TV-Serie „Succession, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 2“ (seit dem 10.11.19 in D. über Sky zu sehen oder über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  satire, comedy, drama 

dir. Mark Mylod, Andrij Parekh, Shari Springer Berman and Robert Pulcini, Matt Shakman, Becky Martin, Kevin Bray  cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Sarah Snook, Kieran Culkin, Alan Ruck, Nicholas Braun, Matthew Macfadyen, J. Smith-Cameron, Holly Hunter, Jeannie Berlin, Cherry Jones, Hiam Abbass, Peter Friedman, Dagmara Dominczyk, Justine Lupe, James Cromwell, Caitlin FitzGerald

 

Was genau hat Logan Roy (Brian Cox) vor?

 

A (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Ähnlichkeiten von Logan Roy und Rupert Murdoch mit ihren jeweiligen Familien und Waystar Royco und News Corp sind natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers, The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Die Ereignisse der zweiten Staffel knüpfen relativ nahtlos an denen der ersten Staffel an. 

Mein Beitrag zur ersten Staffel liegt jetzt zwei Monate zurück, in der Zwischenzeit lief die Fortsetzung erstmalig auf HBO und die erste Staffel wurde mit zwei wohlverdienten Emmys (Drehbuch für das Staffelfinale und den besten Score für den Vorspann) ausgezeichnet. Leider stand bei den diesjährigen Emmys die letzte Staffel von „Game of Thrones“ im Weg, sonst hätte „Succession“ sicher den Emmy für die Beste Dramaserie gewonnen. 

Ich liebe Filme und Serien, die mich in eine, mir völlig fremde Welt führen, mir diese anhand von Charakteren und Geschichten näher bringen. Erklären, so dass ich diese Welt verstehe. Genau das schafft „Succession“ und ist dabei unglaublich witzig. Hier blickt man hinter die Kulissen einer superreichen dysfunktionalen Familie. Die Roys haben so gut wie keine Berührungspunkte mit der normalen Bevölkerung, sie haben natürlich Bedienstete, aber der Kontakt beschränkt sich darauf, ihnen Anweisungen zu erteilen. Wenn sie unter Druck stehen, geben sie diesen an ihre Untergebenen weiter. Den Unterschied zwischen dem engsten Roy-Familienkreis, ihren wichtigen Geschäftspartnern und allen Anderen sieht man, wenn sie aus Sicherheitsgründen in den Safe/Panic Room gebracht werden. Wenn die Familie Roy den eigenen Vergnügungspark besuchen will, wird der kurzerhand für die anderen Besucher gesperrt. Sie haben riesige Anwesen und Luxus-Wohnungen in Bestlage, werden bei kurzen Strecken in SUVs oder Limousinen (Kendall auch mal auf dem Motorrad) kutschiert, sind aber ansonsten überwiegend in Hubschraubern und Privatjets unterwegs oder verbringen Zeit auf ihrer Jacht. Milliardäre bleiben unter sich, machen Geschäfte mit ihresgleichen. Wenn es um Geld geht, geht es gleich um sehr viel Geld. Die, vermutlich zwischen Anfang 30 und Mitte 50-jährigen Roy-Kinder müssen sich für ihre größeren Ausgaben immer Papas Okay holen und wenn dem etwas nicht in den Kram passt, können sie ihre Wünsche gleich begraben. Manchmal könnte man den Roy-Nachwuchs fast bemitleiden. Es gibt jedenfalls keinen Grund, sie zu beneiden. Die Serie ist ein fiktives, bitterböses Drama und zugleich eine Satire, aber könnte es sich nicht so oder so ähnlich bei den Murdochs oder irgendeiner anderen Milliardärs-Familie zugetragen haben bzw. zutragen? 

In der Familie Roy werden harte Kämpfe ausgetragen. Der Vater, Logan Roy (gespielt von Brian Cox), ist ein Medienmogul, hat das Medienimperium Waystar Royco aufgebaut, er weiß über alles und jeden, innerhalb seiner Familie und in seinem Konzern, Bescheid. Logan Roy ist zwar schon alt, aber noch nicht gewillt, seine Macht abzugeben. Schon gar nicht an seine Kinder, von denen er keinen wirklich ernst nimmt. Allen vier Kindern (gut, Connor ist nicht interessiert, wie wir seit der ersten Staffel wissen, er hat andere Ambitionen) fehlt in Logans Augen das Rückgrat und der Killerinstinkt, den sie seiner Meinung brauchen, um Waystar Royco zu leiten. Vielleicht hat gerade diese Kaltblütigkeit am Ende doch eines der Kinder. Die zweite Staffel steckt bis zur tatsächlichen letzten Sekunde voller Spannung und auch Überraschungen. 

Die erste Staffel war das Amuse-Gueule vor dem mehrgängigen kreativen Dinner in einem Drei-Sterne-Restaurant, was die zweite Staffel, für mich darstellte. Ohne die erste Staffel wird man nicht nachvollziehen können, wie exzellent, die zweite ist. Ich hatte den Eindruck, dass es in der Fortsetzung etwas ernsthafter, dramatischer zugeht. Auf der anderen Seite habe ich bei jeder einzelnen Episode mehrmals lauthals lachen müssen. Mir ist schleierhaft, wie die Schauspieler ihre trockenen und bösartigen Sprüche raushauen können, ohne dabei mit der Wimper zu zucken.

In dieser Staffel geht es um Übernahmen, einen handfesten Skandal, Täter und Opfer und natürlich um Macht und Führungsansprüche der Roy-Geschwister.

Ein kleiner Auszug meiner Lieblingssequenzen:

  • die gesamte Sequenz mit Kendall bei Vaulter (Episode 2, „Vaulter“)
  • die gesamte Sequenz um den rechtsradikalen ATN-Nachrichtensprecher Mark Ravenhead und Connor und Willa bei der Beerdigung von „Mo“ (Episode 4, „Safe Room“)
  • die aussagekräftige Sequenz mit Roman, Shiv und – vor allen Dingen – Kendall und ihrer Mutter (Episode 7, „Return“)
  • die gesamte Sequenz in Schottland. Über Logans Kindheit ist bislang kaum etwas bekannt, daher sind die geringsten Informationen schon willkommen, außerdem mag ich die gesamte Dynamik dieser Episode, „Grexit“ und natürlich Kendall mit ein paar Hochs und Tiefs (Episode 8, „Dundee“)
  • meine absolute Lieblingssequenz ist jedoch das Staffelende (die letzten, vielleicht zehn Minuten von Episode 10 „This is Not for Tears“

Meine Lieblingscharaktere:

In der ersten Staffel hatte ich keinen wirklichen Lieblingscharakter, am meisten habe ich mich sicher über Roman Roy (gespielt von Kieran Culkin) und das Zusammenspiel von Tom Wamsgans und Cousin Greg  (gespielt von Matthew Mcfadyen und Nicholas Braun) amüsiert. Auch in der zweiten Staffel sorgt Roman natürlich mit seinem rätselhaften Sexleben und seinem Sarkasmus für viele Lacher. Greg hingegen orientiert sich langsam um, für die zweite Staffel gibt es zwei (wenn man genau hinschaut, am Ende mit Greg & Ken sogar drei) interessante neue Paarungen: Roman & Gerri und Shiv & Tom. Letztlich ist aber auch sonst jeder einzelne Hauptcharakter vielschichtig und hat seine eigene Geschichte. Bei der zweiten Staffel hat sich jedoch ein Charakter direkt in mein Herz gespielt: Kendall Roy.

Mit der Figur Kendall Roy habe ich auch einen neuen Lieblingsschauspieler: Jeremy Strong. Ich hatte diesen Schauspieler bislang noch gar nicht auf dem Schirm. In der ersten Staffel war seine Serienfigur noch zu grün hinter den Ohren, ich konnte ihn noch nicht wirklich ernst nehmen, außerdem war er der, der mit den Coolen spielen wollte. Coolness kann man aber bekanntlich nicht erzwingen und daher wirkte er oft lächerlich. Er war – um es auf den Punkt zu bringen – der Loser. Kendall ist aber der Einzige der Roy-Kinder, der sich mit dem Mediengeschäft richtig auskennt, jahrelang arbeitete er schon in einer leitenden Position bei Waystar Royco und stand am Anfang der ersten Staffel sogar kurz davor, die Nachfolge von Logan Roy anzutreten…. bis Papa Roy es sich anders überlegt hat. In der zweiten Staffel ist Kens Leben von Ups and Downs bestimmt. Gedemütigt und am Boden, er konsumiert natürlich immer noch Drogen, dann wirkt er auf einmal gefasst und überlegt, manchmal wie ferngesteuert, dann ist er wieder so ein Sausack, macht den Eindruck, als wäre ihm alles egal, kurz darauf wirkt er wieder emphatisch, sehr souverän, angriffslustig, knallhart, dann möchte man ihn wieder einfach in den Arm nehmen, trösten, dann dieser Rap, uswuswusw…Definitiv ist Kendall die faszinierendste Figur der zweiten Staffel. Bei meiner Zweitsichtung der Staffel (die ich übrigens nur jedem ans Herz legen kann, da man bei dieser handlungsdichten und dialogreichen Serie unmöglich alles beim ersten Mal  erfassen kann), war ich manchmal sogar ein bisschen in Kendall verliebt. 

In den letzten paar Wochen habe ich quasi jede freie Minute damit verbracht, „Succession“ zu gucken. Die erste Staffel habe ich, wie alle guten Serien, zwei Mal geschaut. Die zweite Staffel hatte ich schon zwei Mal geschaut, dann war ich erkältet, hatte keine Lust auf Filme oder neue Serien und habe sie mir noch ein weiteres Mal angeschaut. Und auch bei der dritten Sichtung habe ich tatsächlich noch immer wieder etwas Neues entdeckt, mich über Gesichtsausdrücke oder wieder über den Dialogwitz kaputt gelacht und – wie die Male zuvor – meinen Spass mit dieser einfach unfassbar brillant geschriebenen Serie gehabt. 

Definitiv ist „Succession“ keine Serie, die man nebenbei schauen kann, die Handlungsdichte ist viel zu groß, wenn man ein Mal blinzelt, verpasst man schon was. 

 

In meine jährliche Top Ten hatte ich schon einige wenige Male auch eine TV-Serie aufgenommen, die ersten beiden Staffeln von „Succession“ sind jetzt bereits festgesetzt in meiner Top Ten 2019. 

 

Die wichtigsten Charaktere hatte ich bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel vorgestellt, Ein paar für die zweite Staffel wichtige Charaktere, ein Unternehmen und einen TV-Sender möchte ich hier noch vorstellen: 

Gerri ist Wirtschaftsanwältin, leitet die Rechtsabteilung bei Waystar Royco und ist eine wichtige Beraterin für Logan Roy (gespielt von Brian Cox), außerdem gehört sie quasi zur Familie, war  Taufpatin von Logan Roys einziger Tochter, Shiv (gespielt von Sarah Snook), und ist mittlerweile auch für den jüngsten Sohn der Roys, Roman (gespielt von Kieran Culkin), eine enge Beraterin. Gespielt wird Gerri von der amerikanischen Schauspielerin J. Smith-Cameron. Sie hat in vielen TV-Serien (u.a. TV-Serie „True Blood“, ,TV-Serie „Rectify“) gespielt und hat auch in einigen Kinofilmen („In & Out“, Margaret) mitgewirkt. 

Cyd Peach leitet den Nachrichtensender ATN, der zu Waystar Royco gehört. Gespielt wird Cyd von der amerikanischen Schauspielerin Jeannie Berlin. Die mittlerweile 70-jährige war nicht durchgehend auf dem Bildschirm bzw. auf der Leinwand zu sehen. Ich habe sie in den Filmen Margaret und Inherent Vice, sowie der wunderbaren TV-Serie TV-Serie „The Night Of gesehen. Sie hat für ihre Performance in „The Heartbreak Kid“ eine Oscar-Nominierung erhalten. 

Rhea Jarell ist CEO des rivalisierenden Medienkonzerns PGM. Logan Roy will PGM aufkaufen. Rhea hat einen ähnlichen schmutzigen Humor wie die Roys. Gespielt wird Rhea von der amerikanischen Schauspielerin Holly Hunter. Sie hat in den Coen Bros.-Filmen „Raising Arizona“ und „O Brother, Where Art Thou?“ gespielt und auch beispielsweise in dem großartigen Film „Broadcast News“, Sie hat in der TV-Serie „Saving Grace“ und dem Mehrteiler TV-Serie „Top of the Lake mitgewirkt. Sie wurde 6 x für den Emmy nominiert, hat zwei Emmys (für „Roe vs. Wade“ und „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“) gewonnen. Außerdem wurde sie vier Mal für den Oscar nominiert („Broadcast News“, „The Firm“, „The Piano“ und „Thirteen“), für „The Piano“ hat sie den Oscar gewonnen. 

Naomi ist die Cousine von Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones) Sie ist das schwarze Schaf der Familie Pierce, vielleicht kommt sie daher so gut mit Kendall klar. Naomi wird von der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Annabelle Dexter-Jones gespielt. Sie war u.a. in Holy Motors, „Under the Silver Lake“ und der HBO-Serie „The Deuce“ zu sehen. 

ATN ist ein amerikanischer Nachrichtensender, ein Propaganda-Sender der Republikaner, gleichzusetzen mit Rupert Murdochs TV-Sender Fox News. Wer schon mal in den Genuss gekommen ist, die Berichterstattung dieses Senders zu verfolgen, ist ratlos. Wie ist es rechtlich überhaupt möglich, so viele Lügen zu verbreiten? 

PGM ist ein großes Medienunternehmen, dass seit 150 Jahren im Familienbesitz ist. Die Matriarchin ist Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones). CEO von PGM ist Rhea Jarell (gespielt von Holly Hunter) Waystar Royco hat vor Jahren schon mal versucht, PGM zu übernehmen. Logan Roy unternimmt in der zweiten Staffel einen erneuten Versuch.  Familie Pierce ist alter Geldadel, dagegen sind die Roys neureich. Die Pierces sind liberal und demokratisch und halten gar nichts von den Roys. PGM gehört ein liberaler Nachrichtensender, der in den Augen der meisten, der einzige Sender ist, der „richtige Nachrichten“ bringt, insbesondere im Vergleich zu Waystar Roycos Propagandasender ATN. Shiv Roy meldet Bedenken an, Pierce zu kaufen: „If we own all the news, I do actually wonder where I’ll get my fucking news…You´ve got The Times, The Post, editors of Pierce and a couple of hundred angry women on Twitter and that’s about it“

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18-5.8.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO gezeigt und war für die im September 2019 verliehenen Emmys qualifiziert. Nominiert war „Succession“ für insgesamt 5 Emmy-Awards (Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKay und die Pilotfolge „Celebration“), Outstanding Writing for a Drama Series (für Jesse Armstrong und die finale Episode „Nobody is Ever Missing“). Außerdem war die Serie für zwei Primetime Creative Arts Emmy Awards (Outstanding Casting for a Drama Series und Outstanding Original Main Title Theme Music) nominiert. Die Serie hat zwei Emmys (Outstanding Writing und Outstanding Original Main Title Theme Music) gewonnen. 

Die zweite Staffel von „Succession“ lief erstmalig vom 8.11.19 – 13.10.19 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO und qualifiziert sich dadurch für die Emmys im Jahr 2020. In Deutschland kann man die zweite Staffel seit dem 10.11.19 auf Sky sehen oder über den deutschen iTunes Store (wohl auch in der, unbedingt empfehlenswerten Originalversion) erwerben. 

Eine dritte Staffel wurde bereits bestätigt. 

Trailer der zweiten Staffel zu sehen: 

 

 Vorspann zu sehen:

 

New Yorker Bus mit Werbung von "Succession"
New Yorker Bus mit Werbung von „Succession“

D.C. – Film: „Jojo Rabbit“

Ich war am 4.11.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Jojo Rabbit“ (dt. Kinostart: 23.01.20)  108 min  comedy, drama, adaptation 

dir. Taika Waititi  cast: Roman Griffin Davis, Scarlett Johansson, Thomasin McKenzie, Taika Waititi, Sam Rockwell, Rebel Wilson, Stephen Merchant, Alfie Allen, Archie Yates  

 

Nazi-Deutschland, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Der 10-jährige Johannes „Jojo“ Betzler (Roman Griffin Davis) lebt mit seiner Mutter (Scarlett Johansson) allein, seine Schwester ist verstorben und der Vater kämpft wohl irgendwo in Italien. Jojo ist Mitglied der Hitler-Jugend, aber ein Außenseiter. Als er eines Tages entdeckt, dass seine Mutter Zuhause das jüdisches Mädchen Elsa (Thomasin McKenzie) versteckt hält, weiß er nicht so richtig, wie er damit umgehen soll. Er wendet sich an seinen imaginären Freund Adolf Hitler (Taika Waititi)….

 

B+ (Wertung von A bis F) „Jojo Rabbit“ basiert auf Christine Leunens Roman „Caging Skies“. Es ist der neue Film des neuseeländischen Filmemachers und Drehbuchautors Taika Waititi (What We Do in the Shadows, Hunt for the Wilderpeople, „Thor: Ragnarok“). Waititi hat für diesen Film auch das Drehbuch geschrieben und ist in einer Nebenrolle als seine Version von Adolf Hitler zu sehen. 

Der Neuseeländer Taika Waititi hat maorische und jüdische Wurzeln, das ist für eine Nazi-Satire  wichtig zu wissen. In meinen Augen sollte eine Darstellung dessen einzig jüdischen Filmemachern vorbehalten sein. 

Die Geschichte spielt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und wird aus Sicht eines 10-jährigen Jungen, der mit der Nazi-Propaganda in Deutschland aufgewachsen ist, erzählt. Es ist ein Film über das Erwachsenwerden. Der Junge, Jojo, möchte ein Mann sein, was in seinen naiven Verständnis wohl damit gleichzusetzen ist, ein Nazi zu sein. Er ist Mitglied der Hitler-Jugend, im Jugendlager muss er jedoch feststellen, dass er nicht alles, was von ihm verlangt wird, umsetzen kann. Jojo ist ein Außenseiter. Sein Vater kämpft im Krieg, vielleicht ist er sogar schon tot, ihm fehlt ein männliches Vorbild, irgendjemand den er zu Rate ziehen kann. Sein imaginärer Freund, Adolf Hitler, ist auch nicht immer eine Hilfe. Jojo hat eingetrichtert bekommen dass Juden Monster sind und als er eines Tages feststellt, dass seine Mutter ein junges jüdisches Mädchen versteckt hält, gerät seine ganze kindliche Gefühlswelt durcheinander. Das Leben ist scheinbar komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Er muss lernen, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden und, dass man sich seine eigene Meinung bilden muss. Das gehört dazu, wenn man erwachsen werden will. 

Das Wichtigste bei einer Nazi-Satire ist es, den richtigen Ton zu treffen. Den trifft Taika Waititi in meinen Augen zum größten Teil. Es gibt hier eine tragische Wendung im Film, die mich leider erst mal  rausgebracht hat. Einfach weil ich mich gedanklich mit den Folgen beschäftigt habe. Ich werde mir den Film selbstverständlich ein weiteres Mal angucken und schauen, ob ich damit dann besser zurecht komme. Ansonsten hat mir der Film schon sehr gut gefallen, es ist sogar nicht ausgeschlossen, dass er am Ende auch in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landet. „Jojo Rabbit“ ist eine smarte Satire, stimmt einen nachdenklich, ist voller Slapstick und absurd komisch, dann plötzlich schockierend und am Ende rührend. Insgesamt ist es eine liebenswerte und hoffnungsvolle Fabel mit einer schlichtweg perfekten musikalischen Einführung und einem ebenso toll gewählten musikalischen Ausklang. Der Film ist mit seiner Botschaft ein wichtiger Film, gerade in der heutigen Zeit. 

Roman Griffin Davis (in seiner ersten Rolle) als Jojo ist etwas farblos, aber vielleicht gerade deshalb eine Idealbesetzung, besonders mochte ich die Beziehung zwischen ihm und der jungen Jüdin Elsa (gespielt von der wunderbaren Thomasin McKenzie, Leave No Trace). Völlig hingerissen war ich von Archie Yates, der Jojos besten Freund Yorki spielt, (und so direkt aus einem Wes Anderson Film stammen könnte, dies ist aber tatsächlich auch sein Schauspieldebüt). Ein Knaller ist – wieder üblich – Sam Rockwell als Captain Klenzendorf, dessen Figur komplexer ist, als man zunächst annimmt. 

Die englische Originalsprache des Films ist hier dringend zu empfehlen, da gerade die Sprache eine gewisse Distanz zum Thema aufbaut und der deutsche Akzent zum absurden Ton des Films beiträgt.

Der von Fox Searchlight produzierte Film ist etwas umstritten. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass er am Ende sogar den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Es ist aber auch möglich, dass „Jojo Rabbit“ nicht mal als Bester Film bei den Academy Awards nominiert wird. Fox wurde bekanntermassen von Disney übernommen und der Maus-Konzern ist besorgt, dass der Film nicht familienfreundlich genug ist und Menschen sogar abschrecken kann. Sie sollten Mut beweisen und auf ihr bestes Pferd im Stall (sie haben auch noch Ford v Ferrari und den neuen Terrence Malick-Film „Hidden Life“)setzen, eine solide Oscar-Kampagne starten und schauen, was passiert. 

„Jojo Rabbit“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Roman Griffin Davis), Bester Nebendarsteller (Taika Waititi, Sam Rockwell) Beste Nebendarstellerin (Thomasin McKenzie, Scarlett Johansson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„Jojo Rabbit“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film (wie zuvor einige spätere Oscar-Gewinner-Filme, wie u.a. The King´s Speech, 12 Years a Slave und Green Book) den Publikumspreis gewonnen. Der Film ist am 18.10.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief er bereits in 256 Kinos in den Vereinigten Staaten. Der Film ist ab dem 23.01.20 in den deutschen Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Hidden Life„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Terrence Malicks neuer Film mit August Diehl, Bruno Ganz, Matthias Schoenaerts, u.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

L. A. – Film: „The Lighthouse“

Ich war am 27.10.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Lighthouse“ (dt. Filmtitel: „Der Leuchtturm“, dt. Kinostart: 28.11.19)  110 min  drama, thriller, horror  

dir. Robert Eggers  cast: Willem Dafoe, Robert Pattinson

 

Ende des 19. Jahrhunderts. Der Leuchtturm-Wärter (Willem Dafoe) und sein Assistent (Robert Pattinson) werden auf der kleinen, abgelegenen Insel abgesetzt. Vier Wochen sollen sie dort vor der Küste in Maine arbeiten. Es kommt schon bald zu Spannungen und der Konflikt zwischen den beiden Männern spitzt sich langsam zu….

 

A- (Wertung von A bis F) „The Lighthouse“ ist nach The Witch erst der zweite Spielfilm, bei dem der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Robert Eggers Regie führt. Das Drehbuch zu diesem Film hat er zusammen mit seinem Bruder Max geschrieben. 

Der Film hat die Intensität eines brillanten Theaterstücks und ist ummantelt von der Inszenierung eines visionären Filmemachers. Robert Eggers beschreibt seinen Film passenderweise mit: „Nothing good can happen when two men are trapped alone in a giant phallus.“

Das erste was auffällt ist das ungewöhnliche Format, fast quadratisch ist die Leinwand, die scharfen, perfekt ausgeleuchteten Bilder (dabei viele Nahaufnahmen), sind schwarz/weiß, die beiden Männer sprechen in einer altenglischen, speziellen Sprache (wie bereits bei Eggers Erstlingswerk). Das alles verstärkt die Wirkung, dass wir hier in einer weit zurückgelegenen Zeit und die Männer sich in einer beklemmenden Situation befinden. Durch die Inszenierung habe ich keinen Moment mit der Rahmenhandlung gefremdelt. Isoliert auf einer kleinen Insel, auf engstem Raum sehen wir die beiden Männer. Für vier Wochen sind ein alter erfahrener Leuchtturmwärter und sein junger Helfer auf sich allein gestellt und sollen ihren Auftrag erfüllen. Der zottelige Alte (gespielt von Willem Dafoe) fällt schnell durch schlechtes Benehmen und respektloses Verhalten auf, ist laut, provoziert und erteilt dem jungen Mann (gespielt von Robert Pattinson) Anweisungen. Während der Junge körperlich schwere und niedere Tätigkeiten ausübt, fragt man sich, was eigentlich der Alte während der Arbeitszeit treibt. Zu dem Grundkonflikt bestehend aus Isolation und Nähe gesellen sich schnell die inneren Kämpfe. Es kommt zu Spannungen und sehr bald zu offenen Konfrontationen. 

„The Lighthouse“ ist ein packendes Kammerspiel, ein Thriller- und irgendwo Horrorfilm, aber auch ein Psycho- und Charakterdrama, manchmal absurd und sehr witzig. Man weiß nie so richtig, was als Nächstes passiert. 

Ich liebe den Film für seine eigenwillige Machart. Für die auf Film gedrehten schwarz/weiß-Bilder wurden Vintage-Kameralinsen genutzt, die den Look noch verstärken, dass es sich um Filmmaterial von Ende des 19. Jahrhunderts handelt. Die visuelle Sprache des Films ist besonders, so wurden für die einzelnen Szenen die Kameras zuerst positioniert, die Schauspieler mussten sich dann ihren Raum suchen. Normalerweise ist es genau andersherum. Der Film müsste jetzt, sofort bei allen ernstzunehmenden Filmpreisverleihungen für die Beste Kamera ausgezeichnet werden. Bereits am Anfang, wenn man auf die kleine Insel mit ihrem Leuchtturm zusteuert, macht man unweigerlich eine kleine Zeitreise. Kaum zu glauben, dass die Szenenbildner diese Bauten eigens für diesen Film erschufen.

Robert Pattinson und Willem Dafoe sind eins mit ihren Rollen geworden, zweifellos liefern beide Schauspieler eine oscarwürdige Peformance. 

Die beiden Filmemacher Robert Eggers und Ari Aster (Hereditary, Midsommar) sind für mich derzeit, die beiden faszinierendsten Regie-Hoffnungen. Beide setzen in ihren Filmen auf Atmosphäre und Stimmung und haben dabei eine völlig andere Herangehensweise und einen sehr präzisen und einzigartigen Stil. Ich bin gespannt auf ihren weiteren Weg, beide präsentieren dieses Jahr erst ihr zweites Werk. 

Ari Asters „Midsommar“ und Robert Eggers „The Lighthouse“ sind beides Film, die in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 festgesetzt sind. 

Die Oscar-Strategen von A24 haben sich darauf geeinigt, für Robert Pattinson eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller und Willem Dafoe als Bester Nebendarsteller zu führen. Strategisch mag das klug sein, für mich sind aber beide gleichwertig in ihrer Präsenz. 

„The Lighthouse“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Pattinson), Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. 

„The Lighthouse“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Robert Eggers für seinen Film den FIPRESCI Prize gewonnen. Der A24-Film ist am 18.10.19 in acht amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er bereits in 586 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. Unter dem Filmtitel „Der Leuchtturm“ soll der Film ab dem 28.11.19 auch in den deutschen Kinos zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Parasite„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Bong Joon-hos Oscar-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm mit Mackenzie Davis und Brooklyn Prince

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Ford v Ferrari“

Ich war am 02.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ford v Ferrari“  (dt. Filmtitel: „Le Mans 66 – Gegen jede Chance“, dt. Kinostart: 14.11.19) 152 min  drama, biopic 

dir. James Mangold  cast: Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Tracy Letts, Josh Lucas, Noah Jupe 

 

Zu Beginn der 1960er Jahre will der amerikanische Automobilhersteller Ford Motor Company seinen Ruf verbessern und sich einen eigenen Namen im Autorennsport machen. Nachdem Ferrari das Übernahmeangebot seines US-Konkurrenten abgelehnt hat, plant der Chef des Ford-Konzerns, Henry Ford II (Tracy Letts), mit Hilfe des ambitionierten Managers Lee lacocca (Jon Bernthal) und dem ehemaligen Rennfahrer und Sportwagen-Konstrukteur Carroll Shelby (Matt Damon) nun einen eigenen Rennwagen zu entwickeln. Um bei dem legendären Auto-Rennen in Le Mans anzutreten und die Italiener zu schlagen, brauchen sie aber auch einen exzellenten Fahrer. Der hitzköpfige Brite Ken Miles (Christian Bale) ist ein leidenschaftlicher Fahrer und scheint wagemutig genug, nur entspricht der nicht dem Image, dass sich die Chefetage von Ford vorstellt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ford v Ferrari“ basiert auf wahren Begebenheiten und wurde von A.J. Baimes Biografie „Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans“ inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „Walk the Line“, Knight and Day, Logan). 

„Ford v. Ferrari“ ist ein Film über Leidenschaft und über eine Freundschaft, vor allen Dingen ist es aber eine typische amerikanische Heldengeschichte. Autos des amerikanischen Automobilherstellers Ford galten Ende der 1950er/Anfang 1960er als biedere Familienkutschen. Henry Ford II wollte das Image ändern und an Autorennen teilnehmen. Am liebsten hätte er den strauchelnden italienischen Autohersteller Ferrari aufgekauft und mit deren Autos Rennen gewonnen, aber nachdem die Übernahme scheiterte, musste Ford einen eigenen Rennwagen bauen, um eines Tages gegen die Italiener bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans anzutreten. Das ist der grobe Umriss der Geschichte, Konflikte entstehen dadurch, dass die von Matt Damon und Christian Bale porträtierten ungleichen Männer Carroll Shelby und Ken Miles zunächst eine Basis finden und sich später gegen die Schlipsträgern der Ford Company durchsetzten mussten. 

In Deutschland bekam „Ford v Ferrari“ den Filmtitel „Le Mans 66“, das ist insofern irritierend, da das eigentliche Autorennen erst spät im Film in Szene gesetzt wird. „Ford v Ferrari“ ist dann doch der passendere Titel, da die Motivation der Amerikaner genau daher rührt, ein so schnelles Rennauto wie das der Italiener zu bauen, um diese dann bei dem legendären Autorennen schlagen zu können. Es ist also mehr ein Drama über diesen Prozess mit samt den andauernden Auseinandersetzungen der Charaktere, die den Film interessant machen. Für herausragende und bleibende Szenen sorgt, wie üblich, Tracy Letts, hier als Henry Ford II. 

„Ford v Ferrari“ ist es ein handwerklich gut gemachter Film, etwas zu lang, aber durchaus unterhaltsam mit einigen witzigen Szenen, Ron Howards Rennsportfilm Rush hat mir jedoch besser gefallen. 

 Wenn ich an Matt Damon denke, weiß ich selbstverständlich, dass er früh (zusammen mit Ben Affleck) einen Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewann und als Schauspieler für The Martian nominiert wurde. Warum auch immer entfällt mir grundsätzlich, dass er noch zwei weitere Male als Schauspieler („Good Will Hunting“ und Invictus) für den Oscar nominiert wurde. Es liegt jetzt vier Wochen zurück, dass ich „Ford v Ferrari“  gesehen habe. Es ist einer dieser Filme, die ich sah, ganz gut fand, aber von denen ich mittlerweile nicht mehr viel in Erinnerung habe. Das vergnügliche Zusammenspiel von Bale und Damon ist mir jedoch noch recht präsent. Matt Damon ist sicher in mehr Szenen zu sehen, als Christian Bale, aber am Ende des Tages bleibt Bale derjenige, an den man zurückdenkt und der eine Oscar-Performance liefert. Es ist noch kein Jahr her, dass ich Christian Bale als Dick Cheney in der, für mich,  filmischen Katastrophe Vice Im Kino sah. Für diese Rolle hatte er enorm zugenommen und wurde zu Recht für den Oscar nominiert. Nun spielt er mit einer Selbstverständlichkeit, den fast magensüchtig wirkenden, exzentrischen britischen Rennfahrer Ken Miles. Als Zuschauer lässt einen Bale nie daran zweifeln, ob er die richtige Wahl für eine Rolle ist, er ist einfach. Für beide Schauspieler wird eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller geführt. In dieser Kategorie gibt es aber auch dieses Jahr viel zu viele Bewerber und daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass sowohl Damon als auch Bale für den Oscar nominiert werden. Auch nicht sicher ist eine Oscar-Nominierung für Tracy Letts, auch wenn er es verdient hätte. Schauspielerisch gefiel mir hier wieder der Kinderschauspieler Noah Jupe (Suburbicon, A Quiet Place), obwohl er als Sohn von Christian Bales Charakter – rein optisch – eine Fehlbesetzung ist.  

„Ford v Ferrari“ ist einer dieser Filme, bei denen ich tatsächlich noch nicht einschätzen kann, ob er Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film hat. Vielleicht hängt es davon ab, ob er an der amerikanischen Kinokasse ordentlich Geld einspielt. Für mich ist es auch eher ein konventioneller Popcorn-Film, in einigen technischen Kategorien (Ton, Tonschnitt, Kamera, Szenenbild, Schnitt, etc.) sehe ich den Film aber bei den Oscars vertreten.

„Ford v Ferrari“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon, Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Tracy Letts, Jon Bernthal) und einige technische Kategorien 

„Ford v Ferrari“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film startet am 15.11.19 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Le Mans 66“ einen Tag vorher, am 14.11.19, starten. Ich habe den Film in einem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening mit einer anschließenden Party (bei der auch Regisseur James Mangold und die Schauspieler Tracy Letts und Jon Bernthal anwesend waren) in New York gesehen. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur James Mangold kündigt seinen Film "Ford v Ferrari" bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.
Regisseur James Mangold kündigt seinen Film „Ford v Ferrari“ bei dem SAG/AFTRA/AMPAS-Screening in New York an.

Toronto – Film: „Zombieland: Double Tap“

Ich war am 20.10.19 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zombieland: Double Tap“ (dt. Filmtitel: „Zombieland 2: Doppelt hält besser“, dt. Kinostart: 07.11.19)  97 min  comedy, action, sequel  

dir. Ruben Fleischer  cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Rosario Dawson, Zoey Deutch, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Bill Murray 

 

Zehn Jahre sind seit der Zombie-Apocalypse vergangen. Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) leben schon wie eine Familie zusammen. Irgendwann wird es aber den beiden Schwestern zuviel…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zombieland: Double Tap“ ist die Fortsetzung zu Ruben Fleischers Film Zombieland aus dem Jahr 2009. Auch bei dem Sequel hat der amerikanische Filmemacher Ruben Fleischer („Gangster Squad“, „Venom“) Regie geführt. 

Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her ist, dass ich „Zombieland“ im Kino gesehen habe. Etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Emma Stone ist mittlerweile ein Filmstar, wurde 3x für den Oscar nominiert (Birdman, La La Land, The Favourite), für „La La Land“ hatte sie den Goldmann sogar gewonnen, Woody Harrelson ist vermutlich kein Jahr älter geworden und hat  jetzt auch drei Oscar-Nominierungen („The People vs. Larry Flynt“, The Messenger, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), auch Jesse Eisenberg ist um eine Oscar-Nominierung (The Social Network) reicher, aber hat sich optisch kaum verändert. Abigail Breslin hatte ihre Oscar-Nominierung für „Litte Miss Sunshine“ bereits vor dem ersten Zombieland-Film und ich glaube, es gibt einen Grund, warum sie nicht häufiger besetzt wird.

Die meisten Fortsetzungen sind uninspiriert und nur ein fader Aufguss des Originalfilms. Ich hätte auch ohne einen zweiten Teil von „Zombieland“ leben können. Dass die alte Crew (der Regisseur, die beiden Autoren und Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin) wieder zusammengetrommelt wurde, macht es einem aber schwer, die Fortsetzung einfach zu ignorieren. Das Drehbuch ist gut genug, reich an Zombie-Kills, Regeln und trockenen Sprüchen und damit eine der lohnenswerteren Fortsetzungen. Es bereitet einfach Vergnügen, Zeit – vor allen Dingen – mit Tallahassee, Columbus, und Wichita zu verbringen. Neue Charaktere (beispielsweise die unfassbar hübsche Rosario Dawson als Nevada und Zoey Deutch als Madison, die nicht nur Tallahassee auf Nerven geht, aber insgesamt dann doch eine Bereicherung darstellt) wurden hinzugefügt und das Ganze ergibt eine unterhaltsame Actionkomödie. Das fängt bereits vor der Titelsequenz, eigentlich direkt mit dem Columbia Pictures Logo, an und setzt sich bis zum Ende (während des Abspanns gibt es noch eine unverzichtbare Szene) durch.

Als etwas schwierig empfand ich Abigail Breslin und das nicht nur, weil die jetzt ältere Schauspielerin nun gar nicht glaubwürdig als Schwester von Emma Stone durchgeht. 

„Zombieland: Double Tap“ ist am 18.10.19 in 3,468 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in Kanada gesehen. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Zombieland 2: Doppelt hält besser“ am 07.11.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Ad Astra“

Ich war am 30.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ad Astra“ (deutscher Filmtitel: „Ad Astra: Zu den Sternen“, dt. Kinostart war der 19.09.19)   122 min  drama, sci-fi

dir. James Gray  cast: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Liv Tyler, Donald Sutherland

 

Irgendwann in der Zukunft. Major Roy McBride (Brad Pitt) ist Raumfahrt-Ingenieur und Astronaut. Sein Vater, Clifford McBride (Tommy Lee Jones) war bereits Astronaut und brach vor Jahrzehnten zu einer Mission im All auf. Er leitete die erste Expedition zum Neptun und sollte nach außerirdischen Leben forschen. Irgendwann brach dann der Kontakt zu Clifford McBride und seiner Crew ab. Seither sind sie verschollen. Nun wird die Erde von unerklärlichen elektromagnetischen Stürmen aus dem All heimgesucht und die amerikanische Weltraumbehörde vermutet einen Zusammenhang zwischen diesen Stürmen und McBrides Forschungsstation.  Major Roy McBride wird jetzt in geheimer Mission ins All geschickt, um die Raumstation zu finden und zu schauen, ob sein Vater tatsächlich noch am Leben ist…

 

D- (Wertung von A bis F) „Ad Astra“ ist der neue Film des amerikanischen Autorenfilmers James Gray („The Yards“, „We Own the Night“, „Two Lovers“, The Immigrant, „The Lost City of Z“).

Es müsste an jeder Häuserwand stehen, wie langweilig dieser Film ist.

Zugebenermassen bin ich generell kein großer Fan von Weltraumfilmen. Dramen mag ich dagegen sehr, leider hat mich aber auch die Vater-Sohn-Geschichte nicht berühren können. 

Brad Pitt sieht man in diesem Sci-Fi-Seelendrama nicht nur in der zentralen Rolle, durch sein Voice-Over lässt er uns auch an den Gedanken und Gefühlen seiner Figur jederzeit teilhaben. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn wir hier einen interessanten, oder wenigstens sympathischen Charakter begleiten würden oder eine spannende Geschichte vorgesetzt bekämen. Bekommen wir aber nicht und da konnte auch Brad Pitt (der sich als Schauspieler langsam mausert) nichts herausreißen. 

Die Bilder (die sicherlich nicht schlecht waren, aber an Gravity nicht annähernd heranreichen) zusammen in der Kombination mit der Musik und Brad Pitts eintönigem Gelaber (was nicht ganz so nervig, wie McConaugheys Dauergequatsche in Interstellar war) wirkten einlullernd auf mich. Die gute alte Hypnose-Spirale hätte keinen besseren Effekt erzielt.  Was habe ich nicht alles für Anstrengungen unternommen, um nicht einzuschlafen…

„Ad Astra“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Beste Nebendarstellerin (Ruth Negga), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Ad Astra“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 20.09.19 in 3,460 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film unter dem Filmtitel „Ad Astra – Zu den Sternen“ seit dem 19.09.19 im Kino. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Western Stars“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Dokumentation über die Produktion des gleichnamigen Albums von Bruce Springsteen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „The King´s Man„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Prequel zu den Kingsman-Filmen. Regie Matthew Vaughn mit Ralph Fiennes 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Midway“

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Boah, so schlecht wie der (Kriegs-)Film durch den Trailer wirkt, kann er nur von Michael Bay oder Roland Emmerich sein und richtig: Roland Emmerich

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „Judy“

Ich war am 29.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Judy“ (dt. Kinostart: 2.1.20)   118 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Rupert Goold  cast: Renée Zellweger, Rufus Sewell, Michael Gambon, Finn Wittrock, Jessie Buckley, Darci Shaw, Bella Ramsay

 

Judy Garland (Renée Zellweger) ist Ende 40, abhängig von Tabletten und Alkohol, in finanziellen Schwierigkeiten und verliert auch noch ihre Bleibe. Nun droht ihr auch noch ihr Ex-Mann (Rufus Sewell), ihr die beiden Kinder wegzunehmen. Judy muss dringend Geld verdienen, mittlerweile bucht aber kaum einer mehr die, einst begnadete Entertainerin. Dann bekommt sie das Angebot, eine Konzerttournee in London zu geben….

 

B (Wertung von A bis F) „Judy“ ist ein biografisches Drama über Judy Garland. Es ist die vage Kinoadaption von Peter Quilters Theaterstück „End of the Rainbow“. Nach True Story ist dies erst der zweite Kinofilm, bei dem der englische TV-, Film- und Theaterregisseur Rupert Goold Regie führt. 

Es ist immer von Vorteil, wenn man eine Katastrophe an Film und Performance erwartet. „Judy“ ist, in meinen Augen, ein etwas besseres Biopic. Der Film ist von seiner Erzählstruktur traditionell. Wir erleben die letzten Monate in Judy Garlands Leben und durch die vielen Rückblenden bekommen wir ein guten Eindruck, wie sich ihr gesamtes Leben gestaltete. Judy Garland ist bereits im Alter von 47 Jahren gestorben und war am Ende ihres Lebens essgestört und abhängig von Tabletten und Alkohol. Der Grundstein für ihre Mager- und Tablettensucht wurde bereits in ihrer Kindheit gelegt. Von ihrer Kindheit hatte der einstige Kinderstar wenig, Ihre ehrgeizige Mutter drängte sie bereits in jungen Jahren in eine künstlerische Laufbahn. Durch Vorgaben des Filmstudios gab ihr die Mutter Aufputsch- und Schlaftabletten und setzte sie auf Diät, damit sie dem Schönheitsideal entsprach. Judy Garland wurde ihr gesamtes Leben lang finanziell ausgebeutet, in den letzten Lebensjahren musste sie für eine Konzerttournee in London zusagen, damit sie wieder genug Geld für ein eigenes Zuhause hatte und wieder mit ihren beiden kleineren Kindern zusammenleben konnte. Ein trauriges Schicksal. 

Wie bei so vielen Filmbiografien wurde auch hier aus dramaturgischen Gründen einiges dazu gedichtet oder weggelassen. Gerne hätte ich beispielsweise noch etwas mehr von ihrer älteren Tochter, Liza Minelli, gesehen. „Judy“ konzentriert sich jedoch hauptsächlich auf die gebrochene und verletzliche Persönlichkeit von Judy Garland und ihre Bedeutung in der Gay-Community. Besonders gerührt war ich von der gesamten Sequenz mit dem schwulen Paar, die man durchaus als Hommage an ihre zahlreichen treuen, schwulen Fans verstehen kann. Und auch die letzten Szene des Films hat mir ein ein Tränchen entlockt. 

„Judy“ ist aber vor allen Dingen durch seine Hauptdarstellerin sehenswert. Ich war nie ein Freund von Renée Zellweger (mochte sie eigentlich nur in „Nurse Betty“), hier macht sie aber sie aber ihre Sache wirklich gut. Sie singt selbst. Klar, sie hätte nie die einzigartige Stimme von Judy Garland treffen können, aber die hatte die Ausnahmekünstlerin in den letzten Monaten ihres Lebens selbst wohl auch nicht mehr. Es gab Momente im Film, in dem ich Renée Zellweger nicht mehr gesehen habe, dank des hervorragenden Arbeit der Haar- und Make-up-Artisten verschwand sie manchmal förmlich in ihrer Rolle. 

Man kann davon ausgehen, dass Renée Zellweger für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Einige Oscar-Experten gehen sogar davon aus, dass sie den Oscar gewinnt. Nun hat sie aber bereits einen Oscar für „Cold Mountain“ gewonnen und seit ein paar Tagen ist bekannt, dass „Bombshell“ ein guter Film ist und hervorragende Performances, insbesondere von Charlize Theron, hervorbringt. Das Oscar-Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin sieht im Moment so aus, dass es sich wohl zwischen den zweimaligen Oscar-Gewinnerinnen Renée Zellweger und Charlize Theron und Scarlett Johansson (für „Marriage Story“) entscheidet. 

„Judy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger), Bestes Make-up und beste Frisuren, Bestes adaptiertes Drehbuch 

„Judy“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist seit dem 27.09.19 in 461 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,458 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 2.1.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lucy in the Sky„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Sci-Fi-Drama mit Natalie Portman und Jon Hamm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Frankie„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ira Sachs´neuer Film mit Isabelle Huppert, Brendan Gleeson und Marisa Tomei 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Hätte ich den Trailer vorher gesehen, hätte ich ihn wohl in meine erste Oscar-Prognose aufgenommen. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

NYC – Film: „Joker“

Ich war am 9.10.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Joker“ (dt. Kinostart war der 10.10.19)  122 min  drama, thriller, adaptation 

dir. Todd Phillips  cast: Joaquin Phoenix, Robert De Niro, Zazie Beetz, Frances Conroy, Bill Camp, Brian Tyree Henry, Brett Cullen, Shea Whigham 

 

1981 in Gotham City. Arthur Fleck (Jooaquin Phoenix) hat psychische Probleme und verdient sich seinen Lebensunterhalt als Clown. Er lebt mit seiner kranken Mutter (Francwes Conroy) zusammen und träumt davon, Stand-Up-Comedian zu werden. Sein Held ist der Late Night Talkmaster Murray Franklin (Robert De Niro). Ein Leben lang muss Arthur Schläge und Demütigungen einstecken, bis es eines Tages zu viel wird….

 

A (Wertung von A bis F) „Joker“ basiert auf den Charakteren der DC Comics. Es ist der erste Film, der die Vorgeschichte des titelgebenden Comic-Antihelden erzählt, es ist aber kein Teil des DC Extended Universe. „Joker“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Drehbuchautors, Produzenten und Regisseurs Todd Phillips („Starsky & Hutch“, The Hangover, Part II, Part III, War Dogs). 

Ich würde den Film nicht allein dem Genre der Superhelden-Filme zuordnen. Üblicherweise bekommt man zu Beginn solcher Filme das Marvel- oder DC-Logo eingeblendet. Hier hat Warner Bros. darauf verzichtet, der Film sollte für sich stehen. „Joker“ zeigt, dass eine Comic-Adaption auch ohne Action und ohne Charaktere mit Superkräften auskommen kann.

Ein Film, der die Zuschauerschaft spaltet, hat in meinen Augen schon mal vieles richtig gemacht. Es hätte mich schon sehr überrascht, wenn ich den Film nicht gemocht hätte. Joaquin Phoenix als Arthur Fleck/Joker in einem Film, der genau das ist, was der Trailer verspricht: ein düsterer, komplexer Film. Der Film wird dafür kritisiert, dass, er keine Botschaft hat. Nun, hat er auch nicht,„Joker“ bietet dafür Spielraum für eigene Interpretationen. Der Film regt zu Diskussionen an und schafft damit schon weit mehr, als die meisten Filme. 

Für mich ist es hauptsächlich ein Film über toxische Männlichkeit. Es ist aber auch ein Film über psychische Erkrankungen und wie Menschen vom Staat und der Gesellschaft mit ihren Problemen allein gelassen werden. „Joker“ zeigt zugleich aber auch eine Gesellschaft, in der es immer rücksichtsloser zugeht, in der die Wut der Bürger größer wird, eine Sehnsucht nach einer Richtung und Vorbildern herrscht. Vorbilder werden dann in irgendwelchen Berühmtheiten gefunden, (der Film kritisiert den Starkult) und die Abgehängten finden eine Zugehörigkeit in irgendwelchen extrem fragwürdigen politischen Bewegungen (hier: Kill the Rich).

Auch wenn der Film zu Beginn der 1980er Jahre spielt, spiegelt er auch unsere gegenwärtige Zeit wieder. Wenn man die Nachrichten verfolgt, vergeht kein Tag, an dem ein Mann nicht aus Eifersucht, verletztem/r Stolz/ Eitelkeit, aus Frustration oder puren Hass oder auch gerne auch mal, weil jemand „die Familienehre retten will“, durchdreht, grundlos andere Menschen angreift oder seine (Ex-) Freundin oder Frau, seine komplette Familie, seine (ehemaligen) Arbeitskollegen oder – wen auch immer – schwer verletzt oder gar tötet. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, auch in unserer Gesellschaft haben wir ein Problem mit „toxic masculinity“ und es wird Zeit, dass dieses Thema angegangen wird. 

Arthur Fleck ist über einen längeren Zeitraum einfach ein einsamer Außenseiter mit seelischen Problemen. Vielleicht ist er sogar autistisch, er versteht die Signale anderer Menschen nicht, wird missverstanden, verliert zunehmend den Blick auf die Wirklichkeit, ist aber auf der anderen Seite durchaus anpassungswillig, sogar empathisch und definitiv will er niemandes etwas Böses. Relativ zu Beginn wird er von einer Horde Jugendlicher grundlos zusammengeschlagen. Sein ganzes Leben wird er bereits gedemütigt, Arthur Fleck ist ein Opfer der Gesellschaft. Er ist ein psychisch kranker Mensch, der Hilfe braucht, bevor er vielleicht zu einer Gefahr für die Gesellschaft wird. Aus Sparmaßnahmen versagt der Staat dann seinem hilfsbedürftigen Bürger weitere Therapiemaßnahmen. Arthur fühlt sich alleingelassen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Bezeichnend sein, nachdenklich stimmender Satz in seinem Tagebuch, „I hope my death makes more cents than my life“ Wohlgemerkt „cents“ nicht „sense“. 

Auf diesen Film bezogen, verliert Arthur Fleck langsam seine Identität und seine Menschlichkeit und wird zum „Joker“. Langsam, weil zwei Drittel des Films sehen wir Arthur Fleck, der einmal – mehr oder weniger – aus Notwehr handelte und später dann, nichts mehr zu verlieren hatte und bewusst jemanden in seinem engeren Umkreis tötete. Das war zumindest für mich der Moment, in dem Arthur Fleck zum Joker wurde. Natürlich rechtfertigt nichts seine späteren Taten. Hier sehen wir eine Gesellschaft, die solche Psychopathen hervorbringt, am Ende steht wieder die toxische Maskulinität, dieses Mal verkörpert durch den Joker und den vielen, seine, sich von ihm inspiriert fühlenden Trittbrettfahrern. „Joker“ zeigt einen möglichen Werdegang eines psychisch labilen Menschen und ist eine Charakter- und Seelenstudie, dabei verherrlicht der Film aber nicht diesen Täter. 

Joaquin Phoenix gibt eine große Performance, sehr intensiv, sehr nuanciert. Es gab keinen Moment, in dem ich nicht wusste, was Arthur Fleck ausmacht und was in ihm vorging. Joaquin Phoenix ist Arthur Fleck/der Joker. Mit seinem ausgemergelten Körper und samt seinen Ticks, seinem unkontrollierten Lachen und seinem improvisierten Ausdruckstanz zeigt er eine völlig andere Interpretation des Jokers als Jack Nicholson (in Tim Burtons „Batman“) oder Heath Ledger (The Dark Knight ). „Joker“ hat durchaus ein paar Drehbuch- und Regie-Schwächen, die Joaquin Phoenix für mich jedoch völlig wegradieren kann. Am Ende habe ich den Film nur als Ganzes wahrgenommen. Dieser Film ist mit einem anderen Schauspieler nicht vorstellbar. Für die Rolle hat er 25 Kilos abgenommen. Um seine Performance richtig erfassen zu können, muss man den Film in der Originalfassung sehen. Joaquin wurde 3 x („Gladiator“, „Walk the Line“, The Master) für den Oscar nominiert. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass es am Ende des Jahres eine Performance gibt, die den Oscar mehr verdient hätte, als diese. Ich habe aber auch noch nicht alle Filme gesehen.

Es ist Joaquin Phoenix erste (und hoffentlich letzte) Rolle in einer Comic-Verfilmung. Bislang hat er nur in Filmen gespielt, die kaum Geld an der Kinokasse eingespielt haben. Mir kommt da sofort der einstige Charakterschauspieler Robert Downey Jr. und den Verlauf seiner Karriere in Erinnerung. Bei Joaquin Phoenix bin ich aber sehr zuversichtlich, dass er sich nicht an Disney bzw. ein anderes Filmstudio verkauft.

Natürlich ist „Joker“ eine Hommage an Martin Scorseses Charakterstudien „Taxi Driver“ und noch mehr „The King of Comedy“ (in dem De Niro den psychisch labilen Rupert Pupkin spielte und davon träumte, Stand-Up-Comedian zu werden, in „Joker“ übernahm De Niro quasi den Part von Jerry Lewis). Mich erinnerte „Joker“  aber auch an drei meiner anderen Lieblingsfilme „Fight Club“, „American Psycho“ und You Were Never Really Here.

„Joker“ ist selbstverständlich jetzt bereits schon einer meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2019.

Grundsätzlich ist ein Superhelden-Film kein Oscar-Anwärter. Allein Joaquin Phoenix in der Rolle bringt den Film schon ins Gespräch für Oscar-Nominierungen. Da der Film dann aber noch auf zwei, bzw. drei wichtigen Herbstfestivals (Venedig, Toronto und New York) gezeigt wurde, zeigt, dass man sich hinsichtlich der Oscars etwas verspricht. 

„Joker“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Beste Nebendarstellerin (Frances Conroy) und einige technische Kategorien  

„Joker“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Hauptpreis, den Goldenen Löwen, gewonnen. Der Film startete am 4.10.19 in 4,374 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film seit dem 10.10.19 im Kino zu sehen. 

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer, dieses Mal Teaser) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Gretel & Hansel„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Ernsthaft? Horrorfilm und Januar-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The King´s Man„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Prequel zu den Kingsman-Filmen. Regie Matthew Vaughn mit Ralph Fiennes 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar- ?)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (zweiter vor „Joker“ gezeigter, dieses Mal richtiger Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Terminator: Dark Fate„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Pfffffffffffff

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Zombieland: Double Tap“

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Fortsetzung zu Zombieland

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Doctor Sleep„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Verfilmung von Stephen Kings Buch/Fortsetzung von „The Shining“ mit Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Bild, dass ich Ende September in New York aufgenommen habe
Ein Bild, dass ich Ende September in New York aufgenommen habe

 

...an der Kinokasse meines New Yorker Kinos
an der Kinokasse meines New Yorker Kinos

NYC – Film: „The Irishman“

Ich war am 27.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Irishman“ (ab dem 14.11.19 in Deutschland im Kino zu sehen, ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar)   209 min    drama, crime, biopic, adaptation 

dir. Martin Scorsese  cast: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Harvey Keitel, Bobby Cannavale, Anna Paquin, Ray Romano, Jesse Plemons

 

Frank „The Irishman“ Sheeran (Robert De Niro) ist alt und einsam und blickt zurück auf sein Leben…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Irishman“ basiert auf Charles Brandts True Crime Bestseller „I Heard You Paint Houses“. Es ist der 26. Kinofilm des New Yorker Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „The Departed“, Shutter Island, Hugo, The Wolf of Wall Street, Silence). Das Drehbuch zu „The Irishman“ hat der amerikanische Filmemacher („A Civil Action“, TV-Serie „The Night Of“) und Drehbuchautor („Schindler´s List“, „Gangs of New York“, Moneyball) Steve Zaillan geschrieben. 

„The Irishman“ ist eine Adaption von Charles Brandts Buch „I Heard You Paint Houses“. Für sein Buch hatte Brandt über einen Zeitraum von fünf Jahren den Mafia-Killer Frank „The Irishman“ Sheeran befragt. In der Mafia-Sprache umschreibt der „house painter“ einen Auftragskiller. „I Heard You Paint Houses“ waren die ersten Worte, die der legendäre amerikanische Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa zu Frank Sheeran sagte. 

Der von Robert De Niro gespielte Frank Sheeran ist ein alter, einsamer Mann, der in einem Pflegeheim lebt, wenn wir als Zuschauer das erste Mal auf ihn treffen. Der Zweite-Weltkriegsveteran erzählt von dem ersten Aufeinandertreffen mit dem Mafia-Boss Russell Bufalino (gespielt von Joe Pesci) und, wie er dann begann, als Auftragskiller für die Mafia zu arbeiten. Irgendwann freundete sich Sheeran dann mit dem Gewerkschaftspräsidenten Jimmy Hoffa (gespielt von Al Pacino) an und arbeitete für ihn. Jimmy Hoffa hatte Verbindungen zur Mafia und verschwand im Jahr 1975 spurlos. Was es damit auf sich hatte, erfahren wir und auch, was das alles für Auswirkungen auf Sheerans Privatleben hatte. 

„The Irishman“ ist auf der einen Seite ein gelungenes Mafia-Epos und auf der anderen Seite eine ehrliche und am Ende auch rührende Charakterstudie über den titelgebenden Charakter. Auch wenn sich die Laufzeit von 3 1/2 Stunden recht lang anhört, war ich überrascht, wie wenig ich die Länge gespürt habe. Wenn ich an den Film zurückdenke, fallen mir als erstes die brillanten und witzigen Dialoge ein (allein für den „Fisch-Dialog im Auto“ würde ich mir den Film jetzt, sofort nochmal anschauen), dann die sehr starken letzten, vielleicht dreißig Minuten des Films, die vielen exzellenten Kamerafahrten und -einstellungen, Zeitlupen-Szenen und nicht zuletzt die Performances von Joe Pesci, Ray Romano, Al Pacino und Robert De Niro (letzterer insbesondere als alter Mann). „The Irishman“ spielt über vier Zeitebenen, zeigt Pesci und De Niro über einen Zeitraum von über 40 Jahren. Mit einer sehr aufwendigen und teuren Verjüngerungstechnik, an die man sich erst gewöhnen muss, die sich aber am Ende auszahlt, sehen wir die Charaktere in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens. Mit dem jüngeren De Niro bzw. Frank Sheeran hatte ich meine Probleme. Naja eigentlich haben mich nur seine stahlblauen, glasigen Augen irritiert und manchmal hat mich auch sein wächsern wirkendes Gesicht etwas zu sehr abgelenkt. Zwei Mal musste ich mir kurz die Augen reiben, weil ich glaubte, in Joe Pesci (den ich eigentlich für einen der coolsten Typen des Planeten halte) plötzlich Gollum aus den „The Lord of the Rings“-Filmen gesehen zu haben.

Al Pacino neigt oft zur Übertreibung in seinem Spiel. Hier spielt er den stoischen Hitzkopf Jimmy Hoffa und ich wüsste keinen Schauspieler, der ihn besser hätte spielen können. Wenn er auf der Leinwand zu sehen ist, ist es fraglos sein Film. In den besten, bzw. witzigsten Szenen ist er meist beteiligt. Gegen Al Pacino geben Joe Pesci und De Niro eine sehr zurückgenommene Performance. Alle drei Schauspieler qualifizieren sich aber für den Oscar. Es ist wunderbar zu sehen, wie Pacino und De Niro, die in den letzten Jahren auch viele Schrottfilme drehten, jetzt mit 79 bzw. 76 Jahren noch einmal das zeigen, was sie eigentlich drauf haben. Das, wofür sie von vielen, wesentlich jüngeren Schauspielern noch heute so verehrt werden. Auch hervorragend, in einer kleineren Rolle, haben mir Ray Romano und Louis Cancelmi (der mit der Brille und dem Fisch in dem Auto) gefallen.

„The Irishman“ ist Martin Scorseses neunter Spielfilm mit Robert De Niro und der erste seit „Casino“ aus dem Jahr 1995. Seit Jahren suchten sie schon nach einem gemeinsamen Spielfilmprojekt. Als sie schließlich Charles Brandts Buch fanden, hatten sie Schwierigkeiten, eine Finanzierung für das Projekt zu bekommen. Ohne Netflix hätte es den teuersten und mit 3 1/2 Stunden längsten Scorsese-Film bis heute nicht gegeben. Der Film sollte ursprünglich 100 Millionen Dollar kosten, die Produktionskosten sind aber irgendwann explodiert (man spricht von 175 Millionen Dollar), wobei ein Großteil davon in die ausgeklügelte, digitale De-Aging-Technik floß. 

Joe Pesci wollte eigentlich immer als Musiker arbeiten, konnte aber sein Geld nur mit der Schauspielerei verdienen. Eines Tages riefen Robert De Niro und Martin Scorsese an, verpflichteten ihn für den Film „Raging Bull“. Mit „Goodfellas“ (für seine Performance gewann Pesci den Oscar) und „Casino“ gab es zwei weitere Filme, bei denen die Drei zusammenarbeiteten. Joe Pesci beendete im Jahr 1999 dann offiziell seine Filmkarriere. Auch wenn er hin und wieder mal in dem ein oder anderen Film einen Kurzauftritt hatte, erschien ihm kein Rollenangebot attraktiv genug, wieder eine größere Rolle in einem Film anzunehmen. Nach Angaben von De Niro und Scorsese mussten sie auch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit Joe Pesci ein weiteres Mal mit den beiden Ikonen in „The Irishman“ zusammenarbeitete. Für Al Pacino ist es, man glaubt es kaum, seine erste Kooperation mit Martin Scorsese.

„The Irishman“ ist natürlich bereits auf dem Papier ein Oscar-Anwärter. Scorsese, De Niro, Pacino, Pesci, Paquin, Drehbuchautor Steven Zaillian – alles Oscar-Preisträger. Ein Mafia-Epos ist etwas, was man mit dem Alten Hollywood verbindet. Ich weiß nicht, ob so ein Film es noch in der heutigen Zeit schafft, den Oscar tatsächlich zu gewinnen. „The Irishman“ wäre vielleicht der letzte Film dieser Art, der das könnte. Die Oscar-Gewinner-Filme der letzten Jahre waren alle nicht mehr sonderlich lang. In der Vergangenheit gab es aber einige Oscar-Gewinner-Filme mit einer Laufzeit von um die 200 Minuten, dazu gehören „Lord of the Rings: The Return of the King, „Titanic“, „The Godfather, Part II“ und etwas länger her „Ben Hur“ und natürlich „Gone with the Wind“. Nun ist „The Irishman“ ein Film von Netflix, die haben seit Roma die besten Oscar-Strategen der Branche am Start. Sie sind auch bei den letzten Oscars sehr weit gekommen, bis… (lassen wir das). Dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“ und den jeweiligen Schauspieler einige Hochkaräter in petto. Auch werden sie eine Oscar-Kampagne für Eddie Murphy für seine Performance in „Dolemite is My Name“ führen. Auf welchen Film Netflix ihr Hauptaugenmerk setzt, wird sich zeigen. Im Moment (Anfang Oktober 19) sieht es aus, als ginge der Oscar für den Besten Film an Scorseses „The Irishman“, Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ oder Noah Baumbachs „Marriage Story“ – aber das kann sich auch noch ändern. 

„The Irishman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert De Niro), Bester Nebendarsteller (Al Pacino, Joe Pesci), Beste Nebendarstellerin (Anna Paquin), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien 

„The Irishman“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist im Verleih des Streaming Portals Netflix und soll ab dem 1.11.19 In einigen ausgewählten Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen sein. Ich habe den Film am Eröffnungstag auf dem NYFF57 gesehen. Der Film war ursprünglich mit vier Vorstellungen für den 27.09.19 geplant. Aufgrund der riesigen Nachfrage des, in der Weltpremiere gezeigten Films, wurden aber immer mehr Vorstellungen hinzugefügt. Der Film soll ab dem 14.11.19 auch in ein paar ausgewählten deutschen Kinos gezeigt werden und ist dann ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

NYFF57 Opening Afternoon Screening von "The Irishman"
NYFF57 Opening Afternoon Screening von „The Irishman“
NYFF 57, Opening Night, Film: „The Irishman“

Vor unserer 15.45 Uhr-Vorstellung gab es in dem Kino eine Pressevorführung. Während Joe Pesci und Al Pacino nach der PV an den enttäuschten Fans vorbei, in ihre Limousine huschten, gab Robert De Niro den dankbaren Fans bereitwillig Autogramme. 

Joe Pesci auf dem NYFF57 "The Irishman"
Joe Pesci auf dem NYFF57 „The Irishman“
Al Pacino auf dem NYFF57 „The Irishman“
Robert De Niro auf dem NYFF57 „The Irishman“

D.C. – Film: „Hustlers“

Ich war am 25.09.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hustlers“ (dt. Kinostart: 28.11.19)   110 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Lorene Scafaria  cast: Constance Wu, Jennifer Lopez, Cardi B., Julia Stiles, Lili Reinhart, Mercedes Ruehl, Frank Whaley, Keke Palmer  

 

Im Jahr 2007 hat Destiny (Constance Wu) begonnen, als Stripperin in dem Club „Moves“ zu arbeiten. Der Star dieses Clubs ist Ramona (Jennifer Lopez). Destiny freundet sich mit Ramona an, diese bringt ihr sämtliche Tricks bei und bald beginnen die beiden Frauen zusammen mit anderen Stripperinnen, den Männern von der Wall Street möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen…

 

C+ (Wertung von A bis F) Der Film wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und basiert auf Jessica Presslers New York Magazin Artikels „The Hustlers at Scores“. Es ist nach Seeking a Friend for the End of the World und The Meddler erst der dritte Film der amerikanischen Drehbuchautorin und Filmemacherin Lorene Scafaria. 

Wie konnte es dazu kommen, dass Jennifer Lopez für ihr Porträt einer Stripperin auf einmal als Oscar-Anwärterin gilt? Das habe ich mich gefragt, als ich erstmalig davon gehört habe und frage ich mich immer noch, jetzt, wo ich den Film gesehen habe. 

Der Film erzählt eine relativ wahre Geschichte, die ich aber nicht für sonderlich erzählens- bzw. verfilmenswert halte. Es beginnt schon damit, dass ich keine Sympathien für die Hauptcharaktere aufbringen konnte und die Männer nicht ausreichend (fies) genug gezeichnet sind, dass man es vielleicht irgendwie okay finden könnte, wie hinterhältig sie betrogen wurden. „Hustlers“ liebt seine Frauencharaktere, ich wünschte, etwas von dieser Liebe wäre auf mich übergesprungen, dann hätte mir der Film vielleicht besser gefallen.

Die Geschichte beginnt 2007, viele Wall-Street-Banker haben sich bekanntlich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert und machten (in den Stripclubs) einen auf dicke Hose. Dann kam im Jahr 2008 die Finanzkrise, die Banker verloren ihre Jobs, kamen nicht mehr in die einschlägigen Läden, die Stripperinnen mussten sich entsprechend neue Jobs suchen, bei denen sie weit weniger verdienten und nun konnten sie sich Pelzmäntel und teure Designertaschen nicht mehr leisten. Ein paar Jahre später beruhigte sich die Lage und die ehemaligen Stripperinnen sahen jetzt eine Möglichkeit, sich an den Männern von der Wall Street zu rächen. Nun zogen sie ihren ehemaligen Kunden auf kriminelle Weise das Geld aus der Tasche. Ende der Geschichte. Tja. Ich finde auch das amerikanische „Man muss sehen, wo man bleibt“ hier unpassend. Dazu finde ich den Frauen und ihr späteres Verbrechen viel zu  niederträchtig.

Der Film ist jedoch ganz ansprechend fotografiert, am Anfang vielleicht auch spaßig und kurzweilig, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen und es wird trötenlangweilig.  Ein kleines Highlight gab es für mich dann mit „Doug“, der einzige männliche Charakter über den man etwas mehr erfährt. Doug wird  realistisch von dem Schauspieler Steven Boyer verkörpert. Die Geschichte von ihm ging mir irgendwo nahe und bestärkte mich in meiner Meinung über die leichtbekleideten Frauen. 

Jennifer Lopez´ Performance empfand ich nicht als etwas Besonderes. Sie ist ein klarer Hingucker und sexy, das ist aber nichts Neues. Hier zeigt sie Nichts, was man nicht sowieso schon mit ihr assoziiert. Wenn sie hierfür einen Oscar bekommen würde, müsste ich mich wieder fürchterlich aufregen. Jennifer Lopez gefiel mir in Oliver Stones „U Turn“ (wie anders sie da noch aussah) und definitiv in Steven Soderberghs „Out of Sight“ – vielleicht aber auch, weil ich beide Filme sehr mag. Sie hat das Charisma und die Präsenz eines Filmstars, ist aber in ihrem schauspielerischen Spektrum begrenzt. „Hustlers“ ist ein Film für Fans von J.Lo. 

„Hustler“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Constance Wu), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lopez), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Hustler“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.9.19 in 3,250 amerikanischen Kinos gestartet. Aufgrund des großen Erfolgs an der amerikanischen Kinokasse ist die Kopienzahl kurz darauf sogar noch auf 3,525 aufgestockt worden. In Deutschland soll der Film am 28.11.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „21 Bridges„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actionthriller mit Chadwick Boseman und J.K. Simmons

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: 3. „Charlie´s Angles“-Film, dieses mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristin Stewart 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile 100% 


Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Oscar-Nominierungen 2020, meine erste Prognose

Die letzten Oscars habe ich mittlerweile verarbeiten können. Hier zunächst eine kleine Zusammenfassung, die vielleicht für künftige Oscars nicht unerheblich ist: 

Zu meiner großen Unzufriedenheit hat dieses Jahr „Green Book“ den Oscar als Bester Film gewonnen. (dazu noch Bester Nebendarsteller, Mahershala Ali und Bestes Originaldrehbuch). Es war der einzige Film der acht Nominierten (Black Panther, Bohemian Rhapsody, A Star is Born, BlacKkKlansman, Vice, Roma und The Favourite), der ein Happy Ending hatte. Ein Film zum Stand der Oscars 2019 mit nur 79% Rotten Tomatoes-Bewertung. Er hatte aber zuvor den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen, den Golden Globe (Best Comedy) und den Preis der Produzenten (PGA), die wie A.M.P.A.S. bei den Oscars mit dem preferential votings system abstimmen. Mit Letzterem hatte „Green Book“ auf einmal den Favoritenstatus, ein paar Tage nach dem PGA-Gewinn – und mit den Oscar-Nominierungen – verlor der Film selbigen jedoch wieder, da „Green Book“ nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde. Vor dem BP-Oscar-Gewinn von Green Book hatten nur die vier Film „Wings“, „Grand Hotel“, „Driving Miss Daisy“ und „Argo“ den Oscar als Bester Film gewonnen, ohne in der Kategorie Beste Regie nominiert worden zu sein. In meiner finalen  Analyse zu den Oscar-Gewinnern 2019 hatte ich angegeben, dass mir zu Ohren gekommen ist, dass es innerhalb der Oscar Academy einflussreiche Leute (darunter Steven Spielberg) gibt, die mit ihrer Stimme ein Statement gegen Netflix (und damit gegen „Roma“) abgeben wollten. Am Ende hat er eine Kampagne geführt, bei dem man sich – in seinen Augen – für das Kino (Green Book) und gegen das Streaming-Portal (Netflix) entscheiden sollte. Grundsätzlich kann ich das nachvollziehen, ich hatte mich jedoch gefragt, warum er sich ausgerechnet für Green Book einsetzte? Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht realisiert, dass Steven Spielberg mit seiner Produktionsfirma DreamWorks Pictures den Film mitproduziert hat. (Netflix hatte für „Roma“ geschätzte 50 Millionen Dollar für die Oscar-Kampagne ausgegeben, für „Green Book“ wurden wohl nur 5 ausgegeben)

Nun gut, alles Schnee von gestern. Für mich bedeutet es nur, dass ich für meine Privatwette, solchen Details mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Die Einschaltquoten der Oscar-Verleihung sind um 14% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Was in meinen Augen aber ausschließlich damit zutun hat, dass mit Black Panther, Bohemian Rhapsody und A Star is Born drei Filme nominiert waren, die Kassenschlager in den Staaten waren.

 

Jetzt ist es Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten: 

Die 92nd Academy Awards finden dieses Mal etwas früher, bereits am 09.02.2020 statt. Die Oscar-Nominierungen werden bereits am 13.01.20 bekannt gegeben. Bislang ist noch nicht klar, wer die Oscars moderieren wird, bzw. ob – wie bereits in diesem Jahr (2019) – es eine Oscar-Verleihung ohne einen Gastgeber geben wird.  

Weitere Fakten und ein paar Neuigkeiten der Academy:  

Jeder der 17 Berufszweige innerhalb der Academy hat drei Vorsitzende. Diese Vorsitzende werden für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt und meistens auch für mindestens drei weitere Amtszeiten bestätigt. Beispielsweise sitzen Laura Dern, Whoopi Goldberg und Alfred Molina im Vorstand des mitgliederstärksten Berufszweiges der Schauspieler. Der Directors Branch sitzen derzeit die Filmemacher Susanne Bier, Kimberly Pierce und Steven Spielberg vor. Dieses insgesamt aus 54 Personen bestehende Board of Governors bestimmt dann auch Regeländerung, Strategien für die nächsten Oscars und wählt den Präsidenten innerhalb ihrer Reihen. Das Board of Governors hat am 6.8.19 nun auch einen neuen Präsidenten für A.M.P.A.S. gewählt: Casting Director David Rubin. Nach zwei Amtszeiten und einigen (PR-) Skandalen tritt er damit die Nachfolge von Kameramann John Bailey an. David Rubin ist der 37. Präsident der Academy of Motion Pictures Arts and Sciences und der erste Casting Director, der diese Position inne hat. 

Steven Spielberg ist seit zig Jahren einer der Vorsitzende des Berufszweiges der Regisseure innerhalb der Academy und damit eine sehr einflussreiche Person bei A.M.P.A.S. Tage nach der Oscarverleihung am 24.2.19 hat Steven Spielberg ein Treffen des Board of Governors anberaumt, in dem er eine Regeländerung bei den Oscars durchsetzen wollte. Netflix-Filme sollten entweder von den Oscars ausgeschlossen werden oder Netflix dazu gezwungen werden, die Filme, die sie für die Oscars einreichen wollen, für einen längeren Zeitraum exklusiv im Kino zu präsentieren. Bei dem Meeting wurde beschlossen, dass es zunächst dahingehend keine Regeländerung geben wird. Ist auch irgendwie logisch, zu viele Academy-Mitglieder arbeiten mittlerweile mit Netflix zusammen.  

Es wurden jedoch ein paar andere Änderungen beschlossen: 

  • Eine Namensänderung des Best Foreign Language Film in Best International Feature. Dies wurde auch geändert, weil beispielsweise Alfonso Cuaron sich beschwerte, dass, wenn er seinen Film „Roma“ in Mexico zeigt, dieser dort nicht fremdsprachig ist. Logisch. (In meinen Beiträgen über die Oscars hatte ich diese Kategorie schon länger als „nicht-englischsprachiger Film“ bezeichnet)
  • die Nominierten in der Kategorie Bestes Make-Up und Beste Frisuren wurden von 3 auf 5 hochgesetzt
  • Die Oscars finden bereits um 15.30 Uhr (Ortszeit in Los Angeles), also zwei Stunden früher statt 

AMPAS hat in diesem Jahr (2019) 842 neue Filmschaffende eingeladen, der Academy beizutreten. Im letzten Jahr waren es 928 neue Mitglieder, dafür sind unter den Eingeladenen in diesem Jahr 50% Frauen, 29% Dunkelhäutige und sehr viele Nicht-Amerikaner. 

Unter den Eingeladenen sind: Jamie Bell, Juan Diego Botto, Sterling K. Brown, Winston Duke, Jennifer Ehle, Claire Foy, Tom Holland, Tom Hollander, Barry Keoghan, Lady Gaga , Tracy Letts, Elisabeth Moss, Peter Mullan, Alexander Skarsgard, die deutsche Schauspieler Nina Hoss, Sebastian Koch. Die Gaga wurde eingeladen, der Schauspiel- oder der Musikerbranche beizutreten. Sprich sie darf sich entscheiden, welchem Berufszweig innerhalb der Academy sie beitreten möchte. Wer genau, die Einladung akzeptiert, weiß man zunächst nicht. 

Deutscher Oscar-Beitrag für die Oscars 2020 ist Nora Fingerscheidts „Systemsprenger“ („System Crasher“). 

Allgemeine Fakten: 

Die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft 20th Century Fox war bis zum 19.03.19 einer der sechs großen Filmstudios, der sogenannten Majors, in Hollywood (Fox, Paramount, Sony, Universal, Warner und Disney). Für 70 Milliarden Dollar hat Disney jetzt ihren einstigen Konkurrenten gekauft. Schon vorher war Disney der größte Medienkonzern der Vereinigten Staaten. Jetzt ist der Konzern mit nunmehr einem Marktanteil von rund 40 Prozent noch mehr der Platzhirsch der Branche. Dieser Disney-Fox-Deal hat natürlich auch Auswirkungen auf die Oscars. So hatte Fox Searchlight immer einige Filme rausgebracht, die später bei den Oscars eine Rolle spielten. 

Netflix ist als erster Streamingdienst dieses Jahr (2019) der MPAA (Verband der Filmproduktionen, der MPAA (Motion Picture Association of America) beigetreten. Netflix gruppiert sich damit an die Seite der Hollywood-Studios, der fünf Majors: Disney, Paramount, Sony, Universal und Warner

So, nun zu den potenziellen Oscar-Filmen: 

Mögliche Oscar-Anwärter  (nicht alle zwingend für die Kategorie Bester Film) kamen folgende Filme von 

dem Sundance Film Festival

  • The Report  (dir. Scott Z. Burns, derzeit bei 84% RT) 
  • The Farewell (dir. Lulu Wang, derzeit bei 99% RT)  
  • The Souvenir (dir. Joanna Hogg, derzeit bei 90% RT)
  • Luce (dir. Julius Onah, derzeit bei 93% RT) 
  • Clemency (dir. Chinonye Chukwu, derzeit bei 96% RT) 
  • The Last Black man in San Francisco (dir. Joel Talbot, derzeit bei 93% RT) 
  • Honey Boy (dir. Alma Ha´rel, derzeit bei 100% RT) 

dem Cannes Film Festival:

  • Rocketman (dir. Dexter Fletcher, derzeit bei 89% RT) 
  • Once Upon a Time in Hollywood (dir. Quentin Tarantino, derzeit bei 85% RT) 
  • Pain & Glory (dir. Pedro Almodovar, derzeit bei 95% RT) 
  • Parasite (dir. Bong Joon-Ho, derzeit bei 100% RT) 
  • The Lighthouse (dir. Robert Eggers, derzeit bei 94% RT) 

Das erste wichtige Herbst-Festival ist das Venice Film Festival, während dieses Filmfestivals startet das kurze Telluride, dann Toronto und schließlich Ende September New York. 

Aus Venedig sind, etwas überraschend, hervorgegangen:

  • Joker (dir. Todd Philipps. Diese Comic-Verfilmung war Gewinner des Goldenen Löwen, derzeit bei 75% RT) 
  • An Officer and a Spy (dir. Roman Polanski. Dieser Film war Gewinner des Großen Preises der Jury, derzeit bei 56% RT) 

Während Telluride habe ich immer wieder eine sehr positive Resonanz für 

  • Marriage Story (dir. Noah Baumbachs, der aber bereits seine Weltpremiere in Venedig feierte, 100% RT) 
  • Ford v Ferrari (dir. James Mangold, derzeit 88% RT) 
  • The Two Popes (dir. Fernando Meirelles, derzeit bei 100% RT) 
  • Waves (dir. Trey Edward Shults, derzeit 90% RT) 
  • Motherless Brooklyn (dir. Edward Norton, derzeit 65% RT) 
  • Uncut Gems (dir. Safdie-Bros, derzeit 96% RT) 
  • Judy (dir. Rupert Goold, nicht wirklich für BP, aber für Renée Zellweger, derzeit 88% RT) 
  • … und natürlich für Parasite (dir. Bong Joon-Ho, der seine Weltpremiere bereits in Cannes feierte, dort die Goldene Palme gewann und – wie gesagt – derzeit 100% RT hat) 

vernommen. 

Aus Toronto haben sich dazugesellt:

  • A Beautiful Day in the Neighborhood (dir. Marielle Heller, derzeit 95% RT)
  • Knives Out (dir. Rian Johnson) (derzeit 100% RT)
  • Just Mercy (dir. Destin Daniel Cretton, derzeit 83% RT) 
  • Hustlers (dir. Lorene Scafaria, in jedem Fall für J.Los Performance derzeit 87%) 
  • Honey Boy (dir. Alma Ha´rel, lief bereits in Sundance, derzeit 100% RT) 
  • Dolemite is My Name (dir. Craig Brewer, derzeit bei 96% RT 
  • The Lighthouse (dir. Robert Eggers, lief erstmalig in Cannes, derzeit bei 94%)
  • Joker (dir. Todd Phillips, lief bereits in Venedig, ich bin noch nicht sicher, ob der Film für BP reicht, aber sehr wahrscheinlich für Joaquin Phoenix,  derzeit bei 75% RT) 

Eher durchwachsene Kritiken gab es für (auch teilweise bereits auf anderen Filmfestivals gezeigte Filme)

  • The Goldfinch (dir. John Crowley, derzeit bei 24% RT)
  • Harriet (dir. Kasi Lemmons, derzeit 67% RT)
  • The Laundromat (dir. Steven Soderbergh, derzeit bei 53% RT)

und 

  • Jojo Rabbit (dir. Taika Waititi, derzeit bei 74% RT), der aber dann – für die meisten überraschend – den Publikumspreis in Toronto gewann. Den Publikumspreis in Toronto gewannen auch die späteren Oscar-Gewinnerfilme „Slumdog Millionaire“, „The King´s Speech“, „12 Years a Slave“ und der diesjährige „Green Book“. 

Ohne einem Screening auf einem der wichtigen Filmfestivals haben wir noch

  • Us (dir. Jordan Peele, derzeit bei 93% RT) 
  • Avengers: Endgame (dir. Anthony Russo, Joe Russo, derzeit bei 94% RT) 

Auf dem Papier bleiben damit vorerst nur folgende Filme die Chancen auf eine Oscar-Nominierung als Bester Film haben: 

The Irishman (dir. Martin Scorsese) Weltpremiere am 27.09.19 auf dem New York Film Festival (wenn wir von unserem  Roadtrip durch die Neuenglandstaaten und ein paar Tage in D.C. morgen rechtzeitig in Manhattan ankommen, sehe ich ihn tatsächlich auch morgen, am späten Nachmittag).

1917 (dir. Sam Mendes) 

Little Women (dir. Greta Gerwig) 

Bombshell (dir. Jay Roach) 

Richard Jewell (dir. Clint Eastwood) 

Dark Waters (dir. Todd Haynes)

Queen & Slim (dir. Melina Matsoukas) 

The Good Liar (dir. Bill Condon) 

Das einzige, was bislang gegen „Marriage Story“ und „The Two Popes“ (und damit auch gegen  „Dolomite is My Name“ und „The Laundromat“) spricht, ist, dass alles Netflix-Filme sind und die haben bekanntlich schon Martin Scorseses „The Irishman“ (der bislang zwar noch nicht gezeigt wurde, aber grundsätzlich erst mal als Oscar-Anwärter quasi gesetzt ist). Üblicherweise kann ein Verleiher sich mit einer ernstzunehmenden Oscar-Kampagne nur auf ein oder zwei Filme konzentrieren. Nachdem was ich gehört habe, ist „Marriage Story“ definitiv drin. Bei „The Two Popes“ wollte ich liebe abwarten, wie dieser Film in Toronto ankommt. Eigentlich zeigen sich alle von diesem Film begeistert. Tja, mal gucken. Wenn Filmkritiker oder Oscar-Experten gefragt werden, welches der beste Film war, den sie dieses Jahr gesehen haben, taucht immer Bong Joon Hos´“Parasite“.  auf. Definitiv ist dieser südkoreanische Film für eine Nominierung (und sicher Gewinn) für Bester Internationaler Film gesetzt, ich gehe jetzt aber auch davon aus, dass er für Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und auch Bester Film nominiert wird.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, Hustlers, (ein Update erfolgt regelmäßig an dieser Stelle) Update: The Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, „Motherless Brooklyn“

 

Meine derzeitige Prognose (Stand 26.09.19) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe: 

Bester Film

  • Once Upon a Time in Hollywood (Sony Pictures) 
  • Marriage Story (Netflix) 
  • Ford v. Ferrari (produziert 20th Century Fox, jetzt Disney) 
  • The Irishman (Netflix)  – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Parasite (Neon) 
  • Jojo Rabbit (produziert von Fox Searchlight, jetzt Disney) 
  • The Two Popes (Netflix) 
  • Waves (A24) 
  • Joker (Warner Bros.)
  • Just Mercy (Warner Bros.)
  • ————————————-
  • The Farewell (A24) 
  • A Beautiful Day in the Neighborhood (Sony Pictures) 
  • Knives Out (Lionsgate) 
  • 1917 (Universal Pictures) – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Little Women (Sony Pictures) – bisher noch nicht gezeigt!!!!
  • Judy (Roadside Attractions)

Beste Regie

Noah Baumbach („Marriage Story“)

Martin Scorsese („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!

Bong Joon-Ho („Parasite“)

Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“)

Taika Waititi („Jojo Rabbit“)

James Mangold („Ford v Ferrari“) 

Marielle Heller („A Beautiful Day in the Neighborhood“)

Sam Mendes („1917“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

Greta Gerwig („Little Women“)  – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

 

Bester Hauptdarsteller

Adam Driver („Marriage Story“)

Joaquin Phoenix („Joker“) 

Jonathan Pryce („The Two Popes“)

Leonardo DiCaprio („Once Upon a Time in Hollywood) 

Christian Bale („Ford v. Ferrari“) 

Adam Sandler („Uncut Gems“)

Eddie Murphy („Dolemite is My Name“)

Antonio Banderas („Pain & Glory“) 

Willem Dafoe („The Lighthouse“) 

Edward Norton („Motherless Brooklyn“)

Taron Egerton („Rocketman“)

Michael B. Jordan („Just Mercy“) 

Matthew Rhys („A Beautiful Day in the Neighborhood“)

Robert DeNiro („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

 

Beste Hauptdarstellerin

Scarlett Johansson („Marriage Story“)

Renée Zellweger („Judy“) 

Awkwafina (The Farewell) 

Alfre Woodward („Clemency“) 

Lupita Nyong ´o („Us“) 

Saoirse Ronan („Little Women“) bisher noch nicht gezeigt!!!!!!

Mary Kay Place („Diane“) 

 

Bester Nebendarsteller 

Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) 

Anthony Hopkins („The Two Popes“) 

Sterling K. Brown („Waves“)

Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood“)  

Alan Alda („Marriage Story“) 

Tracy Letts („Ford v Ferrari“) 

Willem Dafoe („The Lighthouse“) 

Song Kang-Ho („Parasite“) 

Jamie Foxx („Just Mercy“) 

Kelvin Harrison, Jr. („Waves“) 

Al Pacino („The Irishman“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!!

Shia LaBeouf („Honey Boy“) 

 

Beste Nebendarstellerin 

Laura Dern („Marriage Story“) 

Jennifer Lopez („Hustlers“) 

Zhao Shuzhen („The Farewell“) 

Charlize Theron („Bombshell“) – bisher noch nicht gezeigt!!!!!

Taylor Russell („Waves“) 

Scarlett Johansson (Jojo Rabbit) 

Annette Bening (The Report) 

Bekanntlich ist die Oscar-Saison sehr dynamisch. Was heute noch gilt, ist morgen, unter Umständen, schon nicht mehr aktuell. Nach meinem heutigen Kenntnisstand (26.09.19) gehe ich von diesen Oscar-Gewinnern aus: 

Bester Film:

„Marriage Story“

Beste Regie: 

Noah Baumbach (Marriage Story“) 

Bester Hauptdarsteller:

Adam Driver (Marriage Story) hat ein Hammerjahr (erst Oscar-, dann Tony-Nominierung), aber vielleicht ist Adam Driver am Ende mehr der Kritikerliebling und den Oscar staubt Joaquin Phoenix ab. Mit diesem Rennen wäre ich versöhnt mit dem was bei den letzten Oscars gewann. 

(meine Alternative hierfür: Jonathan Pryce, „The Two Popes“, er wurde noch nie für den Oscar nominiert) 

Beste Hauptdarstellerin: 

Scarlett Johannson (Mariage Story)

(meine Alternative, falls ScarJo sich nicht geschmeidig gibt und nicht aufhört, dummes Zeug von sich zu geben: Renee Zellweger, „Judy“) 

Bester Nebendarsteller:

Brad Pitt (er will scheinbar keine Kampagne führen, mal sehen ob sich das noch ändert.  im Moment keine wirkliche Alternative) 

Beste Nebendarstellerin

Laura Dern (Marriage Story), derzeit sehen einige Oscar-Experten sogar einen Oscar-Gewinn für  

Jennifer Lopez,, ich habe „Hustlers“ gestern gesehen und frage mich, wie die darauf kommen. 

 

Mein derzeitiger Oscar-Gewinner-Film, Trailer zu sehen:

TV-Serie: „Unbelievable“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Unbelievable“ (seit dem 13.09.19 weltweit auf Netflix zu sehen)   8 x approx. 60 min   drama, biopic, adaption

dir. Lisa Cholodenko, Michael Dinner, Susannah Grant   cast: Kaitlyn Dever, Toni Collette, Merritt Wever, Dale Dickey, Elizabeth Marvel, Eric Lange, Vanessa Bell Calloway, Danielle MacDonald, Bill Fagerbakke

 

Im Jahr 2008 wird die 18-jährige Marie Adler (Kaitlyn Dever) vergewaltigt. Als sie den Fall bei der Polizei zu Protokoll gibt, muss sie ihre Aussagen ständig wiederholen. Der Täter hatte auch keinerlei Spuren hinterlassen. Bald muss Marie realisieren, dass die beiden männlichen Polizisten Det. Parker (Eric Lange) und Det. Pruitt (Bill Fagerbakke) ihre Ausführungen anzweifeln. Das hat schließlich zur Folge, dass sie ihre Aussage zurückzieht…

Im Jahr 2011 ermittelt Detective Karen Duvall (Merritt Wever) in einem ganz anderen Bundesstaat an einem Vergewaltigungsfall, entdeckt Ähnlichkeiten zu einem weiteren Fall und wendet sich schließlich an eine ihrer Kolleginnen, Detective Grace Rasmussen (Toni Collette). Ein Serienvergewaltiger scheint sein Unwesen zu treiben…

 

B (Wertung von A bis F) „Unbelievable“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption des Artikels „An Unbelievable Story of Rape“ von T. Christian Miller, ProPublica und Ken Armstrong, The Marshall Project. Serienschöpfer sind die amerikanische Drehbuchautorin (Erin Brockovich“, The Soloist) und Filmemacherin Susannah Grant, die israelisch-amerikanische Autorin Ayelet Waldman und der amerikanische Romanautor Michael Chabon („Wonder Boys“). Bei den ersten drei Episoden hat die amerikanische Drehbuchautorin und Filmemacherin Lisa Cholodenko („Laurel Canyon“, The Kids Are All Right, HBO-Miniserie „Olive Kitteridge“) Regie geführt. 

Hier werden zunächst zwei voneinander getrennte Geschichten erzählt. In der einen Handlungsebene folgt man der 18-Jährige Marie (gespielt von Kaitlyn Dever), die das traumatische Erlebnis einer Vergewaltigung verarbeiten muss und sich später auch noch damit auseinandersetzen muss, dass weder die Polizei, noch ihre Pflegemütter oder Freunde ihr glauben, dass sie überhaupt vergewaltigt wurde. In der anderen Handlungs- und Zeitebene suchen zwei Polizistinnen einen Serienvergewaltiger. Diese Mini-Serie hätte man sicher kompakter gestalten und die Geschichte in der Hälfte der Zeit erzählen können. Damit wäre einem dann aber das Zusammenspiel der beiden, so unterschiedlichen Polizistinnen (gespielt von Merritt Wever und Toni Collette) entgangen und vielleicht hätte sich dieser langsame Aufbau dann auch nicht mit der finalen Episode so ausgezahlt. 

Meine große Entdeckung ist hier Merritt Wever. So ganz stimmt das natürlich nicht, erstmalig lobend erwähnt habe ich sie in meinem Beitrag über die TV-Serie Nurse Jackie im Jahr 2010. Merritt Wever hat mich mit ihrem exzellenten Spiel hier an die wunderbare Elizabeth Moss erinnert. Ich finde ihre Serienfigur aber auch sehr angenehm. Det. Karen Duvall hat eine leise, warme Stimme, weiche Tonlage und eine zurückgenommene, in sich ruhende Art, sie ist verständnisvoll ohne anbiedernd zu sein.

Meine Lieblingsszenen: 

  • Das Gespräch der beiden Polizistinnen im Auto (Episode 6)
  • Das Verhör mit dem Bruder (Episode 7)
  • Die letzten vielleicht fünf Minuten von Episode 7

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Marie hatte keine einfache Kindheit, sie ist in Heimen und bei verschiedenen Pflegeeltern aufgewachsen. Eines Tages wird sie Opfer einer Vergewaltigung. Die Polizei hegt Zweifel an ihren Aussagen. Gespielt wird Marie von der amerikanischen Schauspielerin Kaitlyn Dever. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „Justified“) und Kinofilmen (u.a. The Spectacular Now!, Short Term 12, Outside In, Booksmart mitgespielt) 

Detective Karen Duvall arbeitet zunächst an dem Vergewaltigungsfall von Amber (gespielt von Danielle Macdonald) und ermittelt später gemeinsam mit Detective Grace Rasmusen (gespielt von Toni Collette), um einen Serienvergewaltiger zu finden. Karen Duvall ist mit Max (gespielt von Austin Hébert) verheiratet und hat zwei Töchter. Gespielt wird Det. Duvall von der amerikanischen Schauspielerin Merritt Wever. Bekannt geworden ist sie durch die TV-Serie Nurse Jackie,. Sie hat aber seither auch in anderen TV-Serien (u.a. „The Walking Dead“ und „Godless“) gespielt und war auch in einigen Kinofilmen (u.a. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)) zu sehen. Sie hat zwei Emmys für die TV-Serien  „Nurse Jackie“ und „Godless“ gewonnen und eine weitere Emmy-Nominierung für die TV-Serie „Nurse Jackie“ erhalten. 

Detective Grace Rasmussen arbeitet bereits seit 14 Jahren als Detective und ermittelt später mit Det. Karen Duvall (gespielt von Merritt Wever) daran, einen Serienvergewaltiger zu finden. Grace Rasmussen ist mit Steve (gespielt von Kai Lennox), der für die Generalstaatsanwaltschaft arbeitet, verheiratet. Det. Grace Rasmussen wird von der australischen Schauspielerin Toni Collette gespielt. Erstmalig aufgefallen ist sie mir in „Muriel´s Wedding“ und seither ist sie in vielen Kinofilmen (u.a. „About a Boy“, „Little Miss Sunshine“, Enough Said, Lucky Them, Hereditary) zu sehen. Toni Collette hat eine Oscar-Nominierung für ihre Performance in „The Sixth Sense“ und drei Emmy-Nominierungen für „United States of Tara“ und „Tsunami: The Aftermath“ erhalten. Für die Serie „United States of Tara“ hat sie schließlich den Emmy gewonnen. 

„Unbelievable“ ist seit dem 13.09.19 auf Netflix zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie – „Succession, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 1“ (in D. beispielsweise über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  comedy, drama 

dir. Adam McKay, Mark Mylod, Adam Arkin, Andrij Parekh, Miguel Arteta, S. J. Clarkson   cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Nicholas Braun, Kieran Culkin, Matthew Macfadyen, Alan Ruck, Sarah Snook, Hiam Abbass, Peter Friedman, Justine Lupe, Eric Bogosian, James Cromwell 

 

Logan Roy (Brian Cox) ist ein sehr einflussreicher Medienmogul, Waystar Royco zählt zu den größten Medienkonzernen der Welt. Nun ist er aber nicht mehr der Fitteste und eigentlich war es abgemacht, dass er zu seinem 80. Geburtstag die Leitung seines weltweiten Imperiums seinem zweitältesten Sohn Kendall (Jeremy Strong) überträgt. Der alte Herr hat es sich jedoch anders überlegt…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Logan Roy hat selbstverständlich rein gar nichts, also überhaupt nichts, mit Rupert Murdoch zutun. Auch sind die Ähnlichkeiten von Waystar Royco und News Corp natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers , The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Adam McKay hat auch bei der Pilotfolge Regie geführt. 

Es gibt TV-Serien, die perfekt in die Zeit passen, in der sie erstmalig ausgestrahlt werden. Ich erinnere mich da besonders an die erste Staffel von Mr. Robot (im Jahr 2015) und The Handmaid´s Tale (im Jahr  2017). „Succession“ kreist um das meinungsmachende Imperium von Logan Roy und ist eine Serie über Supereiche, die über die Gestaltung der Gesellschaft mitbestimmen, ohne selbst einen Bezug zur „normalen“ Bevölkerung zu haben. Damit passt „Succession“, in meinen Augen, genau in die Zeit 2018/2019 usw. 

Zugegebenermassen springe ich dieses Mal etwas spät auf den Zug auf. Auch wenn ich im letzten Jahr bereits an der ersten Staffel interessiert war, gab es einfach zu viele hervorragende Serien, die meine Aufmerksamkeit erforderten. An den überragenden Kritiken der aktuell laufenden zweiten Staffel komme ich nun aber definitiv nicht mehr vorbei. Zunächst musste ich mir aber die erste Staffel anschauen. 

Hier geht es um die „Roys“, die dem amerikanischen Geldadel angehören, genauer die zu den sogenannten „1%“ zählen. Megareiche, die mit sich selbst überfordert sind, die Bodenhaftung völlig verloren haben, sich vermutlich selbst und alle anderen hassen. Sie begegnen anderen, aber selbst ihren engsten Familienmitgliedern, mit einer unglaublichen Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit. So hauen sich die einzelnen Charaktere permanent irgendwelche Gemeinheiten um die Ohren. Was die Kinder von Logan Roy betrifft, suchen diese letztendlich nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Definitiv ist dies keine Serie, bei der man mit, auch nur einem der Beteiligten tauschen will und wenn man es nicht eh schon wüsste, wäre das hier der Beweis, dass Geld nicht glücklich macht. Gute Menschen oder gar Sympathieträger sucht man in dieser Serie vergeblich. Die Charaktere wären eigentlich kaum zu ertragen, wenn das Ganze nicht als schwarze Tragikomödie aufgezogen wäre. Die Dialoge sind unglaublich brillant. Ich weiß nicht, wie oft ich lauthals lachen musste. Meine unbedingte Empfehlung: die Serie in der Originalfassung, vielleicht mit englischen Untertiteln, schauen.

Die Besetzung jedes einzelnen dieser komplexen Charaktere ist makellos. 

Schauspielerisch und inszenatorisch ist „Succession“ manchmal so überzeugend, dass man glaubt, eine Reportage über diese dysfunktionale Milliardärs-Familie zu sehen. 

Greg, der Cousin von Connor, Kendall, Roman und Shiv, ist nicht im Wohlstand aufgewachsen und reicht damit vielleicht am Anfang noch am ehesten als Identifikationsfigur für den Zuschauer. Zumindest sieht man die superreichen Roys anfänglich durch seine (scheinbar naiven) Augen.

Am meisten habe ich mich sicher über den, von Kieran Culkin verkörperter Roman Roy amüsiert. Vielleicht ist er sowas wie mein Lieblingscharakter der Serie. Es macht aber auch wahnsinnig viel Spaß, den Möchtegerns und irgendwie Außenseitern Greg und Tom (gespielt von Nicholas Braun und Matthew Macfadyen) zuzuschauen. Brian Cox hebt das Niveau jedes Projektes und ist die perfekte Besetzung des Logan Roy. Brian Cox zeigt hier über die gesamte erste Staffel einige Facetten seines Talents.

Was wären Schauspieler ohne ihre Stimme und ihre Sprache? Synchronisationen nehmen ihnen genau das, das sollte man sich immer vor Augen halten. 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich es kaum erwarten kann, wie es mit den Charakteren in der zweiten Staffel weitergeht und ich endlich wieder diesen tollen Score hören kann.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Logan Roy ist in Schottland geboren. Er hat sich selbst ein Imperium aufgebaut, dadurch fällt es ihm auch schwer, seinen verwöhnten Kindern, die noch nichts in ihrem Leben erreicht haben, die Nachfolge seines Lebenswerks zu überlassen. Logan ist der CEO eines der weltweit größten Medienkonzerne: Waystar Royco. Ähnlichkeiten zu Rupert Murdoch sind, wie gesagt, rein zufällig. Er ist in dritter Ehe mit Marcia (gespielt von Hiam Abbass) verheiratet. Er hat mit Connor (gespielt von Alan Ruck), Kendall (gespielt von Jeremy Strong) und Roman (gespielt von Kieran Culkin) drei Söhne und eine Tochter: Siobhan (gespielt von Sarah Snook). Logan ist 80 Jahre alt und wollte eigentlich kürzer treten und die Führung seines Konzerns seinem zweitältesten Sohn Kendall überlassen. Er hat es sich aber anders überlegt. Gespielt wird der Patriarch von dem schottischen Schauspieler Brian Cox. Der Theater-, TV- und Filmschauspieler hat in unzähligen Kinofilmen („Braveheart“, „The Bourne Identity“, Zodiac, The Escapist, The Good Heart) und TV-Serien („Deadwood“, „The Game“, „Penny Dreadful“) mitgespielt. Für seine Performance in der TV-Serie „Nuremberg“ hat er einen Emmy gewonnen. Für seine Rolle in der TV-Serie „Frasier“ wurde er für einen weiteren Emmy nominiert. 

Kendall „Ken“ Roy ist der zweitälteste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Eigentlich sollte Kendall die Nachfolge seines Vaters als CEO bei Waystar Royco antreten, Logan hat es sich jedoch anders überlegt. Kendall hat eine Drogenvergangenheit, was wohl auch ein Grund für seine Ehefrau Rava (gespielt von Natalie Gold) war, ihn mit den beiden Kindern zu verlassen. Gespielt wird Kendall von dem amerikanischen Schauspieler Jeremy Strong. Auch wenn ich wahrscheinlich noch nicht erwähnt habe, hat er in einigen hervorragenden Kinofilmen (Lincoln, Robot & Frank, Zero Dark Thirty,  The Big Short, Molly´s Game) mitgespielt. Auch war er u.a. in den TV-Serien „The Good Wife“ und „Masters of Sex“ zu sehen.

Roman „Rome“ Roy ist der jüngste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Roman arbeitet bei Waystar Royco, naja, er arbeitet nicht wirklich, aber er hat dort ein Büro.  Gespielt wird Roman von dem amerikanischen Schauspieler Kieran Culkin. Seine erste Rolle hatte er neben seinem Bruder Macauley in „Home Alone“. Er hat in ein paar guten Filmen („The Cider House Rules“, „Igby Goes Down“, Margaret) mitgespielt. Auch hat er in der zweiten Staffel der TV-Serie „Fargo“ mitgewirkt. 

Siobhan „Shiv“ Roy ist die einzige Tochter (aus der 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Sie ist die Halbschwester von Connor (gespielt von Alan Ruck) und die Schwester von Kendall und Roman (gespielt von Jeremy Strong und Kieran Culkin) Sie arbeitet als politische Beraterin. Demnächst will sie ihren langjährigen Freund Tom Wambsgans (gespielt von Matthew Macfadyen)  heiraten. Gespielt wird Shiv von der australischen Schauspielerin Sarah Snook. Sie war bereits in einigen Kinofilmen (u.a Steve Jobs, The Glass Castle, Winchester) zu sehen. 

Connor „Con“ Roy  ist der ältester Sohn (aus der 1. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox).  Con lebt auf einer abgelegenen Ranch in New Mexico. Willa (gespielt von Justine Lupe) ist sowas wie seine Freundin, auch wenn er sie kennenlernte, als er ihre Dienste als Callgirl in Anspruch nahm. Das sorgt auch immer wieder für böse Spitzen in ihre Richtung. Connor wird von dem amerikanischen Schauspieler Alan Ruck gespielt. Unvergessen ist er natürlich als „Cameron“ in „Ferris Bueller´s Day Off“. Seither hat er in vielen TV-Serien („Mad About You“, „Spin City“, „The Exorcist“) mitgespielt und war auch in ein paar Kinofilmen („Speed“, War Machine) zu sehen. Neben seiner Ehefrau, Mireille Enos (TV-Serie „The Killing“) hat Alan Ruck in der TV-Serie „The Catch“ gespielt. 

Tom Wambsgans ist der langjährige Freund/später Verlobte von Shiv Roy (gespielt von Sarah Snook). Er arbeitet bei Waystar Royco. Gespielt wird Tom von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen.  Er hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, „Death at a Funeral“, Frost/Nixon) und TV-Serien („Spooks“, „Ripper Street“) mitgespielt. 

Marica Roy ist die dritte Ehefrau von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Gespielt wird Marcia von der israelischen Schauspielerin („Paradise Now“, „Munich“, The Visitor) und Regisseurin Hiam Abbass. 

Greg ist der Enkel von Logan Roys Bruder Ewan (gespielt von James Cromwell)), damit ist er ein Cousin von Kendall, Roman, Shiv und Connor. Greg selbst ist nicht im Wohlstand aufgewachsen, am Anfang sieht man die ultrareichen Roys mit seinen Augen. Er wirkt etwas naiv und unbeholfen, zeigt aber schon bald einen gewissen Ehrgeiz. Gespielt wird Greg von dem amerikanischen Schauspieler Nicholas Braun. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „10 Things I Hate About You“) und Kinofilmen (u.a.The Perks of Being a Wallflower) mitgewirkt. Nicholas Braun ist sehr groß (fast 2 Meter), was in dieser Serie tatsächlich öfter auffällt. 

Die erste Staffel von „Succession“ wurde für fünf Emmys nominiert, u.a. Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKays Pilotfolge), Outstanding Writing for a Drama Series (für den Serienschöpfer Jesse Armstrong und die finale Episode der ersten Staffel„Nobody is Ever Missing“) 

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18 – 5.8. 18 auf HBO gezeigt. Die zweite Staffel läuft seit dem 11.8.19 auf HBO. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man die OV der ersten Staffel über den deutschen iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Mindhunter, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 2. Staffel“ (seit dem 16.8.19 auf Netflix zu sehen)  9 x approx. 60 min  crime, drama, adaptation 

dir. David Fincher, Andrew Dominik, Carl Franklin   cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv, Michael Cerveris, Stacey Rocca, Lauren Glazier, Albert Jones, Sierra McClain, Joe Tuttle, Albert Jones, Cotter, Smith, Cameron Britton, Christopher Livingston, Oliver Cooper, Damon Herriman, Michael Filipowich, Christopher Backus, Morgan Kelly, Robert Aramayo, Corey Allen, Sonny Valicenti  

 

April 1980, FBI-Agent Bill Tench (Holt McCallany) wird mit einem Cold Case konfrontiert. Der BTK (Bind, Torture, Kill)-Fall, dieser Serienmörder ist noch auf freiem Fuß, soll sieben Menschen getötet haben und wird voraussichtlich noch weiter morden. Außerdem bekommt Bill, Dr. Wendy Carr (Anna Torv) und Holden Ford (Jonathan Groff) einen neuen Chef vorgesetzt: Ted Gunn (Michael Cerveris). Er verspricht ihnen und ihrer Verhaltensforschungsabteilung die vollste Unterstützung. Während Bill sich um eine private Sache Zuhause kümmern muss, fährt Holden allein nach Atlanta, um den Serienmörder William Pierce Jr. (Michael Fillipowich) zu interviewen. In Atlanta erfährt er davon, dass in den vergangenen sieben Monaten acht afroamerikanische Kinder ermordet wurden, drei weitere werden vermisst. Ein weiterer Serienmörder scheint sein Unwesen zu treiben…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf John E. Douglas´ und Mark Olshakers Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australische Dramatiker und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er mitproduziert. Bei der zweiten Staffel hat David Fincher bei den ersten drei der neun Episoden Regie geführt.

Ist es schon wieder zwei Jahre her, dass mich die erste Staffel von „Mindhunter“ so begeisterte? Die Zeit vergeht, die Serie bleibt sich aber auch in der zweiten Staffel treu. Diese Serie ist geradezu mit provozierender Langsamkeit erzählt, darauf muss man sich als Zuschauer einlassen können und wollen. Auch wenn es hier hauptsächlich um (tatsächlich reale) Serienmörder geht, fließt hier kein Blut. Die grausamen Verbrechen spielen sich mehr im Kopf des Zuschauers ab. „Mindhunter“ ist ein meisterhaft erzähltes Charakterdrama vor dem Hintergrund der Kriminalpsychologie und dem Erstellen von Täterprofilen bei Gewaltverbrechen. Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahren war der Beginn des heute bekannten Profilings. Der FBI-Fallanalytiker John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und sein Kollege Robert Ressler dienten als Vorlage für die fiktiven Protagonisten Holden Ford und Bill Tench. In der zweiten Staffel arbeiten die beiden FBI-Agenten später erstmalig tatsächlich an einem Serienmörder-Fall. Die zweifellos besten Szenen in der zweiten Staffel sind die Befragungen der verurteilten Gewaltverbrecher, Mörder bzw. Serienmörder. Die brillanten Dialoge ziehen sich aber durch die komplette Staffel. Hervorheben möchte ich eine, von David Fincher inszenierte Szene, in der Bill einen Zeugen in einem Auto vernimmt (Episode 2), aber natürlich liebe ich auch die gesamte Charles Manson-Sequenz von dem Moment, in dem sie sich im Büro seine (gar nicht so schlechte) Musik anhören über die eigentlichen Interviews mit Manson und Tex Watson bis zur späteren Analyse (Episode 5). Ich liebe aber auch die Sequenz, die ihre 5-wöchige nächtliche Überwachung der Brücken zusammenfasst (Episode 8). 

Am Ende dieser Staffel war ich etwas unbefriedigt, was aber mehr mit der Verurteilung des Serienmörders zutun hat. Selbstverständlich habe ich mir auch diese Staffel zwei Mal angeschaut und einzelne Szenen könnte ich mir immer wieder anschauen. Der Elektroscore ist vertraut und großartig, die Szenenbilder sind so detailgetreu, dass man nie Zweifel hegt, dass die Serie tatsächlich Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre spielt. 

Die erste Staffel begann bei den meisten Episoden mit einer kurzen Szene, in der man einen mysteriösen Mann sieht. Es stellte sich heraus, dass es sich bei ihm um den BTK-Serienmörder handelt. Diese Tradition wird auch bei den meisten Episoden der zweiten Staffel fortgesetzt. Die 2. Staffel beginnt im April 1980 und Special Agent Bill Tench bekommt den BTK-Fall als Cold Case auf seinen Tisch. Er ermittelt auch an dem Fall, befragt einen Zeugen, nur jetzt spielt das wahre Leben rein, der BTK-Killer wurde erst wesentlich später gefasst. Offiziell gibt es zwar noch keine Bestätigung für eine dritte Staffel, man kann aber davon ausgehen, dass sich der BTK-Fall wie ein roter Faden durch die Serienstaffeln ziehen wird. Das kommt auch nicht von ungefähr, der Vorlagenlieferant dieser Serie, John E. Douglas, hat nämlich zusammen mit Johnny Dodd ein Buch über den BTK-Killer geschrieben („Inside the Mind of BTK: The True Story Behind the Thirty-Year Hunt for the Notorious Wichita Serial Killer.“)

Ein kleiner Auszug von den befragten Gewaltverbrechern bzw. Serienmördern in Staffel 2:

  • David Berkowitz, genannt „Son of Sam“,  gespielt von dem amerikanischen Schauspieler Oliver Cooper 
  • William „Junior“ Pierce, gespielt von dem amerikanischen Schauspieler Michael Fillipowich
  • William Henry Hance, gespielt von Corey Allen 
  • Elmer Wayne Henley, gespielt von dem englischen Schauspieler Robert Aramayo 
  • Ed Kemper, erneut von dem großartigen amerikanischen Schauspieler Cameron Britton gespielt. 
  • Charles Manson, der Sektenführer wird von dem australischen Schauspieler Damon Herriman gespielt (er war bereits als Charles Manson kurz in Once Upon a Time…in Hollywood  zu sehen) 
  • Paul Bateson hatte sogar in William Friedkins „The Exorcist“ einen kurzen Auftritt, bevor er später zum Mörder wurde. Gespielt wird Bateson von dem kanadischen Schauspieler Morgan Kelly. 
  • Wayne Williams, gespielt wird er von Christopher Livingston 

Die zweite Staffel von „Mindhunter“ steht seit dem 16.08.19 auf Netflix zur Verfügung. 

Trailer zu sehen:

Berlin – Film: „Pain & Glory“

Ich war am 30.08.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Pain & Glory“ (Originaltitel: „Dolor y gloria“, dt. Filmtitel: „Leid und Herrlichkeit“, dt. Kinostart war der 25.07.19)  112 min  drama 

dir. Pedro Almodóvar  cast: Antonio Banderas, Penélope Cruz, Asier Etxeandia, Raúl Arévalo, Leonardo Sbaraglia

 

Vor mehr als dreißig Jahren feierte der Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) seine größten Erfolge. Mittlerweile ist er alt und leidet unter vielen chronischen Krankheiten, ist depressiv und steckt schon länger in einer Schaffenskrise. In letzter Zeit erinnert er sich Immer öfter an seine Kindheit. Jetzt hat die Madrider Cinemathek seinen Film „Sabor“ restauriert und ihn zur Wiederaufführung eingeladen. Salvador kommt auf die Idee, den damaligen Hauptdarsteller Alberto Crespo (Asier Etxeandia) zu besuchen. Sie haben sich seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr gesehen und sind damals im Streit auseinandergegangen…  

 

A- (Wertung von A bis F) „Pain & Glory“ ist ein semi-autobiografischer Film des spanischen Autorenfilmers Pedro Almodóvar („Women on the Verge of a Nervous Breakdown“, „All About My Mother“, „Talk to Her“, „Volver“).

Beinahe wäre dieser Film an mir vorbeigegangen. Den internationalen Filmtitel („Pain & Glory“) hatte ich natürlich parat, mit dem seltsam eingedeutschten Titel „Leid und Herrlichkeit“ wusste ich gar nichts anzufangen. Ist aber gerade noch mal gut gegangen. 

Ich weiß nicht, wie man diesen Film beurteilt, wenn man mit Almodóvars Werken nicht vertraut ist und seine Filme nicht mag. Seinen neuesten Film empfand ich als ehrliches, wenn auch schmeichelndes Selbstporträt. Immer wieder die Kindheitserinnerungen, bei dem man den Jungen mit seiner geliebten Mutter (hier gespielt von Penélope Cruz) sieht. Auch wenn er aus sehr einfachen Verhältnissen stammt, war es wohl zweifelsfrei eine unbeschwerte und schöne Kindheit, dann das erste sexuelle Begehren als er einem etwas älteren Jungen dabei zuschaut, wie er sich nackt wäscht. In der Gegenwart sieht man den alternden Regisseur, der unter unzähligen Krankheiten (die dem Zuschauer nachhaltig originell präsentiert werden) leidet, die Schaffenskrise, der Besuch bei einem alten Weggefährten, das Wiedersehen mit seiner großen Liebe, etc. „Pain & Glory“ ist für den spanischen Filmemacher, klar, ein sehr persönlicher Film, nicht nur die Geschichte, die diese autobiografischen Momentaufnahmen enthält, Salvadors Wohnung ist tatsächlich auch mit Almodóvars eigenen Möbeln und Kunstwerken ausgestattet und selbst Antonio Banderas trägt Kleidung des Filmemachers. Insgesamt ist dieser Film für mich einer seiner besten. 

Antonio Banderas gibt hier eine sehr in sich ruhende, würdevolle Performance, genauso wie Penelope Cruz in einer kleineren Rolle. Ich hatte schon öfter davon gesprochen, dass mir Mrs. Cruz immer noch einen Tick besser gefällt, wenn sie in ihrer Muttersprache spricht und spielt. Das trifft für mich hier auch auf Antonio Banderas zu. 

„Pain & Glory“ wurde von Spanien als Beitrag für die Oscars 2020 in der Kategorie Bester Internationaler Film eingereicht und ist zudem noch für einige andere Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Antonio Banderas), Bestes Originaldrehbuch

„Pain & Glory“ feierte seine internationale Premiere auf dem Cannes Filmfestival 2019. Auf diesem Filmfestival hat der Komponist Alberto Iglesias den Preis für den besten Soundtrack gewonnen und Antonio Banderas wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Der Film wird derzeit noch auf den Herbstfestivals gezeigt und startet regulär am 4.10.19 in den amerikanischen Kinos. „Pain & Glory“ läuft unter dem Filmtitel „Leid und Herrlichkeit“ seit dem 25.07.19 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln gesehen. 

Trailer zu sehen:

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Systemsprenger„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Deutscher Spielfilm, Gewinner des Silbernen Bären/Alfred Bauer-Preis auf der Berlinale und Film, der für Deutschland ins Oscar-Rennen geht. Dieses Kind geht mir leider bereits im Trailer auf die Nerven, daher kann ich mir wohl auch nicht den Film anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Synonymes„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der Originalfassung mit dt. Untertiteln) 

Kommentar: Französisch-israelisch-deutsche Koproduktion, Gewinner des Goldenen Bären auf der Berlinale 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „M.C. – Escher Reise in die Unendlichkeit„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 

L.A. – Film: „Scary Stories to Tell in the Dark“

Ich war am 10.08.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Scary Stories to Tell in the Dark“ (dt. Kinostart: 31.10.19)  108 min   horror, adaptation

dir. André Ovredal  cast: Zoe Colletti, Michael Garza, Austin Abrams, Austin Zajur, Gabriel Rush, Dean Norris, Gil Bellows, Lorraine Toussaint 

 

Halloween im Jahr 1968. Die Teenager Stella (Zoe Colletti), Auggie (Gabriel Rush) und Chuck (Austin Zajur) haben sich mit dem Halbstarken Tommy (Austin Abrams) und seinen Kumpels angelegt. Sie hatten aber Glück, dass ihren ein Fremder (Michael Garza) zu Hilfe kam.  Irgendwann am Abend landen die Vier in dem berühmten Spukhaus der Kleinstadt. In einem versteckten Raum des seit vielen Jahren leerstehenden Gebäudes entdecken sie schließlich ein Buch, das Sarah, der Tochter des Hauses einst gehörte. Stella nimmt das Buch an sich, wenn das mal nicht ein Fehler war…

 

C (Wertung von A bis F) „Scary Stories to Tell in the Dark“ basiert auf Alvin Schwartz´gleichnamigen Kinderbuchserie. Es ist der neue Film des norwegischen Autors und Filmemacher André Ovredal („Trollhunter“, „The Autopsy of Jane Doe“). 

Es ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe und viel habe ich gar nicht zu sagen. Teenager sind auch eher die Zielgruppe dieses konventionellen Horrorfilms. Vielleicht ist ein Spielfilm auch das falsche Format, diese kleineren Geschichten zu erzählen. Mit Ausnahme von der Protagonistin Stella erfährt man wenig über die Charaktere und entsprechend schwer fällt es auch, mit ihnen mitzufiebern. Außerdem verhalten sich die Charaktere auch manchmal äußerst dämlich, was mich generell in Horrorfilmen ärgert. Es gibt ein paar ganz okaye (Horror-) Effekte, aber sonst ist dieser Film wirklich nichts Besonderes.  

„Scary Stories to Tell in the Dark“ ist am 9.8.19 in 3,135 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film soll am 31.10.19 ins deutsche Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „It Chapter Two„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Habe weder Original noch Remake gesehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht, ist mir zu lang


Trailer v. Film: „21 Bridges„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actionthriller mit Chadwick Boseman und J.K. Simmons

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Don´t Let Go„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Thriller mit David Oyelowo 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei hervorragenden Kritiken


Trailer v. Film: „47 Meters Down: Uncaged„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Dieser kann nur besser sein als der Vorgänger

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Todas Caen„

Bewertung des Trailers: D+ (Trailer in Originalsprache mit englischen Untertiteln) 

Kommentar: mexikanische RomCom

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher gehe ich nie wieder ins Kino

San Francisco – Film: „The Last Black Man in San Francisco“

Ich war am 3.8.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Last Black Man in San Francisco“  121 min   drama

dir. Joe Talbot  cast: Jimmie Fails, Jonathan Majors, Danny Glover, Mike Epps, Finn Wittrock, Thora Birch

 

Jimmie (Jimmie Fails) kann sich keine eigene Wohnung in San Francisco leisten und lebt bei seinem besten Kumpel Mont (Jonathan Majors) und dessen Opa (Danny Glover). Er träumt aber schon ewig davon, in das viktorianische Haus, das sein Opa im Jahr 1946 gebaut hat, einzuziehen. Als dieses Haus eines Tages leersteht, sieht er seine große Chance…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Last Black Man in San Francisco“ ist das Regiedebüt (Spielfilm) von Joe Talbot. Der Film erzählt vage seine Geschichte und die seines besten Freundes Jimmie Fails. Jimmie Fails spielt sich dabei in diesem Film selbst.  

In den Großstädten der Welt sind die die Mieten in den letzten Jahren teils ins Unermessliche gestiegen, es werden nur noch Luxus-Wohnungen bzw. -Häuser gebaut, die sich die „normalen“ Einwohner immer weniger leisten können. Die Familien, die seit Generationen in einer Stadt leben bzw. die Bewohner, die in einer Stadt aufgewachsen sind, müssen müde und hilflos dabei zuschauen, wie sie aus ihrer Heimat gedrängt werden, um Platz für Wohlhabende zu machen. Mitunter sind es aber genau diese Einheimischen, die die Stadt erst zu dem Sehnsuchtsort für Touristen und Wohlhabende gemacht haben. Ich beobachte immer mehr, dass schöne Cafés & Restaurants, kleine Boutiquen und originelle Geschäfte in den Innenstädten der weltweit schönsten Städte verschwinden. Dafür gibt es an jeder Ecke irgendwelche Luxus-Läden, Banken und Drogerie-, Fast Food- und Bekleidungsketten. Die Städte verlieren zunehmend an Flair. 

Gentrifizierung ist ein interessantes Thema für einen Film. Normalerweise ist es mir gleich, ob ich einen Film in einer Stadt sehe, in der die Geschichte spielt. Hier empfand ich es relevant, insbesondere, wenn ich auf meinem Rückweg zum Hotel, den unzähligen Obdachlosen und Drogenabhängigen auf den Straßen (die sich in den letzten zwanzig Jahren, die ich nun San Francisco regelmäßig bereise, mehr als verdoppelt haben) begegnet bin. Der Regisseur zeichnet ein authentisches Bild samt der Problematik seiner Heimatstadt und geht der Frage nach, wie man im Leben ein Zuhause findet. Auch ist „The Last Black Man in San Francisco“ ein Film über eine Freundschaft. 

Die Regie eines Films fällt mir immer dann ins Auge, wenn sie besonders gut oder besonders schlecht ist. Joe Talbots Inszenierung hat mich richtig mitgerissen. Er zeigt die Vielfältigkeit der Einwohner dieser, so weltoffenen Stadt, mal in Nahaufnahme und mal Zeitlupe und lässt einem durch Momentaufnahmen etwas an der Atmosphäre teilhaben. Ich liebe, liebe, liebe die Sequenz, die mit einer sehr schönen Version des Songs „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“ unterlegt ist. Überhaupt ist der Soundtrack fantastisch. Schauspielerisch habe ich auch nichts zu mäkeln. Ich hätte schwören können, dass ich Jimmie Fails bereits in einem anderen Film gesehen habe. Kann ich aber nicht, da dies tatsächlich der erste Spielfilm ist, in dem er mitspielt. 

Für mich ist „The Last Black Man in San Francisco“ einer der besten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe. Er bewirbt sich damit um einen Platz in meiner Top Ten. 

„The Last Black Man in San Francisco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jimmie Fails), Bester Nebendarsteller (Jonathan Majors, Danny Glover), Bestes Originaldrehbuch

„The Last Black Man in San Francisco“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den U.S. Dramatic Special Jury Award gewonnen und Joe Talbot wurde für seine Regie mit dem U.S. Dramatic Directing Award ausgezeichnet. Der A24-Film ist am 07.06.19 in sieben Kinos in den U.S.A. gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 207 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart geplant. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Them That Follow„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Thriller mit Olivia Colman, Kaitlyn Dever, Lewis Pullman – auch wenn ich wegen der Schlangen wahrscheinlich Albträume haben werde, muss ich den sehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brian Banks„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Biopic mit Greg Kinnear 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Luce„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Drama mit Naomi Watts, Octavia Spencer und Tim Roth

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Art of Racing in the Rain„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Romanverfilmung und neuer Film von Simon Curtis.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer) 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „The Goldfinch„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Romanverfilmung mit Nicole Kidman, Ansel Elgort, Sarah Pauslon u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „The Farewell“

Ich war am 02.08.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Farewell“(dt. Kinostart: 19.12.19)   98 min  comedy, drama

dir. Lulu Wang  cast: Awkwafina, Tzi Ma, Diana Lin, Zhao Shuzhen, Lu Hong 

 

Bei Nai Nai (Zhao Shuzhen) ist Lungenkrebs diagnostiziert worden, sie hat nur noch wenige Monate zu leben. Es ist ein chinesischer Brauch, den Betroffenen nichts über ihre todbringende Krankheit zu sagen. Nun steht eine Hochzeit in der Familie an und Haiyan (Tzi Ma) reist mit seiner Frau Jean (Diana Lin) aus den Vereinigten Staaten nach China, um sich von seiner Mutter, dem Familienoberhaupt, zu verabschieden. Die Tochter Billie (Awkwafina) reist nach, um ihre geliebte Oma nochmal zu sehen. Sie lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr in den U.S.A. und ist von einigen chinesischen Bräuchen irritiert… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Farewell“ ist nach „Posthumous“ erst der zweite Film der chinesisch-amerikanischen Filmemacherin Lulu Wang. Sie hat auch das Drehbuch zu dem Film geschrieben. Der Film erzählt die persönliche Geschichte der Filmemacherin, die Schauspielerin Awkwafina spielt eine Version von Lulu Wang. „The Farewell“ beginnt mit den Worten „Based on an Actutal Lie“. 

Diese Tragikomödie ist für eine Oscar-Nominierung als bester Film im Gespräch und ich frage mich ernsthaft, warum. Der Film ist nicht schlecht, zeigt, wie es zu kulturellen Unterschieden innerhalb einer chinesischen Familie kommen kann, wenn einige Familienmitglieder schon länger nicht mehr in ihrem Heimatland leben. Vor fünfundzwanzig Jahren sind Billies Eltern nach New York ausgewandert, um sich und ihrer Tochter ein besseres Leben ermöglichen. Billie hält zwar regelmäßigen telefonischen Kontakt zu ihrer geliebten Oma, wurde aber in den Staaten sozialisiert. Jetzt fliegt sie nach China, da ihre geliebte Oma im Sterben liegt. Der darf – so ist es der chinesische Brauch – aber keinesfalls erzählt werden, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Damit sich alle Verwandten von ihrem Familienoberhaupt „verabschieden“ können, wird eine Hochzeit eines Familienmitglieds vorgeschoben. Billie kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum sie ihre Oma anlügen soll und hat es schwer, ihre Gefühle zurückzuhalten. Sie fremdelt auch mit einigen anderen kulturellen Besonderheiten und Traditionen. 

Billie ist hier sicher die Identifikationsfigur für den Zuschauer. Mir fehlte aber etwas der Blick hinter ihre Fassade und auch etwas von ihrem Leben in den Vereinigten Staaten. Das wird in den Anfangsminuten des Films angerissen, aber kurz darauf ist man bereits in China. Der Film ist darauf angelegt, dass man mit der Familie fühlt. Nur: Wie soll ich als „Westliche“ mit einer in sich geschlossenen Einheit (die diese chinesischen Familie darstellt) mit all ihren kulturellen Eigenheiten mitfühlen, wenn selbige den Neuzugang der Familie, die japanische Verlobte/Frau von Billies Cousin nicht wirklich in ihre Reihen aufgenommen wird, sondern sich sogar über sie lustig gemacht wird?

Schauspielerisch macht sich Awkwafina („Ocean´s 8“, „Crazy Rich Asians“) in dieser Rolle sehr gut, eine Oscar-Performance sehe ich hier aber nicht. Mir hat Diane Lin, die Billies Mutter spielt, fast noch besser gefallen. Billies Tante (Little Nai Nai/ Lu Hong) spielt sich hier selbst, sie ist Lulu Wangs Tante im realen Leben. 

„The Farewell“ hat ein paar semi-witzige und traurige Momente, richtig berühren konnte mich diese Tragikomödie jedoch nicht. Wie nach einem Festlandchina-Layover hatte ich mit diesem Film keine schlechte Zeit, aber war dann auch wirklich froh, wieder nach Hause zu können.  

„The Farewell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. für Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Awkwafina), Bestes Originaldrehbuch 

„The Farewell“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film war in der Zwischenzeit auf einigen Filmfestival der Publikumsliebling. Dieser A24-Film ist am 12.07.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 704 Kinos landesweit. Ich habe ihn der überwiegend chinesischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Update: Der Film soll am 19.12.19 in die deutschen Kinos kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Luce„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Drama mit Naomi Watts, Octavia Spencer und Tim Roth

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Blinded by the Light„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: britische Tragikomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Cold Case Hammarskjöld„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: B+ (wieder neuer Trailer) 

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey„

Bewertung des Trailers: B- 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“

Ich war am 02.08.19 in San Francisco und am 10.08.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Once Upon a Time…in Hollywood – 70mm“ (dt. Kinostart: 15.08.19)  161 min drama, comedy, thriller  

dir. Quentin Tarantino  cast: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Al Pacino, Austin Butler, Kurt Russell, Zoe Bell, Michael Madsen, Rebecca Gayheart, Luke Perry, Damien Lewis, Lena Dunham, Scoot McNairy, Maya Hawke, Rafal Zawierucha voice: Kurt Russell 

 

Im Februar des Jahres 1969. Der alternde TV-Darsteller Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) hadert mit seinem Schicksal. Durch die erfolgreiche TV-Westernserie „Bounty Law“ wurde er berühmt, irgendwann wurde die Serie aber abgesetzt und nun wird er nur noch in kleineren Schurkenrollen für Fernseh-Serien besetzt. Sein Stunt-Double und bester Freund Cliff Booth (Brad Pitt) bekommt aufgrund seines Rufes schon länger keine anderen Stunt-Jobs. Wenn er keine Arbeiten für seinen Freund übernimmt oder ihn hin und her kutschiert, lebt er in den Tag hinein. Und dann ist da noch die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie), die erst kürzlich mit ihrem Gatten, dem Star-Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha) in Daltons direkte Nachbarschaft gezogen ist… 

 

B (Wertung von A bis F) „Once Upon a Time in Hollywood“ ist der neunte Film des Autors und Filmemachers Quentin Tarantino („Reservoir Dogs“, „Jackie Brown“, Grindhouse Planet Terror/Death Proof, Inglourious Basterds, Django Unchained, The Hateful Eight) 

Wie bewertet man einen Film, bei dem man die ersten zwei Stunden zwar nicht langweilig, aber mit Ausnahme von ein paar Highlights auch nicht wirklich überragend, (zusammenfassend vielleicht irgendwas zwischen B+ und C+) und die letzten 40 Minuten – nach dem Zeitsprung – nahezu perfekt (A bis A-) fand?

Der Filmtitel ist zum einen der Hinweis darauf, dass dieser Film ein Märchen ist (Once Upon a Time…/Es war einmal…) und zum anderen als eine Hommage an einen von Tarantinos Lieblingsregisseuren Sergio Leone (von dem zwei seiner Filme in der amerikanischen Übersetzung „Once Upon a Time in the West“ und „Once Upon a Time in America“ heißen) zu verstehen. 

„Once Upon a Time…in Hollywood“ ist natürlich eine Liebeserklärung an die amerikanische Filmindustrie der vergangenen Tage, die vielen vergessenen TV-Darsteller und die Charaktere, die sie porträtierten, die Schauspieler, die mal beinahe ihren großen Durchbruch in Hollywood hatten, die zahlreichen  Stuntmen, deren Namen die Zuschauer nicht kennen, die vielen TV-Serien und Filme von früher und schließlich ist der Film auch eine Verbeugung an eine (unschuldige) Ära, die langsam zu Ende geht. 

Dabei hat der gesamte Film keine wirkliche Handlung. In den ersten beiden Stunden passiert relativ wenig, man hängt einfach entspannt mit Leonardo DiCaprios Rick Dalton, Brad Pitts Cliff Booth und auch etwas mit Margot Robbies Sharon Tate rum. Dabei liegt der Fokus auf den ehemaligen Fernsehstar Rick Dalton. Der ist ein, in die Jahre gekommene Schauspieler, plagt sich schon länger mit Selbstzweifeln und wird nur noch in Gast- und Nebenrollen in TV-Serien besetzt. Gerade dreht er eine TV-Western-Serie. In besseren Zeiten hatte er sich ein Haus in den Hills gekauft, kürzlich ist der „Rosemary´s Baby“-Regisseur Roman Polanski und seine Frau, die aufstrebende Schauspielerin Sharon Tate, in seine direkte Nachbarschaft gezogen. Sein bester Freund Cliff Booth war jahrelang sein Stunt-Double, kann aber aufgrund seines Rufes (und einer ungeklärten Sache aus seiner Vergangenheit – Hat er oder hat er nicht? Natalie Woods Schicksal und das eventuelle Zutun von Schauspieler Robert Wagner kommt einen in Erinnerung) als Stuntman in der Filmbranche nicht mehr richtig Fuß fassen. Im Gegensatz zu seinem Kumpel Rick Dalton nimmt Cliff Booth sein Schicksal allerdings gelassen. Wenn er seinen Freund nicht durch die Gegend kutschiert oder andere Aufgaben für ihn erledigt, lässt er sich einfach treiben. Wenn man Sympathie für diese beiden Hauptfiguren aufbringen und/oder die mit viel Liebe zum Detail inszenierten ersten zwei Stunden wertschätzen kann, wird einem auch nicht langweilig. Auch kann man beispielsweise mal darauf achten, wie oft Fußfetischist Quentin Tarantino hier (dreckige) Füße in Szene setzt. 

Zugegebenermassen bin ich aber dennoch etwas ratlos aus dem Film gekommen, vielleicht hatte ich mir einfach etwas anderes vorgestellt. Tarantinos letzten Film, The Hateful Eight , hatte ich relativ schnell ins Herz geschlossen, vielleicht muss ich diesen noch länger sacken lassen, definitiv nochmal im Kino schauen (ein Update erfolgt dann). Die ersten zwei Stunden beinhalten einige großartige Szenen (in den meisten ist Leo involviert). Tarantino hat seinen Film mit erkennbar viel Leidenschaft, aber auch Leichtigkeit inszeniert und versetzt einen in dieses spezielle Los Angeles. Vielleicht haben mir einfach seine geniale Dialoge gefehlt. Alles nach dem Zeitsprung wirkte auf mich schon fast wie ein eigener Film, den ich in dieser Form vielleicht sogar lieber gesehen hätte. Aber was soll´s, Quentin Tarantino hat diesen Film wohl vordergründig für sich selbst und als Verbeugung für das fast schon vergessene (TV-)Hollywood dieser Zeit gemacht.

Leonardo DiCaprio und Brad Pitt zusammen in einem Film zu sehen, ist ein großes Plus. Man fragt sich unweigerlich, warum Tarantino erst kommen muss, der diese beiden Superstars gemeinsam in einem Film besetzt. Ich war nie ein großer Freund von Brad Pitt, im fortgeschrittenen Alter gefällt er mir optisch, aber auch schauspielerisch wesentlich besser. Mit der richtigen Rolle – wie hier – kann er sogar richtig überzeugen. Ich habe ihn selten so cool gesehen. Leonardo DiCaprio, der hier einen stotternden, unsicheren zweitklassigen TV-Darsteller gibt, hat auch mindestens zwei Oscar-Szenen (einmal bei Dreharbeiten mit Timothy Olyphant und dann als er in seinen Trailer zurückkehrt). 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist bis in die kleinsten Rollen prominent besetzt. Außerdem spielen hier auffällig viele Töchter von bekannten Schauspielern bzw. Regisseuren mit: Maya Hawke (Tochter von Uma Thurman und Ethan Hawke), Harley Quinn Smith (Tochter von Filmemacher Kevin Smith), Rumer Willis (Tochter von Demi Moore und Bruce Willis) und Margaret Qualley (Tochter von Andie McDowell, die aber mittlerweile schon selbst durch die TV-Serien „The Leftovers“ und Fosse/Verdon eine gewisse Bekanntheit hat) 

Der Soundtrack ist – wie üblich – superb und selbstverständlich bereits gekauft (ich liebe besonders die Versionen von „California Dreamin´“ und von „You Keep Me Hangin´On“).

Bekanntermassen ist noch vor Beginn der Dreharbeiten zu „The Hateful Eight“ das Drehbuch zu selbigen Film im Internet aufgetaucht. Quentin Tarantino hatte das damals extrem wütend gemacht. Von „Once Upon a Time in Hollywood“ gab es nun nur ein fertiges Skript, das – so wurde berichtet – nur der Produzent des Films, David Heyman, und die beiden Stars Leonardo DiCaprio und Brad Pitt im Ganzen zu lesen bekamen…und das auch nur bei dem Starregisseur zu Hause.  

Update nach meinem zweiten Kinobesuch

B+ (Wertung von A bis F) Ziemlich genau eine Woche nachdem ich den Film das erste Mal geschaut habe, habe ich ihn mir an einem Samstagabend in Dolby Vision in einem normalen Kinocenter in Los Angeles ein weiteres Mal angeschaut. Zuvor habe mir noch den großartig recherchierten Podcast „You Must Remember This“ (Folge 44 – 52) angehört. Darin geht es um Charles Manson´s Hollywood und – u.a. was für diesen Film besonders interessant ist –  was Doris Days Sohn Terry Melcher und die Spahn Movie Ranch für eine Rolle spielt. Außerdem versetzen einen diese Podcast-Folgen in die perfekte Stimmung für einen Film, der Ende der 1960er Jahre in L.A. spielt. 

Bei der Zweitsichtung lag mein Augenmerk noch mehr auf Kostüme, Ausstattung, Regie und Schnitt. Alle Szenen, in denen Leonardo DiCaprio in einem Film, einer TV-Serie, einer Sendung oder einer Werbung zu sehen ist, die während der Dreharbeiten und der Drehpausen spielen, finde ich perfekt. Es hat mir dieses Mal auch nicht zu lange gedauert bis es auf die Spahn-Ranch geht. Genau diese Sequenz hat mir dieses Mal sogar noch einen Tick besser gefallen, allein von der Inszenierung (auch mit dem musikalischen Ausklang). Ich wünschte Tarantino hätte die meisten Szenen mit Margot Robbies Sharon Tate rausgeschnitten, für die Erzählung sind sie unnötig und ich fand sie bei meiner Zweitsichtung sogar nervig. Letztlich fand ich den Film bei der zweiten Sichtung etwas besser, habe dem Zeitsprung entgegengefiebert und bleibe dabei, lieber hätte ich einen Film im Stil des dritten Aktes gesehen. In diesem gab es von den Angelenos sogar ein Mal Szenenapplaus und auch wurde in meiner ausverkauften Vorstellung zum Schluss applaudiert. 

„Once Upon a Time in Hollywood“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Brad Pitt), Bestes Originaldrehbuch

„Once Upon a Time in Hollywood“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 26.07.19 in 3,659 amerikanischen Kinos gestartet. Quentin Tarantino ist einer der wenigen Regisseure, der noch auf analogem Film dreht. Im Gegensatz zu Tarantinos letztem Werk „The Hateful Eight“ wurde dieser Film auf 35mm gedreht, Kameramann Robert Richardson hat erklärt, dass bei diesem Film die 70mm-Fassung das Budget gesprengt hätte. Es gibt nur wenige (fünf) Kinos in den U.S.A. die „Once Upon a Time in Hollywood“ im Großformat auf die Leinwand bringen. Das Alamo Drafthouse New Mission in San Francisco hat die erforderliche Projektionstechnik für das Cinemascope-Breitbild. Ich habe mich für dieses besondere Kinoerlebnis entschieden und dafür auch einen etwas längeren Anfahrtsweg in Kauf genommen. In meiner gut besuchten 11.00-Uhr-Vorstellung gab es zum Filmende Applaus. Es gibt noch eine Szene während des Abspanns.  

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Jojo Rabbit„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Taika Waititis neuer Film, Nazi-Satire mit Thomasin McKenzie, Sam Rockwell, Scarlett Johansson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: versteht sich von selbst 


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Ein Blick in das Foyer des Alamo Drafthouse Kinos in Frisco
…mit einer eigenen Video – und
und Musikabteilung (zusätzlich gibt es cooles Merchandise)

 

Trailer, die am 10.08.19 gespielt wurden:

Trailer v. Film: „Hustlers„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich dachte erst, dass wäre die Neuverfilmung von „Showgirls“. Film mit J.Lo und anderen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer) 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 90%


Trailer v. Film: „Joker„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Klasse Trailer, Mega-Joaquin, trotzdem habe ich etwas Bauchweh, vielleicht wegen dem Regisseur (Todd Phillips), aber er läuft auf den Herbst-Festivals, also kann er doch gar nicht schlecht sein, oder? 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: War das nötig? Dritter Film, dieses Mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristen Stewart

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich weiß nicht


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (neuer Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

L. A. Film: „Toy Story 4“

Ich war am 24.07.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Toy Story 4“ (dt. Filmtitel: „A Toy Story – Alles gehört auf kein Kommando“, dt. Kinostart: 15.08.19)  100 min  animation, sequel 

dir. Josh Cooley  voices: Tom Hanks, Tim Allen, Annie Potts, Tony Hale, Keegan-Michael Key, Jordan Peele, Christina Hendricks, Keanu Reeves, Joan Cusack, Bonnie Hunt, Carl Reiner, Betty White, Carol Burnett, Laurie Metcalf, Patricia Arquette, Bill Hader, Timothy Dalton, Steve Purcell, June Squibb, John Morris

 

Nachdem Andy (John Morris) zu alt für sein Spielzeug wurde, hatte er Woody (Tom Hanks), Buzz Lightyear (Tim Allen) und all die anderen an die kleine Bonnie (Madeleine McGraw) weitergegeben. Die Spielsachen haben daraufhin versucht, einen festen Platz in Bonnies Leben einzunehmen. Als die Kleine nun in die Vorschule kommt, darf sie keines ihrer Spielzeuge mitnehmen. Aus einem Plastik-Göffel bastelt Bonnie daraufhin ein neues Spielzeug: Forky (Tony Hale). Forky ist fortan DAS neue Lieblingsspielzeug des Kindes. Woody sieht sich daher verpflichtet, auf Forky aufzupassen, schließlich möchte er nicht, das seine Bonnie unglücklich ist… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Toy Story 4“ ist der vierte Teil der „Toy Story“-Reihe. Die Geschichte schließt direkt an die von Toy Story 3 an. Regie führt der amerikanische Storyboard Artist, Regisseur und Drehbuchautor Josh Cooley. „Toy Story 4“ ist sein Spielfilmdebüt. 

Der erste Film der Reihe, „Toy Story“, war der weltweit erste, komplett am Computer erstellte Animationsspielfilm. Es war auch der erste Film der Pixar-Studios und in den Vereinigten Staaten der erfolgreichste Film des Jahres 1995. Das liegt nun fast 25 Jahre zurück und es ist beeindruckend, wie weit die Computertechnik mittlerweile fortgeschritten ist. Mit dem vierten Teil hat man manchmal den Eindruck, man würde eine Realverfilmung anschauen, in der Woody und all die bekannten Figuren irgendwie integriert wurden. Aus technischer Sicht waren Pixar-Filme aber schon immer extraklasse.

Wir wissen es schon lange, auch Spielzeug hat eine Seele, deren größter Wunsch es ist, ein Platz im Leben eines Kindes zu erlangen. Die Spielzeughelden sehen ihre Lebensaufgabe darin, alles dafür zu tun, um ein Kind glücklich zu machen. Entsprechend wenig selbstbestimmt ist ihr Leben. Wenn man sich diese Prämisse vor Augen hält, ist dieser Film am Ende auch nicht wirklich logisch. 

„Toy Story 4“ ist ein Roadmovie. Bonnie macht mit ihren Eltern und ihrem (gesamten) Spielzeug einen Ausflug. Ihr neues Lieblingsspielzeug Forky hat aber eine Identitätskrise und dann büchst er irgendwann aus und muss wieder zurück zu seinem Kind gebracht werden. Daraus ergibt sich ein unterhaltsamer, manchmal lustiger, in wenigen Momenten sogar auch gruseliger Film. Am besten haben mir die Sequenzen in dem Antiquitätenladen und die Geschichte um Gabby Gabby gefallen. Am witzigsten – na klar – die schrägen Pläne des Schießbuden-Plüschspielzeugs Ducky und Bunny (gesprochen von dem Komiker-Duo Key & Peele, bzw. Keegan-Michael Key und Jordan Peele).

Überraschenderweise wird vor „Toy Story 4“ kein Kurzfilm gezeigt. Dafür sollte man den kompletten Abspann sitzen bleiben, um noch die vier (plus eine Mini-Szene am Ende) Zusatzszenen mitzubekommen.  

Der erste „Toy Story“-Film war seinerzeit für drei Oscars (Bestes Originaldrehbuch, Bester Originalsong und Beste Filmmusik) nominiert. Eine eigene Kategorie für Animationsfilme gab es bei den Oscars erst ab dem Jahr 2001 („Shrek“ war der erste Film, der mit diesem Oscar ausgezeichnet wurde). Gewonnen hatte der erste Film der Toy Story-Reihe im Jahr 1996 einen Spezialoscar für den ersten computeranimierten Spielfilm. Der letzte Teil der Toy Story-Reihe, Toy Story 3, wurde für 5 Oscars nominiert (incl. Bester Film und Beste adaptiertes Drehbuch), gewonnen hat dieser – für mich beste Teil der Reihe – zwei Oscars (Bester Animationsfilm und Bester Originalsong). 

„Toy Story 4“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. eine in der Kategorie Bester Animationsfilm 

„Toy Story 4“ ist am 21.06.19 in 4,575 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „A Toy Story – Alles gehört auf kein Kommando“ am 15.08.19 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Angry Birds Movie 2„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Dora and the Lost City of God„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Abenteuerfilm für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Addams Family„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: neuer Animationsfilm, der auf den gleichnamigen Comics basiert

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: jooaa 


Trailer v. Film: „Frozen 2„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Eine Fortsetzung zu Frozen hätte die Welt natürlich nicht gebraucht, aber Olaf ist wieder dabei, also werde ich ihn wahrscheinlich gucken.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%


Trailer v. Film: „Trolls World Tour„

Bewertung des Trailers: D 

Kommentar: noch weniger als „Frozen 2“ braucht es diese Trolls-Filme. Grau-en-haft 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Onward„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Tja, irgendwie kann ich damit gar nichts anfangen, aber es ist ein neuer Pixar und die wissen eigentlich was sie tun

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

L.A. – Film: „Crawl“

Ich war am 24.07.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Crawl“ (dt. Kinostart: 22.08.19) 87 min  horror 

dir. Alexandre Aja  cast: Kaya Scodelario, Barry Pepper, Ross Anderson, Anson Boon, Ami Metcalf

 

Es wurde eine Kategorie Fünf Hurrikan-Warnung für den Bundesstaat Florida ausgerufen. Haley (Kaya Scodelario) kann ihren Vater (Barry Pepper) telefonisch nicht erreichen und fährt kurzerhand in das eigentlich evakuierte Gebiet. In dem schwer zugänglichen Bereich des Kellers ihres Elternhauses findet sie schließlich ihren Vater. Er ist verletzt und nicht bei Bewusstsein. Haley versucht ihn zu retten, nur ist da plötzlich ein riesiger Alligator…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Crawl“ ist der neue Film des französischen Filmemachers Alexandre Aja („High Tension“, „The Hills Have Eyes“, Mirrors, Piranha 3D)

Ich will nicht viele Worte über „Crawl“ verlieren, hin und wieder muss auch ich mich mal von völlig Anspruchslosem berieseln lassen. Das genau ist „Crawl“ und dabei erfreulich kurzweilig und später auch sehr spannend. Dabei ist das Verhalten der Protagonisten (und auch der Alligatoren) nicht immer logisch, aber das weiß man, bevor man sich auf diese Art von Film einlässt. Etwas gestört hat mich, dass dieser Kellerbereich sehr unübersichtlich gestaltet ist und man eigentlich nie genau weiß, wo der Vater und die Tochter sind und wohin sie wollen. Auch war mir das Wasser später im Film etwas zu Pool-farbig. Aber ansonsten ist alles sehr ansprechend fotografiert, die Alligatoren sehen cool aus, es ist blutig und einige Tote gibt es auch: Mission erfüllt. 

Der Hund („Sugar“) ist megaschnuckelig und sollte ich dieses Hai-Accessoire (aus dem Auto) irgendwo sehen, wird es sofort gekauft.

Ich gehe davon aus, dass es zu diesem Film eine Fortsetzung gibt. 

„Crawl“ ist am 12.07.19 in 3,170 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll am 22.08.19 ins deutsche Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Scary Stories to Tell in the Dark„

Bewertung des Trailers: B+ (langer, neuer Trailer) 

Kommentar: Horrorfilm von dem norwegischen Regisseur André Ovedal

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%


Trailer v. Film: „The Hunt„

Bewertung des Trailers: B+ (Wow – toller Anfang des Trailers) 

Kommentar: Action/Horror mit Hilary Swank, Emma Roberts u.a. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Doctor Sleep„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Verfilmung von Stephen Kings Buch/Fortsetzung von „The Shining“ mit Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Terminator: Dark Fate„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Mir hätte der Filmtitel gereicht 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ready or Not„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Horrorfilm mit einem klasse Trailer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, der leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ (Redband Trailer) 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Montréal – Film: „Midsommar“

Ich war am 19.07.19 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Midsommar“ (dt. Kinostart: 26.09.19)  140 min.  drama, horror

dir. Ari Aster cast: Florence Pugh, Jack Reynor, William Jackson Harper, Will Poulter, Vilhelm Blomgren

 

Dani (Florence Pugh) muss eine Familientragödie verarbeiten, ihr langjähriger Freund Christian (Jack Reynor) ist ihr dabei keine große Hilfe. Eigentlich wollte der sich auch schon länger von ihr trennen. Jetzt erfährt Dani, dass er bereits vor einiger Zeit eine Reise mit seinen Freunden Josh (William Jackson Harper) und Mark (Will Poulter) gebucht hat. Ihr Freund Pelle (Vilhelm Blomgren) hatte sie in sein Heimatdorf nach Schweden eingeladen. Dort wird in diesem Jahr ein ganz besonderes Fest gefeiert. Kurzerhand fährt Dani nun mit. Schon bald müssen die Amerikaner aber feststellen, dass die Mitglieder dieser Kommune höchst befremdliche Rituale pflegen….

 

A (Wertung von A bis F) „Midsommar“ ist nach Hereditary der zweite Spielfilm, bei dem der  Autorenfilmer Ari Aster Regie führt. 

Ich liebe diesen Film. Es ist nicht so sehr, was für eine Geschichte präsentiert wird, sondern wie sie erzählt wird. Wenn man sich darauf einlassen kann und will, lädt Ari Aster einen ein, einige Zeit in einer obskuren Sekte zu verbringen, ohne dass man selbst einen Schaden davonträgt oder gar sein Leben verliert. Ich bin immer noch verblüfft, wie er es vollbracht  hat, diese Atmosphäre zu kreieren. Ich hatte tatsächlich das Gefühl hat, mit den anderen Neuankömmlingen (den vier Amerikanern und zwei Engländern) zeitgleich in dieser seltsamen Kommune anzukommen. Der Film führt einen durch seinen langsamen und ruhigen Aufbau in diese, so andere Welt.

Alles an dieser Idylle mit ihren scheinbar glücklichen, weißbekleideten schwedischen Menschen in ihrem Dorf mit den schlichten Häusern, die im Inneren detailreich verzierte Wände haben, den Tisch-Ritualen, etc. habe ich aufgesaugt als wäre ich vor Ort und mir würde die schwedische Sonne ins Gesicht brutzeln. Irgendwann kippt natürlich die Stimmung, eines der bizarren religiösen Rituale schockiert bis ins Mark. Dann ist man als Zuschauer aber bereits bei den Charakteren, das Schicksal der Einzelnen nimmt seinen Lauf und als aufmerksamer Zuschauer ahnt man, was kommt. Das Ende – im Gegensatz zu Asters Vorgängerfilm „Hereditary“ – fügt sich dann auch homogen in die Szenerie. 

Gestalterisch ist dieser Film ein Meisterwerk. „Midsommar“ ist das Werk eines visionären Künstlers, von denen es in der neuen Generation von Filmemachern nur ganz wenige gibt. Es wird der Vergleich zu Stanley Kubricks Inszenierungen gezogen und das kommt nicht von ungefähr. Im Gegensatz zu dem legendären Filmemacher schreibt Ari Aster aber auch die Geschichten zu seinen Filme selbst. Für den 33-jährige New Yorker war sein Erstlingswerk (Spielfilm) „Hereditary“ ein Familiendrama, im Gerüst eines Horrorfilms.  Auch mit seinem neuen Film bedient sich der Filmemacher der Stilmittel des Horrorfilms, aber eigentlich ist es ein tief verstörendes Melodrama, das auf brillante Weise die Verarbeitung von Schmerz und Trauer zeigt. Anders ausgedrückt, die Zuschauer, die einen reinen Horrorfilm sehen wollen, können mit diesem Film sicher nicht viel anfangen. Dafür passiert in diesem fast 2 1/2 Stunden-Film einfach zu wenig und die eigentliche Spannung und der Grusel kommen hier hauptsächlich durch die transportierte Atmosphäre und Stimmung. Der Zuschauer, der ein reines (Beziehungs- oder Trennungs-) Drama erwartet, wird aber mit diesem Film auch nicht glücklich. Dafür sind einige Szenen zu krass und blutig. „Midsommar“ ist daher am besten als ein gelungenes Zusammenspiel aus Drama und Horrorfilm zu beschreiben. Hervorheben möchte ich jetzt nur noch, dass mir gefallen ist, wie der Filmemacher das Atmen und das Schreien hier arrangiert und teilweise in die Handlung einbettet hat. Außerdem kann ich mich nicht erinnern, Sequenzen, in denen bewusstseinserweiternde Drogen konsumiert werden, jemals so realistisch und nachhaltig beeindruckend inszeniert gesehen zu haben.

Vor Beginn der Dreharbeiten hatte Ari Aster ein komplett ausgearbeitetes Konzept für seinen Film im Kopf und hat das dann später mit den besten gestalterischen Möglichkeiten umgesetzt. Aus technischer Sicht (Regie, Schnitt, Kamera, Filmmusik, Sound-, Production- und Kostümdesign) ist der Film Perfektion. 

Man sollte diesen Film unverfälscht sehen. Eine synchronisierte Fassung des Films sollte nicht in Betracht gezogen werden. Er eignet sich außerdem perfekt für das Kino. Ich werde versuchen, den Film ein weiteres Mal im Kino sehen. Ari Aster hat bereits eine extended version für die DVD-Auswertung angekündigt. 

„Midsommar“ wird die Zuschauerschaft spalten, für mich ist der Film bereits jetzt festgesetzt als einer meiner Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„Midsommar“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Florence Pugh) 

„Midsommar“ ist ein A24-Film, der am 3.7.19 in 2,707 amerikanischen Kinos gestartet ist. Ich habe den Film in Kanada gesehen. Der Film startet am 26.09.19 in Deutschland. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ad Astra„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Grays neuer Film. Sci-Fi mit Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%


Trailer v. Film: „It Chapter Two„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Habe weder Original noch Remake gesehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Death & Life of John F. Donovan„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Xavier Dolans neuer Film mit Susan Sarandon, Kit Harrington, Natalie Portman, Jacob Tremblay. Ich bin kein Freund von Xavier Dolan und auch nicht von seinen Filmen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „My Spy

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Actionkomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Hong Kong – Film: „Parasite“

Ich war am 8.7.19 In Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Parasite“ (Originaltitel: „Gisaengchung“, dt. Kinostart: 17.10.19)  132 min drama, horror, satire 

dir. Bong Joon Ho. cast: Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, Cho Yeo Jeong, Choi Woo Shik, Park So Dam, Lee Jung Eun, Chang Hyae Jin

 

Ki-taek (Kang-ho Song), seine Frau Chung-sook (Hyae Jin Chang), ihr Sohn Ki-woo (Woo-sik Choi) und ihre Tochter Ki-jung (So-dam Park) leben in prekären Verhältnissen. Die Familie hält sich mit Aushilfsjobs, wie dem Falten von Pizzakartons, über Wasser. Mithilfe einer Empfehlung eines Freundes und gefälschter Dokumente erhält nun der Sohn einen Job als Englischlehrer für die Tochter einer sehr wohlhabenden Familie. Auf einmal verdient er richtig viel Geld. Auch seine Schwester kann er als  Kunsttherapeutin bei der Familie Park einschleusen. Langsam beginnt sich die komplette Familie Ki bei der reichen Familie Park einzunisten.…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Parasite“ ist der neue Film des südkoreanischen Autorenfilmers Bong Joon Ho („The Host“, Mother, „Snowpiercer“, „Okja“).

Bong Joon Hos neuer Film ist nicht einfach in nur ein Genre zu verfrachten, Drama, Komödie, Thriller, Horrorfilm, alles irgendwie dabei, am meisten kann man sich sicherlich darauf einigen, hier eine düstere Gesellschaftssatire zu sehen. Während die wohlhabende Familie in einem schönen Haus auf einem Hügel residiert, haust die arme Familie in einer Kellerwohnung. Wenn es denn wie aus Eimern regnet, freuen sich die Reichen darüber, wie der Regen die Luft säubert, wohingegen der mittellosen Familie das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Auch haftet den Menschen aus einfachen Verhältnissen ein spezieller Geruch an, wie der Vater der reichen Familie Park äußert. Anhand solcher Metaphern und Aussagen zeigt der koreanische Regisseur, dass die Welten der beiden Familien nicht unterschiedlicher sein könnten. Dabei zeichnet Bong Joon Ho kein klares Gut und Böse vor, letztlich ist es der Kapitalismus, der die Gesellschaft in Arm und Reich aufgespaltet hat. Im Verlauf des Films veranschaulicht er, dass die Parasiten sowohl in der Unter- als auch in der Oberschicht zu finden sind. 

Es dauert eine Weile bis der Film richtig Fahrt aufnimmt. „Not macht erfinderisch“ könnte man den, etwas zu langen ersten Akt des Films umschreiben. Die arme Familie Ki schleicht sich langsam und nicht mit unbedingt legalen oder fairen Mitteln bei der Familie Park ein. Man ahnt natürlich, dass das nicht lange gutgeht und hat entsprechend einen groben Plan der Handlung vor Augen. Wenn da nicht diese freche Wendung wäre…mehr sei inhaltlich nicht verraten.

„Parasite“ ist seltsamer Film, durchaus smart, (schwarz-) humorig, blutig, dabei aber etwas zu lang. Bong Joon Hos Film „Mother“ war im Jahr 2010 einer meiner Top Ten Filme , „Parasite“ läuft nicht Gefahr, einer meiner Lieblingsfilme in diesem Jahr zu werden, dennoch würde ich sein neues Werk wirklichen Filmfans in jedem Fall ans Herz legen. 

„Parasite“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als Bester nicht-englischsprachiger Film

„Parasite“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Dort wurde der Film mit dem Hauptpreis, der Goldenen Palme, ausgezeichnet. Es ist das erste Mal, dass der große Preis nach Südkorea ging, entsprechend ist der Film in seinem Heimatland (in der er bereits am 30.05.19 ins Kino gekommen ist) ein großer Erfolg. In den amerikanischen Kinos wird der Film voraussichtlich am 11.10.19 starten. „Parasite“ ist am 20.06.19 in Hongkong ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort in der koreanischen Originalfassung mit chinesischen und englischen Untertiteln gesehen. In Deutschland soll der Film am 17.10.19 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw„

Bewertung des Trailers: B+ (ganz anderer Trailer mit Originalfassung mit chin. Untertiteln)

Kommentar: Erster Spinn-off mit Dwayne Johnson, Jason Stratham, Idris Elba u.a., ich habe keinen der F & F-Filme gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ist von einem der Regisseure des ersten „John Wick“-Films, vielleicht doch

 

Filmplakat von „Parasite“ in einem Kino in Hongkong

Hong Kong – Film: „Spider-Man: Far From Home – 3D“

Ich war am 8.7.19 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„Spider-Man: Far From Home – 3D“ (dt. Kinostart war der 4.7.19)  129 min  action, fantasy, sequel 

dir. Jon Watts  cast: Tom Holland, Samuel L. Jackson, Zendaya, Cobie Smulders, Jacob Batalon, Jon Favreau, Marisa Tomei, Jake Gyllenhaal 

 

Der 16-jährige Peter Parker a. k. a. Spider-Man (Tom Holland) geht zusammen mit seinem besten Freund Ned (Jacob Batalon) und seinem Schwarm MJ (Zendaya) auf Klassenfahrt nach Europa. Peter nimmt sich vor, MJ in Paris seine Liebe zu gestehen. Zunächst sind sie aber in Venedig und bereits kurz nach ihrem Eintreffen kommt es zu einem Zwischenfall. Ein riesiges Wassermonster wütet durch die Stadt. Zusammen mit einer, zunächst unbekannten Person (Jake Gyllenhaal) kämpft Peter Parker gegen dieses Monster…

 

C (Wertung von A bis F) „Spider-Man: Far From Home“ ist die zweite Einzelverfilmung der Titelfigur innerhalb des MCU und eine Fortsetzung zu Spider-Man: Homecoming und „Avengers: Endgame“.  Wie bereits bei dem Vorgänger führt der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Jon Watts (Cop Car) Regie. 

Nach einer kurzen Einleitungsschlacht in Mexiko hält der Film gleich im Anschluss die beste Szene parat. Die bringt einen dann auch gleich auf den neuesten Stand des Marvel-Universums. Ich war damit eigentlich in freudiger Erwartung, die perfekte Spidey-Besetzung (Tom Holland) in ein ungewöhnliches  Umfeld (Europa) zu begleiten. Das führt auch hin und wieder zu ganz unterhaltsamen Szenen. Das Ganze wiederholt sich dann aber und bei der x-ten computeranimierten Schlacht (in London) war ich dann von dem Gezeigten so ermüdet, dass ich tatsächlich eingenickt bin. Vielleicht bin ich einfach durch mit diesem Marvel-Kram. 

Anmerkung: Bei meiner ursprünglichen Veröffentlichung dieses Beitrags hatte ich vergessen zu erwähnen, dass ich den Film in der 3D-Fassung gesehen habe. Diese fand ich sehr lohnenswert.

„Spider-Man: Far From Home“ ist am 2.7.19 in 4,634 amerikanischen Kinos gestartet. In Hong Kong ist der Film bereits am 28.06.19 ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln gesehen. In Deutschland läuft der Film seit dem 4.7.19 im Kino. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Originaltrailer mit chinesischen Untertiteln)

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Spider-Man: Far From Home“ in Hongkong

Netflix – TV-Serie: „When They See Us“

Ich habe mir folgenden Netflix-Mehrteiler angeschaut:

 

„When They See Us“ (seit dem 31.05.19 auf Netflix zu sehen)  4 x approx. 70 min   drama, biopic 

dir. Ava DuVernay  cast: Jharrel Jerome, Asante Blackk, Caleel Harris, Ethan Herisse, Marquis Rodriguez, Vera Farmiga, Felicity Huffman, John Leguizamo, Famke Janssen, Niecy Nash, Aunjanue Ellis, Blair Underwood, Justin Cunningham, Jovan Adepo, Chris Chalk, Freddy Miyares, Marsha Stephanie Blake, Joshua Jackson

 

Am 19.04.1989 wurde eine 28-jährige, weiße Joggerin im New Yorker Central Park vergewaltigt und brutal misshandelt. Wie durch ein Wunder hat die Frau überlebt. Fünf dunkelhäutige Kinder im Alter von 14 bis 16 Jahren werden auf das Revier gebracht, stundenlang (ohne einen Erziehungsberechtigten) von den Polizisten verhört und unter Druck, zu einem Geständnis gezwungen. Bei den späteren Gerichtsverhandlungen werden Kevin Richardson (Asante Blackk), Antron McCray (Caleel Harris), Yusuf Salaam (Ethan Herisse), Raymond Santana (Marquis Rodriguez) und Korey Wise (Jharrel Jerome) schuldig gesprochen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der älteste der Teenager, der 16-jährige Korey Wise, landet sogar für vierzehn Jahre in einem Erwachsenengefängnis. Noch während Korey Wise seine Haftstrafe verbüsst, gesteht ein anderer Häftling, ein verurteilter Mörder, dass er die Joggerin im Jahr 1989 brutal überfallen, vergewaltigt und ihrem Schicksal überlassen hat. Die DNA-Tests beweisen, dass die Tat von diesem  Einzeltäter verübt wurde. Im Jahr 2003 wurde die Unschuld der Central Park Five bewiesen und die Urteile der Fünf aufgehoben. Nach einem, über elf Jahre andauernden Rechtsstreit wurde den fünf unschuldig verurteilten Männern eine Entschädigung von insgesamt 41 Millionen Dollar gezahlt. 

 

B+ (Wertung von A bis F) „When They See Us“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Mehrteiler erzählt von dem „Central Park Jogger Case“ aus dem Jahr 1989. Der Fall gilt als einer der größten Justizskandale der USA. Serienschöpferin und Regisseurin dieses Vierteilers ist die afroamerikanische Filmemacherin Ava DuVernay (Selma, 13th, „A Wrinkle in Time“). Kameramann der Miniserie ist Bradford Young (Ain´t Them Bodies Saints, Arrival, Where is Kyra?). 

„When They See Us“ ist zweifelsfrei harte Kost. Mir ging das Schicksal dieser Kinder sehr nah und ich habe eine solche Wut auf die amerikanische Polizei und Justiz bekommen, dass ich bei diesem Vierteiler immer wieder eine Pause einlegen musste. Darüberhinaus ist es mir aber auch schwergefallen, die Kinder/ bzw. späteren erwachsenen Männer und ihre Familien auseinanderzuhalten. Da ich dann aber die letzte Episode schlichtweg exzellent fand, habe ich mir alle vier Teile erneut angeschaut. Mit der zweiten Sichtung hat mir diese Miniserie auch noch besser gefallen. 

Dies ist ein Ensemble-Werk, bei dem alle Schauspieler zu dem Erfolg beitragen. Für mich sticht Freddy Miyares, der den älteren Raymond Santana spielt, vor allen Dingen optisch etwas heraus. Die preiswürdigstes Performance gibt – mit Abstand – Jharrel Jerome. Dieser Schauspieler brauchte zwei Castings, um die Serienschöpferin und Regisseurin Ava DuVernay davon zu überzeugen, dass er sowohl den naiven, leicht zurückgebliebenen 16-jährigen Jugendlichen, als auch den erwachsenen Korey Wise spielen kann. Damit ist er der Einzige der Fünf, der seinen Charakter als Teenager und als Erwachsener spielt. Was für eine Performance. Sollte die Mitglieder der TV-Academy bis zur finalen vierten Episode durchhalten – was eine gewisse Herausforderung darstellt – gewinnt Jharrel Jerome den Emmy in diesem Jahr. Jharrel Jerome ist ein Name, den man sich merken sollte.

Ava DuVernay ist eine politische Filmemacherin, so liess sie es sich auch nicht nehmen, den Part, den Donald Trump in dem Fall innehatte, zu zeigen. Der New Yorker Immobilienmogul hatte seinerzeit 85.000 Dollar für ganzseitige Zeitungsannoncen ausgegeben, in denen er sich für Wiedereinführung der Todesstrafe in New York stark machte. Mit anderen Worten: er forderte die Todesstrafe für die fünf (unschuldigen) Jugendlichen. Der heutige Präsident der Vereinigten Staaten wollte sich auf Anfrage dafür auch heute nicht entschuldigen. 

„When They See Us“ ist in seiner Inszenierung mitunter (beispielsweise bei der Musikauswahl) etwas zu aufdringlich. Ein manchmal etwas zurückgenommener Stil hätte diesem Mehrteiler nicht geschadet. 

 

In meinen Augen kann man das Leben nicht spoilern, dennoch eine kurze Spoilerwarnung für den Überblick auf die einzelnen Episoden: 

Part 1 Die Polizeiverhöre und daraus resultierenden Geständnisse zerstören von einem Moment auf den anderen das Leben der fünf Kinder.

Part 2 Sowohl Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft bereitet sich auf die Gerichtsverhandlungen vor. Schließlich: die eigentlichen Prozesse vor Gericht

Part 3 Die Zeit in der Jugendhaftanstalt für vier der Kinder und ihr späteres Leben als freie erwachsene Männer 

Part 4 Diese gesamte Episode ist dem ältesten der fünf unschuldig Verurteilten, Korey Wise, gewidmet. Da er bereits 16 Jahre alt war, ist er in einem Erwachsenengefängnis, dem berüchtigten Rikers Island (später in anderen Haftanstalten für Erwachsene) gelandet. Die Lebensgeschichte von Korey Wise hat mir fast das Herz gebrochen. Eine heftige Episode, aber für mich ganz klar die beste.

Spoilerwarnung zu Ende

 

Die sogenannten Central Park Five sind alle wichtige Charaktere in diesem Mehrteiler, dennoch möchte ich nur einen hervorheben, dem auch die letzte Episode gewidmet wurde:

Korey Wise ist sicherlich die tragischste Figur der „Central Park Five“. Er galt als keiner der Verdächtigen, hatte nur seinen 15-jährigen Kumpel Yusuf Salam auf das Polizeirevier begleitet. Korey Wise war der Einzige, der bereits 16 Jahre alt war und später nicht in Jugendhaft, sondern in ein Gefängnis für Erwachsene kam. Er hat eine furchtbare Mutter (hassenswert gespielt von Niecy Nash) und eine transsexuelle Schwester (gespielt von dem Transgender-Model Isis King), zu der er eine besondere Beziehung hat. Gespielt wird Korey Wise von dem afroamerikanischen Schauspieler Jharrel Jerome. Er hat bereits eine kleinere Rolle in dem, mit dem Oscar prämierten Film Moonlight gespielt. 

Zum Schluss dieses Mehrteilers erfährt man, wie die Central Park Five heute leben und sieht Originalfotos der Männer. 

Am 16.07.19 werden die Emmy-Nominierungen für das Jahr 2018/2019 bekanntgegeben. „When They See Us“ konkurriert mit Sharp Objects, True Detective, Escape at Dannemora, Fosse/Verdon „Chernobyl“ und „A Very English Scandal“ in einer Kategorie. 

„When They See Us“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, darunter Best Limited Series, Best Actor in a Limited Series/Movie (Jharell Jerome), Best Actress in a Limited Series/Movie (Niecy Nash, Aunjanue Ellis) Best Supporting Actress in a Limited Series/Movie (Vera Farmiga), Best Supporting Actor in a Limited Series/Movie (Michael Kenneth Williams) Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „When They See Us“ für 16 Emmys nominiert (darunter Limited Series, Lead Actor in a Limited Series (Jharrel Jerome), Lead Actress in a Limited Series (Niecy Nash, Aunjanue Ellis), Supporting Actor in a Limited Series (Asante Blackk, Michael K. Williams, John Leguizamo), Supporting Actress in a Limited Series (Vera Farmiga, Marsha Stephanie Blake)  „When They See Us“ geht damit mit den meisten Schauspiel-Nominierungen (8) ins Emmy-Rennen. Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

„When They See Us“ ist weltweit seit dem 31.05.19 auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Fosse/Verdon“

Ich habe mir die folgende FX-Serie angeschaut:

 

„Fosse/Verdon“  8 x approx  50  min   drama, biopic, adaptation

dir. Thomas Kail, Adam Bernstein, Jessica Yu, Minkie Spiro  cast: Sam Rockwell, Michelle Williams, Margaret Qualley, Norbert Leo Butz, Jake Lacy, Aya Cash, Nate Corddry, Evan Handler, Paul Reiser, Brandon Uranowitz, Lin-Manuel Miranda  

 

Nach dem Misserfolg des Films „Sweet Charity“ kämpft der Tänzer, Choreograf und Theater- und Filmregisseur Bob Fosse (Sam Rockwell) darum, bei einem weiteren Hollywood-Film Regie zu führen. Er ist an der Filmadaption des Bühnenstücks „Cabaret“ interessiert. Der Produzent Cy Feuer (Paul Reiser) denkt nicht, dass er für den Film der richtige Regisseur ist. Schließlich bekommt Bob Fosse aber grünes Licht. Während der Dreharbeiten in München findet seine Ehefrau, die Tänzerin und Choreografin Gwen Verdon (Michelle Williams) heraus, dass Bob sie betrügt. Es ist nicht das erste Mal, aber dieses Mal ist alles anders…

 

A- (Wertung von A bis F) „Fosse/Verdon“ beruht auf Sam Wassons Biografie „Fosse“. Diese neue F/X- Miniserie basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt über das künstlerische und private Leben der beiden Broadway-Legenden Bob Fosse und Gwen Verdon. Die gemeinsame Tochter Nicole Fosse ist Mitproduzentin dieser Serie. Serienschöpfer sind der amerikanische Dramatiker Steven Levenson (Broadway-Musical „Dear Evan Hansen“) und der Regisseur des Erfolgs-Musicals „Hamilton“, Thomas Kail. Thomas Kail hat hier auch bei fünf Episoden Regie geführt. Der amerikanische Komponist, Schauspieler und Sänger Lin-Manuel Miranda (Bühnen-Musical „Hamilton“, Moana , Mary Poppins Returns) ist einer der Produzenten der Miniserie und spielt in der letzten Episode die Rolle des Roy Scheider. 

Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nichts über Bob Fosse und Gwen Verdon. Irgendwann habe ich aber  im amerikanischen Kino ein Making of von „Fosse/Verdon“ gesehen und da ich Sam Rockwell und Michelle Williams sehr mag, generell an Showbiz-Stories interessiert bin, habe ich etwas recherchiert. Dann kamen die Oscars ins Spiel und es war klar, dass ich diesen Mehrteiler unbedingt anschauen muss.

Bob Fosse ist hierzulande wahrscheinlich wenig bekannt. Er ist es aber, der aus dem Bühnenstück „Chicago“ ein Musical kreierte. Dieses Musical läuft seit 1975 und bis heute und ist damit das am längsten gespielte amerikanische Musical. Im Jahr 2002 hat Rob Marshall „Chicago“ verfilmt und der Film gewann sechs Oscars (inkl. Bester Film). Bob Fosse ist aber auch bekannt für den Film „Cabaret“, für den Bob Fosse im Jahr 1973 selbst den Regie-Oscar gewann. In diesem Jahr gewann Bob Fosse  außerdem noch drei Emmys und zwei Tonys und ist damit, bis heute, der Einzige, dem es gelungen ist, in einem Jahr einen Oscar, einen Emmy und einen Tony zu gewinnen. Allein für seine Choreografien gewann er insgesamt acht Tony-Awards. Gwen Verdon war eine der besten Schauspielerinnen und Tänzerinnen am Broadway und wurde vier Mal mit dem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. 

Bob Fosse war ein kreatives Genie und hat, so habe ich jetzt erfahren, viele Künstler, darunter Michael Jackson und Beyoncé, beeinflusst. Er benutzte Requisiten wie Hüte, Stöcke und Stühle und liess sie in seine Choreografien einfliessen. Bob Fosse war aber auch ein Womanizer, Ehebrecher, Egoist und Kettenraucher (5 bis 6 Packungen pro Tag). Ich weiß gar nicht mehr, seit wann ich eigentlich ein Fan von Sam Rockwell bin, wahrscheinlich seit seiner Rolle in George Clooneys „Confessions of a Dangerous Mind“. Sam Rockwell ist die perfekte Wahl für Bob Fosse. In einigen Filmen und bei zahlreichen Talkshow-Auftritten konnte der Schauspieler bereits mit Tanzeinlagen beeindrucken. Um so bemerkenswerter, dass ihm erst jetzt ein „Tanz-Projekt“ angeboten wurde. Der Oscar-Gewinner zeigt hier eine Facette, die ich bislang noch nicht von ihm gesehen habe. 

Die Kritiker sind – vor allen Dingen – voll des Lobes für Michelle Williams. Sie spielt (und singt und tanzt) auch fantastisch, selbst ihre Stimme und Sprache hat sie bis ins Unkenntliche verändert und der von Gwen Verdon angepasst. Wenn „Fosse/Verdon“ ein Kinofilm wäre, wäre sie nur schwer, bei den nächsten Oscars zu schlagen. Zu Beginn dieser Miniserie hat mich Michelle Williams Performance noch mehr als die von Sam Rockwell beeindruckt. Das liegt vielleicht auch daran, dass ihre Figur zugänglicher ist und man mit Sam Rockwells Bob Fosse erst warm werden muss. Selbstverständlich wird sich auch über Sam Rockwell anerkennend geäußert. Für meinen Geschmack müsste man über seine Performance aber auch in den allerhöchsten Tönen sprechen. Die Aufgabe von Schauspielern ist es, ihre jeweilige Rolle so authentisch wie möglich rüberzubringen. Wenn gezeigt werden soll, dass sich zwei Menschen  verlieben, muss man das als Zuschauer spüren. Genau das gelingt den Beiden. Darüberhinaus, schafft es Sam Rockwell, dass sich auch der Zuschauer in ihn verliebt. Bei beiden Schauspielern vergisst man irgendwann, hier überhaupt Schauspieler zu sehen. Kurzum Beide spielen auf höchstem Emmy-Niveau und bewerben sich um diese Auszeichnung. 

„Fosse/Verdon“ beginnt kurz vor dem Lebensende von Bob Fosse, eine Szene, die am Ende der ersten Episode erneut aufgenommen wird. Der Countdown, der immer wieder anhand einiger Titelkarten eingeblendet wird, bezieht sich zum einen auf Bob Fosses Tod, aber, was mit der finalen Szene mit Bob Fosse und Gwen Verdon deutlich wird, auch auf das Ende ihrer langjährigen engen Bindung. 

Auch wenn ich nichts über beide Broadway-Legenden zuvor wusste, am Ende der Miniserie hatte ich einen ziemlich guten Eindruck, was Bob Fosse und Gwen Verdon ausgemacht hat, sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene. Aufgrund von Bob Fosses Untreue endete die Ehe von Bob Fosse und Gwen Verdon. Sie haben sich aber nie scheiden lassen und blieben, bis zu seinem Tod, enge Vertraute. 

„Fosse/Verdon“ zieht einen schnell in die amerikanische Theater- und Filmwelt. In erster Linie ist es aber ein Charakterdrama. Natürlich gibt es auch kurze Tanz- und Musical-Nummern, für mich als Nicht-Musical-Fan aber zu keinem Zeitpunkt belastend. 

Wie jede TV-Serie, die ich herausragend finde, habe ich auch „Fosse/Verdon“ zwei Mal gesehen. Ähnlich wie bei der TV-Serie Feud: Bette and Joan ist „Fosse/Verdon“ ein Mehrteiler, bei dem man sich auch mit den Werken der Charaktere auseinandersetzen sollte. Daher habe ich mir zwischen der ersten und zweiten Sichtung von „Fosse/Verdon“ einige YouTube-Videos mit Bob Fosse und Gwen Verdon und folgende Filme angeschaut:

  • „Lenny“ (1974, dir. Bob Fosse) meine Bewertung für dieses sehr künstlerische s/w-Biopic über den amerikanischen Stand-up Comedian Lenny Bruce mit einer Oscar-Performance von Dustin Hoffman: A- . Der Film wurde für sechs Oscars (darunter Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch) nominiert. 
  • Cabaret (1972, dir. Bob Fosse) meine Bewertung für die Romanadaption und die Verfilmung des Broadway-Musicals mit Liza Minelli und Michael York in den Hauptrollen: B+ Der Film wurde für zehn Oscars nominiert, gewonnen hat er acht (darunter Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Liza Minelli, Bester Nebendarsteller Joel Grey). „Cabaret“ war auch für die Kategorien Bester Film und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert, hat diese beiden Kategorien jedoch an Francis Ford Coppolas „The Godfather“ verloren. „Cabaret“ hält bis heute (Juli 2019) den Rekord für einen Film, der mit den meisten Oscars (8) ausgezeichnet wurde, ohne, dass der Film die Kategorie Bester Film gewann. Sollte irgendwann die Lebensgeschichte von Liza Minelli verfilmt werden, sollte man die Oscar-Gewinnerin Olivia Colman als optisch perfekte Besetzung der Hauptrolle im Augen behalten. Das ist mir aufgefallen, als ich „Cabaret“ sah.
  • All That Jazz (1979, dir. Bob Fosse) meine Bewertung für dieses Musical/Drama, das an das Leben von Bob Fosse angelehnt ist, mit Roy Scheider in der Hauptrolle und Jessica Lange und John Lithgow: B+ Der Film wurde für neun Oscars nominiert (inkl. Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller), gewonnen hat der Film vier (Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Original Song Score) 

Über die wichtigsten Episoden im Einzelnen:

Nr. 2 („Who´s Got the Pain?) Tony-Gewinnerin Gwen Verdon trifft das erste Mal auf den, seinerzeit noch verheirateten Choreografen Bob Fosse. Der Beginn ihrer Liebe und beruflichen Zusammenarbeit. Dies ist eine meiner Lieblingsepisoden

Nr. 5 („Where Am I Going?) Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „bottle episode“. An einer Location (Bobs Sommerhaus) verweilen Bob, Neil, Paddy, Ann, Nicole, Gwen und Ron 

Nr. 6 („All I Care About Is Love“, Drehbuch: Ike Holter, Regie: Minkie Spiro ) Diese Episode zeigt  Bob Fosse als Teenager und wie überarbeitet er im Jetzt ist. Er arbeitet zeitgleich an seinem Film „Lenny“ und dem Broadway-Musical „Chicago“.  Letztlich führt das und der Konsum von Alkohol, Zigaretten und Drogen zu einem Herzinfarkt. Bob Fosse schlüpft dabei immer wieder in die Rolle des Stand-up Comedian Lenny Bruce (über den er den s/w-Film „Lenny“ mit Dustin Hoffman drehte). Diese Folge ist nicht nur außergewöhnlich kreativ, hier sieht man spätestens, dass Sam Rockwell nicht nur ein facettenreicher Charakterschauspieler, sondern auch den Charme, das Charisma und die Präsenz eines Filmstars hat. Ganz klar, eine meiner Lieblingsepisoden, vielleicht sogar die beste aller acht Episoden

Nr. 8 („Providence“) Die letzten Jahre von Bob Fosse. Er dreht „All That Jazz“, ein Film über sein Leben. Nun realisiert er, dass er einige Fehler in seinem Leben begangen hat. Eine sehr emotionale und für mich tränenreiche Folge. 

Sowohl Sam Rockwell als auch Michelle Williams spielen ihre Charaktere über einen Zeitraum von über 30 Jahren. Im Jahr 1955, als Gwen Verdon 30 Jahre und Bob Fosse 28 Jahre alt waren, haben sich die Beiden kennengelernt. Sie haben dann bei dem Broadway-Musical „Damn Yankees“ zusammengearbeitet. Ein Jahr später war das Musical der große Abräumer bei den Tony Awards und bescherte Gwen Verdon einen Tony als Beste Hauptdarstellerin in einem Musical und ihm einen für die beste Choreografie. Auch wenn ihre Ehe nach elf Jahren, im Jahr 1971, am Ende war, liessen sie sich nie scheiden und blieben sowohl freundschaftlich als auch beruflich bis zu seinem Tod (im Jahr 1987) verbunden. In „Fosse/Verdon“ spielt Sam Rockwell  Bob Fosse im Alter von 28 bis 60 Jahren, Michelle Williams spielt Gwen Verdon hier im Alter von 30 bis 62 Jahren.

Die Charaktere im Einzelnen:

Bob Fosse war zunächst ein US-amerikanischer Tänzer, der davon träumte, der nächste Fred Astaire zu sein. Später hat er als Choreograf und Theater- und Filmregisseur gearbeitet. Er wurde vier Mal für den Oscar nominiert, als Regisseur des Films „Cabaret“ gewann er im Jahr 1973 den Oscar. Im selben Jahr gewann er auch zwei Tony Awards (für „Pippin“ ) und drei Emmys für „Liza with a Z“, eine Liza Minelli-Konzertproduktion für das Fernsehen. Bis heute gibt es niemanden, der in einem Jahr einen Oscar, einen Tony und einen Emmy gewann. Bob Fosse war eine Broadway-Legende. Zwischen 1955 und 1986 wurde er insgesamt 20 x für den Tony nominiert und hat den Theater-Oscar 9 x gewonnen. Seit dem Jahr 1960 war er mit der Schauspielerin und Tänzerin Gwen Verdon (gespielt von Michelle Williams) verheiratet. Die beiden hatten mit Nicole eine gemeinsame Tochter. Gespielt wird Bob Fosse von dem amerikanischen Schauspieler Sam Rockwell. Rückblickend ist er mir, glaube ich, das erste Mal in „Charlie´s Angels“ aufgefallen. In George Clooneys „Confessions of a Dangerous Mind“ hat er die erste Hauptrolle gespielt. Seither hat er in unzähligen Filmen mitgespielt (u.a. Frost/Nixon, Moon, Seven Psychopaths, Loitering with Intent). Sam Rockwell wurde für seine Performance in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri und Vice für den Oscar nominiert, für „Three Billboards“ hat er den Oscar gewonnen. 

Gwen Verdon war eine Schauspielerin und Tänzerin. Sie war eine Legende und eine der besten Broadway-Tänzerinnen ihrer Zeit. Zwischen 1953 und 1976 wurde sie 6 x für den Tony nominiert und hat den Theater-Oscar 4 x gewonnen. Sie wurde außerdem drei Mal für den Emmy nominiert (u.a. für ihre Gastrolle in „Magnum P.I.“). Es war ihre Idee, das Bühnenstück „Chicago“ als Musical umzusetzen. Jahrelang hat sie um die Rechte gekämpft, bis das Musical dann im Jahr 1975 unter der Regie von Bob Fosse und mit ihr als Roxie Hart am Broadway Premiere feierte. Seit dem Jahr 1960 war sie mit dem Choreografen, Theater- und Filmregisseur Bob Fosse (gespielt von Sam Rockwell) verheiratet. Die Beiden hatten eine gemeinsame Tochter, Nicole. Gespielt wird Gwen Verdon von der amerikanischen Schauspielerin Michelle Williams. Bekannt geworden ist sie vor rund zwanzig Jahren durch die TV-Serie „Dawson´s Creek“. Mit ihrer Rolle in „Brokeback Mountain“ hatte sie ihren Durchbruch in Hollywood. Am Set hatte sie auch den Vater ihrer Tochter, den leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger, kennengelernt. Michelle Williams hat in unzähligen Filmen mitgespielt, sie wurde vier Mal für den Oscar nominiert (für „Brokeback Mountain“, Blue Valentine, My Week with Marilyn und Manchester by the Sea). Für ihre Performance in „Blackbird“ wurde sie zudem noch für den Theater-Oscar, den Tony, nominiert. Was für „Fosse/Verdon“ interessant ist, Michelle Williams hat im Jahr 2014 Sally Bowles in dem Broadway-Musical „Cabaret“ gespielt. 

Paddy Chayefsky war ein Dramatiker und Drehbuchautor. Er war der beste Freund von Bob Fosse (gespielt von Sam Rockwell). Paddy Chayefsky hat drei Oscars für seine Originaldrehbücher (für „Marty“, „The Hospital“ und „Network“) gewonnen. Gespielt wird Paddy von dem amerikanischen Bühnen- TV- und Filmschauspieler und Sänger Norbert Leo Butz. Für seine Performance in den Broadway-Musicals „Dirty Rotten Scoundrels“ und „Catch Me If You Can“ hat er zwei Tonys gewonnen. Weitläufiger bekannt ist er aber sicherlich durch die TV-Serie „Bloodline“. Er hat aber auch in einigen Filmen (u.a. Dan in Real Life, Fair Game, Higher Ground, Disconnect) mitgespielt.

Ann Reinking ist mittlerweile 69 Jahre alt und lebt heute hauptsächlich in Arizona. Die Amerikanerin hat als Schauspielerin, Tänzerin und Choreografin drei Tony-Nominierungen erhalten. Für ihre Choreografie für das Broadway-Musical „Chicago“ wurde sie mit dem Tony ausgezeichnet. Ann Reinking hat eine langjährige Beziehung mit Bob Fosse (gespielt von Sam Rockwell) geführt und mit ihm einige Male, (u.a. auch in seinem Film „All That Jazz“) zusammengearbeitet. Gespielt wird Ann von der amerikanischen Schauspielerin und Tänzerin Margaret Qualley. Bekannt ist sie den meisten wahrscheinlich durch ihre Rolle in „The Leftovers“. Sie hat aber auch in einigen Kinofilmen (u.a. Palo Alto, The Nice Guys, Novitiate) gespielt. Margaret Qualley ist die Tochter der Schauspielerin Andie MacDowell. 

Ron ist Schauspieler und der Freund von Gwen Verdon (gespielt von Michelle Williams). Ron basiert auf keiner realen Person. Er ist auch kein sonderlich wichtiger Charakter dieses Mehrteilers. Ich sah hier aber die Gelegenheit, Jake Lacy, der den Ron spielt, zu erwähnen. Für mich hat Jake Lacy einen großen Wiedererkennungswert. Mir ist er bereits einige Male positiv aufgefallen. Der amerikanische Schauspieler hat in einigen TV-Serien (u.a. „The Office“, „Girls“) und auch Kinofilmen (u.a. Carol, Love the Coopers, Miss Sloane, Diane) mitgespielt. 

Seit vielen Jahren kann man beobachten, dass Fernsehproduktionen immer hochwertiger werden. Es gibt kaum einen Charakterschauspieler (und auch Hollywoodstar), der nicht bereits in einer TV-Serie oder einem Mehrteiler mitgewirkt hat. Mein Interesse bei den Fernsehproduktionen gilt vordergründig den Mehrteilern. Ich mag das Format, das einem etwas längerem, aber nicht zu langem Spielfilm gleicht. Entsprechend habe ich mittlerweile auch immer mehr Interesse an dem Fernseh-Oscar, dem Emmy. Die,  für die Emmy-Saison 2018/2019  wichtigsten Mehrteiler (Sharp Objects, True Detective, Escape at Dannemora, „Fosse/Verdon“, When They See Us und der so gehypte Mehrteiler „Chernobyl“) habe ich jetzt alle gesehen. Am besten hat mir aber tatsächlich „Fosse/Verdon“ gefallen.

„Fosse/Verdon“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, darunter: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Sam Rockwell), Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie (Michelle Williams). Anmerkung: Michelle Williams größte Konkurrentin ist derzeit sicher Patricia Arquette (für ihre Rolle in Escape at Dannemora). Sie gibt auch eine exzellente Performance, aber Michelle Williams Performance ist um einiges anspruchsvoller und daher hoffe ich, dass sie den Emmy gewinnt. Auch hoffe ich auf die Auszeichnung von noch mehr Emmys für „Fosse/Verdon“ Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „Fosse/Verdon“ für 17 Emmys nominiert (darunter Limited Series, Lead Actor in a Limited Series (Sam Rockwell), Lead Actress in a Limited Series (Michelle Williams), Supporting Actress in a Limited Series (Margaret Qualley)  Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

„Fosse/Verdon“ wurde erstmalig v. 9.4.19 – 28.05.19 auf dem amerikanischen TV-Sender FX ausgestrahlt. 

Trailer zu sehen:

 

Plakat der F/X-Serie "Fosse/Verdon" in New York, April 2019
Plakat der F/X-Serie „Fosse/Verdon“ in New York, April 2019

L. A. – Film: „Late Night“

Ich war am 14.06.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Late Night“ (dt. Kinostart: 29.08.19)  102 min   comedy

dir. Nisha Ganatra  cast: Emma Thompson, Mindy Kaling, Hugh Dancy, John Lithgow, Denis O´Hare, Amy Ryan, Paul Walter Hauser, Reid Scott, Max Casella

 

Die 56-jährige Britin Katherine Newbury (Emma Thompson) hat seit 28 Jahren ihre eigene amerikanische Late-Night-Talkshow. Sie ist die einzige Moderatorin einer Late-Night-Show. Nun sinken die Quoten, ihr wird vorgeworfen, Frauen zu hassen und auch will die Chefin des Senders (Amy Ryan) ihren Vertrag nicht verlängern. Katherine kommt auf die Idee, eine Frau in ihr, sonst nur aus weißen Männern bestehendes Autorenteam aufzunehmen. Die indisch-amerikanische Quer-Einsteigerin Molly (Mindy Kailing) bekommt die Chance, sich bei der gefürchteten Talkshow-Moderatorin zu beweisen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Late Night“ ist der neue Film der kanadischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin  (TV-Serie „Transparent“, TV-Serie „Mr. Robot“) Nisha Ganatra. Das Drehbuch stammt von der amerikanischen Schauspielerin (TV-Serie „The Mindy Project“, The Night Before), Synchronsprecherin (Wreck-It-Ralph, Inside Out), Autorin und Filmemacherin (TV-Serie „The Office“) Mindy Kaling. Sie spielt neben Emma Thompson auch die Hauptrolle in „Late Night“. 

„Late Night“ hat einen herrlichen Dialogwitz, eine gute Situationskomik und vor allen Dingen: Emma Thompson. 

Wenn man Emma Thompsons Performance und ihren Charakter sieht, fällt einen zwangsläufig irgendwann Meryl Streep und ihre Miranda Priestly in „The Devil Wears Prada“ ein. Emma Thompson wird für die Laufzeit des Films zu Katherine Newbury, für mich ist das eine Oscar-Performance. Es überrascht nicht, dass Mindy Kaling ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Es ist eine dieser Rollen, bei der man sich auch keine andere Schauspielerin vorstellen kann. Letztlich wird durch sie der Film auch erst richtig sehenswert. Exzellent aber wieder auch John Lithgow, der den an Parkinson erkrankten, liebenswerten Gatten von Katherine Newbury spielt. An der restlichen Besetzung gibt es  auch nichts rumzumäkeln.

„Late Night“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Am 7.6.19 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief der Film dann landesweit in 2,220 Kinos. In Deutschland soll die Komödie am 29.08.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anna „

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Luc Bessons neuer Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Gemini Man„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Sci-Fi-Actionthriller mit Will Smith. Neuer Film von Ang Lee, leider schon länger keinen richtig guten Film präsentiert hat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 


Trailer v. Film: „The Art of Racing in the Rain„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Romanverfilmung und neuer Film von Simon Curtis.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Yesterday„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Der neue Danny Boyle Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Downton Abbey „

Bewertung des Trailers: B- (erster richtiger Trailer) 

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Goldfinch„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Romanverfilmung mit Nicole Kidman, Ansel Elgort, Sarah Pauslon u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brittany Runs a Marathon„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Berlin – Film: „The Dead Don´t Die“

Ich war am 19.06.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Dead Don´t Die“ (dt. Kinostart war der 13.06.19)  103 min  comedy, horror 

dir. Jim Jarmusch  cast: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloe Sevigny, Steve Buscemi, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Iggy Pop, RZA, Selena Gomez, Tom Waits

 

Durch Polar-Fracking hat sich die Erdachse verschoben. In dem amerikanischen Provinzkaff Centerville häufen sich seither seltsame Dinge. Haus- und Nutztiere verschwinden spurlos, Handy-Akkus sind plötzlich leer, Uhren bleiben stehen und dunkel scheint es auch nicht mehr zu werden. Dann werden Sheriff Cliff Robertson (Bill Murray) und Officer Ronnie Peterson (Adam Driver) zu dem örtlichen Diner gerufen, dort liegen zwei bestialisch zugerichtete Leichen. Officer Ronnie hat da so eine Ahnung, vielleicht stecken Zombies dahinter…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Dead Don´t Die“ ist der neue Film des amerikanischen Autorenfilmers Jim Jarmusch („Down by Law“, „Night on Earth“, The Limits of Control, „Only Lovers Left Alive“, Paterson).

Man könnte den gesamten Film als eine Promotion für den (Titel-) Song „The Dead Don´t Die“ von Sturgill Simpson halten. Viel mehr ist Jim Jarmuschs erster Zombie-Film aber als Kritik an Politik und Gesellschaft zu verstehen. Eigentlich ist es nur ein Einsiedler, Kinder in einer Besserungsanstalt und der Polizist Ronnie die den Ernst der Lage hier erkennen (letztere aus einem anderen Grund). Alle anderen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt oder generell desinteressiert und/oder schenken der Politik Glauben, die ihren Bürgern weismachen will, dass das Fracking am Nordpol natürlich nichts mit der seltsamen Geschehen auf der Erde zutun hat und somit alles „Fake News“ ist. Selbstverständlich gibt es mit Steve Buscemis Charakter auch eine Kritik an dem Trump-Wähler ansich, u.a. fällt er durch sein rotes Basecap mit dem sinnbefreiten Aufdruck „Keep America White Again“ auf und wittert hinter allem eine Verschwörung. Wenn dann selbst die Untoten nach Wi-Fi, Blootooth, Süßigkeiten, Kaffee, Chardonnay etc. gieren, ist das sicher auch als eine Kritik an der (Kosum-) Gesellschaft zu sehen. Der Film ist – auch wenn er im Horrorgenre angesiedelt ist –  zu keinem Zeitpunkt gruselig, er nimmt sich aber auch selbst nicht sonderlich ernst, dafür sorgen schon die zahlreichen Meta-Referenzen. Allgemein betrachtet ist der Film nicht wirklich rund, aber Jim Jarmusch schafft es immer wieder mit seinem Stammpersonal und kauzigen Charakteren eine Atmosphäre zu kreieren, in der man sich wohl fühlt und in der man für eine gewisse Zeit verweilen möchte. 

„The Dead Don´t Die“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm. Der Film ist am 14.06.19 in 613 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 690 US-Kinos. In Deutschland läuft er seit dem 13.06.19 in den Kinos. Ich habe den Film in der OV im regulären deutschen Kino gesehen. 

Trailer zu sehen: 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „O Beautiful Night„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: deutscher Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OmU) 

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Kursk„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der dt. Synchro) 

Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film über das Kursk-Unglück mit Matthias Schoenaerts, Colin Firth, August Diehl und Matthias Schweighöfer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

L.A. – Film: „Ma“

Ich war am 13.6.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ma“ (dt. Filmtitel: „Ma – Sie sieht alles“, dt. Kinostart war der 30.05.19)  99 min  drama, thriller 

dir. Tate Taylor  cast: Octavia Spencer, Diana Silvers, Juliette Lewis, Luke Evans, Allison Janney Missi Pyle, Haley McKaley Miller, Corey Fogelmanis, Gianni Paolo, Dante Brown, Tate Taylor 

 

Maggie (Diane Silvers) ist mit ihrer Mutter Erica (Juliette Lewis) gerade umgezogen. Während Maggies Mutter in der Kleinstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, ist für Maggie alles neu. Sie muss sich erst mal eingewöhnen und neue Freunde suchen. Gut, dass sie am ersten Schultag gleich Bekanntschaft mit Haley (McKaley Miller) und ihren Freunden Andy (Corey Fogelmanis), Chaz (Gianni Paolo) und Darrell (Dante Brown) macht. Die Fünf wollen feiern und sich betrinken. Da sie selbst noch nicht alt genug sind, um Alkohol zu kaufen, bitten sie die Passantin Sue Ann (Octavia Spencer), dies für sie zutun. Eines Tages lädt die ältere Frau die Teenager ein, bei ihr unten im Keller zu feiern. Die Teenager nehmen es dankend an, nennen die mütterliche Sue Ann sogar „Ma“, aber irgendetwas stimmt nicht mit ihr…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Ma“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers (Winter´s Bone) und Regisseurs (The Help, Get On Up, The Girl on the Train) Tate Taylor. In einer kleinen Nebenrolle als Polizist ist er auch in diesem Film zu sehen. 

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, dass ich mir diesen Film angeschaut habe. Von dem Regisseur habe ich bislang noch keinen wirklich guten Film gesehen, die Hauptdarstellerin Octavia Spencer finde ich, höflich ausgedrückt „schwierig“ und Luke Evans kann ich auch nicht leiden. Aber gut, irgendwann saß ich im Kino und fand den Film, wie man meiner Bewertung entnehmen kann, gar nicht so übel. Oder anders ausgedrückt, meine Meinung zu Tate Taylor-Filmen ändert sich nicht, aber die letzten, vielleicht dreißig Minuten von „Ma“ waren solides Thriller/Horrorfilm-Material. Die vorangegangene Stunde zog sich jedoch ziemlich, immer in hoffnungsvoller Erwartung, dass gleich bestimmt wirklich was passiert. 

Octavia Spencer, ich muss fair bleiben, macht ihre Sache als durchgeknallte „Ma“ wirklich gut. Bei Diane Silvers („Maggie“) bin ich mir noch nicht so sicher, kürzlich habe ich sie bereits in Booksmart gesehen, vielleicht erinnert sie mich manchmal zu sehr an Anne Hathaway. Positiv aufgefallen ist mir aber Corey Fogelmanis, der hier Maggies Freund „Andy“ spielt. 

„Ma“ ist am 31.05.19 in 2,808 Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film ist unter dem Filmtitel „Ma – Sie sieht alles“ bereits einen Tag zuvor, am 30.05.19, in die deutschen Kinos gekommen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Crawl„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Alexandre Ajas neuer (Katastrophen-) Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Child´s Play„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake/Reboot des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1988.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Stuber„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Action-Komödie mit Dave Bautista und Kumail Nanjiani 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Scary Stories to Tell in the Dark„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Horrorfilm von dem norwegischen Regisseur André Ovedal

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Midsommar„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Ari Asters neuer (Horror-) Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „It Chapter Two„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Fortsetzung zu dem Horrorfilm aus dem Jahr 2017. Habe weder Original noch Remake gesehen.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Once Upon a Time in Hollywood„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer) 

Kommentar: Quentin Tarantinos neunter Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Dead Don´t Die„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Der neue Jim Jarmusch Film mit Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Werbung von Film „Ma“ in Los Angeles

Netflix – Film: „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“

Ich habe mir folgenden Film auf Netflix (U.S.) angeschaut:

 

„Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ (in D. ab dem 4.7.19 auf DVD erhältlich)  109 min   drama, biopic, adaptation 

dir. Joe Berlinger  cast: Zac Efron, Lily Collins, Kaya Scodelario, Jeffrey Donovan, Dylan Baker, Jim Parsons, John Malkovich, Haley Joel Osment

 

Seattle im Jahr 1969. Die alleinerziehende Mutter Liz (Lily Collins) lernt den attraktiven Ted (Zac Efron) kennen. Die Beiden verlieben sich ineinander und kommen zusammen. Einige Jahre später verschwinden einige junge Frauen in Seattle. Ted Bundys Name landet irgendwann auf der Liste der Verdächtigen. Als im Bundesstaat Utah eine Frau ihrem Angreifer entkommen konnte und Ted später in einer Gegenüberstellung erkennt, landet er vor Gericht und wird wegen der Entführung sowie versuchten Mordes der Frau angeklagt. Liz glaubt zunächst weiter an seine Unschuld…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Elizabeth Kloepfers (unter dem Pseudonym Elizabeth Kendall), veröffentlichtem Buch „The Phantom Prince: My Life with Ted Bundy“. Der Filmtitel bezieht sich dabei auf die Aussage des Richters Richard E. Cowart, nachdem Ted Bundy schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde. Nach „Blair Witch 2“ ist dies erst der zweite Spielfilm, bei dem der amerikanische Dokumentarfilmer Joe Berlinger Regie führt. Nachdem Joe Berlinger mit dem Netflix-Mehrteiler Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes eine Dokumentation über Ted Bundy präsentierte, ist dies sein Spielfilm über den Serienmörder. 

Ted Bundy ist einer der bekanntesten Serienmörder der Vereinigten Staaten. Kurz vor seiner Hinrichtung hat er gestanden, über 30 Frauen getötet zu haben, wahrscheinlich waren es aber bis zu 100 Opfer. Bis heute weiß niemand, warum er die Frauen getötet hat. Der Spielfilm versucht nicht, darauf Antworten zu geben.

Der Spielfilm basiert auf den Memoiren von Elizabeth Kloepfer (a.k.a. Elizabeth Kendall) und konzentriert sich überwiegend auf die Beziehung, die die alleinerziehende Mutter mit dem Serienmörder hatte. Sie war mit Ted Bundy verlobt, hat sogar sechs Jahre mit ihm zusammengelebt und über viele Jahre an seine Unschuld geglaubt. „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ ist aber auch ein Porträt eines Soziopathen, der eine Fassade aufgebaut hat und durch seinen Charme und sein Charisma, Menschen manipulieren konnte. Was für eine Gefahr von diesem Mann ausging, kommt dabei nur in einer kleineren Sequenz am Ende des Spielfilms rüber. Wenn man nur diesen Film sieht und nichts über den Fall Ted Bundy weiß, kann man hier den Eindruck gewinnen, dass die Ereignisse für die Spielfilmversion dramatisiert wurden. Was Ted Bundys Lebenslauf angeht, hat sich vieles aber tatsächlich so zugetragen. Joe Berlinger möchte mit seinem Spielfilm vor allen Dingen zeigen, dass Monster nicht immer als solche erkennbar sind. Auch ein brutaler Frauenmörder kann normal und nett wirken. Der attraktive Ted Bundy wurde von vielen Frauen angehimmelt, selbst als er als Mehrfachmörder vor Gericht stand. Am Ende war die Beweislast zu groß, er konnte die Geschworenen durch seine beispiellose Show vor Gericht nicht blenden und wurde schuldig gesprochen. 

Auch wenn ich zuvor anderes gehört und gelesen hatte, ich konnte es nicht wirklich glauben, dass Zac Efron (also: DER Zac Efron) hier wirklich exzellent ist. Ist er aber tatsächlich. Er hat es sogar erstmalig geschafft hat, dass ich alles, was ich mit Zac Efron assoziiere, vergessen konnte. Für mich gibt er eine preiswürdige Performance. Seinetwegen (und auch wegen John Malkovich, der hier den Richter spielt) würde ich diesen, sonst eher langweiligen Spielfilm empfehlen.  Wer allerdings Interesse an Ted Bundy hat, dem möchte ich eher dazu raten, Joe Berlingers Netflix-Doku „Conversations with a Killer: The Ted Bundy Tapes“ anzuschauen. 

Zum Schluss des Film werden die Namen von Ted Bundys (bekannten) Opfern eingeblendet. Im Abspann sieht man Originalfilm- und Fotoaufnahmen. 

Dieser Netflix-Film ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung für Zac Efron als Bester Hauptdarsteller. 

„Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film läuft seit dem 3.5.19 in den U.S.A. (und auch einigen anderen Ländern) auf Netflix. Zeitgleich lief der Netflix-Film wohl in einigen amerikanischen Kinos. In Deutschland wird der Film voraussichtlich ab dem 4.7.19 auf DVD erhältlich sein. 

Trailer zu sehen: 

L.A. – Film: „Booksmart“

Ich war am 5.6.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Booksmart“ (dt. Kinostart: 14.11.19) 102 min  comedy

dir. Olivia Wilde  cast: Kaitlyn Dever, Beanie Feldstein, Jessica Williams, Lisa Kudrow, Will Forte, Jason Sudeikis, Noah Galvin, Billie Lourd, Mason Gooding voice: Maya Rudolph 

 

Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever) sind beste Freundinnen und erleben heute den letzten Tag ihrer Highschool-Zeit. Um an einer Elite-Uni studieren zu können, haben sie die gesamte Schulzeit für gute Noten gepaukt und auf das Party machen gänzlich verzichtet. Jetzt erfahren sie, dass aber auch die Mitschüler, die viel gefeiert haben, eine Zusage von einer Top-Universität erhalten haben. Am Tag vor ihrem Abschluss wollen es Molly und Amy noch mal richtig krachen lassen…

 

B (Wertung von A bis F) „Booksmart“ ist der erste Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin Olivia Wilde (TV-Serie: „House“, The Next Three Days, Rush, Meadowland, A Vigilante) Regie führt.

Olivia Wilde macht mit ihrem Film vieles richtig. Die beiden Mädchen Molly und Amy (gespielt von Jonah Hills kleiner Schwester Beanie Feldstein und Kaitlyn Dever) sind perfekt gecastet, die Chemie stimmt, sie sind sympathisch und ihre enge Bindung glaubwürdig. Bei zwei, relativ kurz aufeinander folgenden Szenen möchte ich die Regiearbeit (und Kamera) hervorheben. Sowohl bei der Poolszene als auch bei der Streitszene zeigt Olivia Wilde, ein Gespür fürs Inszenieren. Wenn man sich mit einer sehr wichtigen Person in seinem Leben in der Öffentlichkeit streitet, dann ist in dem Moment um einen herum alles egal. Heutzutage kann man es wohl auch nicht verhindern, dass man dabei dann noch gefilmt wird. Ein weiterer Pluspunkt des Films ist, wie selbstverständlich hier mit Homosexualität umgegangen wird. Selbst eine der Protagonistinnen (Amy) ist lesbisch, seit zwei Jahren geoutet und in eine Mitschülerin verliebt. 

Die größte Stärke dieser Highschool-Komödie sind zweifelsfrei die beiden Mädchen und ihre Freundschaft. Darüber kann man dann auch einige Ungereimtheiten vergessen (wieso ist es so schwer, die richtige Party zu finden, warum hat sie nicht die Telefonnummer von „Nick“ oder anderen Mitschülern im Handy gespeichert und fragt nach der Location, warum hat überhaupt nur eine der Mädchen ein Handy, usw.). Etwas irritiert hat mich auch, dass die Mädchen ausschließlich mit Amys Eltern und in ihrem Elternhaus zu sehen sind, gerade einen Tag vor dem Abschluss tauchen die Eltern ihrer besten Freundin nirgendwo auf. Kurzum, der Film funktioniert nicht durchweg, ist aber definitiv sehenswert.

Etwas auf die Nerven ging Billie Lourd (übrigens Tochter von Carrie Fisher), die hier die „Gigi“ spielt. Einen weiteren Spross eines Schauspielers haben wir hier mit Mason Gooding („Nick“), den Sohn von Cuba Gooding Jr. 

„Booksmart“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 24.05.19 in 2,505 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 14.11.19 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Art of Racing in the Rain„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Romanverfilmung und neuer Film von Simon Curtis.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Men in Black: International„

Bewertung des Trailers: D+

Kommentar: vierter Film der Reihe jetzt mit Chris Hemsworth, Tessa Thompson, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Child´s Play„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake/Reboot des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1988.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Shaft„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Fortsetzung zu John Singletons Film aus dem Jahr 2000, den ich seinerzeit sehr mochte. Der neue Film kommt wohl nur in den U.S.A. ins Kino.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: definitiv nicht im Kino


Trailer v. Film: „Late Night„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Komödie mit Emma Thompson und Mindy Kailing

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Where´d You Go, Bernadette„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer) 

Kommentar: Romanverfilmung und Richard Linklaters neuer Film mit Cate Blanchett in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Crawl„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer)

Kommentar: Alexandre Ajas neuer (Katastrophen-) Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Good Boys„

Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer)

Kommentar: Komödie mit Jacob Tremblay (den ich nicht erkannt habe) 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Berlin – Film: „Long Shot“

Ich war am 08.05.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Long Shot“ (dt. Filmtitel: „Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich“, dt. Kinostart: 20.06.19)  125 min   comedy 

dir. Jonathan Levine   cast: Charlize Theron, Seth Rogen, June Diane Raphael, Andy Serkis, O´Shea Jackson Jr., Bob Odenkirk, Alexander Skarsgard, Lisa Kudrow

 

Fred Flarsky (Seth Rogen) arbeitet als investigativer Journalist. Nachdem seine Zeitung jedoch von einem zwielichtigen Medienmogul (Andy Serkis) aufgekauft wurde, hat er gekündigt. Sein bester Freund (O´Shea Jackson Jr.) hilft ihm dabei, über den Tag zu kommen und geht mit ihm am Abend zu einer Benefizveranstaltung. Dort trifft er auf die amerikanische Außenministerin Charlotte Field (Charlize Theron). Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Beiden begegnen, Charlotte war sogar mal Freds Babysitterin…

 

B- (Wertung von A bis F) „Long Shot“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und  Filmemachers (The Wackness, 50/50, „Warm Bodies“, The Night Before) Jonathan Levine. 

Es ist bereits nicht leicht, sich Charlize Theron und Seth Rogen zusammen in einem Film vorzustellen. Bei „Long Shot“ kommt noch erschwerend dazu, dass die beiden ein Paar abgeben sollen. Charlize Theron ist dabei jedoch nicht auf „häßlich“ geschminkt, sondern sieht aus wie ein beneidenswert schöner Hollywoodstar und spielt hier – recht überzeugend – die US-Außenministerin mit Ambitionen auf das US-Präsidentenamt. Seth Rogen spielt einen Loser namens Fred Flarsky und sieht dabei aus wie Seth Rogen, bei dem die Klamotten, die er trägt, eindeutig darauf hindeuten, dass er gleich zum Zelten in der menschenfreien Natur aufbricht. Auf so eine Paarung können nur bekiffte Teenager oder Typen wie Seth Rogen kommen. 

Vielleicht hätte der Film als RomCom funktioniert, wenn er umgekehrt besetzt wäre. Seth Rogen als amerikanische Außenminister mit… (okay, allein das bekomme ich schon nicht in meinem Kopf zusammen) Nee, ich kann es drehen und wenden, wie ich will, aus den Beiden wird kein Paar.

Abgesehen von dem, nicht mal im Ansatz funktionierenden RomCom-Aspekt, dem  haarsträubend absurden Ende des Films und der Tatsache, dass man die eine oder andere Szene, bzw. gleich die letzten 20 Minuten, hätte streichen müssen, fand ich den Film sehenswert. Das klingt widersprüchlich, aber „Long Shot“ ist als Komödie und Politsatire über weite Strecken wirklich witzig, smart, hat einen guten Dialogwitz und ist voller Situationskomik. Bei zwei Szenen (eine im Flugzeug und eine nachts auf dem Flur) habe ich lauthals lachen müssen. 

Besonders kann Charlize Theron mit ihrem komödiantischen Timing und Talent punkten. June Diane Raphael, die die bissige Assistentin von Therons Charlotte Field spielt, sorgt für die lustigsten Momenten im Film. 

Etwas irritiert hat mich Andy Serkis, der hier einen umstrittenen Medienmogul à la Rupert Murdoch spielt und in seiner Maske aussieht, als hätten sie Caesar (aus Rise , Dawn und War for the Planet of the Apes) in ein menschliches Kostüm gesteckt. 

„Long Shot“ wurde erstmalig auf dem SXSW Filmfestival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival gewann der Film den Publikumspreis. Der Film ist am 03.05.19 in 3,230 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Long Shot – Unwahrscheinlich aber nicht unmöglich“ am 20.06.19 starten. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen:

VOD – Film: „A Vigilante“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo auf iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„A Vigilante“ (dt. Filmtitel: „Vigilante – Bis zum letzten Atemzug“, dt. DVD-Start war der 31.05.19)  92 min   thriller 

dir. Sarah Dagger-Nickson  cast: Olivia Wilde, Morgan Spector, Tonye Patano, Judy Marte, Betsy Aidem

 

Sadie (Olivia Wilde) hilft Frauen dabei, von ihren gewalttätigen Männern loszukommen. Dabei scheut sie nicht davor zurück, Gewalt anzuwenden. Sie hat einen unbändigen Hass auf Männer, die ihre Frauen und Kinder mißhandeln. Sadie war früher selbst ein Opfer häuslicher Gewalt, konnte jedoch fliehen und untertauchen. Eines Tages wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „A Vigilante“ ist das Spielfilmdebüt der australischen Autorin und Filmemacherin Sarah Dagger-Nickson. Für diesen Film hat sie auch das Drehbuch geschrieben. 

Der Film zeigt zum einen, wie hilflos manche Frauen ihren gewalttätigen Männern ausgeliefert sind und zeigt auf der anderen Seite eine Frau, die misshandelte Frauen dabei unterstützt, von diesen Männern für immer loszukommen. Man könnte soweit gehen, diesen Film als einen feministischer Thriller zu bezeichnen.  

„A Vigilante“ hat einen gelungener Charakteraufbau, irgendwann fiebert man mit der Protagonistin. Olivia Wilde spielt die, nach außen hin starke Frau, körperlich trainiert und  gewaltbereit. Am Ende des Tages ist sie aber allein und verzweifelt. Sie war selbst Opfer, konnte aber fliehen und hat sich zurück ins Leben gekämpft. Irgendwann wird sie aber von ihrer Vergangenheit eingeholt. Der Film nimmt einen emotional mit und ist ab einem gewissen Moment ungemein spannend. Die Anwendung direkter Gewalt erspart der Film dem Zuschauer beinahe völlig. Anhand der schweren Verletzungen kann man sich aber vorstellen, was geschehen ist. 

„A Vigilante“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2018 gezeigt. Über ein Jahr später ist der Film am 29.03.19 in den Vereinigten Staaten scheinbar nur auf VOD herausgebracht worden. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Vigilante – Bis zum letzten Atemzug“ seit dem 31.05.19 auf Blu-ray und DVD erhältlich.

Trailer zu sehen:

 

 

 

Berlin – Film: „Rocketman“

Ich war am 01.06.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Rocketman“ (dt. Kinostart war der 30.05.19)  121 min  musical, fantasy, biopic 

dir. Dexter Fletcher  cast: Taron Egerton, Jamie Bell, Richard Madden, Bryce Dallas Howard, Tate Donovan, Charlie Rowe 

 

Im Alter von ungefähr vierzig Jahren begibt sich Superstar Elton John (Taron Egerton) in eine Selbsthilfegruppe. Er berichtet von seinen zahlreichen Süchten und blickt dabei zurück auf sein Leben…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Rocketman“ ist ein Musical und Biopic über den englischen Musiker Elton John. Regie führt der englische Schauspieler und Filmemacher („Eddie the Eagle“) Dexter Fletcher. Nachdem der Regisseur Bryan Singer während der Dreharbeiten von „Bohemian Rhapsody“ gefeuert wurde, ist Dexter Fletcher für die letzten beiden Drehwochen für ihn eingesprungen. Aufgrund der Richtlinien der US-amerikanischen Regiegewerkschaft wurde jedoch Bryan Singer als offizieller Regisseur in den Credits des Films genannt. 

Gut, dass Bohemian Rhapsody ein weichgespülter, spießiger Familienfilm über die Rockband Queen und ihren Leadsänger Freddie Mercury ist, ist nicht Dexter Fletchers Schuld. Mit „Rocketman“ hat er einen Film für Erwachsene inszeniert, der dem porträtierten Ausnahmemusiker gerecht wird. Elton John liess ihm als ausführender Produzent dabei alle Freiheiten. 

Generell bin ich kein Musical-Fan, das biografische Werk über Elton John ist aber vordergründig genau das.

Meine leichte Anspannung löste sich aber bereits mit den ersten Tönen und Bildern von „Rocketman“. In der Anfangssequenz sieht man Elton John in einem glitzernd-schrillen orangefarbenen Outfit, wie er in die Entzugsklinik schreitet und in der Selbsthilfegruppe darüber erzählt, dass er Alkoholiker, drogen-, sex- und kaufsüchtig und noch dazu essgestört ist. Die Selbsthilfegruppe bildet die Rahmenhandlung des Films. Unter Einbindung seiner Songs (großartig die „Your Song“-Sequenz) erfahren wir – in einer Mixtur aus Realität und Fantasie – von Eltons Kindheit, seinen Anfängen, seinem Durchbruch und Erfolg als Musiker. Dabei immer auf der Suche nach Liebe, die er augenscheinlich weder von seiner Mutter noch von seinem Vater erhalten hat. Eine besondere Bindung hat er zu dem Songwriter Bernie Taupin (ein fantastischer Jamie Bell), mit dem Elton John über Jahrzehnte zusammenarbeitete. Bernie ist dann scheinbar auch der Mann, in den sich Elton das erste Mal richtig verliebt hat, die „Tiny Dancer“-Sequenz lässt daran kaum zweifeln. Kurz darauf platzt aber ein anderer Mann in Eltons Leben: John Reid (mit seltsamer Perücke, aber sonst sehr James Bond-mäßig: Richard Madden). Natürlich der falsche Mann, die unglückliche Liebe zu seinem Manager (und auch zeitweise dem Manager von Queen) stürzt Elton John immer mehr in den Kreislauf von Alkohol, Drogen, usw. Das wiederum führt dann zwangsläufig zum Absturz und einer eindrucksvollen „Rocketman“-Sequenz. Ich liebe die „Goodbye Yellow Brick Road“-Sequenz, die dann wieder zum Anfang des Films führt. Im Gesamten betrachtet ist der Film ein kreatives Künstlerporträt und dabei rund und stimmig. 

Hier haben wir nun die Oscar-Performance eines Schauspielers, der eine Musiklegende verkörpert. Taron Egerton ist Elton John, zwischendurch habe ich immer wieder vergessen, dass es doch gar nicht der junge Elton John selbst ist, den ich hier auf der Leinwand sehe. Taron Egerton singt hier selbst und das beeindruckend. Der Schauspieler trägt den Film und schafft es, dem Zuschauer das Wesen von Elton John nahe zu bringen und dabei zu berühren. Wenn Rami Malek diesen Film sieht, dürfte es ihm unangenehm sein, dass er für seine, mehr auf die Optik angelegte Darstellung von Freddie Mercury den Oscar gewann. 

„Rocketman“ ist gerade erst in den Kinos angelaufen, ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass er so erfolgreich Kasse macht wie „BoRap“, dafür hat die Band Queen und ihre Songs einfach eine viel breit gefächerte Fangemeinde. Schade. 

Zum Schluss werden Originalfotos eingeblendet und man sieht im direkten Vergleich, wie sehr sich die Schauspieler, Kostüm- und Maskenbildner Mühe gegeben haben, den Originalen möglichst nahe zu kommen.  

„Rocketman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Taron Egerton), Bester Nebendarsteller (Jamie Bell, Richard Madden), Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und beste Frisuren

„Rocketman“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. In Großbritannien ist der Film am 22.05.19 gestartet, in den Vereinigten Staaten am 31.05.19 in 3,610  Kinos. Der Film läuft seit dem 30.05.19 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in der OV gesehen. 

Teaser zu sehen:

 

 

Elton John & Taron Egerton singen gemeinsam „Tiny Dancer“ auf Elton Johns Oscar-Party 2019:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „O Beautiful Night„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: deutscher Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Dead Don´t Die„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OV)

Kommentar: Der neue Jim Jarmusch Film mit Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Yesterday„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der OV)

Kommentar: Der neue Danny Boyle Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „John Wick: Chapter 3 – Parabellum“

Ich war am 23.05.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„John Wick: Chapter 3 – Parabellum“ (dt. Filmtitel: „John Wick: Kapitel 3“, dt. Kinostart: 23.05.19)   125  min 

dir. Chad Stahelski  cast: Keanu Reeves, Halle Berry, Laurence Fishburne, Mark Dacascos, Anjelica Huston, Ian McShane, Lance Reddick

 

Nachdem der ehemalige Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves) gegen die wichtigste Regel des Hotel Continental verstossen hat, steht er auf der Abschussliste. Ihm bleibt noch eine Stunde, dann wird er offiziell zum „Excommunicado“ erklärt, was bedeutet, dass er von der internationalen Gemeinschaft der Auftragskiller ausgeschlossen wird, alle Privilegien verliert und weltweit gejagt wird. Darüberhinaus ist ein Kopfgeld in Höhe von 14 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt…

 

B+ (Wertung von A bis F) Wie bereits bei John Wick und John Wick: Chapter 2  führt auch in „John Wick: Chapter 3 – Parabellum“ der amerikanische Stuntman, Stunt-Choreograf und Filmemacher Chad Stahelski Regie. Die „John Wick“-Reihe erzählt eine Fortsetzungsgeschichte, die Ereignisse des dritten Kapitels enden direkt nach denen des zweiten Teils.

„Parabellum“ hätte man um gute zwanzig Minuten kürzen können, aber:  Immer wenn ein Anflug von Ermüdung aufkam, habe ich mich an den fantastischen Szenenbildern erfreut oder überlegt, aus welchem Grund man wohl jetzt noch mal in die Telefon- und Verwaltungszentrale dieses Auftragkiller-Netzwerkes schalten könnte. Ich liebe ja überhaupt die (Unter- bzw. Parallel-) Welt von John Wick, aber diese Zentrale mit ihrem Mitarbeiterstab ist einfach mega. „Parabellum“ bleibt mir als eine Aneinanderreihung von exzellent choreografierten Actionszenen in großartigen Locations in Erinnerung. Keanu Reeves ist ein toller Actionheld, insbesondere, wenn er nicht redet,  in seinem kugelsicheren Maßanzug schick aussieht und um sein Leben kämpft. Dabei kommen im  dritten Teil sämtliche Waffen (sogar ein Buch, Pferde und Hunde) zum Einsatz. Nach wenigen Minuten dieses Films weiß man bereits, warum der Film in Deutschland erst ab 18 Jahren freigegeben wurde. Der Film ist mit seiner grenzenloser Brutalität nichts für Kinder und auch ich musste mich bei der einen oder anderen Szenen mädchenhaft hinter meinem Schal verkriechen. 

Der Film setzt sich einige Male über die Gesetze der Logik hinweg, was während des Films nicht stört, weil die fantastischen Actionszenen die gesamte Aufmerksamkeit erfordern. Am Ende des Films bleiben dann aber einige Fragen offen, die vielleicht im Mai 2021 mit „John Wick: Chapter 4“ geklärt werden. 

„John Wick: Chapter 3 – Parabellum“ wurde am 17.05.19 in 3,850 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist am 23.05.19 unter dem Filmtitel „John Wick: Kapitel 3“ in den deutschen Kinos gestartet. Ich habe den Film in der OV gesehen. Meine Vorstellung war so gut wie ausverkauft, wobei das Publikum zu rund 90% aus Männern bestand. Etwas irritiert mich, dass der Film im Internet offiziell mit 132 Minuten angegeben wurde und auf meine direkte Nachfrage im CineStar im Berliner Sony Center aber dann nur eine Laufzeit von 125 Minuten hatte. 

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Dead Don´t Die„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OV)

Kommentar: Der neue Jim Jarmusch Film mit Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, u.a.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Annabelle Comes Home„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OV)

Kommentar: 3. Fortsetzung des Horrorfilms „Annabelle“ und Teil des The Conjuring Universe 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Stuber„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der OV)

Kommentar: Action-Komödie mit Dave Bautista und Kumail Nanjiani 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Brightburn„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OV)

Kommentar: Horrorfilm mit Elizabeth Banks

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich weiß nicht


Trailer v. Film: „Crawl„

Bewertung des Trailers: C+ (Trailer in der OV)

Kommentar: Alexandre Ajas neuer (Katastrophen-) Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Anna „

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der OV)

Kommentar: Luc Bessons neuer Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Godzilla: King of the Monsters„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der OV)

Kommentar: ganz anderer Trailer, als die, die ich bisher gesehen habe

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: trotzdem nichts für mich


Trailer v. Film: „Fast & Furious Presents: Hobbs & Shaw„

Bewertung des Trailers: B+ (Trailer in der OV)

Kommentar: Erster Spinn-off mit Dwayne Johnson, Jason Stratham, Idris Elba u.a., ich habe keinen der F & F-Filme gesehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ist von einem der Regisseure des ersten „John Wick“-Films, vielleicht doch

 

Berlin – Theater: „Panikherz“

Ich war am 9.5.19 in Berlin und habe mir folgendes Theaterstück angeschaut:

 

„Panikherz“  130 min  drama, adaption

dir. Oliver Reese   cast: Nico Holonics, Bettina Hoppe, Owen Peter Read, Carina Zichner

 

Der Pastorensohn, Benjamin von Stuckrad-Barre, arbeitet irgendwann als Redakteur für die TAZ, den Rolling Stone, dann folgt sein Debütroman „Soloalbum“. Ein großer Erfolg, weitere Bücher, Autorentätigkeiten und medienwirksame Auftritte folgen, gleichzeitig aber seine Alkohol- und Drogenabhängigkeit mit Abstürzen, Therapien uswusw…

 

A- (Wertung von A bis F) Das Theaterstück „Panikherz“ ist eine Adaption von Benjamin von Stuckrad-Barres gleichnamigen Autobiografie. Regie führt der Intendant des Berliner Ensembles Oliver Reese. 

Es gibt kein Hörbuch, dass ich mehr liebe und öfter gehört habe als „Panikherz“. Da war es dann schon selbstverständlich, dass ich mir irgendwann auch die Bühnenadaption – so wenig ich mir darunter auch etwas vorstellen konnte – im Berliner Ensemble anschaue. Es ist tatsächlich schwer zu beschreiben, wie zwei weibliche und zwei männliche Schauspieler durch die verschiedenen Lebensphasen (mit einem Hauptaugenmerk auf die Suchtjahre, in Form von Geltungssucht, Selbstsucht, Alkohol- und Drogen- und Ess- und Brechsucht) in Stuckrad-Barres Leben laufen. Bettina Hoppes Benjamin blickt zurück, Carina Zichner zeigt den hippeligen Teenager Benjamin, dem die Welt in der Provinz zu klein ist, Owen Peter Read spielt den jungen Journalisten Benjamin, der versucht, Fuß zu fassen und dann – als Vierter im Bunde – Nico Holonics als erfolgreiche Autor Benjamin, der ein selbstzerstörerisches Rockstar-Leben führt. Begleitet werden die Benjamins von einer Band und der Musik von Nirvana, Oasis, Rammstein und, klar, Udo Lindenberg. Im Nachhinein ist es nur logisch, dass dieses autobiografische Buch auf die Theaterbühne gehört, auch wenn hier nur rund 40 Seiten seines rund 600-seitigen Buches (Hörbuch: 16 Std., 39 Minuten) verwertet wurden. 

In meiner Aufführung waren überwiegend junge Leute, Schulklassen, so machte es den Anschein. Ich weiß nicht, ob das Buch Klassenlektüre war oder die Lehrer dieses Theaterstück zum Einstieg ausgesucht haben, um das Thema Sucht später im Unterricht zu behandeln. Die Kids waren aber augenscheinlich begeistert von Oliver Reeses schonungslosem Bühnenstück. 

Stuckrad-Barres Buch selbst ist natürlich auch eine Abrechnung mit seinem exzessiven Leben. Durch seine Sprachbegabung und seinen Sprachwitz und den zahlreichen Anekdoten, nicht nur über Udo Lindenberg, Harald Schmidt, Helmut Dietl, Bret Easton Ellis aber auch wahnsinnig unterhaltsam. Das Theaterstück kann ich definitiv empfehlen, noch mehr möchte ich aber jedem das, von Benjamin von Stuckrad-Barre selbst eingesprochene Hörbuch ans Herz legen.

„Panikherz“ wurde am 17.02.18 am Berliner Ensemble uraufgeführt. Bei der Aufführung, die ich mir angeschaut habe, hat Owen Peter Read den Part von Laurence Rupp übernommen. Nach einem sehr intensiven Monolog von Carina Zichner gab es Szenenapplaus. Am Ende wurde minutenlang applaudiert. Als dann auch noch – völlig überraschend – der Schriftsteller und Vorlagenlieferant Benjamin von Stuckrad-Barre die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr. Das Theaterstück „Panikherz“ wird von verschiedenen Regisseuren deutschlandweit aufgeführt. Auch im Berliner Ensemble wird es weitere Termine geben. 

https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/panikherz

 

Theaterstück „Panikherz“ im Berliner Ensemble (die Schauspieler Nico Holonics, Bettina Hoppe, Carina Zichner und Owen Peter Read, v.l.)

 

Theaterstück „Panikherz“ im Berliner Ensemble, Benjamin von Stuckrad-Barre taucht überraschend auf.

NYC – Theater: „Burn/This“

Ich war am 1.5.19 in New York und habe mir folgendes Theaterstück angeschaut:

 

„Burn/This“  150 min (1 intermission) drama, comedy, revival 

dir. Michael Mayer  cast: Adam Driver, Keri Russell, David Furr, Brandon Uranowitz 

 

In den 1980er Jahren in New York. Larry (Brandon Uranowitz) und Anna (Keri Russell) sind geschockt, dass ihr Mitbewohner Robbie so plötzlich bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Ein paar Wochen nach der Beerdigung taucht dann mitten in der Nacht Robbies älterer Bruder Pale (Adam Driver) in ihrem Loft auf. Eigentlich wollte Pale nur die Sachen seines verstorbenen Bruders abholen, irgendwie ergibt sich aus der ersten Begegnung zwischen Anna und Pale eine recht intensive Beziehung…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Burn/This“ ist ein Bühnenstück des amerikanischen Dramatikers Lanford Wilson. Bei der Aufführung aus dem Jahr 2019 hat der amerikanische Theater- („The Lion in Winter“, „Hedwig and the Angry Inch“) und Filmregisseur Michael Mayer („A Home at the End of the World“, „The Seagull“) Regie geführt. Für seine Inszenierung des Musicals „Spring Awakening“ hat er einen Tony gewonnen. Die amerikanische Schauspielerin Keri Russell hat mit diesem Theaterstück ihr Broadway-Debüt gegeben. 

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mir am Broadway ein Theaterstück (damals Jessica Chastain in The Heiress) angeschaut habe. Früher bin ich häufiger ins Theater gegangen, mittlerweile sind die Broadway-Karten für populäre Stücke aber geradezu unverschämt teuer. Schnell liegt man bei 120 Dollar, sitzt aber dafür nur im Rang. Nicht gerade der beste Platz, die Schauspieler aus nächster Nähe zu sehen und schwindelfrei muss man auch sein. Ich habe aber wieder Bühnenluft geschnuppert und gehe jetzt wohl wieder häufiger ins Theater. 

Anna (Keri Russell) und Larry (Brandon Uranowitz) sind immer noch mitgenommen von dem plötzlichen Unfalltod ihres Freundes und Mitbewohners als der, ihnen zunächst völlig unbekannte, aber dafür alkoholisierte und zugekokste Pale (Adam Driver) mitten in der Nacht in ihr Apartment poltert und sich lauthals über alles Mögliche aufregt. 

Als Adam Driver lautstark monologisierend die Bühne betrat, wurde natürlich applaudiert. Er zählt zu den Schauspielern, die Raum brauchen, sich ihrer Wirkung bewusst sind, und die durch ihre starke (Bühnen-) Präsenz quasi umgehend die Kontrolle über das Geschehen übernehmen. Als Zuschauer musste ich mich bei seinem intensiven und redeschwalligen Auftritt erst mal kurz daran erinnern, dass keiner gesagt hat, ich soll aufhören zu atmen. Adam Driver verschwindet in der Rolle des lauten, selbstsüchtigen und doch irgendwie  sexy Typen „Pale“. Es gibt einige Schauspieler, die ich gerne mal auf der Theaterbühne sehen will. Der amerikanische Schauspieler Adam Driver (Frances Ha, Lincoln, Inside Llewyn Davis, While We´re Young,“Star Wars: The Force Awakens“, Paterson, BlacKkKlansman), war einer von Ihnen. Besonders beeindruckte mich seine stimmliche und körperliche Ausdrucksstärke. 

„Burn/This“ ist ein dialogreiches Vier-Personenstück, ein Drama in dem es um den Verlust, die Liebe und die Suche nach der eigenen Identität und einer Bedeutung im Leben geht. Der Handlungsort ist ein Loft in Manhattan. Das Bühnenstück ist in den 1980er Jahren angesiedelt. Bereits vor Beginn wurde man durch einige Popsongs von u.a. Fleetwood Mac und Bruce Springsteens „I´m on Fire“ bereits musikalisch auf die Zeit eingestimmt. 

„Burn/This“ hat drei Nominierungen für den Theater-Oscar, den Tony, erhalten: Best Revival of a Play, Best Performance by an Actor in a Leading Role in a Play (Adam Driver), Best Performance by an Actor in a Featured Role in a Play (Brandon Uranowitz)

Das Theaterstück wurde am im Jahr 1987 uraufgeführt, seinerzeit noch Off-Broadway und mit Joan Allen und John Malkovich in den Hauptrollen. Joan Allen hat für ihre Performance den Tony gewonnen. Seither wurde das Stück bereits einige Male wiederaufgeführt, u.a. mit Edward Norton, Catherine Keener, Peter Sarsgaard und Elisabeth Shue in den Hauptrollen. 

Die jetzige Aufführung von „Burn/This“ ist jedoch die erste Broadway-Wiederaufführung und fand am 16.04.19 im Hudson Theatre am Broadway statt. Das Theaterstück unter der Regie von Michael Mayer ist dort noch bis zum 14.07.19 zu sehen. Karten kosten zwischen 59 USD und 250 USD + 30 USD Servicegebühren

Broadway Theaterstück „Burn/This“

 

 

 

Broadway-Theaterstück „Burn/This“ mit Brandon Uranowitz, Keri Russell, Adam Driver und David Furr (v. l.)

 

NYC – Film: „The Mustang“

Ich war am 02.05.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mustang“   96 min  drama

dir. Laure de Clermont-Tonnerre  cast: Matthias Schoenaerts, Jason Mitchell, Bruce Dern, Gideon Adlon, Connie Britton, Josh Stewart

 

Roman Coleman (Matthias Schoenaerts) wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt und sitzt seit mittlerweile zwölf Jahren im Gefängnis. Seine unbändige Wut hat er immer noch nicht unter Kontrolle, darum hat er bisher auch Maßnahmen zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft  abgelehnt. Nun bekommt er die Möglichkeit, bei einem speziellen Programm zur Resozialisierung von Straftätern teilzunehmen. Dabei sollen die Häftlinge wilde Pferde zähmen und trainieren, damit diese später auf eine Auktion versteigert werden können…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Mustang“ wurde von dem tatsächlichen Programm zur Resozialisierung von Straftätern in Carson City im amerikanischen Bundesstaat Nevada inspiriert. Bei diesem Programm lernen gewalttätige Häftlinge, sich auf die Wildpferde einzulassen, Geduld aufzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Dieses Programm gibt es derzeit noch in sechs amerikanischen Bundesstaaten. „The Mustang“ ist das Spielfilmdebüt der französischen Schauspielerin und Regisseurin (TV-Serie „The Act“) Laure de Clermont-Tonnerre. 

Es gibt nur wenige Schauspieler wie den Belgier Matthias Schoenaerts (Rust and Bone, The Drop, Far from the Madding Crowd, A Bigger Splash), die eine solche Präsenz, Intensität und zugleich Glaubwürdigkeit in ihren Rollen rüberbringen. Von diesem Kaliber fallen mir ad hoc Michael Shannon, Tom Hardy, Christian Bale und der von mir so verehrte und viel zu früh verstorbene Philip Seymour Hoffman ein. Alles Ausnahmetalente, die jeden Film aufwerten. Matthias Schoenaerts macht „The Mustang“ untrennbar zu seinem Film. Darüber kann man leicht übersehen, dass auch die Regiearbeit, insbesondere für ein Erstlingwerk, hervorragend ist. Insgesamt ist der Film definitiv ein lohnenswerter Indie, bei dem am Ende die Spannung nochmal richtig Fahrt aufnimmt. 

„The Mustang“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Im Jahr 2015 wurde die Autorenfilmerin und dieses Projekt von dem Sundance Institute auserwählt und unterstützend begleitet. Diese Unterstützung (NHK-Award) bekam bereits Benh Zeitlin für seinen, dann später für den Oscar nominierten Film Beasts of the Southern Wild. „The Mustang“ wurde am 15.03.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft dieser Film in 527 Kinos landesweit. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Echo in the Canyon„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Musik-Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Biggest Little Farm“

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Rocketman„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar: Biopic über Elton John mit Taron Egerton in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Shadow„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Neuer Film des chinesischen Filmemachers Zhang Yimou („Hero“)

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Dreamland“

Ich war am 29.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dreamland“  98 min  action, drama, thriller

dir. Miles Joris-Peyrafitte  cast: Margot Robbie, Finn Cole, Travis Fimmel, Kerry Condon, Garrett Hedlund, Darby Camp  voice: Lola Kirke

 

In den 1930er Jahren zieht in Texas ein heftiger Staubsturm auf. Der 17-jährige Eugene Evans (Finn Cole) lebt mit seiner Mutter (Kerry Condon), der jüngeren Stiefschwester (Darby Camp) und seinem Stiefvater (Travis Fimmel) auf einer Farm. Der Sturm vernichtete die Ernte und die Familie steht vor dem Ruin. Derweil fahndet die Polizei nach der jungen Bankräuberin Allison Wells (Margot Robbie). 10,000 Dollar Belohnung sind ausgesetzt. Geld, das Eugenes Familie gut gebrauchen könnte. Eines Tages entdeckt Eugene die hübsche, aber verletzte Bankräuberin in der Scheune der Evans-Familie…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Dreamland“ ist der zweite Film des noch recht jungen, amerikanischen Schauspielers („Gut“, „Valley of the Sasquatsch“), Autors und Filmemachers („As You Are“) Miles Joris-Peyrafitte.

Als Erzählerin (Lola Kirke) führt die Stiefschwester des damals 17-jährigen Eugene durch die Ereignisse, die sich vor rund zwanzig Jahren zugetragen haben. Eugenes größter Wunsch ist es, seinen Vater (der ihn und seine Mutter verlassen hatte, als er erst Fünf war) eines Tages wieder zu treffen. Mexiko ist das Sehnsuchtsland, denn da vermutet er seinen leiblichen Vater. Ansonsten passiert nicht viel in seinem Leben und dann entdeckte der Teenager diese bildhübsche, flüchtige  Bankräuberin. Das Ganze spielt zur Zeit der Weltwirtschaftskrise im rauen Texas. Western dieser Art werden heutzutage nur noch selten gedreht, um so schöner sich für 1 1/2 Stunden in so einer Welt wiederzufinden.„Dreamland“ ist ein Mix aus Coming-of-Age und „Bonnie and Clyde“-Story.  Miles Joris-Peyrafittes Inszenierung ist die eines großen Filmemachers: zurückhaltend, aber selbstbewusst und visionär. Finn Cole und Margot Robbie lassen einen vergessen, dass hier Schauspieler am Werk sind, aber auch alle anderen Schauspieler überzeugen.

„Dreamland“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2019 gezeigt. Dort lief der Film in der Sektion Feature Narrative. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Es war das zweite Screening des Films. Der sympathische, junge Filmemacher hat es sich aber nicht nehmen lassen, seinen Film anzukündigen. Sichtlich begeistert war er, dass sein neuer Film im großen Saal seines New Yorker Lieblingskinos (Village East Cinema) gezeigt wurde. Er bat uns sogar, für seine Mama ein Foto von uns, also dem Publikum seines zweiten Films in diesem Kino, knipsen zu dürfen. Putzig. 

Einen Trailer von dem Film gibt es bislang noch nicht, dafür aber ein Foto von dem Regisseur Miles Joris-Peyrafitte:

Tribeca Film Festival 2019, Film „Dreamland“ der Regisseur Miles Joris-Peyrafitte

„Dreamland“ hat bisher weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleiher gefunden. 

 

 :

NYC – Film: „Georgetown“

Ich war am 27.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Georgetown“   99 min  drama, thriller, biopic, adaptation  

dir. Christoph Waltz  cast: Christoph Waltz, Annette Bening, Vanessa Redgrave, Corey Hawkins

 

Der deutsche Hochstapler Ulrich Mott (Christoph Waltz) hat durch die Heirat, der um mehr als 40 Jahre älteren Elsa Brecht (Vanessa Redgrave) den Aufstieg in die bessere Gesellschaft Washingtons geschafft. Eines Tages ist die 91-jährige Dame tot und nicht nur ihre Tochter (Annette Bening) hat den Verdacht, dass Ulrich Mott sie getötet hat…

 

B (Wertung von A bis F) „Georgetown“ beruht auf Franklin Foers New York Times Artikel „The Worst Marriage in Georgetown“. Der Film wurde von Tatsachen inspiriert. Für diesen Film wurden die Namen geändert. Christoph Waltz hat bereits im Jahr 2000 bei dem deutschen Fernsehfilm „Wenn man sich traut“ Regie geführt, „Georgetown“ ist das amerikanische Regiedebüt des deutsch-österreichischen Schauspielers und zweifachen Oscar-Preisträgers Christoph Waltz („Inglourious Basterds, Django Unchained, Big Eyes). Etwas irritierend: im Abspann heißt es „directed by C. Waltz“. 

Zunächst einmal hat sich der Deutschösterreicher für sein amerikanisches Regiedebüt eine geeignete Geschichte ausgesucht, insbesondere wenn er dann auch selbst noch den exzentrischen, deutschen Hochstapler spielt. Diese Rolle ist maßgeschneidert, sie ist aber auch nicht in einem völlig anderen Spektrum angesiedelt, als die, für die er seine zwei Oscars gewonnen hat. 

In sechs Kapiteln wird der Werdegang des spleenigen, deutschen Gernegroß Albrecht Gero Muth im politischen Washington nacherzählt. Der Pulitzer-Preisträger David Auburn („Proof“) mag mit seinem Drehbuch die Geschichte etwas aufgepeppt haben, der New York Times Artikel drängt aber förmlich auf die Verfilmung dieser Story. „Georgetown“ ist ein solider Film, es bringt mich aber generell immer etwas raus, wenn – wie hier – beide deutschstämmigen Ehepartner, nicht mal im Streit in ihrer Muttersprache miteinander reden. Schauspielerisch überzeugt Christoph Waltz, Vanessa Redgrave ist brillant, Annette Bennings Rolle hätte, für meinen Geschmack, größer sein können. 

„Georgetown“ lief erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2019. Dort lief der Film in der Sektion Spotlight Narrative. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Es war das erste Screening des Films. Vor dem Film hat die Programmdirektorin des Tribeca Filmfestivals, Cara Cusumano, den Regisseur und Hauptdarsteller Christoph Waltz vorgestellt. Der hat sich dann aber kurz gehalten, eigentlich nur gesagt, dass der Film für sich selbst spricht. Bislang hat dieses Werk weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleiher gefunden. 

Bisher gibt es auch noch keinen Trailer.

Weltpremiere von "Georgtown", Tribeca Film Festival 2019, Christoph Waltz stellt sein Regiedebüt vor
Weltpremiere von „Georgtown“, Tribeca Film Festival 2019, Christoph Waltz stellt sein amerikanisches Regiedebüt vor

NYC – Film: „Something Else“

Ich war am 26.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Something Else“  83 min  drama, horror

dir. Jeremy Gardner, Christian Stella   cast: Jeremy Gardner, Brea Grant, Henry Zebrowski, Justin Benson, Ashley Song, Nicola Masciotra 

 

Abby (Brea Grant), die langjährige Freundin von Hank (Jeremy Gardner) ist plötzlich verschwunden. Er leidet schrecklich darunter und dann steht da scheinbar auch noch jede Nacht ein Monster vor seinem Haus… 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Something Else“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers („Tex Montana Will Survive!“; Psychopaths), Autors und Regisseurs („The Battery“) Jeremy Gardner. Die Regiearbeit teilt er sich hier erneut mit seinem besten Freund, dem Filmemacher Christian Stella. Jeremy Gardner spielt in diesem Film auch die Hauptrolle. 

Dieser Film nahm wirklich kein Ende, wie das Filme so an sich haben, die man grauenhaft findet. Die beiden Filmemacher treffen hier unzählige, nicht nachvollziehbare Regieentscheidungen. Angefangen von viel zu vielen Rückblenden. Auch mit einer abgespeckten Version dessen hätte man nachvollziehen können, dass Hank unter der Trennung von seiner Freundin leidet. Dann die Musik: Die hätte man kaum eindeutiger und aufdringlicher einsetzen können. Auch sind so gut wie alle Szenen einfach zu lang. Es gibt alleine eine 14-minütige Dialogszene. Nicht falsch verstehen, ich bin ein großer Freund von brillanten Dialogszenen, dies war aber leider keine davon. Dass sich Jeremy Gardner hier selbst als Hauptdarsteller besetzt hat, deutet auf Selbstüberschätzung hin. Mein „+“ für dieses Beziehungsdrama im Horrormantel gibt es für die einzig gute Szene am Ende des Films. Wobei die natürlich auch nicht überwältigend gut war, aber überraschend, ich war auf einmal wieder putzmunter und – vor allen Dingen – froh, dass dieser Film vorbei war. 

„Something Else“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2019 gezeigt. Dort lief der Film in der Sektion Midnight. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Es war das erste Screening. Die beiden, durchaus sympathischen Filmemacher, die komplette Besetzung und ein Großteil des Stabs (sprich: mit mir max. zehn zahlende Zuschauer) waren anwesend und haben sich nach dem Film den Fragen des „Publikums“ gestellt. Bislang hat dieser Film weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleiher gefunden. 

Ausschnitt zu sehen:

 

Tribeca Film Festival 2019 im Village East Cinema
Tribeca Film Festival 2019, Film "Something Else" anschließendes Q & A mit den beiden Filmemachern Jeremy Gardner, Christian Stella (mittig) und einem Teil der Besetzung und der Crew.
Tribeca Film Festival 2019, Film „Something Else“ anschließendes Q & A mit den beiden Filmemachern Jeremy Gardner, Christian Stella (mittig) und einem Teil der Besetzung und der Crew.

 

Tribeca Film Festival 2019, Film "Something Else" anschließendes Q & A mit den beiden Filmemachern Jeremy Gardner und Christian Stella
Tribeca Film Festival 2019, Film „Something Else“ anschließendes Q & A mit den beiden Filmemachern Jeremy Gardner (Mitte) und Christian Stella (rechts daneben)

NYC – Film: „Lost Transmissions“

Ich war am 28.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lost Transmissions“  105 min drama 

dir. Katharine O´Brien  cast: Simon Pegg, Juno Temple, Alexandra Daddario, Tao Okamoto, Bria Vinaite, Robert Schwartzman, Nana Ghana, Daisy Bishop  

 

Songwriterin Hannah (Juno Temple) lernt den talentierten Musikproduzenten Theo Ross (Simon Pegg) auf einer Party kennen. Die beiden freunden sich an und beginnen damit, zusammenzuarbeiten. Hannah realisiert bald, dass Theo psychisch krank ist. Bei ihm wurde eine Schizophrenie diagnostiziert. Da er befürchtet, dass die nötigen Medikamente seine Kreativität einschränken, weigert er sich, die Tabletten zu nehmen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Lost Transmissions“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Dies ist das Spielfilmdebüt der amerikanischen Autorin („The Automatic Hate“) und Filmemacherin Katherine O´Brien. 

Man muss es erst mal aushalten, zum hilflosen (Weg-)Begleiter eines psychisch Kranken zu werden. Genau das schafft Katherine O´Brien nämlich mit ihrem Charakterdrama. Als jemand, der selbst bereits ähnliche Erfahrungen im Freundeskreis machen musste, kann ich sagen, dass die Filmemacherin hier ein recht realistisches Bild dieser Situation zeichnet. Die vielen Nahaufnahmen vermitteln einem das Gefühl, quasi direkt an der Seite der Protagonisten zu stehen. Katherine O´Briens Inszenieriung ist sehr selbstbewusst, sie weiß genau, was sie wie erzählen will. Kaum zu glauben, dass dies ihr erster Spielfilm ist. 

Ab und zu hat mich Simon Pegg etwas rausgebracht. Nicht, dass ich ihm die Rolle des schizophrenen Musikproduzenten nicht abgenommen hätte. Es sind Mini-Momente, die seine Performance von einer überragenden unterscheiden. Juno Temple überzeugt, wie so häufig. Auch wenn sie (ähnlich wie Scoot McNairy) für mich keine erinnerungswerten Gesichtszüge hat und ich sicher das nächste Mal wieder nicht weiß, wer „diese Schauspielerin“ ist.

„Lost Transmissions“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2019 gezeigt. Dort lief der Film in der Sektion Spotlight Narrative. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Es war das erste Screening. Die Filmemacherin Katherine O´Brien, die Schauspieler Simon Pegg und Juno Temple, Jacob Loeb, Nana Ghana, Tao Okamoto, Daisy Bishop und der Filmproduzent Filip Jan Rymsza waren anwesend und haben sich nach dem Film einem Interview und den Fragen des Publikums gestellt. Bislang hat der Film weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleiher gefunden.

Bislang gibt es noch keinen Trailer. 

Tribeca Film Festival 2019, Film „Lost Transmissions“, Regisseurin Katherine O´Brien (zweite v. l.) und rechts daneben die Schauspieler Simon Pegg und Juno Temple, der Produzent Filip Jan Rymsza und ein Teil der Besetzung
Tribeca Film Festival 2019, Film „Lost Transmissions“, die Regisseurin Katharine O´Brien
Tribeca Film Festival 2019, Film „Lost Transmissions“, die beiden Hauptdarsteller Simon Pegg und Juno Temple

NYC – Film: „American Woman“

Ich war am 28.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„American Woman“   85 min  drama, adaptation 

dir. Semi Chellas  cast: Hong Chau, Sarah Gadon, Lola Kirke, John Gallagher Jr., Ellen Burstyn, David Cubitt

 

Die Linksextremistin Jenny (Hong Chau) ist seit ein paar Jahren untergetaucht und lebt ein relativ normales Leben. Einer ihrer früheren Kameraden hat jetzt einen Auftrag für sie. Das FBI fahndet nach drei ihrer Gesinnungsgenossen (John Gallagher Jr., Lola Kirke und Sarah Gadon), Jenny soll sich um diese radikale Zelle kümmern…  

 

C+ (Wertung von A bis F) „American Woman“ basiert auf Susan Chois gleichnamigen Roman. Es ist das Regiedebüt der kanadisch-amerikanischen Drehbuchautorin und Produzentin (TV-Serien „Mad Men“, „The Romanoffs“) Semi Chellas. Inspiriert wurde „American Woman“ von dem Entführungsfall der Millionenerbin Patty Hearst im Jahr 1974.

Handwerklich und auch schauspielerisch habe ich an dem Film gar nichts auszusetzen. Eine Story ist aber quasi nicht vorhanden. Wenn der Unterhaltungswert des Film nicht durch eine fundierte Geschichte gesichert ist, braucht man wenigstens eine faszinierende Filmfigur. Die gibt es hier tatsächlich, bedauerlicherweise ist die Protagonistin aber Jenny (gespielt von Hong Chau), von der man am Ende der Geschichte nicht wesentlich mehr weiß, als am Anfang.

Vielleicht hätte ich mir einfach auch lieber ein komplexes Psychodrama/ Biopic über Patty Hearst gewünscht. Im Jahr 1974 wurde Patty Hearst, die 19-jährige Enkeltochter des legendären US-amerikanischen Zeitungsverlegers und Medienmoguls William Randolph Hearst, von Linksradikalen verschleppt, in einen Schrank gesperrt, misshandelt und mit dem Tode bedroht. Patty Hearst lief dann aber trotzdem zu ihren Entführern, der terroristischen Guerilla-Gruppe (SLA), über. Sie beging sogar einen Banküberfall mit ihnen. Auch wenn Paul Schrader diese Geschichte in den 1980er Jahren bereits verfilmt hat, der bizarre Fall der Millionenerbin hat das Potenzial für eine weitere Verfilmung. In „American Woman“ kommt Patty Hearst auch vor (heißt hier Pauline und wird von Sarah Gadon gespielt), aber mehr am Rande, längst übergelaufen, hält sich zu Beginn des Films bereits mit zwei ihrer Komplizen (gespielt von John Gallagher r. und Lola Kirke) irgendwo in einem abgelegenen Haus auf. Dieser Film wird aus der Perspektive von Hong Chaus Charakter Jenny erzählt. „Jenny“ wurde vage inspiriert von Wendy Yoshimura, eine der Linksextremisten, die die letzten Monate vor ihrer Verhaftung mit Patty Hearst verbracht hat. Das gibt jetzt als Story nicht wahnsinnig viel her. Auch wenn die Filmmusik versucht, eine andere, eine wesentlich spannendere Geschichte zu erzählen. 

„American Woman“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2019 gezeigt. Der Film lief in der Sektion Spotlight Narrative. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Es war das erste Screening und die Filmemacherin Semi Chellas, die Schauspieler Hong Chau, Sarah Gadon, Lola Kirke und John Gallagher Jr. und Teile der Produktion waren anwesend und haben sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. Bislang hat der Film weder einen  amerikanischer noch ein deutschen Verleiher gefunden. 

Bislang gibt es noch keinen Trailer.

 

Tribeca Film Festival 2019, Film „American Woman“ die Schauspieler Lola Kirke, Sarah Gadon, Hong Chau, David Cubitt, die Filmemacherin Semi Chellas und der Schauspieler John Gallagher Jr. (v. l.)

 

Tribeca Film Festival 2019, Film „American Woman“, die Schauspieler Sarah Gadon und Hong Chau (v.l.)

NYC – Film: „Come to Daddy“

Ich war am 25.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Come to Daddy“   93 min  drama, comedy, thriller, horror 

dir. Ant Timpson  cast: Elijah Wood, Stephen McHattie, Martin Donovan, Michael Smiley, Madeleine Sami, Simon Chin 

 

Norval (Elijah Wood) hat einen Brief seines Vaters erhalten. Der hatte die Familie verlassen als er fünf Jahre alt war. Das liegt jetzt dreißig Jahre zurück und nun steht Norval seinem alten Herrn (Stephen McHattie) nach über dreißig Jahren gegenüber, in diesem sehr abgelegenen und schönen Haus an der Küste…

 

B- (Wertung von A bis F) „Come to Daddy“ ist das Regiedebüt des neuseeländischen Filmproduzenten Ant Timpson („The ABCs of Death“, „Housebound“, „The Greasy Strangler“).

Zunächst lässt sich der Film schwer in ein Genre allein pressen. Am Anfang mehr ein Zwei-Personen-Stück als Tragikomödie, irgendwann überschlagen sich die Ereignisse, dann geht es in Richtung Thriller und aufgrund seiner völlig überraschenden Brutalität findet der Film sogar im Horror-Genre ein Zuhause. Die Handlung war für mich nicht vorhersehbar. 

Vielleicht meiner Müdigkeit geschuldet, am Ende war ich mir nicht sicher, ob ich den Film cool oder überhaupt nicht gelungen fand – es war wohl irgendetwas dazwischen. Der Film kann leider nicht das halten, was er am Anfang verspricht. Gerade zu Beginn kann „Come to Daddy“ nämlich mit ein paar brillanten Szenen aufwarten (insbesondere ist eine, in der es um Elton John ging, haften geblieben). Die (witzigen) Dialoge mögen das beste im Film sein, auch konnten mich die Performances, insbesondere von dem tollen Stephen McHattie („A History of Violence“, Pontypool), aber sogar von Elijah Wood (auch wenn seine augenfeindliche Hipster-Frise etwas zu sehr ablenkt) überzeugen.

„Come to Daddy“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2019 gezeigt. Dort lief der Film in der Sektion Midnight. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Es war das 1. Screening des Films und die Produzenten, der Regisseur, die Hauptdarsteller (Elijah Wood und Stephen McHattie) und ein Teil der Crew waren anwesend und haben sich nach dem Film einem Interview und den Fragen des Publikums gestellt. Der Film hat bislang weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleih gefunden. 

Eine kurze Szene aus dem Film:

 

 

Tribeca Film Festival 2019, Film: "Come to Daddy" Filmemacher Ant Timpson und Teil der Besetzung und Crew in der anschließenden Q & A
Tribeca Film Festival 2019, Film: „Come to Daddy“ Filmemacher Ant Timpson und Teil der Besetzung und Crew in der anschließenden Q & A
Tribeca Film Festival 2019, Film: "Come to Daddy" Filmemacher Ant Timpson im anschließenden Q & A
Tribeca Film Festival 2019, Film: „Come to Daddy“ Filmemacher Ant Timpson im anschließenden Q & A
Tribeca Film Festival 2019, Film: "Come to Daddy" die beiden Schauspieler Elijah Wood, Stephen McHattie (v. r.)
Tribeca Film Festival 2019, Film: „Come to Daddy“ die beiden Schauspieler Elijah Wood, Stephen McHattie (v. r.)

Tribeca Film Festival 2019, Film: "Come to Daddy" die beiden Schauspieler Elijah Wood, Stephen McHattie (v. r.)

 

NYC – Film: „Missing Link“

Ich war am 26.04.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Missing Link“ (dt. Filmtitel: „Mister Link – ein fellig verrücktes Abenteuer, dt. Kinostart: 30.05.19)  95 min  animation

dir. Chris Butler  voices: Hugh Jackman, Zoe Saldana, Emma Thompson, Stephen Fry, Timothy Olyphant, Matt Lucas, Zach Galifianakis

 

Sir Lionel Frost (Hugh Jackman) ist ein, von seinem eigenen Ego getriebener Abenteurer. Gerne möchte er Mitglied des elitären Entdecker-Clubs werden. Die werten Herren sind aber nicht wirklich daran interessiert, Sir Frost in ihrer Mitte aufzunehmen. Zunächst soll er Beweise für die Existenz eines „Sasquatch“, also eines Vorfahren des Menschen, beibringen. Auf seiner Reise trifft er dann auch bald auf eine rostbraune fellige Kreatur mit riesigen Füßen (Zach Galifianakis). Sir Frost tauft ihn Mr. Link und der kann sogar sprechen… 

 

B (Wertung von A bis F) „Missing Link“ ist der neue Stop-Motion-Film des englisch-amerikanischen Storyboard-Artisten („Corpse Bride“, Coraline) Autors (Kubo and the Two Strings) und Regisseurs (ParaNorman) Chris Butler. Es ist der fünfte Film der Laika-Studios. 

Wenn zwei der fünf produzierten Filme eines Filmstudios („Coraline“ und „Kubo and the Two Strings“) in meiner persönlichen Top Ten eines Jahres landen, dann macht es, in meinen Augen, alles richtig und jeder neue Film kommt auf meine Must-See-Liste. 

Diesen Film hätte ich aber dennoch beinahe übersehen, der Trailer muss an mir vorbei gegangen sein, das Filmplakat sprach mich nicht an und auch wusste ich nichtmal, dass Laika einen neuen Film rausbringt. Na, ist ja nochmal gut gegangen.

„Missing Link“ mangelt es etwas an einer soliden Story und auch hat der Film ein paar unübersehbare Längen, dafür überzeugt er aber mit seinem Humor und Charme und einer detailreichen perfekten Animation. Man möchte förmlich den Film anhalten, um die Gestaltung der Szenenbilder (insbesondere bei den Szenen im Saloon und im Himalaya-Dorf) genauer zu betrachten. 

Der Film ist recht dialogreich, daher vielleicht eher etwas für Erwachsene. Die Kinder in meiner Vorstellung waren allesamt sehr unruhig. 

Stop-Motion ist eine sehr aufwendige Filmtechnik, für „Missing Link“ wurden allein über 100 Filmsets gebaut. Mir bricht es fast das Herz, wenn ich lese, dass die Laika-Filme nicht das nötige Geld einspielen. Wenig innovative computer-animierte Fortsetzungen von Animationsfilme (wie „The LEGO Movie 2“, bei dem ich tatsächlich vorzeitig das Kino verlassen hatte, weil er mir auf die Nerven ging) sind dagegen mördererfolgreich an der (amerikanischen) Kinokasse. 

„Missing Link“ ist am 12.04.19 in 3,413 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film am 30.05.19 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „UglyDolls„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer) 

Kommentar: Animationsfilm und Musical

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Abominable„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Dreamworks-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Toy Story 4„

Bewertung des Trailers: B+ (erster richtiger Trailer) 

Kommentar: PIXAR-Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Angry Birds Movie 2„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Pokémon Detective Pikachu„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Ernsthaft?

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Dora and the Lost City of God„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Abenteuerfilm für Kinder 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Addams Family„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: neuer Animationsfilm, der auf den gleichnamigen Comics basiert

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: jooaa 

TV-Serie: „After Life, 1. Staffel“

Ich habe mir folgende Netflix-Serie angeschaut:

 

„After Life, 1. Staffel“ (in D. seit dem 8.3.19 auf Netflix zu sehen)   6 x approx. 30 min  comedy, drama 

dir. Ricky Gervais  cast: Ricky Gervais, Tom Basden, Tony Way, Diane Morgan, Mandeep Dhilon, Ashley Jensen, David Bradley, Kerry Godliman, Penelope Wilton 

 

Seit dem Tod seiner geliebten Frau Lisa (Kerry Godliman) sieht Tony (Ricky Gervais) keinen Sinn mehr im Leben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er sich das Leben nimmt, aber erst mal muss er sich um seine Hündin Brandy kümmern. Dafür beschließt er, künftig einfach das zutun, wozu er Lust hat und auch nur noch das zu sagen, was ihm gerade einfällt und dabei keine Rücksicht mehr auf seine Mitmenschen zu nehmen. Was hat er schon zu verlieren? 

 

B+ (Wertung von A bis F) „After Life“ ist die neue Serie des englischen Stand-up-Comedian, Schauspielers („Night at the Museum“) Autors, Regisseurs („The Invention of Lying“) und Serienschöpfer („The Office“, „Extras“) Ricky Gervais. Ricky Gervais spielt in dieser Serie auch die Hauptrolle. 

Ich liebe Ricky Gervais. Mit seinem (trockenen, sehr schwarzen) Humor trifft er treffsicher genau mein Humorzentrum. Unvergessen natürlich seine provokanten Auftritte als viermaliger Golden-Globe-Gastgeber. Er ist gesegnet mit einer brillanten Beobachtungsgabe und dem Mut, Dinge (die andere denken) einfach auszusprechen. Das zeigt sich auch in seiner Serienfigur „Tony“. Dass diese Kurzserie nur sechs Episoden (von jeweils nicht mal 30 Minuten) beinhaltet, war mir zuvor nicht bewusst. Ich war – zugegebenermassen – etwas enttäuscht, dass sie so schnell zu Ende war. 

„After Life“ thematisiert Depressionen, aber auf eine sehr unterhaltsame und witzige Art. Der Protagonist Tony ist ein Mann, dessen langjährige große Liebe gestorben ist. Seither sieht er keinen Sinn mehr im Leben, betäubt seinen Schmerz mit Alkohol. Er würde sich wahrscheinlich selbst das Leben nehmen, wenn er sich nicht um seine Hündin und seinen, an Demenz erkrankten Vater kümmern müsste. Schließlich fasst er den Entschluss, künftig nur noch das zu tun, wozu er Lust hat, Höflichkeitsgeplänkel über Bord zu werfen und anderen Menschen immer geradeheraus seine Meinung zu sagen. Als trauernder Witwer wird ihm seine direkte Art sowieso keiner richtig übel nehmen. Das Ganze führt zu alltäglichen Situationen, die einfach unglaublich komisch sind. Begünstigt durch den Fakt, dass Tony als Redakteur einer kostenfreien Tageszeitung arbeitet und ständig mit Menschen konfrontiert wird, die unbedingt in der Zeitung stehen wollen. Es sind aber auch die kleinen Alltagssituationen, bei denen Tony auf seinen Postboten, seinen Therapeuten, seine nervige Bürokollegin usw. trifft, die mich herzhaft lachen ließen. 

Auch wenn ich es nicht bei jedem einzelnen Film oder jeder TV-Serie extra erwähne, bin ich generell der Meinung, dass man Film- und Fernsehprojekte ausschließlich in der Originalsprache (egal welche Sprache) konsumieren sollte. Bei „After Life“ sollte man nicht mal auf die Idee kommen, sich eine synchronisierte Fassung anzuschauen. Tipp: englische Untertitel. Zweiter Tipp: die gesamte Kurzserie zwei Mal schauen, bzw. wenn man gerade schlechte Laune hat, einfach eine Episode gucken.   

Zu einzelnen Episoden:

Episode 2: Ich liebe das Ende dieser Folge (unterstützt von Elton Johns „Rocket Man“)

Episode 4: Das Ende dieser Folge fand ich ungewöhnlich und sehr mutig.

 

Die Charaktere im Einzelnen:

Tony lebt in einer Kleinstadt und arbeitet für das lokale Anzeigenblatt The Tambury Gazette. Herausgeber der Zeitung ist sein Schwager Matt (gespielt von Tom Basden) Kürzlich ist Tonys geliebte Frau Lisa (in Rückblenden gespielt von Kerry Godliman) gestorben. Fünfundzwanzig Jahre waren sie verheiratet. Seit Lisa nicht mehr da, sieht er keinen Sinn mehr im Leben. Er ist depressiv, wenn er seine geliebte Hündin Brandy nicht füttern müsste, hätte er sich wahrscheinlich längst das Leben genommen. Er hat aber auch noch einen Vater (gespielt von David Bradley), der an Alzheimer erkrankt ist und in einem Pflegeheim lebt. Tony sieht nicht mehr länger einen Vorteil daran, anderen Menschen gegenüber rücksichtsvoll und höflich zu sein und hat beschlossen, jetzt immer genau das zu sagen, was er denkt. Gespielt wird Tony von dem britischen Allround-Talent Ricky Gervais. Als Autor, Regisseur, Hauptdarsteller, Serienschöpfer, für sein Stand-Up-Special und sein Golden-Globe-Programm wurde er insgesamt dreiundzwanzig Mal für den Emmy nominiert. Davon hat er drei Emmy-Trophäen (eine als Hauptdarsteller für seine TV-Serie „The Office“, eine als Hauptdarsteller für seine TV-Serie „Extras“ und eine für seine Comedy-Serie „The Office“) erhalten. 

Matt ist Herausgeber der lokalen Zeitung The Tambury Gazette. Einer kostenloses Zeitung, die sich durch Anzeigen finanziert. Matt ist der Schwager von Tony (gespielt von Ricky Gervais) und Bruder der verstorbenen Lisa. Gespielt wird Matt wird von dem englischen Comedian und Schauspieler Tom Basden. 

Anne hat ihren langjährigen Ehemann Stan verloren. Sie lernt Tony (gespielt von Ricky Gervais) auf dem Friedhof kennen. Gespielt wird Anne von der englischen Schauspielerin Penelope Wilton. Sie hat in vielen Spielfilmen (u.a. „Calendar Girls“, „Shaun of the Dead“, „Matchpoint“) mit und hatte auch eine größere Rolle in der britischen Erfolgsserie „Downton Abbey“. 

Ray ist der Vater von Tony (gespielt von Ricky Gervais). Ray ist an Demenz erkrankt und lebt in einem Pflegeheim. Ray wird von dem englischen Schauspieler David Bradley gespielt. Bekannt ist er sicherlich durch die „Harry Potter“-Filme und vielleicht durch die TV-Serie „Game of Thrones“, ich kannte ihn aus der TV-Serie Broadchurch und den Filmen „Hot Fuzz“ und Harry Brown.

„After Life“ steht seit dem 8.3.19 auf Netflix (weltweit) zur Verfügung. Mittlerweile wurde bekanntgegeben, dass es eine zweite Staffel der Serie geben wird. 

Trailer zu sehen: 

 

NYC – Film: „High Life“

Ich war am 2.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„High Life“ (dt. Kinostart: 30.05.19) 110 min  sci-fi, adventure, drama

dir. Claire Denis  cast: Robert Pattinson, Juliette Binoche, André Benjamin, Lars Eidinger, Mia Goth

 

Amerikanische Wissenschaftler nutzen Todeskandidaten als Versuchskaninchen. Monte (Robert Pattinson) und andere Strafgefangene sind auf einer Mission im Weltraum unterwegs. Den Strafgefangenen ist dabei nicht bewusst, dass gar nicht geplant ist, ihr Raumschiff zur Erde zurückzuholen…

 

B (Wertung von A bis F) „High Life“ ist der neue Film der französischen Autorin und Filmemacherin Claire Denis („Chocolat“, „Trouble Every Day“, „White Material“, „Let the Sunshine In“). Es ist der erste englischsprachige Film der fast 73-jährigen Französin. 

Rund ein halbes Jahr ist es her, dass ich den Film gesehen habe. Jetzt sind mir meine Notizen zu dem Film wieder in die Hände gefallen, der A24-Film ist mittlerweile in ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet und eine deutsche Kinoauswertung steht auch bevor. 

„High Life“ war für mich der erste Film, der bei den amerikanischen Cineasten unglaublich  beliebten, französischen Filmemacherin. Hatte zuvor einiges über diesen Film gehört und wollte mir ihn mir nicht entgehen lassen. Als der Festivalleiter des NYFF56, Kent Jones (der kürzlich sein Spielfilmdebüt mit Diane gab) die Filmemacherin angekündigt hat, ist das New Yorker Publikum komplett ausgeflippt. Unter tosendem Applaus kam Claire Denis auf die Bühne. Das perfekte Umfeld also, meinen ersten Denis-Film zu sehen. 

Diesen Film zu beschreiben oder dem Ganzen überhaupt einen Sinn abzugewinnen, halte ich für schwierig. „High Life“ ist definitiv kein herkömmlicher und vielleicht auch nicht leicht konsumierbarer Sci-Fi-Film. Im, an die Vorführung anschließenden, Q & A gab die Filmemacherin an, dass es sich bei ihrem neuen Film vordergründig um einen Familienfilm handelt. Gut, Robert Pattinsons Charakter und sein Baby nehmen einen großen Teil des Gezeigten in Anspruch, aber auf dem Raumschiff gibt es auch viele gewalttätige Kriminelle, einige Tote, eine durchgeknallte Wissenschaftlerin, Samenraub und dann gibt es noch eine wilde (und exzellent fotografierte) Sexszene in dieser Fuck-Box – Familie kam mir da erst mal weniger in den Sinn. Von dem Erzählerischem sollte sich vielleicht jeder ein eigenes Bild machen. Gestalterisch weiß der Film in jedem Fall zu beeindrucken. Ein ungewöhnlicher Film, vielleicht sollte ich ihn mir noch mal anschauen. Definitiv macht er mich neugierig auf die anderen Werke der Französin. 

Das (übrigens tolle) Filmbaby ist, so berichtete Robert Pattinson, die Tochter seines besten Freundes. 

„High Life“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der A24-ist am 05.04.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit heute läuft er in 146 Kinos landesweit. In Deutschland soll der Film am 30.05.19 ins Kino kommen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Im Anschluss an den Film standen die Regisseurin Claire Denis und ihr Hauptdarsteller Robert Pattinson den zahlreichen Fragen des Publikums zur Verfügung. 

Trailer zu sehen:

 

 

NYFF56, Film „High Life“ Q & A mit Robert Pattinson, Filmemacherin Claire Denis und Festivalleiter Kent Jones. (v.l.)

 

VOD – Film: „Diane“

Folgenden Film habe ich mir als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Diane“  96 min  drama 

dir. Kent Jones  cast: Mary Kay Place, Jake Lacy, Deirdre O´Connell, Glynnis O´Connor, Joyce Van Patten 

 

Diane (Mary Kay Place) ist immer für andere da. Bei ihrem eigenen Sohn (Jake Lacy) kommt sie jedoch an ihre Belastungsgrenze… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Diane“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Filmkritikers (Film Comment), Dokumentarfilmers („A Letter to Elia“, „Hitchcock/Truffaut“) und Direktor des New York Film Festivals Kent Jones. 

„Wow“ war das, was mir rausrutschte, als der Film endete. Und dann habe ich ihn mir gleich ein zweites Mal angeschaut. 

Ich kann mich noch erinnern, dass ich mir „Diane“ auf dem Tribeca Filmfestival anschauen wollte. Hauptsächlich weil ich neugierig auf das Spielfilmdebüt des sympathischen Festivalleiters des New York Film Festivals war. Es kam aber irgendwas dazwischen und dann ärgerte ich mich erst richtig, als der Filme am Ende des Filmfestivals ein paar Preise (darunter: Bester Spielfilm) absahnte. Das ist jetzt über ein Jahr her, mittlerweile ist der Film im amerikanischen Kino und gleichzeitig auf VOD gestartet und Mary Kay Place ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. 

„Diane“ ist eine Charakterstudie über eine Frau, die ihr Leben darauf ausgerichtet hat, anderen Menschen zu helfen. Am Ende des Tages ist sie jedoch allein, vor allen Dingen mit ihren Sorgen und ihrem Ärger um ihren erwachsenen Sohn. Die komplexe Beziehung zu ihrem einzigen Kind belastet Diane, sie schwankt immer zwischen Hoffnung, Wut und Verzweiflung. Man muss nicht in einer ähnlichen Situation stecken, um Dianes Gefühle nachvollziehen zu können. Ihr Schmerz transportiert sich auf den Zuschauer. Der Film ist aber noch weit mehr, letztlich ist es ein Film über das Leben und was am Ende davon übrig bleibt. Wenn man das Glück hat, relativ gesund, alt zu werden, kommt zwangsläufig irgendwann die Zeit, in der viele seiner Lieben sterben und was bleibt dann? „Diane“ ist auch ein Film über Erinnerungen. Was waren einschlägige Erlebnisse im Leben, welche Begebenheiten bleiben präsent? Belasten einen Schuldgefühle, weil man etwas getan oder vielleicht nicht getan hat? War das Leben nicht viel einfacher als man jung war? Wie hat man sich als Person seit der Jugend weiterentwickelt? Täuscht einen vielleicht irgendwann die Erinnerung und was geht einem im Moment des Todes durch den Kopf? 

Die Amerikanerin Mary Kay Place (The Big Chill, „Being John Malkovich“, State Like Sleep) ist einer dieser typischen Nebendarstellerinnen, die ich nie bewusst wahrgenommen habe. In „Diane“ spielt die 71-Jährige ihre erste Hauptrolle und überzeugt gleich auf ganzer Linie. Besonders gut hat mir hier auch Jake Lacy (Miss Sloane) gefallen. 

Die Erzählstruktur des Films ist mitunter etwas verwirrend. vielleicht angelehnt an den Erinnerungen am Ende eines Lebens. Bei meiner ersten Sichtung des Films dachte ich, eine reine Charakterstudie zu sehen. Am Ende stand – wie gesagt – das „Wow“ und eine weitere (dieses Mal sehr tränenreiche) Sichtung später bewirbt sich der Film um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019. 

„Diane“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Mary Kay Place) und in der Nebenrolle 

„Diane“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde der Film dann auch mit drei Preisen (Bester Film, Beste Kamera und Bestes Drehbuch) ausgezeichnet. „Diane“ ist am 29.03.19 in drei amerikanischen Kinos und zeitgleich auf VOD gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 63 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen: 

 

VOD – Film: „The Hole in the Ground“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„The Hole in the Ground“ 91 min  thriller, horror 

dir. Lee Cronin  cast: Seána Kerslake, James Quinn Markey, James Cosmo, Simone Kirby, Steve Wall, Kati Outinen 

 

Sarah (Seána Kerslake) zieht mit ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey) aufs Land. In der Nähe ihres Hauses am Waldrand befindet sich ein riesiger Krater. Eines Nachts hört Sarah laute Geräusche, ihr Sohn ist verschwunden. Dann taucht er jedoch wieder auf und seither bemerkt Sarah immer mehr Veränderungen im Verhalten ihres Sohnes. Irgendwann glaubt sie, dass der Junge nicht ihr Sohn ist…

 

B (Wertung von A bis F) „The Hole in the Ground“ ist das Langfilm-Debüt des irischen Autors und Filmemachers Lee Cronin („Ghost Train“). 

Das Erstlingswerk eines vielleicht nächsten großen Filmemachers zu sehen, ist für mich generell Grund genug, möglichst viele Regiedebüts zu schauen. Zu Beginn der Filmkarriere eines Regisseurs hat dieser meist nur ein geringes Produktionsbudget zur Verfügung und muss entsprechend mit seiner/ihrer Vision punkten. Ob jemand Talent hat, sieht man schnell. Lee Cronin hat ein Gespür für das künstlerische Gestalten und das Erzählen, das kann man bereits den ersten Einstellungen aus der Vogelperspektive und der Farbgebung der Szenerie entnehmen. Meine Neugierde auf diesen Film war damit geweckt, und das, noch bevor der Filmtitel eingeblendet wurde. Bei dem Film mochte ich besonders die düstere, aber klare auf das Wesentliche reduzierte Bildsprache. Etwas rummäkeln muss ich aber, der Film hätte mir der Schwarzblende enden müssen. Es folgen noch ein paar Szenen im Anschluss, die aber unnötig sind. 

„The Hole in the Ground“ erfindet den Horrorfilm sicherlich nicht neu, ich würde ihn als einen dieser neuen Indie-Kunsthorrorfilme bezeichnen. Den Grusel zieht dieser Film aus seiner atmosphärischen Inszenierung und der Ungewissheit, was hier nun eigentlich genau vor sich geht. Das Geschehen muss man für sich selbst interpretieren, es ist kein Film, der am Ende eindeutige Erklärungen liefert. 

Die Hauptdarstellerin Seána Kerslake empfand ich als sehr ausdrucksstark. 

„The Hole in the Ground“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film wurde am 1.3.19 in 24 ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet und zeitgleich auf VOD herausgebracht. Für Deutschland ist ein Kinostart am 02.05.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

 

TV-Serie: „Sharp Objects“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„Sharp Objects“ (in D. seit dem 31.08.18 episodenweise über VOD-Portale zu sehen, ab dem 26.10.18 die komplette Miniserie)  8 x approx. 55 min  drama, crime 

dir. Jean-Marc Vallée  cast: Amy Adams, Patricia Clarkson, Chris Messina, Elizabeth Perkins, Eliza Scanlen, Miguel Sandoval

 

Camille Preaker (Amy Adams) lebt in St. Louis, Missouri. Sie arbeitet als Zeitungsreporterin und wurde erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen. Camille ist alkoholkrank und leidet unter einem suchtartigen Ritzverhalten. Der Grund dafür dürfte in ihrer Kindheit liegen. Jetzt kehrt sie erstmalig nach längerer Zeit in ihre Heimatstadt Wind Gap, Missouri zurück. Ihr Chefredakteur (Miguel Sandoval) hat sie beauftragt, eine Story über einen Mordfall in ihrer alten Heimat zu schreiben. Im letzten Sommer wurde in der Kleinstadt ein 13-jähriges Mädchen getötet. Jetzt wird eine 14-Jährige vermisst. Camille hat den Auftrag nur widerwillig angenommen. Zu ihrer Mutter Adora (Patricia Clarkson), einer wohlhabenden Unternehmerin in dem Kaff, hat sie nicht gerade ein herzliches Verhältnis. Dafür bekommt sie jedoch die Gelegenheit, ihre 13-jährige Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) näher kennenzulernen… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Sharp Objects“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gillian Flynn („Gone Girl“). Dies war der Debütroman der Bestsellerautorin. Serienschöpferin ist die amerikanische Drehbuchautorin und Fernsehproduzentin Marti Noxon („Buffy the Vampire Slayer“, „UnREAL“). Bei allen Episoden dieses Mehrteiler hat der kanadische Filmemacher Jean-Marc Vallée (Dallas Buyers Club, Wild, TV-Serie „Big Little Lies“) Regie geführt. 

 „Sharp Objects“ ist eine atmosphärische Südstaaten-Serie, bei der ich mir, aufgrund der Talente, die an diesem Projekt beteiligt sind, wesentlich mehr versprochen habe. 

Um eines gleich vorweg zu nehmen, hier war mir, im Gegensatz zu Gillian Flynns „Gone Girl“, die Romanvorlage nicht bekannt. Dieser achtteilige Mehrteiler wirkt gestreckt, stellenweise sehr zäh und lebt von Rückblenden. Die Geschichte hätte man auch in der Hälfte der Zeit erzählen können. „Sharp Objects“ würde ich als Charakterdrama definieren, bei dem die Mordermittlungen den Handlungsrahmen bilden. Ähnlich wie bei der Mini-Serie Patrick Melrose, die ich kürzlich sah, fehlt mir auch hier ein Sympathieträger. In diesem fiktiven Südstaaten-Kaff scheinen sich die Leute auch fürchterlich zu langweilen, mit ihrem Leben nicht klarzukommen und dann auf dumme Gedanken zu kommen. Durch die Bank sind alle Frauencharaktere mindestens psychisch angeschlagen, wenn nicht sogar krank, schlucken Hochprozentiges, nehmen Drogen und auch ist für die eine oder andere Lady aus Wind Gap das Thema Sex belastend kompliziert.

Manchmal wirkt das Gezeigte wie aus einem anderen Jahrzehnt. Vielleicht ist man schon übersensibilisiert, aber die schwarze Haushälterin die bei der wohlhabenden, weißen Dame in dem stattlichen Herrenhaus arbeitet, wirkt in der heutigen Zeit deplatziert. Dann in Episode 5 („Closer“) diese eigenartige Tradition des Calhoun Days, einem Südstaaten-Feiertag (der in der Realität nicht existiert) mit einem, für heutige Verhältnisse thematisch haarsträubenden Theaterstück im Zentrum. Aber auch sonst könnte der Mehrteiler manchmal in einem anderen Jahrzehnt angesiedelt sein, wenn man die drei Mädchen nimmt, die permanent auf Rollschuhen (nicht Rollerblades bzw. Inliners) fahren oder die, nicht nur anlässlich dieser seltsamen Feierlichkeit, manchmal aus der Zeit gefallenen Garderobe.

Es gibt natürlich bei jeder Serie immer etwas was einem gefällt. Hier konnte mich die Erzählung nicht wirklich überzeugen, dafür aber die atmosphärische Inszenierung. Ich hatte irgendwann förmlich das Gefühl, jeden Winkel dieses fiktiven Kaffs Wind Gap zu kennen, die Wärme zu spüren, den Whiskey zu riechen. Adoras herrschaftliches Anwesen entspricht ziemlich genau meiner Vorstellung von einer perfekten Südstaaten-Residenz. Als das Herrenhaus in den letzten beiden Episoden („Falling“ und „Milk“) auch noch traumhaft ausgeleuchtet wurde, verspürte ich direkt das Bedürfnis, meinen Koffer zu packen und durch die amerikanischen Südstaaten zu reisen. Auch wenn ich dabei dieses pittoreske, viktorianische Herrenhaus vergeblich suchen würde, steht es doch, so habe ich herausgefunden, in Redwood Valley, Kalifornien. Selbstverständlich mochte ich auch die Besetzung. Es ist nicht selbstverständlich, dass sich enge Familienangehörige in Filmen und Serien optisch ähneln. Patricia Clarkson und Amy Adams und Eliza Scanlen könnten tatsächlich verwandt sein, auch passt Sophia Lillis als Teenager-Ausgabe von Amy Adams Charakter Camille perfekt. 

Im Verlauf der Geschichte gibt es einige Tatverdächtige, was die gänzliche Auflösung der Kriminalfälle angeht, muss man sich tatsächlich gedulden bis der Abspann der finalen Episode („Milk“) zu Ende ist. Und daraus könnte man dann natürlich weitere Geschichten spinnen.

Für die acht Episoden der Serie gibt es keine eigene Filmmusik, hier handelt es sich um einen diegetischen Soundtrack, Es gibt über 150 Musikstücke, die passend zu den Charakteren gewählt wurden. Es soll vermittelt werden, als hätten sie die Musik selbst ausgewählt und auf den CD-Playern, iPods, Plattenspielern, Kassettenrekordern, etc. abgespielt.

Lieblingsszene: keine spezielle, aber ich mochte alle Szenen zwischen Amy Adams Camille und Chris Messinas Detective Richard Willis, aber auch die Szenen mit Camille und John Keene (gespielt von Taylor John Smith) 

Lieblingsfolge: keine 

Für mich blieben am Ende ein paar Fragen offen (SPOILER-Warnung, auch wenn ich mich sehr vage halte: 

  • Camille ist auch auf dem Rücken geritzt, wie soll sie sich diese Verletzungen selbst beigebracht haben?
  • Wer ist Camilles Vater? (ihr Chefredakteur ist eine Art Vaterfigur und auch hier fehlt mir etwas Erklärung, wie sich das entwickelt hat) 
  • Was ist das eigentliche Motiv des Mörders (siehe hierzu unbedingt den Abspann der finalen Episode) 
  • Es gibt hier einen Mann (den ich nicht näher benennen möchte), der etwas wissen muss, aber was genau? Was genau spielt er für eine Rolle in den Kriminalfällen?

SPOILER-Warnung zu Ende

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Camille ist in Wind Gap geboren und aufgewachsen. Sie ist die Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson), Camilles Vater ist (dem Zuschauer) nicht bekannt. Sie hat mit Alan (gespielt von Henry Czerny) einen Stiefvater und mit Amma (gespielt von Eliza Scanlen) eine 13-jährige Halbschwester. Ihre andere jüngere Halbschwester, Marian, ist gestorben, als Camille selbst noch ein Teenager war. Camille leidet unter ihre kaltherzigen Mutter und hat kaum Kontakt zu ihr. Heute arbeitet Camille als Kriminalreporterin in St. Louis, ihr Chefredakteur schickt sie in ihre Heimatstadt, um einen Artikel über einen Mordfall an einer Teenagerin und das Verschwinden einer weiteren Teenagerin in Wind Gap zu schreiben. Camille ist alkoholkrank und ihr Körper ist übersäht von Narben, die sie sich durchs Ritzen selbst beigebracht hat. Der Grund für ihr Verhalten liegt in ihrer Kindheit. Sie war deswegen auch bereits in der Psychiatrie. Gespielt wird Camille von der wunderbaren amerikanischen Schauspielerin Amy Adams. Ihr Spielfilmdebüt gab die sympathische Schauspielerin im Jahr 1999 in dem Film „Drop Dead Gorgeous“. Allgemein bekannt wurde sie durch die Disney-Musical-RomCom „Enchanted“. Neulich habe ich sie erst wieder mal neben Leonardo DiCaprio in Spielbergs „Catch Me If You Can“ gesehen. Für „Junebug“, Doubt, The Fighter, The Master und American Hustle hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre Performance in „Sharp Objects“ ist sie für eine Emmy-Nominierung im nächsten Jahr (2019) im Gespräch. 

Adora ist die Mutter von Camille (gespielt von Amy Adams). Die beiden haben kein gutes Verhältnis. Sie ist eine angesehene Unternehmerin in Wind Gap und sehr wohlhabend. Adora ist mit Alan (gespielt von Henry Czerny) verheiratet, sie haben zusammen die 13-Jährige Amma (gespielt von Eliza Scanlen) und auch die verstorbene Marian war ihre gemeinsame Tochter. Gespielt wird Adora von der amerikanischen Schauspielerin Patricia Clarkson. Ihr Spielfilmdebüt gab sie in Brian De Palmas „The Untouchables“. Seither hat sie in unzähligen Spielfilmen („The Green Mile“, „Far from Heaven“, „The Station Agent“, „Good Night, and Good Luck“) mitgespielt. Außerdem hat sie in einigen TV-Formaten („Murder One“, „Frasier“) mitgewirkt. Für ihre Performance in „Pieces of April“ wurde sie für den Oscar nominiert, einen Emmy hat sie für ihre Gastrolle in der TV-Serie „Six Feet Under“ gewonnen. Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „The Elephant Man“ erhalten. 

Amma ist die 13-jährige Halbschwester von Camille (gespielt von Amy Adams) und Tochter von Adora (gespielt von Patricia Clarkson). Sie gibt ihrer Mutter gegenüber vor, die anständige, brave Tochter zu sein, kleidet und gibt sich jedoch außerhalb des Hauses ganz anders. Sie hängt ständig mit ihren beiden Freundinnen Kelsey und Jodes (gespielt von den Geschwistern Violet Brinson und April Brinson) rum, meist ist das Dreiergespann auf Rollschuhen unterwegs. Amma wird von der australischen Schauspielerin Eliza Scanlan gespielt. Sie hatte in einer australischen Soap Opera mitgespielt, „Sharp Objects“ ist aber ihr erster Auftritt in einer amerikanischen Produktion. 

Detective Richard Willis unterstützt den örtlichen Polizeichef von Wind Gap, Bill Vickery (gespielt von Matt Craven) bei der Aufklärung des Mordes an der 13-jährigen Teenagerin. Richard kommt aus Kansas City und von Camille (gespielt von Amy Adams) erhofft er sich paar Insider-Informationen über die Kleinstadt und ihre Bewohner. Richard ist für mich der einzige in der Serie mit dem man sich als Zuschauer irgendwo identifizieren kann. Gespielt wird Richard Willis von dem amerikanischen Schauspieler Chris Messina. Er ist aus zahlreichen TV-Serien („Six Feet Under“, „Damages“, „The Newsroom“und Filmen (Ruby Sparks, Argo, Live by Night) bekannt. Amy Adams und Chris Messina haben bereits in Julie & Julia miteinander vor der Kamera gestanden.

„Sharp Objects“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen (allerdings – aufgrund der späten Ausstrahlung im Juli/August 2018 – erst für das kommende Jahr (2019), darunter Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson, Eliza Scanlen) Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „Sharp Objects“ für 8 Emmys nominiert (darunter Limited Series, Lead Actress in a Limited Series (Amy Adams), Supporting Actress in a Limited Series (Patricia Clarkson)  Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

„Sharp Objects“ wurde v. 8.7.18 – 26.8.18 erstmalig auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland wurde der Mehrteiler parallel zur US-Austrahlung bei Sky zur Verfügung gestellt. Seit dem 31.08.18 ist „Sharp Objects“ episodenweise und im Wochenrhythmus bei folgenden Anbietern als digitaler Download, wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, verfügbar: Amazon, Deutsche Telekom, Google Play, iTunes, Maxdome, Sony Playstation und Xbox. Die komplette Miniserie wird am 26. Oktober 2018 verfügbar sein.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen: