TV-Serie: „Taboo, 1. Staffel“

Ich habe mir folgenden BBC One-TV-Serie angeschaut:

 

„Taboo, 1. Staffel“ (in Deutschland seit dem 13.04.17 auf DVD und Blu-ray zu erhalten) 8 x approx. 55 min drama
dir. Kristoffer Nyholm, Anders Engström cast: Tom Hardy, Oona Chaplin, Jessie Buckley, Jefferson Hall, David Hayman, Edward Hogg, Michael Kelly, Jonathan Pryce, Nicholas Woodeson, Tom Hollander, Franka Potente

 

Im Jahr 1814. James Delaney (Tom Hardy) war zwölf Jahre in Afrika und kehrt nun nach London zurück. Sein Vater ist verstorben und er will ihm die letzte Ehre erweisen. Nicht nur seine Halbschwester Zilpha (Oona Chaplin) hatte geglaubt, er wäre längst tot. Sein Vater hat ihm Nootka Sound, ein Stück Land an der Westküste von Nordamerika vererbt. Das Vereinigte Königreich befindet sich im Krieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika und Nootka Sound ist geopolitisch bedeutsam. Auch für die East India Company ist es ein, für den Seehandel, strategisch wichtiges Land. Der Direktor der einflussreichen Handelsgesellschaft, Sir Stuart Strange (Jonathan Pryce) hatte nach dem Tod von James Delaneys Vater fest damit gerechnet, dass er Nootka Sound von dessen Tochter und ihrem Ehemann Thorne Geary (Jefferson Hall) abkaufen kann. Nun ist jedoch James Delaney der Alleinerbe und nicht an einem Verkauf von Nootka Sound interessiert. Vielmehr will er seine eigene Handelsfirma aufbauen. Es dauert nicht lange und sämtliche Menschen trachten James Delaney nach dem Leben. Sie dürfen nur nicht den Fehler begehen, ihn zu unterschätzen…

 

B (Wertung von A vis F) „Taboo“ wurde von dem britischen Drehbuchautor und Filmemacher Steven Knight (Eastern Promises, Locke), Schauspieler Tom Hardy und seinem Vater Chips Hardy kreiert. Bei den ersten vier Episoden hat der dänischer Filmemacher Kristoffer Nyholm Regie geführt, bei den letzten vier Episoden der finnische Filmemacher Anders Engström.

Grundsätzlich habe ich kein Interesse an düsteren Fantasy-Serien, die in anderen Epochen angesiedelt sind. Ich hatte beispielsweise nie das Bedürfnis, auch nur eine Episode der gehypten Serie „Game of Thrones“ zu schauen. Bei dieser zunächst achtteiligen Serie musste ich aber schon Tom Hardy zuliebe reinschauen. Dabei geblieben bin ich wegen – natürlich – Tom Hardy, der wunderbaren Filmmusik (des deutsch-britischen Komponisten Max Richter, bekannt für sein stimmungsvolles Musikstück „On the Nature of Daylight“, das bereits in einigen Filmen, u.a. in Shutter Island, Disconnect und kürzlich zu Beginn von Denis Villeneuves Arrival genutzt wurde) und dem exzellenten Setting. Irgendwann hat mich die langsam erzählte Geschichte um den rätselhaften James Delaney aber auch gepackt.

„Taboo“ sah zunächst nach einer reinen Rachegeschichte aus, es gibt aber auch ein recht glaubhaftes Bild der britischen Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder. Diese britische Serie ist sehr finster und schmuddlig und richtig brutal und blutig. Es gibt ein Familiengeheimnis, viel Sex, Kannibalismus, Exorzismus, aber – man kann es nicht genug erwähnen – vor allen Dingen: Tom Hardy.

Tom Hardy hat eine unglaubliche Präsenz. Es ist nicht die Präsenz eines Filmstars. Tom Hardy umgibt eine mysteriöse Aura. er hat die Präsenz seines jeweiligen Charakters. Für mich gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass er privat so gefährlich ist, wie der Charakter, den er in dem Moment verkörpert. Das ist eine äußerst seltene Gabe. Er braucht nicht viele Worte, alleine mit seinen Augen, seinen intensiven Blicken, seinem mittlerweile schon legendären Geknurre macht er einem klar, ob man sich ihm annähern darf oder lieber schleunigst das Weite suchen sollte. Wenn man sonst keinen Grund hat diese Serie zu schauen, Tom Hardy ist der Garant, dass einem nicht langweilig wird.

Franka Potente spielt hier die deutsche Puffmutter (mit dem beachtenswerten Namen Helga von Hinten). Schwierig, generell, sie hat keine so große Rolle, in meinen Augen nimmt die Schauspielerin aber zu viel Raum ein.

Für mich gibt es keine Alternative, ich muss Filme und Serien im Original schauen. Bei „Taboo“ empfehle ich dringend, diese Serie in der Originalfassung sehen. Um jedoch hier alles zu verstehen, brauchte auch ich die (englischen) Untertitel.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

James Keziah Delaney kehrt nach dem Tod seines Vaters nach London zurück. Zwölf Jahre war er in Afrika. Der mysteriöse James Delaney wird von dem englischen Schauspieler Tom Hardy verkörpert. Mir ist er erstmalig in Bronson aufgefallen. Er hat aber auch u.a. in Inception, Tinker Tailor Soldier Spy, Warrior, The Drop, Mad Max: Fury Road mitgespielt. Seine bisher einzige Oscar-Nominierung hat er für seine Performance in The Revenant bekommen.

Brace war Butler von James Delaneys Vater, jetzt arbeitet er für seinen Sohn. Brace ist sowas wie meine Lieblingsfigur der Serie. Gespielt wird Brace von dem schottischen TV- und Theaterschauspieler David Hayman. Mir ist unbegreiflich, warum mir David Hayman bisher noch nicht aufgefallen ist, aber gut, ich habe auch kaum Filme gesehen, in denen er mitgespielt hat. Er war aber in „Ordinary Decent Criminal“, „The Boy in the Striped Pyjamas“ und „Macbeth“ zu sehen.

Zilpha ist James Delaneys Halbschwester. Verheiratet ist Zilpha mit Thorne Geary (gespielt von Jefferson Hall). Zilpha wird von der spanischen Schauspielerin Oona Chaplin gespielt, sie ist die Tochter von Schauspielerin Geraldine Chaplin und Enkeltochter von Charlie Chaplin. Ich kannte sie nicht, ihrer Performance in „Taboo“ nach zu urteilen, habe ich auch nicht viel verpasst. Denen, die „Game of Thrones“ schauen, wird sie sicher bekannt sein.

Lorna Bow ist die Witwe von James Delaneys Vater. Gespielt wird Lorna Bow von der irischen Sängerin und Schauspielerin Jessie Buckley.

Thorne Geary ist James Delaneys Schwager, er ist mit Zilpha (gespielt von Oona Chaplin) verheiratet. Gespielt wird Thorne Geary von dem englischen Schauspieler Jefferson Hall. Er hat in einigen TV-Serien („Vikings“, „Game of Thrones“) mitgewirkt.

Dr. Edgar Dumbarton ist ein amerikanischer Arzt und (vielleicht) ein Spion. Gespielt wird Dr. Dumbarton von dem amerikanischem Schauspieler Michael Kelly. Mir war Michael Kelly vor allen Dingen durch die TV-Serie House of Cards  bekannt, er hat aber auch in u.a. Law Abiding Citizen, Fair Game und Now You See Me mitgespielt.

Dr George Cholmondeley ist Chemiker. Gespielt wird Dr. Cholmondeley von dem englischen Schauspieler Tom Hollander. Er hat in vielen britischen und amerikanischen Kinofilmen mitgespielt (u.a. in „Gosford Park“, „Pride and Prejudice“, Hanna, „Mission: Impossible – Rogue Nation“). Mir ist er noch durch seine Rolle in The Night Manager präsent.

Godfrey ist Angestellter der East India Company. Gespielt wird Godfrey bzw. Godders von dem englischen Schauspieler Edward Hogg. Er hat in einigen amerikanischen Kinofilmen (u.a. „Anonymous“, „Jupiter Ascending“, „Kill Your Friends“) mitgewirkt.

 

„Taboo“ wurde erstmalig v. 07.01.17 – 25.02.17 auf BBC One ausgestrahlt. In den U.S.A. lief die erste Staffel v. 10.01.17 – 28.02.17 auf dem amerikanischen Kabelsender FX. Zwei weitere Staffeln von „Taboo“ sind geplant, die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

 

Seoul – Film: „Wonder Woman“

Ich war am 09.06.17 in Seoul und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wonder Woman“ (dt. Kinostart: 15.06.17) 141 min action, adventure, fantasy
dir. Patty Jenkins cast: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Danny Huston, Connie Nielsen, David Thewlis

 

Die Amazonenprinzessin Diana (Gal Gadot) wurde in einem verborgenen Inselparadies groß. Von ihrer Tante Antiope (Robin Wright) wurde sie zur Kriegerin ausgebildet, sie verfügt jedoch noch über weitere Gaben. Eines Tages stürzt der Pilot Steve Trevor (Chris Pine) mit seinem Flugzeug vor der Insel ins Meer. Diana rettet den jungen Mann und erfährt von dem Krieg, der außerhalb ihrer Welt herrscht. Sie macht den Kriegsgott Ares dafür verantwortlich und beschließt, Steve zu folgen und den Menschen zu Hilfe zu kommen.

 

B- (Wertung von A bis F) „Wonder Woman“ ist die erste Kino-Soloadaption der gleichnamigen Figur aus dem DCEU. Es ist neue Film der amerikanischen Filmemacherin Patty Jenkins („Monster“). Sie hat ihr Regiedebüt mit „Monster“ im Jahr 2003 gegeben. Dies ist erst Patty Jenkins zweiter Kinofilm.

Was ist so schwer daran, einen Blockbuster auf 90 Minuten zu stutzen? Eine Superhelden-Geschichte sollte in anderthalb Stunden erzählt sein, meinetwegen auch im Ausnahmefall mal in zwei Stunden, aber keinesfalls länger. „Wonder Woman“ ist mindestens 20 Minuten zu lang. Und das schmerzt, weil ich schon unruhig in meinem Kinosessel hin und her rutschte und mir dann im dritten Akt einige Szenen (ich liebe den gläsernen Hochstand) besonders gut gefielen. (Ich mochte aber auch viele Sequenzen auf der Amazonen-Insel.)

Eigentlich wollte ich mir den Film überhaupt nicht anschauen. Dieser ganze Superhelden-Kram interessiert mich nicht die Bohne. Mit Logan habe ich, in meinen Augen, dieses Jahr dahingehend bereits meinen Soll erfüllt. Dann wurden aber von allen Seiten Lobeshymnen auf den Film angestimmt, die Oscars ins Spiel gebracht und ich – mal wieder – aus dem Stand By nach Seoul geschickt und schon sitze ich im Kino gucke mir einen Film an, den ich vom Trailer her grausig fand. So kann´s gehen.

Zunächst ist es sehr löblich, dass es endlich einen ordentlichen Superhelden-Film gibt, in dem eine Frau die Hauptrolle spielt. Traurig, dass dies die erste Comic-Adaption ist, bei dem eine Frau Regie führte. Daran sieht man, wie schwer es Regisseurinnen in Hollywood haben. Patty Jenkins hat ihren ersten und einzigen Spielfilm vor 14 Jahren ins Kino gebracht. Charlize Theron wurde für ihre Performance in diesem Film mit dem Oscar ausgezeichnet und doch bekommt die Regisseurin keine Chance, einen weiteren Kinofilm zu inszenieren. Sie wechselte zum Fernsehen und führte Regie bei einigen TV-Projekten, für die beiden Episoden der amerikanischen TV-Serie The Killing wurde sie sogar für den Emmy nominiert. Nun ist „Wonder Woman“ ein riesiger kommerzieller Erfolg, er wurde von den meisten US-Kritikern äußerst positiv aufgenommen und jetzt wird darüber verhandelt, Patty Jenkins auch die Fortsetzung zu dem Film anzuvertrauen.

Die pure Existenz von „Wonder Woman“ in dieser Form begeistert mich mehr als der eigentliche Film.

Was ich tatsächlich von dem Film mitgenommen habe, ist, dass einzig Frauen die Welt retten können – aber das war mir bereits vorher klar.

Den Hype um die israelische Schauspielerin Gal Gadot kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie macht ihre Sache ganz gut – nicht mehr und nicht weniger. Generell finde ich aber auch, dass Wonder Woman kein so cooler Filmcharakter ist (allein das Kostüm finde ich albern). Was den Film angeht, hätte es auch die Liebesgeschichte nicht gebraucht. Den Bösewicht in dem Film finde ich gänzlich fehlbesetzt. Überhaupt hätte lieber einen Film über Robin Wrights Charakter gesehen.

„Wonder Woman“ hatte am 15.05.17 seine Weltpremiere in Shanghai, China. Am 02.06.17 ist der Film in rekordverdächtigen 4165 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist bereits am 31.05.17 in Südkorea ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Seoul gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit koreanischen Untertiteln. Am 15.06.17 kommt der Film ins deutsche Kino.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Despicable Me 3„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: 3. Teil des Animationsfilms
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: Unfassbar (neuer, anderer Trailer)
Kommentar: FYMB
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Niemals…nie…ich schwöre

Trailer v. Film: „The Edge of Seventeen„
Bewertung des Trailers: B+ (Trailer auch etwas anders)
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson, Kyra Sedgwick und Hailee Steinfeld
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B (völlig anderer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson. Leider soll der Film schlecht sein, daher habe ich ihn mir bisher auch nicht angeschaut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Kino in Korea

Vor etwas mehr als zwei Jahren war ich das erste Mal in Südkorea im Kino. Ich hatte darüber berichtet. Zu meinem großen Mißfallen wurde das Kino meines Vertrauens gerade umgebaut. Der Concierge unseres Hotels, der mir meine Verzweiflung angesehen haben muss, hat sich dann aber große Mühe gegeben, mir eine Alternative rauszusuchen. Das Kinocenter befindet sich zwei U-Bahnstationen von unserem Crewhotel entfernt, (Station BulGwang), im 11. Stockwerk eines Kaufhauses. Als nunmehr Experte für koreanische Kinos wusste ich, dass man – bevor man an die Kinokasse herantreten darf, zunächst eine Wartemarke ziehen, dann in der Halle Platz nimmt und wartet, bis seine Nummer aufgerufen wird. (Ich habe alles anhand der Fotos dokumentiert). Mit hervorragenden Englischkenntnissen fragte mich dann die Dame an der Kinokasse, ob ich bereits Mitglied der Kinokette bin (noch nicht, aber wenn die mich noch mal aus dem Stand By hierher schicken, sollte ich mir das wirklich überlegen) und fragt mich, wo ich sitzen will. Dann zahle ich meine 11.000 Won (ca. 8,75 Euro) und werde darauf hingewiesen, dass sich der Kinosaal noch weitere 2 Stockwerke höher befindet. Meine Vorstellung begann um 12.30 Uhr, die Werbung startete um 12.23 Uhr und ging inkl. Trailer und der zweimaligen Präsentation der tollen Samsung-Ostrich-Werbung bis 12.40 Uhr.

Der Wartemarken-Automat in dem koreanischen CGV-Kino

 

meine Wartemarke, Nr. 67

 

Der Warteraum in dem koreanischen CGV-Kinocenter

 

gerade wurde die Nr. 64 aufgerufen

 

Das koreanische Filmplakat von „Wonder Woman“

 

San Francisco – Film: „Wakefield“

Ich war am 30.05.17 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wakefield“ 106 min drama, adaptation
dir. Robin Swicord cast: Bryan Cranston, Jennifer Garner, Beverly D´Angelo

 

Der New Yorker Anwalt Howard Wakefield (Bryan Cranston) überlegt sich eines Tages spontan, einfach nicht zu seiner Frau (Jennifer Garner) und seinen beiden Töchtern nach Hause zu gehen. Er schläft auf dem Dachboden seiner gegenüberliegenden Garage. Am nächsten Morgen findet er immer noch Gefallen daran, das Familienleben zwar beobachten zu können, aber selbst nicht daran teilhaben zu müssen. Daraus entwickelt sich für ihn ein völlig  neues Lebenskonzept…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Wakefield“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von E.L. Doctorow. Es ist der neue Film der amerikanischen Drehbuchautorin („Little Women“, „Memoirs of a Geisha“, „The Curious Case of Benjamin Button“) und Filmemacherin („The Jane Austen Book Club“) Robin Swicord.

Wakefield“ ist eine Charakterstudie eines Mannes, der seine Familie grundlos von einem Tag auf den anderen zurücklässt. Dabei ist ihm völlig gleichgültig, ob sich seine Frau und seine Töchter Sorgen um ihn machen oder gar in finanzielle Nöte geraten – was für ein, Entschuldigung, Arschloch. Um das Ganze noch zu toppen, versteckt er sich auf dem Dachboden seiner eigenen Garage und beobachtet seine Familie fortan. Er wäscht sich nicht groß, ernährt sich von Essenresten aus Mülltonnen und verrichtet seine Notdurft in Flaschen und Eimern. Was für ein erstrebenswertes Leben. Der Film ist in weiten Teilen unlogisch, richtig ärgerlich wird die Geschichte aber, als geistig zurückgebliebene Nachbarskinder ins Spiel kommen. Damit so ein Film funktioniert, müsste man Mitgefühl oder wenigstens etwas Verständnis für die Entscheidung des Protagonisten aufbringen können. Das ist mir nicht im Entferntesten gelungen. Bei mir ruft so ein verantwortungsloses, egoistisches und und tatsächlich ekelerregendes Verhalten jedoch einzig pure Wut hervor. Der Film endet abrupt und just in dem Moment, in dem der Film endlich interessant geworden wäre.

Ich bin es leid, Filme über öde, wohlstandsverwöhnte Männer, die in einer Lebenskrise stecken, zu sehen.

„Wakefield“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 19.05.17 in einem amerikanischen Kinos gestartet, mittlerweile läuft er in 30 Kinos landesweit und war seit dem 26.05.17 auch auf VOD zu sehen. Ein deutscher Kinostart ist bislang nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Hero“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film mit Sam Elliot (der eine so tolle Stimme hat) und Katherine Ross (mit der er verheiratet ist)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Trailer v. Film: „My Cousin Rachel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Rachel Weisz
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dean“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Kevin Kline und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „I, Daniel Blake“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ken Loach´Cannes Gewinner-Film vom letzten Jahr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr auf dem NYFF gesehen

Trailer v. Film: „Band Aid“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Indie-Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

San Francisco – Film: „Paris Can Wait“

Ich war am 29.05.17 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Paris Can Wait“ (dt. Filmtitel: „Paris kann warten“, dt. Kinostart: 13.07.17) 92 min comedy
dir. Eleanor Coppola cast: Diane Lane, Alec Baldwin, Anraud Viard

 

Anne (Diane Lane) ist mit ihrem Ehemann Michael (Alec Baldwin), einem erfolgreichen Filmproduzenten, bei den Filmfestspielen in Cannes. Eigentlich wollten sie noch einen paar Tage in Budapest und Paris verbringen. Michael hängt aber die ganze Zeit am Telefon. Da sie unter heftigen Ohrenschmerzen leidet, spart sie sich den Flug nach Budapest und lässt sie sich von Michaels französischem Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) überreden, mit dem Auto nach Paris zu fahren. Jacques ist jedoch kein sonderlich guter Fahrer, das Auto ist auch alt und so brauchen sie ziemlich lange für die Fahrt. Er nutzt die Chance, ihr die traumhafte Landschaft und die französische Küche und Lebensweise näherzubringen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Paris Can Wait“ ist der neue Film der 81-jährigen amerikanischen Filmemacherin Eleanor Coppola („Hearts of Darkness: A Filmmaker’s Apocalypse“). Sie ist die Ehefrau des legendären Regisseurs Francis Ford Coppola („The Godfather“-Trilogie, „Apocalypse Now“).

„Paris Can Wait“ ist sowas wie ein nettes Roadmovie. Nett der Sorte, dass ich ihn zugegebenermassen bereits am nächsten Tag schon vergessen hatte. Hätte ich mir nicht notiert, wie sehr ich die Fotos, die Diane Lanes Charakter mit ihrer Kamera aufnimmt, lieben würde, selbst daran hätte ich mich heute nicht mehr erinnern können. Was aber tatsächlich bleibt ist das fantastisch lecker aussehende Essen und die Atmosphäre und meine Vorfreude auf unseren diesjährigen Urlaub in der Provence.

 

„Paris Can Wait“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film kam am 12.05.17 in vier amerikanischen Kinos. Mittlerweile ist er in 70 Kinos landesweit zu sehen. In Deutschland startet der Film am 13.07.17 in den Kinos.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „An Inconvenient Sequel: Truth to Power“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Die Doku-Fortsetzung von Al Gores Beitrag zum Klimawandel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Last Shaman“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „My Cousin Rachel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Rachel Weisz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dean“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Kevin Kline und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Maudie“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: biografisches Drama mit Sally Hawkins und Ethan Hawke
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Filmplakat von „Paris Can Wait“

 

 

Netflix – Film: „War Machine“

Ich habe mir den folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 

„War Machine“ (seit dem 26.5.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 122 min satire, drama, adaptation
dir. David Michod cast: Brad Pitt, Anthony Hayes, John Magaro, Emory Cohen, Anthony Michael Hall, Topher Grace, Scott McNairy, Tilda Swinton, Ben Kingsley, Keith Stanfield, Alan Ruck, Meg Tilly

 

 

Im Jahr 2009 übernimmt General Glen McMahon (Brad Pitt) das Kommando über die ISAF-Truppen in Afghanistan. Vor ihm sind bereits einige Generäle gescheitert, dort den Krieg zu gewinnen, aber der ehrgeizige McMahon hat sich hohe Ziele gesteckt…

 

B (Wertung von A bis F) „War Machine“ basiert auf Michael Hastings Sachbuch „The Operators: The Wild and Terrifying Inside Story of America’s War in Afghanistan“. Erzählt wird eine fiktive Geschichte der Ereignisse aus dem Jahr 2009. Zentrale Figur in der Geschichte ist General Stanley A. McChrystal (im dem Film, der von Brad Pitt dargestellte General Glen McMahon). McChrystals rechte Hand war seinerzeit General Michael Flynn, der im Jahr 2017 unter US-Präsident Donald Trump als Nationaler Sicherheitsberater vereidigt wurde und kurz darauf aufgrund seiner umstrittenen Kontakte zu Moskau wieder zurücktreten musste. (General Mike Flynn wird im Film General Greg Pulver genannt und von Anthony Michael Hall gespielt). Diese Kriegssatire ist der neue Film des australischen Filmemachers David Michod (Animal Kingdom, The Rover).

Etwas vorweg: Der Film wäre besser ohne Brad Pitt. Ich konnte mich von Anfang bis Ende des Films nicht daran gewöhnen, dass Brad Pitt seine Filmfigur so überzeichnet. Er spricht wahnsinnig angestrengt, läuft mit hochgezogener Sportshorts herum, als wäre er geistig zurückgeblieben, hat eine seltsame Mimik und Körperlichkeit, usw. Mir kam es so vor, als wäre er in einem ganz anderen Film als der Rest des Ensembles. Zum Filmende gibt es ein Cameo (das ich nicht spoilern werde), ich wünschte „War Machine“ hätte diesen Schauspieler in der Hauptrolle besetzt.

In vielen satirischen Momenten ist „War Machine“ wirklich gut, ich habe einige Male lauthals lachen müssen. Leider vergisst der Film irgendwann, dass er eine Kriegssatire sein möchte und ist auf einmal ein Kriegsdrama, das fand ich äußerst irritierend. Es wäre schön gewesen, wenn ein Genre konsequent durchgehalten worden wäre.

Der Film hält so viele exzellente Performances parat: Ben Kingsley als Präsident Karzai, Alan Ruck („Ferris Bueller´s Day Off“, „Spin City“) als US-Botschafter in Afghanistan. Meg Tilly (die ich nicht als Meg Tilly erkannt habe – neben ihr fand ich aber sogar Brad Pitt besser) als Frau von Brad Pitts Charakter. Anthony Michael Hall („The Breakfast Club“) als eine Mike-Flynn-Version und Tilda Swinton als hartnäckige deutsche Politikerin. In dieses hervorragende Ensemble fügt sich – wie selbstverständlich – der Jungschauspieler Keith Stanfield (Short Term 12, Get Out ) ein. Ich bin sehr zuversichtlich, hier einen der besten Schauspieler der Zukunft zu sehen.

 

Der Kriegsberichterstatter und Investigativ-Journalist Michael Hastings hat das Sachbuch geschrieben, auf dem „War Machine“ basiert. Zuvor hat er einen Artikel im Rolling Stone-Magazin veröffentlicht. In seinem Portrait „The Runaway General“ beschrieb er u.a., wie General McChrystal und seine Truppe über die amtierende US-Regierung lästerten. Dieser Artikel zwang den Vier-Sterne-General McChrystal zum Rücktritt. Michael Hastings schrieb später weitere Artikel und arbeitete gerade an einer Enthüllungsstory über die CIA, als der erst 33-jährige Autor unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

 

Ich hätte „War Machine“ gerne im Kino gesehen, es ist aber ein Netflix-Original-Film. Seit dem 26.5.17 ist er exklusiv auf Netflix abrufbar.

Trailer zu sehen:

 

 

 

NYC – Film: „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“

Ich war am 02.05.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ 118 min drama
dir. Joseph Cedar cast: Richard Gere, Lior Ashkenazi, Hank Azaria, Steve Buscemi, Charlotte Gainsbourg, Michael Sheen, Dan Stevens

 

 

 

Der New Yorker Norman Oppenheimer (Richard Gere) ist ein Möchtegern, der alles daran setzt, mit den einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik und Finanzwelt mitzuspielen. Ständig arbeitet er daran, sein Netzwerk zu erweitern. Als er eines Tages den stellvertretenden israelischen Handels- und Arbeitsminister Micha Eshel (Lior Ashenazi) kennenlernt, umschmeichelt er den Politiker und freundet sich mit ihm an. Zu dem Zeitpunkt konnte er nicht ahnen, dass Eshel einige Jahre später zum Premierminister von Israel gewählt wird und er durch diese Verbindung in arge Probleme geraten wird.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ ist der neue Film des israelischen Autors und Filmemachers Joseph Cedar („Campfire“, „Beaufort“, „Footnote“). Dies ist sein erster englischsprachiger Spielfilm.

„Norman“ ist eine, in vier Kapiteln erzählte Charakterstudie über (wie der ausführliche Filmtitel bereits erahnen lässt) den Aufstieg und Fall eines Geschäftemachers. Ich mochte die Geschichte. Auch wenn es eine fiktive ist, könnte sie sich genau so zugetragen haben. Der jüdische Filmemacher hat in einem Interview kürzlich die Vermutung geäußert, dass in der israelischen Regierung bestimmt sechs oder sieben „Eshels“ sitzen und es Hunderte von „Normans“ gibt, die den Kontakt zu dem jeweiligen gesucht haben oder noch suchen. Was Richard Geres Filmcharakter angeht, bleibt mir zu lange offen, wie, wo und wovon er genau lebt. Wie verdient ein solcher Mittelsmann sein Geld? Später im Film bekommt man erfreulicherweise das Prinzip seines Jobs erklärt. Norman ist einer dieser aufdringlichen und unangenehmen Gesellen, denen man im realen Leben fluchtartig aus dem Weg geht und durch dessen Verhalten man selbst wenn man es nur im Film sieht, Bauchschmerzen bekommt.

 

Richard Gere spielt hier sehr aufrichtig, wahrscheinlich war er nie besser. Wobei ich mich erinnere, dass ich ihn für seine Performances schon öfter gelobt habe. Es liegt wohl daran, dass (ähnlich wie bei Brad Pitt) seine Filmstar-Präsenz immer dominiert und sein Schauspiel darüber leicht in den Hintergrund gedrängt wird. Richard Gere hat Norman jedenfalls zum Leben erweckt, allerdings ist es von enormer Bedeutung, dass dieser Filmcharakter jüdisch ist und die jüdischen Wurzeln nehme ich dem amerikanischen Schauspieler und bekennenden Buddhisten leider gar nicht ab. Das hat mich extrem abgelenkt und daher finde ich – so leid es mir tut – dass er hier fehlbesetzt ist. Steve Buscemi beispielsweise hat im wahren Leben auch keine jüdischen Vorfahren, aber ihm nehme ich hier den New Yorker Rabbi definitiv ab.

Charlotte Gainsbourg hat mir hier endlich mal wieder gut gefallen, vielleicht lag es aber auch an ihrer Rolle. Die einzigen, die diesen Norman hier infrage stellen, sind Frauen. Vielleicht lassen sich Männer auch leichter von so einem Typen täuschen.

 

„Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Am 14.04.17 ist der Film in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile ist er in 373 Kinos landesweit zu sehen. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Ghost Story“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: A 24-Drama mit Rooney Mara und Casey Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Past Life“ (hebräisch mit englischen Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: israelischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Angkor Awakens: A Portrait of Cambodia“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über Kambodscha
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commune„ (dänisch mit engl. Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken, aber eher ja

 

Filmplakat von „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“

Berlin – Film: „Alien: Covenant“

Ich war am 19.05.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Alien: Covenant“ (dt. Kinostart war der 18.05.17) 122 min horror, sci-fi, sequel
dir. Ridley Scott cast: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bichir, Carmen Ejogo, Guy Pearce, James Franco

 
Im Jahr 2104. Das Raumschiff Covenant ist auf dem Weg zu einem abgelegenen Planeten am Rand der Galaxie. Die Crew-Mitglieder wollen dort mit 2000 eingefrorenen Menschen und 1000 Embryonen eine neue Menschenkolonie aufbauen. Das Kolonieschiff gerät in einen Weltraumsturm und so muss der Android Walter (Michael Fassbender) die Besatzungsmitglieder vorzeitig aus ihrem mehrjährigen Schlaf wecken. Als die Besatzung ein Signal von einem anderen Planeten empfängt, steuert sie diesen an. Vielleicht ist dieser erdähnlicher Planet bewohnbar und sogar noch besser geeignet als der andere? Wenn sie sich da mal nicht getäuscht haben…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Alien Covenant“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Ridley Scott („Blade Runner“, Thelma & Louise“, „Gladiator“, The Martian) und eine Fortsetzung zu Prometheus. Beide Filme sind Teil der Trilogie und ein Prequel zu Ridley Scotts Film „Alien“ aus dem Jahr 1979.

Als ich aus dem Kino kam, habe ich mich bombig unterhalten gefühlt. Auch wenn es mir etwas zu lange gedauert hat, bis die Story richtig Fahrt aufnimmt, fand ich den Film ab dem Moment, in dem die Covenant-Besatzung den fremden Planeten betritt, sauspannend. Bei quasi allen Filmen bleibt es bei der Bewertung, die ich mir noch im Kino notiert habe. Bei diesem Film bleibt es demzufolge auch bei „B+“.

„Alien: Covenant“ ist nun kein Film über den man länger nachdenken sollte. Es ist auch für mich mehr ein Horrorfilm, als ein Sci-Fi-Streifen. Ein Horrorfilm von der Sorte, bei dem man die Beweggründe der „Monster“ relativ offen lässt und die Menschen aufgrund ihres ausgesprochen dämlichen Verhaltens zu Opfern werden. Es hat zwar der Spannung keinen Abbruch getan, aber es hat mich gestört, dass ich kaum etwas über die Besatzungsmitglieder wusste und sie auch kaum auseinanderzuhalten konnte. Gut, da gab die bekannten Schauspieler Billy Crudup, Danny McBride, Katherine Waterston (bei der man sieht, was eine richtig unvorteilhafte Frise aus einem eigentlich hübschen Mädchen machen kann, wer Inherent Vice gesehen hat, weiß, wie sie aussehen kann) und – ich hatte es fast vergessen – Demián Bichir. Die Crew-Mitglieder sind alle untereinander verpaart, wer mit wem, war mir nicht eindeutig klar. Das finde ich insbesondere dann schade, wenn ich nicht mal bemerkt habe, dass es auch ein schwules Pärchen gibt. Wie bereits weiter oben angedeutet, waren mir die vielleicht ersten 30 Minuten zu zäh, es hätte aber dramaturgisch nicht geschadet, wenn man diese Zeit in die Charakterzeichnung investiert hätte. Eigentlich hätte es geholfen, wenn die „Last Supper“-Szene (s. Link zum Clip) im Film geblieben wäre, dafür hätte man beispielsweise die unnütze 127 Hours-Szene streichen können.

Als Horrorfilm hat mir „Alien: Covenant“ wie gesagt gefallen, lieber hätte ich aber einen richtig guten Sci-Fi-Film gesehen. Dazu hätte sich die Handlung eigentlich nur auf David und sein Zusammentreffen mit der Besatzung der Covenant konzentrieren müssen, den ganzen Alien-Kram hätte man sich für den nächsten Teil aufheben können. Aber gut, der Film ist das was er ist, hat mir trotzdem sehr gut gefallen und mit einem Kinobesuch habe ich zwei Michael Fassbenders bekommen. Es gibt also keinen Grund, sich zu beschweren.

Fassy schafft es hier auf meisterhafte Weise die zwei so unterschiedlichen Androiden David und Walter zu portraitieren. Walter ist die überarbeitete Version von David, die menschlichen Züge sind weitestgehend verschwunden, er spricht Amerikanisch im Vergleich zum britischen David.

 
„Alien Covenant“ ist am 19.05.17 landesweit in die amerikanischen Kinos gekommen, in Deutschland war der Film bereits einen Tag zuvor zu sehen. Ich habe in in Deutschland in der OV gesehen. Aus zeitlichen Gründen habe ich mich dieses Mal aber gegen die IMAX-Version entschieden.

Trailer zu sehen:

 
Last Supper Szene (Prolog):

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonder Woman„
Bewertung des Trailers: D+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Eine weitere Comic-Verfilmung auf die keiner gewartet hat, schlimm. Mit Gal Gadot, Chris Pine und Robin Wright
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Spider-Man: Homecoming„
Bewertung des Trailers: B (gezeigt in der OV)
Kommentar: Neuer Spider-Man-Film mit Tom Holland und auch mit Robert Downey Jr. als Iron Man
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 90% RT

Trailer v. Film: „The Hitman´s Bodyguard„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, mal gucken

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: nicht bewertbar, da ich super schlechte Laune bekommen habe (gezeigt in der OV)
Kommentar: FYMB
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Niemals…nie

Trailer v. Film: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: 5. Film der Serie. Warum genau spielt hier Javier Bardem mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Mummy„
Bewertung des Trailers: C (gezeigt in der OV)
Kommentar: Ernsthaft? Bei Tom Cruise bin ich eh draußen…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „War for the Planet of the Apes„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, gezeigt in der OV)
Kommentar: Mir geht das Herz auf, wenn ich Caesar sehe, ich liebe diese Reihe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

Kino in Berlin

Grundsätzlich gehe ich in Deutschland so gut wie nie regulär ins Kino (das letzte Mal war ich vor ungefähr einem Jahr zu Toni Erdmann). Ich bin einfach zu genervt davon, so viel Werbung vor dem Film sehen zu müssen. Jetzt habe ich aber die Unter-der-Woche-14.00-Uhr-Vorstellung für mich entdeckt. Zu dieser Zeit verirrt sich kaum ein Zuschauer ins Kino (ich habe in einem riesigen Kino ca. 20 Zuschauer gezählt), entsprechend kann man sich irgendeinen Sitzplatz im Kino aussuchen, man bekommt auch kaum Werbung zu sehen. Vor meiner Vorstellung wurden 22 Minuten Werbung (bzw. überwiegend Trailer und auch gab es eine überflüssige dreiminütigen Pause, in dem man sich entweder ein Eis kaufen oder noch mal schnell auf Toilette gehen kann) gezeigt. Vielleicht gehe ich jetzt öfter um diese Zeit ins Kino. Ich war allerdings überrascht, so viele (acht!!!) Trailer im deutschen Kino zu sehen.

 

TV – Serie: „Homeland, Staffel 6“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender SHOWTIME-Serie angeschaut:

 

 

„Homeland, 6. Staffel“ 12 x approx. 55 min drama, thriller, adaptation
dir. Keith Gordon, Lesli Linka Glatter, Alex Graves, Tucker Gates, Dan Attias, Michael Klick, Seith Mann cast: Claire Danes, Rupert Friend, F. Murray Abraham, Mandy Patinkin, Maury Sterling, Elizabeth Marvel, Hill Harper, Dominic Fumusa, J. Mallory McCree, Leo Manzari, Jake Weber, Shaun Toub, C.J. Wilson, Bernard White, Sebastian Koch, Nina Hoss

 
Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) wurde gerade zur neuen US-Präsidentin gewählt. Die CIA-Offiziellen Dar Adal (F. Murray Abraham) und Saul Berenson (Mandy Patinkin) briefen die designierte Präsidentin. Die ehemalige CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) ist mittlerweile zurück in den U.S.A. Sie arbeitet in New York für eine Anwaltskanzlei, die muslimische US-Bürger, die in den Terrorverdacht geraten sind, vertreten. Gerade kümmert sie sich um Sekou (J. Mallory McCree), der seine radikalen Ansichten im Internet verbreitet und von dem FBI festgenommen wurde. Special Agent Conlin (Dominic Fumusa) vermutet, dass Sekou mit einer islamistischen Terrororganisation zusammenarbeitet. Während des Präsidentschaftswahlkampfes hat Carrie die mittlerweile gewählte Präsidentin hinsichtlich der Arbeit der Geheimdienste beraten, jetzt sucht die gewählte Präsidentin erneut ihren Rat. Was führt eigentlich Dar Adal im Schilde?

 

 

C (Wertung von A bis F) Die Serie „Homeland“ basiert vage auf der israelischen Serie: „Hatufim“.

Die Ereignisse der sechsten Staffel finden ein paar Monate nach denen der fünften Staffel statt. Die sechste Staffel spielt nun erstmalig in New York und zwar hauptsächlich (also mit Ausnahme der ca. letzten 30 Minuten) in der Zeit zwischen der US-Präsidentschaftswahl und der Vereidigung des nächsten US-Präsidenten. In dieser Übergangsphase von zweieinhalb Monaten bereitet sich die designierte Präsidentin Elizabeth Keane (gespielt von Elizabeth Marvel) auf ihren Amtsantritt vor und die Geheimdienste bringen sich in Stellung. Die Präsidentin wird von der Hälfte der amerikanischen Bevölkerung bereits jetzt gehasst. Was wäre, wenn es in dieser Zeit zu einem Terroranschlag auf amerikanischen Boden kommt und sich die gewählte Präsidentin bereits vor ihrer Vereidigung im Krieg mit ihrem, dem amerikanischen Geheimdienst befindet?

 
Die Dramaturgie und die Figurenentwicklung in der sechsten Staffel empfand ich als unbefriedigend. Die letzte Szene der finalen Episode ist super, überhaupt sind die letzten 30 Minuten des Staffelendes klasse und lassen alle Richtungen, in denen sich die Serie in der siebente und achten Staffel entwickeln kann, völlig offen. Ich vermute, dass die nächste Staffel politischer wird. „Homeland“ hatte sich bereits mit der vierten Staffel neu erfinden müssen, es ist gut möglich, dass sie das für die siebente erneut tun muss. Aber zurück zu der aktuellen Staffel. Ich hatte schon arge Probleme mit der dritten Staffel, aber die sechste Staffel ist für mich die schwächste der Reihe.

Ab Ende der vierten Episode („A Flash of Light“) der sechsten Staffel wird es endlich spannend und dann zieht sich die Spannung auch bis zum Schluss, leider ist diese Staffel sowohl in der Figurenzeichnung als auch hinsichtlich der Handlung phasenweise ziemlich unrealistisch. Das Drehbuch ist einfach nicht gut genug, ein paar Logiklücken, kleinere, aber auch größere Ungereimtheiten haben mir Kopfzerbrechen bereitet.

Die vorherige Staffel (die fünfte) endete durchaus spannend, relativ offen war, was mit einem meiner Lieblingscharaktere Peter Quinn (gespielt von Rupert Friend) geschah. Also SPOILER FÜR DIE FÜNFTE STAFFEL ANFANG Peter Quinn wurde in der fünften Staffel von den islamistischen Terroristen mit Saringas vergiftet, lag lange im Koma und mit Ende der fünften Staffel war nicht klar, ob Quinn überlebt. In der ersten Episode der sechsten Staffel erfährt man, dass Quinn überlebt hat, aber unter den Folgen eines schweren Schlaganfalls zu leiden hat. Aus der fünften Staffel wissen die Fans der Serie, dass Carrie eine gewisse Mitschuld an seinem gesundheitlichen Zustand trägt. Sie hatte ihn – entgegen des dringenden ärztliche Rates – seinerzeit aufwecken lassen, um ein paar wichtige Informationen über den möglichen Terroranschlag in Berlin zu erhalten. Quinn spielt in der jetzigen, der sechsten Staffel eine sehr wichtige Rolle. Er muss mit körperliche Einschränkungen leben, hat sich aber auch psychisch verändert. Hat er Wahnvorstellungen oder sind seine Theorien gar nicht so absurd? SPOILER FÜR DIE FÜNFTE STAFFEL ENDE

Die Serie „Homeland“ war erschreckenderweise unserer Zeit bereits einige Male voraus. Die fünfte Staffel hat sich beispielsweise mit einem Terroranschlag in Europa (genauer in Berlin) beschäftigt und das noch bevor die zahlreichen (großen) islamistischen Terroranschläge in Paris, Brüssel, Nizza und Berlin verübt wurden. Die Drehbücher der sechsten Staffel wurden bereits im Februar 2016 geschrieben, zu der Zeit wusste man selbstverständlich noch nicht, dass Donald Trump Präsidentschaftskandidat werden würde. (entsprechend konnte man auch noch nicht ahnen, dass ein US-Präsident gewählt, der sich mit seinem eigenen Geheimdienst und der Presse einen Kleinkrieg liefern wird. Gedreht wurde seit Mitte August 2016, also noch bevor die Präsidentschaftswahlen (8.November 2016) stattfanden. Die Serienmacher haben vermutlich darauf gesetzt, dass Hilary Clinton zur US-Präsidentin gewählt wird. Der (neue) Seriencharakter des Staatsoberhauptes der Vereinigten Staaten ist weiblich hat aber charakterlich auch Ähnlichkeiten mit Donald Trump. Nicht schwer vorherzusehen war die Tatsache, dass der gewählte US-Präsident von mind. der Hälfte der Bevölkerung komplett abgelehnt wird.

In den vorangegangen Staffeln habe ich die Hauptserien-Charaktere bereits vorgestellt, in der sechsten Staffel sind zusätzlich von Bedeutung:

 

 

Elizabeth Keane ist designierte Präsidentin der Vereinigten Staaten. Sie bereitet sich auf ihren neuen Job als US-Präsidentin vor, in knapp 2 1/2 Monaten wird sie vereidigt. Gespielt die gewählte amerikanische Präsidentin von der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel. Sie hat in einigen großartigen Indie-Filmen („The Dying Gaul“, Synecdoche, New York), aber auch in größeren Produktionen True Grit, Lincoln und A Most Violent Year mitgewirkt. Elizabeth Marvel ist mit dem, von mir recht neu entdeckten wunderbaren Schauspieler Bill Camp (The Night Of) verheiratet.

 
Rob Emmons ist der Stabschef der gewählten Präsidentin Elizabeth Keane (gespielt von Elzabeth Marvel). Gespielt wird Rob Emmons von dem amerikanischen Schauspieler Hill Harper. Er hat viel in TV-Serien gespielt, u.a. hat er über viele Jahre die Hauptrolle in „CSI:NY“ gespielt.

 
Ray Conlin ist FBI Agent, der Carries Klienten Sekou (gespielt von J. Mallory McCree) verhaften liess. Gespielt wird Conlin von dem amerikanischen Schauspieler Dominic Fumusa. Er hatte in zahlreichen TV-Serien mitgespielt. Mir war er vorwiegend durch die Serie Nurse Jackie bekannt.

Brett O´ Keefe ist ein rechtspopulistischer Moderator, der mit einer eigenen Website Stimmung gegen die designierte Präsidentin (gespielt von Elizabeth Marvel) macht. Gespielt wird O´Keefe von dem englischen Schauspieler Jake Weber. Er hat u.a. in „Dawn of the Dead“ und in der TV-Serie „Medium“ mitgespielt.

Sekou Bah ist Moslem, der verdächtigt wird, sich radikalisiert zu haben und mit ausländischen Terrororganisationen zusammenzuarbeiten soll. Sekou ist Carries Klient. Gespielt wird Sekou von dem amerikanischen Schauspieler J. Mallory McCree. Er hat in einigen TV-Serien („Law & Order“, „Blue Bloods“, „Quantico“) mitgewirkt.

Saad Mahsud ist Sekous Freund. Gespielt wird Saad Mahsud von dem amerikanischen Tänzer und Schauspieler Leo Manzari.

 

 

Die sechste Staffel von „Homeland“ wurde erstmalig v. 15.01.17 – 09.04.17 auf SHOWTIME ausgestrahlt. Eine siebente und eine finale achte Staffel der Serie sind bereits bestätigt.

 
Trailer zur sechsten Staffel:

 

NYC – Film: „Chuck“

Ich war am 29.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Chuck“ (a.k.a. „The Bleeder“) 99 min drama, biopic
dir. Philippe Falardeau cast: Liev Schreiber, Naomi Watts, Elisabeth Moss, Ron Perlman, Michael Rapaport, Jim Gaffigan, Morgan Spector, Pooch Hall

 

 

In den 1970er Jahren. Der Schwergewichtsboxer Chuck Wepner (Liev Schreiber) war nie ein großer Boxer, aber irgendwann hat er die Gelegenheit, gegen Muhammad Ali (Pooch Hall) im Ring zu kämpfen. Er hält sich überraschend wacker. Das macht ihn über Nacht berühmt. Der Ruhm steigt ihm jedoch zu Kopf, mit seinen Alkohol-, Drogen- und Frauengeschichten kann seine Frau (Elisabeth Moss) so gar nichts anfangen…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Chuck“ basiert auf einer wahren Geschichte. Chuck Wepners Lebensgeschichte soll Sylvester Stallone dazu inspiriert haben, das Drehbuch für „Rocky“ zu schreiben. Es ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Philippe Falardeau („Monsieur Lazhar“).

Ich hatte bisher noch nie etwas von Chuck Wepner gehört und so geht es wahrscheinlich den meisten Menschen. Sogar der Regisseur wusste bis zu diesem Projekt nichts über den Profiboxer aus New Jersey. Nun gibt es natürlich zahlreiche Boxfilme, wenn ich zurückblicke habe ich mindestens einen pro Jahr gesehen. Viele dieser Filme ähneln sich, am Ende steht meistens der große Kampf. Dieser ist anders, allein der erste Akt widmet sich seiner Karriere als Profiboxer, später geht es darum, wie er versucht an seinem kurzfristigen Ruhm festzuhalten. Es ist eine erzählenswerte Geschichte mit einem authentischen Kostüm- und Produktionsdesign und einem tollen Disco-/Funk-Soundtrack.

 
Liev Schreiber kann hier zweifelsfrei als Chuck Wepner überzeugen, mit seiner prägnanten Stimme führt er auch durch die Handlung.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass mich Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake, Queen of Earth) an Jodie Foster erinnert, aber das tut sie – jedes Mal, wenn ich sie sehe. Schauspielerisch zählt die Amerikanerin zu der Elite und das offenbart sich insbesondere in dieser Knaller-Szene in dem Diner. Allein durch ihre Performance hat sich der Film für mich schon gelohnt. Erwähnenswert sind aber auch Liev Schreibers Ex-Freundin Naomi Watts und  Michael Rapaport als Chucks Bruder.

 
Der Film hieß ursprünglich „The Bleeder“. Der Film wurde umgenannt, weil viele Zuschauer – dem Filmtitel nach – dachten, es handelt sich um einen Horrorfilm. Außerdem wollte man vermeiden, dass dieser Film mit dem Boxfilm v. letzten Jahr Bleed for This verwechselt wird.

„Chuck“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2017 gesehen. Der Filmemacher war anwesend und hat sich im Anschluss an den Film den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt. Der Film startete am 5.5.17 in vier amerikanischen Kinos und ist mittlerweile landesweit in 39 Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

NYC – Film: „Aardvark“

Ich war am 29.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Aardvark“ 89 min drama
dir. Brian Shoaf cast: Zachary Quinto, Jenny Slate, Jon Hamm, Sheila Vand, Tonya Pinkins

 

 

Die Therapeutin Emily Milburton (Jenny Slate) hat mit Josh (Zachary Quinto) einen neuen Patienten. Offensichtlich leidet Josh an Halluzinationen. Andauernd begegnet ihm sein berühmter Bruder Craig (Jon Hamm), der als Schauspieler in immer andere Rollen schlüpft. Nun glaubt Josh, sich verliebt zu haben. Er ist aber nicht sicher, ob Hannah (Sheila Vand) überhaupt existiert…

 

 

C (Wertung von A bis F) „Aardvark“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Brian Shoaf.

Jedes Filmfestival hat natürlich auch seine Gurken, auch wenn ich mit meiner Auswahl recht zufrieden war, „Aardvark“ hätte ich mir sparen können. Bei Filmen, die psychische Probleme thematisieren, sollte man als Zuschauer entweder mit dem „Patienten“ mitfühlen können oder sie/ihn wenigstens sympathisch oder interessant finden. Ich habe keinen Zugang zu „Josh“ gefunden und dadurch wurde der Film schnell zäh und zuweilen anstrengend. Zumal Zachary Quinto als psychisch Instabiler alles andere als glaubwürdig ist (eine übertrieben blöde Frisur reicht mir nicht). Dazu kommt, dass Jenny Slate nicht mein Fall ist, ich fand sie und ihren Film „Obvious Child“ seinerzeit so grauenhaft, dass ich den schon nicht zu Ende schauen konnte. Hier ist sie zwar etwas erträglicher, aber ihren Filmcharakter fand ich genauso öde wie Zachary Quintos.

Jon Hamm bereichert „Aardvark“ mit seinem Filmstar-Charisma, ich hätte mir gewünscht, die Geschichte seiner Filmfigur würde hier erzählt werden.

 
„Aardvark“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Der Autor und Filmemacher Brian Shoaf war anwesend und hat sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. Er hat u.a. erzählt, dass er zusammen mit Zachary Quinto aufs College ging. Bislang hat der Film noch keinen amerikanischen Verleiher gefunden. Ein deutscher Kinostart ist auch nicht bekannt.

Bislang habe ich noch keinen Trailer gefunden.

Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

Filmplakate zum Tribeca Film Festival 2017

TV-Serie: „Big Little Lies“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Miniserie angeschaut:

 
„Big Little Lies“ (in Deutschland ab dem 19.05.17 auf DVD zu erhalten) 7 x approx. 55 min drama, mystery, adaptation
dir. Jean-Marc Vallée cast: Reese Witherspoon, Nicole Kidman, Shailene Woodley, Alexander Skarsgard, Laura Dern, Adam Scott, Zoé Kravitz, James Tupper, Jeffrey Nordling

 
Monterey, Kalifornien. Bei einer abendlichen Schulveranstaltung wurde jemand ermordet, weder der Mörder noch der Täter sind bekannt. Rückblick. Die Sommerferien sind zu Ende. Die alleinerziehende Jane Shapman (Shailene Woodley) ist gerade mit ihrem sechsjährigen Sohn nach Monterey gezogen. Noch vor dem ersten Schultag lernt sie Madeline Mackenzie (Reese Witherspoon) kennen. Madeline macht sie auch mit ihrer besten Freundin Celeste Wright (Nicole Kidman) bekannt. Janes Sohn, Madelines Tochter und die Zwillinge von Celeste gehen alle in dieselbe erste Klasse der örtlichen Grundschule. Noch am ersten Tag behauptet die Tochter von Renate (Laura Dern) von Janes Sohn gewürgt worden sein. Würde sich Madeline nicht gleich auf Janes Seite schlagen, wäre sie und ihr Sohn bestimmt schnell aus der Gemeinschaft ausgegrenzt worden. Aber auch Madeline hat ihre Probleme, sie hat es immer noch nicht überwunden, dass Nathan (James Tupper) sie vor fünfzehn Jahren für die wesentlich jüngere Bonnie (Zoe Kravitz) verlassen hat. Celeste führt mit ihrem, um einiges jüngeren Ehemann Perry (Alexander Skarsgard) eine sehr leidenschaftliche Beziehung, aber er wird ihr gegenüber zunehmend gewalttätig. Warum ist Jane eigentlich nach Monterey gezogen?

 
B (Wertung von A bis F) „Big Little Lies“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Liane Moriaty. Es ist die neue Serie des Serienschöpfers und TV-Produzenten David E. Kelly („L.A. Law“, „Chicago Hope“, „Ally McBeal“, „Boston Legal“). Bei allen sieben Episoden hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (The Young Victoria, Dallas Buyers Club, Wild, Demolition) Regie geführt. Dies ist sein erstes TV-Projekt.

Ein Mordfall umrahmt die Geschichten von mehreren Familien in einem kleinen kalifornischen Küstenörtchen. Wenn der Mord nicht am Anfang und Ende des Mehrteilers gestanden und mich zwischendurch mit Andeutungen, wer der Täter und wer der Mörder sein könnte immer wieder raus gerissen hätte, hätte mir „Big Little Lies“ noch besser gefallen. So wird zusätzlich eine Spannung aufgebaut, die dieser Mehrteiler nicht nötig hat. Erst im letzten Teil wird aufgelöst, wer Opfer/Täter sind und das kam für mich bei einem der beiden etwas aus dem Nichts. Eigentlich geht es aber hauptsächlich um die Geschichten dreier Mütter (Madeline, Celeste und Jane), von denen jede ein Geheimnis hat. Begleitet wird ihr Alltag von jeder Menge (in meine Augen nervigen) Kindern und ansonsten Intrigen, Mobbing, häuslicher Gewalt, Ehetherapie und Ehebruch.

In der ersten Folge erfährt man davon, dass ein sechsjähriger Junge ein gleichaltriges Mädchen gewürgt haben soll. Ausgerechnet der Sohn der gerade zugezogenen Jane (gespielt von Shailene Woodley) soll die Tochter der frustrierten Renata (gespielt von Laura Dern) angegriffen haben. Jane ist sowieso schon als Außenseiterin in der Stadt der Reichen und Schönen leicht zu erkennen, dieser Vorfall hätte sie leicht ins gesellschaftliche Aus schießen können, wenn sich nicht die kämpferische Madeline (gespielt von Reese Witherspoon) eingemischt und auf ihre Seite gestellt hätte.

Die Wrights (gespielt von Nicole Kidman, Alexander Skarsgard mit ihren sechsjährigen Zwillingssöhnen) sind die für mich spannendste Familie. Nach außen hin eine Bilderbuch-Familie, ein geradezu unverschämt attraktives Paar mit Kindern, die sogar ich toll finde. Die beiden Eheleute führen eine sehr leidenschaftliche Beziehung, bald wird aber klar, dass es in diesem Traumhaus zu Gewalttätigkeiten kommt.

Mit Ausnahme von Alexander Skarsgard und Laura Dern spielt in dieser Miniserie nun kein Schauspieler mit, den ich sonderlich mag. Shailene Woodley finde ich furchtbar und Reese Witherspoon kann ich eigentlich auch nicht leiden. Nicole Kidman halte ich zwar für talentiert, was sie mir jedoch jedes Mal von Neuem beweisen muss, weil mich entweder ihr zugebotoxtes, mimikloses Gesicht erschreckt oder ablenkt oder ich mich daran erinnere, dass sie mal mit diesem Sekten-Psycho eine – wie auch immer gelagerte – Beziehung führte. Mit Botox hat sie sich scheinbar in letzter Zeit etwas zurückgehalten. In den Therapiesitzungen zeigt Nicole Kidman wie fantastisch sie als Schauspielerin sein kann. Sie gibt für mich die beste Performance des Ensembles, gefolgt von Alexander Skarsgard (der erneut unwiderstehlich aussieht) und tatsächlich Reese Witherspoon. Letztgenannte ist hier wirklich klasse, wahrscheinlich war sie noch nie besser. Lobenswert erwähnen möchte ich auch Adam Scott (der sogar singen kann).

 
Meine Lieblingsepisode: habe ich nicht, meine Lieblingsszenen sind alle Szenen mit der Ehetherapeutin und Nicole Kidmans (und Alexander Skarsgards) Charakter.

 
Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Madeline ist scharfzüngig und streitsüchtig. Sie ist mit Ed (gespielt von Adam Scott) verheiratet. Die beiden haben eine gemeinsame sechsjährige Tochter, Chloe. Madeline hat mit ihrem Ex-Mann Nathan (gespielt von James Tupper) auch noch die Teenager-Tochter Abigail. So richtig hat sie es noch nicht überwunden, dass Nathan sie damals für die jüngere Bonnie (gespielt von Zoe Kravitz) verlassen hat. Ihre beste Freundin ist Celeste (gespielt von Nicole Kidman). Gespielt wird Madeline von der amerikanischen Schauspielerin Reese Witherspoon. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in „Legally Blonde“. Ein paar Jahre später hat sie mit ihrer ersten Oscar-Nominierung für „Walk the Line“ gleich den Academy Award gewonnen. Sie hat eine weitere Oscar-Nominierung für Wild erhalten.

Celeste ist Anwältin hat ihren Job aber aufgegeben und ist nur noch Ehefrau von Perry (gespielt von Alexander Skarsgard) und Mutter der sechsjährigen Zwillinge Josh und Max. Ihre beste Freundin ist Madeline (gespielt von Reese Witherspoon). Gespielt wird Celeste von der australischen Schauspielerin Nicole Kidman. Mir ist sie das erste Mal in „Dead Calm“ aufgefallen. Sie hat in zahlreichen Filmen („Moulin Rouge!“, „The Others“, „Dogville“, „The Stepford Wives“, Stoker) mitgespielt. Für ihre Performance in „The Hours“ hat sie einen Oscar gewonnen, sie hat drei weitere Oscar-Nominierungen für „Moulin Rouge!“, Rabbit Hole und Lion erhalten. Außerdem wurde sie für ihre Performance in „Hemmingway & Gellhorn“ für den Emmy nominiert.

Jane ist alleinerziehende Mutter des sechsjährigen Ziggy und erst kürzlich nach Monterey gezogen. Im Gegensatz zu ihren neuen Freundinnen Madeline und Celeste (gespielt von Reese Witherspoon und Nicole Kidman) ist sie nicht wohlhabend. Gespielt wird Jane von der amerikanischen Schauspielerin Shailene Woodley. International bekannt wurde sie wohl wahrscheinlich durch die „Divergent“-Serie. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in The Descendants, sie hat aber auch in The Spectacular Now und Snowden mitgespielt.

 
Renata ist eine erfolgreiche, aber irgendwie frustrierte Geschäftsfrau, sie ist mit Gordon (gespielt von Jeffrey Nordling) verheiratet und Mutter der sechsjährigen Tochter Amabella. Gespielt wird Renata von der amerikanischen Schauspielerin Laura Dern. Sie hat in den David Lynch-Filmen „Blue Velvet“, „Wild at Heart“ und „Inland Empire“ mitgespielt und ist aus dem Indie-Kino (99 Homes, Certain Women, Wilson) nicht mehr wegzudenken. Laura Dern hat zwei Oscar-Nominierungen für „Rambling Rose“ und Wild und fünf Emmy-Nominierungen für „Afterburn“, „Fallen Angels“, „Ellen“, „Recount“ und „Enlightened“. Laura Dern ist die Tochter der Schauspieler Diane Ladd und Bruce Dern.

 
Perry ist der Ehemann von Celeste (gespielt von Nicole Kidman). Die beiden haben sechsjährige Zwillingssöhne. Gespielt wird Perry von dem schwedischen Schauspieler Alexander Skarsgard. Durch seine Rolle als Eric Northman in True Blood wurde er international bekannt. Er hat in einigen guten Indies (u.a. Disconnect, The East, What Maisie Knew, The Diary of a Teenage Girl) gespielt und ist der Sohn von Schauspieler Stellan Skarsgard.

 
Bei den Fernseh-Oscars (den Primetime Emmy Awards) in der Kategorie Beste Miniserie konkurriert „Big Little Lies“ dieses Jahr (2017) bisher vor allen Dingen mit den Serien The Night Of und Feud: Bette and Joan und der 3. Staffel „Fargo“. „Big Little Lies“ ist für einige Emmys im Gespräch, u.a. Beste Limited Series, Beste Hauptdarstellerin (Limited Series) Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Beste Nebendarstellerin (Limited Series) Shailene Woodley, Bester Nebendarsteller (Limited Series) Alexander Skarsgard, Adam Scott und einige technische Kategorien.

„Big Little Lies“ wurde erstmalig v. 19.02.-02.04.17 auf HBO ausgestrahlt. Der Mehrteiler ist in Deutschland ab dem 19.05.17 auf DVD erhältlich.

 
Trailer zu sehen:

 
Vorspann (mit einem wunderbaren Ohrwurm) zu sehen:

 

NYC – Film: „The Lovers“

Ich war am 28.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Lovers“ 94 min comedy, drama 
dir. Azazel Jacobs cast: Tracy Letts, Debra Winger, Melora Walters, Aidan Gillen, Tyler Ross, Jessica Sula

 

 

Mary (Debra Winger) und Michael (Tracy Letts) sind seit vielen Jahren verheiratet, sie haben sich aber schon lange auseinandergelebt. Beide haben heimliche Affären mit anderen Partnern. Eigentlich sind das sogar richtige Beziehungen, die Mary mit dem jungen Schriftsteller Robert (Aiden Gillen) und Michael mit der Ballettlehrerin Lucy (Melora Walters) führen. Vielleicht ist es nun Zeit, einen Schlussstrich unter ihre Ehe zu setzen. Dann passiert aber das Unerwartete, die beiden Eheleute verlieben sich erneut ineinander und haben gar Sex miteinander. Das ist alles sehr befremdlich…

 
B+ (Wertung von A bis F) „The Lovers“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Azazel Jacobs (Terri).

„The Lovers“ ist eine unkonventionelle RomCom. Diese Ehekomödie braucht eine Weile bis sie richtig in Schwung kommt, dann überzeugt sie aber mit zwei herausragenden Hauptdarstellern, Situationskomik und einem unerwarteten Ende.

Tracy Letts Arbeit als Bühnen- und Drehbuchautor (Bug, August: Osage County) und als Schauspieler (The Big Short, Elvis & Nixon, Imperium) verfolge ich schon eine Weile, seit der brillanten Dialogszene, die er sich in der Philip Roth-Verfilmung Indignation mit Logan Lerman geliefert hat, zählt er für mich zu den besten Schauspielern unserer Zeit. In diesem Film ist er einfach nur hinreissend, ja liebenswert. Debra Winger und Tracy Letts geben ein glaubwürdiges, gleichaltriges Ehepaar ab, auch wenn Tracy Letts im wahren Leben tatsächlich zehn Jahre jünger ist als die Schauspielerin.

Die drei Mal für den Oscar nominierte Debra Winger war in den 1980er Jahren mit Filmen wie „An Officer an a Gentleman“ und „Terms of Endearment“ gut im Geschäft, später hat sie sich dann selbst von der Schauspielerei zurückgezogen. Seit einigen Jahren ist sie wieder hin und wieder zu sehen, mir hat sie zuletzt in dem Jonathan Demme-Film Rachel Getting Married richtig gut gefallen. Eine talentierte Schauspielerin wie sie, die konsequent Schönheitsoperationen ablehnt, würde ich gerne öfter sehen.

„The Lovers“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film am Film for All Friday (an dem alle Kinokarten kostenlos sind) auf diesem Filmfestival gesehen. Der A24-Film startete am 5.5.17 in vier amerikanischen Kinos. Seit heute läuft er in 23 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

NYC – Film: „Sweet Virginia“

Ich war am 27.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Sweet Virginia“ 95 min drama, thriller
dir. Jamie M. Dagg cast: Jon Bernthal, Christopher Abbott, Imogen Poots, Rosemarie DeWitt, Odessa Young

 
Sam (Jon Bernthal) ist der Manager des Motels Sweet Virginia in einer Kleinstadt in Alaska. Gerade hat er Ärger mit einigen Gästen und dann taucht auch noch dieser seltsame Elwood (Christopher Abbott) auf. Lila (Imogen Poots) hat ganz andere Sorgen, ihr Ehemann ist gerade ermordet worden…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Sweet Virginia“ ist der zweite Film des kanadischen Filmemachers Jamie M. Dagg („River“).

Das Tribeca Film Festival ist kein Festival auf dem potenzielle Oscar-Kandidaten gezeigt werden (auch wenn ich dort im letzten Jahr Life, Animated gesehen habe, der tatsächlich dieses Jahr als Beste Dokumentation für den Academy Award nominiert wurde). Auf diesem Filmfestival werden vorwiegend neue TV-Projekte vorgestellt und Dokumentationen und Indie-Filme gezeigt, die leider nur selten eine offizielle Kinoauswertung bekommen. Über die Jahre habe ich einige wunderbare Indies (DetachmentSome Velvet Morning, Lucky Them, Match, Loitering with Intent, Starred Up, The Driftless Area, The Survivalist, Hunt for the Wilderpeople, Always Shine) dort gesehen. Viele Filme werden dort in der Weltpremiere gezeigt, was die Auswahl für mich nicht einfacher macht. Dennoch hatte ich bisher jedes Jahr mindestens einen Lieblingsfilm. Dieses Jahr war „Sweet Virginia“ mein Highlight.

„Sweet Virginia“ ist eine simple, düstere und stimmige Inszenierung eines Filmemachers, der sein Handwerk versteht. Der Beschreibung des TFF nach, sollte der Film an die früheren Coen Bros.-Werke erinnern und das kann ich unterschreiben. Es ist ein wirklich spannender Thriller mit einem eindringlichen, hämmernden Score (von den Blair Brothers, Brüder von Schauspieler Macon Blair, bekannt aus Blue Ruin).

Ich habe zwar schon einige Filme mit Jon Bernthal gesehen, nachhaltig beeindruckt hat er mich bislang aber noch nicht. Das ändert sich gerade, optisch erinnerte er mich hier an Ben Affleck, Jon Bernthal besitzt aber, im Gegensatz zu Ben Affleck, Schauspieltalent.

 
„Sweet Virginia“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe ihn auf diesem Filmfestival gesehen. Bislang hat der Film noch keinen amerikanischen Filmverleih gefunden, ein deutscher Kinostart ist auch noch nicht bekannt.

 
Einen Trailer habe ich bislang noch nicht finden können, dafür diesen Ausschnitt:

 
Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

NYC – Film: „Manifesto“

Ich war am 27.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Manifesto“ 94 min art
dir. Julian Rosefeldt cast: Cate Blanchett

 

 

Cate Blanchett verkörpert in zwölf Episoden dreizehn unterschiedliche Figuren (u.a. Obdachlose, Nachrichtensprecherin, Lehrerin, Fabrikarbeiterin, Choreographin, Punkerin, Wissenschaftlerin, Puppenmacherin, Witwe) und rezitiert Manifeste zur Kunst.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Manifesto“ ist ein experimentelles Filmprojekt des deutschen Medienkünstlers Julian Rosefeldt. Gedreht wurde im Dezember 2014 in Berlin. Meine Heimatstadt wird namentlich nicht genannt. Diese Stadt ist trostlos und anonym inszeniert. Für das Projekt sind jedoch tolle Locations gewählt.

Ursprünglich war „Manifesto“ eine Ausstellung mit parallelen Video-Installationen auf der u.a. die von Cate Blanchett portraitierter Charakter gezeigt wurden. Ich habe nun die Spielfilmversion dieses mutigen Kunstprojektes gesehen. Performance-Kunst mit der wandlungsfähigsten Schauspielerin unserer Zeit ist selbstverständlich gut bei dem stets für außergewöhnliche Kunst offenen New Yorker Publikum aufgehoben. Auch wenn ein paar meiner Mitzuschauer die Vorstellung vorzeitig verlassen haben, hatte ich den Eindruck, dass „Manifesto“ vorwiegend positiv aufgenommen wurde. Ich, für meinen Teil, könnte Cate Blanchett sowieso stundenlang zuschauen. So fand ich diesen Film, in dem sie in unterschiedliche Persönlichkeiten schlüpft und Monologe über Kunst hält natürlich absolut faszinierend. Ich konnte meine Augen (und Ohren) nicht von ihr lassen.

„Manifesto“ feierte seine Weltpremiere und Erstausstellung im Australian Centre of the Moving Image. Die Filmversion wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2017 gesehen. Ab dem 10.05.17 wird der Film im Film Forum in New York zu sehen sein und, weitere Termine für den amerikanischen Markt sind auf der Website des Verleihers zu sehen (http://filmrise.com/manifesto/). Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt. Die Ausstellung ist derzeit jedoch noch bis zum 14.05.17 in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 
Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

NYC – Film: „Buster´s Mal Heart“

Ich war am 26.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Buster´s Mal Heart“ 96 min mystery, drama, thriller
dir. Sarah Adina Smith cast: Rami Malek, DJ Qualls, Kate Lyn Sheil, Toby Huss, Lily Gladstone

 

 

Ein junger Mann (Rami Malek) wird von den Behörden durch den winterlichen Wald von Montana gejagt. Es gelingt ihm, in eine Höhle zu fliehen. Was hat dieser Mann mit dem vollbärtigen, spanisch-sprechenden Mann auf dem Boot auf hoher See und mit dem Concierge eines riesigen, abgelegenen Hotels zutun?

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Buster´s Mal Heart“ ist erst der zweite Film der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Sarah Adina Smith („The Midnight Swim“, „Holidays – Segment „Mother´s Day“).

Die Geschichte wird in verschiedenen Handlungsebenen erzählt. Rami Malek als Gejagter und als landesweit Gesuchter mit viel zu vielen Haaren, Rami Malek als Was-auch-immer-Überlebender auf einem kleinen Boot auf hoher See und schließlich Rami Malek als Concierge eines sehr großen, quasi leerstehenden Hotels. Der Letztgenannte ist Ehemann und liebender Vater einer kleinen Tochter. Was hat Jonah mit Buster zutun? Was ist passiert, dass das eine zu dem anderen führte oder ist es gar keine dieser Geschichten?

 
„Buster´s Mal Heart“ kann man am besten als eine Mischung aus „Mr. Robot“, Kubricks „The Shining“ mit einer Prise von Finchers „Fight Club“ und einer wirklich seltsamen Komödie beschreiben. Wenn ich den Film so beschreibe, ist klar, dass ich den Film liebe. Im anschließenden Q & A wurde Rami Malek gefragt, inwiefern Mr. Robot in diese Geschichte eingeflossen ist. Elliot aus „Mr. Robot“, so äußerte sich der Schauspieler, leidet unter der gegenwärtigen Politik und Gesellschaft während Jonah mehr eine existenziellen Krise hat.

 
Ich mag die Interpretation, dass in vielen Menschen zwei Herzen schlagen. Die Zerrissenheit auf der einen Seite, eine Beziehung zu führen, auf der anderen Seite alle Freiheiten geniessen zu wollen, auf der einen Seite brav und angepasst zu leben, auf der anderen Seite am liebsten etwas Verbotenes tun wollen, etc.

Die Hotel-Location ist beeindruckend, so auch der Score. Die Sequenz, in der Buster das rote „Weihnachtsensemble“ trägt ist wunderbar absurd und urkomisch. Alles in allem ist „Buster´s Mal Heart“ ein sehenswerter Film mit einem tollen Rami Malek.

 
„Buster´s Mal Heart“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film startete am 28.04.17 in einem amerikanischen Kino (einem meiner Lieblingskinos, dem Angelika Film Center in Manhattan). Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2017 gesehen. Die Regisseurin Sarah Adina Smith, der Hauptdarsteller Rami Malek, die Produzentin, der Kameramann (und Ehemann der Regisseurin) und einige Nebendarsteller standen im Anschluss an den Film den vielen Fragen des Publikums zur Verfügung. Rami Malek wurde von seinen Co-Stars aus der TV-Serie „Mr. Robot“, Carly Chalkin und Portia Doubleday zum Screening begleitet. Die dritte Staffel von „Mr. Robot“ wird derzeit (April 2017) in Manhattan gedreht. Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt.

Trailer zu sehen:

 
Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

Buster´s Mal Heart Screening auf dem Tribeca Film Festival 2017
Buster´s Mal Heart Screening auf dem Tribeca Film Festival 2017, anschließendes Q & A mit Regisseurin Sarah Adina Smith (zweite v. li.) und Hauptdarsteller Rami Malek.
Buster´s Mal Heart Screening auf dem Tribeca Film Festival 2017, anschließendes Q & A mit Regisseurin Sarah Adina Smith (zweite v. li.) und Hauptdarsteller Rami Malek.

 

 

NYC – Film: „Psychopaths“

Ich war am 25.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Psychopaths“ 85 min horror
dir. Mickey Keating cast: Ashley Bell, James Landry Hébert, Mark Kassen, Angela Trimbur, Larry Fessenden, Jeremy Gardner, Sam Zimmerman

 

 

Als der zu Tode verurteilte Serienmörder Henry Earl Starckweather (Lars Fessenden) hingerichtet wird, ist Vollmond und das löst bei den Psychopathen der Stadt eine Gewalt- und Tötungswelle aus.

 
B- (Wertung von A bis F) „Psychopath“ ist der neue Film des noch sehr jungen, amerikanischen Autors und Filmemachers Mickey Keating („Ritual“, „Darling“, „Carnage Park“).

Wie der Filmtitel bereits andeutet, werden hier Geschichten von Psychopathen erzählt. Da wäre Alice (Ashley Bell), die aus der Nervenheilanstalt ausgebüchst ist und denkt sie wäre eine Entertainerin aus den 1950er Jahren, wie selbstverständlich schlachtet sie ein streitendes Paar ab. Blondie (Angela Trimbur), die Nachbarin des Paares ist ein Beinahe-Opfer, dass ihrem Angreifer schon bald zeigt, wer sich mit den verschiedensten Foltermethoden nun wirklich gut auskennt und dann gibt es – neben ein paar anderen seltsamen Figuren – noch einen Killer, der verschiedene Kindermasken aus Plastik trägt.

Während des Films war ich hin- und hergerissen, ob ich das Gezeigte nun gelungen oder doch zu gewollt und irgendwie unfreiwillig komisch fand. Das betraf auch die Hauptfiguren, sind die – so weit es das Genre zulässt – glaubhaft, gar cool oder zu bemüht und albern? Meiner wohlwollende Bewertung kann man entnehmen, dass mir der Film mehr gefallen als mißfallen hat. Dennoch, richtig happy war ich mit dem Ergebnis nicht, was auch daran liegen kann, dass ich viel zu lange damit beschäftigt war, der Handlung einen Sinn abzugewinnen. Auch wenn hier, überflüssigerweise, ein Erzähler durch die Handlung führt, „Psychopaths“ ist keiner dieser Filme , der einem am Ende eine Auflösung anbietet. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von (wahrscheinlich) tollen, einprägsamen Momenten, der einen oder anderen Lynch-mäßigen Sequenz, viel Blut und einem ziemlich gelungenen Soundtrack.

 
„Psychopaths“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe ihn auf diesem Filmfestival gesehen. Zwei der Produzenten und einige der Schauspieler waren anwesend. Der Film sucht derzeit noch nach einem amerikanischen Verleiher. Ein deutscher Kinostart ist bisher auch noch nicht bekannt.

Ein kleiner Ausschnitt zu sehen:

 
Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

Eines der Filmplakate des Tribeca Film Festivals 2017
Eines der Filmplakate des Tribeca Film Festivals 2017
Eines der Filmplakate des Tribeca Film Festivals 2017

 

TV – Serie: „Feud: Bette and Joan“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Miniserie angeschaut:

 

 

„Feud: Bette and Joan“ 8 x approx. 50 min drama, biopic
dir. Ryan Murphy, Gwyneth Horder-Payton, Liza Johnson, Helen Hunt, Tim Minear cast: Jessica Lange, Susan Sarandon, Judy Davis, Jackie Hoffman, Alfred Molina, Stanley Tucci recurring cast: Catherine Zeta-Jones, Kathy Bates, Alison Wright guest starring: Sarah Paulson, John Waters

 

 

Im Jahr 1961. Joan Crawford (Jessica Lange) ist nach dem überraschenden Tod ihres Mannes in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Seit Jahren hat die alternde Hollywood-Diva schon keine guten Rollenangebote mehr bekommen. Nun sucht sie selbst nach einem Projekt und wird mit dem Roman „What Ever Happened to Baby Jane?“ fündig. Sie überredet den Filmemacher Robert Aldrich (Alfred Molina), diesen Roman mit ihr und Bette Davis (Susan Sarandon) in den Hauptrollen zu verfilmen. Auch Bette Davis´ Karriere ist nicht mehr das, was sie mal war – mittlerweile spielt sie am Broadway, aber die Kritiken sind durchwachsen. Der Regisseur Robert Aldrich versucht eine Finanzierung für „What Ever Happened to Baby Jane?“ zu bekommen, nur würden alle Hollywood-Produzenten lieber jüngere Stars besetzen. Schließlich gelingt es ihm, den Studioboss Jack L. Warner (Stanley Tucci) zu überzeugen, dieses Filmprojekt ins Kino zu bringen. Damit beginnen jedoch erst die wahren Probleme, denn die beiden Hollywood-Legenden sind sich spinnefeind…

 
A- (Wertung von A bis F) „Feud: Bette and Joan“ ist die neueste Anthologie-Serie von Serienschöpfer Ryan Murphy (“Nip/Tuck“, „Glee“, „American Horror Story“). Im letzten Jahr hat Ryan Murphy sich mit The People v. O. J. Simpson: American Crime Story dem Prozess des (letzten) Jahrhunderts gewidmet, mit der ersten Staffel seiner neuen non-fictional Anthologie-Serie erzählt er von dem Kleinkrieg, den sich die Hollywoodlegenden Bette Davis und Joan Crawford über Jahrzehnte geliefert haben.

Ich kann mich nicht erinnern, wann mir eine Serie je größeres Vergnügen bereitet hat. Hollywood-Geschichte (n), die Oscars, starke, schwierige Frauencharaktere, die ihren Willen durchsetzen, ein epochaler Zicken Diven-Krieg, großartige Schauspieler, exzellentes Schauspiel, ein ständig fluchenden Stanley Tucci in der konsequenten Arschloch-Rolle, ein Alfred Molina, der noch nie besser war…logischerweise habe ich die einzelnen Episoden dieser Serie mehrmals gesehen. Aber auch wenn einem gar nichts von diesen Themen interessiert, kann man sich an dem überragenden Vintage-Set- und Kostümdesign (alleine Hedda Hoppers Hüte) sattsehen.

Die erste Staffel von „Feud“ führt einen in das „alte Hollywood“, zu Beginn der 1960er Jahre stirbt das Studio-System langsam aus. Viele Amerikaner haben mittlerweile einen Fernseher, gehen aber trotzdem immer noch mehrere Male die Woche ins Kino. Im Vergleich zu heute gibt es ganz wenige „große“ Stars. Die großen Stars dieser Zeit waren u.a. Audrey Hepburn, Doris Day und Elizabeth Taylor. Schauspielerinnen, die bereits über 40 Jahre alt waren – auch wenn sie einst noch so erfolgreich waren – bekamen kaum noch Rollenangebote. Joan Crawford war im Jahr 1961 (vermutlich) 57 Jahre alt und steckte durch den plötzlichen Tod ihres Ehemanns in finanziellen Schwierigkeiten. Sie entschied sich, eigeninitiativ ein neues Filmprojekt zu suchen. Sie fand den Roman „What Ever Happened to Baby Jane?“ und überzeugte den Regisseur Robert Aldrich, das Projekt mit ihr und Bette Davis zu realisieren.

 

Die ersten drei Episoden von „Feud: Bette and Joan“ erzählen von diesem Filmprojekt, vor allen Dingen von den nervenaufreibenden Dreharbeiten zu dem Film. Bei der vierten Episode sind die Dreharbeiten abgeschlossen, das Filmprojekt „What Ever Happened to Baby Jane?“ galt immer als „B-Movie“ und sollte nun landesweit in den amerikanischen Kinos starten. Der Film wurde zu einem Überraschungshit und wurde noch dazu für fünf Oscars nominiert. Die fünfte Folge erzählt von den legendären Oscars des Jahres 1963. Die sechste Episode handelt von den Nachwirkungen der Oscars und der Suche nach einem neuen Filmprojekt für sämtliche Beteiligte von „What Ever Happened to Baby Jane?“. „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ sollte es sein. Die siebente Episode erzählt von den anstrengenden Dreharbeiten von „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ und wie es zu der Umbesetzung kam. Schließlich vergehen für die letzte Episode einige Jahre…

„Feud: Bette and Joan“ zeigt wie generell Frauen (und andere Minderheiten), aber insbesondere ältere Schauspielerinnen in Hollywood behandelt wurden (und wohl immer noch werden).

 
Ryan Murphy ist ein offen schwul lebender Autor, Filme- und Serienmacher und man sieht dieser Anthologie-Serie an, dass dies wohl eine Art Traumprojekt für ihn ist. Wie die meisten Homosexuellen liebt er starke Frauen/Persönlichkeiten und tolle Schauspielerinnen. In „Feud: Bette and Joan“ sind nicht weniger als 15 Rollen mit Schauspielerinnen jenseits der Vierzig besetzt worden. Ryan Murphy hat auch das bemerkenswertes Projekt „Half Foundation“ ins Leben gerufen, bei der in in seinen Serien mind. 50% Frauen im Regiesessel sitzen. Sehr löblich. Als junger Journalist, Ende 1980er Jahren und zwei Monate vor ihrem Tod, hat Ryan Murphy die Gelegenheit bekommen, die Hollywood-Legende Bette Davis zu interviewen. Die beiden führten ein Vier-Stunden-Gespräch, Die Idee zu dieser Serie ist vielleicht bereits in der Zeit entstanden.

 
Mir war relativ schnell klar, dass ich dem „Team Bette“ angehöre. Mein Herz gehört von jeher den Charakterschauspielern, den Künstlern. Außerdem glaube ich, dass Bette Davis unglaublich selbstbewusst und scharfzüngig, ja cool war – ich mag ihre Attitüde. Joan Crawford war sicher wesentlich hübscher als Bette Davis, aber auch sehr eitel hinsichtlich ihres Aussehens. Bette Davis war auch eitel, aber einzig hinsichtlich ihrer Arbeit. Sie wollte immer in anspruchsvollen Projekten ihre bestmögliche Performance geben. Bette Davis war die Meryl Streep ihrer Zeit. Gerade wenn man sich die Filme mit Bette Davis anschaut, sieht man, dass Susan Sarandon eine starke Ähnlichkeit (Gesichtszüge, Augen) mit Bette Davis hat. Susan Sarandon versucht nicht, Bette Davis´ Stimme zu imitieren, sie sorgt aber mit ihrer kraftvollen Stimme und Sprache für Glaubwürdigkeit. Susan Sarandon ist brillant als Bette Davis. Überragend fand ich aber auch Alfred Molina und – na klar – Stanley Tucci als Jack Warner, dem Kopf von Warner Bros.

Mit Jessica Lange hatte ich anfangs meine Probleme. Sie war mal eine bildhübsche Frau, sieht aber jetzt dank (wahrscheinlich zu vieler Schönheitsoperationen) maskenhaft aus. So wirkt Jessica Lange hier als ob Jessica Lange Joan Crawford porträtiert. Später ab Folge 3 habe ich mich entweder an sie gewöhnt oder sie ist in ihre Rolle reingewachsen. In ihrem Spiel ist sie in meinen Augen tatsächlich besser geworden. Später ab Episode fünf und sechs konnte ich dann auch vergessen, hier eigentlich Jessica Lange zu sehen. Letztlich darf man nicht vergessen, dass auch Joan Crawford in der, bzw. für die Öffentlichkeit die Rolle der „Joan Crawford“ gespielt hat. Jessica Lange ist später in der Serie absolut glaubhaft, an die bravouröse Performance von Susan Sarandon kommt sie – meines Erachtens – jedoch nicht heran.

So gegensätzlich die Hollywood-Diven Bette Davis und Joan Crawford waren, so ähnlich war jedoch ihr privater Hintergrund. Auch charakterlich waren sie sich sehr ähnlich. Beide hatten eine unschöne bzw. (in Joan Crawfords Fall) eine schreckliche Kindheit, haben sich ihre Karriere hart erarbeitet, suchten stets nach Anerkennung, waren sehr ehrgeizig, kämpferisch und professionell, aber auch eifersüchtig und neidisch. Sie hatten Allüren und waren letztlich beide einsam. Sowohl Bette Davis als auch Joan Crawford hatten adoptierte Kinder (Bette Davis hatte mit B.D. auch ein leibliche Tochter) mit denen sie eine schwierige Beziehungen verband. Beide waren vier Mal verheiratet und – mehr oder weniger – alleinerziehend. Die Schauspielerinnen waren extrem erfolgreich, aber ab einem gewissen Alter war ihre Karriere quasi am Ende. Beide Hollywoodlegenden hatten ein Alkoholproblem und auch Affären mit denselben Männer.

 
Gestern wurde nun die letzte Episode von „Feud: Bette and Joan“ erstmalig ausgestrahlt. Im Vorfeld habe ich mich schon lange auf diese neue Serie gefreut und so konnte ich es selbstverständlich nicht abwarten, bis die Serie erstmalig komplett ausgestrahlt wurde. Ich sah mich gezwungen, von Beginn der Erstausstrahlung an – ganz old school – eine Folge pro Woche zu sehen, um dann wieder eine elend lange Woche darauf zu warten, bis eine neue Folge zum Download zur Verfügung stand und diese dann zu schauen. Was Filme bzw. Serien angeht, hat „Feud: Bette and Joan“ quasi die letzten zwei Monate meines Lebens bestimmt. Ich habe viel recherchiert, den Wahrheitsgehalt der Serie abgeklopft (die Serie hält sich – mit Ausnahme der letzten Episode – sehr an die Fakten) und mir den Luxus genommen, die für diese TV-Serie beiden relevanten Filme What Ever Happened to Baby Jane? und Hush…Hush, Sweet Charlotte erneut anzuschauen. Das würde ich auch jedem empfehlen, der sich „Feud: Bette and Joan“ ansieht. Außerdem habe ich mir einige wichtige Filme mit Bette Davis, Joan Crawford und Olivia de Havilland angeschaut: „Sudden Fear“ aus dem Jahr 1952, für diese Performance wurde Joan Crawford für den Oscar nominiert (B+), „Mildred Pierce“ aus dem Jahr 1945, für diese Performance hat Joan Crawford einen Oscar gewonnen (B-) , „Dangerous“ aus dem Jahr 1935, für diese Performance hat Bette Davis ihren ersten Oscar gewonnen, (C+) und „Jezebel“ aus dem Jahr 1938, für diese Performance hat Bette Davis ihren zweiten Oscar gewonnen (B+), „The Snake Pit“ aus dem Jahr 1948, für diese Performance wurde Olivia de Havilland für den Oscar nominiert (A-), „Strait-Jacket“ mit Joan Crawford aus dem Jahr 1964 (B-), „The Letter“ aus dem Jahr 1940, für diese Performance wurde Bette Davis für den Oscar nominiert (A-). Bei der Gelegenheit habe ich mir auch „All About Eve“ aus dem Jahr 1950, der Film hat 14 Oscar-Nominierungen erhalten, inkl. einer Nominierung für Bette Davis (A) und „Suspicion“ aus dem Jahr 1941 (A-), dafür hat Olivia de Havillands Schwester Joan Fontaine den Oscar gewonnen – es war die einzige schauspielerische Leistung eines Alfred Hitchcock-Films, die je mit einem Oscar honoriert wurde, mal wieder angeschaut. Das war ein etwas zeitaufwändiges Projekt, aber es hat so viel Spass gemacht und ich habe sehr viel Neues über Hollywood gelernt.

Meine Lieblingsepisode: Wie sollte es anders sein: Episode 5 („And the Winner is…(The Oscars of 1963). In dieser Episode dreht sich alles um die 35th Academy Awards. Wenn man nicht weiß, was man unter „schmutzige Oscar-Kampagne“ versteht, hier gibt es ein Paradebeispiel.

Dramaturgisch mag dieser Mehrteiler vielleicht nicht immer gut gelöst sein, aber er ist unglaublich unterhaltsam und witzig. Auch konnte ich mich nicht für jede schauspielerische Leistung (mit Kathy Bates als Joan Blondell habe ich mich nie anfreunden können, Catherine Zeta-Jones fand ich anfangs als Olivia de Havilland auch nicht überzeugend, später schon) begeistern, wer aber an Hollywood-Geschichte interessiert ist, sich an umwerfender Ausstattung und Kostümen und hervorragenden Performances erfreuen kann, wird diese TV-Serie auch lieben. In meinen Augen wird diese Serie von Episode zu Episode besser.

Der grobe Inhalt der einzelnen Episoden:

  1. Episode (Pilot) Das Projekt „What Ever Happened to Baby Jane?“ und der Beginn der Dreharbeiten
  2. Episode (The Other Women) Die Probleme bei den Dreharbeiten
  3. Episode (Mommie Dearest) Privater Hintergrund der Diven, Dreharbeiten werden abgeschlossen
  4. Episode (More, or Less) „What Ever Happened to Baby Jane?“ ist fertiggestellt und startet landesweit in den amerikanischen Kinos, Oscar-Nominierungen
  5. Episode (And the Winner is…(The Oscars of 1963)) Die 35th Academy Awards
  6. Episode (Hagsploitation) Was kommt nach „What Ever Happened to Baby Jane?“? Beginn der Dreharbeiten von Hush…Hush, Sweet Charlotte
  7. Episode (Abandoned) Die Probleme bei den Dreharbeiten von „Hush…Hush, Sweet Charlotte“
  8. Episode (You Mean All This Time We Could Have Been Friends?) fiktiver Part, das Ende der Karrieren der Hollywood-Legenden

Um die schauspielerische Leistung richtig zu erfassen, sollte man diese Serie unbedingt im Original sehen!

 
Die wichtigsten Charakter der Serie im wahren Leben:

Joan Crawford (als Lucille Fay LeSueur, vermutlich im Jahr 1904 geboren) war eine amerikanische Schauspielerin. Sie war ein Filmstar und stets auf ihr Äußeres und ihre Außenwirkung bedacht. Sie setzte immer ihren gesamten Sexappeal ein. Jahrelang war sie bei dem Filmstudio MGM unter Vertrag, galt aber Ende der 1930er Jahre plötzlich als Kassengift. Anfang der 1940er Jahre wechselte sie zu Warner Bros., dem Filmstudio, dem Bette Davis angehörte. Nachdem Bette Davis die Hauptrolle in „Mildred Pierce“ ablehnte, bekam Joan Crawford den Zuschlag, der Film war ein Erfolg und Joan Crawford erhielt dafür ihren ersten (und einzigen) Oscar. Anfang der 1950er Jahre verliess sie Warner Bros. und heiratete ihren vierten Ehemann, den Pepsi-Cola-Manager Alfred Steele. Nach seinem plötzlichen Tod kam sie in finanzielle Schwierigkeiten, auch wenn sie noch Jahre später DIE Pepsi-Cola-Repräsentantin war. Rollenangebote blieben schon lange aus. Im Jahr 1961 – also zu Beginn des Mehrteilers „Feud: Bette and Joan“ – war Joan Crawford (vermutlich) 57 Jahre alt und stösst – auf der Suche nach einer neuen Rolle für sich – auf den Roman „What Ever Happened to Baby Jane?“ Sie überredete den Regisseur Robert Aldrich, diesen Film mit ihrer Rivalin Bette Davis zu realisieren. Viel sollte den Schauspielerinnen und dem Regisseur nicht bezahlt werden, sie waren jedoch am Gewinn beteiligt. Der Film war – für alle Beteiligten ziemlich überraschend – ein Kassenschlager und wurde noch dazu für fünf Oscars nominiert. Einige Jahr später wollte der Regisseur Robert Aldrich mit den beiden Hollywood-Diven einen weiteren Film drehen. „Hush…Hush, Sweet Charlotte“. Während der Dreharbeiten hat Joan Crawford aber erneut ein ungeheuerliches Verhalten an den Tag gelegt, so dass sich der Regisseur gezwungen sah, Joan Crawfords Rolle mit der Schauspielerin Olivia de Havilland zu besetzen. Joan Crawford hatte vier Kinder adoptiert. Ihre Tochter Christina hat mit „Mommie Dearest“ eine Autobiografie über ihre schwierige Kindheit geschrieben, diese wurde mit Faye Dunaway in der Rolle der Joan Crawford im Jahr 1981 verfilmt. Im Jahr 1946 hat Joan Crawford, wie bereits erwähnt, für ihre Performance in „Mildred Pierce“ den Oscar gewonnen, für „Possessed“ und „Sudden Fear“ wurde sie erneut nominiert. In „Feud: Bette and Joan“ wird Joan Crawford von der amerikanischen Schauspielerin Jessica Lange gespielt. Sie gab ihr Spielfilmdebüt in dem Film „King Kong“ im Jahr 1976. Seither hat sie in unzähligen Filmen u.a. in „Cape Fear“, „Rob Roy“ und „Big Fish“ gespielt und spielte in vier Staffeln von Ryan Murphys Serie „American Horror Story“ mit. Jessica Lange hat sechs Oscar-Nominierungen erhalten. Für ihre Performances in „Tootsie“ und „Blue Sky“ hat sie den Oscar gewonnen. Jessica Lange hat außerdem drei Emmys gewonnen, einen für den HBO-Film Grey Gardens, einen für ihre Performance in der ersten Staffel von „American Horror Story“ und einen für ihre Performance in der Staffel „American Horror Story: Coven“.

 
Ruth Elizabeth „Bette“ Davis wurde im Jahr 1908 geboren, sie war eine amerikanische Schauspielerin, präziser gesagt, war sie eine Charakterschauspielerin. Ihre Arbeit und ihre schauspielerische Leistung standen bei ihr stets im Vordergrund, sie war sehr selbstbewusst, direkt und scheute sich vor keiner Konfrontation mit Studiobossen und Regisseuren. Sie galt als eine der besten Schauspielerinnen ihrer Zeit und hat als erste Schauspielerin 11 Oscar-Nominierungen (für „Of Human Bondage“ aus dem Jahr 1934 bekam sie eine inoffizielle Oscar-Nod, sie wurde nachträglich nominiert) erhalten. Anfangs war sie bei Universal unter Vertrag bis sie im Jahr 1932 zu Warner Bros. wechselte. Ende der 1950er Jahre befand sich Bette Davis´Karriere in der Sackgasse. Im Jahr 1961 – also zu Beginn des Mehrteilers „Feud: Bette and Joan“ – war Bette Davis 53 Jahre alt, sie spielte zwar Theater am Broadway, hat aber von den New Yorker Theaterkritikern nicht so wohlwollende Kritiken erhalten. Dann bekam sie das Angebot, neben ihrer Rivalin Joan Crawford, in dem Horrorfilm „What Ever Happened to Baby Jane?“ mitzuspielen. Sie akzeptierte und hat sich auf eine geringe Gage, dafür aber eine Erfolgsbeteiligung, eingelassen. Die Dreharbeiten waren für alle Beteiligten sehr anstrengend. So musste beispielsweise eine junge Schauspielerin, die in dem Film eine Nebenrolle als Tochter der Nachbarin spielen sollte, ausgetauscht werden, weil sie den beiden Hollywood-Diven zu hübsch war. Bette Davis setzte sich dafür ein, dass ihre leibliche Tochter, B.D., diesen Part spielte. „What Ever Happened to Baby Jane?“ war ein Überraschungserfolg und wurde noch dazu für fünf Oscars nominiert. Wie Joan Crawford war auch Bette Davis vier Mal verheiratet, neben ihrer leiblichen Tochter B.D. hatte sie noch zwei Adoptivkinder. Im Jahr 1935 und im Jahr 1938 hat Bette Davis für ihre Performance in den Filmen „Dangerous“ und „Jezebel“ den Oscar gewonnen. Sie wurde dann noch weitere acht Male für die Filme „Dark Victory“, „The Letter“, „The Little Foxes“, „Now, Voyager“, „Mr. Skeffington“, „All About Eve“, „The Star“ und „What Ever Happened to Baby Jane?“ für den Oscar nominiert. In „Feud: Bette and Joan“ wird Bette Davis von der amerikanischen Schauspielerin Susan Sarandon gespielt. Im Jahr 1975 wurde sie mit ihrer Rolle als Janet Weiss in „The Rocky Horror Picture Show“ über Nacht berühmt. Unvergessen war sie natürlich in den Filmen „The Witches of Eastwick“ und „Thelma & Louise“. Seither war sie in unzähligen Filmen zu sehen. Susan Sarandon wurde fünf Mal für den Oscar nominiert. Im Jahr 1994 wurde sie für ihre Rolle in „The Client“ für den Oscar nominiert, in diesem Jahr wurde jedoch ihre „Feud: Bette and Joan“-Kollegin Jessica Lange für „Blue Sky“ mit dem Oscar ausgezeichnet. Ein Jahr später hat sie dann für ihre Performance in „Dead Man Walking“ den Oscar gewonnen. Derzeit hat Susan Sarandon keinen leichten Stand in Hollywood, wird ihr doch immer noch ihre offene Ablehnung der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vorgeworfen. Ihr entschlossenes Verhalten könnte Hillary Clinton viele Stimme gekostet haben und dazu geführt haben, dass das liberale Amerika nun mit Donald Trump als US-Präsident leben muss. Inwieweit das einer möglichen Emmy-Nominierung entgegensteht, wird sich zeigen. Viggo Mortensen hatte ebenfalls zu einem Clinton-Boykott aufgerufen und ihm hatte es nicht geschadet. Er hat dieses Jahr trotzdem eine Oscar-Nominierung für „Captain Fantastic“ erhalten.

 
Robert „Bob“ Aldrich war ein amerikanischer Filmemacher. Nach „What Ever Happened to Baby Jane?“ kam Bette Davis auf ihn zu und wollte eine Art Fortsetzung mit „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ drehen. Joan Crawford und Bette Davis sollten erneut die Hauptrollen spielen. Warum Olivia de Havilland letztlich in der Hauptrolle zu sehen ist, sieht man im Episode 7. In „Feud: Bette and Joan“ wird Robert Aldrich von dem britischen Schauspieler Alfred Molina gespielt. Bekannt wurde er durch den Steven Spielberg-Indiana-Jones-Film „Raiders of the Lost Ark“. Seither spielte er in TV-Serien (z.B. „Law & Order: LA“) und in einigen Blockbuster („Spider-Man 2“, „The Da Vinci Code“), aber auch aus dem Independent-Kino ist er nicht mehr wegzudenken („Chocolat“, An Education, Love is Strange, Little Men). Für seine Rolle in The Normal Heart wurde er für den Emmy nominiert.

Jack L. Warner war der Chef des legendären Filmstudios Warner Bros. Er hat „What Ever Happened to Baby Jane?“ ins Kino gebracht. In „Feud: Bette and Joan“ wird Jack Warner von dem amerikanischen Schauspieler und Filmemacher Stanley Tucci gespielt. Er hat sein Spielfilmdebüt in John Hustons Film „Prizzi´s Honor“ gegeben. Seit vielen Jahren begeistert er durch seine Vielseitigkeit in „America´s Sweetheart“, „The Devil Wears Prada“, der „The Hunger Games“-Filme und  Some Velvet Morning. Stanley Tucci hat zwei Emmys für seine Performances in dem TV-Film „Winchell“ und seinem Gastauftritt in der Serie „Monk“ gewonnen. Für seine Rolle in The Lovely Bones wurde er für den Oscar nominiert. Stanley Tucci ist so exzellent in „Feud“, wäre die Serie ein Kinofilm, würde er hierfür wahrscheinlich nicht nur für den Oscar nominiert werden, er wäre, mein Favorit auf den Gewinn.

Hedda Hopper hat ihre Karriere in New York als Broadway-Schauspielerin gestartet. Die Amerikanerin hat in einigen Hollywood-Produktionen (z.B. neben Joan Crawford in George Cukors „The Women“) mitgespielt), war jedoch nie erfolgreich als Schauspielerin. Im Jahr 1937 hat sie die Gelegenheit wahrgenommen, für die L.A. Times als Klatsch-Kolumnistin zu schreiben. Innerhalb kürzester Zeit wurde sie zur einflussreichsten Gesellschafts-Kolumnistin, nicht zuletzt weil sie während der Mc-Carthy-Ära auch einige Künstler wegen sogenannter unamerikanischer Umtriebe bezichtigt hat. Hedda Hopper hatte ein Faible für ausgefallene Hüte. In letzter Zeit wurde Hedda Hopper von Helen Mirren (in Trumbo) und eine Version von Hedda Hopper von Tilda Swinton in Hail, Caesar! portraitiert. In „Feud: Bette and Joan“ wird Hedda Hopper von der australischen Schauspielerin Judy Davis gespielt. Sie hat in einigen amerikanischen Filmen (z.B. „Barton Fink“, „Naked Lunch“, „Deconstructing Harry“, „Marie Antoinette“) mitgespielt. Judy Davis hat drei Emmys gewonnen (für die TV-Projekte „Serving in Silence: The Margarethe Cammermeyer Story“, „Life with Judy Garland: Me and My Shadows“ und „The Starter Wife“). Sie hat zwei Oscar-Nominierungen für ihre Rollen in „A Passage to India“ und „Husbands and Wives“ erhalten.

Anna Marie „Mamacita“ Brinke war die deutsche Haushälterin von Joan Crawford. Gespielt wird Mamacita von der amerikanischen Theater-, Fernseh- und Filmschauspielerin Jackie Hoffman. Jackie Hoffman hat in zahlreichen Spielfilmen (u.a. „Mo´Money“, „Garden State“) mitgewirkt und spielte in Ryan Murphys TV-Serie „The New Normal“ mit.

Olivia de Havilland ist mittlerweile 100 Jahre alt und lebt zurückgezogen in Paris. Sie war eine amerikanische Schauspielerin, die mit Bette Davis befreundet ist. Die beiden verband eine schwierige Beziehung mit einer „Joan“ (bei Olivia de Havilland handelt es sich jedoch nicht um Joan Crawford, sondern um ihre Schwester, die Schauspielerin und Oscar-Gewinnerin Joan Fountain). Olivia de Havilland hat ihr Filmdebüt in „A Midsummer Night´s Dream“ gegeben, wurde aber bekannt durch ihre Rollen in „The Adventures of Robin Hood“ und „Gone with the Wind“. Insgesamt acht Mal stand sie neben Errol Flynn vor der Kamera, sie galten als DAS Leinwand-Traumpaar in Hollywood. Über den Verlauf ihrer Karriere war sie fünf Mal für den Oscar nominiert, gewonnen hat sie zwei Oscars für ihre Performance in „To Each is Own“ im Jahr 1946 und „The Heiress“ im Jahr 1949. In „Feud: Bette and Joan“ wird Olivia de Havilland von der walisischen Schauspielerin Catherine Zeta-Jones gespielt. Ihren internationalen Durchbruch hatte die Schauspielerin mit „The Mask of Zorro“ und „Entrapment“. Sie war ein Mal für den Oscar nominiert und hat ihn für ihre Rolle in „Chicago“ auch gewonnen. Außerdem hat sie einen Tony Award für ihre Performance in dem Musical „A Little Night Music“ erhalten.

Victor Buono war ein amerikanischer Schauspieler, der neben Bette Davis und Joan Crawford in „What Ever Happened to Baby Jane?“ spielte. Für diese Performance wurde er für den Oscar nominiert. Später hat er noch in Robert Aldrichs „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ gespielt. Victor Buono hat auch in der 1960er Jahre TV-Serie „Batman“ mitgespielt. Der Schauspieler hat – für seine Zeit ungewöhnlich – relativ offen schwul gelebt. Leider ist er viel zu früh, im Alter von 43 Jahren, gestorben. Gespielt wird Victor Buono von dem englischen Schauspieler Dominic Burgess. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. in „The Leftovers“, „Roots“) mitgewirkt.

 
Pauline ist in der TV-Serie die Regieassistentin von Robert Aldrich. Pauline ist der einzige fiktive Charakter von allen Hauptfiguren dieser Serie. Ihr Charakter repräsentiert die Minderheit, der Frauen hinter der Kamera bis heute in Hollywood angehören. Gespielt wird Pauline von der englischen Schauspielerin Alison Wright. Sie spielt in den TV-Serien „The Americans“ und „Sneaky Pete“ mit.

 
„Feud: Bette and Joan“ ist im Jahr 2017 für einige Fernseh-Oscar-Nominierungen (Primetime Emmy Awards) im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Beste Hauptdarstellerin (Limited Series) Jessica Lange und Susan Sarandon, Beste Nebendarstellerin (Limited Series) Judy Davis, Catherine Zeta-Jones, Alison Wright und Jackie Hoffman, Bester Nebendarsteller (Limited Series) Stanley Tucci und Alfred Molina und einige technische Kategorien

 
„Feud: Bette and Joan“ wurde erstmalig vom 5.3.17 – 23.4.17 auf dem amerikanischen Kabelsender FX ausgestrahlt. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt, sie wird den Titel „Feud: Charles and Diana“ tragen und erzählt von der problematischen Beziehung des britischen Thronfolgers und seiner Gattin, Prinzessin Diana.

 
Trailer zu sehen:

Der fantastisch animierte Hitchcock-mäßige Vorspann zu sehen:

 
Bette Davis/Susan Sarandon singen „What Ever Happened to Baby Jane“:

 

 

D. C. – Film: „The Belko Experiment“

Ich war am 25.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Belko Experiment“ (dt. Kinostart: 15.06.17)  88 min action, thriller
dir. Greg McLean cast: John Gallagher Jr., Tony Goldwyn, Adria Arjona, Melonie Diaz, John C. McGinley

 

 

Mike (John Gallagher Jr.) und seine Freundin Leandra (Adria Arjona) arbeiten seit etwas mehr als einem Jahr für Belko Industries, einer Non-Profit-Organisation, etwas außerhalb von Bogota in Kolumbien. Dany (Melonie Diaz) hat ihren ersten Tag bei Belko Industries und wird gleich mit den hohen Sicherheitsvorkehrungen des Firmengeländes vertraut. Es ist ein ganz normales Arbeitstag bis plötzlich alle achtzig Angestellte in dem Gebäude eingesperrt werden und über eine Lautsprecheransage erfahren, dass sie zwei unter ihnen töten sollen, weil ansonsten mehr Angestellte wahllos umgebracht werden. Die meisten halten das für einen Witz, bis die ersten Menschen sterben…

 

 

F (Wertung von A bis F) „The Belko Experiment“ ist der neue Film des australischen Filmemachers Greg McLean („Wolf Creek“, „Rogue“).

„The Belko Experiment“ ist belastend schlecht. Am Anfang war ich noch frohen Mutes, der Film beginnt spannend, die Situationen werden jedoch schnell absurd, die schauspielerischen Leistungen immer auffälliger und auf einmal ist das Gezeigte unfreiwillig komisch. Der Film zeigt übelste Gewaltdarstellung. Dieser Film ist für mich auch ein Beispiel dafür, wie wichtig Filmmusik ist. Die ist hier nämlich so unpassend gewählt, dass der Film dadurch noch grottiger wurde. Ein besserer Regisseur, ein paar gute Schauspieler in den wichtigen Rollen (insbesondere einen glaubwürdigen Schauspieler für Tony Goldwyns Charakter) und – ganz wichtig – einen erfahrenen Cutter, der im Schneideraum aus dem Haufen Mist, der gedreht wurde was ordentliches zusammenschnippelt. Damit wäre der Film auch nicht mehr als blutgetränkter Action-Müll, aber vielleicht erträglicher, anzuschauen.

„The Belko Experiment“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. In den U.S.A. wurde der Film am 17.03.17 landesweit in den Kinos gestartet. Für Deutschland ist der Kinostart am 15.06.17 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Born in China„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Disney´s Nature Tier-Doku, chinesisch-amerikanische Produktion
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fate of the Furious„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fast & Furious 8 – Wie viele Filme kann man denn von diesem Dreck drehen? Und wer alles Geld braucht: Helen Mirren, Charlize Theron…
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Alien: Covenant„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ridley Scotts Fortsetzung zu Prometheus und „Alien“-Prequel mit Fassy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

TV – Serie: „The Young Pope“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

 

„The Young Pope“ (dt. Serientitel: „Der junge Papst“, in Deutschland auf DVD erhältlich) 10 x approx. 50 min drama
dir. Paolo Sorrentino cast: Jude Law, Diane Keaton, Silvio Orlando, Javier Cámara, Cécile de France, James Cromwell, Scott Shepherd, Ludvine Sagnier, Toni Bertorelli

 

 

Der 47-jährige US-amerikanische Erzbischof Lenny Belardo (Jude Law) ist gerade zum Papst gewählt worden. Er nennt sich Papst Pius XIII. Er wurde in einem Waisenhaus von Schwester Mary (Diane Keaton) großgezogen. Jetzt steht sie ihm im Vatikan zur Seite, er macht sie zu seiner Beraterin. Damit hält er sich nicht an die bislang geltenden Regeln und er schockiert auch mit weiteren Änderungen. Papst Pius XIII ist Kettenraucher und lehnt es ab, sein Gesicht öffentlich zu zeigen, bzw. Fotos von sich machen zu lassen und zu seinen Kardinälen will er auch erst sprechen, wenn er wirklich etwas zu sagen hat. Der Staatssekretär des Heiligen Stuhls, Angelo Voiello (Silvio Orlando), hat gedacht, er hätte es leicht mit diesem jungen und unerfahrenen Papst. Weit gefehlt, Papst Pius XIII ist stur und unberechenbar…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Young Pope“ ist die erste TV-Serie des italienischen Filmemachers und Oscar-Preisträgers Paolo Sorrentino (The Great Beauty, Youth)

Ich wollte „The Young Pope“ lieben, schließlich sind Sorrentinos Filme „La grande bellezza“ und „Youth“ in meiner Top Ten gelandet. Es klang für mich auch zu verlockend, eine TV-Serie über einen jungen, attraktiven und US-amerikanischen Papst, der einen in die geheimnisumwitterte Welt des Vatikan führt. Natürlich hatte ich eine gewisse Erwartung, gewünscht habe ich mir eine TV-Serie, die satirisch mit dem Thema umgeht. Den Pontifex habe ich mir weltoffen und zeitgeistig vorgestellt, der mit einer Entschlossenheit seine Kirche in die Moderne führt. Auch wenn einer der ersten Szenen meine Hoffnung dahingehend bestätigte, stellt sich schnell heraus, dass diese Serie das genau nicht ist. Ehrlich gesagt gibt es auch kaum Story, die Serie ist mehr eine Charakterstudie eines Papstes, der eigensinnig und stur ist und noch dazu in einer Glaubenskrise steckt.

Nicht sonderlich überraschend geht es im Vatikan so vor, wie im Rest der Welt: Politik und Machstreben spielen eine große Rolle, durchgesetzt wird vieles durch Spionage, Verleumdungen und Erpressung. Der Vatikan ist selbstverständlich auch ein Ort der Eitel-, Befindlich- und Heimlichkeiten. Bekanntermassen gibt es in der katholischen Kirche eine hohe Anzahl von homosexuellen Priestern, dieses Thema wird auch in dieser TV-Serie angerissen, genauso wie der sexuelle Missbrauch von Kindern.

Die Serie ist voller Symbolik. Die Idee ist wunderbar, hin und wieder gefällt mir der Humor der Serie (beispielsweise wenn, die von Diane Keaton gespielte Schwester Mary ein Schlaf-Shirt mit der Aufschrift „I´M A VIRGIN BUT THIS IS AN OLD SHIRT“ trägt oder wenn der attraktive neue Papst seine prächtiges Papstgewand anzieht und der Song „I´m Sexy and I Know It“ dazu gespielt wird. Das Bühnenbild ist überragend und so einladend, dass ich mich am liebsten gleich auf meine nächste Rom-Reise begeben möchte. Auch das Kostümdesign ist, wie von Sorrentino zu erwarten, exzellent. Der Charakteraufbau ist bei einigen Figuren gelungen, leider führt er aber ins Nichts. Das empfand ich als Verschwendung. Der Serie mangelt es einfach an einem guten Drehbuch. Die Serie ist über weite Strecken ziemlich zäh. Um ehrlich zu sein, ich fand sie erst ab der 9. Episode richtig spannend.

 
Meine Lieblingsszene: Die Konversation mit Papst Pius XIII und dem italienischen Premierminister (in Episode 6)

Meine Lieblingsfolge: Episode 10

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Papst Pius XIII (geboren als Lenny Belardo) – der 47-jähriger ehemalige Erzbischof von New York ist gerade zum neuen Papst gewählt worden. Er wurde als kleines Kind von seinen Hippie-Eltern verlassen und ist mit Andrew (als Erwachsener gespielt von Scott Shepherd) in einem Waisenhaus von Schwester Mary (gespielt von Diane Keaton) großgezogen. Lenny und Andrew waren beste Freunde. Jetzt ist Lenny Papst und Andrew Kardinal. Papst Pius XIII ist charmant, selbstbewusst, sehr smart, aber auch arrogant, sich seiner Macht bewusst und unberechenbar. Er ist sehr konservativ und wirkt mitunter verbittert. Bis heute beschäftigt ihn, warum ihn seine Eltern als Kind einfach weggegeben haben. Gespielt wird Papst Pius XIII von dem englischen Schauspieler Jude Law. Mir ist er erstmalig in „Gattaca“ aufgefallen und kurz darauf in „Midnight in the Garden of Good and Evil“. Seinen großen Durchbruch hatte Jude Law wohl durch seine Rolle in Anthony Minghellas Patricia Highsmith-Verfilmung „The Talented Mr. Ripley“. Seither ist er in vielen britischen und amerikanischen Produktionen zu sehen. Für seine Rollen in „The Talented Mr. Ripley“ und „Cold Mountain“ hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten.

Schwester Mary hat im Waisenhaus Lenny und Andrew (als Erwachsene von Jude Law und Scott Shepherd gespielt) großgezogen. Nachdem Lenny nun als Papst Pius XIII im Vatikan residiert, beordert er Schwester Mary nach Rom. Er macht sie zu seiner Beraterin. Gespielt wird Schwester Mary von der amerikanischen Schauspielerin Diane Keaton. Die Amerikanerin hat früher viel mit Woody Allen gedreht, sie hat in der „The Godfather“-Trilogie mitgespielt und war unvergessen in „Baby Boom“, „Father of the Bride“ und neben Jack Nicholson in „Something´s Gotta Give“. Einen Oscar hat sie für ihre Rolle in „Annie Hall“ gewonnen, sie hat noch drei weitere Oscar-Nominierungen für „Reds“, „Marvin´s Room“ und „Something´s Gotta Give“.

 
Kardinal Michael Spencer ist der ehemaliger Erzbischof von New York und Lennys Mentor. Er wollte Papst werden und ist jetzt entsprechend desillusioniert, dass er nicht zum Papst gewählt wurde. Gespielt wird Kardinal Spencer von dem amerikanischen Schauspieler James Cromwell. Er hat einigen TV-Serien (z.B. „Six Feet Under“, „24“, „American Horror Story: Asylum“) und in vielen Spielfilmen mitgespielt, u.a. „Romeo is Bleeding“, „L.A. Confidential“, „The Queen“, „W.“ mitgespielt. James Cromwell hat eine Oscar-Nominierung für seine Rolle in „Babe“ erhalten.

Kardinal Angelo Voiello ist Staatssekretär des Heiligen Stuhls. Er zieht die Strippen in der römisch-katholischen Kirche. Gespielt wird Kardinal Voiello von dem italienischen Schauspieler Silvio Orlando. Er hat in zahlreichen italienischen TV- und Spielfilmproduktionen mitgespielt.

Monsignore Berndardo Gutierrez ist der päpstliche Zeremonienmeister. Gespielt wird Msgr. Gutierrez von dem spanischen Schauspieler Javier Cámara. Er hat in Pedro Almodóvars Filmen „Talk to Her“, „Bad Education“ und „I´m So Excited“ mitgespielt.

Sofia ist Marketing-Expertin des Heiligen Stuhls. Gespielt wird Sofia von der belgischen Schauspielerin Cécile de France. Sie hat in unzähligen französischen Spielfilmen mitgewirkt. Ich habe sie bisher nur in Clint Eastwoods Film Hereafter gesehen.

 
Die erste Staffel von „The Young Pope“ hat ein offenes Ende. Die Geschichte kann sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt.

Die ersten beiden Episoden von „The Young Pope“ wurden auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Die gesamte erste Staffel wurde erstmalig ab 21.10.16 auf Sky Atlantic in Italien ausgestrahlt, ab 27.10.16 dann in Großbritannien und Irland und ab dem 15.01.17 war sie dann auf HBO in den U.S.A. und Kanada zu sehen. Die Originalsprache ist Englisch und Italienisch. In Deutschland ist „The Young Pope“ mittlerweile auf DVD erhältlich.

Trailer zu sehen:

 
Der wunderbare Vorspann (3., 4., 5., 6., 7., 8. und 10. – in der 5. mit anderer Musikuntermalung) zu sehen:

D. C. – Film: „Raw“

Ich war am 25.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Raw“ (Alternativtitel: „Grave“) 98 min horror
dir. Julia Duccournau cast: Garance Marillier, Ella Rumpf, Rabah Nait Oufella, Laurent Lucas, Joana Preiss

Justine (Garance Marillier) ist 16 Jahre alt, jetzt beginnt ihr neuer schulischer Alltag. Sie folgt ihrer älteren Schwester Alexia (Ella Rumpf) und besucht jetzt auch die tierärztlich Hochschule. Beide wollen ihren Eltern nacheifern, die bereits Tierärzte sind. Alle Familienmitglieder sind außerdem überzeugte Vegetarier. In der Schule ist es Tradition, dass die Neuankömmlinge auf harte Proben gestellt werden. Nachdem Justine die Niere eines Kaninchens verspeist hat, bekommt sie fürchterlichen Hautausschlag….

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Raw“ ist der erste abendfüllende Spielfilm der französischen Autorin und Filmemacherin Julia Duccournau („Junior“).

Was für ein kranker, französischer Art-House-Horrorfilm…ich bin aber sicher, dass mir dieser Genre-Film bis zum Ende des Jahres als einer der besten Filme des Jahres 2017 in Erinnerung bleibt. Die Filmemacherin selbst möchte ihren Film nicht allein als Horrorfilm kategorisiert wissen, sie wollte eher die Metamorphose eines jungen Mädchens zeigen.

Ich habe den Film weder am frühen Morgen noch auf leeren Magen gesehen und doch hätte ich mich bei einer Szene (für diejenigen, die den Film gesehen haben, ist es unschwer zu erraten, um welche Szene es sich handelt) beinahe übergeben. Aber auch ohne diese Szene ist dieser Film nur etwas für abgehärteten Filmzuschauer. In einem Kino in Los Angeles (Nuart Theatre) wurden tatsächlich Spuckbeutel verteilt – das kann man für eine raffinierte PR-Maßnahme halten, der eine oder andere Zuschauer dürfte aber über dieses ungewöhnliche Give-away froh gewesen sein.

Die Schauspielerinnen, die die beiden Schwestern Justine und Alexia (Garance Marillier und Ella Rumpf) spielen sind fantastisch – ohne die beiden würde der Film nicht funktionieren.

Ich habe den Film in der französischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen.

„Raw“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den FIPRESCI Prize (Kategorie: Parallel Sections) gewonnen. Der Film ist am 10.03.17 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Nach drei Wochen läuft er mittlerweile landesweit in 27 Kinos. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Film einen regulären deutschen Kinostart bekommt.

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Commune„ (dänisch mit engl. Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Graduation„ (rumänisch mit engl. Untertiteln)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Cristian Mungius neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Your Name„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: japanischer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Frantz„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Francois Ozons neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „After the Storm„ (japanisch mit englischen Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: japanisches Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

D. C. – Film: „Wilson“

Ich war am 25.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Wilson“ (dt. Filmtitel: „Wilson – der Weltverbesserer“, dt. Kinostart: 13.07.17) 94 min comedy, drama, adaptation
dir. Craig Johnson cast: Woody Harrelson, Laura Dern, Isabella Amara, Judy Greer, Cheryl Hines, Margo Martindale

 

Wilson (Woody Harrelson) ist ein misanthropischer Eigenbrötler. Nach dem Tod seines Vaters, will er sein Leben ändern. Zunächst begibt er sich auf die Suche nach seiner Ex, Pippi (Laura Dern). Die hatte seinerzeit ihr gemeinsames Kind abgetrieben und ihn verlassen. Das liegt jetzt bereits siebzehn Jahre zurück. Als er Pippi wieder trifft, muss Wilson erfahren, dass sie das Kind gar nicht abgetrieben hat, die gemeinsame Tochter hat sie seinerzeit zur Adoption freigegeben. Wilson ist also Vater…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Wilson“ basiert auf Daniel Clowes gleichnamigen Graphic Novel. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Craig Johnson (The Skeleton Twins).

Rund eine Stunde saß ich grinsend im Kino und habe mich gefragt, warum der Film eine so schlechte Bewertung bekommen hat. Auch wenn man Wilson nicht im realen Leben begegnen will, ist er im Film doch sehr unterhaltsam. Die Szenen mit Wilson, Pippi und Alta (gespielt von den wunderbaren Schauspielern Woody Harrelson, Laura Dern und Margo Martindale) sind wirklich gelungen. Leider hat der Drehbuchautor aber dann eine unnötige und an den Haaren herbeigezogene Wendung ins Spiel gebracht und dann geht es mit dem Film bergab. Was hat sich der Autor dabei gedacht? Nach dieser „Episode“ wird der Film zwar wieder besser, findet aber leider nicht zu seiner alten Stärke zurück Trotzdem, für eine gute Stunde ist das ein B+ Film.

 
„Wilson“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film wurde am 24.03.17 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. Der Deutschlandstart ist am 13.07.17 geplant.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Lovers„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: A24-Film mit Tracy Letts und Debra Winger – dem Trailer nach ganz mein Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Richard Gere, Steve Buscemi, Dan Stevens, Michael Sheen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Colossal„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: würde ich mir grundsätzlich anschauen, Anne Hathaway macht mir aber einen Strich durch die Rechnung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei weit über 90% RT und verdammt guter Laune

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – der Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten, allein vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

 

Montréal – Film: „John Wick: Chapter 2“

Ich war am 20.03.17 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„John Wick: Chapter 2“ (dt. Filmtitel: „John Wick: Kapitel 2“, dt. Kinostart war der 16.02.17) 122 min action, sequel
dir. Chad Stahelski cast: Keanu Reeves, Riccardo Scarmarcio, Claudia Gerini, Common, Laurence Fishburne, Ian McShane, Franco Nero, Peter Stormare

 
Nachdem sich der Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves) erneut zu Ruhe gesetzt hat, taucht Santino (Riccardo Scarmarcio) vor seiner Tür auf. John Wick hat seinerzeit einen Blutschwur geleistet und Santino will jetzt einen Gefallen einfordern. Er soll er Santinos Schwester (Claudia Gerini) töten und er hat keine große Wahl, er kennt die Regeln…

 
B+ (Wertung von A bis F) Nach John Wick ist „John Wick: Chapter 2“ der zweite Teil einer geplanten Trilogie. Die Geschichte des zweiten Teils beginnt vier Tage nach den Ereignissen des ersten Films. Wie bereits bei „John Wick“ (dort noch inoffiziell mit David Leitch) führt auch bei diesem Film der ehemalige „Matrix“-Stuntman, Chad Stahelski, Regie.

Ich mochte diesen Film tatsächlich mehr als den ersten Teil, schon allein, weil man im zweiten Teil mehr von dieser geheimnisvollen Welt erfährt. Wie in jeder (Parallel-) Gesellschaft gibt es Regeln, an die sich jeder halten muss. So ist das Hotel Continental (mit vermutlich Filialen auf der ganzen Welt) nicht nur die Luxusherberge für die Unterwelt, auf dem Gelände darf sich auch nicht geprügelt und schon gar nicht getötet werden. Es gibt einen Sommelier im Hotel, der ist jedoch nicht – wie üblich – ein Experte für edle Weine, sondern für exklusive Waffen. Es gibt einen Herrenschneider, der kugelsichere Maßanzüge fertigt, einen Organisationsmanager, der die Profikiller bei ihren Reisen unterstützt und auch eine weltweit vernetzten Telefon- und Auftragszentrale. Selbstverständlich hat jedes Hotel auch einen Manager. In John Wicks Welt gibt es eine eigene Währung und eine Münze (eine Art Schuldschein). Im Inneren dieser Münze hat der Schuldner seinen blutigen Fingerabdruck hinterlassen, wenn der Gläubiger dann an seinen Schuldner herantritt und einen Gefallen einlösen will, ist der Schuldner gut beraten, den Auftrag anzunehmen. Der High Table ist der zwölfsitzige Rat der wichtigsten Köpfe der Verbrechersyndikate. Diese Ideen könnten alle aus einem Comic stammen, Derek Kolstad hat diese Welt aber allein für die Filme erschaffen. Eine „John Wick“-TV-Serie ist jedoch mittlerweile bereits angekündigt.

„John Wick: Chapter 2“ ist ein gut gemachter Actionfilm, auch wenn es ein paar Anschluss- und Logikfehler gibt (wer sich auch nur etwas in New York auskennt, wird irritiert sein). Das Gute überwiegt aber und die Schluss-Sequenz im Central Park ist klasse.

 
Der Film wurde teilweise in Montréal, Kanada gedreht. Am Anfang des Films sieht man tatsächlich im Hintergrund Scotiabank Theatre Montréal – in diesem Kino habe ich „John Wick: Chapter 2“ gesehen. Der Film läuft seit dem 10.02.17 landesweit in den Kinos in den U.S.A. (und Kanada). In den deutschen Kinos war der Film ab dem 16.02.17 zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Fate of the Furious„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Fast & Furious 8 – Wie viele Filme kann man denn von diesem Dreck drehen? Und wer alles Geld braucht: Helen Mirren, Charlize Theron…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Power Rangers„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Unglaublich…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 
Trailer v. Film: „Bon Cop, Bad Cop 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: 2. Teil der kanadische Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

D. C. – Film: „Before I Fall“

Ich war am 14.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Before I Fall“ (dt. Filmtitel: „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“, dt. Kinostart: 01.06.17) 100 min drama, adaptation
dir. Ry Russo-Young cast: Zoey Deutch, Erica Tremblay, Halston Sage, Logan Miller, Jennifer Beals

 

 

Als die 17-jährige Sam (Zoey Deutch) morgens wach wird, ist ihr noch nicht bewusst, dass sie diesen Tag immer wieder erleben wird…

 
C- (Wertung von A bis F) „Before I Fall“ basiert auf Lauren Olivers gleichnamigen Jugendroman. Es ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Ry Russo-Young („You Wont Miss Me“, „Nobody Walks“)

Während man sich bei dem Klassiker „Groundhog Day“ über Bill Murray in der Zeitschleife amüsiert, steckt man hier mit oberflächlichen und langweiligen Teenager-Mädchen fest. Der Film zieht sich wie Gummi. Als etwas Spannung aufkommt, ist tatsächlich eine geschlagene Stunde vergangen. Vermutlich hätte ich aber bereits zuvor das Kino verlassen, wenn hier nicht Zoey Deutch (Everybody Wants Some!!) die Hauptrolle spielen würde. Zoey Deutch ist die Tochter von Schauspielerin Lea Thompson („Back to the Future“) und Filmemacher Howard Deutch („Pretty in Pink“). Die kleine Schwester von Zoey Deutchs Charakter Sam wird von Erica, der jüngeren Schwester von Jacob Tremblay (Room) gespielt. Auch hier sieht man die verblüffende Ähnlichkeit.

 
„Before I Fall“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film regulär am 03.03.17 in die Kinos gekommen. Der deutsche Kinostart ist der 01.06.17.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sleight„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 
Trailer v. Film: „The Fate of the Furious„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fast & Furious 8 – Wie viele Filme kann man denn von diesem Dreck drehen? Und wer alles Geld braucht: Helen Mirren, Charlize Theron…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Snatched„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Amy Schumer und Goldie Hawn
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Unforgettable„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Nut Job 2: Nutty by Nature„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Promise„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Terry Georges neuer Film mit Oscar Isaac, Christian Bale
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

VOD – Film: „XX“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

„XX“ 81 min horror
dir. Roxanne Benjamin, Sofia Carrilo, Karyn Kusama, Annie Clark (St. Vincent), Jovanka Vuckovic cast: Natalie Brown, Melanie Lynskey, Breeda Wool, Christina Kirk, Michael Dyson, Sheila Vand, Mike Doyle, Susan Jacobs, Peter DaCunha, Peyton Kennedy, Sanai Victoria Cunningham, Kyle Allen

 
B (Wertung von A bis F) „XX“ ist ein Anthologie-Film. Mit Ausnahme des ersten Films („The Box“), der auf einer Kurzgeschichte basiert, sind alle Kurzfilme von Filmemacherinnen geschrieben und inszeniert worden. Umrahmt werden die einzelnen Filmen von den Arbeiten der mexikanischen Stop-Motion-Künstlerin Sofia Carillo. Die einzelnen Filme:

1. „The Box“ (dir. Jovanka Vuckovic) approx. 20 min
Susan (Natalie Brown) fährt mit ihrer Tochter Jenny (Peyton Kennedy) und ihrem Sohn Danny (Peter DaCunha) in der U-Bahn nach Hause. Danny ist sehr neugierig und fragt den Fahrgast neben sich, was sich in seinem großen roten Geschenkkarton befindet. Der Mann erlaubt ihm, kurz reinzuschauen. Seither hat Danny keinen Hunger mehr…
B (Wertung von A bis F) „The Box“ basiert auf Jack Ketchums Kurzgeschichte.

 
2. „The Birthday Party“ (dir. St. Vincent, a.k.a. Annie Clark) approx. 20 min
Mary (Melanie Lynskey) ist dabei, die Geburtstagsparty für ihre Adoptivtochter Lucy (Sanai Victoria Cunningham) vorzubereiten, als sie etwas furchtbares feststellen muss…
B+ (Wertung von A bis F) „The Birthday Party“ ist das Regiedebüt der Musikerin St. Vincent. Diese Tragikomödie erinnerte mich etwas an einen meiner Lieblingsfilme „Weekend at Bernies“

 
3. „Don´t Fall“ (dir. Roxanne Benjamin) approx. 10 min
Paul, Gretchen und Jay und Jesse campen am Wochenende in der Wüste. Sie finden seltsame Malereien in einem Felsvorsprung, denken sich aber nichts dabei. Dann geschehen nachts seltsame Dingen und außerdem ist Vollmond…
B- (Wertung von A bis F) Diese Monster-Geschichte war für mich die schwächste dieser Reihe.

 

 

4. „Her Only Living Son“ (dir. Karyn Kusama) approx. 25 min
Morgen wird Andy (Kyle Allen) achtzehn Jahre alt. Seine Mutter Cora (Christina Kirk) stellt zunehmend Verhaltensauffälligkeiten bei ihrem Sohn fest. Als Andy seiner Mitschülerin gegenüber gewalttätig wurde, nimmt ihn die Rektorin seltsamerweise noch in Schutz…
B+ (Wertung von A bis F) „Her Only Living Son“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Karyn Kusama (The Invitation). „The Birthday Party“ und „Her Only Living Son“ sind für mich eindeutig die besten zwei, der vier Kurzfilme. Schauspielerisch ist mir hier erneut Kyle Allen („The Path“) aufgefallen, er könnte ein Bruder des verstorbenen Heath Ledger sein.

 
„XX“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Seit dem 17.2.17 ist er in einigen amerikanischen Kinos und zeitgleich als VOD zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

Netflix – Film: „I Don´t Feel at Home in This World Anymore“

Ich habe folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 
„I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ (dt. Filmtitel: „Fremd in der Welt“, seit dem 24.02.17 auch auf Netflix Deutschland zu sehen) 96 min comedy, crime, thriller
dir. Macon Blair cast: Melanie Lynskey, Elijah Wood, David Yow, Jane Levy, Devon Graye

Ruth (Melanie Lynskey) hat sowieso schon einen miesen Tag, jetzt wurde auch noch in ihrem Haus eingebrochen. Die Polizei kann ihr nicht helfen, also fragt sie in der Nachbarschaft herum, ob jemand etwas aufgefallen ist. Irgendwann landet sie auch bei ihrem, wirklich seltsamen Nachbarn Tony (Elijah Wood). Die beiden versuchen gemeinsam, Ruths Gegenstände zurückzuholen, dabei begeben sie sich aber ganz schön in Gefahr…

 
A- (Wertung von A bis F) „I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Macon Blair (Blue Ruin).

 
Ruth ist Krankenpflegerin, eine normale, etwas nerdige junge Frau. Sie ärgert sich zunehmend über die Rücksichtslosigkeit ihrer Mitmenschen und ist nicht mehr länger bereit, das hinzunehmen. Wie die Situation eskaliert, ist in diesem Film wunderbar zu beobachten. Letztlich sieht man, wie normale Leute auf kriminellen Abschaum treffen.

„I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ erinnert von seinem feinen, schwarzen Humor an die Coen Bros.-Filme, man spürt später aber auch den Einfluss von Quentin Tarantino.

Die neuseeländische Schauspielerin Melanie Lynskey hatte ihr Spielfilmdebüt in „Heavenly Creatures“. Seit einigen Jahren ist sie immer wieder in Nebenrollen (Up in the Air, The Informant!, Win Win, Seeking a Friend for the End of the World, der TV-Serie „Two and a Half Men“) zu sehen. Zugegebenermassen ist sie mir bislang nicht groß aufgefallen, hier spielt sie die Hauptrolle und die erfüllt sie so mit Leben, dass man sie einfach sympathisch finden muss. Vom Typ her hat sie mich an Allison Tolmans Charakter Molly Solverson aus der ersten Staffel von „Fargo erinnert.

Der Regisseur (und Schauspieler) Macon Blair ist selbst auch kurz zu sehen. Er ist der Typ, mit dem Ruth in der Bar über den Roman, den sie gerade liest, spricht.

Bekanntlich läuft das Geschäft für Netflix verdammt gut, so gut – und das ist das Erfreuliche für die Abonnenten – dass sie immer genug Geld investieren, um die neuesten Filme und Serien auf ihrer Platform zu zeigen. Noch erfreulicher sehe ich den Trend, dass die amerikanische Aktiengesellschaft zunehmend ihren Fokus auf Eigenproduktionen legt. Ich bin aber zutiefst darüber verärgert, wenn ein Sundance-Gewinner-Film zwei Monate später in diesem Portal völlig untergeht. Ein solch charmanter Indie verdient die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer und gehört in der Erstauswertung definitiv ins Kino. Mir bleibt nur, eindringlich auf „I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ hinzuweisen.

„I Don´t Feel at Home in this World Anymore“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Dort hat der Film das Filmfestival eröffnet und hat am Ende den U.S. Grand Jury Prize (Dramatic) gewonnen.

 
Trailer zu sehen:

 

D. C. – Film: „Logan“

Ich war am 07.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Logan“ (dt. Filmtitel: „Logan – The Wolverine“, dt. Kinostart: 02.03.17) 135 min action, sequel, adaptation
dir. James Mangold cast: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Boyd Holbrook, Dafne Keen, Richard E. Grant, Stephen Merchant, Elizabeth Rodriguez

 

 

Im Jahr 2029 sind die meisten Mutanten ausgestorben. Logan alias Wolverine (Hugh Jackman) ist mittlerweile alt, seine Kräfte lassen nach. Er arbeitet als Limousinenfahrer und kümmert sich um den, an Alzheimer erkrankten Charles Xavier alias Professor X (Patrick Stewart). Eines Tages spricht ihn eine Frau (Elizabeth Rodriguez) an, sie will Logan dafür bezahlen, dass er die 11-jährige Laura (Dafne Keen) nach North Dakota fährt, da wäre sie in Sicherheit. Logan stellt schon bald fest, dass es sich bei Laura um ein Mutantenmädchen handelt…

 
B- (Wertung von A bis F) „Logan“ basiert auf einzelnen Comicfiguren aus dem X-Men-Universum, es ist jedoch kein Film von Disneys Marvel Studios. Der 10. Film der „X-Men“-Reihe und die dritte und letzte Einzelverfilmung der „Wolverine“-Reihe wurde – wie bereits „Deadpool“ – von 20th Century Fox produziert. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „3:10 to Yuma“, „The Wolverine“).

Ich bin grundsätzlich kein Fan dieser Superhelden-Filme, mag Hugh Jackman nicht und finde die Figur Wolverine auch blöd. „Logan“ ist aber etwas anders und damit auch für mich durchaus sehenswert. James Mangold hat mit seiner Inszenierung einiges richtig gemacht, zunächst ist sein Film nicht von dem Massenware-Marvel-Studio produziert worden und zielt mit seiner Altersfreigabe „Rated R“ auch nicht – wie üblich – auf Kinder ab. In den U.S.A. heißt der Film ganz bewusst nur „Logan“, sehr simple und smart. (In Deutschland hat man sich aus marketingtechnischen Gründen für den Zusatz „The Wolverine“ entschieden). Dann erzählt der Film eine Geschichte von letztlich nur drei Charakteren. Alle drei sind hier sympathisch genug dargestellt, dass man an ihrem Schicksal teilhaben möchte. Das ist im Gegensatz zu den zig Charakteren in den X-Men-Filmen ebenfalls ein cleverer Schachzug. Leider schwächelt der Film dann aber im Mittelpart, der viel zu lang ist. Richtig gut wird der Film erst wieder, als die Kleine neben Logan im Auto sitzt. Insgesamt ist der Film mindestens 20 Minuten zu lang.

 
Zugegebenermassen habe ich mir den Film aber hauptsächlich wegen Dafne Keen angeschaut habe. Die spanisch-britische Schauspielerin wird bereits jetzt schon als neues, großes Talent gehandelt. Der Regisseur hat mich mit seiner Aussage, dass er von der 11-Jährigen ähnlich beeindruckt war, wie seinerzeit von Angelina Jolie in „Girl, Interrupted“, ins Kino gelockt. So etwas will von mir natürlich ausgecheckt werden. Die Kleine hat mir tatsächlich außerordentlich gut gefallen, ich bin gespannt, wie sie sich optisch entwickelt und wie ihre Karriere verläuft.

 
Ansonsten hätte man mir Mel Gibson als Logan/Wolverine „unterjubeln“ können, ich finde Hugh Jackman hatte, so alt aussehend und mit Bart, eine frappierende Ähnlichkeit mit Mel Gibson.

 

„Logan“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb (außer Konkurrenz). In den U.S.A. ist er am 3.3.17 in den Kinos gestartet, in Deutschland einen Tag vorher.

 
Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „War for the Planet of the Apes„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wenn Blockbuster, dann so – ich liebe die ersten beiden Filme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Alien: Covenant„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ridley Scotts Fortsetzung zu Prometheus und „Alien“-Prequel mit Fassy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fate of the Furious„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Wie viele Filme kann man denn von diesem Dreck drehen? Und wer alles Geld braucht: Helen Mirren, Charlize Theron…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Power Rangers„
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Unglaublich…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Belko Experiment„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit John Gallagher, Jr. und Tony Goldwyn
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

zum Schluss – also nach acht Trailern – wurde dann noch der Kurzfilm „Deadpool: No Good Deed“ gezeigt. Hat mich nicht wirklich begeistert, ein C+ von mir.

 

D. C. – Film: „Get Out“

Ich war am 06.03.17 und am 13.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Get Out“ (dt. Kinostart: 04.05.17) 104 min thriller, comedy, horror
dir. Jordan Peele cast: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford, Caleb Landry Jones, Keith Stanfield

 
Chris (Daniel Kaluuya) und Rose (Allison Williams) sind seit fünf Monaten ein Paar. Nun will sie ihn langsam ihren Eltern (Bradley Whitford und Catherine Keener) vorstellen. Die beiden fahren für das Wochenende zu dem elterlichen Landsitz. Chris ist nervös, auch weil Rose ihren Eltern noch nicht erzählt hat, dass er Afroamerikaner ist. Die Eltern nehmen ihn aber ganz herzlich auf, nur die schwarzen Hausangestellten (Betty Gabriel und Marcus Henderson) verhalten sich ihm gegenüber seltsam. Langsam beginnt Chris sich ziemlich unwohl zu fühlen…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Get Out“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers, Comedians und Autors Jordan Peele (MADtv).

„Get Out“ ist ein smarter Genrefilm mit einer gesellschaftskritischen Botschaft, die sich vorwiegend an weiße Liberale in den U.S.A. richtet. Von dieser (meist) gebildeten Gesellschaftsschicht geht kein offener Rassismus aus, sie versuchen, sich möglichst politisch korrekt zu verhalten und drücken sich Afroamerikanern gegenüber jedoch hin und wieder „ungeschickt“ aus. Der Film überzeichnet dieses Thema und dadurch könnte man den Film auch als Satire bezeichnen. „Get Out“ hat einen langsamen Spannungsaufbau, gut platzierte Schocker und ist letztlich ein spannender, atmosphärischer Thriller mit Horror-Elementen. Die subtilen Aussagen, die dieser Film trifft, blieben bei mir aber am meisten hängen und fordern förmlich eine zweite Sichtung. Warum ausgerechnet der Baumwolle eine so starke Symbolkraft für den schwarzen Mann zugesprochen wurde – darüber muss ich noch mal nachdenken.

Der Regisseur selbst ist Afroamerikaner und mit der weißen Schauspielerin Chelsea Peretti zusammen, vermutlich hat er auch etwas aus seinem Erfahrungsschatz in den Film gebracht. Ob sein Film mit all den Feinheiten auch außerhalb der U.S.A. funktioniert, wird sich zeigen.

Schauspielerisch ist der Film auch bis in die kleinsten Rollen wunderbar besetzt. Mir gefiel, insbesondere Keith Stanfield (Short Term 12, Selma, Miles Ahead), den man nicht nur zu Beginn des Films sieht.

 

B+ (Wertung von A bis F) Genau eine Woche nachdem ich mir den Film ein erstes Mal angeschaut habe, bin ich ein zweites Mal ins Kino gegangen und habe mir „Get Out“ angeschaut. Diese Sichtung war etwas entspannter, auch konnte ich auf bestimmte Dinge achten. (Stichwort: Baumwolle, ich habe eine Idee, hundertprozentig sicher bin ich mir aber auch nicht). Eigentlich hat mir der Film mit der zweiten Sichtung sogar noch besser gefallen, die Anfangsbewertung passt aber nach wie vor.

 
„Get Out“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist der Film am 24.02.17 gestartet. Ich habe den Film in einer sehr gut besuchten Vorstellung in Washington, D.C. gesehen. Ich war die einzig weiße Zuschauerin und habe mich zunehmend unwohl gefühlt. Meine Mitzuschauer waren so begeistert von dem Film, dass sie am Ende sogar applaudiert haben. Der Film kommt am 04.05.17 in Deutschland ins Kino.

Bei Interesse an dem Film, nicht den folgenden Trailer sehen:

 

 

das amerikanische Filmplakat

Das amerikanische Plakat gefällt mir gar nicht, das deutsche Plakat ist wesentlich mehr gelungen, auf der offiziellen Facebook-Seite zu sehen:

http://www.facebook.com/GetOut.DE/

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „It Comes at Night“
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Horrorfilm des „Krisha“-Regisseurs mit Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Belko Experiment„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit John Gallagher, Jr. und Tony Goldwyn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Snatched„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Amy Schumer und Goldie Hawn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Unforgettable„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller. Ich gucke keine Filme mit dem talentfreien Meerschweinchen, auch wenn die wunderbare Rosario Dawson mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Baywatch„
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Actionkomödie mit Dwayne Johnson und Zac Efron
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „All Eyez on Me„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic über Tupac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Wish Upon„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Thriller mit Ryan Phillippe und Joey King
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

Berlin (ale) – Film: „El bar“

Ich war am 16.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„El bar“ (englischer Filmtitel: „The Bar“) 102 min thriller, comedy
dir. Álex de la Iglesia cast: Blanca Suárez, Mario Casas, Carmen Machi, Secun de la Rosa, Jaime Ordónez

 
An einem ganz normalen Vormittag möchte die hübsche Elena (Blanca Suárez) ihr Handy aufladen und landet in einem Lokal auf einem belebten Platz in Madrid. Als ein Gast aus der Bar plötzlich vor der Tür niedergeschossen wird, eilt ihm ein weiterer Bargast zu Hilfe und wird auch der getötet. Unter den verbliebenen acht Leuten in dem Lokal bricht Panik aus. Sie versuchen nachzuvollziehen, was passiert ist und warum die Straßen plötzlich wie leergefegt sind…

 
F (Wertung von A bis F) „El bar“ ist der neue Film des spanischen Filmemachers Álex de la Iglesia („The Day of the Beast“, „The Oxford Murders“).

Zu viele Worte möchte ich über diesen Film nicht verlieren. Mit „unerträglich“ hätte ich den Film mit einem Wort beschrieben. Um eine bereits viel zu oft erzählte Geschichte mit hysterischen und/oder dämlichen Charakteren zu erzählen, hat der Regisseur scheinbar irgendwelche Laiendarsteller engagiert. Auch empfand er es offenbar als sinnlos, professionelle Maskenbildner und Kostümbildner anzustellen. „El bar“ sieht von Anfang bis Ende aus wie eine Billigproduktion und ich meine ausdrücklich nicht Low-Budget-Produktion. Ein visionärer Regisseur braucht nicht viel Geld, um seine Ideen in einen exzellenten Film umzusetzen. Vor einer Woche wurde einer dieser wunderbaren Low-Budget-Produktionen (Moonlight) mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet. Vielleicht soll „El bar“ ja einer dieser Trashfilme sein, dann kann ich definitiv mit so einem Schund nichts anfangen.

„El Bar“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Der Film wurde in der spanischen Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln gezeigt.

 
Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Return to Montauk“

Ich war am 16.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Return to Montauk“ (dt. Filmtitel „Rückkehr nach Montauk“, dt. Kinostart: 11.05.17) 106 min drama
dir. Volker Schlöndorff cast: Stellan Skarsgard, Nina Hoss, Susanne Wolff, Niels Arestrup, Isi Laborde

 

 

Der skandinavische Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgard) reist zu der Buchpremiere seines neuen Romans nach New York. Es ist ein sehr persönlicher Roman, in dem er vor von dem Scheitern seiner großen Liebe schreibt. Diese Frau, Rebecca (Nina Hoss), lebt heute noch in New York und ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin. Max sucht nach siebzehn Jahren den Kontakt zu Rebecca, doch die scheint kein großes Interesse an ihm zu haben…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Return to Montauk“ ist der neue Film des deutschen Filmemachers Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“, „Death of a Salesman“). Wie bereits für seinem Film „Homo Faber“ ließ sich der Regisseur von Max Frischs autobiografischen Erzählung „Montauk“ inspirieren.

Zusammengefasst ist „Return to Montauk“ ein Film über einen Anfang 60-jähriger Mann (gespielt von Stellan Skarsgard), der denkt, die Welt würde sich nur um ihn drehen, eine leidenschaftliche Affäre mit einer wesentlich jüngeren Frau (gespielt von Nina Hoss) nie vergessen hat und natürlich glaubt, ihr würde es genauso gehen. Ihm kommt dabei nicht mal in den Sinn, dass sie in den vergangenen 17 Jahren vielleicht einen anderen wichtigen Mann in ihrem Leben getroffen haben könnte. Beinahe hätte ich natürlich vergessen zu erwähnen, dass der über 60-jährige Mann eigentlich mit einer, auch wieder wesentlich jüngeren Frau zusammen ist. Volker Schlöndorffs neuer Film spricht wahrscheinlich mehr Männer an, Frauen dürften über die unreflektierte Selbstverliebtheit nur müde mit den Augen rollen.

Die Handlung hört sich zusammengefasst sicherlich schlimm an, mir gefiel der Film aber über weite Strecken. Vor allen Dingen mochte ich seine atmosphärische Inszenierung. Ich hatte das Gefühl in New York oder Long Island zu sein. Auch gefiel mir, dass Volker Schlöndorff nicht nur das glitzernde, edle New York zeigt, das sich nur die Reichen leisten können und auch nicht die hippen West-Village-Apartments (die man aus so vielen TV-Serien und Filmen kennt), sondern auch die schäbigen New Yorker Apartments, die trotzdem mind. 1.500 Dollar kosten.

Lobenswert erwähnen möchte ich, dass alle Frauencharaktere sehr stark gezeichnet sind. Von Nina Hoss bin ich  kein so großer Fan, hier ist sie aber großartig.

„Return to Montauk“ lief erstmalig auf der Berlinale 2017. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb. Gezeigt wurde die englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Return to Montauk“ hat bislang noch keinen amerikanischen Verleiher gefunden. Der Film startet am 11.05.17 in den deutschen Kinos.

 
Ein Ausschnitt zu sehen:

 

 

 

Berlin (ale) – Film: „Call Me by Your Name“

Ich war am 15.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Call Me by Your Name“ 130 min drama, adaptation
dir. Luca Guadagnino cast: Armie Hammer, Timothée Chalamet, Michael Stuhlbarg, Amira Casar

 
Sommer 1983 in Norditalien. Der 24-jährige amerikanische Student Oliver (Armie Hammer) verweilt in den Sommerferien auf dem großzügigen Landsitz seines Professors (Michael Stuhlbarg). Die beiden arbeiten, Oliver verbringt aber auch viel Zeit mit dem 17-jährigen Sohn des Professors, Elio (Timothée Chalamet). Die Anziehung der beiden jungen Männer wird im Laufe des Sommers immer intensiver…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Call Me by Your Name“ basiert auf André Acimans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des italienischen Drehbuchautors und Regisseurs Luca Guadagnino („I Am Love“, A Bigger Splash). Der Film gilt als sehr persönlicher Film des Filmemachers.

 
Die Beziehung der beiden jungen Männer entwickelt sich langsam und ganz natürlich. Der 17-jährige Elio ist fasziniert von dem gutaussehenden Amerikaner, sein Interesse wächst, am Anfang Spielereien, Flirts, Blicke, Andeutungen, erste Berührungen, Rückzieher, Erwartungen, Enttäuschungen, Sehnsüchte – Luca Guadogino hat es so inszeniert, dass sich der Zuschauer daran erinnert, wieder ganz jung und fürchterlich verliebt zu sein. „Call Me by Your Name“ ist wie ein langer, schöner und unvergesslicher Sommer.

Die Chemie der beiden Hauptdarsteller (Armie Hammer und Timothée Chalamet) stimmt. Ihre Charaktere sind hetero- bzw. bisexuell, das ist aber alles nebensächlich, weil es um die erste große Liebe geht und mit wem man die geniesst, sollte egal sein.

Der Film lief bereits auf dem Sundance Film Festival. Wenn der Film dann später im Jahr in den amerikanischen Kinos startet, kann es sein, dass er in Teilen der Vereinigten Staaten kontrovers diskutiert wird. „Call Me by Your Name“ ist ein sehr europäischer Film und die Gesetzgebung ist bei uns gelockerter. In den meisten Bundesstaaten macht sich ein Älterer generell strafbar, wenn er mit einem 17-jährigen Jungen oder Mädchen (also unter 18 Jahre und damit minderjährig) Sex hat.

 
Michael Stuhlbarg habe ich das erste Mal in dem Coen Bros.-Film A Serious Man gesehen, seither spielt er vorwiegend Nebenrollen, aber ist immer exzellent. Hier spielt er einen Charakter, der mit seinen Gefühlen lange im Verborgenen bleibt und dann hält er gegen Ende des Films einen hochemotionalen Monolog, womit er wohl viele Zuschauer zum Weinen bringen dürfte. Für mich ist das eine ganz klare Oscar-Szene.

Armie Hammer (The Social Network, Nocturnal Animals, Final Portrait) ist unfassbar gutaussehend und passt in die Zeit der 1980er Jahre, genauso wie Jude Law einfach unverschämt attraktiv in „The Talented Mr. Ripley“ war und perfekt Ende der 1950er Jahre aufgehoben war.

Heute, Anfang März 2017, ist „Call Me by Your Name“ der erste Film des noch jungen Jahres bei dem ich mir vorstellen kann, dass er am Ende des Jahres in einigen Bestenlisten auftauchen und auch bei den Oscars 2018 eine Rolle spielen könnte.

 
„Call Me by Your Name“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt. Ich habe ihn auf der Berlinale gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Fest wurde der Film in der Sektion Panorma Special gezeigt. Gezeigt wurde die OmU (wobei nur die französische und italienische Sprache untertitelt war). Dank der Beharrlichkeit des Kino- (oder Berlinale-) personals (Heben sie die Hand, wenn sie neben sich noch einen Platz frei haben, die freien Plätze wurden gezählt, die Zahl nach draußen gegeben und entsprechend kamen auch die letzten glücklichen Zuschauer rein), war die Vorstellung bis auf den letzten Platz ausverkauft. So professionell kenne ich es tatsächlich nur vom Tribeca Film Festival. Bravo Cubix. Noch vor der Premiere in Sundance hat Sony die weltweiten Vertriebsrechte gekauft, Sony Pictures Classics bringt den Film in den U.S.A. ins Kino, sehr wahrscheinlich in der Oscar-Saison. Derzeit ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 
Ausschnitt zu sehen:

 

 

Oscar-Gewinner 2017

MOOOOOOOOOONNNNNLIIIIIIIIGGGGGHHHHT!

Die diesjährige Oscarverleihung habe ich auch wieder in Deutschland gesehen. Letztes Jahr hat Pro7 für die Red-Carpet-Show auf Steven Gätjen verzichtet, sie haben aber wohl festgestellt, dass Annemarie Carpendale auch nicht besser ist, also haben sie Steven Gätjen zurückgeholt. Ich konnte mir das nur ohne Ton anschauen und habe die Mimik der Stars bei seinen Fragen beobachtet und nebenbei auf dem Laptop auf der offiziellen Oscar-Seite ein live streaming der Pre-Show (mit Ton) geguckt, bis endlich zur ABC-Red-Carpet-Show mit zwei meiner Lieblingsmoderatoren von GMA geschaltet wurde. Die Live-Übertragung auf der offiziellen Oscar-Seite habe ich übrigens die komplette Show auf dem Laptop angelassen, weil man da sehen konnte, was in den Pausen passierte. Aus verschiedenen Kameraperspektiven wurde der Zuschauerraum gezeigt und dem Oscar-Fan ein Blick hinter die Kulisse gestattet.

So konnte ich genauer sehen, wer neben wem sitzt, wie Lucas Hedges in der Pause sein Handy checkt, wer mit wem quatscht, wer sich kurz die Beine vertritt, wie der entzückende Junge aus „Lion“ (Sunny Pawar) zu Samuel L. Jackson stürmt, um mit ihm ein Selfie zu machen, wie noch viel mehr Süßigkeiten in den Pausen verteilt wurden, was im Presseraum geschah, was Viola Davis (und alle anderen Preisträger) in die Thank You-Kamera hinter der Bühne gesagt haben, wie die offiziellen Oscar-Fotos von allen Oscar-Preisträgern entstanden sind, wie sich Matt Damons Frau die Lippen noch schnell nachzieht. Wie Matt Damon viel mit Casey Affleck rumhing, Meryl Streep gähnte, Kaugummi verteilt und gekaut wurden und Mel Gibson mit seinem aufgefangenen Donut-Doppel-Beutel rumspielte…alles nebensächlich, aber nicht so langweilig, wie auf Pro7 die ganzen Trailer, der nominierten Filme gefühlte 150.000 Mal zu sehen.

Die Show

Auch wenn die Verleihung, für meinen Geschmack, gerne noch etwas politischer hätte sein können, war es für eine knapp 4-stündige Show ein sehr kurzweiliger Abend. Das fing bereits mit der Justin-Timberlake-Gesangsnummer an (brachte Stimmung und man hatte gleich einen der nominierten Songs abgehakt). Dann Jimmy Kimmel – ich wusste, dass auf ihn Verlass ist. Sehr souverän hat er durch den Abend geführt. Er war quasi immer präsent (nicht wie einige Oscar-Gastgeber in der Vergangenheit, die gefühlt Stunden nicht mehr zu sehen waren), er war witzig und trotzdem nicht unter der Gürtellinie. In Deutschland ist es wahrscheinlich nicht so bekannt, dass sich Jimmy Kimmel und Matt Damon seit vielen Jahren gegenseitig auf die Schippe nehmen. Wunderbar wie konsequent und sehr witzig, Jimmy Kimmel dies auch durch die Oscar-Show zog.

Ich mochte auch die Idee, wie Charlize Theron, Seth Rogen und Jarvier Bardem ihre Wertschätzung gegenüber Shirley MacLaine, Michael J. Fox und Meryl Streep zeigten und dann natürlich die Matt-Damon-Verarsche von Jimmy Kimmel. Brüller.

Der sechste Oscar (Sound Mixing) war eigentlich ne ganz sichere Kiste für „La La Land“. Sound Mixing geht – der Statistik nach – immer an ein Musical (wenn eines nominiert ist). Als dieser Oscar an „Hacksaw Ridge“ ging, ist Team „La La Land“ im Dolby Theatre bestimmt leicht nervös geworden, ich habe derweil leichte Hoffnung geschöpft, dass vielleicht doch der richtige Film mit dem Academy Award als Bester Film auszeichnet wird. Dann hat „La La Land“ jedoch einige der allgemein vermuteten Oscars bekommen und alles war wieder auf Anfang. Als der 13. Oscar (Film Editing), der gerne mal mit Bester Film zusammengeht, an „Hacksaw Ridge“ ging, verflog erneut meine Frustration, die sich in den letzten Wochen aufgebaut hatte. Kann es sein, dass „La La Land“ doch nicht den Besten Film gewinnt? Zugleich setzte bei mir Panik ein, und was ist, wenn „Hidden Figures“ gewinnt? Meinen bereitgestellten Eimer habe ich in dem Moment sicherheitshalber etwas näher zu mir gezogen.

Super gefreut habe ich mich über die Oscars meiner Lieblinge: O.J. Made in America, Piper, Viola Davis, Manchester by the Sea (2 Oscars – auch wenn man Casey Affleck mal die Haare waschen und ihm nur ein Mikrofon reichen sollte, wenn er zuvor ein Drehbuch auswendig gelernt hat) und last but definitely not least natürlich Moonlight (3 wohlverdiente Oscars, inklusive BP).

Beinahe hätte ich den spektakulärsten Teil des Abends verpasst. Das Leinwandpaar aus „Bonnie and Clyde“ Faye Dunaway und Warren Beatty präsentieren den Best-Picture-Oscar und nach einigem Hin und Her liest Beatty (oder war es Faye Dunaway?): „La La Land“. Die kommen auf die Bühne, ich gehe in die Küche, um das Drama nicht noch anhören zu müssen, komme frustriert zurück und dann inmitten der Dankesrede von Team „La La Land“ großes Chaos auf der Bühne, was ich mit meiner Müdigkeit erst mal nicht einordnen konnte und dann hieß es auf einmal, dass es eine Verwechslung gab und der Best-Picture-Gewinner „Moonlight“ heißt. Meine Fresse war ich aufgeregt, mein Herz hat so schnell geschlagen und zugleich konnte ich das Ganze, was gerade bei den weltweit live übertragenen Academy Awards passierte, nicht nicht realisieren. Das dürfte die größte Panne in der Oscar-Geschichte sein. Im Nachhinein tut es mir leid, weil a) das Team „Moonlight“ um den wichtigsten Moment in ihrem Leben gebracht wurde, b) das Team „La La Land“ diesen peinlichen Moment miterleben musste, sie hatten tatsächlich ihren Oscar in der Hand und hielten bereits ihre Dankesreden und dann werden sie mittendrin unterbrochen, die Oscars werden ihnen wieder weggenommen und sie werden von der Bühne gebeten. c) Warren Beatty jetzt als Depp dasteht. Es war ganz sicher nicht seine Absicht, den falschen Gewinner-Film vorzulesen (es ist übrigens auch genauso Faye Dunaways Schuld), aber so etwas gab es noch nie, also wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte und d) Jimmy Kimmel perfekt durch eine lange Nacht geführt hat, sich alle einig waren, dass er einen tollen Oscar-Gastgeber abgeben hat und dann bleibt dieser letzte Moment der Show auch sicher an ihm kleben.

 
Persönlich freue ich mich wahnsinnig, darüber, dass ich diese Oscar-Saison „richtig gelesen“ habe. Das zweite Jahr in Folge bin ich nicht mit dem Strom mit geschwommen, sondern habe versucht, eine richtige Begründung zu finden. Im letzten Jahr gab es quasi drei Favoriten auf den Oscar-Gewinner-Film. „The Revenant“, „The Big Short“ und „Spotlight“, jeder dieser drei Filme hat im Vorfeld wichtige Filmpreise gewonnen. Am Ende hatte „The Revenant“ die meisten, und die Oscar-Experten sind zu mehr als 85% von „The Revenant“ ausgegangen. Auch dieses Jahr habe ich für meine Wette die Kategorie „Bester Film“ als letztes eingetragen. Letztes Jahr habe ich mich für „Spotlight“ entschieden, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man sich bei dem preferential voting system auf „The Revenant“ einigen kann. „Spotlight“ hat letztes Jahr den Oscar als bester Film gewonnen. Dieses Jahr gab es eigentlich – wenn man sich die gesamte Oscar-Saison angeschaut hat, seit einiger Zeit nur einen Favoriten auf den Oscar-Gewinn Bester Film: „La La Land“. Für die nicht so Oscar-interessierte Allgemeinheit wahrscheinlich seit „La La Land“ alle Golden Globes abgeräumt hat, für die er nominiert war. Seither war „La La Land“ auf der Gewinnerstraße und hat alle wichtigsten Preise innerhalb der Filmindustrie kassiert – mit Ausnahme einem: Die Gewerkschaft der Schauspieler hat „La La Land“ nicht für den Besten Film (bei denen Best Ensemble) nominiert. Der letzte Film, ich habe es gestern bereits geschrieben, der den Oscar als Bester Film gewonnen hat und nicht für den SAG-Award nominiert war, war „Braveheart“ – im Jahr 1995. Das war, in meinen Augen, ein herber Rückschlag für „La La Land“. Das hat aber – mit Ausnahme eines einzigen – der über 40 professionellen/oder registrierten Oscar-Experten einen Tag vor der Verleihung scheinbar keinen mehr interessiert. Ein einziger Oscar-Experte hat – bevor ich gestern meine Liste veröffentlicht habe – auf „Moonlight“ getippt. Alle anderen auf „La La Land“.

Mich hat das aber beschäftigt, die mit Abstand größte Gruppe innerhalb der Oscar-Academy sind Schauspieler, warum haben die einen Film über eine Schauspielerin nicht nominiert? Und wählen die über 60-jährigen, weißen, heterosexuellen Männer einen Film wie „La La Land“ als ihren Lieblingsfilm auf Platz 1? Ich gebe zu, dass ich nach einem Strohhalm gegriffen und gefunden habe. Letztlich war es aber auch meiner Frustration und Sturheit geschuldet ist, dass ich auf „Moonlight“ setzte.

Was ich aus dieser Oscar-Saison gelernt habe, ist, dass „La La Land“ (logischerweise) nicht auf über 50% aller Stimmen in der Runde 1 des preferential voting systems gekommen ist. Ich weiß es nicht, bin mir aber relativ sicher, dass dies auch „Moonlight“ nicht geschafft hat. Es ging wahrscheinlich mindestens in Runde 2 oder 3 – in jedem Fall war es eine knappe Entscheidung. Und dann hat der Film gewonnen, auf den man sich am ehesten einigen konnte und den keiner hasst.

 
Ich habe Moonlight im letzten Jahr erstmalig auf dem New York Film Festival gesehen, die Stimmung des eigentlich zurückhaltenden New Yorker Publikums war phänomenal. Jetzt hat dieser Film, der nur 1,5 Millionen Dollar !!!!!!! gekostet hat, kaum Geld für eine Oscar-Kampagne hatte, ein Film über einen schwulen, schwarzen Mann in einer Zeit, in der ein egozentrischer, sexistischer und rassistischer ehemaliger Reality-TV-Star zum U.S. Präsidenten gewählt wurde und, seit seiner Vereidigung, die Welt jeden Tag mit neuen Äußerungen und Aktionen verunsichert und schockiert, den Oscar gewonnen. Danke AMPAS. Das war eine verdammt weise Entscheidung.

So, zu meiner Wette, meist bin ich in den kleineren (technischen) Kategorien besser als in den wichtigsten 8 (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes adaptiertes Drehbuch). Dieses Jahr habe ich in so unglaublich vielen kleine Kategorien völlig daneben gelegen. Ich rate nicht einfach blind, sondern mache mir tatsächlich zu jeder einzelnen Kategorie länger meine Gedanken. Jedenfalls habe ich im Verlauf der Oscar-Verleihung so oft daneben gelegen, dass ich schon frustriert war. Tatsächlich habe ich aber dieses Jahr alle 8 wichtigsten Kategorien komplett richtig geraten, ich glaube, das hatte ich noch nie. Aber es lässt sich nicht schönreden, ich habe dieses Jahr mit 17 von 24 richtig geratenen Kategorien – zu den Jahren zuvor – ziemlich versagt.

Mein Wettkumpel und ich hatten tatsächlich erstmalig nur vier unterschiedliche Kategorien (Best Picture, Best Actor, Best Foreign Language Film und Best Live Action Short). Er hat auf „La La Land“, Denzel Washington (wie angepisst war DER eigentlich als Casey Affleck gewonnen hat?) und „Toni Erdmann“ gesetzt, ich bekanntlich auf „Moonlight“, Casey Affleck und „The Salesman“, beide haben wir bei dem Live Action Short danebengelegen, ich habe unsere Wette gewonnen.

Alle Oscar-Gewinner 2017:

Best Picture: Moonlight
Best Director: Damien Chazelle (La La Land)
Best Actor: Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Best Actress: Emma Stone (La La Land)
Best Supporting Actor: Mahershala Ali (Moonlight)
Best Supporting Actress: Viola Davis (Fences)
Original Screenplay: Manchester by the Sea
Best Adapted Screenplay: Moonlight
Best Animated Feature: Zootopia
Best Production Design: La La Land
Best Cinematography: La La Land
Best Costume Design: Fantastic Beasts and Where to Find Them
Best Editing: Hacksaw Ridge
Best Makeup and Hairstyling: Suicide Squad
Best Sound Mixing: Hacksaw Ridge
Best Sound Editing: Arrival
Best Visual Effects: The Jungle Book
Best Original Score: La La Land
Best Song: “City of Stars” (La La Land)
Best Foreign Language Film: Iran (The Salesman)
Best Documentary Feature: O.J.: Made in America
Best Live Action Short: Sing
Best Animated Short: Piper
Best Documentary Short: The White Helmets

 
Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Kirsten Dunst (Dior Haute Couture)
Hailee Steinfeld (Ralph & Russo)
Riz Ahmed (Ermenegildo Zegna Couture)
Amy Adams (Tom Ford)
Halle Berry trug in meine Augen wieder das schönste Kleid (Atelier Versace Couture), nur was war mit den Haaren?

 
Die Mode – The Worst:

Octavia Spencer (Marchesa)
Ruth Negga (Valentino)
Scarlett Johannson (Azzedine Alaia)
Dakota Johnson (Gucci)
Felicity Jones (Christian Dior Couture)
Leslie Mann (wobei das weniger an ihrem kanarienvogelgelben Kleid von Zac Posen lag, als mehr an ihrem irgendwie nicht wiederzuerkennenden Gesicht

 
Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2017 haben gewonnen:

Worst Picture: Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Director: Dinesh D’Souza and Bruce Schooley, Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Screenplay: Batman v Superman: Dawn of Justice
Worst Actress: Becky Turner (as Hillary Clinton), Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Actor: Dinesh D’Souza (as himself), Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Supporting Actress: Kristen Wiig, Zoolander No. 2
Worst Supporting Actor: Jesse Eisenberg, Batman v Superman: Dawn of Justice
Worst Screen Combo: Ben Affleck & His BFF (Baddest Foe Forever) Henry Cavill, Batman v Superman: Dawn of Justice
Worst Remake, Rip-Off or Sequel: Batman v Superman: Dawn of Justice: Dawn of Justice
Razzie Redeemer Award: Worst Supporting Actor nominee Mel Gibson, for his Oscar-nominated direction of Hacksaw Ridge

Der Oscar-Gewinner-Film 2017 ist:

mir ist fast das Herz stehengeblieben. Als der Gewinner-Film mit „La La Land“ genannt wurde, bin ich aus dem Zimmer gegangen. Als ich zurückkam war das ein Moment, den ich nicht fassen konnte und immer noch nicht kann.

Thanks AMPAS

 

„MOONLIGHT“

 

 

ich weiß zwar nicht, wie ich jetzt schlafen soll, später mehr. Ich bin so happy, mein Herz schlägt wie verrückt.

Oscar-Gewinner 2017, meine Wette

Heute ist der 25.02.17, ein Tag vor den 89. Academy Awards. Wie üblich meine letzten Worte und meine Wette.

Ich habe mich damit abgefunden, dass „La La Land“ den Oscar als bester Film gewinnt – oder doch nicht?

 
Die 6.687 wahlberechtigten Academy-Mitglieder haben vom 13.2.17 – 21.2.17 ihre Stimme abgegeben. Während bei den Oscar-Nominierungen jede einzelne Branche ihre Stimme für die besten ihre Branche abgibt und zusätzlich die Kategorie Bester Film wählt, sind – wenn es um die Ermittlung der Oscar-Gewinner geht – alle Academy-Mitglieder aufgefordert, für alle 24 Kategorien ihre Stimme abzugeben. Das bedeutet natürlich auch, dass nicht zwingend die besten in der Kategorie gewinnen, sondern die Filme, die sie am meisten mögen. Ein gutes Beispiel dafür ist Bester Ton (Sound Mixing) und Bester Tonschnitt (Sound Editing). Wer genau kennt den Unterschied? Hier könnte sie einfach in beiden Kategorien „La La Land“ ankreuzen, weil sie vielleicht den Film am meisten mögen. „La La Land“ hat aber kaum Geräusche, die im Studio entstanden sind, daher dürfte er nicht die Kategorie Bester Tonschnitt gewinnen, in dieser Kategorie gewinnt oftmals der lauteste Film, dieses Jahr würde das wohl auf den Kriegsfilm, also „Hacksaw Ridge“ zutreffen.

Seit meine letzten Analyse hat sich noch einiges getan. Jedes Jahr gibt immer mehrere anonyme Befragungen einiger Academy-Mitglieder. Gefragt wird, was ihnen am besten gefallen hat und warum – und wofür sie ihre Stimme abgegeben haben. Das ist sehr interessant zu lesen, bringt einen aber mit der Prognose der Gewinner auch nicht weiter. Ansonsten habe ich aber erfahren, dass „Lion“ sehr gut bei einigen Academy-Mitglieder ankommt. Wenn sie den Film gesehen, haben, mögen sie ihn. (ging mir auch so). Ob das ausreicht, dass „Lion“ auch die Kategorien Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera und was-weiß-ich-was-noch-alles für sich beansprucht? „Lion“ ist für sechs Oscars nominiert, inkl. einer Nominierung als Bester Film. Es ist ein Harvey Weinstein Film und der ist, was die Oscar-Kampagnen angeht – bekanntlich nie zu unterschätzen. Daher könnte „Lion“ mehr Oscars gewinnen – als auch ich – vermute.

Es würde einen Sinn ergeben, wenn sich die wahlberechtigten Academy-Mitglieder alle Filme auch anschauen müssen. Ist aber nicht so, bzw. sie müssen, so weit ich weiß, eine Erklärung unterzeichnen, dass sie die Filme gesehen habe – aber wer kann das überprüfen? Mittlerweile müssen sie nicht mal mehr, verpflichtend alle Filme in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film angucken. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass der schwedische Film „A Man Called Ove“ der beliebteste unter den nominierten fremdsprachigen Filmen ist. Dennoch werden die Academy-Mitglieder wohl politisch wählen und sich damit für Iran und „The Salesman“ entscheiden. Deutschlands Beitrag „Toni Erdmann“ hat wohl kaum einer gesehen, viele Academy-Mitglieder werden wohl auf das amerikanische Remake mit Jack Nicholson warten. Auf den letzten Metern habe ich es noch geschafft, mir „Elle“ anzuschauen und verstehe jetzt, warum AMPAS den Film nicht nominiert hat. Was für ein verstörender Film, Paul Verhoeven muss ein wirklich krankes Verhältnis zu Frauen haben. Ich kann mir jetzt auch nicht wirklich vorstellen, dass Isabelle Huppert den Oscar gewinnen kann. Sie ist gut, dass ist sie sicher immer, ich würde ihr aber dafür auch keinen Oscar geben. Wenn, dann wählen die Academy-Mitglieder aus Respekt vor Isabelle Huppert und dann ist es ein sogenannter „Karriere-Oscar“ und nicht weil sie jetzt ausgerechnet diese Performance so großartig fanden. „Elle“ werden sich die meisten (zumindest amerikanischen) Academy-Mitglieder kaum zu Ende angeschaut haben.

Der in den U.S.A. erfolgreichste Film aller Oscar-nominierten Filme dieses Jahr ist „Hidden Figures“, weltweit hat „La La Land“ am meisten an der Kinokasse eingespielt.

Hier eine kleine Übersicht einiger Preise innerhalb der Filmindustrie im Jahr 2017:

Gewinner PGA: La La Land
Gewinner DGA: La La Land
Gewinner SAG: Hidden Figures
Gewinner WGA: Moonlight (Best Original Screenplay) Arrival (Best Adapted Screenplay – Moonlight hat aber eine Oscar-Nominierung als bestes adaptiertes Drehbuch erhalten.
Gewinner Scripter Award: Moonlight
Gewinner ASC: Lion
Gewinner ACE Eddie: Arrival (dramatic), La La Land (comedy)
Gewinner CAS: La La Land
Gewinner BAFTA: La La Land

 
In dieser kurzen Übersicht sieht man ziemlich genau, wohin die Reise geht. Ich habe in den letzten Wochen lange mit mir gekämpft, mein Herz schlägt für „Moonlight“. Ich habe immer auf den Moment gewartet, dass „Moonlight“ einen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewinnt. Er hat aber weder den Preis der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG), noch den britischen Oscar (BAFTA) gewonnen. Es ist wohl mittlerweile nur noch die Frage, wie viele Oscars „La La Land“ gewinnt. Ich bin jetzt okay damit, so lange „Hidden Figures“ nicht Bester Film abräumt. Das wäre für mich so unerträglich, dass ich wohl eine längere Zeit bräuchte, mich von diesem Schock zu erholen. Aber habe ich mich am Ende für meine Wette wirklich für „La La Land“ als Gewinner für den Oscar als bester Film entschieden?

 
In welcher Kategorie könnte es wirklich zu einer Überraschung kommen? Die sicherste Bank ist – nach wie vor – Viola Davis, alles andere ist nicht garantiert. Letztes Jahr sah es lange so aus, als würde Sylvester Stallone einen Oscar gewinnen (ich habe mich sogar gezwungen gesehen, auf ihn zu setzen) und dann hat etwas überraschend, ein richtiger Schauspieler (Mark Rylance) gewonnen. Mahershala Ali nehme ich als richtigen Schauspieler wahr, ein Liebling der Schauspielgarde ist aber zweifelsfrei Michael Shannon oder Oscar-Gewinner Jeff Bridges. Hierzu fällt mir ein, dass Christoph Waltz seinen zweiten Oscar auch für eine ganz ähnliche Rolle gewonnen hat. Jeff Bridges hat daher sehr gute Chancen, den Oscar als bester Nebendarsteller zu gewinnen. Oder Dev Patel, weil „Lion“ so beliebt ist. In der Kategorie Bester Hauptdarsteller ist es ein 50/50-Entscheidung. Denzel oder Casey? Die meisten Oscar-Experten setzen auf Denzel.

Als ich die Liste für meine Wette jetzt fertiggestellt habe, konnte ich mich bei einigen Kategorien schnell entscheiden, bei anderen habe ich mich permanent umentschieden. Zuletzt habe ich mich final für folgende Kategorien entscheiden können:

Best Documentary Short
Best Editing
Best Cinematography
Best Makeup and Hairstyling
Best Actor
Best Supporting Actor
Best Picture

genau in der Reihenfolge.

Ich beschäftige mich ja mit den Oscars quasi das gesamte Jahr. Von September bis Februar natürlich wesentlich intensiver, als die ersten sechs Monate. Zum Schluss bin ich einfach nur müde und bin – wie auch dieses Jahr – froh, wenn die blöde Oscar-Saison endlich vorbei ist. Jedenfalls bin ich gestern nochmal alles durchgegangen und habe überlegt, warum die Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) „La La Land“ nicht als Besten Film (bei denen Best Ensemble) nominiert hat? Die Schauspieler bilden innerhalb von AMPAS auch die größte Gruppe. Von 6687 wahlberechtigten Academy-Mitgliedern ist die Schauspielbranche mit 1158 Mitgliedern die mit Abstand größte. Die zweitgrößte ist die der Regisseure (mit 473 Mitgliedern). Warum hat die Gewerkschaft der Schauspieler also nicht „La La Land“ – einen Film über eine Schauspielerin – nominiert? Der letzte Film, der keine SAG-Nominierung hatte und trotzdem den Oscar als Bester Film gewann, war „Braveheart“ und das war im Jahr 1995. Ich greife nach jedem Strohhalm. Auch frage ich mich, was die sogenannten steak eaters – die weißen, männlichen Academy-Mitglieder, die älter als 60 Jahre sind, wählen. „La La Land“? Sicher nicht. Wenn „La La Land“ in der ersten Runde der Auszählung über 50% aller Stimmen für sich beanspruchen kann, ist es der Gewinner-Film. Das ist klar, ich setze aber darauf, dass er es nicht in der ersten Runde schafft. Wenn jemand Geld setzt, empfehle ich „La La Land“ als Gewinner-Film zu nehmen. Ich habe von über 40 Oscar-Experten einen einzigen gefunden, der noch auf „Moonlight“ setzt, alle anderen gehen ganz klar von „La La Land“ als Gewinner-Film aus. Mir ist meine Wette dieses Jahr egal. Zu meiner Ausgangsfrage zurückzukommen, ich habe mich damit abgefunden, dass „La La Land“ den Best-Picture-Oscar gewinnt, ich habe es aber nicht über das Herz gebracht, auf „La La Land“ als besten Film zu setzen. Geht nicht. „Moonlight“ ist der richtige Film, der im Jahr 2017 den Academy Award gewinnen sollte.

 

Egal wie ich gewettet habe, ich freue mich über alle Academy Awards meiner Lieblinge: Moonlight, Manchester by the Sea, Arrival, O.J.: Made in America, Kubo and the Two Strings, The Lobster, Piper, Toni Erdmann, Casey Affleck, Viola Davis und Michael Shannon (seine Rede würde den Saal zum Toben bringen)

Um für das worst case scenario vorbereitet zu sein, stelle ich sicherheitshalber einen Eimer neben das Bett oder die Couch (je nachdem von wo aus ich die Verleihung sehe), sollte „Hidden Figures“ den Oscar als Bester Film gewinnen, schaffe ich es ganz sicher nicht so schnell zur Toilette.

Ein kleiner Überblick, wie ich bei meiner Oscar-Wette In den letzten Jahren gelegen habe. Von den 24 Kategorien habe ich im Jahr 2016 19, im Jahr 2015 ganze 21 richtig geraten, im Jahr 2014 habe ich meine Wette erstmalig verloren, aber 19 richtig geraten, im Jahr 2013 hatte ich einen Gleichstand mit meinen Rate-Kumpel und auch 19 richtig geraten, im Jahr 2012 18 Kategorien richtig geraten, im Jahr 2011 habe ich nur 15 richtig geraten, meine Wette aber trotzdem gewonnen und auch im Jahr 2010, dem Beginn meiner veröffentlichten Aufzeichnungen, habe ich 15 richtig geraten und meine Wette gewonnen. Die Wette ist nur ein Spaß, damit wird für mich die eigentliche Oscar-Verleihung spannender. Dieses Jahr sind die Preise nebensächlich, ich setze im Jahr 2017 vor allen Dingen auf den Oscar-Gastgeber Jimmy Kimmel und die hoffentlich sehr eindrucksvollen Dankesreden.

Die Oscar-Gewinner wurden von vielen Seiten, sogar von der AMPAS Präsidentin Cheryl Boone Isaacs selbst, ermutigt, in ihrer Dankesrede auch ein (politisches) Statement zu setzen. Ich bin gespannt auf die Präsentatoren (Meryl Streep wird auch eine derjenigen sein) und die max. 45 Sekunden aller Preisträger.

 
Ein äußerst amüsanter Blick auf alle, in diesem Jahr für den Oscar nominierten Filme (und was U.S. Präsident Donald Trump dazu sagen könnte):

 
Oscar-Gewinner 2017 – meine Wette:

Best Picture: Adele Romanski, Dede Gardner and Jeremy Kleiner, Producers (Moonlight)
Best Director: Damien Chazelle (La La Land)
Best Actor: Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Best Actress: Emma Stone (La La Land)
Best Supporting Actor: Mahershala Ali (Moonlight)
Best Supporting Actress: Viola Davis (Fences)
Original Screenplay: Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
Best Adapted Screenplay: Barry Jenkins, Tarell McCraney (Moonlight)
Best Animated Feature: Zootopia (Walt Disney Pictures)
Best Production Design: Production Design: David Wasco; Set Decoration: Sandy Reynolds-Wasco (La La Land)
Best Cinematography: Linus Sandgren (La La Land)
Best Costume Design: Madeline Fontaine (Jackie)
Best Editing: Tom Cross (La La Land)
Best Makeup and Hairstyling: Joel Harlow and Richard Alonzo (Star Trek Beyond)
Best Sound Mixing: Andy Nelson, Ai-Ling Lee, Steve A. Morrow (La La Land)
Best Sound Editing: Robert Mackenzie (Hacksaw Ridge)
Best Visual Effects: Robert Legato, ASC, Andrew R. Jones, Adam Valdez, Dan Lemmon (The Jungle Book)
Best Original Score: Justin Hurwitz (La La Land)
Best Song: “City of Stars” – Justin Hurwitz; Benj Pasek and Justin Paul (La La Land)
Best Foreign Language Film: Iran (The Salesman)
Best Documentary Feature: Ezra Edelman and Caroline Waterlow (O.J.: Made in America)
Best Live Action Short: „La Femme et le TGV“ – Timo von Gunten and Giacun Caduff
Best Animated Short: „Piper“ – Alan Barillaro and Marc Sondheimer (Pixar)
Best Documentary Short: „Joe´s Violin“ – Kahane Cooperman and Raphaela Neihausen

Wenn ich richtig gezählt habe, gehen nach meiner Prognose 8 Oscars an „La La Land“ – wahrscheinlich sind es 9 Oscars (weil er zusätzlich Best Picture gewinnt), 3 Oscars gehen an „Moonlight“ – wahrscheinlich nur 2 Oscars (weil er Best Picture natürlich nicht gewinnt). 2 Oscars an „Manchester by the Sea“ und wahrscheinlich nur 1 Oscar (weil Denzel tatsächlich seinen 3. Oscar gewinnt).

 
Die Übersicht meiner Beiträge zu der Oscar-Saison 2016/2017

Meine erste Prognose hinsichtlich der Oscar-Nominierungen 2017
Meine November-Prognose hinsichtlich der Oscar-Gewinner 2017
Golden Globe-Nominierungen 2017 und meine Meinung
Golden Globe Gewinner 2017
Oscar-Nominierungen 2017, meine Wette
Oscar-Nominierungen 2017 und meine Meinung
Oscar-Gewinner 2017, meine Februar-Analyse

In meinen Augen gab es einige Fehlentscheidungen, es haben aber auch viele großartige Filme den Oscar gewonnen. Hier kurze Ausschnitte aller Best-Picture-Gewinner von 1927-2016:

 

Berlin (ale) – Film: „Menashe“

Ich war am 14.2.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Menashe“ 81 min drama, comedy
dir. Joshua Z. Weinstein cast: Menashe Lustig, Ruben Niborski

 

 

Menashe (Menashe Lustig) lebt im jüdisch-orthodoxen Borough Park in Brooklyn. Seit einem Jahr ist er Witwer und möchte seinen zehnjährigen Sohn Rieven (Ruben Niborski) allein groß ziehen. Menashe ist aber manchmal schon mit sich selbst überfordert. Außerdem verlangt es die Tradition, dass er wieder heiraten muss, ansonsten bekommt er nicht das Sorgerecht für seinen Sohn. Rieven wächst derzeit bei dem Bruder seiner verstorbenen Frau und seiner Familie auf.

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Menashe“ ist der erste abendfüllende Spielfilm des New Yorker Dokumentarfilmers Joshua Z. Weinstein. Für den Film hat sich der Filmemacher von der Lebensgeschichte des Hauptdarstellers Menashe Lustig inspirieren lassen.

Ein Grund warum ich es liebe, Filme zu gucken, ist, weil sie einen in eine andere Welt führen und man ich besten Fall etwas mehr über diese erfährt. „Menashe“ ist so ein Film. Hier bekommt man einen intimen Einblick in die sonst verschlossene, ultraorthodoxe, jüdische Gemeinde. Dieser Film hat Dokumentationscharakter. Da es in der jüdisch-orthodoxen Welt nicht mal erlaubt ist, Filme zu gucken, darf man nach den strengen Regeln selbstverständlich auch keine Filme drehen. Der Filmemacher wollte lange schon einen Film in diesem Part von Brooklyn drehen, einen Zugang zu den Bewohnern hat er aber zunächst nicht gefunden. Eines Tages traf er dann aber Menashe Lustig und erfuhr von seinem Schicksal. Der Regisseur schrieb daraufhin ein Drehbuch und dass er die orthodoxen Juden überzeugen konnte, in seinem Film mitzuwirken, grenzt an ein Wunder. In jedem Fall ist ihm mit diesem Film ein ehrliches Porträt dieser Gemeinde gelungen.

Eine Integration war und ist nicht erwünscht, man bleibt unter sich. In dieser Parallelgesellschaft existieren Frauen quasi gar nicht. Während die strenggläubigen Männer arbeiten, beten oder feiern, sieht man keine weiblichen Geschöpfe in der Öffentlichkeit. Frauen sind scheinbar nur dafür da, sich um den Haushalt zu kümmern und Kinder zu bekommen und großzuziehen. Was für eine Welt? Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass dies nicht irgendwo in einem abgeschotteten Teil von Israel ist, sondern inmitten der modernen, westlichen Welt, in New York. Menashe Lustig wurde im Anschluss an den Film gefragt, ob er irgendwann vielleicht einen weiteren Film drehen würde. Er meinte daraufhin, wenn ihm zugesichert wird, dass er keiner Frau die Hand geben muss…

 
Ich bin sicher keine Feministin, bin in (West-)Berlin aufgewachsen, in einer Welt, in der Frauen und Männer (mit wenigen Ausnahmen) selbstverständlich gleichgestellt waren und sind. Durch die momentane Veränderung unserer Gesellschaft, habe ich in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass ich mich für die Rechte der Frauen einsetzen müsste.

„Menashe“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2017 gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Festival wurde „Menashe“ in der Rubrik Forum und in Jiddisch mit englischen Untertiteln gezeigt. Der Filmemacher Joshua Z. Weinstein, der Co-Autor und Co-Produzent Alex Lipschultz und der Hauptdarsteller Menashe Lustig waren anwesend und haben sich im Anschluss an den Film den Fragen des Publikums gestellt. Mit A24 hat der Film bereits einen amerikanischen Verleih gefunden. Dies ist der erste fremdsprachiger Film für den der Filmverleih die Vertriebsrechte gekauft hat. Ein deutscher Filmverleih ist bislang noch nicht gefunden.

 
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Berlin (ale) – Film: „Golden Exits“

Ich war am 13.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Golden Exits“ 94 min drama
dir. Alex Ross Perry cast: Emily Browning, Adam Horovitz, Jason Schwartzman, Chloe Sevigny, Mary-Louise Parker, Analeigh Tipton, Lily Rabe

 
Nick (Adam Horovitz) wurde von seiner Schwägerin Gwen (Mary-Louise Parker) beauftragt, den Nachlass ihres Vaters zu katalogisieren. Für diese Arbeit hat Nick eine Assistentin, Naomi (Emily Browning), angestellt. Naomi ist 25 Jahre alt und kommt aus Australien, für ein paar Monate wird sie in New York bleiben. Nicks Frau Alyssa (Chloe Sevigny) macht sich Gedanken darüber, ob ihr Mann sie mit seiner Assistentin betrügt. Und dann ist da noch Buddy (Jason Schwartzman), er ist der einzige Bekannte, den Naomi in New York hat – aber auch er ist verheiratet.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Golden Exits“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Alex Ross Perry („Listen Up Philip“, Queen of Earth).

 
Um es vorweg zu nehmen, Alex Ross Perrys „Queen of Earth“ habe ich vor zwei Jahren auf der Berlinale gesehen und fand ihn ganz gut, „Listen Up Philip“ fand ich hingegen so unerträglich, dass ich ihn nicht bis zu Ende schauen konnte. „Golden Exits“ fällt jetzt leider wieder eher in die zweite Kategorie der Filme des 32-jährigen Autors und Regisseurs, auch wenn ich diese männliche Hauptfigur (gespielt von Ex-Beastie Boy Adam Horowitz) etwas sympathischer fand.

Kurz gefasst ist „Golden Exits“ ein Film über frustrierte New Yorker, Es handelt sich um Bessergestellte, bei denen die Frauenfiguren dazu verdammt sind, unsicher und unglücklich zu sein und nichts Besseres zutun haben, als die die gesamte Zeit darüber zu grübeln und sich zu unterhalten, ob der Mann fremd geht. Mann denkt währenddessen darüber nach, wie er die Australierin ins Bett bekommt bzw. sich nicht von ihr den Kopf verdrehen lässt. Das ist alles unbeschreiblich langweilig. (Neurotische) Männer können sich in diesem Film vielleicht wieder finden, genauso wie in Alex Ross Perrys Werk „Listen Up Philip“ – für Frauen ist das etwas dürftig und wirkt gestrig. Die Begeisterung auf der Berlinale hielt sich auch in Grenzen. Als der Film zu Ende war (und obwohl die Zuschauer wussten, dass der Filmemacher im Saal war) hat es auffällig lange gedauert, bis etwas Applaus einsetzte.

 
„Golden Exits“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2017 gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film in der Sektion Forum. Gezeigt wurde die OV. Der Autor und Regisseur Alex Ross Perry stand nach dem Film zu einem Q & A zur Verfügung.

Teaser (die Eröffnungsszene) zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Final Portrait“

Ich war am 12.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Final Portrait“ (dt. Kinostart: 03.08.17) 90 min drama, biopic, adaptation
dir. Stanley Tucci cast: Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, Sylvie Testud

 
Paris im Jahr 1964. James Lord (Armie Hammer) ist ein amerikanischer Schriftsteller und Kunstliebhaber. Er hat den berühmten Schweizer Bildhauer und Maler Alberto Giacometti (Geoffrey Rush) und seinen Bruder Diego (Tony Shalhoub) kennengelernt und sich mit den beiden angefreundet. Alberto bittet James, für ihn Modell zu sitzen, er will ein Porträt von dem attraktiven Amerikaner zeichnen. Eigentlich soll das Ganze nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, es zieht sich dann aber doch etwas. Dabei bekommt James Lord Einblicke in die eigenwillige Arbeitsweise und das turbulente Privatleben des launenhaften Künstlers…

 
B- (Wertung von A bis F) „Final Portrait“ basiert auf James Lords Biografie „A Giacometti Portrait“. Es ist ein Biopic über den Schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti. „Final Portrait“ ist nach „Big Night“, „The Impostors“, „Joe Gould´s Secret“ und „Blind Date“ bereits die fünfte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers, Drehbuchautors, Filmemachers und Produzenten Stanley Tucci.

 
Der Film erzählt ein Kapitel aus dem Leben des berühmten Bildhauers und Malers Alberto Giacometti und des Schriftstellers und Biografen James Lord. Die Geschichte spielt hauptsächlich in dem Atelier des Künstlers Giacometti. Mit vielen Nahaufnahmen hat der Film die Intimität eines Theaterspiels.

Ich beginne langsam, Armie Hammer (The Social Network, „J. Edgar“, The Birth of a Nation) ernst zu nehmen. Ich habe bislang noch keine klare Vorstellung, wohin seine berufliche Reise gehen könnte, aber er sieht fantastisch aus und hat die Leinwandpräsenz eines Filmstars. In Nocturnal Animals hat er noch den dekorativen Ehemann von Amy Adams gespielt, noch einen Tick glaubhafter finde ich ihn jedoch – wie hier – als kultivierten, schwulen Mann.

Ungewöhnlicherweise hat mir auch Tony Shalhoub (bekannt aus der TV-Serie „Monk“) gefallen, den ich hier kaum erkannt habe. Die französische Schauspielerin Clémence Poésy spielt hier die Prostituierte Caroline, mal eine ganz andere Rolle. Im letzten Jahr hatte ich sie erstmalig in dem britischen Thriller und Berlinale-Beitrag The Ones Below gesehen.

 
„Final Portrait“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Gezeigt wurde die französisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film hat bislang noch keinen amerikanischen Verleih. In Deutschland kommt der Film am 03.08.17 in die Kinos.

Teaser zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „The Dinner“

Ich war am 11.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Dinner“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 120 min drama, thriller, adaptation
dir. Oren Moverman cast: Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloe Sevigny

 
Der ehemalige Geschichtslehrer Paul (Steve Coogan) und seine Ehefrau Claire (Laura Linney) wurden von Pauls Bruder, dem viel beschäftigten Kongressabgeordneten Stan Lohmann (Richard Gere) und seiner Frau Katelyn (Rebecca Hall) zum Essen eingeladen. Sie speisen in einem sehr exklusiven Restaurant. Es gibt eine Familienangelegenheit über die gesprochen werden muss…

 

 

B (Wertung von A bis F) „The Dinner“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des niederländischen Schriftstellers Herman Koch. Es ist der neue Film des israelisch-amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Oren Moverman („Rampart“, The Messenger).

 
Die Geschichte wird in sechs Kapiteln erzählt („Aperitif“, „Appetizer“, „Main Course“, „Cheese Course“, „Dessert“ und „Digestif“). Zwei besser gestellte Elternpaare treffen sich zum Abendessen in einem Nobelrestaurant. Auf der einen Seite der ambitionierte Kongressabgeordnete, der für das Gouverneursamt kandidiert mit seiner Ehefrau (Richard Gere und Rebecca Hall) und auf der anderen Seite der ehemalige Geschichtslehrer mit seiner Gattin (Steve Coogan und Laura Linney). Die Söhne beider Familien haben ein schwerwiegendes Verbrechen begangen. Das erfährt der Zuschauer langsam aus den Rückblenden. Währenddessen lernt man die Charaktere immer besser kennen, erfährt von der einen oder anderen psychischen Krankheit in der Familie und von der schwierigen Beziehung der beiden Brüder untereinander. Am Ende steht die Frage, wie man nun mit der Situation umgeht.

 
Oberflächlich betrachtet erinnert der Film an Roman Polanskis „God of Carnage“. „The Dinner“ ist aber nicht so hysterisch und nervig. Auch gibt es in diesem Film mit Steve Coogans zynischem Paul mindestens einen Sympathieträger in der Viererkonstellation. Auch ist es sein Charakter, der zumindest anfangs für Humor sorgt. Es ist ein düsteres Charakter- und Familiendrama, das durchaus zu fesseln weiß und was die Charaktere angeht, hält der Film auch eine Überraschung parat.

Schauspielerisch haben mir Steve Coogan und Laura Linney am besten gefallen.

 
„The Dinner“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb. Gezeigt wurde die OmU. „The Dinner“ startet am 5.5.17 in den amerikanischen Kinos. Ein deutscher Kinostart ist derzeit für den 19.10.17 anvisiert.

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „T2 Trainspotting“

Ich war am 11.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„T2 Trainspotting“ (dt. Kinostart: 16.02.17) 118 min drama, adaptation, sequel
dir. Danny Boyle cast: Ewan McGregor, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle, Kelly Macdonald, Ewen Bremner, Shirley Henderson, Anjela Nedyalkova

 

 

Mark (Ewan McGregor) ist mittlerweile 46 Jahre alt und kehrt nach 20 Jahren in seine Heimat, das trostlose Edinburgh, zurück. Seine Mutter ist kürzlich verstorben. Im Gegensatz zu seinen alten Freunden Spud (Ewen Bremner) und Simon, ehemals „Sick Boy“ (Jonny Lee Miller) hat Renton in der Zwischenzeit zu einem normal bürgerlichen Leben gefunden. Aber ist sein Leben wirklich so viel besser als das der anderen?

 
B+ (Wertung von A bis F) „T2 Trainspotting“ basiert auf Irvine Welshs Romanen „Trainspotting“ und „Porno“. Es ist der neue Film des britischen Filmemachers Danny Boyle („Shallow Grave“, „Trainspotting“, „The Beach“, Slumdog Millionaire, 127 Hours, Steve Jobs).

 
Eine Fortsetzung zu einem Klassiker kann nie so gut sein wie das geliebte Original. Danke aber, dass Danny Boyle so lange gewartet hat bis ein ordentliches Drehbuch vorlag, um sich mit Ewan McGregor zu versöhnen, die alte Gang zusammenzutrommeln und eine Fortsetzung zu seinem Junkie-Kultfilm „Trainspotting“ zu inszenieren. 1996 war dieser Stil, den Danny Boyle mit seinem Film prägte, krass, unverbraucht und neu. Mich begeistert bis heute sein Stil und so war mir klar, dass auch ein Sequel zu seinem Film nicht wirklich schlecht sein kann. Wie haben die vertrauten Charaktere die letzten zwanzig Jahre verbracht, wie leben sie heute? Wie verläuft das erste Zusammentreffen? Im Guten sind sie ja nicht gerade auseinander gegangen. Die Lebensläufe von Renton, Sick Boy, Spud und Franco sind glaubhaft. Der Filmemacher kreiert erneut tolle Situationen, transportiert die Stimmung und den so eigenen Humor. Vielleicht hat der Film zwischendurch ein paar Längen, aber ich hatte viel Spass mit den Charakteren, liebte einige Szenen (beispielsweise die Improvisation von Mark und Simon in dem Glasgower Vereinshaus, Marks „Choose“-Monolog und die komplette Club-Sequenz mit „Radio Ga Ga“) und das Ende hat Gänsehaut bei mir erzeugt. Was will man mehr?

Gerne würde ich wissen, wie es mit Charakteren weiter geht, vielleicht muss man dafür nicht zwingend zwanzig Jahre warten.

Der Soundtrack ist selbstverständlich wieder ausgezeichnet. Der aus dem ersten „Trainspotting“ bekannte Song  „Born Slippy“ von Underworld wurden neu aufgelegt, Iggy Pops „Lust for Life“ aus „T1“ wurde von The Prodigy geremixt.

 
„T2 Trainspotting“ läuft bereits seit dem 27.1.17 in den britischen Kinos. In den amerikanischen Kinos startet der Film am 17.03.17. Ich habe den Film auf der Berlinale 2017 gesehen. Auf dem 67. International Filmfestival in Berlin lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Gezeigt wurde die OmU (Danke für die Untertitel, ich hatte das eine oder andere Mal meine Probleme, das Kauderwelsch zu verstehen. Ab nächsten Donnerstag ist er dann regulär in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

Denver – Film: „Gold“

Ich war am 06.02.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Gold“ (dt. Kinostart: 13.04.17) 120 min   drama
dir. Stephen Gaghan cast: Matthew McConaughey, Edgar Ramirez, Bryce Dallas Howard, Corey Stoll, Toby Kebbell, Craig T. Nelson, Bruce Greenwood, Bill Camp, Stacy Keach, Macon Blair

 

 

1988 in Reno, Nevada. Normale Arbeit ist nichts für Kenny Wells (Matthew McConaughey), er ist ein Prospector. Mittlerweile muss seine langjährige Freundin Kay (Bryce Dallas Howard) für den Lebensunterhalt der Beiden aufkommen. Jetzt hat er von einem größeren Goldfund in Indonesien gehört, kratzt etwas Geld zusammen und fliegt nach Südostasien. Dort trifft er sich mit dem Geologen Michael Acosta (Edgar Ramirez). Die beiden handeln einen Deal aus und engagieren ein Team, um im indonesischen Dschungel nach Gold zu suchen…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Gold“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Geschichte lag der Bre-X-Skandal zugrunde. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Stephen Gaghan („Syriana“).

Mir war der Bre-X-Skandal nicht bekannt, sicherlich lohnt es sich, davon zu erfahren, ich weiß nur nicht, ob ein Film die beste Erzählform dafür ist. „Gold“ ist von Beginn an sehr zäh, viel passiert nicht. Mit Ausnahme einiger schauspielerischen Leistungen und der etwas überraschenden Wendung zum Schluss, fand ich den Film überflüssig.

Matthew McConaughey wollte vor vielen Jahren nicht mehr nur als Schönling gelten, sondern auch endlich als Schauspieler ernst genommen werden. Also hat er konsequent alle Rollenangebote für romantische Komödien abgelehnt. Irgendwann kamen dann die anspruchsvolleren Rollen und er zeigte sein Können in Magic Mike, der Serie True Detective, The Wolf of Wall Street, Dallas Buyers Club. Für letztgenannten Film gewann er dann den Oscar. Obwohl mittlerweile wahrscheinlich jeder verstanden hat, dass er auch schauspielern kann, ist er weiterhin bemüht, möglichst unattraktiv auszusehen (wie hier: extreme Gewichtszunahme, Halbglatze mit fettigen Strähnen und falsche Zähne),weil er das scheinbar gleichsetzt mit gutem Schauspiel. Den Oscar kann man ihm leider nicht mehr wegnehmen, aber er wird niemals zu einem der besten Schauspieler zählen. Hier hätte er sich am Set mal ein Beispiel an Corey Stoll, Bill Camp und Edgar Ramirez nehmen sollen, die auf leichte und natürliche Art einen wesentlich größeren Eindruck als Schauspieler hinterlassen.

„Gold“ war ursprünglich für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey). Iggy Pops hörenswerter Song „Gold“ wurde für den Golden Globe nominiert, Oscar-Nominierungen hat der Film nicht erhalten.

 
„Gold“ wurde am 30.12.16 in einigen amerikanischen Kinos gestartet, seit dem 27.01.17 ist er dort landesweit in den Kinos. Ab dem 13.04.17 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

 
Trailer v. Film: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: 5. Film der Serie. Warum genau spielt hier Javier Bardem mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Wilson„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson und Laura Dern. Ich liebe den Film schon vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Great Wall„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Historische Actionfilme sind selten meine Welt. Der hier ist eindeutig für den chinesischen Markt produziert, auch wenn Matt Damon mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Free Fire„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Wheatleys Actionkomödie mit Brie Larson, Armie Hammer, Sharlto Copley
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Oscar-Gewinner 2017 – meine Analyse

Die meisten Oscar-Experten haben diese Oscar-Verleihung als „langweilig und vorhersehbar“ abgehakt. Seit meiner ersten Prognose vom September 2016 habe ich auf La La Land getippt, auch wenn alles mittlerweile auf einen Oscar-Gewinn als Bester Film und viele andere Oscars hindeutet, mache ich mir so meine Gedanken.

Zu Erinnerung: Im letzten Jahr sah sich AMPAS einem Shitstorm sondergleichen ausgesetzt. (#OscarsSoWhite) Dieses Jahr sind drei afroamerikanische Filme („Fences“, „Moonlight“ und „Hidden Figures“), ein schwarzer Regisseur (Barry Jenkins) und sieben dunkelhäutige Schauspieler (Denzel Washington, Ruth Negga, Mahershala Ali, Dev Patel, Viola Davis, Naomie Harris, Octavia Spencer) für den Academy Award nominiert. Außerdem sind zwei afroamerikanische Drehbuchautoren (Barry Jenkins und posthum August Wilson) für den Oscar nominiert. Dieses Jahr ist also #OscarsSoWhite vom Tisch, wobei ich den Angriff auf AMPAS – nach wie vor – nicht wirklich nachvollziehen kann, ein #HollywoodSoWhite wäre wesentlich treffender gewesen. Denn es liegt nicht an AMPAS, sondern daran, dass nicht ausreichend hochwertigen Filmen mit nicht-weißen Schauspielern und einer entsprechenden Thematik produziert werden. AMPAS kann nur das nominieren, was da ist.

„La La Land“ hat 14 Oscar-Nominierungen erhalten. Das gab es in 89 Jahren Academy Awards nur 2x Mal zuvor, bei „All About Eve“ und „Titanic“. „All About Eve“ hat Best Picture, Best Supporting Actor (George Sanders) und vier weitere Oscars gewonnen, „Titanic“ hat 11 Oscars, inklusive Best Picture gewonnen, dafür ungewöhnlicherweise keinen Schauspielpreis (Kate Winslet und Gloria Stuart waren nominiert). „Ben-Hur“, „Titanic“ und „The Lord of the Rings: The Return of the King“ haben in der 88 Jahren Oscar-Geschichte die meisten Oscars gewonnen, alle 11 Oscars. Letztgenannter Film war im Jahr 2003 der letzte große Abräumer bei den Oscars. Gegenbeispiele mit vielen Nominierungen und keinem einzigen Oscar-Gewinn gibt es einige. Zuletzt American Hustle, True Grit und „Gangs of New York“ – alle drei Filme hatten 10 Nominierungen, kein einziger Oscar-Gewinn. Gravity hat 7 Oscars gewonnen, aber nicht Best Picture. Oder zurück zum letzten Jahr The Revenant war für 12 Oscars nominiert, Mad Max: Fury Road hat im letzten Jahr sechs Oscars gewonnen und „Revenant“ hat letztlich nur drei (Beste Regie, Leo als Bester Hauptdarsteller und Beste Kamera) gewonnen. Mit dem Oscar für den besten Film wurde letztes Jahr Spotlight ausgezeichnet, ein Film, der nur für 6 Oscars nominiert war.

Es ist also keinesfalls so, dass der Film, der die meisten Oscar-Nominierungen erhalten hat, viele Oscars und dazu noch Best Picture gewinnt. Nun setzen 14 Oscar-Nominierungen „La La Land“ natürlich automatisch in den Favoriten-Sessel – und der ist sehr ungemütlich.

Ich hatte es an anderer Seite schon gesagt, als Favorit bei den Oscars zu gelten ist nie gut. Ab dem Moment, in dem ein Film den Oscar als bester Film quasi schon in der Tasche hat, wird er von allen Seiten angegriffen und für schlechter empfunden, als er vielleicht letztlich ist. Die ganzen PR-Leute hinter den Oscar-Kampagnen versuchen ihre Asse aus dem Ärmel zu schütteln, die Zuschauer gehen mit einer immensen Erwartungshaltung ins Kino und denken am Ende, was und der wird den Oscar gewinnen?

Saturday Night Live – Sketch „La La Land“

„La La Land“ spaltet die Filmgemeinde, allerdings nicht so wie im letzten Jahr „The Revenant“, der Film wurde geliebt oder gehasst. Bei „La La Land“ ist meine Beobachtung, dass es viele gibt, die ihn lieben, einige die ihn hassen, aber die überwiegende Zahl findet ihn gut oder wenigstens okay. Das ist wichtig bei dem preferential voting system. Aus der letzten Oscar-Saison habe ich gelernt, dass „The Revenant“ bei den Academy Mitgliedern entweder auf Platz 1 ihrer Liste war oder gar nicht auf der Liste der 8 nominierten Filme gelandet ist. Zu Erinnerung: Alle Academy-Mitglieder müssen die nominierten Filme entsprechend ihrer Präferenz der Reihe nach listen. Wenn ein Film bei der ersten Auszählung der Stimmen aller Academy-Mitglieder mehr als 50% erreicht hat, haben wir dann bereits den Oscar-Gewinner-Film. Sollte das kein Film schaffen, gehts es in die zweite Runde und dann zählen die Stimmen für die Filme, die auf der Academy-Liste auf den Plätzen 2 und 3 und 4 sind. Ich habe das System verstanden, kann es aber nicht so plausibel erklären wie Steve Pond von The Wrap. Dazu empfehle – mal wieder – sich seine Erklärung in dem folgenden Video anzuschauen:

„La La Land“ ist m. E. ein Platz 1 Film, aber könnte auch bei einigen Academy-Mitgliedern auf Platz 2, 3 oder 4 landen. Die Gewerkschaft der Film- und Fernsehproduzenten (PGA) nutzen ebenso das preferential voting system und da wurde „La La Land“ bereits als bester Film ausgezeichnet. Im letzten Jahr war The Big Short der PGA-Gewinner-Film.

In einem normalen Oscar-Jahr würde „La La Land“ sehr wahrscheinlich den Oscar als bester Film gewinnen, aber ist es ein normales (Oscar)-Jahr?

 
Möchte sich AMPAS noch Jahre später zum Vorwurf machen, dass sie in diesen turbulenten Trump-Zeiten und im Jahr 1 nach #OscarsSoWhite den fröhlichsten, weißesten Film, ein Verfolge-Deine-Träume-Musical, ausgezeichnet haben?

Die Oscar-Saison ist politisch geworden. Als ich meine erste Oscar-Analyse im September geschrieben habe, war der 8.November 16 noch weit weg, kaum einer hat mit dem Wahlausgang wirklich gerechnet. Sehr wohl war mir aber klar, dass eine Trump-Wahl die Oscar-Saison verändern kann. Ich wiederhole mich, wenn ich das 9/11 Szenario in Verbindung mit der Oscar-Verleihung ein Jahr später erinnere. Seinerzeit hat sich Hollywood, die U.S.A. und natürlich die Welt in einer Schockstarre befunden. Vielleicht war aus diesem Grund der Wunsch nach Eskapismus groß und AMPAS hat das Musical „Chicago“ als besten Film ausgezeichnet. Die Schockstarre in Hollywood ist im Februar 2017 lange vorbei, die Wut über die Aussagen und die Aktionen des mittlerweile amtierenden Präsidenten ist riesig. Meryl Streep hat mit ihrer Rede bei den Golden Globes den Stein etwas ins Rollen gebracht, seither melden sich immer mehr Künstler zu Wort. Das zeigen auch die beiden Preisverleihungen der Gewerkschaft der Produzenten und der Schauspieler. Vor allen Dingen, die im TV übertragende SAG-Awards zeigten, dass sich kaum ein Schauspieler bei seiner Dankesrede nicht politisch geäußert hat. Ist es in dieser Zeit noch zu rechtfertigen, dass ein Eskapiskus-Film (dieses Jahr „La La Land“) mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet wird, oder ist es jetzt nicht zeitgemäßer und wichtiger, eine Botschaft zu transportieren? Sollte sich AMPAS mit der Wahl ihres besten Films eigentlich politisch einbringen oder geht es nicht vielmehr darum, den besten Film des Jahres 2016 auszuzeichnen?

Ist „La La Land“ der beste Film des Jahres 2016? In meinen Augen ist er weit davon entfernt, bei mir taucht er nicht mal in meiner Top Ten Filme für Filme aus dem Jahr 2016 auf. In meinen Augen sind Moonlight,  Manchester by the Sea und Arrival die wesentlich besseren Filme. „Manchester by the Sea“ ist meines Erachtens raus aus dem Rennen um den Oscar als Bester Film. „Moonlight“ wäre der Film mit einer Botschaft, ein Film über das Anderssein. Ein afroamerikanischer Film mit einer Gay-Thematik.

Meine Träume, dass „Moonlight“ dem Film „La La Land“ den Oscar als bester Film noch abspenstig machen kann, sind am 29.01.17 mit dem SAG-Ensemble-Award (vergleichbar mit Bester Film) erstmal geplatzt. „La La Land“ war nicht für den SAG-Ensemble-Award nominiert, hier hätte die Schauspielgewerkschaft „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“ auszeichnen können. Unfassbarerweise hat aber Hidden Figures gewonnen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie unerträglich das für mich wäre, wenn „Hidden Figures“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Dann lasst bitte lieber „La La Land“ alle Academy Awards gewinnen. „Hidden Figures“ ist mittlerweile der erfolgreichste aller Oscar-nominierten Filme an der amerikanischen Kinokasse (dicht gefolgt von „La La Land“).

Und nun? Eines gilt als sicher, sollte „La La Land“ sich durchsetzen wird dieser Film unter den Oscar-Fans noch Jahre später dafür gehasst werden, dass er in so einer Zeit den Oscar als Bester Film gewonnen hat.

 
„La La Land“ hat 14 Oscar-Nominierungen, kann aber faktisch max. 13 Oscars gewinnen (in der Kategorie Bester Song ist er 2x nominiert). Welche Oscars sind „La La Land“ sicher: Beste Regie, Bester Schnitt, Bester Ton, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild – das sind 5, Beste Schauspielerin und Bester Film sind 7, der Beste-Film-Gewinner gewinnt auch meist das beste Drehbuch, (in dem Fall bestes Originaldrehbuch, auch wenn es „Manchester by the Sea“ wesentlich mehr verdient hätte). 8, Beste Kamera müsste an „Arrival“ gehen, könnte aber auch an „La La Land“ gehen – 9. Bestes Kostümdesign müsste an Jackie oder Florence Foster Jenkins gehen, könnte aber auch an „La La Land“ gehen – 10. In der Kategorie Bester Song sind – wie gesagt – 2 Songs nominiert und die könnte sich gegeneinander ausspielen und der Oscar könnte an „How Far I´ll Go“ aus Moana gehen. Das Multitalent Lin-Manuel Miranda wäre damit einer der wenigen EGOT-Gewinner (das bedeutet, er hat alle vier wichtigsten Preise in der amerikanischen Entertainment-Branche Emmy, Grammy, Oscar und Tony gewonnen). Der Favorit in der Kategorie Bester Originalsong ist aber „City of Stars“ – dann wären wir bei 11 Oscars. Es bleiben letztlich nur 2 Kategorien, die eher nicht an „La La Land“ gehen: Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling) und Bester Tonschnitt (diese Kategorie geht meist an den lautesten Film und äußerst selten an ein Musical). Wenn „La La Land“ der Abräumer wird, gewinnt der Film auch Bester Tonschnitt – 12 Oscars.

Im Jahr 2009 wurde das preferential voting system wieder eingeführt (das gab es bereits von 1934-1945), seitdem hat  kein Oscar-Gewinner Film mehr als 6 Oscars gewonnen. Im Jahr 2009 hat The Hurt Locker 6 Oscars gewonnen. „Spotlight“ – wie gesagt – im letzten Jahr nur 2, Birdman  hat 4 und 12 Years a Slave hat 3 Oscars gewonnen.

Die meisten Oscars, die ein Film allein gewonnen hat, waren – wie gesagt – 11. Man stelle sich vor „La La Land“ würde bei den Academy Awards richtig abräumen und wirklich 12 (oder 13) Oscars gewinnen. Dann würde „La La Land“ hinsichtlich der Oscars einen Rekord aufstellen und als bester Film aller Zeiten gelten – viel Spass mit der Bürde.

Ich bin kein großer Fan von „La La Land“, welcher Film mir mehr am Herzen liegt ist: Toni Erdmann. Es sieht immer mehr so aus, als würde – aufgrund der politischen Situation in den U.S.A. – der Oscar für den besten fremdsprachigen Film an Iran („The Salesman“) gehen. Auch habe ich gehört, dass „Toni Erdmann“ auf DVD/Screener nicht so gut wirkt und viel zu lang ist. Die meisten Academy-Mitglieder gucken aber, wenn sie sich die nominierten Filme überhaupt anschauen, die fremdsprachigen Filme Zuhause. Sehr schade für diesen tollen Film. Schon lange wurde gemunkelt, dass Hollywood ein Remake zu „Toni Erdmann“ plant. Mittlerweile sind die Pläne schon etwas konkreter und Jack Nicholson soll die Hauptrolle spielen. Sollte der Film tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, wäre das eine riesiges Comeback für Jack Nicholson (von dem man bereits seit Jahren nichts hört und sieht) und dann ist Jack Nicholson ein hundertprozentiger Kandidat für den, seinen vierten, Oscar.

Zurück zu den zu vergebenen Schauspiel-Oscars dieses Jahr:

 
Beste Nebendarstellerin: Viola Davis (für Fences) – das ist die einzige Kategorie, die wohl schon zu hundert Prozent entschieden ist.

Die Kategorie Bester Nebendarsteller geht wohl auch relativ sicher an Mahershala Ali (für  Moonlight), in dieser Kategorie gibt es aber auch sehr gerne mal eine Überraschung. Wenn Michael Shannon gewinnt, flippe ich aus vor Freude.

Emma Stone ist die Favoritin in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Wenn „La La Land“ – wie angenommen wird – so viele Oscars gewinnt, ist meistens auch ein Schauspielpreis dabei. Die Einzige, die ihr meines Erachtens gefährlich werden könnte, ist Isabelle Huppert (für „Elle“). Ich habe es schon öfter gesagt, wiederhole mich aber gerne, die Golden Globes sind für die Academy Awards relativ unwichtig. Wichtig ist, dass Filme durch eine GG-Nominierung mehr Beachtung finden, die Academy-Mitglieder sich diese Filme dann auch anschauen und ganz wichtig sind die Dankesreden. Ich bin mir beispielsweise sicher, dass in solch einem Jahr voller hervorragender weiblicher Performances, Meryl Streep mit ihrer Rede bei den Golden Globes ihre 20. Oscar-Nominierung in Stein gemeisselt hat. Nun haben sowohl Isabelle Huppert als auch Emma Stone den Globe (Huppert für Drama, Stone für Comedy/Musical) gewonnen, Huppert war sehr überrascht über ihren GG-Gewinn und hat eine tolle Rede gehalten. Jetzt war die Französin nicht für den Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG) nominiert. Gegeneinander mussten Emma Stone und Isabelle Huppert noch nicht angetreten.

 
Bester Hauptdarsteller:

Es wird sich zwischen Denzel Washington und Casey Affleck entscheiden.

Insbesondere in dieser Kategorie wird gerne das meiste Schauspiel, das meiste Sich-ins-Zeug-legen, das meiste Sich-körperlich-verändern, das meiste Sich-in-einen-ganz-anderen-Charakter-verwandeln und/oder Möglichst-eine-berühmte-Persönlichkeit-spielen geehrt. (um ein paar Gewinner der letzten Jahre zu nennen, auf denen dieses Profil passt: Leonardo DiCaprio, Eddie Redmayne, Matthew McConaughey, Daniel Day-Lewis, Colin Firth, Sean Penn. Außerdem gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, nachdem die attraktiven männlichen Schauspieler nicht bevor sie das 40. Lebensjahr erreicht haben, den Oscar gewinnen. Es gibt immer natürlich immer Ausnahmen, Adrien Brody zum Beispiel.

Casey Affleck ist 41 Jahre alt, also knapp über40, sieht aber aus wie Anfang 20. Ich weiß nicht, ob er mit seinem fiesen Bart, den er derzeit trägt, eine Strategie fährt – älter sieht er damit in jedem Fall aus. Auch wenn er mit seiner unaufgeregt-zurückhaltenden Performance (in Manchester by the Sea) nicht ins o.g. Profil passt, sah es lange so aus, als hätte er den Oscar bereits in der Tasche. Ich hatte im letzen Jahr bereits über den Sexskandal aus seiner Vergangenheit berichtet, dieser brodelt weiter vor sich hin, vielleicht führt er aus diesem Grund keine Oscar-Kampagne. Jetzt hat Denzel Washington den Preis der Schauspielgewerkschaft gewonnen (SAG-Award) und läuft durch Hollywood und küsst Babies und hilft alten Damen über die Straße. Im Moment geht die Tendenz wohl eher zu Denzel Washington.

 
Für Denzel Washington spricht, dass er  in „Fences“ eine typische „Theater-Performance“ gibt. Kein Wunder, „Fences“ ist ein – noch dazu von ihm – verfilmtes Theaterstück. Denzel hat für diese Performance bereits den Tony gewonnen und kürzlich seinen 1. SAG-Award gewonnen. Was spricht also gegen den Oscar-Gewinn für Denzel Washington? Meines Erachtens, dass er einen sehr unsympathischen Charakter spielt. Richtige Bösewichte werden in dieser Kategorie gerne ausgezeichnet, beispielsweise Daniel Day-Lewis in „There Will Be Blood“, Forest Whitaker in „The Last King of Scotland“ und – unvergessen – Anthony Hopkins für „The Silence of the Lambs“). Einfach unangenehme Charaktere gewinnen selten in dieser Kategorie, vielleicht kann man aber auch darüber hinwegsehen, weil er hier schließlich eine solide Regiearbeit präsentiert und Viola Davis zu ihrem ersten Oscar verhilft. Ich bin hier noch sehr unschlüssig, vor allen Dingen weil ein Oscar-Gewinn für Denzel Washington bedeutet, dass er bereits seinen 3. Academy Award gewinnt und damit steht er dann auf einer Stufe mit u.a. Meryl Streep, Daniel Day-Lewis und Jack Nicholson. Das ist der Moment, bei dem ich gar nicht überzeugt bin, dass Denzel eine Chance hat.

Ich werde mir die nächsten zwei Wochen noch ein paar Gedanken machen müssen.

 
Die 89. Oscar-Verleihung findet am Sonntag den 26.02.17 statt.

Meine Wette zu komplett allen Kategorien werde ich einen Tag vor den Oscars veröffentlichen.

TV – Serie: „Good Behavior“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender TNT-TV-Serie angeschaut:

 

 

„Good Behavior“ (in Deutschland über den Pay-TV-Sender TNT Serie zu sehen) 10 x approx. 50 min. drama, thriller adaptation
dir. Charlotte Sieling, Carl Franklin, Magnus Martens, Mark Piznarski, Mikkel Norgaard, Jonas Pate, Phil Abraham cast: Michelle Dockery, Juan Diego Botto, Lusia Strus, Terry Kinney, Nyles Julian Steele

 
Statesville, North Carolina. Letty (Michelle Dockery) ist eine Trickbetrügerin und Diebin, vorzugsweise räumt sie teure Hotelzimmer aus. Sie hat bereits mehrmals im Gefängnis gesessen und ist jetzt auf Bewährung draußen. Außerdem hat sie noch ein Alkohol- und Drogenproblem. Jetzt will sie ihr Leben aber ändern, schließlich will sie das Sorgerecht für ihren 10-jährigen Sohn Jacob (Nyles Julian Steele) zurück. Der wird derzeit von ihrer Mutter (Lusia Strus) großgezogen und die hat sogar eine einstweilige Verfügung gegen ihre Tochter erwirkt, Letty darf nicht mal in die Nähe ihres Sohnes kommen. Außerdem muss sie sich regelmäßig mit ihrem Bewährungshelfer Christian (Terry Kinney) treffen. Der weiß natürlich nichts davon, daß sie immer noch als Diebin unterwegs ist. Als sie gerade mal wieder dabei ist, ein Hotelzimmer auszuräumen, kommen zwei Männer ins Zimmer zurück und Letty muss sich schnell im Kleiderschrank verstecken. Dabei kann sie ein Gespräch mit anhören, einer der beiden Männer (Juan Diego Botto) ist scheinbar ein Auftragsmörder, der die Frau des anderen Mannes töten soll. Letty lernt den vermeintlichen Auftragsmörder später kennen, sie verbringen die Nacht miteinander und dann versucht sie ihm einen Strich durch seinen Plan zu machen, aber es kommt alles anders…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Good Behavior“ basiert auf Blake Crouchs Romanserie „Letty Dobesh“.

Das erste Mal wurde ich auf diese neue TV-Serie aufmerksam, als ich das Making-of und die Trailer im amerikanischen Kino sah. Im Gegensatz zu Deutschland wird – wenn ein Film beispielsweise um 17.00 Uhr anfangen soll – in einem amerikanischen Kino entsprechend v. 16.45 bis 17.00 Uhr Werbung gezeigt. Diese Werbung kann in Form eines gesponserten Kinoratespiels sein, es wird der eine oder andere richtige Werbespot gezeigt und ganz oft, wird Werbung von neuen, demnächst startenden TV-Serien gebracht. Ab 17.00 Uhr wird dann die kinoeigene Werbung mit dem Hinweis auf die Notausgänge, dass man jetzt spätestens sein Handy ausmachen soll und natürlich die Filmtrailer gezeigt. Da es in vielen Kinos immer noch mein geliebtes free seating gibt, bin ich meist 10 Minuten vor dem eigentlichen Filmbeginn da, um mir einen guten Platz zu sichern. Jedenfalls habe ich im Spätsommer des letzten Jahres das erste Mal das Making-of und die Trailer von „Good Behavior“ gesehen. Das Gezeigte hat mich neugierig gemacht und als der Serienstart dann ganz ordentliche Kritiken bekommen hat, habe ich sie mir einfach runtergeladen – so für Zwischendurch.

Eigentlich neige ich dazu, mir eher die, von Kritikern umjubelten Serien oder Mehrteiler anzuschauen. „Good Behavior“ ist nicht sonderlich anspruchsvoll, eher leichte Kost, aber für eine normale Kabel-TV-Serie erstaunlich gut. Für eine Mainstream-Serie wird viel geflucht und ungewöhnlich viel Sex, Drogen-, und Alkoholkonsum gezeigt.

„Good Behaviour“ erzählt eine durchgehende Geschichte, eignet sich also durchaus zum Bingen. Es sind Charakterstudien zweier Außenseiter am Rande der Gesellschaft, die so unterschiedlich sie sind, wunderbar zusammenpassen. Es ist aber auch etwas Familiendrama, Comedy mit einem guten schwarzen Humor, Thriller und erzählt eine außergewöhnliche und ehrliche Liebesgeschichte. Das Ganze ist wesentlich komplexer als es auf den ersten Blick erscheint.

Ganz besonders mochte ich die Beziehung zwischen Letty und Javier. Beide verbindet eine starke (sexuelle) Anziehung, ein ähnlicher Humor, eine Vertrautheit und dass sie jeweils etwas tun, was der andere konsequent ablehnt. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Die Chemie der beiden Schauspieler/Charaktere stimmt. Ich mag, wie sie sich mit Blicken verstehen und wie sie sich die Sprüche um die Ohren hauen. Entsprechend sind mir die beiden Charaktere sehr schnell ans Herz gewachsen.

Javier übernimmt den vernünftigen und ruhigen Part – so weit man von vernünftig sprechen kann, wenn jemand als Auftragskiller arbeitet. Letty ist auf Bewährung auf freien Fuß, hat einen Bewährungshelfer und möchte eigentlich ein neues, normales Leben beginnen. Das ist aber natürlich nicht so leicht und so verfällt sie schnell mal wieder in alte Verhaltensmuster und in ihr von Drogen-, Alkohol- und Diebstahl bestimmte Leben.

Michelle Dockery ist ein Chamäleon. Mit den verschiedenen Perücken sieht sie immer komplett anders und manchmal unglaublich hübsch, auch mag ich, wie die englische Schauspielerin wenn sie sich in die langhaarige Blondine verwandelt mit einem überzeugenden Südstaaten-Akzent spricht.

Juan Diego Botto ist supersexy und natürlich bin ich etwas verliebt in den argentinischen Auftragsmörder. Seine Figur erinnert mich etwas an David Tennants Serienfigur Alec Hardy aus Broadchurch,

 
Ich liebe Letty und Javier, ihre Beziehung, den Humor der Serie und es gefällt mir, dass die Serie in den amerikanischen Südstaaten spielt. Ich mag Kleinigkeiten, wie dass das Filmplakat auch eines meiner Lieblingsfilme (HBOs „Gia“) in Lettys Jugendzimmer hängt. Meine Lieblingsnebenfigur ist die FBI-Agentin in Folge 6, 9 und 10 („We Pretend We´re Stuck“, „For You I´d Go with Strawberry“ und „All the Things“), übrigens gespielt von Ann Dowd (Compliance)

 
Die neunte Folge hat mir fast das Herz gebrochen.

Das Staffelfinale ist verwirrend, witzig, toll und endet so, dass man sich auf die zweite Staffel freuen kann.

 
Alle Episodentitel sind übrigens Zitate aus der jeweilige Episode.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Letty ist in der 10. Klasse von der Schule gegangen und auf die schiefe Bahn geraten. Sie hat bereits mehrfach im Gefängnis gesessen und ist jetzt auf Bewährung draußen. Wenn sie das nächste Mal ins Gefängnis kommt, wird sie das Sorgerecht für ihren 10-jährigen Sohn Jacob (gespielt von Terry Kinney) für immer verlieren. Jacob wird von Lettys Mutter Estelle (gespielt von Luisa Strus) großgezogen. Mutter und Tochter verbindet ein sehr schwieriges Verhältnis. Letty hat außerdem ein Drogen- und Alkoholproblem und obwohl sie auf Bewährung draußen ist, verdient sie ihren Unterhalt weiterhin als Diebin. In einem Hotelzimmer wird sie Zeuge eines Gesprächs zweier Männer. Einer der beiden Männer ist offensichtlich ein Auftragsmörder und soll die Ehefrau des anderen töten. Letty lernt den Auftragsmörder Javier (gespielt von Juan Diego Botto) kennen, dadurch wird ihr Leben aber nur noch komplizierter. Gespielt wird Letty von der englischen Schauspielerin und Sängerin Michelle Dockery. Bekannt ist sie durch ihre Rolle der Lady Mary Crawley in „Downton Abbey“. Sie habe aber auch in einigen Kinofilmen, u.a. Hanna, „Anna Karenina“, Non-Stop gespielt.

Javier ist ein Auftragskiller. Er stammt aus Buenos Aires hat seit 20 Jahren keinen Kontakt zu seiner Familie. Einzig seine Schwester Ava (übrigens gespielt von Juan Diego Bottos richtiger Schwester María Botto), ihren Ex-Mann und die zwei gemeinsamen Töchter sieht er regelmäßig. Javier lebt sehr zurückgezogen, ist introvertiert und sensibel. Dann lernt er Letty kennen, er fühlt sich von ihr angezogen, sie ist aber ein Junkie und sein Leben wird durch sie komplizierter. Javier wird von dem argentinisch-spanischen Schauspieler Juan Diego Botto gespielt. Er war vorwiegend in spanischen und argentinischen Produktionen zu sehen, hat aber in Ridley Scotts „1492: Conquest of Paradise“ und auch in Doris Dörries Film „Bin ich schön?“ mitgewirkt.

 
Christian Woodhill (für Letty: Christian Stalker) – Lettys Bewährungshelfer. Gespielt wird Christian von dem amerikanischen Schauspieler und Theaterregisseur Terry Kinney. Bekannt wurde er durch seine Rolle in der TV-Serie „Oz“. Er hat in vielen TV-Serien und Filmen gespielt.

 
Estelle ist Lettys Mutter. Sie zieht Lettys Sohn Jacob groß und hat eine Vorliebe für jüngere Männer. Estelle wird von der amerikanischen Theater- und Filmschauspielerin Lusia Strus gespielt. Sie hat vorwiegend in amerikanischen TV-Serien, u.a. „Modern Family“, und „Wayward Pines“ mitgewirkt und in den Kinofilmen „50 First Dates“ und „Miss Congeniality 2: Armed and Fabulous“ gespielt.

 
Die erste Staffel von „Good Behavior“ wurde erstmalig vom 15.11.16 – 10.01.17 auf dem amerikanischen Kabelsender TNT ausgestrahlt. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt. In Deutschland ist die Serie über den deutschen Bezahlsender TNT Serie zu sehen.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

Meet Letty:

Meet Javier:

 

Denver – Film: „Silence“

Ich war am 06.01.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Silence“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 161 min drama, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson, Ciarán Hinds, Issei Ogata

 
Im Jahr 1638. Pater Sebastiao Rodrigues (Andrew Garfield) und Pater Francisco Garupe (Adam Driver) aus Portugal reisen nach Japan. Sie begeben sich auf die Suche nach ihrem ehemaligen Mentor, Pater Ferreira (Liam Neeson), er soll seinem Glauben abgeschworen haben…

 
B (Wertung von A bis F) „Silence“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des japanischen Autors Shusaku Endo. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „Casino“, The Wolf of Wall Street).

„Silence“ gilt als sehr persönlicher Film des römisch-katholischen Regisseurs Martin Scorsese. Wie die meisten seiner Filme sieht auch dieser fantastisch aus. Es ist einer dieser imposanten Filme, der wahrscheinlich ausschließlich auf einer großen Leinwand wirkt. Leider ist er endlos lang und thematisch konnte ich dem Film gar nichts abgewinnen.

Ich halte mich für einen empathischen Menschen, versuche mich bei Filmen auch meist in die Charaktere reinzuversetzen. Das war mir in diesem Film nicht möglich, der einzige Charakter, dessen Handeln ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen konnte, war Liam Neesons und seine Rolle kommt erst zum Ende zu tragen. Es liegt nun eine ganze Weile zurück, dass ich „Silence“ gesehen habe, lange habe ich überlegt, was ich schreiben kann, ohne anderen Menschen zu nahe zu treten. Generell macht mich die Arroganz sprachlos, mit der Gläubige in ein fremdes Land, in eine fremden Kultur wandern und den Einwohnern ihren Glauben aufzwingen wollen und dabei ihre Meinung/ihren Glauben als die/den einzig wahre (n) gelten lassen. Hier werden Pater Rodgrigues (gespielt von Andrew Garfield) und (japanische) Christen gezeigt, wie sie – im Angesicht des Todes – beharrlich an ihrem Glauben festhalten. Die japanischen Machthaber wollen nicht, dass die christliche Religion ihr Land unterwandert, verfolgen die Christen, nehmen sie fest und verlangen, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – ihren Glauben mit Füßen treten. Und hier kommt der Punkt, den ich nicht verstanden habe. Wenn ich weiß, dass ich schrecklich gefoltert oder gar getötet werde, warum gebe ich mich dann nicht etwas geschmeidiger? Diese ganze Prozedur wiederholt sich zig Mal in dem Film.

Gut, aber was weiß ich schon davon? Gläubige Menschen werden den Film sehr wahrscheinlich mit ganz anderen Augen sehen. Für mich gab es eindrucksvolle Bilder, ich habe von ganz neuen Folter- und Tötungsmethoden erfahren und hatte Spass mit einem der Nebencharakter, Inquisitor Inoue (gespielt von Issei Ogata). Diese Figur ist der klare Bösewicht des Films. Mich hat er von seiner kultivierten-fiesen Art an Christoph Waltz´ Hans Landa aus Inglourious Basterds erinnert. Diese Rolle könnte für den 64-jährigen japanischen Schauspielers der Durchbruch in Hollywood bedeuten.

In der Oscar-Saison 2016/2017 war „Silence“ der letzte Prestige-Film, der den amerikanischen Kritikern gezeigt wurde. Der Film war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Bester Nebendarsteller (Issey Ogata, Adam Driver, Liam Neeson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. „Silence“ wurde letztendlich nur für einen Academy Award (Beste Kamera) nominiert.

Die Premiere von„Silence“ fand im Vatikan statt. Am 23.12.16 ist der Film in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 war der Film dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Der Film ist teilweise in Japanisch mit englischen Untertiteln. In Deutschland startet der Film am 02.03.17.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Neruda„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Chilenischer Film und nach Jackie zweiter 2016er Film von Pablo Larrain. Mit Gael Garcia Bernal
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I´m Not Your Negro„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „20th Century Women„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mike Mills neuer Film mit Annette Bening, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Paterson„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jim Jarmuschs neuer Film mit Adam Driver
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF 54 gesehen

Berlin – Film: „Live by Night“

Ich war am 23.01.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Live by Night“ (dt. Kinostart: 02.02.17) 129 min crime, drama, adaptation
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Messina, Sienna Miller, Zoe Saldana, Chris Cooper

 

 

In den 1920er Jahren in Boston. Joe Coughlin (Ben Affleck) ist der Sohn des Polizeichefs (Brendan Gleeson). Joe steht auf der anderen Seite des Gesetzes, verdient sein Geld mit Räubereien und Banküberfällen. Als er sich in die Geliebte (Sienna Miller) des berüchtigten Gangsterbosses Albert White (Robert Glenister) verliebt, will er nur noch einen „Job“ machen und dann mit ihr durchbrennen. Dann geht aber etwas schief…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Live by Night“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane. Nach Gone Baby Gone, The Town und Argo ist dies der vierte Spielfilm bei dem der amerikanische Schauspieler Ben Affleck Regie führt.

 
Ich war kein großer Fan von Ben Afflecks ersten beiden Filmen, „Argo“ fand ich aber klasse. Nach vier Filmen würde ich ihm durchaus ein Talent als Regisseur bescheinigen.

 
Es wird aber Zeit, dass irgendjemand Ben Affleck klar macht, dass er kein guter Schauspieler ist. Ich habe mir sagen lassen, dass er im realen Leben sehr attraktiv und charismatisch sein soll, in meinen Augen transportiert sich das leider auch nicht auf die Leinwand. Er sollte auch einfach damit aufhören, in seinen eigenen Filmen die Hauptrolle zu übernehmen. In „Live by Night“ ist er in der Rolle des Joe Coughlin fehlbesetzt, er wirkt die ganze Zeit  angestrengt und in diesen Anzügen einfach steif und verkleidet. (besonders schlimm gegen Ende des Films als er einen weißen Dreiteiler trägt). Die Steigerung von „unglaubwürdig“ ist, wenn mir weisgemacht werden soll, dass Ben Afflecks Charakter der Sohn von Brendan Gleesons Charakter sein soll oder – später im Film – wenn er quasi im Alleingang  gegen den Ku-Klux-Klan kämpft. Ja, nee, ist klar. Vermutlich hätte es dem Film geholfen, wenn Ben Affleck nicht die Hauptrolle gespielt hätte. „Live by Night“ wäre zwar immer noch kein guter Film, aber entscheidend besser.

Ein großer Lichtblick des Films ist Chris Cooper, bei jeder Szene kann man für einen kurzen Moment glauben, hier einen wirklich soliden Film zu sehen, auch kann Elle Fanning überzeugen. Die Ausstattung und die Kostüme sind eindrucksvoll, auch wenn ich nie das Gefühl hatte im Film zu sein, sondern eher auf ein wirklich gelungenes Szenenbild zu schauen.

„Live by Night“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Affleck), Bester Nebendarsteller (Chris Messina, Chris Cooper), Beste Nebendarstellerin (Elle Fanning, Sienna Miller, Zoe Saldana), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Letztlich hat es für keine Oscar-Nominierung gereicht.

 
„Live by Night“ ist am 25.12.16 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 ist der Film landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen Untertiteln. „Live by Night“ ist ab dem nächsten Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

Oscar-Nominierungen 2017 und meine Meinung

Heute, am 24.01.17, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Es wurde eine ungewöhnliche, aber effektvolle Präsentation gewählt. Mit kleinen  Einspielern, in denen die Academy Präsidentin Cheryl Boone Isaacs sprach und u.a. Regisseur Guillermo del Toro und Jason Reitman, die Schauspieler Brie Larson, Jennifer Hudson, Gabourey Sidibe persönliche Statements zu ihren eigenen Oscar-Nominierungen gaben.

Im Jahr 2017 gibt es über 7000 Mitglieder in der Academy. Wahlberechtigt sind jedoch nur 6687 Mitglieder. Die Academy-Mitglieder konnten für das Filmjahr 2016 zwischen 336 Filmen wählen Es gibt 24 Kategorien und 17 Branchen. Bei den Oscar-Nominierungen entscheidet jede Branche für sich (Regisseure entscheiden darüber welche Regisseure nominiert werden, Die Kameramänner/frauen entscheiden, wer eine Nominierung für die Beste Kamera erhält, die Schauspieler entscheiden, welche Schauspieler in allen vier Kategorien als Schauspieler nominiert werden u.s.w.). Alle 6687 wahlberechtigten AMPAS-Mitglieder entscheiden aber welcher Film als Bester Film nominiert wird. Vor einigen Jahren wurde das preferential voting system auch für die Oscar-Nominierungen eingeführt. Jedes der 6687 wahlberechtigten Academy-Mitglieder dürfen maximal 5 (nicht 6, nicht 7, nicht 8, nicht 9 und auch nicht 10) Filme auf ihren Wahlzettel listen, die sie für die besten des gesamten Filmjahres halten. Wenn ihnen nur 3 Filme gefallen haben, dann schreiben sie halt nur 3 Filme auf ihr Formular. Sie listen die Filme der Reihe nach, ihren Lieblingsfilm auf Platz 1 und dann der Reihe nach, wie ihnen die Filme gefallen haben. Für den besten fremdsprachigen Film gibt es ein Komitee, das sich aus Mitgliedern aller Branchen zusammensetzt. Diese rund 40 AMPAS-Mitglieder müssen sich verpflichtend alle neun Filme, die es auf die sogenannte Shortlist (auf der standen für das Filmjahr 2016: „Tanna“, „It´s Only the End of the World“, „Land of Mine“, „Toni Erdmann“, „The Salesman“, „The King´s Choice“, „Paradise“, „A Man Called Ove“ und „My Life as a Zucchini“) geschafft haben, ansehen und die 5 Filme daraus wählen, die letztlich eine Oscar-Nominierung erhalten.

 

Eine Nominierung hat auch Deutschlands Beitrag Toni Erdmann erhalten.

 

„La La Land“ hat – wie von mir bereits gestern vermutet  – die meisten Oscar-Nominierungen erhalten. 14 ist ein Rekord, den sich der Film in 89 Jahren Oscar-Geschichte nur mit „All About Eve“ und „Titanic“ teilen muss. „Arrival“ und „Moonlight“ haben mit 8 Nominierungen die zweitmeisten.

Dieses Jahr gibt es 9 nominierte Filme. (Ich wusste, dass „Hacksaw Ridge“ der nächste sein musste, aber wirklich gerechnet habe ich mit 8 Filmen – mein Kumpel hat 9 getippt)

 
Ich freue mich am meisten über Michael Shannons Nominierung (die mit keiner einzigen Nominierung innerhalb der Filmindustrie oder einer Golden Globe-Nominierung) tatsächlich etwas überraschend kam. Auch freue ich mich natürlich über die Nominierung für „Toni Erdmann“ als bester fremdsprachiger Film und O.J.: Made in America als beste Dokumentation . Vor einigen Monaten gab es noch Überlegungen, ob diese 7 1/2 stündige Dokumentation, die im amerikanischen TV ausgestrahlt wurde, sich überhaupt für die Academy Awards qualifizieren kann. Für mich war „O.J.: Made in America“ einer der besten Filme des Jahres 2016 und ist in meiner Top Ten gelandet.

Es ist jetzt offiziell, Hollywood hat Mel Gibson vergeben, man mag es kaum glauben.

„Deadpool“ ist dankenswerterweise nicht unter den neun oscarnominierten Filmen aufgetaucht.

Meryl Streep hat ihre 20. Oscar-Nominierung erhalten. Glückwunsch! Ich bin mir sicher, dass da ihre großartige Rede bei den Golden Globes geholfen hat.

 

 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch waren, bzw. nominiert sind, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:
The LobsterHail, Caesar!, Indignation, Maggie´s Plan, Miles AheadLittle Men, The Witch, 10 Cloverfield Lane, San ZootopiaEye in the Sky, Everybody Wants Some!!, Hello, My Name is Doris, Born to Be Blue, The Meddler, Life, Animated, Always ShineA Bigger Splash, „Love & Friendship“, The BFGDe Palma, Finding Dory, O.J.: Made in America, Popstar: Never Stop Never Stopping, Tickled, Free State of Jones, Swiss Army Man, Toni ErdmannFrantz, Hell or High Water, Florence Foster JenkinsKubo and the Two Strings, Sausage Party, „Krisha“, The Light Between Oceans, „Sing Street“, „The Jungle Book“, SullySnowdenDeepwater Horizon13th, „Amanda Knox“, Denial, I, Daniel BlakeManchester by the SeaMoonlight, Paterson, „Weiner“, The Girl on the Train, The Birth of a Nation, Queen of Katwe, American Pastoral, Desierto, Certain Women, The Handmaiden, Arrival, Doctor Strange, The Eagle Huntress, „Blue Jay“, Nocturnal Animals, Loving, The Edge of Seventeen, Bleed for This, Allied, Rules Don´t Apply, Moana, Billy Lynn´s Long Halftime Walk, La La Land, „Under the Shadow“, „Kate Plays Christine“, Miss Sloane, Jackie, Patriots Day, Fences, Lion, „Captain Fantastic“, Hidden Figures, Silence, Live by Night  (ein Update erfolgt regelmäßig)

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung. (gelistet in der Reihenfolge, in der ich eine Nominierung am Wahrscheinlichsten sah, bzw. bei den Regisseuren und Schauspielern habe ich den Nominierten mit dem ersetzt, bei dem ich dachte, er/sie würde nominiert werden):

Best Motion Picture of the Year:

  1. La La Land
  2. Manchester by the Sea
  3. Moonlight
  4. Arrival
  5. Hidden Figures
  6. Lion
  7. Fences
  8. Hell or High Water
  9. Hacksaw Ridge

Meine Meinung: Gut, ich habe auf acht Filme getippt und alle acht Filme auch gesehen. Als neunten habe ich gestern „Hacksaw Ridge gelistet, in der Hoffnung, dass er nicht auftaucht. Musste das sein?
Mein Wunsch: „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Seit meiner erste Prognose vom September 2016  setze ich auf „La La Land“ als Oscar-Gewinner-Film, in den letzten Wochen bin ich – durch die Nicht-Nominierung für den SAG-Ensemble-Award – etwas verunsichert. Jetzt hat „La La Land“ aber 14 Oscar-Nominierungen eingefahren, das ist ein gutes Zeichen, wie beliebt dieser Film in allen Branchen ist. Dennoch ein Oscar-Gewinn für „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“ ist nicht ausgeschlossen.
Der Unsicherheitsfaktor: „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“ (derzeit in der Reihenfolge)

 
Achievment in Directing:

Damien Chazelle „La La Land“
Kenneth Lonergan „Manchester by the Sea“
Barry Jenkins „Moonlight“
Denis Villeneuve „Arrival“
Mel Gibson „Hacksaw Ridge“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern erwähnt, Chazelle, Lonergan, Jenkins und Villeneuve galten als sicher, der fünfte Platz war relativ weit offen. Dass die Wahl nun auf Mel Gibson gefallen ist, kommt nicht völlig aus dem Nichts, überrascht mich aber doch etwas.
Mein Wunsch: Barry Jenkins, Kenneth Lonergan, Damien Chazelle oder Denis Villeneuve, Hauptsache nicht Mel Gibson
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Tja, wenn „La La Land“ der große Abräumer wird, dann gewinnt Damien Chazelle
Der Unsicherheitsfaktor: Barry Jenkins und Kenneth Lonergan (derzeit in der Reihenfolge)

 

Performance by an actress in a leading role:

Emma Stone „La La Land“
Natalie Portman „Jackie“
Ruth Negga „Loving“
Meryl Streep „Florence Foster Jenkins“
Isabelle Huppert „Elle“

Meine Meinung: Die Nominierung für Ruth Negga war nicht unwahrscheinlich, vor allen Dingen ist sie aber in meinen Augen nicht gerechtfertigt. (das hatte ich bereits in meinem Beitrag über den Film bereits gesagt. Amy Adams hätte es verdient, für „Arrival“ nominiert zu werden.. Ich freue mich über Isabelle Hupperts Nominierung (ohne eine SAG-Nominierung), auch wenn ich „Elle“ immer noch nicht gesehen habe. Hier hat wohl ihr Golden Globe-Gewinn geholfen. Ansonsten kenne ich alle Performances.
Mein Wunsch: Emma Stone
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Emma Stone (insbesondere wenn „La La Land“ der große Abräumer ist)
Der Unsicherheitsfaktor: Isabelle Huppert

 

 

Performance by an actor in a leading role:

Casey Affleck „Manchester by the Sea“
Denzel Washington „Fences“
Ryan Gosling „La La Land“
Andrew Garfield „Hacksaw Ridge“
Viggo Mortensen „Captain Fantastic“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig geraten, bis auf „Hacksaw Ridge“ kenne ich alle Performances –  nach „Silence“ kann nicht noch so einen religiösen Film anschauen.
Mein Wunsch: Casey Affleck
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Casey Affleck
Der Unsicherheitsfaktor: Denzel Washington oder wenn „La La Land“ der große Abräumer wird: Ryan Gosling

 

Performance by an actress in a supporting role:

Viola Davis „Fences“
Michelle Williams „Manchester by the Sea“
Nicole Kidman „Lion“
Octavia Spencer „Hidden Figures“
Naomie Harris „Moonlight“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig getippt, kenne alle Performances. Überraschung gab es hier keine.
Mein Wunsch: Viola Davis
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Viola Davis
Der Unsicherheitsfaktor: keiner

 

Performance by an actor in a supporting role:

Mahershala Ali „Moonlight“
Jeff Bridges „Hell or High Water“
Dev Patel „Lion“
Lucas Hedges „Manchester by the Sea“
Michael Shannon „Nocturnal Animals“

Meine Meinung: Glückwunsch Michael Shannon – wohlverdient. Mit ihm bin ich gestern mit meiner Wette ein hohes Risiko eingegangen, schließlich deutete nichts auf seine Nominierung hin. Manchmal muss man auf einen beliebten „Außenseiter“ setzen. Bei meiner ersten Veröffentlichung habe ich hier Hugh Grant versehentlich gelistet, Jeff Bridges ist natürlich doch drin, damit habe ich hier alle richtig geraten und kenne alle Performaces.
Mein Wunsch: keine Frage, Michael Shannon natürlich
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Mahershala Ali
Der Unsicherheitsfaktor: Michael Shannon?

 

 

Meine Wette habe ich übrigens verloren, knapp, aber verloren.

 

 

Hier alle Oscar-Nominierungen im Überblick:

http://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2017

 

 

Die 89th Academy Awards finden am 26.01.17 statt. Gastgeber ist Jimmy Kimmel:

 

 

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2017

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Anti-Oscar, den Razzie ausrechnen:

Worst Movie:

Batman v Superman: Dawn of Justice
Dirty Grandpa
Gods of Egypt
Hillary´s America: The Secret History of the Democratic Party
Independence Day: Resurgence
Zoolander No. 2

Worst Actor:
Ben Affleck (Batman v Superman: Dawn of Justice)
Gerard Butler (Gods of Egypt/London Has Fallen)
Henry Cavill (Batman v Superman: Dawn of Justice)
Dinesh D´Souza (as himself – Hillary´s America: The Secret History of the Democratic Party)
Robert De Niro (Dirty Grandpa)
Ben Stiller (Zoolander 2)
Worst Actress:
Megan Fox (Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows)
Tyler Perry (as Madea in Boo! A Madea Halloween)
Julia Roberts (Mother´s Day)
Becky Turner (as Hillary Clinton in Hillary´s America: The Secret History of the Democratic Party)
Naomi Watts (The Divergent Series: Allegiant/Shut In)
Shailene Woodley (The Divergent Series: Allegiant)

Worst Supporting Actor:
Nicolas Cage (Snowden)
Johnny Depp (Alice Through the Looking Glass)
Jesse Eisenberg (Batman v Superman: Dawn of Justice)
Will Ferrell (Zoolander 2)
Jared Leto (Suicide Squad)
Owen Wilson (Masterminds/Zoolander 2)

Worst Supporting Actress:
Julianne Hough (Dirty Grandpa)
Kate Hudson (Mother´s Day)
Aubrey Plaza (Dirty Grandpa)
Jane Seymour (Fifty Shades of Black)
Sela Ward (Independence Day: Resurgence)
Kristen Wiig (Masterminds/Zoolander 2)

Gut, die einzigen Filme, die ich gesehen habe, sind „Snowden“ und „Shut In“. Letzteren fand ich nicht so schlecht, eine Nominierung für Naomi Watts halte ich für nicht gerechtfertigt. An Nicholas Cage in „Snowden“ kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Hatte Adam Sandler dieses Jahr eigentlich keinen Film? Eine Nominierung als schlechteste Schauspieler bei Julia Roberts und Ben Affleck kann ich generell nachvollziehen und Robert De Niro gehört auch für den Mist, den er hin und wieder dreht, bestraft. Das gilt auch für Johnny Depp, den ja auch keiner mehr sehen will.

Oscar-Nominierungen 2017, meine Wette

Morgen, am 24.01.17, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen.Seit einigen Jahren habe ich aber mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten laufen, wir haben eine Oscar-Nominierungswette (bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden) und eine Oscar-Gewinner-Wette bei der wir alle 24 Kategorien wetten. Jeweils einen Tag vor den Oscar-Nominierungen bzw. vor der Oscar-Verleihung veröffentliche ich meine Prognose.

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme.

 
Für die 89. Academy Awards haben sich 336 Filme qualifizieren können. Bei den Oscar-Nominierungen werden 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 9 bzw. in den letzten beiden Jahren sogar nur 8 nominierte Filme.

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „La La Land“ mit den meisten Nominierungen (vielleicht sogar 13, wenn La La Land für zwei Songs nominiert wird, sogar 14) ins Rennen gehen wird. Ich denke, dass die zweitmeisten Nominierungen „Arrival“ bekommen wird.

Könnte „Deadpool“ als bester Film nominiert werden? In einer Zeit von seinerzeit nur 5 nominierten Filmen war „The Dark Knight“ der Film, der AMPAS die Augen öffnete. Mit mehr nominierten Filme wäre diese Comic-Verfilmung – so sehen es die Experten – auch für den Oscar als bester Film nominiert worden. Sie erweiterten im darauffolgenden Jahr die Anzahl der Nominierten auf 10 Filme (später dann bis zu 10). „Deadpool“ wurde – für mich ziemlich überraschend – für viele wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie (PGA, DGA, WGA, ACE) in diesem Jahr nominiert. Ist es der beste Superhelden-Film des Jahres 2016? Ich habe davon natürlich gar keine Ahnung, habe „Doctor Strange“ gesehen und „Deadpool“ mittlerweile 2x (aber auch nicht vollständig, eher bruchstückhaft). In den U.S.A. gelten „Captain America: Civil War“ und „Doctor Strange“ gemeinhin als die besseren Comic-Verfilmungen des Jahres. Also, eine Oscar-Nominierung als bester Film ist möglich, für mich aber absurd.

Nach ihrer famosen Golden-Globe-Rede gehe ich davon aus, dass Meryl Streep ihre 20. Oscar-Nominierung erhalten wird.

 
Zur Erinnerung: Jede Fachrichtung/Branche wählt ihre Favoriten (die Kostümbildner wählen die fünf besten Kostümdesigns des Jahres 2016, die Autoren wählen die besten Originaldrehbücher und adaptierten Drehbücher, usw.). Alle Branchen wählen jedoch zusätzlich eine Kategorie: Bester Film.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist. Ich denke, dass dieses Jahr auch nur max. 8 Filme nominiert werden.

 

 

Für die Wette zählen nur die 8 (weil ich denke, dass wieder nur max. acht Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5, die ich gelistet habe.

 

 

Best Motion Picture of the Year

La La Land
Manchester by the Sea
Moonlight
Arrival
Hidden Figures
Lion
Fences
Hell or High Water


danach denke ich

Hacksaw Ridge
Nocturnal Animals
Captain Fantastic
Silence
Florence Foster Jenkins
Deadpool

Achievment in Directing

Damien Chazelle „La La Land“
Kenneth Lonergan „Manchester by the Sea“
Barry Jenkins „Moonlight“
Denis Villeneuve „Arrival“
David Mackenzie „Hell or High Water“

 
in dieser Kategorie bin ich mir nur bei Chazelle, Lonergan, Jenkins und Villeneuve sicher. Der letzte Filmemacher, der eine Nominierung bekommen könnte, ist relativ weit offen. Ich habe mich für David Mackenzie entschieden, es könnten aber auch Garth Davis (für „Lion“), Tom Ford (für „Nocturnal Animals“), Martin Scorsese (für „Silence“) oder die Schauspieler/Regisseure Denzel Washington (für „Fences) oder Mel Gibson (für „Hacksaw Ridge“) sein. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Nominierung für ausländische Regisseure (Maren Ade für „Toni Erdmann“ oder Paul Verhoeven, dessen Film „Elle“ es nicht auf die Shortlist der besten fremdsprachigen Filme geschafft hat).

 
Performance by an actress in a leading role

Emma Stone „La La Land“
Natalie Portman „Jackie“
Amy Adams „Arrival“
Meryl Streep „Florence Foster Jenkins“
Isabelle Huppert „Elle“

Ein Schocker für mich wäre, wenn sie Viola Davis („Fences) hier in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin listen. Ich hatte darüber berichtet, zu dem Zeitpunkt ist ihr der Oscar für die beste Nebenrolle so gut wie sicher. Ansonsten könnte ich mir auch eine Nominierung für Annette Bening (für „20th Century Women“) definitiv vorstellen und auch eine für Emily Blunt (für diesen unsäglichen „The Girl on the Train“) vorstellen. Es könnten aber auch Ruth Negga (für „Loving“), Jessica Chastain (für „Miss Sloane“) und sogar Taraji P. Henson (für „Hidden Figures“) sein.

Performance by an actor in a leading role

Casey Affleck „Manchester by the Sea“
Denzel Washington „Fences“
Ryan Gosling „La La Land“
Andrew Garfield „Hacksaw Ridge“
Viggo Mortensen „Captain Fantastic“

ich könnte mir aber auch vorstellen, dass hier Michael Keaton („The Founder“), Joel Edgerton (für Loving) oder Adam Driver (für „Paterson“) auftauchen.

 
Performance by an actress in a supporting role

 
Viola Davis „Fences“
Michelle Williams „Manchester by the Sea“
Nicole Kidman „Lion“
Octavia Spencer „Hidden Figures“
Naomie Harris „Moonlight“

ich hoffe natürlich inständig, dass Octavia Spencer hier nicht nominiert wird, dafür verliere ich sogar gerne meine Wette. Wünschen würde ich mir meinetwegen Janelle Monae (aus „Hidden Figures“ oder „Moonlight“) oder Gugu Mbatha Raw (für „Miss Sloane“) oder sogar Helen Mirren (für „Eye in the Sky“)

Performance by an actor in a supporting role

Mahershala Ali „Moonlight“
Jeff Bridges „Hell or High Water“
Dev Patel „Lion“
Lucas Hedges „Manchester by the Sea“
Michael Shannon „Nocturnal Animals“

Mit Michael Shannon gehe ich ein recht hohes Risiko ein, er wurde für keinen der Filmindustrie-Preise nominiert. Wenn jemand aus „Nocturnal Animals“ nominiert wurde, dann seltsamerweise Aaron Taylor-Johnson, der könnte natürlich auch eine Oscar-Nominierung erhalten. Hugh Grant wird entweder für „Florence Foster Jenkins“ nominiert oder er geht sehr knapp daran vorbei, Ben Foster könnte hier für „Hell or High Water“ auftauchen oder Kevin Costner für „Hidden Figures“. Im Gespräch ist auch zu Recht Issei Ogata für „Silence“

Hong Kong – Film: „Split“

Ich war am 19.01.17 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Split“ (dt. Kinostart: 26.01.17) 117 min drama, thriller, horror
dir. M. Night Shyamalan cast: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Haley Lu Richardson, Jessica Sula, Betty Buckley

 
Nach einer Geburtstagsfeier werden die drei Mädchen Claire (Haley Lu Richardson), Marcia (Jessica Sula) und Casey (Anya Taylor-Joy) entführt. Es stellt sich heraus, dass ihr Entführer (James McAvoy) eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung hat. Dreiundzwanzig verschiedene Persönlichkeiten verbergen sich in seinem Inneren. Die Mädchen sind in einem fensterlosen Raum eingesperrt und versuchen dem Psychopathen zu entkommen, vor allen Dingen noch bevor sich seine vierundzwanzigste Persönlichkeit – die Bestie – vollständig entwickelt hat…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Split“ ist der neue Film des indisch-amerikanischen Filmemachers M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, „The Village“, „The Happening“, „After Earth“).

 
Eines vorweg, auch wenn dieser Film in der Ausführung nicht perfekt ist, ist er definitiv einer der besten Shyamalan-Filme. Wer sich ein wenig mit seinen Filmen auskennt, weiß, dass dies nicht unbedingt ein Prädikatsmerkmal ist. Vor mittlerweile achtzehn Jahren ist er mit seinem Film „The Sixth Sense“ bekannt geworden und galt als neue Regiehoffnung, heutzutage verbindet man mit seinem Namen eher Filme die langweilig und/oder schlecht sind.

„Split“ ist auf der einen Seite eine langsam erzählte Charakterstudie eines, an einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidenden Mannes, auf der anderen Seite ein solide und spannend inszenierter Thriller, der als Horrorfilm endet. Mir war der Film etwas zu lang und irgendwann auch zu anstrengend, aber er funktioniert – im Gegensatz zu Shyamalans meisten Filmen – über weite Strecken. Ein Grund dafür ist zweifelsfrei James McAvoy (WantedX-Men: First Class, Trance). Seine Performance ist faszinierend, da sie sich sehr über seine Sprache definiert, empfehle ich dringend, diesen Film in der Originalfassung zu sehen.

 
Anya Taylor-Joy (The Witch) habe ich hier das erste Mal in einer anderen Rolle gesehen. Sie macht ihre Sache gut, ich fand nur die Geschichte ihres Charakters etwas unbefriedigend.

Das Ende von „Split“ verspricht eine Fortsetzung. Und jetzt kommt ein SPOILER „Split“ ist eine Art Fortsetzung zu Shyamalans Film „Unbreakable“, ich mochte diesen Film nicht sonderlich und konnte mich auch nicht mehr an ihn erinnern, aber so ergibt das Ende mit dem Cameo auch einen Sinn. SPOILER ENDE

 
„Split“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2016 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 20.1.17 landesweit gestartet. Ich habe den Film In Hongkong gesehen, dort war der Film bereits am 19.1.17 im Kino zu sehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. In Deutschland startet „Split“ am nächsten Donnerstag.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Bye Bye Man„
Bewertung des Trailers: C+ (anderer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „John Wick: Chapter 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Teil 1 war ja ganz gut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 70 % RT

Kino in Hongkong

Ich war bereits einige Male in Hongkong im Kino, bin mir aber im Moment nicht sicher, ob ich je darüber berichtet habe. Gerade um die Mittagszeit, wenn es sonst so heiß ist oder ich noch nicht richtig wach bin, gehe ich dort gerne ins Kino. In den Kinos, in denen ich bisher war, musste ich mir den Sitzplatz bereits an der Kinokasse auswählen. Kein free seating – was ich so liebe. Die Kinokarte kostet im Schnitt 90 Hong Kong-Dollar (ca. 11 Euro). Wenn es nicht voll ist, wird man von dem Personal meist direkt zum Sitzplatz geleitet. Vor dem Film gibt es keine Werbung (ich glaube mittlerweile, einzig die Deutschen akzeptieren es – obwohl sie für ihre Kinokarte bezahlt haben, sich bis zu 30 Minuten Werbung aufs Auge drücken zu lassen). Vor „Split“ gab auch nur zwei Trailer und los ging´s.

chinesisches Filmplakat von "Split"
chinesisches Filmplakat von „Split“

 

Denver – Film: „Hidden Figures“

Ich war am 05.01.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Hidden Figures“ (dt. Filmtitel: „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“, dt. Kinostart: 02.02.17) 127 min  drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Theodore Melfi cast: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Glen Powell

 
Im Jahr 1961 arbeiten die drei afroamerikanische Mathematikerinnen Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) für die NASA. Sie sind für die Programmierung und Überwachung der Computer zuständig. Der Leiter der Space Task Group, Al Harrison (Kevin Costner), braucht nun dringend einen neuen Mitarbeiter für die Mission, die den ersten amerikanischen Astronauten John Glenn (Glen Powell) die Erdumrundung ermöglichen soll. Aufgrund ihrer Leistung wird Kathrerine Johnson empfohlen, die brillante Mathematikerin ist die erste afroamerikanische Frau, die für dieses Team arbeitet. In einer Zeit, in der Rassentrennung auch bei der NASA noch praktiziert wird, stellt das Al Harrison und Katherine Harrison vor neue Herausforderungen…

 
C+ (Wertung von A bis F) „Hidden Figures“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Adaption von Margot Lee Shetterlys gleichnamigen Sachbuch. Es ist der neue Film von Theodore Melfi (St. Vincent).

Die Geschichte des Films ist erzählenswert und die Botschaft wichtig, der Film ist es leider nicht. „Hidden Figures“ ist ein kalkulierter, vorhersehbarer afroamerikanischer Feel-Good-Movie – für mich vergleichbar mit The Help. Auch hier hätte es dem Film geholfen, wenn man einen besseren Regisseur hätte verpflichten können.

Gegen einen Film für das leicht beeinflussbare Mainstream-Publikum ist natürlich generell nichts zu sagen, ich bekomme nur, nicht enden wollende Kopfschmerzen wenn es um die Oscars geht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Film in ein paar Tagen als Bester Film bei den Oscar-Nominierungen als Bester Film aufgerufen wird. Ich weiß jetzt bereits, dass ich dann den ganzen Tag schlechte Laune haben werde. „Hidden Figures“ gesellt sich dann zu anderen oscarnominierten Filmgurken wie the The Blind Side oder den bereits erwähnten „The Help“, ganz zu schweigen von Extremely Loud & Incredibly Close. „The Help“ und „Extremely Loud and Incredibly Close“ waren für mich zwei Zumutungen in einem Oscar-Jahr, das werden sie mir dieses Jahr voraussichtlich nicht antun können (es sei denn, The Birth of a Nation wird quasi aus dem Nichts nominiert). „Hidden Figures“ genießt derzeit das Momentum, an der amerikanischen Kinokasse fährt der Film Rekorde ein, sollte also Katastrophenfall eintreten, dass „Hidden Figures“ den Oscar gewinnen sollte, habe ich akuten Therapiebedarf.

Es ist natürlich nicht alles schlecht an diesem Film, die schauspielerischen Leistungen von Taraji P. Henson (sie hat für mich sogar zwei Oscar-Szenen), von der bildhübschen Janelle Monáe (die schon in Moonlight glänzte) und sogar Kevin Costner sind bemerkenswert, aber das ist schon alles, an das ich mich bei „Hidden Figures“ erinnere. Ansonsten habe ich den Film schon Tage später vergessen, sonst hätte ich ihn in meine Flop-Liste für Filme aus dem Jahr 2016 erwähnt, das habe ich mittlerweile aber nachgeholt.

 
Die PR- und Marketingabteilung von 20th Century Fox hat beeindruckende Arbeit geleistet, zum einen haben sie „Hidden Figures“ innerhalb kürzester Zeit als ernstzunehmenden Oscar-Kandidaten und noch dazu als Kinohit aufgebaut hat. Bravo.

 
„Hidden Figures“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Taraji P. Henson), Bester Nebendarsteller (Kevin Costner), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer, Janelle Monáe), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Hidden Figures“ wurde für insgesamt 3 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Hidden Figures“ wurde am 25.12.16 in 25 ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 6.1.17 ist der Film landesweit in den U.S.A. zu sehen. In Deutschland startet der Film am 02.02.17.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gifted„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Chris Evans und Jenny Slate
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Monster Trucks„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fantasy-Mist für Kinder
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Nach dem entsetzlichen Interstellar mal wieder ein neuer Christopher-Nolan-Film. Mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Trailer ist beeindruckend.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Beauty and the Beast„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Bill Condons neues Musical mit Emma Watson, Dan Stevens, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken..

Trailer v. Film: „A Dog´s Purpose„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film. Hunde-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Boss Baby„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

 

Charlotte – Film: „Lion“

Ich war am 28.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Lion“ (dt. Filmtitel: „Lion: Der lange Weg nach Hause“, dt. Kinostart: 23.02.17) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. Garth Davis cast: Sunny Pawar, Dev Patel, Rooney Mara, David Wenham, Nicole Kidman, Abhishek Bharate

 
Im Jahr 1986 in Khadwa, Indien. Der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) lebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in den Slums. Eines Nachts ist er mit seinem älteren Bruder Gaddu (Abhishek Bharate) unterwegs. Saroo wird müde, er wird von seinem Bruder auf dem Bahnhof zurückgelassen und soll auf ihn warten. Als der Kleine wach wird, sucht er seinen Bruder, steigt in einen verlassenen Zug und schläft erneut ein. Am nächsten Morgen befindet sich der Fünfjährige im fahrenden Zug und irgendwann ist er in Kalkutta, 1600 km von seinem Heimatort entfernt. Saroo weiß weder seinen Familiennamen noch kennt er seinen genauen Wohnort. Fortan ist er völlig auf sich allein gestellt und und in der Millionenstadt verschiedener Gefahren ausgesetzt. Eines Tages landet er in einem Waisenhaus. Saroo wird dann von einem australischen Ehepaar (Nicole Kidman und David Wenham) adoptiert. Die Jahre vergehen und als Erwachsener (Dev Patel) hat er zunehmend Probleme mit seiner Situation. Er begibt sich schließlich auf die Suche nach seiner Mutter und seinen Geschwistern…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Lion“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist die Adaption von Saroo Brierleys Memoiren „A Long Way Home“ und der erste Spielfilm, bei dem der australische Künstler und Regisseur für Werbefilme Garth Davis Regie führt. Mit dem TV-Mehrteiler Top of the Lake hat er bereits eine eindrucksvolle Regiearbeit abgegeben.

Auch wenn ich wusste, dass dieser Film für den Oscar als bester Film im Gespräch ist, war meine Erwartung nicht sonderlich hoch. Oftmals gibt es einen faulen Apfel im Korb der oscarnominierten Filmen und ich dachte, ihn in „Lion“ zu finden. Dann begibt man sich aber auf die Reise mit diesem putzigen, definitiv adoptionswürdigen Jungen und man befindet sich inmitten einer spannenden Geschichte. Der stärkste Part ist zweifelsfrei der mit dem kleinen Saroo, ich habe den Jungen so ins Herz geschlossen, dass ich regelrecht einen Verlust- oder Trennungsschmerz verspürt habe, als er plötzlich erwachsen war. Der Mittelteil des Film weist ein paar Schwächen auf, dafür endet er aber wieder zufriedenstellend und für mich tränenreich. „Lion“ ist in dieser Oscar-Saison der Film mit Herz, ein Feelgood-Film.

Garth Davis bringt mit diesem Film seinen ersten abendfüllenden Spielfilm auf die Leinwand. Als Vorlage liegt hier eine wirklich herzergreifende Geschichte zugrunde, dass dies auch als Film funktioniert, ist nicht automatisch gesagt. Gerade der erste Part, in dem kaum gesprochen wird, ist unglaublich fesselnd inszeniert und letztlich ist es ein sehr eindrucksvolles Regiedebüt. Die amerikanische Gewerkschaft der Regisseure (Directors Guild of America) hat – für mich etwas überraschend – Garth Davis gleich mit einer Nominierung für einen DGA-Award belohnt. Damit stehen die Chancen für eine Oscar-Nominierung als Bester Regisseur nicht schlecht, sicherer ist zu diesem Zeitpunkt wohl eine als Bester Film.

Kaum einer kennt das Oscar-Geschäft so gut wie Harvey Weinstein. Mit „Lion“ zeigt er allen Oscar-Strategen auf eindrucksvolle Weise, wie der Hase läuft. Wenn ein Film allgemein als Favorit gilt (dieses Jahr La La Land) ist das gar nicht so gut, wie viele denken. Ab dem Moment wird dieser Film nämlich von allen Seiten attackiert und der Zuschauer geht mit einer riesigen Erwartungshaltung in den Film und fragt sich am Ende vielleicht: „Ist das alles?“. Wesentlich besser ist es, tief zu stapeln und das hat The Weinstein Company mit diesem Film gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt fällt „Lion“ in der Oscar-Saison die Außenseiterrolle zu und dennoch hat der Film durch die Bank Nominierungen bei allen wichtigen brancheninternen Preisen (PGA, DGA und zwei SAGs) eingesackt.

Jeder, der ein Kind aus einem anderen Land adoptiert hat oder sich mit Adoptionsplänen rumschlägt, sollte sich diesen Film schauen. Am Ende des Films erfährt man, dass in Indien 80.000 Kinder pro Jahr verschwinden. See-Saw Films und The Weinstein Company haben mit #LionHeart ein Hilfsprojekt, das indische Straßenkinder unterstützt, ins Leben gerufen. (mehr darüber zu erfahren von Nicole Kidman und Dev Patel: http://lionmovie.com/#charity.

„Lion“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller bzw. Bester Nebendarsteller (Sunny Pawar), Bester Nebendarsteller (Dev Patel), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Lion“ wurde für insgesamt 6 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Nebendarsteller (Dev Patel), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Filmmusik

„Lion“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat „La La Land“ den Publikumspreis gewonnen, „Lion“ war der Zweitplatzierte. Der Film ist am 25.11.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 war der Film in 55 Kinos und seit dem 6.1.17 in 600 Kinos landesweit zu sehen. „Lion“ startet am 23.02.17 in den deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Born in China„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disney´s Nature Tier-Doku, chinesisch-amerikanische Produktion
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gold„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Matthew McConaughey, Edgar Ramirez und Bryce Dallas Howard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Founder„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über die McDonald-Gründer mit Michael Keaton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

kanadischer Aufsteller von "Lion"
kanadischer Aufsteller von „Lion“

Charlotte – Film: „Fences“

Ich war am 27.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Fences“ (dt. Kinostart: 16.02.17) 133 min drama, adaptation
dir. Denzel Washington cast: Denzel Washington, Viola Davis, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby, Mykelti Williamson

 

 

Pittsburgh, Pennsylvania, Ende der 1950er Jahre. Troy (Denzel Washington) ist ein einfacher Mann, er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren glücklich mit Rose (Viola Davis) verheiratet. Troy hat einen 34-jährigen Sohn (Mykelti Williamson) aus einer früheren Beziehung, der versucht, sein Geld als Musiker zu verdienen. Seinem Vater wäre es lieber, wenn er etwas „Anständiges“ arbeiten würde und ihn nicht andauernd um Geld bitten würde. Rose und Troy haben einen gemeinsamen Sohn, den 17-jährigen Cory (Joyan Adepo). Jetzt muss Troy seiner Rose mitteilen, dass er eine Affäre hat und seine Geliebte schwanger ist…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Fences“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von August Wilson. Das Theaterstück wurde im Jahr 1987 uraufgeführt und hat einen Pulitzer Prize und einen Tony Award gewonnen. Im Jahr 2010 wurde das Theaterstück mit Denzel Washington und Viola Davis am Broadway wiederaufgeführt. Beide Schauspieler wurden für einen Tony Award als Beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. „Fences“ ist nach „Antwone Fisher“ und „The Great Debaters“ bereits die dritte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers und Filmemachers Denzel Washington.

Ich bin ein großer Bewunderer der Schauspielkunst und liebe das Theaters. Daher ist „Fences“ natürlich „mein Film“. Dieses verfilmte Theaterstück ist ein afroamerikanisches Charakter- und Familiendrama. Mir war das Bühnenstück zuvor nicht bekannt. Die Geschichte braucht eine Weile bis sie in Schwung kommt, zuvor lernt man anhand ihrer Unterhaltungen die einzelnen Charaktere kennen. Was Frauen und Söhne früher durchmachen mussten, weil sie von ihren Ehemännern oder Vätern (finanziell oder anderweitig) abhängig waren, zeigt dieses verfilmte Theaterstück eindrucksvoll. Es ist eine bewegende Geschichte, die sich genauso gut auch in einer weißen Familie, irgendwo anders auf der Welt, hätte abspielen können.

Ich finde es absolut faszinierend, insbesondere Denzel Washington und Viola Davis hier zu sehen. Ihr Schauspiel könnte nicht unterschiedlicher sein. Denzel war und ist für mich vordergründig der Filmstar. Er ist sicherlich ein guter Schauspieler, ich finde aber, dass ihm sein Charisma und sein gutes Aussehen immer irgendwie im Weg stehen. Für diese Rolle ist er aber idealbesetzt, auch wenn ich nur in wenigen Momenten vergessen konnte, hier Denzel Washington zu sehe. Viola schafft es hingegen immer, hinter ihrer jeweiligen Serien- oder Filmfigur komplett zu verschwinden. Für mich ist das große Kunst, man vergisst hier die Schauspielerin und leidet (wie in diesem Film) mit ihrer Filmfigur.

 
Viola Davis wurde, wie bereits erwähnt, für diese Rolle in dem Theaterstück mit einem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Für die Verfilmung des Stückes hat sie sich frühzeitig entschieden, eine Oscar-Kampagne als Beste Nebendarstellerin zu starten. Am letzten Sonntag wurde sie für diese Performance mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Der Academy Award ist ihr – in meinen Augen – sicher. Ich hatte an anderer Stelle schon darüber berichtet, dass es schwer genug ist, die Academy-Mitglieder zu bewegen, sich bestimmte Filme überhaupt anzuschauen. Man muss sich vorstellen, dass die AMPAS-Mitglieder zu unzähligen Academy-Screenings eingeladen werden und hunderte von Filmen zugeschickt bekommen. Vielleicht liegt ein über zwei stündiges verfilmtes Theaterstück bei einigen Academy-Mitgliedern nicht gerade ganz oben auf dem riesigen Stapel der Screeners. In diesem Fall könnte ich mir aber sogar vorstellen, dass sie – auch ohne diese Performance gesehen zu haben – ihre Stimme für eine der besten amerikanischen Schauspielerinnen abgeben.

Denzel Washington wurde bereits mit zwei Oscars für seine Performances in „Glory“ und „Training Day“ ausgezeichnet. Mann kann davon ausgehen, dass er für „Fences“ als Bester Hauptdarsteller nominiert wird. Er könnte also seinen dritten Academy Award gewinnen. Damit würde er mit Walter Brennan, Ingrid Bergman, Jack Nicholson, Meryl Streep und Daniel Day-Lewis gleichziehen. Katherine Hepburn ist hier die ungeschlagene Königin mit vier Academy Awards. Ich sehe Denzel Washington nicht als dreimaligen Oscar-Gewinner. Man muss das sicherlich von der jeweiligen Performance abhängig machen, er liefert, aber um für einen dritten Oscar ausgezeichnet zu werden, bedarf es mehr. Übrigens: Nur zwei Schauspieler haben einen Schauspiel-Oscar für einen Film, bei dem sie selbst Regie führten, gewonnen: Laurence Olivier für „Hamlet“ und – man mag es schon vergessen haben – Roberto Benigni für „Life is Beautiful“

Denzel spielt hier Troy, einen ehemaligen Baseball-Spieler, der glaubt, es aus rassistischen Gründen nie in die Profi-Liga geschafft zu haben. In jungen Jahren ist er auf die schiefe Bahn geraten und im Gefängnis gelandet. Heutzutage führt er ein normales, bürgerliches Leben. Er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren mit seiner großen Liebe, Rose (gespielt von Viola Davis), verheiratet. Sie führen eine glückliche Ehe. Ihr gemeinsamer 17-jähriger Sohn Cory (wunderbar gespielt von Jovan Adepo) strebt eine Profi-Karriere als Football-Spieler an, Troy will aber nicht, dass sein Sohn eine Sportkarriere beginnt, die – wie er vermutet – ins Nichts läuft. Dass Troy seine Träume als Profisportler selbst nicht verwirklichen konnte, nagt an ihm. Jetzt muss er seiner Rose mitteilen, dass seine Geliebte ein Kind von ihm erwartet. Mehr sei nicht über die Handlung verraten, man kann aber schon erahnen, dass Troy kein Sympathieträger ist. Er ist der Typ Mann, der – wenn er den Raum betritt – selbigen für sich beansprucht. Das ist natürlich das, was der Persönlichkeit Denzel Washington zuspielt. Troy redet, und wenn er redet, hören ihm selbstverständlich alle zu. Er hört sich selbst am liebsten reden und daher quasselt er ununterbrochen. Denzel Washington gibt in „Fences“ eine gute und durchaus nominierungswürdige Performance.

Auch wenn die Performances von Viola Davis und Denzel Washington den Film dominieren, sind – mit Ausnahme von Mykelti Williamson (der Troys geistig zurückgebliebenen Bruder spielt) – alle Schauspieler hervorragend.

„Fences“ ist sehr dialoglastig (ohne Übertreibung kann man sagen, dass ununterbrochen geredet wird). Um diese, von August Wilson geschriebenen Dialoge in ihrer Brillanz zu verstehen und auch um die schauspielerische Leistung aller Beteiligten erfassen zu können, empfehle dringend, den Film im Original zu sehen.

„Fences“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Mykelti Williamson, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby), Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: „Fences“ wurde für insgesamt 4 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bestes adaptiertes Drehbuch. Gewonnen  hat„Fennes“ einen Academy Award (Beste Nebendarstellerin Viola Davis). 

 
„Fences“ war einer der letzten sogenannten Oscar-Filme, die im Filmjahr 2016 innerhalb der amerikanischen Filmbranche gezeigt wurde. Der Film ist am 16.12.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 ist er landesweit in den U.S. Kinos zu sehen. Ab dem 16.02.17 kommt er in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Unerträglicherweise leider auch ein Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Bay-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: NIEMALS…NIE…

amerikanischer Aufsteller von "Fences"
amerikanischer Aufsteller von „Fences“

 

Golden Globe Gewinner 2017

Die Golden Globe Verleihung habe dieses Mal, weil ich – von einem Nachtflug kommend – nachts wieder aufgewacht bin, im live stream über YouTube angeschaut. Das deutsche Fernsehen überträgt die Golden Globes offensichtlich nicht mehr, zumindest nicht im frei zugänglichen Privatfernsehen. Der live stream hat den Vorteil, dass man das gesamte NBC-Programm (inkl. Red-Carpet und amerikanischer Werbung) sehen kann. Sollte ich zu den Oscars in Deutschland sein, wäre das eine gute Alternative zu der grausigen Pro7-Übertragung.

Die erste Auszeichnung war dann gleich eine Überraschung. Der Golden Globe Award für die beste Nebenrolle (für mich der Michael Shannon-Award) ging an Aaron Taylor-Johnson für „Nocturnal Animals“. Dann war ich natürlich richtig wach und wollte wissen, was HFPA noch für Überraschungen parat hielt. Gab aber keine großen weiter, „La La Land“ war der große Abräumer des Abends und hat in jeder Kategorie, in der der Film nominiert war, gewonnen.

Mit Ausnahme der brillanten Rede von Meryl Streep, fand ich die Show ansonsten relativ langweilig. Der Moderator Jimmy Fallon konnte mich nicht begeistern, ich hoffe jetzt auf den wesentlichen besseren Jimmy (Kimmel), der die Oscars moderiert.

Golden Globe Gewinner 2016:

Movies
Best picture, drama: “Moonlight”
Best picture, comedy or musical: „La La Land”
Actress, drama: Isabelle Huppert, “Elle”
Actor, drama: Casey Affleck “Manchester by the Sea”
Actress, musical or comedy: Emma Stone, “La La Land”
Actor, musical or comedy: Ryan Gosling, “La La Land”
Supporting actress: Viola Davis, “Fences”
Supporting actor: Aaron Taylor-Johnson, “Nocturnal Animals”
Director: Damien Chazelle, “La La Land”
Screenplay: Damien Chazelle, “La La Land”
Animated film: “Zootopia”
Foreign language film: “Elle” France
Original score: “La La Land”
Original song: „City of Stars,” “La La Land”

Cecil B. DeMille Award: Meryl Streep

 
Television:
Best series, drama: “The Crown”
Best series, comedy or musical: “Atlanta“
Best Television Limited Series or Motion Picture Made for Television: “The People v. O.J. Simpson: American Crime Story”
Best Performance by an Actress in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Sarah Paulson, “The People v. O.J. Simpson: American Crime Story”
Best Performance by an Actor in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Tom Hiddleston, “The Night Manager”
Actress, drama: Claire Foy, “The Crown”
Actor, drama: Billy Bob Thornton “Goliath”
Actress, comedy or musical: Tracee Ellis Ross “Black-ish”
Actor, comedy or musical: Donald Glover, “Atlanta”
Supporting actress, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Olivia Colman, “The Night Manager”
Supporting actor, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Hugh Laurie, “The Night Manager”

 
Meryl Streeps Rede: