht, ihn im Kino zu sehen. Wie so oft bei Independent-Produktionen, war der Film  leider sehr schnell wieder aus der amerikanischen Kinolandschaft verschwunden. Bei meiner ersten Sichtung auf Video on Demand war ich zu abgelenkt, habe zu viel nebenbei erledigt, ich fand ihn aber am Ende so interessant, dass ich ihn (innerhalb der Mietdauer von 48 Stunden) nochmal gesehen habe und dann hat er mich für die nächsten paar Tage nicht mehr losgelassen. 

„Luce“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Kelvin Harrison Jr.), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer, Naomi Watts), Bester Nebendarsteller (Tim Roth), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Luce“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 2.8.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Er lief insgesamt in nicht mehr als 235 Kinos in den Vereinigten Staaten landesweit. 

Trailer zu sehen:

D. C. – Film: „Motherless Brooklyn“

Ich war am 4.11.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Motherless Brooklyn“ (dt. Kinostart: 12.12.19)   144 min  crime, drama, adaptation 

dir. Edward Norton  cast: Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Bobby Cannavale, Alec Baldwin, Willem Dafoe, Michael K. Williams, Leslie Mann, Bruce Willis

 

New York in den 1950er Jahren. Nachdem sein Freund und Mentor Frank Minna (Bruce Willis) getötet wurde, begibt sich der Privatdetektiv Lionel Essrog (Edward Norton) auf die Suche nach dem Mörder…

 

C (Wertung von A bis F) „Motherless Brooklyn“ basiert auf Jonathan Lethems gleichnamigen Roman. Es ist nach der charmanten RomCom „Keeping the Faith“ aus dem Jahr 2000 erst die zweite Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers Edward Norton („Primal Fear“, „American History X“, „Fight Club“, „25th Hour“, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance). Edward Norton schrieb auch das Drehbuch zu dem Film und spielt die Hauptrolle. 

Die Romanhandlung von „Motherless Brooklyn“ ist Ende der 1990er Jahren angesiedelt, Edward Norton lässt seine Geschichte in den 1950er spielen. Ein privater Ermittler einer kleinen Detektei versucht, den Mord an seinem ehemaligen Chef und einzigem Freund aufzuklären. Der von Edward Norton verkörperte Lionel Essrog ist ein Außenseiter mit Ticks (er leidet an dem Tourette-Syndrom und Zwangsverhalten) und deckt bei seinen Ermittlungen immer mehr die korrupten Strukturen der Stadt auf. Eine klassische Detektiv-Story inszeniert im Stil eines Neo-Noir-Films. „Motherless Brooklyn“ ist auch ein Film der Rassismus, Diskriminierung und Gentrifizierung zum Thema macht. Ich wünschte, mir hätte der Film besser gefallen. 

Heutzutage ist es generell für Filmemachern schwer, eine Finanzierung für Kinofilme, die weder eine Fortsetzung zu einem erfolgreichem Film oder Part eines Franchises darstellen, zu erhalten. Edward Norton hat neunzehn Jahr gebraucht, die Filmadaption eines seiner Lieblingsromane auf die Leinwand zu bringen. Ed Norton hat sich bemüht, das Filmbudget (mit rund 26 Millionen Dollar) möglichst gering zu halten, dabei wurde er durch seine Schauspieler unterstützt, die gänzlich auf ihre Gage verzichtet haben. Der Look, das Kostümdesign und auch die Ausstattung sieht wertig aus, auch machen die Schauspieler Willem Dafoe, Bobby Cannavale, Gugu Mbatha-Raw und – vor allen Dingen – Alec Baldwin und Edward Norton selbst den Film am Ende sehenswert. Mir war es allerdings nie möglich, richtig in die Geschichte einzutauchen. Ich weiß nicht, woran es lag, ich hatte in so gut wie jeder einzelnen Szene das eigentliche Set vor mir. Habe mir vorgestellt, wo die Kameras platziert waren, wie Norton Regieanweisungen gab, etc. Das mag ein persönliches Problem sein, aber wenn man den Film nur „von außen“ sieht, fallen einem auch sämtliche Kleinigkeiten auf. Beispielsweise inszeniert Ed Norton hier eine Sequenz in einem Jazzclub. In meiner Vorstellung müsste eine solche New Yorker Bar in den 1950er Jahren völlig verqualmt sein, beinahe alle Gäste würden rauchen, als gäbe es kein Morgen, nicht so in Nortons Version des Jazz Clubs. Irgendwann gegen Ende der längeren Sequenz wurde dann vereinzelt geraucht, aber da war es für mich bereits zu spät, ich war komplett raus. Als großer Freund der Musik von Radiohead habe ich Thom Yorkes wunderbaren Song natürlich sofort als seinen rausgehört. Während es sich der Song in meinem Herzen gemütlich gemacht hat, konnte ich mich natürlich wieder erst mal nicht auf etwas anderes konzentrieren.

Edward Nortons Porträt eines, an dem Tourette-Syndrom und unter Zwangsverhalten leidenden Mannes ist überzeugend. Er erklärt uns seine Erkrankung und sein Befinden anhand seines Voice-Overs. Sein Umfeld nimmt ihn teilweise als „Freakshow“ wahr, sie können seine Ticks nicht einordnen und somit wurde Lionel Essrog zwangsläufig zum Außenseiter. Schauspielerisch ebenso gut hat mir Alec Baldwin gefallen, auch weil er die Rolle des mächtigen Widerlings so gut beherrscht. 

„Motherless Brooklyn“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Edward Norton), Bester Nebendarsteller (Alec Baldwin, Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Gugu Mbatha-Raw), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Motherless Brooklyn“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 1.11.19 in 1,342 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 12.12.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht nicht zwingend im Kino


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV-Serie „Succession, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 2“ (seit dem 10.11.19 in D. über Sky zu sehen oder über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  satire, comedy, drama 

dir. Mark Mylod, Andrij Parekh, Shari Springer Berman and Robert Pulcini, Matt Shakman, Becky Martin, Kevin Bray  cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Sarah Snook, Kieran Culkin, Alan Ruck, Nicholas Braun, Matthew Macfadyen, J. Smith-Cameron, Holly Hunter, Jeannie Berlin, Cherry Jones, Hiam Abbass, Peter Friedman, Dagmara Dominczyk, Justine Lupe, James Cromwell, Caitlin FitzGerald

 

Was genau hat Logan Roy (Brian Cox) vor?

 

A (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Ähnlichkeiten von Logan Roy und Rupert Murdoch mit ihren jeweiligen Familien und Waystar Royco und News Corp sind natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers, The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Die Ereignisse der zweiten Staffel knüpfen relativ nahtlos an denen der ersten Staffel an. 

Mein Beitrag zur ersten Staffel liegt jetzt zwei Monate zurück, in der Zwischenzeit lief die Fortsetzung erstmalig auf HBO und die erste Staffel wurde mit zwei wohlverdienten Emmys (Drehbuch für das Staffelfinale und den besten Score für den Vorspann) ausgezeichnet. Leider stand bei den diesjährigen Emmys die letzte Staffel von „Game of Thrones“ im Weg, sonst hätte „Succession“ sicher den Emmy für die Beste Dramaserie gewonnen. 

Ich liebe Filme und Serien, die mich in eine, mir völlig fremde Welt führen, mir diese anhand von Charakteren und Geschichten näher bringen. Erklären, so dass ich diese Welt verstehe. Genau das schafft „Succession“ und ist dabei unglaublich witzig. Hier blickt man hinter die Kulissen einer superreichen dysfunktionalen Familie. Die Roys haben so gut wie keine Berührungspunkte mit der normalen Bevölkerung, sie haben natürlich Bedienstete, aber der Kontakt beschränkt sich darauf, ihnen Anweisungen zu erteilen. Wenn sie unter Druck stehen, geben sie diesen an ihre Untergebenen weiter. Den Unterschied zwischen dem engsten Roy-Familienkreis, ihren wichtigen Geschäftspartnern und allen Anderen sieht man, wenn sie aus Sicherheitsgründen in den Safe/Panic Room gebracht werden. Wenn die Familie Roy den eigenen Vergnügungspark besuchen will, wird der kurzerhand für die anderen Besucher gesperrt. Sie haben riesige Anwesen und Luxus-Wohnungen in Bestlage, werden bei kurzen Strecken in SUVs oder Limousinen (Kendall auch mal auf dem Motorrad) kutschiert, sind aber ansonsten überwiegend in Hubschraubern und Privatjets unterwegs oder verbringen Zeit auf ihrer Jacht. Milliardäre bleiben unter sich, machen Geschäfte mit ihresgleichen. Wenn es um Geld geht, geht es gleich um sehr viel Geld. Die, vermutlich zwischen Anfang 30 und Mitte 50-jährigen Roy-Kinder müssen sich für ihre größeren Ausgaben immer Papas Okay holen und wenn dem etwas nicht in den Kram passt, können sie ihre Wünsche gleich begraben. Manchmal könnte man den Roy-Nachwuchs fast bemitleiden. Es gibt jedenfalls keinen Grund, sie zu beneiden. Die Serie ist ein fiktives, bitterböses Drama und zugleich eine Satire, aber könnte es sich nicht so oder so ähnlich bei den Murdochs oder irgendeiner anderen Milliardärs-Familie zugetragen haben bzw. zutragen? 

In der Familie Roy werden harte Kämpfe ausgetragen. Der Vater, Logan Roy (gespielt von Brian Cox), ist ein Medienmogul, hat das Medienimperium Waystar Royco aufgebaut, er weiß über alles und jeden, innerhalb seiner Familie und in seinem Konzern, Bescheid. Logan Roy ist zwar schon alt, aber noch nicht gewillt, seine Macht abzugeben. Schon gar nicht an seine Kinder, von denen er keinen wirklich ernst nimmt. Allen vier Kindern (gut, Connor ist nicht interessiert, wie wir seit der ersten Staffel wissen, er hat andere Ambitionen) fehlt in Logans Augen das Rückgrat und der Killerinstinkt, den sie seiner Meinung brauchen, um Waystar Royco zu leiten. Vielleicht hat gerade diese Kaltblütigkeit am Ende doch eines der Kinder. Die zweite Staffel steckt bis zur tatsächlichen letzten Sekunde voller Spannung und auch Überraschungen. 

Die erste Staffel war das Amuse-Gueule vor dem mehrgängigen kreativen Dinner in einem Drei-Sterne-Restaurant, was die zweite Staffel, für mich darstellte. Ohne die erste Staffel wird man nicht nachvollziehen können, wie exzellent, die zweite ist. Ich hatte den Eindruck, dass es in der Fortsetzung etwas ernsthafter, dramatischer zugeht. Auf der anderen Seite habe ich bei jeder einzelnen Episode mehrmals lauthals lachen müssen. Mir ist schleierhaft, wie die Schauspieler ihre trockenen und bösartigen Sprüche raushauen können, ohne dabei mit der Wimper zu zucken.

In dieser Staffel geht es um Übernahmen, einen handfesten Skandal, Täter und Opfer und natürlich um Macht und Führungsansprüche der Roy-Geschwister.

Ein kleiner Auszug meiner Lieblingssequenzen:

  • die gesamte Sequenz mit Kendall bei Vaulter (Episode 2, „Vaulter“)
  • die gesamte Sequenz um den rechtsradikalen ATN-Nachrichtensprecher Mark Ravenhead und Connor und Willa bei der Beerdigung von „Mo“ (Episode 4, „Safe Room“)
  • die aussagekräftige Sequenz mit Roman, Shiv und – vor allen Dingen – Kendall und ihrer Mutter (Episode 7, „Return“)
  • die gesamte Sequenz in Schottland. Über Logans Kindheit ist bislang kaum etwas bekannt, daher sind die geringsten Informationen schon willkommen, außerdem mag ich die gesamte Dynamik dieser Episode, „Grexit“ und natürlich Kendall mit ein paar Hochs und Tiefs (Episode 8, „Dundee“)
  • meine absolute Lieblingssequenz ist jedoch das Staffelende (die letzten, vielleicht zehn Minuten von Episode 10 „This is Not for Tears“

Meine Lieblingscharaktere:

In der ersten Staffel hatte ich keinen wirklichen Lieblingscharakter, am meisten habe ich mich sicher über Roman Roy (gespielt von Kieran Culkin) und das Zusammenspiel von Tom Wamsgans und Cousin Greg  (gespielt von Matthew Mcfadyen und Nicholas Braun) amüsiert. Auch in der zweiten Staffel sorgt Roman natürlich mit seinem rätselhaften Sexleben und seinem Sarkasmus für viele Lacher. Greg hingegen orientiert sich langsam um, für die zweite Staffel gibt es zwei (wenn man genau hinschaut, am Ende mit Greg & Ken sogar drei) interessante neue Paarungen: Roman & Gerri und Shiv & Tom. Letztlich ist aber auch sonst jeder einzelne Hauptcharakter vielschichtig und hat seine eigene Geschichte. Bei der zweiten Staffel hat sich jedoch ein Charakter direkt in mein Herz gespielt: Kendall Roy.

Mit der Figur Kendall Roy habe ich auch einen neuen Lieblingsschauspieler: Jeremy Strong. Ich hatte diesen Schauspieler bislang noch gar nicht auf dem Schirm. In der ersten Staffel war seine Serienfigur noch zu grün hinter den Ohren, ich konnte ihn noch nicht wirklich ernst nehmen, außerdem war er der, der mit den Coolen spielen wollte. Coolness kann man aber bekanntlich nicht erzwingen und daher wirkte er oft lächerlich. Er war – um es auf den Punkt zu bringen – der Loser. Kendall ist aber der Einzige der Roy-Kinder, der sich mit dem Mediengeschäft richtig auskennt, jahrelang arbeitete er schon in einer leitenden Position bei Waystar Royco und stand am Anfang der ersten Staffel sogar kurz davor, die Nachfolge von Logan Roy anzutreten…. bis Papa Roy es sich anders überlegt hat. In der zweiten Staffel ist Kens Leben von Ups and Downs bestimmt. Gedemütigt und am Boden, er konsumiert natürlich immer noch Drogen, dann wirkt er auf einmal gefasst und überlegt, manchmal wie ferngesteuert, dann ist er wieder so ein Sausack, macht den Eindruck, als wäre ihm alles egal, kurz darauf wirkt er wieder emphatisch, sehr souverän, angriffslustig, knallhart, dann möchte man ihn wieder einfach in den Arm nehmen, trösten, dann dieser Rap, uswuswusw…Definitiv ist Kendall die faszinierendste Figur der zweiten Staffel. Bei meiner Zweitsichtung der Staffel (die ich übrigens nur jedem ans Herz legen kann, da man bei dieser handlungsdichten und dialogreichen Serie unmöglich alles beim ersten Mal  erfassen kann), war ich manchmal sogar ein bisschen in Kendall verliebt. 

In den letzten paar Wochen habe ich quasi jede freie Minute damit verbracht, „Succession“ zu gucken. Die erste Staffel habe ich, wie alle guten Serien, zwei Mal geschaut. Die zweite Staffel hatte ich schon zwei Mal geschaut, dann war ich erkältet, hatte keine Lust auf Filme oder neue Serien und habe sie mir noch ein weiteres Mal angeschaut. Und auch bei der dritten Sichtung habe ich tatsächlich noch immer wieder etwas Neues entdeckt, mich über Gesichtsausdrücke oder wieder über den Dialogwitz kaputt gelacht und – wie die Male zuvor – meinen Spass mit dieser einfach unfassbar brillant geschriebenen Serie gehabt. 

Definitiv ist „Succession“ keine Serie, die man nebenbei schauen kann, die Handlungsdichte ist viel zu groß, wenn man ein Mal blinzelt, verpasst man schon was. 

 

In meine jährliche Top Ten hatte ich schon einige wenige Male auch eine TV-Serie aufgenommen, die ersten beiden Staffeln von „Succession“ sind jetzt bereits festgesetzt in meiner Top Ten 2019.  Update: Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  ist in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

 

Die wichtigsten Charaktere hatte ich bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel vorgestellt, Ein paar für die zweite Staffel wichtige Charaktere, ein Unternehmen und einen TV-Sender möchte ich hier noch vorstellen: 

Gerri ist Wirtschaftsanwältin, leitet die Rechtsabteilung bei Waystar Royco und ist eine wichtige Beraterin für Logan Roy (gespielt von Brian Cox), außerdem gehört sie quasi zur Familie, war  Taufpatin von Logan Roys einziger Tochter, Shiv (gespielt von Sarah Snook), und ist mittlerweile auch für den jüngsten Sohn der Roys, Roman (gespielt von Kieran Culkin), eine enge Beraterin. Gespielt wird Gerri von der amerikanischen Schauspielerin J. Smith-Cameron. Sie hat in vielen TV-Serien (u.a. TV-Serie „True Blood“, ,TV-Serie „Rectify“) gespielt und hat auch in einigen Kinofilmen („In & Out“, Margaret) mitgewirkt. 

Cyd Peach leitet den Nachrichtensender ATN, der zu Waystar Royco gehört. Gespielt wird Cyd von der amerikanischen Schauspielerin Jeannie Berlin. Die mittlerweile 70-jährige war nicht durchgehend auf dem Bildschirm bzw. auf der Leinwand zu sehen. Ich habe sie in den Filmen Margaret und Inherent Vice, sowie der wunderbaren TV-Serie TV-Serie „The Night Of gesehen. Sie hat für ihre Performance in „The Heartbreak Kid“ eine Oscar-Nominierung erhalten. 

Rhea Jarell ist CEO des rivalisierenden Medienkonzerns PGM. Logan Roy will PGM aufkaufen. Rhea hat einen ähnlichen schmutzigen Humor wie die Roys. Gespielt wird Rhea von der amerikanischen Schauspielerin Holly Hunter. Sie hat in den Coen Bros.-Filmen „Raising Arizona“ und „O Brother, Where Art Thou?“ gespielt und auch beispielsweise in dem großartigen Film „Broadcast News“, Sie hat in der TV-Serie „Saving Grace“ und dem Mehrteiler TV-Serie „Top of the Lake mitgewirkt. Sie wurde 6 x für den Emmy nominiert, hat zwei Emmys (für „Roe vs. Wade“ und „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“) gewonnen. Außerdem wurde sie vier Mal für den Oscar nominiert („Broadcast News“, „The Firm“, „The Piano“ und „Thirteen“), für „The Piano“ hat sie den Oscar gewonnen. 

Naomi ist die Cousine von Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones) Sie ist das schwarze Schaf der Familie Pierce, vielleicht kommt sie daher so gut mit Kendall klar. Naomi wird von der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Annabelle Dexter-Jones gespielt. Sie war u.a. in Holy Motors, „Under the Silver Lake“ und der HBO-Serie „The Deuce“ zu sehen. 

ATN ist ein amerikanischer Nachrichtensender, ein Propaganda-Sender der Republikaner, gleichzusetzen mit Rupert Murdochs TV-Sender Fox News. Wer schon mal in den Genuss gekommen ist, die Berichterstattung dieses Senders zu verfolgen, ist ratlos. Wie ist es rechtlich überhaupt möglich, so viele Lügen zu verbreiten? 

PGM ist ein großes Medienunternehmen, dass seit 150 Jahren im Familienbesitz ist. Die Matriarchin ist Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones). CEO von PGM ist Rhea Jarell (gespielt von Holly Hunter) Waystar Royco hat vor Jahren schon mal versucht, PGM zu übernehmen. Logan Roy unternimmt in der zweiten Staffel einen erneuten Versuch.  Familie Pierce ist alter Geldadel, dagegen sind die Roys neureich. Die Pierces sind liberal und demokratisch und halten gar nichts von den Roys. PGM gehört ein liberaler Nachrichtensender, der in den Augen der meisten, der einzige Sender ist, der „richtige Nachrichten“ bringt, insbesondere im Vergleich zu Waystar Roycos Propagandasender ATN. Shiv Roy meldet Bedenken an, Pierce zu kaufen: „If we own all the news, I do actually wonder where I’ll get my fucking news…You´ve got The Times, The Post, editors of Pierce and a couple of hundred angry women on Twitter and that’s about it“

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18-5.8.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO gezeigt und war für die im September 2019 verliehenen Emmys qualifiziert. Nominiert war „Succession“ für insgesamt 5 Emmy-Awards (Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKay und die Pilotfolge „Celebration“), Outstanding Writing for a Drama Series (für Jesse Armstrong und die finale Episode „Nobody is Ever Missing“). Außerdem war die Serie für zwei Primetime Creative Arts Emmy Awards (Outstanding Casting for a Drama Series und Outstanding Original Main Title Theme Music) nominiert. Die Serie hat zwei Emmys (Outstanding Writing und Outstanding Original Main Title Theme Music) gewonnen. 

Die zweite Staffel von „Succession“ lief erstmalig vom 8.11.19 – 13.10.19 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO und qualifiziert sich dadurch für die Emmys im Jahr 2020. In Deutschland kann man die zweite Staffel seit dem 10.11.19 auf Sky sehen oder über den deutschen iTunes Store (wohl auch in der, unbedingt empfehlenswerten Originalversion) erwerben. 

Eine dritte Staffel wurde bereits bestätigt. 

Trailer der zweiten Staffel zu sehen: 

 

 Vorspann zu sehen:

 

New Yorker Bus mit Werbung von "Succession"
New Yorker Bus mit Werbung von „Succession“

D.C. – Film: „Jojo Rabbit“

Ich war am 4.11.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Jojo Rabbit“ (dt. Kinostart: 23.01.20)  108 min  comedy, drama, adaptation 

dir. Taika Waititi  cast: Roman Griffin Davis, Scarlett Johansson, Thomasin McKenzie, Taika Waititi, Sam Rockwell, Rebel Wilson, Stephen Merchant, Alfie Allen, Archie Yates  

 

Nazi-Deutschland, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Der 10-jährige Johannes „Jojo“ Betzler (Roman Griffin Davis) lebt mit seiner Mutter (Scarlett Johansson) allein, seine Schwester ist verstorben und der Vater kämpft wohl irgendwo in Italien. Jojo ist Mitglied der Hitler-Jugend, aber ein Außenseiter. Als er eines Tages entdeckt, dass seine Mutter Zuhause das jüdisches Mädchen Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt hält, weiß er nicht so richtig, wie er damit umgehen soll. Er wendet sich an seinen imaginären Freund Adolf Hitler (Taika Waititi)….

 

B+ (Wertung von A bis F) „Jojo Rabbit“ basiert auf Christine Leunens Roman „Caging Skies“. Es ist der neue Film des neuseeländischen Filmemachers und Drehbuchautors Taika Waititi (What We Do in the Shadows, Hunt for the Wilderpeople, „Thor: Ragnarok“). Waititi hat für diesen Film auch das Drehbuch geschrieben und ist in einer Nebenrolle als seine Version von Adolf Hitler zu sehen. 

Der Neuseeländer Taika Waititi hat maorische und jüdische Wurzeln, das ist für eine Nazi-Satire  wichtig zu wissen. In meinen Augen sollte eine Darstellung dessen einzig jüdischen Filmemachern vorbehalten sein. 

Die Geschichte spielt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und wird aus Sicht eines 10-jährigen Jungen, der mit der Nazi-Propaganda in Deutschland aufgewachsen ist, erzählt. Es ist ein Film über das Erwachsenwerden. Der Junge, Jojo, möchte ein Mann sein, was in seinen naiven Verständnis wohl damit gleichzusetzen ist, ein Nazi zu sein. Er ist Mitglied der Hitler-Jugend, im Jugendlager muss er jedoch feststellen, dass er nicht alles, was von ihm verlangt wird, umsetzen kann. Jojo ist ein Außenseiter. Sein Vater kämpft im Krieg, vielleicht ist er sogar schon tot, ihm fehlt ein männliches Vorbild, irgendjemand den er zu Rate ziehen kann. Sein imaginärer Freund, Adolf Hitler, ist auch nicht immer eine Hilfe. Jojo hat eingetrichtert bekommen dass Juden Monster sind und als er eines Tages feststellt, dass seine Mutter ein junges jüdisches Mädchen versteckt hält, gerät seine ganze kindliche Gefühlswelt durcheinander. Das Leben ist scheinbar komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Er muss lernen, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden und, dass man sich seine eigene Meinung bilden muss. Das gehört dazu, wenn man erwachsen werden will. 

Das Wichtigste bei einer Nazi-Satire ist es, den richtigen Ton zu treffen. Den trifft Taika Waititi in meinen Augen zum größten Teil. Es gibt hier eine tragische Wendung im Film, die mich leider erst mal  rausgebracht hat. Einfach weil ich mich gedanklich mit den Folgen beschäftigt habe. Ich werde mir den Film selbstverständlich ein weiteres Mal angucken und schauen, ob ich damit dann besser zurecht komme. Ansonsten hat mir der Film schon sehr gut gefallen, es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass er am Ende auch in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landet. „Jojo Rabbit“ ist eine smarte Satire, stimmt einen nachdenklich, ist voller Slapstick und absurd komisch, dann plötzlich schockierend und am Ende rührend. Insgesamt ist es eine liebenswerte und hoffnungsvolle Fabel mit einer schlichtweg perfekten musikalischen Einführung und einem ebenso toll gewählten musikalischen Ausklang. Der Film ist mit seiner Botschaft ein wichtiger Film, gerade in der heutigen Zeit. 

Roman Griffin Davis (in seiner ersten Rolle) als Jojo ist etwas farblos, aber vielleicht gerade deshalb eine Idealbesetzung, besonders mochte ich die Beziehung zwischen ihm und der jungen Jüdin Elsa (gespielt von der wunderbaren Thomasin McKenzie, Leave No Trace). Völlig hingerissen war ich von Archie Yates, der Jojos besten Freund Yorki spielt, (und so direkt aus einem Wes Anderson Film stammen könnte, dies ist aber tatsächlich auch sein Schauspieldebüt). Ein Knaller ist – wieder üblich – Sam Rockwell als Captain Klenzendorf, dessen Figur komplexer ist, als man zunächst annimmt. 

Die englische Originalsprache des Films ist hier dringend zu empfehlen, da gerade die Sprache eine gewisse Distanz zum Thema aufbaut und der deutsche Akzent zum absurden Ton des Films beiträgt.

Der von Fox Searchlight produzierte Film ist etwas umstritten. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass er am Ende sogar den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Es ist aber auch möglich, dass „Jojo Rabbit“ nicht mal als Bester Film bei den Academy Awards nominiert wird. Fox wurde bekanntermassen von Disney übernommen und der Maus-Konzern ist besorgt, dass der Film nicht familienfreundlich genug ist und Menschen sogar abschrecken kann. Sie sollten Mut beweisen und auf ihr bestes Pferd im Stall (sie haben auch noch Ford v Ferrari und den neuen Terrence Malick-Film („Hidden Life“)setzen, eine solide Oscar-Kampagne starten und schauen, was passiert. 

Update nach der Zweitsichtung von „Jojo Rabbit“:

B+ (Wertung von A bis F) 2 1/2 Monate nachdem ich den Film das erste Mal gesehen habe, habe ich ihn mir ein weiteres Mal angeschaut. 

Alles was ich das erste Mal geliebt habe (eine der besten Titelsequenzen der Filmgeschichte, die Beziehung von Jojo und Elsa…und Nathan, Jojos Buch und Yorki), habe ich das zweite Mal nur noch mehr mehr ins Herz geschlossen. Eine signifikante Wendung im Film hat mir – bei meiner ersten Sichtung – Bauchschmerzen bereitet, die hatte ich bei der Zweitsichtung nicht mehr, konnte mich natürlich auch darauf einrichten. 

„Jojo Rabbit“ ist ein wirklich warmherziger Film, natürlich nimmt Taika Waititi auf seine typische Art die Nazis aufs Korn. Ich würde den Film aber nun eher als eine Komödie und nicht als eine Satire bezeichnen. Wenn man Satire hört oder liest, stellt man sich vielleicht etwas völlig anderes vor. Am Ende des Films hatte ich wieder Tränen in den Augen, aber halte an meiner „B+“-Bewertung fest. 

„Jojo Rabbit“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Roman Griffin Davis), Bester Nebendarsteller (Taika Waititi, Sam Rockwell) Beste Nebendarstellerin (Thomasin McKenzie, Scarlett Johansson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „Jojo Rabbit“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Scarlett Johansson), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Schnitt) 

„Jojo Rabbit“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film (wie zuvor einige spätere Oscar-Gewinner-Filme, wie u.a. The King´s Speech, 12 Years a Slave und Green Book) den Publikumspreis gewonnen. Der Film ist am 18.10.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief er bereits in 256 Kinos in den Vereinigten Staaten. Der Film ist ab dem 23.01.20 in den deutschen Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Hidden Life„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Terrence Malicks neuer Film mit August Diehl, Bruno Ganz, Matthias Schoenaerts, u.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

L. A. – Film: „The Lighthouse“

Ich war am 27.10.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Lighthouse“ (dt. Filmtitel: „Der Leuchtturm“, dt. Kinostart: 28.11.19)  110 min  drama, thriller, horror  

dir. Robert Eggers  cast: Willem Dafoe, Robert Pattinson

 

Ende des 19. Jahrhunderts. Der Leuchtturm-Wärter (Willem Dafoe) und sein Assistent (Robert Pattinson) werden auf der kleinen, abgelegenen Insel abgesetzt. Vier Wochen sollen sie dort vor der Küste in Maine arbeiten. Es kommt schon bald zu Spannungen und der Konflikt zwischen den beiden Männern spitzt sich langsam zu….

 

A- (Wertung von A bis F) „The Lighthouse“ ist nach The Witch erst der zweite Spielfilm, bei dem der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Robert Eggers Regie führt. Das Drehbuch zu diesem Film hat er zusammen mit seinem Bruder Max geschrieben. 

Der Film hat die Intensität eines brillanten Theaterstücks und ist ummantelt von der Inszenierung eines visionären Filmemachers. Robert Eggers beschreibt seinen Film passenderweise mit: „Nothing good can happen when two men are trapped alone in a giant phallus.“

Das erste was auffällt ist das ungewöhnliche Format, fast quadratisch ist die Leinwand, die scharfen, perfekt ausgeleuchteten Bilder (dabei viele Nahaufnahmen), sind schwarz/weiß, die beiden Männer sprechen in einer altenglischen, speziellen Sprache (wie bereits bei Eggers Erstlingswerk). Das alles verstärkt die Wirkung, dass wir hier in einer weit zurückgelegenen Zeit und die Männer sich in einer beklemmenden Situation befinden. Durch die Inszenierung habe ich keinen Moment mit der Rahmenhandlung gefremdelt. Isoliert auf einer kleinen Insel, auf engstem Raum sehen wir die beiden Männer. Für vier Wochen sind ein alter erfahrener Leuchtturmwärter und sein junger Helfer auf sich allein gestellt und sollen ihren Auftrag erfüllen. Der zottelige Alte (gespielt von Willem Dafoe) fällt schnell durch schlechtes Benehmen und respektloses Verhalten auf, ist laut, provoziert und erteilt dem jungen Mann (gespielt von Robert Pattinson) Anweisungen. Während der Junge körperlich schwere und niedere Tätigkeiten ausübt, fragt man sich, was eigentlich der Alte während der Arbeitszeit treibt. Zu dem Grundkonflikt bestehend aus Isolation und Nähe gesellen sich schnell die inneren Kämpfe. Es kommt zu Spannungen und sehr bald zu offenen Konfrontationen. 

„The Lighthouse“ ist ein packendes Kammerspiel, ein Thriller- und irgendwo Horrorfilm, aber auch ein Psycho- und Charakterdrama, manchmal absurd und sehr witzig. Man weiß nie so richtig, was als Nächstes passiert. 

Ich liebe den Film für seine eigenwillige Machart. Für die auf Film gedrehten schwarz/weiß-Bilder wurden Vintage-Kameralinsen genutzt, die den Look noch verstärken, dass es sich um Filmmaterial von Ende des 19. Jahrhunderts handelt. Die visuelle Sprache des Films ist besonders, so wurden für die einzelnen Szenen die Kameras zuerst positioniert, die Schauspieler mussten sich dann ihren Raum suchen. Normalerweise ist es genau andersherum. Der Film müsste jetzt, sofort bei allen ernstzunehmenden Filmpreisverleihungen für die Beste Kamera ausgezeichnet werden. Bereits am Anfang, wenn man auf die kleine Insel mit ihrem Leuchtturm zusteuert, macht man unweigerlich eine kleine Zeitreise. Kaum zu glauben, dass die Szenenbildner diese Bauten eigens für diesen Film erschufen.

Robert Pattinson und Willem Dafoe sind eins mit ihren Rollen geworden, zweifellos liefern beide Schauspieler eine oscarwürdige Peformance. 

Die beiden Filmemacher Robert Eggers und Ari Aster (Hereditary, Midsommar) sind für mich derzeit, die beiden faszinierendsten Regie-Hoffnungen. Beide setzen in ihren Filmen auf Atmosphäre und Stimmung und haben dabei eine völlig andere Herangehensweise und einen sehr präzisen und einzigartigen Stil. Ich bin gespannt auf ihren weiteren Weg, beide präsentieren dieses Jahr erst ihr zweites Werk. 

Ari Asters „Midsommar“ und Robert Eggers „The Lighthouse“ sind beides Film, die in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 festgesetzt sind. Update: „The Lighthouse“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

Die Oscar-Strategen von A24 haben sich darauf geeinigt, für Robert Pattinson eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller und Willem Dafoe als Bester Nebendarsteller zu führen. Strategisch mag das klug sein, für mich sind aber beide gleichwertig in ihrer Präsenz. 

„The Lighthouse“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Pattinson), Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: „The Lighthouse“ wurde für einen Oscar (Beste Kamera) nominiert.

„The Lighthouse“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Robert Eggers für seinen Film den FIPRESCI Prize gewonnen. Der A24-Film ist am 18.10.19 in acht amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er bereits in 586 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. Unter dem Filmtitel „Der Leuchtturm“ soll der Film ab dem 28.11.19 auch in den deutschen Kinos zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Parasite„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Bong Joon-hos Oscar-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm mit Mackenzie Davis und Brooklyn Prince

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Ford v Ferrari“

Ich war am 02.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ford v Ferrari“  (dt. Filmtitel: „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, dt. Kinostart: 14.11.19) 152 min  drama, biopic 

dir. James Mangold  cast: Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Tracy Letts, Josh Lucas, Noah Jupe 

 

Zu Beginn der 1960er Jahre will der amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Company seinen Ruf verbessern und sich einen eigenen Namen im Autorennsport machen. Nachdem Ferrari das Übernahmeangebot seines US-Konkurrenten abgelehnt hat, plant der Chef des Ford-Konzerns, Henry Ford II (Tracy Letts), mit Hilfe des ambitionierten Managers Lee lacocca (Jon Bernthal) und dem ehemaligen Rennfahrer und Sportwagen-Konstrukteur Carroll Shelby (Matt Damon) nun einen eigenen Rennwagen zu entwickeln. Um bei dem legendären Auto-Rennen in Le Mans anzutreten und die Italiener zu schlagen, brauchen sie aber auch einen exzellenten Fahrer. Der hitzköpfige Brite Ken Miles (Christian Bale) ist ein leidenschaftlicher Fahrer und scheint wagemutig genug, nur entspricht der nicht dem Image, dass sich die Chefetage von Ford vorstellt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ford v Ferrari“ basiert auf wahren Begebenheiten und wurde von A.J. Baimes Biografie „Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans“ inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „Walk the Line“, Knight and Day, Logan). 

„Ford v. Ferrari“ ist ein Film über Leidenschaft und über eine Freundschaft, vor allen Dingen ist es aber eine typische amerikanische Heldengeschichte. Autos des amerikanischen Automobilherstellers Ford galten Ende der 1950er/Anfang 1960er als biedere Familienkutschen. Henry Ford II wollte das Image ändern und an Autorennen teilnehmen. Am liebsten hätte er den strauchelnden italienischen Autohersteller Ferrari aufgekauft und mit deren Autos Rennen gewonnen, aber nachdem die Übernahme scheiterte, musste Ford einen eigenen Rennwagen bauen, um eines Tages gegen die Italiener bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans anzutreten. Das ist der grobe Umriss der Geschichte, Konflikte entstehen dadurch, dass die von Matt Damon und Christian Bale porträtierten ungleichen Männer Carroll Shelby und Ken Miles zunächst eine Basis finden und sich später gegen die Schlipsträgern der Ford Company durchsetzten mussten. 

In Deutschland bekam „Ford v Ferrari“ den Filmtitel „Le Mans 66“, das ist insofern irritierend, da das eigentliche Autorennen erst spät im Film in Szene gesetzt wird. „Ford v Ferrari“ ist dann doch der passendere Titel, da die Motivation der Amerikaner genau daher rührt, ein so schnelles Rennauto wie das der Italiener zu bauen, um diese dann bei dem legendären Autorennen schlagen zu können. Es ist also mehr ein Drama über diesen Prozess mit samt den andauernden Auseinandersetzungen der Charaktere, die den Film interessant machen. Für herausragende und bleibende Szenen sorgt, wie üblich, Tracy Letts, hier als Henry Ford II. 

„Ford v Ferrari“ ist es ein handwerklich gut gemachter Film, etwas zu lang, aber durchaus unterhaltsam mit einigen witzigen Szenen, Ron Howards Rennsportfilm Rush hat mir jedoch besser gefallen. 

 Wenn ich an Matt Damon denke, weiß ich selbstverständlich, dass er früh (zusammen mit Ben Affleck) einen Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewann und als Schauspieler für The Martian nominiert wurde. Warum auch immer entfällt mir grundsätzlich, dass er noch zwei weitere Male als Schauspieler („Good Will Hunting“ und Invictus) für den Oscar nominiert wurde. Es liegt jetzt vier Wochen zurück, dass ich „Ford v Ferrari“  gesehen habe. Es ist einer dieser Filme, die ich sah, ganz gut fand, aber von denen ich mittlerweile nicht mehr viel in Erinnerung habe. Das vergnügliche Zusammenspiel von Bale und Damon ist mir jedoch noch recht präsent. Matt Damon ist sicher in mehr Szenen zu sehen, als Christian Bale, aber am Ende des Tages bleibt Bale derjenige, an den man zurückdenkt und der eine Oscar-Performance liefert. Es ist noch kein Jahr her, dass ich Christian Bale als Dick Cheney in der, für mich,  filmischen Katastrophe Vice Im Kino sah. Für diese Rolle hatte er enorm zugenommen und wurde zu Recht für den Oscar nominiert. Nun spielt er mit einer Selbstverständlichkeit, den fast magensüchtig wirkenden, exzentrischen britischen Rennfahrer Ken Miles. Als Zuschauer lässt einen Bale nie daran zweifeln, ob er die richtige Wahl für eine Rolle ist, er ist einfach. Für beide Schauspieler wird eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller geführt. In dieser Kategorie gibt es aber auch dieses Jahr viel zu viele Bewerber und daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sowohl Damon als auch Bale für den Oscar nominiert werden. Auch nicht sicher ist eine Oscar-Nominierung für Tracy Letts, auch wenn er es verdient hätte. Schauspielerisch gefiel mir hier wieder der Kinderschauspieler Noah Jupe (Suburbicon, A Quiet Place), obwohl er als Sohn von Christian Bales Charakter – rein optisch – eine Fehlbesetzung ist.  

„Ford v Ferrari“ ist einer dieser Filme, bei denen ich tatsächlich noch nicht einschätzen kann, ob er Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film hat. Vielleicht hängt es davon ab, ob er an der amerikanischen Kinokasse ordentlich Geld einspielt. Für mich ist es auch eher ein konventioneller Popcorn-Film, in einigen technischen Kategorien (Ton, Tonschnitt, Kamera, Szenenbild, Schnitt, etc.) sehe ich den Film aber bei den Oscars vertreten.

„Ford v Ferrari“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon, Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Tracy Letts, Jon Bernthal) und einige technische Kategorien Update: „Ford v Ferrari“ wurde für 4 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) 

„Ford v Ferrari“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film startet am 15.11.19 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Le Mans 66“ einen Tag vorher, am 14.11.19, starten. Ich habe den Film in einem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening mit einer anschließenden Party (bei der auch Regisseur James Mangold und die Schauspieler Tracy Letts und Jon Bernthal anwesend waren) in New York gesehen. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur James Mangold kündigt seinen Film "Ford v Ferrari" bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.
Regisseur James Mangold kündigt seinen Film „Ford v Ferrari“ bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.

Toronto – Film: „Zombieland: Double Tap“

Ich war am 20.10.19 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zombieland: Double Tap“ (dt. Filmtitel: „Zombieland 2: Doppelt hält besser“, dt. Kinostart: 07.11.19)  97 min  comedy, action, sequel  

dir. Ruben Fleischer  cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Rosario Dawson, Zoey Deutch, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Bill Murray 

 

Zehn Jahre sind seit der Zombie-Apocalypse vergangen. Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) leben schon wie eine Familie zusammen. Irgendwann wird es aber den beiden Schwestern zuviel…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zombieland: Double Tap“ ist die Fortsetzung zu Ruben Fleischers Film Zombieland aus dem Jahr 2009. Auch bei dem Sequel hat der amerikanische Filmemacher Ruben Fleischer („Gangster Squad“, „Venom“) Regie geführt. 

Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her ist, dass ich „Zombieland“ im Kino gesehen habe. Etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Emma Stone ist mittlerweile ein Filmstar, wurde 3x für den Oscar nominiert (Birdman, La La Land, The Favourite), für „La La Land“ hatte sie den Goldmann sogar gewonnen, Woody Harrelson ist vermutlich kein Jahr älter geworden und hat  jetzt auch drei Oscar-Nominierungen („The People vs. Larry Flynt“, The Messenger, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), auch Jesse Eisenberg ist um eine Oscar-Nominierung (The Social Network) reicher, aber hat sich optisch kaum verändert. Abigail Breslin hatte ihre Oscar-Nominierung für „Litte Miss Sunshine“ bereits vor dem ersten Zombieland-Film und ich glaube, es gibt einen Grund, warum sie nicht häufiger besetzt wird.

Die meisten Fortsetzungen sind uninspiriert und nur ein fader Aufguss des Originalfilms. Ich hätte auch ohne einen zweiten Teil von „Zombieland“ leben können. Dass die alte Crew (der Regisseur, die beiden Autoren und Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin) wieder zusammengetrommelt wurde, macht es einem aber schwer, die Fortsetzung einfach zu ignorieren. Das Drehbuch ist gut genug, reich an Zombie-Kills, Regeln und trockenen Sprüchen und damit eine der lohnenswerteren Fortsetzungen. Es bereitet einfach Vergnügen, Zeit – vor allen Dingen – mit Tallahassee, Columbus, und Wichita zu verbringen. Neue Charaktere (beispielsweise die unfassbar hübsche Rosario Dawson als Nevada und Zoey Deutch als Madison, die nicht nur Tallahassee auf Nerven geht, aber insgesamt dann doch eine Bereicherung darstellt) wurden hinzugefügt und das Ganze ergibt eine unterhaltsame Actionkomödie. Das fängt bereits vor der Titelsequenz, eigentlich direkt mit dem Columbia Pictures Logo, an und setzt sich bis zum Ende (während des Abspanns gibt es noch eine unverzichtbare Szene) durch.

Als etwas schwierig empfand ich Abigail Breslin und das nicht nur, weil die jetzt ältere Schauspielerin nun gar nicht glaubwürdig als Schwester von Emma Stone durchgeht. 

„Zombieland: Double Tap“ ist am 18.10.19 in 3,468 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in Kanada gesehen. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Zombieland 2: Doppelt hält besser“ am 07.11.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Ad Astra“

Ich war am 30.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ad Astra“ (deutscher Filmtitel: „Ad Astra: Zu den Sternen“, dt. Kinostart war der 19.09.19)   122 min  drama, sci-fi

dir. James Gray  cast: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Liv Tyler, Donald Sutherland

 

Irgendwann in der Zukunft. Major Roy McBride (Brad Pitt) ist Raumfahrt-Ingenieur und Astronaut. Sein Vater, Clifford McBride (Tommy Lee Jones) war bereits Astronaut und brach vor Jahrzehnten zu einer Mission im All auf. Er leitete die erste Expedition zum Neptun und sollte nach außerirdischen Leben forschen. Irgendwann brach dann der Kontakt zu Clifford McBride und seiner Crew ab. Seither sind sie verschollen. Nun wird die Erde von unerklärlichen elektromagnetischen Stürmen aus dem All heimgesucht und die amerikanische Weltraumbehörde vermutet einen Zusammenhang zwischen diesen Stürmen und McBrides Forschungsstation.  Major Roy McBride wird jetzt in geheimer Mission ins All geschickt, um die Raumstation zu finden und zu schauen, ob sein Vater tatsächlich noch am Leben ist…

 

D- (Wertung von A bis F) „Ad Astra“ ist der neue Film des amerikanischen Autorenfilmers James Gray („The Yards“, „We Own the Night“, „Two Lovers“, The Immigrant, „The Lost City of Z“).

Es müsste an jeder Häuserwand stehen, wie langweilig dieser Film ist.

Zugebenermassen bin ich generell kein großer Fan von Weltraumfilmen. Dramen mag ich dagegen sehr, leider hat mich aber auch die Vater-Sohn-Geschichte nicht berühren können. 

Brad Pitt sieht man in diesem Sci-Fi-Seelendrama nicht nur in der zentralen Rolle, durch sein Voice-Over lässt er uns auch an den Gedanken und Gefühlen seiner Figur jederzeit teilhaben. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn wir hier einen interessanten, oder wenigstens sympathischen Charakter begleiten würden oder eine spannende Geschichte vorgesetzt bekämen. Bekommen wir aber nicht und da konnte auch Brad Pitt (der sich als Schauspieler langsam mausert) nichts herausreißen. 

Die Bilder (die sicherlich nicht schlecht waren, aber an Gravity nicht annähernd heranreichen) zusammen in der Kombination mit der Musik und Brad Pitts eintönigem Gelaber (was nicht ganz so nervig, wie McConaugheys Dauergequatsche in Interstellar war) wirkten einlullernd auf mich. Die gute alte Hypnose-Spirale hätte keinen besseren Effekt erzielt.  Was habe ich nicht alles für Anstrengungen unternommen, um nicht einzuschlafen…

„Ad Astra“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Beste Nebendarstellerin (Ruth Negga), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Ad Astra“ wurde für einen Oscar (Bester Ton) nominiert. 

„Ad Astra“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 20.09.19 in 3,460 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film unter dem Filmtitel „Ad Astra – Zu den Sternen“ seit dem 19.09.19 im Kino. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Western Stars“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Dokumentation über die Produktion des gleichnamigen Albums von Bruce Springsteen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „The King´s Man„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Prequel zu den Kingsman-Filmen. Regie Matthew Vaughn mit Ralph Fiennes 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Midway“

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Boah, so schlecht wie der (Kriegs-)Film durch den Trailer wirkt, kann er nur von Michael Bay oder Roland Emmerich sein und richtig: Roland Emmerich

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Judy“

Ich war am 29.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Judy“ (dt. Kinostart: 2.1.20)   118 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Rupert Goold  cast: Renée Zellweger, Rufus Sewell, Michael Gambon, Finn Wittrock, Jessie Buckley, Darci Shaw, Bella Ramsay

 

Judy Garland (Renée Zellweger) ist Ende 40, abhängig von Tabletten und Alkohol, in finanziellen Schwierigkeiten und verliert auch noch ihre Bleibe. Nun droht ihr auch noch ihr Ex-Mann (Rufus Sewell), ihr die beiden Kinder wegzunehmen. Judy muss dringend Geld verdienen, mittlerweile bucht aber kaum einer mehr die, einst begnadete Entertainerin. Dann bekommt sie das Angebot, eine Konzerttournee in London zu geben….

 

B (Wertung von A bis F) „Judy“ ist ein biografisches Drama über Judy Garland. Es ist die vage Kinoadaption von Peter Quilters Theaterstück „End of the Rainbow“. Nach True Story ist dies erst der zweite Kinofilm, bei dem der englische TV-, Film- und Theaterregisseur Rupert Goold Regie führt. 

Es ist immer von Vorteil, wenn man eine Katastrophe an Film und Performance erwartet. „Judy“ ist, in meinen Augen, ein etwas besseres Biopic. Der Film ist von seiner Erzählstruktur traditionell. Wir erleben die letzten Monate in Judy Garlands Leben und durch die vielen Rückblenden bekommen wir ein guten Eindruck, wie sich ihr gesamtes Leben gestaltete. Judy Garland ist bereits im Alter von 47 Jahren gestorben und war am Ende ihres Lebens essgestört und abhängig von Tabletten und Alkohol. Der Grundstein für ihre Mager- und Tablettensucht wurde bereits in ihrer Kindheit gelegt. Von ihrer Kindheit hatte der einstige Kinderstar wenig, Ihre ehrgeizige Mutter drängte sie bereits in jungen Jahren in eine künstlerische Laufbahn. Durch Vorgaben des Filmstudios gab ihr die Mutter Aufputsch- und Schlaftabletten und setzte sie auf Diät, damit sie dem Schönheitsideal entsprach. Judy Garland wurde ihr gesamtes Leben lang finanziell ausgebeutet, in den letzten Lebensjahren musste sie für eine Konzerttournee in London zusagen, damit sie wieder genug Geld für ein eigenes Zuhause hatte und wieder mit ihren beiden kleineren Kindern zusammenleben konnte. Ein trauriges Schicksal. 

Wie bei so vielen Filmbiografien wurde auch hier aus dramaturgischen Gründen einiges dazu gedichtet oder weggelassen. Gerne hätte ich beispielsweise noch etwas mehr von ihrer älteren Tochter, Liza Minelli, gesehen. „Judy“ konzentriert sich jedoch hauptsächlich auf die gebrochene und verletzliche Persönlichkeit von Judy Garland und ihre Bedeutung in der Gay-Community. Besonders gerührt war ich von der gesamten Sequenz mit dem schwulen Paar, die man durchaus als Hommage an ihre zahlreichen treuen, schwulen Fans verstehen kann. Und auch die letzten Szene des Films hat mir ein ein Tränchen entlockt. 

„Judy“ ist aber vor allen Dingen durch seine Hauptdarstellerin sehenswert. Ich war nie ein Freund von Renée Zellweger (mochte sie eigentlich nur in „Nurse Betty“), hier macht sie aber sie aber ihre Sache wirklich gut. Sie singt selbst. Klar, sie hätte nie die einzigartige Stimme von Judy Garland treffen können, aber die hatte die Ausnahmekünstlerin in den letzten Monaten ihres Lebens selbst wohl auch nicht mehr. Es gab Momente im Film, in dem ich Renée Zellweger nicht mehr gesehen habe, dank des hervorragenden Arbeit der Haar- und Make-up-Artisten verschwand sie manchmal förmlich in ihrer Rolle. 

Man kann davon ausgehen, dass Renée Zellweger für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Einige Oscar-Experten gehen sogar davon aus, dass sie den Oscar gewinnt. Nun hat sie aber bereits einen Oscar für „Cold Mountain“ gewonnen und seit ein paar Tagen ist bekannt, dass „Bombshell“ ein guter Film ist und hervorragende Performances, insbesondere von Charlize Theron, hervorbringt. Das Oscar-Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin sieht im Moment so aus, dass es sich wohl zwischen den zweimaligen Oscar-Gewinnerinnen Renée Zellweger und Charlize Theron und Scarlett Johansson (für „Marriage Story“) entscheidet. 

„Judy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger), Bestes Make-up und beste Frisuren, Bestes adaptiertes Drehbuch Update: „Judy“ wurde für zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger) und Bestes Make-up und beste Frisuren) nominiert. 

„Judy“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist seit dem 27.09.19 in 461 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,458 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 2.1.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lucy in the Sky„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Sci-Fi-Drama mit Natalie Portman und Jon Hamm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Frankie„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ira Sachs´neuer Film mit Isabelle Huppert, Brendan Gleeson und Marisa Tomei 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Hätte ich den Trailer vorher gesehen, hätte ich ihn wohl in meine erste Oscar-Prognose aufgenommen. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

NYC – Film: „Joker“

Ich war am 9.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Joker“ (dt. Kinostart war der 10.10.19)  122 min  drama, thriller, adaptation 

dir. Todd Phillips  cast: Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz, Frances Conroy, Bill Camp, Brian Tyree Henry, Brett Cullen, Shea Whigham 

 

1981 in Gotham City. Arthur Fleck (Jooaquin Phoenix) hat psychische Probleme und verdient sich seinen Lebensunterhalt als Clown. Er lebt mit seiner kranken Mutter (Francwes Conroy) zusammen und träumt davon, Stand-Up-Comedian zu werden. Sein Held ist der Late Night Talkmaster Murray Franklin (Robert De Niro). Ein Leben lang muss Arthur Schläge und Demütigungen einstecken, bis es eines Tages zu viel wird….

 

A (Wertung von A bis F) „Joker“ basiert auf den Charakteren der DC Comics. Es ist der erste Film, der die Vorgeschichte des titelgebenden Comic-Antihelden erzählt, es ist aber kein Teil des DC Extended Universe. „Joker“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Drehbuchautors, Produzenten und Regisseurs Todd Phillips („Starsky & Hutch“, The Hangover, Part II, Part III, War Dogs). 

Ich würde den Film nicht allein dem Genre der Superhelden-Filme zuordnen. Üblicherweise bekommt man zu Beginn solcher Filme das Marvel- oder DC-Logo eingeblendet. Hier hat Warner Bros. darauf verzichtet, der Film sollte für sich stehen. „Joker“ zeigt, dass eine Comic-Adaption auch ohne Action und ohne Charaktere mit Superkräften auskommen kann.

Ein Film, der die Zuschauerschaft spaltet, hat in meinen Augen schon mal vieles richtig gemacht. Es hätte mich schon sehr überrascht, wenn ich den Film nicht gemocht hätte. Joaquin Phoenix als Arthur Fleck/Joker in einem Film, der genau das ist, was der Trailer verspricht: ein düsterer, komplexer Film. Der Film wird dafür kritisiert, dass, er keine Botschaft hat. Nun, hat er auch nicht,„Joker“ bietet dafür Spielraum für eigene Interpretationen. Der Film regt zu Diskussionen an und schafft damit schon weit mehr, als die meisten Filme. 

Für mich ist es hauptsächlich ein Film über toxische Männlichkeit. Es ist aber auch ein Film über psychische Erkrankungen und wie Menschen vom Staat und der Gesellschaft mit ihren Problemen allein gelassen werden. „Joker“ zeigt zugleich aber auch eine Gesellschaft, in der es immer rücksichtsloser zugeht, in der die Wut der Bürger größer wird, eine Sehnsucht nach einer Richtung und Vorbildern herrscht. Vorbilder werden dann in irgendwelchen Berühmtheiten gefunden, (der Film kritisiert den Starkult) und die Abgehängten finden eine Zugehörigkeit in irgendwelchen extrem fragwürdigen politischen Bewegungen (hier: Kill the Rich).

Auch wenn der Film zu Beginn der 1980er Jahre spielt, spiegelt er auch unsere gegenwärtige Zeit wieder. Wenn man die Nachrichten verfolgt, vergeht kein Tag, an dem ein Mann nicht aus Eifersucht, verletztem/r Stolz/ Eitelkeit, aus Frustration oder puren Hass oder auch gerne auch mal, weil jemand „die Familienehre retten will“, durchdreht, grundlos andere Menschen angreift oder seine (Ex-) Freundin oder Frau, seine komplette Familie, seine (ehemaligen) Arbeitskollegen oder – wen auch immer – schwer verletzt oder gar tötet. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, auch in unserer Gesellschaft haben wir ein Problem mit „toxic masculinity“ und es wird Zeit, dass dieses Thema angegangen wird. 

Arthur Fleck ist über einen längeren Zeitraum einfach ein einsamer Außenseiter mit seelischen Problemen. Vielleicht ist er sogar autistisch, er versteht die Signale anderer Menschen nicht, wird missverstanden, verliert zunehmend den Blick auf die Wirklichkeit, ist aber auf der anderen Seite durchaus anpassungswillig, sogar empathisch und definitiv will er niemandes etwas Böses. Relativ zu Beginn wird er von einer Horde Jugendlicher grundlos zusammengeschlagen. Sein ganzes Leben wird er bereits gedemütigt, Arthur Fleck ist ein Opfer der Gesellschaft. Er ist ein psychisch kranker Mensch, der Hilfe braucht, bevor er vielleicht zu einer Gefahr für die Gesellschaft wird. Aus Sparmaßnahmen versagt der Staat dann seinem hilfsbedürftigen Bürger weitere Therapiemaßnahmen. Arthur fühlt sich alleingelassen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Bezeichnend sein, nachdenklich stimmender Satz in seinem Tagebuch, „I hope my death makes more cents than my life“ Wohlgemerkt „cents“ nicht „sense“. 

Auf diesen Film bezogen, verliert Arthur Fleck langsam seine Identität und seine Menschlichkeit und wird zum „Joker“. Langsam, weil zwei Drittel des Films sehen wir Arthur Fleck, der einmal – mehr oder weniger – aus Notwehr handelte und später dann, nichts mehr zu verlieren hatte und bewusst jemanden in seinem engeren Umkreis tötete. Das war zumindest für mich der Moment, in dem Arthur Fleck zum Joker wurde. Natürlich rechtfertigt nichts seine späteren Taten. Hier sehen wir eine Gesellschaft, die solche Psychopathen hervorbringt, am Ende steht wieder die toxische Maskulinität, dieses Mal verkörpert durch den Joker und den vielen, seine, sich von ihm inspiriert fühlenden Trittbrettfahrern. „Joker“ zeigt einen möglichen Werdegang eines psychisch labilen Menschen und ist eine Charakter- und Seelenstudie, dabei verherrlicht der Film aber nicht diesen Täter. 

Joaquin Phoenix gibt eine große Performance, sehr intensiv, sehr nuanciert. Es gab keinen Moment, in dem ich nicht wusste, was Arthur Fleck ausmacht und was in ihm vorging. Joaquin Phoenix ist Arthur Fleck/der Joker. Mit seinem ausgemergelten Körper und samt seinen Ticks, seinem unkontrollierten Lachen und seinem improvisierten Ausdruckstanz zeigt er eine völlig andere Interpretation des Jokers als Jack Nicholson (in Tim Burtons „Batman“) oder Heath Ledger (The Dark Knight ). „Joker“ hat durchaus ein paar Drehbuch- und Regie-Schwächen, die Joaquin Phoenix für mich jedoch völlig wegradieren kann. Am Ende habe ich den Film nur als Ganzes wahrgenommen. Dieser Film ist mit einem anderen Schauspieler nicht vorstellbar. Für die Rolle hat er 25 Kilos abgenommen. Um seine Performance richtig erfassen zu können, muss man den Film in der Originalfassung sehen. Joaquin wurde 3 x („Gladiator“, „Walk the Line“, The Master) für den Oscar nominiert. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass es am Ende des Jahres eine Performance gibt, die den Oscar mehr verdient hätte, als diese. Ich habe aber auch noch nicht alle Filme gesehen.

Es ist Joaquin Phoenix erste (und hoffentlich letzte) Rolle in einer Comic-Verfilmung. Bislang hat er nur in Filmen gespielt, die kaum Geld an der Kinokasse eingespielt haben. Mir kommt da sofort der einstige Charakterschauspieler Robert Downey Jr. und den Verlauf seiner Karriere in Erinnerung. Bei Joaquin Phoenix bin ich aber sehr zuversichtlich, dass er sich nicht an Disney bzw. ein anderes Filmstudio verkauft.

Natürlich ist „Joker“ eine Hommage an Martin Scorseses Charakterstudien „Taxi Driver“ und noch mehr „The King of Comedy“ (in dem De Niro den psychisch labilen Rupert Pupkin spielte und davon träumte, Stand-Up-Comedian zu werden, in „Joker“ übernahm De Niro quasi den Part von Jerry Lewis). Mich erinnerte „Joker“  aber auch an drei meiner anderen Lieblingsfilme „Fight Club“, „American Psycho“ und You Were Never Really Here.

„Joker“ ist selbstverständlich jetzt bereits schon einer meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2019. Update: „Joker“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

Grundsätzlich ist ein Superhelden-Film kein Oscar-Anwärter. Allein Joaquin Phoenix in der Rolle bringt den Film schon ins Gespräch für Oscar-Nominierungen. Da der Film dann aber noch auf zwei, bzw. drei wichtigen Herbstfestivals (Venedig, Toronto und New York) gezeigt wurde, zeigt, dass man sich hinsichtlich der Oscars etwas verspricht. 

„Joker“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Beste Nebendarstellerin (Frances Conroy) und einige technische Kategorien Update: „Joker“ ist bei den 92nd Academy Award für die meisten Oscars (11) nominiert worden. Er hat eine Oscar-Nominierung für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign und Bestes Make-up und beste Frisuren erhalten. 

„Joker“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, gewonnen. Der Film startete am 4.10.19 in 4,374 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film seit dem 10.10.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer, dieses Mal Teaser) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Gretel & Hansel„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Ernsthaft? Horrorfilm und Januar-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The King´s Man„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Prequel zu den Kingsman-Filmen. Regie Matthew Vaughn mit Ralph Fiennes 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar- ?)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (zweiter vor „Joker“ gezeigter, dieses Mal richtiger Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Terminator: Dark Fate„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Pfffffffffffff

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Zombieland: Double Tap“

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Fortsetzung zu Zombieland

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Doctor Sleep„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Verfilmung von Stephen Kings Buch/Fortsetzung von „The Shining“ mit Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Bild, dass ich Ende September in New York aufgenommen habe
Ein Bild, dass ich Ende September in New York aufgenommen habe

 

...an der Kinokasse meines New Yorker Kinos
an der Kinokasse meines New Yorker Kinos

NYC – Film: „The Irishman“

Ich war am 27.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Irishman“ (ab dem 14.11.19 in Deutschland im Kino zu sehen, ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar)   209 min    drama, crime, biopic, adaptation 

dir. Martin Scorsese  cast: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Harvey Keitel, Bobby Cannavale, Anna Paquin, Ray Romano, Jesse Plemons

 

Frank „The Irishman“ Sheeran (Robert De Niro) ist alt und einsam und blickt zurück auf sein Leben…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Irishman“ basiert auf Charles Brandts True Crime Bestseller „I Heard You Paint Houses“. Es ist der 26. Kinofilm des New Yorker Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „The Departed“, Shutter Island, Hugo, The Wolf of Wall Street, Silence). Das Drehbuch zu „The Irishman“ hat der amerikanische Filmemacher („A Civil Action“, TV-Serie „The Night Of“) und Drehbuchautor („Schindler´s List“, „Gangs of New York“, Moneyball) Steve Zaillan geschrieben. 

„The Irishman“ ist eine Adaption von Charles Brandts Buch „I Heard You Paint Houses“. Für sein Buch hatte Brandt über einen Zeitraum von fünf Jahren den Mafia-Killer Frank „The Irishman“ Sheeran befragt. In der Mafia-Sprache umschreibt der „house painter“ einen Auftragskiller. „I Heard You Paint Houses“ waren die ersten Worte, die der legendäre amerikanische Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa zu Frank Sheeran sagte. 

Der von Robert De Niro gespielte Frank Sheeran ist ein alter, einsamer Mann, der in einem Pflegeheim lebt, wenn wir als Zuschauer das erste Mal auf ihn treffen. Der Zweite-Weltkriegsveteran erzählt von dem ersten Aufeinandertreffen mit dem Mafia-Boss Russell Bufalino (gespielt von Joe Pesci) und, wie er dann begann, als Auftragskiller für die Mafia zu arbeiten. Irgendwann freundete sich Sheeran dann mit dem Gewerkschaftspräsidenten Jimmy Hoffa (gespielt von Al Pacino) an und arbeitete für ihn. Jimmy Hoffa hatte Verbindungen zur Mafia und verschwand im Jahr 1975 spurlos. Was es damit auf sich hatte, erfahren wir und auch, was das alles für Auswirkungen auf Sheerans Privatleben hatte. 

„The Irishman“ ist auf der einen Seite ein gelungenes Mafia-Epos und auf der anderen Seite eine ehrliche und am Ende auch rührende Charakterstudie über den titelgebenden Charakter. Auch wenn sich die Laufzeit von 3 1/2 Stunden recht lang anhört, war ich überrascht, wie wenig ich die Länge gespürt habe. Wenn ich an den Film zurückdenke, fallen mir als erstes die brillanten und witzigen Dialoge ein (allein für den „Fisch-Dialog im Auto“ würde ich mir den Film jetzt, sofort nochmal anschauen), dann die sehr starken letzten, vielleicht dreißig Minuten des Films, die vielen exzellenten Kamerafahrten und -einstellungen, Zeitlupen-Szenen und nicht zuletzt die Performances von Joe Pesci, Ray Romano, Al Pacino und Robert De Niro (letzterer insbesondere als alter Mann). „The Irishman“ spielt über vier Zeitebenen, zeigt Pesci und De Niro über einen Zeitraum von über 40 Jahren. Mit einer sehr aufwendigen und teuren Verjüngerungstechnik, an die man sich erst gewöhnen muss, die sich aber am Ende auszahlt, sehen wir die Charaktere in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens. Mit dem jüngeren De Niro bzw. Frank Sheeran hatte ich meine Probleme. Naja eigentlich haben mich nur seine stahlblauen, glasigen Augen irritiert und manchmal hat mich auch sein wächsern wirkendes Gesicht etwas zu sehr abgelenkt. Zwei Mal musste ich mir kurz die Augen reiben, weil ich glaubte, in Joe Pesci (den ich eigentlich für einen der coolsten Typen des Planeten halte) plötzlich Gollum aus den „The Lord of the Rings“-Filmen gesehen zu haben.

Al Pacino neigt oft zur Übertreibung in seinem Spiel. Hier spielt er den stoischen Hitzkopf Jimmy Hoffa und ich wüsste keinen Schauspieler, der ihn besser hätte spielen können. Wenn er auf der Leinwand zu sehen ist, ist es fraglos sein Film. In den besten, bzw. witzigsten Szenen ist er meist beteiligt. Gegen Al Pacino geben Joe Pesci und De Niro eine sehr zurückgenommene Performance. Alle drei Schauspieler qualifizieren sich aber für den Oscar. Es ist wunderbar zu sehen, wie Pacino und De Niro, die in den letzten Jahren auch viele Schrottfilme drehten, jetzt mit 79 bzw. 76 Jahren noch einmal das zeigen, was sie eigentlich drauf haben. Das, wofür sie von vielen, wesentlich jüngeren Schauspielern noch heute so verehrt werden. Auch hervorragend, in einer kleineren Rolle, haben mir Ray Romano und Louis Cancelmi (der mit der Brille und dem Fisch in dem Auto) gefallen.

„The Irishman“ ist Martin Scorseses neunter Spielfilm mit Robert De Niro und der erste seit „Casino“ aus dem Jahr 1995. Seit Jahren suchten sie schon nach einem gemeinsamen Spielfilmprojekt. Als sie schließlich Charles Brandts Buch fanden, hatten sie Schwierigkeiten, eine Finanzierung für das Projekt zu bekommen. Ohne Netflix hätte es den teuersten und mit 3 1/2 Stunden längsten Scorsese-Film bis heute nicht gegeben. Der Film sollte ursprünglich 100 Millionen Dollar kosten, die Produktionskosten sind aber irgendwann explodiert (man spricht von 175 Millionen Dollar), wobei ein Großteil davon in die ausgeklügelte, digitale De-Aging-Technik floß. 

Joe Pesci wollte eigentlich immer als Musiker arbeiten, konnte aber sein Geld nur mit der Schauspielerei verdienen. Eines Tages riefen Robert De Niro und Martin Scorsese an, verpflichteten ihn für den Film „Raging Bull“. Mit „Goodfellas“ (für seine Performance gewann Pesci den Oscar) und „Casino“ gab es zwei weitere Filme, bei denen die Drei zusammenarbeiteten. Joe Pesci beendete im Jahr 1999 dann offiziell seine Filmkarriere. Auch wenn er hin und wieder mal in dem ein oder anderen Film einen Kurzauftritt hatte, erschien ihm kein Rollenangebot attraktiv genug, wieder eine größere Rolle in einem Film anzunehmen. Nach Angaben von De Niro und Scorsese mussten sie auch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit Joe Pesci ein weiteres Mal mit den beiden Ikonen in „The Irishman“ zusammenarbeitete. Für Al Pacino ist es, man glaubt es kaum, seine erste Kooperation mit Martin Scorsese.

„The Irishman“ ist natürlich bereits auf dem Papier ein Oscar-Anwärter. Scorsese, De Niro, Pacino, Pesci, Paquin, Drehbuchautor Steven Zaillian – alles Oscar-Preisträger. Ein Mafia-Epos ist etwas, was man mit dem Alten Hollywood verbindet. Ich weiß nicht, ob so ein Film es noch in der heutigen Zeit schafft, den Oscar tatsächlich zu gewinnen. „The Irishman“ wäre vielleicht der letzte Film dieser Art, der das könnte. Die Oscar-Gewinner-Filme der letzten Jahre waren alle nicht mehr sonderlich lang. In der Vergangenheit gab es aber einige Oscar-Gewinner-Filme mit einer Laufzeit von um die 200 Minuten, dazu gehören „Lord of the Rings: The Return of the King, „Titanic“, „The Godfather, Part II“ und etwas länger her „Ben Hur“ und natürlich „Gone with the Wind“. Nun ist „The Irishman“ ein Film von Netflix, die haben seit Roma die besten Oscar-Strategen der Branche am Start. Sie sind auch bei den letzten Oscars sehr weit gekommen, bis… (lassen wir das). Dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“ und den jeweiligen Schauspieler einige Hochkaräter in petto. Auch werden sie eine Oscar-Kampagne für Eddie Murphy für seine Performance in „Dolemite is My Name“ führen. Auf welchen Film Netflix ihr Hauptaugenmerk setzt, wird sich zeigen. Im Moment (Anfang Oktober 19) sieht es aus, als ginge der Oscar für den Besten Film an Scorseses „The Irishman“, Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ oder Noah Baumbachs „Marriage Story“ – aber das kann sich auch noch ändern. 

„The Irishman“ ist einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„The Irishman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert De Niro), Bester Nebendarsteller (Al Pacino, Joe Pesci), Beste Nebendarstellerin (Anna Paquin), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Irishman“ wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Joe Pesci und Al Pacino), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt und Beste visuelle Effekte)

„The Irishman“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist im Verleih des Streaming Portals Netflix und soll ab dem 1.11.19 In einigen ausgewählten Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen sein. Ich habe den Film am Eröffnungstag auf dem NYFF57 gesehen. Der Film war ursprünglich mit vier Vorstellungen für den 27.09.19 geplant. Aufgrund der riesigen Nachfrage des, in der Weltpremiere gezeigten Films, wurden aber immer mehr Vorstellungen hinzugefügt. Der Film soll ab dem 14.11.19 auch in ein paar ausgewählten deutschen Kinos gezeigt werden und ist dann ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

NYFF57 Opening Afternoon Screening von "The Irishman"
NYFF57 Opening Afternoon Screening von „The Irishman“
NYFF 57, Opening Night, Film: „The Irishman“

Vor unserer 15.45 Uhr-Vorstellung gab es in dem Kino eine Pressevorführung. Während Joe Pesci und Al Pacino nach der PV an den enttäuschten Fans vorbei, in ihre Limousine huschten, gab Robert De Niro den dankbaren Fans bereitwillig Autogramme. 

Joe Pesci auf dem NYFF57 "The Irishman"
Joe Pesci auf dem NYFF57 „The Irishman“
Al Pacino auf dem NYFF57 „The Irishman“
Robert De Niro auf dem NYFF57 „The Irishman“

D.C. – Film: „Hustlers“

Ich war am 25.09.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hustlers“ (dt. Kinostart: 28.11.19)   110 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Lorene Scafaria  cast: Constance Wu, Jennifer Lopez, Cardi B., Julia Stiles, Lili Reinhart, Mercedes Ruehl, Frank Whaley, Keke Palmer  

 

Im Jahr 2007 hat Destiny (Constance Wu) begonnen, als Stripperin in dem Club „Moves“ zu arbeiten. Der Star dieses Clubs ist Ramona (Jennifer Lopez). Destiny freundet sich mit Ramona an, diese bringt ihr sämtliche Tricks bei und bald beginnen die beiden Frauen zusammen mit anderen Stripperinnen, den Männern von der Wall Street möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen…

 

C+ (Wertung von A bis F) Der Film wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und basiert auf Jessica Presslers New York Magazin Artikels „The Hustlers at Scores“. Es ist nach Seeking a Friend for the End of the World und The Meddler erst der dritte Film der amerikanischen Drehbuchautorin und Filmemacherin Lorene Scafaria. 

Wie konnte es dazu kommen, dass Jennifer Lopez für ihr Porträt einer Stripperin auf einmal als Oscar-Anwärterin gilt? Das habe ich mich gefragt, als ich erstmalig davon gehört habe und frage ich mich immer noch, jetzt, wo ich den Film gesehen habe. 

Der Film erzählt eine relativ wahre Geschichte, die ich aber nicht für sonderlich erzählens- bzw. verfilmenswert halte. Es beginnt schon damit, dass ich keine Sympathien für die Hauptcharaktere aufbringen konnte und die Männer nicht ausreichend (fies) genug gezeichnet sind, dass man es vielleicht irgendwie okay finden könnte, wie hinterhältig sie betrogen wurden. „Hustlers“ liebt seine Frauencharaktere, ich wünschte, etwas von dieser Liebe wäre auf mich übergesprungen, dann hätte mir der Film vielleicht besser gefallen.

Die Geschichte beginnt 2007, viele Wall-Street-Banker haben sich bekanntlich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert und machten (in den Stripclubs) einen auf dicke Hose. Dann kam im Jahr 2008 die Finanzkrise, die Banker verloren ihre Jobs, kamen nicht mehr in die einschlägigen Läden, die Stripperinnen mussten sich entsprechend neue Jobs suchen, bei denen sie weit weniger verdienten und nun konnten sie sich Pelzmäntel und teure Designertaschen nicht mehr leisten. Ein paar Jahre später beruhigte sich die Lage und die ehemaligen Stripperinnen sahen jetzt eine Möglichkeit, sich an den Männern von der Wall Street zu rächen. Nun zogen sie ihren ehemaligen Kunden auf kriminelle Weise das Geld aus der Tasche. Ende der Geschichte. Tja. Ich finde auch das amerikanische „Man muss sehen, wo man bleibt“ hier unpassend. Dazu finde ich den Frauen und ihr späteres Verbrechen viel zu  niederträchtig.

Der Film ist jedoch ganz ansprechend fotografiert, am Anfang vielleicht auch spaßig und kurzweilig, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen und es wird trötenlangweilig.  Ein kleines Highlight gab es für mich dann mit „Doug“, der einzige männliche Charakter über den man etwas mehr erfährt. Doug wird  realistisch von dem Schauspieler Steven Boyer verkörpert. Die Geschichte von ihm ging mir irgendwo nahe und bestärkte mich in meiner Meinung über die leichtbekleideten Frauen. 

Jennifer Lopez´ Performance empfand ich nicht als etwas Besonderes. Sie ist ein klarer Hingucker und sexy, das ist aber nichts Neues. Hier zeigt sie Nichts, was man nicht sowieso schon mit ihr assoziiert. Wenn sie hierfür einen Oscar bekommen würde, müsste ich mich wieder fürchterlich aufregen. Jennifer Lopez gefiel mir in Oliver Stones „U Turn“ (wie anders sie da noch aussah) und definitiv in Steven Soderberghs „Out of Sight“ – vielleicht aber auch, weil ich beide Filme sehr mag. Sie hat das Charisma und die Präsenz eines Filmstars, ist aber in ihrem schauspielerischen Spektrum begrenzt. „Hustlers“ ist ein Film für Fans von J.Lo. 

„Hustler“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Constance Wu), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lopez), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Hustler“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.9.19 in 3,250 amerikanischen Kinos gestartet. Aufgrund des großen Erfolgs an der amerikanischen Kinokasse ist die Kopienzahl kurz darauf sogar noch auf 3,525 aufgestockt worden. In Deutschland soll der Film am 28.11.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „21 Bridges„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actionthriller mit Chadwick Boseman und J.K. Simmons

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: 3. „Charlie´s Angles“-Film, dieses mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristin Stewart 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile 100% 


Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Oscar-Nominierungen 2020, meine erste Prognose

Die letzten Oscars habe ich mittlerweile verarbeiten können. Hier zunächst eine kleine Zusammenfassung, die vielleicht für künftige Oscars nicht unerheblich ist: 

Zu meiner großen Unzufriedenheit hat dieses Jahr „Green Book“ den Oscar als Bester Film gewonnen. (dazu noch Bester Nebendarsteller, Mahershala Ali und Bestes Originaldrehbuch). Es war der einzige Film der acht Nominierten (Black Panther, Bohemian Rhapsody, A Star is Born, BlacKkKlansman, Vice, Roma und The Favourite), der ein Happy Ending hatte. Ein Film zum Stand der Oscars 2019 mit nur 79% Rotten Tomatoes-Bewertung. Er hatte aber zuvor den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen, den Golden Globe (Best Comedy) und den Preis der Produzenten (PGA), die wie A.M.P.A.S. bei den Oscars mit dem preferential votings system abstimmen. Mit Letzterem hatte „Green Book“ auf einmal den Favoritenstatus, ein paar Tage nach dem PGA-Gewinn – und mit den Oscar-Nominierungen – verlor der Film selbigen jedoch wieder, da „Green Book“ nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde. Vor dem BP-Oscar-Gewinn von Green Book hatten nur die vier Film „Wings“, „Grand Hotel“, „Driving Miss Daisy“ und „Argo“ den Oscar als Bester Film gewonnen, ohne in der Kategorie Beste Regie nominiert worden zu sein. In meiner finalen  Analyse zu den Oscar-Gewinnern 2019 hatte ich angegeben, dass mir zu Ohren gekommen ist, dass es innerhalb der Oscar Academy einflussreiche Leute (darunter Steven Spielberg) gibt, die mit ihrer Stimme ein Statement gegen Netflix (und damit gegen „Roma“) abgeben wollten. Am Ende hat er eine Kampagne geführt, bei dem man sich – in seinen Augen – für das Kino (Green Book) und gegen das Streaming-Portal (Netflix) entscheiden sollte. Grundsätzlich kann ich das nachvollziehen, ich hatte mich jedoch gefragt, warum er sich ausgerechnet für Green Book einsetzte? Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht realisiert, dass Steven Spielberg mit seiner Produktionsfirma DreamWorks Pictures den Film mitproduziert hat. (Netflix hatte für „Roma“ geschätzte 50 Millionen Dollar für die Oscar-Kampagne ausgegeben, für „Green Book“ wurden wohl nur 5 ausgegeben)

Nun gut, alles Schnee von gestern. Für mich bedeutet es nur, dass ich für meine Privatwette, solchen Details mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Die Einschaltquoten der Oscar-Verleihung sind um 14% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Was in meinen Augen aber ausschließlich damit zutun hat, dass mit Black Panther, Bohemian Rhapsody und A Star is Born drei Filme nominiert waren, die Kassenschlager in den Staaten waren.

 

Jetzt ist es Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten: 

Die 92nd Academy Awards finden dieses Mal etwas früher, bereits am 09.02.2020 statt. Die Oscar-Nominierungen werden bereits am 13.01.20 bekannt gegeben. Bislang ist noch nicht klar, wer die Oscars moderieren wird, bzw. ob – wie bereits in diesem Jahr (2019) – es eine Oscar-Verleihung ohne einen Gastgeber geben wird.  

Weitere Fakten und ein paar Neuigkeiten der Academy:  

Jeder der 17 Berufszweige innerhalb der Academy hat drei Vorsitzende. Diese Vorsitzende werden für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt und meistens auch für mindestens drei weitere Amtszeiten bestätigt. Beispielsweise sitzen Laura Dern, Whoopi Goldberg und Alfred Molina im Vorstand des mitgliederstärksten Berufszweiges der Schauspieler. Der Directors Branch sitzen derzeit die Filmemacher Susanne Bier, Kimberly Pierce und Steven Spielberg vor. Dieses insgesamt aus 54 Personen bestehende Board of Governors bestimmt dann auch Regeländerung, Strategien für die nächsten Oscars und wählt den Präsidenten innerhalb ihrer Reihen. Das Board of Governors hat am 6.8.19 nun auch einen neuen Präsidenten für A.M.P.A.S. gewählt: Casting Director David Rubin. Nach zwei Amtszeiten und einigen (PR-) Skandalen tritt er damit die Nachfolge von Kameramann John Bailey an. David Rubin ist der 37. Präsident der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences und der erste Casting Director, der diese Position inne hat. 

Steven Spielberg ist seit zig Jahren einer der Vorsitzende des Berufszweiges der Regisseure innerhalb der Academy und damit eine sehr einflussreiche Person bei A.M.P.A.S. Tage nach der Oscarverleihung am 24.2.19 hat Steven Spielberg ein Treffen des Board of Governors anberaumt, in dem er eine Regeländerung bei den Oscars durchsetzen wollte. Netflix-Filme sollten entweder von den Oscars ausgeschlossen werden oder Netflix dazu gezwungen werden, die Filme, die sie für die Oscars einreichen wollen, für einen längeren Zeitraum exklusiv im Kino zu präsentieren. Bei dem Meeting wurde beschlossen, dass es zunächst dahingehend keine Regeländerung geben wird. Ist auch irgendwie logisch, zu viele Academy-Mitglieder arbeiten mittlerweile mit Netflix zusammen.  

Es wurden jedoch ein paar andere Änderungen beschlossen: 

  • Eine Namensänderung des Best Foreign Language Film in Best International Feature. Dies wurde auch geändert, weil beispielsweise Alfonso Cuaron sich beschwerte, dass, wenn er seinen Film „Roma“ in Mexico zeigt, dieser dort nicht fremdsprachig ist. Logisch. (In meinen Beiträgen über die Oscars hatte ich diese Kategorie schon länger als „nicht-englischsprachiger Film“ bezeichnet)
  • die Nominierten in der Kategorie Bestes Make-Up und Beste Frisuren wurden von 3 auf 5 hochgesetzt
  • Die Oscars finden bereits um 15.30 Uhr (Ortszeit in Los Angeles), also zwei Stunden früher statt 

AMPAS hat in diesem Jahr (2019) 842 neue Filmschaffende eingeladen, der Academy beizutreten. Im letzten Jahr waren es 928 neue Mitglieder, dafür sind unter den Eingeladenen in diesem Jahr 50% Frauen, 29% Dunkelhäutige und sehr viele Nicht-Amerikaner. 

Unter den Eingeladenen sind: Jamie Bell, Juan Diego Botto, Sterling K. Brown, Winston Duke, Jennifer Ehle, Claire Foy, Tom Holland, Tom Hollander, Barry Keoghan, Lady Gaga , Tracy Letts, Elisabeth Moss, Peter Mullan, Alexander Skarsgard, die deutsche Schauspieler Nina Hoss, Sebastian Koch. Die Gaga wurde eingeladen, der Schauspiel- oder der Musikerbranche beizutreten. Sprich sie darf sich entscheiden, welchem Berufszweig innerhalb der Academy sie beitreten möchte. Wer genau, die Einladung akzeptiert, weiß man zunächst nicht. 

Deutscher Oscar-Beitrag für die Oscars 2020 ist Nora Fingerscheidts „Systemsprenger“ („System Crasher“). 

Allgemeine Fakten: 

Die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft 20th Century Fox war bis zum 19.03.19 einer der sechs großen Filmstudios, der sogenannten Majors, in Hollywood (Fox, Paramount, Sony, Universal, Warner und Disney). Für 70 Milliarden Dollar hat Disney jetzt ihren einstigen Konkurrenten gekauft. Schon vorher war Disney der größte Medienkonzern der Vereinigten Staaten. Jetzt ist der Konzern mit nunmehr einem Marktanteil von rund 40 Prozent noch mehr der Platzhirsch der Branche. Dieser Disney-Fox-Deal hat natürlich auch Auswirkungen auf die Oscars. So hatte Fox Searchlight immer einige Filme rausgebracht, die später bei den Oscars eine Rolle spielten. 

Netflix ist als erster Streamingdienst dieses Jahr (2019) der MPAA (Verband der Filmproduktionen, der MPAA (Motion Picture Association of America) beigetreten. Netflix gruppiert sich damit an die Seite der Hollywood-Studios, der fünf Majors: Disney, Paramount, Sony, Universal und Warner

So, nun zu den potenziellen Oscar-Filmen: 

Mögliche Oscar-Anwärter  (nicht alle zwingend für die Kategorie Bester Film) kamen folgende Filme von 

dem Sundance Film Festival

  • The Report  (dir. Scott Z. Burns, derzeit bei 84% RT) 
  • The Farewell (dir. Lulu Wang, derzeit bei 99% RT)  
  • The Souvenir (dir. Joanna Hogg, derzeit bei 90% RT)
  • Luce (dir. Julius Onah, derzeit bei 93% RT) 
  • Clemency (dir. Chinonye Chukwu, derzeit bei 96% RT) 
  • The Last Black man in San Francisco (dir. Joel Talbot, derzeit bei 93% RT) 
  • Honey Boy (dir. Alma Ha´rel, derzeit bei 100% RT) 

dem Cannes Film Festival:

  • Rocketman (dir. Dexter Fletcher, derzeit bei 89% RT) 
  • Once Upon a Time in Hollywood (dir. Quentin Tarantino, derzeit bei 85% RT) 
  • Pain & Glory (dir. Pedro Almodovar, derzeit bei 95% RT) 
  • Parasite (dir. Bong Joon-Ho, derzeit bei 100% RT) 
  • The Lighthouse (dir. Robert Eggers, derzeit bei 94% RT) 

Das erste wichtige Herbst-Festival ist das Venice Film Festival, während dieses Filmfestivals startet das kurze Telluride, dann Toronto und schließlich Ende September New York. 

Aus Venedig sind, etwas überraschend, hervorgegangen:

  • Joker (dir. Todd Philipps. Diese Comic-Verfilmung war Gewinner des Goldenen Löwen, derzeit bei 75% RT) 
  • An Officer and a Spy (dir. Roman Polanski. Dieser Film war Gewinner des Großen Preises der Jury, derzeit bei 56% RT) 

Während Telluride habe ich immer wieder eine sehr positive Resonanz für 

  • Marriage Story (dir. Noah Baumbachs, der aber bereits seine Weltpremiere in Venedig feierte, 100% RT) 
  • Ford v Ferrari (dir. James Mangold, derzeit 88% RT) 
  • The Two Popes (dir. Fernando Meirelles, derzeit bei 100% RT) 
  • Waves (dir. Trey Edward Shults, derzeit 90% RT) 
  • Motherless Brooklyn (dir. Edward Norton, derzeit 65% RT) 
  • Uncut Gems (dir. Safdie-Bros, derzeit 96% RT) 
  • Judy (dir. Rupert Goold, nicht wirklich für BP, aber für Renée Zellweger, derzeit 88% RT) 
  • … und natürlich für Parasite (dir. Bong Joon-Ho, der seine Weltpremiere bereits in Cannes feierte, dort die Goldene Palme gewann und – wie gesagt – derzeit 100% RT hat) 

vernommen. 

Aus Toronto haben sich dazugesellt:

  • A Beautiful Day in the Neighborhood (dir. Marielle Heller, derzeit 95% RT)
  • Knives Out (dir. Rian Johnson) (derzeit 100% RT)
  • Just Mercy (dir. Destin Daniel Cretton, derzeit 83% RT) 
  • Hustlers (dir. Lorene Scafaria, in jedem Fall für J.Los Performance derzeit 87%) 
  • Honey Boy (dir. Alma Ha´rel, lief bereits in Sundance, derzeit 100% RT) 
  • Dolemite is My Name (dir. Craig Brewer, derzeit bei 96% RT 
  • The Lighthouse (dir. Robert Eggers, lief erstmalig in Cannes, derzeit bei 94%)
  • Joker (dir. Todd Phillips, lief bereits in Venedig, ich bin noch nicht sicher, ob der Film für BP reicht, aber sehr wahrscheinlich für Joaquin Phoenix,  derzeit bei 75% RT) 

Eher durchwachsene Kritiken gab es für (auch teilweise bereits auf anderen Filmfestivals gezeigte Filme)

  • The Goldfinch (dir. John Crowley, derzeit bei 24% RT)
  • Harriet (dir. Kasi Lemmons, derzeit 67% RT)
  • The Laundromat (dir. Steven Soderbergh, derzeit bei 53% RT)

und 

  • Jojo Rabbit (dir. Taika Waititi, derzeit bei 74% RT), der aber dann – für die meisten überraschend – den Publikumspreis in Toronto gewann. Den Publikumspreis in Toronto gewannen auch die späteren Oscar-Gewinnerfilme „Slumdog Millionaire“, „The King´s Speech“, „12 Years a Slave“ und der diesjährige „Green Book“. 

Ohne einem Screening auf einem der wichtigen Filmfestivals haben wir noch

  • Us (dir. Jordan Peele, derzeit bei 93% RT) 
  • Avengers: Endgame (dir. Anthony Russo, Joe Russo, derzeit bei 94% RT) 

Auf dem Papier bleiben damit vorerst nur folgende Filme die Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film haben: 

The Irishman (dir. Martin Scorsese) Weltpremiere am 27.09.19 auf dem New York Film Festival (wenn wir von unserem  Roadtrip durch die Neuenglandstaaten und ein paar Tage in D.C. morgen rechtzeitig in Manhattan ankommen, sehe ich ihn tatsächlich auch morgen, am späten Nachmittag).

1917 (dir. Sam Mendes) 

Little Women (dir. Greta Gerwig) 

Bombshell (dir. Jay Roach) 

Richard Jewell (dir. Clint Eastwood) 

Dark Waters (dir. Todd Haynes)

Queen & Slim (dir. Melina Matsoukas) 

The Good Liar (dir. Bill Condon) 

Das einzige, was bislang gegen „Marriage Story“ und „The Two Popes“ (und damit auch gegen  „Dolomite is My Name“ und „The Laundromat“) spricht, ist, dass alles Netflix-Filme sind und die haben bekanntlich schon Martin Scorseses „The Irishman“ (der bislang zwar noch nicht gezeigt wurde, aber grundsätzlich erst mal als Oscar-Anwärter quasi gesetzt ist). Üblicherweise kann ein Verleiher sich mit einer ernstzunehmenden Oscar-Kampagne nur auf ein oder zwei Filme konzentrieren. Nachdem was ich gehört habe, ist „Marriage Story“ definitiv drin. Bei „The Two Popes“ wollte ich liebe abwarten, wie dieser Film in Toronto ankommt. Eigentlich zeigen sich alle von diesem Film begeistert. Tja, mal gucken. Wenn Filmkritiker oder Oscar-Experten gefragt werden, welches der beste Film war, den sie dieses Jahr gesehen haben, taucht immer Bong Joon Hos´“Parasite“.  auf. Definitiv ist dieser südkoreanische Film für eine Nominierung (und sicher Gewinn) für Bester Internationaler Film gesetzt, ich gehe jetzt aber auch davon aus, dass er für Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und auch Bester Film nominiert wird.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, Hustlers, (ein Update erfolgt regelmäßig an dieser Stelle) Update: The Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves „Dolomite is My Name“, „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale,The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women, „Just Mercy“

 

Meine derzeitige Prognose (Stand 26.09.19) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe: 

Bester Film

  • Once Upon a Time in Hollywood (Sony Pictures) 
  • Marriage Story (Netflix) 
  • Ford v. Ferrari (produziert 20th Century Fox, jetzt Disney) 
  • The Irishman (Netflix)  – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Parasite (Neon) 
  • Jojo Rabbit (produziert von Fox Searchlight, jetzt Disney) 
  • The Two Popes (Netflix) 
  • Waves (A24) 
  • Joker (Warner Bros.)
  • Just Mercy (Warner Bros.)
  • ————————————-
  • The Farewell (A24) 
  • A Beautiful Day in the Neighborhood (Sony Pictures) 
  • Knives Out (Lionsgate) 
  • 1917 (Universal Pictures) – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Little Women (Sony Pictures) – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Judy (Roadside Attractions)

Beste Regie

Noah Baumbach („Marriage Story“)

Martin Scorsese („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!

Bong Joon-Ho („Parasite“)

Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“)

Taika Waititi („Jojo Rabbit“)

James Mangold („Ford v Ferrari“) 

Marielle Heller („A Beautiful Day in the Neighborhood“)

Sam Mendes („1917“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

Greta Gerwig („Little Women“)  – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

 

Bester Hauptdarsteller

Adam Driver („Marriage Story“)

Joaquin Phoenix („Joker“) 

Jonathan Pryce („The Two Popes“)

Leonardo DiCaprio („Once Upon a Time in Hollywood) 

Christian Bale („Ford v. Ferrari“) 

Adam Sandler („Uncut Gems“)

Eddie Murphy („Dolemite is My Name“)

Antonio Banderas („Pain & Glory“) 

Willem Dafoe („The Lighthouse“) 

Edward Norton („Motherless Brooklyn“)

Taron Egerton („Rocketman“)

Michael B. Jordan („Just Mercy“) 

Matthew Rhys („A Beautiful Day in the Neighborhood“)

Robert DeNiro („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

 

Beste Hauptdarstellerin

Scarlett Johansson („Marriage Story“)

Renée Zellweger („Judy“) 

Awkwafina (The Farewell) 

Alfre Woodward („Clemency“) 

Lupita Nyong ´o („Us“) 

Saoirse Ronan („Little Women“) bisher noch nicht gezeigt!!!!!!

Mary Kay Place („Diane“) 

 

Bester Nebendarsteller 

Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) 

Anthony Hopkins („The Two Popes“) 

Sterling K. Brown („Waves“)

Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood“)  

Alan Alda („Marriage Story“) 

Tracy Letts („Ford v Ferrari“) 

Willem Dafoe („The Lighthouse“) 

Song Kang-Ho („Parasite“) 

Jamie Foxx („Just Mercy“) 

Kelvin Harrison, Jr. („Waves“) 

Al Pacino („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!!

Shia LaBeouf („Honey Boy“) 

 

Beste Nebendarstellerin 

Laura Dern („Marriage Story“) 

Jennifer Lopez („Hustlers“) 

Zhao Shuzhen („The Farewell“) 

Charlize Theron („Bombshell“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

Taylor Russell („Waves“) 

Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) 

Annette Bening (The Report) 

Bekanntlich ist die Oscar-Saison sehr dynamisch. Was heute noch gilt, ist morgen, unter Umständen, schon nicht mehr aktuell. Nach meinem heutigen Kenntnisstand (26.09.19) gehe ich von diesen Oscar-Gewinnern aus: 

Bester Film:

„Marriage Story“

Beste Regie: 

Noah Baumbach (Marriage Story“) 

Bester Hauptdarsteller:

Adam Driver (Marriage Story) hat ein Hammerjahr (erst Oscar-, dann Tony-Nominierung), aber vielleicht ist Adam Driver am Ende mehr der Kritikerliebling und den Oscar staubt Joaquin Phoenix ab. Mit diesem Rennen wäre ich versöhnt mit dem was bei den letzten Oscars gewann. 

(meine Alternative hierfür: Jonathan Pryce, „The Two Popes“, er wurde noch nie für den Oscar nominiert) 

Beste Hauptdarstellerin: 

Scarlett Johannson (Mariage Story)

(meine Alternative, falls ScarJo sich nicht geschmeidig gibt und nicht aufhört, dummes Zeug von sich zu geben: Renee Zellweger, „Judy“) 

Bester Nebendarsteller:

Brad Pitt (er will scheinbar keine Kampagne führen, mal sehen ob sich das noch ändert.  im Moment keine wirkliche Alternative) 

Beste Nebendarstellerin

Laura Dern (Marriage Story), derzeit sehen einige Oscar-Experten sogar einen Oscar-Gewinn für  

Jennifer Lopez,, ich habe „Hustlers“ gestern gesehen und frage mich, wie die darauf kommen. 

 

Mein derzeitiger Oscar-Gewinner-Film, Trailer zu sehen:

TV-Serie: „Unbelievable“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Unbelievable“ (seit dem 13.09.19 weltweit auf Netflix zu sehen)   8 x approx. 60 min   drama, biopic, adaption

dir. Lisa Cholodenko, Michael Dinner, Susannah Grant   cast: Kaitlyn Dever, Toni Collette, Merritt Wever, Dale Dickey, Elizabeth Marvel, Eric Lange, Vanessa Bell Calloway, Danielle MacDonald, Bill Fagerbakke

 

Im Jahr 2008 wird die 18-jährige Marie Adler (Kaitlyn Dever) vergewaltigt. Als sie den Fall bei der Polizei zu Protokoll gibt, muss sie ihre Aussagen ständig wiederholen. Der Täter hatte auch keinerlei Spuren hinterlassen. Bald muss Marie realisieren, dass die beiden männlichen Polizisten Det. Parker (Eric Lange) und Det. Pruitt (Bill Fagerbakke) ihre Ausführungen anzweifeln. Das hat schließlich zur Folge, dass sie ihre Aussage zurückzieht…

Im Jahr 2011 ermittelt Detective Karen Duvall (Merritt Wever) in einem ganz anderen Bundesstaat an einem Vergewaltigungsfall, entdeckt Ähnlichkeiten zu einem weiteren Fall und wendet sich schließlich an eine ihrer Kolleginnen, Detective Grace Rasmussen (Toni Collette). Ein Serienvergewaltiger scheint sein Unwesen zu treiben…

 

B (Wertung von A bis F) „Unbelievable“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption des Artikels „An Unbelievable Story of Rape“ von T. Christian Miller, ProPublica und Ken Armstrong, The Marshall Project. Serienschöpfer sind die amerikanische Drehbuchautorin (Erin Brockovich“, The Soloist) und Filmemacherin Susannah Grant, die israelisch-amerikanische Autorin Ayelet Waldman und der amerikanische Romanautor Michael Chabon („Wonder Boys“). Bei den ersten drei Episoden hat die amerikanische Drehbuchautorin und Filmemacherin Lisa Cholodenko („Laurel Canyon“, The Kids Are All Right, HBO-Miniserie „Olive Kitteridge“) Regie geführt. 

Hier werden zunächst zwei voneinander getrennte Geschichten erzählt. In der einen Handlungsebene folgt man der 18-Jährige Marie (gespielt von Kaitlyn Dever), die das traumatische Erlebnis einer Vergewaltigung verarbeiten muss und sich später auch noch damit auseinandersetzen muss, dass weder die Polizei, noch ihre Pflegemütter oder Freunde ihr glauben, dass sie überhaupt vergewaltigt wurde. In der anderen Handlungs- und Zeitebene suchen zwei Polizistinnen einen Serienvergewaltiger. Diese Mini-Serie hätte man sicher kompakter gestalten und die Geschichte in der Hälfte der Zeit erzählen können. Damit wäre einem dann aber das Zusammenspiel der beiden, so unterschiedlichen Polizistinnen (gespielt von Merritt Wever und Toni Collette) entgangen und vielleicht hätte sich dieser langsame Aufbau dann auch nicht mit der finalen Episode so ausgezahlt. 

Meine große Entdeckung ist hier Merritt Wever. So ganz stimmt das natürlich nicht, erstmalig lobend erwähnt habe ich sie in meinem Beitrag über die TV-Serie Nurse Jackie im Jahr 2010. Merritt Wever hat mich mit ihrem exzellenten Spiel hier an die wunderbare Elizabeth Moss erinnert. Ich finde ihre Serienfigur aber auch sehr angenehm. Det. Karen Duvall hat eine leise, warme Stimme, weiche Tonlage und eine zurückgenommene, in sich ruhende Art, sie ist verständnisvoll ohne anbiedernd zu sein.

Meine Lieblingsszenen: 

  • Das Gespräch der beiden Polizistinnen im Auto (Episode 6)
  • Das Verhör mit dem Bruder (Episode 7)
  • Die letzten vielleicht fünf Minuten von Episode 7

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Marie hatte keine einfache Kindheit, sie ist in Heimen und bei verschiedenen Pflegeeltern aufgewachsen. Eines Tages wird sie Opfer einer Vergewaltigung. Die Polizei hegt Zweifel an ihren Aussagen. Gespielt wird Marie von der amerikanischen Schauspielerin Kaitlyn Dever. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „Justified“) und Kinofilmen (u.a. The Spectacular Now!, Short Term 12, Outside In, Booksmart mitgespielt) 

Detective Karen Duvall arbeitet zunächst an dem Vergewaltigungsfall von Amber (gespielt von Danielle Macdonald) und ermittelt später gemeinsam mit Detective Grace Rasmusen (gespielt von Toni Collette), um einen Serienvergewaltiger zu finden. Karen Duvall ist mit Max (gespielt von Austin Hébert) verheiratet und hat zwei Töchter. Gespielt wird Det. Duvall von der amerikanischen Schauspielerin Merritt Wever. Bekannt geworden ist sie durch die TV-Serie Nurse Jackie,. Sie hat aber seither auch in anderen TV-Serien (u.a. „The Walking Dead“ und „Godless“) gespielt und war auch in einigen Kinofilmen (u.a. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)) zu sehen. Sie hat zwei Emmys für die TV-Serien  „Nurse Jackie“ und „Godless“ gewonnen und eine weitere Emmy-Nominierung für die TV-Serie „Nurse Jackie“ erhalten. 

Detective Grace Rasmussen arbeitet bereits seit 14 Jahren als Detective und ermittelt später mit Det. Karen Duvall (gespielt von Merritt Wever) daran, einen Serienvergewaltiger zu finden. Grace Rasmussen ist mit Steve (gespielt von Kai Lennox), der für die Generalstaatsanwaltschaft arbeitet, verheiratet. Det. Grace Rasmussen wird von der australischen Schauspielerin Toni Collette gespielt. Erstmalig aufgefallen ist sie mir in „Muriel´s Wedding“ und seither ist sie in vielen Kinofilmen (u.a. „About a Boy“, „Little Miss Sunshine“, Enough Said, Lucky Them, Hereditary) zu sehen. Toni Collette hat eine Oscar-Nominierung für ihre Performance in „The Sixth Sense“ und drei Emmy-Nominierungen für „United States of Tara“ und „Tsunami: The Aftermath“ erhalten. Für die Serie „United States of Tara“ hat sie schließlich den Emmy gewonnen. 

„Unbelievable“ ist seit dem 13.09.19 auf Netflix zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie – „Succession, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 1“ (in D. beispielsweise über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  comedy, drama 

dir. Adam McKay, Mark Mylod, Adam Arkin, Andrij Parekh, Miguel Arteta, S. J. Clarkson   cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Nicholas Braun, Kieran Culkin, Matthew Macfadyen, Alan Ruck, Sarah Snook, Hiam Abbass, Peter Friedman, Justine Lupe, Eric Bogosian, James Cromwell 

 

Logan Roy (Brian Cox) ist ein sehr einflussreicher Medienmogul, Waystar Royco zählt zu den größten Medienkonzernen der Welt. Nun ist er aber nicht mehr der Fitteste und eigentlich war es abgemacht, dass er zu seinem 80. Geburtstag die Leitung seines weltweiten Imperiums seinem zweitältesten Sohn Kendall (Jeremy Strong) überträgt. Der alte Herr hat es sich jedoch anders überlegt…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Logan Roy hat selbstverständlich rein gar nichts, also überhaupt nichts, mit Rupert Murdoch zutun. Auch sind die Ähnlichkeiten von Waystar Royco und News Corp natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers , The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Adam McKay hat auch bei der Pilotfolge Regie geführt. 

Es gibt TV-Serien, die perfekt in die Zeit passen, in der sie erstmalig ausgestrahlt werden. Ich erinnere mich da besonders an die erste Staffel von Mr. Robot (im Jahr 2015) und The Handmaid´s Tale (im Jahr  2017). „Succession“ kreist um das meinungsmachende Imperium von Logan Roy und ist eine Serie über Supereiche, die über die Gestaltung der Gesellschaft mitbestimmen, ohne selbst einen Bezug zur „normalen“ Bevölkerung zu haben. Damit passt „Succession“, in meinen Augen, genau in die Zeit 2018/2019 usw. 

Zugegebenermassen springe ich dieses Mal etwas spät auf den Zug auf. Auch wenn ich im letzten Jahr bereits an der ersten Staffel interessiert war, gab es einfach zu viele hervorragende Serien, die meine Aufmerksamkeit erforderten. An den überragenden Kritiken der aktuell laufenden zweiten Staffel komme ich nun aber definitiv nicht mehr vorbei. Zunächst musste ich mir aber die erste Staffel anschauen. 

Hier geht es um die „Roys“, die dem amerikanischen Geldadel angehören, genauer die zu den sogenannten „1%“ zählen. Megareiche, die mit sich selbst überfordert sind, die Bodenhaftung völlig verloren haben, sich vermutlich selbst und alle anderen hassen. Sie begegnen anderen, aber selbst ihren engsten Familienmitgliedern, mit einer unglaublichen Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit. So hauen sich die einzelnen Charaktere permanent irgendwelche Gemeinheiten um die Ohren. Was die Kinder von Logan Roy betrifft, suchen diese letztendlich nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Definitiv ist dies keine Serie, bei der man mit, auch nur einem der Beteiligten tauschen will und wenn man es nicht eh schon wüsste, wäre das hier der Beweis, dass Geld nicht glücklich macht. Gute Menschen oder gar Sympathieträger sucht man in dieser Serie vergeblich. Die Charaktere wären eigentlich kaum zu ertragen, wenn das Ganze nicht als schwarze Tragikomödie aufgezogen wäre. Die Dialoge sind unglaublich brillant. Ich weiß nicht, wie oft ich lauthals lachen musste. Meine unbedingte Empfehlung: die Serie in der Originalfassung, vielleicht mit englischen Untertiteln, schauen.

Die Besetzung jedes einzelnen dieser komplexen Charaktere ist makellos. 

Schauspielerisch und inszenatorisch ist „Succession“ manchmal so überzeugend, dass man glaubt, eine Reportage über diese dysfunktionale Milliardärs-Familie zu sehen. 

Greg, der Cousin von Connor, Kendall, Roman und Shiv, ist nicht im Wohlstand aufgewachsen und reicht damit vielleicht am Anfang noch am ehesten als Identifikationsfigur für den Zuschauer. Zumindest sieht man die superreichen Roys anfänglich durch seine (scheinbar naiven) Augen.

Am meisten habe ich mich sicher über den, von Kieran Culkin verkörperter Roman Roy amüsiert. Vielleicht ist er sowas wie mein Lieblingscharakter der Serie. Es macht aber auch wahnsinnig viel Spaß, den Möchtegerns und irgendwie Außenseitern Greg und Tom (gespielt von Nicholas Braun und Matthew Macfadyen) zuzuschauen. Brian Cox hebt das Niveau jedes Projektes und ist die perfekte Besetzung des Logan Roy. Brian Cox zeigt hier über die gesamte erste Staffel einige Facetten seines Talents.

Was wären Schauspieler ohne ihre Stimme und ihre Sprache? Synchronisationen nehmen ihnen genau das, das sollte man sich immer vor Augen halten. 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich es kaum erwarten kann, wie es mit den Charakteren in der zweiten Staffel weitergeht und ich endlich wieder diesen tollen Score hören kann.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Logan Roy ist in Schottland geboren. Er hat sich selbst ein Imperium aufgebaut, dadurch fällt es ihm auch schwer, seinen verwöhnten Kindern, die noch nichts in ihrem Leben erreicht haben, die Nachfolge seines Lebenswerks zu überlassen. Logan ist der CEO eines der weltweit größten Medienkonzerne: Waystar Royco. Ähnlichkeiten zu Rupert Murdoch sind, wie gesagt, rein zufällig. Er ist in dritter Ehe mit Marcia (gespielt von Hiam Abbass) verheiratet. Er hat mit Connor (gespielt von Alan Ruck), Kendall (gespielt von Jeremy Strong) und Roman (gespielt von Kieran Culkin) drei Söhne und eine Tochter: Siobhan (gespielt von Sarah Snook). Logan ist 80 Jahre alt und wollte eigentlich kürzer treten und die Führung seines Konzerns seinem zweitältesten Sohn Kendall überlassen. Er hat es sich aber anders überlegt. Gespielt wird der Patriarch von dem schottischen Schauspieler Brian Cox. Der Theater-, TV- und Filmschauspieler hat in unzähligen Kinofilmen („Braveheart“, „The Bourne Identity“, Zodiac, The Escapist, The Good Heart) und TV-Serien („Deadwood“, „The Game“, „Penny Dreadful“) mitgespielt. Für seine Performance in der TV-Serie „Nuremberg“ hat er einen Emmy gewonnen. Für seine Rolle in der TV-Serie „Frasier“ wurde er für einen weiteren Emmy nominiert. 

Kendall „Ken“ Roy ist der zweitälteste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Eigentlich sollte Kendall die Nachfolge seines Vaters als CEO bei Waystar Royco antreten, Logan hat es sich jedoch anders überlegt. Kendall hat eine Drogenvergangenheit, was wohl auch ein Grund für seine Ehefrau Rava (gespielt von Natalie Gold) war, ihn mit den beiden Kindern zu verlassen. Gespielt wird Kendall von dem amerikanischen Schauspieler Jeremy Strong. Auch wenn ich wahrscheinlich noch nicht erwähnt habe, hat er in einigen hervorragenden Kinofilmen (Lincoln, Robot & Frank, Zero Dark Thirty,  The Big Short, Molly´s Game) mitgespielt. Auch war er u.a. in den TV-Serien „The Good Wife“ und „Masters of Sex“ zu sehen.

Roman „Rome“ Roy ist der jüngste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Roman arbeitet bei Waystar Royco, naja, er arbeitet nicht wirklich, aber er hat dort ein Büro.  Gespielt wird Roman von dem amerikanischen Schauspieler Kieran Culkin. Seine erste Rolle hatte er neben seinem Bruder Macauley in „Home Alone“. Er hat in ein paar guten Filmen („The Cider House Rules“, „Igby Goes Down“, Margaret) mitgespielt. Auch hat er in der zweiten Staffel der TV-Serie „Fargo“ mitgewirkt. 

Siobhan „Shiv“ Roy ist die einzige Tochter (aus der 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Sie ist die Halbschwester von Connor (gespielt von Alan Ruck) und die Schwester von Kendall und Roman (gespielt von Jeremy Strong und Kieran Culkin) Sie arbeitet als politische Beraterin. Demnächst will sie ihren langjährigen Freund Tom Wambsgans (gespielt von Matthew Macfadyen)  heiraten. Gespielt wird Shiv von der australischen Schauspielerin Sarah Snook. Sie war bereits in einigen Kinofilmen (u.a Steve Jobs, The Glass Castle, Winchester) zu sehen. 

Connor „Con“ Roy  ist der ältester Sohn (aus der 1. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox).  Con lebt auf einer abgelegenen Ranch in New Mexico. Willa (gespielt von Justine Lupe) ist sowas wie seine Freundin, auch wenn er sie kennenlernte, als er ihre Dienste als Callgirl in Anspruch nahm. Das sorgt auch immer wieder für böse Spitzen in ihre Richtung. Connor wird von dem amerikanischen Schauspieler Alan Ruck gespielt. Unvergessen ist er natürlich als „Cameron“ in „Ferris Bueller´s Day Off“. Seither hat er in vielen TV-Serien („Mad About You“, „Spin City“, „The Exorcist“) mitgespielt und war auch in ein paar Kinofilmen („Speed“, War Machine) zu sehen. Neben seiner Ehefrau, Mireille Enos (TV-Serie „The Killing“) hat Alan Ruck in der TV-Serie „The Catch“ gespielt. 

Tom Wambsgans ist der langjährige Freund/später Verlobte von Shiv Roy (gespielt von Sarah Snook). Er arbeitet bei Waystar Royco. Gespielt wird Tom von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen.  Er hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, „Death at a Funeral“, Frost/Nixon) und TV-Serien („Spooks“, „Ripper Street“) mitgespielt. 

Marica Roy ist die dritte Ehefrau von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Gespielt wird Marcia von der israelischen Schauspielerin („Paradise Now“, „Munich“, The Visitor) und Regisseurin Hiam Abbass. 

Greg ist der Enkel von Logan Roys Bruder Ewan (gespielt von James Cromwell)), damit ist er ein Cousin von Kendall, Roman, Shiv und Connor. Greg selbst ist nicht im Wohlstand aufgewachsen, am Anfang sieht man die ultrareichen Roys mit seinen Augen. Er wirkt etwas naiv und unbeholfen, zeigt aber schon bald einen gewissen Ehrgeiz. Gespielt wird Greg von dem amerikanischen Schauspieler Nicholas Braun. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „10 Things I Hate About You“) und Kinofilmen (u.a.The Perks of Being a Wallflower) mitgewirkt. Nicholas Braun ist sehr groß (fast 2 Meter), was in dieser Serie tatsächlich öfter auffällt. 

Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  ist in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

Die erste Staffel von „Succession“ wurde für fünf Emmys nominiert, u.a. Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKays Pilotfolge), Outstanding Writing for a Drama Series (für den Serienschöpfer Jesse Armstrong und die finale Episode der ersten Staffel„Nobody is Ever Missing“) 

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18 – 5.8. 18 auf HBO gezeigt. Die zweite Staffel läuft seit dem 11.8.19 auf HBO. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man die OV der ersten Staffel über den deutschen iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Mindhunter, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 2. Staffel“ (seit dem 16.8.19 auf Netflix zu sehen)  9 x approx. 60 min  crime, drama, adaptation 

dir. David Fincher, Andrew Dominik, Carl Franklin   cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv, Michael Cerveris, Stacey Rocca, Lauren Glazier, Albert Jones, Sierra McClain, Joe Tuttle, Albert Jones, Cotter, Smith, Cameron Britton, Christopher Livingston, Oliver Cooper, Damon Herriman, Michael Filipowich, Christopher Backus, Morgan Kelly, Robert Aramayo, Corey Allen, Sonny Valicenti  

 

April 1980, FBI-Agent Bill Tench (Holt McCallany) wird mit einem Cold Case konfrontiert. Der BTK (Bind, Torture, Kill)-Fall, dieser Serienmörder ist noch auf freiem Fuß, soll sieben Menschen getötet haben und wird voraussichtlich noch weiter morden. Außerdem bekommt Bill, Dr. Wendy Carr (Anna Torv) und Holden Ford (Jonathan Groff) einen neuen Chef vorgesetzt: Ted Gunn (Michael Cerveris). Er verspricht ihnen und ihrer Verhaltensforschungsabteilung die vollste Unterstützung. Während Bill sich um eine private Sache Zuhause kümmern muss, fährt Holden allein nach Atlanta, um den Serienmörder William Pierce Jr. (Michael Fillipowich) zu interviewen. In Atlanta erfährt er davon, dass in den vergangenen sieben Monaten acht afroamerikanische Kinder ermordet wurden, drei weitere werden vermisst. Ein weiterer Serienmörder scheint sein Unwesen zu treiben…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf John E. Douglas´ und Mark Olshakers Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australische Dramatiker und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er mitproduziert. Bei der zweiten Staffel hat David Fincher bei den ersten drei der neun Episoden Regie geführt.

Ist es schon wieder zwei Jahre her, dass mich die erste Staffel von „Mindhunter“ so begeisterte? Die Zeit vergeht, die Serie bleibt sich aber auch in der zweiten Staffel treu. Diese Serie ist geradezu mit provozierender Langsamkeit erzählt, darauf muss man sich als Zuschauer einlassen können und wollen. Auch wenn es hier hauptsächlich um (tatsächlich reale) Serienmörder geht, fließt hier kein Blut. Die grausamen Verbrechen spielen sich mehr im Kopf des Zuschauers ab. „Mindhunter“ ist ein meisterhaft erzähltes Charakterdrama vor dem Hintergrund der Kriminalpsychologie und dem Erstellen von Täterprofilen bei Gewaltverbrechen. Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahren war der Beginn des heute bekannten Profilings. Der FBI-Fallanalytiker John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und sein Kollege Robert Ressler dienten als Vorlage für die fiktiven Protagonisten Holden Ford und Bill Tench. In der zweiten Staffel arbeiten die beiden FBI-Agenten später erstmalig tatsächlich an einem Serienmörder-Fall. Die zweifellos besten Szenen in der zweiten Staffel sind die Befragungen der verurteilten Gewaltverbrecher, Mörder bzw. Serienmörder. Die brillanten Dialoge ziehen sich aber durch die komplette Staffel. Hervorheben möchte ich eine, von David Fincher inszenierte Szene, in der Bill einen Zeugen in einem Auto vernimmt (Episode 2), aber natürlich liebe ich auch die gesamte Charles Manson-Sequenz von dem Moment, in dem sie sich im Büro seine (gar nicht so schlechte) Musik anhören über die eigentlichen Interviews mit Manson und Tex Watson bis zur späteren Analyse (Episode 5). Ich liebe aber auch die Sequenz, die ihre 5-wöchige nächtliche Überwachung der Brücken zusammenfasst (Episode 8). 

Am Ende dieser Staffel war ich etwas unbefriedigt, was aber mehr mit der Verurteilung des Serienmörders zutun hat. Selbstverständlich habe ich mir auch diese Staffel zwei Mal angeschaut und einzelne Szenen könnte ich mir immer wieder anschauen. Der Elektroscore ist vertraut und großartig, die Szenenbilder sind so detailgetreu, dass man nie Zweifel hegt, dass die Serie tatsächlich Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre spielt. 

Die erste Staffel begann bei den meisten Episoden mit einer kurzen Szene, in der man einen mysteriösen Mann sieht. Es stellte sich heraus, dass es sich bei ihm um den BTK-Serienmörder handelt. Diese Tradition wird auch bei den meisten Episoden der zweiten Staffel fortgesetzt. Die 2. Staffel beginnt im April 1980 und Special Agent Bill Tench bekommt den BTK-Fall als Cold Case auf seinen Tisch. Er ermittelt auch an dem Fall, befragt einen Zeugen, nur jetzt spielt das wahre Leben rein, der BTK-Killer wurde erst wesentlich später gefasst. Offiziell gibt es zwar noch keine Bestätigung für eine dritte Staffel, man kann aber davon ausgehen, dass sich der BTK-Fall wie ein roter Faden durch die Serienstaffeln ziehen wird. Das kommt auch nicht von ungefähr, der Vorlagenlieferant dieser Serie, John E. Douglas, hat nämlich zusammen mit Johnny Dodd ein Buch über den BTK-Killer geschrieben („Inside the Mind of BTK: The True Story Behind the Thirty-Year Hunt for the Notorious Wichita Serial Killer.“)

Ein kleiner Auszug von den befragten Gewaltverbrechern bzw. Serienmördern in Staffel 2:

  • David Berkowitz, genannt „Son of Sam“,  gespielt von dem amerikanischen Schauspieler Oliver Cooper 
  • William „Junior“ Pierce, gespielt von dem amerikanischen Schauspieler Michael Fillipowich
  • William Henry Hance, gespielt von Corey Allen 
  • Elmer Wayne Henley, gespielt von dem englischen Schauspieler Robert Aramayo 
  • Ed Kemper, erneut von dem großartigen amerikanischen Schauspieler Cameron Britton gespielt. 
  • Charles Manson, der Sektenführer wird von dem australischen Schauspieler Damon Herriman gespielt (er war bereits als Charles Manson kurz in Once Upon a Time…in Hollywood  zu sehen) 
  • Paul Bateson hatte sogar in William Friedkins „The Exorcist“ einen kurzen Auftritt, bevor er später zum Mörder wurde. Gespielt wird Bateson von dem kanadischen Schauspieler Morgan Kelly. 
  • Wayne Williams, gespielt wird er von Christopher Livingston 

Die zweite Staffel von „Mindhunter“ steht seit dem 16.08.19 auf Netflix zur Verfügung. 

Trailer zu sehen:

Berlin – Film: „Pain & Glory“

Ich war am 30.08.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Pain & Glory“ (Originaltitel: „Dolor y gloria“, dt. Filmtitel: „Leid und Herrlichkeit“, dt. Kinostart war der 25.07.19)  112 min  drama 

dir. Pedro Almodóvar  cast: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Asier Etxeandia, Raúl Arévalo, Leonardo Sbaraglia

 

Vor mehr als dreißig Jahren feierte der Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) seine größten Erfolge. Mittlerweile ist er alt und leidet unter vielen chronischen Krankheiten, ist depressiv und steckt schon länger in einer Schaffenskrise. In letzter Zeit erinnert er sich Immer öfter an seine Kindheit. Jetzt hat die Madrider Cinemathek seinen Film „Sabor“ restauriert und ihn zur Wiederaufführung eingeladen. Salvador kommt auf die Idee, den damaligen Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia) zu besuchen. Sie haben sich seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen und sind damals im Streit auseinandergegangen…  

 

A- (Wertung von A bis F) „Pain & Glory“ ist ein semi-autobiografischer Film des spanischen Autorenfilmers Pedro Almodóvar („Women on the Verge of a Nervous Breakdown“, „All About My Mother“, „Talk to Her“, „Volver“).

Beinahe wäre dieser Film an mir vorbeigegangen. Den internationalen Filmtitel („Pain & Glory“) hatte ich natürlich parat, mit dem seltsam eingedeutschten Titel „Leid und Herrlichkeit“ wusste ich gar nichts anzufangen. Ist aber gerade noch mal gut gegangen. 

Ich weiß nicht, wie man diesen Film beurteilt, wenn man mit Almodóvars Werken nicht vertraut ist und seine Filme nicht mag. Seinen neuesten Film empfand ich als ehrliches, wenn auch schmeichelndes Selbstporträt. Immer wieder die Kindheitserinnerungen, bei dem man den Jungen mit seiner geliebten Mutter (hier gespielt von Penélope Cruz) sieht. Auch wenn er aus sehr einfachen Verhältnissen stammt, war es wohl zweifelsfrei eine unbeschwerte und schöne Kindheit, dann das erste sexuelle Begehren als er einem etwas älteren Jungen dabei zuschaut, wie er sich nackt wäscht. In der Gegenwart sieht man den alternden Regisseur, der unter unzähligen Krankheiten (die dem Zuschauer nachhaltig originell präsentiert werden) leidet, die Schaffenskrise, der Besuch bei einem alten Weggefährten, das Wiedersehen mit seiner großen Liebe, etc. „Pain & Glory“ ist für den spanischen Filmemacher, klar, ein sehr persönlicher Film, nicht nur die Geschichte, die diese autobiografischen Momentaufnahmen enthält, Salvadors Wohnung ist tatsächlich auch mit Almodóvars eigenen Möbeln und Kunstwerken ausgestattet und selbst Antonio Banderas trägt Kleidung des Filmemachers. Insgesamt ist dieser Film für mich einer seiner besten. 

Antonio Banderas gibt hier eine sehr in sich ruhende, würdevolle Performance, genauso wie Penelope Cruz in einer kleineren Rolle. Ich hatte schon öfter davon gesprochen, dass mir Mrs. Cruz immer noch einen Tick besser gefällt, wenn sie in ihrer Muttersprache spricht und spielt. Das trifft für mich hier auch auf Antonio Banderas zu. 

„Pain & Glory“ wurde von Spanien als Beitrag für die Oscars 2020 in der Kategorie Bester Internationaler Film eingereicht und ist zudem noch für einige andere Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Antonio Banderas), Bestes Originaldrehbuch Update: „Pain & Glory“ wurde für zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller (Antonio Banderas) und Bester Internationaler Film) nominiert. 

„Pain & Glory“ feierte seine internationale Premiere auf dem Cannes Filmfestival 2019. Auf diesem Filmfestival hat der Komponist Alberto Iglesias den Preis für den besten Soundtrack gewonnen und Antonio Banderas wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Der Film wird derzeit noch auf den Herbstfestivals gezeigt und startet regulär am 4.10.19 in den amerikanischen Kinos. „Pain & Glory“ läuft unter dem Filmtitel „Leid und Herrlichkeit“ seit dem 25.07.19 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Systemsprenger„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Deutscher Spielfilm, Gewinner des Silbernen Bären/Alfred Bauer-Preis auf der Berlinale und Film, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Dieses Kind geht mir leider bereits im Trailer auf die Nerven, daher kann ich mir wohl auch nicht den Film anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Synonymes„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der Originalfassung mit dt. Untertiteln) 

Kommentar: Französisch-israelisch-deutsche Koproduktion, Gewinner des Goldenen Bären auf der Berlinale 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „M.C. – Escher Reise in die Unendlichkeit„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 

L.A. – Film: „Scary Stories to Tell in the Dark“

Ich war am 10.08.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Scary Stories to Tell in the Dark“ (dt. Kinostart: 31.10.19)  108 min   horror, adaptation

dir. André Ovredal  cast: Zoe Colletti, Michael Garza, Austin Abrams, Austin Zajur, Gabriel Rush, Dean Norris, Gil Bellows, Lorraine Toussaint 

 

Halloween im Jahr 1968. Die Teenager Stella (Zoe Colletti), Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) haben sich mit dem Halbstarken Tommy (Austin Abrams) und seinen Kumpels angelegt. Sie hatten aber Glück, dass ihren ein Fremder (Michael Garza) zu Hilfe kam.  Irgendwann am Abend landen die Vier in dem berühmten Spukhaus der Kleinstadt. In einem versteckten Raum des seit vielen Jahren leerstehenden Gebäudes entdecken sie schließlich ein Buch, das Sarah, der Tochter des Hauses einst gehörte. Stella nimmt das Buch an sich, wenn das mal nicht ein Fehler war…

 

C (Wertung von A bis F) „Scary Stories to Tell in the Dark“ basiert auf Alvin Schwartz´gleichnamigen Kinderbuchserie. Es ist der neue Film des norwegischen Autors und Filmemacher André Ovredal („Trollhunter“, „The Autopsy of Jane Doe“). 

Es ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe und viel habe ich gar nicht zu sagen. Teenager sind auch eher die Zielgruppe dieses konventionellen Horrorfilms. Vielleicht ist ein Spielfilm auch das falsche Format, diese kleineren Geschichten zu erzählen. Mit Ausnahme von der Protagonistin Stella erfährt man wenig über die Charaktere und entsprechend schwer fällt es auch, mit ihnen mitzufiebern. Außerdem verhalten sich die Charaktere auch manchmal äußerst dämlich, was mich generell in Horrorfilmen ärgert. Es gibt ein paar ganz okaye (Horror-) Effekte, aber sonst ist dieser Film wirklich nichts Besonderes.  

„Scary Stories to Tell in the Dark“ ist am 9.8.19 in 3,135 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film soll am 31.10.19 ins deutsche Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „It Chapter Two„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Habe weder Original noch Remake gesehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht, ist mir zu lang


Trailer v. Film: „21 Bridges„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actionthriller mit Chadwick Boseman und J.K. Simmons

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Don´t Let Go„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Thriller mit David Oyelowo 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei hervorragenden Kritiken


Trailer v. Film: „47 Meters Down: Uncaged„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Dieser kann nur besser sein als der Vorgänger

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Todas Caen„

Bewertung des Trailers: D+ (Trailer in Originalsprache mit englischen Untertiteln) 

Kommentar: mexikanische RomCom

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher gehe ich nie wieder ins Kino

San Francisco – Film: „The Last Black Man in San Francisco“

Ich war am 3.8.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Last Black Man in San Francisco“  121 min   drama

dir. Joe Talbot  cast: Jimmie Fails, Jonathan Majors, Danny Glover, Mike Epps, Finn Wittrock, Thora Birch

 

Jimmie (Jimmie Fails) kann sich keine eigene Wohnung in San Francisco leisten und lebt bei seinem besten Kumpel Mont (Jonathan Majors) und dessen Opa (Danny Glover). Er träumt aber schon ewig davon, in das viktorianische Haus, das sein Opa im Jahr 1946 gebaut hat, einzuziehen. Als dieses Haus eines Tages leersteht, sieht er seine große Chance…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Last Black Man in San Francisco“ ist das Regiedebüt (Spielfilm) von Joe Talbot. Der Film erzählt vage seine Geschichte und die seines besten Freundes Jimmie Fails. Jimmie Fails spielt sich dabei in diesem Film selbst.  

In den Großstädten der Welt sind die Mieten in den letzten Jahren teils ins Unermessliche gestiegen, es werden nur noch Luxus-Wohnungen bzw. -Häuser gebaut, die sich die „normalen“ Einwohner immer weniger leisten können. Die Familien, die seit Generationen in einer Stadt leben bzw. die Bewohner, die in einer Stadt aufgewachsen sind, müssen müde und hilflos dabei zuschauen, wie sie aus ihrer Heimat gedrängt werden, um Platz für Wohlhabende zu machen. Mitunter sind es aber genau diese Einheimischen, die die Stadt erst zu dem Sehnsuchtsort für Touristen und Wohlhabende gemacht haben. Ich beobachte immer mehr, dass schöne Cafés & Restaurants, kleine Boutiquen und originelle Geschäfte in den Innenstädten der weltweit schönsten Städte verschwinden. Dafür gibt es an jeder Ecke irgendwelche Luxus-Läden, Banken und Drogerie-, Fast Food- und Bekleidungsketten. Die Städte verlieren zunehmend an Flair. 

Gentrifizierung ist ein interessantes Thema für einen Film. Normalerweise ist es mir gleich, ob ich einen Film in einer Stadt sehe, in der die Geschichte spielt. Hier empfand ich es relevant, insbesondere, wenn ich auf meinem Rückweg zum Hotel, den unzähligen Obdachlosen und Drogenabhängigen auf den Straßen (die sich in den letzten zwanzig Jahren, die ich nun San Francisco regelmäßig bereise, mehr als verdoppelt haben) begegnet bin. Der Regisseur zeichnet ein authentisches Bild samt der Problematik seiner Heimatstadt und geht der Frage nach, wie man im Leben ein Zuhause findet. Auch ist „The Last Black Man in San Francisco“ ein Film über eine Freundschaft. 

Die Regie eines Films fällt mir immer dann ins Auge, wenn sie besonders gut oder besonders schlecht ist. Joe Talbots Inszenierung hat mich richtig mitgerissen. Er zeigt die Vielfältigkeit der Einwohner dieser, so weltoffenen Stadt, mal in Nahaufnahme und mal Zeitlupe und lässt einem durch Momentaufnahmen etwas an der Atmosphäre teilhaben. Ich liebe, liebe, liebe die Sequenz, die mit einer sehr schönen Version des Songs „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“ unterlegt ist. Überhaupt ist der Soundtrack fantastisch. Schauspielerisch habe ich auch nichts zu mäkeln. Ich hätte schwören können, dass ich Jimmie Fails bereits in einem anderen Film gesehen habe. Kann ich aber nicht, da dies tatsächlich der erste Spielfilm ist, in dem er mitspielt. 

Für mich ist „The Last Black Man in San Francisco“ einer der besten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Er bewirbt sich damit um einen Platz in meiner Top Ten. Update: „The Last Black Man in San Francisco“ ist einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„The Last Black Man in San Francisco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jimmie Fails), Bester Nebendarsteller (Jonathan Majors, Danny Glover), Bestes Originaldrehbuch

„The Last Black Man in San Francisco“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den U.S. Dramatic Special Jury Award gewonnen und Joe Talbot wurde für seine Regie mit dem U.S. Dramatic Directing Award ausgezeichnet. Der A24-Film ist am 07.06.19 in sieben Kinos in den U.S.A. gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 207 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart geplant. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Them That Follow„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Thriller mit Olivia Colman, Kaitlyn Dever, Lewis Pullman – auch wenn ich wegen der Schlangen wahrscheinlich Albträume haben werde, muss ich den sehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brian Banks„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Biopic mit Greg Kinnear 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Luce„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Drama mit Naomi Watts, Octavia Spencer und Tim Roth

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Art of Racing in the Rain„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Romanverfilmung und neuer Film von Simon Curtis.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „The Goldfinch„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Romanverfilmung mit Nicole Kidman, Ansel Elgort, Sarah Pauslon u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „The Farewell“

Ich war am 02.08.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Farewell“(dt. Kinostart: 19.12.19)   98 min  comedy, drama

dir. Lulu Wang  cast: Awkwafina, Tzi Ma, Diana Lin, Zhao Shuzhen, Lu Hong 

 

Bei Nai Nai (Zhao Shuzhen) ist Lungenkrebs diagnostiziert worden, sie hat nur noch wenige Monate zu leben. Es ist ein chinesischer Brauch, den Betroffenen nichts über ihre todbringende Krankheit zu sagen. Nun steht eine Hochzeit in der Familie an und Haiyan (Tzi Ma) reist mit seiner Frau Jean (Diana Lin) aus den Vereinigten Staaten nach China, um sich von seiner Mutter, dem Familienoberhaupt, zu verabschieden. Die Tochter Billie (Awkwafina) reist nach, um ihre geliebte Oma nochmal zu sehen. Sie lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr in den U.S.A. und ist von einigen chinesischen Bräuchen irritiert… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Farewell“ ist nach „Posthumous“ erst der zweite Film der chinesisch-amerikanischen Filmemacherin Lulu Wang. Sie hat auch das Drehbuch zu dem Film geschrieben. Der Film erzählt die persönliche Geschichte der Filmemacherin, die Schauspielerin Awkwafina spielt eine Version von Lulu Wang. „The Farewell“ beginnt mit den Worten „Based on an Actutal Lie“. 

Diese Tragikomödie ist für eine Oscar-Nominierung als bester Film im Gespräch und ich frage mich ernsthaft, warum. Der Film ist nicht schlecht, zeigt, wie es zu kulturellen Unterschieden innerhalb einer chinesischen Familie kommen kann, wenn einige Familienmitglieder schon länger nicht mehr in ihrem Heimatland leben. Vor fünfundzwanzig Jahren sind Billies Eltern nach New York ausgewandert, um sich und ihrer Tochter ein besseres Leben ermöglichen. Billie hält zwar regelmäßigen telefonischen Kontakt zu ihrer geliebten Oma, wurde aber in den Staaten sozialisiert. Jetzt fliegt sie nach China, da ihre geliebte Oma im Sterben liegt. Der darf – so ist es der chinesische Brauch – aber keinesfalls erzählt werden, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Damit sich alle Verwandten von ihrem Familienoberhaupt „verabschieden“ können, wird eine Hochzeit eines Familienmitglieds vorgeschoben. Billie kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum sie ihre Oma anlügen soll und hat es schwer, ihre Gefühle zurückzuhalten. Sie fremdelt auch mit einigen anderen kulturellen Besonderheiten und Traditionen. 

Billie ist hier sicher die Identifikationsfigur für den Zuschauer. Mir fehlte aber etwas der Blick hinter ihre Fassade und auch etwas von ihrem Leben in den Vereinigten Staaten. Das wird in den Anfangsminuten des Films angerissen, aber kurz darauf ist man bereits in China. Der Film ist darauf angelegt, dass man mit der Familie fühlt. Nur: Wie soll ich als „Westliche“ mit einer in sich geschlossenen Einheit (die diese chinesischen Familie darstellt) mit all ihren kulturellen Eigenheiten mitfühlen, wenn selbige den Neuzugang der Familie, die japanische Verlobte/Frau von Billies Cousin nicht wirklich in ihre Reihen aufgenommen wird, sondern sich sogar über sie lustig gemacht wird?

Schauspielerisch macht sich Awkwafina („Ocean´s 8“, „Crazy Rich Asians“) in dieser Rolle sehr gut, eine Oscar-Performance sehe ich hier aber nicht. Mir hat Diane Lin, die Billies Mutter spielt, fast noch besser gefallen. Billies Tante (Little Nai Nai/ Lu Hong) spielt sich hier selbst, sie ist Lulu Wangs Tante im realen Leben. 

„The Farewell“ hat ein paar semi-witzige und traurige Momente, richtig berühren konnte mich diese Tragikomödie jedoch nicht. Wie nach einem Festlandchina-Layover hatte ich mit diesem Film keine schlechte Zeit, aber war dann auch wirklich froh, wieder nach Hause zu können.  

„The Farewell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. für Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Awkwafina), Bestes Originaldrehbuch 

„The Farewell“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film war in der Zwischenzeit auf einigen Filmfestival der Publikumsliebling. Dieser A24-Film ist am 12.07.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 704 Kinos landesweit. Ich habe ihn der überwiegend chinesischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Update: Der Film soll am 19.12.19 in die deutschen Kinos kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Luce„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Drama mit Naomi Watts, Octavia Spencer und Tim Roth

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Blinded by the Light„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: britische Tragikomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Case Hammarskjöld„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: B+ (wieder neuer Trailer) 

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“

Ich war am 02.08.19 in San Francisco und am 10.08.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“ (dt. Kinostart: 15.08.19)  161 min drama, comedy, thriller  

dir. Quentin Tarantino  cast: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Al Pacino, Austin Butler, Kurt Russell, Zoe Bell, Michael Madsen, Rebecca Gayheart, Luke Perry, Damien Lewis, Lena Dunham, Scoot McNairy, Maya Hawke, Rafal Zawierucha voice: Kurt Russell 

 

Im Februar des Jahres 1969. Der alternde TV-Darsteller Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) hadert mit seinem Schicksal. Durch die erfolgreiche TV-Westernserie „Bounty Law“ wurde er berühmt, irgendwann wurde die Serie aber abgesetzt und nun wird er nur noch in kleineren Schurkenrollen für Fernseh-Serien besetzt. Sein Stunt-Double und bester Freund Cliff Booth (Brad Pitt) bekommt aufgrund seines Rufes schon länger keine anderen Stunt-Jobs. Wenn er keine Arbeiten für seinen Freund übernimmt oder ihn hin und her kutschiert, lebt er in den Tag hinein. Und dann ist da noch die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie), die erst kürzlich mit ihrem Gatten, dem Star-Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) in Daltons direkte Nachbarschaft gezogen ist… 

 

B (Wertung von A bis F) „Once Upon a Time in Hollywood“ ist der neunte Film des Autors und Filmemachers Quentin Tarantino („Reservoir Dogs“, „Jackie Brown“, Grindhouse Planet Terror/Death Proof, Inglourious Basterds, Django Unchained, The Hateful Eight) 

Wie bewertet man einen Film, bei dem man die ersten zwei Stunden zwar nicht langweilig, aber mit Ausnahme von ein paar Highlights auch nicht wirklich überragend, (zusammenfassend vielleicht irgendwas zwischen B+ und C+) und die letzten 40 Minuten – nach dem Zeitsprung – nahezu perfekt (A bis A-) fand?

Der Filmtitel ist zum einen der Hinweis darauf, dass dieser Film ein Märchen ist (Once Upon a Time…/Es war einmal…) und zum anderen als eine Hommage an einen von Tarantinos Lieblingsregisseuren Sergio Leone (von dem zwei seiner Filme in der amerikanischen Übersetzung „Once Upon a Time in the West“ und „Once Upon a Time in America“ heißen) zu verstehen. 

„Once Upon a Time…in Hollywood“ ist natürlich eine Liebeserklärung an die amerikanische Filmindustrie der vergangenen Tage, die vielen vergessenen TV-Darsteller und die Charaktere, die sie porträtierten, die Schauspieler, die mal beinahe ihren großen Durchbruch in Hollywood hatten, die zahlreichen  Stuntmen, deren Namen die Zuschauer nicht kennen, die vielen TV-Serien und Filme von früher und schließlich ist der Film auch eine Verbeugung an eine (unschuldige) Ära, die langsam zu Ende geht. 

Dabei hat der gesamte Film keine wirkliche Handlung. In den ersten beiden Stunden passiert relativ wenig, man hängt einfach entspannt mit Leonardo DiCaprios Rick Dalton, Brad Pitts Cliff Booth und auch etwas mit Margot Robbies Sharon Tate rum. Dabei liegt der Fokus auf den ehemaligen Fernsehstar Rick Dalton. Der ist ein, in die Jahre gekommene Schauspieler, plagt sich schon länger mit Selbstzweifeln und wird nur noch in Gast- und Nebenrollen in TV-Serien besetzt. Gerade dreht er eine TV-Western-Serie. In besseren Zeiten hatte er sich ein Haus in den Hills gekauft, kürzlich ist der „Rosemary´s Baby“-Regisseur Roman Polanski und seine Frau, die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate, in seine direkte Nachbarschaft gezogen. Sein bester Freund Cliff Booth war jahrelang sein Stunt-Double, kann aber aufgrund seines Rufes (und einer ungeklärten Sache aus seiner Vergangenheit – Hat er oder hat er nicht? Natalie Woods Schicksal und das eventuelle Zutun von Schauspieler Robert Wagner kommt einen in Erinnerung) als Stuntman in der Filmbranche nicht mehr richtig Fuß fassen. Im Gegensatz zu seinem Kumpel Rick Dalton nimmt Cliff Booth sein Schicksal allerdings gelassen. Wenn er seinen Freund nicht durch die Gegend kutschiert oder andere Aufgaben für ihn erledigt, lässt er sich einfach treiben. Wenn man Sympathie für diese beiden Hauptfiguren aufbringen und/oder die mit viel Liebe zum Detail inszenierten ersten zwei Stunden wertschätzen kann, wird einem auch nicht langweilig. Auch kann man beispielsweise mal darauf achten, wie oft Fußfetischist Quentin Tarantino hier (dreckige) Füße in Szene setzt. 

Zugegebenermassen bin ich aber dennoch etwas ratlos aus dem Film gekommen, vielleicht hatte ich mir einfach etwas anderes vorgestellt. Tarantinos letzten Film, The Hateful Eight , hatte ich relativ schnell ins Herz geschlossen, vielleicht muss ich diesen noch länger sacken lassen, definitiv nochmal im Kino schauen (ein Update erfolgt dann). Die ersten zwei Stunden beinhalten einige großartige Szenen (in den meisten ist Leo involviert). Tarantino hat seinen Film mit erkennbar viel Leidenschaft, aber auch Leichtigkeit inszeniert und versetzt einen in dieses spezielle Los Angeles. Vielleicht haben mir einfach seine geniale Dialoge gefehlt. Alles nach dem Zeitsprung wirkte auf mich schon fast wie ein eigener Film, den ich in dieser Form vielleicht sogar lieber gesehen hätte. Aber was soll´s, Quentin Tarantino hat diesen Film wohl vordergründig für sich selbst und als Verbeugung für das fast schon vergessene (TV-)Hollywood dieser Zeit gemacht.

Leonardo DiCaprio und Brad Pitt zusammen in einem Film zu sehen, ist ein großes Plus. Man fragt sich unweigerlich, warum Tarantino erst kommen muss, der diese beiden Superstars gemeinsam in einem Film besetzt. Ich war nie ein großer Freund von Brad Pitt, im fortgeschrittenen Alter gefällt er mir optisch, aber auch schauspielerisch wesentlich besser. Mit der richtigen Rolle – wie hier – kann er sogar richtig überzeugen. Ich habe ihn selten so cool gesehen. Leonardo DiCaprio, der hier einen stotternden, unsicheren zweitklassigen TV-Darsteller gibt, hat auch mindestens zwei Oscar-Szenen (einmal bei Dreharbeiten mit Timothy Olyphant und dann als er in seinen Trailer zurückkehrt). 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist bis in die kleinsten Rollen prominent besetzt. Außerdem spielen hier auffällig viele Töchter von bekannten Schauspielern bzw. Regisseuren mit: Maya Hawke (Tochter von Uma Thurman und Ethan Hawke), Harley Quinn Smith (Tochter von Filmemacher Kevin Smith), Rumer Willis (Tochter von Demi Moore und Bruce Willis) und Margaret Qualley (Tochter von Andie McDowell, die aber mittlerweile schon selbst durch die TV-Serien „The Leftovers“ und Fosse/Verdon eine gewisse Bekanntheit hat) 

Der Soundtrack ist – wie üblich – superb und selbstverständlich bereits gekauft (ich liebe besonders die Versionen von „California Dreamin´“ und von „You Keep Me Hangin´On“).

Bekanntermassen ist noch vor Beginn der Dreharbeiten zu „The Hateful Eight“ das Drehbuch zu selbigen Film im Internet aufgetaucht. Quentin Tarantino hatte das damals extrem wütend gemacht. Von „Once Upon a Time in Hollywood“ gab es nun nur ein fertiges Skript, das – so wurde berichtet – nur der Produzent des Films, David Heyman, und die beiden Stars Leonardo DiCaprio und Brad Pitt im Ganzen zu lesen bekamen…und das auch nur bei dem Starregisseur zu Hause.  

Update nach meinem zweiten Kinobesuch

B+ (Wertung von A bis F) Ziemlich genau eine Woche nachdem ich den Film das erste Mal geschaut habe, habe ich ihn mir an einem Samstagabend in Dolby Vision in einem normalen Kinocenter in Los Angeles ein weiteres Mal angeschaut. Zuvor habe mir noch den großartig recherchierten Podcast „You Must Remember This“ (Folge 44 – 52) angehört. Darin geht es um Charles Manson´s Hollywood und – u.a. was für diesen Film besonders interessant ist –  was Doris Days Sohn Terry Melcher und die Spahn Movie Ranch für eine Rolle spielt. Außerdem versetzen einen diese Podcast-Folgen in die perfekte Stimmung für einen Film, der Ende der 1960er Jahre in L.A. spielt. 

Bei der Zweitsichtung lag mein Augenmerk noch mehr auf Kostüme, Ausstattung, Regie und Schnitt. Alle Szenen, in denen Leonardo DiCaprio in einem Film, einer TV-Serie, einer Sendung oder einer Werbung zu sehen ist, die während der Dreharbeiten und der Drehpausen spielen, finde ich perfekt. Es hat mir dieses Mal auch nicht zu lange gedauert bis es auf die Spahn-Ranch geht. Genau diese Sequenz hat mir dieses Mal sogar noch einen Tick besser gefallen, allein von der Inszenierung (auch mit dem musikalischen Ausklang). Ich wünschte Tarantino hätte die meisten Szenen mit Margot Robbies Sharon Tate rausgeschnitten, für die Erzählung sind sie unnötig und ich fand sie bei meiner Zweitsichtung sogar nervig. Letztlich fand ich den Film bei der zweiten Sichtung etwas besser, habe dem Zeitsprung entgegengefiebert und bleibe dabei, lieber hätte ich einen Film im Stil des dritten Aktes gesehen. In diesem gab es von den Angelenos sogar ein Mal Szenenapplaus und auch wurde in meiner ausverkauften Vorstellung zum Schluss applaudiert. 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Originaldrehbuch Update: „Once Upon a Time in Hollywood“ wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) 

„Once Upon a Time in Hollywood“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 26.07.19 in 3,659 amerikanischen Kinos gestartet. Quentin Tarantino ist einer der wenigen Regisseure, der noch auf analogem Film dreht. Im Gegensatz zu Tarantinos letztem Werk „The Hateful Eight“ wurde dieser Film auf 35mm gedreht, Kameramann Robert Richardson hat erklärt, dass bei diesem Film die 70mm-Fassung das Budget gesprengt hätte. Es gibt nur wenige (fünf) Kinos in den U.S.A. die „Once Upon a Time in Hollywood“ im Großformat auf die Leinwand bringen. Das Alamo Drafthouse New Mission in San Francisco hat die erforderliche Projektionstechnik für das Cinemascope-Breitbild. Ich habe mich für dieses besondere Kinoerlebnis entschieden und dafür auch einen etwas längeren Anfahrtsweg in Kauf genommen. In meiner gut besuchten 11.00-Uhr-Vorstellung gab es zum Filmende Applaus. Es gibt noch eine Szene während des Abspanns.  

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Jojo Rabbit„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Taika Waititis neuer Film, Nazi-Satire mit Thomasin McKenzie, Sam Rockwell, Scarlett Johansson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: versteht sich von selbst 


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Blick in das Foyer des Alamo Drafthouse Kinos in Frisco
…mit einer eigenen Video – und
und Musikabteilung (zusätzlich gibt es cooles Merchandise)

 

Trailer, die am 10.08.19 gespielt wurden:

Trailer v. Film: „Hustlers„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich dachte erst, dass wäre die Neuverfilmung von „Showgirls“. Film mit J.Lo und anderen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: War das nötig? Dritter Film, dieses Mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristen Stewart

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich weiß nicht


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (neuer Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

L. A. Film: „Toy Story 4“

Ich war am 24.07.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Toy Story 4“ (dt. Filmtitel: „A Toy Story – Alles gehört auf kein Kommando“, dt. Kinostart: 15.08.19)  100 min  animation, sequel 

dir. Josh Cooley  voices: Tom Hanks, Tim Allen, Annie Potts, Tony Hale, Keegan-Michael Key, Jordan Peele, Christina Hendricks, Keanu Reeves, Joan Cusack, Bonnie Hunt, Carl Reiner, Betty White, Carol Burnett, Laurie Metcalf, Patricia Arquette, Bill Hader, Timothy Dalton, Steve Purcell, June Squibb, John Morris

 

Nachdem Andy (John Morris) zu alt für sein Spielzeug wurde, hatte er Woody (Tom Hanks), Buzz Lightyear (Tim Allen) und all die anderen an die kleine Bonnie (Madeleine McGraw) weitergegeben. Die Spielsachen haben daraufhin versucht, einen festen Platz in Bonnies Leben einzunehmen. Als die Kleine nun in die Vorschule kommt, darf sie keines ihrer Spielzeuge mitnehmen. Aus einem Plastik-Göffel bastelt Bonnie daraufhin ein neues Spielzeug: Forky (Tony Hale). Forky ist fortan DAS neue Lieblingsspielzeug des Kindes. Woody sieht sich daher verpflichtet, auf Forky aufzupassen, schließlich möchte er nicht, das seine Bonnie unglücklich ist… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Toy Story 4“ ist der vierte Teil der „Toy Story“-Reihe. Die Geschichte schließt direkt an die von Toy Story 3 an. Regie führt der amerikanische Storyboard Artist, Regisseur und Drehbuchautor Josh Cooley. „Toy Story 4“ ist sein Spielfilmdebüt. 

Der erste Film der Reihe, „Toy Story“, war der weltweit erste, komplett am Computer erstellte Animationsspielfilm. Es war auch der erste Film der Pixar-Studios und in den Vereinigten Staaten der erfolgreichste Film des Jahres 1995. Das liegt nun fast 25 Jahre zurück und es ist beeindruckend, wie weit die Computertechnik mittlerweile fortgeschritten ist. Mit dem vierten Teil hat man manchmal den Eindruck, man würde eine Realverfilmung anschauen, in der Woody und all die bekannten Figuren irgendwie integriert wurden. Aus technischer Sicht waren Pixar-Filme aber schon immer extraklasse.

Wir wissen es schon lange, auch Spielzeug hat eine Seele, deren größter Wunsch es ist, ein Platz im Leben eines Kindes zu erlangen. Die Spielzeughelden sehen ihre Lebensaufgabe darin, alles dafür zu tun, um ein Kind glücklich zu machen. Entsprechend wenig selbstbestimmt ist ihr Leben. Wenn man sich diese Prämisse vor Augen hält, ist dieser Film am Ende auch nicht wirklich logisch. 

„Toy Story 4“ ist ein Roadmovie. Bonnie macht mit ihren Eltern und ihrem (gesamten) Spielzeug einen Ausflug. Ihr neues Lieblingsspielzeug Forky hat aber eine Identitätskrise und dann büchst er irgendwann aus und muss wieder zurück zu seinem Kind gebracht werden. Daraus ergibt sich ein unterhaltsamer, manchmal lustiger, in wenigen Momenten sogar auch gruseliger Film. Am besten haben mir die Sequenzen in dem Antiquitätenladen und die Geschichte um Gabby Gabby gefallen. Am witzigsten – na klar – die schrägen Pläne des Schießbuden-Plüschspielzeugs Ducky und Bunny (gesprochen von dem Komiker-Duo Key & Peele, bzw. Keegan-Michael Key und Jordan Peele).

Überraschenderweise wird vor „Toy Story 4“ kein Kurzfilm gezeigt. Dafür sollte man den kompletten Abspann sitzen bleiben, um noch die vier (plus eine Mini-Szene am Ende) Zusatzszenen mitzubekommen.  

Der erste „Toy Story“-Film war seinerzeit für drei Oscars (Bestes Originaldrehbuch, Bester Originalsong und Beste Filmmusik) nominiert. Eine eigene Kategorie für Animationsfilme gab es bei den Oscars erst ab dem Jahr 2001 („Shrek“ war der erste Film, der mit diesem Oscar ausgezeichnet wurde). Gewonnen hatte der erste Film der Toy Story-Reihe im Jahr 1996 einen Spezialoscar für den ersten computeranimierten Spielfilm. Der letzte Teil der Toy Story-Reihe, Toy Story 3, wurde für 5 Oscars nominiert (incl. Bester Film und Beste adaptiertes Drehbuch), gewonnen hat dieser – für mich beste Teil der Reihe – zwei Oscars (Bester Animationsfilm und Bester Originalsong). 

„Toy Story 4“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. eine in der Kategorie Bester Animationsfilm Update: „Toy Story 4“ wurde für zwei Oscars (Bester Animationsfilm und Bester Filmsong „I Can´t Le You Throw Yourself Away“) nominiert.

„Toy Story 4“ ist am 21.06.19 in 4,575 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „A Toy Story – Alles gehört auf kein Kommando“ am 15.08.19 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Angry Birds Movie 2„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Dora and the Lost City of God„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Abenteuerfilm für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Addams Family„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: neuer Animationsfilm, der auf den gleichnamigen Comics basiert

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: jooaa 


Trailer v. Film: „Frozen 2„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Eine Fortsetzung zu Frozen hätte die Welt natürlich nicht gebraucht, aber Olaf ist wieder dabei, also werde ich ihn wahrscheinlich gucken.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%


Trailer v. Film: „Trolls World Tour„

Bewertung des Trailers: D 

Kommentar: noch weniger als „Frozen 2“ braucht es diese Trolls-Filme. Grau-en-haft 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Onward„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Tja, irgendwie kann ich damit gar nichts anfangen, aber es ist ein neuer Pixar und die wissen eigentlich was sie tun

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

L.A. – Film: „Crawl“

Ich war am 24.07.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Crawl“ (dt. Kinostart: 22.08.19) 87 min  horror 

dir. Alexandre Aja  cast: Kaya Scodelario, Barry Pepper, Ross Anderson, Anson Boon, Ami Metcalf

 

Es wurde eine Kategorie Fünf Hurrikan-Warnung für den Bundesstaat Florida ausgerufen. Haley (Kaya Scodelario) kann ihren Vater (Barry Pepper) telefonisch nicht erreichen und fährt kurzerhand in das eigentlich evakuierte Gebiet. In dem schwer zugänglichen Bereich des Kellers ihres Elternhauses findet sie schließlich ihren Vater. Er ist verletzt und nicht bei Bewusstsein. Haley versucht ihn zu retten, nur ist da plötzlich ein riesiger Alligator…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Crawl“ ist der neue Film des französischen Filmemachers Alexandre Aja („High Tension“, „The Hills Have Eyes“, Mirrors, Piranha 3D)

Ich will nicht viele Worte über „Crawl“ verlieren, hin und wieder muss auch ich mich mal von völlig Anspruchslosem berieseln lassen. Das genau ist „Crawl“ und dabei erfreulich kurzweilig und später auch sehr spannend. Dabei ist das Verhalten der Protagonisten (und auch der Alligatoren) nicht immer logisch, aber das weiß man, bevor man sich auf diese Art von Film einlässt. Etwas gestört hat mich, dass dieser Kellerbereich sehr unübersichtlich gestaltet ist und man eigentlich nie genau weiß, wo der Vater und die Tochter sind und wohin sie wollen. Auch war mir das Wasser später im Film etwas zu Pool-farbig. Aber ansonsten ist alles sehr ansprechend fotografiert, die Alligatoren sehen cool aus, es ist blutig und einige Tote gibt es auch: Mission erfüllt. 

Der Hund („Sugar“) ist megaschnuckelig und sollte ich dieses Hai-Accessoire (aus dem Auto) irgendwo sehen, wird es sofort gekauft.

Ich gehe davon aus, dass es zu diesem Film eine Fortsetzung gibt. 

„Crawl“ ist am 12.07.19 in 3,170 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll am 22.08.19 ins deutsche Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Scary Stories to Tell in the Dark„

Bewertung des Trailers: B+ (langer, neuer Trailer) 

Kommentar: Horrorfilm von dem norwegischen Regisseur André Ovedal

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%


Trailer v. Film: „The Hunt„

Bewertung des Trailers: B+ (Wow – toller Anfang des Trailers) 

Kommentar: Action/Horror mit Hilary Swank, Emma Roberts u.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Doctor Sleep„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Verfilmung von Stephen Kings Buch/Fortsetzung von „The Shining“ mit Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Terminator: Dark Fate„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Mir hätte der Filmtitel gereicht 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ready or Not„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Horrorfilm mit einem klasse Trailer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ (Redband Trailer) 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Montréal – Film: „Midsommar“

Ich war am 19.07.19 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Midsommar“ (dt. Kinostart: 26.09.19)  140 min.  drama, horror

dir. Ari Aster cast: Florence Pugh, Jack Reynor, William Jackson Harper, Will Poulter, Vilhelm Blomgren

 

Dani (Florence Pugh) muss eine Familientragödie verarbeiten, ihr langjähriger Freund Christian (Jack Reynor) ist ihr dabei keine große Hilfe. Eigentlich wollte der sich auch schon länger von ihr trennen. Jetzt erfährt Dani, dass er bereits vor einiger Zeit eine Reise mit seinen Freunden Josh (William Jackson Harper) und Mark (Will Poulter) gebucht hat. Ihr Freund Pelle (Vilhelm Blomgren) hatte sie in sein Heimatdorf nach Schweden eingeladen. Dort wird in diesem Jahr ein ganz besonderes Fest gefeiert. Kurzerhand fährt Dani nun mit. Schon bald müssen die Amerikaner aber feststellen, dass die Mitglieder dieser Kommune höchst befremdliche Rituale pflegen….

 

A (Wertung von A bis F) „Midsommar“ ist nach Hereditary der zweite Spielfilm, bei dem der  Autorenfilmer Ari Aster Regie führt. 

Ich liebe diesen Film. Es ist nicht so sehr, was für eine Geschichte präsentiert wird, sondern wie sie erzählt wird. Wenn man sich darauf einlassen kann und will, lädt Ari Aster einen ein, einige Zeit in einer obskuren Sekte zu verbringen, ohne dass man selbst einen Schaden davonträgt oder gar sein Leben verliert. Ich bin immer noch verblüfft, wie er es vollbracht  hat, diese Atmosphäre zu kreieren. Ich hatte tatsächlich das Gefühl hat, mit den anderen Neuankömmlingen (den vier Amerikanern und zwei Engländern) zeitgleich in dieser seltsamen Kommune anzukommen. Der Film führt einen durch seinen langsamen und ruhigen Aufbau in diese, so andere Welt.

Alles an dieser Idylle mit ihren scheinbar glücklichen, weißbekleideten schwedischen Menschen in ihrem Dorf mit den schlichten Häusern, die im Inneren detailreich verzierte Wände haben, den Tisch-Ritualen, etc. habe ich aufgesaugt als wäre ich vor Ort und mir würde die schwedische Sonne ins Gesicht brutzeln. Irgendwann kippt natürlich die Stimmung, eines der bizarren religiösen Rituale schockiert bis ins Mark. Dann ist man als Zuschauer aber bereits bei den Charakteren, das Schicksal der Einzelnen nimmt seinen Lauf und als aufmerksamer Zuschauer ahnt man, was kommt. Das Ende – im Gegensatz zu Asters Vorgängerfilm „Hereditary“ – fügt sich dann auch homogen in die Szenerie. 

Gestalterisch ist dieser Film ein Meisterwerk. „Midsommar“ ist das Werk eines visionären Künstlers, von denen es in der neuen Generation von Filmemachern nur ganz wenige gibt. Es wird der Vergleich zu Stanley Kubricks Inszenierungen gezogen und das kommt nicht von ungefähr. Im Gegensatz zu dem legendären Filmemacher schreibt Ari Aster aber auch die Geschichten zu seinen Filme selbst. Für den 33-jährige New Yorker war sein Erstlingswerk (Spielfilm) „Hereditary“ ein Familiendrama, im Gerüst eines Horrorfilms.  Auch mit seinem neuen Film bedient sich der Filmemacher der Stilmittel des Horrorfilms, aber eigentlich ist es ein tief verstörendes Melodrama, das auf brillante Weise die Verarbeitung von Schmerz und Trauer zeigt. Anders ausgedrückt, die Zuschauer, die einen reinen Horrorfilm sehen wollen, können mit diesem Film sicher nicht viel anfangen. Dafür passiert in diesem fast 2 1/2 Stunden-Film einfach zu wenig und die eigentliche Spannung und der Grusel kommen hier hauptsächlich durch die transportierte Atmosphäre und Stimmung. Der Zuschauer, der ein reines (Beziehungs- oder Trennungs-) Drama erwartet, wird aber mit diesem Film auch nicht glücklich. Dafür sind einige Szenen zu krass und blutig. „Midsommar“ ist daher am besten als ein gelungenes Zusammenspiel aus Drama und Horrorfilm zu beschreiben. Hervorheben möchte ich jetzt nur noch, dass mir gefallen ist, wie der Filmemacher das Atmen und das Schreien hier arrangiert und teilweise in die Handlung einbettet hat. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, Sequenzen, in denen bewusstseinserweiternde Drogen konsumiert werden, jemals so realistisch und nachhaltig beeindruckend inszeniert gesehen zu haben.

Vor Beginn der Dreharbeiten hatte Ari Aster ein komplett ausgearbeitetes Konzept für seinen Film im Kopf und hat das dann später mit den besten gestalterischen Möglichkeiten umgesetzt. Aus technischer Sicht (Regie, Schnitt, Kamera, Filmmusik, Sound-, Production- und Kostümdesign) ist der Film Perfektion. 

Man sollte diesen Film unverfälscht sehen. Eine synchronisierte Fassung des Films sollte nicht in Betracht gezogen werden. Er eignet sich außerdem perfekt für das Kino. Ich werde versuchen, den Film ein weiteres Mal im Kino sehen. Ari Aster hat bereits eine extended version für die DVD-Auswertung angekündigt. 

„Midsommar“ wird die Zuschauerschaft spalten, für mich ist der Film bereits jetzt festgesetzt als einer meiner Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2019. Update: „Midsommar“ ist einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019.

„Midsommar“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Florence Pugh) 

„Midsommar“ ist ein A24-Film, der am 3.7.19 in 2,707 amerikanischen Kinos gestartet ist. Ich habe den Film in Kanada gesehen. Der Film startet am 26.09.19 in Deutschland. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%


Trailer v. Film: „It Chapter Two„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Habe weder Original noch Remake gesehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Death & Life of John F. Donovan„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Xavier Dolans neuer Film mit Susan Sarandon, Kit Harrington, Natalie Portman, Jacob Tremblay. Ich bin kein Freund von Xavier Dolan und auch nicht von seinen Filmen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „My Spy

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Actionkomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Hong Kong – Film: „Parasite“

Ich war am 8.7.19 In Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Parasite“ (Originaltitel: „Gisaengchung“, dt. Kinostart: 17.10.19)  132 min drama, horror, satire 

dir. Bong Joon Ho. cast: Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, Cho Yeo Jeong, Choi Woo Shik, Park So Dam, Lee Jung Eun, Chang Hyae Jin

 

Ki-taek (Kang-ho Song), seine Frau Chung-sook (Hyae Jin Chang), ihr Sohn Ki-woo (Woo-sik Choi) und ihre Tochter Ki-jung (So-dam Park) leben in prekären Verhältnissen. Die Familie hält sich mit Aushilfsjobs, wie dem Falten von Pizzakartons, über Wasser. Mithilfe einer Empfehlung eines Freundes und gefälschter Dokumente erhält nun der Sohn einen Job als Englischlehrer für die Tochter einer sehr wohlhabenden Familie. Auf einmal verdient er richtig viel Geld. Auch seine Schwester kann er als  Kunsttherapeutin bei der Familie Park einschleusen. Langsam beginnt sich die komplette Familie Ki bei der reichen Familie Park einzunisten.…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Parasite“ ist der neue Film des südkoreanischen Autorenfilmers Bong Joon Ho („The Host“, Mother, „Snowpiercer“, „Okja“).

Bong Joon Hos neuer Film ist nicht einfach in nur ein Genre zu verfrachten, Drama, Komödie, Thriller, Horrorfilm, alles irgendwie dabei, am meisten kann man sich sicherlich darauf einigen, hier eine düstere Gesellschaftssatire zu sehen. Während die wohlhabende Familie in einem schönen Haus auf einem Hügel residiert, haust die arme Familie in einer Kellerwohnung. Wenn es denn wie aus Eimern regnet, freuen sich die Reichen darüber, wie der Regen die Luft säubert, wohingegen der mittellosen Familie das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Auch haftet den Menschen aus einfachen Verhältnissen ein spezieller Geruch an, wie der Vater der reichen Familie Park äußert. Anhand solcher Metaphern und Aussagen zeigt der koreanische Regisseur, dass die Welten der beiden Familien nicht unterschiedlicher sein könnten. Dabei zeichnet Bong Joon Ho kein klares Gut und Böse vor, letztlich ist es der Kapitalismus, der die Gesellschaft in Arm und Reich aufgespaltet hat. Im Verlauf des Films veranschaulicht er, dass die Parasiten sowohl in der Unter- als auch in der Oberschicht zu finden sind. 

Es dauert eine Weile bis der Film richtig Fahrt aufnimmt. „Not macht erfinderisch“ könnte man den, etwas zu langen ersten Akt des Films umschreiben. Die arme Familie Ki schleicht sich langsam und nicht mit unbedingt legalen oder fairen Mitteln bei der Familie Park ein. Man ahnt natürlich, dass das nicht lange gutgeht und hat entsprechend einen groben Plan der Handlung vor Augen. Wenn da nicht diese freche Wendung wäre…mehr sei inhaltlich nicht verraten.

„Parasite“ ist seltsamer Film, durchaus smart, (schwarz-) humorig, blutig, dabei aber etwas zu lang. Bong Joon Hos Film „Mother“ war im Jahr 2010 einer meiner Top Ten Filme , „Parasite“ läuft nicht Gefahr, einer meiner Lieblingsfilme in diesem Jahr zu werden, dennoch würde ich sein neues Werk wirklichen Filmfans in jedem Fall ans Herz legen. 

„Parasite“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester nicht-englischsprachiger Film Update:„Parasite“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Bester Internationaler Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Bester Schnitt) 

„Parasite“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Dort wurde der Film mit dem Hauptpreis, der Goldenen Palme, ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass der große Preis nach Südkorea ging, entsprechend ist der Film in seinem Heimatland (in der er bereits am 30.05.19 ins Kino gekommen ist) ein großer Erfolg. In den amerikanischen Kinos wird der Film voraussichtlich am 11.10.19 starten. „Parasite“ ist am 20.06.19 in Hongkong ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort in der koreanischen Originalfassung mit chinesischen und englischen Untertiteln gesehen. In Deutschland soll der Film am 17.10.19 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw„

Bewertung des Trailers: B+ (ganz anderer Trailer mit Originalfassung mit chin. Untertiteln)

Kommentar: Erster Spinn-off mit Dwayne Johnson, Jason Stratham, Idris Elba u.a., ich habe keinen der F & F-Filme gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ist von einem der Regisseure des ersten „John Wick“-Films, vielleicht doch

 

Filmplakat von „Parasite“ in einem Kino in Hongkong

Hong Kong – Film: „Spider-Man: Far From Home – 3D“

Ich war am 8.7.19 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„Spider-Man: Far From Home – 3D“ (dt. Kinostart war der 4.7.19)  129 min  action, fantasy, sequel 

dir. Jon Watts  cast: Tom Holland, Samuel L. Jackson, Zendaya, Cobie Smulders, Jacob Batalon, Jon Favreau, Marisa Tomei, Jake Gyllenhaal 

 

Der 16-jährige Peter Parker a. k. a. Spider-Man (Tom Holland) geht zusammen mit seinem besten Freund Ned (Jacob Batalon) und seinem Schwarm MJ (Zendaya) auf Klassenfahrt nach Europa. Peter nimmt sich vor, MJ in Paris seine Liebe zu gestehen. Zunächst sind sie aber in Venedig und bereits kurz nach ihrem Eintreffen kommt es zu einem Zwischenfall. Ein riesiges Wassermonster wütet durch die Stadt. Zusammen mit einer, zunächst unbekannten Person (Jake Gyllenhaal) kämpft Peter Parker gegen dieses Monster…

 

C (Wertung von A bis F) „Spider-Man: Far From Home“ ist die zweite Einzelverfilmung der Titelfigur innerhalb des MCU und eine Fortsetzung zu Spider-Man: Homecoming und „Avengers: Endgame“.  Wie bereits bei dem Vorgänger führt der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Jon Watts (Cop Car) Regie. 

Nach einer kurzen Einleitungsschlacht in Mexiko hält der Film gleich im Anschluss die beste Szene parat. Die bringt einen dann auch gleich auf den neuesten Stand des Marvel-Universums. Ich war damit eigentlich in freudiger Erwartung, die perfekte Spidey-Besetzung (Tom Holland) in ein ungewöhnliches  Umfeld (Europa) zu begleiten. Das führt auch hin und wieder zu ganz unterhaltsamen Szenen. Das Ganze wiederholt sich dann aber und bei der x-ten computeranimierten Schlacht (in London) war ich dann von dem Gezeigten so ermüdet, dass ich tatsächlich eingenickt bin. Vielleicht bin ich einfach durch mit diesem Marvel-Kram. 

Anmerkung: Bei meiner ursprünglichen Veröffentlichung dieses Beitrags hatte ich vergessen zu erwähnen, dass ich den Film in der 3D-Fassung gesehen habe. Diese fand ich sehr lohnenswert.

„Spider-Man: Far From Home“ ist am 2.7.19 in 4,634 amerikanischen Kinos gestartet. In Hong Kong ist der Film bereits am 28.06.19 ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln gesehen. In Deutschland läuft der Film seit dem 4.7.19 im Kino. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Originaltrailer mit chinesischen Untertiteln)

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Spider-Man: Far From Home“ in Hongkong

TV-Serie: „Sharp Objects“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„Sharp Objects“ (in D. seit dem 31.08.18 episodenweise über VOD-Portale zu sehen, ab dem 26.10.18 die komplette Miniserie)  8 x approx. 55 min  drama, crime 

dir. Jean-Marc Vallée  cast: Amy Adams, Patricia Clarkson, Chris Messina, Elizabeth Perkins, Eliza Scanlen, Miguel Sandoval

 

Camille Preaker (Amy Adams) lebt in St. Louis, Missouri. Sie arbeitet als Zeitungsreporterin und wurde erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen. Camille ist alkoholkrank und leidet unter einem suchtartigen Ritzverhalten. Der Grund dafür dürfte in ihrer Kindheit liegen. Jetzt kehrt sie erstmalig nach längerer Zeit in ihre Heimatstadt Wind Gap, Missouri zurück. Ihr Chefredakteur (Miguel Sandoval) hat sie beauftragt, eine Story über einen Mordfall in ihrer alten Heimat zu schreiben. Im letzten Sommer wurde in der Kleinstadt ein 13-jähriges Mädchen getötet. Jetzt wird eine 14-Jährige vermisst. Camille hat den Auftrag nur widerwillig angenommen. Zu ihrer Mutter Adora (Patricia Clarkson), einer wohlhabenden Unternehmerin in dem Kaff, hat sie nicht gerade ein herzliches Verhältnis. Dafür bekommt sie jedoch die Gelegenheit, ihre 13-jährige Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) näher kennenzulernen… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sharp Objects“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn („Gone Girl“). Dies war der Debütroman der Bestsellerautorin. Serienschöpferin ist die amerikanische Drehbuchautorin und Fernsehproduzentin Marti Noxon („Buffy the Vampire Slayer“, „UnREAL“). Bei allen Episoden dieses Mehrteiler hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club, Wild, TV-Serie „Big Little Lies“) Regie geführt. 

 „Sharp Objects“ ist eine atmosphärische Südstaaten-Serie, bei der ich mir, aufgrund der Talente, die an diesem Projekt beteiligt sind, wesentlich mehr versprochen habe. 

Um eines gleich vorweg zu nehmen, hier war mir, im Gegensatz zu Gillian Flynns „Gone Girl“, die Romanvorlage nicht bekannt. Dieser achtteilige Mehrteiler wirkt gestreckt, stellenweise sehr zäh und lebt von Rückblenden. Die Geschichte hätte man auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. „Sharp Objects“ würde ich als Charakterdrama definieren, bei dem die Mordermittlungen den Handlungsrahmen bilden. Ähnlich wie bei der Mini-Serie Patrick Melrose, die ich kürzlich sah, fehlt mir auch hier ein Sympathieträger. In diesem fiktiven Südstaaten-Kaff scheinen sich die Leute auch fürchterlich zu langweilen, mit ihrem Leben nicht klarzukommen und dann auf dumme Gedanken zu kommen. Durch die Bank sind alle Frauencharaktere mindestens psychisch angeschlagen, wenn nicht sogar krank, schlucken Hochprozentiges, nehmen Drogen und auch ist für die eine oder andere Lady aus Wind Gap das Thema Sex belastend kompliziert.

Manchmal wirkt das Gezeigte wie aus einem anderen Jahrzehnt. Vielleicht ist man schon übersensibilisiert, aber die schwarze Haushälterin die bei der wohlhabenden, weißen Dame in dem stattlichen Herrenhaus arbeitet, wirkt in der heutigen Zeit deplatziert. Dann in Episode 5 („Closer“) diese eigenartige Tradition des Calhoun Days, einem Südstaaten-Feiertag (der in der Realität nicht existiert) mit einem, für heutige Verhältnisse thematisch haarsträubenden Theaterstück im Zentrum. Aber auch sonst könnte der Mehrteiler manchmal in einem anderen Jahrzehnt angesiedelt sein, wenn man die drei Mädchen nimmt, die permanent auf Rollschuhen (nicht Rollerblades bzw. Inliners) fahren oder die, nicht nur anlässlich dieser seltsamen Feierlichkeit, manchmal aus der Zeit gefallenen Garderobe.

Es gibt natürlich bei jeder Serie immer etwas was einem gefällt. Hier konnte mich die Erzählung nicht wirklich überzeugen, dafür aber die atmosphärische Inszenierung. Ich hatte irgendwann förmlich das Gefühl, jeden Winkel dieses fiktiven Kaffs Wind Gap zu kennen, die Wärme zu spüren, den Whiskey zu riechen. Adoras herrschaftliches Anwesen entspricht ziemlich genau meiner Vorstellung von einer perfekten Südstaaten-Residenz. Als das Herrenhaus in den letzten beiden Episoden („Falling“ und „Milk“) auch noch traumhaft ausgeleuchtet wurde, verspürte ich direkt das Bedürfnis, meinen Koffer zu packen und durch die amerikanischen Südstaaten zu reisen. Auch wenn ich dabei dieses pittoreske, viktorianische Herrenhaus vergeblich suchen würde, steht es doch, so habe ich herausgefunden, in Redwood Valley, Kalifornien. Selbstverständlich mochte ich auch die Besetzung. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich enge Familienangehörige in Filmen und Serien optisch ähneln. Patricia Clarkson und Amy Adams und Eliza Scanlen könnten tatsächlich verwandt sein, auch passt Sophia Lillis als Teenager-Ausgabe von Amy Adams Charakter Camille perfekt. 

Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Tatverdächtige, was die gänzliche Auflösung der Kriminalfälle angeht, muss man sich tatsächlich gedulden bis der Abspann der finalen Episode („Milk“) zu Ende ist. Und daraus könnte man dann natürlich weitere Geschichten spinnen.

Für die acht Episoden der Serie gibt es keine eigene Filmmusik, hier handelt es sich um einen diegetischen Soundtrack, Es gibt über 150 Musikstücke, die passend zu den Charakteren gewählt wurden. Es soll vermittelt werden, als hätten sie die Musik selbst ausgewählt und auf den CD-Playern, iPods, Plattenspielern, Kassettenrekordern, etc. abgespielt.

Lieblingsszene: keine spezielle, aber ich mochte alle Szenen zwischen Amy Adams Camille und Chris Messinas Detective Richard Willis, aber auch die Szenen mit Camille und John Keene (gespielt von Taylor John Smith) 

Lieblingsfolge: keine 

Für mich blieben am Ende ein paar Fragen offen (SPOILER-Warnung, auch wenn ich mich sehr vage halte: 

  • Camille ist auch auf dem Rücken geritzt, wie soll sie sich diese Verletzungen selbst beigebracht haben?
  • Wer ist Camilles Vater? (ihr Chefredakteur ist eine Art Vaterfigur und auch hier fehlt mir etwas Erklärung, wie sich das entwickelt hat) 
  • Was ist das eigentliche Motiv des Mörders (siehe hierzu unbedingt den Abspann der finalen Episode) 
  • Es gibt hier einen Mann (den ich nicht näher benennen möchte), der etwas wissen muss, aber was genau? Was genau spielt er für eine Rolle in den Kriminalfällen?

SPOILER-Warnung zu Ende

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Camille ist in Wind Gap geboren und aufgewachsen. Sie ist die Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson), Camilles Vater ist (dem Zuschauer) nicht bekannt. Sie hat mit Alan (gespielt von Henry Czerny) einen Stiefvater und mit Amma (gespielt von Eliza Scanlen) eine 13-jährige Halbschwester. Ihre andere jüngere Halbschwester, Marian, ist gestorben, als Camille selbst noch ein Teenager war. Camille leidet unter ihre kaltherzigen Mutter und hat kaum Kontakt zu ihr. Heute arbeitet Camille als Kriminalreporterin in St. Louis, ihr Chefredakteur schickt sie in ihre Heimatstadt, um einen Artikel über einen Mordfall an einer Teenagerin und das Verschwinden einer weiteren Teenagerin in Wind Gap zu schreiben. Camille ist alkoholkrank und ihr Körper ist übersäht von Narben, die sie sich durchs Ritzen selbst beigebracht hat. Der Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Kindheit. Sie war deswegen auch bereits in der Psychiatrie. Gespielt wird Camille von der wunderbaren amerikanischen Schauspielerin Amy Adams. Ihr Spielfilmdebüt gab die sympathische Schauspielerin im Jahr 1999 in dem Film „Drop Dead Gorgeous“. Allgemein bekannt wurde sie durch die Disney-Musical-RomCom „Enchanted“. Neulich habe ich sie erst wieder mal neben Leonardo DiCaprio in Spielbergs „Catch Me If You Can“ gesehen. Für „Junebug“, Doubt, The Fighter, The Master und American Hustle hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre Performance in „Sharp Objects“ ist sie für eine Emmy-Nominierung im nächsten Jahr (2019) im Gespräch. 

Adora ist die Mutter von Camille (gespielt von Amy Adams). Die beiden haben kein gutes Verhältnis. Sie ist eine angesehene Unternehmerin in Wind Gap und sehr wohlhabend. Adora ist mit Alan (gespielt von Henry Czerny) verheiratet, sie haben zusammen die 13-Jährige Amma (gespielt von Eliza Scanlen) und auch die verstorbene Marian war ihre gemeinsame Tochter. Gespielt wird Adora von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Clarkson. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in Brian De Palmas „The Untouchables“. Seither hat sie in unzähligen Spielfilmen („The Green Mile“, „Far from Heaven“, „The Station Agent“, „Good Night, and Good Luck“) mitgespielt. Außerdem hat sie in einigen TV-Formaten („Murder One“, „Frasier“) mitgewirkt. Für ihre Performance in „Pieces of April“ wurde sie für den Oscar nominiert, einen Emmy hat sie für ihre Gastrolle in der TV-Serie „Six Feet Under“ gewonnen. Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „The Elephant Man“ erhalten. 

Amma ist die 13-jährige Halbschwester von Camille (gespielt von Amy Adams) und Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson). Sie gibt ihrer Mutter gegenüber vor, die anständige, brave Tochter zu sein, kleidet und gibt sich jedoch außerhalb des Hauses ganz anders. Sie hängt ständig mit ihren beiden Freundinnen Kelsey und Jodes (gespielt von den Geschwistern Violet Brinson und April Brinson) rum, meist ist das Dreiergespann auf Rollschuhen unterwegs. Amma wird von der australischen Schauspielerin Eliza Scanlan gespielt. Sie hatte in einer australischen Soap Opera mitgespielt, „Sharp Objects“ ist aber ihr erster Auftritt in einer amerikanischen Produktion. 

Detective Richard Willis unterstützt den örtlichen Polizeichef von Wind Gap, Bill Vickery (gespielt von Matt Craven) bei der Aufklärung des Mordes an der 13-jährigen Teenagerin. Richard kommt aus Kansas City und von Camille (gespielt von Amy Adams) erhofft er sich paar Insider-Informationen über die Kleinstadt und ihre Bewohner. Richard ist für mich der einzige in der Serie mit dem man sich als Zuschauer irgendwo identifizieren kann. Gespielt wird Richard Willis von dem amerikanischen Schauspieler Chris Messina. Er ist aus zahlreichen TV-Serien („Six Feet Under“, „Damages“, „The Newsroom“und Filmen (Ruby Sparks, Argo, Live by Night) bekannt. Amy Adams und Chris Messina haben bereits in Julie & Julia miteinander vor der Kamera gestanden.

„Sharp Objects“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen (allerdings – aufgrund der späten Ausstrahlung im Juli/August 2018 – erst für das kommende Jahr (2019), darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson, Eliza Scanlen) Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „Sharp Objects“ für 8 Emmys nominiert (darunter Limited Series, Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson)  Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

„Sharp Objects“ wurde v. 8.7.18 – 26.8.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland wurde der Mehrteiler parallel zur US-Austrahlung bei Sky zur Verfügung gestellt. Seit dem 31.08.18 ist „Sharp Objects“ episodenweise und im Wochenrhythmus bei folgenden Anbietern als digitaler Download, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, verfügbar: Amazon, Deutsche Telekom, Google Play, iTunes, Maxdome, Sony Playstation und Xbox. Die komplette Miniserie wird am 26. Oktober 2018 verfügbar sein.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen: