VOD – Film: „Better Watch Out“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Better Watch Out“ (in D. ab dem 18.01.18 auf DVD) 89 min horror, comedy
dir. Chris Peckover cast: Levi Miller, Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Patrick Warburton, Virginia Madsen

 

Der 12-jährige Luke (Levi Miller) ist schon länger in seine Babysitterin, die 17-jährige Ashley (Olivia DeJonge), verknallt. Jetzt, als seine Eltern (Virginia Madsen, Patrick Warburton) zu einer Weihnachtsfeier eingeladen sind, und sie auf ihn aufpassen soll, versucht er sich an seine hübsche Aufpasserin ranzumachen. Etwas Champagner und ein Horrorfilm eignen sich dazu ja auch bestens, aber dann geschehen plötzlich auch im realen Leben seltsame Dinge…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Better Watch Out“ ist der neue Film des kanadisch-australischen Autors und Filmemachers Chris Peckover („Undocumented“).

Vor fast einem Monat habe ich mir den Film, auf Empfehlung, mal bei iTunes ausgeliehen. Natürlich längst vergessen, aber das Gute bei iTunes ist, dass man auf den letzten Metern daran erinnert wird, dass die Leihdauer demnächst abläuft.

„Better Watch Out“ könnte man als „der etwas andere Babysitter-Horrorfilm“ beschreiben. Er ist smart, schwarzhumorig, schonungslos und an der einen oder anderen Stelle sogar überraschend. Unter dem Strich ein kurzweiliger und sehr zu empfehlender Sehspass.

Levi Miller (der hier den Zwölfjährigen Luke spielt) ist ein Name, den man sich merken sollte und wenn man schon dabei ist, sich Namen zu merken, dann auch den des Autors und Regisseurs. Mit dieser Inszenierung ist es glasklar, dass Chris Peckover – aller Wahrscheinlichkeit nach – schon bald bei einer Hollywood-Großproduktion sein Können unter Beweis stellen darf.

„Better Watch Out“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2016 noch unter dem Titel „Safe Neighborhood“ gezeigt. Der Film ist am 6.10.17 landesweit in 25 amerikanischen Kinos gestartet und zeitgleich auf VOD herausgekommen. In Deutschland erscheint der Film am 18.01.18 auf DVD.

Trailer zu sehen:

 

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TV – Serie: „Mindhunter, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 1. Staffel“ 10 x 35 to 60 min crime, drama, adaptation
dir. David Fincher, Asif Kapadia, Tobias Lindholm, Andrew Douglas cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Hannah Gross, Anna Torv, Cotter Smith, Cameron Britton, Happy Anderson, Jack Erdie

 

Im Jahr 1977. Holden Ford (Jonathan Groff) ist FBI-Agent, sein Fachgebiet ist die Verhandlung mit Geiselnehmern, er unterrichtet in Quantico. Sein Kollege Bill Tench (Holt McCallany) ist der Verhaltensforschungseinheit zugeteilt und fährt durchs Land, um den Polizisten die neuesten Ermittlungstechniken des FBI beizubringen. Der 29-jährige Holden Ford ist sehr daran interessiert, seinen Horizont zu erweitern und arbeitet schon bald mit Bill Tench zusammen. Die beiden FBI-Agenten weihen fortan die Gesetzeshüter in der Provinz gemeinsam in die FBI-Arbeit ein. Dabei werden sie nicht selten von den Polizisten in ihre ungeklärten Mordfälle eingeweiht und zu Rate gezogen. Holden hat irgendwann die Idee, inhaftierte Serienmörder zu interviewen, er denkt, er könnte etwas Nützliches über die Psyche dieser Täter in Erfahrung bringen. Bald besucht er den Serienmörder Ed Kemper (Cameron Britton) im Gefängnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf dem Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australischen Bühnen- und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er produziert. Hier hat David Fincher bei vier der zehn Episoden Regie geführt.

An die Serie sollte man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. In erster Linie ist „Mindhunter“ ein dialogreiches Charakterdrama. Es geht um zwei FBI-Agenten, die in den späten 1970er Jahren durch Gespräche mit Serienmördern versuchen, die Psyche dieser Täter generell zu analysieren. Die beiden FBI-Agenten gab es wirklich. Die realen Vorbilder für Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) und Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) waren John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und Robert Ressler. Es ist nicht das erste Mal, dass der FBI-Agent John E. Douglas als Vorlage für Charaktere in einer Serie bzw. einem Film diente. Die Serienfigur Jason Gideon aus der TV-Serie „Criminal Minds“ und auch der fiktive Ermittler Jack Crawford aus den Hannibal Lecter-Büchern/Filmen basiert auf John E. Douglas. Die Serie „Mindhunter“ ist jedoch nicht so spannungsgeladen wie beispielsweise Jonathan Demmes exzellenter Thriller „The Silence of the Lambs“, diese Serie ist dialogreich und nimmt sich Zeit für seine Charakter und seine Geschichte und ist damit eher mit David Finchers großartigen Serienmörder-Film Zodiac zu vergleichen. Ich wusste selbst nicht was mich erwartet. Sobald David Fincher aber irgendwo seine Finger im Spiel hat, stehe ich auf der Matte. Seinetwegen habe ich in die Serie reingeschaut, geblieben bin ich, weil mir die beiden Protagonisten (Holden Ford und Bill Tench) schnell ans Herz gewachsen sind. Wie jede TV-Serie, die mich begeistert, habe ich auch diese gesamte Staffel bereits zwei Mal geschaut (zugegebenermassen Finchers vier Episoden sogar drei Mal). Besonders gefallen mir das Zusammenspiel von Holden und Bill, die brillanten Dialoge, der unterschwellige Humor und das 1970er Jahre Setting.

„Mindhunter“ spielt in einer anderen Zeit. Es ist das Jahr 1977, überall wurde noch geraucht und das neue FBI (nur fünf Jahre nach dem Tod des ersten FBI-Direktors J. Edgar Hoover) muss sich noch finden. Es macht den Anschein, dass sich die Verbrechen und die auch Täter geändert haben. Die Sprache und Wortwahl war noch eine andere, Begriffe wie Serienmörder waren noch nicht gebräuchlich (serial killer wurden als sequence killer bezeichnet). Die Serie erzählt von dem Beginn der Kriminalpsychologie/ des Profilings. Dabei kam einer der FBI Agenten (in der Serie Holden Ford) auf die Idee, inhaftierte Serientäter zu ihrer Kindheit und den Beweggründen ihrer Taten zu befragen. Die Serienmörder Ed Kemper, Monte Ralph Rissell, Jerry Brudos, Richard Speck, etc, die in der ersten Staffel zu sehen sind, hat es tatsächlich alle gegeben.

Sexual- und Gewaltverbrechen werden üblicherweise von Männern verübt. In den 1970er Jahren waren die Mädchen und Frauen nicht nur die Opfer, ihnen wurde damals auch oftmals die Schuld dafür gegeben, dass der Mann so ausgetickt ist. (mal war es die dominante Mutter oder Oma, die Freundin oder das junge Mädchen, dass zu sexy gekleidet ist, etc.).

In einigen Szenen (meist zu Beginn der Episoden) sieht man einen mysteriösen Mann. Man erfährt nicht viel über diesen Mann, aber einiges weist darauf hin, dass er ein Krimineller, wahrscheinlich sogar Serienmörder ist oder vielleicht auch erst irgendwann mit seinen grausamen Taten beginnt. Die erste Staffel von „Mindhunter“ endet mit ihm, man kann also davon ausgehen, dass er ein wichtiger Bestandteil der zweiten Staffel ist.

Die Serie ist perfekt besetzt. Dem Namen nach kannte ich keinen der Schauspieler. Jeder einzelne ist jedoch glaubwürdig in seiner/ihrer Rolle. Mit der zweiten Sichtung dieser Serie war mir aber klar, dass Holt McCallany jetzt einer meiner neuen Lieblingsschauspieler ist. Sein Gesicht war mir aus einigen anderen Filmen bekannt.

Cameron Britton als Serienmörder Ed Kemper ist unbeschreiblich gut. Hier sehe ich definitiv auch eine Emmy-Nominierung als Gaststar bzw. Nebenrolle. Bitte seiner Stimme und Sprache unbedingt im Original lauschen!

Meine Lieblingsfigur: Ich mag alle, Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) ist aber mein Favorit

Meine Lieblingsepisode: Ich liebe die zweite Episode, sie ist perfekt, mein Lieblingspart dabei der „Fly Like an Eagle“-Part, die letzten, vielleicht 23 Minuten der zehnten Episode waren auch klasse.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Holden Ford ist 29 Jahre alt und FBI-Agent. Er ist auf die Verhandlung mit Geiselnehmern spezialisiert und schult auch in Quantico. Bald arbeitet er mit seinem FBI-Kollegen Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) von der Verhaltensforschungseinheit zusammen, sie fahren durchs Land und schulen Polizisten in der Provinz. Holden ist etwas bieder und verkopft. Sein Charakter basiert auf den FBI-Agenten John E. Douglas, er war einer der ersten Profiler. Gespielt wird Holden Ford von dem amerikanischen Film-, Theater- und TV-Schauspieler und Sänger Jonathan Groff. Er hat in den TV-Serien „Glee“ und „Looking“ mitgespielt. Ich habe ihn in dem HBO-Film The Normal Heart und Ang Lees Kinofilm Taking Woodstock gesehen. Jonathan Groff ist auch ein Musical-Darsteller. Für seine Performance in den Musicals „Spring Awakening“ und „Hamilton“ wurde er für den Tony nominiert.

Bill Tench ist 44 Jahre alt und verheiratet. Er und seine Frau haben vor drei Jahren einen Jungen adoptiert. Er ist ein erfahrener FBI-Agent und arbeitet in der Verhaltensforschungseinheit. Er unterrichtet außerdem Polizisten landesweit über FBI-Praktiken. Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) ist sein neuer Partner dabei. Sein Charakter basiert auf Robert K. Ressler, der eine signifikante Rolle in dem Profiling von Gewaltstraftätern gespielt hat. Gespielt wird Bill Tench von dem amerikanischen Schauspieler Holt McCallany. Er hat mit David Fincher bereits in „Alien 3“ und „Fight Club“ zusammengearbeitet. Auch hat er in vielen größeren Kinoproduktionen (u.a. Run All Night, Sully) mitgespielt. Mir war sein Gesicht sehr vertraut, seinen Namen kannte ich bislang nicht.

Debbie ist Holdens 24-jährige Freundin, sie studiert Soziologie. Die junge Dame ist selbstbewusst und freigeistig. Gespielt wird Debbie von der kanadischen Schauspielerin Hannah Gross. Dies ist ihre erste größere Rolle.

Dr. Wendy Karr ist Psychologin und berät die beiden FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench (gespielt von Jonathan Groff und Holt McCallany). Auch ihr Charakter basiert auf einer realen Person: Dr. Ann Wolbert Burgess. Gespielt wird Dr. Karr von der australischen Schauspielerin Anna Torv. Den meisten wird sie durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „Fringe“ bekannt sein.

Ed Kemper ist der erste Serienmörder, der von Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) interviewt wird. Gespielt wird Ed Kemper von dem amerikanischen Schauspieler Cameron Britton.

„Mindhunter“ ist seit dem 13.10.17 bei Netflix abrufbar. Die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

Montréal – Film: „Thank You for Your Service“

Ich war am 04.11.17 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Thank You for Your Service“ 108 min drama, biopic, adaptation
dir. Jason Hall cast: Miles Teller, Beulah Koale, Haley Bennett, Joe Cole, Amy Schumer

Im Jahr 2007. Sergeant Adam Schumann (Miles Teller) kehrt mit seinen beiden Kameraden Aieti (Beulah Koale) und Waller (Joe Cole) aus dem Irak-Krieg zurück. Von der amerikanischen Armee werden die jungen Männer mit ihren traumatischen Erlebnissen alleingelassen und so versucht jeder auf seine Weise, wieder zurück ins Leben zu finden…

B+ (Wertung von A bis F) „Thank You for Your Service“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten David Finkel. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers und Drehbuchautors Jason Hall (American Sniper, „Buffy the Vampire Slayer“).

„Thank You for Your Service“ erzählt wie amerikanische Soldaten nach der Rückkehr ihres Kampfeinsatzes in ein Loch fallen. Während ihres Einsatzes im Irak wurden sie Zeuge schrecklicher Ereignisse, mussten direkt mitansehen, wie ihre Militärkameraden oder Zivilisten zu Tode kamen. Vor Ort gab es keine Zeit, die Erlebnisse zu verarbeiten, also nehmen sie das Erlittene mit nach Hause. Dort versuchen die Einsatzgeschädigten wieder in ihr normales Leben zurückzufinden, leiden jedoch an Panikattacken, Schlafproblemen, Depressionen u.ä. Irgendwann erkennen zwei der Männer, dass sie ihre psychischen Probleme nicht allein bewältigen können. Sie bemühen sich aktiv um professionelle Hilfe. Es gibt die Hilfe-Zentren, aber die Psychotherapeuten sind mit der Anzahl der Veteranen und Hilfesuchenden völlig überfordert und so dauert es Monate bis sie eine Trauma-Therapie beginnen können.

Ich finde es unverantwortlich, dass die jungen Männer, die für ihr Land gekämpft haben nach ihrer Rückkehr gänzlich auf sich allein gestellt sind und nicht unmittelbar von dem amerikanischen Militär und der Regierung betreut werden. Das ist übrigens nicht allein ein Missstand der amerikanischen Armee, meine Recherche hat ergeben, dass auch die Bundeswehr und deutsche Politik ihre Soldaten mit einer posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) scheinbar nicht ausreichend versorgt.

„Thank You for Your Service“ macht das Schicksal von drei amerikanischen Soldaten greifbar. Zum Schluss des Films werden Fotos der realen Personen gezeigt.

Miles Teller (Rabbit Hole, Whiplash, Bleed for This) ist mittlerweile dreißig Jahre alt. Auch wenn er sicher noch etwas an seiner Persönlichkeit arbeiten muss, gilt er als einer der großen Schauspielhoffnungen Hollywoods. So kann man auch großzügig darüber hinwegsehen, dass er in den „Divergent“-Verfilmungen und in „Fantastic Four“ mitwirkte, für seine sonstige Rollenauswahl hat er ein relativ gutes Händchen. Auch wenn manche Filme weder beim Publikum noch bei den Kritikern besonders positiv aufgenommen wurden, er wird meistens für seine Performance gelobt. Ich habe ihn jetzt in zwei ausgesprochen guten Filmen Only the Brave und „Thank You for Your Service“) hintereinander gesehen, in beiden gibt er eine exzellente Performance. Leider ist keiner dieser Film in den U.S.A. ein Kassenerfolg.

Die blonde Comedian Amy Schumer (Trainwreck) ist hier mal in einer ganz anderen, ernsthafteren Rolle zu sehen. Dunkelhaarig und gänzlich ungeschminkt war sie für mich nur anhand ihrer markanten Nase zu erkennen.

„Thank You for Your Service“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Miles Teller), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Thank You for Your Service“ wurde erstmalig auf dem Heartland Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 in 2054 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist derzeit noch kein Kinostart vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Roman J. Israel, Esq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dan Gilroys neuer Film. Denzel Washington macht einen verdammt guten Eindruck, wie lange nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Der Film soll nicht so schlimm sein, wie der Trailer vermuten lässt, aber halt auch kein Oscar-Film, damit muss ich diesen Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay nicht sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … Gary Oldman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Den Trailer über habe ich geglaubt, die Ankündigung für einen weiteren, völlig überflüssigen Transformers-Film zu sehen, ist aber die Fortsetzung zu Guillermo del Toros Film aus dem Jahr 2013. Braucht man ebensowenig.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Denver – Film: „Only the Brave“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Only the Brave“ (dt. Kinostart: 8.3.18) 134 min drama, biopic adaptation
dir. Joseph Kosinski cast: Josh Brolin, Miles Teller, Jeff Bridges, Taylor Kitsch, Jennifer Connelly, Andie MacDowell

Eric „Supe“ Marsh (Josh Brolin) leitet ein örtliches Feuerwehrteam in Prescott, Arizona. Der Superintendent setzt sich dafür ein, dass sein Team sich als Elite-Feuerwehr-Einheit „Hotshots“ qualifiziert. Dafür werden die jungen Männer in der direkten Wildfeuer-Bekämpfung ausgebildet. Eines Tages erwartet die Granite Mountain Hotshots ein großes Feuer, dass die Kleinstadt Yarnell bedroht…

 

B (Wertung von A bis F) „Only the Brave“ basiert auf wahren Begebenheiten und auf Sean Flynns GQ-Artikel „No Exit“. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Joseph Kosinski (Tron: Legacy, „Oblivion“).

Der Film führt einen für etwas mehr als zwei Stunden in die Welt amerikanischer Feuerwehrmänner. Es ist ein Männer-Film, bei denen eben echte Kerle auch echte-Kerle-Jobs ausüben, mit Macho-Gelaber, den üblichen Rivalitäten, aber auch Freundschaften – dabei empfand ich das Gezeigte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Zum Schluss wird es sogar noch mal richtig dramatisch und dann blieb in meiner Vorstellung auch kein Auge trocken. Bei der ganzen Männer-Riege war für mich der interessanteste Charakter im Film eine Frau: Amanda Marsh, die Frau von Josh Brolins Charakter. Amanda wird von Jennifer Connolly gespielt, sie gibt hier eine mega Performance, die man durchaus für den Oscar nominieren könnte. Die Beziehung zwischen Eric und Amanda wirkte auch lebensnah. Auch Miles Teller zeigt einmal mehr, was er kann.

Der Film zeigt einige großflächige Waldbrände, das Feuer im Film sieht dabei ziemlich realistisch aus. Was ich durch den Film gelernt habe, ist, dass die Hotshot Crews sich von normalen Feuerwehrmännern dadurch unterscheiden, dass sie in die gefährlichsten Gebiete geschickt werden. Bei ihrer äußerst risikoreichen Arbeit bekämpfen sie die Waldbrände auch nicht mit Wasser o.ä., sondern mit Feuer, mit kontrollierten Bränden. Den gesamten Film über habe ich mich jedoch gefragt, warum die Männer bei ihren Löscharbeiten mitten im Waldbrand-Gebiet nie Atemschutzmasken trugen, ist das logisch?

„Only the Brave“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste visuelle Effekte

„Only the Brave“ ist am 20.10.17 landesweit in 2,577 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Kinostart für den 8.3.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Justice League„
Bewertung des Trailers: D- (neuer Trailer)
Kommentar: Der x-te Superhelden-Film, sieht für mich unerträglich aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Nach wie vor sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Michelle Williams und Mark Wahlberg und künftig Christopher Plummer (Kevin Spacey wird derzeit aus dem Film geschnitten). Ob Ridley Scott mit den ganzen Nachdrehs seinen Film bis zum anvisierten Kinostart am 22.12. fertiggestellt bekommt, ist fraglich. Ich halte das Ganze eh für eine dumme Entscheidung. Seit Spaceys Durchbruch Mitte der 1990er Jahre gab es die Gerüchte und jetzt wird getan, als wäre das Ganze für einige völlig überraschend und der Schauspieler wird aus dem fertigen Film rausgeschnitten. Schwachsinn. Aber gut, dann ist es eben der Film, aus dem Kevin Spacey rausgeschnitten wurde – PR-mäßig nicht viel gewonnen. Vielleicht ist es aber auch die dickköpfige Entscheidung von Ridley Scott, der von vornherein Plummer besetzen wollte. Das Studio wollte einen größeren Star für den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Roman J. Israel, Esq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dan Gilroys neuer Film. Denzel Washington macht einen verdammt guten Eindruck, wie lange nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Denver – Film: „Suburbicon“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Suburbicon“ (dt. Kinostart: 09.11.17) 105 min crime, comedy
dir. George Clooney cast: Matt Damon, Julianne Moore, Noah Jupe, Oscar Isaac, Glenn Fleshler, Megan Ferguson

 

Als im Jahr 1959 die erste afro-amerikanische Familie in das 6000-Seelen-Kaff Suburbicon zieht, bringt das die weiße Bevölkerung in Aufruhr. Gardner (Matt Damon), seine an den Rollstuhl gefesselte Frau Rose (Julianne Moore), seine Schwägerin Margaret (Julianne Moore) und sein Sohn Nicky (Noah Jupe) haben im Moment ganz andere Probleme. Eines Nachts werden sie überfallen…

 

C- (Wertung von A bis F) „Suburbicon“ ist der neue Film von Schauspieler/Regisseur George Clooney („Good Night, and Good Luck“, The Ides of March).

George Clooneys Karriere als Regisseur hat im Jahr 2002 mit „Confessions of a Dangerous Mind“ äußerst vielversprechend begonnen. Drei Jahre später präsentierte er dann „Good Night, and Good Luck“, welcher bis heute einer meiner Lieblingsfilme ist.. „The Ides of March“ war ganz gut, aber die Filme „Leatherheads“ und The Monuments Men glichen eher einer Katastrophe und sein neuer Film ist es leider auch.

Von der Handlung her ähnelt „Suburbicon“ dem Coen Bros.-Meisterwerk „Fargo“, leider lag hier aber kein solides Drehbuch vor, man hat keine skurrilen oder wenigstens sympathischen Charaktere, vermisst schon bald einige der brillanten Schauspieler aus dem Klassiker (William H. Macy, Frances McDormand, Steve Buscemi und Peter Stormare) und auf schmerzliche Weise muss man letztlich auch auf den besonderen Humor und die Originalität der Coen Bros. verzichten. Und das, obwohl die Coens sogar mit George Clooney und Grant Heslov die Drehbuchvorlage geschrieben haben. Es wird aber bestimmt einen Grund haben, warum die Regiebrüder den Film nicht selbst inszenieren wollten.

„Suburbicon“ wird als Krimi-Komödie vermarktet. Ein Mal habe ich ganz kurz geschmunzelt, ansonsten ist der Film einfallslos und relativ ereignislos (es dauert ewig, bis überhaupt etwas Handlung zu erkennen ist). In einem Nebenplot sieht man, wie Rassisten die neu zugezogene schwarze Familie bedrohen. Einen Zusammenhang der Haupt- und der Nebengeschichte konnte ich bis zum Schluss nicht entdecken.

Positiv hängen geblieben sind das exzellente 1950er Jahre-Szenenbild und das entsprechende Kostümdesign und auch der Kinderschauspieler Noah Jupe, der den kleinen Nicky spielt, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

„Suburbicon“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes Originaldrehbuch

„Suburbicon“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 landesweit 2,046 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kommt der Film morgen (09.11.17) in die Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson auch mit. Ich weiß nicht ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Winchester„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Helen Mirren und Jason Clarke
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Father Figures„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Owen Wilson, Ed Helms, Glenn Close, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Killing of a Sacred Deer“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Killing of a Sacred Deer“ (dt. Kinostart: 28.12.17) 121 min drama, thriller, horror
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Raffey Cassidy, Bill Camp, Alicia Silverstone, Sunny Suljic

 

Der erfolgreiche Herzchirurg Steven (Colin Farrell) fühlt sich verantwortlich für den Tod von Martins Vater, schließlich starb er auf seinem OP-Tisch. Seither verbringt er einige Zeit mit dem 16-jährigen Martin (Barry Keoghan), stellt ihn sogar seiner Frau Anna (Nicole Kidman) und seinen beiden Kindern Kim und Bob (Raffey Cassidy und Sunny Suljic) vor. Irgendwann muss Steven aber feststellen, dass Martin ernsthafte Probleme hat….

 

B (Wertung von A bis F) „The Killing of a Sacred Deer“ ist der fünfte Film des griechischen Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth, The Lobster). Die Handlung ist an die griechische Tragödie „Iphigenie in Aulis“ angelehnt.

Als ich aus dem Kino dachte ich, was für ein kranker Scheiß und wie heilend es für Yorgos Lanthimos bestimmt ist, seine kranken Fantasien zu Papier bringen und später als Spielfilm zu inszenieren. Später habe ich recherchiert, ob er vielleicht eine Frau und Kinder hat und wie es denen so geht. Kinder hat der griechische Regisseur scheinbar nicht und nach „Dogtooth“ und jetzt diesem Film beruhigt mich das immens.

Yorgos Lanthimos erzeugt hier von Beginn an eine beklemmende, ja bedrohliche Atmosphäre. Auch wenn noch gar nichts passierte, stellte sich bei mir bereits ein unwohles Gefühl ein. Durch die absurd-seltsamen Dialoge, die stressige Musik, die ungewöhnliche Kameraeinstellungen und lange Kamerafahrten hat man immer Abstand zu den Figuren und der Geschichte. Man betrachtet eine Inszenierung, vieles erinnert an Stanley Kubrick-Filme. Einige kurze Momente im Schlafzimmer mit Nicole Kidman wirkten sogar, als wären sie direkt aus „Eyes Wide Shut“.

Im Ganzen war mir der Film eine Spur zu verstörend, definitiv ein Film, den ich mir kein zweites Mal anschauen werde. Yorgos Lanthimos ist jedoch zweifelsfrei einer der interessantesten und konsequentesten Filmemacher heutzutage, dessen Werke sich jeder Filminteressierte anschauen sollte.

Barry Keoghan ist der geborene Film-Psychopath. Er ist hier so glaubwürdig , dass ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass er jemals in einer ganz andere Rolle hundertprozentig überzeugen könnte. Ich lasse mich aber dahingehend gerne überraschen. Sein Gesicht kam mir auch bekannt vor, ohne Recherche wäre ich jedoch nicht darauf gekommen, dass er kürzlich in einer kleineren Rolle in Dunkirk zu sehen war.

„The Killing of a Sacred Deer“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„The Killing of a Sacred Deer“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Dort hat der Film den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Gerade wurde der der Film in drei Kategorien (Bester Regisseur, Colin Farrell als Bester Hauptdarsteller und Bester Drehbuchautor) für den Europäischen Filmpreis 2017 nominiert. Der A-24-Film ist am 20.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 86 Kinos landesweit. In Deutschland kommt der Film am 28.12.17 ins Kino.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Disaster Artist „
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über Greg Sestero. Möglicher Oscar-Kandidat von und mit James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lady Bird„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Greta Gerwigs Regiedebüt mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf und Tracy Letts. Der Film ist ein möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, sehr wahrscheinlicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I Love You, Daddy„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Louis C. K.s neuer Film. Tragikomödie in s/w gedreht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Breathe“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Breathe“ (dt. Filmtitel: „Solange ich atme“, dt. Kinostart: 19.04.18) 117 min drama, biopic
dir. Andy Serkis cast: Andrew Garfield, Claire Foy, Tom Holland, Hugh Bonneville, Dean-Charles Chapman

 

Ende der 1950er Jahre. Der junge Robin Cavendish (Andrew Garfield) verliebt sich in Diana (Claire Foy). Die beiden gehen nach Afrika und führen ein schönes Leben. Als sie schwanger wird, heiraten sie. Robin hat zunehmend gesundheitliche Probleme, bis er schließlich zusammenbricht. Im Alter von 28 Jahren wird bei ihm Polio diagnostiziert. Er ist vom Hals abwärts gelähmt und kann auch nicht selbstständig atmen. Die Ärzte geben ihm nur wenige Monate zu leben…

 

C (Wertung von A bis F) „Breathe“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist ein Biopic über einen der am längsten lebenden Polio-Erkrankten in Großbritannien. Es ist das Regiedebüt des englischen Schauspielers Andy Serkis  (vorwiegend bekannt durch seine Motion-Capturing-Performances als Gollum und Caesar in den „Lord of the Rings“- und „Planet of the Apes“-Trilogien).

„Breathe“ ist ein Film der Kategorie „Kann man sehen, aber eigentlich gibt es kein Grund dafür“. Ich fand den Film sehr zäh und öde. Ehrlich gesagt gibt die Geschichte auch nicht genug her, um einen Kinofilm zu füllen. Für mich kommt erschwerend dazu, dass Andrew Garfield so gar nicht mein Fall ist. Seine Chancen stehen derzeit nicht schlecht, dass er für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Ich habe dieses Jahr bereits  nominierungswürdigere Performances gesehen.

„Breathe“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes Originaldrehbuch

„Breathe“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 13.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. In der Woche vom 20.-26.10. wurde der Film landesweit in 315 Kinos in den U.S.A. gespielt, seither wurde die Kopienanzahl wieder verringert. In Deutschland soll der Film am 19.04.18 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht leiden kann (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Polaroid„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Man Who Invented Christmas„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Dan Stevens und Christopher Plummer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „My Friend Dahmer„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama über den Serienmörder Jeffrey Dahmer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Mountain Between Us“

Ich war am 12.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mountain Between Us“ (dt. Filmtitel: „Zwischen zwei Leben“, dt. Kinostart: 7.12.17) 104 min drama
dir. Hany Abu-Assad cast: Kate Winslet, Idris Elba, Dermot Mulroney, Beau Bridges

Aufgrund der Witterungsbedingungen wurden sämtliche Linienflüge gestrichen. Die Fotojournalistin Alex (Kate Winslet) und der Chirurg Dr. Ben Bass (Idris Elba) haben jedoch wichtige Termine. Alex möchte am nächsten Tag ihren Verlobten Mark (Dermot Mulroney) heiraten und überredet schließlich Ben eine kleine Maschine zu chartern. Der Pilot (Beau Bridges) erleidet während des Fluges jedoch einen Schlaganfall und der Flieger stürzt in einer entlegenen Bergregion ab…

 

C (Wertung von A bis F) „The Mountain Between Us“ basiert auf Charles Martins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des niederländisch-palästinensischen Filmemachers Hany Abu-Assad („Paradise Now“, „Omar“).

Ich mag diese Was-würde-ich-tun-Filme? „The Mountain Between Us“ ist vordergründig ein Survival-Film. Ich hätte mir gewünscht, dass man auf diesen Liebesschnulz verzichtet hätte., sonderlich glaubwürdig ist dieser nämlich nicht. Aber egal, meine Hauptsorge in dem Film galt selbstverständlich dem Hund aber selbst der verhält sich oftmals äußerst ungewöhnlich. Insgesamt ist der Film nicht gut, das Drehbuch schlecht, die Dialoge sind oft furchtbar, was den Film aber dennoch erträglich macht, sind die Schauspieler Kate Winslet und Idris Elba.

Bei Filmen, bei dem es zu Flugunregelmäßigkeiten oder gar einem Flugzeugabsturz kommt, neige ich dazu, meinen Senf dazugeben zu wollen:

Wenn es nach mir gehen würde, hätte es diesen Flugzeugabsturz nie gegeben und entsprechend wäre der Roman nie geschrieben und der Film nie gedreht worden.

Wenn aufgrund der Witterungsbedingungen ein normaler Linienflug gestrichen wird, wer kommt denn dann auf die Idee, man könnte die Flugstrecke mit einer kleinen Nussschale an Flieger unbeschadet zurücklegen?

Ich mag große Flugzeuge (zwei Gänge, zwei Decks = perfekt), ich habe es nicht so mit kleineren Fliegern, aber Hubschrauber oder Kleinflugzeuge (wie in diesem Film) finde ich völlig indiskutable und absurd. Logischerweise bin ich nicht flugängstlich, aber halt auch nicht lebensmüde, in solch einen Mini-Flieger würde ich im Leben nicht einsteigen.

Jetzt komme ich über einen Umweg zu einem weiteren Glaubwürdigkeitsproblem mit diesem Film.
Bei allen großen Fluggesellschaften wird seit einigen Jahren nach dem Start eine Ansage ähnlich folgender gemacht: „Meine Damen und Herren, da unerwartet Turbulenzen auftreten können, sind Sie aus Sicherheitsgründen verpflichtet sich anzuschnallen, sobald Sie ihren Sitzplatz eingenommen haben. Dies gilt auch dann, wenn die Anschnallzeichen ausgeschaltet worden sind.“ Diese Ansage wird aus versicherungsrechtlichen Gründen gemacht, sollte der Flieger dann in Turbulenzen geraten, der Passagier saß aber nicht angeschnallt auf seinem Sitz und wurde schwer verletzt, kann er die Fluggesellschaft nicht dafür haftbar machen. Nun werden generell nach dem Start irgendwann die Anschnallzeichen ausgeschaltet (das ist für das Kabinenpersonal das Zeichen, dass sie aufstehen dürfen und mit ihren Service-Vorbereitungen beginnen können und auch können ab dem Zeitpunkt die Passagiere aufstehen und zur Toilette gehen.) Die Anschnallzeichen werden dann im Reiseflug nur angeschaltet, wenn die Piloten heftige Turbulenzen erwarten bzw. diese bereits das Flugzeug durchschütteln und das bedeutet, dass die Passagiere dann unter keinen Umständen mehr aufstehen sollen, bzw. jetzt spätestens zu ihrem Platz zurückkehren müssen). Die Anschnallzeichen gelten übrigens immer auch für das Kabinenpersonal. So, was machen aber rund 50% der Passagiere, wenn kurz nach dem Start die Anschnallzeichen ausgeschaltet werden? Sie schnallen sich ab, auch wenn sie nicht vorhaben, aufzustehen, sie schnallen sich einfach ab. Werde ich nie verstehen. Ist es das Gefühl von Freiheit, dass man nur empfinden kann, wenn man abgeschnallt auf seinem Passagiersitz sitzt? Man kann den Gurt ja lockern, abschnallen sollte man sich jedoch – aus eigener Sicherheit – nicht. Wahrscheinlich haben aber diese Passagiere noch nie richtig starke Turbulenzen erlebt, die können nämlich quasi auch mal aus dem Nichts kommen. So, zurück zum Film. Jetzt sitzen also Kate Winslet und Idris Elbas Charaktere in diesem kleinen Flieger, heftiges Wetter und der Pilot erleidet einen Schlaganfall, die Maschine kommt ins Trudeln und die beiden sind nicht angeschnallt. Seeeeeehr realistisch. So etwas macht mich wahnsinnig, weil eigentlich wären sie spätestens beim Aufprall gestorben und dann hätte der Roman und der Film keine Existenzberechtigung.

Bevor „The Mountain Between Us“ erstmalig gezeigt wurde, war er auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch.

Der Film wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 6.10.10 landesweit in 3,088 Kinos gestartet. Am 7.12.17 kommt der Film in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Marshall„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic mit Chadwick Boseman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Das ist wirklich schlimm. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: habe den Film mittlerweile gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht mag (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Für mich sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Der Trailer ist perfekt. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Kevin Spacey, Michelle Williams und Mark Wahlberg
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ready Player One„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Sci-Fi-(Kinder)-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon, wegen der Besetzung

NYC – Film: „Super Dark Times“

Ich war am 03.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im KIno angeschaut:

 

„Super Dark Times“ (in Deutschland ab dem 17.11.17 auf DVD erhältlich) 102 min drama, thriller
dir. Kevin Phillips cast: Owen Campbell, Charlie Tahan, Elizabeth Cappuccino, Max Talisman, Amy Hargreaves

 

 

Die beiden Teenager Zach (Owen Campbell) und Josh (Charlie Tahan) sind beste Freunde seit sie denken können. Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander. Als es eines Tages zu einem tödlichen Unfall kommt, verändert sich ihr Leben gravierend…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Super Dark Times“ ist der erste Spielfilm, bei dem der Kameramann Kevin Phillips Regie führte.

„Super Dark Times“ ist eine hervorragende Genre-Mischung aus Coming-of-Age-Film, Charakterdrama und Thriller.

Am Anfang sieht man ganz normale Teenager, irgendwann kommt es dann zu dem folgenschweren Unfall, einer Situation mit der die Teenager schlichtweg überfordert sind. Entscheidungen werden getroffen, die Welt der beiden Jungen ist mit einmal aus den Fugen geraten. Dabei blickt man in die Gefühlswelt dieser Teenager, am Ende der Geschichte hat man aber einen der Jungen verloren. Wie konnte es soweit kommen ist eine Frage, die man sich am Ende stellt.

Der Film spielt in den 1990er Jahren, wie toll doch diese Zeit war, nicht ständig erreichbar zu sein, ohne Internet, eine Zeit in der sich die Menschen noch unterhalten haben und nicht ständig auf ihr Handy starrten. Mir fällt immer mehr auf, dass sich spielfilmische Werke einfach besser im Früher erzählen lassen.

Ich finde grundsätzlich Regiedebüts spannend, anhand eines einzigen Films kann man so oft erkennen, ob der Filmemacher Talent hat oder sich besser eine andere Profession suchen sollte. Sollten große Hollywood-Produzenten „Super Dark Times“ sehen (und das werden sie), wird es nicht lange dauern bis Kevin Phillips einige große Filmprojekte angeboten bekommt. Man erkennt schnell, dass er neben dem handwerklichen Können eine klare Vorstellung hat, wie sein Werk am Ende aussehen soll.

Charlie Tahan war sicherlich ein Grund, mir diesen Film anzuschauen. Mir ist er schon einige Male aufgefallen, zuletzt in der TV-Serie „Ozark“. Er ist sehr glaubhaft als nerdiger Jugendlicher. Ich hoffe nur, dass er sich weiterhin für die richtigen Projekte entscheidet und sich nicht von Hollywood verheizen lässt. Auch der andere Schauspieler (Owen Cambell) hat mir gut gefallen.

„Super Dark Times“ wurde erstmalig auf dem Rotterdam Film Festival gezeigt. In den U.S.A. wurde der Film seit Kinostart am 29.09.17 in 21 Kinos gespielt. Seit dem 3.10.17 ist er parallel auch auf amerikanischen VOD-Portalen zu sehen. In Deutschland wird der Film direkt auf DVD herausgebracht. Starttermin für dieses empfehlenswerte Regiedebüt ist der 17.11.17.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Take my Nose…Please!„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bending the Arc„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Architects of Denial„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thy Father´s Chair„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „For Ahkeem„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

amerikanisches Filmplakat von „Super Dark Times“

 

NYC – Film: „Brad´s Status“

Ich war am 30.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Brad´s Status“ (dt. Kinostart: 29.03.18) 102 min comedy, drama
dir. Mike White cast: Ben Stiller, Michael Sheen, Jenna Fischer, Luke Wilson, Jemaine Clement, Austin Abrams

 

Brad (Ben Stiller) ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat einen 17-jährigen Sohn (Austin Abrams). Er hat einen eigene Non-Profit-Organisation. Nachdem sein einziger Angestellter gekündigt hat, fällt er in eine Lebens- und Sinn-Krise. Dabei fallen ihm seine alten College-Freunde ein, jeder Einzelne hat es zu etwas gebracht. Hat Brad im Leben die falschen Entscheidungen getroffen…?

 

A- (Wertung von A bis F) „Brad´s Status“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Autors und Filmemachers Mike White („Chuck & Buck“, „School of Rock“, HBO-Serie „Enlightened“). Mit Year of the Dog hat er sein Regiedebüt gegeben. Dies ist erst der zweite Kinofilm, bei dem er Regie führt. In diesem Film ist er auch in einer Nebenrolle als Brads ehemaliger Freund (der Hollywood-Regisseur) zu sehen.

„Brad´s Status“ ist eine smarte Tragikomödie. Mike White ist mit seinem neuen Film ein feiner, melancholischer Film über einen Mann in einer Midlife-Crisis gelungen. Der Protagonist Brad ist Ende Vierzig und fragt sich warum all seine College-Freunde es zu etwas gebracht haben und er ein Leben im Mittelmaß führt. Er vergleicht sein Leben mit dem Anderer. In meinen Augen sind das eher Männer-Probleme. Ich sehe gar keinen Sinn darin, sein Leben mit dem eines Anderen zu vergleichen. Warum sollten die, die beispielsweise mehr Geld verdienen oder berühmt sind, automatisch ein glücklicheres Leben führen? Der Film ist aber sehr gut geschrieben, auch wenn Brad nicht unbedingt ein Sympathieträger ist, kann man seine Denke nachvollziehen und erlebt als Zuschauer die eine oder andere unangenehme Situation hautnah mit. Auf mich wirkte alles sehr real, was nicht zuletzt, der nuancierten Performance von Ben Stiller zu verdanken ist.

„Brad´s Status“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Hauptdarsteller (Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„Brad´s Status“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 15.09.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief er in 453 Kinos landesweit. „Brad´s Status“ startet voraussichtlich am 29.03.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer

:

Trailer v. Film: „Breathe„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Andy Serkis´offizielles Regiedebüt mit Andrew Garfield in der Hauptrolle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Novitiate„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Melissa Leo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Trailer v. Film: „Professor Marston and the Wonder Women„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Luke Evans und Rebecca Hall. Die Besetzung überzeugt mich nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Human Flow„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Todd Haynes´neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Lucky“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lucky“ (dt. Kinostart: 8.3.18) 88 min comedy, drama
dir. John Carroll Lynch cast: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston, Ed Begley Jr. Tom Skerritt

 

 

Lucky (Harry Dean Stanton) ist 90 Jahre alt und lebt in einer Kleinstadt, er war nie verheiratet und hat auch keine Kinder. Lucky ist aber zufrieden mit seinem Leben, morgens betätigt er sich sportlich, geht im Diner frühstücken, abends auf einen Drink in seine Stammkneipe, er liebt es, Kreuzworträtsel zu lösen und Quiz-Shows zu gucken. Eines Tages realisiert er, dass er alt ist und vielleicht nicht mehr lange zu leben hat.

 

A- (Wertung von A bis F) „Lucky“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers John Carroll Lynch („Fargo“, „Face/Off“, The Invitation, Jackie, „The Founder“)

Lucky habe ich quasi vom ersten Moment an ins Herz geschlossen, das gilt sowohl für den Film als auch für den titelgebenden Charakter. In Übereinstimmung mit dem Filmtitel war auch ich glücklich mit dem Film, was natürlich nicht ausschliesst, dass ich gut die Hälfte desselbigen Tränen in den Augen hatte. „Lucky“ ist eine Tragikomödie, vielleicht auch eine Charakterstudie über einen kauzigen, aber sehr liebenswerten, alten Mann. Harry Dean Stanton ist Lucky und damit gibt er für mich eine eindeutige Oscar-Performance.

Dies ist die vorletzte Performance von Harry Dean Stanton („Alien“, „Paris, Texas“, „Wild at Heart“, „The Green Mile“) in einem Spielfilm. Der amerikanische Schauspieler ist am 15.09.17 im Alter von 91 Jahren gestorben. Was für ein großartiger Schauspieler er war.

Der Filmemacher David Lynch hat schon in einigen Projekten als Schauspieler (beispielsweise in seiner eigenen TV-Serie „Twin Peaks“) mitgewirkt, in „Lucky“ gibt er eine bemerkenswerte gute Performance.

Als ich Ende September meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 veröffentlicht habe, hatte ich Harry Dean Stanton noch nicht auf dem Schirm, jetzt habe ich ihn fest verankert.

„Lucky“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Harry Dean Stanton)

„Lucky“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 29.09.17 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 60 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 8.3.18 geplant.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Félicité„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Senegalesisches Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Paris Opera„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Tom of Finland„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gay-Biopic, der Film wurde von Finland für die nächsten Oscars eingereicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Trailer v. Film: „Faces Places
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Agnès Vardas Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Aufsteller von Film „Lucky“

NYC – Film: „Columbus“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Columbus“ 104 min drama
dir. Kogonada cast: John Cho, Haley Lu Richardson, Parker Posey, Rory Culkin, Michelle Forbes

 

Jin (John Cho) lebt und arbeitet in Korea. Er ist in den U.S.A. aufgewachsen und gerade in Columbus, Indiana angekommen. Sein Vater wollte in der Stadt einen Vortrag über Architektur halten und liegt jetzt dort in einem Krankenhaus im Koma. Eines Tages lernt er Casey (Haley Lu Richardson) kennen, die junge Frau ist architekturbegeistert und wollte sich eigentlich den Vortrag von Jins Vater anhören. Sowohl Jins als auch Caseys Leben befindet sich gerade irgendwie in einer Sackgasse… .

 

A- (Wertung von A bis F) „Columbus“ ist das Spielfilmdebüt des südkoreanisch-amerikanischen Autors/Filmemachers Kogonada.

Der Protagonist sagt in dem Film, dass er durch die Situation mit seinem Vater zum Nichtstun verdammt ist, gezwungen ist, eine Pause vom Leben zu nehmen. Mit dem Film geht es dem Zuschauer ähnlich, allerdings aus einem wesentlich erfreulicheren Grund. „Columbus“ fordert einen auf, für einen Moment innezuhalten, runterzufahren und dem Zusammenspiel aus Design, Architektur, Musik (der Band Hammock) und der erzählten Geschichte zu folgen. Es passiert nicht viel in diesem Film, es ist aber sehr poetisch und schön.

Ich bin mir sicher, dass man von diesem Filmemacher noch einiges erwarten kann.

„Columbus“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 4.8.17 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit ist dieser Indie in nicht mehr als 63 amerikanischen Kinos zu sehen. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Take Every Wave: The Life of Laird Hamilton„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Pearl Jam: Let´s Play Two„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Konzert-Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Berlin – Film: „Blade Runner 2049“

Ich war am 6.10.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Blade Runner 2049“ (dt. Kinostart war der 5.10.17) 163 min sci-fi, sequel, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Robin Wright, Sylvia Hoeks, Ana de Armas, Mackenzie Davis, Hiam Abbass, Barkhad Abdi

 

Kalifornien im Jahr 2049. K (Ryan Gosling) ist ein künstlicher Mensch, ein Replikant. Er arbeitet als Blade Runner, Replikanten-Jäger, für die LAPD und hat den Auftrag, Replikanten der älteren Baureihe aufzuspüren und zu eliminieren. Bei seinem neuen Auftrag macht er eine entscheidende Entdeckung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Blade Runner 2049“ ist die Fortsetzung von Ridley Scotts Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982. Beide Filme basieren auf Philip K. Dicks Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“. Dies ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, Sicario, Arrival).

Es war ne ziemlich blöde Idee, „BR 2049“ anzuschauen, ohne vorher den Originalfilm zu gucken. Ich dachte, es wäre wie bei Mad Max: Fury Road, dass der Film für sich allein steht und als visuelles Meisterwerk beeindruckt.

Klar, „Blade Runner 2049“ ist sehr stylisch und sieht optisch sensationell aus, gerade der dritte Akt hat mich schwer beeindruckt. Im letzten Akt könnte ich quasi jedes Szenenfoto nehmen und es als Kunstwerk an die Wand hängen. ABER: während George Miller mit „Mad Max: Fury Road“ eigentlich nur eine einzige spektakuläre Verfolgungsjagd in Szene gesetzt hat, hat dieser Film erzählerisch einen höheren Anspruch. Gestalterisch fand ich diese Welt atemberaubend, habe sie aber nicht wirklich verstanden und konnte keinerlei emotionale Beziehungen zu den Charakteren aufbauen. Daher war mir das Schicksal der Charaktere relativ egal. Ich habe mich sogar über die scheinbar allzu vorhersehbare Story um Ryan Goslings Charakter geärgert (letztlich gab es dann doch eine entscheidende Wendung, aber auch die fand ich unbefriedigend). Ganz zu schweigen von den wirklich selten dämlichen Dialogen. Vielleicht ist Denis Villeneuves neuer Film mehr etwas für Fans des ersten Films, für andere ist dieser Film schön anzuschauen und anzuhören (der Sound des Films ist überragend und war das erste, was mir tatsächlich aufgefallen ist und ist das, was mir mehr als eine Woche nach der Sichtung immer noch in den Ohren dröhnt), mehr aber nicht. Außerdem war mir der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang.

Ich werde mir sicherlich eines Tages Ridley Scotts Klassiker (es gibt wohl viele Versionen, empfohlen wird aber sein Final Cut) anschauen und dann Denis Villeneuves Fortsetzung  eine erneute Chance geben. Dann werde ich einen Vergleich zu der Sichtung, ohne Kenntnis des ursprünglichen Films ziehen. Es gibt wohl auch drei sehenswerte Kurzfilme („Black Out 2022“, „2036 Nexus Dawn“ und „2048: Nowhere to Run“), die die Welt zwischen dem Originalfilm und dem neuen Blade-Runner-Film erklären.

„Mad Max: Fury Road“ hat ein Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar, ist vor 2 1/2 Jahren in 3703 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat am Eröffnungswochenende rund 45 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, insgesamt sogar 150 Millionen Dollar (plus 220 Millionen weltweit) eingespielt. Damit war dieser Film ein ziemlicher Kassenerfolg, hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Bester Regisseur) erhalten und hat im Jahr 2016 die meisten Oscars (6 technische) bei den 88th Academy Awards gewonnen. Außerdem war der Film ein Kritikerliebling von 371 gezählten Kritiken, 359 Fresh, 12 Rotten (97% RT)

Wie könnte es jetzt bei „BR 2049“ hinsichtlich der Oscars aussehen? Einspielergebnisse bei Blockbustern sind bei den Oscars nicht unerheblich.

„Blade Runner 2049“ hat ein Produktionsbudget von mind. 150 Millionen Dollar, ist in 4058 amerikanischen Kinos gestartet, hat am Eröffnungswochenende rund 32 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, damit sind die Einnahmen weit unter den Erwartungen. Wenn der Film am Ende 100 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen hat, können sich die Produzenten fast schon glücklich schätzen. „Blade Runner 2049“ ist auch ein Kritikerliebling bei 281 gezählten Kritiken, 249 Fresh, 32 Rotten (89% RT). In meinen Augen hat „Blade Runner 2049“ gute Chancen in technischen Kategorien (vor allen Dingen Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik) nominiert zu werden. Bester Film und Beste Regie und vielleicht eine Schauspielnominierung könnte der Film bekommen, da sehe ich ihn momentan aber eher als Wackelkandidat. Ich stehe allerdings nicht allein mit der Hoffnung, dass der 13 x für den Oscar nominierte Kameramann Roger Deakins („Jarhead“, „Shawshank Redemption“, „Fargo“, No Country For Old Men, Skyfall) nun endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. Das Problem ist, dass nie der Name des Kameramannes/ der Kamerafrau auf dem Abstimmungszettel der Academy auftaucht, einzig der Film wird gelistet. Roger Deakins größte Konkurrenz dieses Jahr ist wohl Hoyte van Hoytema für Dunkirk und, wie ich ganz aktuell höre, der dreimalige Oscar-Gewinner Vittorio Storaro für den neuen Woody Allen Film „Wonder Wheel“.

„Blade Runner 2049“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Harrison Ford), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Blade Runner 2049“ ist am 6.10.17 in 4058 amerikanischen Kinos gestartet. Es gibt eine 2D, 3D und IMAX-Version des Films. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. „Blade Runner 2049“ ist ein Film, den mal definitiv im Kino gesehen haben muss. Ich habe den Film in Berlin in der 2D- und OmU-Fassung gesehen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Das Verschwinden„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: deutsche Mini-Serie mit Julia Jentsch und Nina Kunzendorf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV schon

Trailer v. Film: „Borg/McEnroe„
Bewertung des Trailers: B- (dt. Trailer)
Kommentar: Biopic über die legendären Tennisspieler Björn Borg und John McEnroe. Shia LaBeouf spielt McEnroe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, aber natürlich nur in der OV

Trailer v. Film: „Vorwärts immer!„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: DDR/Honecker-Komödie – wer guckt so was?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer)
Kommentar: amerikanischer Krimi mit Robert Pattinson und Jennifer Jason Leigh – wollte ich kürzlich in New York sehen, lief aber leider nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, aber natürlich nicht auf Deutsch

 

 

Kino in Berlin

Okay, mit dem Delphi Lux (YVA Bogen, Kantstr.10, 10623 Berlin) habe ein neues Lieblingskino. Das Anfang September 2017 eröffnete Kino gehört zu der Yorck Kinogruppe, die in Berlin für die Auswahl ihrer Filme geschätzt wird. Das Delphi Lux befindet sich in meinem Kiez, Charlottenburg (sprich: für mich in Laufnähe), zeigt überwiegend Arthouse-Filme im Original (bzw. OmU, manche Filme aber auch in der Synchro). Montag ist Kinotag mit 7 Euro pro Kinokarte, Di-Mi kostet das Ticket 8,50 Euro und Do-So 10,00 Euro (Ermäßigungen für Schüler/Studenten). Es gibt 7 Kinosäle, salzige Popcorn (auch süßes, aber wer isst das schon), nach hinten verstellbare mittel-bequeme Kinosessel, eine gute Sound-Anlage u.v.m. Ich habe „Blade Runner 2049“ dort gesehen, es ist ja in Deutschland scheinbar üblich für Überlänge bei Filmen zahlen zu müssen (was ich ja unglaublich finde, weil ich wünschte, dass die Filme alle nicht so lang wären), entsprechend hat mich die Kinokarte 11,50 Euro (1,50 Überlänge-Zuschlag) gekostet. Die Werbung (inkl. 4 Trailer) ging 18 Minuten lang. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Überlängen-Film gesehen habe, bei dem das Kino eine Unterbrechung mitten im Film macht. Habe aber gehört, es wäre in Deutschland relativ üblich (was ich natürlich ebenfalls unfassbar finde). In meinem neuen Berliner Lieblingskino gab es keine Pause während „Blade Runner 2049“.

Delphi Lux Kino in Berlin
Kinosaal 1 des Delphi Lux Kinos
Kinosaal 1 im Delphi Lux Kino

NYC – Film: „Stronger“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Stronger“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 119 min drama, biopic, adaptation
dir. David Gordon Green cast: Jake Gyllenhaal, Tatiana Maslany, Miranda Richardson, Clancy Brown, Richard Lane Jr.

 

 

Jeff (Jake Gyllenhaal) und Erin (Tatiana Maslany) führen eine On/Off-Beziehung. Kürzlich hat sie wieder mit ihm Schluss gemacht. Er will sie zurückerobern und als sie den Boston Marathon läuft, erwartet er sie an der Ziellinie. Dann kommt es jedoch zu einem Bombenanschlag, bei dem Jeff schwer verletzt wird. Er verliert beide Beine…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Stronger“ basiert auf Jeff Baumans gleichnamigen Memoiren. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Gordon Green („Snow Angels“, Pineapple Express, Prince Avalanche).

Jeff Baumann ist keiner, der sich nach einem Schicksalsschlag zurück ins Leben kämpft und dann ein besserer Mensch ist als zuvor. Dafür hadert er zu sehr mit seinem Schicksal. „Stronger“ ist keine ganz so konventionelle Helden-Story, es ist eher ein Film über U.S.-Amerikaner und wieviel ihnen ihre Heldenstories bedeuten. Wie ist es, wenn einen sein Land als Helden feiert und man selbst nicht nachvollziehen kann, warum? Warum gilt man bereits als Held wenn man nichts Heldenhaftes getan hat und eigentlich nur bei einem Attentat beide Beine verloren hat? Ganz gut eingefangen wurde die Hilflosigkeit der Angehörigen, auch wie sie – ungeachtet Jeffs Zustand – ihre Meinungsverschiedenheiten weiterführen. Die sonst tragische Geschichte wird hin und wieder mit Humor aufgelockert.

Es gab einen Moment, relativ am Anfang des Films, da dachte ich, dass die Geschichte jetzt eine Wendung nimmt und es mehr um die Aufklärung des Attentats geht. Letztlich ist es aber ein Biopic über Jeff Bauman und für den Krimi-Aspekt um den Boston Marathon empfehle ich den sehr gut gemachten Film Patriots Day.

Jake Gyllenhaal hat bisher nur eine Oscar-Nominierung für „Brokeback Mountain“ erhalten, einige Male (Zodiac, Rendition, Brothers, End of Watch, Prisoners und definitiv Nightcrawler) wurde er übergangen. Mit diesem Film nimmt er einen erneuten Anlauf. Er ist nicht nur in den dramatischen Szenen gut, mir hat er besonders in den ruhigen, vermeintlich einfachen Szenen (beispielsweise in der Szene mit Carlos) gefallen. Es ist auch erstaunlich, wie einzig die dunkle Augenfarbe und die lockige Haare einen eigentlich attraktiven Mann verändern können. Schauspielerisch haben mir aber auch Tatiana Maslany, die die verständnisvolle Freundin spielt (bislang kannte ich sie nur aus der TV-Serie Orphan Black) und Miranda Richardson als Jeff Baumans Mutter gefallen.

„Stronger“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Nebendarstellerin (Tatiana Maslany, Miranda Richardson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Stronger“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 573 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in 645 Kinos in den U.S.A. Bislang ist für Deutschland noch kein Kinostart bekannt. Update: „Stronger“ soll am 19.04.18 in den deutschen Kinos starten.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Todd Haynes neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Forever My Girl„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: so nen Frauen-Schnulz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac. Trailer gut, Film soll ja nicht so doll sein
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“), der sieht aber nicht danach aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Killing of a Sacred Deer„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Yorgos Lanthimos´neuer Film mit Colin Farrell und Nicole Kidman – das sieht wieder nach einem Film ganz nach meinem Geschmack aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „The Florida Project“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Florida Project“(dt. Kinostart: 08.02.18) 115 min drama
dir. Sean Baker cast: Willem Dafoe, Caleb Landry Jones, Macon Blair, Brooklynn Kimberly Prince, Bria Vinaite, Valeria Cotto, Christopher Rivera

 

 

Die sechsjährige Moonee (Brooklynn Kimberley Prince) lebt mit ihrer Mutter (Bria Vinaite) in einem billigen Motel, ganz in der Nähe von Disney World in Orlando. Während ihre Mutter irgendwie Geld auftreiben muss, um die wöchentliche Miete für das Motel zu zahlen, hat das Mädchen Sommerferien. Moonee, ihr gleichaltriger Kumpel Scooty (Christopher Rivera) und ihrer neuen Freundin Jancey (Valeria Cotto) müssen sich irgendwie die Langeweile vertreiben. Bei den chaotischen Motel-Bewohnern versucht der Manager Bobby (Willem Dafoe) für Ordnung zu sorgen.

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Florida Project“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Sean Baker („Starlet“, „Tangerine“).

Zugegebermassen fand ich den Film ziemlich anstrengend. Anstrengend weil es mir eine Spur zu realistisch erschien. Sean Baker führt einen mit seinem neuen Film in ein Milieu, für das man am Ende ein Gefühl bekommen hat, das man dann aber so schnell wie möglich wieder verlassen will. Alle Persönlichkeiten, mit Ausnahme von Willem Dafoes Bobby, sind durch die Bank schrecklich. „The Florida Project“ ist eine Sozialstudie über eine Gesellschaft, die so sehr wohl im wahren Leben existiert. Hier sind es wohnungslose, alleinerziehende junge Mütter, die mit ihren kleinen Kindern in billigen Motels hausen, quasi die letzte Station vor der Obdachlosigkeit. Halley (gespielt von der Newcomerin Bria Vinaite), eine der jungen Mütter, hat selbst keine Erziehung genossen, lebt in den Tag hinein und versucht durch irgendwelche legalen oder illegalen Deals am Ende der Woche, das Geld für die Zimmer-Miete zusammenzuhaben. Es ist die Art von Frauen, die ihre billigen Tätowierungen voller Stolz zur Schau tragen, sehr selbstbewusst auftreten und latent aggressiv sind. Die Kinder solcher Mütter haben natürlich nie gelernt, sich zu benehmen oder gar Respekt zu zeigen. Jetzt haben diese Blagen auch noch Sommerferien und langweilen sich – alles in direkter Nähe zu dem Kinderparadies Disney World, einen Besuch können sich ihre Mütter natürlich nicht leisten….

So traurig die Gesamtsituation ist, wenn man darüber nachdenkt, so genervt ist man von den einzelnen kleinen oder größeren Persönlichkeiten in seiner Nähe. Sean Baker schafft hier eine fast schon intime Nähe zwischen dem Zuschauer und dieser Gesellschaft. Ich kannte am Ende der Geschichte sogar den Geruch dieser farbenfrohen und doch so tristen Welt.

Es hat sich definitiv ausgezahlt, dass der Filmemacher für diesen Film viel recherchiert hat und nur an Original-Schauplätzen gedreht hat, auch wenn ein Helikopter-Landeplatz direkt neben dem Motel war. Auf einen Filmscore hat Sean Baker verzichtet, er hat seine Schauspieler (gerade auch die Kinder) am Set viel improvisieren lassen, vielleicht sind das alles Gründe dafür, warum man diesen Spielfilm wie eine Reportage erlebt.

Vor zwei Jahren hat Sean Baker mit dem durchaus beeindruckenden Film „Tangerine“ für Aufsehen gesorgt, vor allen Dingen, weil er diesen Film komplett auf einem iPhone gedreht hat. Die Endsequenz in „The Florida Project“ hat er auch mit dem iPhone gefilmt.

Im Q & A hat der Regisseur erzählt, dass er die Hauptdarstellerin Bria Vinaite auf Instagram entdeckte. Sie hatte keinerlei Schauspielerfahrung. In dieser Rolle ist sie absolut authentisch, ebenso wie ihre Filmtochter Moonee (von Brooklyn Kimberly Prince portraitiert). Die Seele des Films ist allerdings Willem Dafoe und daher sehe ich eine Oscar-Nominierung als gerechtfertigt an.

Zur gleichen Zeit vor einem Jahr habe ich auf dem New York Film Festival den späteren Oscar-Gewinnerfilm Moonlight gesehen. Seinerzeit ist das New Yorker Publikum ausgerastet, gab stehende Ovationen. Als ich mir „The Florida Project“ auf dem NYFF55 anschaute, hat mich vieles an den Moment erinnert. Offensichtlich erzählen beide Filme u.a. von einer Kindheit in der Unterschicht Floridas. Auch bei „The Florida Project“ gab es vom eher zurückhaltenden New Yorker Publikum tosenden Applaus als der Regisseur und seine Schauspieler auf dem Balkon erschienen. Das New York Film Festival gilt als Gradmesser, viele Filme wurden bereits auf anderen, für die Oscars wichtigeren Filmfestivals gezeigt, aber wenn der Film dann bei den New Yorkern ankommt, stehen die Chancen gut, dass der Film sich als ernstzunehmender Kandidat bei den Oscars etablieren kann. Das ist bei „The Florida Project“ meines Erachtens der Fall. Außerdem liegt der Film bei den A24-Leuten in den besten Händen, bei den letzten Oscars hat dieser noch junge Filmverleih mit dem Oscar-Gewinn für „Moonlight“ gezeigt, dass sie verstanden haben, wie das Oscar-Geschäft läuft.

„The Florida Project“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Bria Vinaite, Brooklynn Kimberly Prince), Bestes Originaldrehbuch

„The Florida Project“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startete am 6.10.17 in vier amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur und sämtliche Schauspieler waren anwesend und wurden nach dem Film interviewt, bzw. haben sich den Fragen des Publikums gestellt. Bislang hat der Film noch keinen Termin für einen deutschen Kinostart. Update: „The Florida Project“ soll am 08.02.18 in den deutschen Kinos starten.

Eigentlich uninteressant: Isabelle Huppert saß bei diesem Film (als normale Zuschauerin) zwei Sitzplätze von mir entfernt.

 

Trailer zu sehen:

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A mit dem Filmemacher Sean Baker (am Mikro), seinem Co-Autor und den Schauspielern.

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Willem Dafoe, die drei Kinderdarsteller und Newcomerin Bria Vinaite (von links)

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Newcomerin Bria Vinaite (links), Sean Baker am Mikro

NYC – Film: „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ (ab dem 13.10.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 110 min drama, comedy
dir. Noah Baumbach cast: Adam Sandler, Ben Stiller, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Elizabeth Marvel, Rebecca Miller, Adam Driver, Judd Hirsch, Grace Van Patten, Candice Bergen, Sigourney Weaver

 

Danny (Adam Sandler) ist bei seinem Vater zu Besuch. Er und seine Frau haben sich kürzlich getrennt. Seitdem er in New York ist, kommen einige Geschichten aus seiner Kindheit hoch, besonders als er erfährt, dass sein starrköpfige Vater das Haus verkaufen will. Von seinem Halbbruder Matthew (Ben Stiller) hat er schon sehr lange nichts mehr gehört. Bald müssen Danny, Matthew und ihre Schwester Jean (Elizabeth Marvel) mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist…

 

C+ Wertung von A bis F) „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Noah Baumbach („The Squid and the Whale“, Frances Ha, While We´re Young, Mistress America, De Palma)

Der Film ist eine Tragikomödie, mit mehr Tragik als Komödie. Sollte Woody Allen mal keine Filme mehr drehen, der New Yorker Noah Baumbach steht bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Ich mag inzwischen einige Baumbach-Filme, „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wollte ich auch mögen, fand ihn aber zu unausgewogen, stellenweise zäh und teilweise zu sehr überzogen und anstrengend.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine New Yorker Künstler-Familie. Auch wenn kaum einer mit seiner/ihrer Kunst Geld verdient, sind sie alle künstlerisch-begabt und verschroben. Allein durch seine Existenz zusammengehalten wird die Familie von dem mittel-erfolgreichen Bildhauer und Vater Harold Meyerowitz (wunderbar gespielt von Dustin Hoffman). Der war mit mehreren Frauen verheiratet, aktuell ist er immer noch mit der esoterischen Maureen (klasse gespielt von Emma Thompson) zusammen. Seine drei Kinder (gespielt von Adam Sandler, Elizabeth Marvel und Ben Stiller) verarbeiten bis heute noch ihre Kindheit, jeder fühlte sich ungerecht behandelt und auch leiden sie immer noch unter der Vernachlässigung durch ihren Vater. Untereinander sind sich die Geschwister aber natürlich auch nicht grün, Geschwisterrivalitäten sind allgegenwärtig – aber jetzt wo der Vater immer älter und krank wird, müssen sie sich zusammenraufen.

Die Geschichte wird in fünf Kapiteln erzählt, wobei jeweils eines den Kindern („Danny“, „Matthew“ und „Jean“) gewidmet ist.

Das Ensemble macht den Film natürlich sehenswert. Adam Sandler überrascht hier, nicht so sehr, wie er mich seinerzeit in Paul Thomas Andersons „Punch-Drunk Love“ erstmalig positiv von sich überzeugte, aber schließlich habe ich ihn länger nicht in einer Rolle gesehen, in der mehr als nur Faxen macht. Wenn er hier mit seiner Filmtochter am Klavier sitzt und singt, beeindruckt das. Ansonsten hatte ich Elizabeth Marvel als neurotische Jean gar nicht erkannt, zuletzt hat sie sehr überzeugend die U.S. Präsidentin Elizabeth Keane in der sechsten Staffel von „Homeland“  gespielt.

In meinen Augen ist dieser Film bei Netflix gut aufgehoben, man kann ihn gucken, muss man aber nicht.

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Adam Sandler) Bester Nebendarsteller (Dustin Hoffman, Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, soll der Film wohl in einigen amerikanischen Kinos gezeigt werden. Ab dem 13.09.17 ist er weltweit auf Netflix zu empfangen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur Noah Baumbach, sowie die Schauspieler Dustin Hoffman, Adam Sandler und Grace Van Patten haben den Film persönlich angekündigt. Im Anschluss an den Film wurde Noah Baumbach interviewt und stand den Fragen des Publikums zur Verfügung.

Trailer zu sehen:

 

 

Auf dem New York Film Festival 2017 kündigen Regisseur Noah Baumbach, Adam Sandler, Grace Van Patten und Dustin Hoffman (von links) ihren Film „The Meyerowitz Stories“ an.

 

Regisseur Noah Baumbach im Q & A zu seinem Film „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

 

NYC – Film: „The Square“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Square“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 150 min drama, comedy, satire
dir. Ruben Östlund cast: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary

 

 

Christian (Claes Bang) ist Ende Vierzig und Museumskurator in Stockholm. Als er am helllichten Tag bestohlen wird, setzt er alles dran, seine Wertgegenstände wiederzubekommen. Das Handy lässt sich schnell orten. Das ist aber nicht die einzige Baustelle, die er gerade hat. Für die neue Ausstellung The Square soll eine aufsehenerregende Marketingkampagne kreiert werden. Bald gerät Christians Leben komplett aus den Fugen…

 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Square“ ist der neue Film des schwedischen Filmemachers Ruben Östlund (Force Majeure)

Eigentlich bin ich etwas verärgert aus dem Kino gekommen. Wenn der Film vielleicht zwanzig Minuten kürzer gewesen wäre, hätte ich keinen Grund gehabt, ihn nicht in meine Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017 aufzunehmen. Aber die letzten zwanzig, vielleicht waren es sogar dreißig Minuten (ich habe nicht auf die Uhr geschaut) sind etwas sehr zäh und unnötig. Den Film hätte man an einem bestimmten Punkt einfach enden lassen sollen, dann wäre er perfekt gewesen. So musste ich schweren Herzens meine, eigentliche „A-„-Bewertung nach unten korrigieren.

„The Square“ ist für mich ein typisch europäischer Film, im besten Sinne. Es ist ein Film, bei dem man nie so recht weiß, was als Nächstes passiert, wie weit die Szenen gehen, was der Zuschauer aushalten muss. Das New Yorker Publikum ist grundsätzlich für Andersartigkeiten zu haben, entsprechend war die Begeisterung für diesen Film bei meiner Vorstellung zu spüren. Situationskomik, witzige Dialoge und einige kuriose Szenen haben für viele Lacher gesorgt.

Die Performances von Elisabeth Moss, Claes Bang (der den Christian spielt), aber auch Terry Notary (der auf einer Gala einen ganz besonderen Auftritt hinlegt) sind brillant. Elisabeth Moss spielt hier eine amerikanischen Kunstjournalistin. Die zwei letzten Szenen zwischen ihrem und Claes Bangs Charakter sind so absurd komisch, dass ich mich vor lauter Lachen kaum noch einkriegen wollte. Ging meinen Mitzuschauern übrigens auch so.

Sein Vorgängerfilm Force Majeure (dt. Filmtitel „Höhere Gewalt“) ist ein sehr smartes Beziehungsdrama, „The Square“ ist nun eine Gesellschafts- aber auch Kunstsatire – ich bin gespannt auf Ruben Östlunds nächsten Film.

„The Square“ wurde von Schweden offiziell für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars eingereicht.

„The Square“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. In den U.S.A. startet der Film am 27.10.17 in einigen Kinos. Ab dem 19.10.17 ist der Film bereits in den deutschen Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Gezeigt wurde der Film in der schwedischen Originalfassung mit englischen Untertiteln. (Einige Szenen sind in English).

Trailer zu sehen:

NYC – Film: „Last Flag Flying“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Last Flag Flying“ 124 min drama, comedy, adaptation, sequel
dir. Richard Linklater cast: Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne, Cicely Tyson, J. Quinton Johnson, Deanna Reed-Foster

 

Dezember 2003. Larry (Steve Carell) hat vor zwei Tagen erfahren, dass sein 21-jähriger Sohn bei seinem Einsatz im Irak-Krieg gefallen ist. Er selbst ist Kriegsveteran, hat in Vietnam gedient. Nach über dreißig Jahren sucht er den Kontakt zu seinen damaligen Kameraden Sal (Bryan Cranston) und Mueller (Laurence Fishburne). Sein Sohn soll überführt werden und er bittet die beiden, ihn dabei zu begleiten, wenn er seinen toten Sohn in Empfang nimmt.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Last Flag Flying“ basiert auf Darryl Poniscans gleichnamigen Roman. Es ist eine Art Fortsetzung zu Hal Ashbys Film „The Last Detail“ aus dem Jahr 1973, die Namen von Jack Nicholsons, Otis Youngs und Randy Quaids Charakteren wurden jedoch geändert. „Last Flag Flying“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Richard Linklater („Before“-Trilogie,Boyhood, Everybody Wants Some!!).

„Last Flag Flying“ ist eine Tragikomödie, genauer gesagt ist es ein Road-Movie. Ich mag Road-Movies, diese Filme sind quasi Selbstläufer, wenn man einfach talentierte Schauspieler besetzt, sie als unterschiedliche Persönlichkeiten aus einem guten Grund zusammenbringt und sie mit ihrer Umwelt/ bzw. mit anderen Menschen konfrontiert. Hier weiß der Regisseur Richard Linklater, das Potenzial zu nutzen. Aus einem traurigen Anlass kommen hier drei Vietnam-Veteranen zusammen, die sich seit über dreißig Jahren nicht mehr gesehen haben. Mueller ist mittlerweile Priester, Barbesitzer Sal könnte von Gott nicht weiter entfernt sein, das garantiert schon für einige Lacher. Etwas Probleme hatte ich hier anfangs mit Steve Carell, er hat mich einfach zu sehr abgelenkt. Klar, es ist auch sein Charakter, (er spielt den in sich gekehrten, trauernden Vater und Witwer), der ihn in diesem Trio zum Außenseiter macht. Vielleicht drängen sich aber auch Sal and Mueller (Bryan Cranston und Laurence Fishburne) mit ihren brillanten Dialogen und ihren exzellenten Performances zu sehr in den Vordergrund und haben meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Im Verlauf des Films habe ich Steve Carell nicht mehr so sehr als Störfaktor gesehen, vielleicht weil er besser wird oder ich mich an ihn gewöhnt habe.

„Last Flag Flying“ hat mir gut gefallen, vielleicht hätte er mir aber noch besser gefallen, wenn er nicht ganz so lang gewesen wäre. Für mich ist der Film die Bryan-Cranston-Show. Er gibt definitiv eine Oscar-Performance. Nicht ganz nachvollziehen kann ich, dass seine Rolle als Nebenrolle gilt. Für die Oscar-Kampagne wurde Steve Carell zunächst als Bester Hauptdarsteller geführt und Bryan Cranston und Laurence Fishburne als Beste Nebendarsteller. Mittlerweile gibt es aber scheinbar Überlegungen, dies zu ändern. In meinen Augen spielen entweder alle drei Nebenrollen oder Bryan Cranston („Malcolm in the Middle“, Breaking Bad, Trumbo) die Hauptrolle.

„Last Flag Flying“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne), Beste Nebendarstellerin Cicely Tyson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Last Flag Flying“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startet am 3.11.17 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival gesehen. Es war der Eröffnungsfilm des NYFF55. Ich war, wie üblich, nicht in der Premieren-Vorstellung, sondern in dem 15 Minuten späteren Screening, Richard Linklater hat aber dennoch seinen Film persönlich angekündigt. Für mich ist es nach Gone Girl, The Walk und 13th bereits der vierte Eröffnungsfilm, den ich auf einem New York Film Festival sehen konnte. Bisher ist für „Last Flag Flying“ noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Eröffnungsfilm des New York Film Festivals 2017 „Last Flag Flying“

 

Regisseur Richard Linklater kündigt seinen Film „Last Flag Flying“ auf dem NYFF55 an.

 

Vor der Alice Tully Hall bei der Eröffnung des New York Film Festivals 2017

 

NYFF55-Plakat

NYC – Film: „Battle of the Sexes“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Battle of the Sexes“ (dt. Filmtitel: „Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“, dt. Kinostart: 23.11.17) 121 min drama, comedy, biopic
dir. Valerie Faris, Jonathan Dayton cast: Emma Stone, Steve Carell, Elisabeth Shue, Andrea Riseborough, Sarah Silverman, Bill Pullman, Alan Cumming

 

Im Jahr 1972 ist Billie Jean King (Emma Stone) die erfolgreichste Tennisspielerin in den U.S.A. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen im Tennis mit ähnlich hohen Preisgeldern honoriert werden wie die männlichen Spieler. Der 55-jährige Bobby Riggs (Steve Carell) war früher einer der Besten im Tennis, heutzutage verbringt er seine Zeit mit mehr oder weniger spektakulären Schaukämpfen. Der chauvinistische Bobby will beweisen, dass Frauen keine ernstzunehmenden Gegner sind und fordert die 29-jährige Billie Jean zu einem Tennismatch heraus….

 

B (Wertung von A bis F) „Battle of the Sexes“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist der dritte Kinofilm, bei dem das Ehepaar Valerie Faris und Jonathan Dayton („Little Miss Sunshine“, Ruby Sparks) Regie führt.

Man hätte die eine oder andere Szene weglassen oder wenigstens kürzen sollen, sonst ist es aber ein durchaus gelungener Sportfilm kombiniert mit Billie Jean Kings Liebes- und Lebensgeschichte. Alles um den Battle of the Sexes und der Schaukampf selbst ist spannungsreich inszeniert. Der Film spielt in den 1970er Jahren und wenn man jetzt das Leben in der damaligen Zeit betrachtet, hat man das Gefühl als war das eine völlig andere Welt. Billie Jean King hat sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Sport eingesetzt und war die erste Profisportlerin, die sich als lesbisch geoutet hat (auch wenn es nicht ganz freiwillig geschah). Dahingehend mochte ich vor allen die Schlussszene (mit Emma Stones und Alan Cummings Charakteren).

Emma Stone hat in diesem Jahr ihren ersten Oscar für La La Land gewonnen, wäre ihr diese Ehre nicht zuteil geworden, würde sie den Oscar sicherlich für diese Performance gewinnen. Ebenso preiswürdig fand ich die Performances von Sarah Silverman und Bill Pullman.

„Battle of the Sexes“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Battle of the Sexes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 21 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in den U.S.A. In Deutschland ist der Film voraussichtlich ab dem 23.11.17 im Kino zu sehen. In Manhattan wurden scheinbar schon wieder die Kinopreise erhöht. Im Regal am Union Square hat mich die Kinokarte für diesen Film 17,20 Dollar gekostet.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt 3„
Bewertung des Trailers: C-.
Kommentar: davon gibt es schon drei Filme?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Die ersten Kritiken sind eingegangen, aktuell steht er bei 98% RT, BR2049 scheint bei den nächsten Oscars also eine Rolle zu spielen, zumindest in den technischen Kategorien
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Spionagethriller nach wahren Begebenheiten. Liam Neesons Perücke ist seltsam und lenkt mich zu sehr ab
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Battle of the Sexes“

TV – Serie: „Top of the Lake: China Girl“

Ich habe mir folgenden BBC-Two-Mehrteiler angeschaut:

 

„Top of the Lake: China Girl“ 6 x 55 min drama, sequel
dir. Jane Campion, Garth Davis, Ariel Kleiman cast: Elisabeth Moss, Gwendoline Christie, Alice Englert, Nicole Kidman, David Dencik, Ewen Leslie, David Wenham

 

Vor fünf Jahren hat Detective Robin Griffin (Elisabeth Moss) an einem Kriminalfall in ihrer Heimatstadt Laketop gearbeitet. Seinerzeit war eine schwangere 12-Jährige verschwunden. Für Robin ist der Fall jedoch leider immer noch nicht hundertprozentig abgeschlossen, aber zunächst ermittelt sie an einem neuen Fall. Die Leiche einer asiatischen Frau wurde an einen Strand gespült. Der neue Fall lenkt Robin auch von ihren privaten Problemen ab. Erst vor vier Wochen hat sie sich von ihrem Verlobten getrennt und vor einigen Jahren hat sie einen Brief von ihrer leibliche Tochter erhalten. Auch wenn sie seinerzeit nicht geantwortet hat, beschäftigt sie das Thema sehr, vor allen Dingen seitdem sie zurück in Sydney ist. Irgendwann entschließt sich Robin, die Adoptiveltern (Nicole Kidman und Ewen Leslie) ihrer, mittlerweile 17-jährigen Tochter Mary (Alice Englert) zu kontaktieren…

 

B (Wertung von A bis F) Der sechsteilige Mehrteiler „Top of the Lake: China Girl“ ist eine Fortsetzung zu Jane Campions Mehrteiler Top of the Lake aus dem Jahr 2013.

Auch wenn ich die eigentliche Kriminalstory in „China Girl“ nicht sonderlich spannend und durchdacht fand, mochte ich die Fortsetzung von „Top of the Lake“ vor allen Dingen als Charakter- und Beziehungsdrama. Robin Griffin ist ein bodenständiger und sympathischer Charakter, dem man gerne folgt. In den neuen Folgen muss sie sich immer noch mit ihrem zurückliegenden Fall auseinandersetzen. Sie ist aber sonst wieder zurück in Sydney, ermittelt in einem neuen Fall und bekommt eine Kollegin zugewiesen, die so gar nicht zu ihr passen will. Die Sache mit ihrer mittlerweile 17-jährigen Tochter bereitet ihr auch Kopfzerbrechen. Sie hat das Mädchen damals direkt nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben. Vor vier Jahren hatte ihr ihre Tochter einen Brief geschrieben, wollte ihre leibliche Mutter kennenlernen. Robin war seinerzeit mit der Situation überfordert. Jetzt würde sie jedoch gerne wissen, was aus ihrem Kind geworden ist…

Das alles dominierende Thema in „China Girl“ ist Mutterschaft mit allen Facetten, die man sich vorstellen kann.

Ich konnte in Elisabeth Moss´Performances noch nie so etwas wie ein Makel entdecken. Egal in welchen Charakter sie schlüpft, man hat nie den Eindruck, sie würde eine Figur nur spielen. Ein paar Tage bevor ich „China Girl“ angefangen habe, habe ich noch fürchterlich mit ihr als versklavte Offred in einem totalitären Regime (The Handmaid´s Tale) mitgelitten und jetzt bin ich ganz bei ihr, wenn sie als furchtlose australische Polizistin Robin Griffin ihren Alltag bestreitet.

Zugegebenermassen ist aber auch Nicole Kidman exzellent. Um so älter sie wird, um so besser entwickelt sie sich als Schauspielerin. Vor einigen Tagen wurde sie für Big Little Lies mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet, wenn ihre Performance in „Top of the Lake: China Girl“ zur Debatte gestanden hätte, hätte die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) es sicherlich nicht einfach gehabt, sich hier für eine ihrer beste Performance zu entscheiden.

Meine Lieblingsfolge in „China Girl“ : Episode 3 (Surrogate)

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Detective Robin Griffin arbeitet als Polizistin in Sydney. Sie hat einige private Probleme, ihr letzter Fall, bei dem sie in ihrer Heimatstadt Laketop ermittelte, hat ihr auch ordentlich zugesetzt. Jetzt arbeitet Robin an einem neuen Fall. Außerdem möchte sie ihre, mittlerweile 17-jährige Tochter Mary (gespielt von Alice Englert) kennenlernen. Gespielt wird Robin Griffin von der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake). Sie hat acht Emmy-Nominierungen und kürzlich wurde diese wandelbare Schauspielerin mit ihrem ersten Emmy Award für ihre Performance in The Handmaid´s Tale ausgezeichnet.

Mary ist Robins leibliche Tochter. Sie ist mittlerweile siebzehn Jahre alt, in einem Monat wird sie volljährig. Mary ist das erste Mal richtig verliebt und zwar in den wesentlich älteren, deutschstämmigen Bordell-Besitzer Puss (gespielt von David Dencik). Ihre Adoptiveltern (gespielt von Nicole Kidman und Ewen Leslie) wissen nicht, womit Marys Freund sein Geld verdient. Gespielt wird Mary von der australischen Schauspielerin Alice Englert. Sie hat bereits in einigen internationalen Produktionen mitgespielt, u.a. in „Ginger & Rosa“, In Fear, „Beautiful Creatures“. Alice Englert ist die Tochter der neuseeländischen Filmemacherin Jane Campion („The Piano“). Jane Campion ist die Serienschöpferin der ersten und auch der zweiten Staffel von „Top of the Lake“, außerdem hat sie bei insgesamt acht Episoden auch Regie geführt.

Miranda Hilmarson arbeitet als Polizistin bei der Polizei in Sydney. Miranda ist Robins neue Partnerin. Gespielt wird Miranda von der englischen Schauspielerin Gwendoline Christie. Wahrscheinlich muss man sich an die Optik der Schauspielerin erst einmal gewöhnen. Ganz zum Schluss des Mehrteilers mochte ich sie auch. Gwendoline Christie spielt in der HBO-Serie „Game of Thrones“ mit und hat auch bereits in einigen internationalen Kinoproduktionen (The Hunger Games: Mockingjay – Part 2, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Julie Edwards ist die Adoptivmutter von Mary (gespielt von Alice Englert). Da sich Julie in eine Frau verliebt hat, hat sie sich von ihrem Ehemann (gespielt von Ewen Leslie) getrennt. Mit ihrer Tochter Mary versteht sich Julie gar nicht. Julie wird von der australischen Schauspielerin Nicole Kidman gespielt. Mir ist sie das erste Mal in „Dead Calm“ aufgefallen. Sie hat in zahlreichen Filmen („Moulin Rouge!“, „The Others“, „Dogville“, „The Stepford Wives“, Stoker) mitgespielt. Für ihre Performance in „The Hours“ hat sie einen Oscar gewonnen, sie hat drei weitere Oscar-Nominierungen für „Moulin Rouge!“, Rabbit Hole und Lion erhalten. Außerdem wurde sie für ihre Performance in „Hemmingway & Gellhorn“ und Big Little Lies für den Emmy nominiert. Kürzlich wurde sie für ihre Performance in „Big Little Lies“ mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet.

Pyke Edwards ist der Adoptivvater von Mary (gespielt von Alice Englert). Pyke wird von dem australischen Schauspieler Ewen Leslie gespielt. In dem Film The Railway Man hat er bereits neben Nicole Kidman gespielt. Sonst hat er in einigen australischen Theater-, Film- und TV-Produktionen mitgewirkt.

Alexander „Puss“ Braun ist der 42-jährige, deutschstämmige Freund von Mary. Er ist Bordell-Besitzer, was Marys Eltern natürlich nicht wissen. Puss wird von dem schwedisch-dänischen Schauspieler David Dencik gespielt. Er hat in einigen internationalen Kinoproduktionen (u.a. Tinker Tailor Soldier Spy, The Girl with the Dragon Tattoo mitgespielt

„Top of the Lake: China Girl“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt und wurde v. 27.07.17 bis zum 31.08.17 auf BBC Two mit sechs Episoden ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig im September 2017 auf Sundance TV gezeigt. Für Deutschland ist bislang noch kein Ausstrahlungstermin bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Oscar-Nominierungen 2018, meine erste Prognose

Es ist mal wieder Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten:

Die 90th Academy Awards finden am 04.03.2018 statt. Die Oscar-Nominierungen werden am 23.01.18 bekannt gegeben. Bereits am 16.05.17 wurde bekanntgegeben, dass Jimmy Kimmel das zweite Jahr in Folge die Oscars moderieren wird. Es ist das erste Mal seit dem Jahr 1998, dass einem Oscar-Gastgeber (seinerzeit Billy Crystal) die Ehre zuteil wird, zwei Mal hintereinander die Show zu moderieren. Michael De Luca und Jennifer Todd werden erneut die Oscar-Show produzieren.

Nachdem die AMPAS-Präsidentin Cheryl Boone Isaac ihre vierte Amtszeit regulär beendet hat, musste nun ein neuer Präsident gewählt werden. Lange war die, zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspielerin Laura Dern („Wild at Heart“, Wild, Certain Women, Big Little Lies) unter den Favoriten, die vielbeschäftigte Schauspielerin hat aber ihre Nominierung zurückgezogen. Der neue AMPAS-Präsident ist der 74-jährige Kameramann John Bailey („Ordinary People“, The Big Chill, „“Groundhog Day“, „As Good as It Gets“, The Way, Way Back).

Im Jahr 2017 hat AMPAS 774 neue Künstler eingeladen, als Mitglied der elitären Oscar-Academy beizutreten. Das ist erneut ein Rekord (im Vergleich, im Jahr 2016 waren es 683 im Jahr 2015 waren es nur 322). In den letzten zwei Jahren gab es damit mindestens 1.500 neue Mitglieder in der Oscar-Academy. Für die, die sich mit den Oscars beschäftigen, wird es daher immer schwerer vorherzusagen, wie DIE ACADEMY tickt bzw. entscheidet. Eine Einladung im Jahr 2017 bekamen beispielsweise die Schauspieler Riz Ahmed, Kristen Stewart, Dwayne „The Rock“ Johnson, Joel Edgerton, Betty White, Jon Hamm, Charlotte Gainsbourg, Adam Driver, Elle Fanning, Chris Hemsworth, Gal Gadot, Sienna Miller, Domhnall Gleeson, Margot Robbie, Rinko Kikuchi, Armie Hammer, Rami Malek, Elizabeth Olsen, Sarah Paulson, Mary Elizabeth Winstead und der deutsche Schauspieler Daniel Brühl. Von den Regisseuren beispielsweise Barry Jenkins, Jordan Peele, David Ayer, Takashi Miike, Guy Ritchie, Tom Ford und der deutsche Filmemacher Fatih Akin. Der Schauspieler Viggo Mortensen wurde dieses Jahr erneut eingeladen, es ist bereits bekannt, dass er die Einladung dieses Mal angenommen hat. Im Jahr 2007 wurde er bereits eingeladen, Mitglied der Oscar-Academy zu werden – seinerzeit hat er die Einladung allerdings ausgeschlagen.

Der ersten Screener, der in diesem Jahr offiziell an die Academy-Mitglieder rausgeschickt wurde, war der von: „Logan“.

Für Deutschland geht Fath Akins Film „In the Fade“ („Aus dem Nichts“) ins Rennen um eine Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film.

 

Jetzt mache ich mir Gedanken, welche Filme im Januar 2018 für den Oscar nominiert werden könnten, bzw. welcher Film im März nächsten Jahres mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet werden könnte.

 

Oscar-Nominierungen Bester Film im Jahr 2018

Heute ist der 25.09.17, die für die Oscars wichtigen Filmfestivals (Venedig, Telluride und Toronto) sind vorbei, das New York Film Festival beginnt am nächsten Donnerstag (28.09.17). Wie wichtig die Filmfestivals für die Oscar-Saison sind, zeigt die Tatsache, dass der letzte Film der den Best-Picture-Oscar gewann und nicht auf eines der wichtigen Filmfestivals lief, „The Departed“ war. Das war vor zehn Jahren und – wie jeder weiß – ging es damals hauptsächlich darum, dass Martin Scorsese endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird.

In meine Oscar-Prognose möchte ich zunächst die Filme aufnehmen, die ich bereits gesehen habe. Bei diesen fünf Filmen, kann ich mir vorstellen, dass für den Oscar als Bester Film nominiert werden könnten/ bzw. bei drei Filmen halte ich es sogar für nicht unrealistisch, dass sie den Oscar als Bester Film gewinnen könnten. „Dunkirk“ (übrigens mit einem ähnlichen Hintergrund wie Scorseses Film – viele sehen als unfair an, dass Christopher Nolan noch nie als Regisseur für den Oscar nominiert wurde. Im Moment kann ich mir sogar vorstellen, dass Nolan den Oscar gewinnt) Weitere Filme sind: „The Big Sick“, „Wind River“ und „Get Out“ . Diese drei Filme liefen auf dem Sundance Filmfestival. „Get Out“ ist ein Kritikerliebling und mit seiner gesellschaftlichen Relevanz plus einem immensen Einspielergebnis (an der amerikanischen Kinokasse), hat er sich als Außenseiter bei den Oscars etabliert. Aber: Der letzte und zugleich einzige Thriller/Horrorfilm, der jemals den Besten-Film-Oscar gewonnen hat, war „The Silence of the Lambs“. Dieser Film war zugleich der letzte Film, der die Big Five (Picture, Director, Actor, Actress und Screenplay) abgeräumt hat. Es gab in neunzig Jahre Oscar-Geschichte nur drei Filme („It Happened One Night“ und „One Flew Over the Cuckoo´s Nest“ und „The Silence of the Lambs“), die die Big Five gewonnen haben.

Einen weiteren Film, den ich bereits auf der Berlinale 2017 gesehen habe und dem ich gute Oscar-Chancen zurechne, ist „Call Me By Your Name“ (auch weil er in Sundance und Toronto lief).

Also: Best-Picture-Kandidaten, die ich bereits gesehen habe, sind:

Dunkirk
The Big Sick
Wind River
Get Out
Call Me By Your Name

Dann komme ich zu den Filmfestivals, zunächst das Cannes Film Festival. Dort haben auffällig viel Zuspruch erfahren: „The Florida Project“, „Wonderstruck“, der Goldene-Palme-Gewinner „The Square“ (wurde von Schweden als bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht) und „Happy End“ (wurde von Österreich als bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht.)

Auf den wichtigen Herbst-Filmfestivals (Venedig, Telluride, Toronto) habe ich auffällig viel positive Resonanz beobachtet für: „Darkest Hour“, „The Shape of Water“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Downsizing“, „Battle of the Sexes“, „Mudbound“ (lief aber erstmalig in Sundance), „Lady Bird“, „Molly´s Game“ und „Hostiles“ (hat derzeit noch keinen amerikanischen Verleih)

Also – Best-Picture-Kandidaten sind:

Dunkirk
The Big Sick
Wind River
Get Out
Call Me By Your Name
The Florida Project
Wonderstruck
The Square (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film)
Happy End (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film)
Darkest Hour
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Downsizing
Battle of the Sexes
Mudbound
Lady Bird
Molly´s Game
Hostiles (wenn er einen amerikanischen Verleih findet und dieses Jahr in den U.S.A. ins Kino kommt)

 

Wenn ich meine ersste Oscar-Prognose aufstelle, gucke ich bereits in der ersten Hälfte des Jahres zuerst nach den December-Releases (welche Filme einen amerikanischen Kinostart im Dezember haben) an. Das zeigt bei den sogenannten Prestige-Filmen, wie sehr das Studio/der Verleih die Oscar-Chancen ihres jeweiligen Films einschätzt. Mögliche Oscar-Kandidaten, die Im Dezember 2017 starten, sind: Woody Allens „Wonder Wheel (01.12.), James Francos „The Disaster Artist“ (08.12.), Ridley Scotts „All the Money in the World“ (08.12.), Guillermo del Toros „The Shape of Water“ (08.12.), Rian Johnsons „Star Wars: The Last Jedi (15.12.), Alexander Paynes „Downsizing“ (22.12.), Michael Hanekes „Happy End“ (22.12.), Alfonso Gomez-Rejons „The Current War“ (22.12.), Steven Spielbergs „The Post“ (22.12.), PTAs „Phantom Thread“ (oder wie auch immer er am Ende heißen wird, 25.12.), Michael Graceys „The Greatest Showman“ (25.12.) und Clint Eastwoods „The 15:17 to Paris (Dezember). Wenn man sich aber die Gewinner-Filme der letzten Jahre anschaut, war kein einziger Film dabei, der tatsächlich erst im Dezember in den U.S.A. gestartet ist. Moonlight (21.10.), Spotlight (06.11.), Birdman (17.10), 12 Years a Slave (08.11.), Argo (12.10.) The King´s Speech (26.11.), The Hurt Locker (26.06.), Slumdog Millionaire (12.11.), No Country for Old Men (09.11.), „The Departed“ (06.10.), Crash (06.05.). Der letzte Oscar-Gewinner-Film mit einem amerikanischen Kinostart im Dezember, war „Million Dollar Baby“ im Jahr 2004.

Von den December-Releases 2017 wurden einige Filme bereits auf den Herbst-Festivals gezeigt, James Francos „The Disaster Artist“ lief bei South by Southwest und hat sehr gute Kritiken bekommen, „The Current War“ lief in Toronto (hat aber nicht so dolle Kritiken bekommen). Neu für meine Liste also nur: „The Disaster Artist“

Die großen Unbekannten bisher sind: Steven Spielbergs „The Post“, Paul Thomas Andersons „Untitled Paul Thomas Anderson Film (Phantom Thread)“, Ridley Scotts „All the Money in the World“(der das AFI Fest im November beendet), aber auch Richard Linklaters „Last Flag Flying“ (eröffnet am Donnerstag das New York Film Festival), Michael Graceys „The Greatest Showman“ (noch so ein Musical und dann noch mit Jackman, ich weiß nicht), Rian Johnsons „Star Wars“-Film (man weiß ja nie) und Woody Allens neuer Film „Wonder Wheel“ (wird auch erstmalig auf dem NYFF gezeigt). Dieses Jahr gibt es irritierenderweise auffällig viele „Wonder“-Filme, die für die Oscars relevant sein könnte: Woody Allens „Wonder Wheel“, „Wonder Woman“(der an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichste Sommerfilm 2017), Todd Haynes´“Wonderstruck“ und dann noch der Film „Wonder“ (der hoffentlich bei den Oscars keine eine Rolle spielen wird, der Trailer war schlimm).

Also – Best-Picture-Kandidaten sind:

Get Out
The Big Sick
Dunkirk
Wind River
Call Me By Your Name
The Florida Project
Wonderstruck
The Square (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film)
Happy End (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film)
Darkest Hour
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Downsizing
Battle of the Sexes
Mudbound
Lady Bird
Molly´s Game
(Hostiles) – hat derzeit noch keinen amerikanischen Verleih
The Disaster Artist
The Post (derzeit noch nicht gezeigt, der Film ist noch in Post-production)
Phantom Thread (derzeit noch nicht gezeigt, es ist auch nicht mal sicher, dass er fertig wird)
All the Money in the World (derzeit noch nicht gezeigt, Abschlussfilm auf dem AFI Fest)
Last Flag Flying (Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
The Greatest Showman (derzeit noch nicht gezeigt)
Wonder Wheel (derzeit noch nicht gezeigt, Abschlussfilm auf dem NYFF)

So, was habe ich vergessen? „Logan“ und „Wonder Woman“, ja, nee – kann ich mir nicht vorstellen. Dann doch eher „War for the Planet of the Apes“ (okay habe ich reingenommen) Was ist mit Denis Villeneuves Film „Blade Runner 2049“ ? Hat er vielleicht ähnliche Oscar-Chancen wie George Millers „Mad Max: Fury Road“? Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung meiner September-Prognose stand der Film noch unter Embargo. (sicherheitshalber nehme ich „Blade Runner 2049″ mit rein). Dann wären da noch der Stephen Frears Film „Victoria & Abdul“ und Darren Aronofskys „mother!“ – vielleicht für andere Kategorien, ich sehe ja aber nicht zwingend eine Nominierung für Best Picture., „Stronger“ ist auch möglich, sehe ich aber auch eher in anderen Kategorien. Manchmal tauchen aber auch Filme quasi aus dem Nichts auf, vor zwei Jahren war „The Big Short“ so ein Fall. Im September 2015 hatte den noch keiner auf dem Schirm, dann wurde er auf dem AFI Fest gezeigt und hätte beinahe den Oscar als Bester Film gewonnen. So etwas ist selten, kann aber passieren.

Zwei Schauspieler könnten dieses Jahr ihren vierten Oscar gewinnen (Daniel Day-Lewis und Meryl Streep). Die Performance der beiden Ausnahmeschauspieler ist derzeit zwar noch nicht bekannt, aber beide spielen bei den Oscars bekanntermassen gerne mal eine Rolle. Gary Oldman sitzt im Moment jedoch relativ gemütlich in seinem Favoriten-Sessel, was ich so höre, muss da erst mal eine bessere Performance am Oscar-Himmel auftauchen.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Menashe, Call Me by Your Name, Get Out, Logan, „Personal Shopper“, „Your Name“, Alien: Covenant, „Risk“, Wonder Woman, „Okja“, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Spider-Man: Homecoming, Dunkirk, Detroit, The Glass Castle, Wind River, mother!, „First They Killed My Father“.  Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: „The Lost City of Z“, „My Cousin Rachel“, „Lady Macbeth“, Battle of the Sexes, Stronger, Last Flag Flying, „Victoria & Abdul“, Brad´s Status, The Florida Project, The Square, Lucky, The Meyerowitz Stories (New and Selected), „The Beguiled“, Blade Runner 2049, The Mountain Between Us, Breathe, The Killing of a Sacred Deer, Suburbicon, Only the Brave, Thank You for Your Service, „Thor: Ragnarok“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Lady Bird“, „Mudbound“, „Roman J. Israel Esq.“, „Coco“, „Novitiate“

 

 

Meine September-Prognose vom letzten Jahr:

Jedes Jahr lege ich mich bereits im September mit meiner ersten Oscar-Prognose auf einen Film fest, bei dem ich denke, er könnte den Oscar gewinnen. Im letzten Jahr zu dieser Zeit hatte ich La La Land auf Platz 1, den tatsächlich Oscar-Gewinner-Film Moonlight hatte ich nur auf Platz 5. Bei Beste Regie (Damien Chazelle), Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali) und auch bei Viola Davis lag ich mit einem Oscar-Gewinn dafür richtig. Seinerzeit war jedoch noch nicht klar, dass Viola Davis sich in der Kategorie Beste Nebendarstellerin aufstellen lässt. Entsprechend habe ich Emma Stone auch nicht als Oscar-Gewinnerin gesehen. Wenn ich mir heute meine September-Prognose vom letzten Jahr angucke, übt das in jedem Fall einen gewissen Druck aus, weil ich dieses Jahr ziemlich schwimme. Das einzige, wovon ich derzeit ausgehe, ist, dass Gary Oldman den Oscar gewinnt.

Oscar-Gewinnerfilm 2018:

In vielen Jahren zuvor gab es im September immer ein oder zwei Filme, die man als Favoriten-Filme bereits ausmachen konnte. Was den Gewinner der Kategorie Bester Film angeht, gibt es dieses Jahr bisher keinen Favoriten. Ich habe jetzt recherchiert und mir zunächst die derzeitigen Bewertungen bei Rotten Tomatoes angeschaut (und hinter jedem Film notiert). Ich kann mir nicht vorstellen, dass „Dunkirk“ Bester Film gewinnt (wohl aber dass Nolan gewinnt), „Darkest Hour“ hätte ich mir vorstellen können, bis ich die Bewertung bei RT (83%) gesehen habe. Was bleibt? Ich gebe zu, dass ich zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ neige (weil ich den Trailer liebe, ungesehen glaube, mit diesem Film einen Kandidaten für meine Top Ten-Liste gefunden zu haben und er den Publikumspreis in Toronto gewonnen hat). Es ist aber nunmal eine schwarze Komödie. Wann hat das letzte Mal eine schwarze Komödie den Oscar als Bester Film gewonnen? Hierzu habe mir mal wieder alle BP-Gewinner angeschaut, Birdman  kann man als schwarze Komödie bezeichnen. Okay, jetzt habe ich zwei Gründe, an „Three Billboards“ festzuhalten. Welche Filme sind noch in der näheren Auswahl? Definitiv „Call Me By Your Name“. Ich habe den Film im Februar gesehen und habe immer noch ein wohliges Gefühl, wenn ich an den Film denke. Der Film ist wie der schönste Sommer im Leben oder einfach wie das Verliebtsein. Kein schlechter Kandidat für einen BP-Gewinner. Anfangs dachte ich, dass AMPAS nicht 2x hintereinander einen Gay-Film auszeichnen wird, aber ich glaube, dass auch sehr viele Heteros mit „Call Me“ etwas anzufangen wissen. Guillermo del Toros „Shape of Water“ ist sicher ein Film, der nominiert wird. Kann er auch gewinnen, ein Fantasy-Film? Mit Emotionen würde es funktionieren und die soll es durchaus bei dem Film geben. Zu „Get Out“ habe ich mich weiter oben bereits geäußert, die meisten Oscar-Experten glauben nicht mal, dass der Film nominiert wird. Derzeit steht mit 100% RT Greta Gerwigs Regiedebüt „Lady Bird“ von der Bewertung ganz oben. Eine Nominierung wäre eigentlich schon eine Sensation, könnte der Film auch gewinnen? „Mudbound“ ist ein Netflix-Film. Netflix gewinnt keine Oscars (sie können nicht mal groß Emmys gewinnen, wie sollen sie auf einmal das Oscar-Geschäft verstehen?). Okay, ich nehme „Mudbound“ wieder aus der Top Ten raus, bzw. tausche ihn mit meinem ursprünglichen Platz 11, PTAs „Phantom Thread“. Richard Linklaters „Last Flag Flying“(auch wenn ihn derzeit noch keiner gesehen hat) sehe ich derzeit auch als einen Kandidat für eine Oscar-Nominierung. Steven Spielbergs Filme sind bei den Oscars nie zu unterschätzen und daher sehe ich sein Journalismus-Drama „The Post“ (auch wenn ihn derzeit noch keiner gesehen hat) als potenziellen Oscar-Gewinner. Spielberg, Hanks, Streep, das Thema könnte nicht zeitgemäßer sein- eigentlich ein Oscar-Bilderbuch-Film. Da ich ziemlich im Dunkeln tappe, bleibe ich aber bei „Three Billboards“

 

Jetzt bringe ich meine o.g. Liste in die richtige Reihenfolge (zuletzt hinzugefügt habe ich noch „War for the Planet of the Apes“ und „Blade Runner 2049“)

Meine derzeitige Prognose (Stand 25.09.17) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe. Mein derzeitiger Oscar-Gewinner ist jeweils der erste Kandidat:

 

 

Best Picture

  1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – Fox Searchlight – 97% RT
  2. The Post – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
  3. Call Me By Your Name – Sony Pictures Classics 98% RT
  4. The Shape of Water – Fox Searchlight – 96% RT
  5. Dunkirk – Warner Bros. – 93% RT
  6. Darkest Hour – Focus Features – 83% RT
  7. Get Out – Universal – 99% RT
  8. Lady Bird – A24 – 100% RT
  9. Last Flag Flying – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt, Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
  10. Phantom Thread – Focus Features (derzeit noch nicht gezeigt, wird er rechtzeitig fertig?)
    —————————————————————————————————————————

All the Money in the World – TriStar Pictures (derzeit noch nicht gezeigt)

Mudbound – Netflix – 97% RT
The Florida Project – A24 – 97% RT
Battle of the Sexes – Fox Searchlight – 86% RT
Blade Runner 2049 – Warner Bros (derzeit noch nicht gezeigt)
The Greatest Showman 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
Wonder Wheel – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt)
The Big Sick – Amazon Studios – 98% RT
Wind River – The Weinstein Company – 86% RT
Molly´s Game – STX Entertainment – 93% RT
The Disaster Artist – A24 – 94% RT
Wonderstruck – Amazon Studios – 73% RT
War for the Planet of the Apes – 20th Century Fox – 93% RT
Downsizing – Paramount Pictures – 68% RT
(Hostiles) – hat noch keinen amerikanischen Verleiher – 70% RT
(The Square – Magnolia Pictures – wahrscheinlich kein BP) – 71% RT
(Happy End – eher kein BP) – 62% RT

 

Best Director

Christopher Nolan (Dunkirk)
Steven Spielberg (The Post)
Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)
Martin McDonagh (Three Billboards…)
———————————————————————————————————————————

Joe Wright (Darkest Hour)
Jordan Peele (Get Out)
Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
Aaron Sorkin (Molly´s Game)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Alexander Payne (Downsizing)
Patty Jenkins (Wonder Woman)
Dee Rees (Mudbound)

 

Best Actor

Gary Oldman (Darkest Hour)
Daniel Day Lewis (Phantom Thread) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Christian Bale (Hostiles — hat noch keinen amerikanischen Verleiher)
Jake Gyllenhaal (Stronger)
Timothée Chalamet (Call Me By Your Name)
———————————————————————————————————————————

Tom Hanks (The Post) – die Performance kennt derzeit noch keiner
James Franco (The Disaster Artist)
Andrew Garfield (Breathe)
Jeremy Renner (Wind River)
Steve Carell (Battle of the Sexes)
Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)
Matt Damon (Downsizing)
Hugh Jackman (The Greatest Showman) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Sam Elliott (The Hero)
Denzel Washington (Roman Israel, Esq.)
Miles Teller (Thank You for Your Service) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Domhnall Gleeson (Goodbye Christopher Robin)
Chadwick Boseman (Marshall) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Bryan Cranston (Last Flag Flying) – die Performance kennt derzeit noch keiner

 

Best Actress

Sally Hawkins (The Shape of Water)
Frances McDormand (Three Billboards…)
Saoirse Ronan (Lady Bird)
Jessica Chastain (Molly´s Game)
Meryl Streep (The Post) – die Performance kennt derzeit noch keiner
———————————————————————————————————————————

Glenn Close (The Wife)
Margot Robbie (I, Tonya)
Emma Stone (Battle of the Sexes)
Judi Dench (Victoria & Abdul)
Annette Bening (Films Stars Don´t Die in Liverpool)
Kate Winslet (Wonder Wheel) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Jennifer Lawrence (mother!)
Michelle Williams (All the Money in the World)
Carey Mulligan (Mudbound)
Claire Foy (Breathe)
Rosamund Pike (Hostiles – hat noch keinen amerikanischen Verleiher)
Diane Krüger (In the Fade)

 

Bester Nebendarsteller

Michael Stuhlbarg (Call Me By Your Name)
Willem Dafoe (The Florida Project)
Sam Rockwell (Three Billboards…)
Ben Mendelsohn (Darkest Hour)
Armie Hammer (Call Me By Your Name)
———————————————————————————————————————————

Kevin Spacey (All the Money in the World) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Richard Jenkins (The Shape of Water)
Michael Shannon (The Shape of Water oder The Current War, eigentlich egal wofür)
Woody Harrelson (Three Billboards…)
Idris Elba (Molly´s Game)
Steve Carell (Last Flag Flying) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Tracy Letts (Lady Bird)
Ray Romano (The Big Sick)
Jason Mitchell (Mudbound)
Jim Belushi (Wonder Wheel) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Mark Rylance (Dunkirk)
Sterling K. Brown (Marshall) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Patrick Stewart (Logan)

 

Beste Nebendarstellerin:

Laurie Metcalf (Lady Bird)
Melissa Leo (Novitiate)
Holly Hunter (The Big Sick)
Allison Janney (I, Tonya)
Hong Chau (Downsizing)
———————————————————————————————————————————

Tatiana Maslany (Stronger)
Kristen Scott Thomas (Darkest Hour)
Michelle Pfeiffer (mother!)
Mary J. Blige (Mudbound)
Julianne Moore (Wonderstruck)
Michelle Williams (The Greatest Showman) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Octavia Spencer (The Shape of Water)
Carrie Coon (The Post) – die Performance kennt derzeit noch keiner

 

Trailer von meinen derzeitigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn als Bester Film:

 

Berlin – Film: „mother!“

Ich war am 14.09.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„mother!“ (Kinostart war der 14.09.17) 115 min drama, horror
dir. Darren Aronofsky cast: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer, Domhnall Gleeson, Brian Gleeson, Kristen Wiig

 

Sie (Jennifer Lawrence) ist mit einem wesentlich älteren Mann, einem berühmten Dichter (Javier Bardem), verheiratet. Kürzlich sind sie in ein altes, recht entlegenes Haus gezogen. Während er versucht, seine Schreibblockade zu überwinden, renoviert sie derweil das gesamte Haus und schafft für das Paar ein schönes Heim. Eines Tages klopft ein Fremder (Ed Harris) an ihre Haustür. Sie ist überrascht, dass ihr Ehemann den Fremden hereinbittet, ihn sogar übernachten lässt – er kennt ihn doch gar nicht und am nächsten Tag steht die Frau des Fremden (Michelle Pfeiffer vor der Tür. Sie fühlt sich zunehmend unwohl in ihrem eigenen Haus…

 

A- (Wertung von A bis F) „mother!“ ist der siebente Film, bei dem der amerikanische Filmemacher Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“, The Wrestler, Black Swan) Regie führt.

„mother!“ (übrigens kein Schreibfehler, kleines „m“ und Ausrufezeichen) ist kein Film für das Mainstream-Publikum. In den U.S.A. und Kanada gibt es den sogenannten CinemaScore, anhand von Umfragen am Eröffnungstag eines Films, wird ein Durchschnittswert ermittelt, wie dieser Film bei diesem Publikum angekommen ist. Die Zuschauer können den Film zwischen A (sehr positiv) bis F (extrem negativ) bewerten. Logischerweise sagt diese Bewertung nichts über die Qualität des Films aus. Die meisten Filme erzielen irgendetwas zwischen „A“ und „B-„ , es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Film eine „C“-Bewertung bekommt. „Transformers 5“ hat beispielsweise ein „B+“ bekommen. „mother!“ hat ein „F“ erhalten. Das ist schon fast eine Ehre. Im vorliegenden Fall sagt es meines Erachtens nur etwas darüber aus, dass dieses Publikum mit den falschen Erwartungen in den Film gegangen ist. Das wiederum würde ich auf das schlechte, bzw. fehlgeleitete Marketing zurückführen. Wenn man sich die Trailer anschaut, könnte man durchaus eine Art „Rosemary´s Baby“ erwarten. Und genau das ist „mother!“ nicht. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, bis ich in dem Gezeigten einen Sinn erkennen konnte. Man weiß auch nie, was als Nächstes passiert. Keiner der Charaktere hat einen Namen. Der Film ist voller Symbole und Anspielungen. Als ich irgendwann eine Idee zu einem der Charaktere (Javier Bardems) hatte, war mir auch schnell klar, was Jennifer Lawrences symbolisiert. Wenn man das erkannt hat, kann man erahnen, was sich der Künstler (Darren Aronofsky) bei seinem außergewöhnlichen Werk gedacht hat.

Ich möchte den Film nicht spoilern. Ich glaube, dass die, die sich ernsthaft für Filme interessieren, diesen durchaus heftigen Arthouse-Film auch erleben sollten. Der Otto-Normal-Zuschauer, der am liebsten einen Film von A bis Z erklärt haben will, nicht nachdenken möchte, wird mit diesem Film so überhaupt nichts anzufangen wissen. Das erklärt auch den CinemaScore „F“.

„mother!“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bester Hauptdarsteller (Javier Bardem), Beste Nebendarstellerin (Michelle Pfeiffer), Bester Nebendarsteller (Ed Harris), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„mother!“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 15.09.17 in 2,368 Kinos landesweit gestartet. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Berlin in der OV gesehen.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Justice League„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Der 423. Superhelden-Film. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf die immer gleichen Filme noch freuen kann. Die erfolgreichsten Filme an der amerikanischen Kinokasse in diesem Sommer waren tatsächlich wieder drei Superhelden-Filme („Wonder Woman“, „Guardians of the Galaxy 2“ und „Spider-Man: Homecoming“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Snowman„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer)
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender. Irgendwie cool, Fassy rauchen zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „What Happened to Monday„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Noomi Rapace in verschiedenen Rollen. Leider sieht sie gar nicht wandelbar und sieht immer gleich aus. Der Film kommt in den U.S.A. auf Netflix raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht gucke ich mal rein

 

 

Kino in Berlin

In Deutschland gehe ich äußerst selten ins Kino. „mother!“ war, glaube ich, erst mein zweiter Film, den ich dieses Jahr regulär im deutschen Kino gesehen habe. Die Werbung (inkl.) zweier Trailer war knapp 10 Minuten lang. Als ich dachte, es geht los, ging dass Licht an und es wurde die „Eis-Pause“ ausgerufen. Ich kann nicht fassen, dass es dieses Relikt aus der Vergangenheit heutzutage immer noch gibt. Kein einziger Zuschauer in meiner Vorstellung ist aufgestanden. Also passiert drei Minuten nichts und dann wurden noch mal zwei Trailer gezeigt und der Film hat begonnen.

 

TV-Serie: „The Handmaid´s Tale, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Handmaid´s Tale, 1. Staffel“ (dt. Titel: „The Handmaid´s Tale: Der Report der Magd“, ab dem 4.10.17 bei dem Telekom-Portal Entertain TV zu sehen) 10 x approx. 50 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Reed Morano, Mike Barker, Floria Sigismondi, Kate Dennis, Kari Skogland, cast: Elisabeth Moss, Joseph Fiennes, Alexis Bledel, Max Minghella, Ann Dowd, Yvonne Strahovski, Madeline Brewer, Samira Wiley, O-T Fagbenie, Amanda Brugel, Jordana Blake

 

Amerika, in der nahen Zukunft.
June (Elisabeth Moss) befindet sich mit ihrem Mann Luke (O-T Fagbenie) und ihrer achtjährige Tochter Hannah (Jordana Blake) auf der Flucht. Irgendwann trennen sich ihre Wege, June hört Schüsse und dann wird sie gefangen. Zwei Monate später lebt June als Offred in einer ganz anderen, restriktiven Welt. Sie ist im Besitz von Commander Fred Waterford (Joseph Fiennes) und seiner Ehefrau Serena Joy (Yvonne Strahovski). Offred ist eine Handmaid, eine Magd, deren einzige Bestimmung es ist, für die Staatsfunktionäre und ihre Ehefrauen Kinder zu bekommen, Diese Ehepaare konnten selbst keine Kinder zeugen. Wie konnte es soweit kommen? Umweltverschmutzung und eine nukleare Katastrophe haben eine Epidemie ausgelöst, die bei den meisten Menschen zu einer Unfruchtbarkeit geführt hat. Die Geburtenrate ist drastisch gesunken. Religiöse Fundamentalisten, eine Gruppierung unter dem Namen Sons of Jacob hat in den ehemaligen U.S.A.. die Macht übernommen. Sie haben ein totalitäres Regime errichtet und die Stellung der Frau neu definiert. Die einst freien, jungen und fruchtbaren Frauen werden gefangen und in dem Red Center, einem Umerziehungsheim, unter der strengen Aunt Lydia (Ann Dowd) auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet…

A (Wertung von A bis F) „The Handmaid´s Tale“ basiert auf dem gleichnamigen, im Jahr 1985 veröffentlichten,  Roman der kanadischen Autorin Margaret Atwood (sie hat einen Cameo-Auftritt in der ersten Episode – sie ist eine Aunt und schlägt Offred ins Gesicht). In Deutschland erschien der dystopische Roman unter dem Titel „Der Report der Magd“. Die TV-Serie hält sich nicht strikt an die Vorlage, die Geschichte wurde aktualisiert und in die Gegenwart versetzt. Bei den ersten drei Episoden der TV-Serie hat die amerikanische Kamerafrau und Regisseurin Reed Morano (Kill Your Darlings, The Skeleton Twins, Meadowland) geführt.

„The Handmaid´s Tale“ spielt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft. Ich weiß nicht, wann mich eine TV-Serie das letzte Mal so extrem mitgenommen, ja so verstört hat.

Wie alle Serien, die mich begeistern, habe ich auch „The Handmaid´s Tale“ ein zweites Mal geschaut. Normalerweise beginne ich diese Mehrteiler, bzw. Serien unmittelbar nachdem ich alle Episoden das erste Mal gesehen habe, ein zweites Mal. Die zweite Sichtung einer exzellenten TV-Produktion empfinde ich als entspannend, die Charaktere und die Story bekannt, dann habe ich Zeit, genau auf die Details zu achten. Bei „The Handmaid´s Tale“ war nicht mal im Traum daran zu denken, dass ich sie mir nach der ersten Sichtung direkt ein zweites Mal anschaue. Undenkbar, auch wenn ich sie noch so exzellent fand. Diese Serie hat mich viel zu sehr heruntergezogen, ich war deprimiert und frustriert nach den ersten zehn Folgen. Zur Aufmunterung brauchte ich zunächst andere Mehrteiler/Serien, die mich weg aus dieser Welt führten. So habe ich Apple Tree Yard, die erste Staffel von Ozark, und die dritte Staffel von Broadchurch geguckt, dann bin erst mal in den Sommerurlaub geflogen und als ich zurückkam habe ich mich immer noch äußerst widerwillig an die Wiederholung der ersten Staffel von „The Handmaid´s Tale“ gemacht.

Diese Serie ist einfach zu realitätsnah, wie leicht kann sich eine Welt durch einen Regime-Wechsel einer kranken (und oftmals religiösen) Regierung ändern? Von Jetzt auf Gleich werden Menschen (in diesem Fall vordergründig Frauen) die Rechte genommen. Alles was man bisher als selbstverständlich erachtet hat, ist nicht mehr da. Nach einem Staatsstreich verhängt man den Ausnahmezustand, damit wird die Verfassung außer Kraft gesetzt, man ändert Gesetze, verhaftet oder exekutiert Andersdenkende oder bestimmte Minderheiten. Im Fall von „The Handmaid´s Tale“ sperrt man den Frauen die Konten, lässt sie von ihren Arbeitgebern entlassen, nimmt ihnen schließlich alle Rechte und unterteilt sie in Kasten. Entsprechend ihrer Kaste haben sie eine Aufgabe, für die jeweilige Kaste gibt es Kleidungs- und Verhaltensregeln. Die unfruchtbaren Akademikerinnen werden in die Kolonien geschickt. Die fruchtbaren jungen Frauen werden gefangen und versklavt, sie gehören ab dann ihrem jeweiligen Kommandanten. Frauen wird der Zugang zu Bildung verwehrt, allein das Lesen ist bereits verboten. Andere Medien existieren nicht. Alles natürlich im Namen Gottes. Heutzutage gibt es genug rückständige frauenverachtende Staatsmächte, vor allen Dingen, aber nicht nur in muslimischen Ländern (z.B. im Iran, Afghanistan oder Saudi Arabien). Wie schnell sich ein Land verändern kann, sah man in Ende der 1970er Jahre im Iran und sieht man heutzutage in der Türkei. Einst recht freie, westliche orientierte Länder… Man kann man aber auch den jüngsten Regierungswechsel in der westlichen Welt (U.S.A.) nehmen. Da weiß man auch noch nicht, wo dieses Land mit dem 45. (wie viele Amerikaner U.S.-Präsident Donald Trump nur noch nennen) in zwei oder drei Jahren steht.

Mich machen Kulturen oder Religionen krank, bei denen sich Jungs oder Männer für mehr wert halten als Mädchen oder Frauen. Meine feministische Seite hat eine solche Wut im Bauch, dass die Männer sich in solchen Gesellschaften weitestgehend alle Freiheiten nehmen und ihren Frauen Verhaltensvorschriften machen und ihnen beispielsweise vorschreiben, eine Art Uniform zu tragen. Die einzig wirkliche Aufgabe der Frauen ist es, Kinder zu gebären. Mich verunsichern auch die Veränderungen in Deutschland. Ich kann nur für das Berliner Straßenbild sprechen, aber ich beobachte seit einigen Jahren, dass die Zahl der verschleierten und verhüllten jungen Frauen extrem zugenommen hat. Mir bereitet das Sorgen und „The Handmaid´s Tale“ hat dieses Gefühl nur noch verstärkt. Müssen wir in unserer Welt für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen (die ich im 21. Jahrhundert als selbstverständlich erachte) eines Tages wieder kämpfen?

„The Handmaid´s Tale“ wird aus aus der Perspektive von June bzw. der Handmaid (der Magd) Offred erzählt. Wir lernen Gilead mit all seinen Grausamkeiten durch sie kennen. June führt als Erzählerin durch die Geschichte.

Elisabeth Moss ist June, die als Offred versklavt wurde. Sie ist die Seele der Serie, ohne diese talentierte Schauspielerin würde die Serie nicht so perfekt sein. Als Frau kann man sich zu jeder Zeit in ihre Lage versetzen, fühlt mit ihr, weiß was sie denkt, was sie fürchtet. Elisabeth Moss kann mit ihrer Mimik alles aussagen und hat selbstverständlich für diese nuancierte Performance eine Emmy-Nominierung erhalten. Gestern (17.09.17) Nacht wurde sie mit dem Emmy-Award für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale“ ausgezeichnet. Bravo!!! Wenn „The Handmaid´s Tale“ auf zweieinhalb Stunden gekürzt und ins Kino gebracht worden wäre, hätte sie wahrscheinlich sogar den Oscar gewonnen – so einmalig und erstklassig ist sie.

Ganz zum Schluss der ersten Staffel (und ich werde nicht spoilern durch welchen Seriencharakter) bekommt man einen guten Eindruck davon, was es bedeutet von dem Horror in seinem Heimatland flüchten zu müssen, bzw. Flüchtling zu sein.

Mit der letzten Episode sind mir natürlich die Tränen gekommen. Inhaltlich, klar war ich über die gesamte Zeit tief bewegt, aber auch die wunderschöne cineastische Inszenierung dieser grauenhaften Welt hat mir die Tränen in die Augen getrieben. „The Handmaid´s Tale“ ist visuell eine tolle Serie. Das Ende der ersten Staffel – so viel sei verraten – bleibt relativ offen. Die Produktion der zweiten Staffel beginnt im Herbst 2017.

Ein (heterosexueller) Mann wird „The Handmaid´s Tale“ nie so verstehen, sich in die Lage der Handmaids nie so hereinversetzen können wie eine Frau. Vielleicht finden viele Männer diese TV-Serie auch langweilig. Obwohl 99% bei Rotten Tomatoes lassen Anderes vermuten.

 

Begriffe, bzw. Originalbezeichnungen, die für „The Handmaid´s Tale“ wichtig sind:

Gilead ist die Republik, in der „The Handmaid´s Tale“ spielt. Früher waren es die Vereinigten Staaten von America. Die fundamentalistische Gruppierung Sons of Jacob hat die Macht übernommen. In der Diktatur regieren die Kommandanten. Ihre Gesellschaft basiert auf christlich-biblischen Grundlagen. Das wichtigste Merkmal ist, dass die Frau sich dem Mann unterordnet. Den Frauen werden alle Rechte genommen. Dadurch haben sich die Männer die Machterhaltung gesichert. Die Frauen sind in Kasten unterteilt und müssen sich entsprechend ihres Standes kleiden. Die Ehefrauen der Staatsfunktionäre (der Kommandanten) haben den höchsten sozialen Status, auch wenn sie keine Kinder bekommen konnten. Sie tragen die Farbe Blau. Die einzige Aufgabe der Handmaids (der Mägde) ist es, Kinder für die mächtigen Ehepaare zu gebären. Die Handmaids tragen bodenlange rote Gewänder und eine weiße Kopfbedeckung. Die Farbe Rot symbolisiert die Fruchtbarkeit der Frauen. Wenn Frauen (aber auch Männer) sich nicht an die Gesetze von Gilead halten, drohen ihnen drakonische Strafen.
Sons of Jacob – war ursprünglich eine fanatisch-religiöse Untergrundbewegung, die nach einem Putsch die Regierung übernommen und Gilead gegründet hat.
Red Center (auch Rachel and Leah Center) ist ein Umerziehungsheim für die Handmaids (die Mägde). Nachdem die jungen, fruchtbaren Frauen gefangen genommen wurden kommen sie zunächst in das Red Center. Hier werden sie von den Aunts (den Tanten) auf ihre künftige Funkion vorbereitet.
Colonies – In die Kolonien werden Homosexuellen, Intellektuelle, Andersdenkende, aber auch die Mägde geschickt, wenn sie keine Kinder gebären. In den entlegenen Kolonien müssen sie Gift- und Atommüll entsorgen bis sie sterben.
Jezebel ´s ist ein eleganter Sexclub in Gilead, natürlich ist der Ort geheim und daher offiziell verboten
Mayday ist die Widerstandsbewegung
Wives sind die Ehefrauen der mächtigen Staatsfunktionäre. Sie stehen in der Hierarchie ganz oben, auch wenn sie selbst keine Kinder bekommen können. Die Ehefrauen tragen die Farbe Blau.
Handmaid ist die Magd, die junge Frau, bei der angenommen wird, dass sie fruchtbar ist. Die Magd befindet sich im Besitz eines Kommandanten (und seiner Ehefrau). Einmal im Monat vergewaltigt der Kommandant die Magd, alles in einer Zeremonie und im Beisein seiner Ehefrau. Sobald die Magd dem Ehepaar ein gesundes Kind „geschenkt“ hat, das Baby abgestillt ist, wird sie an einen anderen Kommandanten (und seiner Ehefrau) weitergereicht. Mägde sind die Gebärmaschinen von Gilead. Sollte die Magd nicht schwanger werden, gilt sie irgendwann als unfruchtbar (auch wenn oftmals die Männer nicht zeugungsunfähig sind) und wird in eine der Kolonien geschickt. Die Mägde tragen die Farbe Rot, rote bodenlange Gewänder mit einer weißen Flügelhaube als Kopfbedeckung).
Marthas sind die Hausangestellten, sie sind Haushälterinnen und Köchinnen. Die Marthas tragen die Farbe Khaki.
Aunts sind ältere Frauen, die die Mägde kontrollieren und disziplinieren. Sie tragen die Farbe Braun.
Eyes – sind die Gesetzeshüter bzw. der Geheimdienst in Gilead. Die Eyes tragen vorzugsweise die Farbe Schwarz und sind in schwarzen Wagen unterwegs. Eyes können aber auch verdeckt ermitteln.
„Blessed Be the Fruit“ gilt in Gilead als Begrüßung, darauf antwortet man traditionell „May the Lord open“
„Under His Eye“ – ist zugleich eine Begrüßung- und Verabschiedungs-Floskel in Gilead

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Offred ist eine Handmaid (eine Magd), da sie sich im Besitz des Kommandanten Fred Waterston befindet, wird sie Offred („of Fred“) genannt. In ihrem früheren, bürgerlichen Leben hieß sie June, war verheiratet und hatte eine Tochter, Hannah. Gespielt wird Offred/June von der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss. Ihren internationalen Durchbruch hatte die Schauspielerin als Peggy Olsen in der Serie Mad Men,. Zuvor hat sie aber bereits in den amerikanischen Serien „Picket Fences“ und „The West Wing“ gespielt. Seit einiger Zeit zählt sie für mich schon zu den wandelbarsten, talentiertesten Schauspielern unserer Zeit. Ich habe sie in einigen Filmen (The One I Love, Queen of Earth, Truth, Chuck) gesehen. Auch in dem Mehrteiler Top of the Lake hat sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie hat eine Tony-Award-Nominierung. Für „Mad Men“ und „Top of the Lake“ war sie sieben Mal für den Fernseh-Oscar, den Emmy-Award, nominiert. Für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale war sie zum achten Mal für den Emmy nominiert. Am 17.09.17 hat sie für diese Performance ihren ersten Emmy gewonnen.

Commander Fred Waterford gehört zu der Staatsführung von Gilead. Der Kommandant ist mit Serena Joy (gespielt von Yvonne Strahovski) verheiratet. Offred (gespielt von Elisabeth Moss) ist bereits die zweite Handmaid des Ehepaares. Commander Fred Waterford wird von dem englischen Schauspieler Joseph Fiennes gespielt. Er hat in einigen internationalen Filmproduktionen (u.a. „Elizabeth“, „Shakespeare in Love“, „The Merchant of Venice“, The Escapist) gespielt und hat in den TV-Serien „Flash Forward“ und „American Horror Story: Asylum“ mitgewirkt. Er ist der Bruder des großen Schauspieltalents Ralph Fiennes („Schindler´s List“, „The English Patient“, The Grand Budapest Hotel, Hail, Caesar!)

Serena Joy bzw. Mrs. Waterford ist die Ehefrau des Commander Waterford (gespielt von Joseph Fiennes). Mrs. Waterford wird von der australischen Schauspielerin Yvonne Strahovski gespielt. Sie hatte eine größere Rolle in der siebenten und achten Staffel der Serie Dexter (leider habe ich bisher nur sechs Staffeln geguckt) und der Mini-Serie „24: Live Another Day“.

Nick ist Commander Waterfords Chauffeur. Gespielt wird Nick von dem englischen Schauspieler Max Minghella. Er hat in einigen internationalen Filmproduktionen (The Social Network, The Ides of March) mitgespielt und ist der Sohn des, vor einigen Jahren verstorbenen, Filmemachers Anthony Minghella („The English Patient“, „The Talented Mr. Ripley“).

Ofglen ist eine Handmaid und Offreds Einkaufsbegleiterin. Ofglen hieß im früheren Leben Emily. Gespielt wird Ofglen von der amerikanischen Schauspielerin Alexis Bledel. Mir war sie nicht bekannt, den meisten wird sie aber durch die amerikanische Serie „Gilmore Girls“ bekannt sein. Für ihre Gastrolle in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie mit einem Emmy-Award ausgezeichnet.

Aunt Lydia ist die Aufseherin der Handmaids (der Mägde). Gespielt wird Aunt Lydia von der amerikanischen Schauspielerin Ann Dowd. Sie hat in vielen TV-Produktionen („Judging Amy“, „Masters of Sex“, The Leftovers“, Olive Kitteridge, Good Behavior) mitgewirkt und hat auch viele Nebenrollen in amerikanischen Filmen (u.a. „Philadelphia“, „Garden State“, Marley & Me, The Informant!) gespielt. Mir ist sie das erste Mal in Compliance aufgefallen. Für ihre Performance in „The Leftovers“ und „The Handmaid´s Tale“ wurde sie dieses Jahr für den Emmy nominiert. Am 17.09.17 wurde sie als Beste Nebendarstellerin in „The Handmaid´s Tale“ mit ihrem ersten Emmy Award ausgezeichnet.

Ofwarren ist eine Handmaid, hieß früher Janine und ist eine von Offreds Freundinnen. Ofwarren wird von der amerikanischen Schauspielerin Madeline Brewer gespielt. Sie hat bereits eine größere Rolle in den TV-Serien „Orange is the New Black“ und „Hemlock Grove“.

Moira war in ihrem früheren Leben die beste Freundin von June (gespielt von Elisabeth Moss), sie ist lesbisch. Moira wird von der afroamerikanischen Schauspielerin Samara Wiley gespielt. Sie hatte eine Hauptrolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“. Kürzlich war sie auch in Kathryn Bigelows Film Detroit zu sehen. Für ihre Rolle in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie für den Emmy nominiert,

 

„The Handmaid´s Tale war im Jahr 2017 für dreizehn Fernseh-Oscars nominiert. Als beste Drama-Serie (die Königskategorie bei den Emmys) stand sie in Konkurrenz mit „The Crown“, „Stranger Things“, „This Is Us“, „Better Call Saul“, House of Cards und „Westworld“. „The Handmaid´s Tale“ hat insgesamt acht Emmy Awards abgeräumt. Darunter hat sie auch die wichtigsten Emmys gewonnen: Outstanding drama series, outstanding directing for a drama series, outstanding lead actress in a drama series (Elisabeth Moss), outstanding supporting actress in a drama series (Ann Dowd) und outstanding writing for a drama series. Dazu hat die Serie bereits im Vorfeld noch best outstanding guest actress (Alexis Bledel), outstanding production design und outstanding cinematography for a single-camera series) gewonnen.

„The Handmaid´s Tale“ ist eine Eigenproduktion der amerikanischen Streaming-Plattform HULU. Sie wurde erstmalig vom 26.04.17 – 14.06.17 auf HULU ausgestrahlt. Eine zweite Staffel (mit dreizehn Episoden) ist bereits bestätigt und wird im Jahr 2018 ausgestrahlt. Ab dem 4.10.17 soll diese Serie unter dem Titel „The Handmaid´s Tale: Der Report der Magd“ exklusiv bei dem Telekom-Portal Entertain TV zu sehen sein.

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

 

 

 

TV-Serie: „Broadchurch, 3. Staffel“

Ich habe mir die gesamte Staffel folgender BBC America-Serie angeschaut:

 

„Broadchurch, 3. Staffel“ 8 x approx. 50 min drama, thriller
dir. Paul Andrew Williams, Daniel Nettheim, Lewis Arnold cast: Olivia Colman, David Tennant, Jodie Whittaker, Andrew Buchan, Julie Hesmondhalgh, Roy Hudd, Matthew Gravelle, Carolyn Pickles, Charlotte Beaumont, Sarah Parish, Adam Wilson, Georgina Campbell, Charlie Higson, Mark Bazeley, Lenny Henry, Sebastian Armesto, Chris Mason, Jim Howick

 

Vor einigen Jahren wurde der 11-jährige Sohn von Beth und Mark Latimer (Jodie Whitaker und Andrew Buchan) ermordet. DI Alec Hardy (David Tennant) und DS Ellie Miller (Olivia Colman) hatten seinerzeit in dem beschaulichen Küstenörtchen Broadchurch ermittelt. Der Mörder wurde gefasst, angeklagt, aber letztlich freigesprochen. Nun haben die beiden Polizisten einen neuen Fall. Trish (Julie Hesmondhalgh), eine 49-jährige Frau, hat die Polizei alarmiert, sie wurde Opfer einer brutalen Vergewaltigung. Die verstörte Frau kann sich kaum noch an etwas erinnern. Der Täter ist sehr brutal, aber auch sehr professionell vorgegangen, wahrscheinlich war es nicht sein erster sexueller Übergriff. Das Ermittlungsteam geht schon bald davon aus, dass es sich um einen Serientäter handelt. Bald gibt es zahlreiche Verdächtige…

 

 

B (Wertung von A bis F) Die dritte Staffel ist die zugleich letzte Staffel der englischen Erfolgsserie „Broadchurch“. Die drei Staffeln (und 24 Episoden) verstehen sich als Trilogie. Die Ereignisse der dritten Staffel finden drei Jahre nach denen der zweiten Staffel statt.

Nach der, eher mauen zweiten Staffel nimmt die dritte wieder ganz gut Fahrt auf. Wie bereits bei der ersten Staffel geht es hier hauptsächlich um die Suche nach dem Täter. Viele Tatverdächtige lassen den Zuschauer bis zum Schluss rätseln, wer nun der gesuchte Triebtäter ist. Ich wusste es dieses Mal tatsächlich auch erst mit der finalen achten Episode.

Ich liebe dieses Ermittlungsteam DI Hardy und DS Miller (gespielt von den exzellenten Schauspielern David Tennant und Olivia Colman), spätestens mit ihrem ersten Streit im Auto wusste ich. wie sehr ich sie vermisst habe und in Zukunft vermissen werde. Die Blicke, die die beiden austauschen. wie sie mit einander umgehen, Hardys „Millah…“ – das macht alle drei Staffeln sehenswert. In der dritten Staffel sieht man neue Facetten von DI Hardy. Seine 17-jährige Tochter Daisy (gespielt von ) lebt mittlerweile bei ihm und so schlägt er sich als alleinerziehender Vater durch. DI Miller muss sich hingegen mit ihrem pubertierenden Sohn rumärgern. Ein weiterer wichtiger Teil der dritten Staffel sind erneut die Latimers. Jodie Whitaker, aber insbesondere Andrew Buchan haben mich mit ihrer Performance beeindruckt.

 

Für die dritte Staffel relevante Charaktere:

Trish Winterman ist das Vergewaltigungsopfer. Sie ist 49 Jahre alt und lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter Leah (gespielt von Hannah Millward) zusammen. Von ihrem Ehemann Ian (gespielt von Charlie Higson) lebt sie getrennt. Trish arbeitet für Ed (gespielt von Lenny Henry). Gespielt wird Trish von der englischen Schauspielerin Julie Hesmondhaigh. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der TV-Soap „Coronation Street“.

Detective Constable Katie Harford ist eine neue Polizistin auf DS Hardys und DI Millers Revier. Mit ihre altklugen Art geht sie den beiden ziemlich auf die Nerven. Gespielt wird DC Harford von der englischen Schauspielerin Georgina Campbell. Sie hat in einigen britischen TV-Projekten (u.a. „Murder by My Boyfriend“, One of Us“) und in einer Episode der TV-Serie „Black Mirror“ mitgespielt.

Ian Winterman ist der Ehemann von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh). Er hat sie vor sechs Monaten für eine andere Frau verlassen. Gespielt wird Ian von dem englischen Autor und Schauspieler Charlie Higson. Er hat bei einigen britischen TV-Projekte mitgewirkt und war Sänger der Band „The Higsons“.

Jim ist der Ehemann von Trishs bester Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Er arbeitet als Automechaniker. Gespielt wird Jim von dem englischen Schauspieler Mark Bazeley. Er hat bei vielen englischen TV-Serien mitgewirkt.

Ed Burnett ist der Manager des Flintcombe Farm Shop. Er ist der Arbeitgeber von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh) und ihrer besten Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Gespielt wird Ed von dem englischen Schauspieler Lenny Henry. Er hat in einigen TV-Projekten mitgewirkt und spielt auch Theater.

Clive Lucas arbeitet als Taxifahrer und ist verheiratet mit Lindsay (gespielt von Becky Brunning). Gespielt wird Clive von dem britischen Schauspieler Sebastian Armesto. Er hat in einigen internationalen Produktionen (u.a. „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“, „Anonymous“, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Leo Humphries ist 23 Jahre alt und arbeitet in dem Angelzubehör-Geschäft seines Vaters. Gespielt wird Leo von dem britischen Schauspieler Chris Mason. Er hat in einigen britischen TV- Produktionen und dem Spielfilm Legend mitgespielt.

Aaron Mayford ist ein verurteilter Sexualstraftäter und wurde kürzlich aus dem Gefängnis entlassen. Gespielt wird Aaron von dem britischen Schauspieler Jim Howick. Er hat in einigen britischen TV-Formaten mitgewirkt.

Die dritte und letzte Staffel von „Broadchurch“ wurde erstmalig vom 27.02.17 bis zum 17.04.17 auf dem britischen Sender ITV ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde diese Staffel vom 28.06.17 – 16.08.17 auf BBC America gezeigt. Eine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen ist bislang noch nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

TV-Serie: „Apple Tree Yard“

Ich habe mir alle Folgen des folgenden BBC-One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Apple Tree Yard“ 4 x approx. 60 min drama, thriller, adaptation
dir. Jessica Hobbs cast: Emily Watson, Ben Chaplin, Mark Bonnar, Steven Elder, Kezia Burrows, Susan Lynch

 

Die Wissenschaftlerin Dr. Yvonne Carmichael (Emily Watson) steht unter Mordanklage und blickt zurück. Was ist in den letzten neun Monaten passiert? Yvonne und Gary (Mark Bonnar) sind seit vielen Jahre verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder. Dann beginnt die Anfang Fünfzigjährige eine Affäre mit einem Fremden (Ben Chaplin). Sie weiß so gut wie gar nichts über ihn, aber es scheint sie auch nicht sonderlich zu interessieren. Dann kommt es zu einem zu heftigen Vorfall…

 

B- (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „Apple Tree Yard“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Louise Doughty. Bei allen vier Teilen führt die australische Filmemacherin Jessica Hobbs (Broadchurch) Regie.

Bei diesem Mehrteiler entwickelt sich die Handlung langsam, mit dem Ende der ersten Episode findet man sich in einer ganz anderen Story als am Anfang wieder und so geht es weiter. Auch am Ende schafft es die Geschichte, noch mal richtig zu überraschen. Das war für mich auch der Grund, warum ich mir die vier Episoden noch ein zweites Mal anschauen musste.

Ich hatte einige Probleme mit dem Verhalten der eigentlich intelligenten Protagonistin. Warum ist sie nicht offen mit ihren Problemen umgegangen? Ab einem gewissen Zeitpunkt hätte sie ihren Ehemann oder wenigstens einen anderen Vertrauten (beispielsweise ihre Freundin) mit ins Boot holen müssen. Das Verhalten der Akademikerin folgt keiner Logik. Ich habe auch überhaupt nicht nachvollziehen können, warum sie mit Ben Chaplins Charakter eine Affäre anfängt. Er ist der Typ Mann mit dem man vielleicht eine Beziehung führt, aber für so einen setzt man doch seine langjährige Beziehung nicht aufs Spiel. Er ist weder attraktiv, noch sexy und Charme hat er auch keinen. Selbst ihre Freundin fragt schließlich „Why with someone like that?“. Mir hätte es geholfen, wenn Mark Costley von einem charismatischen Schauspieler gespielt worden wäre.

Emily Watson rettet jedoch vieles durch ihr exzellentes Schauspiel. Eigentlich habe ich in den knapp vier Stunden auch nicht sie gesehen, sondern Yvonne Carmichael.

„Apple Tree Yard“ wurde erstmalig vom 22.01.17-06.02.17 auf BBC One ausgestrahlt. Bislang ist noch kein Termin für eine Ausstrahlung im deutschen TV bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Yvonne Carmichael ist Wissenschaftlerin. Verheiratet ist sie mit Gary (gespielt von Mark Bonnar). Die beiden haben zwei erwachsene Kinder. Ihr Sohn ist bipolar und bereitet den Eltern Kopfzerbrechen. Dann beginnt sie eine Affäre mit einem mysteriösen Fremden (gespielt von Ben Chaplin). Yvonne wird von der englischen Schauspielerin Emily Watson gespielt. Mit ihrer ersten Filmrolle in „Breaking the Waves“ wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Sie hat in unzähligen Filmen (u.a. „Gosford Park“, „Red Dragon“, Synecdoche, New York, The Theory of Everything ) mitgespielt. Für ihre Performance in „Hilary and Jackie“ wurde sie ein zweites Mal für den Oscar nominiert.

Mark Costley ist der mysteriöser Fremder mit dem Yvonne eine Affäre beginnt. Gespielt wird Mark Costley von dem englischen Schauspieler Ben Chaplin. Er hat sein Kinofilmdebüt in „The Remains of the Day“ gegeben. Seither hat er in einigen internationalen Produktionen (u.a. „The Truth About Cats & Dogs“, „Lost Souls“, „Murder by Numbers“, „Cinderella“, Snowden) mitgewirkt.

Gary ist der Ehemann von Yvonne Carmichael (gespielt von Emily Watson). Gespielt wird Gary von dem englischen Schauspieler Mark Bonnar. Der englische Schauspieler hat vorwiegend in britischen TV-Produktionen mitgespielt.

 

London – Film: „A Ghost Story“

Ich war am 18.08.17 in London und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Ghost Story“ (dt. Kinostart: 07.12.17) 90 min drama, fantasy 
dir. David Lowery cast: Casey Affleck, Rooney Mara

 

M (Rooney Mara) und C (Casey Affleck) sind ein Paar. Die beiden sind sich sehr nah. Eines Tages verstirbt C. Von den Mitmenschen und seiner Partnerin unbemerkt, verbringt er seine Zeit als Geist wieder in ihrer Nähe. Er kann einfach noch nicht loslassen – während das Leben um ihn herum weitergeht…

 

A- (Wertung von A bis F) „A Ghost Story“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Lowery (Ain´t Them Bodies Saints, „Pete´s Dragon“).

„A Ghost Story“ ist einer dieser Filme, den man entweder richtig gerne mag oder mit dem man kann gar nichts anfangen kann. Ein Dazwischen gibt es – glaube ich – nicht. Casey Affleck gilt nicht unbedingt als wandelbarster Schauspieler, auch habe ich mir sagen lassen, dass er durch seine Eskapaden in den letzten Jahren nicht gerade an Beliebtheit gewonnen hat. Diesen Film kann man aber auch gucken, wenn man sein Gesicht nicht sehen möchte, da er die meiste Zeit des Films ein Bettlaken über den Kopf trägt.

„A Ghost Story“ ist ein Film über Trauerbewältigung, Einsamkeit und wie schwer es fällt, wenn man ein Zuhause gefunden hat, dieses wieder verlassen zu müssen. Dabei ist das Zuhause nicht zwingend ein Ort, sondern hauptsächlich ein Gefühl.

Kaum eine Geistergeschichte wird aus der Perspektive des Geistes erzählt. Dieser Film schaffte es mich, mit seiner ruhigen und langsamen Erzählweise zu überzeugen. Für die melancholische Grundstimmung war der schöne Score des amerikanischen Komponisten Daniel Hart nicht unerheblich. Als es zu der Begegnung mit dem anderen Geist kommt, sind bei mir bereits das erste Mal die Tränen geflossen.

In einem meiner Lieblingsfilme (Sofia Coppolas „Lost in Translation“) erfährt man nicht, was Bill Murrays Charakter Scarlett Johanssons Charakter zum Abschied ins Ohr flüstert. Natürlich überlegt man als Zuschauer, was er ihr mit auf den Weg gegeben hat. Aber eigentlich ist es egal, weil man die Charaktere und ihre Beziehung verstanden hat. Einen ähnlich tiefgründigen Moment gibt es auch in diesem Film mit einem Zettel, den Rooney Maras Charakter hinterlässt. Auch hier habe ich die innige Beziehung der beiden verstanden und konnte mich auch irgendwo in den Geist reinversetzen. Die Produktionskosten von „A Ghost Story“ betrugen bescheidene 100,000 Dollar – mir zeigt das auf eindrucksvolle Weise, dass man mit einem sehr kleinen Budget eine große Geschichte erzählen kann. Toller Film.

Besonders lobenswert ist, dass der Regisseur David Lowery, nach der erfolgreichen Disney-Produktion „Pete´s Dragon“ mit diesem Film zurück zu seinen Indie-Wurzeln gekehrt ist. Für diesen Film hat er ein besonderes Format (1,33:1) gewählt.

„A Ghost Story“ ist ein Film meines amerikanischen Lieblingsverleihers A24 und auch dieser Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

„A Ghost Story“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 7.7.17 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 329 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film in London gesehen. In Großbritannien ist der Film am 11.08.17 in mehr als 100 Kinos gestartet. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 07.12.17 geplant.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Limehouse Golem„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Britischer Thriller mit Bill Nighy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „American Made„
Bewertung des Trailers: B (anderer Trailer)
Kommentar: Doug Limans neuer Actionfilm mit Tom Cruise – wie lange will der eigentlich immer dieselbe Rolle spielen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Goodbye Christopher Robin„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kostümdrama über A.A. Milne und seine Inspiration für die Winnie-the-Pooh-Geschichten. Ich liebe Winnie-the-Pooh. Film mit Domhnall Gleeson und Margot Robbie (die ich im Trailer nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Kino in London 

Das letzte Mal war ich im November 2015 in London im Kino. Da wir mal wieder unser Crewhotel gewechselt haben und jetzt in Kensington residieren, habe ich mir – der Einfachheit halber – ein neues Kino gesucht. In der riesigen Westfield Mall habe ich ein nettes Kinocenter gefunden. Die Kinokarte kostete 11.49 GBP, meinen Sitzplatz musste ich bereits an der Kasse aussuchen und Werbung inkl. Trailer dauerten ca. 20 Minuten.

NYC – Film: „The Glass Castle“

Ich war am 13.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Glass Castle“ (dt. Filmtitel: „Schloss aus Glas“, dt. Kinostart: 21.09.17) 126 min drama, adaptation, biopic
dir. Destin Daniel Cretton cast: Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts, Max Greenfield, Ella Anderson, Brigette Lundy-Paine, Josh Caras, Sarah Snook, Chandler Head

 

 

Ende der 1980er Jahre. Jeannette Walls (Brie Larson) lebt in New York und arbeitet als Kolumnistin für ein Klatschmagazin. Eines Abends sieht sie ihre Eltern (Naomi Watts und Woody Harrelson) zufällig auf der Straße. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, wie sie und ihre drei Geschwistern in Armut aufwuchsen. Die Kinder mussten früh lernen, für sich selbst zu sorgen, da Ihr alkoholkranker Vater und ihre exzentrische Mutter zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Jeannette hat aber auch ein paar schöne Erinnerungen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Glass Castle“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist die Filmadaption von Jeannette Walls gleichnamigen Memoiren. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Destin Daniel Cretton (Short Term 12).

Bei einigen Filmen funktioniert es, wenn die Geschichte in der Gegenwart startet und rückblickend erzählt wird. Die Erzählstruktur nimmt diesem Film aber leider die Spannung. Dramaturgisch wäre es besser gewesen, die Geschichte in der Kindheit zu beginnen.

Jeannette Walls erzählt, wie sie und ihre drei Geschwister von frühester Kindheit lernen mussten, für sich selbst Verantwortung zu tragen. Die Mutter (gespielt von Naomi Watts) war psychisch labil und hielt sich für eine Künstlerin, der Vater (gespielt von Woody Harrelson) war ein Träumer, ging selten arbeiten und war oftmals betrunken. Die Familie ist ständig umgezogen, oft lebten sie ohne Strom und fließend Wasser. Zur Schule sind die Kinder nicht gegangen, auch kam es mal vor, dass sie für drei Tage gar nichts zu Essen hatten. Jeannettes Kindheitserinnerungen offenbaren Schockierendes, es gab aber auch immer wieder schöne, unbeschwerte Momente. In jedem Fall geht hervor, dass sie eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Vater pflegte.

Jeannette und ihre Geschwister wuchsen in den 1960er bzw. 1970er Jahren auf, der Vater brachte seinen Kindern bei, was Freiheit bedeutet und erzog sie zur Eigenständigkeit. Nicht wirklich ging für mich aus dem Film hervor, warum er dann nicht wollte, dass sie irgendwann ihren eigenen Weg gehen. Auch hätte  ich gerne etwas mehr über die Familie des Vaters erfahren.

„The Glass Castle“ ist ein Film, den man so aus den U.S.A. erwartet. Frech zielt er auf die Tränen der Zuschauer ab. Das spezielle Vater-Tochter-Verhältnis hat mich tatsächlich berührt, als „Papa-Kind“ war ich jedoch auch ein leichtes Opfer. Ich habe gehört, dass die literarische Vorlage wesentlich eindrucksvoller sein soll. Schade.

Woody Harrelson gibt – wie beinahe in jedem Film – eine nominierungswürdige Performance. Zwei Schauspielerinnen (Chandler Head und Ella Anderson) portraitieren Jeannette als kleineres Kind und als Teenager, beide haben mir schauspielerisch sehr gut gefallen.

Zum Ende des Films werden Originalfotos und -videos der realen Personen gezeigt.

„The Glass Castle“ ist war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson), Bestes adaptierter Drehbuch

„The Glass Castle“ ist am 11.08.17 landesweit in 1,461 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 21.09.17 in den Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „The Mountain Between Us„
Bewertung des Trailers: D- (der Trailer verrät quasi die komplette Story)
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Kate Winslet und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich hoffe, dass dieser Film kein ernstzunehmender Oscar-Kandidat ist. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich will ihn nicht sehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Stronger„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Drama mit Jake Gyllenhaall (mit Mut zur Hässlichkeit – wie anders er mit dunklen Kontaktlinsen aussieht), Tatiana Maslany und Miranda Richardson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Wind River“

Ich war am 13.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wind River“ (dt. Kinostart: 08.02.18) 111 min thriller, drama 
dir. Taylor Sheridan cast: Jeremy Renner, Elizabeth Olsen, Jon Bernthal, Gil Birmingham, Graham Greene, Julia Jones, Kelsey Asbille

 

Cory Lambert (Jeremy Renner) arbeitet als Jäger und Fährtenleser für die Regierungsbehörde in Wyoming. Bei seiner Rundfahrt in dem verschneiten Wind River Indianerreservat entdeckt er eine weibliche Leiche. Das FBI schickt die Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen). Cory unterstützt die junge Agentin bei der Spurensuche in der Wildnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Wind River“ wurde von wahren Ereignissen inspiriert. Nach dem Horrorfilm „Vile“ ist dies erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Schauspieler (TV-Serie „Sons of Anarchy“) und Autor Taylor Sheridan Regie führt. Er hat die Drehbücher zu Denis Villeneuves Sicario und David Mackenzies Hell or High Water  geschrieben. Für das Skript zu „Hell or High Water“ hat er eine Oscar-Nominierung für das Beste Drehbuch erhalten.

Wenn ich vor dem Abflug mein Kinoprogramm zusammenstelle und aktuell kein Film kommt, der auf meiner To-Watch-Liste abgehakt werden muss, schaue ich zunächst, was in den Kinos meiner Umgebung läuft. New York kommt einem Jackpot gleich. Filme, die einen amerikanischen Kinostart haben, werden immer in New York gestartet, egal wie Indie sie sind. Dann ziehe ich Rotten Tomatoes zu Rate, je höher der Film prozentual angesiedelt ist, um so wahrscheinlicher kommt er in die nähere Auswahl. Dann schaue ich, ob mich das Thema und/ oder die Schauspieler bzw, der Regisseur/die Regisseurin interessieren und letztendlich, ob der Film/die Filme in meinen Zeitrahmen passen. Oftmals gucke ich zwei Filme, laufen beide Filme in einem Kino oder muss ich das Kino auch noch wechseln, all das muss in meiner Zeitplanung kalkuliert werden, schließlich will ich auch noch Zeit, in der jeweiligen Stadt haben. Bei diesem New York-Umlauf ist die Wahl auf „Wind River“ gefallen und die Überraschung dabei war, dass ich mit diesem Film sehr wahrscheinlich einen Kandidaten für meine Top Ten für Filme 2017 gefunden habe.

Taylor Sheridan hat bereits bewiesen, dass er ein Talent zum Drehbuchschreiben hat, dieser Film zeigt, dass durchaus auch ein anerkennenswerter Regisseur in ihm steckt. „Wind River“ ist ein erstklassiges Charakterdrama und zugleich ein atmosphärischer Krimi. Der Film führt einen in das verschneite Wyoming und zu der – in Filmen bislang immer noch vernachlässigten – Gesellschaft der Native Americans. Dabei zeichnet Taylor Sheridan mit simplen Mitteln ein klares Bild von dem Leben in dem Reservat der amerikanischen Ureinwohnern. Für seine Erzählung hat er einen langsamen Aufbau gewählt und zieht einen dabei immer tiefer in die Geschichte. Dabei fehlt es dem Film weder an Emotionen, noch an Spannung. Ich habe irgendwann nicht mal mehr gemerkt, eigentlich einen Film zu schauen.

Tief geschockt bin ich aus dem Kino gekommen, als ich zum Schluss des Films erfahren habe, dass es keine Statistiken für vermisste Frauen in der Gemeinschaft der amerikanischen Ureinwohner gibt. Solche Statistiken werden schlichtweg nicht geführt. Unglaublich.

Jeremy Renner (Mission Impossible – Ghost Protocol, American Hustle, Kill the Messenger) gibt hier eine Oscar-Performance. Sie könnte ihm nach The Hurt Locker und The Town  die dritte Oscar-Nominierung einbringen.

Der amerikanische Kinostart im August ist für die Oscars nicht sonderlich günstig, „Hell or High Water“ ist im letzten Jahr aber zur gleichen Zeit ins Kino gebracht worden und hat vier Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film und Bestes Originaldrehbuch) erhalten. Jetzt liegt es an der The Weinstein Company, die mit „Wind River“ einen feinen Indie an der Hand haben und einfach eine gute Oscar-Kampagne starten müssen.

„Wind River“ ist für eine Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jeremy Renner), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Wind River“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Cannes Film Festival 2017 wurde Taylor Sheridon für diesen Film mit dem Un Certain Regard/Best Director- Award ausgezeichnet. Der Film wurde am 4.8.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 18.08.17 läuft er landesweit in 694 Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart im nächsten Jahr (08.02.18) geplant.

„Wind River“ bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Flatliners„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: unnötige Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1990
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „It„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Horrorfilm/Stephen-King-Verfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „The Snowman„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – der Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten, allein vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „Tulip Fever„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Alicia Vikander, Dane DeHaan, Judi Dench und Christoph Waltz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gook„
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Wind River“

NYC – Film: „Detroit“

Ich war am 07.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Detroit“ (dt. Kinostart: 23.11.17) 143 min drama
dir. Kathryn Bigelow cast: John Boyega, Will Poulter, Jacob Latimore, Jason Mitchell, Peyton Alex Smith, Anthony Mackie, John Krasinski, Jeremy Strong

 

Juli 1967 in Detroit. Nach einer Polizeirazzia in einer Bar, herrscht zwischen den Afroamerikanern und der Polizei eine stark aufgeheizte Stimmung. Es kommt zu Protesten, die sich durch Vandalismus, Brandstiftungen und Plünderungen äußern. Als vermeintlich Schüsse aus dem Algiers Motel kommen, vermutet die Polizei einen Heckenschützen in dem Gebäude. Sie stürmen das Motel…

 

C- (Wertung von A bis F) „Detroit“ basiert auf einer wahren Geschichte. Nach einer Polizeirazzia kam es im Jahr 1967 in Detroit zu einer der größten Rassenunruhen in den U.S.A. Im Jahr 2017 jähren sich die fünf Tage andauernden Ereignisse, bei denen 43 Menschen zu Tode kamen, zum fünfzigsten Mal. Es ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin und Oscar-Gewinnerin Kathryn Bigelow. Nach The Hurt Locker und Zero Dark Thirty ist dies ihre dritte Zusammenarbeit mit dem New Yorker Journalisten und Oscar-prämierten Drehbuchautor Mark Boal.

„Detroit“ ist ein Film, den ich mögen wollte. Mir waren die Ereignisse, die sich vor 50 Jahren in Detroit zugetragen haben, nicht bekannt. Filme mit einem historischen Hintergrund müssen nicht alles haargenau nacherzählen, ich muss mir als Zuschauer nur ein Bild von der Lage machen können.

Wenn ich eine Art Doku-Drama erwartet habe, ist es mindestens irritierend, wenn Ich „Detroit“ als Horrorfilm in Erinnerung habe. Eine quälend lange Stunde ist der Film tatsächlich, was man als torture porn bezeichnen kann. Unerträgliche psychische und physische Gewalt von rassistischen Polizisten an wehrlosen, schwarzen Männern und zwei weißen Frauen. Angeführt wurde diese Aktion von dem weißen Polizisten Philip Krauss (realistisch portraitiert von Will Poulter). Sein Charakter ist fiktiv, steht aber exemplarisch für die rassistischen und gewaltbereiten Polizisten in den U.S.A. Da man als Zuschauer ziemlich schnell versteht, in welcher ausweglosen Situation sich die jungen Leute in dem Motel befinden und wie die Polizisten ihre Macht ausnutzen, ist es völlig unnötig, die Zuschauer über – wie gesagt – eine Stunde mit solchen Szenen zu quälen. Dramaturgisch wird diese Algiers Motel-Sequenz von einem Part, in dem man die brutalen Ausschreitungen der schwarzen Bevölkerung und zugleich die Überforderung der Gesetzeshüter sieht, sowie der unvermeidlichen Gerichtsverhandlung, umrahmt.

Bei ihrer Erzählung haben Kathryn Bigelow und Mark Boal keinen Wert auf den Charakteraufbau gelegt, man weiß quasi nichts über die Charaktere. Als Hauptcharakter könnte man vielleicht den afroamerikanischen Sicherheitsbeamten (gespielt von dem wunderbaren John Boyega) ansehen, aber auch über ihn erfährt man nichts Näheres. Außerdem ist der Film völlig nervig geschnitten. Selbst in Szenen, die Ruhe verlangen, kommen hektische Schnitte und die „Wackelkamera“ zum Einsatz. Für mich hat sich dieses, beinahe zweieinhalbstündige Filmerlebnis angefühlt, als hätte ich drei Tage im Kino gesessen. Ich brauchte sogar zwischendurch eine Pause. Ohne Eile suchte ich während des Films den Waschraum auf und kaufte mir sogar eine kleine Tüte Popcorn (für unfassbare 8 Dollar – seit wann ist denn Popcorn so teuer?).

In den USA wird darüber diskutiert, ob eine weiße Frau überhaupt die Richtige ist, die bei einem Film mit diesem Thema Regie führt. Während interessante Frauenrollen in Hollywood-Filmen immer noch erschreckend unterrepräsentiert sind, sind es doch vorwiegend männliche Regisseure, die sich der Gefühlswelt von Frauen annähern. Das dürfte Argument genug sein. Kathryn Bigelow („Point Break“, „Strange Days“ „The Hurt Locker“) ist eine großartige Filmemacherin. Jeder großer Regisseur inszeniert mal einen Film, der nicht ganz so gut funktioniert. Mit diesem Film hat sie sich an das Thema Rassismus und Polizeigewalt in den U.S.A. gewagt, etwas, dass im Jahr 2017 leider immer noch ein großes Thema in dem Land ist. Um so verärgerter bin ich, dass mir dieser Film nicht besser gefallen hat. Schwamm drüber. Schlimmer ist, dass ihr Film an der amerikanischen Kinokasse nicht sonderlich viel einspielen konnte. Ein Flop wird nämlich weiblichen Regisseuren mehr angekreidet als männlichen.

Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es nur vier weibliche Filmemacher (Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow) die in der Kategorie Beste Regie je für einen Oscar nominiert wurden. Kathyn Bigelow ist die einzige, die in der Kategorie gewonnen hat. Ihr Film „The Hurt Locker“ hat sich noch dazu gegen den mittelmässigen Film ihres Ex-Mannes (James Cameron) in der Kategorie Bester Film durchgesetzt. Danke dafür noch mal, AMPAS.

„Detroit“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (John Boyega), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Detroit“ ist am 28.07.17 in zwanzig amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 4.8.17 läuft er landesweit in 3,007 Kinos. Für Deutschland ist der 23.11.17 als Kinostart vorgesehen.

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Marshall„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic-Thriller mit Chadwick Boseman, Kate Hudson, Dan Stevens und Sterling K. Brown. Leider spielt Josh Gad mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht – habe eine Josh Gad-Abneigung

Trailer v. Film: „Mother!“
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Darren Aronofskys neuer Film mit Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Michelle Pfeiffer, Ed Harris und Vater und Sohn Gleeson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: abwarten

Trailer v. Film: „The Mountain Between Us„
Bewertung des Trailers: D- (der Trailer verrät quasi die komplette Story)
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Kate Winslet und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis – gähn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „American Made„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Doug Limans neuer Actionfilm mit Tom Cruise – wie lange will der eigentlich immer dieselbe Rolle spielen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Atomic Blonde“

Ich war am 07.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Atomic Blonde“ (dt. Kinostart: 24.08.17) 115 min action, thriller, adaptation
dir. David Leitch cast: Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Eddie Marsan, Toby Jones, Bill Skarsgard, James Faulkner, Sofia Boutella, Til Schweiger

 

November 1989, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. Nach dem Tod eines Undercover-Agenten wird die Top-MI6-Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) nach Berlin geschickt, um eine Liste mit allen Namen der auf beiden Seiten Berlins tätigen Spione zu besorgen. Ihre Kontaktperson ist David Percival (James McAvoy)…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Atomic Blonde“ basiert auf Antony Johnstons Graphic Novel „The Coldest City“. Der ehemalige „Stuntman und Stunt-Koordinator David Leitch war bereits Co-Regisseur (ungenannt) bei John Wick, dies ist sein offizielles Regiedebüt.

Der Rahmen der Handlung (mit dem Debriefing der Top Agentin mit ihrem MI6-Vorgesetzten und einem CIA-Agenten und der Schluss) gefällt mir, die Erzählung selbst als Ganzes ergibt aber keinen Sinn, auch hatte ich das Gefühl, dass der Film kein Ende nehmen wollte. Dennoch habe ich das Gezeigte aufgesogen. Drei Gründe dafür: 1. Charlize Theron, 2. James McAvoy und 3. spielt der Film hauptsächlich in meiner Heimatstadt Berlin. Wenn einen eine Stadt so vertraut ist, sucht man zwangsläufig nach Fehlern und wird selbstverständlich auch schnell fündig.

Charlize Theron sieht mega aus, wunderschön und sexy ist – sie der perfekte Ersatz für Angelina Jolie als Actionheldin. Der Regisseur hat zuvor als Stunt-Koordinator gearbeitet und das sieht man seinem Film auch an. Wenn es einen triftigen Grund gibt, sich den Film anzuschauen, dann sind es die erstklassig choreographierten Kampfszenen (davon gefielen mir die Szenen in dem DDR-Polizeiauto und die „Feder“-Szenen am besten). Die teils spektakulären Stunts soll Charlize Theron zu mind. 90% selbst gemacht haben. Bei dem intensiven Training vor den Dreharbeiten soll sie sich sogar ein paar Zähne abgebrochen haben. Ihrer Filmfigur sieht und hört man aber auch die Schmerzen, die eine heftige Prügelei zwangsläufig mit sich bringt, an. Absolut glaubhaft, nicht so wie einem James Bond, Jason Bourne, o.ä., dem eine massive Schlägerei kaum etwas anhaben kann. Diese weibliche Top-Agentin mit der Oscar-Preisträgerin Charlize Theron (Mad Max: Fury Road) in der Hauptrolle hat Potenzial, jetzt braucht man nur noch eine solidere Story/ ein besseres Drehbuch und dann hätte man Filmreihe, die sich erfolgreich durchsetzen könnte.

Vor knapp zehn Jahren hat James McAvoy neben Angelina Jolie in einer anderen Comic-Adaption (Wanted) gespielt. Da war er anfangs der zurückhaltende Loser-Typ, der erfährt, dass er der Sohn eines kürzlich ermordeten Auftragskillers ist. Besondere Fähigkeiten hat er geerbt und nach einem intensiven Training rächt er den Mord an seinem Vater. Wie die Zeit vergeht. Damals war der schottische Schauspieler kaum bekannt, inzwischen ist sein Name in Hollywood jedem geläufig, nicht zuletzt durch seine Rolle in den „X-Men“-Filmen. James McAvoy hat die seltene Gabe, dass man ihm gute und böse Charaktere gleichermassen abnimmt. Dieses Jahr zeigte er bereits sein Können als Mann mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung (Split). In „Atomic Blonde“ überzeugt er als etwas undurchsichtiger David Percival. Ich bin sicher, dass es keine weiteren zehn Jahre braucht, dann ist er Oscar-Gewinner James McAvoy.

Der Soundtrack (mit Songs von New Order, Depeche Mode, The Cure, George Michael, Siouxsie & the Banshees, etc.) ist ein Hinhörer, nur wirkt es hier, als diene sie einzig dazu, Coolness zu erzeugen. Außerdem hat es mich komplett aus dem Film gerissen, wenn in einem Film, der hauptsächlich in Deutschland spielt, ausgerechnet die drei international erfolgreichen deutschsprachigen Neue-Deutsche-Welle-Popsongs („Major Tom“, „99 Luftballons“ und „Der Kommissar“) gespielt werden – warum? Den Zeitgeist des Vorwende-Berlins trifft es jedenfalls nicht, kein Mensch hat zu dieser Zeit NDW-Songs gehört. Aber gut, mit der historischen Authentizität nimmt es der Film eh nicht so genau.

Til Schweiger taucht hier insgesamt viermal auf, beim ersten Mal war er im Hintergrund einer Szene, da habe ich ihn nicht wahrgenommen, die anderen Male hat er mich natürlich aus dem Film rausgebracht, auch wenn sein Auftritt so superkurz ist, dass er kaum erwähnenswert ist.

Eine Fortsetzung zu „Atomic Blonde“ ist bereits im Gespräch.

„Atomic Blonde“ wurde erstmalig im März 2017 auf dem South by Southwest Festival gezeigt, auch wenn der Verleih eine Weltpremiere im Juli 2017 in Berlin feiern liess. Der Film ist am 28.07.17 landesweit in 3.304 amerikanische Kinos gekommen. Ab dem 24.08.17 ist er in Deutschland im Kino zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Featurette zu Charlize Therons Actionszenen (erst anschauen, wenn man den Film gesehen hat):

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Thor: Ragnarok„
Bewertung des Trailers: D (neuer Trailer)
Kommentar: Was für ein (Marvel-) Scheiß
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „The Hitman´s Bodyguard„
Bewertung des Trailers: A- (Red Band Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, mal gucken

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „It„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Horrorfilm/Stephen-King-Verfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „The Snowman„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Golden Circle„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem sehenswerten Kingsman: The Secret Service
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „Ozark, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Ozark, 1. Staffel“ (seit dem 21.07.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 10 x approx. 60 min crime, drama, thriller
dir. Jason Bateman, Andrew Bernstein, Ellen Kuras, Daniel Sackheim cast: Jason Bateman, Laura Linney, Esai Morales, Sofia Hublitz, Skylar Gaertner, Julia Garner, Jordana Spiro, Peter Mullan, Marc Menchaca, Christopher James Baker

 

Marty Byrde (Jason Bateman) ist Finanzberater in Chicago. Mit seinem besten Freund und Geschäftspartner Bruce (Josh Randall) hat er eine kleine Firma – offiziell. Seit zehn Jahren waschen sie aber auch Geld für das mexikanische Drogenkartell. Jetzt stattet ihnen der Drogenboss Del (Esai Morales) einen Besuch ab. Del vermutet, dass sie ein paar Millionen Dollar unterschlagen haben. Ihr Leben ist in Gefahr, Marty kann gut reden und schlägt in seiner Verzweiflung einen Deal vor. Dafür muss er mit seiner Frau Wendy (Laura Linney), seiner Tochter Charlotte (Sofia Hublitz) und seinem Sohn Jonah (Skylar Gaertner) die Stadt verlassen. Sie beginnen ein neues Leben in der Provinz, in dem Stausee-Gebiet Ozarks in Missouri – was aber nur nach außen hin mit einem normalen, bürgerlichen Leben zutun hat. Das FBI mit Agent Petty (Jason Butler Harner) ist Marty Byrde auch bereits auf den Fersen…

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der TV-Serie sind Drehbuchautor Bill Dulluque („The Accountant“, The Judge) und Produzent Mark Williams („The Accountant“, „Flawless“).

 

Ich schaue wirklich in viele Netflix-Serien rein, einige interessieren mich für ein paar Episoden, bei den meisten langweile ich mich aber bereits schneller, so dass ich nicht mal die erste Episode bis zu Ende anschaue. Über „Ozark“ hatte ich zuvor auch wieder nichts gelesen, aber die Story hat mich gleich bepackt und die Figuren habe ich schnell lieb gewonnen. Ich wollte einfach wissen, wie es mit diesen Charakteren weitergeht, wie kommen sie aus dieser, eigentlich aussichtslosen Nummer wieder raus. Natürlich hat es dabei nicht geschadet, das Laura Linney zu meinen Lieblingsschauspielern zählt und ich Jason Bateman wirklich gerne sehe.

Letztlich hat mir „Ozark“ so gut gefallen, dass ich sie mir – wie alle Serien, die mir gut gefallen – zweimal angeguckt habe. Die Serie eignet sich zum Bingen, die zweite Sichtung habe ich komplett an einem (Faulenz-)Tag vorgenommen.

„Ozark“ ist sowohl Ehe- und Familiendrama als auch Krimi/Thriller. Dabei düster inszeniert, blutig, aber mit guten Dialogen und Humor versetzt. Sowohl von der Story, als auch von den Charakteren war ich das eine oder andere Mal überrascht.

Zu Beginn jeder Episode bekommt man im „O“ von „Ozark“ vier Symbole gezeigt, die für diese Folge relevant sind.

 

Ich liebe Marty Byrde. Eigentlich ist er ganz bodenständig und ruhig, aber stets hellwach, sehr smart, schlagfertig und redegewandt. Er hat einen wunderbaren trockenen Humor. Mir gefielen aber auch alle anderen Familienmitglieder – letztlich sollte man sich mit keinem anlegen. Alle vier sind perfekt besetzt und absolut glaubhaft. Jason Bateman spielt neben Laura Linney hier nicht nur die Hauptrolle, er hat auch bei den ersten beiden und den letzten beiden Episoden der ersten Staffel Regie geführt.

 

 

Zu den einzelnen Episoden:

Ich habe keine Lieblingsfolge, die gesamte erste Staffel gefällt mir. Es gibt Momente (insbesondere bei der 2. Sichtung) in einzelnen Episoden, die ich besonders gerne mag. Z.B. die letzten, vielleicht 10 Minuten der 7. Episode („Nest Box“)

Die 8. Episode („Kaleidoscope“) spielt komplett in der Vergangenheit.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

Marty Byrde lebt mit seiner Frau Wendy (gespielt von Laura Linney), seiner 15-jährigen Tochter Charlotte (gespielt von Sofia Hublitz) und seinem 13-jährigen Sohn Jonah (gespielt von Skylar Gaertner) in Chicago. Er ist ein Familienmensch und arbeitet – offiziell – als Anlageberater. Mit seinem Geschäftspartner hat er aber vor einigen Jahren begonnen, für ein mexikanisches Drogenkartell Geld zu waschen. Gespielt wird Marty Byrde von dem amerikanischen Schauspieler Jason Bateman gespielt. Jason Bateman war ein Kinderstar, hat früh bereits in einigen TV-Serien, z.B. in „Little House on the Prairie“ („Unsere kleine Farm“ ) gespielt. Später war er in zahlreichen, vorwiegend Komödien (Juno, Horrible Bosses) zu sehen. Mit Bad Words hat er sein Regiedebüt gegeben. Dass er nicht nur auf komödiantische Rollen bedienen kann, konnte man beispielsweise in Disconnect und The Gift sehen. Für seine Rolle in „Arrested Development“ wurde zwei Mal mit dem Emmy-Award als bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie nominiert.

Wendy Byrde ist seit 22 Jahren mit Marty Byrde zusammen. Die beiden haben zwei Kinder, die 15-jährige Charlotte und der 13-jährige Jonah. Nach der Geburt ihres ersten Kindes hat sie ihren Job aufgegeben, danach aber nie wieder zurück in den Beruf gefunden. Deswegen ist sie frustriert, aber auch unglücklich in ihrer Ehe. Sie hat eine Affäre. Wendy Byrde wird von der amerikanischen Theater-, Film- und TV-Schauspielerin Laura Linney gespielt. Sie hat in unzähligen Filmen („Primal Fear“, „Mystic River“, „Love Actually“, The Dinner) gespielt. Für ihre Performance in „You Can Count on Me“, „Kinsey“ und The Savages hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre TV-Rollen hat sie vier Emmy-Awards (für „Wild Iris“, „Frasier“, „John Adams“ und „The Big C: Hereafter“) gewonnen. Außerdem wurde sie für ihre Arbeit am Theater vier Mal für den Tony Award („The Crucible“, „Sight Unseen“, „Time Stands Still“ und „The Little Foxes“) nominiert.

Charlotte Byrde ist die 15-jährige Tochter von Marty und Wendy Byrde. Gespielt wird Charlotte von der amerikanischen Schauspielerin Sofia Hublitz. Sie hat bisher in den amerikanischen Serien „Louie“ und „Horace and Pete“ mitgewirkt.

Jonah Byrde ist der 13-jährige Sohn von Marty und Wendy Byrde. Gespielt wird Jonah von dem amerikanischen Schauspieler Skylar Gaertner. Er war in einigen TV-Serien („Nurse Jackie“, „The Americans“, Daredevil) zu sehen und hat auch einigen Kinofilmen („Alex of Venice“, Every Secret Thing) mitgewirkt.

Ruth ist 19 Jahre alt und recht pfiffig. Sie kommt aus einer kriminellen Familie, ihr Vater (gespielt von Trevor Long) sitzt im Gefängnis. Sie lebt mit ihren Neffen Wyatt (gespielt von Charlie Tahan) und Three (Carson Holmes) und ihren beiden Onkel Russ (Marc Menchaca) und Boyd (Christopher James Baker) in mehreren Trailern auf einem Grundstück in den Ozarks. Gespielt wird Ruth von der amerikanischen Schauspielerin Julia Garner. Ich habe die talentierte Amerikanerin bereits in einigen Filmen (Martha Marcy May Marlene, The Perks of Being a Wallflower, We Are What We Are und Grandma gesehen.

Roy Petty ist FBI-Agent und Martin Byrde auf den Fersen. Er ist für mich eine der spannendsten Figuren in der Serie. Gespielt wird Petty von dem amerikanischen Schauspieler Jason Butler Harner. Er hat in einigen Episoden bekannter TV-Serien („Law & Order“, The Newsroom, Homeland) mitgespielt. Auch hat er in einigen Kinofilmen (Changeling, Non-Stop) mitgewirkt.

Wyatt ist siebzehn Jahre alt und einer von Ruths Neffen. Wyatt wird von dem amerikanischen Schauspieler Charlie Tahan gespielt. Er hat in den TV-Serien „Gotham“ und „Wayward Pines“ mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen (Blue Jasmine, The Harvest, Love is Strange) zu sehen.

Rachel ist Besitzerin der The Blue Cat Lodge in den Ozarks. Sie und Marty Byrde werden Geschäftspartner. Gespielt wird Rachel von der amerikanischen Schauspielerin Jordana Spiro. Sie hat in einigen TV-Serien („My Boys“, Dexter, „The Good Wife“)

Jacob Snell kommt mit seiner Frau Darlene (gespielt von Lisa Emery) erst zum Ende der vierten Episode ins Spiel. Er ist der (gefürchtete) Drogenboss in den Ozarks. Gespielt wird Jacob Snell von dem schottischen Schauspieler Peter Mullan. Er hat einigen bekannten Filmen („Shallow Grave“, „Trainspotting“, „Children of Men“, „Harry Potter and the Deathly Hallows 1 & 2“) mitgespielt. Mir ist er aber noch besonders in Erinnerung durch den wunderbaren Film Tyrannosaur und den nicht weniger großartigen Mehrteilen Top of the Lake und – vor allen Dingen – Olive Kitteridge. Für seine Performance in „Top of the Lake“ hat er eine Emmy-Nominierung erhalten.

 

„Ozark“ ist eine Eigenproduktion von Netflix, die seit dem 21.07.17 erstmalig auf Netflix (weltweit) zum Streamen bereitsteht. Auch wenn Netflix diese Serie in der synchronisierten Fassung anbietet, man sollte sie definitiv im Original sehen – die Sprache ist hier sehr wichtig. „Ozark“ ist ausgerichtet auf vier oder fünf Staffeln. Die Serie ist aber erst seit ein paar Tagen für die Zuschauer zugänglich und bislang wurde eine zweite Staffel noch nicht bestätigt. Update: Am 15.08.17 wurde eine zweite Staffel (mit ebenfalls 10 Episoden) bestätigt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

L.A. – Film: „Dunkirk – 70mm“

Ich war am 24.07.17 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dunkirk – 70mm“ (dt. Kinostart war der 27.07.17) 107 min  drama, war
dir. Christopher Nolan cast: Fionn Whitehead, Tom Glynn-Carney, Harry Styles, Jack Lowden, Aneurin Barnard, James D´Arcy, Kenneth Branagh, Cilian Murphy, Mark Rylance, Tom Hardy voice: Michael Caine

 

 

Im Jahr 1940 haben die Nazis die nordfranzösischen Hafenstadt Dunkirk umzingelt. Rund 400.000 dort stationierte britische und französische Soldaten sind eingeschlossen. Sie warten auf Rettung. Große Schiffe können die Küste nicht ansteuern, dafür ist das Wasser zu flach. Schließlich eilen aber kleine, private Boote heran, um die Soldaten zu evakuieren.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Dunkirk“ basiert auf historischen Fakten. Es ist der neue Film des britischen Drehbuchautors und Filmemachers Christopher Nolan („Memento“, The Dark Knight, Inception).

Christopher Nolan ist einzig an Geschichten über Männer interessiert, diese erzählt er meist raffiniert und setzt sie oft visuell spektakulär oder wenigstens Aufmerksamkeit erregend um. Emotionen auf die Leinwand zu bringen, ist nicht so sein Ding. Mit Interstellar hat er es probiert und ist kläglich gescheitert. Hier setzt er nun erstmalig eine Zweite-Weltkriegsgeschichte um und dabei gehts ihm nicht um den Charakteraufbau, um Einzelschicksale, sondern um die groß angelegte Evakuierungsaktion als Ganzes.

„Dunkirk“ weiß zu beeindrucken – visuell ist auch Nolans neuer Film zweifelsfrei ein Meisterwerk. Beinahe zwei Wochen später habe ich diese Bilder, diese Farben immer noch direkt vor Augen. Die Erzählweise ist sicherlich ungewöhnlich, vielleicht sogar auch einmalig. Die Rettungsaktion wird immer abwechselnd aus drei Perspektiven (Land, Wasser, Luft) gezeigt. Die Ereignisse finden über einen Zeitraum von einer Woche (Land), einem Tag (Wasser) und einer Stunde (Luft) statt. Ungewöhnlich ist, dass in diesem Kriegsfilm der Feind (in diesem Fall die Nazis) nie direkt zu sehen ist, es sterben viele Soldaten, man sieht aber im gesamten Film kaum Blut (so weit ich mich erinnern kann, nur in einer einzigen Szene). Stattdessen zeigt der Film durch seine Erzählstruktur und den ohrenbetäubenden Sound das Chaos des Krieges. Die Kamera blendet von einer zur anderen Perspektive, bei den Parallelmontagen hat man hat kaum Zeit, sich den Charakteren emotional zu nähern. Ständig wird zu den anderen Blickwinkeln geschnitten. Dazu der viel zu dominante Score von Hans Zimmer. Der deutsche Filmkomponist („Rain Man“, „The Lion King“, „Gladiator“, „The Dark Knight-Trilogie“) hat oft bewiesen, dass er durch seine Filmmusik das Filmerlebnis noch verstärken kann. Hier spielt sich der Score aber zu sehr in den Vordergrund. Ich hätte es vorgezogen, manchmal nur den Geräuschen und den wenigen Dialogen zu lauschen.

Die Besetzung mit vielen jungen, dunkelhaarigen Männern ist etwas unglücklich, ich konnte sie jedenfalls nicht auseinanderhalten. Sie werden auch nicht beim Namen genannt oder haben gar eine Hintergrundgeschichte. Daher war die einzige Geschichte, die mich annähernd bewegt hat, die auf dem Schiff mit dem britischen Charakterschauspieler und Oscar-Preisträger Mark Rylance (Bridge of Spies)

Schauspielerisch sind eigentlich nur Kenneth Branagh und Mark Rylance (logisch) bemerkenswert. Nun sieht man Tom Hardy auf der Besetzungsliste und denkt sich vielleicht und was ist mit Hardy? Nach „Inception“ und The Dark Knight Rises hat Christopher Nolan ihn hier bereits das dritte Mal besetzt. Man kann also davon ausgehen, dass er ihn mag – oder wenigstens seine Augen und seine Stimme. Nämlich ebenso wie im Batman-Spektakel sieht man von Tom Hardys ausdrucksvollem Gesicht nicht viel, da er nahezu in dem gesamten Film eine Maske aufhat. Für mich ist das – wieder mal – eine völlige Verschwendung, den Ausnahmeschauspieler hätte man auch durch einen anderen Schauspieler ersetzen können.

Christopher Nolan liebt das Kino, Neben Quentin Tarantino, Paul Thomas Anderson und ein paar wenige andere Regisseure dreht er seine Filme ausschließlich noch auf Film. Seine Filme gelten als Events und die breitformatigen Bilder sollten – zumindest wenn man sie das erste Mal sieht – auf der größtmöglichen Leinwand mit der bestmöglichen Sound-Anlage erlebt werden. „Dunkirk“ hat er in IMAX-Film und Super Panavision 65mm-Film gedreht. In den (amerikanischen) Kinos wird der Film im IMAX, IMAX/70mm, 70mm und in 35mm gezeigt.

Christopher Nolan selbst hat drei Oscar-Nominierungen erhalten, zwei für das Original-Drehbuch („Memento“, „Inception“) und eine als Produzent für seinen Film „Inception“. Als Regisseur wurde er von AMPAS noch nie nominiert. Das könnte sich nun mit „Dunkirk“ ändern.

„Dunkirk“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller (Mark Rylance), Beste Kamera (Hoyte Van Hoytema) und einige andere technische Kategorien.

„Dunkirk“ ist am 21.7.17 in 3.720 Kinos in den U.S.A. gestartet. Davon wurde er in 125 amerikanischen Theatern in der 70-mm-Film-Fassung gezeigt. Ich habe ihn in dieser Fassung gesehen. Mittlerweile ist der Film landesweit in 4.014 Kinos zu sehen. In Deutschland ist der Film am 27.07.17 gestartet, eine 70-mm-Vorführung gibt es in Berlin (Zoo Palast), Hamburg (Savoy), Hannover (Astor Grand Cinema), Karlsruhe (Schauburg Cinerama) und in Essen (Lichtburg).

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Justice League„
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Wer braucht denn so ein Mist? Superhelden-Zeugs und dann noch mit Ben Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Vor meiner 70mm-Vorführung in der 10-Uhr-morgens-Vorstellung haben sie tatsächlich nur zwei Trailer gezeigt.

 

 

 

Amsterdam – „Martin Scorsese – The Exhibition“

Während einer mehrtägigen Amsterdam-Reise, Ende Juli 2017, hatte ich die Möglichkeit, mir die folgende Ausstellung anzuschauen:

„Martin Scorsese – The Exhibition“

Es ist die erste große Ausstellung, die sich auf Martin Scorseses Filme, sein Leben und seine Liebe zum Film im Allgemeinen konzentriert. Eröffnet wurde die Ausstellung im Jahr 2013 in der Deutschen Kinemathek in Berlin, im Anschluss daran war sie in Paris, Melbourne und New York zu sehen.

Die Ausstellung beinhaltet mehrere Videoinstallationen, die Ausschnitte aus seinen Filmen zeigen. Ausgestellt werden Originalskripts und -storyboards, und -kostümentwürfe, Continuity Photos, Fotos von den Dreharbeiten, bisher unveröffentlichte Fotografien, persönliche Notizen- und zeichnungen des Filmemachers und der Kostümdesigner und vieles mehr.

 

EYE Filmmuseum Amsterdam

 

Fähre mit Bemalung

 

 

unterschiedliche Videoinstallationen, die Ausschnitte aus einigen Scorsese-Filmen zeigen

 

 

 

Storyboard and set photos, „Cape Fear“, 1991

 

Continuity photo, das die Tattoos von Robert De Niros Charakter in „Cape Fear“ zeigt

 

Original-Zeichnung zu Robert De Niros Charakter Travis Bickle in „Taxi Driver“

 

Leonardo DiCaprio and Martin Scorsese, New York 2012 – Original print, photo: Brigitte Lacombe „The Wolf of Wall Street“, 2013

 

Sugar Ray Fight #1, Szene, „Raging Bull“, 1980, Zeichnung: Martin Scorsese

 

Kostümdesign aus „The Aviator“

Ich hätte noch viel länger in der Ausstellung verbringen können, mir auch den ein oder anderen Film angeschaut, das hat aber leider unser Zeitplan nicht zugelassen. Die unbedingt empfehlenswert Martin-Scorsese-Ausstellung läuft noch bis zum 3.9.2017 im Amsterdamer EYE Filmmuseum.

Denver – Film: „Spider-Man: Homecoming“

Ich war am 16.07.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Spider-Man: Homecoming“ (dt. Kinostart: 13.07.17) 133 min action, fantasy, adaptation
dir. Jon Watts cast: Tom Holland, Michael Keaton, Jon Favreau, Donald Glover, Marisa Tomei, Robert Downey Jr., Zendaya, Jacob Batalon voice: Jennifer Connolly

 

 

Peter Parker (Tom Holland) ist 15 Jahre alt und geht auf die Highschool. Er ist ein Außenseiter. In Wahrheit ist er aber Spider-Man, wartet er auf seine erste Mission und einen Anruf von Iron Man (Robert Downey Jr.) oder wenigstens Happy (Jon Favreau). Es meldet sich aber keiner und so muss er weiter zu Schule gehen, sich mit Teenagerkram beschäftigen und mal in der Nachbarschaft aushelfen. Eines Nachts beobachtet er jedoch einen Waffendeal und nun muss Spidey schnell handeln…

 

B (Wertung von A bis F) „Spider-Man: Homecoming“ basiert auf den gleichnamigen Marvel Comics. Nach den beiden „The Amazing Spider-Man“-Filmen ist dies bereits der zweite Spider-Man-Neustart innerhalb kürzester Zeit. Marvel Comics war seinerzeit pleite und hat im Jahr 1999 die Spider-Man-Filmrechte an Sony Pictures verkauft. Nach fünf Spider-Man-Filmen hat Sony nun ein Abkommen mit den Marvel Studios geschlossen, künftig arbeiten die beiden Filmstudios an den Spider-Man-Verfilmungen zusammen. Die finale kreative Kontrolle bleibt jedoch bei Sony Pictures. „Homecoming“ ist der erste Solo-Spidey-Film des Marvel Cinematic Universe. Regie führte der amerikanische Filmemacher Jon Watts (Cop Car).

Gut, das Jahr ist kaum sieben Monate alt und ich habe mit Logan, Wonder Woman und jetzt „Spider-Man: Homecoming“ bereits die dritte Comic-Verfilmung gesehen. Mir wird das langsam unheimlich, noch seltsamer, dass mir alle drei Filme recht gut gefallen haben. Eine weitere Sache haben diese drei Filme aber auch alle gemein, sie sind viel zu lang. Bei „Spider-Man: Homecoming“ war ich von der Action irgendwann auch ermüdet und hatte mir, noch im Kino, eigentlich auch ein „B-„ als Bewertung notiert. Ich habe aber noch mal darüber nachgedacht, für mich ist er besser als die beiden anderen Filme und das muss sich auch in der Bewertung bemerkbar machen, also „B“.

Hauptsächlich gefällt mir „Spider-Man: Homecoming“ weil dieser Film aus Teenagersicht erzählt wird. So sollte es auch sein, der Film ist – wenn man es genau betrachtet – auch ein Film für Teenager. Inspiriert wurde er von den John Hughes-Filmen. Der 36-jährige Regisseur Jon Watts hat seine Darsteller dazu verdonnert, sämtliche Teenager-Filme aus den1980er Jahren („Breakfast Club“, „Ferris Bueller´s Day Off“, „Pretty in Pink“, etc.) zu gucken. Seine Zeit kann man wesentlich schlechter verbringen, gerade die beiden erstgenannten Highschool-Klassiker zählen auch zu meinen Lieblingsfilmen.

„Spider-Man: Homecoming“ ist sehr humorig, aber auch actionreich.

Der englische Schauspieler Tom Holland (The Impossible) ist putzig und ein toller Spider-Man, besser als Tobey Maguire seinerzeit (mit dem ich eigentlich zufrieden war, die Andrew Garfield-Filme habe ich bis heute hartnäckig und erfolgreich ignoriert)

Wie bereits bei der überragenden War for the Planet of the Apes-Filmmusik ist auch für diesen Score Michael Giacchino zuständig.

„Spider-Man: Homecoming“ ist für einige (technische) Oscar-Nominierungen im Gespräch.

„Spider-Man: Homecoming“ wurde am 07.07.17 in 4348 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kam der Film am 13.07.17 in die Kinos.

Eine Fortsetzung zu „Spider-Man: Homecoming“ kommt im Jahr 2019 ins Kino.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Valerian and the City of a Thousands Planets„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Luc Bessons neuer Sci-Fi-Film mit Dane DeHaan und Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson auch mit. Ich weiß nicht ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt 3„
Bewertung des Trailers: C-.
Kommentar: davon gibt es schon drei Filme?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Dark Tower„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Stephen King-Verfilmung mit Idris Elba und Matthew McConaughey – völlig unnötig
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Lego Ninjago Movie„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: neuer Lego-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Black Panther„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Comic-Verfilmung von Ryan Coogler, da muss ich wohl im nächsten Jahr wieder einen Marvel-Film gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jumanji: Welcome to the Jungle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung von Jumanji aus dem Jahr 1995. Dieser ist mit Dwayne Johnson, Jack Black und Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

 

 

 

 

 

Denver – Film: „War for the Planet of the Apes – 3D“

Ich war am 16.07.17 in Denver und am 24.07.17 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„War for the Planet of the Apes – 3D“ (dt. Filmtitel: „Planet der Affen: Survival“, dt. Kinostart: 03.08.17) 142 min sci-fi, fantasy, drama sequel, adaptation
dir. Matt Reeves cast: Andy Serkis, Steve Zahn, Woody Harrelson, Karin Konoval, Terry Notary, Ty Olsson, Judy Greer, Amiah Miller

 

Zwei Jahre sind vergangen. Der Affen-Anführer Caesar (Andy Serkis) lebt mit seinem Stamm in den Wäldern bei San Francisco. Er hat sich vorgenommen, nur noch gegen die Menschen zu kämpfen, wenn er seine Rasse verteidigen muss. Der Colonel (Woody Harrelson) will ihn jedoch tot sehen. Eines Nachts kommt zu einem gravierenden Angriff, Caesar schwört auf Rache…

 

A (Wertung von A bis F) Nach Rise of the Planet of the Apes und Dawn of the Planet of the Apes ist „War for the Planet of the Apes“ nun der dritte und letzte Teil der neuen „Planet der Affen“-Trilogie. Der amerikanische Drehbuchautor und Regisseur („Let Me In“, Cloverfield) hat bereits bei „Dawn“ Regie geführt. Es ist der neunte Spielfilm, dem Pierre Boulles Roman „La Planète des singes“ zugrunde liegt.

Man darf sich nicht von den Trailern täuschen lassen, „War for the Planet of the Apes“ ist nichts für diejenigen, die ein bombastisches Action-Spektakel erwarten. Es ist mehr ein Arthouse-Film, dem man das Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar ansieht. „War of the Planet of the Apes“ ist dem Titel nach ein Kriegsfilm. Es gibt zwar zwei Kampfsequenzen (eine zu Beginn und eine spektakuläre gegen Ende), der Hauptpart konzentriert sich aber eher auf die Gefangenschaft in einem Arbeitslager. „War“ ist ein intensives Charakterdrama und vielleicht ist es auch Caesers „innerer Krieg“, der hier gezeigt wird. Seine Lebens- und Rachegeschichte wird mit diesem Teil zu Ende erzählt und hat mich tief berührt. Es gibt Momente, in dem der Film kaum zu ertragen ist und dann hat er mich auch an 12 Years a Slave erinnert. Das erste Mal sind mir die Tränen gelaufen, als „Bad Ape“ (eine exzellente Motion-Capture-Performance von Steve Zahn) ins Spiel kommt und von seiner Vergangenheit erzählt. Am Ende des Films bin ich in Tränen aufgelöst aus dem Kino gekommen.

Für mich ist es eindeutig der beste Teil der „Caesar“-Trilogie. Auch wenn der dritte Teil eher ein Charakter- und Gefängnisdrama ist, lohnt es sich definitiv, diesen Film in Kino zu sehen.

Ich liebe Sci-Fi-Filme, bei denen ich in eine völlig andere Welt eintauchen kann. Bei dem Reboot der „Planet of the Apes“-Filmen ist mir das möglich. Die Story um einen Virus, der beinahe die komplette Menschheit auslöscht und die Affen intelligenter macht, ist clever. Im dritten Teil ist dieser Virus mutiert und auch dies ist gut gelöst. Umrahmt wird die Geschichte von einem fantastischen Score von Michael Giacchino.

Sogenannte Blockbuster interessieren mich selten. Mein Lieblingscomicheld ist Batman und in meinen Augen gibt es keinen besseren Batman-Film als Christopher Nolans düsterer The Dark Knight. Das Reboot der „Planet of the Apes“ ist ebenso düster und was den letzten Teil der Trilogie angeht, sehr brutal und vor allen Dingen teils hoffnungslos und deprimierend. Es ist der (vorerst) letzte Affen-Film von Matt Reeves. Bei dem neuen Solo-Batman-Film „The Batman“ sollte eigentlich Ben Affleck Hauptdarsteller sein und Regie führen. Als Regisseur wurde er bereits durch Matt Reeves ersetzt. Derzeit wird gemunkelt, dass Ben Affleck viel zu alt für die Titelrolle ist und vielleicht auch durch einen jüngeren Schauspieler ersetzt wird. Mich würde das sehr freuen, aber vielleicht würde ich mir einen Matt-Reeves-Batman-Film auch sogar mit Ben Affleck anschauen.

Schon lange gibt es Stimmen, dass der englische Schauspieler Andy Serkis für seine Motion-Capture-Arbeit (u.a. Gollum in der „The Lord of the Rings“-Trilogie und King Kong im gleichnamigen Peter-Jackson-Film) mit (irgend-) einer Oscar-Nominierung belohnt wird. In diesem „Planet of the Apes“-Reboot ist er Caesar und man leidet mit ihm, ob als junger oder später als älterer Schimpanse. Wenn einem Schauspieler das über drei Filme gelingt, dann ist es Zeit, ihn für seine Arbeit mit dem höchsten Preis auszuzeichnen. AMPAS sollte sich öffnen und, wenn sie seine Leistung nicht als Schauspieler honorieren wollen oder können, sollten sie ihm einen Spezial-Oscar geben.

„War for the Planet of the Apes“ ist im Gespräch für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Andy Serkis), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Der Film könnte am Ende des Jahres durchaus auf meiner Top-Ten-Liste für Filme aus dem Jahr 2017 landen. Ich werde ihn mir die Tage nochmal in der 3D-Fassung anschauen. Update: Habe mir eine Woche später „War“ noch mal in der 3D-Fassung angeschaut. Obwohl ich wusste was passiert, fand ich den Film genauso spannend  wie bei der ersten Sichtung. Mir war der Film auch keine Minute zu lang und am Ende war ich natürlich auch wieder ein emotionales Wrack. Die Filmmusik hat mich bereits beim ersten Hinhören umgehauen, für mich zählt sie jetzt zu den besten der Filmgeschichte.  Die 3D-Fassung lohnt sich jedoch nicht.

„War for the Planet of the Apes“ ist am 14.07.17 in 4022 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kommt der Film am 3.8.17 ins Kino.

 

Trailer zu sehen (bei dem man zu Beginn sieht, wie brillant Andy Serkis ist):

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Dark Tower„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Stephen King-Verfilmung mit Idris Elba und Matthew McConaughey – völlig unnötig
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Detroit„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kathryn Bigelows neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson auch mit. Ich weiß nicht ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Golden Circle„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem sehenswerten Kingsman: The Secret Service
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Denver – Film: „Baby Driver“

Ich war am 16.07.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Baby Driver“ (dt. Kinostart: 27.07.17) 113 min  action, musical
dir. Edgar Wright cast: Ansel Elgort, Kevin Spacey, Lily James, Eiza González, Jon Hamm, Jamie Foxx, Jon Bernthal

 

Baby (Ansel Elgort) ist ein richtig guter Autofahrer. Er arbeitet für den Gangsterboss Doc (Kevin Spacey). Baby fährt das das Fluchtauto, wenn Docs Crews wieder mal ein Bank oder einen Geldtransporter überfallen. Nun will er sein kriminelles Leben aber hinter sich lassen, auch weil er sich in die Kellnerin Deborah (Lily James) verliebt hat…

 

B (Wertung von A bis F) „Baby Driver“ ist der neue Film des englischen Autors und Filmemachers Edgar Wright („Shaun of the Dead“, „Hot Fuzz“, „Scott Pilgrim vs. the World“). Es ist der erste Film, den er in den U.S.A. gedreht hat.

„Baby Driver“ war eigentlich ein Film, den ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Einen Trailer hatte ich nie gesehen und bei dem Filmtitel kann doch nichts Gutes dabei herauskommen, dachte ich. Naja, dann stand (und steht) der Film bei 95% Rotten Tomatoes und da ich sowieso einen Mainstream-Blockbuster-Kinotag plante, habe ich dann einfach noch „Baby Driver“ hinzugefügt und bin mit richtig guter Laune aus dem Kino gekommen.

Der Soundtrack wird sicherlich als einer der besten in die Filmgeschichte eingehen. Gerade wie die Musik einzelne Szenen und Verfolgungsjagden untermalt, ist brillant. „Baby“ wird uns am Anfang vorgestellt, dieser Fahrer, der aussieht wie ein Teenager, permanent Kopfhörer in den Ohren hat, laut Musik hört und dabei mit den Autos durch die Straßen von Atlanta brettert. Lag es an Edgar Wrights Inszenierung oder tatsächlich an dem, mir bislang nicht bekannten Ansel Elgort („The Divergent Series“), dass ich meine Augen nicht von „Baby“ lassen konnte und bis zum Schluss an seiner Seite war? In jedem Fall gibt der amerikanische Schauspieler einen glaubhaften und sympathischen Charakter ab, mit dem ich mitfieberte. Nun hat der Film nur ein „B“ von mir bekommen. Das liegt mit daran, dass das Drehbuch später Schwächen aufweist und die Charakterentwicklung von Kevin Spaceys „Doc“ und Jon Hamms „Buddy“ für mich nicht nachvollziehbar war. Gegen Ende des Films gibt es eine längere Sequenz, die für mich nicht zu dem eleganten und stimmigen Anfang des Films passt. Wie dem auch sein, dieser Actionfilm macht verdammt viel Spaß, mir hat sogar Jamie Foxx gut gefallen.

Selbstverständlich habe ich mir den Soundtrack direkt gekauft.

Eine Fortsetzung zu „Baby Driver“ ist bereits im Gespräch.

„Baby Driver“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival gezeigt. Der Film ist am 28.06.17 in 3226 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film am 27.07.17.

 

Der nahezu perfekte Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Home Again„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: RomCom mit Reese Witherspoon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Thor: Ragnarok„
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Was für ein (Marvel-) Scheiß
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson spielt auch mit. Ich weiß nicht, ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt 3„
Bewertung des Trailers: C-.
Kommentar: davon gibt es schon drei Filme?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuve führt Regie, Roger Deakins ist der DP, klar sieht der Film fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Golden Circle„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem sehenswerten Kingsman: The Secret Service
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Flatliners„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: unnötige Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1990
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Dark Tower„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Stephen King-Verfilmung mit Idris Elba und Matthew McConaughey – völlig unnötig
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Montréal – Film: „The Big Sick“

Ich war am 11.07.17 in Montreal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Big Sick“ (dt. Kinostart: 16.11.17) 119 min comedy, drama, biopic
dir. Michael Showalter cast: Kumail Nanjiani, Zoe Kazan, Holly Hunter, Ray Romano, Anapum Kher, Zenobia Shroff

 

 

Kumail (Kumail Nanjiani) war noch ein Kind, als seine Eltern (Anapum Kher und Zenobia Shroff) mit ihm von Pakistan in die U.S.A. ausgewandert sind. Jetzt ist er um die 30 Jahre alt, arbeitet als Uber-Fahrer und versucht, als Stand Up-Comedian durchzustarten. Seine Eltern leben sehr traditionell und setzen alles daran, ihren Sohn endlich unter die Haube zu bekommen. Dazu laden sie regelmäßig pakistanische Frauen nach Hause ein. Kumail verliebt sich aber ausgerechnet in die Amerikanerin Emily (Zoe Kazan)…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Big Sick“ basiert auf einer wahren Geschichte. Das Drehbuch wurde von dem pakistanisch-amerikanischen Schauspieler und Hauptdarsteller in diesem Film Kumail Nanjiani („Silicon Valley“) und seiner Ehefrau Emily V. Gordon geschrieben. „The Big Sick“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Michael Showalter („Wet Hot American Summer“, Hello, My Name is Doris).

„The Big Sick“ ist eher eine Tragikomödie als eine RomCom und trifft dabei so oft den richtigen Ton. Mir war der Aufbau etwas zu lang, auch bin ich kein Freund von Zoe Kazan (was Paul Dano bloss an ihr findet…), den zweiten und dritten Akt fand ich aber sehr gelungen. Wie der Filmtitel bereits andeutet, kommt es zu einem schwerwiegenden gesundheitlichen Zwischenfall und daraus ergeben sich die wunderbaren Begegnungen zwischen Kumail und Emilys Eltern (perfekt gespielt Holly Hunter und Ray Romano). Aber auch die Szenen zwischen ihm und seinen eigenen Eltern sind oftmals zum schmunzeln. Es gibt sogar Szenen, in denen ich lachen musste und zur selben Zeit sind mir die Tränen gelaufen.

Kumail, der hier seine Lebens- und Liebesgeschichte nacherzählt, ist in Pakistan geboren und mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder in die U.S.A. ausgewandert. Seine Eltern sind sehr religiös und mit ihrer Kultur und ihren Traditionen stark verbunden. Das für Kumails Mutter scheinbar einzig Erstrebenswerte scheint zu sein, dass sie ihren knapp 30-jährigen Sohn mit einer pakistanischen Frau verheiratet. Kumail ist aber in den U.S.A sozialisiert, nicht gläubig und lebt entsprechend zwischen zwei Kulturen. Auf der einen Seite möchte er seiner Familie natürlich nicht vor den Kopf stossen, auf der anderen Seite möchte er sich frei entscheiden, wie er lebt und wen er heiratet. So ergibt es sich ganz natürlich, dass er seine Eltern irgendwann fragt, warum sie mit ihm in die U.S.A. ausgewandert sind, wenn er hier so leben soll, wie in Pakistan. Der Film spricht die Probleme der jungen, modernen Generation muslimischer Zuwanderer an, ohne die ältere Generation der Migranten zu verurteilen. Letztlich kann sich eine solche Gesellschaft nur von innen heraus reformieren. Mir gefiel dieser Umgang mit dem schwierigen Thema.

Holly Hunter – was soll ich über sie groß erzählen – ich liebe diese kleine, wirblige Schauspielerin mit der etwas schrillen Stimme seit dem Coen Bros. Film „Raising Arizona“ und einem meiner Lieblingsfilme „Broadcast News“. Auch hier hätte ich der Schauspielerin bzw. ihrem Charakter ewig zuschauen können. Leicht überrascht war ich, wie gut sich Romano in das Ensemble einfügt.

 

„The Big Sick“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Kumail Nanjiani), Bester Nebendarsteller (Ray Romano), Beste Nebendarstellerin (Holly Hunter), Bestes Originaldrehbuch

 

„The Big Sick“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Am 23.06.17 ist der Film in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 14.07.17 läuft er landesweit in den U.S.A. In Kanada ist der Film am 7.7.17 ins Kino gekommen. Der deutsche Kinostart ist für den 16.11.17 vorgesehen.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Patti Cake$„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Mit solchen Frauen habe ich grundsätzlich ein Problem, aber die Patti wird von Danielle Macdonald gespielt und die ist mir bereits mal sehr positiv in Every Secret Thing aufgefallen. Der Film wird also geguckt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Victoria & Abdul„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Stephen Frears neuer Film mit Judi Dench
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Judi Dench geht immer

Trailer v. Film: „Woodshock„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: A24-Drama mit Kirsten Dunst
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

„The Big Sick“-Filmplakat in der U-Bahn in Montréal

 

 

 

 

Netflix – Film: „Shimmer Lake“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 

 

„Shimmer Lake“ (seit dem 9.6.17 weltweit auf Netflix zu sehen)“ 86 min crime
dir. Oren Uziel cast: Benjamin Walker, Wyatt Russell, Rainn Wilson, Adam Pally, John Michael Higgins Ron Livingston, Stephanie Sigman, Rob Corrdry

 

 

Andy (Rainn Wilson) ist auf der Flucht. Er wird von seinem Bruder, dem Sheriff des Städtchens, Zeke Sikes (Benjamin Walker) und zwei FBI Agenten (Ron Livingston und Rob Corddry) gesucht. Was hat Andy mit dem Banküberfall, der vor ein paar Tagen verübt wurde, zutun?

 

B (Wertung von A bis F) „Shimmer Lake“ ist das Regiedebüt des israelischen Drehbuchautors Oren Uziel (22 Jump Street)

Als Netflix-Kunde bietet es sich förmlich an, in bestimmte Filme oder Serien einfach mal „reinzugucken.“ Nach einem langen Flug und einem Drink mit den Kollegen an der Hotelbar habe ich dann ca. 20 Minuten in „Shimmer Lake“ reingeschnuppert. Was ich sah gefiel mir, ich war aber einfach zu müde. Am nächsten Morgen, Jetlag-geplagt, eigentlich immer noch nicht wirklich aufnahmefähig, setzte ich dann den Film fort und fand die Erzählstruktur arg herausfordernd. Irgendwann habe ich dann realisiert, dass die Geschichte rückwärts erzählt wird. Bei mir kam noch erschwerend dazu, dass ich am Abend zuvor tatsächlich noch einen anderen Film bei Netflix („MANVS“) anfing, was ich natürlich am nächsten Tag längst vergessen hatte und vergebens auf die Verknüpfung der Charaktere wartete. Wie dem auch sei, letztlich hat mir „Shimmer Lake“ so gut gefallen, dass ich ihn mir ein zweites Mal anschaute. Später habe ich gelesen, dass der Film als eine Art „Fargo meets Memento“ beschrieben wird. So weit würde ich keinesfalls gehen, aber sehenswert ist „Shimmer Lake“ allemal. Besonders gefallen hat mir der seltsame Humor, der sich durch den Film zieht. Alle Szenen in dem Polizeiauto haben mich am meisten amüsiert.

 

Gelesen habe ich auch, dass die deutsche Synchronisation absolut nicht zu empfehlen ist.

 

„Shimmer Lake“ ist eine Netflix-Eigenproduktion und steht seit dem 9.6.17 auf Netflix (weltweit) zur Verfügung.

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Denver – Film: „47 Meters Down“

Ich war am 25.06.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„47 Meters Down“ 89 min thriller, horror
dir. Johannes Roberts cast: Claire Holt, Mandy Moore, Chris J. Johnson, Yani Gellman, Matthew Modine

 

Lisa (Mandy Moore) und ihre jüngere Schwester Kate (Claire Holt) verbringen den Urlaub in Mexiko. Eines Abends machen sie die Bekanntschaft mit Javier (Chris J. Johnson) und Louis (Yani Gellman). Die beiden jungen Männer überreden Lisa und Kate zu einem ganz besonderen Nervenkitzel. Bereits am nächsten Tag begeben sie sich auf dem offenen Meer auf eine Tauchfahrt in einem Haikäfig. Es kommt zu einem Unglück, der rostige Käfig stürzt auf den Meeresgrund und den beiden Schwestern geht langsam der Sauerstoff zur Neige…

 

C+ (Wertung von A bis F) „47 Meters Down“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Johannes Roberts („F.“, „Storage 24“, „The Other Side of the Door“)

Einige Logiklücken, viel nerviges Geplapper und zu wenig Hai-Angriffe – das ist mit wenigen Worten, was mir zu „47 Meters Down“ in Erinnerung geblieben ist. Gegen Ende des Films gibt es aber dann doch noch eine lohnenswerte Sequenz. Die fand ich extrem spannend, so sehr, dass sie mich von meiner bequemen Lümmelposition in die Aufrechte wechseln liess. Dafür spendiere ich einen Zusatzpunkt für den sonst mauen Film. Wer einen spannenden Hai-Film angucken will, sollte sich lieber The Shallows vom letzten Jahr ausleihen.

Vermutlich hatte auch Jeff Bridges keine Lust auf den Film, jedenfalls hat man Matthew Modine in einer Rolle besetzt und hat ihn so aussehen und sprechen lassen als wäre er Jeff Bridges – sehr irritierend.

Ursprünglich sollte „47 Meters Down“ unter dem Filmtitel „In the Deep“ Anfang August 2016 direkt auf VOD/DVD herauskommen. Die (amerikanischen) Filmrechte wurden jedoch verkauft und der neue Verleiher brachte den Film nun am 16.06.17, knapp ein Jahr später, landesweit mit 2471 Kopien ins amerikanische Kino. Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Valerian and the City of a Thousands Planets„
Bewertung des Charity-Teasers: C+
Kommentar: Luc Bessons neuer Sci-Fi-Film mit Dane DeHaan und Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „Happy Death Day„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: eher nicht

Trailer v. Film: „Geostorm„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Katastrophen-Film mit Gerard Butler, Jim Sturgess, Ed Harris, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: eher nicht

Trailer v. Film: „Wish Upon„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Ryan Phillippe und Joey King
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Friend Request„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Horrorfilm von Simon Verhoeven, der in Deutschland unter dem Filmtitel „Unfriend“ bereits im Januar 2016 ins Kino kam
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 0%

Trailer v. Film: „War for the Planet of the Apes„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Mir geht das Herz auf, wenn ich Caesar sehe, ich liebe diese Reihe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Denver – Film: „It Comes at Night“

Ich war am 25.06.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„It Comes at Night“(dt. Kinostart: 18.01.18) 97 min drama, thriller
dir. Trey Edward Shults cast: Joel Edgerton, Christopher Abbott, Carmen Ejogo, Kelvin Harrison Jr., Riley Keough

 

Es grassiert eine hochansteckende, tödliche Krankheit, kürzlich musste Paul (Joel Edgerton) erst seinen Schwiegervater beerdigen. Paul lebt mit seiner Frau Sarah (Carmen Ejogo) und ihrem gemeinsamen 17-jährigen Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) in einem sehr abgelegenen Haus inmitten eines Waldes. Eines Tages versucht jemand, in ihr Haus einzubrechen….

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „It Comes at Night“ ist nach „Krisha“ erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Trey Edward Shults.

A24 ist ein, im Jahr 2012 gegründeter New Yorker Indie-Filmverleiher. In meinen Augen kann man ihn durchaus mit, dem von Harvey und Bob Weinstein gegründeten Indie-Filmverleih Miramax in den 1980er bzw. 1990er Jahren vergleichen. Sie geben auch jungen, noch nicht etablierten Filmemachern eine Chance. Mir ist das wahnsinnig sympathisch, dass ich ihrer Filmauswahl mittlerweile quasi „blind“ vertraue. Under the Skin, The Rover, A Most Violent Year, Ex Machina, Slow West, Room, The Lobster und der diesjährige Oscar-Gewinner-Film Moonlight sind nur ein paar Filme aus ihrem beachtlichen Repertoire. Die Arbeit ihrer Marketing-Abteilung ist jedoch noch verbesserungswürdig.

Sicherlich ist es schwer, „It Comes at Night“ zu vermarkten. Der Film gehört in ein Arthouse-Kino und hat in einem Kinocenter bei Zuschauern, die dem Filmtitel und dem Trailer nach vielleicht einen Monsterhorrorfilm erwarten, nichts verloren. Zugegebenermassen kann ich mir aber auch vorstellen, dass einige Programmkinogänger verstört aus diesem Film kommen.

Wie bereits das eindrucksvolle Regiedebüt des erst 28-jährigen Trey Edward Shults, „Krisha“ (leider hatte ich im letzten Jahr nicht die Zeit gefunden, über den Film zu schreiben), ist auch „It Comes at Night“ ein Familien- bzw. Psychodrama, das sich anfühlt wie ein Horrorfilm. Worum geht es? Das alles dominierende Thema ist Angst. Was macht sie mit einem? Wie reagiert man in Extremsituationen? Das sollte man zu jedem Zeitpunkt im Kopf behalten, dann hat man am Ende einen fabelhaften Film gesehen. Außerdem sollte man darauf achten, wie und wann (und warum am Ende nicht mehr) sich das Bildformat ändert. Am meisten mochte ich, wie die beiden Dialogszenen zwischen Paul und Will (gespielt von Joel Edgerton und Christopher Abbott) inszeniert sind. In diesem atmosphärischen Kammerspiel sind alle sechs Schauspieler glaubwürdig. Auch Riley Keough, die Enkeltochter von Elvis, fand ich überzeugend. Der Score ist auffallend gut.

In einem Interview hat der Autor/Regisseurs angegeben, dass er in seinen ersten beiden Filmen persönliche Emotionen und Erfahrungen verarbeitet hat. Seinen Arbeiten kann man ansehen, dass er sein Handwerk versteht und man von ihm noch einiges erwarten kann. Der junge Regisseur ist sicherlich einer der interessantesten Filmemacher heutzutage. Ich bin gespannt auf seinen nächsten Film und noch mehr, was er für Filme in, vielleicht zehn Jahren, liefert

„It Comes at Night“ wurde erstmalig auf dem Overlook Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 9.6.17 landesweit in 2533 amerikanischen Kinos gestartet. Ein deutscher Kinostart ist bislang noch nicht bekannt. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 18.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Valerian and the City of a Thousands Planets„
Bewertung des Charity-Teasers: C+
Kommentar: Luc Bessons neuer Sci-Fi-Film mit Dane DeHaan und Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Star Wars: The Last Jedi„
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Der achte Teil, dieses Mal führt Rian Johnson Regie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: ich habe ja auch die anderen gesehen

Trailer v. Film: „Atomic Blonde„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. In Berlin gedrehter Actionfilm mit Charlize Theron und James McAvoy –  Til Schweiger spielt aber auch mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „Annabelle: Creation„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm-Prequel mit Anthony LaPaglia
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 60%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Etwas unglücklich bin ich mit Kenneth Branagh als Hercule Poirot, Peter Ustinov ist einfach nicht ersetzbar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: A24-Film und schon bin ich dabei.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „A Ghost Story“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: A 24-Drama mit Rooney Mara und Casey Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV-Serie: „Taboo, 1. Staffel“

Ich habe mir folgenden BBC One-TV-Serie angeschaut:

 

„Taboo, 1. Staffel“ (in Deutschland seit dem 13.04.17 auf DVD und Blu-ray zu erhalten) 8 x approx. 55 min drama
dir. Kristoffer Nyholm, Anders Engström cast: Tom Hardy, Oona Chaplin, Jessie Buckley, Jefferson Hall, David Hayman, Edward Hogg, Michael Kelly, Jonathan Pryce, Nicholas Woodeson, Tom Hollander, Franka Potente

 

Im Jahr 1814. James Delaney (Tom Hardy) war zwölf Jahre in Afrika und kehrt nun nach London zurück. Sein Vater ist verstorben und er will ihm die letzte Ehre erweisen. Nicht nur seine Halbschwester Zilpha (Oona Chaplin) hatte geglaubt, er wäre längst tot. Sein Vater hat ihm Nootka Sound, ein Stück Land an der Westküste von Nordamerika vererbt. Das Vereinigte Königreich befindet sich im Krieg mit den Vereinigten Staaten von Amerika und Nootka Sound ist geopolitisch bedeutsam. Auch für die East India Company ist es ein, für den Seehandel, strategisch wichtiges Land. Der Direktor der einflussreichen Handelsgesellschaft, Sir Stuart Strange (Jonathan Pryce) hatte nach dem Tod von James Delaneys Vater fest damit gerechnet, dass er Nootka Sound von dessen Tochter und ihrem Ehemann Thorne Geary (Jefferson Hall) abkaufen kann. Nun ist jedoch James Delaney der Alleinerbe und nicht an einem Verkauf von Nootka Sound interessiert. Vielmehr will er seine eigene Handelsfirma aufbauen. Es dauert nicht lange und sämtliche Menschen trachten James Delaney nach dem Leben. Sie dürfen nur nicht den Fehler begehen, ihn zu unterschätzen…

 

B (Wertung von A vis F) „Taboo“ wurde von dem britischen Drehbuchautor und Filmemacher Steven Knight (Eastern Promises, Locke), Schauspieler Tom Hardy und seinem Vater Chips Hardy kreiert. Bei den ersten vier Episoden hat der dänischer Filmemacher Kristoffer Nyholm Regie geführt, bei den letzten vier Episoden der finnische Filmemacher Anders Engström.

Grundsätzlich habe ich kein Interesse an düsteren Fantasy-Serien, die in anderen Epochen angesiedelt sind. Ich hatte beispielsweise nie das Bedürfnis, auch nur eine Episode der gehypten Serie „Game of Thrones“ zu schauen. Bei dieser zunächst achtteiligen Serie musste ich aber schon Tom Hardy zuliebe reinschauen. Dabei geblieben bin ich wegen – natürlich – Tom Hardy, der wunderbaren Filmmusik (des deutsch-britischen Komponisten Max Richter, bekannt für sein stimmungsvolles Musikstück „On the Nature of Daylight“, das bereits in einigen Filmen, u.a. in Shutter Island, Disconnect und kürzlich zu Beginn von Denis Villeneuves Arrival genutzt wurde) und dem exzellenten Setting. Irgendwann hat mich die langsam erzählte Geschichte um den rätselhaften James Delaney aber auch gepackt.

„Taboo“ sah zunächst nach einer reinen Rachegeschichte aus, es gibt aber auch ein recht glaubhaftes Bild der britischen Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder. Diese britische Serie ist sehr finster und schmuddlig und richtig brutal und blutig. Es gibt ein Familiengeheimnis, viel Sex, Kannibalismus, Exorzismus, aber – man kann es nicht genug erwähnen – vor allen Dingen: Tom Hardy.

Tom Hardy hat eine unglaubliche Präsenz. Es ist nicht die Präsenz eines Filmstars. Tom Hardy umgibt eine mysteriöse Aura. er hat die Präsenz seines jeweiligen Charakters. Für mich gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass er privat so gefährlich ist, wie der Charakter, den er in dem Moment verkörpert. Das ist eine äußerst seltene Gabe. Er braucht nicht viele Worte, alleine mit seinen Augen, seinen intensiven Blicken, seinem mittlerweile schon legendären Geknurre macht er einem klar, ob man sich ihm annähern darf oder lieber schleunigst das Weite suchen sollte. Wenn man sonst keinen Grund hat diese Serie zu schauen, Tom Hardy ist der Garant, dass einem nicht langweilig wird.

Franka Potente spielt hier die deutsche Puffmutter (mit dem beachtenswerten Namen Helga von Hinten). Schwierig, generell, sie hat keine so große Rolle, in meinen Augen nimmt die Schauspielerin aber zu viel Raum ein.

Für mich gibt es keine Alternative, ich muss Filme und Serien im Original schauen. Bei „Taboo“ empfehle ich dringend, diese Serie in der Originalfassung sehen. Um jedoch hier alles zu verstehen, brauchte auch ich die (englischen) Untertitel.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

James Keziah Delaney kehrt nach dem Tod seines Vaters nach London zurück. Zwölf Jahre war er in Afrika. Der mysteriöse James Delaney wird von dem englischen Schauspieler Tom Hardy verkörpert. Mir ist er erstmalig in Bronson aufgefallen. Er hat aber auch u.a. in Inception, Tinker Tailor Soldier Spy, Warrior, The Drop, Mad Max: Fury Road mitgespielt. Seine bisher einzige Oscar-Nominierung hat er für seine Performance in The Revenant bekommen.

Brace war Butler von James Delaneys Vater, jetzt arbeitet er für seinen Sohn. Brace ist sowas wie meine Lieblingsfigur der Serie. Gespielt wird Brace von dem schottischen TV- und Theaterschauspieler David Hayman. Mir ist unbegreiflich, warum mir David Hayman bisher noch nicht aufgefallen ist, aber gut, ich habe auch kaum Filme gesehen, in denen er mitgespielt hat. Er war aber in „Ordinary Decent Criminal“, „The Boy in the Striped Pyjamas“ und „Macbeth“ zu sehen.

Zilpha ist James Delaneys Halbschwester. Verheiratet ist Zilpha mit Thorne Geary (gespielt von Jefferson Hall). Zilpha wird von der spanischen Schauspielerin Oona Chaplin gespielt, sie ist die Tochter von Schauspielerin Geraldine Chaplin und Enkeltochter von Charlie Chaplin. Ich kannte sie nicht, ihrer Performance in „Taboo“ nach zu urteilen, habe ich auch nicht viel verpasst. Denen, die „Game of Thrones“ schauen, wird sie sicher bekannt sein.

Lorna Bow ist die Witwe von James Delaneys Vater. Gespielt wird Lorna Bow von der irischen Sängerin und Schauspielerin Jessie Buckley.

Thorne Geary ist James Delaneys Schwager, er ist mit Zilpha (gespielt von Oona Chaplin) verheiratet. Gespielt wird Thorne Geary von dem englischen Schauspieler Jefferson Hall. Er hat in einigen TV-Serien („Vikings“, „Game of Thrones“) mitgewirkt.

Dr. Edgar Dumbarton ist ein amerikanischer Arzt und (vielleicht) ein Spion. Gespielt wird Dr. Dumbarton von dem amerikanischem Schauspieler Michael Kelly. Mir war Michael Kelly vor allen Dingen durch die TV-Serie House of Cards  bekannt, er hat aber auch in u.a. Law Abiding Citizen, Fair Game und Now You See Me mitgespielt.

Dr George Cholmondeley ist Chemiker. Gespielt wird Dr. Cholmondeley von dem englischen Schauspieler Tom Hollander. Er hat in vielen britischen und amerikanischen Kinofilmen mitgespielt (u.a. in „Gosford Park“, „Pride and Prejudice“, Hanna, „Mission: Impossible – Rogue Nation“). Mir ist er noch durch seine Rolle in The Night Manager präsent.

Godfrey ist Angestellter der East India Company. Gespielt wird Godfrey bzw. Godders von dem englischen Schauspieler Edward Hogg. Er hat in einigen amerikanischen Kinofilmen (u.a. „Anonymous“, „Jupiter Ascending“, „Kill Your Friends“) mitgewirkt.

 

„Taboo“ wurde erstmalig v. 07.01.17 – 25.02.17 auf BBC One ausgestrahlt. In den U.S.A. lief die erste Staffel v. 10.01.17 – 28.02.17 auf dem amerikanischen Kabelsender FX. Zwei weitere Staffeln von „Taboo“ sind geplant, die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

 

Seoul – Film: „Wonder Woman“

Ich war am 09.06.17 in Seoul und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wonder Woman“ (dt. Kinostart: 15.06.17) 141 min action, adventure, fantasy
dir. Patty Jenkins cast: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Danny Huston, Connie Nielsen, David Thewlis

 

Die Amazonenprinzessin Diana (Gal Gadot) wurde in einem verborgenen Inselparadies groß. Von ihrer Tante Antiope (Robin Wright) wurde sie zur Kriegerin ausgebildet, sie verfügt jedoch noch über weitere Gaben. Eines Tages stürzt der Pilot Steve Trevor (Chris Pine) mit seinem Flugzeug vor der Insel ins Meer. Diana rettet den jungen Mann und erfährt von dem Krieg, der außerhalb ihrer Welt herrscht. Sie macht den Kriegsgott Ares dafür verantwortlich und beschließt, Steve zu folgen und den Menschen zu Hilfe zu kommen.

 

B- (Wertung von A bis F) „Wonder Woman“ ist die erste Kino-Soloadaption der gleichnamigen Figur aus dem DCEU. Es ist neue Film der amerikanischen Filmemacherin Patty Jenkins („Monster“). Sie hat ihr Regiedebüt mit „Monster“ im Jahr 2003 gegeben. Dies ist erst Patty Jenkins zweiter Kinofilm.

Was ist so schwer daran, einen Blockbuster auf 90 Minuten zu stutzen? Eine Superhelden-Geschichte sollte in anderthalb Stunden erzählt sein, meinetwegen auch im Ausnahmefall mal in zwei Stunden, aber keinesfalls länger. „Wonder Woman“ ist mindestens 20 Minuten zu lang. Und das schmerzt, weil ich schon unruhig in meinem Kinosessel hin und her rutschte und mir dann im dritten Akt einige Szenen (ich liebe den gläsernen Hochstand) besonders gut gefielen. (Ich mochte aber auch viele Sequenzen auf der Amazonen-Insel.)

Eigentlich wollte ich mir den Film überhaupt nicht anschauen. Dieser ganze Superhelden-Kram interessiert mich nicht die Bohne. Mit Logan habe ich, in meinen Augen, dieses Jahr dahingehend bereits meinen Soll erfüllt. Dann wurden aber von allen Seiten Lobeshymnen auf den Film angestimmt, die Oscars ins Spiel gebracht und ich – mal wieder – aus dem Stand By nach Seoul geschickt und schon sitze ich im Kino gucke mir einen Film an, den ich vom Trailer her grausig fand. So kann´s gehen.

Zunächst ist es sehr löblich, dass es endlich einen ordentlichen Superhelden-Film gibt, in dem eine Frau die Hauptrolle spielt. Traurig, dass dies die erste Comic-Adaption ist, bei dem eine Frau Regie führte. Daran sieht man, wie schwer es Regisseurinnen in Hollywood haben. Patty Jenkins hat ihren ersten und einzigen Spielfilm vor 14 Jahren ins Kino gebracht. Charlize Theron wurde für ihre Performance in diesem Film mit dem Oscar ausgezeichnet und doch bekommt die Regisseurin keine Chance, einen weiteren Kinofilm zu inszenieren. Sie wechselte zum Fernsehen und führte Regie bei einigen TV-Projekten, für die beiden Episoden der amerikanischen TV-Serie The Killing wurde sie sogar für den Emmy nominiert. Nun ist „Wonder Woman“ ein riesiger kommerzieller Erfolg, er wurde von den meisten US-Kritikern äußerst positiv aufgenommen und jetzt wird darüber verhandelt, Patty Jenkins auch die Fortsetzung zu dem Film anzuvertrauen.

Die pure Existenz von „Wonder Woman“ in dieser Form begeistert mich mehr als der eigentliche Film.

Was ich tatsächlich von dem Film mitgenommen habe, ist, dass einzig Frauen die Welt retten können – aber das war mir bereits vorher klar.

Den Hype um die israelische Schauspielerin Gal Gadot kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie macht ihre Sache ganz gut – nicht mehr und nicht weniger. Generell finde ich aber auch, dass Wonder Woman kein so cooler Filmcharakter ist (allein das Kostüm finde ich albern). Was den Film angeht, hätte es auch die Liebesgeschichte nicht gebraucht. Den Bösewicht in dem Film finde ich gänzlich fehlbesetzt. Überhaupt hätte lieber einen Film über Robin Wrights Charakter gesehen.

„Wonder Woman“ hatte am 15.05.17 seine Weltpremiere in Shanghai, China. Am 02.06.17 ist der Film in rekordverdächtigen 4165 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist bereits am 31.05.17 in Südkorea ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Seoul gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit koreanischen Untertiteln. Am 15.06.17 kommt der Film ins deutsche Kino.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Despicable Me 3„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: 3. Teil des Animationsfilms
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: Unfassbar (neuer, anderer Trailer)
Kommentar: FYMB
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Niemals…nie…ich schwöre

Trailer v. Film: „The Edge of Seventeen„
Bewertung des Trailers: B+ (Trailer auch etwas anders)
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson, Kyra Sedgwick und Hailee Steinfeld
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B (völlig anderer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson. Leider soll der Film schlecht sein, daher habe ich ihn mir bisher auch nicht angeschaut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Kino in Korea

Vor etwas mehr als zwei Jahren war ich das erste Mal in Südkorea im Kino. Ich hatte darüber berichtet. Zu meinem großen Mißfallen wurde das Kino meines Vertrauens gerade umgebaut. Der Concierge unseres Hotels, der mir meine Verzweiflung angesehen haben muss, hat sich dann aber große Mühe gegeben, mir eine Alternative rauszusuchen. Das Kinocenter befindet sich zwei U-Bahnstationen von unserem Crewhotel entfernt, (Station BulGwang), im 11. Stockwerk eines Kaufhauses. Als nunmehr Experte für koreanische Kinos wusste ich, dass man – bevor man an die Kinokasse herantreten darf, zunächst eine Wartemarke ziehen, dann in der Halle Platz nimmt und wartet, bis seine Nummer aufgerufen wird. (Ich habe alles anhand der Fotos dokumentiert). Mit hervorragenden Englischkenntnissen fragte mich dann die Dame an der Kinokasse, ob ich bereits Mitglied der Kinokette bin (noch nicht, aber wenn die mich noch mal aus dem Stand By hierher schicken, sollte ich mir das wirklich überlegen) und fragt mich, wo ich sitzen will. Dann zahle ich meine 11.000 Won (ca. 8,75 Euro) und werde darauf hingewiesen, dass sich der Kinosaal noch weitere 2 Stockwerke höher befindet. Meine Vorstellung begann um 12.30 Uhr, die Werbung startete um 12.23 Uhr und ging inkl. Trailer und der zweimaligen Präsentation der tollen Samsung-Ostrich-Werbung bis 12.40 Uhr.

Der Wartemarken-Automat in dem koreanischen CGV-Kino

 

meine Wartemarke, Nr. 67

 

Der Warteraum in dem koreanischen CGV-Kinocenter

 

gerade wurde die Nr. 64 aufgerufen

 

Das koreanische Filmplakat von „Wonder Woman“

 

San Francisco – Film: „Wakefield“

Ich war am 30.05.17 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wakefield“ 106 min drama, adaptation
dir. Robin Swicord cast: Bryan Cranston, Jennifer Garner, Beverly D´Angelo

 

Der New Yorker Anwalt Howard Wakefield (Bryan Cranston) überlegt sich eines Tages spontan, einfach nicht zu seiner Frau (Jennifer Garner) und seinen beiden Töchtern nach Hause zu gehen. Er schläft auf dem Dachboden seiner gegenüberliegenden Garage. Am nächsten Morgen findet er immer noch Gefallen daran, das Familienleben zwar beobachten zu können, aber selbst nicht daran teilhaben zu müssen. Daraus entwickelt sich für ihn ein völlig  neues Lebenskonzept…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Wakefield“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von E.L. Doctorow. Es ist der neue Film der amerikanischen Drehbuchautorin („Little Women“, „Memoirs of a Geisha“, „The Curious Case of Benjamin Button“) und Filmemacherin („The Jane Austen Book Club“) Robin Swicord.

Wakefield“ ist eine Charakterstudie eines Mannes, der seine Familie grundlos von einem Tag auf den anderen zurücklässt. Dabei ist ihm völlig gleichgültig, ob sich seine Frau und seine Töchter Sorgen um ihn machen oder gar in finanzielle Nöte geraten – was für ein, Entschuldigung, Arschloch. Um das Ganze noch zu toppen, versteckt er sich auf dem Dachboden seiner eigenen Garage und beobachtet seine Familie fortan. Er wäscht sich nicht groß, ernährt sich von Essenresten aus Mülltonnen und verrichtet seine Notdurft in Flaschen und Eimern. Was für ein erstrebenswertes Leben. Der Film ist in weiten Teilen unlogisch, richtig ärgerlich wird die Geschichte aber, als geistig zurückgebliebene Nachbarskinder ins Spiel kommen. Damit so ein Film funktioniert, müsste man Mitgefühl oder wenigstens etwas Verständnis für die Entscheidung des Protagonisten aufbringen können. Das ist mir nicht im Entferntesten gelungen. Bei mir ruft so ein verantwortungsloses, egoistisches und und tatsächlich ekelerregendes Verhalten jedoch einzig pure Wut hervor. Der Film endet abrupt und just in dem Moment, in dem der Film endlich interessant geworden wäre.

Ich bin es leid, Filme über öde, wohlstandsverwöhnte Männer, die in einer Lebenskrise stecken, zu sehen.

„Wakefield“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 19.05.17 in einem amerikanischen Kinos gestartet, mittlerweile läuft er in 30 Kinos landesweit und war seit dem 26.05.17 auch auf VOD zu sehen. Ein deutscher Kinostart ist bislang nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Hero“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Film mit Sam Elliot (der eine so tolle Stimme hat) und Katherine Ross (mit der er verheiratet ist)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Trailer v. Film: „My Cousin Rachel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Rachel Weisz
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dean“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Kevin Kline und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „I, Daniel Blake“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ken Loach´Cannes Gewinner-Film vom letzten Jahr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr auf dem NYFF gesehen

Trailer v. Film: „Band Aid“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Indie-Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

San Francisco – Film: „Paris Can Wait“

Ich war am 29.05.17 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Paris Can Wait“ (dt. Filmtitel: „Paris kann warten“, dt. Kinostart: 13.07.17) 92 min comedy
dir. Eleanor Coppola cast: Diane Lane, Alec Baldwin, Anraud Viard

 

Anne (Diane Lane) ist mit ihrem Ehemann Michael (Alec Baldwin), einem erfolgreichen Filmproduzenten, bei den Filmfestspielen in Cannes. Eigentlich wollten sie noch einen paar Tage in Budapest und Paris verbringen. Michael hängt aber die ganze Zeit am Telefon. Da sie unter heftigen Ohrenschmerzen leidet, spart sie sich den Flug nach Budapest und lässt sie sich von Michaels französischem Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) überreden, mit dem Auto nach Paris zu fahren. Jacques ist jedoch kein sonderlich guter Fahrer, das Auto ist auch alt und so brauchen sie ziemlich lange für die Fahrt. Er nutzt die Chance, ihr die traumhafte Landschaft und die französische Küche und Lebensweise näherzubringen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Paris Can Wait“ ist der neue Film der 81-jährigen amerikanischen Filmemacherin Eleanor Coppola („Hearts of Darkness: A Filmmaker’s Apocalypse“). Sie ist die Ehefrau des legendären Regisseurs Francis Ford Coppola („The Godfather“-Trilogie, „Apocalypse Now“).

„Paris Can Wait“ ist sowas wie ein nettes Roadmovie. Nett der Sorte, dass ich ihn zugegebenermassen bereits am nächsten Tag schon vergessen hatte. Hätte ich mir nicht notiert, wie sehr ich die Fotos, die Diane Lanes Charakter mit ihrer Kamera aufnimmt, lieben würde, selbst daran hätte ich mich heute nicht mehr erinnern können. Was aber tatsächlich bleibt ist das fantastisch lecker aussehende Essen und die Atmosphäre und meine Vorfreude auf unseren diesjährigen Urlaub in der Provence.

 

„Paris Can Wait“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film kam am 12.05.17 in vier amerikanischen Kinos. Mittlerweile ist er in 70 Kinos landesweit zu sehen. In Deutschland startet der Film am 13.07.17 in den Kinos.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „An Inconvenient Sequel: Truth to Power“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Die Doku-Fortsetzung von Al Gores Beitrag zum Klimawandel
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Last Shaman“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „My Cousin Rachel“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Rachel Weisz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dean“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Kevin Kline und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Maudie“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: biografisches Drama mit Sally Hawkins und Ethan Hawke
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Filmplakat von „Paris Can Wait“

 

 

Netflix – Film: „War Machine“

Ich habe mir den folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 

„War Machine“ (seit dem 26.5.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 122 min satire, drama, adaptation
dir. David Michod cast: Brad Pitt, Anthony Hayes, John Magaro, Emory Cohen, Anthony Michael Hall, Topher Grace, Scott McNairy, Tilda Swinton, Ben Kingsley, Keith Stanfield, Alan Ruck, Meg Tilly

 

 

Im Jahr 2009 übernimmt General Glen McMahon (Brad Pitt) das Kommando über die ISAF-Truppen in Afghanistan. Vor ihm sind bereits einige Generäle gescheitert, dort den Krieg zu gewinnen, aber der ehrgeizige McMahon hat sich hohe Ziele gesteckt…

 

B (Wertung von A bis F) „War Machine“ basiert auf Michael Hastings Sachbuch „The Operators: The Wild and Terrifying Inside Story of America’s War in Afghanistan“. Erzählt wird eine fiktive Geschichte der Ereignisse aus dem Jahr 2009. Zentrale Figur in der Geschichte ist General Stanley A. McChrystal (im dem Film, der von Brad Pitt dargestellte General Glen McMahon). McChrystals rechte Hand war seinerzeit General Michael Flynn, der im Jahr 2017 unter US-Präsident Donald Trump als Nationaler Sicherheitsberater vereidigt wurde und kurz darauf aufgrund seiner umstrittenen Kontakte zu Moskau wieder zurücktreten musste. (General Mike Flynn wird im Film General Greg Pulver genannt und von Anthony Michael Hall gespielt). Diese Kriegssatire ist der neue Film des australischen Filmemachers David Michod (Animal Kingdom, The Rover).

Etwas vorweg: Der Film wäre besser ohne Brad Pitt. Ich konnte mich von Anfang bis Ende des Films nicht daran gewöhnen, dass Brad Pitt seine Filmfigur so überzeichnet. Er spricht wahnsinnig angestrengt, läuft mit hochgezogener Sportshorts herum, als wäre er geistig zurückgeblieben, hat eine seltsame Mimik und Körperlichkeit, usw. Mir kam es so vor, als wäre er in einem ganz anderen Film als der Rest des Ensembles. Zum Filmende gibt es ein Cameo (das ich nicht spoilern werde), ich wünschte „War Machine“ hätte diesen Schauspieler in der Hauptrolle besetzt.

In vielen satirischen Momenten ist „War Machine“ wirklich gut, ich habe einige Male lauthals lachen müssen. Leider vergisst der Film irgendwann, dass er eine Kriegssatire sein möchte und ist auf einmal ein Kriegsdrama, das fand ich äußerst irritierend. Es wäre schön gewesen, wenn ein Genre konsequent durchgehalten worden wäre.

Der Film hält so viele exzellente Performances parat: Ben Kingsley als Präsident Karzai, Alan Ruck („Ferris Bueller´s Day Off“, „Spin City“) als US-Botschafter in Afghanistan. Meg Tilly (die ich nicht als Meg Tilly erkannt habe – neben ihr fand ich aber sogar Brad Pitt besser) als Frau von Brad Pitts Charakter. Anthony Michael Hall („The Breakfast Club“) als eine Mike-Flynn-Version und Tilda Swinton als hartnäckige deutsche Politikerin. In dieses hervorragende Ensemble fügt sich – wie selbstverständlich – der Jungschauspieler Keith Stanfield (Short Term 12, Get Out ) ein. Ich bin sehr zuversichtlich, hier einen der besten Schauspieler der Zukunft zu sehen.

 

Der Kriegsberichterstatter und Investigativ-Journalist Michael Hastings hat das Sachbuch geschrieben, auf dem „War Machine“ basiert. Zuvor hat er einen Artikel im Rolling Stone-Magazin veröffentlicht. In seinem Portrait „The Runaway General“ beschrieb er u.a., wie General McChrystal und seine Truppe über die amtierende US-Regierung lästerten. Dieser Artikel zwang den Vier-Sterne-General McChrystal zum Rücktritt. Michael Hastings schrieb später weitere Artikel und arbeitete gerade an einer Enthüllungsstory über die CIA, als der erst 33-jährige Autor unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

 

Ich hätte „War Machine“ gerne im Kino gesehen, es ist aber ein Netflix-Original-Film. Seit dem 26.5.17 ist er exklusiv auf Netflix abrufbar.

Trailer zu sehen:

 

 

 

NYC – Film: „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“

Ich war am 02.05.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ (dt. Kinostart: 21.09.17) 118 min drama
dir. Joseph Cedar cast: Richard Gere, Lior Ashkenazi, Hank Azaria, Steve Buscemi, Charlotte Gainsbourg, Michael Sheen, Dan Stevens

 

 

 

Der New Yorker Norman Oppenheimer (Richard Gere) ist ein Möchtegern, der alles daran setzt, mit den einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik und Finanzwelt mitzuspielen. Ständig arbeitet er daran, sein Netzwerk zu erweitern. Als er eines Tages den stellvertretenden israelischen Handels- und Arbeitsminister Micha Eshel (Lior Ashenazi) kennenlernt, umschmeichelt er den Politiker und freundet sich mit ihm an. Zu dem Zeitpunkt konnte er nicht ahnen, dass Eshel einige Jahre später zum Premierminister von Israel gewählt wird und er durch diese Verbindung in arge Probleme geraten wird.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ ist der neue Film des israelischen Autors und Filmemachers Joseph Cedar („Campfire“, „Beaufort“, „Footnote“). Dies ist sein erster englischsprachiger Spielfilm.

„Norman“ ist eine, in vier Kapiteln erzählte Charakterstudie über (wie der ausführliche Filmtitel bereits erahnen lässt) den Aufstieg und Fall eines Geschäftemachers. Ich mochte die Geschichte. Auch wenn es eine fiktive ist, könnte sie sich genau so zugetragen haben. Der jüdische Filmemacher hat in einem Interview kürzlich die Vermutung geäußert, dass in der israelischen Regierung bestimmt sechs oder sieben „Eshels“ sitzen und es Hunderte von „Normans“ gibt, die den Kontakt zu dem jeweiligen gesucht haben oder noch suchen. Was Richard Geres Filmcharakter angeht, bleibt mir zu lange offen, wie, wo und wovon er genau lebt. Wie verdient ein solcher Mittelsmann sein Geld? Später im Film bekommt man erfreulicherweise das Prinzip seines Jobs erklärt. Norman ist einer dieser aufdringlichen und unangenehmen Gesellen, denen man im realen Leben fluchtartig aus dem Weg geht und durch dessen Verhalten man selbst wenn man es nur im Film sieht, Bauchschmerzen bekommt.

 

Richard Gere spielt hier sehr aufrichtig, wahrscheinlich war er nie besser. Wobei ich mich erinnere, dass ich ihn für seine Performances schon öfter gelobt habe. Es liegt wohl daran, dass (ähnlich wie bei Brad Pitt) seine Filmstar-Präsenz immer dominiert und sein Schauspiel darüber leicht in den Hintergrund gedrängt wird. Richard Gere hat Norman jedenfalls zum Leben erweckt, allerdings ist es von enormer Bedeutung, dass dieser Filmcharakter jüdisch ist und die jüdischen Wurzeln nehme ich dem amerikanischen Schauspieler und bekennenden Buddhisten leider gar nicht ab. Das hat mich extrem abgelenkt und daher finde ich – so leid es mir tut – dass er hier fehlbesetzt ist. Steve Buscemi beispielsweise hat im wahren Leben auch keine jüdischen Vorfahren, aber ihm nehme ich hier den New Yorker Rabbi definitiv ab.

Charlotte Gainsbourg hat mir hier endlich mal wieder gut gefallen, vielleicht lag es aber auch an ihrer Rolle. Die einzigen, die diesen Norman hier infrage stellen, sind Frauen. Vielleicht lassen sich Männer auch leichter von so einem Typen täuschen.

 

„Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Am 14.04.17 ist der Film in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile ist er in 373 Kinos landesweit zu sehen. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt. Update: „Norman“ soll am 21.09.17 in die deutschen Kinos kommen.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Ghost Story“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: A 24-Drama mit Rooney Mara und Casey Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Past Life“ (hebräisch mit englischen Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: israelischer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Angkor Awakens: A Portrait of Cambodia“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über Kambodscha
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commune„ (dänisch mit engl. Untertiteln)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken, aber eher ja

 

Filmplakat von „Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer“

Berlin – Film: „Alien: Covenant“

Ich war am 19.05.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Alien: Covenant“ (dt. Kinostart war der 18.05.17) 122 min horror, sci-fi, sequel
dir. Ridley Scott cast: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bichir, Carmen Ejogo, Guy Pearce, James Franco

 
Im Jahr 2104. Das Raumschiff Covenant ist auf dem Weg zu einem abgelegenen Planeten am Rand der Galaxie. Die Crew-Mitglieder wollen dort mit 2000 eingefrorenen Menschen und 1000 Embryonen eine neue Menschenkolonie aufbauen. Das Kolonieschiff gerät in einen Weltraumsturm und so muss der Android Walter (Michael Fassbender) die Besatzungsmitglieder vorzeitig aus ihrem mehrjährigen Schlaf wecken. Als die Besatzung ein Signal von einem anderen Planeten empfängt, steuert sie diesen an. Vielleicht ist dieser erdähnlicher Planet bewohnbar und sogar noch besser geeignet als der andere? Wenn sie sich da mal nicht getäuscht haben…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Alien Covenant“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Ridley Scott („Blade Runner“, Thelma & Louise“, „Gladiator“, The Martian) und eine Fortsetzung zu Prometheus. Beide Filme sind Teil der Trilogie und ein Prequel zu Ridley Scotts Film „Alien“ aus dem Jahr 1979.

Als ich aus dem Kino kam, habe ich mich bombig unterhalten gefühlt. Auch wenn es mir etwas zu lange gedauert hat, bis die Story richtig Fahrt aufnimmt, fand ich den Film ab dem Moment, in dem die Covenant-Besatzung den fremden Planeten betritt, sauspannend. Bei quasi allen Filmen bleibt es bei der Bewertung, die ich mir noch im Kino notiert habe. Bei diesem Film bleibt es demzufolge auch bei „B+“.

„Alien: Covenant“ ist nun kein Film über den man länger nachdenken sollte. Es ist auch für mich mehr ein Horrorfilm, als ein Sci-Fi-Streifen. Ein Horrorfilm von der Sorte, bei dem man die Beweggründe der „Monster“ relativ offen lässt und die Menschen aufgrund ihres ausgesprochen dämlichen Verhaltens zu Opfern werden. Es hat zwar der Spannung keinen Abbruch getan, aber es hat mich gestört, dass ich kaum etwas über die Besatzungsmitglieder wusste und sie auch kaum auseinanderzuhalten konnte. Gut, da gab die bekannten Schauspieler Billy Crudup, Danny McBride, Katherine Waterston (bei der man sieht, was eine richtig unvorteilhafte Frise aus einem eigentlich hübschen Mädchen machen kann, wer Inherent Vice gesehen hat, weiß, wie sie aussehen kann) und – ich hatte es fast vergessen – Demián Bichir. Die Crew-Mitglieder sind alle untereinander verpaart, wer mit wem, war mir nicht eindeutig klar. Das finde ich insbesondere dann schade, wenn ich nicht mal bemerkt habe, dass es auch ein schwules Pärchen gibt. Wie bereits weiter oben angedeutet, waren mir die vielleicht ersten 30 Minuten zu zäh, es hätte aber dramaturgisch nicht geschadet, wenn man diese Zeit in die Charakterzeichnung investiert hätte. Eigentlich hätte es geholfen, wenn die „Last Supper“-Szene (s. Link zum Clip) im Film geblieben wäre, dafür hätte man beispielsweise die unnütze 127 Hours-Szene streichen können.

Als Horrorfilm hat mir „Alien: Covenant“ wie gesagt gefallen, lieber hätte ich aber einen richtig guten Sci-Fi-Film gesehen. Dazu hätte sich die Handlung eigentlich nur auf David und sein Zusammentreffen mit der Besatzung der Covenant konzentrieren müssen, den ganzen Alien-Kram hätte man sich für den nächsten Teil aufheben können. Aber gut, der Film ist das was er ist, hat mir trotzdem sehr gut gefallen und mit einem Kinobesuch habe ich zwei Michael Fassbenders bekommen. Es gibt also keinen Grund, sich zu beschweren.

Fassy schafft es hier auf meisterhafte Weise die zwei so unterschiedlichen Androiden David und Walter zu portraitieren. Walter ist die überarbeitete Version von David, die menschlichen Züge sind weitestgehend verschwunden, er spricht Amerikanisch im Vergleich zum britischen David.

 
„Alien Covenant“ ist am 19.05.17 landesweit in die amerikanischen Kinos gekommen, in Deutschland war der Film bereits einen Tag zuvor zu sehen. Ich habe in in Deutschland in der OV gesehen. Aus zeitlichen Gründen habe ich mich dieses Mal aber gegen die IMAX-Version entschieden.

Trailer zu sehen:

 
Last Supper Szene (Prolog):

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonder Woman„
Bewertung des Trailers: D+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Eine weitere Comic-Verfilmung auf die keiner gewartet hat, schlimm. Mit Gal Gadot, Chris Pine und Robin Wright
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Spider-Man: Homecoming„
Bewertung des Trailers: B (gezeigt in der OV)
Kommentar: Neuer Spider-Man-Film mit Tom Holland und auch mit Robert Downey Jr. als Iron Man
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 90% RT

Trailer v. Film: „The Hitman´s Bodyguard„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, mal gucken

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: nicht bewertbar, da ich super schlechte Laune bekommen habe (gezeigt in der OV)
Kommentar: FYMB
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Niemals…nie

Trailer v. Film: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: 5. Film der Serie. Warum genau spielt hier Javier Bardem mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+ (gezeigt in der OV)
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Mummy„
Bewertung des Trailers: C (gezeigt in der OV)
Kommentar: Ernsthaft? Bei Tom Cruise bin ich eh draußen…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „War for the Planet of the Apes„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, gezeigt in der OV)
Kommentar: Mir geht das Herz auf, wenn ich Caesar sehe, ich liebe diese Reihe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

Kino in Berlin

Grundsätzlich gehe ich in Deutschland so gut wie nie regulär ins Kino (das letzte Mal war ich vor ungefähr einem Jahr zu Toni Erdmann). Ich bin einfach zu genervt davon, so viel Werbung vor dem Film sehen zu müssen. Jetzt habe ich aber die Unter-der-Woche-14.00-Uhr-Vorstellung für mich entdeckt. Zu dieser Zeit verirrt sich kaum ein Zuschauer ins Kino (ich habe in einem riesigen Kino ca. 20 Zuschauer gezählt), entsprechend kann man sich irgendeinen Sitzplatz im Kino aussuchen, man bekommt auch kaum Werbung zu sehen. Vor meiner Vorstellung wurden 22 Minuten Werbung (bzw. überwiegend Trailer und auch gab es eine überflüssige dreiminütigen Pause, in dem man sich entweder ein Eis kaufen oder noch mal schnell auf Toilette gehen kann) gezeigt. Vielleicht gehe ich jetzt öfter um diese Zeit ins Kino. Ich war allerdings überrascht, so viele (acht!!!) Trailer im deutschen Kino zu sehen.

 

TV – Serie: „Homeland, Staffel 6“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender SHOWTIME-Serie angeschaut:

 

 

„Homeland, 6. Staffel“ 12 x approx. 55 min drama, thriller, adaptation
dir. Keith Gordon, Lesli Linka Glatter, Alex Graves, Tucker Gates, Dan Attias, Michael Klick, Seith Mann cast: Claire Danes, Rupert Friend, F. Murray Abraham, Mandy Patinkin, Maury Sterling, Elizabeth Marvel, Hill Harper, Dominic Fumusa, J. Mallory McCree, Leo Manzari, Jake Weber, Shaun Toub, C.J. Wilson, Bernard White, Sebastian Koch, Nina Hoss

 
Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) wurde gerade zur neuen US-Präsidentin gewählt. Die CIA-Offiziellen Dar Adal (F. Murray Abraham) und Saul Berenson (Mandy Patinkin) briefen die designierte Präsidentin. Die ehemalige CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) ist mittlerweile zurück in den U.S.A. Sie arbeitet in New York für eine Anwaltskanzlei, die muslimische US-Bürger, die in den Terrorverdacht geraten sind, vertreten. Gerade kümmert sie sich um Sekou (J. Mallory McCree), der seine radikalen Ansichten im Internet verbreitet und von dem FBI festgenommen wurde. Special Agent Conlin (Dominic Fumusa) vermutet, dass Sekou mit einer islamistischen Terrororganisation zusammenarbeitet. Während des Präsidentschaftswahlkampfes hat Carrie die mittlerweile gewählte Präsidentin hinsichtlich der Arbeit der Geheimdienste beraten, jetzt sucht die gewählte Präsidentin erneut ihren Rat. Was führt eigentlich Dar Adal im Schilde?

 

 

C (Wertung von A bis F) Die Serie „Homeland“ basiert vage auf der israelischen Serie: „Hatufim“.

Die Ereignisse der sechsten Staffel finden ein paar Monate nach denen der fünften Staffel statt. Die sechste Staffel spielt nun erstmalig in New York und zwar hauptsächlich (also mit Ausnahme der ca. letzten 30 Minuten) in der Zeit zwischen der US-Präsidentschaftswahl und der Vereidigung des nächsten US-Präsidenten. In dieser Übergangsphase von zweieinhalb Monaten bereitet sich die designierte Präsidentin Elizabeth Keane (gespielt von Elizabeth Marvel) auf ihren Amtsantritt vor und die Geheimdienste bringen sich in Stellung. Die Präsidentin wird von der Hälfte der amerikanischen Bevölkerung bereits jetzt gehasst. Was wäre, wenn es in dieser Zeit zu einem Terroranschlag auf amerikanischen Boden kommt und sich die gewählte Präsidentin bereits vor ihrer Vereidigung im Krieg mit ihrem, dem amerikanischen Geheimdienst befindet?

 
Die Dramaturgie und die Figurenentwicklung in der sechsten Staffel empfand ich als unbefriedigend. Die letzte Szene der finalen Episode ist super, überhaupt sind die letzten 30 Minuten des Staffelendes klasse und lassen alle Richtungen, in denen sich die Serie in der siebente und achten Staffel entwickeln kann, völlig offen. Ich vermute, dass die nächste Staffel politischer wird. „Homeland“ hatte sich bereits mit der vierten Staffel neu erfinden müssen, es ist gut möglich, dass sie das für die siebente erneut tun muss. Aber zurück zu der aktuellen Staffel. Ich hatte schon arge Probleme mit der dritten Staffel, aber die sechste Staffel ist für mich die schwächste der Reihe.

Ab Ende der vierten Episode („A Flash of Light“) der sechsten Staffel wird es endlich spannend und dann zieht sich die Spannung auch bis zum Schluss, leider ist diese Staffel sowohl in der Figurenzeichnung als auch hinsichtlich der Handlung phasenweise ziemlich unrealistisch. Das Drehbuch ist einfach nicht gut genug, ein paar Logiklücken, kleinere, aber auch größere Ungereimtheiten haben mir Kopfzerbrechen bereitet.

Die vorherige Staffel (die fünfte) endete durchaus spannend, relativ offen war, was mit einem meiner Lieblingscharaktere Peter Quinn (gespielt von Rupert Friend) geschah. Also SPOILER FÜR DIE FÜNFTE STAFFEL ANFANG Peter Quinn wurde in der fünften Staffel von den islamistischen Terroristen mit Saringas vergiftet, lag lange im Koma und mit Ende der fünften Staffel war nicht klar, ob Quinn überlebt. In der ersten Episode der sechsten Staffel erfährt man, dass Quinn überlebt hat, aber unter den Folgen eines schweren Schlaganfalls zu leiden hat. Aus der fünften Staffel wissen die Fans der Serie, dass Carrie eine gewisse Mitschuld an seinem gesundheitlichen Zustand trägt. Sie hatte ihn – entgegen des dringenden ärztliche Rates – seinerzeit aufwecken lassen, um ein paar wichtige Informationen über den möglichen Terroranschlag in Berlin zu erhalten. Quinn spielt in der jetzigen, der sechsten Staffel eine sehr wichtige Rolle. Er muss mit körperliche Einschränkungen leben, hat sich aber auch psychisch verändert. Hat er Wahnvorstellungen oder sind seine Theorien gar nicht so absurd? SPOILER FÜR DIE FÜNFTE STAFFEL ENDE

Die Serie „Homeland“ war erschreckenderweise unserer Zeit bereits einige Male voraus. Die fünfte Staffel hat sich beispielsweise mit einem Terroranschlag in Europa (genauer in Berlin) beschäftigt und das noch bevor die zahlreichen (großen) islamistischen Terroranschläge in Paris, Brüssel, Nizza und Berlin verübt wurden. Die Drehbücher der sechsten Staffel wurden bereits im Februar 2016 geschrieben, zu der Zeit wusste man selbstverständlich noch nicht, dass Donald Trump Präsidentschaftskandidat werden würde. (entsprechend konnte man auch noch nicht ahnen, dass ein US-Präsident gewählt, der sich mit seinem eigenen Geheimdienst und der Presse einen Kleinkrieg liefern wird. Gedreht wurde seit Mitte August 2016, also noch bevor die Präsidentschaftswahlen (8.November 2016) stattfanden. Die Serienmacher haben vermutlich darauf gesetzt, dass Hilary Clinton zur US-Präsidentin gewählt wird. Der (neue) Seriencharakter des Staatsoberhauptes der Vereinigten Staaten ist weiblich hat aber charakterlich auch Ähnlichkeiten mit Donald Trump. Nicht schwer vorherzusehen war die Tatsache, dass der gewählte US-Präsident von mind. der Hälfte der Bevölkerung komplett abgelehnt wird.

In den vorangegangen Staffeln habe ich die Hauptserien-Charaktere bereits vorgestellt, in der sechsten Staffel sind zusätzlich von Bedeutung:

 

 

Elizabeth Keane ist designierte Präsidentin der Vereinigten Staaten. Sie bereitet sich auf ihren neuen Job als US-Präsidentin vor, in knapp 2 1/2 Monaten wird sie vereidigt. Gespielt die gewählte amerikanische Präsidentin von der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel. Sie hat in einigen großartigen Indie-Filmen („The Dying Gaul“, Synecdoche, New York), aber auch in größeren Produktionen True Grit, Lincoln und A Most Violent Year mitgewirkt. Elizabeth Marvel ist mit dem, von mir recht neu entdeckten wunderbaren Schauspieler Bill Camp (The Night Of) verheiratet.

 
Rob Emmons ist der Stabschef der gewählten Präsidentin Elizabeth Keane (gespielt von Elzabeth Marvel). Gespielt wird Rob Emmons von dem amerikanischen Schauspieler Hill Harper. Er hat viel in TV-Serien gespielt, u.a. hat er über viele Jahre die Hauptrolle in „CSI:NY“ gespielt.

 
Ray Conlin ist FBI Agent, der Carries Klienten Sekou (gespielt von J. Mallory McCree) verhaften liess. Gespielt wird Conlin von dem amerikanischen Schauspieler Dominic Fumusa. Er hatte in zahlreichen TV-Serien mitgespielt. Mir war er vorwiegend durch die Serie Nurse Jackie bekannt.

Brett O´ Keefe ist ein rechtspopulistischer Moderator, der mit einer eigenen Website Stimmung gegen die designierte Präsidentin (gespielt von Elizabeth Marvel) macht. Gespielt wird O´Keefe von dem englischen Schauspieler Jake Weber. Er hat u.a. in „Dawn of the Dead“ und in der TV-Serie „Medium“ mitgespielt.

Sekou Bah ist Moslem, der verdächtigt wird, sich radikalisiert zu haben und mit ausländischen Terrororganisationen zusammenzuarbeiten soll. Sekou ist Carries Klient. Gespielt wird Sekou von dem amerikanischen Schauspieler J. Mallory McCree. Er hat in einigen TV-Serien („Law & Order“, „Blue Bloods“, „Quantico“) mitgewirkt.

Saad Mahsud ist Sekous Freund. Gespielt wird Saad Mahsud von dem amerikanischen Tänzer und Schauspieler Leo Manzari.

 

 

Die sechste Staffel von „Homeland“ wurde erstmalig v. 15.01.17 – 09.04.17 auf SHOWTIME ausgestrahlt. Eine siebente und eine finale achte Staffel der Serie sind bereits bestätigt.

 
Trailer zur sechsten Staffel:

 

NYC – Film: „Chuck“

Ich war am 29.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Chuck“ (a.k.a. „The Bleeder“) 99 min drama, biopic
dir. Philippe Falardeau cast: Liev Schreiber, Naomi Watts, Elisabeth Moss, Ron Perlman, Michael Rapaport, Jim Gaffigan, Morgan Spector, Pooch Hall

 

 

In den 1970er Jahren. Der Schwergewichtsboxer Chuck Wepner (Liev Schreiber) war nie ein großer Boxer, aber irgendwann hat er die Gelegenheit, gegen Muhammad Ali (Pooch Hall) im Ring zu kämpfen. Er hält sich überraschend wacker. Das macht ihn über Nacht berühmt. Der Ruhm steigt ihm jedoch zu Kopf, mit seinen Alkohol-, Drogen- und Frauengeschichten kann seine Frau (Elisabeth Moss) so gar nichts anfangen…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Chuck“ basiert auf einer wahren Geschichte. Chuck Wepners Lebensgeschichte soll Sylvester Stallone dazu inspiriert haben, das Drehbuch für „Rocky“ zu schreiben. Es ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Philippe Falardeau („Monsieur Lazhar“).

Ich hatte bisher noch nie etwas von Chuck Wepner gehört und so geht es wahrscheinlich den meisten Menschen. Sogar der Regisseur wusste bis zu diesem Projekt nichts über den Profiboxer aus New Jersey. Nun gibt es natürlich zahlreiche Boxfilme, wenn ich zurückblicke habe ich mindestens einen pro Jahr gesehen. Viele dieser Filme ähneln sich, am Ende steht meistens der große Kampf. Dieser ist anders, allein der erste Akt widmet sich seiner Karriere als Profiboxer, später geht es darum, wie er versucht an seinem kurzfristigen Ruhm festzuhalten. Es ist eine erzählenswerte Geschichte mit einem authentischen Kostüm- und Produktionsdesign und einem tollen Disco-/Funk-Soundtrack.

 
Liev Schreiber kann hier zweifelsfrei als Chuck Wepner überzeugen, mit seiner prägnanten Stimme führt er auch durch die Handlung.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass mich Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake, Queen of Earth) an Jodie Foster erinnert, aber das tut sie – jedes Mal, wenn ich sie sehe. Schauspielerisch zählt die Amerikanerin zu der Elite und das offenbart sich insbesondere in dieser Knaller-Szene in dem Diner. Allein durch ihre Performance hat sich der Film für mich schon gelohnt. Erwähnenswert sind aber auch Liev Schreibers Ex-Freundin Naomi Watts und  Michael Rapaport als Chucks Bruder.

 
Der Film hieß ursprünglich „The Bleeder“. Der Film wurde umgenannt, weil viele Zuschauer – dem Filmtitel nach – dachten, es handelt sich um einen Horrorfilm. Außerdem wollte man vermeiden, dass dieser Film mit dem Boxfilm v. letzten Jahr Bleed for This verwechselt wird.

„Chuck“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2017 gesehen. Der Filmemacher war anwesend und hat sich im Anschluss an den Film den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt. Der Film startete am 5.5.17 in vier amerikanischen Kinos und ist mittlerweile landesweit in 39 Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

NYC – Film: „Aardvark“

Ich war am 29.04.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Aardvark“ 89 min drama
dir. Brian Shoaf cast: Zachary Quinto, Jenny Slate, Jon Hamm, Sheila Vand, Tonya Pinkins

 

 

Die Therapeutin Emily Milburton (Jenny Slate) hat mit Josh (Zachary Quinto) einen neuen Patienten. Offensichtlich leidet Josh an Halluzinationen. Andauernd begegnet ihm sein berühmter Bruder Craig (Jon Hamm), der als Schauspieler in immer andere Rollen schlüpft. Nun glaubt Josh, sich verliebt zu haben. Er ist aber nicht sicher, ob Hannah (Sheila Vand) überhaupt existiert…

 

 

C (Wertung von A bis F) „Aardvark“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Brian Shoaf.

Jedes Filmfestival hat natürlich auch seine Gurken, auch wenn ich mit meiner Auswahl recht zufrieden war, „Aardvark“ hätte ich mir sparen können. Bei Filmen, die psychische Probleme thematisieren, sollte man als Zuschauer entweder mit dem „Patienten“ mitfühlen können oder sie/ihn wenigstens sympathisch oder interessant finden. Ich habe keinen Zugang zu „Josh“ gefunden und dadurch wurde der Film schnell zäh und zuweilen anstrengend. Zumal Zachary Quinto als psychisch Instabiler alles andere als glaubwürdig ist (eine übertrieben blöde Frisur reicht mir nicht). Dazu kommt, dass Jenny Slate nicht mein Fall ist, ich fand sie und ihren Film „Obvious Child“ seinerzeit so grauenhaft, dass ich den schon nicht zu Ende schauen konnte. Hier ist sie zwar etwas erträglicher, aber ihren Filmcharakter fand ich genauso öde wie Zachary Quintos.

Jon Hamm bereichert „Aardvark“ mit seinem Filmstar-Charisma, ich hätte mir gewünscht, die Geschichte seiner Filmfigur würde hier erzählt werden.

 
„Aardvark“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Der Autor und Filmemacher Brian Shoaf war anwesend und hat sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. Er hat u.a. erzählt, dass er zusammen mit Zachary Quinto aufs College ging. Bislang hat der Film noch keinen amerikanischen Verleiher gefunden. Ein deutscher Kinostart ist auch nicht bekannt.

Bislang habe ich noch keinen Trailer gefunden.

Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2017 feierte das TFF bereits seinen 16. Jahrestag.

 

Filmplakate zum Tribeca Film Festival 2017