VOD – Film: „First Reformed“

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

 

„First Reformed“  113 min  drama 

dir. Paul Schrader  cast: Ethan Hawke, Amanda Seyfried, Cedric („the Entertainer“) Kyles, Victoria Hill, Michael Gaston

 

Ernst Toller (Ethan Hawke) ist der 46-jähriger Pastor (Ethan Hawke) eines kleinen, bald zweihundertfünfzig Jahre alten Gotteshauses in einer Kleinstadt im Bundesstaat New York. Seine kleine Kirche nennt er „Souvenirshop“, da sich mehr Touristen dorthin verirren als Gläubige. Er ist einsam, schwer krank und auch kommen ihm Zweifel an seinem Glauben. Für ein Jahr will er jetzt ein handschriftliches Tagebuch führen und darin seine Gedanken dokumentieren. Mary (Amanda Seyfried), ein Mitglied seiner Gemeinde, bittet Reverend Toller mit ihrem Ehemann zu sprechen. Sie ist schwanger und ihr Mann leidet unter Depressionen, er ist ein Umweltaktivist und möchte kein Kind in diese Welt setzen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „First Reformed“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „City Hall“) und Filmemachers („American Gigolo“, „Cat People“, „Affliction“) Paul Schrader. 

Nicht so einfach, diesen Film zu bewerten. Visuell hat mich der Film hundertprozentig angesprochen. Ich liebe die dunkle, schnörkellose Bildsprache, dieses Reduzierte, den minimale Einsatz von Filmmusik und Umgebungsgeräuschen und die Ruhe-vor-dem-Sturm-Atmosphäre. Als der Film dann plötzlich endete, war ich irritiert, etwas enttäuscht, völlig leer und hatte nicht mal den Ansatz einer Bewertung für den Film im Kopf. Nun gilt dieser Film als einer der besten amerikanischen Indies in diesem Jahr (2018), also blieb mir nichts anderes übrig, als ihm eine zweite Chance zu geben.

Paul Schrader hat in einem Interview angegeben, dass er erst im Schneideraum festgestellt hat, wie viel Ähnlichkeiten „First Reformed“ mit „Taxi Driver“, für den er seinerzeit das Drehbuch schrieb, hat. Ein Grund, mich vor meiner zweiten Sichtung, mal wieder, Scorseses Meisterwerk zu widmen. Und tatsächlich, die beiden Filme haben einige Gemeinsamkeiten.

„First Reformed“ ist einer dieser Film, der besser wird, umso öfter man ihn schaut. Visuell fand ich ihn gleich großartig, mit dem Protagonisten, einem einsamen Priester, der mit seinem Schicksal und seinem Glauben hadert, dem die Umweltverschmutzung- und zerstörung zunehmend zusetzt, konnte ich erst mal nicht so viel anfangen und dann das Ende, das man unterschiedlich deuten kann. Bei mir ist der Knoten erst mit der zweiten Sichtung, und vielleicht auch mit Hilfe von „Taxi Driver“, geplatzt und jetzt kann auch ich behaupten, in „First Reformed“ einen ziemlich guten Film gesehen zu haben. 

„First Reformed“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ethan Hawke), Beste Nebendarstellerin (Amanda Seyfried), Bestes Originaldrehbuch 

Dieser A24-Film wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 18.05.18 in vier Kinos gestartet. Der Film ist später in nicht mehr als 334 Kinos landesweit gelaufen. Als Kaufvideo und als Leihvideo ist er seit dem 21.08.18 bei iTunes (U.S.) erhältlich. Bislang ist noch kein Kinostart in Deutschland bekannt. 

Trailer zu sehen: 

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Netflix – Film: „Sunday´s Illness“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Sunday´s Illness“ (Originaltitel: „La enfermedad del domingo“, in D. seit dem 15.06.18 auf Netflix zu sehen)  113 min   drama, thriller

dir. Ramón Salazar   cast: Susi Sánchez, Bárbara Lennie, Richard Bohringer, David Kammenos, Miguel Ángel Solá

 

Anabel (Susi Sánchez) ist eine ältere Dame der besseren Gesellschaft. Nach einem Empfang in ihrer Villa trifft sie auf eine Frau (Bárbara Lennie), die als Servicekraft engagiert ist. Sie weiß sofort, dass es sich bei dieser Frau um ihre Tochter Chiara handelt. Vor über 30 Jahren ist Anabel aus Chiaras Leben verschwunden, damals war ihre Tochter acht Jahre alt. Jetzt wird sie mit dem ungewöhnlichen Wunsch ihre Tochter konfrontiert, mit ihr zehn Tage allein in einem entlegenen Haus in den Bergen zu verbringen. Was hat die Tochter vor…?  

 

A (Wertung von A bis F) „Sunday´s Illness“ ist der neue Film des spanischen Drehbuchautors und Filmemachers Ramón Salazar („Stones“, „20 Centimetros“). 

Anmerkung: Diesen Film habe ich bereits vor drei Monaten gesehen. Meinen damaligen Beitrag hatte ich aber völlig vergessen, zu veröffentlichen. Da die Möglichkeit besteht, dass dieser Film am Ende des Jahres in meiner Top Ten landen könnte, hole ich es jetzt nach:

Allein wäre ich wahrscheinlich nie auf diesen Film gestossen, dankenswerterweise habe ich aber kürzlich gelesen, dass dieser Film und der Indie-Horror-Film Hereditary, den ich vorletzte Woche sah, in gewisser Weise seelenverwandt sein könnten. Mein Interesse war geweckt. Auch in dem Film des spanischen Autors und Regisseurs geht es um Schuldgefühle und die Wurzeln eines Menschen. „Sunday´s Illness“ ist ein Psychodrama/Thriller. Wie man einer Bewertung entnehmen kann, hat mir dieser Film deutlich besser als „Hereditary“ gefallen. 

Wann weiß man eigentlich, dass man einen Film liebt? Bei meiner ersten Sichtung von No Country For Old Men Ende 2007 in einem Kino in Dallas wusste ich es mit der ersten Einstellung. Bei diesem Film, den ich leider nur auf Netflix gesehen habe, wusste ich es, als Anabel so sonderbar zu tanzen beginnt.  Den The Mamas & The Papas´Song „Dream A Little Dream of Me“ werde ich wohl fortan immer mit diesem Film und Anabels Bewegungen verbinden. Etwas später kommt es zu einer weiteren Tanzszene, die mit einem eigentlich abgedroschenen Song unterlegt ist und doch vielleicht gerade deshalb so großartig ist. Es sind aber auch die Kontraste der Figuren, die einzelnen Schichten des Films und wie der spanische Filmemacher diese ganz selbstbewusst zu inszenieren weiß, die mich fasziniert haben.

Ich habe mir den Film innerhalb von wenigen Tagen zwei Mal angeschaut und habe komischerweise am Ende zwei unterschiedliche Filme gesehen. Beide Filmerlebnisse waren intensiv, während ich bei der ersten Sichtung jedoch, von der Ungewissheit geleitet, eher einen Thriller sah, habe ich bei der zweiten definitiv ein Drama gesehen und zwar eines, das mich tief berührte. Die Tränen konnte ich jedoch bereits beim ersten Mal nicht zurückhalten. Der Film strahlt zugleich Ruhe, Traurigkeit und Exzentrik aus, bei meiner ersten Betrachtung des Films kam die Anspannung dazu, da ich nicht ahnte, wohin mich die Geschichte eigentlich führt. Der Regisseur nimmt sich viel Zeit für seine Erzählung und seine Figuren. Beide Frauen sind eigen und besonders, die Schauspielerinnen sind fabelhaft. Ich liebe die minutenlange Rodelfahrt und hätte diesen Film wahnsinnig gerne im Kino gesehen. 

„Sunday´s Illness“ bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018. 

„Sunday´s Illness“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Der Film ist seit dem 15.06.18 über Netflix abrufbar. Ich habe den Film in der spanisch/ französischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

TV-Serie: „Sharp Objects“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„Sharp Objects“ (in D. seit dem 31.08.18 episodenweise über VOD-Portale zu sehen, ab dem 26.10.18 die komplette Miniserie)  8 x approx. 55 min  drama, crime 

dir. Jean-Marc Vallée  cast: Amy Adams, Patricia Clarkson, Chris Messina, Elizabeth Perkins, Eliza Scanlen, Miguel Sandoval

 

Camille Preaker (Amy Adams) lebt in St. Louis, Missouri. Sie arbeitet als Zeitungsreporterin und wurde erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen. Camille ist alkoholkrank und leidet unter einem suchtartigen Ritzverhalten. Der Grund dafür dürfte in ihrer Kindheit liegen. Jetzt kehrt sie erstmalig nach längerer Zeit in ihre Heimatstadt Wind Gap, Missouri zurück. Ihr Chefredakteur (Miguel Sandoval) hat sie beauftragt, eine Story über einen Mordfall in ihrer alten Heimat zu schreiben. Im letzten Sommer wurde in der Kleinstadt ein 13-jähriges Mädchen getötet. Jetzt wird eine 14-Jährige vermisst. Camille hat den Auftrag nur widerwillig angenommen. Zu ihrer Mutter Adora (Patricia Clarkson), einer wohlhabenden Unternehmerin in dem Kaff, hat sie nicht gerade ein herzliches Verhältnis. Dafür bekommt sie jedoch die Gelegenheit, ihre 13-jährige Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) näher kennenzulernen… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sharp Objects“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn („Gone Girl“). Dies war der Debütroman der Bestsellerautorin. Serienschöpferin ist die amerikanische Drehbuchautorin und Fernsehproduzentin Marti Noxon („Buffy the Vampire Slayer“, „UnREAL“). Bei allen Episoden dieses Mehrteiler hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club, Wild, TV-Serie „Big Little Lies“) Regie geführt. 

 „Sharp Objects“ ist eine atmosphärische Südstaaten-Serie, bei der ich mir, aufgrund der Talente, die an diesem Projekt beteiligt sind, wesentlich mehr versprochen habe. 

Um eines gleich vorweg zu nehmen, hier war mir, im Gegensatz zu Gillian Flynns „Gone Girl“, die Romanvorlage nicht bekannt. Dieser achtteilige Mehrteiler wirkt gestreckt, stellenweise sehr zäh und lebt von Rückblenden. Die Geschichte hätte man auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. „Sharp Objects“ würde ich als Charakterdrama definieren, bei dem die Mordermittlungen den Handlungsrahmen bilden. Ähnlich wie bei der Mini-Serie Patrick Melrose, die ich kürzlich sah, fehlt mir auch hier ein Sympathieträger. In diesem fiktiven Südstaaten-Kaff scheinen sich die Leute auch fürchterlich zu langweilen, mit ihrem Leben nicht klarzukommen und dann auf dumme Gedanken zu kommen. Durch die Bank sind alle Frauencharaktere mindestens psychisch angeschlagen, wenn nicht sogar krank, schlucken Hochprozentiges, nehmen Drogen und auch ist für die eine oder andere Lady aus Wind Gap das Thema Sex belastend kompliziert.

Manchmal wirkt das Gezeigte wie aus einem anderen Jahrzehnt. Vielleicht ist man schon übersensibilisiert, aber die schwarze Haushälterin die bei der wohlhabenden, weißen Dame in dem stattlichen Herrenhaus arbeitet, wirkt in der heutigen Zeit deplatziert. Dann in Episode 5 („Closer“) diese eigenartige Tradition des Calhoun Days, einem Südstaaten-Feiertag (der in der Realität nicht existiert) mit einem, für heutige Verhältnisse thematisch haarsträubenden Theaterstück im Zentrum. Aber auch sonst könnte der Mehrteiler manchmal in einem anderen Jahrzehnt angesiedelt sein, wenn man die drei Mädchen nimmt, die permanent auf Rollschuhen (nicht Rollerblades bzw. Inliners) fahren oder die, nicht nur anlässlich dieser seltsamen Feierlichkeit, manchmal aus der Zeit gefallenen Garderobe.

Es gibt natürlich bei jeder Serie immer etwas was einem gefällt. Hier konnte mich die Erzählung nicht wirklich überzeugen, dafür aber die atmosphärische Inszenierung. Ich hatte irgendwann förmlich das Gefühl, jeden Winkel dieses fiktiven Kaffs Wind Gap zu kennen, die Wärme zu spüren, den Whiskey zu riechen. Adoras herrschaftliches Anwesen entspricht ziemlich genau meiner Vorstellung von einer perfekten Südstaaten-Residenz. Als das Herrenhaus in den letzten beiden Episoden („Falling“ und „Milk“) auch noch traumhaft ausgeleuchtet wurde, verspürte ich direkt das Bedürfnis, meinen Koffer zu packen und durch die amerikanischen Südstaaten zu reisen. Auch wenn ich dabei dieses pittoreske, viktorianische Herrenhaus vergeblich suchen würde, steht es doch, so habe ich herausgefunden, in Redwood Valley, Kalifornien. Selbstverständlich mochte ich auch die Besetzung. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich enge Familienangehörige in Filmen und Serien optisch ähneln. Patricia Clarkson und Amy Adams und Eliza Scanlen könnten tatsächlich verwandt sein, auch passt Sophia Lillis als Teenager-Ausgabe von Amy Adams Charakter Camille perfekt. 

Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Tatverdächtige, was die gänzliche Auflösung der Kriminalfälle angeht, muss man sich tatsächlich gedulden bis der Abspann der finalen Episode („Milk“) zu Ende ist. Und daraus könnte man dann natürlich weitere Geschichten spinnen.

Für die acht Episoden der Serie gibt es keine eigene Filmmusik, hier handelt es sich um einen diegetischen Soundtrack, Es gibt über 150 Musikstücke, die passend zu den Charakteren gewählt wurden. Es soll vermittelt werden, als hätten sie die Musik selbst ausgewählt und auf den CD-Playern, iPods, Plattenspielern, Kassettenrekordern, etc. abgespielt.

Lieblingsszene: keine spezielle, aber ich mochte alle Szenen zwischen Amy Adams Camille und Chris Messinas Detective Richard Willis, aber auch die Szenen mit Camille und John Keene (gespielt von Taylor John Smith) 

Lieblingsfolge: keine 

Für mich blieben am Ende ein paar Fragen offen (SPOILER-Warnung, auch wenn ich mich sehr vage halte: 

  • Camille ist auch auf dem Rücken geritzt, wie soll sie sich diese Verletzungen selbst beigebracht haben?
  • Wer ist Camilles Vater? (ihr Chefredakteur ist eine Art Vaterfigur und auch hier fehlt mir etwas Erklärung, wie sich das entwickelt hat) 
  • Was ist das eigentliche Motiv des Mörders (siehe hierzu unbedingt den Abspann der finalen Episode) 
  • Es gibt hier einen Mann (den ich nicht näher benennen möchte), der etwas wissen muss, aber was genau? Was genau spielt er für eine Rolle in den Kriminalfällen?

SPOILER-Warnung zu Ende

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Camille ist in Wind Gap geboren und aufgewachsen. Sie ist die Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson), Camilles Vater ist (dem Zuschauer) nicht bekannt. Sie hat mit Alan (gespielt von Henry Czerny) einen Stiefvater und mit Amma (gespielt von Eliza Scanlen) eine 13-jährige Halbschwester. Ihre andere jüngere Halbschwester, Marian, ist gestorben, als Camille selbst noch ein Teenager war. Camille leidet unter ihre kaltherzigen Mutter und hat kaum Kontakt zu ihr. Heute arbeitet Camille als Kriminalreporterin in St. Louis, ihr Chefredakteur schickt sie in ihre Heimatstadt, um einen Artikel über einen Mordfall an einer Teenagerin und das Verschwinden einer weiteren Teenagerin in Wind Gap zu schreiben. Camille ist alkoholkrank und ihr Körper ist übersäht von Narben, die sie sich durchs Ritzen selbst beigebracht hat. Der Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Kindheit. Sie war deswegen auch bereits in der Psychiatrie. Gespielt wird Camille von der wunderbaren amerikanischen Schauspielerin Amy Adams. Ihr Spielfilmdebüt gab die sympathische Schauspielerin im Jahr 1999 in dem Film „Drop Dead Gorgeous“. Allgemein bekannt wurde sie durch die Disney-Musical-RomCom „Enchanted“. Neulich habe ich sie erst wieder mal neben Leonardo DiCaprio in Spielbergs „Catch Me If You Can“ gesehen. Für „Junebug“, Doubt, The Fighter, The Master und American Hustle hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre Performance in „Sharp Objects“ ist sie für eine Emmy-Nominierung im nächsten Jahr (2019) im Gespräch. 

Adora ist die Mutter von Camille (gespielt von Amy Adams). Die beiden haben kein gutes Verhältnis. Sie ist eine angesehene Unternehmerin in Wind Gap und sehr wohlhabend. Adora ist mit Alan (gespielt von Henry Czerny) verheiratet, sie haben zusammen die 13-Jährige Amma (gespielt von Eliza Scanlen) und auch die verstorbene Marian war ihre gemeinsame Tochter. Gespielt wird Adora von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Clarkson. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in Brian De Palmas „The Untouchables“. Seither hat sie in unzähligen Spielfilmen („The Green Mile“, „Far from Heaven“, „The Station Agent“, „Good Night, and Good Luck“) mitgespielt. Außerdem hat sie in einigen TV-Formaten („Murder One“, „Frasier“) mitgewirkt. Für ihre Performance in „Pieces of April“ wurde sie für den Oscar nominiert, einen Emmy hat sie für ihre Gastrolle in der TV-Serie „Six Feet Under“ gewonnen. Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „The Elephant Man“ erhalten. 

Amma ist die 13-jährige Halbschwester von Camille (gespielt von Amy Adams) und Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson). Sie gibt ihrer Mutter gegenüber vor, die anständige, brave Tochter zu sein, kleidet und gibt sich jedoch außerhalb des Hauses ganz anders. Sie hängt ständig mit ihren beiden Freundinnen Kelsey und Jodes (gespielt von den Geschwistern Violet Brinson und April Brinson) rum, meist ist das Dreiergespann auf Rollschuhen unterwegs. Amma wird von der australischen Schauspielerin Eliza Scanlan gespielt. Sie hatte in einer australischen Soap Opera mitgespielt, „Sharp Objects“ ist aber ihr erster Auftritt in einer amerikanischen Produktion. 

Detective Richard Willis unterstützt den örtlichen Polizeichef von Wind Gap, Bill Vickery (gespielt von Matt Craven) bei der Aufklärung des Mordes an der 13-jährigen Teenagerin. Richard kommt aus Kansas City und von Camille (gespielt von Amy Adams) erhofft er sich paar Insider-Informationen über die Kleinstadt und ihre Bewohner. Richard ist für mich der einzige in der Serie mit dem man sich als Zuschauer irgendwo identifizieren kann. Gespielt wird Richard Willis von dem amerikanischen Schauspieler Chris Messina. Er ist aus zahlreichen TV-Serien („Six Feet Under“, „Damages“, „The Newsroom“und Filmen (Ruby Sparks, Argo, Live by Night) bekannt. Amy Adams und Chris Messina haben bereits in Julie & Julia miteinander vor der Kamera gestanden.

„Sharp Objects“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen (allerdings – aufgrund der späten Ausstrahlung im Juli/August 2018 – erst für das kommende Jahr (2019), darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson, Eliza Scanlen)

„Sharp Objects“ wurde v. 8.7.18 – 26.8.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland wurde der Mehrteiler parallel zur US-Austrahlung bei Sky zur Verfügung gestellt. Seit dem 31.08.18 ist „Sharp Objects“ episodenweise und im Wochenrhythmus bei folgenden Anbietern als digitaler Download, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, verfügbar: Amazon, Deutsche Telekom, Google Play, iTunes, Maxdome, Sony Playstation und Xbox. Die komplette Miniserie wird am 26. Oktober 2018 verfügbar sein.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

TV-Serie: „Pose, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Serie angeschaut:

 

„Pose, 1. Staffel“   8 x approx. 50 min   drama

dir. Ryan Murphy, Nelson Cragg, Gwyneth Horder-Payton, Silas Howard, Janet Mock, Tina Mabry  cast: Evan Peters, Kate Mara, James Van Der Beek, Mj Rodriguez, Dominique Jackson, Ryan Jamaal Swain, Indya Moore, Billy Porter, Christopher Meloni, Kathryn Erbe 

 

New York, 1987. Damon (Ryan Jamaal Swain) ist siebzehn Jahre alt, er liebt das Tanzen und er ist schwul. Das sind für seinen Vater gleich zwei Gründe, ihn zu verprügeln und vor die Tür zu setzen. Er geht nach New York und lebt fortan auf der Straße. Eines Tages lernt er die transsexuelle Blanca (Mj Rodriguez) kennen, sie bietet ihm an, bei ihr zu leben. Kürzlich hat Blanca sich mit der ebenfalls transsexuellen Elektra, der Mother of Abundance (Dominique Jackson) überworfen. Jetzt hat sie ihr eigenes Haus, das House of Evangelista, gegründet. Blanca nimmt nun selbst verlorene Seelen auf, darunter auch die transsexuelle Angel (Indiya Moore). Angel arbeitet im Sexbusiness, sie hat kürzlich  Stan (Evan Peters) kennengelernt. In der Voguing-Szene bieten sich die Transpersonen Elektra und Blanca schon bald rivalisierende Performances….

 

B+ (Wertung von A bis F) „Pose“ spielt in New York in den Jahren 1987 und 1988. Serienschöpfer sind der amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Erfolgsproduzent Ryan Murphy („Glee“, der Anthologie-Serien American Horror Story, The People v. O. J. Simpson: American Crime Story und The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story und Feud: Bette and Joan) und der amerikanische Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Brad Falchuk („Glee“, „American Horror Story“). 

„Pose“ war einer dieser Serie, bei der ich nicht so richtig wusste, ob sie mir zusagen würde. Dafür ist es gut, wenn iTunes die Pilotfolge umsonst zur Verfügung stellt.  Am Ende des Piloten habe ich mit Damon mitgefiebert und wollte unbedingt wissen, wie es mit ihm und auch mit Angel und Stan weitergeht. 

Die Serie führt einen in eine völlig eigene Welt, in eine Subkultur der LGBTQ-Ballroom-Szene und House-Kultur von New York, Ende der 1980er Jahre. 

Das New York Ende der 1980er Jahre war eine völlig andere Ära, als die jetzige. Donald Trump wurde von vielen für seinen Reichtum bewundert, Yuppies überall in seinem Dunstkreis. AIDS war ein großes Thema, wenn jemand die Diagnose „HIV positiv“ erhielt, galt das quasi als Todesurteil. Trans-Menschen wurden von den meisten Homosexuellen noch nicht wirklich akzeptiert. Sie arbeiteten oftmals in der Prostitution bzw. im Sexbusiness. Am New Yorker Times Square gab es noch die ganzen Sex Shops und er war noch nicht mit Touristen übervölkert wie heutzutage. 

Viele Transpersonen lebten in New York in dieser Zeit in Ersatz- bzw. Wahlfamilien, in den sogenannten Houses. Angeführt wird ein House von einer Mother. Diese „Mutter“ ist das Oberhaupt der Ersatzfamilie, sie nimmt verlorene Seelen in ihr „Haus“ auf und versorgt ihre „Kinder“. Die Mitglieder der Houses  tragen ab dem Zeitpunkt den Namen des Houses (House of Evangelista, etc.) und damit auch eine Verantwortung. Bei den Bällen (also den Wettbewerben) laufen sie für ihr House. Der Ballroom ist eine eigene und einzigartige Gemeinschaft. Hier finden die queeren und dunkelhäutigen Menschen, die Anerkennung, die ihnen in der sonstigen Gesellschaft verwehrt bleibt. Das sogenannte Voguing  ist bereits Ende der 1960er Jahre in Harlem entstanden. Das Posen haben sich die dunkelhäutigen Persönlichkeiten von den weißen Models aus der Modezeitschrift „Vogue“ abgeschaut und daraus einen Tanz entwickelt. Das Voguing wurde in Wettbewerben in der Ballroom-Szene vorgeführt und von einer Jury bewertet. Im Jahr 1990 hat die Sängerin Madonna in ihrem Song und Video „Vogue“ die Tanzform allgemein bekannt gemacht. 

Ich hatte es schon öfter erwähnt, ich liebe es, wenn mich ein Film oder eine Serie in eine ganz andere Welt führt. Man wird hier eingeladen, rund acht Stunden in einer besonderen Gemeinschaft in New York der 1980er Jahren zu verbringen. Man lernt die Ladies und ihre (Ersatz-) Familien kennen, wie sie Geld verdienen, welche Probleme sie haben, wie wichtig Schönheitschirurgie in diesem Umfeld war und welche Probleme bei einer Geschlechtsumwandlung auftauchen können. Kann eine Beziehung zwischen einem scheinbar heterosexuellen Mann und einer extrovertierten Transfrau funktionieren? Um ehrlich zu sein, mochte ich die Geschichte zwischen Stan (gespielt von Evan Peters) und Angel (gespielt von Indya Moore) am meisten, bewegt haben mich aber auch andere. 

An der Ausstattung, an den Frisuren, Accessoires, Kostümen habe ich rein gar nichts auszusetzen. Die Musik, die gewählt wurde, ist nicht nur durchweg exzellent, sie ist auch authentisch für die 1980er Jahre und, was vielleicht noch wichtiger ist, sie fügt sich thematisch perfekt ein. 

Das eigentlich Voguing auf den elektrisierenden Bällen war mir etwas zu laut und schrill und das Diven-Getue ging mir auch leicht auf die Nerven. Wobei ich zugeben muss, dass mir die Szenen im Ballroom bei der zweiten Sichtung der Serie wesentlich besser gefallen haben. Vielleicht auch weil ich zu diesem Zeitpunkt die Charaktere bereits kannte, ins Herz geschlossen hatte und verstanden habe, dass sie ihre Identität hierüber finden und die Anerkennung bekommen, nach der sie außerhalb ihrer Gemeinschaft vergebens suchen.

Meine Lieblingsszenen: 

  • Das Ende von Episode 6 („Love is the Message“) unterlegt von Whitesnakes „Is This Love“  – dazu passend die wunderbare „Slave to Love“-Szene aus der der zweiten Episode („Access“) und das perfekt geschnittene Ende derselben Episode, unterlegt mit dem Orchesterstück „In the Hall of the Mountain King“
  • Das Ende von Episode 7 („Pink Slip“), unterlegt mit Tina Turners „Private Dancer“ zusammen mit der Anfangsszene von Episode 8 („Mother of the Year“) unterlegt mit Simply Reds „Holding Back The Years“ 

Meine Lieblingsfolge:  7 („Pink Slip“)

Meine Bewunderung für Ryan Murphy hatte ich bereits in meinem Blogbeitrag zu Feud: Bette and Joan ausgedrückt. Alleine dieses Jahr hat mich der Serienschöpfer schon mit seiner faszinierenden Geschichte über den Serienmörder Andrew Cunanan, der auch den Modedesigner Gianni Versace tötete, begeistert. Mich beeindruckt aber vor allen Dingen seine Selbstverständlichkeit, Minderheiten zu beschäftigen. Für „Pose“ hat er vor und hinter der Kamera über 140 Künstler aus der LGBTQ-Gemeinschaft angestellt. Er hätte nicht zwingend alle Trans-Charaktere mit tatsächlichen Trans-Schauspieler besetzen müssen (siehe Transparent), aber er hat es getan und das trägt hier zur Authentizität bei. Ryan Murphy hat mit dieser Serie auch einen Rekord gebrochen, es gibt keine andere Spielfilm-Serie mit mehr Trans-Schauspielern. Ryan Murphy spendet 100% des Erlöses aus dieser TV-Serie der LGBTQ-community.  

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Stan ist aus dem Mittelstand, er bekommt einen Job in der Trump Organisation angeboten. Stan ist mit Patty (gespielt von Kate Mara) verheiratet, die beiden haben eine kleine Tochter und einen Sohn. Kürzlich hat er die transsexuelle Sex-Arbeiterin Angel (gespielt von Indya Moore) kennengelernt. Gespielt wird Stan von dem amerikanischen Schauspieler Evan Peters. Bei Evan Peters war ich mir am Anfang nicht so sicher, ob er der Richtige für diese Rolle ist. Er wächst aber rein und bereits in Episode 2 („Access“) habe ich ihn als unersetzlich gesehen. Er hat die nötiger Traurigkeit, die jemand hat, der niemanden verletzen will, aber fürchterlich unglücklich in seiner Ehe und seinem irgendwann mal gewählten Leben ist. Evan Perters ist Stan. Okay, ich bin jetzt Fan von Evan Peters. Ich habe ihn erst kürzlich in dem Kinofilm American Animals gesehen. Seinen Durchbruch hatte er wohl in Ryan Murphys ersten Staffel von American Horror Story, wo ich ihn tatsächlich auch bereits wahrgenommen habe. Auch hat er in den X-Men-Filmen Days of Future Past und „Apocalypse“ den Quicksilver gespielt.

Elektra Abundance ist eine der transsexuellen Mütter (House of Abundance) und sehr erfolgreich bei ihrem Voguing im Ballroom. Sie hat eine langjährige Affäre mit einem sehr wohlhabenden, heterosexuellen Mann (gespielt von Christopher Meloni). Elektra träumt von einer geschlechtsangleichenden Operation. Elektra ist bildhübsch, aber arrogant, verbittert und fies. Mir ist sie fast so unsympathisch wie der von James Van Der Beek gespielte Charakter Matt. Gespielt wird Elektra von dem trinidadisch-amerikanischen transsexuellen Model/ der Schauspielerin Dominique Jackson. 

Blanca Evangelista ist eine weitere transsexuelle Mutter (House of Evangelista). Bevor sie ihr eigenes Haus gründete, war sie eines von Elektras Kindern. Elektra und Blanca liefern sich schon bald einen Laufsteg-Fight im Ballroom. Blanca ist die Mutter von u.a. Angel (gespielt von Indya Moore) und Damon (gespielt von Ryan Jamaal Swain). Blanca wird von der amerikanischen Sängerin und Schauspielerin Mj Rodriguez gespielt. Die Schauspielerin wurde als Junge geboren, hat aber vor einigen Jahren bereits eine komplette Geschlechtsumwandlung vollzogen. Sie hatte kleinere Rollen in den TV-Serien „Nurse Jackie“ und „Luke Cage“. „Pose“ ist aber ihr großer Durchbruch, in der Serie spielt sie eine der Hauptrollen. 

Damon ist siebzehn Jahre alt und einer von den Blancas Kindern. Damon war obdachlos, nachdem er bei seinen Eltern rausgeflogen war. Blanca (gespielt von Mj Rodriguez) hat ihn aufgenommen, seither gehört dem House of Evangelista an. Damons großer Traum ist es, als Tänzer erfolgreich zu sein. Gespielt wird Damon von dem amerikanischen Tänzer und Schauspieler Ryan Jamaal Swain. 

Angel ist transsexuell und auch eines von Blancas Schützlingen. Sie gehört dem House of Evangelista an. Sie arbeitet im Sexbusiness. Eines Tages wird sie von dem verheirateten Stan (gespielt von Evan Peters) angesprochen. Gespielt wird Angel von dem amerikanischen Transgender-Model/ der Schauspielerin Indya Moore.  

Die erste Staffel von „Pose“ wurde v. 3.6.18 – 22.7.18 auf dem amerikanischen Kabel-TV-Sender FX ausgestrahlt ausgestrahlt. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt. Bislang ist unklar, ob diese Serie auch im deutschen TV ausgestrahlt wird. 

Trailer zu sehen: 

Noch wichtiger für den ersten Eindruck aber der First Look:

 

TV – Serie: „Patrick Melrose“

Ich habe mir folgenden SHOWTIME-Mehrteiler angeschaut:

 

„Patrick Melrose“ (in D. bei Sky Ticket zu sehen) 5 x approx. 60 min  drama, adaptation

dir. Edward Berger   cast: Benedict Cumberbatch, Jennifer Jason Leigh, Hugo Weaving, Jessica Raine, Blythe Danner, Allison Williams

 

Juli, 1982. Patrick Melrose (Benedict Cumberbatch) erfährt, dass sein Vater verstorben ist. Eigentlich ein guter Grund, mit den Drogen aufzuhören. Aber das Leben ist viel zu stressig und die schrecklichen Erinnerungen aus seiner Kindheit setzen ihm zu…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Patrick Melrose“ Die Serie basiert auf den halbautobiografischen fünf Romanen des Briten Edward St. Aubyn. Jede Episode hat einen dieser „Melrose“-Romane adaptiert. Bei allen fünf Episoden hat der deutsche Drehbuchautor und Filmemacher Edward Berger („Deutschland 83“) Regie geführt. 

Ich liebe die vierte Episode („Mother´s Milk“), diese Folge hätte man vielleicht auf Spielfilmlänge ausbauen können. Den Rest der Episoden hätte ich nicht zwingend gebraucht, um die Figur Patrick Melrose zu verstehen und sein Schicksal und Leben nachvollziehen zu können. Die fünfte Folge („At Last“) fand ich akzeptabel, aber stellenweise auch strapaziös, die restlichen drei Episoden („Bad News“, „Never Mind“, „Some Hope“) waren für mich schlichtweg kaum zu ertragen. Bei meiner Recherche habe ich herausbekommen, dass im Jahr 2012 tatsächlich einzig das vierte Buch (Mother´s Milk) bereits verfilmt wurde. 

Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte diesen Fünfteiler bereits nach den ersten 30 Minuten der ersten Episode ausgemacht. Zunächst ging mir die Figur des drogen- und alkoholsüchtige Patrick Melrose auf die Nerven, später war es die ganze Bagage der versnobten, langweiligen und gelangweilten britischen Upper Class, die sich und ihr Leben offensichtlich hassen. Es gibt quasi keinen einzelnen Charakter in den gesamten fünf Episoden, der auch nur annähernd sympathisch ist. 

Patrick Melrose ist ein Sprössling des englischen Hochadels. Seine (wahre) Geschichte dreht sich hauptsächlich um den sexuellen Missbrauch durch seinen Vater, dem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter und seine Alkohol- und Drogensucht. Sie wird in fünf Zeitabschnitten (Juli 1982, September 1967, November 1990, August 2003, April 2005) erzählt. 

Beinahe die gesamte Dauer des Mehrteilers habe ich mir gewünscht, die Inszenierung eines anderen Regisseurs zu sehen. Wo ist Danny Boyle, wenn man ihn braucht? Außerdem habe ich die gesamten fünf Stunden des Mehrteilers überlegt, welcher Schauspieler diesen Patrick Melrose glaubhafter und besser gespielt hätte. Generell bin ich kein großer Freund von Benedict Cumberbatch. In den seltensten Fällen ist er idealbesetzt, dann kann er aber auch sehr überzeugend sein (The Imitation Game, Doctor Strange). Oft genug ist er aber nicht gut besetzt (z. B. August: Osage County, 12 Years a Slave, The Fifth Estate). In einem Interview hat Benedict Cumberbatch angegeben, in seinem Leben zwei Rollen unbedingt spielen zu wollen: Hamlet und Patrick Melrose. Was Patrick Melrose angeht, so kam mir irgendwann der Gedanke, dass Christian Bale perfekt in der Rolle wäre. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Patrick Melrose ist in die britische Oberschicht geboren. Als Kind wurde er von seinem Vater (gespielt von Hugo Weaving) sexuell mißbraucht. Seine Mutter (Jennifer Jason Leigh) hat weggeschaut. Durch diese Erfahrungen hat er früh zu Alkohol und harten Drogen gegriffen. Gespielt wird Patrick Melrose von dem englischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Benedict Cumberbatch. Über die Grenzen von Großbritannien hinaus berühmt wurde er wohl durch seine TV-Serie „Sherlock“. Da ich diese Serie nie gesehen gesehen hatte, ist er mir erst viel später aufgefallen. Er hat in vielen Kinofilmen („Atonement“, Tinker Tailor Soldier Spy, War Horse, The Fifth Estate, Doctor Strange) mitgespielt. Benedict Cumberbatch hat eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in The Imitation Game. Einen Emmy-Award hat er für seine Performance in „Sherlock“ gewonnen. Er erhielt weitere drei Emmy-Nominierungen für diese Serie, eine für den Mehrteiler „Parade´s End“ und aktuell eine für seine Darstellung in „Patrick Melrose“.

Eleanor Melrose ist Patricks Mutter. Patrick ist ihr einziges Kind und dennoch haben sie eine kalte und komplizierte Beziehung. Gespielt wird Eleanor Melrose von der amerikanischen Schauspielerin Jennifer Jason Leigh. Sie war, vor allen Dingen, in den 1990er Jahren mit Filmen wie „Backdraft“, „Single White Female“, „Mrs Parker and the Vicious Circle“ ein Name. In den letzten Jahren hat sie in den TV-Serien „Weeds“, „Revenge“ und „Twin Peaks“ mitgespielt und war in Kinofilmen (Synecdoche, New York, Kill Your Darlings, Annihilation) hauptsächlich in einer Nebenrolle zu sehen. Für ihre Performance in Quentin Tarantinos The Hateful Eight hat sie eine Oscar-Nominierung erhalten.

David Melrose ist Patricks Vater. Über einen längeren Zeitraum hat er seinen eigenen Jungen sexuell mißbraucht. Gespielt wird David Melrose von dem englisch-australischen Schauspieler Hugo Weaving. Wenn ich an den Schauspieler denke, fällt mir noch heute als erstes seine Performance als Drag Queen in „The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert“ ein. Den meisten ist er aber durch seine Rolle in den „The Matrix“ und „The Lord of the Rings“-Filmen bekannt. In den letzten Jahren hat er auch in Captain America: The First Avenger, Cloud Atlas und „Hacksaw Ridge“ mitgespielt. 

Trailer zu sehen:

 

„Patrick Melrose“ wurde im Jahr 2018 für fünf Emmys (darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor, Benedict Cumberbatch, Outstanding Directing for a Limited Series or Movie) nominiert. 

Patrick Melrose wurde erstmalig v. 12.05.18 – 02.06.18 auf dem Pay-TV-Sender SHOWTIME gezeigt. In Deutschland war dieser Mehrteiler v. 29.05.18 – 26.06.18 erstmalig bei Sky Ticket zu sehen. 

Denver – Film: „BlacKkKlansman“

Ich war am 12.08.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„BlacKkKlansman“ (dt. Kinostart: 23.08.18)   134 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Spike Lee  cast: John David Washington, Adam Driver, Ryan Eggold, Topher Grace, Laura Harrier, Paul Walter Hauser, Jasper Pääkonen, Ashlie Atkinson, Corey Hawkins, Michael Buscemi, Alec Baldwin, Harry Belafonte  

 

Ron Stallworth (John David Washington) ist schwarz und hat immer davon geträumt, Polizist zu werden. Im Jahr 1972 bekommt er tatsächlich einen Job bei der Polizei in Colorado Springs, Colorado. Er wird undercover in eine schwarze Bürgerrechtsbewegung eingeschleust, dabei lernt er die Aktivistin Patrice (Laura Harrier) kennen. Eines Tages kommt er auf die Idee, sich Informationen über den Ku-Klux-Klan zu besorgen. Dafür spricht er bei der lokalen Gruppe des Klans auf den Anrufbeantworter und wird umgehend von dem Vorsitzenden des Colorado Springs Chapters, Walter Breachway (Ryan Eggold) zurückgerufen. Von dem wird er auch zu einem Treffen des Klans eingeladen. Als Schwarzer kann er da natürlich nicht hingehen, also gibt sich sein (jüdischer) Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) für ihn aus. Eines der Mitglieder Felix (Jasper Pääkönen) wird aber schon bald misstrauisch…

 

B+ (Wertung von A bis F) „BlacKkKlansman“ basiert auf Ron Stallworths Memoiren „Black Klansman: Race, Hate, and the Undercover Investigation of a Lifetime“). Es erzählt seine Geschichte, wie er als schwarzer Polizist mit der Hilfe seines jüdischen Partners, den Ku-Klux-Klan infiltrierte. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Spike Lee („Malcolm X“, „Do the Right Thing“, „25th Hour“„Inside Man“). 

Nach den letzten beiden Spike-Lee-Filme, die ich sah (Oldboy und Chi-Raq), hatte ich Lee als Regisseur quasi abgeschrieben. Mit „BlacKkKlansman“ meldet er sich aber in gewohnter Stärke zurück. Auch wenn mir seine Ku-Klux-Klan/Black Power-Parallelmontage etwas zu lang erschien, er mit der einen oder anderen Szene etwas zu dick aufträgt, ist ihm am Ende ein witziger und schockierender, aber durchweg unterhaltsamer Film geglückt. 

Wenn Spike Lee eine politische Botschaft senden will, dann überlässt er nichts dem Zufall. Er beginnt seinen Film mit einem Ausschnitt aus dem, mit acht Oscars (plus zwei Ehrenoscars) ausgezeichneten Epos „Gone with the Wind“, der heutzutage als einer der rassistischsten Filme Hollywoods gilt, gefolgt von einem fremdenfeindlichen Monolog eines (fiktiven) Dr. Kennebrew Beaureguard (gespielt von dem SNL-Donald-Trump-Imitator Alec Baldwin). Bis Spike Lee einem am Ende in die erschreckende Gegenwart führt, schafft er es zwischendurch immer mal wieder anhand von Floskeln und Sprüchen eine Verbindung zwischen Ku-Klux-Klan und dem aktuell amtierenden US-Präsidenten samt seiner rechtsradikalen Gefolgschaft herzustellen. Den Film aber darauf zu reduzieren wäre falsch, denn es ist ein gelungener Genre-Mix aus Biopic, Drama, Komödie, Thriller, Satire, Blaxploitation und Dokumentation. 

Auch wenn hier die Geschichte des afroamerikanischen Ron Stallworth erzählt wird, macht ein – einmal mehr – exzellenter Adam Driver den Film über weite Strecken zu seinem. 

John David Washington spielt hier die Hauptrolle. Er ist der Sohn des zweimaligen Oscar-Gewinners Denzel Washington. Nachdem John David seine professionelle American-Football-Karriere beendet hat, und immer mal wieder kleinere Rollen in Filmen gespielt hat, ist er nun richtig ins Schauspielfach gewechselt. Mittlerweile hat er auch durch die HBO-Serie „Ballers“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. John David Washington erinnert manchmal im Tonfall an seinen Papa, Ähnlichkeiten im Aussehen habe ich jedoch nicht entdeckt. Ich habe sogar in Corey Hawkins (der hier als Carmichael bzw. Kwame Ture eine längere Rede bei einer Black Power-Veranstaltung hält) etwas mehr Denzel gesehen. Apropos Ähnlichkeit, dem einen oder anderen wird Adam Drivers Partner bei der Polizei bekannt vorkommen, sieht er doch irgendwie aus wie Steve Buscemi. Es ist tatsächlich Steves Bruder Michael. 

Spike Lee hat bislang keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie. Ich gehe derzeit davon aus, dass sich das mit diesem Film ändert. 

„BlacKkKlansman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Bester Nebendarsteller (Adam Driver, Topher Grace), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„BlacKkKlansman“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Grand Prize of the Jury gewonnen. Der Film ist am 10.08.18 in 1,512 amerikanischen Kinos gestartet. Übrigens fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Terroranschlag eines Rechtsradikalen in Charlottesville, Virginia. Bei meiner gut besuchten Vorstellung in Colorado gab es zum Schluss Applaus vom Publikum. Der Film startet am nächsten Donnerstag (23.08.18) in Deutschland. Unbedingt angucken! (möglichst in der OV oder OmU) 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mid90s„

Bewertung des Redband-Trailers: A-

Kommentar: Nach Greta Gerwigs Regiedebüt vom letzten Jahr nun Jonah Hills Film über das Erwachsenwerden 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Kin„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ich habe das Gefühl, dass solche Kinder-Sci-Fi-CGI-Filme im Moment angesagt sind (s. AXL und Bumblebee) 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir defintiv zu kreischig und anstrengend ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – man muss auch verzichten können

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Little Stranger„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Lenny Abrahamsons neuer Film. Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson und Charlotte Rampling

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Denver – Film: „Christopher Robin“

Ich war am 11.8.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Christopher Robin“ (in D. ab dem 16.08.18) 104 min   drama, adaptation 

dir. Marc Forster  cast: Ewan McGregor, Hayley Atwell, Mark Gatiss, Bronte Carmichael  voices: Jim Cummings, Brad Garrett, Nick Mohammed, Peter Capaldi, Sophie Okonedo, Sara Sheen, Toby Jones 

 

Christopher Robin (Ewan McGregor) ist erwachen geworden. Seine Freunde Freunde Winnie the Pooh (Jim Cummings), Eeyore (Brad Garrett), Piglet (Nick Mohammed) und die anderen hat er in seiner Kindheit zurückzulassen. Er ist gestresst in seinem Job, so dass er kaum Zeit für seine Frau (Hayle Atwell) und seine kleine Tochter Madeline (Bronte Carmichael) hat. Dann halst ihm seine Chef (Mark Gatiss) auch noch Arbeit für das Wochenende auf, eigentlich wollte er mit seiner Familie aufs Land fahren. Wichtige Entscheidungen muss er fällen und dann steht plötzlich Winnie the Pooh vor ihm….

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Christopher Robin“ basiert auf A. A. Milnes illustriertem Buch „Winnie-the-Pooh“ und den Charakteren des Disney Films „Winnie the Pooh“. Es ist eine Realverfilmung und der neue Film des deutschen Filmemachers Marc Forster („Monster´s Ball“, „Finding Neverland“, „Quantum of Solace“, World War Z).

Sprachlich ist der Film herzig und wenn man die nostalgische Knuddel-Variante der Pooh-Familie auf der Leinwand sieht, zaubert sie einem ein Lächeln ins Gesicht. Wenn der knopfaugige Winnie the Pooh dann Nichtigkeiten vor sich hinplappert, wünscht man, dass der Film ewig so weitergeht. Leider ist die Geschichte aber schmerzhaft oft bei den Menschen und da wird davon erzählt, wie der gestressten Geschäftsmann Christopher Robin am Wochenende arbeiten muss, und daher sein Versprechen nicht einlösen kann, mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter aufs Land zu fahren. Irgendwann steht dann sein Kindheitsfreund Winnie the Pooh vor ihm und er führt ihn dann wieder auf den richtigen Weg. Das ist die Kurzfassung, wenn man dabei außer Acht lässt, dass der berufstätiger Vater von seinem Chef „die Pistole auf die Brust“ gesetzt bekommen hat und am Wochenende arbeiten muss, weil er am darauffolgenden Montag einen Plan vorlegen muss, wie er die Ausgaben seiner Abteilung um 20% reduziert. Christopher Robin muss wichtige Entscheidungen fällen, darunter ob und welche seiner langjährigen Mitarbeiter entlassen werden müssen. Ihm also in einem vorzuwerfen, dass er sich keine Zeit für seine Familie nimmt, wenn er in der Zeit über das Schicksal seiner Mitarbeiter entscheiden muss, finde ich insbesondere in einem Kinderfilm, moralisch mindestens fragwürdig. 

Außerdem hatte ich ein Problem mit der Besetzung. Bronte Carmichael als Christopher Robins Tochter ist in meinen Augen fehlbesetzt. Das Mädchen wirkt alles andere als sympathisch, dazu haben sie ihr dann noch schreckliche Kleidung angezogen. Ewan McGregor macht erwartungsgemäß seine Sache gut und holt das beste aus seiner Rolle.  

„Christopher Robin“ ist am 3.8.18 in 3,602 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film heute (am 16.08.18) im Kino. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Goosebumps 2: Haunted Halloween„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %


Trailer v. Film: „A-X-L„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Fantasy-Action-Mist für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Wonder Park„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The House with a Clock in its Walls„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Ein Eli-Roth-Fantasy-Film mit Jack Black und Cate Blanchett in den Hauptrollen. Wie ist das denn zusammengekommen? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: neugierig bin ich schon 


Trailer v. Film: „Smallfoot„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons Realverfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mary Poppins Returns„

Bewertung des Teasers: B-

Kommentar: Neuverfilmung mit Emily Blunt als Mary Poppins, außerdem mit Lin-Manuel Miranda, Colin Firth, Meryl Streep u.v.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn die Kritiken nicht sauschlecht sind, ja 

L.A. – Film: „Sorry to Bother You“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sorry to Bother You“   105 min    satire

dir. Boots Riley  cast: Lakeith Standfield, Tessa Thompson, Jermaine Fowler, Omari Hardwick,  Terry Crews, Danny Glover, Armie Hammer, Steven Yeun, Forest Whitaker voices: David Cross, Patton Oswalt, Lily James, Rosario Dawson 

 

Oakland, Kalifornien. Der Afroamerikaner Cash (Lakeith Stanfield) und seine Freundin Detroit (Tessa Thompson) haben kein Geld und leben in der Garage seines Onkels (Terry Crews). Cash ist arbeitslos und den einzigen Job, den er finden kann, ist in einem Callcenter. Sonderlich erfolgreich ist er bei dem Telefonmarketing nicht, bis ihm ein älterer Kollege (Danny Glover) den Tipp gibt, am Telefon wie ein Weißer zu sprechen. Mit seiner „weißen Stimme“ ist er plötzlich das  Verkaufstalent, wird befördert und dann bekommt er auch noch ein Angebot von dem modernen Sklavenhändler (Armie Hammer), dem CEO des Konglomerats Worryfree 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sorry to Bother You“ ist das Spielfilmdebüt des afroamerikanischen Rappers, Drehbuchautors und Produzenten Boots Riley. 

In der amerikanischen Indie-Filmgemeinschaft wird dieser Film gerade richtig gefeiert. 

Diese Satire beginnt sehr vielversprechend, platziert im Verlauf immer wieder brillante Ideen, ist witzig, regt zum Nachdenken an, ist aber letztlich thematisch zu überladen und erschien mir unendlich lang. Es macht den Eindruck, als ob Boots Riley alle Themen (Kapitalismus, Rassismus, Arbeitsleben, Kunstwelt, skrupellose Manager von Groß-Unternehmen, fatale Arbeitsbedingungen, Konsumwahn, Status, usw, usw. usw), die ihn beschäftigen in seinem ersten Film unterbringen wollte. Vielleicht hatte er Bedenken, keinen weiteren Film drehen zu können. Für mich verschmilzt alles nachher zu einem smarten und kreativ bebilderten Handlungsbrei, bei dem ich Mühe hatte, meine Augen aufzuhalten. Das ist schade, vielleicht sollte ich dem Film eine zweite Chance geben. 

Überragend sind jedoch die Performances von Armie Hammer (als dauerkoksender CEO des Sklavenhalter-Konglomerats), Tessa Thompson (immer toll, egal welchen Charakter sie mal wieder der Meinung ist, überzeugend zu spielen), aber vor allen Dingen Lakeith Stanfield. 

Ich habe Lakeith Stanfield bereits im Jahr 2013 in seinem Spielfilmdebüt Short Term 12 das erste Mal gesehen. Seither hat er in vielen Filme (Selma „Straight Outta Compton“, Miles Ahead, TV-Serie „Atlanta“) mitgespielt und ist oftmals der Blickfänger (ganz präsent noch durch seine Auftritte in Get Out). Er ist sehr wandelbar und erweckt den Anschein, als wäre ihm gar nicht bewusst, wie cool er eigentlich ist. Sehr sympathisch. 

„Sorry to Bother You“ ist, insbesondere als Spielfilmdebüt, eindrucksvoll. Nach dem Erfolg dieses Films wird Boots Riley definitiv einen weiteren Film drehen, den er hoffentlich nicht ganz so  überfrachtet. 

Es versteht sich von selbst, dass „Sorry to Bother You“ nicht in einer Übersetzung/Synchronisation funktionieren kann. 

„Sorry to Bother You“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bestes Originaldrehbuch

„Sorry to Bother You“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film wurde am 6.7.18 in zunächst 16 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,050 Kinos in den U.S.A. Im AMC 4 in Santa Monica wurde der Film in der „CC“-Version (Closed captioning“-Version einer (englischen) Untertitelung für Personen mit beeinträchtigter Hörfunktion) gezeigt.  Für Deutschland ist kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Papillon„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des Steve McQueen/Dustin Hoffman-Gefängnisdramas, jetzt mit Charlie Hunnam und Rami Malek  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir zu kreischig ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – danke, nein. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Hate U Give„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Romanverfilmung mit Regina Hall und Common

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Unnötige Fortsetzung zu dem sehr gelungene Creed. Nicht  mehr von Ryan Coogler inszeniert, dafür aber wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

L.A. – Film: „Leave No Trace“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Leave No Trace“ (dt. Kinostart: 13.09.18)  108 min   drama, adaptation

dir. Debra Granik  cast: Ben Foster, Thomasin McKenzie, Jeff Kober, Dale Dickey

 

Der Kriegsvetereran Will (Ben Foster) hat eine posttraumatische Belastungsstörung und als er in der Gesellschaft nicht mehr klar kam, hat er irgendwann beschlossen, in der Wildnis zu leben. Seine kleine Tochter nahm er seinerzeit mit. Die beiden richteten sich ihre Bleibe in dem Nationalpark nahe Portland ein. Will erzieht seine Tochter liebevoll. Als Tom (Thomasin McKenzie) dreizehn Jahre alt ist, entdeckt ein Jogger das Mädchen, ruft die Polizei und die nimmt die beiden fest. Das Amt versucht Vater und Tochter wieder in die Gesellschaft zu integrieren…

 

A- (Wertung von A bis F) „Leave No Trace“ basiert auf Peter Rocks Buch „My Abandonment“. Auch wenn es sich hierbei um eine fiktionale Erzählung handelt, diente dem Buchautor ein Vater mit seiner Tochter, die tatsächlich in einem Park bei Portland lebten, als Inspiration. Es ist der neue Film der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Debra Granik (Winter´s Bone). 

Wenn man sich diesen Film anschaut, fragt man sich unweigerlich, warum man seit Graniks letztem brillanten Spielfim aus dem Jahr 2010 keinen weiteren der talentierten Regisseurin gesehen hat. Die Frage kann man sich natürlich selbst beantworten, denn es handelt sich um eine Frau, die Regie führt. Das erinnert an das Schicksal von Lynne Ramsay, die auch mehrere Jahre brauchte um den Nachfolgefilm zu ihrem We Need to Talk About Kevin zu finanzieren, dann aber vor einigen Monaten mit You Were Never Really Here erneut einen exzellenten Film ablieferte.  

Wie bereits Debra Graniks Film „Winter´s Bone“ führt einen „Leave No Trace“ auch an den Rand der (amerikanischen) Gesellschaft). Viel erfährt man nicht über die beiden Charaktere, man lernt sie einfach irgendwann kennen. Wahrscheinlich leben sie zu dem Zeitpunkt bereits schon seit vielen Jahren in den Wäldern bei Portland, illegal, weil auf öffentlichem Grund. Vater und Tochter verbindet eine sehr enge Beziehung. Eines Tages kommt man ihnen auf die Spur und die Ämter stellen ihr gesamtes Leben auf den Kopf. Während sich die 13-Jährige noch leichter in die Gesellschaft integrieren lässt, kommt Ben mit der neuen Situation weit weniger klar. 

Es sind unterschiedliche Gründe, warum sich manche Menschen nicht der Gesellschaft anpassen wollen oder auch können. Sie entscheiden sich dann für ein alternative Gestaltung ihres Lebens. Als Kind eines Aussiedlers ist dieser Lebensweg zunächst nicht frei gewählt. „Leave No Trace“ ist ein berührendes Charakter- und Sozialdrama, aber auch ist es ein Film über das Überleben und das Leben an sich. Die Filmemacherin gibt dem Zuschauer nicht viele Fakten an die Hand, der Film lebt auch nicht von seinen Dialogen und doch durchblickt man am Ende die Gefühlswelt beider Protagonisten, als wäre man ihnen im realen Leben begegnet und hätte viele Gespräche mit ihnen geführt. Ein toller Film. 

Debra Granik ist die Filmemacherin, die Jennifer Lawrence entdeckt hat und der Welt mit ihrem Film „Winter´s Bone“ vorgestellt hat. Es ist davon auszugehen, dass sie schon bald als die Regisseurin gilt, die die neuseeländische Schauspielerin Thomasin McKenzie für den amerikanischen Markt entdeckt hat. Das Mädchen hat das gewisse Etwas, ihr Ausdruck ist eine Mischung aus kindlich und erwachsen, mit ihrem scheuen Blick hat sie mich das eine oder andere Mal an die Schauspielerin Rooney Mara erinnert. 

„Leave No Trace“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Foster), Beste Hauptdarstellerin (Thomasin McKenzie), Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Leave No Trace“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 29.06.18 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 361 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 13.09.18 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „We The Animals„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama und Romanadaption

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Blaze„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ethan Hawkes neue Regiearbeit. Film über einen Countrysänger. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Puzzle„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Remake eines argentinischen Films mit Kelly Macdonald

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „BlacKkKlansman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Adam Driver und Denzels Sohn 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L. A. – Film: „Eighth Grade“

Ich war am 03.08.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Eighth Grade“   93 min  drama, comedy 

dir. Bo Burnham  cast: Elsie Fisher, Josh Hamilton, Emily Robinson, Jake Ryan 

 

In einer Woche endet das Schuljahr, dann hat die dreizehnjährige Kayla (Elsie Fisher) endlich die achte Klasse beendet. Middle School war nicht wirklich ihre Sache, Freunde hat sie auf der Schule nicht gefunden und die ganzen Videos, die sie auf ihrem YouTube Kanal postete, fanden auch kaum Anklang. Aber diese Zeit ist in wenigen Tagen vorbei, auf der High School wird hoffentlich alles besser…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Eighth Grade“ ist das Spielfilmdebüt des jungen amerikanischen YouTubers Bo Burnham. 

„Eighth Grade“ hat meine Geduld arg strapaziert. Dieses verpickelte, pummelige Teenager-Mädchen ging mir nämlich bereits zu Anfang des Films fürchterlich auf die Nerven. In der ersten Einstellung schaut man der 13-Jährigen dabei zu, wie sie Ratschläge und Lebensweisheiten vor sich hin plappert und dabei jeden einzelnen Satz mit nicht weniger als 3 – 5 Mal „like“ unterfüttert. Nach dreißig oder vielleicht waren es auch nur zwanzig Sätzen hatte sich bei mir eine gewisse Aggression aufgestaut. Gut, jetzt kann man sagen, amerikanische Teenager müssen sich nun mal permanent in den sozialen Medien mitteilen und reden auch so – aber muss man das in einem Film sehen? In dieses zwanghaft nach Anerkennung suchende, sozial unbeholfene Außenseiter-Mädchen konnte ich mich weder reinversetzen noch wollte ich meine Zeit mit ihr verbringen. Vielleicht ist „Eighth Grade“ ein realistisches Porträt der heutigen Jugend, aber wie hier dargestellt erschreckend und dabei wenig originell und etwas dürftig. 

Dabei können Filme über das Erwachsenwerden witzig sein und auch ans Herz gehen, das beweisen beispielsweise die Filme The Edge of Seventeen und Lady Bird. Im Vergleich zu „Eighth Grade“ hatten diese beiden Filme aber eine mitreißende Protagonistin, dargestellt von hochtalentierten und charismatischen Schauspielerinnen. Amerikanische Kritiker zeigen sich auch von Elsie Fisher entzückt, mich aber lähmt sie nicht gerade vor Begeisterung. Am Ende war der Film aber – wider Erwarten – doch ganz passabel und ich mochte wenigstens die Szenen mit der pubertierenden Kayla und ihrem unglaublich verständnisvollen und liebenswerten Vater (gespielt von Josh Hamilton). 

Der A24-Film „Eighth Grade“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Elsie Fisher), Bestes Originaldrehbuch

„Eighth Grade“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 ist er in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,084 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Colette„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Biopic über die französische Autorin Gabrielle Colette. Keira Knightley in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Never Goin´Back„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Teenie-Komödie 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig ganz sicher eine Rolle spielt 

 

TV-Serie: „Barry, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Barry, 1. Staffel“ (in Deutschland über SKY zu sehen oder den iTunes Stores zu erwerben)  8 x approx. 30 min  comedy, crime, drama, thriller

dir. Bill Hader, Maggie Carey, Hiro Murai, Alec Berg  cast: Bill Hader, Stephen Root, Sarah Goldberg, Paula Newsome, Glenn Fleshler, Anthony Carrigan, Henry Winkler, Cameron Britton  

 

Barry (Bill Hader) ist ein Ex-Marine, der durch seinen Einsatz in Afghanistan depressiv wurde. Fuches (Stephen Root), ein Freund seines Vaters, den Barry als Onkel sieht, hat ihn damals unter seine Fittiche genommen. Mittlerweile ist er sein Zwischenhändler, denn Barry arbeitet als Profikiller. Sein neuer Auftrag führt ihn nach Los Angeles. Für den tschetschenischen Mafiaboss Goran Pazar (Glenn Fleshler) soll er einen Mann töten. Seine Zielperson findet er in einem Schauspiellehrgang. Von der Gruppe wird Barry fälschlicherweise auch für einen Schauspieler gehalten. Schon bald bekommt er Anerkennung und findet sogar Gefallen an der Schauspielerei – vielleicht wäre das ein neuer Start für ihn, denn Barry steckt in einer großen Lebenskrise. So einfach lässt sich sein bisheriges Leben aber natürlich nicht abschütteln, die Tschetschenen haben eine gewisse Erwartung an ihn…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der neuen HBO-Serie sind der amerikanische Autor (TV-Serie „Seinfeld“) und TV-Regisseur („Curb Your Enthusiasm“) Alec Berg und der amerikanische Comedian („Saturday Night Live“) und Schauspieler Bill Hader (Adventureland, The Skeleton Twins, Trainwreck). Bill Hader spielt in dieser Serie die titelgebende Hauptrolle und hat zusätzlich bei den ersten drei Episoden Regie geführt. Dies ist Bill Haders Regiedebüt. 

„Barry“ ist eine ungewöhnliche Serie. Am Ende der rund vier Stunden, die die erste Staffel tatsächlich nur zeitlich in Anspruch nimmt, hat man eine andere Serie, als zu Beginn. Einfach zu kategorisieren ist das Ganze definitiv nicht. Die Serie ist dem Genre Krimi sowie (düstere) Comedy zuzuordnen. Es gibt einiges an Situationskomik, dabei spielt die Serie auch mit Vorurteilen. „Barry“ hat auch einen gewissen Drama-Anteil und gibt – wie ich mir habe sagen lassen – einen fast schon dokumentarischen Blick auf Schauspielschüler und einen Schauspiellehrgang in Hollywood. Am Ende der ersten Staffel macht es fast den Anschein, als würde es in Richtung Thriller gehen. In der vielfältigen Serien-Landschaft ist diese neue Serie ungewöhnlich. Für eine Serie, die unter Schauspielschülern in Hollywood spielt, gibt es erwartungsgemäß viele Referenzen auf Filme und Schauspieler. 

Bill Hader spielt den Antihelden Barry. Barry ist erstklassig als Auftragsmörder, vor allen Dingen, weil er annimmt, dass seine Opfer es auch irgendwie verdient haben, von ihm getötet zu werden (vergleichbar vielleicht mit Dexter der gleichnamigen Serie). Ihn plagt jedoch zunehmend sein Gewissen und schließlich gerät er in eine Sinn- und Lebenskrise. Als er – mehr oder weniger – durch Zufall in einen Schauspiellehrgang gerät, fühlt er sich dort aufgehoben. Zu Beginn ist er ein schlechter Schauspieler, bis er langsam lernt, seine Emotionen zu kanalisieren und in seine Performance einfliessen zu lassen. Bill Hader gibt hier eine sehr nuancierte Performance. Das Casting der gesamten Serie ist aber exzellent. 

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Serie ein zweites Mal zu sehen. Zwischen meiner ersten und zweiten Sichtung der ersten Staffel von „Barry“ lagen die Emmy-Nominierungen und diese neue Serie hat, wenig überraschend, auch bei der Television Academy Eindruck hinterlassen. 

Wer mich kennt oder meine Beiträge hin und wieder liest, weiß, dass ich Filme und Serien ausschließlich in der Originalfassung gucke.  Ich versuche, dieses sensible Thema nicht auszureizen und versuche eigentlich nur noch daraufhin hinzuweisen, wenn ich es als unerlässlich ansehe, ein bestimmtes Film- oder Fernsehprojekt in der OV bzw. OmU zu sehen. Da die  TV-Serie „Barry“ u.a. im Umfeld von angehenden Theaterschauspielern angesiedelt und man mit entsprechenden Performances rechnen sollte, die Serie einen guten Wortwitz und teils eine akzentreiche Sprache hat, ist definitiv davon abzuraten, sie in der Synchro zu sehen. Bei „Barry“ musste ich tatsächlich selbst die schmerzhafte Erfahrung machen, wie deutsche Synchronsprecher Performances und Dialoge hinhunzen. Meiner eigenen Unaufmerksamkeit geschuldet, habe ich mir diese  Serie im deutschen iTunes Store zuerst in der synchronisierten Fassung heruntergeladen. Ich kaufe eigentlich überwiegend im amerikanischen Store und hatte mir schon lange nichts mehr im deutschen gekauft. Entsprechend wusste ich nicht, dass man bei Kauf eines Films oder einer Serie nicht mehr auf andere Sprache zugreifen kann. Wie dem auch sei, 2 Folgen von „Barry“ habe ich in der deutschen Synchro gesehen und kann daher aus erster Hand bestätigen, dass zwischen der Originalfassung und der Übersetzung Welten liegen. 

 

Meine Lieblingsepisode: Die finale Folge („Chapter Eight: Know Your Truth“), außerdem liebe ich die letzten ca. 15 Minuten der siebenten Folge („Chapter Seven: Loud, Fast, and Keep Going“) 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Barry Berkman/ Block ist ein ehemaliger Marine, der seit Jahren als Auftragsmörder arbeitet. Sein neuester Auftrag führt ihn nach Los Angeles. Er ist unzufrieden mit seinem Leben, leidet an Depressionen und kommt durch Zufall in die, von Gene M. Cousineau (gespielt von Henry Winkler) angeführte Schauspiel-Gruppe. Hier fühlt er sich erstmalig akzeptiert und findet auch Interesse an der Schauspielerei. Außerdem hat er sich in eine der Schauspielschülerinnen, Sally (gespielt von Sarah Goldberg), verknallt. Gespielt wird Barry von dem amerikanischen Stand-up-Comedian, Autor und Schauspieler Bill Hader. Berühmt wurde er durch seine Arbeit bei Saturday Night Live. Er arbeitet auch viel als Synchronsprecher für Animationsfilme und -serien, hat aber mittlerweile sein Schauspieltalent in Indies und größeren Produktionen (Adventureland, The Skeleton Twins, Trainwreck) auch schon einige Male unter Beweis stellen können. Bill Hader ist eigentlich mehr als Comedian bekannt, um so interessanter ist seine Rolle in „Barry“, bei der er sämtliche Nuancen seines Talents zeigen kann. Für seine Arbeit bei SNL wurde er für, mittlerweile vier Emmys nominiert. Kürzlich hat er für „Barry“ weitere vier Emmy-Nominierungen erhalten, neben den Kategorien Schauspiel und Regie, wurde er noch für seine Autorentätigkeit belohnt und dafür, dass er die Serie produziert.

Fuches war ein Freund von Barrys Vater. Nach Barrys traumatischen Erfahrungen als Marine in Afghanistan hat er ihn aufgefangen und ihm eine neue Aufgabe gegeben  Barry sieht ihn als seinen Onkel an. Fuches wird von dem amerikanischen Schauspieler Stephen Root gespielt. Auch er leistet viel Synchronarbeit für Animationsfilme. Für mich war Stephen Root einer dieser Schauspieler, dessen Gesicht, ich kenne, aber dessen Namen mir nicht bekannt war. Er hat in einigen TV-Serien, u.a. True Blood, „Justified“ mitgespielt, aber auch in vielen Kinofilmen No Country For Old Men, Everything Must Go, Selma, Trumbo mitgewirkt. Erst im letzten Jahr war er in Get Out zu sehen. 

Goran Pazar ist ein tschetschenischer Mafiaboss. Barry (gespielt von Bill Hader) hat über Fuches (gespielt von Stephen Root), den Auftrag angenommen, den vermeintlichen Liebhaber von Gorans Frau zu töten. Goran wird von dem amerikanischen Schauspieler Glenn Fleshler gespielt. Auch er fällt für mich in die Kategorie „oft gesehen, der Name ist mir trotzdem nicht bekannt“. Glenn Fleshler hat in vielen TV-Serien, u.a. „Boardwalk Empire“, True Detective, The Night Of mitgespielt, war aber auch in einigen Kinofilmen (All Good Things, A Most Violent Year, Suburbicon zu sehen. 

Gene M. Cousineau ist Schauspiellehrer. Als Schauspieler ist er selbst nicht sonderlich erfolgreich, dafür leitet er einen Schauspiellehrgang. Einer seiner Schauspielschüler ist irgendwann Barry (gespielt von Bill Hader). Gene M. Cousineau wird von dem legendären amerikanischen Schauspieler Henry Winkler gespielt. Berühmt wurde er für seine Rolle als Fonzie bzw. The Fonz in der 1970er Jahre-Serie „Happy Days“. In dieser TV-Serie hat er neben dem damaligen Schauspieler, der heutigen Regie-Größe Ron Howard gespielt. Später hat er immer wieder mit Ron Howard zusammengearbeitet. Er hat auch u.a. in den Serien „Arrested Development“,„Royal Pains“ und „Parks and Recreation“) mitgewirkt. Für seine Rolle in „Happy Days“ wurde er für drei Emmys nominiert. Außerdem hat er eine Emmy-Nominierung für seine Gastrolle in den Serien „Battery Park“ und „The Practice“ und aktuell ist er für seine Performance in „Barry“ für einen Emmy nominiert.  

NoHo Hank ist die rechte Hand des tschetschenischen Gangsterbosses Goran Pazar (gespielt Glenn Fleshler). NoHo wird von dem amerikanischen Schauspieler Anthony Carrigan gespielt. Er hat sich bisher hauptsächlich durch Serien (u.a. „The Forgotten“, “The Flash“, „Gotham“) einen Namen gemacht. 

Detective Janice Moss ist die ermittelnde Polizistin in dem Fall des ermordeten Schauspielschülers. Sie tappt ziemlich im Dunklen, aber dann doch irgendwie nicht. Janice wird von der amerikanischen Schauspielerin Paula Newsome gespielt. Vorwiegend ist die Schauspielerin durch TV-Serien (u.a. „Ally McBeal“, „Dharma & Greg“, Transparent) bekannt. Sie hat aber auch in Kinofilmen („Little Miss Sunshine“ und Things We Lost In the Fire) mitgewirkt. Ich mag die Serienfigur Janice sehr gerne und könnte mich über sie totlachen.  

Den Schauspieler Cameron Britton (der einen der Serienmörder in der exzellenten Serie Mindhunter spielt) habe ich sofort an seiner Stimme erkannt. Diese Stimme erkenne ich aus einer Millionen Stimmen heraus. In „Barry“ spielt er einen IT-Mitarbeiter des Polizeipräsidiums in Los Angeles. Kürzlich wurde er übrigens für seine Performance in „Mindhunter“ für den Emmy nominiert. 

Apropos Emmys. „Barry“ ist im Jahr 2018 für 13 Emmys (darunter Outstanding Comedy Series, Outstanding Lead Actor in a Comedy Series, Bill Hader, Outstanding Supporting Actor, Henry Winkler, Outstanding Directing) nominiert worden. Update: „Barry“ hat drei Emmys gewonnen: Outstanding Lead Actor in a Comedy Series (Bill Hader), Outstanding Supporting Actor in a Comedy Series (Henry Winkler) und Outstanding Sound Mixing for a Comedy

Die erste Staffel von „Barry“ wurde vom 25.03.18 – 13.05.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. Sie bildet eine vielversprechende Basis für weitere Staffeln. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man „Barry“ bei dem Pay-TV-Sender Sky sehen oder über den iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Copenhagen – Film: „Tag“

Ich war am 22.07.18 in Kopenhagen und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tag“ (dt. Filmtitel: „Catch Me!“, dänischer Filmtitel: „Du er den“, dt. Kinostart: 26.07.18)    90 min comedy 

dir. Jeff Tomsic  cast: Ed Helms, Jeremy Renner, Jon Hamm, Jake Johnson, Hannibal Buress, Annabelle Wallis, Isla Fisher, Rashida Jones 

 

Seitdem sie neun Jahre alt sind spielen Hoagie (Ed Helms), Callahan (Jon Hamm), Chilly (Jake Johnson), Sable (Hannibal Buress) und Jerry (Jeremy Renner) das Kinderspiel „Tag“ (Fang Mich). Mittlerweile seit dreißig Jahren ist die Saison einmal im Jahr den kompletten Mai eröffnet und bisher ist der athletische und raffinierte Jerry der ungeschlagene Sieger. Jetzt erfahren seine Mitspieler, dass Jerry aussteigen und außerdem heiraten will. Die Vier, Hoagies Frau (Isla Fisher) und eine Journalistin des Wall Street Journals machen sich auf dem Weg und versuchen wenigstens dieses Mal, Jerry zu schlagen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Tag“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert vage auf den The Wall Street Journal Artikel „It Takes Planning, Caution to Avoid Being „It“. Dieser Film ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Produzenten und Filmemachers Jeff Tomsic (TV-Serien „Idiositter“, „The Detour“).

„Tag“ ist eine Komödie über eine Gruppe erwachsener Männer, die das Kind in sich bewahren wollen – zumindest für einen Monat im Jahr. Das führt erwartbar zu witzigen Dialogen und Situationen. 

Jeremy Renners Charakter „Jerry“ machte auf mich zu Beginn den Eindruck, als würde er in einem ganz anderen Film mitspielen. Was hier entsprechend der Handlung aber passt, dann sind es nämlich genau die Szenen mit Jerry, die wirklich komisch sind. „Tag“ ist einer dieser Filme, bei dem ich wahrscheinlich schon in wenigen Monaten vergessen habe, dass ich ihn überhaupt geguckt habe. Wenn ich aber dann irgendwann durch Zufall im  Fernsehen auf den Film stosse, werde ich über dieselben Szenen lachen und auch die Zeitlupen-Szenen wieder besonders mögen. 

Der Filmemacher liess es sich nicht nehmen, zum Schluss des Films ein Foto der realen Männergruppe (bestehend übrigens aus zehn Teilnehmern) einzublenden. Bis heute spielen sie „Tag“. 

„Tag“ ist am 15.06.18 landesweit in 3,382 amerikanischen Kinos gestartet. In Dänemark ist der Film unter dem Filmtitel „Du er den“ am 28.06.18 ins Kino gekommen. In Deutschland ist der Film ab heute (26.07.18) unter dem Titel „Catch Me!“ in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bohemian Rhapsody„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Offiziell, trotz seiner Entlassung bleibt dies der Film von Bryan Singer, ein Biopic über Freddie Mercury. Der Film kann eine Vollkatastrophe sein oder auch ein solider Oscar-Film, man wird sehen. Rami-Mr.Robot-Malek spielt den legendären Queen-Sänger. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Johnny English Strikes Again„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Eine sicher gaaanz lustige Komödie mit Rowan Atkinson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Book Club„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: RomCom mit Diane Keaton, Jane Fonda und Andy Garcia, Don Johnson 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 

 

Kino in Dänemark

An meinem freien Tag in Kopenhagen habe ich die Gelegenheit genutzt, ins Kino zu gehen. Lobenswerterweise werden sowohl im skandinavischen Fernsehen als auch im Kino die Filme in der Originalfassung mit entsprechenden Untertiteln gezeigt. Sehr gern hätte ich mir einen dänischen Thriller („Den skyldige“) angeschaut, leider fehlten mir dazu die englischen Untertitel. Ich musste mich entsprechend für einen englischsprachigen Film entscheiden und habe mich daher entschlossen, den Film „Tag“ nachzuholen. Eine Kinokarte im Palads Teatret in Kopenhagen kostet 100 DKK, das sind umgerechnet ca. 13,50 EUR. Den Sitzplatz musste ich mir bereits an der Kinokasse auswählen, die Vorstellung war aber nicht ausgebucht und die Dänen nehmen es dankenswerterweise nicht so genau mit ihrem zuvor festgelegten Sitzplatz und lassen höflich einen Abstand zum nächsten Zuschauer. Für rund 8 Minuten wurde Werbung gezeigt, darauf folgten die Trailer. 

Palads Teatret in Kopenhagen
dänisches Filmplakat des amerikanischen Films „Tag“

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L. A. – Film: „American Animals“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„American Animals“  116 min   crime, comedy, drama, biopic  

dir. Bart Layton   cast: Evan Peters, Barry Keoghan, Blake Jenner, Jared Abrahamson, Udo Kier, Ann Dowd

 

Kentucky im Jahr 2003. Der Kunststudent Spencer (Barry Keoghan) und sein Kumpel Warren (Evan Peters) suchen nach einem Sinn in ihrem Leben, auch fehlt ihnen das Abenteuer. Irgendwann kommen die zwei Hirnbratzen auf die ganz glorreiche Idee, ein seltenes, sehr wertvolles Buch aus der Uni-Bibliothek zu stehlen. Mit ihren beiden Freunden Eric (Jared Abrahamson) und Chas (Blake Jenner) planen sie den perfekten Raub…

 

B+ (Wertung von A bis F) „American Animals“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist das Spielfilmdebüt des britischen Autors, Produzenten und Dokumentarfilmers Bart Layton („The Imposter“).  

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man begeistert aus dem Kino kommt. Mal fasziniert eine außergewöhnliche Geschichte, ein anderes Mal ist es die schauspielerische Leistung und mal ist es primär die Inszenierung, die einen schwärmen lässt. Als ich aus dem Laemmle Monica Film Center kam, war das erste was mir in den Sinn kam, mich über den Regisseur schlau zu machen. Seine künstlerische Gestaltung dieser auf dem Papier sich absurd und zugleich öde anhörenden Story hat einen sehr hohen Unterhaltungswert. Bart Layton, der sich bislang dem Dokumentarfilm verschrieben hatte, legte bereits mit The Imposter einen bemerkenswerten Film vor und auch dieser Film hat einen Doku-Touch. 

Schon zu Beginn des Films offenbart der Regisseur, dass er mit der Wahrheit spielt, als es heißt: THIS IS NOT BASED ON A TRUE STORY um kurz darauf, das NOT BASED ON verschwinden zu lassen. Tatsächlich basiert das meiste auf einer wahren Geschichte. Strukturell ist die Erzählung raffiniert angelegt. Neben der fiktiv nacherzählten Geschichte blendet er immer wieder Interviews mit den realen Personen ein und lässt uns an ihren (teils sehr unterschiedlichen) Erinnerungen zu bestimmten Ereignissen teilhaben. Es macht wirklich Spaß, dem zuzuschauen.

Der irische Schauspieler Barry Keoghan ist mir erstmalig in The Killing of a Sacred Deer aufgefallen. Mit dieser, extrem anderen Rolle hat er mich von seinem Talent endgültig überzeugt. Hier spielt er neben Evan Peters, der sich durch seinen Auftritt als Quicksilver in den „X-Men“-Filmen bereits einen Namen unter den Jungstars in Hollywood gemacht hat. Der attraktive Blake Jenner ist sicher der erfolgreichste Schauspieler der Riege. Bekannt durch seine Rolle in der TV-Serie „Glee“ und in den Filmen Everybody Wants Some!! und The Edge of Seventeen.

„American Animals“ ist ein handwerklich origineller Heist-Krimi mit einem soliden Soundtrack von einem Regisseur, von dem wir noch einiges erwarten können. Es ist absehbar, dass er schon bald in Hollywood unter Vertrag genommen wird. Ich hoffe nur, dass er dem Indie-Kino noch eine Weile erhalten bleibt. 

„American Animals“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 1.6.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 339 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Broken Star„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Eating Animals“

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Dokumentation über Massentierhaltung, nach dem gleichnamigen Sachbuch von Jonathan Safran Foer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Marlina the Murderer in Four Acts„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: indonesisches Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Gus Van Sants neuer Film mit Joaquin Phoenix und Jonah Hill 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale 2018 gesehen

 

L. A. – Film: „Incredibles 2“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Incredibles 2“ (dt. Filmtitel: „Die Unglaublichen 2“, dt. Kinostart: 27.09.18)   118 min   animation, sequel 

dir. Brad Bird  voices: Craig T. Nelson, Holly Hunter, Sarah Vowell, Huck Milner, Samuel L. Jackson, Catherine Keener, Bob Odenkirk, Eli Fucile, Isabella Rossellini, Bill Wise, Brad Bird

 

Superhelden sind immer noch per Gesetz illegal. Die Superhelden-Ehepaar Parr macht sich langsam Sorgen um ihre Zukunft. Dann bekommen sie ein Angebot von dem Chef eines Telekommunikationsunternehmen, Winston Deavor (Bob Odenkirk), das sie nicht ausschlagen können. Genauer gesagt bekommt Mrs. Parr a.k.a. Elastigirl (Holly Hunter) das Jobangebot, was bedeutet, dass Mr. Incredible (Craig T. Nelson) sich um die Kinder Violet (Sarah Vowell), Dash (Huck Milner) und Jack-Jack (Eli Fucile) kümmern muss…

 

B (Wertung von A bis F) „Incredibles 2“ ist der zwanzigste PIXAR-Film und die Fortsetzung zu „The Incredibles“ aus dem Jahr 2004. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Brad Bird („The Iron Giant“, „Ratatouille“, „Mission Impossible – Ghost Protocol“). Er  hat bereits bei dem Originalfilm Regie geführt. Erneut spricht er auch die Figur der Modedesignerin Edna Mode. 

Die Ereignisse des zweiten Teils schließen direkt an denen des ersten Teils an. Daher empfiehlt sich, bevor man die Fortsetzung sieht, den mit zwei Oscars ausgezeichneten Originalfilm aus dem Jahr 2004 noch einmal bzw. zuerst zu schauen. Ich hatte „The Incredibles“ damals im Kino gesehen, aber mir nie wieder angeschaut. Da ich selbstverständlich sämtliche PIXAR-Filme auf DVD habe, nahm ich mir kürzlich die Zeit, meine Erinnerung aufzufrischen. Damals fand ich „The Incredibles“ außergewöhnlich gut, aus heutiger Sicht gebe ich „The Incredibles“ ein „B“. Mich ermüdete dieser Superhelden-Actionkram, aber ich mochte die Szenen, die sich auf das Familienleben konzentrieren. Besonders den 10-jährigen Sohn Dash habe ich in mein Herz geschlossen. Bei der Szene als die verschrobene Designerin Edna Mode Superhelden-Mama Helen die neuen Kostüme vorführt habe ich mich beinahe kaputt gelacht.  

Die Fortsetzung fand ich erwartbar ähnlich, ich war immer froh, als die ganzen Actionszenen vorbei waren (wobei die durchaus eindrucksvoll inszeniert sind und mir besser gefielen als vergleichbare Szenen in Marvel-Filmen). Auch hier hinterliess das Zwischenmenschliche und die Dynamik innerhalb der Familie den meisten Eindruck. Nach wie vor finde ich zehnjährige Dash am originellsten, aber Jack-Jack läuft ihm beinahe den Rang ab. Am allerliebsten mag ich die Sequenz, in der die Designerin Edna Mode anfänglich Jack-Jack leicht angewidert gegenübertritt und dann später realisiert, dass sie vielleicht doch etwas mit diesem Baby anzufangen weiss. Auch mochte ich die Computer-gezeichnete 1960er Jahre James-Bond-Ausstattung und Michael Giacchinos Score, den man auch diesem Jahrzehnt zuschreiben kann. Im Ganzen hat der Film Längen, ist aber sehenswert. 

„Incredibles 2“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm.

„Incredibles 2“ ist am 15.06.18 in 4,410 amerikanischen Kinos gestartet. Zu sehen ist die 2D, 3D und die IMAX-Fassung. Ich habe den Film in 2D gesehen. Jetzt – vier Wochen nach Kinostart – ist es bereits der erfolgreichste Animatiosfilm In den U.S.A. Für Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Die Unglaublichen 2“ am 27.09.18 starten. 

Trailer zu sehen: 

 

 

„Bao“  8 min animation

dir. Domee Shi

Eine ältere chinesische Mutter fühlt sich einsam. Ihr Mann geht immer früh zu Arbeit und dann bleibt sie allein zurück. Als eines ihrer selbstgemachten Dumplings plötzlich lebendig wird,  bekommt sie eine neue Gelegenheit, Mutter zu sein. Nur auch das Teigtaschen-Baby bleibt nicht für immer klein und niedlich… 

A- (Wertung von A bis F) „Bao“ ist das Regiedebüt der chinesisch-kanadische Storyboard-Artistin Domee Shi. Es ist der erste PIXAR-Film überhaupt, bei dem eine Frau allein Regie geführt hat. 

In kurzen Worten: „Bao“ ist putzig und bezaubernd, hat viel Herz und am Ende sind bei mir sogar die Tränen geflossen. 

„Bao“ feierte seine Premiere auf dem Tribeca Film Festival 2018. Der Kurzfilm wurde im Jahr 2018 vor dem PIXAR-Film „Incredibles 2“ gezeigt. Selbstverständlich ist dieser Film für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm im Gespräch. 

Kleiner Ausschnitt von „Bao“: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Smallfoot„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ralph Breaks the Internet: Wreck-It Ralph 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Disney-Fortsetzung zu Wreck-It Ralph

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

L. A. – Film: „Sicario: Day of the Soldado“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sicario: Day of the Soldado“ (dt. Filmtitel: „Sicario 2“, dt. Kinostart: 19.07.18)  122 min   action, crime, thriller, sequel 

dir. Stefano Sollima  cast: Benicio del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner, Jeffrey Donovan, Catherine Keener, Matthew Modine

 

Die mexikanischen Kartelle schmuggeln mittlerweile nicht nur Drogen über die mexikanisch-amerikanische Grenze, sie schleusen auch zunehmend Menschen und darunter sogar  islamistische Terroristen in die U.S.A. Um einen Krieg zwischen den beiden größten  mexikanischen Kartelle anzuzetteln, soll die Tochter eines der Kartellbosse, Carlos Reyes, entführt werden. Für diese Mission kontaktiert der CIA-Aufräumer Matt Graver (Josh Brolin) den Auftragkiller Alejandro (Benicio del Toro)…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Sicario: Day of the Soldado“ ist eine Fortsetzung zu Denis Villeneuves Film Sicario aus dem Jahr 2015. Alles deutet daraufhin, dass es noch mindestens einen weiteren Teil geben wird. Es ist der neue Film des italienischen Drehbuchautors und Filmemachers Stefano Sollima („ACAB – All Cops Are Bastards“, „Suburra“). Für die Drehbuchvorlage ist erneut der amerikanische Autor (Hell or High Water) und Filmemacher (Wind River) Taylor Sheridan verantwortlich. 

Bei den amerikanischen Filmkritikern ist der zweite Teil von „Sicario“ nicht sonderlich gut angekommen. Zugegebenermassen spielt der Film Trumps Politik etwas in die Hände, alleine schon durch den neuen Aspekt, dass islamistische Terroristen über die mexikanisch-amerikanische Grenze geschleust werden (könnten). Absurd ist es jedoch nicht, da es den Islamisten mittlerweile extrem schwer gemacht wird, legal in die U.S.A. einzureisen. 

Bevor ich mir den zweiten Teil angesehen habe, habe ich mir nicht noch mal Villeneuves´ „Sicario“ angeschaut und auch nicht meinen Beitrag von damals durchgelesen. Aus der Erinnerung heraus dachte ich, ich hätte dem Film ein „B“  oder vielleicht sogar ein „B+“gegeben. Jetzt kam ich nun vor ein paar Tagen aus dem Kino mit dem Gefühl, dass mir der zweite Teil besser gefallen hat als der erste und tatsächlich habe ich dem Originalfilm sogar nur mit einem „B-„ bewertet. 

In „Soldada“ hat man nun nicht mehr Emily Blunts Charakter, eine Figur mit der man sich vielleicht am ehesten identifizieren konnte und die eine moralische Haltung hatte. Hier ist das Gute und das Böse recht klar definiert. Während der erste Teil für mich noch Längen hatte, fand ich diesen schnörkellos, brutal und von Anfang bis Ende spannend. Ich liebe die beiden Charaktere Matt Graver und Alejandro (erneut exzellent porträtiert von Josh Brolin und dem verehrungswürdigen Benicio del Toro). Dies ist ein Actionthriller ganz nach meinem Geschmack. Als Einleitung braucht man nicht einmal den ersten Film zu sehen, „Soldada“ kann inhaltlich für sich allein stehen.  

Nach einer bestimmten Szene verfiel ich in eine Schockstarre und brauchte, unwillig das Gezeigte zu akzeptieren, einige Minuten um meine Fassung zurückzugewinnen. 

Sicario: Day of the Soldado“ ist dem am 9.2.18 viel zu früh verstorbenen isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson gewidmet. Er hatte die Filmmusik zu „Sicario“ beigesteuert. Für den Score in „Soldado“ ist übrigens die isländische Komponistin und Hildur Ingveldardóttir Guðnadóttir verantwortlich. Die beiden isländischen Künstler hatten öfter zusammengearbeitet. 

„Sicario: Day of the Soldado“ ist am 29.06.18 in 3,055  amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film unter dem Titel „Sicario 2“ am 19.07.18. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „BlacKkKlansman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Adam Driver und Denzels Sohn 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

Munich – Film: „The Tale“

Ich war am 02.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Tale“ (dt. Filmtitel: „The Tale – Die Erinnerung“, in D. ab dem 17.08.18 auf SKY zu sehen)  115 min   drama, mystery, biopic

dir. Jennifer Fox   cast: Laura Dern, Elizabeth Debicki, Jason Ritter, Frances Conroy, John Heard, Common, Ellen Burstyn, Isabelle Nélisse  

 

Die Dokumentarfilmerin Jennifer Fox (Laura Dern) ist 48 Jahre alt und wird  plötzlich ganz aufgeregt von ihrer Mutter (Ellen Burstyn) kontaktiert. Sie hat gerade den Aufsatz gefunden, den ihre Tochter als 13-Jährige schrieb. Was war das damals eigentlich genau für eine Beziehung mit Jennifer,  Mrs. G. (Elizabeth Debicki) und Bill (Jason Ritter)….

 

B (Wertung von A bis F) „The Tale“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Jennifer Fox („Beirut: The Last Home Movie“). Dies ist der erster Spielfilm der Dokumentarfilmerin, sie rekonstruiert in diesem Film das, was ihr als 13-Jährige widerfahren ist. 

Jennifer hat scheinbar immer verdrängt, was sie als Kind erlebt hat. Jetzt hat ihre Mutter aber Aufzeichnungen von damals gefunden und fordert ihre Tochter dazu auf, sich mit den Erlebnissen auseinanderzusetzen und auch die Beteiligten von damals zu kontaktieren. Jennifer bekommt ihre eigene, sehr detaillierte mehrseitige Story von ihrer Mutter zugeschickt und während sie diese liest, kommen ihr langsam die Erinnerungen zurück. Sie erinnert sich an den Sommer auf dem Pferdehof von Mrs. G. 

Die Autorin und Filmemacherin Jennifer Fox hat eine interessante Herangehensweise, ihre eigenen Erlebnisse zu schildern. Es wird einem vorgeführt, wie trügerisch Erinnerungen sein können. Beispielsweise hatte die erwachsene Jennifer ein bestimmtes Bild von sich als 13-Jährige (jugendlich, frühreif), man begleitet dieses Mädchen eine kurze Zeit. Später zeigt ihr ihre Mutter ein Bild aus diesem Sommer und man sieht, wie sie wirklich aussah, ein Kind, das sogar noch jünger aussah als Dreizehn. Das ist insbesondere für den verstörenden Verlauf der Geschichte nicht unerheblich. Jennifer wurde als Kind sexuell mißbraucht und hier wird auf eindrucksvolle und schockierende Weise gezeigt, wie raffiniert dieses Mädchen von Erwachsenen manipuliert wurde.  

Das Einzige was mich an diesem Film störte, war, dass die 13-jährige Jennifer (gespielt von Isabelle Nélisse) wirklich keinerlei Ähnlichkeit mit der erwachsenen Jennifer (gespielt von Laura Dern) hat. Schauspielerisch ist der Film aber durch die Bank überzeugend. Laura Dern spielt die Frau mittleren Alters, die sich erstmalig mit einer, über eine so lange Zeit verdrängte Episode aus ihrem Leben auseinandersetzt. Gerade das Gefühl der Erschöpfung durch das quasi Wiedererleben fand ich nachvollziehbar.

Dies ist einer der letzten Filme, in dem der am 21.07.17 verstorbene Schauspieler John Heard („Cat People“, „Beaches“, „Home Alone“, TV-Serie „The Sopranos“) mitspielte.  

 „The Tale“ gilt als Fernsehfilm und ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. TV Movie, Best Actress, Laura Dern (TV Movie or Mini Series), Best Supporting Actress, Ellen Burstyn (TV Movie or Mini Series), Best Supporting Actor, Jason Ritter (TV Movie or Mini Series)  Update: „The Tale“ wurde im Jahr 2018 für zwei Emmys (Outstanding TV Movie und Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie, Laura Dern) nominiert. 

„The Tale“ wurde auf erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO hat den Film gekauft und erstmalig am 26.05.18 ausgestrahlt. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Die sehr sympathische Filmemacherin Jennifer Fox war anwesend und hat sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. Sie hat u.a. erzählt, dass sie ihre Geschichte teilen wollte, um anderen, denen als Kind ähnliches widerfahren ist, zu helfen. Sie wollte aber auch die Komplexität von sexuellen Missbrauch aufzuzeigen. Auch wurden Sol Bondy und das deutsche Produktionsteam von One Two Films und an diesem Projekt beteiligte Mitarbeiter von ARTE/ZDF vorgestellt. „The Tale“ kommt auch in Deutschland nicht ins Kino, sondern wird unter dem Filmtitel „The Tale – Die Erinnerung“ zunächst ab dem 17.08.18 auf SKY und später bei ARTE und im ZDF zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

amerikanisches Filmplakat von „The Tale“ auf dem FFMUC 2018

 

Die Autorin und Filmemacherin Jennifer Fox auf dem FFMUC 2018

Munich – Film: „Everybody Knows“

Ich war am 01.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Everybody Knows“ (dt. Filmtitel: „Offenes Geheimnis“, Originaltitel: Todos Lo saben“, dt. Kinostart: 27.09.18)  132 min   drama 

dir. Ashgar Farhadi  cast: Javier Bardem, Penélope Cruz, Bárbara Lennie, Ricardo Darin, Inma Cuesta, Ramón Barea, Carla Campra  

 

Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Ana (Inma Cuesta) kehrt Laura (Penélope Cruz) mit ihren zwei Kindern aus Argentinien in ihr spanisches Heimatdorf zurück. Ihr Ehemann ist nicht mitgekommen. Laura trifft nach vielen Jahren wieder auf Paco (Javier Bardem), ihre Jugendliebe. Der ist mittlerweile glücklich verheiratet. Während der ausgelassenen Hochzeitsfeier verschwindet plötzlich Lauras 16-jährige Irene (Carla Campra) …

 

C (Wertung von A bis F) „Everybody Knows“ ist der neue Film des iranischen Filmemachers und zweimaligen Oscar-Gewinners Ashgar Farhadi („A Separation“, „The Salesman“). Nach dem Film „The Past“ ist dies erst sein zweiter Film, den er außerhalb seines Heimatlandes gedreht hat und der erste spanischsprachiger Film des iranischen Regisseurs. 

Zu Beginn des Films war ich damit beschäftigt, die vielen Charaktere und ihre Beziehung zueinander zu ordnen. „Everybody Knows“ ist ein Beziehungsdrama. Durch das Verschwinden von Lauras Teenager-Tochter wird die komplexe Situation, in der sich die Charaktere befinden, aufgedröselt. Die Stimmung wechselt von laut, fröhlich und ausgelassen zu ruhig, verzweifelt und hysterisch. Die Geschichte ist in weiten Teilen vorhersehbar und der Film ist am Ende nicht mehr als ein 08/15-Drama. Das Ende empfand ich als ernüchternd. 

Penélope Cruz ist zweifelsfrei eine gute Schauspielerin, in meinen Augen ist sie aber immer einen Tick besser, wenn sie sich in ihrer Muttersprache präsentieren kann. Bei ihrem Ehemann im realen Leben, Javier Bardem, macht es  keinen Unterschied, ob er in Spanisch oder Englisch spielt, er ist gleichbleibend brillant. Auch in diesem Film gibt es eine Szene (die Reaktion seines Charakters auf eine Mitteilung von Penélope Cruz´Charakter), die exemplarisch für sein Übertalent als Schauspieler steht. 

„Everybody Knows“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm dieses Filmfestivals. Für die U.S.A. ist bislang noch kein Kinostart bekannt. In Deutschland startet der Film unter dem Titel „Offenes Geheimnis“ am 27.09.18 in den Kinos. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Dort wurde der Film in der spanischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. 

Vor dem Film wurde ein Quiz durchgeführt. Zu gewinnen gab es Süßigkeiten, die lässig von dem Quiz-Master zu dem jeweiligen „Gewinner“ im Zuschauerraum geworfen wurden. Drei Fragen wurden gestellt. 1. Für welche beiden Filme hat der Regisseur Asghar Farhadi einen Oscar gewonnen? „A Separation“ und „The Salesman“ 2. Bei welchem Filmfestival wurde „Everybody Knows“ dieses Jahr bereits gezeigt? Cannes Film Festival. 3. Penélope Cruz und Javier Bardem standen bei dem Film „Everybody Knows“ zum sechsten Mal gemeinsam vor der Kamera, wie hießen die anderen fünf Filme: „Jamon, Jamon“, „Live Flesh“, Vicky Cristina Barcelona, The Counselor, „Loving Pablo“. Ich hätte nur die ersten beiden Fragen komplett richtig beantworten können.

Trailer zu sehen:

 

 

Filmfest in München

Obwohl ich jetzt bereits schon wieder einige Jahre in München stationiert bin, habe ich es bislang noch nicht geschafft, auf das Filmfest in der schönen bayerischen Landeshauptstadt zu gehen. Filme, die mich interessieren, müssen für mich zeitlich passen, idealerweise zwischen zwei Umläufen liegen, damit ich nicht nach Hause fliegen muss. Dieses Jahr, im Jahr 2018, beim 36. Filmfest in München, hat es wenigstens für zwei Filme geklappt.

Während ich mit der Berlinale immer Hektik verbinde, ich das Tribeca Film Festival als angenehm organisiert erlebe und das New York Film Festival sich vor allen Dingen „wichtig“ nimmt, empfand ich das Münchner Filmfest (und seine Besucher) vordergründig als gechillt. Bei allen drei mir bekannten Filmfilmfestivals wird man es niemals erleben, wie ein Gast – auf weiter Flur allein – an einer der Vorverkaufskassen stehend – mit der Kassiererin ein Schwätzchen hält und dabei darüber nachdenkt, was er sich wohl für einen Film anschaut. Die gähnenden Leere an der Vorverkaufsstelle habe ich auch an einigen anderen Locations beobachten können. Ich war völlig verblüfft und habe das gleich mal mit einem Foto dokumentiert. Ansonsten sind die Kinokarten mit 9,90 EUR in meinen Augen für ein Filmfestival äußerst günstig und scheinbar sowohl an der Vorverkaufskasse als auch online relativ einfach noch zu erwerben. Etwas umständlich finde ich, dass man beim Online-Kauf sich nicht gleich sein Ticket auf sein iPhone ziehen kann (ist in Berlin und New York gang und gäbe). In München muss man sich den Abholcode ausdrucken und mit diesem und seiner Kreditkarte die eigentlichen Tickets an einer der Vorverkaufskassen abholen. 

 

 

Kein großer Andrang an der Kinokasse des FFMUC 2018, Zeit sich zu überlegen, welchen Film man gucken will.

TV – Serie: „The Looming Tower“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Looming Tower“ (in D. auf Amazon Prime zu sehen, ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD erhältlich)  10 x approx. 50 min   drama, thriller, biopic adaptation

dir. Alex Gibney, John Dahl, Ali Selim, Michael Slovis, Craig Zisk   cast: Jeff Daniels, Bill Camp, Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Tahar Rahim, Wrenn Schmidt, Ella Rae Peck, Alec Baldwin, Jennifer Ehle, Louis Cancelmi, Jamie Neumann

 

Im Jahr 1998. Professor Martin Schmidt (Peter Sarsgaard) ist der Leiter CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ in Washington, D.C. Er ist Osama bin Laden auf der Spur, kürzlich kam er in den Besitz eines wichtigen Datenträger der islamistischen Terrorzelle al-Qaida. Die Ermittlungsergebnisse seines Teams gibt er jedoch nicht, wie es seine Pflicht wäre, an den Leiter der New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismus-Abwehr „I-49“, John O´Neill (Jeff Daniels), weiter. Zu tief sitzen die Rivalitäten zwischen der CIA und dem FBI. John O´Neill führt eigene Ermittlungen und erhält von seinen beiden offiziellen Informanten Vince (Louis Cancelmi) und Toni-Ann (Jamie Neumann) in „Alec Station“, Informationen, dass die CIA an einer möglichen Terrorzelle in Albanien ermittelt. Der FBI-Veteran Robert Chesney (Bill Camp) verfolgt derweil eine Spur in Kenia und findet schließlich einen klaren Hinweis auf eine Terrorzelle in Albanien. John O´Neill schickt schließlich seinen neuen arabisch-amerikanischen FBI-Agenten Ali Soufan (Taha Rahim) nach Tirana. Osama bin Laden hat amerikanische Journalisten zu einem Interview nach Afghanistan eingeladen. In dem Interview, das im TV ausgestrahlt wird, ruft er alle Muslime zum Mord an US-Bürgern auf. Dieses Mal droht er mit einem konkreten Anschlag in den nächsten Wochen. Zwei Monate später explodieren zwei Autobomben vor den amerikanischen Botschaftsgebäuden in Kenia und Tansania. Dabei kamen über 224 Menschen, darunter 12 Amerikaner, ums Leben und Tausende wurden verletzt… 

  

A- (Wertung von A bis F) „The Looming Tower“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und geht der Frage nach, ob die Anschläge vom 11. September 2001 theoretisch von den amerikanischen Geheimdienstlern und Terrorexperten hätten verhindert werden können. Es ist eine Adaption von dem, mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten, gleichnamigen Sachbuch von Lawrence Wright. Serienschöpfer und Produzenten sind der Autor der Romanvorlage, der Dokumentarfilmemacher und Oscar-Gewinner Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“, „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“) und der amerikanische Schauspieler („The Birdcage“, „Enough“, A Mighty Heart) und Oscar-nominierte Drehbuchautor („Capote“, Foxcatcher) Dan Futterman. Alex Gibney hat auch bei der ersten Episode („Now it Begins“) Regie geführt. 

„The Looming Tower“ beginnt Ende der 1990er Jahre und erzählt von der zunehmenden Bedrohung durch Osama bin Laden und al-Qaida. 

Schon mit der ersten Folge werden die Fehler der Geheimdienste deutlich. Obwohl die CIA in ihrer Terrorabwehr-Abteilung „Alec Station“ offiziell zwei FBI-Beamte in ihrer Abteilung zu sitzen haben, verheimlichen sie sämtliche wichtige Informationen vor ihnen. Beim FBI hingegen wird durch ihre Ermittlungen deutlich, dass die Bedrohung durch Islamisten immer stärker wird. John O´Neill, der Chef der FBI-Terrorismusabwehr stellt fest, dass sie von 10.000 FBI-Mitarbeitern nur acht arabisch-sprechende Beamte haben, die sich mit der islamischen Kultur auskennen. Eigentlich höchste Zeit, etwas zu ändern. Trotz aller Rivalitäten dieser beiden Geheimdienste sollten sie beginnen, ihre Informationen auszutauschen, abzugleichen, an einem Strang zu ziehen und die wachsende Gefahr durch islamistischen Terrorzellen gemeinsam zu bekämpfen. 

Hier haben wir aber mind. zwei Alpha-Tiere, den stoischen CIA-Professor (gespielt von Peter Sarsgaard), der ausschließlich seinen Plan durchsetzen will, am liebsten Bomben worauf-auch-immer schmeissen will, in der Hoffnung, Osama bin Laden (Geheimdienstsprache: UBL) zu töten. Auf der anderen Seite den erfahrenen FBI-Oberen (gespielt von Jeff Daniels), der die Zusammenhänge sieht und durchdacht handeln will. Er erkennt, vielleicht auch durch seinen muslimischen Protegé, dass es mit der Tötung von UBL längst nicht getan ist. „The Looming Tower“ zeigt den Kleinkrieg zwischen der CIA und dem FBI, der Agency und dem Bureau, „Alec Station“ und „I-49“.  

Die Welt der amerikanischen Geheimdienstler war seinerzeit scheinbar eine reine Männerdomäne, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle. In dem Verlauf der Ereignisse (die letztendlich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 führten) zeigt sich, dass man Männer in solchen verantwortlichen Posten nicht alleine lassen sollte. Hier – und das Ganze beruht auf Tatsachen – sind die verantwortlichen Männer so mit sich beschäftigt, tragen Machtkämpfe aus und verlieren darüber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. An einer Zusammenarbeit der CIA mit dem FBI war seinerzeit nicht zu denken. Unfassbar, vielleicht hätten wirklich, wenn die werten Gentlemen ihre Befindlichkeiten und Eitelkeiten hätten überwinden können, die weltverändernden Terroranschläge vom 11. September 2001 verhindert werden können. 

Zugegebenermassen werden hier auch zwei Frauen gezeigt, die aus einer Motivation heraus gehandelt haben, die nicht nachvollziehbar ist. Eine der beiden Frauen, war die CIA-Analystin Diane Marsh, die Professor Martin Schmidt unterstellt war und die andere Frau war George W. Bushs damalige Sicherheitsberaterin, Condoleeza Rice, die schlichtweg ignorant und unverantwortlich gehandelt hat. Letzteres wird zum einen zu Beginn des Jahres 2001 deutlich und zum anderen, spätestens mit der, im TV live übertragenen, Anhörung vor dem  9/11-Untersuchungsausschuss im Jahr 2004. 

Die Sympathieträger dieser Geschichte sind für mich der FBI-Agent John O´Neill und sein libanesisch-amerikanischer Agent Ali Soufan. 

Wenn man sieht, welche Themen heutzutage unsere Nachrichten bestimmen, war die Sicherheitslage der westliche Welt vor 9/11 noch weitestgehend in Ordnung. Ende der 1990er Jahre war schon fast eine unbeschwerte Zeit. Seinerzeit hat uns, beispielsweise, die Presse wochenlang mit US-Präsident Bill Clinton und seiner Affäre mit Monika Lewinsky unterhalten. Der islamistische Terror war für die normale Bevölkerung noch nicht sicht- und fühlbar. 

Meine Lieblingsszenen: viele, aber beispielsweise als Bill Camps Charakter, FBI-Veteran Robert Chesney einen der Terroristen verhört in Episode 3 („Mistakes Are Made“). Hier sieht man in einer einzigen Szene , was für ein faszinierender Schauspieler Bill Camp ist. Eine sehr starke Szene gibt es auch in der fünften Episode  („Y2K“): zur Jahrtausendwende am Times Square teilt John O´Neill, nachdem die Sylvester-Nacht zum Jahrtausendwechsel ruhig verlaufen ist, seinem Kollegen mit, dass er sicher ist, dass die Terroristen im Land sind, er weiß aber nicht, was sie genau vorhaben.

Meine Lieblingsfolge: Episode 9 („Tuesday“) Hier sieht man wie alles zusammenfällt. Wer alt genug ist, um den Tag des Terroranschlags bewusst erlebt zu haben, für den endet diese Folge mit einem Schlag in die Magengrube. Man sieht Originalfilmmaterial zum einen von der Flughafen-Überwachungskamera, die die Terroristen zeigt und zum anderen Original-Aufnahmen des Untersuchungsausschusses zu 9/11 aus dem Jahr 2004. Hier wird der damalige CIA-Direktor George Tenet befragt, warum er die Informationen, dass sich ein bekanntes al-Qaida-Mitglied seit März 2000 im Land befindet nicht an das FBI weitergeleitet hat und warum sich diese Person nicht auf der Watchlist befand, bzw. rund um die Uhr beobachtet wurde. Später sieht man die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice (die in der fiktiven Erzählung, zuvor die Sorgen der Geheimdienstler vor einem drohenden al-Qaida-Anschlag auf amerikanischen Boden nicht ernst genommen hat), wie sie im Jahr 2004 vor dem Untersuchungsausschuss befragt wird. Sie sagt aus, ihr wäre nicht klar gewesen, dass sie etwas gegen die al-Qaida-Zellen hätten tun sollen. Es wird darauf hingewiesen, dass sie ausdrücklich mit dem Datenträger v. 6.8.2001 gewarnt wurde, dass es sehr wahrscheinlich zu einem Anschlag in den U.S.A. kommt. Sie wird gefragt, ob sie sich an den Titel dieses Datenträgers erinnert. Sie antwortet daraufhin: Bin Laden Determined to Attack Inside the United States. Wow. Daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Jetzt rückblickend unfassbar, dass sie daraufhin nicht als Nationale Sicherheitsberaterin entlassen wurde. Sie wurde sogar ein Jahr später als Außenministerin der Vereinigten Staaten ernannt. Wie kommt es, dass diese Leute nie zur Verantwortung gezogen wurden?

Die finale Episode („9/11“) hat mich tief bewegt und in die Zeit dieser Terror-Anschläge, die die Welt veränderten, zurückversetzt. Diese Folge fängt die Stimmung zu dieser Zeit hervorragend ein. Vieles hat man gesehen, aber nicht, wie wohl die Geheimdienstler, die diese Anschläge wohl hätten verhindern können, mit der Situation umgegangen sind. Die tragischste aller Geheimdienst-Persönlichkeiten ist zweifelsohne John O´Neill. Zum Zeitpunkt der Terroranschläge arbeitete er – unfreiwillig – bereits nicht mehr für das FBI, sondern führte das Sicherheitspersonal in den Twin Towers. Eine brillante Szene gibt es auch noch gegen Ende der Episode als der muslimische FBI-Agent Ali Soufan den Terroristen aufzeigt, was tatsächlich im Koran steht.

Schon vor 9/11 verband mich eine innige Liebe mit der Stadt New York, ich reiste damals schon mehrmals im Jahr privat in die Stadt, Hatte – wie immer – frei im September und wollte tatsächlich auch in die Stadt fliegen. Wie die meisten, die alt genug waren, um diesen Tag schon bewusst zu erleben, werde ich nie vergessen, wie ich von dem Terroranschlag erfahren habe und nicht wahrhaben wollend, was passierte, daraufhin über Tage die Nachrichtenberichterstattung quasi rund um die Uhr verfolgte. Relativ kurz nach den Anschlägen bin ich erstmalig im Oktober 2001 wieder nach Manhattan geflogen. Den Geruch meiner Lieblingsstadt und die Stimmung in dieser Zeit werde ich nie vergessen. 

Wie alle exzellenten Serien bzw. Mehrteiler habe ich mir diese auch 2 x angeschaut. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

John O´Neill ist der Leiter des New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismusabwehr (I-49). John O´Neill lebt für seinen Job, er ist seit über 20 Jahren bei dem FBI. Er ist überzeugt, dass die USA, Ziel eines Anschlags von al-Qaida ist, wird aber von der CIA, insbesonders von Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard), was deren Informationen über die Islamisten angeht, kurz gehalten. John O´Neill gab es tatsächlich. Beruflich ist er und sein Mitarbeiter Ali Soufan für mich die Sympathieträger dieser wahren Geschichte. Privat sah es bei ihm wohl etwas chaotisch aus, in der Realität hatte er wohl tatsächlich vier (in der Serie sind es „nur“ 3 Frauen) gleichzeitig, die nichts voneinander wussten. Außerdem hatte er wohl auch einige Disziplinarverfahren am Hals. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man das wahre Leben nicht spoilern kann, hier eine kleine SPOILER-WARNUNG was seine Person angeht: Nach 25 Jahren beim FBI, im Jahr 2001, wurde er gezwungen, seinen Rücktritt einzureichen. Zweieinhalb Wochen vor dem 11.September 2001 hatte er seinen ersten Tag in seinem neuen Job als Leiter des Sicherheitspersonals der World Trade Center. Die unglaubliche Tragik seines Lebens besteht darin, dass er bei den 9/11-Anschlägen in einem der Türme verstarb. SPOILER-WARNUNG ZU ENDE Gespielt wird John O´Neill hier von dem amerikanischen TV-, Film- und Theaterschauspieler Jeff Daniels. Sein Spielfilmdebüt gab er in Milos Formans „Ragtime“. Er hat in unzähligen Kinofilmen („Terms of Endearment“, „Dumb and Dumber“„The Squid and the Whale“, Steve Jobs) mitgespielt. Für seine Rolle in der TV-Serie The Newsroom, hat er  er einen Emmy Award gewonnen. Für seine Performances in den Bühnenstücken „God of Carnage“ und „Blackbird“ wurde er jeweils für den Tony Award nominiert 

Professor Martin Schmidt ist der Leiter der CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Stattion“ in Washington. Diese Figur setzt sich wohl aus mehreren realen Charakteren zusammen. Seine Figur hat aber durchaus starke Ähnlichkeit mit dem damaligen CIA-Agenten und Leiter der Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ Michael Scheuer. Er machte seit 1996 Jagd auf Osama bin Laden. Gespielt wird Professor Schmidt von dem amerikanischen Charakterschauspieler Peter Sarsgaard. Sein Spielfilmdebüt gab er in „Dead Man Walking“. Seither hat er in unzähligen guten Filmen (u.a. „Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, Rendition, Blue Jasmine, Jackie) und in einigen TV-Serien („The Killing“, „Wormwood“) mitgespielt. Peter Sarsgaard ist exzellent in der Rolle des sehr smarten, aber überheblichen Professors Martin Schmidt. Im realen Leben ist er mit der Schauspielerin Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) verheiratet.

Ali Soufan ist ein libanesisch-amerikanischer FBI-Beamter. Er ist Muslim und in Beirut geboren und aufgewachsen. Ali ist im Jahr 1998 nur einer der 8 von 10.000 Mitarbeitern beim FBI, der Arabisch spricht und sich auch mit der islamischen Kultur auskennt. John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels) ist sein Mentor, er arbeitet in seiner Gruppe „I-49“. Ali Soufan ist – wie John O´Neill – eine reale Persönlichkeit, er stand übrigens den Serienschöpfern von „The Looming Tower“ als Berater bei. Wie bereits oben erwähnt sind für mich Ali Soufan und sein Chef John O´Neill die Sympathieträger der Geschichte. Gespielt wird Ali Soufan von dem französischen Schauspieler Tahar Rahim gespielt. Er hat einige Auszeichnungen für seine Performance in Jacques Audiards „A Prophet“ gewonnen und war in einigen internationalen Produktionen, u.a. in Asghar Farhadis „The Past“ und Fatih Akins „The Cut“ mitgespielt. Ich denke, dass „The Looming Tower“ in den U.S.A. sein Durchbruch ist und man ihn bald in mehr amerikanischen Filmen sehen wird.

Diane Marsh ist eine CIA-Analystin und Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard) unterstellt. Sie glaubt daran, dass ausschließlich die CIA das Potenzial hat, den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen und hält Informationen vor dem FBI zurück. Ihr Charakter ist aus mindestens drei realen Persönlichkeiten entwickelt worden. Für mich ist Diane Marsh neben den ganzen Terroristen die unangenehmste Figur dieser Mini-Serie. Gespielt wird Diane Marsh von der amerikanischen Schauspielerin Wrenn Schmidt. Sie hatte bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „The Americans“, „Tyrant“) eine größere Rolle. 

Robert „Bob“ Chesney (Bill Camp) ist ein FBI Veteran. Er arbeitet für John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Mir ist dieser hervorragende Schauspieler erstmalig im Jahr 2016, in der TV-Serie The Night Of aufgefallen. Im realen Leben ist er mit der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel (TV-Serie Homeland, Staffel 6 und 7) verheiratet. 

Richard Clarke ist der Bundeskoordinator für Nationale Sicherheit in den USA. Er hat US-Präsidenten Bill Clinton direkt beraten. Auch Richard Clarke ist eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird er von dem genialen amerikanischen Schauspieler Michael Stuhlbarg. Mir ist er erstmals in A Serious Man der Coen Bros. aufgefallen. Was hat er nicht seither alles gespielt. Aus der Filmwelt ist er nicht mehr wegzudenken. Unvergessen in Steve Jobs und Miss Sloane. Allein dieses Jahr, im Jahr 2018, spielte er mit Call Me by Your NameThe Post und The Shape of Water in drei Oscar-nominierten bzw. -prämierten Filmen. Auch in den TV-Serien „Boardwalk Empire“ und der dritten Staffel von „Fargo“ hatte er eine Hauptrolle. 

George Tenet ist der Direktor der CIA. Er ist bekanntermassen auch eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird George Tenet von dem amerikanischen Schauspieler Alec Baldwin. Der Charakterschauspieler hat in einigen exzellenten Filmen („Glengarry Glen Ross“, „State and Main“, „The Cooler“, Blue Jasmine) und guten TV-Serien („Will & Grace“, „30 Rock“) mitgespielt. Den meisten ist er bekannt durch seine Parodie von Donald Trump bei SNL. Für diese Performance hat er auch einen Emmy Award gewonnen. Zwei weitere Emmys hat er für seine Rolle in „30 Rock“ gewonnen. Für 15 weitere Emmy Awards war er nominiert. Außerdem hat er eine Oscar-Nominierung für seine Performance in „The Cooler“ und eine Tony-Nominierung für seine Rolle in dem Bühnenstück „A Streetcar Named Desire“ erhalten. Alec Baldwin ist er der älteste der Baldwin Brüder, Daniel, William und Stephen sind ebenfalls alle Schauspieler. 

 

„The Looming Tower“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Outstanding Limited Series, Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Jeff Daniels, Taha Rahim), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Bill Camp) Update: „The Looping Tower“ ist im Jahr 2018 für vier Emmys (Outstandig Lead Actor, Jeff Daniels, Outstanding Supporting Actor, Michael Stuhlbarg, Outstanding Directing für die Episode „9/11“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. 

„The Looming Tower“ feierte seine Weltpremiere am 15.02.18 in New York. Die internationale Premiere zweier Episoden erfolgt kurz daraufhin auf der Berlinale 2018. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig, mit einer Episode pro Woche, v. 28.02.18 – 18.08.18 auf dem amerikanischen Streaming-Sender Hulu ausgestrahlt. In Deutschland ist die Serie ist seit dem 4.5.18 in einer wohl verbesserten Synchro-Version auf Amazon Prime zu streamen. Die Originalfassung ist aber definitiv zu empfehlen. „The Looming Tower“ erscheint ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD. Ich war im April 2018 zu einer HULU-Veranstaltung (incl. FYC-Screening mit anschließendem Q & A mit Dan Futterman, u.a. und einer Party) für SAG-AFTRA-Mitglieder in New York eingeladen, woraufhin für mich feststand, diese Serie unbedingt sehen zu müssen. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Q & A nach dem FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Hong Kong – Film: „Hotel Artemis“

Ich war am 21.06.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hotel Artemis“ (dt. Kinostart: 26.07.18)  94 min   crime, drama, thriller, sci-fi

dir. Drew Pearce  cast: Jodie Foster, Sterling K. Brown, Sofia Boutella, Jeff Goldblum, Jenny Slate, Zachary Quinto, Charlie Day, Dave Bautista, Brian Tyree Henry

 

21.Juni 2028 in Los Angeles. Seit Tagen kommt es auf den Straßen von L.A. zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Krankenschwester (Jodie Foster) führt mit ihrem Rausschmeisser und Assistenten Everest (Dave Bautista) das Hotel Artemis, ein Krankenhaus exklusiv für kriminelle Clubmitglieder. Am Abend checken die Bankräuber Sherman (Sterling K. Brown) und sein schwerverletzten Bruder Lev (Brian Tyree Henry) ein. Die Patienten des Hotel Artemis müssen sich klar an Regeln halten, aber irgendwann überschlagen sich die Ereignisse…

 

B- (Wertung von A bis F) „Hotel Artemis“ ist das Regiedebüt des britischen Sängers, Drehbuchautors („Iron Man 3“, „Mission: Impossible – Rogue Nation“) und Produzenten Drew Pearce. 

Bei diesem Film mochte ich die Prämisse mehr als die Umsetzung. Die Idee eines geheimen Members-only-Krankenhauses für Gesetzesbrecher erinnert in etwas abgewandelter Form an das Hotel Continental aus John Wick 1 + 2.  Da begeisterte mich bereits schon die Vorstellung eines geheimen Unterwelt-Etablissements. Die gewählte Location hier hat ein originelles Retro-Interieur und ist mit sämtlichen medizinischen High Tech ausgestattet. Die Patienten tragen im Hospital den Namen, der jeweiligen Suite, in der sie untergebracht sind und werden von einer schrulligen Krankenschwester medizinisch versorgt. Der Aufenthalt für Mitglieder ist unbegrenzt, so lange sie sich an die Regeln (beispielsweise macht man keine Geschäfte mit Mitpatienten, man tötet auch niemanden auf dem Terrain) halten. Gerne wäre ich in die Welt des Hotel Artemis noch tiefer eingetaucht. Leider mangelt es dem Film aber an einer durchdachten Story. Das ist insbesondere deshalb schade, da hier sehr talentierter Schauspieler (Jodie Foster, Sterling K. Brown, Zachary Quinto, Jeff Goldblum u.a.) am Start sind. 

Jodie Foster habe ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr in einem Film gesehen. Sie hat tatsächlich auch das letzte Mal vor fünf Jahren für den Film Elysium vor der Kamera gestanden. Die zweimalige Oscar-Gewinnern sehe ich grundsätzlich gerne, hier hat sie mich jedoch irritiert. In „Hotel Artemis“ sieht sie aus wie Jodie Foster auf „alt“ geschminkt. Gut, sie ist, man mag es kaum glauben, mittlerweile schon 55 Jahre alt, aber sie sieht hier aus als wäre sie 60 oder älter. 

„Hotel Artemis“ ist am 8.6.18 landesweit in 2.407 amerikanischen Kinos gestartet. In Hongkong ist der Film am 21.06.18 in den Kinos gestartet. Ab dem 26.07.18 wird der Film in Deutschland in den Kinos zu sehen sein. Ich habe den Film in Hongkong gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer, gezeigt in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln) 

Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Truth or Dare„

Bewertung des Trailers: A- (anderer Trailer, gezeigt in Originalfassung mit chinesischen Untertiteln)

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

chinesisches Filmplakat von „Hotel Artemis“

Berlin – Film: „Hereditary“

Ich war am 14.06.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hereditary“ (dt. Filmtitel: „Hereditary – Das Vermächtnis“ (dt. Kinostart war der 14.06.18) 127 min   drama, horror

dir. Ari Aster  cast: Toni Collette, Alex Wolff, Milly Shapiro, Ann Dowd, Gabriel Byrne

 

Die Familie Graham mit Mutter Annie (Toni Collette), Vater Steve (Gabriel Byrne) und den beiden Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) lebt in einem Haus am Waldrand. Annie ist Künstlerin, sie arbeitet Zuhause und baut Puppenhäuser. Kürzlich ist Annies Mutter verstorben, einzig Enkelin Charlie scheint um ihre Oma zu trauern. Annie versucht ihre Gefühle zu sortieren und landet irgendwann in einer Selbsthilfegruppe. Dort trifft sie auf Joan (Ann Dowd)…

 

B (Wertung von A bis F) „Hereditary“ ist das Langfilmdebüt des 31-jährigen amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Ari Aster. 

Ich mag Ari Asters Inszenierung mehr als den Film im Ganzen. Heutzutage, in Zeiten, in denen vorwiegend Superhelden-Filme, Action-Spektakel, Remakes, Reboots, Sequels, etc. Geld an der Kinokasse einspielen, ist es nicht mehr selbstverständlich einen Autorenfilm wie „Hereditary“ überhaupt im Kino zu sehen. Genau dort sollte dieser Film aber auch konsumiert werden und auch nicht anders als er gedreht wurde, in der Originalfassung. Ersteres überwiegend, um die gesamte künstlerische Gestaltung ohne Ablenkung auf der großen Leinwand zu erfassen, letzteres ist erforderlich, um die Performances in allen Nuancen aufnehmen zu können. 

Seit der Film im Januar auf dem Sundance Film Festival lief, höre und lese ich, wie supergruselig dieser Film sein soll. „Hereditary“ ist kein konventioneller Horrorfilm, ich sehe den Film sogar eher als Psycho- und Familiendrama und hätte dem Film wahrscheinlich die Bestbewertung gegeben, wenn man die Geschichte am Ende auch irgendwie so hätte deuten können. Kann man aber nicht und das Ende fand ich leider sehr unbefriedigend. Auch wenn der Film ein paar Gänsehaut-Momente bietet, am gruseligsten fand ich – ehrlich gesagt – die 13-jährige Tochter, Charlie. Sie ist aber auch mit einem Gesicht gesegnet, dass ich mir abseits von Horrorfilmen kaum vorstellen kann und will. Um so überraschter war ich, als ich las, dass die Kinderschauspielerin (und -sängerin) Milly Shapiro am Broadway die Titelrolle in dem Musical „Matilda“ spielte und dafür sogar mit einem speziellen Tony-Award ausgezeichnet wurde. 

Es gibt einige Gründe, warum „Hereditary“ unbedingt sehenswert ist. Wie der Filmemacher hier die Location, die Miniaturen, Dunkelheit, Farben, Geräusche, die Filmmusik und die Hintergründe einer Szene in die Geschichte einbindet, ist besonders. Bestimmte Bilder aus dem Film werde ich wahrscheinlich nie vergessen und sollte irgendjemand ein spezielles Geräusch von sich geben, werde ich wahrscheinlich auch erst mal zusammenzucken. Das ist schon weit mehr als man von den meisten Filmen mitnimmt.  Die für mich größte Überraschung des Films wird bereits zum Ende des ersten Aktes präsentiert, wie Ari Aster dann weiter mit dieser Situation umgeht, hat mich verblüfft. Der Filmemacher hat zweifelsfrei smarte Ideen, er weiß, eine angespannte und beklemmende Atmosphäre und Stimmung zu schaffen, all das lässt mich seinen nächsten Film sehnlichst erwarten. 

„Hereditary“ passt wunderbar in das Repertoire des amerikanischen Filmverleihers A24 und ist ähnlich „anders“ und mitunter verstörend, wie Under the Skin, The Witch, The Lobster, The Killing of a Sacred Deer.

Dieser A24-Film hat in den U.S.A. ein CinemaScore D+ bekommen. Zur Erinnerung, das ist eine Bewertung, die von dem amerikanischen Otto-Normal-Kinobesucher am Eröffnungstag direkt nach dem Verlassen des Kinosaals vergeben wird. Die meisten Filme bekommen ein A- bis B-, wenn ein Film derart aus der Reihe schlägt, siehe hierzu auch mein Beitrag zu mother! bedeutet das für den Filmliebhaber: unbedingt gucken!

„Hereditary“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Toni Collette), Bester Nebendarsteller (Alex Wolff) Bestes Originaldrehbuch 

„Hereditary“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 08.06.18 in 2.964 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film am letzten Donnerstag (15.06.18) ins Kino gekommen. 

Der klasse Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer gezeigt) 

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson. Ich habe Saoirse Ronan bislang noch nie in der Synchronisation gesehen. Allein an diesem deutschen Trailer konnte ich aber erkennen, dass die (schreckliche) Stimme überhaupt nicht zu der Schauspielerin passt.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Foxtrot„

Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer gezeigt)

Kommentar: israelisches Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Candelaria – Ein kubanischer Sommer„

Bewertung des Trailers: C- (dt. Trailer gezeigt) 

Kommentar: kubanische Tragikomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, in der OV gezeigt) 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „Colony, Staffel 1 und 2“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender USA Network-Serien angeschaut:

 

„Colony, Staffel 1 und 2“ (derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen)  1 – 10 x approx. 42 min, 2 – 13 x approx 42 min.  sci-fi, drama 

dir.  Juan José Campanella, Nelson McCormick, Scott Peters, Roxann Dawson, Tim Southam, Thomas Carter, Jeremy Webb, Olatunde Osunsanmi, Charlotte Brandstrom, Peter Leto cast: Josh Holloway, Sarah Wayne Callies, Peter Jacobson, Amanda Righetti, Tory Kittles, Alex Neustaedter, Paul Guifoyle, Kathy Baker, Erin Way, Isabella Crovetti-Camp, Jacob Buster 

 

In der näheren Zukunft. Nach der Invasion einer Gruppierung außerirdischen Ursprungs (als Hosts oder RAPs bezeichnet), steht die Stadt unter dem Regime einer militärischen Besatzung. Los Angeles und andere Großstädte wurden in isolierte Blöcke verwandelt. Die Millionenmetropole  ist umzäunt von einer riesigen, unüberwindbaren Mauer. Die koloniale Übergangsregierung in L.A. wird von dem menschlichen Stellvertreter Gouverneur Alan Snyder (Peter Jacobson) geführt. Los Angeles County ist unterteilt in die Colony, in der die normale, unterdrückte Bevölkerung lebt und die Green Zone, in der die Besatzer wohnen. Drohnen sind ständig im Einsatz und die Militärpolizei, genannt Redhats, setzt mit Gewalt Kontrollen und nächtliche Ausgangssperren durch. Sollten sich die Menschen widersetzen, kommen sie in die Factory, eine Art Arbeitslager.  Bei der Invasion wurde der 12-jährige Charlie (Jacob Buster) von seinen Eltern Will (Josh Holloway) und Katie (Sarah Wayne Callies) und seinen beiden Geschwister, dem 15-jährigen Bram (Alex Neustaedter) und Gracie (Isabella Crovetti-Cramp) getrennt. Der ehemalige FBI-Agent Will wird von Proxy Snyder angeworben. Er soll seine Fähigkeiten in den Dienst der Besatzer stellen, Widerstandskämpfer jagen und im Austausch dafür wird ihm und seiner Familie ein besseres Leben versprochen. Außerdem wird ihm in Aussicht gestellt, dass er seinen vermissten Sohn bald zurückbekommt. Will beginnt für die Besatzer zu arbeiten, weiß jedoch nicht, dass seine Frau Katie längst dem Widerstand angehört…

 

1. Staffel 

C+ (Bewertung von A bis F) 

2. Staffel 

C (Bewertung von A bis F) Die Serienschöpfer von „Colony“ sind Drehbuchautor Ryan J. Condal und Carlton Cuse, der bereits der kreative Kopf hinter den TV-Serie Bates Motel und der TV-Serie „The Strain“ war und sich als Produzent der Erfolgsserie „Lost“ hervorgetan hat. Bei neun Episoden in den ersten beiden Staffeln hat der argentinische Filmemacher und Oscar-Gewinner Juan José Campanella („The Secret in Their Eyes“) Regie geführt. 

Es liegt schon eine Weile zurück, dass ich die ersten beiden Staffeln dieser Serie gesehen habe. Ich erinnere mich an „Colony“ als eine Art The Handmaid´s Tale für die anspruchslose Masse. Durchaus unterhaltsam, aber nebenbei kann man getrost seine Hausarbeit (Wäsche sortieren, bügeln, Blumen gießen, saugen, etc…) erledigen.  

Die erste Staffel beginnt kurz vor dem ersten Jahrestag der Alien-Invasion. Man weiß weder, wer sich genau hinter dieser außerirdischen Macht verbirgt, noch was deren Plan ist. Auch erfährt man nicht, wie es zu dieser plötzlichen Übernahme kam. „Colony“ ist eine dystopische Sci-Fi-Serie, aber zunächst einmal nicht wirklich eine Alien-Serie, zumindest sieht man die Außerirdischen bis zur 9. Episode („Zero Day“) nicht. Bei Sci-Fi-Filmen und -Serien ist es mir immer wichtig, die vorgegebene Weltordnung zu verstehen. Die Serienschöpfer und Autoren geben hier eine grobe Orientierung vor, beim näheren Hingucken fällt die aber gnadenlos durch die Plausibilitätkontrolle. 

Ich hätte erst einmal gerne gewusst, 

  • wie sich die Welt in so kurzer Zeit extrem verändern konnte, vor allen Dingen ohne nennenswerten Widerstand
  • wie (und in welchem Zeitrahmen) haben die Besatzer diese überdimensionale Mauer, die die amerikanischen Großstädte umgeben, gebaut, die ganzen anderen Grenz- und technischen Vorrichtungen installiert und ausreichend Militärpolizei (Redhats) rekrutiert 
  • warum dieser Kontrollstaat nicht viel mehr Wanzen und Kameras in den Häusern der verdächtigen, „normalen“ Bürger anbringt 
  • wie funktioniert der Alltag der unterdrückten Bevölkerung, welcher Arbeit gehen sie nach, wie kommen sie an die Grundversorgung (Strom, Wasser, Lebensmittel). Man sieht, dass die Bürger Luxuslebensmittel (dazu gehört auch Cola und Wein) mit anderen tauschen und manche auch etwas in ihrem Garten anbauen, aber wie kommen sie zu den Grundnahrungsmitteln
  • warum werden gesuchte Personen nicht noch schneller gefunden, schließlich schwirren die Drohnen mit Gesichtserkennung überall herum
  • was sich die Make-Up-Artisten/Hairstylisten bei der Perücke von Charlie gedacht haben 

Wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich in einem Land leben müsste, dass von Aliens oder von fundamentalistischen Gläubigen (wie bei „The Handmaid´s Tale“) besetzt ist, würde ich mich sicherlich für die Aliens entscheiden. So ganz ohne Glauben läuft ein Machtwechsel bzw. eine Übernahme aber auch in „Colony“ nicht. Hier wird den Menschen  eingetrichtert, dass sie auf den Greatest Day warten sollen und da gibt es scheinbar genug Leute, die daran glauben wollen. 

Mein Fazit: „Colony“ kann man gucken, das Bügeln geht leichter von der Hand. Ich mochte, dass die Besetzung sehr vielfältig ist, und das auf unaufdringliche Weise. Was mir aber besonders gefallen hat: Im Anschluss an die beiden Staffeln habe ich eine wirklich exzellente Serie geschaut und  durch „Colony“ wusste ich das noch wesentlich mehr zu schätzen.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Will Bowman ist Ex-U.S. Army Ranger und Ex-FBI-Agent. Er ist mit Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) verheiratet, sie haben drei Kinder, Bram, Gracie und Charlie. Letztgenannter wurde bei der Invasion von seinen Eltern und Geschwister getrennt. Will versucht ihn mit aller Gewalt zu finden, dafür beginnt er sogar für die Besatzer zu arbeiten und die Mitglieder des Widerstands zu jagen. Will weiß zu Beginn jedoch nicht, dass seine Frau dem Widerstand angehört. Gespielt wird Will Bowman von dem amerikanischen Model, Schauspieler und Produzenten Josh Holloway. Er hat in einigen TV-Projekten („Angel“, NCIS, Community“) und auch in einigen Kinofilmen („Mission Impossible – Ghost Protocol“) mitgewirkt. Berühmt wurde er jedoch als Sawyer in der TV-Serie Lost. In meinen Augen läuft Josh Holloway nicht in Gefahr, jemals für einen Oscar nominiert zu werden, aber er gibt eine durchaus passable Performance. Außerdem sieht er, wenn er nicht gerade einen Anzug trägt, immer etwas schmuddelig und dabei unverschämt sexy und cool aus. 

Katie ist die Besitzerin der Bar „The Yonk“. Sie ist mit Will (gespielt von Josh Holloway) verheiratet, sie haben drei gemeinsame Kinder. Katie gehört dem Widerstand an, wovon ihr Ehemann zu Beginn nichts weiß. Katie Bowman wird von der amerikanischen Schauspielerin Sarah Wayne Callies gespielt. Sie ist vorwiegend bekannt durch ihre Hauptrollen in den TV-Serien „Prison Break“, The Walking Dead“). 

Maddie Kenner ist die jüngere Schwester von Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) und damit Schwägerin von Will (gespielt von Josh Holloway). Sie hat einen kleinen Sohn (Hudson), der krank ist. Ihr Ehemann ist seit der Invasion verschwunden/ verstorben. Gespielt wird Maddie von der amerikanischen Schauspielerin Amanda Righetti. Vielen wird sie vielleicht durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „The Mentalist“ bekannt sein. Sie hat in einigen TV-Serien („The O.C.“, „North Shore“) mitgespielt und war auch in Captain America: The First Avenger zu sehen. 

Bram ist der älteste Sohn von Will und Katie (gespielt von Josh Holloway und Sarah Wayne Callies). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Alexander Neustaedter. Er hat zwar bereits in ein paar kleineren Projekten mitgewirkt, aber in „Colony“ spielt er eine Hauptrolle, dies dürfte sein Durchbruch sein. 

Lindsey ist die Hauslehrerin von Will und Katies kleiner Tochter Gracie (gespielt von Isabella Crovetti-Cramp). Lindsey wird von der amerikanischen Schauspielerin Erin Way gespielt. Sie ist für mich die gruseligste Figur der Serie. Erin Way hat bereits in anderen TV-Serien (u.a. „The Mentalist“, „Supernatural“ und „The Handmaid´s Tale“) mitgespielt.

Proxy Alan Snyder ist der Gouverneur des Los Angeles Blocs. Gespielt wird Proxy Snyder von dem amerikanischen Schauspieler Peter Jacobson. Bekannt geworden ist er durch seine Rolle als Dr. Chris Taub in der TV-Serie „House“. Auch in den TV-Serien „Ray Donovan“ und „The Americans“ hatte er eine größere Rolle.  

Eric Broussard gehört der Widerstandsgruppe an. Er war früher bei der CIA. Gespielt wird Broussard von dem afroamerikanischen Schauspieler Tory Kittles. Er hatte in Sons of Anarchy,eine größere Rolle und hat auch in der ersten Staffel von True Detective mitgespielt. Man konnte ihn auch in einigen Kinofilmen („Stop-Loss“, The Sapphires, Olympus Has Fallen) sehen. 

 

Die erste Staffel von „Colony“ wurde vom 14.1.16 bis zum 17.3.16 und die zweite Staffel vom 12.1.17 – 6.4.17 erstmalig auf dem amerikanischen Kabelsender USA Network ausgestrahlt. Die dritte Staffel läuft seit dem 2.5.18 (und noch bis zum 27.06.18). Die erste und zweite Staffel ist derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen. 

 

Trailer zur 1. Staffel:

Trailer zur 2. Staffel:

 

 

Hong Kong – Film: „The Wall“

Ich war am 05.06.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Wall“ (in Deutschland über Amazon Prime zu beziehen)  90 min  action, drama

dir. Doug Liman  cast: Aaron Taylor-Johnson, John Cena  voice: Laith Nakli

 

Ende 2007 im Irak. Offiziell hat US-Präsident George W. Bush die U.S.A. als Sieger des Krieges gegen den Irak erklärt. Große Teile der US-Kampftruppen wurden abgezogen. Seit mehr als 18 Stunden liegen die beiden amerikanischen Scharfschützen Sergeant Matthews (John Cena) und Sergeant Isaac (Aaron Taylor-Johnson) bereits in der Hitze auf einer Anhöhe und beobachten ein Schlachtfeld. Einige Leichen können sie ausmachen, aber ansonsten scheint der Ort verlassen. Irgendwann reicht es Sgt. Matthews und er begibt sie nach unten. Wenn das nicht ein Fehler ist…

 

B (Wertung von A bis F) „The Wall“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Doug Liman („Go“, „The Bourne Identity“, „Edge of Tomorrow“).

Doug Limans „Swingers“ (mit den noch sehr jungen Jon Favreau und Vince Vaughn) zählt zu meinen Lieblingsfilmen, ein Grund für mich, sein neues Actiondrama für einen Kinobesuch auszuwählen. 

„The Wall“ ist konsequentes Katz-und-Maus-Kriegsdrama in der irakischen Ödnis. Zwei amerikanische Soldaten, die sich in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht haben. Doug Liman beweist, dass man die Brutalität des Krieges auch eindrucksvoll und spannend als Zwei-Personen-Stück inszenieren kann. 

Der Protagonisten Matthews und Isaac sind unbekannten Scharfschützen ausgesetzt. Schüsse fallen, verletzen, aber wo genau sich der oder die Sniper befinden, der Zuschauer rätselt genauso wie der oder die Charaktere. „The Wall“ (der Filmtitel bezieht sich auf die provisorische Mauer, hinter der Isaac Schutz sucht) ist ein intensives Survival-Drama. Aaron Taylor-Johnson (Nocturnal Animals) macht seine Sache gut, er trägt den Film quasi allein. 

Das Ende empfand ich als rund und dafür gab es in meiner Bewertung noch einen Zusatzpunkt. 

„The Wall“ ist am 12.05.17 in 540 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist am 31.05.18 in Hongkong ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. In Deutschland der Film über Amazon Prime zu sehen. 

Bevor ich mir den Film angeschaut habe, habe ich keinen Trailer gesehen. Ich würde nicht unbedingt empfehlen, mehr als 60 Sekunden des nachfolgenden Trailers zu sehen (Er verrät eine wesentliche Wendung).

Spoiler-Trailer zu sehen:

 

vorgechaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Death Wish„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis, der wie eine Karikatur seiner selbst wirkt

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Teaser v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„

Bewertung des Trailers: ? (mmmh, Teaser bestand nur aus Dino-Gebrülle und einer schwarzen Leinwand) 

Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World. Ungewöhnlicher Kinostart, in Europa (inkl. Deutschland) startete der Film am 06./07. oder 08.06.18, in Hongkong am 7.6.18 und in den USA erst am 22.6.18 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

TV – Serie: „Homeland, Staffel 7“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender SHOWTIME-Serie angeschaut:

 

„Homeland, Staffel 7“ (in D. seit dem 1.6.18 auf Amazon Prime zu sehen oder über iTunes zu kaufen) 12 x approx. 50 min   drama, thriller, adaptation

dir. Lesli Linka Glatter, Michael Klick, Alex Graves, Charlotte Sieling, Michael Offer, Tucker Gates, Nelson McCormick, Dan Attias   cast: Claire Danes, Mandy Patinkin, Elizabeth Marvel, Maury Sterlin, Jake Weber, Linus Roache, Morgan Spector, Dylan Baker, Amy Hargreaves, Sandrine Holt, James D´Arcy, Beau Bridges, F. Murray Abraham 

 

Seit die neue US-Präsidentin Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) im Amt ist, arbeitet die ehemalige CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) nicht mehr als Beraterin für das Weiße Haus. Sie lebt jetzt wieder zusammen mit ihrer Tochter Franny (Claire und McKenna Keane) bei ihrer Schwester (Amy Hargreaves). Derweil vergrößert sich der Widerstand gegen die neue US-Präsidentin. Seit dem Mordanschlag auf sie, witterte die Präsidentin eine Verschwörung und trat eine systematische Verhaftungswelle von Staatsdienern los. Unter den 200 Gefangenen befinden sich  auch Geheimdienstler und Carries Mentor und Freund Saul Berenson (Mandy Patinkin). Carrie versucht ihren FBI-Kollegen Dante (Morgan Spector) dazu zu bewegen, sich mit Senator Pailey (Dylan Baker) zu treffen. Dante hat wichtige Informationen und Beweise, die Senator Pailey von Nutzen sein könnten, er leitet einen  Untersuchungsausschuss gegen die US-Präsidentin. In der Zwischenzeit bietet der Stabschef von Präsidentin Keane, David Wellington (Linus Roache), Saul Berenson einen Job als Nationaler Sicherheitsberater an. Saul stellt aber Bedingungen….

 

B- (Wertung von A bis F) Die Serie „Homeland“ basiert vage auf der israelischen Serie: „Hatufim“.

Während die vierte Staffel in Afghanistan und Pakistan, die fünfte Staffel in Berlin, die sechste in New York spielte, spielt die siebente – mit Ausnahme der letzten beiden Episoden – jetzt wieder überwiegend in Washington, D.C. und hauptsächlich in den ersten 100 Tagen der Präsidentschaft von Madam President Elizabeth Keane. Im Staffelfinale („Paean to the People“) gibt es dann gegen Ende nochmal einen Zeitsprung von sieben Monaten. 

Auch wenn es derzeit noch nicht offiziell von Showtime bestätigt wurde, gibt es voraussichtlich nur noch eine Staffel von „Homeland“. Die achte Staffel soll die finale sein. Zeit, die vergangenen Staffeln Revue passieren zu lassen. 

Über die Jahre hat diese Serie 26-Emmy-Nominierungen und acht Emmys gewonnen. Claire Danes hat für ihr Porträt der Carrie Mathison zwei Emmy Awards gewonnen. 

Hier meine Bewertungen der vergangenen 72 Episoden, bzw. letzten sechs Staffeln mit dem entsprechenden Link zu meinem Beitrag:

  1. Staffel : A-
  2. Staffel  A-
  3. Staffel B-
  4. Staffel B+
  5. Staffel B-
  6. Staffel C

Daran sieht man, dass mir die ersten beiden eindeutig am Besten gefallen haben, dicht gefolgt von der vierten. 

Ich hatte es in meinem Beitrag zur sechsten Staffel bereits vermutet, die siebente Staffel ist tatsächlich wesentlich politischer, ohne dabei aber zu vergessen, dass es sich nunmal um eine Spionagethriller-Serie handelt. 

Worum geht es in der siebenten Staffel?

Ein paranoider US-Präsident, der sich nicht an demokratischen Grundregeln hält, eigene Geheimdienstler als Gefahr sieht, Wahl- und Nachrichtenmanipulationen, Fake News, Russland, Twitter, ein tief gespaltenes Land, eine innerpolitische Krise, die Amtsenthebung eines amerikanischen Präsidenten – daran sieht man wie sehr die Serienschöpfer von „Homeland“ von der Realität beeinflusst sind. Leider ist das (politische) Staffelende, das ich hier nicht spoilern werde, aber undenkbar bei dem US-Präsidenten Donald Trump. Auch ist der Fall hier etwas anders gelagert. Bei dem US-Präsidenten handelt es sich um eine Frau, sie ist politisch erfahren und intelligent – um nur drei wesentliche Unterschiede aufzuzeigen. 

Der Vorspann zur 7. Homeland-Staffel deutet bereits an, dass der Gesundheitszustand der Protagonistin Carrie Mathison eine große Rolle spielt. 

Carrie Mathison ist eine exzellente Terror-Analystin, mittlerweile ist sie Ex-CIA-Agentin und Ex-Beraterin des Weißen Hauses. Mit all ihren Macken, ihrer psychischen (biopolaren) Krankheit ist sie mir sehr ans Herz gewachsen, sonst würde ich nicht – seit umgerechnet sieben Jahren – bei ihr bleiben. Ich möchte, dass es ihr gutgeht und muss jetzt in der siebenten Staffel mit ihr leiden. Sie ist arbeitslos, verschuldet, ihre psychische Krankheit wird immer schlimmer, die Tabletten helfen ihr mittlerweile nicht mehr. Sie schafft es immer weniger, sich um ihre Tochter zu kümmern, ist dafür aber von der Idee besessen, ihr Land, bzw. die Demokratie zu beschützen. Da sie nicht mehr länger eine offizielle Befugnis hat, befindet sie sich mit ihren Agenten-Methoden immer mit einem Bein im Gefängnis oder wenigstens am Rand der Illegalität. 

Mir haben die ersten vier Episoden der siebenten Staffel nicht sonderlich gefallen. Auch wenn es immer wieder gute Szenen gibt, hat mich diese Staffel erst gegen Ender der vierten Episode („Like Bad at Things“) gepackt. 

Meine Lieblingsszenen:

In Episode 6 („Species Jump“): Das erste Treffen zwischen Carrie und Saul. 

Außerdem die Schlussszene des Staffelfinales („Paean to the People“)

 

 

Die beiden Protagonisten Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes) und Saul Berenson (gespielt von Mandy Patinkin) – aber auch Elizabeth Keane – habe ich bereits in meinen Beiträgen zu den vorherigen Staffeln vorgestellt. Für die siebente Staffel sind folgende Charaktere wichtig:

 

Elizabeth Keane ist mittlerweile die amtierende US-Präsidentin. Gespielt wird Madam President von der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel. Sie hat in einigen TV-Serien („Law & Order: Special Victims Unit“, „House of Cards“) und in ein paar Kinofilmen (A Most Violent Year, The Meyerowitz Stories (New and Selected)) mitgespielt. Im wahren Leben ist sie mit dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp (Love & Mercy, The Killing of a Sacred Deer, „Hostiles“, Molly´s Game und den TV-Serien The Night Of  und „The Looming Tower“) verheiratet. 

David Wellington ist der Stabschef der US-Präsidentin Keane (gespielt von Elizabeth Marvel). Gespielt wird Wellington von dem englischen Schauspieler Linus Roache. Er hat eine größere Rolle in einigen TV-Serien („Kidnapped“, „Law & Order“, „Vikings“) und hat auch in einigen Kinofilmen, u.a. „Batman Begins“, Non-Stop mitgespielt. 

Senator Sam Paley, er leitet die Untersuchungsausschuss gegen die US-Präsidentin (gespielt von Elizabeth Keane). Gespielt wird Paley von dem amerikanischen Schauspieler Dylan Baker. Mir ist er das erste Mal in Todd Solondz´“Happiness“ aufgefallen. Der Charakterschauspieler war in unzähligen Filmen seither zu sehen, u.a. „Revolutionary Road“, Selma, Miss Sloane. Für seine Performance in der TV-Serie „The Good Wife“ wurde er für drei Emmy Awards nominiert 

Dante Allen ist ein FBI-Agent und Freund von Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes). Gespielt wird Dante von dem amerikanischen Schauspieler Morgan Spector. Er hat in einigen TV-Serien („Person of Interest“, „Boardwalk Empire“) aber auch in einigen Kinofilmen (The Drop, Chuck, Split) mitgespielt. Im wahren Leben ist er mit der britisch-amerikanischen Schauspielerin Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona, The Gift, The Dinner) verheiratet. 

Vize-Präsident Ralph Warner – Er wird von dem amerikanischen Schauspieler Beau Bridges gespielt. Beau Bridges hat 14 Emmy-Nominierungen und drei Emmys für seine Performance in den TV-Filmen „Without Warning: The James Brady Story“, „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“ und „The Second Civil War“ gewonnen. Für das Hörbuch „An Inconvenient Truth“ hat er außerdem einen Grammy gewonnen. Selbstverständlich ist er der Sohn des Schauspielers Lloyd Bridges und der Bruder von Oscar-Gewinner Jeff Bridges. Für mich unvergessen beide Brüder neben Michelle Pfeiffer in dem Film „The Fabulous Baker Boys“. 

Yevgeny Gromov ist ein russischer Spion. Gespielt wird er von dem russischen Schauspieler Costa Ronin. Er hat in einigen TV-Serien mitgespielt, darunter eine Hauptrolle in der Serie „The Americans“. 

Thomas Anson ist ehemaliger Special Ops-Agent und Freund von Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes). Anson wird von dem englischen Schauspieler James D´Arcy gespielt. Er hat in der dritten Staffel von Broadchurch eine größere Rolle gespielt. Auch kann ich mich noch gut an seine Performance als Anthony Perkins in Hitchcock erinnern. 

 

Die siebente Staffel von „Homeland“ wurde erstmalig v. 11.02.18 – 29.04.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender Showtime ausgestrahlt. In Deutschland ist die aktuelle Staffel seit dem 1.6.18 auf Amazon Prime zu sehen und über iTunes (D) zu kaufen.

 

Trailer der 7. Staffel von „Homeland“:

 

Vorspann der 7. Staffel von „Homeland“:

 

Leeuwarden – Film: „Tully“

Ich war am 16.05.18 in Leeuwarden und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tully“ (dt. Kinostart: 31.05.18)  95 min  drama, comedy

dir. Jason Reitman  cast: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston

 

Marlo (Charlize Theron) ist bereits Mutter zweier Kinder und bekommt jetzt ihr drittes. Das Kind war nicht geplant und eigentlich ist Marlo mit dem Hausfrauen- und Muttersein ohnehin schon überfordert. Ihr Ehemann Drew (Ron Livingston) ist gar keine Hilfe. Marlos Bruder (Mark Duplass) macht ihr dann den Vorschlag, ihr ein Kindermädchen für die Nacht zu bezahlen, dann könnte sie endlich mal wieder länger am Stück schlafen. Marlo lehnt zunächst ab, aber eines Abends steht Tully (Mackenzie Davis) vor der Tür… 

 

B- (Wertung von A bis F) „Tully“ ist der neue Film des kanadisch-amerikanischen Filmemachers Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Up in the Air). Nach Juno und  Young Adult ist dies seine dritte, direkte Zusammenarbeit mit der Autorin Diablo Cody. 

Vielleicht war meine Erwartung zu hoch, der vorherige Cody/Reitman-Film mit Charlize Theron war einer meiner Top-Ten-Filme (des Jahres 2011) und der Trailer zu „Tully“ deutete auf ein ähnliches Fest hin. Während der ersten knapp 85 Minuten ist der Film auch immer wieder auf witzige und/oder tragische Weise originell, entsprechend habe ich auf eine clevere (Auf-)Lösung gewartet. Die bekommt man jedoch, aus meiner Sicht, nicht und um so länger ich mir Gedanken über die Handlung und den davon nicht zu trennenden Schluss mache, um so weniger funktioniert der Film für mich. 

„Tully“ ist sicherlich ein Film, den Mütter oder Väter anders sehen als Nicht-Mütter oder Nicht-Väter. Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden und, auch wenn ich keine Bestätigung für meine Entscheidung brauche, bekomme ich sie hier in diesem Film. Charlize Therons Charakter Marlo wollte scheinbar zwei Kinder haben, das dritte war nicht geplant. Sie stemmt den Haushalt komplett alleine, kümmert sich um ihre Tochter und ihren (vielleicht autistischen) kleinen Sohn, jetzt kommt noch ein weiteres Baby und sie ist damit völlig überfordert, leidet unter extremen Schlafentzug, will aber abends noch für ihren Mann sexy sein und steht mit der Gesamtsituation kurz vor einem Nervenzusammenbruch. So weit, so nachvollziehbar. Jetzt hat sie aber diese Nullnummer an Ehemann, der nichts besseres zutun hat, als blöde Sprüche zu klopfen, sich ins Schlafzimmer zurückzuziehen, den Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Video-Games zu spielen und scheinbar in keiner Weise mitbekommt, wie es seiner Frau geht. Augen auf bei der Partnerwahl. So ist der Film in der gesamten Länge wirklich unbefriedigend.

Charlize Theron hat „Tully“ nach dem Actionfilm Atomic Blonde gedreht und musste für diese Rolle mehr als 20 Kilo zugenehmen. Über die gewaltige Gewichtszunahme wurde sie sogar depressiv und hat insgesamt 1 1/2 Jahre gebraucht, um wieder ihr Idealgewicht zu erreichen.

„Tully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Mackenzie Davis), Bestes Originaldrehbuch

„Tully“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 4.5.18 in 1.353 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „Tully“ ab Heute (31.05.18) in den Kinos. Ich habe den Film in Leeuwarden, in den Niederlanden gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit holländischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Only the Brave„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr gesehen


Trailer v. Film: „Tag„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Jon Hamm und Jeremy Renner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 

 

 

Kino in Leeuwarden

Im Rahmen eines mehrtägigen Kurzurlaubes, in dem wir die europäische Kulturhauptstadt 2018 besucht haben, konnte ich etwas Zeit abzwacken, um mal wieder ins Kino zu gehen. In der wunderschönen Altstadt hatte ich zuvor bereits das Cinema (Nieuwestad 38-42) entdeckt. Englischsprachige Filme werden üblicherweise in der OmU gezeigt. Hier muss man sich bereits an der Kinokasse für einen Sitzplatz entscheiden. Die Kinokarte kostete 9,75 Euro. Das Kino wirkt renoviert und hat bequeme Sessel. Werbung (bzw. gesponserte Filmrätsel) werden nur bis zum festgeschriebenen Beginn des Films gezeigt. Wie sich das eben gehört, dann folgen direkt die Film-Trailer und der Film. 

Das Cinema im niederländischen Leeuwarden

NYC – Film: „Where is Kyra?“

Ich war am 01.05.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Where is Kyra?“   98 min   drama 

dir. Andrew Dosunmu  cast: Michelle Pfeiffer, Kiefer Sutherland, Suzanne Sheperd, Sam Robards

 

Kyra (Michelle Pfeiffer) ist eine Frau mittleren Alters, sie sucht schon länger einen Job. Dafür kümmert sie sich dafür aufopfernd um ihre Mutter. Nach ihrem Tod kommt sie in finanzielle Nöte und ist irgendwann so verzweifelt, dass sie beginnt, zu betrügen. Zu der Zeit lernt sie Doug (Kiefer Sutherland) kennen… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Where is Kyra?“ ist der neue Film des nigerianischen Fotografen und Filmemachers Andrew Dosunmu („Mother of George“). 

„Where is Kyra?“ ist eine Charakterstudie über einer Dame mittleren Alters, die aus der Not heraus auf die schiefe Bahn gerät. Die traurige Story wird immer wieder von schräger, beinahe belastender Musik untermalt. Michelle Pfeiffer gibt hier eine furchtlose und uneitle Performance, wahrscheinlich eine der besten Performances ihrer Karriere. Auch war es angenehm, Kiefer Sutherland mal wieder zu sehen – auch wenn meine Begleitung und ich einige Probleme mit der Entwicklung seines Charakters gegen Ende der Geschichte hatten. 

Gefilmt hat „Where is Kyra?“, der für seine Arbeit in Arrival für den Oscar nominierte Kameramann Bradford Young. Er ist bekannt dafür, dass er kaum künstliches Licht verwendet. Bei diesem Film wurde viel abends und in Innenräumen gedreht wurde, dadurch ist alles leider sehr dunkel. Bei einem Drama ist es äußerst unglücklich, wenn man nicht in die Gesichter der Schauspieler schauen kann. Ich erinnere mich, dies bereits bei seiner Kameraarbeit in dem Film Ain´t Them Bodies Saints kritisiert zu haben. Außerdem spielt Sam Robards, der Sohn der legendären Schauspieler Jason Robards und Lauren Bacall mit – aber von ihm war leider nur seine Silhouette zu sehen.  

„Where is Kyra?“ ist für eine Oscar-Nominierung für Michelle Pfeiffer als beste Hauptdarstellerin im Gespräch. 

„Where is Kyra?“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Über ein Jahr später ist der Film am 6.4.18 in einem New Yorker Kino gestartet. Ausgeweitet wurde die Kopienanzahl auf irgendwann landesweit 33 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Most Unknown„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Always at the Carlyle„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über das berühmte New Yorker Hotel

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ray Meets Helen„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Film mit Keith Carradine

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Guardians„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: französischer Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

NYC – Film: „To Dust“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„To Dust“  90 min  drama, comedy

dir. Shawn Snyder  cast: Géza Röhrig, Matthew Broderick, Leo Heler, Sammy Voit 

 

Nachdem der strenggläubige Jude Shmuel (Géza Röhrig) seine geliebte Frau an den Krebs verlor, ist er untröstlich und leidet unter schrecklichen Albträumen. Shmuel möchte verstehen, was jetzt mit den sterblichen Überresten seiner großen Liebe geschieht. In seiner ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde bekommt er dazu keine brauchbare Erklärung. Auch wenn es gegen sämtliche religiöse Regeln verstösst, sucht Shmuel schließlich eine Antwort in der normalen Welt und landet irgendwann bei dem Biologie-Professor Albert (Matthew Broderick). Nach einigem Hin und Her starten die beiden ein Experiment…

 

B+ (Wertung von A bis F) „To Dust“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Sängers, Songwriters, Autors und Filmemachers Shawn Snyder („Lulu“, „Festus“).

Ich wusste nicht wirklich worauf ich mich bei diesem Film einlasse. Ich liebe aber den jüdischen Humor und die Inhaltsangabe zu diesem Film las sich entsprechend. Bei einem Filmfestival, insbesondere bei Weltpremieren, weiß man nie, was man am Ende bekommt. „To Dust“ ist eine Indie-Perle, etwas was ich immer hoffe, auf einem Filmfestival zu entdecken. Auch wenn der Film ein paar kleinere Längen hat, besticht er durch seine Situationskomik. Tragik und Komik liegen oft nah beieinander, bei „To Dust“ trifft Religion auf Wissenschaft. Shawn Snyder findet den richtigen Ton, der oftmals an den der Coen Bros. erinnert. Einige Male musste ich sogar lauthals lachen. An dem Tag meines Screenings (ein Tag vor Ende des Filmfestivals) wurde bekanntgegeben, dass dieser Film den Publikumspreis des TFF 2018 gewonnen hat. Auch das ist mir bisher noch nicht gelungen, im Vorfeld, den späteren Publikumsliebling auszuwählen.

Sowohl Matthew Broderick als auch der ungarische Schauspieler Géza Röhrig („Son of Saul“) sind perfekt besetzt. 

„To Dust“ ist Lydia Snyder, der verstorbenen Mutter des Regisseurs gewidmet. In dem, an mein Screening anschließenden, Q & A erzählte der Regisseur dass er (zusammen mit seinem Co-Autor Jason Begue) das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat, nachdem seine Mutter verstarb und er in tiefer Trauer war. Das Q & A entwickelte sich daraufhin zu einem sehr emotionalen. Drei Zuschauer schilderten, wie sehr sie dieser Film bewegt hat, weil auch ihre Mutter erst kürzlich verstorben ist. Die Zuschauer waren tränenaufgelöst und auch der Regisseur rang schließlich um Fassung. In dem Q & A erzählte Shawn Snyder auch von dem glücklichen Umstand, dass die Schauspielerin Emily Mortimer sein Drehbuch zu lesen bekam, ihn kurz darauf kontaktierte und ihm mitteilte, dass sie und ihr Ehemann, der Schauspieler Alessandro Nivola, dieses Projekt unbedingt produzieren wollten.

„To Dust“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Preis in der Kategorie Regie (Erstlingswerk: Spielfilm) und den Publikumspreis (Kategorie: Spielfilm) gewonnen. Der Film hat bislang weder einen amerikanischen noch einen deutschen Filmverleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. 

Ausschnitt zu sehen:

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

 

Q & A zu „To Dust“ mit dem ungarischen Hauptdarsteller Géza Röhrig, dem Autor und Filmemacher Shawn Snyder und dem Co-Autor Jason Begue (v. r.) auf dem Tribeca Film Festival 2018

 

Netflix-Film: „Cargo“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Cargo“ (in D. seit dem 18.08.18 auf Netflix)  104 min  drama, thriller, adaptation

dir. Ben Howling, Yolanda Ramke  cast: Martin Freeman, Caren Pistorius, Susie Porter, Simone Landers, Anthony Hayes

 

Nach dem Ausbruch einer Zombie-Pandemie, suchen Andy (Martin Freeman), seine Frau Kay (Susie Porter) und ihre einjährige Tochter Rosie Schutz auf einem Hausboot. Langsam gehen ihnen die Lebensmittel aus. Sie müssen sehr vorsichtig sein, sollten sie infiziert werden, verwandeln sie sich innerhalb von nur 48 Stunden in einen Untoten. Als sie sich auf die Suche nach Vorräten begeben, wird ein Elternteil schwer verletzt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Cargo“ basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm der australischen Filmemacher Ben Howling und Yolanda Ramke. Dies ist ihr Spielfilmdebüt. 

Was macht man in einer postapokalyptischen Zombie-Welt als, vielleicht infiziertes Elternteil mit seinem gesunden Baby? Im australischen Outback bleiben nur 48 Stunden Zeit, um irgendwie verantwortungsvoll zu handeln. Dazu kommt die ständige Bedrohung durch die Untoten und die Unsicherheit bei jeder Begegnung mit anderen Menschen. Darum geht es in diesem atmosphärisch-schnörkellosen Survival-Drama/Thriller. In dem  australischen Genre-Film spielen die Ureinwohner eine nicht unerhebliche Rolle. Es bleibt nicht aus, dass man am Ende darüber nachdenkt, was die Weißen alles auf dem Roten Kontinent angerichtet haben. 

Simone Landers, die das elfjährige Aborigines-Mädchen Thoomi spielt, gibt hier ihr Schauspieldebüt. Sie hat das gewisse Etwas. Ich bin sicher, sie bald in einem anderen Film zu sehen. Ebenso sicher bin ich, dass die beiden Regisseure bald wieder einen ebenso souveränen Film abliefern. 

„Cargo“ wurde erstmalig auf dem Adelaide Film Festival 2017 gezeigt. In Australien wird der Film seit dem 17.05.18 im Kino gezeigt. Netflix hat ansonsten die weltweiten Rechte erworben und stellt den Film (auch in Deutschland) seit dem 18.08.18 zur Verfügung. Ich hätte diesen Film gerne im Kino gesehen und hatte tatsächlich auch eine Chance auf dem Tribeca Film Festival 2018. Leider ist der Film dort meiner Aufmerksamkeit entgangen. 

„Cargo“ habe ich, ohne zu wissen, wovon der Film handelt, bei Netflix einfach eingeschaltet. Es gibt auch Filme und Serien, die ich mir gezielt raussuche, aber hin und wieder lasse ich mich gerne von dem Streaming-Anbieter überraschen. Nach 15 (manchmal 30) Minuten weiß ich, ob ich Interesse habe, den Rest des Projekts zu schauen oder eben nicht. Hätte ich gewusst, dass „Cargo“ (auch) ein  Zombie-Film ist, hätte ich ihn sehr wahrscheinlich gar nicht erst angemacht. 

Meine Empfehlung: einfach mal reinschauen, gucken, ob der Film zusagt und nicht unbedingt den nachfolgenden Trailer schauen. 

„Cargo“ ist dem indigenen Musiker Dr G. Yunupingu gewidmet, der zum Schluss der Dreharbeiten verstarb.

 

Trailer zu sehen:

 

NYC – Film: „State Like Sleep“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„State Like Sleep“  104 min   drama, thriller

dir. Meredith Danluck  cast: Katherine Waterston, Michael Shannon, Luke Evans, Mary Kay Place, Mark O´Brien, Carlo Rota, Michiel Huisman, Julie Kahner 

 

 

Die amerikanische Fotografin Katherine Grand (Katherine Waterston) erhält einen Anruf, ihre Mutter (Mary Kay Place) hatte einen Schlaganfall und liegt in einem Krankenhaus in Brüssel. Vor einem Jahr ist ihr Ehemann, der belgische Filmstar Stefan Grand (Michiel Huisman) verstorben. Sie hatte damals seine Leiche in dem gemeinsamen Apartment in Brüssel entdeckt, war mit der Situation überfordert und kehrte umgehend in die Vereinigte Staaten zurück. Jetzt fliegt sie nach Belgien, um sich um ihre Mutter zu kümmern. Außerdem muss sie den Nachlass regeln und das eheliche Apartment räumen. Dabei findet sie heraus, dass ihr verstorbener Ehemann Geheimnisse vor ihr hatte…

 

B- (Wertung von A bis F) „State Like Sleep“ ist das Spielfilmdebüt der amerikanischen Dokumentarfilmerin Meredith Danluck.

„State Like Sleep“ ist eine Genre-Mischung aus Drama und Thriller mit auffällig guter Elektro-Musik. Diverse Versionen dieser Geschichte hat man schon gesehen, in dieser ergibt nicht alles einen Sinn, auch ist nicht jedes Ereignis für den Hauptplot relevant, ich fand den Film aber dennoch über weite Strecken spannend. Nicht sonderlich überraschend, hat mir der Handlungsstrang um Michael Shannons Charakter Edward am besten gefallen. 

Es beeinflusst selbstverständlich nicht sein Talent, aber mir ist seit einiger Zeit aufgefallen, dass mein Lieblingsschauspieler extrem abgenommen hat. Während das Dünnsein die Glaubwürdigkeit seiner Filmfigur in Nocturnal Animals noch unterstützte, war es weder in The Shape of Water, noch in dem Mehrteiler Waco und auch nicht in diesem Film notwendig, dass er so abgemagert ausschaut. Ich hoffe inständig, dass es ihm gesundheitlich gut geht. 

Luke Evans spielt hier endlich eine Rolle, die ich ihm abnehmen kann. Dafür musste er sich wahrscheinlich weder ausgiebig vorbereiten, noch stundenlang in der Maske sitzen. Wahrscheinlich hat er auch einfach nur die Klamotten getragen, die er nächtens anhat, wenn er durch die einschlägigen Clubs zieht. Okay, ich kann ihn nicht leiden. 

„State Like Sleep“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang hat der Film weder einen amerikanischen, noch einen deutschen Verleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bislang noch keinen Trailer.

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Chappaquiddick“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Chappaquiddick“ (dt. Filmtitel: „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“, in D. ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich) 101 min  drama, thriller, biopic 

dir. John Curran  cast: Jason Clarke, Kate Mara, Ed Helms, Bruce Dern, Olivia Thirlby, Clancy Brown

 

Nach den Attentaten auf seine beiden Brüder, US-Präsident John F. Kennedy und Senator Robert F. Kennedy, ist Senator Ted Kennedy (Jason Clark) DIE politische Hoffnung der Kennedy-Familie. Er hat sogar Ambitionen, sich als Präsidentschaftskandidat der Demokraten aufstellen zu lassen. Am 18.7.1969 ist Ted Kennedy, nach einer Party auf der Insel Chappaquiddick in Massachusetts, mit der ehemaligen Sekretärin und Wahlkampfhelferin seines Bruders Robert, Mary Jo Kopechne (Kate Mara), im Auto unterwegs. Irgendwann verliert er die Kontrolle über das Auto und es kommt zu einem tragischen Unfall, bei dem die junge Frau stirbt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Chappaquiddick“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Film rekonstruiert die Geschehnisse um den Tod von Mary Jo Kopechne. Es ist der neue Film des amerikanischen Autors (The Killer Inside Me) und Filmemachers John Curran („We Don´t Live Here Anymore“, Stone „Tracks“). 

„Chappaquiddick“ ist ein biografisches Politdrama ganz nach meinem Geschmack. Im Jahr 2006 hat der Regisseur einen meiner Lieblingsfilme („The Painted Veil“) inszeniert, die (Liebes-) Geschichte war an Tragik kaum zu überbieten. Was Schicksalsschläge, Skandale und Verschwörungstheorien angeht, bietet die Kennedy-Familie bekanntermassen genug Stoff für Verfilmungen. Der Chappaquiddick-Fall war mir in Einzelheiten nicht bekannt und Regisseur John Curran setzt die Ereignisse des Sommers 1969 spannend in Szene. Unterstützt wird seine Inszenierung durch eine ungewöhnliche, aber interessante Musik. 

Amtierender Politiker tragen eine große (moralische) Verantwortung, sie sind noch dazu normale Menschen, die Fehler begehen. Wie die Volksvertreter mit ihren Fehltritten umgehen, ist die Frage. Senator Ted Kennedy beging mehrere, aber mindestens einen entscheidenden Fehler und der Film erzählt davon, wie er versuchte, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Der Film ermöglicht dem Zuschauer aber auch, sich in die Lage des letzten politischen Hoffnungsträgers der Kennedys in den 1960er Jahren zu versetzen. 

Jason Clarke (Zero Dark Thirty, Dawn of the Planet of the Apes, Winchester) hat das Glück, recht klassische Gesichtszüge zu haben. Er kann sowohl im Heute als auch in anderen Epochen glaubhaft besetzt werden. Der australische Schauspieler hat sich hier einen Massachusetts-Akzent antrainiert und durch die falschen Zähne (die über die bis zu 14-stündigen Drehtage wohl schmerzhaft zu tragen waren) kommt er Ted Kennedy auch optisch überzeugend nahe. Gut gefallen hat mir hier, in einer ernsten Rolle, auch Ed Helms („The Hangover“-Trilogie). 

Während des Films habe ich die ganze Zeit überlegt, welcher Schauspieler Ted Kennedys Vater, Joseph P. Kennedy Sr., spielt. Tatsächlich musste ich erst nachlesen, dass Bruce Dern, die fantastische Performance des von einem Schlaganfall geplagten Patriarchen gibt. 

„Chappaquiddick“ ist für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jason Clarke) und Bester Nebendarsteller (Bruce Dern) im Gespräch. 

„Chappaquiddick“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 1.560 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“ ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Animals„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Krimikomödie mit Barry Keoghan

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rider„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Won´t You Be My Neighbor„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation über Fred Rogers und seine TV-Show „Mister Rogers Neighborhood“

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Book Club„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: RomCom mit Diane Keaton, Jane Fonda und Andy Garcia, Don Johnson 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic-Drama-Thriller mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

NYC – Film: „Disobedience“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Disobedience“   114 min   drama, adaptation

dir. Sebastian Lelio   cast: Rachel Weisz, Rachel McAdams, Allesandro Nivola

 

Nachdem sie von dem Tod ihres Rabbi-Vaters erfahren hat, fliegt die freigeistige Fotografin Ronit (Rachel Weisz) umgehend von New York in ihre alte Heimat, die orthodoxe jüdische Gemeinde in London. Dort wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Sie triff auf ihre Jugendfreunde Esti (Rachel McAdams) und Dovid (Alessandro Nivola), die überraschenderweise mittlerweile miteinander verheiratet sind. Bald holt Ronit schon ihre Vergangenheit ein. Es gab nämlich einen triftigen Grund, warum sie die Gemeinde seinerzeit verlassen hat… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Disobedience“ basiert auf Naomi Aldermans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des chilenischen Filmemachers Sebastián Lelio („Gloria“). Für seinen Film „A Fantastic Woman“ hat er dieses Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Dies ist sein erster englischsprachiger Film.

„Disobedience“ ist ein starker Film. Erzählt wird eine ergreifende Geschichte in einem streng-religiösen Umfeld im heutigen London. Mich hat der Film auch ein paar Tage später nicht losgelassen, daher wäre es nicht abwegig, wenn dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landet. 

Die beiden Rachels (Weisz und McAdams) sind optisch und schauspielerisch sehr unterschiedlich und irgendwie klang es auf dem Papier seltsam, sie in einem Film zu sehen. Die Charakterisierung  dieser beiden Frauenfiguren erfordert jedoch genau diese Unterschiedlichkeit und entsprechend passt die Besetzung perfekt. Rachel Weisz´Charakter Ronit ist hier die Figur mit der sich das Publikum wahrscheinlich am ehesten identifizieren kann. Sie ist freigeistig, hat einen guten Humor und eine spitze Zunge. Ronit ist zwar in diese ultra-orthodoxe Welt hineingeboren, wurde dann aber verbannt und führte seither ein glückliches Leben in New York. Nach ihrer Rückkehr erscheint ihr diese, so eigene, fremde Welt mit all ihren Vorschriften, Traditionen und Ritualen in vielen Situationen absurd. Dabei ist der Film nicht wertend, er präsentiert diese Welt mit großem Realitätsanspruch und zeigt, wie schwer es ist, eine eigene Identität in dieser Gemeinschaft zu entwickeln. Generell wäre den Menschen und der Welt sicherlich geholfen, wenn über den Glauben und das religiöse Regelwerk nie vergessen würde, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. 

Rachel Weisz ist eine hochtalentierte Schauspielerin mit einer großen Präsenz und dem Charisma eines Filmstars. Rachel McAdams´Schauspieltalent hat bei mir bisher noch kein bleibenden Eindruck hinterlassen, ich registriere aber, dass sie sich verbessert. Vor ein paar Jahren hat sie sogar für Spotlight ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Mit diesem Film beweist sie Mut, tritt gänzlich ungeschminkt auf und gibt damit die wahrscheinlich beste Performance ihrer Karriere. 

Auch wenn „Disobedience“ mit Ende April ein ungünstiges Startdatum hat, ist der Film für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Rachel Weisz, Rachel McAdams), Bester Nebendarsteller (Alessandro Nivola), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Disobedience“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.04.18 mit großem Erfolg in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 101 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film in einem meiner Lieblingskinos (Angelika Film Center) in einem Screening mit anschließenden Q & A mit der Autorin der Romanvorlage, Naomi Alderman, sowie der schwangere Schauspieler Rachel Weisz und ihrem Co-Star Alessandro Nivola gesehen. Die drei Beteiligten haben Rachel McAdams entschuldigt, sie konnte nicht erscheinen, da sie erst kürzlich ihr erstes Kind bekommen hat. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lu Over the Wall„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich bin kein Fan von diesen japanischen Cartoons 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Three Identical Strangers„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Dokumentation, die in Sundance einen Preis gewann

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Beast„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gospel According to André„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Dokumentation über Mode-Ikone André Leon Tally

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Leave No Trace„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Debra Graniks neuer Film mit Ben Foster 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Die Schauspieler Rachel Weisz und Alessandro Nivola im, an den Film „Disobedience“ anschließenden Q & A im Angelika Film Center

 

Amerikanischer Aufsteller von Film „Disobedience“

 

NYC – Film: „The Miseducation of Cameron Post“

Ich war am 26.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Miseducation of Cameron Post“  90 min    drama, adaptation

dir. Desiree Akhavan  cast: Chloé Grace Moretz, Sasha Lane, John Gallagher Jr., Jennifer Ehle, Quinn Shepard, Forrest Goodluck, Kerry Butler  

 

Im Jahr 1993. Die 16-jährige Cameron (Chloé Grace Moretz) wurde dabei erwischt, wie sie Sex mit einem Mädchen hatte. Seit dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrer sehr konservativen Tante (Kerry Butler) auf und die schickt sie nun in das christliche Umerziehungscenter God´s Promise, irgendwo im Nirgendwo. Dort soll sie sich mit Teenagern mit einem ähnlichen Hintergrund einer Reparativtherapie unterziehen, damit ihre „Fehlentwicklung“ geheilt wird. Cameron freundet sich bald mit der ebenfalls lesbischen Jane Fonda (Sasha Lane) und Adam (Forrest Goodluck), einem Jungen, der im falschen Körper geboren wurde, an. 

 

B (Wertung von A bis F) „The Miseducation of Cameron Post“ basiert auf Emily M. Danforths gleichnamigen Roman. Es ist nach „Appropriate Behaviour“ erst der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin (TV-Serie „Girls“, „Creep 2“), Autorin und Filmemacherin Desiree Akhavan Regie führt. 

Als Atheistin, die mit vielen kirchlichen Vorstellungen wenig anfangen kann, muss ich mir durch einen Spielfilm oder eine Dokumention ab und zu in Erinnerungen rufen, wie intolerant und weltfremd kirchliche Institutionen immer noch sind. Hier sollen nun also homosexuelle oder transsexuelle Teenager, die in den Augen der Christen vom Weg abgekommen sind, mithilfe einer sexuellen Reorientierungstherapie wieder auf selbigen gebracht werden. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, die hier erzählt wird, aber diese gay conversion therapy ist heute noch in über 40  US-Bundesstaaten und sogar in Großbritannien offiziell legal. Unfassbar. Als Großstadtkind, das sich in weltoffenen Kreisen bewegt, macht mich das unfassbar wütend. Entsprechend hat dieser Film bei mir auch starke Emotionen hervorgebracht. Chloé Grace Moretz („Kick-Ass“, „Let Me In“, Hugo) ist nicht wirklich mein Fall, ich halte sie aber für talentiert, was sich in diesem Film insbesondere in der gänsehauterzeugenden Szene in der Küche des Centers  zeigt. Eine herausragende Performance gibt hier außerdem Jennifer Ehle als Dr. Lydia. 

„The Miseducation of Cameron Post“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Chloé Grace Moretz), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Ehle)

„The Miseducation of Cameron Post“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film dieses Jahr den Hauptpreis, den Grand Jury Prize for US Drama gewonnen. Der Film soll am 10.08.18 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2018 gesehen. Dort lief der Film in der New York Premiere. 

 

Bislang gibt es leider noch keinen Trailer. Hier kurze Interviews von dem roten Teppich auf dem TFF 2018: 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Zoe“

Ich war am 25.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zoe“  104 min   sci-fi, drama 

dir. Drake Doremus  cast: Ewan McGregor, Léa Seydoux,, Theo James, Rashida Jones, Miranda Otto, Christina Aguilera

 

Zoe (Léa Seydoux) arbeitet für eine Technologie-Firma. Der Firmengründer Cole (Ewan McGregor) kreiert synthetische Menschen, genauer künstliche Menschen, die für Beziehungen geschaffen sind. Kürzlich hat er den Prototypen Ash (Theo James) designt. Diese sogenannten „Synthetics“ sind eine Weltneuheit, sie können äußerlich gar nicht mehr von richtigen Menschen unterschieden werden. Sie können normale Konversationen führen, berühren und dadurch, dass ihnen Erinnerungen transplantiert werden, haben sie sogar Emotionen. Diese neuen „Menschen“ können sich normal in die Gesellschaft integrieren und sind optimal für dauerhafte Partnerschaften. Aber Zoe sehnt sich nach einem menschlichen Partner und fühlt sich nun mal von Cole angezogen. Bevor sich da noch viel mehr entwickelt, muss Cole ihr wohl etwas mitteilen…. 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zoe“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Drake Doremus (Like Crazy, „Breathe In“, „Equals“).

„Zoe“ (das „e“ wird übrigens nicht gesprochen) ist ein intensives, fast intimes Beziehungsdrama in einem Sci-Fi-Umfeld. Wenn man sich anschaut, wie rasant sich der technische Fortschritt in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat, ist die Prämisse dieses Film alles andere als absurd. Schnell gibt es eine neue Generation und die alte ist überholt. Hier gibt es auch hier dieses Medikament, das man einnimmt, um sich in sein Gegenüber oder seinen langjährigen Partner (erneut) richtig zu verlieben. Wer würde dieses Medikament (wenigstens ab und zu) nicht nehmen, wenn es so einfach wäre, das Gefühl des Verliebtseins zu erleben bzw. zurückzuholen? Da die Wirkung nicht lange vorhält, besteht natürlich die Gefahr der Abhängigkeit. „Zoe“ regt zum Nachdenken an. Ich mochte den philosophischen Ansatz, warum verlieben wir uns ausgerechnet in diesen und nicht einen anderen Menschen oder in was genau verlieben wir uns bei diesem Menschen?  

Ursprünglich war Charlie Hunnam für die Rolle, die Ewan McGregor hier spielt, vorgesehen. Ewan McGregor ist aber idealbesetzt. Theo James, der den künstlichen Menschen Ash spielt, war mir vorher nicht bekannt, aber er hat diese gleichmäßigen, makellosen  Gesichtszüge, die einen weismachen können, dass er vielleicht künstlich sein könnte. Nicht wirklich zufrieden war ich mit der französischen Schauspielerin Leá Seydoux (Blue is the Warmest Colour), vielleicht auch, weil sie hier eine gewisse Ähnlichkeit mit Scarlett Johansson hat und ich die Amerikanerin viel lieber in der Rolle gesehen hätte. 

Besonders gut gefiel mir auch die Elektro-Filmmusik. 

„Zoe“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Mit Amazon Studios wurde bereits ein Käufer für den Film gefunden. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bisher noch keinen Trailer.

Dafür Ewan McGregor auf dem roten Teppich zur Weltpremiere von „Zoe“ auf dem TFF 2018. 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Little Woods“

Ich war am 24.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Woods“  105 min  drama, thriller, western 

dir. Nia DaCosta   cast: Tessa Thompson, Lily James, Luke Kirby, James Badge Dale, Lance Reddick

 

Little Woods, North Dakota. Bei Ollie (Tessa Thompson) läuft in wenigen Tagen die Zeit ihrer Bewährungsstrafe ab. Den illegalen Medikamentenhandel hatte sie hinter sich gelassen. Nachdem aber kürzlich ihre Mutter verstorben ist, hat sie und ihre Stiefschwester Deb (Lily James) genau eine Woche Zeit, einen größeren Geldbetrag aufzubringen. Die Bank hat damit gedroht, das Haus ihrer verstorbenen Mutter zwangszuversteigern und damit wären die Schwestern obdachlos. Ollie sieht sich gezwungen, erneut verschreibungspflichtige Medikamente von Kanada über die Grenze zu schmuggeln und dann an die Amerikaner zu verkaufen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Little Woods“ ist der erste Film der afro-amerikanischen Autorin und Filmemacherin Nia DaCosta. 

Der Film ist ein langsam aufgebauter Thriller. Die Geschichte über zwei (Stief-) Schwestern, die sich in einer kleinen Stadt an der kanadischen Grenze versuchen, irgendwie finanziell über Wasser zu halten, ist bedrückend, aber realistisch. Die Arbeitslosigkeit in dieser Kleinstadt ist groß. Die Männer finden schwere Arbeit in der Fracking-Industrie. Die alleinerziehende Deb (gespielt von Lily James) kann von ihrem Job als Kellnerin jetzt bereits kaum sich und ihren kleinen Sohn ernähren. Dann findet sie auch noch heraus, dass sie wieder schwanger ist. Ollie hatte ihre Mutter gepflegt und aus der Not heraus verschreibungspflichtige Medikamente über die kanadische Grenze geschmuggelt und an die Einwohner von Little Woods verkauft. Nachdem sie von den Behörden erwischt und eine Bewährungsstrafe aufgebrummt bekommen hat, wollte sie künftig „sauber“ bleiben. Wovon soll sie aber leben und jetzt kommt auch noch die Geldforderung der Bank, ansonsten verlieren sie und ihre Schwester ihr Heim. 

„Little Woods“ zeichnet ein erschreckend realistisches Bild der Vereinigten Staaten abseits der großen Städte. Man sieht, was alles in dem Land schief läuft. In den kleinen Orten herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und die medizinische Versorgung ist für Einwohner kaum bezahlbar. Die Amerikaner besorgen sich verschreibungspflichtige Medikamente illegal. Wiederum andere beschaffen die benötigten Medikamente aus dem benachbarten Kanada, schmuggeln sie über die Grenzen und handeln dann in den U.S.A. damit. Von diesem ungesetzlichen Handel wollen natürlich die größeren Kriminellen auch einen Anteil abgekommen.

Auch wenn der Film gegen Ende noch mal recht spannend wird, war mir die Erzählung etwas zu schleppend. Außerdem störte mich die schrille, auffällig furchtbare Musik. Was man hier aber klar sieht, sind zwei talentierte Schauspieler (Tessa Thompson aus Creed, „Thor Ragnarok“ Annihilation  und Lily James aus Baby Driver) und eine – so viel konnte man dem Film definitiv entnehmen – vielversprechende neue Filmemacherin (Nia DaCosta). 

„Litte Woods“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang wurde weder ein amerikanischer noch ein deutscher Verleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. Die Regisseurin, Nia DaCosta, war anwesend und stand, nach dem Film, mit ihren beiden Produzentinnen (Rachael Fung und Gabrielle Nadig) den zahlreichen Fragen des Publikums zur Verfügung. 

Bislang gibt es noch keinen Trailer für diesen Film.

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

Q & A nach dem Film „Little Woods“ mit der afroamerikanischen Filmemacherin Nia DaCosta

 

Boston – Film: „Love, Simon“

Ich war am 20.03.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Love, Simon“ (dt. Kinostart: 28.06.18)  110 min     drama, comedy, adaptation 

dir. Greg Berlanti  cast: Nick Robinson, Josh Duhamel, Jennifer Garner, Katherine Langford, Logan Miller, Talitha Bateman, Jorge Lendeborg Jr. 

 

Simon (Nick Robinson) wächst in einer amerikanischen Durchschnittsfamilie in Atlanta, Georgia auf. Er hat recht liebende und coole Eltern (Jennifer Garner und Josh Duhamel) und, vor allen Dingen, mit Leah (Katherine Langford) und Nick (Jorge Lendeborg Jr.) zwei tolle beste Freunde. Trotzdem hat sich Simon noch nicht getraut, allen mitzuteilen, dass er schwul ist. Eines Tages erzählt ihm seine Freundin Leah, dass sich ein Mitschüler unter dem Pseudonym BLUE online als schwul geoutet hat. Simon brennt darauf zu wissen, wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt und beginnt eine Brieffreundschaft mit BLUE. An anderer Stelle bahnt sich jedoch ein Problem an, ausgerechnet sein Mitschüler Martin (Logan Miller) hat herausgefunden, dass Simon schwul ist und beginnt, ihn zu erpressen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Love, Simon“ basiert auf Becky Albertallis Jugendroman „Simon vs the Homo Sapiens Agenda“. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors (TV-Serien „Dawson´s Creek“, „Brothers & Sisters“, „Arrow“) und Regisseurs („Life As We Know It“) Greg Berlanti.

Mittlerweile liegt es bereits sechs Wochen zurück, dass ich den Film gesehen habe. Ich erinnere „Love, Simon“ als  eine originelle Highschool-Komödie. Wahrscheinlich ist es DER Film für schwule Teenager dieser Generation. Bislang waren die Filme dem Arthouse-Publikum vorbehalten. Dies ist der erste Mainstream-Gay-Teenager-Film. Dass der Film auch an der (amerikanischen) Kinokasse erfolgreich ist, zeigt, wie massentauglich dieses – vielleicht neue – Genre ist. 

Mir hat der erste Part dieser durchaus smarten RomCom besonders gut gefallen. Gegen Ende fällt der Film in meinen Augen etwas ab, die gesamte Sequenz auf dem Jahrmarkt fand ich schlichtweg blöd. Was ich aber vor allen Dingen nach der langen Zeit noch immer präsent habe, ist das Production Design in Form der kuschligen Bett-Ecke in Simons Jugendzimmer. 

„Love, Simon“ ist am 16.03.18 in 2.402 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 28.06.18 im Kino zu sehen:

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „I Feel Pretty„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie mit Amy Schumer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Life of the Party„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Mamma Mia! Here We Go Again„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Fortsetzung mit Lily James 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn die Kritiken richtig gut sind


Trailer v. Film: „Tully„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Isle of Dogs„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen


Trailer v. Film: „A Quiet Place„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Deadpool 2„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Fortsetzung des Marvel-Films

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Love, Simon“

 

…und da ich kürzlich in Hongkong war: Der Aufsteller dort

TV – Serie: „The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Serie angeschaut:

 

„The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“ (in D. über Sky zu sehen)  9 x approx.  55 min  crime, drama, biopic, adaptation

dir. Ryan Murphy, Nelson Cragg, Gwyneth Horder-Payton, Daniel Minahan, Matt Bomer  cast: Darren Criss, Édgar Ramirez, Penélope Cruz, Ricky Martin, Finn Wittrock, Cody Fern, Michael Nouri, Judith Light, Terry Sweeney, Joanna P. Adler, Joe Adler, Jon Jon Briones, Sophie von Haselberg

15.Juli 1997. Miami Beach, Florida. Andrew Cunanan (Darren Criss) erschiesst den italienischen Modeschöpfer Gianni Versace (Édgar Ramirez) direkt vor seiner Villa. Während Giannis Schwester, Donatella (Penélope Cruz) sich um die Beerdigung des Designers und die Geschäfte des berühmten Modelabels kümmert, begibt sich das FBI auf die Jagd nach dem Versace-und Serienmörder Andrew Cunanan…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Assassination of Gianni Versace“ wurde von wahren Begebenheiten und den Ermittlungsakten inspiriert. Die erzählte Geschichte beruht auf Maureen Orths Buch „Vulgar Favors: Andrew Cunanan, Gianni Versace, and the Largest Failed Manhunt in U.S. History“. Nach The People v. O. J. Simpson ist dieses die zweite Staffel von Ryan Murphys American Crime Story. 

Der Titel der zweiten Staffel mag etwas irreführend sein, geht es doch nicht nur um die Ermordung des italienischen Modedesigners, die wäre sicherlich auch zu schnell erzählt. Man erfährt einiges  über Gianni Versaces Leben und das Leben von Cunanans anderen Opfern, hauptsächlich ist die zweite Staffel aber ein Porträt über den Versace-Attentäter, den Psychopathen und Serienmörder Andrew Cunanan. In dieser Anthologie-Serie werden auch fünf der brutalen Morde, denen er überführt wurde, sehr fesselnd rekonstruiert. Die Erzählstruktur ist dabei keine chronologische, was – insbesondere wenn man, wie ich, sehr wenig über den Täter wusste, der Spannung sehr zugute kommt. Wie bereits in der ersten Staffel von „American Crime Story“ erzählt der Serienschöpfer Ryan Murphy hier aber auch eine größere Geschichte. In der ersten Staffel ging es um Rassismus, in dieser ist Homophobie das zentrale Thema. Auch versetzt die zweite Staffel den Zuschauer in die Vereinigten Staaten der 1990er Jahren, in eine Zeit, in der Schwule noch viel mehr um Akzeptanz kämpfen mussten, bzw. ihre Sexualität oftmals versuchten, zu verheimlichen. Wie bereits bei der ersten Staffel liegt auch hier der Vergleich zur Gegenwart nahe. Wie steht es heute mit der Anerkennung und der Rechte der LGBT-Gemeinschaft in den U.S.A.? Was hat sich in den letzten zwanzig Jahren geändert? Beispielsweise waren Homosexuelle im amerikanischen Militär seit 1993 zwar geduldet, aber nur so lange sie ihre sexuelle Orientierung für sich behielten (Policy: „Don´t Ask, Don´t Tell“ – wird in dieser Staffel in der gleichnamigen Episode 5 thematisiert). Erst seit dem Jahr 2011 dürfen auch Bi- oder Homosexuelle (die offen mit ihrer Sexualität umgehen) dem amerikanischen Militär beitreten. Ich musste das nochmal recherchieren, weil ich kaum glauben konnte, dass die Gesetze erst im Jahr 2011 geändert wurden.

True-Crime-Formate sind ja bereits seit einigen Jahren bei den Film- und Fernseh- und Podcast-produzenten äußerst populär. Mir ist aufgefallen, dass in den letzten zwei Jahren insbesondere reale Verbrechen aus den 1990er Jahren (O.J. Simpson, Tonya Harding, Waco, jetzt Gianni Versace)  aufgegriffen wurden. 

Wie alle gute Serien habe ich auch „The Assassination of Gianni Versace“ komplett zwei Mal hintereinander gesichtet. Bei der zweiten Sichtung kannte ich den Lebens- und Amoklauf von Andrew Cunanan, seine Weggefährten, seine Bluttaten und Opfer und konnte mich damit entspannt auf die größere Geschichte einlassen. Die Story ist ansprechend und wirklich gut erzählt. 

Darren Criss ist sehr überzeugend als Andrew Cunanan. Es ist sicher nicht einfach, einer solchen komplexen Figur gerecht zu werden. Der amerikanische Schauspieler macht es aber mit seinem nuancierten und facettenreichen Spiel möglich. 

Penélope Cruz und Édgar Ramirez habe ich überraschenderweise sofort Donatella und Gianni Versace abgenommen. Beide sind generell sehr gute Schauspieler, neben dem Handwerk bringen sie aber auch die notwendigen Äußerlichkeiten für ihre Rollen mit. Édgar Ramirez hat generell schon eine ziemliche Ähnlichkeit mit dem legendären Designer. Penélope Cruz hat hier hellblonde Haare (eine Perücke). Die beiden Schauspieler haben mit ihrer Mimik und Gestik, dem Make-Up, den Frisuren und dem Kostümdesign, vor allen Dingen aber mit ihrem Englisch, das mit einem sehr starkem italienischen Akzent durchzogen ist, schnell vergessen lassen, dass sich hinter diesen Charakter eigentlich Schauspieler verbergen. 

Ich hätte es rücksichtsvoll gefunden, wenn man mir Ricky Martin erspart hätte. In jeder einzelnen Szene hat er mich mit seinem Ricky-Martin-Sein aus der sonst so fesselnden Serie gebracht. Besonders lustig war sein Auftritt in Folge 7 („Ascent“).

Meine Lieblingsepisode: Ich mag alle, am wenigsten vielleicht die vorletzte, Episode 9 („Creator/Destroyer“). Ein großer Part dreht sich um diesen unangenehmen, gar widerlichen Vater von Andrew Cunanan. Was für eine Loser. Vielleicht habe ich mich aber einfach nur über diese Figur geärgert. 

Meine Lieblingsszenen: 

Episode 2 („Manhunt“): Eine recht krasse Szene unterlegt mit Phil Collins´“Easy Lover“ (Ich liebe die komplette Szene in dem Hotelzimmer, weil sie dem Zuschauer erstmalig genau zeigt, was für eine Psycho Andrew Cunanan war. Außerdem erinnert mich die Szene an einen meiner Lieblingsfilme, „American Psycho“.  In der zweiten Folge mochte ich auch die gesamte Sequenz, die mit dem Song „Gloria“ unterlegt ist. Ferner mochte ich die Schlussszene der zweiten Episode in dem Schwulenclub – dieses Szene ist insbesondere toll, wenn man bereits die komplette erste Staffel gesehen hat. 

Episode 3 („A Random Killing“): Alle Szenen mit Judith Light 

Episode 4 ( „House by the Lake“): Die „Good News – Bad News“-Szene mit David und seinem Papa. Herzzerreissend und tränenreich für mich die Szene mit den Beiden in der Hütte. 

Episode 6 („Descent“) Die Szene mit David und Andrew. Hier realisiert David, dass Andrew einfach nicht die Wahrheit sagen kann. Nicht meine Lieblingsszene, aber dennoch erwähnenswert: Auf Andrews Geburtstagsparty wird ein Foto aufgenommen. Das Foto zeigt Andrew Cunanan mit drei seiner späteren Opfer. 

Episode 7 (Ascent“) Die Szene im Hotelzimmer mit David und Andrew. Der Moment dieser Nacht ist überzeugend transportiert. 

Episode 9 („Creator/Destroyer“) Die kurze Sequenz, die mit dem The Bangles-Song „Hazy Shade of Winter“ unterlegt ist. Auch, weil mir ganz warm ums Herz wird, der Song erinnert mich an einen meiner Lieblingsfilme, der Bret Easton Ellis Verfilmung „Less Than Zero“). Später in der Episode fand ich den Party-Auftritt von Andrew Cunanan großartig. Die Episode ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Matt Bomer (The Normal Heart, „American Horror Story: Hotel“). 

Der hier gezeigte Palast von Gianni Versace ist traumhaft. Auch wenn ich selbst klare Linien und das minimalistisches Design vorziehe, würde ich mir dieses opulente Domizil gerne mal anschauen. Das ist auch durchaus möglich, da Versaces Villa, „Casa Casuarina“ (http://vmmiamibeach.com) zu einem Boutique-Hotel umgebaut wurde.

Die Versace-Familie ist selbst nicht so glücklich über „The Assassination of Gianni Versace“. Das liegt voraussichtlich auch daran, dass Gianni Versaces HIV-Erkrankung angedeutet wird. Die Familie hat immer behauptet, der Designer wäre an Krebs erkrankt. FX weist daraufhin, dass sie ausgiebig die Fakten geprüft haben und zuvor eine intensive Recherche erfolgt ist. Donatella Versace war aber sehr wohl zufrieden, dass sie von Penélope Cruz portraitiert wurde. Die beiden haben sich bereits vor diesem Projekt einige Male getroffen. 

Die Musik in dieser TV-Serie ist perfekt ausgewählt. Die Songs sind entweder thematisch abgestimmt oder sie passen in die 1990er Jahre, vor allen Dingen in der Gay-Szene.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Andrew Cunanan war ein tief gestörter Mann, Psychopath und Serienmörder. Er war intelligent, attraktiv, wusste sich gut auszudrücken und zu kleiden. Er stammte aus armen Verhältnissen mit einer psychisch kranken Mutter und einem Betrüger als Vater. Er hat sich immer gewünscht, der besseren Gesellschaft anzugehören. So hat er sich bereits als Kind in eine Phantasiewelt geflüchtet und anderen Lügen über seine Herkunft und später auch seinen sozialen und beruflichen Status aufgetischt. Er war ein Hochstapler und pathologischer Lügner. Er hat nie geleugnet, schwul zu sein. Sein Geschichtsstudium schmiss er hin und zog lieber durch die besten Gay-Clubs auf der Suche nach schnellem Sex und reichen Liebhabern, die seinen gewünschten Lebenswandel finanzierten. Durch sie bekam er Zugang zur der besseren Gesellschaft. So wirklich aufgenommen wurde er jedoch nie, irgendwann sind Andrews Lügen immer aufgeflogen. Gespielt wird Andrew Cunanan von dem amerikanischen TV-, Theaterschauspieler und Sänger Darren Criss. Bekannt geworden ist er durch seine Rolle in der TV-Serie „Glee“. Er hat eine Nominierung für einen Emmy und einen Grammy (beides für die Musik in „Glee“).

Gianni Versace war ein berühmter italienischer Modedesigner, der mit seinem Partner (hier gespielt von Ricky Martin) zusammenlebte. Im Alter von nur 50 Jahren wurde er vor seiner Haustür in Miami Beach erschossen. Täter war der 27-jährige Andrew Cunanan (in der Serie gespielt von Darren Criss). Gespielt wird Gianni Versace von dem venezolanischen Schauspieler Édgar Ramirez. Bekannt wurde er durch den Mehrteiler „Carlos“. Ich habe ihn aber auch schon in einigen Kinofilmen (Zero Dark Thirty, The Counselor, Joy) gesehen. Für seine Performance in „Carlos“ hat er eine Emmy-Nominierung erhalten. 

Donatella Versace ist Gianni Versaces Schwester und eine harte Geschäftsfrau. Später startete sie dann selbst als Modedesignerin des Labels durch. Den Lebenspartner ihres Bruders muss sie gehasst habe. Als Gianni Versace (an HIV oder Krebs) erkrankte, hatte sie bereits ein Mal die Geschäfte übernommen. Gespielt wird Donatella von der spanischen Schauspielerin Penélope Cruz. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie wohl mit Pedro Almodovars Film „All About My Mother“. Kurz darauf wurde sie schon in amerikanischen Kinofilmen („Blow“, „Gothika“) besetzt. Sie wurde drei Mal ( für ihre Performance in „Volver“, Vicky Cristina Barcelona und Nine) für den Oscar nominiert. Für ihre Performance in dem Woody Allen Film hat sie den Oscar gewonnen. 

Antonio D´Amico war Gianni Versaces Lebensgefährte. 15 Jahre waren sie ein Paar und haben zusammengelebt. Antonio D´Amico war Model, später hat er als Designer für Versace Sport gearbeitet. Gespielt wird Antonio D´Amico von dem puerto-ricanischen Sänger Ricky Martin. Hätte man für diese Rolle nicht irgendeinen richtigen Schauspieler finden können? Ricky Martin hat drei Grammy-Nominierungen.

David ist die große Liebe von Andrew Cunanan (gespielt von Darren Criss). Gespielt wird David von dem australischen Schauspieler Cody Fern. Bislang hat er vorwiegend Theater gespielt. Man könnte „The Assassination of Gianni Versace“ als seinen Durchbruch, zumindest in den U.S.A., ansehen. In der nächsten, der sechsten Staffel von „House of Cards“ wird er aber scheinbar eine größere Rolle spielen. Mich hat er an den jungen Andrew McCarthy erinnert. Interessanter Schauspieler und einer, den man ganz sicher auch bald im Kino sehen wird. 

Marilyn Miglin war seit einigen Jahrzehnten die Frau des sehr erfolgreichen Unternehmers Lee Miglin. Auch wenn Lee Miglin tatsächlich als Immobilienmogul recht bekannt war, wird seine Geschichte den meisten nicht geläufig sein, daher möchte ich hierzu nichts spoilern. Gespielt wird Marilyn Miglin von der amerikanischen TV- und Theaterschauspielerin Judith Light. Auch wenn sie aussieht wie ein sehr gepflegter, älterer Herr in eleganter Damenrobe mit viel zu viel Schminke im Gesicht, ist Judith Light umwerfend in dieser Rolle. Sie spielt sehr nuanciert, jeder Gedanke ist in ihrem Gesicht zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass sie für diese Gastperformance oder Nebenrolle mit einem Emmy ausgezeichnet wird.  Bekannt geworden ist Judith Light durch ihre Hauptrolle in der 1980er Jahre Serie „Who´s the Boss? Sie hat auch in der Serie Transparent mitgespielt. Sie hat sowohl einen Emmy (für ihre Performance in der TV-Serie „One Life to Live“) als auch einen Tony für ihre Performance in dem Theaterstück „The Assembled Parties“ gewonnen. 

Update: „The Assassination of Gianni Versace“ ist im Jahr 2018 für achtzehn Emmys (darunter: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor, Darren Criss, Outstanding Supporting Actor, Ricky Martin, Édgar Ramirez und Finn Wittrock,  Outstanding Supporting Actress, Penélope Cruz und Judith Light, Outstanding Directing für die Episode „The Man Who Would Be Vogue“, Outstanding Writing für die Episode „House by the Lake“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. Update: Die Miniserie hat sieben Emmys gewonnen, darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Casting for a Limited Series, Outstanding Directing for a Limited Series (für „The Man Who Would Be Vogue“), Outstanding Lead Actor in a Limited Series (Darren Criss)

„The Assasination of Gianni Versace: American Crime Story“ wurde erstmalig v. 17.01.18 . 21.03.18 auf dem amerikanischen Kabelsender FX ausgestrahlt. In Deutschland war die Serie über den Bezahlsender Sky Atlantic HD ab dem 29.01.18 zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

Hong Kong – Film: „A Quiet Place“

Ich war am 17.04.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Quiet Place“ (dt. Kinostart war der 12.04.18)  95 min  horror

dir. John Krasinski  cast: Emily Blunt, John Krasinski, Noah Jupe, Millicent Simmonds, Cade Woodward 

 

Evelyn (Emily Blunt), Lee (John Krasinski) und ihre beiden Kinder, die gehörlose Regan (Millicent Simmonds) und ihr jüngerer Bruder Beau (Noah Jupe) sind Überlebende. Die Welt ist von scheinbar unverwundbaren Aliens mit höchstsensiblen Ohren eingenommen worden. Die Kreaturen werden von den kleinsten Geräuschen angelockt und töten sofort. Jedes Geräusch, dass die Familie verursacht, könnte ihren Tod bedeuten. Sie verständigen sich in Gebärdensprache, aber schon bald kommt eine neue Herausforderung auf die Familie zu…

 

A- (Wertung von A bis F) „A Quiet Place“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers (TV-Serie „The Office“, Away We Go, It´s Complicated, Aloha und Filmemachers („The Hollers“) John Krasinski. Dies ist der dritter Spielfilm, bei dem er Regie führt und hier spielt er neben seiner Ehefrau im wahren Leben, Emily Blunt, auch die Hauptrolle. 

Ich mag die smarten Horrorfilmen, bei denen man nicht alles haarklein erklärt bekommt. Mit Ausnahme des überflüssigen Whiteboards im Keller, erfährt man hier gerade so viel, dass man die Welt und die Situation, in der sich die Familie befindet, versteht. Wie bei so vielen Horrorfilmen, gibt es natürlich auch in diesem Film ein paar Ungereimtheiten, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil der Film insgesamt ungemein spannend ist.  

Mir ist bereits vor längerer Zeit aufgefallen, dass sich insbesondere Horrorfilme dazu eignen, sie mit Publikum in einem Kino zu sehen. Es ist dieses Gemeinschaftserlebnis, sich zu erschrecken und sich dann mitunter über sich selbst kaputt zu lachen, das finde ich irgendwie spassig. Bei  „A Quiet Place“ gebe ich nun aber eine unbedingte Kinoempfehlung ab. Bei diesem Film ist es eine ganz besondere Erfahrung und es ist beinahe unerlässlich, ihn mit anderen Zuschauern in einem Kino zu erleben. Das hat nicht allein mit der großen Leinwand und dem Sound zutun. Es ist vielmehr, dass wahrscheinlich (egal wo man auf der Welt den Film schaut) sich das Publikum der Situation auf der Leinwand anpasst und sich entsprechend mucksmäuschenstill verhält. Ohne von der Leinwand runterzuschauen, mache ich mir immer im Kino Notizen, selbst das habe ich auf ein Minimum beschränkt. Ganz zu schweigen davon, dass die Mitzuschauer sich bei diesem Film nicht trauen, auf Popcorn rumzukauen oder an ihrem Getränk zu schlürfen. An einigen Stellen musste ich mir sogar den Mund zuhalten, um nicht lauthals F*** zu brüllen. Ja, John Krasinski hat hier schon eine ganz besonders intensive Atmosphäre geschaffen. 

Dramaturgisch gab es zwischendurch immer wieder einige Setups, auf die später in der Handlung zurückgegriffen wird. Ganz großartig fand ich den Film, wenn die gehörlose Tochter keinerlei Umgebungsgeräusche wahrnehmen kann, der Zuschauer dann aber, beispielsweise das Monster sieht, aber ansonsten auch keinen Ton hört. Überhaupt fand ich den Sound in dem Film herausragend.

Vielleicht hat sich hier der neue JACK RYAN, John Krasinski, selbst in seinem Survival-Film etwas zu sehr als Held inszeniert, der eigentliche Held ist hier nämlich seine Ehefrau. Das liegt nicht zuletzt an der erstklassigen Performance von Emily Blunt, der neuen MARY POPPINS.  

Auch wenn es Jammern auf hohen Niveau ist, mich haben drei Dinge an dem Film gestört: 1. In den meisten Szenen hätte ich es vorgezogen, gar keine Filmmusik zu hören, 2. Man versucht sich bei Horrorfilmen, gerne in die Lage der Protagonisten zu versetzen. Ich konnte aber gar nicht nachvollziehen, dass unsere Charaktere hier die ganze Zeit und überall barfuss rumlaufen. Mich hat das etwas abgelenkt, weil ich sicher bin, dass ich, allein um meine Füße zu schonen, wenigstens draußen dicke Socken getragen hätte. 3. Regan, die gehörlose  Tochter der Familie, hat nun überhaupt keine Ähnlichkeit mit ihren Filmeltern (wohl könnte sie aber optisch die Tochter von Kurt Russell) sein. 

„A Quiet Place“ ist ein Film, der gerne noch etwas länger hätte sein dürfen. Der Film endet abrupt und bietet die Möglichkeit für eine Fortsetzung. Da der 17-Millionen-Dollar-Film ein Überraschungshit in den U.S.A. ist, kann man fest damit rechnen, dass es eine Fortsetzung gibt. 

Seit mit Get Out ein Horror-Film für mehrere Academy Awards nominiert wurde, habe ich das Gefühl, dass die Oscar-Experten alle herausragenden Horrorfilme, in ihrer Prognose miteinbeziehen. „A Quiet Place“ ist der erste Horrorfilm, der im Jahr 2018 für Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin, Emily Blunt) im Gespräch ist. Ich halte das derzeit (man weiß ja jetzt noch nicht, wie sich das Filmjahr 2018 am Ende darstellt) für etwas übertrieben. 

„A Quiet Place“ wurde erstmalig bei South by Southwest 2018 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 3508 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „A Quiet Place“ seit dem 12.04.18 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in Hongkong gesehen, dort ist der Film ebenfalls am 12.04.18 gestartet. Gezeigt wurde die englische Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dí Ya Cáo„ (Trailer in der OV gezeigt)

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Krimi aus Hongkong, von und mit Nick Cheung. Englischsprachiger Filmtitel „The Trough“ 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen


Trailer v. Film: „Gonjiam: Haunted Asylum„ (Trailer in der OV mit chinesischen und englischen Untertiteln gezeigt) 

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Koreanischer Found Footage Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen 

 

Kino in Hongkong:

Ich war schon einige Zeit nicht mehr in Hongkong im Kino. Die fremdsprachigen Filme werden immer im Original mit chinesischen (und wenn es sich um einen nicht-englischsprachigen Film handelt) zusätzlich mit englischen Untertiteln gezeigt. Auf diesem Umlauf habe ich ein neues Kino für mich entdeckt: THE GRAND Cinema. Es hat 12 Kinosäle und ist in einem riesigen, sehr edlen Einkaufscenter, dem Elements (mit einer Indoor Eisbahn und allem Schnick-Schnack) an der U-Bahnstation Kowloon Station zu finden. Die erste Vorstellung am Tage kostet 70 HKD, sonst 90 beziehungsweise 110 Hong Kong Dollar. Das entspricht rund 7, 9 bzw. 11 Euro. Das Kino ist  klinisch sauber (Reinigungs- und Sicherheitspersonal ist auch überall sichtbar. Die Filme werden hier in Sony Digital Cinema 4 K gezeigt. Ich habe zwei Filme in diesem Kino gesehen und beide Male war ich von dem Sound in den Kinos unglaublich beeindruckt. Selbstverständlich wird neben den Trailern für neue Filme keine Werbung gezeigt. 

Filmplakat von „A Quiet Place“ im THE GRAND Cinema in Hongkong

 

THE GRAND Cinema in Hongkong

 

Das Spezial-Reinigungsteam, dass die ehrenvolle Aufgabe hat, tausende von Kristallen an der riesigen Leuchte im THE GRAND Cinema zu putzen.

 

Comic-Figuren hinter einer Vitrine im THE GRAND Cinema

Berlin – Film: „You Were Never Really Here“

Ich war am 13.03.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„You Were Never Really Here“ (dt. Filmtitel: „A Beautiful Day“, dt. Kinostart: 26.04.18)  90 min thriller, drama, adaptation 

dir. Lynne Ramsay  cast: Joaquin Phoenix, Ekaterina Samsonov, Alex Manette, John Doman, Judith Roberts, Alessandro Nivola

 

Der Ex-Soldat und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) ist vom Leben gezeichnet. Seine Lebensaufgabe sieht er mittlerweile darin, verschleppte Kinder aus Händen von Sexhändlern zu befreien. Dabei scheut er nicht vor Gewalt zurück. Bei seinem neuen Auftrag soll er die entführte minderjährige Tochter des New Yorker Senators Votto (Alex Manette) retten. Aufgrund der bevorstehenden Wahlen will der Senator die Polizei nicht einschalten. Joe ahnt noch nicht, wie gefährlich dieser neue Auftrag ist…

 

A- (Wertung von A bis F) „You Were Never Really Here“ liegt Jonathan Ames´gleichnamigem, nur 99 Seiten langem Roman zugrunde. Dies ist der erste U.S.-amerikanische Film der schottischen Autorin und Filmemacherin Lynne Ramsay (We Need to Talk About Kevin). 

Der Film ist ein Rachethriller, aber noch mehr ein ruhig erzähltes, nüchternes Porträt eines gebrochenen Mannes. Sein Körper ist mit Narben übersät und wenn ihm wieder alles zu viel wird, er schreckliche Bilder der gesehenen oder erlebten Gewalt ausblenden will, nimmt er Tabletten oder zieht sich eine Plastiktüte über den Kopf, bis er fast erstickt. Joe ist ein Mann mit Problemen, man fragt sich, was ihn überhaupt am Leben hält. Wenn er aber für einen Auftrag ein minderjähriges Entführungsopfer befreien soll, ist er hochkonzentriert und kämpft präzise bis er am Ziel ist. Sein Beweggrund gerade solche Aufträge anzunehmen, ist dabei nicht das Geld, sondern eher seine eigene traumatische Kindheit. Letztlich hat ihn diese Kindheit geprägt, ihn zugleich stark und verletzlich gemacht. Als die Regisseurin Ames´Kurzgeschichte für ihr Drehbuch adaptierte, hatte sie keinen anderen Schauspieler als Joaquin Phoenix für die Hauptrolle im Sinn. Es ist eines dieser Rollen, bei denen das Ausnahmetalent mit seinem Filmcharakter eins wird. Partout unvorstellbar, einen anderen Schauspieler in dieser Rolle zu sehen. 

Weiblichen Regisseuren wird gerne unterstellt, keine krassen, brutalen Filme auf die Beine stellen zu können. Lynne Ramsey dürfte das Gegenteil beweisen. Mit diesem Film ist ihr eine außergewöhnliche Inszenierung gelungen. Wahrscheinlich ist es ihrem weiblichen Einfühlungsvermögen zu verdanken, dass man am Ende des Films glaubt, Joe zu kennen und weiß, wie er tickt. Auch wenn man dann immer noch nicht viel mehr über seine Kindheit und seinen Werdegang weiß als am Anfang des Films. 

Besonders positiv aufgefallen ist mir auch die Filmmusik. Einmal mehr ist es Radioheads´Jonny Greenwoods Werk. 

„You Were Never Really Here“ ist ein exzellenter Film, der am Ende des Jahres tatsächlich in meiner Top Ten landen könnte. Bei mir liegt es jetzt über einen Monat zurück, dass ich den Film gesehen habe. Ich hatte mir für die Bewertung ein „A-„ notiert, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, warum ich ihm nicht die volle Punktzahl gegeben habe. 

„You Were Never Really Here“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Es war der letzte Film, der dort in jenem Jahr im Wettbewerb gezeigt wurde. Kurz darauf wurde Lynne Ramsey bereits für das beste Drehbuch ausgezeichnet und außerdem hat Joaquin Phoenix des Preis als bester Hauptdarsteller in Cannes gewonnen. In den U.S.A. ist der Film am 6.4.18 in drei Kinos in New York und Los Angeles gestartet, ab dem 20.04.18 ist er dann landesweit zu sehen. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „A Beautiful Day“ am 26.04.18 in die Kinos kommen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen: 

 

TV – Serie: „Waco“

Ich habe mir alle Folgen dieses Mehrteilers angeschaut:

 

„Waco“ 6 x approx. 50 min drama, thriller, biopic, adaptation
dir. John Erick Dowdle, Drew Dowdle cast: Michael Shannon, Taylor Kitsch, Andrea Riseborough, Paul Sparks, Rory Culkin, Shea Whigham, John Leguizamo, Camryn Manheim, Glenn Fleshler

 

28.02.1993. Waco, Texas. Nach einer missglückten Razzia der amerikanischen Bundesbehörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) wird das Anwesen der Davidianer-Sekte nun von dem FBI belagert. In den folgenden 50 Tagen versucht der Unterhändler der amerikanischen Regierung, Gary Noesner (Michael Shannon), zwischen dem fanatischen Sektenführer, David Koresh (Taylor Kitsch), bzw. seiner rechten Hand, Steve (Paul Sparks) und den beiden ungeduldigen FBI-Einsatzleitern Tony Prince (Glenn Fleshler) und Mitch Decker (Shea Whigham) zu vermitteln. Den Sektenführer will er überzeugen, Frauen und Kinder freizulassen und sich zu ergeben. Derweil wird seitens des FBI zu drastischen Mitteln gegriffen, um die Religionsgemeinschaft mürbe zu machen. Es wird davon ausgegangen, dass die Sektenanhänger schwer bewaffnet sind. Am 51. Tag verliert das FBI die Geduld und stürmt die Mount Carmel Ranch der Sekte in Waco, Texas.…

 

B (Wertung von A bis F) „Waco“ basiert auf einer wahren Geschichte. Der Mehrteiler rekonstruiert, wie es zu der Tragödie kam, bei der am Ende 76 Sektenanhänger (darunter 25 Kinder) zu Tode kamen. Die Mini-Serie ist eine Adaption von David Thibodeaus und Leon Whitesons Buch „Waco: A Survivor´s Story“ und Gary Noesners Buch „Stalling for Time: My Life as an FBI Hostage Negotiator“. Serienschöpfer sind die amerikanischen Filmemacher und Brüder Drew und John Erick Dowdle („Quarantine“, Devil, „No Escape“).

Diese Mini-Serie zeigt die Vorgehensweise, Fehleinschätzungen und -entscheidungen der amerikanischen Regierungsbehörden (insbesondere des ATFs und des FBIs) in diesem Fall. Die Ereignisse erfuhren seinerzeit (weltweit) eine große, mediale Aufmerksamkeit. Das setzte das FBI noch mehr unter Druck. Die Erstürmung der Ranch wurde dann von mehreren amerikanischen Fernsehsendern live übertragen. Verschwörungstheoretiker zweifeln bis heute an der späteren Darstellung der US-Regierung. Der Öffentlichkeit wurde seinerzeit vermittelt, dass sich ein paar verrückte Gläubige schwer bewaffnet verschanzt hatten und am Ende Selbstmord begingen. Aber entspricht das den Tatsachen? Wie wurde das Feuer verursacht? Die Serienschöpfer haben scheinbar erhebliche Zweifel an der FBI-Version und – am Ende des Sechsteilers – ich auch.

Der katastrophale FBI-Einsatz in Waco sorgte für einen deutlichen Anstieg rechtsradikaler Aktionen von Regierungsgegnern. Aus Rache für Waco verübte Timothy McVeigh am zweiten Jahrestag der Erstürmung der Mount Carmel Ranch einen Anschlag in Oklahoma City. Dafür deponierte er einen Sprengsatz in einem Auto direkt an einem Gebäude der Bundesbehörde. Bei dem Attentat starben 168 Menschen und 800 wurde verletzt.

Die komplexe Geschichte dieser Mini-Serie wird von zwei Seiten beleuchtet. Auf der einen Seite sieht man die Sektenanhänger, auf der anderen Seite einzelne Vertreter der amerikanischen Regierungsbehörden. Die Geschichte beruht auf den Büchern eines der Überlebenden der ehemaligen Davidianer, David Thilbbodeu (gespielt von Rory Culkin), und des damaligen Hauptverhandlungsführers, Gary Noesner (gespielt von Michael Shannon).

Gary Noesner ist die Seele dieses Mehrteilers. Als Unterhändler der amerikanischen Regierung steht er zwischen den religiösen Fanatikern und der ungeduldigen Führung der Spezialeinheit des FBIs. Während die Einsatzleiter des amerikanischen Behörden auf Panzer setzen und zu drastischen Mitteln greifen, um die Sektenmitglieder mürbe zu machen, bleibt Gary Noesner besonnen, versucht den Sektenführer und seine Anhänger zu verstehen und setzt bis zum Schluss auf Gespräche.

Selbstverständlich ist Michael Shannon als Gary Noesner großartig. Eigentlich habe ich auch ansonsten wenig zu kritisieren. Einzig das Anwesen der Davidianer hat etwas Kulissenhaftes. Entsprechend unrealistisch sieht auch das Feuer am Ende aus.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

David Koresh  ist der charismatische Anführer der Davidianer-Sekte. Der religiöse Fanatiker glaubt, er wäre von Gott auserwählt, am Jüngsten Tag die Welt zu führen. Er hat eine sehr eigene Bibel-Interpretation. David hat ein gutes Einfühlungsvermögen und weiß, Menschen zu manipulieren. Während er von seinen männlichen Anhängern sexuelle Enthaltsamkeit forderte, schwängerte er einige der weiblichen, teils minderjährigen Sektenmitglieder. Außerdem ist er mit einigen dieser Mädchen/Frauen verheiratet. David Koresh wird von dem kanadischen Schauspieler Taylor Kitsch gespielt. Bekannt geworden ist er durch die amerikanische TV-Serie „Friday Night Lights“. Er hat aber auch bereits in einigen Kinofilmen mitgespielt“ („John Carter“, Savages, Lone Survivor, Only the Brave)

Gary Noesner arbeitet beim FBI und unterrichtet Verhandlungstaktiken bei Geiselnahmen, in dem „Waco-Fall“ war er der Unterhändler der amerikanischen Regierung. Er kann sich in die Belange der Sektenmitglieder reinversetzen, setzt auf Gespräche und versucht zwischen den hochrangigen FBI-Einsatzleitern und den religiösen Fanatikern zu vermitteln. Eines der beiden Bücher auf denen dieser Mehrteiler beruht, hat Gary Noesner geschrieben. Gespielt wird Gary Noesner von dem amerikanischen Schauspieler Michael Shannon. Sein Spielfilmdebüt gab er in Harold Ramis „Groundhog Day“. Seinerzeit ist er mir zugegebenermassen aber noch nicht aufgefallen. Ich musste tatsächlich nachschauen, wann ich meinen jetzigen Lieblingsschauspieler das erste Mal in einem meiner Blog-Artikel namentlich erwähnt habe. Es war in Sam Mendes Film Revolutionary Road. In The Runaways liess er bereits mein Herz schneller pochen und in der HBO-Serie Boardwalk Empire erklärte ich ihn dann zu meinem neuen Lieblingsschauspieler. Gut, dass es Blogs gibt, ist es doch eine gute Gedächtnisstütze. Eines weiß ich jedoch auch ohne, er ist einer der besten Schauspieler dieser Generation und tief in meinem Herzen verankert. Ich liebe seine Stimme, seine Sprache und daher habe ich mir vor einigen Monaten Sam Shepards „Spy of the First Person“ als Hörbuch runtergeladen. Wenn ich unterwegs bin und entspannen will, lausche ich Michael Shannons wundervollen Stimme. Der Amerikaner wird gerne als psychisch Auffälliger oder Bösewicht besetzt, in „Waco“ gibt er aber wieder mal den Guten, spielt den überlegten Verhandlungsführer, der bei Geiselnahmen nach einem gewaltfreien Weg sucht. Michael Shannon hat zwei Oscar-Nominierungen für „Revolutionary Road“ und Nocturnal Animals. Außerdem hat er eine Tony-Award-Nominierung für seine Performance in dem Theaterstück „Long Day´s Journey into Night“.

David „Thibs“ Thibodeau ist Schlagzeuger, hatte David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch) erst einige Monate  vor der Tragödie kennengelernt und lebte seither auf dem Anwesen der Davidianer-Sekte. Verliebt hat sich der junge Mann in eine der Anhängerinnen, Michelle (gespielt von Julia Garner). Eines der beiden Bücher, auf denen der Mehrteiler beruht, hat David Thilbodeau geschrieben. Thibs wird von dem amerikanischen Schauspieler Rory Culkin gespielt. Rory Culkin ist der Bruder der beiden Schauspieler Macauley und Kieran Culkin. Rory hat in einigen Indies („You Can Count on Me“, „Igby Goes Down“, Columbus) mitgespielt.

Michelle Jones ist die zweite Frau des Sektenführers David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch). Sie verliebt sich in David Thibodeau (gespielt von Rory Culkin). Michelle wird von der amerikanischen Schauspielerin Julia Garner gespielt. Mir war sie vor allen Dingen noch aus der Netflix-Serie Ozark präsent. Sie hat aber auch in einigen Kinofilmen (The Perks of Being a Wallflower, Grandma) mitgespielt.

Steve Schneider ist ist ein Anhänger der Davidianer-Sekte und engerer Vertrauter von Sektenführer David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch). Gespielt wird Steve von dem amerikanischen Schauspieler Paul Sparks. Er hat in bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „House of Cards“, The Night Of). Neben Michael Shannon hat er nicht nur in „Boardwalk Empire“ gespielt, sondern auch in Mud und Midnight Special. Ich habe ihn erst kürzlich in Thoroughbreds gesehen.

Mitch Decker gehört zum führenden FBI-Einsatzteam. Gespielt wird Mitch von dem amerikanischen Schauspieler Shea Whigman. Sein Name war mir auch nicht geläufig. Ich habe ihn aber schon in zig Filmen (The Lincoln Lawyer, Silver Linings Playbook, American Hustle, The Wolf of Wall Street) gesehen. Bei den Dreharbeiten zu „Waco“ gab es sowohl ein Wiedersehen mit Taylor Kitsch (neben dem er in Oliver Stones Savages spielte) als auch mit Michael Shannon (neben dem er in der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ und Take Shelter spielte).

Tony Prince ist der Leiter des FBI-Einsatzkommandos. Gespielt wird Tony Prince von dem amerikanischen Schauspieler Glenn Fleshler. Auch seinen Namen kannte ich nicht, habe ihn aber in unzähligen Filmen (All Good Things, The Immigrant, Suburbicon) und Serien („Damages“, „True Detective“, „The Night Of“) gesehen. Auch er hatte neben Michael Shannon in „Boardwalk Empire“ gespielt.

 

„Waco“ wurde erstmalig v. 24.01.18 – 28.02.18 auf dem amerikanischen Kabelsender Paramount Network ausgestrahlt. Bisher ist noch nicht bekannt, wann der Mehrteiler in Deutschland zu sehen ist.

Trailer zu sehen:

 

Ich liebe den Vorspann von „Waco“, leider konnte ich den nicht auf YouTube finden.

 

D.C. – Film: „Submission“

Ich war am 10.03.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Submission“ 106 min drama, adaptation
dir. Richard Levine cast: Stanley Tucci, Kyra Sedgwick, Addison Timlin, Janeane Garofalo

 

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist Literaturprofessor und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Uni. Seit einigen Jahren versucht er eine Schreibblockade bekämpfen und seinen zweiten Roman fertigzustellen. Eine seiner  Studentinnen, Angela (Addison Timlin), schreibt derzeit an ihrem ersten Roman und bittet ihn, das erste Kapitel zu lesen. Ted ist angetan von ihrer Schreibe und irgendwie auch von seiner Studentin…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Submission“ ist eine Adaption von Francine Proses Roman „Blue Angel“. Nach „Every Day“ ist dies erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Richard Levine.

„Submission“ ist ein sehenswerter Indie, der in der sensiblen #MeToo-Ära, in der wir uns befinden, vielleicht nicht ganz so gut aufgehoben ist. Die Geschichte ist sicherlich nicht neu, ich mochte aber die Dialoge und auch die Umsetzung. Die fiktionale Handlung hätte sich genau so im wahren Leben zugetragen haben können. Die Charaktere sind glaubwürdig, was nicht zuletzt an den Schauspielern liegt. Stanley Tucci ist ein Chamäleon (was er nicht schon alles für reale Persönlichkeiten und Kunstfiguren im Film und Fernsehen portraitiert hat). In einem meiner Lieblingsfilme, Some Velvet Morning konnte er bereits unter Beweis stellen, dass er sogar sexy sein kann und das zeigt er in diesem Film erneut.

„Submission“ ist einer der wenigen Filme, die ich nicht von langer Hand geplant hatte, mir anzuschauen. Genauer gesagt, hatte ich ein paar Stunden bevor ich ins Kino gegangen bin, noch überhaupt nichts von dem Film gehört. Drei Blocks von unserem Crewhotel entfernt gibt es ein kleines Programmkino (West End Cinema), dem ich schon ewig einen Besuch abstatten wollte. Jetzt bin ich froh, dass ich ein neues Kino kennenlernte und damit diesen kleinen Film nicht verpasst habe.

Der Roman „Blue Angel“, dem dieser Film zugrunde lag, stammt aus dem Jahr 2000. Die Handlung ist jedoch von Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“ abgeleitet, welche im Jahr 1930 von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich unter dem Titel „Der blaue Engel“ verfilmt wurde. Ausschnitte dieses Film sieht man auch in „Submission“

„Submission“ wurde erstmalig auf dem LA Film Festival in 2017 gezeigt. Der Film ist am 2.3.18 in einigen wenigen Kinos in den U.S.A. gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lean on Pete„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Charlie Plummer und Steve Buscemi
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Death of Stalin „
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Satire mit Steve Buscemi, Rupert Friend und Jeffrey Tambor
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Beauty and the Dogs„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-tunesisches Drama. Ich weiß nicht, ob ich das ertrage.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

D.C. – Film: „Thoroughbreds“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Thoroughbreds“ (dt. Filmtitel: „Vollblüter“, dt. Kinostart: 09.08.18) 90 min drama, thriller
dir. Cory Finley cast: Anya Taylor-Joy, Olivia Cooke, Anton Yelchin, Paul Sparks, Francie Swift

 

Die Schülerinnen Lily (Anya Taylor-Joy) und Amanda (Olivia Cooke) waren mal sehr gut miteinander befreundet. Nachdem sie einige Jahre getrennte Wege gegangen sind, verbringen sie jetzt wieder Zeit miteinander. Lily lebt, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrer Mutter (Francie Swift) und ihrem sehr wohlhabenden Stiefvaters (Paul Sparks) auf einem herrschaftlichen Anwesen zusammen. Ihr Stiefvater macht ihr aber das Leben zur Hölle. Irgendwann kommen die Freundinnen auf die Idee, Lilys Stiefvater zu töten…

 

C- (Wertung von A bis F) „Thoroughbreds“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Dramatikers Cory Finley. Für diesen Film hat er eines seiner eigenen Theaterstücke adaptiert.

Der Trailer deutete auf einen coolen Film hin, die amerikanischen Kritiker zeigten sich voller Lobes, eigentlich hätte ich den Film mögen müssen…

Diese soziopathischen Teenager-Mädchen sind jedoch unangenehm, uninteressant, nervig und sehen noch dazu, höflich ausgedrückt, einfach seltsam aus, so dass ich bereits nach zwanzig Minuten keine Lust mehr hatte, mit ihnen meine Zeit zu verbringen. Entsprechend langgezogen fühlten sich die doch eigentlich auf dem Papier recht kurzen 90 Minuten an. Anton Yelchin ist hier ein Lichtblick. Jede seiner Szenen ist großartig und schmerzhaft zugleich, weil mir hier nochmal bewusst wurde, wie sehr ich dieses viel zu früh verstorbene Talent in Zukunft vermissen werde.

Ob dieser Film eine positive Resonanz erfährt, hängt vermutlich davon ab, ob man einigermassen etwas mit den Protagonistinnen anfangen kann. Ich konnte das nicht, und entsprechend ist meine Erinnerung an diesen Film, jetzt drei Wochen später, schon verblasst.

Der Film ist Anton Yelchin gewidmet. Dies ist der letzte Film des 19.06.16 im Alter von 27 Jahren verstorbenen Schauspielers Anton Yelchin.

„Thoroughbreds“ wurde erstmalig (seinerzeit noch unter dem Filmtitel „Thorougbred“) auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt, Über ein Jahr später, am 9.3.18, ist der Film in 549 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch nicht bekannt, wann der Film in Deutschland starten soll. Update: „Thoroughbreds“ startet unter dem Filmtitel „Vollblüter“ am 09.08.18 in Deutschland.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Truth or Dare„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hereditary„
Bewertung des Trailers: A+
Kommentar: Es gibt kaum einen Thriller/Horrorfilm, auf den ich mehr warte. Mit Toni Collette, Gabriel Byrne und Ann Dowd
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Flower„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Zoey Deutch
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

D. C. – Film: „The Strangers: Prey at Night“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Strangers: Prey at Night“ 85 min horror, sequel
dir. Johannes Roberts cast: Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Lewis Pullman, Emma Bellomy

 

Kinsey (Bailee Madison) kommt aufs Internat. Ihre Eltern (Christina Hendricks, Martin Henderson) und ihr älterer Bruder Luke (Lewis Pullman) fahren sie zu der Schule. Auf dem Weg dorthin übernachten sie noch mal gemeinsam in der abgelegenen, ansonsten leerstehenden Wohn-Park-Siedlung ihres Onkels Marvin. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird die Familie von ein paar Maskierten tyrannisiert…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „The Strangers: Prey at Night“ ist keine direkte Fortsetzung zu dem Horrorfilm The Strangers aus dem Jahr 2008, die Geschichte spielt aber in dieser Welt. Es ist der neue Film des britischen Filmemachers Johannes Roberts (47 Meters Down). Der Film beginnt mit dem Hinweis based on true events.

Um es vorwegzunehmen, auch in diesen Film bin ich mit etwas falschen Erwartungen gegangen. Vordergründig habe ich den Film gewählt, weil ich dachte, dass ich den Hai-Film des Regisseurs mochte. Mitten im Film ist mir dann aber eingefallen, dass ich das verwechselte, The Shallows war der Film, der mir gefiel, Johannes Roberts „47 Meters Down“ fand ich öde. Toll. Aber ich hatte auch noch einen weiteren Grund, diesen Film auszusuchen: Der für mich sehr fesselnde Original-Horror-Film „The Strangers“. Mein Lieblings-Sub-Genre bei Horrorfilmen sind sogenannte Home-Invasion-Filme. Ich finde schlichtweg nichts gruseliger, als wenn man sich in seinen eigenen vier Wände nicht mehr sicher fühlen kann. Einer, der bis heute besten Home-Invasioner ist für mich Michael Hanekes Funny Games (allerdings in der österreichischen Originalfassung). Dieser Film ist so unfassbar fies, weil eine ganz normale Familie in ihrem Zuhause von zwei, scheinbar wohlerzogenen, höflichen jungen Burschen terrorisiert wird. Klugerweise blendet Haneke bei seinem Werk die brutalen Szenen weg, die eigentliche Gewalt spielt sich im Kopf des Zuschauers ab und bleibt vielleicht deshalb so lange hängen. Auch bleibt bei „Funny Games“ das Warum im Raum.

Zurück zu „The Strangers: Prey at Night“ – Das Motiv der Täter bleibt auch hier ungewiss (das Terror-Trio aus dem Original-Film bestehend aus Dollface, Pin-Up Girl und Sackhead) ist offensichtlich zurück. Hier wird aber längst nicht so clever mit den Ängsten der Zuschauer gespielt wie bei seinem gelungenen Vorgänger. Der Film beginnt als Home-Invasioner, verlässt aber schon bald das Sub-Genre und ist dann wohl eher dem 1980er-Jahre-Slasher-Genre zuzuordnen. Auch wenn der Film in der heutigen Zeit spielt, fühlt man sich mit den 1980er-Jahre-Popsongs in diese Zeit versetzt. Der zweite „The Strangers“-Film ist sehr atmosphärisch inszeniert, aber halt auch unglaublich blutig und brutal. Es ist auch einer dieser Horrorfilme, bei dem man als Zuschauer den Protagonisten permanent Anweisungen geben will (weil sie sich halt so dämlich verhalten).

Luke (der Sohn der Familie), wird übrigens von Lewis Pullman, dem Sohn des Schauspielers Bill Pullman gespielt. Bei ihm war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich ihn irgendwie gut oder richtig schlecht finde. Ähnlich erging es mir mit der gesamten Sequenz am Gemeinschaftspool.

Anmerkung: Die letzten zehn Minuten könnten die Horror-Profis vielleicht als Hommage an Horrorklassikern verstehen, für mich war es einfach erschütternd schlechter Bilderbrei. Nachdem ich meine schlechte Laune überwunden hatte, und noch mal darüber nachdenken konnte, habe ich mich entschlossen, diese Schlusssequenz nicht in meine Bewertung einfliessen zu lassen. Ein „D“ hätte nicht meinen Gesamteindruck von dem Film wiedergegeben. Ich würde jederzeit „The Stranger“ vorziehen, aber „The Stranger: Prey at Night“ ist auch über weite Strecken unterhaltsam, wenn man denn diese Art von Horrorfilmen mag.

„The Strangers: Prey at Night“ wurde am 9.3.18 in 2.464 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unsane„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Thriller/Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „Deadpool 2„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Fortsetzung des Marvel-Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Breaking In„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Gabrielle Union
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Traffik„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Bad Samaritan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit David Tennant (aus Broadchurch)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Berlin – Film: „Winchester“

Ich war am 31.01.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Winchester“ (dt. Filmtitel: Winchester: Das Haus der Verdammten, dt. Kinostart: 15.03.18) 109 min drama, horror, biopic
dir. Peter Spierig, Michael Spierig cast: Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Finn Scicluna-O´Prey

 

Im Jahr 1906 in San Jose, Kalifornien. Dr. Eric Price (Jason Clarke) wird beauftragt, den Geisteszustand der Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester, Sarah Winchester (Helen Mirren), zu begutachten. Dafür besucht er die Millionenerbin in ihrer eindrucksvollen Villa. Dort wird Tag und Nacht gebaut. Schon bald stellt Dr. Price seltsame Vorkommnisse fest…

 

C (Wertung von A bis F) „Winchester“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Es ist der neue Film der deutsch-australischen Filmemacher The Spierig Brothers („Undead“, Daybreakers, „Jigsaw“).

Manchmal ist einem vor der Sichtung eines Films nicht klar, worauf man sich einlässt. Ich wollte einen Horrorfilm gucken. In der ansonsten recht spannungslosen Geschichte gab es auch ein paar gut platzierte Schocker, aber letztlich wirkte der Film auf mich eher wie eine nicht wirklich gruselige Bühnenaufführung zum Thema Schuld. Nicht schlecht, aber halt nicht, was ich erwartete. Alles schreit hier nach Theater, das Productiondesign gleicht einer Theaterkulisse, die Kostüme, Perücken, selbst das Schauspiel erinnerte mich eher an die Performances am Broadway.

Wenn „Winchester“ eines geschafft hat, dann, mich auf Sarah Winchester aufmerksam zu machen. Sie muss eine  faszinierende Persönlichkeit gewesen sein. Als Erbin des millionenschweren Waffen-Imperiums fühlte sich Sarah Winchester schuldig am Tod all derer, die durch eine Winchester-Schusswaffe ums Leben kamen. Sie hatte Angst von den Geistern der Getöteten heimgesucht zu werden und hat Tag und Nacht am Winchester Anwesen bauen lassen, ohne ersichtlichen Bauplan selbstverständlich. Das Winchester Haus ist ein Labyrinth verwirrender Gänge mit Treppen, die ins Nichts führen, Türen, hinter denen Wände liegen und vielen weiteren Kuriositäten. Am Ende hätte ich, ehrlich gesagt, lieber ein richtiges Biopic über Sarah Winchester gesehen.

Das Winchester Mystery House (www.winchestermysteryhouse.com) existiert tatsächlich noch und ist Nahe von San Jose, Kalifornien eine beliebte Touristenattraktion. Es ist eines der berühmtesten Spukhäuser in den U.S.A.

„Winchester“ ist am 2.2.18 landesweit in 2.480 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet morgen (15.03.18) in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Game Night“

Ich war am 01.03.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Game Night“ (dt. Kinostart war der 1.3.18) 100 min  comedy, action 
dir. John Francis Daley, Jonathan Goldstein cast: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler, Billy Magnussen, Sharon Horgan, Jesse Plemons, Michael C. Hall, Lamorne Morris, Kylie Bunburry, John Francis Daley, Jonathan Goldstein

 

Max (Jason Bateman), seine Frau Annie (Rachel McAdams) und ihre Freunde Ryan (Billy Magnussen), Kevin (Lamorne Morris) und seine Frau Michelle (Kylie Bunbury) treffen sich regelmäßig zum Spieleabend. Alle Mitspieler verbindet ihr Ehrgeiz, unbedingt gewinnen zu wollen. Als der ältere Bruder von Max, Brooks (Kyle Chandler), in der Stadt ist, lädt er die Gruppe ein, mal ein etwas realeres Gesellschaftsspiel zu spielen. Leider ist das Spiel realer als jeder dachte oder ist es gar kein Spiel?

 

B (Wertung von A bis F) „Game Night“ ist ein Film der amerikanischen Filmemacher John Francis Daley und Jonathan Goldstein. Beide haben bereits an einigen Projekten (Horrible Bosses, „Vacation“, Spider-Man: Homecoming) als Autoren, und/oder Schauspieler und Regisseure zusammengearbeitet. In diesem Film sind beide auch in einer Nebenrolle zu sehen.

„Game Night“ ist einer dieser Actionkomödien, bei der es wirklich viel zu lachen gibt. Zwei Szenen (die „Operations“-Szene und eine mit dem Hund von Jesse Plemons Charakter) blieben mir dabei noch ganz besonders in Erinnerung. Überhaupt ist Jesse Plemons hier ein Highlight. Lange habe ich den amerikanischen Schauspieler nicht sonderlich beachtet, mit dieser Performance hat er aber mein Interesse geweckt. Die anderen Schauspieler tragen aber auch zum Erfolg dieser gut gemachten Komödie bei. Mir gefielen aber auch besonders die vielen Referenzen zu Filmen und Filmstars, das großartige Miniatur-Production-Design und der sehr coole Abspann.

„Game Night“ ist am 23.03.18 in 3488 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.03.18 ist der Film in Deutschland im Kino zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Book Club„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Love, Simon„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Josh Duhamel und Jennifer Garner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of the Party„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Black Panther“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Black Panther“ (dt. Kinostart war der 15.02.18) 134 min fantasy, action, adventure
dir. Ryan Coogler cast: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong´o, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis

 

Das afrikanische Königreich Wakanda ist die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Zu verdanken haben die Einwohner das, einem besonderen, nur in ihrem Land vorkommenden, Metall, Vibranium. Um ihren Wohlstand zu erhalten, leben sie in einer selbstgewählten Isolation. Als der König von Wakanda einem Anschlag zum Opfer fiel, soll sein Sohn T´Challa (Chadwick Boseman) das Land regieren. Der König dieses Landes erhält immer auch die speziellen Black-Panther-Kräfte. Aber auch andere erheben Ansprüche auf den Thron…

 

B (Wertung von A bis F) „Black Panther“ ist der neue Film des afroamerikanischen Autors und Filmemachers Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed). Dies ist der 19. Film der Marvel Studios für das Marvel Cinematic Universe. Es ist der erste Superhelden-Film mit einer beinahe ausschließlich schwarzen Besetzung.

Die besten Marvel-Filme sind für mich die, die kaum als solche zu erkennen sind. Die Filme, die selbsterklärend funktionieren, ohne das man das ganze MCU-Gedöns wissen muss. In die Welt des „Black Panther“ konnte ich sehr schnell eintauchen. Wakanda ist natürlich ein fiktives Land – aber wäre es nicht großartig, wenn es in Afrika auch nur ein Land wie Wakanda gäbe? Mit Ryan Coogler wurde der richtige Regisseur gefunden, er weiß, die Kultur und Mentalität Afrikas authentisch zu zeigen. Die traditionellen Gewänder, Accessoires, Frisuren, das Make-Up, das gesamte Produktionsdesign, die Musik, die Farben, die sich durch den gesamten Film ziehen, den Stolz und die Lebensfreude, selbst die afro-englische Sprache – alles entspricht der Identität, gerade Zentralafrika.

Das gefiel mir schon alles sehr gut, auch mochte ich viele der Charaktere. Es gibt auch auffällig viele starke Frauenrollen. Am wenigsten spannend fand ich wahrscheinlich die Haupt- und Titelfigur selbst. Ich war auch bis zum Schluss nicht sicher, ob Chadwick Boseman (er hat den Musiker James Brown in Get On Up gespielt) die richtige Wahl hierfür war. Michael B. Jordan hingegen hat sich die Rolle des interessanten Bösewichtes redlich verdient. Es war ungewohnt, Andy Serkis hier mal nicht – wie üblich –  in einer Motion-Capture-Performance zu sehen. Leider hat er Caesar (in den neuen Planet der Affen-Filmen) so glaubhaft portraitiert, dass ich auch hier immer Caesar vor mir hatte. Mit Daniel Kaluuya hatte ich ein ähnliches Problem. Als ich diesen Artikel fertig stellte, lief auf HBO gerade Get Out, für mich bereits die fünfte Sichtung dieses großartigen Films, wahrscheinlich werde diesen Schauspieler wohl ein Leben lang mit „Get Out“ verbinden.

Unbedingt erwähnen möchte, wie sehr ich davon angetan war, dass die schwarzen, tollen Gesichter perfekt ausgeleuchtet wurden. Wenn man sich schon einige Filme oder Serien, in denen Schwarze mitspielen, angeschaut hat, weiß man, dass dies nicht selbstverständlich ist. Meist kann man die Gesichtszüge und die Mimik kaum erkennen. Die Kameraführung in „Black Panther“ übernahm übrigens, die erste und einzige Frau, die jemals in der Kategorie Beste Kamera für einen Oscar (dieses Jahr für „Mudbound“) nominiert wurde: Rachel Morrison.

Mit „Black Panther“ haben wir übrigens den ersten Kandidaten, der bei den nächsten Oscars im Jahr 2019 sicherlich eine Rolle spielen wird.

„Black Panther“ ist am 16.02.18 in 4.020 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat es jetzt bereits schon geschafft, in die Top Ten der erfolgreichsten Filme in den U.S.A. aufgenommen zu werden. Ich habe den Film in „Dolby Cinema“ gesehen (hat sicherlich wieder mehr gekostet, dafür gab es eine riesige Leinwand und ein hervorragendes Soundsystem). In Deutschland ist der Film am 15.02.18 gestartet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film, bei dem mich fast die komplette Besetzung abschreckt, dafür interessiert mich was die Regisseurin (Ava Du Vernay) hier inszeniert hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Ant-Man and the Wasp„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Das ist ein Marvel-Film, den ich jetzt schon liebe – weil ich ihn mir nicht anzugucken brauche.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Solo: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich mag Alden Ehrenreich und dachte, er wäre gut besetzt als Han Solo. Sehe ich nach diesem Trailer nicht mehr so.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% RT

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Wer mitgezählt hat, das waren 9 Trailer, die ich mir vor dem Film angucken musste. Neuer Rekord. Würde man in den U.S.A. noch vor dem Film andere Werbung zu sehen bekommen, wäre ich an dem Tag wohl nicht mehr aus dem Kino gekommen.

 

San Francisco – Film: „Annihilation“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Annihilation“ (dt. Filmtitel: „Auslöschung“, in Deutschland ab dem 12.03.18 auf Netflix abrufbar) 115 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Alex Garland cast: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Tuva Novotny, Benedict Wong

 

Lena (Natalie Portman) sitzt in Quarantäne in einem geheimen Labor und wird von einem Wissenschaftler (Benedict Wong) befragt. Er hat viele Fragen an die Biologie-Professorin. Sie scheint die einzig Überlebende, die aus dem geheimen Gebiet, das Shimmer genannt wird, zurückgekehrt ist. Was ist mit ihren Teamkolleginnen Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Anya (Gina Rodriguez, Josie (Tessa Thompson) und Cass (Tuva Novotny) passiert? Alle sind gemeinsam vor einiger Zeit zu dieser Expedition aufgebrochen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Annihilation“ ist eine Adaption von Jeff VanderMeers gleichnamigen Roman. Der Film hält sich dabei aber nur vage an die Vorlage. Es ist der neue Film des englischen Schriftstellers („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs Alex Garland (Ex Machina).

„Annihilation“ ist kein Genre-Film für die breite Masse. Ich würde ihn als smarten Arthouse-Sci-Fi-Horrorfilm beschreiben. Eine Art Alien-Film mit philosophischem Ansatz. Die, vielleicht dringenden Fragen, des einen oder anderen Zuschauers werden dabei nicht beantwortet. Der Film wird in drei Kapiteln (Area X, The Shimmer und The Lighthouse) erzählt und am Ende bietet er Raum für Interpretationen, vergleichbar mit Filmen wie Under the Skin, Arrival, mother! und The One I Love. Meine Interpretation zu der Handlung weiter unten mit einem Spoiler-Hinweis versehen.

Ich bin froh, dass ich mir den Film bei der ersten Sichtung im Kino anschauen konnte. „Annihilation“ wirkt unbedingt auf der großen Leinwand. Dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, hat damit zutun, dass er bei Testscreenings komplett durchgefallen ist. Einer der Geldgeber wollte daraufhin Änderungen vornehmen lassen, den Film „einfacher“ und zugänglicher für ein Mainstream-Publikum gestalten lassen. Das stiess jedoch auf erheblichen Widerstand des Regisseurs und, in dem Fall noch wichtiger, des Produzenten Scott Rudin (der den final cut hatte). Letztlich wurde der Film so belassen wie er war, aber als Kompromiss, nur in Nordamerika und China ins Kino gebracht und die Rechte für andere Länder direkt an Netflix verkauft. Netflix ist bekanntlich egal, ob ihr Film zunächst besser im Kino aufgehoben wäre oder gleich in ihrem großen Filmarchiv verrottet. Ich werde mir den Film die Tage noch ein zweites Mal im Kino anschauen, meine Gedanken nach der ersten Sichtung:

Spoiler Anfang

Die Handlung bezieht sich, meines Erachtens, auf Veränderungen psychischer oder physischer Natur. Selbstzerstörung ist ein zentrales Thema. Nach dem Tod eines Kindes, einem groben Fehler, den man in seiner Ehe begangen hat, nachdem eine Sucht überwunden ist, nach einem Trauma oder einer Chemotherapie wird man nie wieder die Person sein, die man vorher war, etwas ist zerstört, seelisch oder körperlich. Lebensphasen verändern die Persönlichkeit. Man verändert sich auch schon leicht, wenn man anderen, neuen Menschen begegnet und sie in sein Leben lässt. Sind Lena und Kane am Ende also andere Persönlichkeiten, sind sie Mutationen ihrer selbst, Doppelgänger oder ist Lena am Ende Lena geblieben und Kane eine Kopie seiner selbst? Mit dem Ende bin ich mir nicht sicher. Auch werde ich bei der zweiten Sichtung mal überlegen, was es mit dem Tattoo auf sich hat, dass Lena später, aber auch einige ihrer Teamkolleginnen getragen haben.

Spoiler Ende

„Annihilation“ ist am 23.02.18 in 2.012 amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film in XD gesehen, nicht weil ich das unbedingt wollte, er lief einfach zu einer Zeit, die mir am besten passte. XD bietet eine extragroße Leinwand und ein sehr gutes Soundsystem, angeblich mit IMAX zu vergleichen. Dazu sitzt man in den bald unumgänglichen verstellbaren Ruhe/Kinosessel. Das kostete natürlich 3 Dollar extra. Der Film startet nur in Nordamerika und China im Kino. in Deutschland steht der Film unter dem Filmtitel „Auslöschung“ zunächst exklusiv den Netflix-Abonnenten zur Verfügung. Dort ist er ab dem 12.03.18  dort abrufbar.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
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Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich musste aufpassen, nicht schon bei dem Trailer einzuschlafen
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amerikanischer Aufsteller von „Annihilation“

 

Extreme Digital Cinema – womit man alles Geld machen kann… (diese Vorstellung hat 3 Dollar mehr kostet)

 

Oscar-Gewinner 2018

Auch die diesjährige Oscarverleihung habe ich wieder in Deutschland geschaut. Wie bereits im Jahr zuvor hat Pro7 für die Red-Carpet-Show Steven Gätjen auf den roten Teppich gestellt. Das bedeutete für mich, dass ich entsprechende Show nur lautlos schauen konnte, weil… nun, das erklärt sich von selbst. Leider habe ich zu früh wieder den Ton angeschaltet und musste dann hören, wie Herr Gätjen Whoopi Goldberg fragt, warum sie heute hier ist??????? Oh Mann, kann der sich nicht einfach besser vorbereiten? Das ist wirklich kaum auszuhalten. Warum wurde eigentlich so spät und nur so kurz zu der Pre-Show zu dem „Oscar-Sender“ ABC geschaltet? Die Übertragungsrechte der ABC-Red-Carpet-Show können doch nicht so teuer sein, man könnte auch das Geld für Gätjen und Konsorten sparen.

Zur eigentlichen Show:
Der Gastgeber Jimmy Kimmel hat dieses Jahr in meinen Augen einen okayen Job gemacht, sein Opening im letzten Jahr war deutlich origineller. Gefallen hat mir, dass er die ungleiche Bezahlung für den Reshoot in „All the Money in the World“ zur Sprache brachte. Mark Wahlberg hat für die neun Tage Nachdreh 1,5 Millionen Dollar kassiert und sein weiblicher Co-Star Michelle Williams ganze 80 Dollar pro Drehtag. Unfassbar – und noch mehr, weil beide Schauspieler von derselben Agentur vertreten werden.

Für seine 3.400 Gäste im Dolby Theatre hatte sich Jimmy Kimmel dieses Jahr etwas überlegt. Unter jeden einzelnen Sitz hat er eine kleine Snack-Box mit folgender persönlichen Notiz „It wouldn´t be right to make you sit through this without snacks. Please don´t throw them at me“ legen lassen. Der Oscar-Gastgeber wollte dieses Jahr aber auch dem normalen Kinopublikum danken, schließlich unterstützen sie die Filmindustrie mit dem Geld, was sie für ihre Kinokarten ausgeben. Während der Oscar-Verleihung hat sich Jimmy Kimmel ein paar Stars (Gal Gadot, Armie Hammer, Margot Robbie, Lupita Nyong´o, Mark Hamill, den späteren Oscar-Gewinner Guillermo del Toro, u.a.) geschnappt und ist mit ihnen über die Straße ins TCL Chinese Theatre in die Kinovorstellung von Ava Du Vernays „A Wrinkle in Time“ geplatzt. An die anwesenden Zuschauern haben sie dann großzügig Süßigkeiten, Hot Dogs und Sandwiches verteilt. Die Zuschauer sind natürlich ausgeflippt vor Freude.

Der erste Oscar ging, wie erwartet und gewünscht, an Sam Rockwell. Bravo. Witzige Rede und herzzerreissend , dass er zum Schluss seiner Rede den Oscar, seinem, leider viel zu früh verstorbenen Kumpel (und einem meiner absoluten Lieblingsspieler) Philip Seymour Hoffman gewidmet hat.

Üblicherweise übergibt der Vorjahres-Gewinner bei den Schauspielern (in seiner Kategorie Hauptrolle bzw. Nebenrolle) den Oscar an die Gewinnerin in der entsprechenden Kategorie im aktuellen Jahr. Das war dieses Jahr in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nicht möglich, da Casey Affleck abgesagt hatte. Ihm werden schon seit länger Zeit sexuelle Übergriffe nachgesagt und mit der ganzen #MeToo-Kampagne hat er sicherheitshalber seine Teilnahme abgesagt. Ansonsten hätte ihn AMPAS sehr wahrscheinlich auch ausgeladen. Dass Casey Affleck nicht erscheint, war schon länger bekannt, also mussten andere Laudatoren gefunden werden. Dieses Jahr wurden beide  Hauptdarsteller-Preise von anderen Oscar-Gewinnern überreicht. Die wunderschönen älteren Damen Jane Fonda und Helen Mirren waren die Präsentatoren für Gary Oldman und Jodie Foster und Jennifer Lawrence haben den Oscar Frances McDormand überreicht. Wunderbare Idee und keiner hat Casey Affleck vermisst.

In den Schauspielkategorien gab es letztlich überhaupt keine Überraschung. Alle vier Schauspieler (Sam Rockwell, Allison Janney, Gary Oldman und Frances McDormand) hatten über die gesamte Oscar-Saison alles an Preisen innerhalb der Filmindustrie gewonnen, was es zu gewinnen gab. Es war nur logisch, dass sie dann auch noch den Oscar erhalten, auch wenn ich bis zum Schluss gehofft habe, dass Laurie Metcalf für die bessere Leistung in „Lady Bird“ ausgezeichnet wird. Frances McDormand hat dann die beste Dankesrede des Abends gehalten. Sie war sichtlich froh, dass die Oscar-Saison nun endlich vorüber ist. Die Arme hatte einen Tag zuvor, als sie den Independent Spirit Award gewonnen hat, in ihre Danksagung noch angemerkt, wie schwer es ihr gefallen ist, über die letzten Monate nicht zu fluchen. Solche Veranstaltungen sind auch so gar nicht ihre Sache. In ihrer Rede am Oscar-Sonntag bat sie zunächst alle Künstlerinnen im Saal aufzustehen, um dann die Männer darauf aufmerksam zu machen, dass all diese Frauen Ideen hätten und sie doch bitte dabei behilflich sind, sie umzusetzen. Ein guter, runder Abschluss für die in der Oscar-Saison dominierenden „Me too“- und „Time´s Up“-Bewegungen.

Ein paar Stunden zuvor dachte ich noch, dass #MeToo bei diesen Oscars wohl keine allzu große Rolle spielt. In der Kategorie Bester animierter Kurzfilm wurde nämlich der ehemalige Profi-Basketballer Kobe Bryant ausgezeichnet. Gegen ihn liegen seit Jahren Vergewaltigungsvorwürfe vor. Ich war ziemlich überrascht, dass „Dear Basketball“ gewonnen hat.

Was war ansonsten bemerkenswert? Als der Oscar für die besten visuellen Effekte überraschend an „Blade Runner 2049“ ging, war mir klar, dass es dann auch das Jahr ist, in dem Kameramann Roger Deakins endlich seinen ersten Oscar erhält. Dazu muss man wissen, dass auf den Wahlzetteln der Academy-Mitglieder (mit Ausnahme der Schauspielkategorien) nur die Filme gelistet sind, nicht der Name des Toningenieurs, Kameramannes, ja selbst des Regisseurs. Das war die 14. Oscar-Nominierung für Roger Deakins und ich war sowieso recht zuversichtlich, dass er dieses Jahr gewinnt, da eigens für ihn eine Oscar-Kampagne gestartet wurde. Die Aufgabe der Kampagne war es, dass die Academy-Mitglieder wissen, dass Roger Deakins der DP für „Blade Runner 2049“ war.

Ansonsten war diese Oscar-Verleihung lang, sehr lang…vielleicht stecken mir aber auch noch die neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen, ich war jedenfalls todmüde und konnte mich kaum wachhalten. Als es um den Oscar für das Beste Originaldrehbuch ging, bin ich aber dann doch auf einmal putzmunter gewesen. Nicht nur, weil die Laudatorin Nicole Kidman so ein irritierendes Schleifen-Kleid trug, nein, weil das der Wendepunkt hätte sein können. Wäre „Three Billboards“ oder „The Shape of Water“ ausgezeichnet worden, hätte der entsprechende Film ziemlich sicher auch Bester Film gewonnen. Nun hatte verdientermassen „Get Out“ gewonnen und es bestand weiter die Hoffnung, dass „Get Out“ auch die Königskategorie für sich beansprucht.

Wie  ich bereits gestern vermutet habe, haben Faye Dunaway und Warren Beatty im Jahr Eins nach der größten Oscar-Panne aller Zeiten erneut den Top-Preis präsentiert. Das war eine gute Entscheidung. Hier hat mich aber völlig aus der Bahn geworfen, in welcher Reihenfolge die Filme vorgestellt wurden, normalerweise werden die Filme alphabetisch angekündigt. Dieses Jahr war „Phantom Thread“ der erste Film und „The Shape of Water“, der Gewinner-Film, der letzte.

Wenn man sich ein bisschen mit den Oscars auskennt, weiß man, dass es dieses Jahr sehr schwer war, den Oscar-Gewinner-Film vorherzusagen. Die meisten professionellen Oscar-Experten sind dieses Jahr von „Three Billboards“ ausgegangen, hatte er doch von allen Filmen die wichtigsten Filmpreise abgesahnt. „Three Billboards“ hat polarisiert (das hat „The Shape of Water“ aber auch), was „3BB“ aber das Genick gebrochen hat, waren wahrscheinlich die regelrechten Hass-Kampagnen, denen sich der Film ausgesetzt sah. Deshalb habe ich mich am Ende für meine Wette auch gegen „Three Billboards“ und für „Get Out“ entschieden. Nun ist es aber „The Shape of Water“ geworden, wenigstens ein Film, der der ganzen Frauenbewegung auch gerecht wird.

Meine Wette habe ich übrigens haushoch verloren. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals so schlecht abgeschnitten habe. Einzig 15 von 24 Kategorien habe ich richtig geraten. Mein Wettkumpel hat 19 von 24 korrekt. Das muss ich auch erst mal verkraften. Aber: Glückwunsch an dieser Stelle nochmal.

Alle Oscar-Gewinner 2018:

Best Picture: The Shape of Water
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards)
Best Supporting Actress: Allison Janney (I, Tonya)
Original Screenplay: Get Out
Best Adapted Screenplay: Call Me by Your Name
Best Animated Feature: Coco
Best Production Design: The Shape of Water
Best Cinematography: ROGER DEAKINS (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Phantom Thread
Best Editing: Dunkirk
Best Makeup and Hairstyling: Darkest Hour
Best Sound Mixing: Dunkirk
Best Sound Editing: Dunkirk
Best Visual Effects: Blade Runner 2049
Best Original Score: The Shape of Water
Best Song: Remember Me (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: Icarus
Best Live Action Short: Silent Child
Best Animated Short: Dear Basketball
Best Documentary Short: Heaven is a Traffic Jam on the 405

 

„The Shape of Water“ hat vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik) gewonnen.

„Dunkirk“ hat drei Oscars (Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera, Roger Deakins und Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„Darkest Hour“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Gary Oldman und Best Makeup and Hairstyling) gewonnen.

„Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song, Remember Me)

 

 

Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Margot Robbie (Chanel Haute Couture)
Allison Williams (Armani Privé)
Mira Sorvino (Romona Keveza)
Zendaya (Giambattista Valli Haute Couture)
Jennifer Garner (Atelier Versace)
Sofia Carson (Giambattista Valli Resort)
James Ivory, der auf seinem weißen Smokinghemd eine Zeichnung von Timothee Chalamets Gesicht hatte

Die Mode – The Worst

Salma Hayek (custom Gucci) Dieses Jahr sicherlich das geschmackloseste Abendkleid des Abends.
Jennifer Lawrence (Dior)
Haley Bennett (Christian Dior)
Andra Day (Zac Posen)
Maya Rudolph (sicherlich selbstgeschneidert)
Sally Hawkins (sah in Armani Privé besonders magersüchtig aus)

Den spezielle Style von Whoopi Goldberg, Agnes Varda und St. Vincent werde ich nicht bewerten.

 

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2018 haben gewonnen:

Worst Picture: The Emoji Movie
Worst Director: Tony Leondis (The Emoji Movie)
Worst Screenplay: Tony Leondis, Eric Siegel and Mike White (The Emoji Movie)
Worst Actress: Tyler Perry (Boo2! A Madea Halloween)
Worst Actor: Tom Cruise (The Mummy)
Worst Supporting Actress: Kim Basinger (Fifty Shades Darker)
Worst Supporting Actor: Mel Gibson (Daddy´s Home 2)
Worst Screen Combo: Any two obnoxious emojis
Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel: Fifty Shades Darker
Razzie Redeemer Award: „A Safe Hollywood-Haven where talent is protected, nourished and allowed to flourish with proper compensation.“

Oscar-Gewinner 2018, meine Wette

Heute ist der 03.03.18, ein Tag vor den 90th Academy Awards. Wie üblich meine letzten Worte und meine Prognose für alle 24 Kategorien. Mein Kumpel hat bereits meine Mail erhalten, also kann ich meine Meinung nicht mehr ändern…

Ich beschäftige mich schon seit so vielen Jahren mit den Oscars, aber ein Jahr wie dieses, habe ich noch nicht erlebt. Wie jedes Jahr nach einer langen Saison bin ich jetzt auch Oscar-müde und froh, dass Sonntag Nacht alles vorbei ist.

Letztes Jahr habe ich, auch wenn so vieles dagegensprach an dieser Stelle auf „Moonlight“ getippt, das Jahr zuvor habe ich, ebenfalls entgegen der Expertenmeinungen an dieser Stelle auf „Spotlight“ getippt. Dieses Jahr haben sich die Meinungen der professionellen Oscar-Experten in der letzten Woche noch mal gravierend geändert. Die Profis sind dieses Jahr erfreulicherweise auch völlig ratlos. Lange haben fast alle auf „The Shape of Water“ als Gewinner-Film getippt. Seit den BAFTAs gehen mittlerweile die meisten davon aus, dass „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ gewinnt, es gibt aber noch genug, die bei „The Shape of Water“ blieben und ein paar gehen davon aus, dass „Get Out“ der Oscar-Gewinner-Film ist. Ich habe sogar einen gefunden, der von „Lady Bird“ ausgeht.

Ich hatte in meiner Analyse zum dem Oscar-Gewinnerfilm 2018 bereits ausführlich geschrieben, dass es für jeden der neun nominierten Filme einige Für und Wider für den Oscar-Gewinn gibt.

In  meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (vom September 2017)  habe ich auf „Three Billboards“ getippt, habe an dem Film bis zu den Oscar-Nominierungen festgehalten. Dann wurde der Film jedoch nicht in der wichtigen Kategorie Beste Regie nominiert und ich musste davon Abstand nehmen. Als der Film zwei BAFTAs (Bester Film und Bester britischer Film) gewann, war er wieder mein Favorit. Würde der Oscar für den besten Film durch eine Mehrheitswahl entschieden, würde „Three Billboards“ sicher gewinnen. Nun gibt es hier aber das etwas komplizierte preferential voting system. Bei den neun nominierten Filmen kann man hundertprozentig davon ausgehen, dass keiner dieser Filme in der ersten Runde auf über 50% aller Stimmen kommt. Für das jetzt richtig zum Zuge kommende Wahlsystem müsste man wissen, wie die in den letzten Jahr extrem verjüngte Gruppe der Academy-Mitglieder tickt und welche Filme sie präferieren. Weiss aber keiner und die Vorhersage welcher Film den Oscar gewinnt, wird immer schwieriger. Insbesondere in einer Oscar-Saison, in der es keinen Favoriten gab und gibt.

Es scheint, dass die Nicht-Amerikaner und die Schauspieler (die die größte Gruppe innerhalb von AMPAS bilden) „Three Billboards“ favorisieren. Der Film hat den Publikumspreis der Toronto International Filmfestival gewonnen, er hat einen Doppel-Gewinn bei den BAFTAs abgeräumt und den SAG Ensemble Award gewonnen, selbst den Preis der Auslandspresse (Golden Globe) hat er eingesackt. „Three Billboards“ ist ein Film eines irischen Filmemachers, der den Amerikanern den Spiegel vorhält und u.a. die Polizeigewalt und den Rassismus gegenüber Afroamerikaner zeigt. So wollen sich die Amerikaner aber nicht sehen. Daher mögen sie den Film nicht. Es gab regelrechte Hass-Kampagnen gegen den Film während der Oscar-Saison.

„Get Out“ hingegen ist ein Film, den die Amerikaner mögen, der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse (der neun nominierten Filme, gleich nach Dunkirk). Er prangert auf raffinierte Weise den Rassismus der gebildeten Gesellschaftsschicht in den U.S.A. an. Es ist letztlich aber auch ein Film, der den liberalen Amerikaner den Spiegel vorhält. Aber es ist ein Film eines afro-amerikanischen Filmemacher und er hat ein positives Ende.

„Three Billboards“ und „Get Out“ sind jetzt zum Schluss meine beiden Favoriten gewesen. „The Shape of Water“, „Dunkirk“ „Call Me By Your Name“ und „Lady Bird“ sehe ich aber in der Endrunde.

Mit einer einzigen Ausnahme in 90 Jahren Oscar-Geschichte gewinnt ein Oscar-Gewinner-Film immer mindestens einen weiteren Oscar. „Grand Hotel“ hat bei den 5th Academy Awards für die Jahre 1931/1932 nur den Oscar für den Besten Film gewonnen (gut, er war auch in keiner weiteren Kategorie nominiert). Das gab es danach nie wieder. Was gewinnt der möglicher Oscar-Gewinner-Film also noch dieses Jahr?

„Three Billboards“ gewinnt sehr wahrscheinlich mindestens einen Schauspielpreis

„Get Out“ könnte das Beste Originaldrehbuch gewinnen

„The Shape of Water“ gewinnt sehr wahrscheinlich Beste Regie und Bestes Szenenbild

„Dunkirk“ könnte die Sound-Kategorien und vielleicht Bester Schnitt für sich entscheiden

„Call Me by Your Name“ gewinnt höchstwahrscheinlich Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Lady Bird“ könnte Beste weibliche Nebenrolle und evtl. (aber eigentlich nicht) das Beste Originaldrehbuch gewinnen. Der Film könnte aber auch keinen weiteren Oscar gewinnen und „Grand Hotel“-mäßig Oscar-Geschichte schreiben. Sollte das geschehen, würde AMPAS, glaube ich, das preferential voting system wieder abschaffen.

Es gibt Gerüchte, dass Warren Beatty und Faye Dunaway – nach ihrem Supergau bei den 89th Academy Awards – bei dem sie fälschlicherweise „La La Land“ als Gewinner-Film ausriefen – am Sonntag erneut die Gelegenheit bekommen, den Top-Preis zu präsentieren. Ich habe mich nach langem Hin und Her und Für und Wider für „Get Out“ entschieden und muss gestehen, dass ich am liebsten meine Meinung wieder ändern würde, so wie ich in den letzten Tagen andauernd meine Meinung geändert habe…

Was die Schauspieler angeht, stehen die Favoriten (Gary Oldman, Frances McDormand, Sam Rockwell und Allison Janney) schon lange fest. Alle Vier haben alle wichtigen Preise gewonnen. Ich habe es dennoch nicht über das Herz gebracht, wollte, dass „Lady Bird“ wenigstens einen Preis gewinnt, also habe ich mich für Laurie Metcalf entschieden.

Unabhängig von meiner Wette drücke ich meinen Lieblingen Three Billboards, Get Out, Lady Bird, Coco, The Square, War for the Planet of the Apes und Frances McDormand, Sam Rockwell, Laurie Metcalf,  Gary Oldman UND ganz besonders (mal wieder) Roger Deakins ganz fest die Daumen.

Fun Fact: Alfie, der Sohn von Gary Oldman und Lesley Manville, ist bestimmt fürchterlich aufgeregt, sind doch beide dieses Jahr für den Oscar nominiert.

 

Oscar-Gewinner 2018 – meine Wette:

Best Picture: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr. and Jordan Peele (Get Out)
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actress: Laurie Metcalf (Lady Bird) mein Kumpel: Allison Janney
Original Screenplay: Jordan Peele (Get Out) mein Kumpel: Three Billboards
Best Adapted Screenplay: James Ivory (Call Me By Your Name)
Best Animated Feature: Coco (Pixar)
Best Production Design: Paul Denham Austerberry, Shane Vieau, Jeff Melvin (The Shape of Water)
Best Cinematography: Roger Deakins (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Mark Bridges (Phantom Thread)
Best Editing: Lee Smith (Dunkirk)
Best Makeup and Hairstyling: Kazuhiro Tsjuji, David Malinkowski and Lucy Sibbick (Darkest Hour)
Best Sound Mixing: Gregg Landaker, Gary A. Rizzo and Mark Weingarten (Dunkirk)
Best Sound Editing: Richard King and Alex Gibson (Dunkirk)
Best Visual Effects: Joe Letteri, Daniel Barrett, Dan Lemmon and Joel Whist (War for the Planet of the Apes)
Best Original Score: Alexander Desplat (The Shape of Water)
Best Song: “This is Me“ – Benj Pasek and Justin Paul (The Greatest Showman) mein Kumpel: „Remember Me“ (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: „Faces Places“ – Agnés Varda, JR and Rosalie Varda mein Kumpel: „Icarus“
Best Live Action Short: La DeKalb Elementary – Reed Van Dyk
Best Animated Short: „Garden Party“ – Victor Caire and Gabriel Grapperon mein Kumpel: „Dear Basketball“
Best Documentary Short: „Heroin (e)“ – Elaine McMillion Sheldon and Kerrin Sheldon

 

Dieses Jahr wieder die großartigen Honest Trailer für alle neun Oscar-nominierten Filme:

Jimmy Kimmel wird es richten:

 

Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

Netflix-Film: „Mute“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut:

 

„Mute“ (in D. seit dem 23.02.18 auf Netflix zu sehen) 126 min drama, sci-fi
dir. Duncan Jones cast: Alexander Skarsgard, Paul Rudd, Justin Theroux, Ulf Hermann, Seyneb Saleh, Robert Sheehan, Sam Rockwell

 

Berlin, im Jahre 2052. Leo (Alexander Skarsgard) ist seit einem Badeunfall in seiner Kindheit stumm. Jetzt dreißig Jahre später arbeitet er und seine Freundin Naadirah (Seyneb Saleh) in einem Nachtclub. Eines Abends will Naadirah ihrem Freund etwas über sich erzählen, sie kommt allerdings nicht mehr dazu, am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Leo begibt sich auf die Suche nach seiner großen Liebe…

 

D+ (Wertung von A bis F) „Mute“ ist der vierte Film des englischen Filmemachers Duncan Jones (Moon, Source Code, „Warcraft“).

Gut, ich hasse den Film nicht, aber ich bin enttäuscht von ihm. „Mute“ ist auch weit, sehr weit davon entfernt, ein nur annähernd gut gemachter Sci-Fi-Film zu sein. Ehrlich gesagt, sehe ich den Film auch eher als Drama mit einer simplen Story, verpackt in einem Zukunfts-Blade-Runner-Gewand. Ziemlich lange habe ich mich gefragt, was mir der Film eigentlich für eine Geschichte erzählen will. Letztendlich wäre diese schnell abgehakt. Um das Ganze auf Spielfilmlänge zu strecken, ist der Film überladen mit unzähligen Charakteren, die mit der eigentlichen Story nichts oder nur sehr wenig zutun haben und/oder sich sowieso bald wieder in Luft auflösen. Stattdessen hätte man hier mehr Zeit investieren sollen, einem die Welt, in der „Mute“ spielt, etwas näherzubringen. Auch etwas Hintergrundwissen zu den wichtigeren Charakteren wäre wünschenswert gewesen. Das Motiv von, beispielsweise von Justin Theroux´ Charakter Duck ist nicht nachvollziehbar. Auch ist die eigentliche Liebesgeschichte nicht wirklich überzeugend. Warum liebt Leo sie so sehr, was macht Naadirah besonders? Und – warum muss beispielsweise unser Protagonist Leo der Amischen Glaubensgemeinschaft angehören, wenn die Geschichte mit dieser Tatsache nichts weiter groß anzufangen weiß? „Mute“ soll irgendwo in der Welt von Sam Rockwells Charakter Sam Bell in „Moon“ angesiedelt sein. Das wird hier auch mit seinem ultra-mini-Kurzauftritt angedeutet. Mir reicht das alles nicht, daher ist „Mute“ eine einzige Enttäuschung.

Duncan Jones hat diesen Film seinem verstorbenen Vater (David Bowie) und seiner mittlerweile auch verstorbenen Nanny, Marion Skene, gewidmet.

„Mute“ ist seit dem 23.02.18 auf Netflix weltweit abrufbar.

Trailer zu sehen:

Berlin (ale) – Film: „Unsane“

Ich war am 22.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Unsane“ (dt. Filmtitel: „Unsane: Ausgeliefert“, dt. Kinostart: 29.03.18) 98 min drama, thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah, Juno Temple, Amy Irving

 

Sawyer Valentini (Claire Foy) hat ihre Heimatstadt Boston verlassen und in einer anderen Stadt ein neues Leben angefangen. Ein Grund für den Umzug war, dass sie über einen längeren Zeitraum von einem Stalker bedrängt wurde. Eines Tages hat sie das Gefühl, ihren Stalker erneut zu sehen. Hat sie sich das vielleicht nur eingebildet? Sawyer ist sich nicht sicher und sucht Hilfe bei einer Psychotherapeutin in einer Klinik. Ehe sie sich versieht, wird sie als selbstmordgefährdet eingestuft, unterzeichnet eine Selbsteinweisung und wird in der Klinik vorerst festgehalten. Aber auch in der geschlossenen Heilanstalt hat sie das Gefühl, ihrem Stalker zu begegnen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Unsane“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers, Drehbuchautors und Kameramanns Steven Soderbergh („Sex, Lies, and Videotape“, „Out of Sight“, „Traffic“, Contagion, Behind the Candelabra. Der komplette Film wurde mit iPhone 7-Kameras gedreht. Wie bei vielen seiner Filme, führt Steven Soderbergh hier nicht nur Regie, sondern steht auch (offiziell unter den Pseudonymen Peter Andrews und Mary Ann Bernard – den Namen seiner Eltern) hinter der Kamera und hat den Film selbst geschnitten.

Nachdem Steven Soderbergh nach Side Effects großmaulig verkündete, keine weiteren Spielfilme mehr für das Kino zu inszenieren, ist „Unsane“ nun nach „Logan Lucky“ bereits der zweite Film, den er seither ins Kino bringt. Ich kann das nur befürworten, nur hätte er sich das Dicke-Hose-Gelaber vorher auch sparen können.

Mit.„Unsane“ ist ihm wieder mal ein sehenswerten Kinofilm geglückt. Der Film erfindet das Thriller-Genre nicht neu, ich fand ihn aber bis zum Schluss nahezu unverschämt spannend. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau. Zu Beginn mehr Drama, erzählt er die Geschichte einer Frau, die sich von einem Stalker verfolgt fühlt und in der Nervenheilanstalt landet. Man fragt sich, wie sie sich bloss in diese Situation gebracht hat und wie sie da wieder rauskommt. Vielleicht ist ihr die Stalker-Geschichte über den Kopf gewachsen? Claire Foy spielt diese Sawyer sehr aufrichtig, als Zuschauer beobachtet man sie, ist immer bei ihr, manchmal vielleicht selbst wie ein Stalker. Die iPhone-Kameras heben vielleicht noch zusätzlich diese teils kammerspielartige, immer beklemmende Atmosphäre hervor. Irgendwann gibt es einen Genre-Wechsel vom Drama zum Thriller mit einem schleichenden Übergang zum Horrorfilm. Bei einer Szene in meiner Vorstellung sind alle Zuschauer des Friedrichstadtpalastes zusammengezuckt.

„Unsane“ wurde jedoch unterschiedlich aufgenommen, eine Dame hat sich beim Verlassen des Theatersaals fürchterlich über den Film aufgeregt. „Der (sie meinte: Soderbergh) hat doch früher ganz andere (sie meinte; bessere) Sachen gemacht“. Wenn man sich Soderberghs Filmografie anschaut, finde ich gerade gut, dass er sich nie auf ein Genre festgelegt hat und immer etwas anderes ausprobiert.

Schauspielerisch hat mir Jay Pharoah (der Nate spielt) sehr gut gefallen. Ein Hollywoodstar, der bereits in vielen Soderbergh-Filmen mitgespielt hat, ist hier in einem Cameo zu sehen.

„Unsane“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Der Film lief auf den 68. Berlin International Film Festival im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart am 29.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen: