Berlin – Film: „You Were Never Really Here“

Ich war am 13.03.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„You Were Never Really Here“ (dt. Filmtitel: „A Beautiful Day“, dt. Kinostart: 26.04.18)  90 min thriller, drama, adaptation 

dir. Lynne Ramsay  cast: Joaquin Phoenix, Ekaterina Samsonov, Alex Manette, John Doman, Judith Roberts, Alessandro Nivola

 

Der Ex-Soldat und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) ist vom Leben gezeichnet. Seine Lebensaufgabe sieht er mittlerweile darin, verschleppte Kinder aus Händen von Sexhändlern zu befreien. Dabei scheut er nicht vor Gewalt zurück. Bei seinem neuen Auftrag soll er die entführte minderjährige Tochter des New Yorker Senators Votto (Alex Manette) retten. Aufgrund der bevorstehenden Wahlen will der Senator die Polizei nicht einschalten. Joe ahnt noch nicht, wie gefährlich dieser neue Auftrag ist…

 

A- (Wertung von A bis F) „You Were Never Really Here“ liegt Jonathan Ames´gleichnamigem, nur 99 Seiten langer Roman zugrunde. Dies ist der erste U.S.-amerikanische Film der schottischen Autorin und Filmemacherin Lynne Ramsay (We Need to Talk About Kevin). 

Der Film ist ein Rachethriller, aber noch mehr ein ruhig erzähltes, nüchternes Porträt eines gebrochenen Mannes. Sein Körper ist mit Narben übersät und wenn ihm wieder alles zu viel wird, er schreckliche Bilder der gesehenen oder erlebten Gewalt ausblenden will, nimmt er Tabletten oder zieht sich eine Plastiktüte über den Kopf, bis er fast erstickt. Joe ist ein Mann mit Problemen, man fragt sich, was ihn überhaupt am Leben hält. Wenn er aber für einen Auftrag ein minderjähriges Entführungsopfer befreien soll, ist er hochkonzentriert und kämpft präzise bis er am Ziel ist. Sein Beweggrund gerade solche Aufträge anzunehmen, ist dabei nicht das Geld, sondern eher seine eigene traumatische Kindheit. Letztlich hat ihn diese Kindheit geprägt, ihn zugleich stark und verletzlich gemacht. Als die Regisseurin Ames´Kurzgeschichte für ihr Drehbuch adaptierte, hatte sie keinen anderen Schauspieler als Joaquin Phoenix für die Hauptrolle im Sinn. Es ist eines dieser Rollen, bei denen das Ausnahmetalent mit seinem Filmcharakter eins wird. Partout unvorstellbar, einen anderen Schauspieler in dieser Rolle zu sehen. 

Weiblichen Regisseuren wird gerne unterstellt, keine krassen, brutalen Filme auf die Beine stellen zu können. Lynne Ramsey dürfte das Gegenteil beweisen. Mit diesem Film ist ihr eine außergewöhnliche Inszenierung gelungen. Wahrscheinlich ist es ihrem weiblichen Einfühlungsvermögen zu verdanken, dass man am Ende des Films glaubt, Joe zu kennen und weiß, wie er tickt. Auch wenn man dann immer noch nicht viel mehr über seine Kindheit und seinen Werdegang weiß als am Anfang des Films. 

Besonders positiv aufgefallen ist mir auch die Filmmusik. Einmal mehr ist es Radioheads´Jonny Greenwoods Werk. 

„You Were Never Really Here“ ist ein exzellenter Film, der am Ende des Jahres tatsächlich in meiner Top Ten landen könnte. Bei mir liegt es jetzt über einen Monat zurück, dass ich den Film gesehen habe. Ich hatte mir für die Bewertung ein „A-„ notiert, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, warum ich ihm nicht die volle Punktzahl gegeben habe. 

„You Were Never Really Here“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Es war der letzte Film, der dort in jenem Jahr im Wettbewerb gezeigt wurde. Kurz darauf wurde Lynne Ramsey bereits für das beste Drehbuch ausgezeichnet und außerdem hat Joaquin Phoenix des Preis als bester Hauptdarsteller in Cannes gewonnen. In den U.S.A. ist der Film am 6.4.18 in drei Kinos in New York und Los Angeles gestartet, ab dem 20.04.18 ist er dann landesweit zu sehen. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „A Beautiful Day“ am 26.04.18 in die Kinos kommen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen: 

 

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TV – Serie: „Waco“

Ich habe mir alle Folgen dieses Mehrteilers angeschaut:

 

„Waco“ 6 x approx. 50 min drama, thriller, biopic, adaptation
dir. John Erick Dowdle, Drew Dowdle cast: Michael Shannon, Taylor Kitsch, Andrea Riseborough, Paul Sparks, Rory Culkin, Shea Whigham, John Leguizamo, Camryn Manheim, Glenn Fleshler

 

28.02.1993. Waco, Texas. Nach einer missglückten Razzia der amerikanischen Bundesbehörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) wird das Anwesen der Davidianer-Sekte nun von dem FBI belagert. In den folgenden 50 Tagen versucht der Unterhändler der amerikanischen Regierung, Gary Noesner (Michael Shannon), zwischen dem fanatischen Sektenführer, David Koresh (Taylor Kitsch), bzw. seiner rechten Hand, Steve (Paul Sparks) und den beiden ungeduldigen FBI-Einsatzleitern Tony Prince (Glenn Fleshler) und Mitch Decker (Shea Whigham) zu vermitteln. Den Sektenführer will er überzeugen, Frauen und Kinder freizulassen und sich zu ergeben. Derweil wird seitens des FBI zu drastischen Mitteln gegriffen, um die Religionsgemeinschaft mürbe zu machen. Es wird davon ausgegangen, dass die Sektenanhänger schwer bewaffnet sind. Am 51. Tag verliert das FBI die Geduld und stürmt die Mount Carmel Ranch der Sekte in Waco, Texas.…

 

B (Wertung von A bis F) „Waco“ basiert auf einer wahren Geschichte. Der Mehrteiler rekonstruiert, wie es zu der Tragödie kam, bei der am Ende 76 Sektenanhänger (darunter 25 Kinder) zu Tode kamen. Die Mini-Serie ist eine Adaption von David Thibodeaus und Leon Whitesons Buch „Waco: A Survivor´s Story“ und Gary Noesners Buch „Stalling for Time: My Life as an FBI Hostage Negotiator“. Serienschöpfer sind die amerikanischen Filmemacher und Brüder Drew und John Erick Dowdle („Quarantine“, Devil, „No Escape“).

Diese Mini-Serie zeigt die Vorgehensweise, Fehleinschätzungen und -entscheidungen der amerikanischen Regierungsbehörden (insbesondere des ATFs und des FBIs) in diesem Fall. Die Ereignisse erfuhren seinerzeit (weltweit) eine große, mediale Aufmerksamkeit. Das setzte das FBI noch mehr unter Druck. Die Erstürmung der Ranch wurde dann von mehreren amerikanischen Fernsehsendern live übertragen. Verschwörungstheoretiker zweifeln bis heute an der späteren Darstellung der US-Regierung. Der Öffentlichkeit wurde seinerzeit vermittelt, dass sich ein paar verrückte Gläubige schwer bewaffnet verschanzt hatten und am Ende Selbstmord begingen. Aber entspricht das den Tatsachen? Wie wurde das Feuer verursacht? Die Serienschöpfer haben scheinbar erhebliche Zweifel an der FBI-Version und – am Ende des Sechsteilers – ich auch.

Der katastrophale FBI-Einsatz in Waco sorgte für einen deutlichen Anstieg rechtsradikaler Aktionen von Regierungsgegnern. Aus Rache für Waco verübte Timothy McVeigh am zweiten Jahrestag der Erstürmung der Mount Carmel Ranch einen Anschlag in Oklahoma City. Dafür deponierte er einen Sprengsatz in einem Auto direkt an einem Gebäude der Bundesbehörde. Bei dem Attentat starben 168 Menschen und 800 wurde verletzt.

Die komplexe Geschichte dieser Mini-Serie wird von zwei Seiten beleuchtet. Auf der einen Seite sieht man die Sektenanhänger, auf der anderen Seite einzelne Vertreter der amerikanischen Regierungsbehörden. Die Geschichte beruht auf den Büchern eines der Überlebenden der ehemaligen Davidianer, David Thilbbodeu (gespielt von Rory Culkin), und des damaligen Hauptverhandlungsführers, Gary Noesner (gespielt von Michael Shannon).

Gary Noesner ist die Seele dieses Mehrteilers. Als Unterhändler der amerikanischen Regierung steht er zwischen den religiösen Fanatikern und der ungeduldigen Führung der Spezialeinheit des FBIs. Während die Einsatzleiter des amerikanischen Behörden auf Panzer setzen und zu drastischen Mitteln greifen, um die Sektenmitglieder mürbe zu machen, bleibt Gary Noesner besonnen, versucht den Sektenführer und seine Anhänger zu verstehen und setzt bis zum Schluss auf Gespräche.

Selbstverständlich ist Michael Shannon als Gary Noesner großartig. Eigentlich habe ich auch ansonsten wenig zu kritisieren. Einzig das Anwesen der Davidianer hat etwas Kulissenhaftes. Entsprechend unrealistisch sieht auch das Feuer am Ende aus.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

David Koresh  ist der charismatische Anführer der Davidianer-Sekte. Der religiöse Fanatiker glaubt, er wäre von Gott auserwählt, am Jüngsten Tag die Welt zu führen. Er hat eine sehr eigene Bibel-Interpretation. David hat ein gutes Einfühlungsvermögen und weiß, Menschen zu manipulieren. Während er von seinen männlichen Anhängern sexuelle Enthaltsamkeit forderte, schwängerte er einige der weiblichen, teils minderjährigen Sektenmitglieder. Außerdem ist er mit einigen dieser Mädchen/Frauen verheiratet. David Koresh wird von dem kanadischen Schauspieler Taylor Kitsch gespielt. Bekannt geworden ist er durch die amerikanische TV-Serie „Friday Night Lights“. Er hat aber auch bereits in einigen Kinofilmen mitgespielt“ („John Carter“, Savages, Lone Survivor, Only the Brave)

Gary Noesner arbeitet beim FBI und unterrichtet Verhandlungstaktiken bei Geiselnahmen, in dem „Waco-Fall“ war er der Unterhändler der amerikanischen Regierung. Er kann sich in die Belange der Sektenmitglieder reinversetzen, setzt auf Gespräche und versucht zwischen den hochrangigen FBI-Einsatzleitern und den religiösen Fanatikern zu vermitteln. Eines der beiden Bücher auf denen dieser Mehrteiler beruht, hat Gary Noesner geschrieben. Gespielt wird Gary Noesner von dem amerikanischen Schauspieler Michael Shannon. Sein Spielfilmdebüt gab er in Harold Ramis „Groundhog Day“. Seinerzeit ist er mir zugegebenermassen aber noch nicht aufgefallen. Ich musste tatsächlich nachschauen, wann ich meinen jetzigen Lieblingsschauspieler das erste Mal in einem meiner Blog-Artikel namentlich erwähnt habe. Es war in Sam Mendes Film Revolutionary Road. In The Runaways liess er bereits mein Herz schneller pochen und in der HBO-Serie Boardwalk Empire erklärte ich ihn dann zu meinem neuen Lieblingsschauspieler. Gut, dass es Blogs gibt, ist es doch eine gute Gedächtnisstütze. Eines weiß ich jedoch auch ohne, er ist einer der besten Schauspieler dieser Generation und tief in meinem Herzen verankert. Ich liebe seine Stimme, seine Sprache und daher habe ich mir vor einigen Monaten Sam Shepards „Spy of the First Person“ als Hörbuch runtergeladen. Wenn ich unterwegs bin und entspannen will, lausche ich Michael Shannons wundervollen Stimme. Der Amerikaner wird gerne als psychisch Auffälliger oder Bösewicht besetzt, in „Waco“ gibt er aber wieder mal den Guten, spielt den überlegten Verhandlungsführer, der bei Geiselnahmen nach einem gewaltfreien Weg sucht. Michael Shannon hat zwei Oscar-Nominierungen für „Revolutionary Road“ und Nocturnal Animals. Außerdem hat er eine Tony-Award-Nominierung für seine Performance in dem Theaterstück „Long Day´s Journey into Night“.

David „Thibs“ Thibodeau ist Schlagzeuger, hatte David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch) erst einige Monate  vor der Tragödie kennengelernt und lebte seither auf dem Anwesen der Davidianer-Sekte. Verliebt hat sich der junge Mann in eine der Anhängerinnen, Michelle (gespielt von Julia Garner). Eines der beiden Bücher, auf denen der Mehrteiler beruht, hat David Thilbodeau geschrieben. Thibs wird von dem amerikanischen Schauspieler Rory Culkin gespielt. Rory Culkin ist der Bruder der beiden Schauspieler Macauley und Kieran Culkin. Rory hat in einigen Indies („You Can Count on Me“, „Igby Goes Down“, Columbus) mitgespielt.

Michelle Jones ist die zweite Frau des Sektenführers David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch). Sie verliebt sich in David Thibodeau (gespielt von Rory Culkin). Michelle wird von der amerikanischen Schauspielerin Julia Garner gespielt. Mir war sie vor allen Dingen noch aus der Netflix-Serie Ozark präsent. Sie hat aber auch in einigen Kinofilmen (The Perks of Being a Wallflower, Grandma) mitgespielt.

Steve Schneider ist ist ein Anhänger der Davidianer-Sekte und engerer Vertrauter von Sektenführer David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch). Gespielt wird Steve von dem amerikanischen Schauspieler Paul Sparks. Er hat in bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „House of Cards“, The Night Of). Neben Michael Shannon hat er nicht nur in „Boardwalk Empire“ gespielt, sondern auch in Mud und Midnight Special. Ich habe ihn erst kürzlich in Thoroughbreds gesehen.

Mitch Decker gehört zum führenden FBI-Einsatzteam. Gespielt wird Mitch von dem amerikanischen Schauspieler Shea Whigman. Sein Name war mir auch nicht geläufig. Ich habe ihn aber schon in zig Filmen (The Lincoln Lawyer, Silver Linings Playbook, American Hustle, The Wolf of Wall Street) gesehen. Bei den Dreharbeiten zu „Waco“ gab es sowohl ein Wiedersehen mit Taylor Kitsch (neben dem er in Oliver Stones Savages spielte) als auch mit Michael Shannon (neben dem er in der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ und Take Shelter spielte).

Tony Prince ist der Leiter des FBI-Einsatzkommandos. Gespielt wird Tony Prince von dem amerikanischen Schauspieler Glenn Fleshler. Auch seinen Namen kannte ich nicht, habe ihn aber in unzähligen Filmen (All Good Things, The Immigrant, Suburbicon) und Serien („Damages“, „True Detective“, „The Night Of“) gesehen. Auch er hatte neben Michael Shannon in „Boardwalk Empire“ gespielt.

 

„Waco“ wurde erstmalig v. 24.01.18 – 28.02.18 auf dem amerikanischen Kabelsender Paramount Network ausgestrahlt. Bisher ist noch nicht bekannt, wann der Mehrteiler in Deutschland zu sehen ist.

Trailer zu sehen:

 

Ich liebe den Vorspann von „Waco“, leider konnte ich den nicht auf YouTube finden.

 

D.C. – Film: „Submission“

Ich war am 10.03.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Submission“ 106 min drama, adaptation
dir. Richard Levine cast: Stanley Tucci, Kyra Sedgwick, Addison Timlin, Janeane Garofalo

 

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist Literaturprofessor und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Uni. Seit einigen Jahren versucht er eine Schreibblockade bekämpfen und seinen zweiten Roman fertigzustellen. Eine seiner  Studentinnen, Angela (Addison Timlin), schreibt derzeit an ihrem ersten Roman und bittet ihn, das erste Kapitel zu lesen. Ted ist angetan von ihrer Schreibe und irgendwie auch von seiner Studentin…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Submission“ ist eine Adaption von Francine Proses Roman „Blue Angel“. Nach „Every Day“ ist dies erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Richard Levine.

„Submission“ ist ein sehenswerter Indie, der in der sensiblen #MeToo-Ära, in der wir uns befinden, vielleicht nicht ganz so gut aufgehoben ist. Die Geschichte ist sicherlich nicht neu, ich mochte aber die Dialoge und auch die Umsetzung. Die fiktionale Handlung hätte sich genau so im wahren Leben zugetragen haben können. Die Charaktere sind glaubwürdig, was nicht zuletzt an den Schauspielern liegt. Stanley Tucci ist ein Chamäleon (was er nicht schon alles für reale Persönlichkeiten und Kunstfiguren im Film und Fernsehen portraitiert hat). In einem meiner Lieblingsfilme, Some Velvet Morning konnte er bereits unter Beweis stellen, dass er sogar sexy sein kann und das zeigt er in diesem Film erneut.

„Submission“ ist einer der wenigen Filme, die ich nicht von langer Hand geplant hatte, mir anzuschauen. Genauer gesagt, hatte ich ein paar Stunden bevor ich ins Kino gegangen bin, noch überhaupt nichts von dem Film gehört. Drei Blocks von unserem Crewhotel entfernt gibt es ein kleines Programmkino (West End Cinema), dem ich schon ewig einen Besuch abstatten wollte. Jetzt bin ich froh, dass ich ein neues Kino kennenlernte und damit diesen kleinen Film nicht verpasst habe.

Der Roman „Blue Angel“, dem dieser Film zugrunde lag, stammt aus dem Jahr 2000. Die Handlung ist jedoch von Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“ abgeleitet, welche im Jahr 1930 von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich unter dem Titel „Der blaue Engel“ verfilmt wurde. Ausschnitte dieses Film sieht man auch in „Submission“

„Submission“ wurde erstmalig auf dem LA Film Festival in 2017 gezeigt. Der Film ist am 2.3.18 in einigen wenigen Kinos in den U.S.A. gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lean on Pete„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Charlie Plummer und Steve Buscemi
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Death of Stalin „
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Satire mit Steve Buscemi, Rupert Friend und Jeffrey Tambor
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Beauty and the Dogs„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-tunesisches Drama. Ich weiß nicht, ob ich das ertrage.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

D.C. – Film: „Thoroughbreds“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Thoroughbreds“ (dt. Filmtitel: „Vollblüter“) 90 min drama, thriller
dir. Cory Finley cast: Anya Taylor-Joy, Olivia Cooke, Anton Yelchin, Paul Sparks, Francie Swift

 

Die Schülerinnen Lily (Anya Taylor-Joy) und Amanda (Olivia Cooke) waren mal sehr gut miteinander befreundet. Nachdem sie einige Jahre getrennte Wege gegangen sind, verbringen sie jetzt wieder Zeit miteinander. Lily lebt, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrer Mutter (Francie Swift) und ihrem sehr wohlhabenden Stiefvaters (Paul Sparks) auf einem herrschaftlichen Anwesen zusammen. Ihr Stiefvater macht ihr aber das Leben zur Hölle. Irgendwann kommen die Freundinnen auf die Idee, Lilys Stiefvater zu töten…

 

C- (Wertung von A bis F) „Thoroughbreds“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Dramatikers Cory Finley. Für diesen Film hat er eines seiner eigenen Theaterstücke adaptiert.

Der Trailer deutete auf einen coolen Film hin, die amerikanischen Kritiker zeigten sich voller Lobes, eigentlich hätte ich den Film mögen müssen…

Diese soziopathischen Teenager-Mädchen sind jedoch unangenehm, uninteressant, nervig und sehen noch dazu, höflich ausgedrückt, einfach seltsam aus, so dass ich bereits nach zwanzig Minuten keine Lust mehr hatte, mit ihnen meine Zeit zu verbringen. Entsprechend langgezogen fühlten sich die doch eigentlich auf dem Papier recht kurzen 90 Minuten an. Anton Yelchin ist hier ein Lichtblick. Jede seiner Szenen ist großartig und schmerzhaft zugleich, weil mir hier nochmal bewusst wurde, wie sehr ich dieses viel zu früh verstorbene Talent in Zukunft vermissen werde.

Ob dieser Film eine positive Resonanz erfährt, hängt vermutlich davon ab, ob man einigermassen etwas mit den Protagonistinnen anfangen kann. Ich konnte das nicht, und entsprechend ist meine Erinnerung an diesen Film, jetzt drei Wochen später, schon verblasst.

Der Film ist Anton Yelchin gewidmet. Dies ist der letzte Film des 19.06.16 im Alter von 27 Jahren verstorbenen Schauspielers Anton Yelchin.

„Thoroughbreds“ wurde erstmalig (seinerzeit noch unter dem Filmtitel „Thorougbred“) auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt, Über ein Jahr später, am 9.3.18, ist der Film in 549 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch nicht bekannt, wann der Film in Deutschland starten soll.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Truth or Dare„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hereditary„
Bewertung des Trailers: A+
Kommentar: Es gibt kaum einen Thriller/Horrorfilm, auf den ich mehr warte. Mit Toni Collette, Gabriel Byrne und Ann Dowd
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Flower„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Zoey Deutch
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

D. C. – Film: „The Strangers: Prey at Night“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Strangers: Prey at Night“ 85 min horror, sequel
dir. Johannes Roberts cast: Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Lewis Pullman, Emma Bellomy

 

Kinsey (Bailee Madison) kommt aufs Internat. Ihre Eltern (Christina Hendricks, Martin Henderson) und ihr älterer Bruder Luke (Lewis Pullman) fahren sie zu der Schule. Auf dem Weg dorthin übernachten sie noch mal gemeinsam in der abgelegenen, ansonsten leerstehenden Wohn-Park-Siedlung ihres Onkels Marvin. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird die Familie von ein paar Maskierten tyrannisiert…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „The Strangers: Prey at Night“ ist keine direkte Fortsetzung zu dem Horrorfilm The Strangers aus dem Jahr 2008, die Geschichte spielt aber in dieser Welt. Es ist der neue Film des britischen Filmemachers Johannes Roberts (47 Meters Down). Der Film beginnt mit dem Hinweis based on true events.

Um es vorwegzunehmen, auch in diesen Film bin ich mit etwas falschen Erwartungen gegangen. Vordergründig habe ich den Film gewählt, weil ich dachte, dass ich den Hai-Film des Regisseurs mochte. Mitten im Film ist mir dann aber eingefallen, dass ich das verwechselte, The Shallows war der Film, der mir gefiel, Johannes Roberts „47 Meters Down“ fand ich öde. Toll. Aber ich hatte auch noch einen weiteren Grund, diesen Film auszusuchen: Der für mich sehr fesselnde Original-Horror-Film „The Strangers“. Mein Lieblings-Sub-Genre bei Horrorfilmen sind sogenannte Home-Invasion-Filme. Ich finde schlichtweg nichts gruseliger, als wenn man sich in seinen eigenen vier Wände nicht mehr sicher fühlen kann. Einer, der bis heute besten Home-Invasioner ist für mich Michael Hanekes Funny Games (allerdings in der österreichischen Originalfassung). Dieser Film ist so unfassbar fies, weil eine ganz normale Familie in ihrem Zuhause von zwei, scheinbar wohlerzogenen, höflichen jungen Burschen terrorisiert wird. Klugerweise blendet Haneke bei seinem Werk die brutalen Szenen weg, die eigentliche Gewalt spielt sich im Kopf des Zuschauers ab und bleibt vielleicht deshalb so lange hängen. Auch bleibt bei „Funny Games“ das Warum im Raum.

Zurück zu „The Strangers: Prey at Night“ – Das Motiv der Täter bleibt auch hier ungewiss (das Terror-Trio aus dem Original-Film bestehend aus Dollface, Pin-Up Girl und Sackhead) ist offensichtlich zurück. Hier wird aber längst nicht so clever mit den Ängsten der Zuschauer gespielt wie bei seinem gelungenen Vorgänger. Der Film beginnt als Home-Invasioner, verlässt aber schon bald das Sub-Genre und ist dann wohl eher dem 1980er-Jahre-Slasher-Genre zuzuordnen. Auch wenn der Film in der heutigen Zeit spielt, fühlt man sich mit den 1980er-Jahre-Popsongs in diese Zeit versetzt. Der zweite „The Strangers“-Film ist sehr atmosphärisch inszeniert, aber halt auch unglaublich blutig und brutal. Es ist auch einer dieser Horrorfilme, bei dem man als Zuschauer den Protagonisten permanent Anweisungen geben will (weil sie sich halt so dämlich verhalten).

Luke (der Sohn der Familie), wird übrigens von Lewis Pullman, dem Sohn des Schauspielers Bill Pullman gespielt. Bei ihm war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich ihn irgendwie gut oder richtig schlecht finde. Ähnlich erging es mir mit der gesamten Sequenz am Gemeinschaftspool.

Anmerkung: Die letzten zehn Minuten könnten die Horror-Profis vielleicht als Hommage an Horrorklassikern verstehen, für mich war es einfach erschütternd schlechter Bilderbrei. Nachdem ich meine schlechte Laune überwunden hatte, und noch mal darüber nachdenken konnte, habe ich mich entschlossen, diese Schlusssequenz nicht in meine Bewertung einfliessen zu lassen. Ein „D“ hätte nicht meinen Gesamteindruck von dem Film wiedergegeben. Ich würde jederzeit „The Stranger“ vorziehen, aber „The Stranger: Prey at Night“ ist auch über weite Strecken unterhaltsam, wenn man denn diese Art von Horrorfilmen mag.

„The Strangers: Prey at Night“ wurde am 9.3.18 in 2.464 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unsane„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Thriller/Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „Deadpool 2„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Fortsetzung des Marvel-Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Breaking In„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Gabrielle Union
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Traffik„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Bad Samaritan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit David Tennant (aus Broadchurch)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Berlin – Film: „Winchester“

Ich war am 31.01.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Winchester“ (dt. Filmtitel: Winchester: Das Haus der Verdammten, dt. Kinostart: 15.03.18) 109 min drama, horror, biopic
dir. Peter Spierig, Michael Spierig cast: Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Finn Scicluna-O´Prey

 

Im Jahr 1906 in San Jose, Kalifornien. Dr. Eric Price (Jason Clarke) wird beauftragt, den Geisteszustand der Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester, Sarah Winchester (Helen Mirren), zu begutachten. Dafür besucht er die Millionenerbin in ihrer eindrucksvollen Villa. Dort wird Tag und Nacht gebaut. Schon bald stellt Dr. Price seltsame Vorkommnisse fest…

 

C (Wertung von A bis F) „Winchester“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Es ist der neue Film der deutsch-australischen Filmemacher The Spierig Brothers („Undead“, Daybreakers, „Jigsaw“).

Manchmal ist einem vor der Sichtung eines Films nicht klar, worauf man sich einlässt. Ich wollte einen Horrorfilm gucken. In der ansonsten recht spannungslosen Geschichte gab es auch ein paar gut platzierte Schocker, aber letztlich wirkte der Film auf mich eher wie eine nicht wirklich gruselige Bühnenaufführung zum Thema Schuld. Nicht schlecht, aber halt nicht, was ich erwartete. Alles schreit hier nach Theater, das Productiondesign gleicht einer Theaterkulisse, die Kostüme, Perücken, selbst das Schauspiel erinnerte mich eher an die Performances am Broadway.

Wenn „Winchester“ eines geschafft hat, dann, mich auf Sarah Winchester aufmerksam zu machen. Sie muss eine  faszinierende Persönlichkeit gewesen sein. Als Erbin des millionenschweren Waffen-Imperiums fühlte sich Sarah Winchester schuldig am Tod all derer, die durch eine Winchester-Schusswaffe ums Leben kamen. Sie hatte Angst von den Geistern der Getöteten heimgesucht zu werden und hat Tag und Nacht am Winchester Anwesen bauen lassen, ohne ersichtlichen Bauplan selbstverständlich. Das Winchester Haus ist ein Labyrinth verwirrender Gänge mit Treppen, die ins Nichts führen, Türen, hinter denen Wände liegen und vielen weiteren Kuriositäten. Am Ende hätte ich, ehrlich gesagt, lieber ein richtiges Biopic über Sarah Winchester gesehen.

Das Winchester Mystery House (www.winchestermysteryhouse.com) existiert tatsächlich noch und ist Nahe von San Jose, Kalifornien eine beliebte Touristenattraktion. Es ist eines der berühmtesten Spukhäuser in den U.S.A.

„Winchester“ ist am 2.2.18 landesweit in 2.480 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet morgen (15.03.18) in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Game Night“

Ich war am 01.03.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Game Night“ (dt. Kinostart war der 1.3.18) 100 min  comedy, action 
dir. John Francis Daley, Jonathan Goldstein cast: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler, Billy Magnussen, Sharon Horgan, Jesse Plemons, Michael C. Hall, Lamorne Morris, Kylie Bunburry, John Francis Daley, Jonathan Goldstein

 

Max (Jason Bateman), seine Frau Annie (Rachel McAdams) und ihre Freunde Ryan (Billy Magnussen), Kevin (Lamorne Morris) und seine Frau Michelle (Kylie Bunbury) treffen sich regelmäßig zum Spieleabend. Alle Mitspieler verbindet ihr Ehrgeiz, unbedingt gewinnen zu wollen. Als der ältere Bruder von Max, Brooks (Kyle Chandler), in der Stadt ist, lädt er die Gruppe ein, mal ein etwas realeres Gesellschaftsspiel zu spielen. Leider ist das Spiel realer als jeder dachte oder ist es gar kein Spiel?

 

B (Wertung von A bis F) „Game Night“ ist ein Film der amerikanischen Filmemacher John Francis Daley und Jonathan Goldstein. Beide haben bereits an einigen Projekten (Horrible Bosses, „Vacation“, Spider-Man: Homecoming) als Autoren, und/oder Schauspieler und Regisseure zusammengearbeitet. In diesem Film sind beide auch in einer Nebenrolle zu sehen.

„Game Night“ ist einer dieser Actionkomödien, bei der es wirklich viel zu lachen gibt. Zwei Szenen (die „Operations“-Szene und eine mit dem Hund von Jesse Plemons Charakter) blieben mir dabei noch ganz besonders in Erinnerung. Überhaupt ist Jesse Plemons hier ein Highlight. Lange habe ich den amerikanischen Schauspieler nicht sonderlich beachtet, mit dieser Performance hat er aber mein Interesse geweckt. Die anderen Schauspieler tragen aber auch zum Erfolg dieser gut gemachten Komödie bei. Mir gefielen aber auch besonders die vielen Referenzen zu Filmen und Filmstars, das großartige Miniatur-Production-Design und der sehr coole Abspann.

„Game Night“ ist am 23.03.18 in 3488 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.03.18 ist der Film in Deutschland im Kino zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Book Club„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Love, Simon„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Josh Duhamel und Jennifer Garner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of the Party„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Black Panther“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Black Panther“ (dt. Kinostart war der 15.02.18) 134 min fantasy, action, adventure
dir. Ryan Coogler cast: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong´o, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis

 

Das afrikanische Königreich Wakanda ist die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Zu verdanken haben die Einwohner das, einem besonderen, nur in ihrem Land vorkommenden, Metall, Vibranium. Um ihren Wohlstand zu erhalten, leben sie in einer selbstgewählten Isolation. Als der König von Wakanda einem Anschlag zum Opfer fiel, soll sein Sohn T´Challa (Chadwick Boseman) das Land regieren. Der König dieses Landes erhält immer auch die speziellen Black-Panther-Kräfte. Aber auch andere erheben Ansprüche auf den Thron…

 

B (Wertung von A bis F) „Black Panther“ ist der neue Film des afroamerikanischen Autors und Filmemachers Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed). Dies ist der 19. Film der Marvel Studios für das Marvel Cinematic Universe. Es ist der erste Superhelden-Film mit einer beinahe ausschließlich schwarzen Besetzung.

Die besten Marvel-Filme sind für mich die, die kaum als solche zu erkennen sind. Die Filme, die selbsterklärend funktionieren, ohne das man das ganze MCU-Gedöns wissen muss. In die Welt des „Black Panther“ konnte ich sehr schnell eintauchen. Wakanda ist natürlich ein fiktives Land – aber wäre es nicht großartig, wenn es in Afrika auch nur ein Land wie Wakanda gäbe? Mit Ryan Coogler wurde der richtige Regisseur gefunden, er weiß, die Kultur und Mentalität Afrikas authentisch zu zeigen. Die traditionellen Gewänder, Accessoires, Frisuren, das Make-Up, das gesamte Produktionsdesign, die Musik, die Farben, die sich durch den gesamten Film ziehen, den Stolz und die Lebensfreude, selbst die afro-englische Sprache – alles entspricht der Identität, gerade Zentralafrika.

Das gefiel mir schon alles sehr gut, auch mochte ich viele der Charaktere. Es gibt auch auffällig viele starke Frauenrollen. Am wenigsten spannend fand ich wahrscheinlich die Haupt- und Titelfigur selbst. Ich war auch bis zum Schluss nicht sicher, ob Chadwick Boseman (er hat den Musiker James Brown in Get On Up gespielt) die richtige Wahl hierfür war. Michael B. Jordan hingegen hat sich die Rolle des interessanten Bösewichtes redlich verdient. Es war ungewohnt, Andy Serkis hier mal nicht – wie üblich –  in einer Motion-Capture-Performance zu sehen. Leider hat er Caesar (in den neuen Planet der Affen-Filmen) so glaubhaft portraitiert, dass ich auch hier immer Caesar vor mir hatte. Mit Daniel Kaluuya hatte ich ein ähnliches Problem. Als ich diesen Artikel fertig stellte, lief auf HBO gerade Get Out, für mich bereits die fünfte Sichtung dieses großartigen Films, wahrscheinlich werde diesen Schauspieler wohl ein Leben lang mit „Get Out“ verbinden.

Unbedingt erwähnen möchte, wie sehr ich davon angetan war, dass die schwarzen, tollen Gesichter perfekt ausgeleuchtet wurden. Wenn man sich schon einige Filme oder Serien, in denen Schwarze mitspielen, angeschaut hat, weiß man, dass dies nicht selbstverständlich ist. Meist kann man die Gesichtszüge und die Mimik kaum erkennen. Die Kameraführung in „Black Panther“ übernahm übrigens, die erste und einzige Frau, die jemals in der Kategorie Beste Kamera für einen Oscar (dieses Jahr für „Mudbound“) nominiert wurde: Rachel Morrison.

Mit „Black Panther“ haben wir übrigens den ersten Kandidaten, der bei den nächsten Oscars im Jahr 2019 sicherlich eine Rolle spielen wird.

„Black Panther“ ist am 16.02.18 in 4.020 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat es jetzt bereits schon geschafft, in die Top Ten der erfolgreichsten Filme in den U.S.A. aufgenommen zu werden. Ich habe den Film in „Dolby Cinema“ gesehen (hat sicherlich wieder mehr gekostet, dafür gab es eine riesige Leinwand und ein hervorragendes Soundsystem). In Deutschland ist der Film am 15.02.18 gestartet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film, bei dem mich fast die komplette Besetzung abschreckt, dafür interessiert mich was die Regisseurin (Ava Du Vernay) hier inszeniert hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Ant-Man and the Wasp„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Das ist ein Marvel-Film, den ich jetzt schon liebe – weil ich ihn mir nicht anzugucken brauche.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Solo: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich mag Alden Ehrenreich und dachte, er wäre gut besetzt als Han Solo. Sehe ich nach diesem Trailer nicht mehr so.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% RT

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Wer mitgezählt hat, das waren 9 Trailer, die ich mir vor dem Film angucken musste. Neuer Rekord. Würde man in den U.S.A. noch vor dem Film andere Werbung zu sehen bekommen, wäre ich an dem Tag wohl nicht mehr aus dem Kino gekommen.

 

San Francisco – Film: „Annihilation“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Annihilation“ (dt. Filmtitel: „Auslöschung“, in Deutschland ab dem 12.03.18 auf Netflix abrufbar) 115 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Alex Garland cast: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Tuva Novotny, Benedict Wong

 

Lena (Natalie Portman) sitzt in Quarantäne in einem geheimen Labor und wird von einem Wissenschaftler (Benedict Wong) befragt. Er hat viele Fragen an die Biologie-Professorin. Sie scheint die einzig Überlebende, die aus dem geheimen Gebiet, das Shimmer genannt wird, zurückgekehrt ist. Was ist mit ihren Teamkolleginnen Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Anya (Gina Rodriguez, Josie (Tessa Thompson) und Cass (Tuva Novotny) passiert? Alle sind gemeinsam vor einiger Zeit zu dieser Expedition aufgebrochen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Annihilation“ ist eine Adaption von Jeff VanderMeers gleichnamigen Roman. Der Film hält sich dabei aber nur vage an die Vorlage. Es ist der neue Film des englischen Schriftstellers („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs Alex Garland (Ex Machina).

„Annihilation“ ist kein Genre-Film für die breite Masse. Ich würde ihn als smarten Arthouse-Sci-Fi-Horrorfilm beschreiben. Eine Art Alien-Film mit philosophischem Ansatz. Die, vielleicht dringenden Fragen, des einen oder anderen Zuschauers werden dabei nicht beantwortet. Der Film wird in drei Kapiteln (Area X, The Shimmer und The Lighthouse) erzählt und am Ende bietet er Raum für Interpretationen, vergleichbar mit Filmen wie Under the Skin, Arrival, mother! und The One I Love. Meine Interpretation zu der Handlung weiter unten mit einem Spoiler-Hinweis versehen.

Ich bin froh, dass ich mir den Film bei der ersten Sichtung im Kino anschauen konnte. „Annihilation“ wirkt unbedingt auf der großen Leinwand. Dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, hat damit zutun, dass er bei Testscreenings komplett durchgefallen ist. Einer der Geldgeber wollte daraufhin Änderungen vornehmen lassen, den Film „einfacher“ und zugänglicher für ein Mainstream-Publikum gestalten lassen. Das stiess jedoch auf erheblichen Widerstand des Regisseurs und, in dem Fall noch wichtiger, des Produzenten Scott Rudin (der den final cut hatte). Letztlich wurde der Film so belassen wie er war, aber als Kompromiss, nur in Nordamerika und China ins Kino gebracht und die Rechte für andere Länder direkt an Netflix verkauft. Netflix ist bekanntlich egal, ob ihr Film zunächst besser im Kino aufgehoben wäre oder gleich in ihrem großen Filmarchiv verrottet. Ich werde mir den Film die Tage noch ein zweites Mal im Kino anschauen, meine Gedanken nach der ersten Sichtung:

Spoiler Anfang

Die Handlung bezieht sich, meines Erachtens, auf Veränderungen psychischer oder physischer Natur. Selbstzerstörung ist ein zentrales Thema. Nach dem Tod eines Kindes, einem groben Fehler, den man in seiner Ehe begangen hat, nachdem eine Sucht überwunden ist, nach einem Trauma oder einer Chemotherapie wird man nie wieder die Person sein, die man vorher war, etwas ist zerstört, seelisch oder körperlich. Lebensphasen verändern die Persönlichkeit. Man verändert sich auch schon leicht, wenn man anderen, neuen Menschen begegnet und sie in sein Leben lässt. Sind Lena und Kane am Ende also andere Persönlichkeiten, sind sie Mutationen ihrer selbst, Doppelgänger oder ist Lena am Ende Lena geblieben und Kane eine Kopie seiner selbst? Mit dem Ende bin ich mir nicht sicher. Auch werde ich bei der zweiten Sichtung mal überlegen, was es mit dem Tattoo auf sich hat, dass Lena später, aber auch einige ihrer Teamkolleginnen getragen haben.

Spoiler Ende

„Annihilation“ ist am 23.02.18 in 2.012 amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film in XD gesehen, nicht weil ich das unbedingt wollte, er lief einfach zu einer Zeit, die mir am besten passte. XD bietet eine extragroße Leinwand und ein sehr gutes Soundsystem, angeblich mit IMAX zu vergleichen. Dazu sitzt man in den bald unumgänglichen verstellbaren Ruhe/Kinosessel. Das kostete natürlich 3 Dollar extra. Der Film startet nur in Nordamerika und China im Kino. in Deutschland steht der Film unter dem Filmtitel „Auslöschung“ zunächst exklusiv den Netflix-Abonnenten zur Verfügung. Dort ist er ab dem 12.03.18  dort abrufbar.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich musste aufpassen, nicht schon bei dem Trailer einzuschlafen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Annihilation“

 

Extreme Digital Cinema – womit man alles Geld machen kann… (diese Vorstellung hat 3 Dollar mehr kostet)

 

Oscar-Gewinner 2018

Auch die diesjährige Oscarverleihung habe ich wieder in Deutschland geschaut. Wie bereits im Jahr zuvor hat Pro7 für die Red-Carpet-Show Steven Gätjen auf den roten Teppich gestellt. Das bedeutete für mich, dass ich entsprechende Show nur lautlos schauen konnte, weil… nun, das erklärt sich von selbst. Leider habe ich zu früh wieder den Ton angeschaltet und musste dann hören, wie Herr Gätjen Whoopi Goldberg fragt, warum sie heute hier ist??????? Oh Mann, kann der sich nicht einfach besser vorbereiten? Das ist wirklich kaum auszuhalten. Warum wurde eigentlich so spät und nur so kurz zu der Pre-Show zu dem „Oscar-Sender“ ABC geschaltet? Die Übertragungsrechte der ABC-Red-Carpet-Show können doch nicht so teuer sein, man könnte auch das Geld für Gätjen und Konsorten sparen.

Zur eigentlichen Show:
Der Gastgeber Jimmy Kimmel hat dieses Jahr in meinen Augen einen okayen Job gemacht, sein Opening im letzten Jahr war deutlich origineller. Gefallen hat mir, dass er die ungleiche Bezahlung für den Reshoot in „All the Money in the World“ zur Sprache brachte. Mark Wahlberg hat für die neun Tage Nachdreh 1,5 Millionen Dollar kassiert und sein weiblicher Co-Star Michelle Williams ganze 80 Dollar pro Drehtag. Unfassbar – und noch mehr, weil beide Schauspieler von derselben Agentur vertreten werden.

Für seine 3.400 Gäste im Dolby Theatre hatte sich Jimmy Kimmel dieses Jahr etwas überlegt. Unter jeden einzelnen Sitz hat er eine kleine Snack-Box mit folgender persönlichen Notiz „It wouldn´t be right to make you sit through this without snacks. Please don´t throw them at me“ legen lassen. Der Oscar-Gastgeber wollte dieses Jahr aber auch dem normalen Kinopublikum danken, schließlich unterstützen sie die Filmindustrie mit dem Geld, was sie für ihre Kinokarten ausgeben. Während der Oscar-Verleihung hat sich Jimmy Kimmel ein paar Stars (Gal Gadot, Armie Hammer, Margot Robbie, Lupita Nyong´o, Mark Hamill, den späteren Oscar-Gewinner Guillermo del Toro, u.a.) geschnappt und ist mit ihnen über die Straße ins TCL Chinese Theatre in die Kinovorstellung von Ava Du Vernays „A Wrinkle in Time“ geplatzt. An die anwesenden Zuschauern haben sie dann großzügig Süßigkeiten, Hot Dogs und Sandwiches verteilt. Die Zuschauer sind natürlich ausgeflippt vor Freude.

Der erste Oscar ging, wie erwartet und gewünscht, an Sam Rockwell. Bravo. Witzige Rede und herzzerreissend , dass er zum Schluss seiner Rede den Oscar, seinem, leider viel zu früh verstorbenen Kumpel (und einem meiner absoluten Lieblingsspieler) Philip Seymour Hoffman gewidmet hat.

Üblicherweise übergibt der Vorjahres-Gewinner bei den Schauspielern (in seiner Kategorie Hauptrolle bzw. Nebenrolle) den Oscar an die Gewinnerin in der entsprechenden Kategorie im aktuellen Jahr. Das war dieses Jahr in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nicht möglich, da Casey Affleck abgesagt hatte. Ihm werden schon seit länger Zeit sexuelle Übergriffe nachgesagt und mit der ganzen #MeToo-Kampagne hat er sicherheitshalber seine Teilnahme abgesagt. Ansonsten hätte ihn AMPAS sehr wahrscheinlich auch ausgeladen. Dass Casey Affleck nicht erscheint, war schon länger bekannt, also mussten andere Laudatoren gefunden werden. Dieses Jahr wurden beide  Hauptdarsteller-Preise von anderen Oscar-Gewinnern überreicht. Die wunderschönen älteren Damen Jane Fonda und Helen Mirren waren die Präsentatoren für Gary Oldman und Jodie Foster und Jennifer Lawrence haben den Oscar Frances McDormand überreicht. Wunderbare Idee und keiner hat Casey Affleck vermisst.

In den Schauspielkategorien gab es letztlich überhaupt keine Überraschung. Alle vier Schauspieler (Sam Rockwell, Allison Janney, Gary Oldman und Frances McDormand) hatten über die gesamte Oscar-Saison alles an Preisen innerhalb der Filmindustrie gewonnen, was es zu gewinnen gab. Es war nur logisch, dass sie dann auch noch den Oscar erhalten, auch wenn ich bis zum Schluss gehofft habe, dass Laurie Metcalf für die bessere Leistung in „Lady Bird“ ausgezeichnet wird. Frances McDormand hat dann die beste Dankesrede des Abends gehalten. Sie war sichtlich froh, dass die Oscar-Saison nun endlich vorüber ist. Die Arme hatte einen Tag zuvor, als sie den Independent Spirit Award gewonnen hat, in ihre Danksagung noch angemerkt, wie schwer es ihr gefallen ist, über die letzten Monate nicht zu fluchen. Solche Veranstaltungen sind auch so gar nicht ihre Sache. In ihrer Rede am Oscar-Sonntag bat sie zunächst alle Künstlerinnen im Saal aufzustehen, um dann die Männer darauf aufmerksam zu machen, dass all diese Frauen Ideen hätten und sie doch bitte dabei behilflich sind, sie umzusetzen. Ein guter, runder Abschluss für die in der Oscar-Saison dominierenden „Me too“- und „Time´s Up“-Bewegungen.

Ein paar Stunden zuvor dachte ich noch, dass #MeToo bei diesen Oscars wohl keine allzu große Rolle spielt. In der Kategorie Bester animierter Kurzfilm wurde nämlich der ehemalige Profi-Basketballer Kobe Bryant ausgezeichnet. Gegen ihn liegen seit Jahren Vergewaltigungsvorwürfe vor. Ich war ziemlich überrascht, dass „Dear Basketball“ gewonnen hat.

Was war ansonsten bemerkenswert? Als der Oscar für die besten visuellen Effekte überraschend an „Blade Runner 2049“ ging, war mir klar, dass es dann auch das Jahr ist, in dem Kameramann Roger Deakins endlich seinen ersten Oscar erhält. Dazu muss man wissen, dass auf den Wahlzetteln der Academy-Mitglieder (mit Ausnahme der Schauspielkategorien) nur die Filme gelistet sind, nicht der Name des Toningenieurs, Kameramannes, ja selbst des Regisseurs. Das war die 14. Oscar-Nominierung für Roger Deakins und ich war sowieso recht zuversichtlich, dass er dieses Jahr gewinnt, da eigens für ihn eine Oscar-Kampagne gestartet wurde. Die Aufgabe der Kampagne war es, dass die Academy-Mitglieder wissen, dass Roger Deakins der DP für „Blade Runner 2049“ war.

Ansonsten war diese Oscar-Verleihung lang, sehr lang…vielleicht stecken mir aber auch noch die neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen, ich war jedenfalls todmüde und konnte mich kaum wachhalten. Als es um den Oscar für das Beste Originaldrehbuch ging, bin ich aber dann doch auf einmal putzmunter gewesen. Nicht nur, weil die Laudatorin Nicole Kidman so ein irritierendes Schleifen-Kleid trug, nein, weil das der Wendepunkt hätte sein können. Wäre „Three Billboards“ oder „The Shape of Water“ ausgezeichnet worden, hätte der entsprechende Film ziemlich sicher auch Bester Film gewonnen. Nun hatte verdientermassen „Get Out“ gewonnen und es bestand weiter die Hoffnung, dass „Get Out“ auch die Königskategorie für sich beansprucht.

Wie  ich bereits gestern vermutet habe, haben Faye Dunaway und Warren Beatty im Jahr Eins nach der größten Oscar-Panne aller Zeiten erneut den Top-Preis präsentiert. Das war eine gute Entscheidung. Hier hat mich aber völlig aus der Bahn geworfen, in welcher Reihenfolge die Filme vorgestellt wurden, normalerweise werden die Filme alphabetisch angekündigt. Dieses Jahr war „Phantom Thread“ der erste Film und „The Shape of Water“, der Gewinner-Film, der letzte.

Wenn man sich ein bisschen mit den Oscars auskennt, weiß man, dass es dieses Jahr sehr schwer war, den Oscar-Gewinner-Film vorherzusagen. Die meisten professionellen Oscar-Experten sind dieses Jahr von „Three Billboards“ ausgegangen, hatte er doch von allen Filmen die wichtigsten Filmpreise abgesahnt. „Three Billboards“ hat polarisiert (das hat „The Shape of Water“ aber auch), was „3BB“ aber das Genick gebrochen hat, waren wahrscheinlich die regelrechten Hass-Kampagnen, denen sich der Film ausgesetzt sah. Deshalb habe ich mich am Ende für meine Wette auch gegen „Three Billboards“ und für „Get Out“ entschieden. Nun ist es aber „The Shape of Water“ geworden, wenigstens ein Film, der der ganzen Frauenbewegung auch gerecht wird.

Meine Wette habe ich übrigens haushoch verloren. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals so schlecht abgeschnitten habe. Einzig 15 von 24 Kategorien habe ich richtig geraten. Mein Wettkumpel hat 19 von 24 korrekt. Das muss ich auch erst mal verkraften. Aber: Glückwunsch an dieser Stelle nochmal.

Alle Oscar-Gewinner 2018:

Best Picture: The Shape of Water
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards)
Best Supporting Actress: Allison Janney (I, Tonya)
Original Screenplay: Get Out
Best Adapted Screenplay: Call Me by Your Name
Best Animated Feature: Coco
Best Production Design: The Shape of Water
Best Cinematography: ROGER DEAKINS (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Phantom Thread
Best Editing: Dunkirk
Best Makeup and Hairstyling: Darkest Hour
Best Sound Mixing: Dunkirk
Best Sound Editing: Dunkirk
Best Visual Effects: Blade Runner 2049
Best Original Score: The Shape of Water
Best Song: Remember Me (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: Icarus
Best Live Action Short: Silent Child
Best Animated Short: Dear Basketball
Best Documentary Short: Heaven is a Traffic Jam on the 405

 

„The Shape of Water“ hat vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik) gewonnen.

„Dunkirk“ hat drei Oscars (Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera, Roger Deakins und Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„Darkest Hour“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Gary Oldman und Best Makeup and Hairstyling) gewonnen.

„Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song, Remember Me)

 

 

Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Margot Robbie (Chanel Haute Couture)
Allison Williams (Armani Privé)
Mira Sorvino (Romona Keveza)
Zendaya (Giambattista Valli Haute Couture)
Jennifer Garner (Atelier Versace)
Sofia Carson (Giambattista Valli Resort)
James Ivory, der auf seinem weißen Smokinghemd eine Zeichnung von Timothee Chalamets Gesicht hatte

Die Mode – The Worst

Salma Hayek (custom Gucci) Dieses Jahr sicherlich das geschmackloseste Abendkleid des Abends.
Jennifer Lawrence (Dior)
Haley Bennett (Christian Dior)
Andra Day (Zac Posen)
Maya Rudolph (sicherlich selbstgeschneidert)
Sally Hawkins (sah in Armani Privé besonders magersüchtig aus)

Den spezielle Style von Whoopi Goldberg, Agnes Varda und St. Vincent werde ich nicht bewerten.

 

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2018 haben gewonnen:

Worst Picture: The Emoji Movie
Worst Director: Tony Leondis (The Emoji Movie)
Worst Screenplay: Tony Leondis, Eric Siegel and Mike White (The Emoji Movie)
Worst Actress: Tyler Perry (Boo2! A Madea Halloween)
Worst Actor: Tom Cruise (The Mummy)
Worst Supporting Actress: Kim Basinger (Fifty Shades Darker)
Worst Supporting Actor: Mel Gibson (Daddy´s Home 2)
Worst Screen Combo: Any two obnoxious emojis
Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel: Fifty Shades Darker
Razzie Redeemer Award: „A Safe Hollywood-Haven where talent is protected, nourished and allowed to flourish with proper compensation.“

Oscar-Gewinner 2018, meine Wette

Heute ist der 03.03.18, ein Tag vor den 90th Academy Awards. Wie üblich meine letzten Worte und meine Prognose für alle 24 Kategorien. Mein Kumpel hat bereits meine Mail erhalten, also kann ich meine Meinung nicht mehr ändern…

Ich beschäftige mich schon seit so vielen Jahren mit den Oscars, aber ein Jahr wie dieses, habe ich noch nicht erlebt. Wie jedes Jahr nach einer langen Saison bin ich jetzt auch Oscar-müde und froh, dass Sonntag Nacht alles vorbei ist.

Letztes Jahr habe ich, auch wenn so vieles dagegensprach an dieser Stelle auf „Moonlight“ getippt, das Jahr zuvor habe ich, ebenfalls entgegen der Expertenmeinungen an dieser Stelle auf „Spotlight“ getippt. Dieses Jahr haben sich die Meinungen der professionellen Oscar-Experten in der letzten Woche noch mal gravierend geändert. Die Profis sind dieses Jahr erfreulicherweise auch völlig ratlos. Lange haben fast alle auf „The Shape of Water“ als Gewinner-Film getippt. Seit den BAFTAs gehen mittlerweile die meisten davon aus, dass „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ gewinnt, es gibt aber noch genug, die bei „The Shape of Water“ blieben und ein paar gehen davon aus, dass „Get Out“ der Oscar-Gewinner-Film ist. Ich habe sogar einen gefunden, der von „Lady Bird“ ausgeht.

Ich hatte in meiner Analyse zum dem Oscar-Gewinnerfilm 2018 bereits ausführlich geschrieben, dass es für jeden der neun nominierten Filme einige Für und Wider für den Oscar-Gewinn gibt.

In  meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (vom September 2017)  habe ich auf „Three Billboards“ getippt, habe an dem Film bis zu den Oscar-Nominierungen festgehalten. Dann wurde der Film jedoch nicht in der wichtigen Kategorie Beste Regie nominiert und ich musste davon Abstand nehmen. Als der Film zwei BAFTAs (Bester Film und Bester britischer Film) gewann, war er wieder mein Favorit. Würde der Oscar für den besten Film durch eine Mehrheitswahl entschieden, würde „Three Billboards“ sicher gewinnen. Nun gibt es hier aber das etwas komplizierte preferential voting system. Bei den neun nominierten Filmen kann man hundertprozentig davon ausgehen, dass keiner dieser Filme in der ersten Runde auf über 50% aller Stimmen kommt. Für das jetzt richtig zum Zuge kommende Wahlsystem müsste man wissen, wie die in den letzten Jahr extrem verjüngte Gruppe der Academy-Mitglieder tickt und welche Filme sie präferieren. Weiss aber keiner und die Vorhersage welcher Film den Oscar gewinnt, wird immer schwieriger. Insbesondere in einer Oscar-Saison, in der es keinen Favoriten gab und gibt.

Es scheint, dass die Nicht-Amerikaner und die Schauspieler (die die größte Gruppe innerhalb von AMPAS bilden) „Three Billboards“ favorisieren. Der Film hat den Publikumspreis der Toronto International Filmfestival gewonnen, er hat einen Doppel-Gewinn bei den BAFTAs abgeräumt und den SAG Ensemble Award gewonnen, selbst den Preis der Auslandspresse (Golden Globe) hat er eingesackt. „Three Billboards“ ist ein Film eines irischen Filmemachers, der den Amerikanern den Spiegel vorhält und u.a. die Polizeigewalt und den Rassismus gegenüber Afroamerikaner zeigt. So wollen sich die Amerikaner aber nicht sehen. Daher mögen sie den Film nicht. Es gab regelrechte Hass-Kampagnen gegen den Film während der Oscar-Saison.

„Get Out“ hingegen ist ein Film, den die Amerikaner mögen, der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse (der neun nominierten Filme, gleich nach Dunkirk). Er prangert auf raffinierte Weise den Rassismus der gebildeten Gesellschaftsschicht in den U.S.A. an. Es ist letztlich aber auch ein Film, der den liberalen Amerikaner den Spiegel vorhält. Aber es ist ein Film eines afro-amerikanischen Filmemacher und er hat ein positives Ende.

„Three Billboards“ und „Get Out“ sind jetzt zum Schluss meine beiden Favoriten gewesen. „The Shape of Water“, „Dunkirk“ „Call Me By Your Name“ und „Lady Bird“ sehe ich aber in der Endrunde.

Mit einer einzigen Ausnahme in 90 Jahren Oscar-Geschichte gewinnt ein Oscar-Gewinner-Film immer mindestens einen weiteren Oscar. „Grand Hotel“ hat bei den 5th Academy Awards für die Jahre 1931/1932 nur den Oscar für den Besten Film gewonnen (gut, er war auch in keiner weiteren Kategorie nominiert). Das gab es danach nie wieder. Was gewinnt der möglicher Oscar-Gewinner-Film also noch dieses Jahr?

„Three Billboards“ gewinnt sehr wahrscheinlich mindestens einen Schauspielpreis

„Get Out“ könnte das Beste Originaldrehbuch gewinnen

„The Shape of Water“ gewinnt sehr wahrscheinlich Beste Regie und Bestes Szenenbild

„Dunkirk“ könnte die Sound-Kategorien und vielleicht Bester Schnitt für sich entscheiden

„Call Me by Your Name“ gewinnt höchstwahrscheinlich Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Lady Bird“ könnte Beste weibliche Nebenrolle und evtl. (aber eigentlich nicht) das Beste Originaldrehbuch gewinnen. Der Film könnte aber auch keinen weiteren Oscar gewinnen und „Grand Hotel“-mäßig Oscar-Geschichte schreiben. Sollte das geschehen, würde AMPAS, glaube ich, das preferential voting system wieder abschaffen.

Es gibt Gerüchte, dass Warren Beatty und Faye Dunaway – nach ihrem Supergau bei den 89th Academy Awards – bei dem sie fälschlicherweise „La La Land“ als Gewinner-Film ausriefen – am Sonntag erneut die Gelegenheit bekommen, den Top-Preis zu präsentieren. Ich habe mich nach langem Hin und Her und Für und Wider für „Get Out“ entschieden und muss gestehen, dass ich am liebsten meine Meinung wieder ändern würde, so wie ich in den letzten Tagen andauernd meine Meinung geändert habe…

Was die Schauspieler angeht, stehen die Favoriten (Gary Oldman, Frances McDormand, Sam Rockwell und Allison Janney) schon lange fest. Alle Vier haben alle wichtigen Preise gewonnen. Ich habe es dennoch nicht über das Herz gebracht, wollte, dass „Lady Bird“ wenigstens einen Preis gewinnt, also habe ich mich für Laurie Metcalf entschieden.

Unabhängig von meiner Wette drücke ich meinen Lieblingen Three Billboards, Get Out, Lady Bird, Coco, The Square, War for the Planet of the Apes und Frances McDormand, Sam Rockwell, Laurie Metcalf,  Gary Oldman UND ganz besonders (mal wieder) Roger Deakins ganz fest die Daumen.

Fun Fact: Alfie, der Sohn von Gary Oldman und Lesley Manville, ist bestimmt fürchterlich aufgeregt, sind doch beide dieses Jahr für den Oscar nominiert.

 

Oscar-Gewinner 2018 – meine Wette:

Best Picture: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr. and Jordan Peele (Get Out)
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actress: Laurie Metcalf (Lady Bird) mein Kumpel: Allison Janney
Original Screenplay: Jordan Peele (Get Out) mein Kumpel: Three Billboards
Best Adapted Screenplay: James Ivory (Call Me By Your Name)
Best Animated Feature: Coco (Pixar)
Best Production Design: Paul Denham Austerberry, Shane Vieau, Jeff Melvin (The Shape of Water)
Best Cinematography: Roger Deakins (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Mark Bridges (Phantom Thread)
Best Editing: Lee Smith (Dunkirk)
Best Makeup and Hairstyling: Kazuhiro Tsjuji, David Malinkowski and Lucy Sibbick (Darkest Hour)
Best Sound Mixing: Gregg Landaker, Gary A. Rizzo and Mark Weingarten (Dunkirk)
Best Sound Editing: Richard King and Alex Gibson (Dunkirk)
Best Visual Effects: Joe Letteri, Daniel Barrett, Dan Lemmon and Joel Whist (War for the Planet of the Apes)
Best Original Score: Alexander Desplat (The Shape of Water)
Best Song: “This is Me“ – Benj Pasek and Justin Paul (The Greatest Showman) mein Kumpel: „Remember Me“ (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: „Faces Places“ – Agnés Varda, JR and Rosalie Varda mein Kumpel: „Icarus“
Best Live Action Short: La DeKalb Elementary – Reed Van Dyk
Best Animated Short: „Garden Party“ – Victor Caire and Gabriel Grapperon mein Kumpel: „Dear Basketball“
Best Documentary Short: „Heroin (e)“ – Elaine McMillion Sheldon and Kerrin Sheldon

 

Dieses Jahr wieder die großartigen Honest Trailer für alle neun Oscar-nominierten Filme:

Jimmy Kimmel wird es richten:

 

Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

Netflix-Film: „Mute“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut:

 

„Mute“ (in D. seit dem 23.02.18 auf Netflix zu sehen) 126 min drama, sci-fi
dir. Duncan Jones cast: Alexander Skarsgard, Paul Rudd, Justin Theroux, Ulf Hermann, Seyneb Saleh, Robert Sheehan, Sam Rockwell

 

Berlin, im Jahre 2052. Leo (Alexander Skarsgard) ist seit einem Badeunfall in seiner Kindheit stumm. Jetzt dreißig Jahre später arbeitet er und seine Freundin Naadirah (Seyneb Saleh) in einem Nachtclub. Eines Abends will Naadirah ihrem Freund etwas über sich erzählen, sie kommt allerdings nicht mehr dazu, am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Leo begibt sich auf die Suche nach seiner großen Liebe…

 

D+ (Wertung von A bis F) „Mute“ ist der vierte Film des englischen Filmemachers Duncan Jones (Moon, Source Code, „Warcraft“).

Gut, ich hasse den Film nicht, aber ich bin enttäuscht von ihm. „Mute“ ist auch weit, sehr weit davon entfernt, ein nur annähernd gut gemachter Sci-Fi-Film zu sein. Ehrlich gesagt, sehe ich den Film auch eher als Drama mit einer simplen Story, verpackt in einem Zukunfts-Blade-Runner-Gewand. Ziemlich lange habe ich mich gefragt, was mir der Film eigentlich für eine Geschichte erzählen will. Letztendlich wäre diese schnell abgehakt. Um das Ganze auf Spielfilmlänge zu strecken, ist der Film überladen mit unzähligen Charakteren, die mit der eigentlichen Story nichts oder nur sehr wenig zutun haben und/oder sich sowieso bald wieder in Luft auflösen. Stattdessen hätte man hier mehr Zeit investieren sollen, einem die Welt, in der „Mute“ spielt, etwas näherzubringen. Auch etwas Hintergrundwissen zu den wichtigeren Charakteren wäre wünschenswert gewesen. Das Motiv von, beispielsweise von Justin Theroux´ Charakter Duck ist nicht nachvollziehbar. Auch ist die eigentliche Liebesgeschichte nicht wirklich überzeugend. Warum liebt Leo sie so sehr, was macht Naadirah besonders? Und – warum muss beispielsweise unser Protagonist Leo der Amischen Glaubensgemeinschaft angehören, wenn die Geschichte mit dieser Tatsache nichts weiter groß anzufangen weiß? „Mute“ soll irgendwo in der Welt von Sam Rockwells Charakter Sam Bell in „Moon“ angesiedelt sein. Das wird hier auch mit seinem ultra-mini-Kurzauftritt angedeutet. Mir reicht das alles nicht, daher ist „Mute“ eine einzige Enttäuschung.

Duncan Jones hat diesen Film seinem verstorbenen Vater (David Bowie) und seiner mittlerweile auch verstorbenen Nanny, Marion Skene, gewidmet.

„Mute“ ist seit dem 23.02.18 auf Netflix weltweit abrufbar.

Trailer zu sehen:

Berlin (ale) – Film: „Unsane“

Ich war am 22.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Unsane“ (dt. Filmtitel: „Unsane: Ausgeliefert“, dt. Kinostart: 29.03.18) 98 min drama, thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah, Juno Temple, Amy Irving

 

Sawyer Valentini (Claire Foy) hat ihre Heimatstadt Boston verlassen und in einer anderen Stadt ein neues Leben angefangen. Ein Grund für den Umzug war, dass sie über einen längeren Zeitraum von einem Stalker bedrängt wurde. Eines Tages hat sie das Gefühl, ihren Stalker erneut zu sehen. Hat sie sich das vielleicht nur eingebildet? Sawyer ist sich nicht sicher und sucht Hilfe bei einer Psychotherapeutin in einer Klinik. Ehe sie sich versieht, wird sie als selbstmordgefährdet eingestuft, unterzeichnet eine Selbsteinweisung und wird in der Klinik vorerst festgehalten. Aber auch in der geschlossenen Heilanstalt hat sie das Gefühl, ihrem Stalker zu begegnen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Unsane“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers, Drehbuchautors und Kameramanns Steven Soderbergh („Sex, Lies, and Videotape“, „Out of Sight“, „Traffic“, Contagion, Behind the Candelabra. Der komplette Film wurde mit iPhone 7-Kameras gedreht. Wie bei vielen seiner Filme, führt Steven Soderbergh hier nicht nur Regie, sondern steht auch (offiziell unter den Pseudonymen Peter Andrews und Mary Ann Bernard – den Namen seiner Eltern) hinter der Kamera und hat den Film selbst geschnitten.

Nachdem Steven Soderbergh nach Side Effects großmaulig verkündete, keine weiteren Spielfilme mehr für das Kino zu inszenieren, ist „Unsane“ nun nach „Logan Lucky“ bereits der zweite Film, den er seither ins Kino bringt. Ich kann das nur befürworten, nur hätte er sich das Dicke-Hose-Gelaber vorher auch sparen können.

Mit.„Unsane“ ist ihm wieder mal ein sehenswerten Kinofilm geglückt. Der Film erfindet das Thriller-Genre nicht neu, ich fand ihn aber bis zum Schluss nahezu unverschämt spannend. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau. Zu Beginn mehr Drama, erzählt er die Geschichte einer Frau, die sich von einem Stalker verfolgt fühlt und in der Nervenheilanstalt landet. Man fragt sich, wie sie sich bloss in diese Situation gebracht hat und wie sie da wieder rauskommt. Vielleicht ist ihr die Stalker-Geschichte über den Kopf gewachsen? Claire Foy spielt diese Sawyer sehr aufrichtig, als Zuschauer beobachtet man sie, ist immer bei ihr, manchmal vielleicht selbst wie ein Stalker. Die iPhone-Kameras heben vielleicht noch zusätzlich diese teils kammerspielartige, immer beklemmende Atmosphäre hervor. Irgendwann gibt es einen Genre-Wechsel vom Drama zum Thriller mit einem schleichenden Übergang zum Horrorfilm. Bei einer Szene in meiner Vorstellung sind alle Zuschauer des Friedrichstadtpalastes zusammengezuckt.

„Unsane“ wurde jedoch unterschiedlich aufgenommen, eine Dame hat sich beim Verlassen des Theatersaals fürchterlich über den Film aufgeregt. „Der (sie meinte: Soderbergh) hat doch früher ganz andere (sie meinte; bessere) Sachen gemacht“. Wenn man sich Soderberghs Filmografie anschaut, finde ich gerade gut, dass er sich nie auf ein Genre festgelegt hat und immer etwas anderes ausprobiert.

Schauspielerisch hat mir Jay Pharoah (der Nate spielt) sehr gut gefallen. Ein Hollywoodstar, der bereits in vielen Soderbergh-Filmen mitgespielt hat, ist hier in einem Cameo zu sehen.

„Unsane“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Der Film lief auf den 68. Berlin International Film Festival im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart am 29.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „7 Days in Entebbe“

Ich war am 20.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„7 Days in Entebbe“ (dt. Filmtitel: „Entebbe“, dt. Kinostart: 03.05.18) 107 min crime, thriller, biopic
dir. José Padilha cast: Rosamund Pike, Daniel Brühl, Eddie Marsan, Ben Schnetzer, Lor Ashkenazi, Nonso Anozie

 

Am 27. Juni 1976. Der Air France Flug 139 von Tel Aviv nach Paris wird nach einem planmäßigen Zwischenstop in Athen entführt. Die zwei palästinensischen und die zwei deutschen Geiselnehmer (Daniel Brühl und Rosamund Pike) zwingen den Kapitän, nach Entebbe in Uganda zu fliegen. Dort bekommen die Terroristen Unterstützung durch Truppen des Diktators Idi Amin (Nonso Anozie) und verschanzen sich mit ihren, überwiegend israelischen Geiseln in einem stillgelegten Terminal des Flughafens. Sie warten darauf, mit der israelischen Regierung zu verhandeln, um 52 Terroristen freizupressen. Premierminister Yitzhak Rabin (Lor Ashkenazi) gerät zunehmend unter Druck, grundsätzlich verhandelt die israelische Regierung nicht mit Terroristen. Sein Verteidigungsminister Shimon Peres (Eddie Marsan) plädiert für eine militärische Befreiungsaktion…

 

B (Wertung von A bis F) „7 Days in Entebbe“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von der Befreiungsaktion „Thunderbolt“, bei der ein israelisches Spezialkommando im Juli 1976 auf dem Flughafen von Entebbe in Uganda über 100 Geiseln befreit hat. Das Drehbuch basiert auf Informationen aus dem Buch des Historikers Saul David („Operation Thunderbolt: Flight 139 and the Raid on Entebbe Airport, the Most Audacious Hostage Rescue Mission in History“). Es ist der neue Film des brasilianischen Filmemachers José Padilha („Elite Squad“, „RoboCop“, TV-Serie „Narcos“).

Die Geschichte dieser Flugzeugentführung wurde bereits mehrfach verfilmt, ich kann mich nicht erinnern, einen dieser Filmen gesehen zu haben. Überhaupt wusste ich zu wenig von dieser Begebenheit. Wie kamen eigentlich ausgerechnet Deutsche (auch wenn sie der Terrororganisation RAF nahen Revolutionären Zellen angehörten) auf die selten blöde Idee, zusammen mit palästinensischen Terroristen, ein Flugzeug mit überwiegend israelischen Passagieren zu entführen? Dann kommen ihnen bei der Selektion der israelischen Geiseln auf einmal moralische Bedenken und sie haben Angst, in die Nazi-Schublade gesteckt zu werden? Zu Beginn des Films heißt es, dass aus dramaturgischen Gründen einige Figuren frei erfunden wurden, die beiden linksradikalen Deutschen (Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann) waren an der Entführung beteiligt, entsprechend muss es auch zu irgendeinem Zeitpunkt die moralischen Überlegungen gegeben haben und davon u.a. erzählt der Film. Jedenfalls ist es ein seltsames Bündnis, der palästinensische formuliert gegenüber dem deutschen Geiselnehmer irgendwann auch so treffend, dass er selbst bei dieser Aktion dabei ist, weil er sein Land liebt und er, weil er sein Land hasst.

Wie dem auch sei, ich mag einfach die Geschichten dieser Sondereinsatzkommandos. Ich finde es höchstinteressant, wie diese Eliteeinheiten arbeiten. Die spannendste Sequenz in diesem Politthriller ist die eigentliche Operation „Thunderbolt“, die hier in einer Parallelmontage mit einer eindrucksvollen israelischen Tanz-Performance gezeigt wird.

Schauspielerisch fand ich insbesondere Lor Ashkenazi, der den israelischen PM Yitzhak Rabin und Eddie Marsan, der seinen Verteidigungsminister portraitiert, herausragend. Aber auch Daniel Brühl und Rosamund Pike (die hier nahezu akzentfrei Deutsch spricht) haben mir gefallen.

„7 Days in Entebbe“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Auf dem Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Der Film startet am 16.03.18 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film am 03.05.18 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Damsel“

Ich war am 17.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Damsel“ 113 min comedy, western
dir. David Zellner, Nathan Zellner cast: Robert Pattinson, Mia Wasikowska, Robert Forster, David Zellner, Nathan Zellner

 

Samuel Alabaster (Robert Pattinson) ist mit seiner Gitarre, seinem Gewehr und dem Mini-Pferd „Butterscotch“ unterwegs. Er trifft auf Parson Henry (David Zellner), dem er zuvor einen Brief geschrieben hat. Samuel hat den Priester dafür bezahlt, ihn zu seiner geliebten Penelope (Mia Wasikowska) zu begleiten und die beiden dann bei ihrem Zusammentreffen gleich zu vermählen. Nur haben die Männer einander ein wichtiges Detail verheimlicht…

 

B- (Wertung von A bis F) „Damsel“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Autors und Filmemachers David Zellner (Kumiko, the Treasure Hunter). Dies ist ein Zellner Bros.-Film, hier hat David Zellner zusammen mit seinem Bruder Nathan Regie geführt. David spielt hier auch eine der Hauptrollen (Parson Henry), während sein Bruder in einer der Nebenrollen (Rufus) zu sehen ist.

Ein Hauptgrund für mich diesen Film sehen zu wollen, war Zellners vorheriges Werk „Kumiko, the Treasure Hunter“, ein Film, der fast in meine Liste der Top Ten Filme aus dem Jahr 2015 gelandet wäre. Ich mag diese Skurrile-Situationen-und-Charaktere-Filme und „Damsel“ beginnt mit seinem Prolog und den Szenen in der kleinen Westernstadt dahingehend vielversprechend. Irgendwann verheddert sich dieser Western im Klamauk und findet mit dem Charakter Rufus dahingehend seinen Höhepunkt. Insbesondere mit Rufus wurde meine Geduld schon arg strapaziert, erfreulicherweise fängt sich der Film wieder und hält mit dem Charakter des Indianers dann sogar noch eine der besten Momente des Films parat.

Robert Pattinson ist sicherlich kein schlechter Schauspieler, auf mich wirkt er manchmal aber etwas dümmlich. Die Rolle es weicheiigen, naiven Schnösels passt perfekt. In diesem Film trägt er übrigens auch einen Song vor (der das Publikum des Friedrichstadtpalastes zum spontanen Szenenapplaus veranlasste).

Meine schauspielerische Neuentdeckung ist tatsächlich David Zellner. So richtig stimmt es nicht, erwähnt hatte ich ihn bereits in meinem Beitrag zu „Kumiko, the Treasure Hunter“. Vom Typ her ist David Zellner Woody Harrelson nicht unähnlich.

„Damsel“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film lief im Wettbewerb. Die Regie- und Schauspielbrüder Zellner sind persönlich erschienen und haben ihren Film angekündigt. Gezeigt wurde die amerikanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Filmausschnitt zu sehen:

 

 

Oscar-Gewinnerfilm 2018, meine Analyse

Zunächst: Jeder (egal aus welchem Land), der kreativ in der Filmbranche arbeitet, träumt davon, den wichtigsten Filmpreis der Welt, den Oscar, gewinnen. Vergleichbar ist das mit Leistungssportlern, die sich ausmalen, eines Tages olympisches Gold oder den Weltmeistertitel zu holen. Die Academy-Mitglieder, die die Oscars verleihen, sind keine Journalisten und auch keine Filmkritiker. Es sind allesamt Kreative bzw. Künstler, die sich irgendwann in der Filmbranche verdient gemacht haben und in den elitären Kreis der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (A.M.P.A.S.) aufgenommen wurden. Nicht umsonst werden von großen Filmstudios, bzw. den Indie-Produzenten/Verleihern jedes Jahr viele Millionen Dollar investiert, um Oscar-Nominierungen für ihre Filme zu erhalten oder tatsächliche Academy Awards zu gewinnen. Im Gegensatz zu Deutschland, schnellen in den U.S.A., nach der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen auch die Kino-Besucherzahlen für die nominierten Filme extrem in die Höhe. Sollte der Film zu dem Zeitpunkt bereits auf DVD oder über Streaming erhältlich sein (in diesem Jahr z.B. „Get Out“ und „Dunkirk“), dann kurbelt das auch die Verkaufs- Verleih- oder Streamingzahlen in den U.S.A. an. Bei den Oscars geht es nicht nur um Prestige, sondern auch um sehr viel Geld. Der Academy Award ist auch nicht – wie manche vielleicht denken – ein Preis, der nur Amerikaner oder amerikanische Filme auszeichnet. Allein wenn man sich dieses Jahr die Liste der Nominierten in den „wichtigsten“ Kategorien (Regie, Schauspiel und Drehbuch) anschaut, da sind auch viele Engländer bzw. Briten, Iren, ein Mexikaner, ein Kanadier, eine Australierin und sogar ein Pakistani unter den Nominierten.

Ich weiß, dass die Oscars kritisiert werden, aber eigentlich nur von denen, die wirklich keine Ahnung haben. Das musste ich einfach mal loswerden. Es muss sich auch nicht jeder für die Oscars interessieren, für mich ist Oscar-Geschichte und die jährlichen Oscars seit sehr vielen Jahren einfach eines meiner Hobbys.

So, alle Kritikerpreise und, bis auf den Oscar, alle Preise innerhalb der Filmindustrie für das Filmjahr 2017 wurden mittlerweile vergeben. Ab morgen (20.02.18) bis zum 27.02.18 geben die Academy-Mitglieder ihre Stimme ab und wählen die Oscar-Gewinner. Das bedeutet, dass wir uns jetzt gerade nochmal in einer äußerst sensiblen Phase befinden, die Beeinflussung der Academy-Mitglieder ist entsprechend noch nicht abgeschlossen. Dieses Jahr sind mir einige Schmutzkampagnen zu Ohren gekommen, das hat in erster Linie „Three Billboards“ getroffen, außerdem wurde mit miesen Tricks versucht, Jordan Peele und Gary Oldman ins schlechte Licht zu stellen und auch Guillermo del Toro wurde angegriffen. Ihm wurde vorgeworfen, er hätte aus Jean-Pierre Jeunets Film „Delicatessen“ geklaut. Inwiefern das den jeweiligen Kandidaten geschadet hat, wird sich noch zeigen.

Hier liste ich alle wichtigen Preise, die innerhalb der Filmbranche verliehen wurden und üblicherweise relevant für den Oscar-Gewinner-Film sein könnten, auch liste ich die beiden Golden Globe-Preise:

Golden Globe, Drama: Three Billboards
Golden Globe, Comedy: Lady Bird
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SAG Outstanding Cast: Three Billboards
nominiert für den SAG Outstanding Cast Award waren: The Big Sick, Get Out, Lady Bird, Mudbound und Three Billboards
DGA: The Shape of Water (Guillermo del Toro) und Get Out (Jordan Peele – für den First Time Feature Film)
PGA: The Shape of Water
ACE Eddie Award: Dunkirk (für Drama) und I, Tonya (für Comedy)
nominiert für den ACE Eddie Award waren: Blade Runner 2049, Dunkirk, Molly´s Game, The Post und Shape of Water (drama), Baby Driver, Get Out, I, Tonya, Lady Bird und Three Billboards (comedy)
WGA: (Bestes Originaldrehbuch) Call Me By Your Name
(Bestes adaptiertes Drehbuch) Get Out

als Vorbote für die Oscars war der WGA dieses Jahr nur nicht sonderlich hilfreich, da Three Billboards und Darkest Hour die nötigen Auflagen nicht erfüllt hatten und damit nicht für den WGA nominiert werden konnten
BAFTA: Bester Film: Three Billboards (und bester britischer Film: Three Billboards)
nominiert für den BAFTA BP waren: Call Me By Your Name, Darkest Hour, Dunkirk, The Shape of Water und Three Billboards

Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 im September 2017 veröffentlicht habe, gingen einige der professionellen Oscar-Experten davon aus, dass „Dunkirk“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Danach ist mit dem Harvey-Weinstein-Skandal und im Anschluss daran mit allen anderen öffentlich gemachten Mißbrauchsvorwürfen, der #MeToo und der #TimesUp-Bewegung viel passiert. Während der Oscar-Saison 2017/2018 war irgendwann mal jeder der dann 23.01.18 neun nominierten Filme, Favorit auf den Oscar-Gewinn. Diese Oscar-Saison ist insofern beispiellos, weil es wirklich bis heute keinen Favoritenfilm gibt. Sonst gibt es immer zwei oder drei Filme, zwischen denen es sich letztendlich entscheidet. Dieses Jahr haben die meisten der neun Filme viele Gründe die für einen Oscar-Gewinn sprechen und mindestens einige, die dagegen sprechen. Mittlerweile gehen die meisten professionellen Oscar-Experten von „The Shape of Water“ als Gewinnerfilm aus und kurioserweise auch wieder von „Dunkirk“. Wenn man zu sehr in der Materie steckt, neigt man dazu, zu „verkopft“ zu sein. Ist das hier der Fall?

Kann in dieser Zeit, in der die Ungleichbehandlung der Frauen entschieden angeprangert wird und immer mehr Geschichten von sexuelle Übergriffen gegen Frauen (aber auch Männern) an die Öffentlichkeit geraten, „Dunkirk“ den Oscar gewinnen? Dazu kommt, dass dieser sexistische und rassistische Donald Trump immer noch amerikanische Präsident ist, die Welt verunsichert und in dessen Land ein Amoklauf nach dem nächsten passiert –  sollte da ein Kriegsfilm den Oscar gewinnen? Ein Film, in der keine einzige Frau eine Rolle spielt?

In meinen Augen wäre es sowas von nicht in Ordnung, wenn „Dunkirk“ den Oscar gewinnt. Davon abgesehen, ist mir der Film auch nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Heute ist der 19.02.18, in meiner September-Prognose  und meiner November-Prognose habe ich darauf getippt, dass „Three Billboards“ den Oscar gewinnt. Als die Oscar-Nominierungen herauskamen und „Three Billboards“ keine Beste Regie-Nominierung erhalten hat, musste ich davon Abstand nehmen. Das ist nämlich ein ziemlich eindeutiger Indikator, dass dieser Film eben nicht den Oscar gewinnt. Es gibt Ausnahmen: „Argo“, Ben Affleck wurde nicht als Bester Regisseur nominiert. Das war aber ein Sonderfall, Martin McDonagh ist kein Ben Affleck. Man muss schon viel weiter in die Oscar-Geschichte zurückgehen bis man einen Film findet, der ohne in der Kategorie Beste Regie für den Oscar nominiert zu sein, den Oscar BP gewann: Das war „Driving Miss Daisy“ im Jahr 1989. Gestern hat „Three Billboards“ aber den BAFTA gewonnen. Die britische „Oscar“-Academy hat „Three Billboards“ sogar zwei Mal ausgezeichnet, 1x als Bester Film und 1x Bester britischer Film. Man kann jetzt also davon ausgehen, dass die britischen A.M.P.A.S-Mitglieder auch „Three Billboards“ für den Oscar wählen, oder? Ich halte jetzt jedenfalls wieder an „Three Billboards“ fest, mit einem Ausweichkandidaten und das ist „Get Out“. Zugegebenermassen spricht vieles gegen „Get Out“ als Oscar-Gewinnerfilm (weiter unten aufgelistet), aber dieser Film trifft, wie kein anderer Film, den (amerikanischen) Zeitgeist. Außerdem glaube ich, dass „Get Out“ unter dem preferential voting system gewinnen kann. Bis zu meiner Wette habe ich noch etwas Zeit und werde das natürlich noch mal alles überdenken.

Rein mathematisch kann „Dunkirk“ natürlich sehr wohl den Oscar als Bester Film gewinnen (wie übrigens, jeder andere Film dieses Jahr auch), der Grund dafür ist das preferential voting system. Diese Art, den Gewinnerfilm zu ermitteln, gab es bereits von 1934 bis 1945, allerdings bei einer unterschiedlichen Anzahl von nominierten Filmen, von festen 5 bis zu festen 10 bzw. sogar 12. Dieses System hat Oscar-Gewinner-Filme wie z.B. „It Happened One Night“, „Gone with the Wind“ und „Casablanca“ hervorgebracht. Seit dem Jahr 2009 wurde es wieder eingeführt. Durch dieses System werden alle Academy-Mitglieder angehalten, alle nominierten Filme entsprechend ihrer Präferenzen der Reihe nach zu listen. Dann werden die Nummer 1-Filme aller Academy-Mitglieder ausgezählt und wenn kein Film auf mehr als 50% kommt, geht es in die nächste Runde. Ach, ich kann das nicht so gut erklären…wie jedes Jahr setze ich hier wieder Steve Ponds anschauliche Erklärung, wie der Oscar-Gewinner-Film ermittelt wird, rein:

Voilà:

Jetzt gehe ich ins Detail und versuche für jeden einzelnen Film ein Für und ein Wider für den Oscar-Gewinn zu finden.

Zunächst habe ich mir die aktuellen Einspielergebnisse (Stand 17.02.18) aller neun nominierten Filme angeschaut. (Bei den Oscar-Gewinner-Filmen zählt auch manchmal, wieviel Geld ein Film eingespielt hat). Da dafür nur die amerikanischen Zuschauerzahlen relevant ist, beziehen sich die nachfolgenden Einnahmen nur auf das Geld, das die Filme in den U.S.A. eingespielt haben. Damit das auch abgehakt ist, dahinter die aktuelle Rotten Tomatoes Bewertung (Stand auch hier 17.02.18).

Dunkirk: ca. 188 Millionen Dollar – 92% Rotten Tomatoes
Get Out: ca.176 Millionen Dollar – 99% Rotten Tomatoes
The Post: ca. 75 Millionen Dollar – 88% Rotten Tomatoes
Darkest Hour: ca. 52 Millionen Dollar – 86% Rotten Tomatoes
Shape of Water: ca. 51 Millionen Dollar – 92% Rotten Tomatoes
Three BB: ca. 46 Millionen Dollar – 93% Rotten Tomatoes
Lady Bird: ca. 45 Millionen Dollar – 99% Rotten Tomatoes
Phantom Thread: ca. 16 Millionen Dollar – 91% Rotten Tomatoes
Call Me By Your Name: ca. 14 Millionen Dollar – 96% Rotten Tomatoes

Nun liste ich bei allen 9 nominierten Filme Argumente die für, und Argumente die gegen einen Oscar-Gewinn Bester Film sprechen (alle Gründe kann ich natürlich nicht listen):

Three Billboards
Pro: 1. hat den Publikumspreis in Toronto gewonnen, 2. ist SAG-Ensemble-Gewinner 3. ist BAFTA-Doppel-Gewinner 4. Man kann davon ausgehen, dass der Film mindestens einen Schauspiel-Oscar gewinnt 5. Story bzw. Figuren: eine starke, kämpfende Frau, die sich in einer von Männern dominierenden, ungerechten Welt durchsetzt.
#Meetoo und #TimesUp-Bewegung: geeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Ohne eine Oscar-Regie-Nominierung den Oscar zu gewinnen ist sehr schwierig. Mit Ben Affleck/„Argo“ war das ein außergewöhnlicher Fall, da der in „Argo“ regieführende Schauspieler in Hollywood äußerst beliebt ist, alle das als ungerecht ansahen und schließlich für „Argo“ als Gewinnerfilm stimmten. Das ist kein gutes Beispiel. Davor war es „Driving Miss Daisy“, im Jahr 1989 2. auch wenn die RT-Bewertung anders aussieht, sind die Meinungen über diesen Film in den U.S.A. gespalten. 3. Story bzw. Figuren: ein rassistische Cop, der irgendwie auch ein Sympathieträger ist und eine Frau und Mutter, die (etwas) zu weit geht

The Shape of Water
Pro: 1. 13 Oscar-Nominierungen 2. hat den PGA gewonnen 3. es gilt als sicher, dass Guillermo del Toro den Regie-Oscar für diesen Film gewinnt. 4. Story bzw. Figuren: Ein Film über Außenseiter, der Film hat ein positives Ende.
#Metoo und #TimesUp Bewegung: geeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Es würde ein Film ohne von der Schauspiel-Gewerkschaft für das beste SAG-Ensemble nominiert zu sein, gewinnen. Der letzte Film, der das geschafft hat, war: „Braveheart“, im Jahr 1995 2. ebenso wie bei „Three Billboards“ sind die Meinungen über den Film gespalten 3. Story bzw. Figuren: Erwachsenenmärchen, mit dem nicht jeder etwas anfangen kann. Eine stumme Putzfrau verliebt sich in einen Fischmann und hat Sex mit ihm

Dunkirk
Pro: 1. Dunkirk hat eine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung und hat bereits den ACE Eddie gewonnen 2. Es ist sicher ein Nr. 1-Film der weißen, alten Männer innerhalb der Academy 3. Dunkirk ist der erfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse
Con: 1. Wie bei „The Shape of Water“, „Call Me“, „Darkest Hour“, „Phantom Thread“ und „The Post“ würde ein Film ohne eine SAG-Ensemble-Nominierung den Oscar gewinnen 2. Es würde auch ein Film ohne eine Schauspiel- und Drehbuch-Oscar-Nominierung gewinnen 3. „Dunkirk“ hat nur den ACE Eddie, ansonsten keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen 4. Story, bzw. Figuren: Kriegsfilm in dem keine einzige Frau mitspielt
#MeToo und der #TimesUp-Bewegung: völlig ungeeigneter Gewinner-Film

Get Out
Pro: 1. Dieser Film trifft mit seiner Sozialkritik wie kein anderer den (amerikanischen) Zeitgeist. 2. Er hat eine wichtige Regie-, Schauspiel- und eine Drehbuch-Oscar-Nominierung. 3. Er hat einen WGA für das beste Originaldrehbuch gewonnen 4. 99% RT, den Film mag jeder 5. auch wenn „Get Out“ keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt erhalten hat, er hat wenigstens eine ACE-Eddie-Nominierung (Bester Schnitt) im Bereich Comedy. 6. „Get Out“ ist nach „Dunkirk“ der erfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse 7. „Get Out“ hat den DGA (First Timer) gewonnen 8. Kann es wirklich sein, das einer der erfolgreichsten und beliebtesten Filme des Jahres 2017 ohne einen einzigen Oscar nach Hause geht?
Con: 1. Der Film hat keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt, es gab in der neunzigjährigen Geschichte der Oscars erst 10 Filme („It Happened One Night“, „The Life of Emile Zola“, „Hamlet“, „Marty“, „Tom Jones“, „A Man for All Seasons“, „The Godfather Part II“, „Annie Hall“, „Ordinary People“ und „Birdman“), die ohne diese Nominierung den Oscar gewannen 2. Der Film hat auch keine anderen Nominierungen in den technischen Kategorien, 3. Der Film hat überhaupt nur vier Oscar-Nominierungen, das ist verdammt wenig für einen Oscar-Gewinner-Film 4. Thriller/Horrorfilm: der letzte und einzige Film, der den Oscar gewonnen hat, war: „The Silence of the Lambs“ 5. Der Film hat scheinbar nicht die Briten hinter sich, die haben den Film nicht für den BAFTA Kategorie Best Picture nominiert 6. Get Out spricht mit seiner Botschaft über liberalen Rassismus ein uramerikanisches Problem an, vielleicht können internationale Academy-Mitglieder damit nicht so viel anfangen.
#MeToo und #TimesUp Bewegung: kein geeigneter Gewinner-Film

Lady Bird
Pro: 1. Die besten PR- und Oscar-Strategen der Branche legen alles dran, dass der Film den Oscar gewinnt. (Sie haben damals auch „Crash“ und „The King´s Speech“ zum Oscar verholfen). 2. A24, hat erst letztes Jahr den Oscar für „Moonlight“ geholt. 3. „Lady Bird“ hat (wie „Get Out“) wenigstens eine ACE-Eddie-Nominierung (Bester Schnitt) im Bereich Comedy 4. „Lady Bird“ ist ein Kritiker-Liebling 5. 99% RT. Kann es sein, dass der scheinbar beliebteste Film der gesamten Oscar-Saison keinen einzigen Oscar mit nach Hause nimmt?
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: geeigneter Gewinner-Film, insbesondere weil hier auch eine Frau Regie führt.
Con: Der Film hat keine Beste Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe Begründung bei „Get Out“ 2. Er hat auch keine, der durchaus anderen wichtigen technischen Kategorien, sie auch „Get Out“, 3. Der Film hat nur fünf Oscar-Nominierungen 4. Der Film hat noch keinen einzigen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen. 5. Ein Film über das Erwachsenwerden hat noch nie den Oscar gewonnen. 6. Der Film hat scheinbar nicht die Briten hinter sich, die haben den Film nicht für den BAFTA Kategorie Best Picture nominiert, siehe „Get Out“

Call Me By Your Name
Pro: 1. Es gilt als ziemlich sicher, dass dieser Film den Preis für das beste adaptierte Drehbuch gewinnt, mit einer einzigen Ausnahme (Grand Hotel im Jahr 1932) gewinnt der Oscar-Gewinner-Film immer mindestens zwei Oscars, ganz oft das Drehbuch) 2. Ich habe den Eindruck, dass dieser Film sehr beliebt ist, es ist ein typischer Nr.1-Film
Con:1. Wie bei „The Shape of Water“, „Dunkirk“, „Phantom Thread“, „Darkest Hour“ und „The Post“ würde ein Film ohne eine SAG-Ensemble-Nominierung gewinnen 2. Wie bei „Three Billboards“, „Darkest Hour“ und „The Post“ hat der Film keine Regie-Nominierung 3. Der Film hat auch keine Beste Schnitt-Nominierung 4. Story bzw. Charaktere: In den U.S.A. gilt es als problematisch, dass Elio erst 17 Jahre alt (under age) ist und von einem viel älteren Mann verführt wird.
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: Kein geeigneter Gewinner-Film

Phantom Thread
Pro: 1. Die größte Überraschung am Oscar-Nominierungstag war „Phantom Thread“, insbesondere mit seinen Nominierungen für Bester Film, Beste Regie und Beste Nebendarstellerin, das zeigt, dass der Film offensichtlich wesentlich beliebter ist, als man zuvor geglaubt hatte.
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: Nicht gänzlich ungeeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Der Film hat keine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe „Get Out“ und „Lady Bird“ 2. Der Film hat auch keine SAG-Ensemble-Nominierung, siehe „Shape of Water“, „Dunkirk“, „Call Me By Your Name“, „Darkest Hour“ und „The Post“ 3. Der Film hat keine Drehbuch-Oscar-Nominierung. 4. Der Film hat noch keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen

Darkest Hour
Pro: 1. Es gilt als relativ sicher, dass Gary Oldman den Oscar gewinnt 2. Biopics sind grundsätzlich beliebte Oscar-Gewinner-Filme
Con: 1. Der Film hat keine Regie-Nominierung, siehe „Three Billboards“, „Call Me By Your Name“ und „The Post“ 2. Der Film hat keine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe „Get Out“, „Lady Bird“, etc. 3. Der Film hat keine SAG-Ensemble-Nominierung, sie „Dunkirk“, „Shape of Water“, „Phantom Thread“, „The Post“ und „Call Me By Your Name“ 4. Der Film hat keine Drehbuch-Nominierung
#MeeToo und #TimesUp-Bewegung: Kein geeigneter Oscar-Gewinner-Film

The Post
Pro: 1. Meryl Streep hat für ihre Performance in diesem Film ihre 21. Oscar-Nominierung erhalten hat. 2. Ein Film über die Pressefreiheit in einer Zeit, in der der amtierende U.S.-Präsident selbige bekämpft.
#MeToo und #TimesUp-Bewegung: Geeigneter Oscar-Gewinnerfilm
Con: 1.2.3.4.5. Hier würde ein Film ohne Regie-, Schnitt- und Drehbuch- Oscar-Nominierungen gewinnen, auch sonst keine technische Kategorien, überhaupt hat der Film nur zwei Oscar-Nominierungen. 6. Der Film hat keine SAG-Ensemble-Nominierung, siehe „The Shape of Water,“ „Call Me By Your Name“, „Darkest Hour“ und „Phantom Thread“ 7. Der Film hat keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen

 

und jetzt noch ein paar, vielleicht nicht unwichtige Beobachtungen:

 

Welche Filme werden von allen gemocht?

Get Out und Lady Bird

 

Welcher Film war der erfolgreichste an der amerikanischen Kinokasse?

Dunkirk (relativ dicht gefolgt von Get Out)

 

Wenn man seine Unterstüztung für die #MeToo und #TimesUp-Kampagnen in einem Oscar-Gewinn für den besten Film ausdrücken will, welchen Film würde man dann wählen?

Three Billboards, The Shape of Water, Lady Bird, The Post (und vielleicht Phantom Thread)

 

Welcher Film trifft den (amerikanischen) Zeitgeist am ehesten?

Get Out

Welche Filme sind dieses Jahr klare Nr. 1 Filme?

Ich denke: Dunkirk, Call Me By Your Name, Phantom Thread, Three Billboards und The Shape of Water

 

Welche Filme könnten klare Nr. 2 und Nr. 3 Filme sein?

Ich denke: Get Out und Lady Bird

Die Mehrheit der Oscar-Academy-Mitglieder sind immer noch weiße, alte Männer – welcher Film ist wohl ihr Lieblingsfilm?

Ich denke: Dunkirk, Darkest Hour und vielleicht Three Billboards

Welchen Film mögen die vielen britischen Academy-Mitglieder?

Ich denke: Three Billboards (s. BAFTA-Doppelgewinn), Dunkirk und Darkest Hour

 

Welcher Film hat die besten PR- bzw. Oscar-Strategen hinter sich:

Lady Bird

Welche Schauspieler haben dieses Jahr die beste Oscar-Kampagne geführt:

Timothee Chalamet und Allison Janney

Sind die folgenden vier Golden Globe-, SAG- und BAFTA-Gewinner auch automatisch die sicheren Oscar-Gewinner:

Frances McDormand
Gary Oldman
Allison Janney
Sam Rockwell

das wäre in dieser beispiellosen Oscar-Saison zu einfach, oder? Ich könnte mir eine Überraschung in den Kategorien der besten Nebenrolle am ehesten vorstellen. Vor zwei Jahren war Sylvester Stallone der Favorit auf den Oscar und dann hat, etwas überraschend, Mark Rylance gewonnen. (wobei, zuvor hatte er den BAFTA gewonnen). Jedenfalls könnte ich mir hier auch Laurie Metcalf oder auch Christopher Plummer vorstellen.

 

Wie man sieht, es ist dieses Jahr alles andere als einfach auf den richtigen Oscar-Gewinner-Film zu tippen. Wahrscheinlich kann man nur raten und am Ende Glück oder Pech haben.

 

Ich werde mir das alles jetzt noch mal durch den Kopf gehen lassen und – wie immer – einen Tag vor den Oscars (am 03.03.18) meine Oscar-Wette zu allen 24 Kandidaten veröffentlichen.

Von den Filmen, die mindestens eine Oscar-Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:):

Call Me by Your Name, Get Out, Logan, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Dunkirk, „Victoria & Abdul“, The Florida Project, The Square, Blade Runner 2049, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco ,The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s Game, The Post, Update: „Stronger Island“

Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“

Ich war am 16.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Isle of Dogs“ (dt. Filmtitel: „Ataris Reise“, dt. Kinostart: 10.05.18)  101 min  animation
dir. Wes Anderson voices: Bryan Cranston, Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Ken Watanabe, Koyu Rankin, Greta Gerwig, Frances McDormand, Courtney B. Vance, Harvey Keitel, Liev, Schreiber, Bob Balaban, Scarlett Johannson, Tilda Swinton, F. Murray Abraham, Kunichi Nomura, Yoko Ono

 

Japan in der nahen Zukunft. Kobayashi (Kunichi Nomura) ist Bürgermeister der Großstadt Megasaki City. Er mag keine Hunde und verbreitet bei seinem Volk die Angst, dass sich durch die Hunde eine Seuche verbreiten kann. Damit sich diese nicht auf den Menschen überträgt, hat der Bürgermeister kurzerhand veranlasst, alle Hunde auf eine Mülldeponie, nach Trash Island, zu verbannen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Um ein Zeichen zu setzen, wird der Wachhund seines 12-jährigen Mündels Atari (Koyu Rankin), „Spots“ (Liev Schreiber), gleich als Erstes auf die Müllinsel deportiert. Sechs Monate später landet Atari auf der Isle of Dogs. Er trifft dort auf die mittlerweile verwahrlosten ehemaligen Haushunde Boss (Bill Murray), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston). Letztendlich helfen alle dem Jungen dabei, seinen geliebten Hund zu finden….

 

A- (Wertung von A bis F) „Isle of Dogs“ ist nach Fantastic Mr. Fox der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Wes Anderson („The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, The Grand Budapest Hotel). Es ist der erste Film in Spielfilmlänge, für den er die Story und das Drehbuch allein geschrieben hat.

„Isle of Dogs“ ist ein, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeiteter Stop-Motion Film. Wes Anderson schafft es zunehmend mit seinen Filmen eine völlig eigene, so skurrile Welt zu kreieren und gibt dem Zuschauer damit die Option, an diese Welt teilhaben zu dürfen. Mit diesem Film führt er einen zusätzlich auch in die politische Gegenwart. „Isle of Dogs“ ist ein Film über Ausgrenzung. Die Ausgegrenzten sind in diesem Fall Hunde.

Ich bin selbst ein großer Hundeliebhaber, aber ich glaube, auch wenn man das nicht ist, fühlt man mit diesen, doch so menschentreuen Geschöpfen. Wes Anderson hat hier, besonders mit den eigentlich verwöhnten Haushunden Boss, King, Duke und Rex und dem Streuner Chief ein paar kauzig-liebenswerte Vierbeiner zum Leben erweckt. Schnell begreift man die Sozialstruktur ihres Rudels und begleitet sie bei ihrem Abenteuer in dieser hoffnungslosen Welt. Auch wenn ich natürlich das eine oder andere Tränchen vergossen habe, ist mir der Film überwiegend humorig in Erinnerung geblieben. Am Besten hat mir der Film gefallen, wenn er tatsächlich bei den Hunden ist. Zwei andere Szenen (in der die Zubereitung eines Sushi-Menüs gezeigt wird und eine weitere im Krankenhaus bzw. Operationssaal) sind mir aber auch als besonders originell in Erinnerung geblieben.

Ansonsten ist der Film voller Rückblenden und Zeitsprünge, ist ideen- und detailreich, das man bei der ersten Sichtung des Films kaum alles aufnehmen kann. Ich werde mir den Film daher ganz sicher noch ein zweites Mal anschauen.

Isle of Dogs könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018

Ich könnte mir vorstellen, dass „Isle of Dogs“ bei den nächsten Oscars (2019) eine Rolle spielt.

„Isle of Dogs“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018. Es war der Eröffnungsfilm des 68. Berlin International Film Festivals und damit der erste Animationsfilm, der die Berliner Filmfestspiele eröffnete. Der Film lief im Wettbewerb. Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die japanisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Japanische wurde nicht übersetzt bzw. untertitelt.

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Good Behavior, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender TNT-TV-Serie angeschaut:

 

„Good Behavior, 2. Staffel“ (in D. über iTunes und Amazon zu kaufen) 10 x approx. 50 min. drama, thriller adaptation
dir. Magnus Martens, Clare Kilner, Mikkel Norgaard, Jessica Lowrey, Coky Giedroyc, Louise Friedberg, Doc Crotzer  cast: Michelle Dockery, Juan Diego Botto, Lusia Strus, Terry Kinney, Nyles Julian Steele, Joey Kern, Ann Dowd, Maria Botto

 

Letty (Michelle Dockery) hat endlich das Sorgerecht für ihren Sohn Jacob (Nyles Julian Steele). Letty, Javier (Juan Diego Botto) und Jacob ziehen in eine kleine Küstenstadt. Sie beginnen ein neues Leben – nun, nicht so ganz, Letty klaut immer noch und Javier bringt auch immer noch Leute um. Natürlich versuchen sie das voneinander geheim zuhalten, was nicht wirklich von Erfolg gekrönt ist. Javier findet außerdem heraus, dass ihn jemand töten wollte. Währenddessen ist FBI Agentin Lashever (Ann Dowd) auf der Suche nach Letty und versucht natürlich, Javier zu schnappen…

 

B (Wertung von A bis F) „Good Behavior“ basiert auf Blake Crouchs Romanserie „Letty Dobesh“.

Good Behavior“ ist eine Serie über zwei Antihelden, die so nicht in die Gesellschaft passen, aber einander gefunden haben. Erzählt wird eine außergewöhnliche Liebesgeschichte (ohne Schnulz) mit etwas Drama, viel Humor und einem nicht unerheblichen Thriller-Anteil. Die durchgehende Story aus der wunderbaren ersten Staffel wird hier fortgeführt, tappst inmitten der Staffel (mit FBI Agentin Lashever) auf etwas absurden Pfaden, findet dann aber gegen Ende wieder auf den richtigen Weg zurück.

Letty ist Mitte 30 und hat eine Vergangenheit, in der sie intensiv Parties gefeiert hat. Auch sass die Trickbetrügerin bereits mehrmals im Gefängnis, weshalb sie das Sorgerecht für ihren Sohn seinerzeit verloren hat. Sie ist aber sowieso der Typ Frau, der nicht unbedingt Kinder großziehen sollte. Sie hat schon Schwierigkeiten, längere Beziehungen zu führen. Dann lernt sie Javier kennen, diesen ruhigen und megaattraktiven Latino. Sie haben denselben Humor, der Sex könnte nicht besser sein. Alles könnte so perfekt sein, nur ist Javier leider ein Auftragsmörder und das geht aus so vielen Gründen natürlich gar nicht. Es gefällt ihm jedoch auch nicht, dass sie stiehlt und betrügt. Außerdem neigt sie immer wieder zu Dummheiten und Alkohol- und Drogenexzessen. Was wäre, wenn sie beide einen Schlussstrich unter ihre kriminelle Vergangenheit setzen und ein normales Leben führen, vielleicht sogar Lettys Kind gemeinsam großziehen?

Bereits durch die erste Staffel sind mir die Charaktere Letty und Javier ganz fürchterlich ans Herz gewachsen. Ich hatte es bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel erwähnt, dass ich etwas in Javier verliebt bin. Letty ist ein sehr faszinierender Charakter, sehr schlagfertig und smart, hat den festen Willen, ein normales Leben zu führen, scheitert aber immer an äußeren Umständen und/oder sich selbst. In der zweiten Staffel gibt es ein Wiedersehen mit Ann Dowds Charakter, der FBI-Agentin Rhonda Lashever. Die Handlung um ihren Charakter hier ist leider völlig an den Haaren herbeigezogen. Auch wenn sich dadurch ein paar unterhaltsame Momente und durchaus witzige Dialoge ergeben, hätte ich gerne auf diesen Plot verzichtet. Stattdessen hätte sich das Geschehen mehr um Javiers Schwester Ava (gespielt von Juan Diago Bottos tatsächlicher Schwester Maria Botto) bzw. ihrer gemeinsamen Verwandtschaft drehen sollen. Da dahingehend vieles noch nicht geklärt ist, sollte es dringend eine dritte Staffel geben.

 

Folgender Dialog beschreibt Letty und Javiers Bindung ziemlich präzise:

Letty: Just let me leave you.
Javier: No. We have done that. And you always come back, and I always come back.

Meine absolute Lieblingsfolge: 9 („And I Am a Violent Criminal“)

 

Das Staffelfinale hat einige Logiklöcher, öffnet aber eine Tür für eine interessante weitere Staffel. Die dritte Staffel ist bis heute noch nicht bestätigt.

Die zweite Staffel von „Good Behavior“ wurde erstmalig v. 15.10.17 – 17.12.17 auf dem amerikanischen Kabelsender TNT gezeigt. In Deutschland kann man die zweite Staffel über iTunes und über Amazon Prime kaufen.

Trailer zu sehen:

 

Netflix-Film: „The Cloverfield Paradox“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„The Cloverfield Paradox“ (Seit dem 5.2.18 weltweit über Netflix zu sehen) 102 min sci-fi, sequel
dir. Julius Onah cast: Gugu Mbatha-Raw, Chris O´Dowd, David Oyelowo, Elizabeth Debicki, Daniel Brühl, John Ortiz, Zhang Ziyi, Aksel Hennie voices: Simon Pegg, Greg Grunberg, Ken Olin

 

Die Welt leidet unter einer Energiekrise, permanente Stromausfälle bestimmen bereits jetzt schon den Alltag. Commander Kiel (David Oyelowo) ist mit seinen sechs Crew-Mitgliedern Ava (Gugu Mbatha-Raw), Schmidt (Daniel Brühl), Mundy (Chris O´Dowd), Monk (John Ortiz), Tam (Ziyi Zhang) und Volkov (Aksel Hennie) auf einer Weltraum-Mission. Auf ihrer Raumstation Cloverfield versuchen die Forscher eine neue Technologie zu testen. Mit dem Shepard Teilchenbeschleuniger soll die Energiekrise auf der Welt gelöst werden. Mittlerweile sind sie seit zwei Jahren auf der Raumstation, bei dem 47. Experiment geht etwas schief, auch scheint die Erde plötzlich verschwunden und dann taucht auch noch eine mysteriöse Frau (Elizabeth Debicki) auf…

 



D (Wertung von A bis F) „The Cloverfield Paradox“ ist nach Cloverfield und 10 Cloverfield Lane der dritte Film der vagen Reihe. Es ist erst der zweite Spielfilm des nigerianisch-amerikanischen Filmemachers Julius Onah („The Girl is in Trouble“).

Da ist Netflix nun mal tatsächlich eine Überraschung gelungen. Der erste Teaser des Films lief als TV-Spot zum Super Bowl am 4.2.18. Direkt nach dem Endspiel war selbiger Film, ohne andere Werbung, präziser ohne Vorwarnung – über Netflix abrufbar. Das ist insbesondere dann smart kalkuliert, wenn man eine Gurke am Start hat. Der Presse wurde der Film hier (natürlich) nicht gezeigt, sonst hätte man auch eine Sperrfrist für Kritiken bis zur Veröffentlichung setzen müssen.

Der erste Film der Cloverfield-Reihe war in meinen Augen entsetzlicher, mit einer Handkamera gefilmter Müll. Der zweite Film war ein, bis auf das Ende, nahezu perfekter Thriller, der eigentlich nicht viel mit dem ersten Film zu tun hatte, dem aber in post-production aus marketingtechnischen Gründen, die Cloverfield-Mütze übergestülpt wurde. Der Film war ein Wahnsinnserfolg. Das daraus eine Fortsetzung folgt, war klar.

Das erste, was mir in diesem neuen Film negativ auffiel, war die Sprache. Bei einer internationalen Crew sprechen alle selbstverständlich Englisch miteinander. Hier gibt es mit Tam (gespielt von der aus „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ bekannten Schauspielerin Zhang Ziyi) eine chinesische Wissenschaftlerin, die offensichtlich nicht Englisch spricht. Entsprechend mussten alle anderen Crew-Mitglieder Mandarin lernen, um sich mit ihr zu verständigen. Ganz logisch.

Überhaupt ist die Handlung voller Logiklöcher und Ungereimtheiten. Die Dialoge sind nicht mehr als pathetisches Gesülze unterlegt mit hochdramatischer Musik. Zu irgendeinem Zeitpunkt im Film zeigt dann jeder der (sonst gar nicht so schlechten) Schauspieler, was er oder sie unter „Overacting“ versteht. Ich kann eigentlich kaum ein gutes Haar an dem Film lassen, das Einzige, das einen gewissen Unterhaltungswert hat, ist Chris O´Dowds Charakter Mundy.

Mit mehr als 40 Millionen Dollar Produktionskosten ist „The Cloverfield Paradox“ der teuerste der „Reihe“. Leider sieht man das Geld auch nicht auf dem Bildschirm.

Mit seinen geheimen Botschaften sind die „Cloverfield“-Filme (mit Ausnahme des durchaus gelungenen „10 Cloverfield Lane“ ) wohl ausschließlich etwas für die wahren Fans von J.J. Abrams-Produktionen.

Ursprünglich sollte der Film unter dem Titel „God Particle“ ins Kino gebracht werden. Paramount hat aber dann die Rechte an Netflix verkauft. Seit dem 5.2.18 ist der Film weltweit unter dem Titel „The Cloverfield Paradox“ exklusiv auf Netflix abrufbar. Angeblich soll bereits dieses Jahr ein vierter „Cloverfield“-Film herauskommen.

Teaser zu sehen:

 

Boston – Film: „The Post“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Post“ (dt. Filmtitel: „Die Verlegerin“, dt. Kinostart: 22.02.18) 115 min drama, biopic
dir. Steven Spielberg cast: Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Tracy Letts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood, Matthew Rhys, Alison Brie, Jesse Piemons, Michael Stuhlbarg

 

Nach dem Tod ihres Ehemannes, und ohne groß Erfahrung im Zeitungsgeschäft, musste Katherine Graham (Meryl Streep) die Washington Post übernehmen. Im Jahr 1971 ist sie jetzt bereits seit einigen Jahren die Verlagschefin der Zeitung. Ihr Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) versucht sie eines Tages davon überzeugen, brisante Unterlagen eines hochrangigen Mitglieds des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu publizieren. Die sogenannten Pentagon Papers decken einen riesigen Vertuschungsskandal des Weißen Hauses auf. Die geheimen Dokumente belegen, dass vier U.S.-Präsidenten die amerikanische Öffentlichkeit hinsichtlich des Vietnamkrieges bewusst getäuscht haben. Das Konkurrenzblatt, die New York Times, begann bereits, Auszüge des Materials zu drucken, woraufhin der amtierende U.S.-Präsident Nixon eine Einstweiligen Verfügung gegen weitere Veröffentlichungen bewirkte. Sollte die Post jetzt die Pentagon Papers publizieren, könnte es das Ende der Zeitung bedeuten…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Post“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Veröffentlichung der Pentagon Papers zählt neben der Watergate-Affäre zu den größten Politskandalen der Vereinigten Staaten. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Steven Spielberg („Jaws“, „Jurassic Park“, „Schindler´s List“, Lincoln). Nach „Saving Private Ryan“, „Catch Me If You Can“, „The Terminal“ und Bridge of Spies arbeitet der Regisseur bereits das fünfte Mal mit dem Schauspieler Tom Hanks zusammen.

„The Post“ ist ein passabler Film, noch mehr ist es für mich aber Steven Spielbergs etwas verzweifelter Versuch einen wirklich relevanten Film über den Journalismus und noch wichtiger die Pressefreiheit zu inszenieren. Ungefähr zwei Drittel des Films geht es eigentlich nur darum, ob die Washington Post die Pentagon Papiere druckt oder nicht. Ich empfand das sehr zäh und auch auf Dauer langweilig. Steven Spielberg liess es sich natürlich auch nicht nehmen, am Ende des Films den Watergate-Skandal anzudeuten. Ein Skandal, der nach der Affäre um die Pentagon Papers aufgedeckt wurde und weltweit sicherlich für mehr Aufsehen gesorgt hat. Die Watergate-Affäre wurde durch die Enthüllungsjournalisten der Washington Post (Bob Woodward und Carl Bernstein) ans Licht gebracht. Zurück zu Spielbergs Film über die Pentagon Papiere: Ich mag immer mindestens etwas an den Filmen des amerikanischen Filmemachers, hier mochte ich besonders die gesamte Sequenz in der Druckerei. Das Beste des Films ist jedoch Meryl Streep. Zu Recht wurde die dreifache Oscar-Preisträgerin für diese Performance für ihren 21. Academy Award nominiert, auch wenn man vielleicht darüber diskutieren könnte, ob das jetzt eine Haupt- oder Nebenrolle ist.

„The Post“ und Paul Thomas Andersons Phantom Thread waren zusammen mit Ridley Scotts Film All the Money in the World die letzten Filme, die – in der Oscar-Saison 2017/2018 gezeigt wurden. Auf dem Papier sah „The Post“ noch am Anfang der Oscar-Saison 2017/2018 so aus, als wäre es ein sicherer Favoriten-Film bei den 90th Academy Awards. Am 23.01.18 wurde der Film jedoch nur für zwei Oscars (Bester Film und Beste Hauptdarstellerin – Meryl Streep) nominiert.

Der großartige Michael Stuhlbarg hat dieses Jahr in drei oscarnominierten Filmen (The Shape of Water  und vor allen Dingen – unvergessen in der einen Szene in Call Me by Your Name) mitgespielt. In „The Post“ spielt er den Chefredakteur der New York Times.

„The Post“ ist am 22.12.17 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 12.01.18 läuft der Film landesweit in 2819 Kinos in den U.S.A. Unter dem Filmtitel „Die Verlegerin“ soll der Film am 22.02.18 in die deutschen Kinos kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

da ich sehr spät aus Molly´s Game kam, habe ich nur noch folgenden Trailer mitbekommen:

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „The End of the F***ing World“

Ich habe mir folgende Netflix-Serie angeschaut:

 

„The End of the F***ing World“ (seit dem 5.1.18 weltweit auf Netflix zu sehen) 8 x approx. 20 min drama, comedy, adaptation
dir. Jonathan Entwistle, Lucy Tcherniak cast: Alex Lawther, Jessica Barden, Gemma Whelan, Wunmi Mosaku, Steve Oram, Christine Bottolomley

 

James (Alex Lawther) ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Er ist sich ziemlich sicher, ein Psychopath zu sein. Er tötet Tiere und seit einiger Zeit hat er das Bedürfnis, einen Menschen töten wollen. Da kommt ihm seine gleichaltrige Mitschülerin Alyssa (Jessica Barden) gerade recht. Ganz offensichtlich hat sie einen Knall. Alyssa ist wohl das, was man einen rebellischen, unangepassten Teenager nennt. Selten lässt sie eine Gelegenheit aus, andere Leute vor den Kopf zu stossen. James und Alyssa nähern sich an. Er heuchelt ihr vor, sich in sie verliebt zu haben, irgendwann wird sich schon die Gelegenheit ergeben, Alyssa zu töten…

 

A (Wertung von A bis F) „The End of the F***ing World“ basiert auf Charles S. Forsmans gleichnamigen Graphic Novel.

Wenn das Film- bzw. Serienjahr mit so einer wunderbaren Serie anfängt, bin ich sehr zuversichtlich für den weiteren Verlauf.

„The End of the F***ing World“ könnte von den Coen Bros. stammen, wenn die Briten wären und etwas über Teenager in der südenglischen Provinz geschrieben und inszeniert hätten. Die Serie hat diesen bitterbösen, schwarzen Humor, brillante, schimpfwortreiche Dialoge und Protagonisten, die mit sich und der Situation, in die sie geraten sind, überfordert sind. Außerdem habe ich lange nicht so ein interessantes Polizisten-Team gesehen und die Musikauswahl ist auch klasse. Kurzum mit dieser Kurz-Serie hatte ich eine fantastische Zeit.

Bevor die Amerikaner auf die Idee kommen, ein Remake dieser exzellenten TV-Serie zu produzieren, empfehle ich, einfach mal bei Netflix in das Original reinzuschauen. Keine Episode dauert länger als 22 Minuten und nach acht Episoden hat man quasi nicht mehr Zeit als mit einem Spielfilm mit Überlänge verbracht. Unbedingt empfehle ich – auch hier – die Originalfassung (notfalls mit Untertiteln) – zu gucken. Es gibt so viele Momente, in denen ich einfach lauthals loslachen musste und daher habe ich mir die Serie mittlerweile natürlich auch bereits schon ein zweites Mal angeschaut.

Meine Lieblingsepisode: eigentlich alle. Trotzdem hebe ich die sechste mit der „Keep on running“-Sequenz und der Tankstellen-Szene hervor.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

James ist 17 Jahre alt. Seit sich seine Mutter das Leben genommen hat, lebt er mit seinem Vater zusammen. Er hält sich selbst für einen Psychopathen, er tötet Tiere und denkt, es wäre an der Zeit, einen Menschen töten. – James wird von dem englischen Schauspieler Alex Lawther gespielt. Der 22-Jährige hat bereits in einigen Filmen mitgespielt (u.a. The Imitation Game, „Freak Show“ und „Goodbye Christopher Robin“).

Alyssa ist 17 Jahre alt, ihr Vater hat die Familie früh verlassen, seither lebt sie bei ihrer Mutter. Die hat erneut geheiratet, kürzlich hat das Paar Zwillinge bekommen. Alyssas Stiefvater ist ein Widerling, sie vermisst ihren richtigen Vater, den sie seit fast zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie ist sehr schlagfertig, aber wahrscheinlich auch bipolar. Alyssa wird von der englischen Schauspielerin Jessica Barden gespielt. Die 25-Jährige hat bereits in den TV-Serien „Coronation Street“ und „Penny Dreadful“ mitgewirkt und auch in einigen Kinofilmen („Tamara Drewe“, Hanna, Far from the Madding Crowd und The Lobster) mitgespielt.

DC Teri Darego ermittelt mit DC Noon zusammen in einem Mordfall, bald finden sie eine Verbindung zu James und Alyssa. Gespielt wird die Polizistin von der nigerianisch-britischen Schauspielerin Wunmi Mosaku. Sie hat ein großartiges Gesicht und ich liebe ihren Charakter. Sie hat in einigen britischen TV-Serien (u.a. „Black Mirror“) mitgespielt, aber auch in Stephen Frears Philomena. Vermutlich wird man von ihr noch einiges sehen, einen britischen Oscar (BAFTA) hat sie bereits für ihre Performance in dem Film „Damilola, Our Loved Boy“ gewonnen.

DC Eunice Noon ermittelt mit DC Darego zusammen in einem Mordfall, bald finden sie eine Verbindung zu James und Alyssa. Gespielt wird die Polizistin von der englischen Theater-, TV-Schauspielerin Gemma Whelan. Den meisten wird sie durch die HBO-Serie „Game of Thrones“ bekannt sein. Sei hat aber auch in ein paar Kinofilmen (u.a. „The Wolfman“) mitgewirkt.

Die erste Episode von „The End of the F***ing World“ wurde am erstmalig am 24.10.17 auf Channel 4 in England ausgestrahlt, der Rest der Serie war anschließend über Channel 4s VOD-Platform zu sehen. Die Serie steht seit dem 5.1.18 auf Netflix weltweit zur Verfügung.

Eigentlich ist die Geschichte von James und Alyssa nach der ersten Staffel zu Ende erzählt. Es gibt aber wohl Überlegungen die Serie fortzusetzen.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Oscar-Nominierungen 2018 und meine Meinung

Heute, am 23.01.18, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Der neugewählte AMPAS-Präsident John Bailey hat eine kurze Rede gehalten und die Vortragenden Tiffany Haddish („Girls Trip“) und „Caesar“,Andy Serkis („War for Planet of the Apes“) angekündigt. Tiffany Haddish hätte sich besser vorbereiten müssen, sie hat beinahe jeden Namen falsch ausgesprochen, aber ansonsten war es eine sehr gelungene Präsentation in zwei Teilen.

Dieses Jahr konnte ich die Präsentation, wieder mal, live sehen. Ich weiß, es kann kaum einer verstehen, aber ich bin immer schrecklich aufgeregt.

Gestern bin ich bereits ausführlicher auf ein paar Fakten zu den diesjährigen Oscars eingegangen. Das Wichtigste nochmal:  Im Jahr 2018 gibt es 7258 wahlberechtigte Mitglieder in der Academy und 341 Filme hatten sich qualifiziert. 5 bis zu 10 Filme konnten nominiert werden.

„The Shape of Water“ hat – wie von mir bereits gestern vermutet  – die meisten Oscar-Nominierungen erhalten. 13 an der Zahl. „Dunkirk“ hat 8 Oscar-Nominierungen und „Three Billboards“ hat 7. „Lady Bird“ hat fünf Oscar-Nominierungen und „Get Out“ hat vier.

Dieses Jahr gibt es 9 nominierte Filme. (damit habe ich auch richtig gelegen, nur habe ich nicht mit „Darkest Hour“ und „Phantom Thread“ gerechnet).

Bemerkenswert ist, dass erstmalig eine Frau (Rachel Morrison für „Mudbound“) eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Kamera erhalten hat.

Bester fremdsprachiger Film: Fatih Akins „In the Fade“ (Aus dem Nichts) wurde nicht für den Oscar nominiert.

Mit der Nicht-Nominierung von Martin McDonagh in der Kategorie Beste Regie hat „Three Billboards“ den Favoritenstatus an „The Shape of Water“ abgegeben. Der Film, der den Favoritenstatus hat, ist nie zu beneiden. Das hat man ganz gut im letzten Jahr mit „La La Land“ gesehen, ab dem Moment, als der Film 14 Oscar-Nominierungen erhalten hat, wurde er nämlich von allen Seiten attackiert.

Meryl Streep hat ihre 21. Oscar-Nominierung erhalten. Glückwunsch!

Von den Filmen, die mindestens eine Oscar-Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:):

Call Me by Your Name, Get Out, Logan, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Dunkirk, „Victoria & Abdul“, The Florida Project, The Square, Blade Runner 2049, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco ,The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s GameThe Post

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung. (gelistet in der Reihenfolge, in der ich derzeit den Gewinner am Wahrscheinlichsten sehe)

Best Motion Picture of the Year:

The Shape of Water
Lady Bird
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Get Out
Dunkirk
Call Me By Your Name
The Post
Darkest Hour
Phantom Thread

Meine Meinung: Gut, ich habe auf neun Filme getippt, die nominierten neun Filme habe ich auch alle gesehen. Ich hatte nur auf „The Florida Project“ und „The Big Sick“ getippt und nicht damit gerechnet, dass „Darkest Hour“ so stark ist. Man darf nie den großen britischen Anteil der AMPAS-Mitglieder unterschätzen, auch wenn ich das alles weiß, habe ich „Darkest Hour“ trotzdem keine BP-Nominierung zugetraut – wie dumm von mir. Auch habe nicht mit „Phantom Thread“ für eine BP-Nominierung und Best Director-Nominierung gerechnet. Diesen Film habe ich tatsächlich unterschätzt und auf Platz 14 für eine Nominierung als Bester Film gesehen.
Mein Wunsch: Ich habe es ganz gerne, wenn einer meiner Top Ten Filme  den Oscar gewinnt. Das wäre dann „Three Billboards“ oder „Lady Bird“ oder „Get Out“
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Also: „The Shape of Water“ ist jetzt mit dem PGA-Gewinn, den 13 Oscar-Nominierungen und einer Regie-Nominierung ganz klar der Favorit. Aber: Der Film hat keine Nominierung der Schauspiel-Gewerkschaft. „La La Land“ im letzten Jahr auch nicht. Der letzte Film, der ohne eine SAG-Nominierung den Oscar als Bester Film gewonnen hat, war „Braveheart“. Nun haben wir aber seit einigen Jahren das preferential voting system. Wenn ein Film nicht in der ersten Runde mehr als 50% aller Stimmen hat (was dieses Jahr bei so vielen Favoritenfilmen durchaus sein kann) geht es in die zweite Runde und dann, das ist meine Erkenntnis der letzten Jahre, gewinnt immer der Film, den alle gut finden und keiner hasst. Das wäre dann „Lady Bird“ oder vielleicht auch „Get Out“. Mit den Geschehnissen der letzten Monate und den #metoo und #TimesUp-Bewegungen dürfte aber eigentlich nur ein Film mit einer Frau in der Hauptrolle den Oscar gewinnen. „The Shape of Water“ und auch „Three Billboards“ sind keine Filme, die man der kompletten Familie – von Teenager bis Opa – zeigen kann, auch gibt es einige Leute, die diese Filme nicht so mögen oder gar hassen. Wenn „The Shape of Water“ in der ersten Runde über 50% aller Stimmen erhält, haben wir den Gewinner-Film. Schafft er das? Entweder er schafft es, oder „Lady Bird“ wird in Runde 2 gewinnen, ein Film, der bisher noch keinen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen hat.
Der Unsicherheitsfaktor: „Three Billboards“ oder „Get Out“.

 

Achievment in Directing:

Guillermo del Toro „The Shape of Water“
Paul Thomas Anderson „Phantom Thread“
Christopher Nolan „Dunkirk“
Greta Gerwig „Lady Bird“
Jordan Peele „Get Out“

Meine Meinung: Ich habe vier von fünf Regisseuren richtig geraten, kenne alle Filme. Und ich war mir so sicher, dass Martin McDonagh (für „Three Billboards) nominiert wird. Damit rücke ich definitiv erst mal von meinem favorisierten Gewinner-Film ab. Wir haben hier nämlich keine „Argo“-Situation, bei der Ben Affleck nicht für Beste Regie nominiert wurde und alle das ungerecht fanden und letztlich alle für „Argo“ als BP-Gewinner gestimmt haben. Das wäre meines Erachtens passiert, wenn Greta Gerwig oder Jordan Peele keine Regie-Nominierung bekommen hätten. Reingerutscht für McDonagh ist Paul Thomas Anderson (für „Phantom Thread“). Christopher Nolan („Dunkirk“) hat seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur. Gratulation. Und ja, sie haben Jordan Peele und Greta Gerwig für ihr Erstlingswerk zu nominiert. Greta Gerwig ist damit nach Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow erst die fünfte Frau, die jemals von AMPAS in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde. Gratulation. Jordan Peele ist übrigens auch nach John Singleton, Lee Daniels, Steve McQueen und Barry Jenkins erst der fünfte schwarze Regisseur, der jemals von AMPAS nominiert wurde. Auch hier: Gratulation. Die Nominierungen für Gerwig und Peele senden eine klare Botschaft. Guillermo war logisch und fährt diesen Oscar wohl nach Hause.
Mein Wunsch: Guillermo del Toro, der letzte der Three Amigos 
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Guillermo del Toro
Der Unsicherheitsfaktor: Christopher Nolan oder Greta Gerwig?

 

Performance by an actress in a leading role:

Frances McDormand „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Sally Hawkins „The Shape of Water“
Saoirse Ronan „Lady Bird“
Margot Robbie „I, Tonya“
Meryl Streep „The Post“

Meine Meinung: Die Nominierungen habe ich alle richtig geraten, ich kenne auch alle Performances. Meryl Streep bricht mal wieder ihre eigenen Rekorde, das ist ihre 21. Oscar-Nominierung.
Mein Wunsch: Frances McDormand, wer sonst?
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Frances McDormand
Der Unsicherheitsfaktor: wenn „The Shape of Water“ alles abräumt, dann vielleicht auch Sally Hawkins. Sollte „Lady Bird“ Bester Film gewinnen, gewinnt der Film auch mindestens einen anderen Oscar, könnte Drehbuch sein, es könnte aber auch Saoirse Ronan (dies ist ihre 3. Oscar-Nominierung) den Oscar gewinnen.

 

Performance by an actor in a leading role:

Gary Oldman „Darkest Hour“
Timothee Chalamet „Call Me By Your Name“
Daniel Day-Lewis „Phantom Thread“
Daniel Kaluuya „Get Out“
Denzel Washington „Roman J. Israel, Esq“

Meine Meinung: Auch hier habe ich alle richtig geraten und kenne auch alle Performances. Ich hatte gestern darüber geschrieben, dass James Franco („The Disaster Artist“) sich gerade mit Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens auseinandersetzen muss. Da diese während der Nominierungsphase an die Öffentlichkeit kamen, wurde er wahrscheinlich auch nicht nominiert. Ich hatte mir das schon gedacht, daher vorsichtshalber auf Denzel gesetzt, den ich auch wesentlich besser fand. Übrigens: wäre Casey Affleck (dem im letzten Jahr ähnliche Anschuldigungen zur Last gelegt wurden) dieses Jahr mit Manchester by the Sea am Start gewesen, wäre er aller Wahrscheinlichkeit auch nicht nominiert worden. Definitiv – und so viel ist sicher – hätte er nicht den Oscar gewonnen.
Mein Wunsch: Gary Oldman
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Gary Oldman
Der Unsicherheitsfaktor: Man, war ich damals sicher, dass Viola Davis (für „The Help“) den Oscar gewinnt, sie hatte auch damals sämtliche Preise, u.a. den SAG-Award vorher abgeräumt und dann kam Meryl und hat ihren dritten Oscar gewonnen. Jetzt hätten wir eine ähnliche Situation mit Denzel Washington. Letztes Jahr war es ziemlich knapp, beinahe hätte er den Oscar gewonnen. Könnte er dieses Jahr für den Schocker bei den Oscars sorgen und seinen 3. Oscar gewinnen? Daniel Day-Lewis könnte natürlich auch seinen vierten gewinnen.

 

Performance by an actress in a supporting role:

Allison Janney „I, Tonya“
Laurie Metcalf „Lady Bird“
Leslie Manville „Phantom Thread“
Octavia Spencer „The Shape of Water“
Mary J. Blige „Mudbound“

Meine Meinung: Habe vier von fünf richtig geraten. Ich kenne alle Performances. Gut, Leslie Manville (für „Phantom Thread“) hatte ich auch auf dem Schirm, aber ich dachte Holly Hunter bekommt hier – verdientermassen – eine Oscar-Nominierung. Wie bereits erwähnt, halte ich Mary J. Bliges Nominierung für einen Scherz. Allison Janney verhält sich in den letzten Wochen genau richtig, sie ist auf allen Events in Hollywood und genau so gewinnt man Oscars. Laurie Metcalf spielt – soweit ich weiß – gerade am Broadway und hat keine Zeit, eine Oscar-Kampagne zu führen. Außerdem ist Allison Janney auch sehr beliebt und alle haben schon mit ihr gearbeitet, somit werden alle für sie stimmen.
Mein Wunsch: Laurie Metcalf
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Allison Janney
Der Unsicherheitsfaktor: Allison Janney

 

Performance by an actor in a supporting role:

Sam Rockwell „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Willem Dafoe „The Florida Project“
Richard Jenkins „The Shape of Water“
Christopher Plummer „All the Money in the World“
Woody Harrelson „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig geraten und kenne auch alle Performances. Bei Christopher Plummer war ich nicht wirklich sicher, aber verdient nominiert für seine „Ich-zeig-Euch-was-ein-professioneller-Schauspieler-ist“-Einlage. Woody Harrelson, ich hatte es gestern gesagt, ist so beliebt in der Branche, jeder hat schon mit ihm gearbeitet, da war ich mir relativ sicher.
Mein Wunsch: Sam Rockwell, wer sonst?
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Sam Rockwell
Der Unsicherheitsfaktor: Bei einer Doppel-Nominierung für einen Film in einer Kategorie, habe ich immer Angst, dass sie sich Stimmen gegenseitig wegnehmen und dann wäre vielleicht keiner der „Three Billboards“-Jungs der Gewinner und Christopher Plummer gewinnt.

 

Meine Wette habe ich übrigens gewonnen, ich habe neun Filme richtig geraten und auch James Franco durch Denzel Washington ersetzt. War aber sehr knapp, weil wir sehr ähnlich getippt haben.

 

Hier alle Oscar-Nominierungen im Überblick:

http://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2018

 

Hier geht es zu meiner September-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (da habe ich ja gar nicht so schlecht gelegen)

Hier geht es zu meiner November-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018

 

und hier noch mal für alle, die die kleine Show heute um 14.22 Uhr deutsche Zeit (und, mitten in der Nacht, um 5.22 Uhr in Los Angeles) nicht sehen konnten

 

Die 90th Academy Awards finden am 4.3.18 statt. Der Gastgeber ist das zweite Jahr in Folge Jimmy Kimmel.

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2018

Da musste ich mich doch tatsächlich über die diesjährigen Razzie-Nominierungen aufregen. Klar ist die Meinung über den Film mother! gespalten, aber es gibt keinerlei Gründe, den Regisseur Darren Aronofsky auf eine Stufe mit Michael Bay zu stellen. Geht´s noch? Oder gar Jennifer Lawrence in einer Kategorie mit Katherine Heigl für den Anti-Oscar zu nominieren. Was rege ich mich aber auf, wahrscheinlich haben sie den Film bis heute nicht verstanden…

Worst Movie:
Baywatch
The Emoji Movie
Fifty Shades Darker
The Mummy
Transformers XVII: The Last Knight

Worst Actor:
Tom Cruise / The Mummy
Johnny Depp / Pirates of The Caribbean XIII: Dead Men Tell No Tales
Jamie Dornan / Fifty Shades Darker
Zac Efron / Baywatch
Mark Wahlberg / Daddy’s Home 2 & Transformers XVII: The Last Knight

Worst Actress:
Katherine Heigl / Unforgettable
Dakota Johnson / Fifty Shades Darker
Jennifer Lawrence / Mother!
Tyler Perry / BOO! 2: A Medea Halloween
Emma Watson / The Circle

Worst Supporting Actor:
Javier Bardem / Mother! & Pirates of The Caribbean: Dead Men Tell No Tales
Russell Crowe / The Mummy
Josh Duhamel / Transformers XVII: Last Knight
Mel Gibson / Daddy’s Home 2
Anthony Hopkins / Collide & Transformers XVII: Last Knight

Worst Supporting Actress:
Kim Basinger / Fifty Shades Darker
Sofia Boutella / The Mummy
Laura Haddock / Transformers XVII: Last Knight
Goldie Hawn / Snatched
Susan Sarandon / A Bad Moms Christmas

Oscar-Nominierungen 2018: Fakten und meine Wette

Morgen, am 23.01.17, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen.Seit einigen Jahren habe ich aber mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten laufen, wir haben eine Oscar-Nominierungswette (bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden) und eine Oscar-Gewinner-Wette, bei der wir alle 24 Kategorien wetten. Jeweils einen Tag vor den Oscar-Nominierungen bzw. vor der Oscar-Verleihung veröffentliche ich meine Prognose.

Zunächst ein paar Fakten:
Dieses Jahr wurden 774 Künstler eingeladen, der Oscar Academy beizutreten. Nicht jeder nimmt die Einladung an, auch verliert die Academy (durch den Tod von Mitgliedern oder auch beispielsweise, durch ihre Option, ein stilles – also nicht wählendes – Mitglied zu sein oder wie im letzten Jahr durch den Rausschmiss von Harvey Weinstein) Mitglieder. Für die diesjährige Abstimmung bei den Oscar-Nominierungen und und den eigentlichen Awards gibt es 7258 Mitglieder, die wahlberechtigt sind.

Für die 90. Academy Awards haben sich 341 Filme qualifizieren können. Jedes Mitglied wählt in seinem Berufszweig (Regisseure wählen die, für sie in diesem Jahr besten Regisseure, Schauspieler wählen die, ihrer Meinung nach, in diesem Jahr besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.) Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie haben, dürfen die nur den besten Film – bzw. siehe weiter unten – bestimmen). Jedes Mitglied wählt ansonsten zusätzlich zu seiner eigenen Gruppe die Filme, die eine Beste-Film-Nominierung erhalten und dieses Jahr ebenfalls die Kurzfilme und die Animationsfilme, die nominiert werden. Die Kurzfilme und die Animationsfilme dürfen nur gewählt werden, wenn das Mitglied nachweislich einen Großteil dieser Filme gesehen hat. Für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film gab es bislang ein Komitee, bei der einzelne Mitglieder ausgewählt wurden, die zuvor bereits auf der Shortlist gelandeten neun Filme, in Screenings in L.A., N.Y., San Francisco und London zu sehen. Dieses Jahr kann jedes Academy-Mitglied den besten fremdsprachigen Film nominieren, wenn es denn alle 9 Filme gesehen hat. Es wurde den internationalen AMPAS-Mitgliedern dieses Jahr die Möglichkeit gegeben, sogar online auf der internen Website die Filme zu sehen. Eine kleine Änderung also.

Seit einiger Zeit wird auch bei den Oscar-Nominierungen nach dem preferential system bestimmt. Jedes Mitglied listet seine Favoriten der Reihe nach. Dabei können sie aber auch bei der Kategorie Bester Film nur fünf Plätze vergeben. Dieses Jahr wurde intern noch mal darum geben, bitte auch tatsächlich auch fünf Filme zu listen und nicht nur – wie in der Vergangenheit anscheinend bereits geschehen – nur ihren Lieblingsfilm. Bei den Oscar-Nominierungen werden dann 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Könnte „Wonder Woman“ als bester Film nominiert werden? Die Chance besteht. Die Gewerkschaft der amerikanischen Produzenten (die eine ähnlich hohe Anzahl an Mitgliedern wie AMPAS hat und auch nach dem preferential system ihre Nominierung und Gewinner bestimmt) hat sich dieses Jahr nicht auf 10 beste Filme einigen können, sie hatten einen Stimmen-Gleichstand und daher haben dieses Jahr 11 Filme eine PGA-Nominierung erhalten und zwar folgende, in alphabetischer Reihenfolge:

The Big Sick
Call Me By Your Name
Dunkirk
Get Out
I, Tonya
Lady Bird
Molly´s Game
The Post
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Wonder Woman

Das sind übrigens 7 Filme mit einer Frau in der Hauptrolle.

Die Producers Guild haben aber 10 Filme, die sie auf ihre Liste setzen können, die Academy-Mitglieder haben nur 5. Vorgestern, am 20.01.18, wurde der PGA-Gewinner-Film bekanntgegeben. Den PGA hat „The Shape of Water“ gewonnen.

Die BAFTA (die britische „Oscar“-Academy) hat kürzlich ihre Nominierungen bekanntgegeben. Eine große Anzahl von Briten ist auch in der Oscar-Academy. Sie nominieren immer fünf Filme als ihre Besten, das waren folgende, in alphabetischer Reihenfolge:

Call Me By Your Name
Darkest Hour
Dunkirk
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Die BAFTA-Gewinner werden am 18.02.18 bekanntgegeben.

Dann haben wir noch die amerikanische Schauspiel-Gilde (SAG), die sich vor ein paar Jahren mit den TV- und Radio-Künstlern (AFTRA) zusammengetan hat und nun mit SAG-AFTRA rund 160000 Mitgliedern zählt. Sie haben ihre fünf beste Filme (Best Ensemble) gewählt. Per Zufallsprinzig wählen 2500 Mitglieder für die SAG-Nominierung. Dieses Jahr ist nicht klar, ob die Späteinsteiger in der Oscar-Saison 2017/2018 (The Post, Phantom Thread und Alle the Money in the World) überhaupt von dem wählenden Komitee gesehen wurden. Ihre fünf besten Filme waren, in alphabetischer Reihenfolge:

The Big Sick
Get Out
Lady Bird
Mudbound
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.

Der Schocker hier war, dass The Shape of Water nicht als Bester Film nominiert wurde. Es wurden auch weder Meryl Streep, Tom Hanks, Daniel Day-Lewis oder Christopher Plummer in ihren Kategorien nominiert. Daher könnte es sein, dass die wahlberechtigten SAG/AFTRA-Mitglieder „The Post“, „Phantom Thread“ und „All the Money in World“ nicht gesehen haben könnten. Gestern, am 21.01.18 wurde der SAG-Gewinner-Film bekanntgegeben. Den SAG hat „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ gewonnen.

Die Gewerkschaft der Regisseure hat nun folgende Regisseure für den DGA nominiert:

Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Martin McDonagh (Three Billboards)
Christopher Nolan (Dunkirk)
Jordan Peele (Get Out)

Der DGA-Gewinner wird erst am 3.2. 18 bekanntgegeben. 

Die Beste Regie-Nominierung durch AMPAS sind so gut wie nie mit der DGA-Liste identisch. Mich hat überrascht, dass die Regisseur-Gilde zwei Filmemacher für ihr offizielles Regiedebüt (Greta Gerwig, bei ihr ist es der erste Film, bei dem sie allein Regie führte und Jordan Peele) nominiert hat. Die aus 512 Mitgliedern bestehende Directors Branch der Oscar-Academy wird von Männern dominiert. Sie sind als Snobs verschrien. Jetzt ist die Frage, nominieren sie eine Frau, noch dazu eine, die vordergründig als Schauspielerin bekannt ist? Mit Regisseuren, die auch als Schauspieler arbeiten, haben es die AMPAS Director Branch ja nicht so, Ben Affleck wurde seinerzeit auch nicht für „Argo“ nominiert. Jordan Peele ist auch Schauspieler und vordergründig für seine Arbeit im TV bekannt. Wenn es nicht die DGA-Fünf sind, wer kommt anstelle von wem rein? Es könnte Steven Spielberg (The Post), Luca Guadagnino (Call Me By Your Name) oder Sean Baker (The Florida Project) sein.

Ich kann mich nicht erinnern, dass zwei wichtige Awards innerhalb der Filmindustrie (PGA und SAG) bereits vergeben wurden, bevor die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben wurden.

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „The Shape of Water“ mit den meisten Nominierungen ins Oscar-Rennen ziehen wird.

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme. Mein Kumpel und ich liegen übrigens fast gleich, er hat 8 Filme (meine ersten 8) und er hat James Franco anstelle von Denzel Washington.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist) Für die Wette zählen nur die 9 (weil ich denke, dass wieder neun Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5, die ich gelistet habe.

Best Motion Picture of the Year

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
Get Out
Dunkirk
Call Me By Your Name
The Post
The Florida Project
The Big Sick
——————————————————————————
möglich sind aber auch selbstverständlich:

  1. Darkest Hour
  2. Molly´s Game
  3. Mudbound
  4. I, Tonya
  5. Phantom Thread
  6. Wonder Woman

Bei der Kategorie Bester Film bin ich mir nur bei den ersten fünf Filmen sicher. Ich weiß immer noch nicht, welcher Film den Oscar gewinnen wird, aber es kann statistisch gesehen nur einer der ersten vier Filme sein.

Achievment in Directing

Guillermo del Toro „The Shape of Water“
Martin McDonagh „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Christopher Nolan „Dunkirk“
Greta Gerwig „Lady Bird“
Jordan Peele „Get Out“

In dieser Kategorie bin ich mir nur bei del Toro und McDonagh sicher. Christopher Nolan wurde noch nie von AMPAS als bester Regisseur nominiert. Bekommt er für „Dunkirk“ seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur? Jordan Peele und Greta Gerwig für ihr Erstlingswerk zu nominieren, wäre berechtigt, beide wurden auch für den DGA nominiert, aber nominieren die Regie-Snobs beide? In dieser Kategorie kommt es eigentlich immer zu einer Überraschung. Es könnte auch Sean Baker (für „The Florida Project“) sein, wenn sein Film als Bester Film nominiert wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er auch nominiert wird. Luca Guadagnino (für „Call Me By Your Name“) könnte nominiert werden. Eigentlich muss man auch immer mit Steven Spielberg rechnen. Könnte Ridley Scott (für „All the Money in the World“) für seinen Last-Minute-Nachdreh nominiert werden?

Performance by an actress in a leading role

Frances McDormand „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Sally Hawkins „The Shape of Water“
Saoirse Ronan „Lady Bird“
Margot Robbie „I, Tonya“
Meryl Streep „The Post“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Wirklich sicher bin ich mir nur bei Frances McDormand und Sally Hawkins. Irgendwie wäre es ein Schocker, wenn sie Meryl Streep (für „The Post“) nicht nominieren. An ihrer Stelle könnte Jessica Chastain für „Molly´s Game“ nominiert werden, Michelle Williams („All the Money in the World“) und Judi Dench („Victoria & Abdul“) sind auch potenzielle Kandidaten.

Performance by an actor in a leading role

Gary Oldman „Darkest Hour“
Timothee Chalamet „Call Me By Your Name“
Daniel Day-Lewis „Phantom Thread“
Daniel Kaluuya „Get Out“
Denzel Washington „Roman J. Israel, Esq“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Ich bin mir bei den ersten beiden Schauspielern sicher. Auch wäre es ein Schocker, wenn Daniel Day-Lewis nicht nominiert würde. Tom Hanks wurde in den letzten Jahren immer wieder übergangen, wird er dieses Jahr für „The Post“ nominiert? Daniel Kaluuya gibt für mich keine Oscar-Perfornace, er könnte aber reinrutschen, weil sein Film ein mittlerweile recht sicherer Oscar-Kandidat ist. James Franco (The Disaster Artist) hat gerade ein paar Probleme in den U.S.A., Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens kamen gerade in der Nominierungsphase an das Licht der Öffentlichkeit, inwieweit das seiner Nominierung schaden wird, wird man sehen.

Performance by an actress in a supporting role

Allison Janney „I, Tonya“
Laurie Metcalf „Lady Bird“
Holly Hunter „The Big Sick“
Octavia Spencer „The Shape of Water“
Mary J. Blige „Mudbound“

Hier bin ich mir auch nur bei den beiden Erstgenannten sicher. Mary J. Blige halte ich für einen Witz, Hong Chau könnte für „Downsizing“ nominiert werden, aber auch Leslie Manville (für „Phantom Thread) oder wenn „Darkest Hour“ doch beliebter ist, als ich denke: Kristin Scott Thomas. Eine Nominierung für Tiffany Haddish (für „Girls Trip) ist auch nicht gänzlich ausgeschlossen, auch wenn sie bisher noch keine Nominierung innerhalb der Filmindustrie erhalten hat.

Performance by an actor in a supporting role

Sam Rockwell „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Willem Dafoe „The Florida Project“
Richard Jenkins „The Shape of Water“
Christopher Plummer „All the Money in the World“
Woody Harrelson „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Hier sind eigentlich auch nur Willem Dafoe und Sam Rockwell sicher. Die Frage ist, ob Christopher Plummer nominiert wird. Und was ist mit Armie Hammer und Michael Stuhlbarg (für „Call Me By Your Name“). Steve Carell wurde von den SAGs für „Battle of the Sexes“ nominiert. Woody Harrelson ist sehr beliebt in Hollywood, deswegen gehe ich davon aus, dass er auch nominiert wird.

Nach dem gestrigen SAG-Gewinn sitzt Gary Oldman im Moment immer noch ganz fest in seinem Favoriten-Sessel. Aber was ist schon sicher in dieser seltsam anmutenden Oscar-Saison.

 

Ich bin gespannt…

Boston – Film: „Molly´s Game“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Molly´s Game“ (dt. Kinostart: 08.03.18) 141 min drama, crime, biopic, adaptation
dir. Aaron Sorkin cast: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Chris O´Dowd, Bill Camp, Jeremy Strong

 

Molly Bloom (Jessica Chastain) musste aufgrund einer Rückenverletzung ihre Skifahrer-Karriere aufgeben. Bevor sie ein Jurastudium anfängt, will sie sich erst mal eine Auszeit nehmen. Sie zieht nach Los Angeles und arbeitet als persönliche Assistentin von Dean (Jeremy Strong), der einen elitären, illegalen Pokerclub in Hollywood führt. Irgendwann macht sich Molly selbstständig und organisiert fortan hochexklusive Pokerspiele. Sie baut sich ein Imperium auf, bis eines Tages das FBI vor der Tür steht…

 

B+ Wertung von A bis F) „Molly´s Game“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Adaption von Molly Blooms Memoiren „Molly’s Game: From Hollywood’s Elite to Wall Street’s Billionaire Boys Club, My High-Stakes Adventure in the World of Underground Poker“. Es ist das Regiedebüt von Drehbuchautor Aaron Sorkin („The West Wing“, TV-Serie:The Newsroom, The Social Network, Moneyball, Steve Jobs). Für „Molly´s Game“ hat er selbstverständlich auch das Drehbuch geschrieben.

Aaron Sorkin gilt als einer der besten Drehbuchautoren, in seinem Regiedebüt erzählt er von Molly Blooms faszinierendem Leben. Aaron Sorkin hat auch durchaus Potenzial, einen Film zu inszenieren, im Moment ist jedoch noch Luft nach oben. Es gibt einige Szenen, die man ersatzlos hätte streichen können oder vielleicht auch müssen. Der Film hat mich teilweise an einen meiner Lieblingsfilme vom letzten Jahr, Miss Sloane, erinnert. Im Ganzen ist dieser Film aber zu lang und längst nicht so perfekt.

Jessica Chastain ist idealbesetzt in der Titelrolle. Aaron Sorkin ist bekannt für seine schnellen und supersmarten Texte bzw. Dialoge, dafür braucht er aber auch Schauspieler, die diese überzeugend vortragen können. Das ist mit der Besetzung dieses Films gelungen. Die Schauspieler in dem Film haben mir alle gut gefallen, neben Jessica Chastain besonders Bill Camp, sexy Idris Elba und und in einigen Szenen auch Kevin Costner.

Der Spieler X spielt bei den High-Class-Pokerspielen und in Molly Blooms Leben eine wichtige Rolle. Er wird, ohne namentlich genannt zu werden, als berühmter Hollywoodstar beschrieben. In Molly Blooms Memoiren hat sie darüber geschrieben, dass Ben Affleck, Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire regelmäßig an den exklusiven Pokerspielen teilnahmen. Bei dem Player X, der in dem Film von Michael Cera verkörpert wird, wird gemeinhin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um Tobey Maguire handelt.

Molly´s Game ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: Molly´s Game hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„Molly´s Game“ ist am 25.12.17 in 271 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 5.1.18 läuft der Film landesweit in 1608 Kinos in den U.S.A. „Molly´s Game“ startet am 8.3.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: was die für ein Geld für Werbung ausgeben
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Den of Thieves„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und 50 Cent, sieht aus wie ein typischer „Januar-Film“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The 15:17 to Paris„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „I, Tonya“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„I, Tonya“ (dt. Kinostart: 22.03.18) 121 min comedy, drama, biopic
dir. Craig Gillepsie cast: Margot Robbie, Sebastian Stan, Julianne Nicholson, Bobby Cannavale, Allison Janney, Paul Walter Hauser

 

Tonya Harding (Margot Robbie) kommt aus armen Verhältnissen. Schon früh wurde sie von ihrer Mutter (Allison Janney) in eine Eiskunstlauf-Karriere gedrängt. Sie verlässt die Schule vorzeitig, um sich besser auf ihren Sport zu konzentrieren. Tonya ist eine exzellente Eiskunstläuferin, als eine der wenigen beherrscht sie sogar den schwierigen Dreifach-Axel. Mit ihrem Auftreten und ihren selbstgenähten Kostümen entspricht sie jedoch nicht dem Bild einer eleganten Eisprinzessin und entsprechend lange dauert es, bis sie eine richtige Anerkennung für ihre sportliche Leistung bekommt. Im Jahr 1991 gewinnt sie dann aber die US-Meisterschaft. Als am 6.1.1994 ein Attentat auf Tonyas Erzrivalin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) verübt wurde, geriet Tonya Harding bald in den Verdacht, Verbindungen zu dem Attentäter gehabt zu haben…

 

B- (Wertung von A bis F) „I, Tonya“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von dem Leben der amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding. Es ist der neue Film des australischen Filmemachers Craig Gillespie (Lars and the Real Girl, Fright Night).

„I, Tonya“ ist eine schwarze Komödie und nimmt sich die Freiheit, die Wahrheit zu verzerren. Wenn man den Film sieht, könnte einen Tonya Harding eigentlich nur leid tun (gestraft mit dieser bösartige Mutter und dem prügelnden Ehemann und immer auf der Suche nach Anerkennung). In diesem Film wird Tonya Harding – auch mit Hilfe von mehreren unzuverlässigen Erzählern – in immer wiederkehrenden Sequenzen zum Opfer stilisiert. Letztendlich wird einem auch unterschwellig verkauft, dass sie sehr wahrscheinlich nichts mit dem Attentat zutun hat. Bis heute gilt der Fall als einer der größten Sportskandale. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Tonya Harding seinerzeit über Monate Thema der amerikanischen Late-Night-Talker war. Diese Satire wird vielleicht der verrückten Story an sich gerecht, für ein Porträt über die Sportlerin und eine Zusammenfassung der Ereignisse, sollte man sich jedoch eine der zahlreichen Tonya Harding-Dokumentationen anschauen.

Der Film hat sehr gute Momente, ausgezeichnet fügen sich die ausgewählten Songs in die Handlung ein. Der Film ist aber zu lang und die erzählte Geschichte dreht sich vielfach im Kreis, was mich am Ende gelangweilt hat.

Die australische Schauspielerin Margot Robbie (The Wolf of Wall Street, The Big Short) ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch eine hochtalentierte und mutige Schauspielerin. In der Rolle der Tonya Harding ist sie kaum wieder zuerkennen.

Allison Janney wurde für ihre Performance jetzt bereits mit ein einigen Preisen ausgezeichnet, sie macht ihre Sache als Monster-Mutter auch sehr gut. Es ist jedoch eine recht eindimensionale Figur und wenn man diese mit Laurie Metcalfs nuancierter Performance in Lady Bird vergleicht, müsste eigentlich Laurie Metcalf sämtliche Filmpreise (inkl. des Oscars) gewinnen.

„I, Tonya“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margot Robbie), Beste Nebendarstellerin (Allison Janney), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: I, Tonya hat 3 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Actress – Margot Robbie, Best Supporting Actress – Allison Janney, Best Film Editing) Update: „I, Tonya“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin, Allison Janney) gewonnen.

„I, Tonya“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat auf dem Filmfestival den Publikumspreis gewonnen, „I, Tonya“ belegte den Platz 2. Der Film ist im Verleih des, erst im Jahr 2017 gegründeten amerikanischen Indie-Filmverleihs NEON. Der Film ist am 8.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 517 Kinos landesweit. Für Deutschland ist ein Kinostart am 22.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saturday Church„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama/Musical
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blame„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Have a Nice Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: chinesischer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2017 tauchen insgesamt 107 Filme auf. 20 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 20 Filmen waren allein 8 neue Netflix-Filme darunter („I Don´t Feel at Home in This World Anymore“, „War Machine“, „Shimmer Lake“, „Okja“, „First They Killed My Father“, „Gerald´s Game“, „Mudbound“ und „The Hatred“). Mit Ausnahme von „Gerald´s Game“ und dem wirklich entsetzlichen „The Hatred“ hätte ich gerne alle Netflix-Filme im Kino gesehen.

Die verbleibenden 87 Filme habe ich im Kino gesehen. Die folgenden Filme: „Get Out“, „Shimmer Lake“, „Baby Driver“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „Lady Bird“ habe ich mir sogar mind. 2x angeschaut. Ansonsten habe ich es auch im Jahr 2017 wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale war ich in Deutschland 5 x im Kino (leider habe ich es nur 2 x zu Pressevorführungen geschafft). „Alien: Covenant“, „mother!“ und „Blade Runner 2049“ habe ich mir regulär im deutschen Kino angeschaut, ansonsten war ich dieses Jahr 1x in Hong Kong und 1x in Seoul, 1x in London und ansonsten ausschließlich in Nordamerika im Kino.

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres (bzw. in den ersten Tagen des neuen Jahres) noch möglich alle, sogenannten Prestige- bzw. Oscar-Filme unterzubringen. Erst dann kann ich besten Gewissens meine  Top-Ten-Liste erstellen. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Bevor ich dieses Jahr meine Bestenliste erstellt habe, habe ich mir noch „Phantom Thread“, „I, Tonya, „Molly´s Game“ und „The Post“ angeschaut. Dafür habe ich es leider nicht mehr geschafft, mir „BPM“, „Hostiles“, „Wonderstruck“, „A Fantastic Woman“, „Downsizing“, „Film Stars Don´t Die in Liverpool“ und „Faces Places“ anzugucken. Filme, die durchaus vielleicht die Chance gehabt hätten, auf meiner Bestenliste zu landen.

Die Filme, die ich mir im Kino anschaue, habe ich vorher gezielt ausgesucht, daher sehe ich sehr wenig Schrott.

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren.

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2017 gibt es keinen Platz 1-Film, sondern eine Serie. Diese Serie ist exzellent und das Beste, was ich im Jahr 2017 gesehen habe und was mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „The Handmaid´s Tale, der Rest meiner Bestenliste besteht aber tatsächlich aus Filmen, darunter ein schwedischer Film, ein französischer Film, ein Animationsfilm, ansonsten haben es nur amerikanische Produktionen, inkl. ein WTF-Film (mother!) geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017:

Platz 1: The Handmaid´s Tale

auf den Plätzen 2 bis 10 sind meine Lieblingsfilme, in der Reihenfolge in der ich sie gesehen habe:

Get Out
Raw
War for the Planet of the Apes
Wind River
mother!
The Square
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
Coco

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Call Me by Your Name, I Don´t Feel at Home in This World , Sweet Virginia, A Ghost Story, Columbus, Brad´s Status, Lucky, Phantom Thread, „Molly´s Game“)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2017:

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Golden Exits
Your Name
Wakefield
Detroit
Life
Mrs Hyde (Mme Hyde)
Victoria & Abdul
Suburbicon
Good Time

Wirklich gehasst habe ich nur zwei Filme:

El bar
The Hatred

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2017 ein ziemlich starkes Filmjahr.

Ich habe im Jahr 2017 auch ein paar sehr gute Serien gesehen:

Ungeschlagen natürlich „The Handmaid´s Tale“, aber auch sehr gut waren:

 

Meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2016 konnte man entnehmen, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2017 interessierten, das waren folgende:

„Mother“, dir. Darren AronofskyTop Ten-Film
„Untitled Detroit Project“, dir. Kathryn Bigelow (Detroit)
„War Machine“, dir. David Michod
„The Promise“, dir. Terry George – interessierte mich irgendwann nicht mehr
„Suburbicon“, dir. George Clooney
„The Shape of Water“, dir. Guillermo Del Toro
„Tully“, dir. Jason Reitman, ins Jahr 2018 verschoben
„Untitled Paul Thomas Anderson Fashion Project“, dir Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
„Downsizing“, dir. Alexander Payne, muss ich noch nachholen
„Darkest Hour“, dir. Joe Wright
„Wonderstruck“, dir. Todd Haynes, muss ich noch nachholen
„Logan Lucky“, dir. Steven Soderbergh, muss ich noch nachholen
„The Killing of a Sacred Deer“, dir. Yorgos Lanthimos
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, dir. Martin McDonagh – Top Ten-Film
„Dunkirk“, dir. Christopher Nolan
„Isle of Dogs“, dir. Wes Anderson, ins Jahr 2018 verschoben

Für das Jahr 2018 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese
Backseat, dir. Adam McKay
Widows, dir. Steve McQueen
The Sisters Brothers, Jacques Audiard
Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher
Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant
Annihilation, Alex Garland
Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater
Chappaquiddick, dir. John Curran
Loro, dir. Paolo Sorrentino
Unsane, dir. Steven Soderbergh
Boy Erased, dir. Joel Edgerton

Berlin – Film: „The Commuter“

Ich war am 30.11.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Commuter“ (dt. Kinostart: 11.01.18) 105 min action, thriller
dir. Jaume Collet-Serra cast: Liam Neeson, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Jonathan Banks, Elizabeth McGovern, Sam Neill

 

Michael MacCauley (Liam Neeson) arbeitet als Versicherungsmakler und pendelt seit zehn Jahren aus dem Vorort nach Manhattan. Von einem Tag auf den anderen verliert Michael seinen Job und gerät in finanzielle Nöte. Als ihn auf dem Nachhauseweg eine mysteriöse Fremde (Vera Farmiga) im Zug anspricht und ihm ein lukratives Angebot macht, springt er an. Dafür muss er einen bestimmten Passagier im Zug finden, der soll etwas sehr Wertvolles transportieren. Michael wird bald klar, dass nicht nur das Leben der Zug-Passagiere in Gefahr ist, sondern auch das seiner eigenen Familie…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Commuter“ ist der neue Film des spanischen Regisseurs Jaume Collet-Serra (Orphan, The Shallows). Nach Unknown, Non-Stop und Run All Night ist „The Commuter“ bereits die vierte Zusammenarbeit des Filmemacher mit seinem Hauptdarsteller Liam Neeson.

„The Commuter“ ist ein Actionthriller, der sich in seinem wirren und überladenen Plot verzettelt. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Die Story ist an den Haaren herbeigezogen, die Performances sind teilweise miserabel, so auch die Computereffekte am Ende. Vielleicht wäre der Film noch zu retten gewesen, wenn er nicht gänzlich von Humor befreit wäre. Ich hatte mich eigentlich wirklich auf den Film gefreut, leider hatte ich am Ende richtig schlechte Laune. Schade.

Ich dachte mal gehört zu haben, dass der 65-jährige irische Schauspieler nach zahlreichen Actionfilmen eigentlich nicht mehr solche Filme drehen wollte. Es stellte sich aber heraus, dass das wohl mehr mein Wunschdenken war, er das so nie gesagt hat. Die jüngere Generation kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr daran erinnern, dass Liam Neeson mal ein richtig guter Charakterschauspieler („Schindler´s List“, „Michael Collins“, „Kinsey“) war. Ich gebe zu, dass ich dem „alten“ Liam Neeson nachtrauere und darauf hoffe, dass er endlich mal wieder solide Performances in wirklich sehenswerten Filmen liefert. Dennoch sehe ich ihn immer noch sehr gerne, ich liebe einfach seine Stimme.

„The Commuter“ startet am 12.01.18 landesweit in den amerikanischen Kinos. In Deutschland startet der Film morgen (11.01.18). Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

 

Golden Globe-Gewinner 2018

Die Golden Globe-Verleihung im Jahr 2018 habe ich mal wieder live in den U.S.A. geschaut.

Die „Time´s Up“-Initiative war Thema der 75. Golden Globe-Verleihung (und wahrscheinlich der gesamten Oscar-Saison 2017/2018). Als Zeichen gegen Ungleichbehandlung, Sexismus und Machtmissbrauch trugen (mit ganz wenigen Ausnahmen) alle Schwarz und einen „Time´s Up“-Anstecker. Diese Bewegung hat einen Rechtsfond gegründet, der Frauen unterstützt, die nicht das Geld haben, ihre Peiniger anzuzeigen und zu verklagen. Das betrifft auch nicht nur die Entertainment-Branche, sondern generell den systematischen, sexuellen Missbrauch am Arbeitsplatz.

Bei dem ersten Golden Globe-Award (Film) bin ich beinahe vor Begeisterung aus dem Hotelbett gefallen. Als bester männlicher Nebendarsteller wird seit einigen Wochen Willem Dafoe als Favorit gehandelt, den Golden Globe hat aber – und ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich mich darüber freue – Sam Rockwell (für Three Billboards) gewonnen. Sam Rockwell hat selbst auch wohl nicht wirklich damit gerechnet, dass er ausgezeichnet wird, er war schrecklich aufgeregt. Goldig. Das sollte nicht der einzige Golden Globe für „Three Billboards“ sein. Zunächst ging das Beste Drehbuch an den Autor und Regisseur des Film Martin McDonagh und dann, der vorletzte Preis, ging für mich auch etwas überraschend an Frances McDormand. Warum war das überraschend? Frances McDormand ist nun (wie übrigens auch Gary Oldman, u.a.) niemand der sich auf den Veranstaltungen der rund 90 HFPA-Mitglieder sehen lässt, um die dann davon zu überzeugen, für sie zu stimmen. Ganz sicher nicht, sie ist auch kein Freund der eigentlichen Golden Globe-Verleihung, was man gestern immer mal wieder ihrem (so ausdrucksstarken) Gesicht ansehen konnte. Die HFPA-Mitglieder lassen sich aber nun mal gerne umschmeicheln, daher überraschend. Frances McDormand hat dann eine coole Rede gehalten, weil sie einfach auch unfassbar cool ist. Leider konnte man aufgrund der Zensur im amerikanischen Kabelfernsehen nicht jedes Wort hören. Der letzte Award ging dann an die Kategorie Film (Drama) und damit auch an „Three Billboards“. 4 Golden Globes für „Three Billboards“ (Bester Film, Bestes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller, Sam Rockwell) – wenn dies so bei den Oscars weitergeht, hätte ich nichts dagegen.

Der zweite Globe-Award über den ich mich auch richtig gefreut habe (der aber keine große Überraschung war) ging an Elisabeth Moss (für ihre exzellente Performance in „The Handmaid´s Tale). Eine tolle Rede hat sie gehalten. Natürlich ging die Beste Drama-Serie dann auch an „The Handmaid´s Tale – wie sollte es anders sein?

Gary Oldman hat nun eine noch schwierige Beziehung mit der HFPA als Frances McDormand (er hat sie vor ein paar Jahren sogar öffentlich als als „unbedeutend“ kritisiert). Danke HFPA, dass Ihr über Euren Schatten gesprungen seid und die beste Leistung des Jahres ausgezeichnet habt. Wenn Timothee Chalamet gestern Abend gewonnen hätte, wäre es für Gary Oldman eine Idee schwieriger geworden, den Oscar zu gewinnen.

Ich wünschte, sie hätten die 101-jährige Schauspiellegende Kirk Douglas nicht im Rollstuhl auf die Bühne geschoben.

Nicht gerechnet habe ich mit dem GG-Gewinn für Fatih Akins „In the Fade“ (Für mich hatte Diane Krüger das schönste – schwarze – Kleid des Abends an).

Ich werde nie verstehen, warum die Amis Oprah so vergöttern. Sie hat aber eine durchaus bedeutsame Rede gehalten, mir ist sie aber immer etwas too much.

Ich könnte Guillermo del Toro stundenlang zuhören…Wie süß ist der denn? Wenn ein kleiner Junge im Körper eines brillanten mexikanischen Filmemachers voller Leidenschaft über seine Monster erzählt, dann treibt mir das Tränen in die Augen…. Genau so sieht die ideale Bewerbung für die Oscars aus. (Er begann seine GG-Dankesrede mit: „Since childhood, I´ve been faithful to monsters“ und endete mit: „My monsters thank you.“ ) Wenn in den nächsten 2 Monaten nicht etwas Gravierendes passiert, hat Guillermo del Toro damit den Oscar in der Tasche.

Für mich war die Frage des Abends: Geht der Preis Best Comedy/Musical an „Get Out“ oder „Lady Bird“. Lady Bird hat gewonnen.

Wie sieht das Oscar-Rennen jetzt aus? Die Golden Globe-Verleihung war die erste amerikanische, im Fernsehen übertragene Award-Show in dieser Oscar-Saison und lag in einer richtig guten Zeit, da die Academy-Mitglieder nämlich in dieser Woche (vom 5.1.18 bis 12.1.18) ihre Stimme für die Oscar-Nominierungen abgeben. Für die Golden Globe-Gewinner war es die Möglichkeit – und das sage ich, glaube ich, jedes Jahr – ihre Chance auf der Bühne zu nutzen, sich charmant, witzig und eloquent zu zeigen – vielleicht eine Geschichte zu erzählen und dann sind AMPAS-Mitglieder (die auch in großer Zahl im Zuschauerraum waren) auch gewillt, diesen Filmschaffenden, am Ende auch auf ihrer, der Oscar-Bühne, sehen zu wollen. Das Rennen, wer dieses Jahr Bester Film gewinnt, ist vielleicht nicht mehr ganz so offen. Für heute haben wir aber erst mal zwei Favoriten: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „Lady Bird“ und zwar nicht allein durch die Golden Globe-Auszeichnungen, sondern – in meinen Augen – vor allen Dingen durch die Nominierung der Gewerkschaft der Schauspieler. Der Globe-Gewinn war jetzt die Bestätigung, das kann sich aber in der Minute ändern, in der einer dieser beiden Filme keine Nominierung der Gewerkschaft der Regisseure erhält oder beispielsweise „Get Out“ mit irgendwelchen Preisen innerhalb der Filmindustrie ausgezeichnet wird.

Golden Globe Gewinner 2017:
Movies

Best picture, drama: “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Best picture, comedy or musical: „Lady Bird”
Actress, drama: Frances McDormand, “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Actor, drama: Gary Oldman “Darkest Hour”
Actress, musical or comedy: Saoirse Ronan, “Lady Bird”
Actor, musical or comedy: James Franco, “The Disaster Artist”
Supporting actress: Allison Janney, “I, Tonya”
Supporting actor: Sam Rockwell, “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Director: Guillermo del Toro, “The Shape of Water”
Screenplay: Martin McDonagh “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Animated film: “Coco”
Foreign language film: “In the Fade”, Germany
Original score: “The Shape of Water”
Original song: „This Is Me, ”The Greatest Showman”

Cecil B. DeMille Award: Oprah Winfrey

Television:
Best series, drama: “The Handmaid´s Tale”
Best series, comedy or musical: “The Marvelous Mrs. Maisel“
Best Television Limited Series or Motion Picture Made for Television: “Big Little Lies”
Best Performance by an Actress in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Nicole Kidman, “Big Little Lies”
Best Performance by an Actor in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Ewan McGregor „Fargo”
Actress, drama: Elisabeth Moss, “The Handmaid´s Tale”
Actor, drama: Sterling K. Brown „This Is Us“
Actress, comedy or musical: Rachel Brosnahan ”The Marvelous Mrs. Maisel“
Actor, comedy or musical: Aziz Ansari, “Master of None”
Supporting actress, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Laura Dern, “Big Little Lies”
Supporting actor, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Alexander Skarsgard „Big Little Lies“

Frances McDormands Dankesrede 2018 (für übrigens ihren ersten Golden Globe)

NYC – Film: „Phantom Thread“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Phantom Thread“ (dt. Filmtitel: „Der seidene Faden“, dt. Kinostart: 01.02.18) 130 min drama, thriller
dir. Paul Thomas Anderson cast: Daniel Day-Lewis, Lesley Manville, Vicky Krieps, Brian Gleeson

 

Im London der 1950er Jahre führt Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis) zusammen mit seiner Schwester Cyril (Lesley Manville) ein Modehaus. Er ist ein sehr angesehner Modedesigner, der die Damen der Gesellschaft und sogar die Mitglieder der Königshäuser ausstattet. Reynolds ist Junggeselle, Frauen kommen und gehen in seinem Leben, bis eines Tages die Kellnerin Alma (Vicky Krieps) in sein Leben schreitet…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Phantom Thread“ ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“, „Magnolia“, The Master, Inherent Vice). Bei diesem Film hat er nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, es ist auch sein Spielfilmdebüt als bildgestaltender Kameramann. Nach There Will Be Blood ist dies bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und dem britischen Schauspieler Daniel Day-Lewis. Im Jahr 2017 galt diese Arbeit als letzte Performance des Schauspieler. Er hat angeben, sich zu Ruhe setzen zu wollen. Daniel Day-Lewis hat sich bereits Ende der 1990er eine Auszeit genommen und als Schuhmacher in Italien gearbeitet.

Die Filme von Paul Thomas Anderson sind immer etwas Besonderes, jeder auf seine Art. „Phantom Thread“ steht für mich in erster Linie für Eleganz, in Form von Filmmusik (von Radioheads Jonny Greenwood), Kamerafahrten, Kostüm- und Setdesign, etc. Von dieser Eleganz habe ich mich wie in Watte gepackt gefühlt. Derweil habe ich mich gefragt, was mir hier eigentlich für eine Geschichte erzählt wird. Was ist es überhaupt für ein Genre? Charakterdrama: sicher, Liebesgeschichte: definitiv, Thriller: durchaus. Es fiel mir leicht mich in Alma reinzuversetzen, sie lernt diesen faszinierenden Mann kennen, fühlt sich von ihm angezogen. Sie wird sein Modell, seine Muse, sie lässt sich schließlich ganz auf diesen Mann ein, der einen in einer Minute charmant um den Finger wickeln und in der nächsten Minute eiskalt und rätselhaft sein kann. Irgendwann habe ich mich dann gefragt, ob dies nun wieder so ein Film über einen exzentrischen Mann ist? Soviel sei verraten: nein, ist es nicht – oder nicht nur. Die Geschichte hält ein paar Wendungen parat.

Den exzellenten Ton muss ich bei diesem Film hervorheben, das betrifft insbesondere die Geräusche am Esstisch.

Der dreimalige Oscar-Gewinner Daniel Day-Lewis kreiert hier – wieder mal – einen eigenen Charakter und das lässt ihn als Schauspieler in einer ganz anderen Klasse als die allermeisten Schauspieler spielen. Spontan fällt mir nur Cate Blanchett ein, die in Blue Jasmine auch diesen Charakter Jasmine geschaffen hat.

Was Vicky Krieps angeht, war ich hin- und hergerissen. Optisch ist sie unscheinbar und bieder, schauspielerisch hat sie mir aber sehr gut gefallen.

„Phantom Thread“, Steven Spielbergs Film The Post und Ridley Scotts Film All the Money in the World waren die letzten Prestige-Filme, die in der Oscar-Saison 2017/2018 gezeigt wurden.

„Phantom Thread“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Day-Lewis), Beste Hauptdarstellerin (Vicky Krieps), Beste Nebendarstellerin (Lesley Manville), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Phantom Thread hat 6 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Director, Best Actor – Daniel Day-Lewis, Best Supporting Actress – Leslie Manville, Best Costume Design, Best Score) Update: „Phantom Thread“ hat einen Oscar (Bestes Kostümdesign) gewonnen.

„Phantom Thread“ ist am 25.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 19.01.18 ist der Film dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Unter dem Filmtitel „Der seidene Faden“ startet der Film am 01.02.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „7 Days in Entebbe„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Daniel Brühl und Rosamund Pike
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: was die für ein Geld für Werbung ausgeben
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Winchester„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Helen Mirren und Jason Clarke
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The 15:17 to Paris„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Charlotte – Film: „All the Money in the World“

Ich war am 28.12.17 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„All the Money in the World“ (dt. Filmtitel: „Alles Geld der Welt“, dt. Kinostart: 15.02.18) 133 min drama, biopic, adaptation
dir. Ridley Scott cast: Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, Romain Duris, Charlie Plummer, Timothy Hutton, Andrew Buchan

 

Nach der Scheidung von John Paul Getty Jr. (Andrew Buchan) verzichtet Gail (Michelle Williams) auf viel Geld, einzig das alleinige Sorgerecht für ihre vier Kinder wollte sie behalten. Sie zieht ihre Kinder in Rom auf. Am 10. Juli 1973 wird ihr 16-jährige Sohn Paul (Charlie Plummer) entführt. Eine Lösegeldsumme von 17 Millionen Dollar wird für die Freilassung des Jungen gefordert. Gail hat selbst kein Geld, die Entführer gehen aber davon aus, dass ihr ehemaliger Schwiegervater, J. Paul Getty (Christopher Plummer) das Geld für seinen Enkel zahlen wird. Der reichste Mann der Welt weigert sich jedoch, auch nur einen Cent zu zahlen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „All the Money in the World“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert auf John Pearsons Buch „Painfully Rich: The Outrageous Fortunes and Misfortunes of the Heirs of J. Paul Getty“. Es ist der neue Film des englischen Filmemachers Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, The Martian).

„All the Money in the World“ ist ein gut inszeniertes, spannendes Drama mit Thriller-Elementen. Der Film beruht auf historischen Tatsachen, auch wenn die Story aus dramaturgischen Gründen etwas abgewandelt wurde. Die Geschichte deutet eine äußerst faszinierende und tragische Familiengeschichte an. Der Ablauf und der Hintergrund der Getty-Entführung war mir nicht bekannt, sehr wohl wusste ich aber – wie wahrscheinlich jeder andere auch – von der Sache mit dem Ohr. J. Paul Getty war seinerzeit der reichste Mann der Welt. Mir wird nie begreiflich sein, wie man – insbesondere, wenn man so viel Geld hat – so geizig sein kann. Generell ist es für mich eine der unangenehmsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann. Was für ein Widerling J. Paul Getty war. Ganz sicher wäre es nicht in seinem Sinne, dass der Eintritt zu der Getty Villa (mit dem traumschönen Garten) und auch das äußerst beeindruckende Getty Center in Los Angeles kostenlos zu besichtigen sind.

John Paul Getty III hat recht bald nach seiner Entführung die Deutsche Gisela Getty, geboren Schmidt (Mitglied der Berliner Kommune 1) geheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn: Balthazar Getty, ein amerikanischer DJ und Schauspieler, vorwiegend bekannt aus den TV-Serien „Charmed“, „Brothers & Sisters“ und „Twin Peaks: The Return“). Ridley Scott hat übrigens mit dem Sohn des Entführten, Balthazar Getty, bereits in „White Squall“ zusammengearbeitet.

„All the Money in the World“ sollte ursprünglich (mit Kevin Spacey in der Rolle des J. Paul Getty) auf dem AFI Fest als Abschlussfilm am 16.11.17 in der Weltpremiere gezeigt werden. Als – Anfang November 2017 – die Missbrauchsvorwürfe gegen Kevin Spacey immer stärker wurden, beschloss Ridley Scott kurzerhand den Schauspieler aus seinem fertigen Film zu entfernen und die rund 20 Spacey-Szenen mit dem englischen Schauspieler Christopher Plummer nachzudrehen. Nun war zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht klar, ob der überhaupt zur Verfügung stand, außerdem brauchte er nicht nur die, mittlerweile 88-jährige Schauspiellegende, sondern auch die anderen Schauspieler (Mark Wahlberg, Michelle Williams, u.a.) und den Rest der Crew. Also wurden viele Telefonate, u.a. mit den Schauspielagenten geführt, alles natürlich im Geheimen, man wollte das Ganze ja nicht an die große Glocke hängen. Christopher Plummer wollte eigentlich in den Florida-Urlaub fliegen als er davon erfuhr, dass Ridley Scott ihn in der Rolle sehen wollte. Der englische Filmemacher flog extra von London nach New York, um sich mit Christopher Plummer zu treffen. Christopher Plummer ist ein großer Bewunderer von Ridley Scott und wollte schon lange mal mit ihm drehen und gab an, er hätte sich sogar auf den Dreh eingelassen, wenn er das Skript gehasst hätte. Plummer sagte schließlich zu und lernte – offensichtlich – in Windeseile seine Texte (und da ich den Film jetzt gesehen habe, kann ich nur sagen, es ist viel Text). Die anderen Schauspieler (Mark Wahlberg und Michelle Williams, u.a.) erfuhren nur, dass ein paar Reshoots in Rom und London erforderlich waren, nicht, dass sie jetzt mit einem anderen Schauspieler als Jean Paul Getty drehen werden. Der Nachdreh fand vom 20.11.17 – 29.11.17 statt. Gleichzeitig wurde das Filmmaterial im Schneideraum bearbeitet. Die noch nicht ganz fertige Version wurde den HFPA-Mitgliedern dann exklusiv am 4.12.17 gezeigt. „All the Money in the World“ wurde dann ein paar Tage später für drei Golden Globes (Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Michelle Williams, Bester Nebendarsteller Christopher Plummer) nominiert. An dem ursprünglichen amerikanischen Kinostart am 22.12.17 konnte festgehalten werden. Ein richtig guter Regisseur ist einer, der eine klare Vision hat, wie sein Film auszusehen hat, aber auch einer, der Entscheidungen fällt, wenn es nötig ist. Ridley Scott ist ein verdammt guter Regisseur. Er hat dieses Jahr nicht nur Alien: Covenant gedreht, sondern auch diese Meisterleistung rund um „All the Money in the World“ abgeliefert – und das mit 80 Jahren. Mein höchster Respekt.

Wenn ich ehrlich bin, galt mein Hauptaufmerksamkeit im Film zunächst jeder einzelnen Szene mit Christopher Plummer, gerade am Anfang ist er in quasi jeder Szene zu sehen. Wenn man genau hinguckt, sieht ein paar Fehlerchen im Schnitt, aber im Ganzen ist die Regiearbeit – wie von Ridley Scott zu erwarten – perfekt. Christopher Plummer hat sich für diese bravouröse Blitz-Leistung definitiv eine Oscar-Nominierung verdient, ich finde auch Michelle Williams. Im Moment glaube ich, dass es Christopher Plummer auch reinschafft, für Michelle Williams wird es schwierig, wahrscheinlich ist es zu spät für sie eine Kampagne zu starten, außerdem ist die Konkurrenz zu stark. Mir haben aber auch Andrew Buchan (bekannt aus der britischen TV-Serie Broadchurch) als J. Paul Gettys Sohn bzw. Gails (Ex-)Ehemann und Romain Duris, der hier Cinquanta spielt, gefallen.

In der diesjährigen Oscar-Saison war „All the Money in the World“ (noch nach The Post und Phantom Thread) der letzte mögliche Oscar-Kandidat, der gezeigt wurde.

„All the Money in the World“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Michelle Williams), (Bester Nebendarsteller (Christopher Plummer), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: All the Money in the World hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Supporting Actor – Christopher Plummer)

„All the Money in the World“ ist am 22.12.17 landesweit in 2074 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Alles Geld der Welt“ ab dem 15.02.18 in den Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Film Stars Don´t Die in Liverpool„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: RomDrama mit Annette Bening, Jamie Bell und Vanessa Redgrave
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das dieser Mist so viel Geld macht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Black Panther„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Comic-Verfilmung von Ryan Coogler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn die Kritiken gut sind

Boston – Film: „Darkest Hour“

Ich war am 08.12.17 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Darkest Hour“ (dt. Filmtitel: Die dunkelste Stunde, dt. Kinostart: 18.01.18) 124 min drama, biopic
dir. Joe Wright cast: Gary Oldman, Ben Mendelsohn, Kristin Scott Thomas, Lily James, Ronald Pickup, Stephen Dillane

 

Im May 1940, Hittlers Truppen erobern immer mehr Länder, Großbritannien fühlt sich bedroht. Die britische Bevölkerung hat das Vertrauen in ihren Premierminister Neville Chamberlain (Ronald Pickup) verloren, auch hat seine Beschwichtigungspolitik gegenüber Hitler keinen politischen Rückhalt mehr im Parlament. Chamberlain tritt schließlich zurück. Ein geeigneter Nachfolger ist nicht so einfach zu finden. Schließlich wird der Marineminister, Winston Churchill (Gary Oldman), gebeten, die Führung der britischen Kriegsregierung zu übernehmen. König George VI (Ben Mendelsohn) ist von seinem neuen Premierminister alles andere als begeistert. PM Churchill braucht in einer fast aussichtslosen Situation schon bald einen Erfolg…

 

B (Wertung von A bis F) „Darkest Hour“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Joe Wright („Pride & Prejudice“, „Atonement“, Hanna, „Anna Karenina“). Der Film erzählt von den ersten Amtstagen des britischen Premierministers Winston Churchill. „Darkest Hour“ liefert die Hintergrundgeschichte zu Christopher Nolans Dunkirk.

„Darkest Hour“ ist ein etwas altmodisches, aber ausgesprochen solides Biopic. Große Szenen, große Sets und große Dialoge. Ich war überrascht, wie gut mir der Film gefiel. Der Film lebt aber vor allen Dingen von Gary Oldmans Performance.

Wenn ich an Gary Oldman denke, fallen mir als erstes, die von ihm genial portraitierten Bösewichte (z.B. in „True Romance“, „Léon – The Professionell“, „The Fifth Element“) ein. Lange Zeit haben die Produzenten und Regisseure, wenn eine durchgeknallte oder mindestens psychisch auffällige und zwielichtige Filmfigur besetzt werden mussten, wohl zuerst an Gary Oldman gedacht. Über die letzten Jahre nahm der englische Schauspieler aber auch andere Rollen an, spielte sogar Helden (z.B. in Christopher Nolans Batman-Trilogie und Tinker Tailor Soldier Spy). Jetzt ist der gute alte Oldman nun also Winston Churchill. Er hätte die Rolle nicht angenommen, wenn er nicht irgendwie die Möglichkeit gesehen hätte, dieser historischen Figur auch gerecht zu werden. Knapp vier Stunden sass er vor dem Dreh und knapp eine Stunde hinterher in der Maske. Seine Schauspielkollegen haben Gary Oldman selbst während der Dreharbeiten nicht zu sehen bekommen und das bekommt man als Zuschauer, wenn man sich „Darkest Hour“ anschaut, auch nicht. Selbstverständlich ist das eine Oscar-Performance und wenn Gary Oldman Anfang März 2018 hoffentlich seinen ersten Oscar gewinnt, ist es nicht nur ein Oscar für seine bemerkenswerte Karriere.

Der australische Schauspieler Ben Mendelsohn spielt hier den britischen Monarchen George VI., das macht er auch ganz gut – leider hat Colin Firth diese Rolle in The King´s Speech so perfekt gespielt, dass Ben Mendelsohn mit seiner Performance hier nicht heranreicht. Ich fand es übrigens absolut faszinierend, mit Gary Oldman und Ben Mendelsohn zwei der besten Bösewicht-Darsteller hier als Winston Churchill und den britischen König zu sehen.

Als ich Ende September 2017 meine erste Oscar-Prognose zu den Gewinnern 2018 veröffentlichte, gab es – was die wichtigsten Kategorien angeht – eigentlich nur einen Favoriten: Gary Oldman. Seinerzeit konnte man aber noch davon ausgehen, dass „Darkest Hour“ auch sicher eine Oscar-Nominierung als Bester Film erhält. Davon kann man jetzt, im Dezember 2017, nicht mehr ausgehen. Nun sind die Hauptdarsteller-Preise bei den Oscars aber meist mit einer Nominierung für den Besten Film verbunden. Es gibt natürlich Ausnahmen, die betreffen aber überwiegend Schauspiel-Veteranen (Jeff Bridges, Julianne Moore, Denzel Washington, Meryl Streep, Cate Blanchett, etc.). Gary Oldman gilt als Schauspiel-Veteran. Um seinen ersten Oscar zu erhalten, muss man sich üblicherweise (es gibt Ausnahmen: Sean Penn, Mark Rylance beispielsweise) an die ungeschriebenen Gesetze halten, sich die gesamte Oscar-Saison präsent in Hollywood zeigen (kissing babies, etc.). Man muss einfach zeigen, dass man den Oscar auch wirklich will. Wie ich Gary Oldman einschätze, ist er dazu nicht bereit. Das sehen auch die Oscar-Experten so, daher gibt es einen anderen Schauspieler, der sich derzeit mit einer Charme-Offensive in Hollywood auch einen Favoriten-Status ergattert hat:  Der 22-jährige Timothée Chalamet (er ist für seine Performance in Call Me by Your Name im Gespräch). Die Oscars sind auch ein Beliebtheitswettbewerb, jedoch gewinnen selten junge männliche Schauspieler den Oscar, der jüngste Schauspieler, der den Oscar für die beste männliche Hauptrolle gewann, war Adrien Brody (für „The Pianist“) und da war er bereits 29 Jahre alt. Bei den Schauspielerinnen sieht es anders aus, sie gewinnen ihren ersten Oscar für die beste Hauptrolle meistens, wenn sie in ihren 20ern sind. Ich glaube, Gary Oldman sitzt in seinem Favoritensessel bis auf weiteres ganz bequem.

„Darkest Hour“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Gary Oldman), Bester Nebendarsteller (Ben Mendelsohn, Stephen Dillane), Beste Nebendarstellerin (Kristin Scott Thomas), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Darkest Hour hat 6 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Actor – Gary Oldman, Best Cinematography, Best Costume Design, Best Production Design, Best Makeup and Hairstyling) Update: „Darkest Hour“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Gary Oldman und Best Makeup and Hairstyling) gewonnen.

„Darkest Hour“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.11.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 943 Kinos landesweit. Unter dem Filmtitel „Die dunkelste Stunde“ soll der Film am 18.01.18 in Deutschland starten.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film mit der (vorerst) letzten Performance von Daniel-Day Lewis.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer mit nun Christopher Plummer)
Kommentar: Kevin Spacey wurde rausgeschnitten, Plummer spielt John Paul Getty und wie Ridley Scott das in so kurzer Zeit geschafft hat, ist mir schleierhaft.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Boston – Film: „The Shape of Water“

Ich war am 08.12.17 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Shape of Water“ (dt. Filmtitel: „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“, dt. Kinostart: 15.02.18)  123 min   fantasy, drama, thriller
dir. Guillermo del Toro cast: Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Doug Jones, Michael Stuhlbarg, Octavia Spencer, Lauren Lee Smith, Nick Searcy, David Hewlett

 

Während des Kalten Krieges, im Jahr 1962 in Baltimore. Die stumme Elisa (Sally Hawkins) arbeitet als Reinigungskraft in einem geheimen Hochsicherheitslabor des US-Militärs. Eines Tages wird ein Amphibien-Wesen aus dem Amazonas geliefert. Elisa freundet sich mit der Kreatur an, fühlt sich sogar zu ihm hingezogen. Als sie realisiert, dass er in Gefahr ist, überzeugt sie ihren Nachbarn Giles (Richard Jenkins), den Amphibien-Mann zu befreien…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Shape of Water“ ist der neue Film des mexikanischen Filmemachers Guillermo del Toro („Mimic“, „The Devil´s Backbone“, „Pan´s Labyrinth“, Hellboy II: The Golden Army , Crimson Peak).

Alexander Desplats einprägsamer, wunderbarer Score zieht einen gleich zu Beginn in die Geschichte und in del Toros fantasiereiche, in Grün getauchte Welt. Die Filmmusik unterstützt die Handlung fortwährend. Es gibt so vieles an dem Film zu lieben. Wenn ich zurückblicke, fällt mir als Erstes ein, wie tief beeindruckt mich die Szenenbilder haben. Während des Films habe ich daran gedacht, wie gerne ich jetzt durch diese Sets schlendern und mir alles ganz genau anschauen würde. Die Apartments von Richard Jenkins und Sally Hawkins Charakteren, das Diner (mit dieser tollen, runden Kuchen-Vitrine) oder das Büro mit den schrägen, fast bodenlangen Fenstern von Michael Shannons Charakter – ich konnte mich nicht genug an den Details sattsehen. Guillermo del Toro als kreativer Chef und sein Filmausstatter und Bühnenbildner nutzen hier, was die komplette grüne Farbpalette bietet. Die Farbe sieht man hier nicht nur in allen Varianten und Nuancen, selbst als Wort wird das Grün einige Male erwähnt.

„The Shape of Water“ ist ein Genre-Mix aus einem Drama, Thriller, Monsterfilm, Musical und einer Romanze, alles nicht zufällig in der Zeit des Kalten Krieges angesiedelt. Leider mochte ich die Liebesgeschichte nicht. Als Guillermo del Toro sich die Story ausgedacht hat, hat er die Rolle der Elisa für Sally Hawkins geschrieben. Mit der englischen Schauspielerin (Blue Jasmine) hatte ich bereits einige Male ein Problem, hier ging sie mir zunehmend auf die Nerven, was vorwiegend an ihrer Filmfigur liegt. Die süße Klebrigkeit von Elisa hat mich an Amélie aus dem gleichnamigen französischen RomCom-Film aus dem Jahr 2001 erinnert. So wenig ich Amélie mochte, so wenig mag ich Elisa. Perfekt wäre „The Shape of Water“ für mich mit Richard Jenkins Charakter als zentrale Figur und Elisa als Nebenfigur, die eine rein freundschaftliche Beziehung mit der Wasserkreatur pflegt.

In dieser Oscar-Saison gibt es wohl keinen Film mit vielfältigeren Hauptfiguren: eine stumme Putzfrau, ein schwuler Werbegrafiker, eine Afroamerikanerin, ein Amphibien-Monster als romantischer Held und im Kontrast ein weißer, rassistischer und sexistischer Amerikaner als Bösewicht. Für die Besetzung hatte der Filmemacher bereits beim Schreiben nicht nur Sally Hawkins, sondern auch Octavia Spencer, Michael Shannon und Doug Jones (als Amphibien-Mann) im Sinn. Ich bin nun auch nicht wirklich Fan von Octavia Spencer, hier gefiel sie mir zum ersten Mal. Michael Shannon ist generell klasse und kann das Böse wie kaum ein anderer repräsentieren. Richard Jenkins spielt hier einen so liebenswerten Charakter, dass ich – wie bereits erwähnt – mir gewünscht hätte, der Film würde seiner Figur wesentlich mehr Raum geben. Michael Stuhlbarg hat wohl die Zeit seines Lebens. Im Jahr 2017 ist er in tatsächlich drei potenziellen Oscar-Filmen („The Shape of Water“, The Post“ und „Call Me by Your Name“) zu sehen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass er für seine Oscar-Szene in Call Me by Your Name nominiert werden müsste.

Auch wenn mir „The Shape of Water“ von der Story her etwas überladen erschien und ich auf die Liebesgeschichte hätte verzichten können, ist der Film ein fantastisches und sehr mutiges Werk, welches in jeder Szene Guillermo del Toros Handschrift trägt. Darüberhinaus merkt man seinen Filmfiguren an, wieviel Herzblut er in jeden einzelnen Charakter gesteckt hat. Guillermo del Toro ist der letzte, der drei mexikanischen Ausnahme-Regisseure (in Hollywood als die Three Amigos bekannt: Alfonso Cuarón, Alejandro González Inárritu und Guillermo del Toro), der noch keinen Oscar hat. Ich hoffe, dass er für sein visuell perfektes, bildgewaltiges Erwachsenen-Märchen mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. In meinen Augen hätte er den Oscar bereits für den besten fremdsprachigen Film für „Pan´s Labyrinth“ verdient (gewonnen hatte seinerzeit, nicht weniger verdient, der deutsche Film „Das Leben der Anderen“).

Was den Oscar-Gewinn als Bester Film angeht, hat „The Shape of Water“ kürzlich einen herben Rückschlag erlitten. Ausgerechnet die Gewerkschaft der Schauspieler hat diesen Film nicht für einen SAG-Award Best Ensemble nominiert.

„The Shape of Water“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Sally Hawkins), Bester Nebendarsteller (Richard Jenkins, Michael Shannon), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer), Bestes Originaldrehbuch und viele technische Kategorien. Update: „The Shape of Water“ hat 13 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Director, Best Actress – Sally Hawkins, Best Supporting Actress – Octavia Spencer, Best Supporting Actor – Richard Jenkins, Best Original Screenplay, Best Cinematography, Best Costume Design, Best Film Editing, Best Production Design, Best Score, Best Sound Mixing, Best Sound Editing) Update: „The Shape of Water“ hat vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik) gewonnen.

„The Shape of Water“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film wurde mit dem wichtigsten Preis des Festivals, den Goldenen Löwen, ausgezeichnet. „The Shape of Water“ ist am 1.12.17 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 730 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 15.02.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das dieser Mist so viel Geld macht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film mit der (vorerst) letzten Performance von Daniel-Day Lewis.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer mit nun Christopher Plummer)
Kommentar: Kevin Spacey rausgeschnitten, Plummer drin und nach diesem Trailer sieht der Film wesentlich actionreicher aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Chicago – Film: „The Disaster Artist“

Ich war am 02.12.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Disaster Artist“ (dt. Kinostart: 01.02.18)  103 min  drama, comedy, biopic, adaptation
dir. James Franco cast: James Franco, Dave Franco, Seth Rogen, Bryan Cranston, Melanie Griffith, Jacki Weaver, Alison Brie, Megan Mullally, Josh Hutcherson, Zac Efron, Bob Odenkirk, Zoey Deutch, Sharon Stone

 

Im Jahr 1998 in San Francisco. Der 19-jährige Greg Sestero (Dave Franco) nimmt Schauspielunterricht und während er ängstlich und unsicher auf der Bühne agiert, tritt ein anderer, wesentlich älterer Schauspielschüler, Tommy Wiseau (James Franco), völlig übertrieben, aber sehr selbstbewusst auf. Beiden wird nicht unbedingt ein Talent attestiert. Zwischen ihnen entwickelt sich jedoch eine Freundschaft, beide träumen von der großen Hollywoodkarriere und so ziehen sie kurzerhand gemeinsam nach Los Angeles. Mit ihrer Karriere will es nicht so wirklich klappen. Eines Tages schreibt Tommy Wiseau dann selbst ein Drehbuch, die beiden drehen dann „The Room“, ein Film, bei dem Tommy Wiseau auch Regie führt…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Disaster Artist“ basiert auf einer wahren Geschichte und ist eine Adaption von Greg Sesteros und Tom Bissells Sachbuch „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Film Ever Made“. Der Film handelt der Freundschaft von Greg Sestero und Tommy Wiseau und von den Dreharbeiten des als schlechtesten Film aller Zeiten geltenden „The Room“. Es ist der 15. Spielfilm, bei dem das amerikanische Multitalent James Franco Regie führt, zugleich spielt er in diesem Film die Hauptrolle.

Ich habe „The Room“ nicht gesehen, bevor ich mir „The Disaster Artist“ aber angeschaut habe, habe ich mir auf YouTube einige Szenen aus dem Film angeguckt. Um das ganze Ausmaß von Tommy Wiseau, seinem Schauspiel und den ganzen Hype um diesen Film auch nur im Ansatz verstehen zu können, empfiehlt es sich aber wahrscheinlich „The Room“ vorher zu gucken. Da sehr viel in „The Disaster Artist“ auch mit Tommy Wiseaus Sprache zutun hat, ist es unumgänglich „The Disaster Artist“ in der OV bzw. OmU zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mit „The Disaster Artist“ nicht viel anfangen. Mir kam das Ganze auch mehr als eine Hommage an Tommy Wiseau vor. Kann es letztendlich auch nur sein, weil dieser, völlig von Talent befreite Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur hundertprozentig (nach Wiseaus eigenen Angaben 99,9%) hinter James Francos Projekt steht und auch mit ihm auf Werbetour für den Film durch die Talkshows zieht. Nun ist Tommy Wiseau aber ein Freak und keiner der liebenswerten-sympathischen Sorte. Ich hätte gerne mehr über diese mysteriöse Type erfahren, wo kommt er (wirklich) her, wie alt ist er und woher hatte er die sechs Millionen Dollar für die Produktion von „The Room“, ganz zu schweigen von dem Geld, das er für die Werbung desselbigen investiert hat. All das erfährt man nicht, auch erfährt man nichts darüber, wie aus diesem, offensichtlich grottenschlechten Film auf einmal ein Must-See-Film geworden ist.

„The Disaster Artist“ hat die Entstehung des Phänomens von „The Room“ – aus, wahrscheinlich dramaturgischen Gründen – gekürzt. In der Realität war „The Room“ nicht gleich mit der Premiere des Films ein Kultfilm, das hat sich langsam aufgebaut. Im Jahr 2003 tauchte in Hollywood auf einmal eine riesige Plakatwand für „The Room“ auf. Darauf zu sehen, war ein seltsam aussehender, langhaariger Mann in Nahaufnahme. Einige Werbeanzeigen in den bekannten Branchenblättern wurden geschaltet und auch wurde der Film für zwei Wochen in L.A. ins Kino gebracht (um sich für die Oscars zu qualifizieren!). Als der Film erstmalig ins Kino kam, wollte ihn kaum einer sehen. Irgendwann hatte es sich dann aber herumgesprochen, dass dieser Film so schlimm ist („The Best Worst Film Ever Made!“), dass man ihn tatsächlich gesehen haben muss. Der Film hatte dann einige prominente Befürworter (darunter Paul Rudd und Jonah Hill) und weitere Monate später waren exklusive Mitternacht-Vorstellungen in Los Angeles auf einmal ausverkauft. Jetzt war die Filmvorführung ein Event (vergleichbar mit „The Rocky Horror Picture Show“), zu dem man verkleidet kommt, Dialoge mitsprechen kann und als Zuschauer zu dem agieren kann, was Bizarres auf der Leinwand zu sehen war. Im Gegensatz zu „The Rocky Horror Picture Show“ macht man sich aber über das Gezeigte lustig und hat Spass dabei. Die amerikanische Journaille hat sich dann auf die Story gestürzt, der Kultfilm war geboren, seit jetzt mittlerweile 14 Jahren gibt es regelmäßig „The Room“-Vorstellungen landesweit in den U.S.A., aber auch in Kanada, England und einigen anderen englischsprachigen Ländern.

Wenn man das alles nicht miterlebt hat, wird es eng, auch was die Sympathiebekundungen für „The Disaster Artist“ angeht. Man sieht einen guten Schauspieler (James Franco) mit einer schwarzen Langhaar-Perücke, Kontaktlinsen und Maske, der einen ehrgeizigen, von sich selbst überzeugten, aber talentbefreiten Typen mimt. Daneben James Francos Bruder (Dave), der irritierenderweise Wiseaus Freund spielt und viele bekannte Gesichter in den Nebenrollen. Schlechtes Schauspiel ist mir zuwider, da James Franco hier natürlich auch Wiseaus „Schauspielkünste“ nachahmt, habe ich bei diesem Film Bauchschmerzen bekommen. Franco selbst macht seine Sache sehr gut, das sieht man insbesondere am Ende, wenn Wiseaus und Francos Szenen gegenübergestellt werden.

„The Disaster Artist“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (James Franco). Update: The Disaster Artist hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„The Disaster Artist“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film wurde am 1.12.17 in 19 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1010 Kinos landesweit in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 1.2.18 geplant.

Trailer zu sehen:

Eine Szene aus „The Disaster Artist“

Best of „The Room“

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Game Night„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller/Komödie mit Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Prayer Before Dawn„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Gefängnisdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kinoaufsteller von „The Room“

Golden Globe-Nominierungen 2018 und meine Meinung

Heute, am 11.12.17 hat die Hollywood Foreign Press Association die Golden Globe Nominierungen verkündet.

Für mich war die große Frage, ob Ridley Scotts „All the Money in the World“ irgendwelche Golden-Globe-Nominierungen erhält. Zur Erinnerung: Ridley Scotts Film war fertig, sollte Mitte November auf dem AFI Fest gezeigt werden. Dann häuften sich die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey. Ridley Scott sagte die Premiere ab und entschloss sich kurzerhand Kevin Spacey aus seinem Film zu schneiden. Ursprünglich wollte er sowieso lieber Christopher Plummer in der Rolle des J. Paul Getty sehen, also traf er sich mit dem Schauspieler und überzeugte den 87-jährigen Plummer die rausgeschnittenen Spacey-Szenen mit ihm nachzudrehen. An dem ursprünglichen amerikanischen Kinostart v. 22.12.17 wollte Ridley Scott auf jeden Fall festhalten. Da ging ein großes Raunen durch Hollywood, wie soll er das denn hinbekommen? Der ehrgeizige Spass kostete einige Millionen Dollar und dauerte 10 Drehtage, aber der 80-jährige Ridley Scott hat es geschafft. Die Rohfassung des Films wurde den Journalisten der HFPA gezeigt und was die Golden Globe-Nominierungen angeht, hat es sich gelohnt. Nominiert ist der Film in den Kategorien Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin/Drama (Michelle Williams) und Bester Nebendarsteller (Christopher Plummer). Da ich den HFPA-Leuten nicht wirklich traue, hoffe ich inständig, dass die Schauspieler, die für die SAG-Nominierungen abstimmen, diesen Film auch gesehen haben. Ich glaube aber nicht und so haben wir erstmal ein riesiges Fragezeichen, was die Oscars angeht.

„The Shape of Water“ hat die meisten GG-Nominierungen (7) erhalten. „The Post“ und „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ haben jeweils 6 Nominierungen, „Lady Bird“ hat vier.

 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2018 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „The Post“ kenne ich alle Filme. Hier habe ich tatsächlich auch alle richtig geraten. Es hätte aber auch locker „Darkest Hour“, „Phantom Thread“ oder „The Florida Project“ werden können. Und, warum wurde „All the Money in the World nicht als BP nominiert, wenn Ridley Scott als Regisseur nominiert wurde? Wie gut ist der Film wirklich? Mein Wunsch: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Ich wünschte, ich hätte „The Post“ gesehen Die Wahrscheinlichkeit: „The Shape of Water“ hat die meisten Nominierungen, muss aber nicht immer was heißen. Vielleicht „The Post“

Best Director – Motion Picture:

Christopher Nolan (Dunkirk)
Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Martin McDonagh (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Ridley Scott (All the Money in the World)
Steven Spielberg (The Post)

Meine Meinung: Ich habe weder „The Post“ noch, logischerweise, „All the Money in the World“ gesehen. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Nolan, del Toro und Spielberg. Bin auch, ehrlich gesagt, etwas überrascht über die Nominierung von Ridley Scott. Es kann so ein HFPA-Ding sein, sie wollen sich wichtig machen (weil sie die Einzigen sind, die den Film gesehen haben) und/ oder dass sie Ridley Scott für das was er in nur wenigen Tagen geschafft hat, ehren wollen. Wer weiß. Ich habe auf Greta Gerwig (Lady Bird) und Luca Guadagnino (Call Me by Your Name) getippt. Die Nominierung von Martin McDonagh zeigt, wie beliebt „Three Billboards“ innerhalb der HFPA ist. Mein Wunsch: eigentlich keinen Die Wahrscheinlichkeit: Ich höre nicht mehr viel zu Christopher Nolan, dass er endlich (mit einem Oscar) ausgezeichnet werden soll, ich bin auch kein großer Fan von „Dunkirk“. Vielleicht geht Best Picture/Director zusammen. Das würde dann del Toro oder Spielberg bedeuten.

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Sally Hawkins (The Shape of Water)
Meryl Streep (The Post)
Jessica Chastain (Molly´s Game)
Michelle Williams (All the Money in the World)

Meine Meinung: Hier gibt es drei Filme, die ich noch nicht gesehen habe („Molly´s Game“, „The Post“ und „All the Money in the World“). Ich habe auf Judi Dench („Victoria & Abdul“) und Jennifer Lawrence („mother!“) getippt. Das war ziemlich dämlich von mir, da zwar Judi Dench nominiert wurde, aber halt in der Kategorie Komödie. In meiner gestrigen Prognose habe Judi Dench sogar doppelt nominiert (1x unter Drama, 1x unter Komödie), war aber natürlich nicht beabsichtigt. Ich ärgere mich jetzt über meine eigene Unaufmerksamkeit. An der Stelle hätte ich sonst hier Jessica Chastain gesetzt. Mit Michelle Williams habe ich tatsächlich gar nicht gerechnet, auch wenn sie im Trailer ziemlich gut rüberkommt. Der Film war aber, wie gesagt, eine unsichere Kiste. Sally Hawkins fand ich leider nervtötend in „The Shape of Water“. Mein Wunsch: Ich wünschte, ich hätte „The Post“ schon gesehen. Streep soll richtig gut sein, das sagen sogar Leute, die sonst nicht so auf ihrer Seite stehen. Solange ich ihre Performance aber nicht kenne, kann es nur eine geben: Frances McDormand Die Wahrscheinlichkeit: Die HFPA möchte gerne, dass Meryl Streep eine Rede hält, also ist es wahrscheinlich, dass sie gewinnt. Alternativ Sally Hawkins (dann schreie ich) oder Frances McDormand

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

Gary Oldman (Darkest Hour)
Daniel-Day Lewis (Phantom Thread)
Tom Hanks (The Post)
Timothee Chalamet (Call Me by Your Name)
Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

Meine Meinung: Ich habe „Phantom Thread“ und „The Post“ noch nicht gesehen. Hier habe ich aber tatsächlich alle Schauspieler richtig getippt. Gary Oldman hat keine so gute Beziehung zu der HFPA (er hasst sie und sie mögen ihn auch nicht). Sie haben ihn aber nominiert, gut ist auch schwer, ihn nicht zu nominieren. Werden sie ihn aber auch auszeichnen und damit die Grundlage für seinen Oscar-Gewinn schaffen? Mein Wunsch: Ich kenne DDLs und Tom Hanks Performance nicht. Oldman ist gut (wäre dann ja auch für den Karriere-Oscar irgendwo), Denzel aber auch Die Wahrscheinlichkeit: Springen die HFPA über ihren Schatten? Ich weiß es nicht.

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

Lady Bird
Get Out
I, Tonya
The Disaster Artist
The Greatest Showman

Meine Meinung: Ich habe „The Greatest Showman“ und „I, Tonya“ noch nicht gesehen. Gehofft und getippt habe ich auf eine Nominierung für „Baby Driver“ und weil es so typisch HFPA ist, einen Judi Dench-Film zu nominieren, habe ich auch auf „Victoria & Abdul“ getippt. „The Disaster Artist“ war aber auch in meiner Top 6, ich dachte nur, dass sie mit dem Film nichts anfangen können. „The Greatest Showman“ zu nominieren, ist typisch HFPA. Sie lieben Musicals und außerdem spielt ihr Liebling Hugh Jackman mit. Wenn dieser Film Oscar-mäßig irgendetwas taugen würde, hätten ihn sämtliche Oscar-Experten schon gesehen. Außerdem steht der Film bei den Kritikern bis zum Kinostart unter Embargo und es wird gemunkelt, dass er übel ist. Mein Wunsch: „Lady Bird“ Die Wahrscheinlichkeit: „Lady Bird“ oder „Get Out“

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Saoirse Ronan (Lady Bird)
Margot Robbie (I, Tonya)
Emma Stone (Battle of the Sexes)
Judi Dench (Victoria & Abdul)
Helen Mirren (The Leisure Seeker)

Meine Meinung: „The Leisure Seeker“ und „I Tonya“ habe ich noch nicht gesehen. Meine Doppelnominierung (Drama und Komödie) für Judi Dench hat mich hier gerettet. Mit Ausnahme von Helen Mirren habe ich alle richtig getippt. Auf Helen Mirren hätte ich natürlich kommen können, fast immer, wenn Judi Dench und Helen Mirren einen Film draußen haben, werden sie von HFPA nominiert. Mein Wunsch: Ich kenne Margot Robbies Performance leider noch nicht, so lange bin ich bei Saoirse Ronan Die Wahrscheinlichkeit: Saoirse Ronan oder Margot Robbie

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

James Franco (The Disaster Artist)
Daniel Kaluuya (Get Out)
Steve Carell (Battle of the Sexes)
Ansel Elgort (Baby Driver)
Hugh Jackman (The Greatest Showman)

Meine Meinung: Einzig „The Greatest Showman“ habe ich noch nicht gesehen (werde ich auch nicht). Wie gesagt, typische HFPA-Entscheidung, ihren Liebling Hugh Jackman zu nominieren. Ich hatte an seiner Stelle auf Adam Sandler (für The Meyerowitz Stories) getippt. Ich habe sogar auf den nominierten Ansel Elgort getippt, das war aber ziemlich risikoreich. Mein Wunsch: alle vier sind gut, mir egal Die Wahrscheinlichkeit: James Franco

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

Laurie Metcalf (Lady Bird)
Allison Janney (I, Tonya)
Octavia Spencer (The Shape of Water)
Mary J. Blige (Mudbound)
Hong Chau (Downsizing)

Meine Meinung: Ich habe „Downsizing“ und „I, Tonya“ noch nicht gesehen. Getippt habe ich auf Holly Hunter (für „The Big Sick“) und Tiffany Haddish (für „Girls Trip“) Mary J. Blige ist schon länger im Gespräch, ich habe „Mudbound“ auch gesehen, kann aber eine Nominierung nicht nachvollziehen, eher die von Holly Hunter. Ist aber eh egal, weil sehr wahrscheinlich Laurie Metcalf (oder Allison Janney) gewinnt. Mein Wunsch: na Laurie Metcalf (auch wenn ich Allison Janneys Performance noch nicht kenne Die Wahrscheinlichkeit: Laurie Metcalf (Alternative: Allison Janney)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Willem Dafoe (The Florida Project)
Armie Hammer (Call Me by Your Name)
Richard Jenkins (The Shape of Water)
Christopher Plummer (All the Money in the World)

Meine Meinung: „All the Money in the World“ ist der einzige Film, den ich noch nicht gesehen habe. Getippt und auch gehofft habe ich auf Michael Stuhlbarg (für „Call Me by Your Name“). Nicht nur, dass er eine Hammer-Szene in dem Film liefert, er hat auch ein Wahnsinnsjahr. Er ist in drei potenziellen Oscar-Filmen (Call Me, The Shape of Water und The Post). Traurig bin ich aber nicht über die Nominierung von Richard Jenkins. Im Gegensatz zu Sally Hawkins fand ich ihn ganz wunderbar in dem Film. Alle anderen habe ich richtig getippt, wobei ich, ehrlich gesagt, bei Christopher Plummer auf Risiko gesetzt habe. Mein Wunsch: Sam Rockwell, wer sonst? Die Wahrscheinlichkeit: Willem Dafoe scheint sich langsam als Favorit zu etablieren

Best Animated Feature Film:

Coco
The Breadwinner
Loving Vincent
Ferdinand
The Boss Baby

Meine Meinung: Ich kenne nur „Coco“. Ehrlich gesagt, interessieren mich die anderen auch nicht. „The Boss Baby“ zu nominieren, erscheint schon seltsam. Mein Wunsch: „Coco“ Die Wahrscheinlichkeit: „Coco“

Die Golden Globe-Verleihung findet am 07.01.18 statt. Als Gastgeber führt Seth Meyers das erste Mal durch den Abend.

 

Ich habe kürzlich den neuen Trailer von „All the Money in the World“ im Kino gesehen.  Ich mochte ihn, aber wenn man ihn mit dem ersten Trailer (da noch mit Kevin Spacey) vergleicht, deuten die Trailer  beinahe auf zwei unterschiedliche Filme hin. Ich mochte den ersten Trailer mehr. Trailer vom „Film der Stunde“ zu sehen:

 

Golden Globe-Nominierungen 2018, meine Prognose

Morgen, am 11.12.17, werden die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. Es ist immer noch kein Favoriten-Film für die Oscars in Sicht. Viele amerikanische Filmkritiker-Verbände haben ihre Nominierungen veröffentlicht, bislang wurden aber erst ein paar wichtige Best-Picture Awards seitens der Kritiker vergeben (New York: Lady Bird, L.A: Call Me by Your Name, Washington DC: Get Out, Boston Online: Get Out). Jetzt gucken wir mal was die die kleine Gruppe der rund 90 Journalisten der Hollywood Foreign Press Association nominieren. Soweit ich es in Erfahrung gebracht habe, waren sie die ersten, die Ridley Scotts „All the Money in the World“ (mit nun Christopher Plummer) zu sehen bekamen. Zwar noch nicht die fertige Fassung des Films, aber immerhin. Die HFPA selbst hat keinen sonderlich guten Ruf. Das wissen sie natürlich und ich beobachte, dass sie in den letzten Jahren daran gearbeitet haben. Es gibt weniger fragwürdigen GG-Nominierungen (wie Johnny Depp und Angelina Jolie in „The Tourist“). Nun bin ich gespannt, ob sie „All The Money in the World“ in einigen Kategorien nominieren. Das würde zwar immer noch nicht heißen, dass der Film Oscar-mäßig was taugt (es kann ja auch sein, dass die HFPA mit ihren Golden-Globe-Nominierungen für ein paar Tage im Scheinwerferlicht stehen wollen), aber in dieser bislang favoritenlosen Oscar-Saison wäre es ein neuer Aspekt. Anmerkung: Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam erscheint, die für den Film Verantwortlichen haben „Get Out“ für die Kategorie Comedy/Musical eingereicht.

Morgen nehme ich – wie jedes Jahr – Stellung zu den Golden Globe-Nominierungen. Hier ist meine Prognose zu den GG-Nominierungen 2018:

Best Motion Picture – Drama:

  • Call Me By Your Name
  • Dunkirk
  • Three Billboards Outside Ebbing Missouri
  • The Post
  • The Shape of Water

Best Director – Motion Picture:

  • Christopher Nolan (Dunkirk)
  • Guillermo Del Toro (The Shape of Water)
  • Greta Gerwig (Lady Bird)
  • Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)
  • Steven Spielberg (The Post)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
  • Sally Hawkins (The Shape of Water)
  • Meryl Streep (The Post)
  • Judi Dench (Victoria & Abdul)
  • Jennifer Lawrence (mother!)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Gary Oldman (Darkest Hour)
  • Daniel-Day Lewis (Phantom Thread)
  • Tom Hanks (The Post)
  • Timothee Chalamet (Call Me By Your Name)
  • Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Lady Bird
  • Get Out
  • I, Tonya
  • Victoria & Abdul
  • Baby Driver

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Saoirse Ronan (Lady Bird)
  • Margot Robbie (I, Tonya)
  • Emma Stone (Battle of the Sexes)
  • Judi Dench (Victoria and Abdul)
  • Emma Watson (Beauty and the Beast)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • James Franco (The Disaster Artist)
  • Daniel Kaluuya (Get Out)
  • Steve Carell (Battle of the Sexes)
  • Ansel Elgort (Baby Driver)
  • Adam Sandler (The Meyerowitz Stories)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Laurie Metcalf (Lady Bird)
  • Allison Janney (I, Tonya)
  • Octavia Spencer (The Shape of Water)
  • Holly Hunter (The Big Sick)
  • Tiffany Haddish (Girls Trip)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
  • Willem Dafoe (The Florida Project)
  • Armie Hammer (Call Me By Your Name)
  • Michael Stuhlbarg (Call Me By Your Name)
  • Christopher Plummer (All the Money in the World)

Best Animated Feature Film:

  • Coco
  • The Breadwinner
  • Loving Vincent
  • Ferdinand
  • The Lego Batman Movie

Chicago – Film: „Novitiate“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Novitiate“ 123 min drama
dir. Margaret Betts cast: Margaret Qualley, Dianna Agron, Melissa Leo, Julianne Nicholson, Morgan Saylor, Denis O´Hare

 

In den 1960er Jahren. Cathleen (Margaret Qualley) ist nicht religiös aufgewachsen, sie hat aber eine katholische Schule besucht. Im Alter von 17 Jahren entscheidet sie sich – sehr zum Entsetzen ihrer Mutter (Julianne Nicholson) – ins Kloster zu gehen. In der Klosterausbildung (dem Noviziat) von anderthalb Jahren soll herausgefunden werden, ob die jungen Nonnenschülerinnen überhaupt geeignet sind, ihr Leben in der Ordensgemeinschaft zu verbringen. Die strenge Ordensmutter Marie St. Clair (Melissa Leo) hat derweil ganz andere Sorgen, es erreicht sie die Information über das Zweite Vatikanum, die katholische Kirche will sich verändern…

 

B- (Wertung von A bis F) „Novitiate“ ist der erste abendfüllende Spielfilm, bei dem die amerikanische Filmemacherin Margaret Betts („The Carrier“) Regie führte.

Ich mag Filme, die mir eine Welt zeigen, von der ich so gut wie gar nichts weiß. Diese Filme haben immer einen Lerneffekt und im besten Fall habe ich am Ende des Films ein besseres Verständnis für das Leben in dieser Welt. „Novitiate“ ist nicht sonderlich erfolgreich dabei, mir klarzumachen, warum sich diese jungen Mädchen entschließen, ins Kloster zu gehen und dort ein Leben lang bleiben wollen. Ich finde es höchst absurd, Gott heiraten und im Kloster leben zu wollen und hätte gerne irgendwo nachvollziehbare Beweggründe dieser Mädchen erfahren. Der Film konzentriert sich jedoch auf den Alltag der heranwachsenden Nonnenschülerinnen unter dem strengen Regime der Mutter Oberin Marie St. Clair (gespielt von Melissa Leo). Das Leben im Kloster ist für die jungen Frauen nicht einfach, einige werden aussortiert, ich habe aber die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Klosterschülerinnen selbst zur Besinnung kommen. Reinversetzen konnte ich mich einzig in Julianne Nicholsons Charakter, die hilflos dabei zusehen muss, wie sich ihre Tochter ins Extreme flüchtet.

Der Film wirkt sehr langgezogen. Ich mochte auch die Hauptdarstellerin Margaret Qualley (übrigens die Tochter von der amerikanischen Schauspielerin Andie MacDowell) nicht sonderlich.

Die Oscar-Gewinnerin Melissa Leo spielt hier die Leiterin der Ordensgemeinschaft, die die Reformen der katholischen Kirche ablehnt. Melissa Leo (The Fighter, Prisoners) hat einfach diese angsteinflössende Präsenz und spielt hier erwartungsgemäß exzellent.

„Novitiate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margaret Qualley), Beste Nebendarstellerin (Melissa Leo), Bestes Originaldrehbuch

„Novitiate“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Dort wurde die Filmemacherin für den Special Jury Award for Breakthrough Director  ausgezeichnet. Der Film ist am 27.10.17 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er dort landesweit in 163 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … Gary Oldman oder doch nicht?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „The Leisure Seeker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Donald Sutherland und Helen Mirren
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: „Roman J. Israel, Esq.“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Roman J. Israel, Esq.“ (dt. Filmtitel: „Roman J. Israel Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, dt. Kinostart: 19.04.18) 117 min drama, thriller
dir. Dan Gilroy cast: Denzel Washington, Colin Farrell, Carmen Ejogo, Nazneen Contractor

 

Roman J. Israel (Denzel Washington) und sein Partner haben eine kleine Anwaltskanzlei. Während sein Partner die Fälle vor Gericht löst, arbeitet der idealistische Verteidiger Roman im Hintergrund. Eines Tages erleidet sein Kompagnon und Mentor einen Herzinfarkt. Die Hinterbliebenen können sich die Aufrechterhaltung der Kanzlei nicht mehr leisten. Mit der Auflösung der Kanzlei wurde der schmierige Erfolgsanwalt George Pierce (Colin Farrell) beauftragt. Zwangsläufig muss sich Roman einen neuen Job suchen…

 

B (Wertung von A bis F) Nach seinem Regiedebüt Nightcrawler ist „Roman J. Israel Esq.“ erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Autor und Filmemacher Dan Gilroy Regie führt.

Mit Denzel Washingtons Performance habe ich grundsätzlich ein Problem, das betrifft aber auch genauso die der Schauspieler Brad Pitt oder Tom Cruise. Für mich sind das vordergründig Filmstars. So kann ich sie nie komplett als ihre Charaktere in ihrem jeweiligen Film wahrnehmen, eigentlich sehe ich im Film immer Denzel Washington, Brad Pitt oder Tom Cruise, die ihre entsprechende Rolle spielen. Mit „Roman J. Israel, Esq.“ sehe ich das das erste Mal seit vielen Jahren und vielen Performances von Denzel Washington (Flight, Fences) anders. Vielleicht hat es geholfen, dass er mit diesem Afro, dieser übergroßen, altmodischen Brille, der Zahnlücke und dem Übergewicht optisch kaum wiederzuerkennen ist. Dann hat er in der Vergangenheit meistens selbstbewusste Charaktere verkörpert, hier spielt er nun einen seltsamen, beinahe schon autistisch anmutenden Mann mit Ticks. Das lässt Denzel Washingtons Präsenz und Charisma verschwinden und macht Platz für eine Filmfigur. Roman J. Israel ist ein Typ, der aus der Zeit gefallen scheint. Er trägt schlecht sitzenden Anzüge, Retro-Kopfhörer und ständig seinen riesigen Aktenkoffer. Mir war dieser kauzige Anwalt mit der beeindruckenden Schallplattensammlung, der in seiner eigenen Welt lebt, sehr sympathisch. Denzel Washingtons Performance ist grandios. Der Film selbst ist leider längst nicht so gut wie Denzel Washington.

„Roman J. Israel, Esq.“ ist ein Genre-Mischung aus Charakterstudie, Drama mit Botschaft und Thriller. Es gibt eine Charakterentwicklung in dem Film, bei der ich nicht weiß, ob ich sie wirklich glaubhaft fand. Ich musste sie aber schlucken und fand dann das Ende auch wieder rund.

Colin Farrells solide Performances betrachte ich mittlerweile als selbstverständlich, daher möchte ich ihn hier mal wieder für seine Top-Performance loben.

„Roman J. Israel, Esq.“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington). Update: Roman J. Israel, Esq. hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Actor – Denzel Washington)

„Roman J. Israel, Esq“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Filmemachers sah die Vorführung auf dem TIFF als eine Art exklusive Form des Testscreenings. Nach dem Toronto-Screening liess er seinen Film umschneiden und kürzen. Die finale, zwölf Minuten kürzeren Fassung startete am 17.11.17 in vier amerikanischen Kinos startete. Seit dem 22.11.17 läuft der Film landesweit in 1669 Kinos in den U.S.A.. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.04.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Molly´s Game„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Aaron Sorkins Regiedebüt mit Jessica Chastain und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Alpha„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: den Trailer über saß ich mit offenen Mund im Sitz und konnte es nicht fassen, dass man für so ein Projekt Geldgeber findet.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das gilt natürlich auch für diesen Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

amerikanisches Filmplakat von „Roman J. Israel, Esq.“

NYC – Film: „Lady Bird“

Ich war am 12.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lady Bird“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 94 min drama, comedy
dir. Greta Gerwig cast: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts, Lucas Hedges, Timothée Chalamet, Beanie Feldstein, Stephen McKinley Henderson

 

Im Jahr 2002. Die 17-jährige Lady Bird (Saoirse Ronan) besucht die katholische Schule in Sacramento. Noch ein Jahr, dann kann sie endlich die piefige Stadt verlassen und an der Ostküste, wo die Intellektuellen und Künstler leben, studieren. Ein teures College können sie sich aber nicht leisten, das macht ihr ihre Mutter (Laurie Metcalf) immer wieder klar. Aber erst mal das letzte Jahr Highschool hinter sich bringen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Lady Bird“ ist der erste Film, den die amerikanischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Greta Gerwig („Greenberg“, Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein als Regisseurin stemmt. Zugleich hat sie auch das Drehbuch zu dem Film geschrieben, „Lady Bird“ wurde von ihren eigenen Teenager-Jahre inspiriert.

Die meisten Coming-of-Age-Filme erzählen über einen Jungen, der erwachsen wird. „Lady Bird“ portraitiert nun den prägenden Lebensabschnitt eines Mädchens im Jahr 2002. Die amerikanische Filmemacherin sagt, dass ihr erster Film nicht autobiografisch ist. Wenn man aber eine gewisse Vorstellung hat, wie Greta Gerwig als Teenager war, dann sieht man in jeder Szene, in der Saoirse Ronan Lady Bird spielt, die heranwachsende Greta Gerwig. Ihr Kleidungsstil, den Schmuck, den sie trägt, wie sie sich ihre Nägel lackiert, ihre Haare strähnt, ihr Zimmer gestaltet, dieses Anderssein (wollen), wie sie spricht, in bestimmten Situationen reagiert, selbst die ersten Beziehungen zu Jungs (gespielt von Lucas Hedges und Timothee Chalamet) oder wie sich die zu ihrer besten Freundin (gespielt von Beanie Feldstein) entwickelt…das hat doch Greta Gerwig Anfang der 2000er Jahre alles selbst erlebt, oder? Die Teenager-Zeit ist eine schwierige. Man verändert sich, alles ändert sich, man hat Ziele, aber weiß noch nicht, wie diese konkret aussehen, aus seinem jetzigen Leben will man ausbrechen, man glaubt alle anderen wollen einen nur Steine in den Weg legen, man ist super-selbstbewusst und im nächsten oder gar im gleichen Moment unsicher. Dann die Beziehung zu den Eltern – man hat mindestens ein nerviges Elternteil, das einen einfach nicht versteht – das ist eine Zeit, in der Eltern und Kinder nicht zusammenpassen und sich trennen sollten und zwangsläufig auch werden. „Lady Bird“ erzählt eine Geschichte aus dem Leben, es ist ein fabelhafter Film über das Erwachsenwerden, aber auch einer über das Loslassen seitens der Eltern.

Ich habe selten eine so realistische Mutter-Tochter-Beziehung im Film gesehen wie hier. Von dem Verhältnis von Lady Bird und ihrer Mutter, bekommt man bereits mit der Eröffnungsszene einen guten Eindruck. Lady Bird hat große Pläne, will weit weg von Sacramento und ihre Mutter kommt ihr dann mit dem Realitätsquatsch.

Einer der wichtigsten Dinge für einen Film ist die Besetzung. „Lady Bird“ ist durch die Bank perfekt besetzt. Alleine die Theater- und TV-Schauspielerin Laurie Metcalf („Roseanne“, „The Big Bang Theory“) als Lady Birds Mutter zu besetzen, war ein gelungener Schachzug. Als ihr die Rolle angeboten wurde, hatte die Schauspielerin selbst eine anstrengende 17-jährige Tochter Zuhause, vielleicht hat diese Situation noch irgendwie geholfen, hier so authentisch zu sein. Die Szenen am Flughafen sind ihre Oscar-Bewerbung und vielleicht gesellt sich zu ihrem Tony Award und ihren drei Emmy Awards schon bald ein Oscar. Dann der wunderbare Tracy Letts ist hier ganz anders und wieder toll. Beanie Feldstein (alleine, was für ein cooler Name) spielt hier die beste Freundin von Lady Bird und ist ein Hingucker. Optisch wird einem auffallen, dass sie eine frappierende Ähnlichkeit mit Jonah Hill hat (sie ist seine jüngere Schwester), schauspielerisch ist sie für mich eine Neuentdeckung. Auch wenn Lucas Hedges für Manchester by the Sea eine Oscar-Nominierung erhalten hat, hätte ich nicht gedacht, dass er so schnell, mal in einer ganz anderen Rolle überzeugen kann. In diesem eindrucksvollen Ensemble kann ich nicht alle hervorheben, eine muss aber natürlich noch erwähnt werden: Saoirse Ronan, a.k.a. die junge Greta Gerwig. Zu Recht wird die 23-Jährige hier – aller Wahrscheinlichkeit nach – für ihren dritten Oscar nominiert.

Es gab für mich bislang noch keinen Grund, in Kaliforniens Hauptstadt zu reisen, durch diesen Film, kann ich mir jedoch gut vorstellen, wie es ist, in Sacramento zu leben, insbesondere als 17-Jährige. Letztlich geht es aber um Heimat, die man als Teenager erst richtig zu schätzen weiß und vermisst, wenn man nicht mehr dort lebt.

„Lady Bird“ wird derzeit in den U.S.A. sehr gehypt, es ist der am besten bewertete Film bei Rotten Tomatoes, überhaupt. Zwar haben andere Filme auch „100% RT“ erreicht, aber kein Film hat diese makellose Bewertung bei (derzeit) 186 Kritiken erzielen können. Das heißt natürlich nicht, dass der Film perfekt ist und er für alle ein 10-Punkte-Film ist, nein, man sollte keinen Über-Film erwarten, aber es ist ein richtig guter Film, insbesondere für ein Erstlingswerk.

In der Zwischenzeit habe ich ihn mir bereits ein zweites Mal angeschaut und jetzt ist er festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Vier Frauen wurden bisher erst für ihre Regiearbeit für den Oscar nominiert: Lina Wertmüller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow. Kathryn Bigelow war bekanntlich die einzige Oscar-Gewinnerin deren Film (The Hurt Locker) gewonnen hat und die auch für ihre Regiearbeit mit dem Academy Award ausgezeichnet wurde. Greta Gerwig hat mit ihrem Regiedebüt gute Chancen, als Regisseurin für ihren Film nominiert zu werden. Respekt.

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen und Oscar-Gewinnern 2018   habe ich „Lady Bird“ bei den Filmen an achter Stelle gelistet. Nach meiner zweiten Sichtung kann ich mir sogar vorstellen, dass er den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. A24 hat dieses Jahr den Oscar für Moonlight gewonnen, für das Filmjahr 2017 haben sie – wie es aussieht – zwei ernstzunehmende Kandidaten (The Florida Project und „Lady Bird“). An ihrer Stelle würde ich alles auf „Lady Bird“ setzen.

„Lady Bird“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Laurie Metcalf), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Lady Bird hat 5 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Director, Best Actress – Satires Ronan, Best Supporting Actress – Laurie Metcalf, Best Original Screenplay). Greta Gerwig ist damit nach Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow erst die fünfte Frau die jemals von AMPAS in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde.

„Lady Bird“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film ist am 3.11.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 1194 Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart am 19.04.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (neuer/ Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Man Who Invented Christmas„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Dan Stevens und Christopher Plummer
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wonder Wheel„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Woody Allens neuer Film mit Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fantastic Woman„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: chilenischer Film, der für die Oscars eingereicht wurde
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner zweiten Sichtung in Chicago bin ich etwas spät ins Kino gerauscht, mitbekommen habe ich noch die Trailer folgender Filme:

„Fifty Shades Freed“, „Phantom Thread“ und „The Disaster Artist“

 

Aufsteller von dem Film „Lady Bird“

Oscar-Nominierungen 2018, meine November-Prognose

Heute ist der 30.11.17, in der Zwischenzeit ist viel passiert und für mich Zeit, eine neue Prognose zu den Oscar-Nominierungen- und Gewinnern 2018 zu veröffentlichen.

Jede Oscar-Saison hat mindestens einen Skandal. Als ich Ende September 2017 meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 veröffentlicht habe, hat es mich noch selbst gewundert, dass noch kein Skandal in Sicht war. Dafür kam es Anfang Oktober um so dicker.

Auch wenn mittlerweile mit #MeToo eine richtige Bewegung entstanden ist, in der sämtliche Frauen (aber auch Männer) sexuelle Belästigungen und Übergriffe anprangern, hat alles mit dem Harvey Weinstein-Skandal begonnen. Am 5.10.17 wurde Harvey Weinstein zunächst in einem New York Times-Artikel und später in einem Artikel im The New Yorker beschuldigt, über dreißig Jahre zig Schauspielerinnen, Angestellte oder Journalistinnen sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Seither bestimmt quasi nur noch ein Thema die (Entertainment)-Nachrichten: Die sexuellen Belästigungen von Harvey Weinstein und zahlreicher anderer prominenter Produzenten, Regisseure, Schauspieler, Agenten, Moderatoren, etc.

Hollywood räumt auf. Es sind einfach zu viele unappetitliche Dinge ans Tageslicht geraten (und ich bin mir sehr sicher, dass einige einflussreiche Männer derzeit zittern, dass ihre Vergehen ans Licht kommen), ich kann nicht zu jedem Mann, der übergriffig wurde, Stellung nehmen. Ich bleibe daher bei zwei Personen, die die diesjährigen Oscars am meisten beeinflussten: Kevin Spacey und Harvey Weinstein. Beide verbindet, höflich gesagt, sexuelles Fehlverhalten und definitiv, dass ihre Karriere in Hollywood vorbei ist. Es ist dabei auch nicht gänzlich unrealistisch, dass sie am Ende im Gefängnis landen könnten.

Kevin Spacey war mal einer meiner Lieblingsschauspieler, seit „Glengarry Glen Ross“ habe ich seine Arbeit verfolgt, bin sogar 1999 extra nach New York geflogen, um ihn am Theater („The Iceman Cometh“) spielen zu sehen. Dass er schwul ist, war nie ein Geheimnis, dass er jüngeren Männer bevorzugt auch nicht. Etwas überrascht hat mich, in welchem Ausmaß er Männer sexuell belästigt haben soll. Bei Harvey Weinstein verhält es sich ähnlich. Er war nie als Sympathie-Granate bekannt, dass er es aber über drei Jahrzehnte unzählige Frauen (und darunter auch bekannte Schauspielerinnen) sexuell belästigt bzw. vergewaltigt haben soll und anschließend mit Drohungen und Geld zum Schweigen gebracht haben soll, hat mich dann doch überrascht. Hätte er das Geld nicht gleich für Escort-Ladies ausgeben können? So ein Männerhirn werde ich nie verstehen. Irgendwann kommt alles raus – immer. Diese Lawine wurde durch zwei Zeitungs-/Zeitschrift-Artikel ausgelöst, dass der Skandal sich weltweit wie ein Lauffeuer verbreitet hat, ist jedoch den sozialen Medien zu verdanken.

Beruflich hat mir Harvey Weinstein immer imponiert. Man kann soweit gehen und sagen, dass er Hollywood und die Oscars verändert hat. Er war mit Miramax Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre der erste erfolgreiche Indie-Produzent. Früher gab es nur die mächtigen Hollywood-Studios. Beispielsweise hätte damals kein Hollywood-Studio eines von Quentin Tarantinos Filmen produziert. Harvey Weinstein hat ihm die Chance gegeben, wie vielen anderen jungen Filmschaffenden auch.

Seitdem ich mich mit den Oscars beschäftigte, war Harvey Weinstein da und irgendwie immer im Zentrum der Oscars. Er hat die Oscar-Kampagnen, wie sie heutzutage existieren, geschaffen. Er hatte immer ein gutes Händchen bei der Filmauswahl und er war seinerzeit einzigartig in der Vermarktung von Filmen. Vor allen Dingen wusste er immer, was der (alten) Oscar-Academy gefällt. Diese Filme hat er dann gewählt und falls sie in seinen Augen noch nicht perfekt waren, hat er sie (für die Oscars) passend gemacht. Harvey Weinstein war beruflich gefürchtet und nicht umsonst hatte er den Spitznamen „Harvey Scissorhands“. Fast immer hat er den Regisseuren in ihren Film reingeredet, er ordnete Nachdrehs an, liess das Ende ändern oder überhaupt den ganzen Film „überarbeiten“ . Die meisten Regisseure hatten, wenn er den Film produzierte, keinen „Final Cut“, keine Kontrolle mehr über ihre eigenen Filme. Einige Filme hat er sicherlich kaputt schneiden lassen. Am Ende hatte er aber immer mindestens einen Film oder eine Performance aus seinen Filmen, der/die bei den Oscars eine (meist nicht unerhebliche) Rolle spielte (n).

Vor fast 20 Jahren, im Jahr 1998, ist Harvey Weinstein bei den Oscars mit seinem Film „Shakespeare in Love“ gegen Steven Spielbergs „Saving Private Ryan“ angetreten. Damals hat er seine erste Flüster- (oder Schmutz)-Kampagne (in diesem Fall gegen Spielbergs Film) losgetreten. Am Ende hat sein Film gewonnen. Er hat oftmals nicht mit ganz legalen Mitteln gespielt, er kannte viele in der Academy, hat Oscar-Strategen eingesetzt, damit sein Film, seine Schauspieler für die Oscars nominiert wurde (n), bzw. gewannen. Oscars waren mit Harvey Weinstein immer eine Idee spannender. Er hat Gwyneth Paltrow, Judi Dench, Kate Winslet, Jennifer Lawrence u.v.m. zu ihrem ersten Oscar verholfen, Meryl Streep zu ihrem dritten. Der TWC-Website zufolge haben Miramax und The Weinstein Company unter Harvey und Bob Weinstein 341 Oscar-Nominierungen und 81 Oscar-Gewinne verbuchen können. Mittlerweile ist er von seiner Frau, seiner Firma, von der Producers Guild of America und von AMPAS vor die Tür gesetzt worden. Anders konnte die Oscar-Academy wahrscheinlich nicht reagieren, er ist jedoch erst das zweite Academy-Mitglied, das von AMPAS rausgeschmissen wurde. Nun kann man natürlich fragen, was ist mit Woody Allen, Roman Polanski, Mel Gibson oder Bill Cosby, etc.? Woody Allen hat vier Oscars gewonnen, wurde demnach definitiv von der Academy als Mitglied eingeladen. Er wollte aber selbst nie Mitglied der Academy sein und ist es bis zum heutigen Tag nicht. Soweit ich weiß, ist Roman Polanski Mitglied der Academy und Mel Gibson sowieso. Hier kann man sich vielleicht streiten, warum die immer noch Mitglied sind. Ich weiß definitiv, dass Bill Cosby ein Academy-Mitglied ist und wenn AMPAS konsequent wäre, müssten sie ihn auch aus der Academy schmeißen. Generell bin ich der Meinung man sollte unterscheiden zwischen jemanden, der sich einmal einen Fehltritt leistet und dann Buße tut und jemanden der sexuellen Missbrauch über Jahre oder Jahrzehnte begeht.

In den letzten Monaten wurde viele Männer aufgrund ihrer sexuellen Vergehen entlassen und das ist auch richtig so. Anfang Oktober 2016 sind Tonband-Aufnahmen von Donald Trump an die Öffentlichkeit gelangt, darauf hat er freimütig und voller Stolz erzählt, wie er anderen Frauen an ihr Geschlechtsteil grabscht…er ist jedoch vier Wochen später zum U.S. Präsidenten gewählt worden und bis heute im Amt.

Zurück zu den Oscars: Der Form halber sei noch erwähnt, dass ich es etwas schade finde, dass der durchaus gelungene TWC-Film „Wind River“ (mit einer exzellenten Performance von Jeremy Renner) jetzt durch den Weinstein-Skandal wohl kaum eine Chance auf Oscar-Nominierungen hat .

Anderes Thema. Steven Spielbergs „The Post“ und Paul Thomas Andersons „Phantom Thread“ wurden Mitte November das erste Mal gezeigt. (Derzeit stehen die Filme noch unter Embargo). Der einzige mögliche Oscar-Kandidat, der dieses Jahr noch nicht gezeigt wurde, ist, Ridley Scotts „All the Money in the World“. Der Film war bereits fertiggestellt und sollte als Abschlussfilm auf dem AFI Fest gezeigt werden. Dann wurde Kevin Spacey öffentlich der sexuellen Nötigung eines Jungen und des sexuellen Missbrauchs von anderen Männern beschuldigt und Ridley Scott hat kurzerhand entschlossen, Kevin Spacey aus seinem Film zu schneiden. Ridley Scott wollte sowieso ursprünglich Christopher Plummer in dieser Rolle sehen, das Studio wollte jedoch einen größeren Namen und so fiel die Wahl auf Kevin Spacey. Nachdem der Spacey-Skandal publik wurde, flog Ridley Scott nach New York, traf sich mit Christopher Plummer, überzeugte ihn, in seinem Film mitzuspielen, und liess besagte Szenen nachdrehen. Diese Hauruck-Aktion hat rund 10 Millionen Dollar gekostet und 10 Drehtage gedauert und seit gestern (dem 29.11.17) ist „All the Money in the World“ fertiggedreht, jetzt bekommt der Film noch einen Feinschliff im Schneideraum und dann wird er Mitte Dezember der Presse gezeigt, geht in die Academy-Screenings und ab dem 22.12.17 wird man den Film in den amerikanischen Kinos sehen. Heute wird der englische Filmemacher 80 Jahre alt, Hut ab, dass er das hinbekommen hat. Jetzt bin ich gespannt auf den fertigen Film. Die nicht ganz fertige Fassung seines Films wird bereits am 4.12. der HFPA für mögliche Golden Globe-Nominierungen gezeigt.

Das Filmjahr 2017 hat also Form angenommen, die ersten Kritikerpreise wurden verliehen. (Bester Film bei den Gotham Awards: Call Me by Your Name, National Board of Review: The Post, New York Film Critics Circle: Lady Bird)

Auch ich habe in der Zwischenzeit viele Filme, die irgendwann mal in irgendeiner Kategorie für Oscar-Nominierungen im Gespräch waren bzw. sind, gesehen (aufgelistet in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Menashe, Call Me by Your Name, Get Out, Logan, „Personal Shopper“, „Your Name“, Alien: Covenant, „Risk“, Wonder Woman, „Okja“, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Spider-Man: Homecoming, Dunkirk, Detroit, The Glass Castle, Wind River, mother!, „First They Killed My Father“, „The Lost City of Z“, „My Cousin Rachel“, „Lady Macbeth“, Battle of the SexesStronger, Last Flag Flying, „Victoria & Abdul“, Brad´s Status, The Florida Project, The Square, Lucky, The Meyerowitz Stories (New and Selected), „The Beguiled“, Blade Runner 2049, The Mountain Between Us, Breathe, The Killing of a Sacred Deer, Suburbicon, Only the Brave, Thank You for Your Service, „Thor: Ragnarok“, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco, Novitiate Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, „Good Time“, „Ingrid Goes West“, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s Game, The Post, „Strong Island“

Ich habe in diesem frühen Stadium (mit den Filmen, die ich bereits gesehen, aber auch von denen ich nur gehört oder gelesen habe) das Filmjahr 2017 Revue passieren lassen. Ende November 2017 gehen die meisten Oscar-Experten immer noch davon aus, dass „Dunkirk“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Derzeit kann ich mir im ersten Regierungsjahr von U.S. Präsident Donald Trump, in der zig männliche Sextäter in der Entertainment-Branche geoutet wurden und werden, nicht vorstellen, dass wieder ein Film den Oscar gewinnt, bei dem Frauen gar keine Rolle spielen oder einzig die Aufgabe haben, den Mann gut aussehen zu lassen. Ich glaube (und hoffe) dass es ein Film den Oscar gewinnt,  bei dem eine Frau die zentrale Rolle spielen wird. Der letzte Oscar-Gewinnerfilm mit einer weiblichen Hauptrolle, war „Million Dollar Baby“ im Jahr 2004.

Dieses Jahr haben wir gleich mehrere ernstzunehmende Oscar-Kandidaten mit einer weibliche Hauptrolle:

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
The Post
I, Tonya
The Florida Project
Battle of the Sexes
Molly´s Game

Ich glaube tatsächlich, dass einer dieser vier Filme: Three Billboards, Lady Bird, The Shape of Water oder The Post  den Oscar als Bester Film gewinnt. Und wenn ich mich für einen Film entscheide, dann bleibe ich derzeit bei meiner September-Prognose: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.

Ich gehe derzeit davon aus, dass diese Filme höchstwahrscheinlich für den Oscar nominiert werden, (die ersten fünf bzw. zehn sehe ich dabei am Wahrscheinlichsten).

Best Picture

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
The Post
Call Me By Your Name
Dunkirk
Darkest Hour
Phantom Thread
Get Out
The Florida Project

———————————————————————-

Mudbound
All the Money in the World (bisher noch nicht gezeigt)
I, Tonya
The Big Sick
Battle of the Sexes

Best Director

Christopher Nolan (Dunkirk)
Steven Spielberg (The Post)
Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Martin McDonagh (Three Billboards)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)
Jordan Peele (Get Out)
Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
Joe Wright (Darkest Hour)
Dee Rees (Mudbound)

Best Actor

Gary Oldman (Darkest Hour)
Daniel Day-Lewis (Phantom Thread)
James Franco (The Disaster Artist)
Tom Hanks (The Post)

Timothée Chalamet (Call Me By Your Name)


Jake Gyllenhaal (Stronger)
Denzel Washington (Roman J. Israel, Esc.)
Harry Dean Stanton (Lucky)
Andrew Garfield (Breathe)

Best Actress

Frances McDormand (Three Billboards)
Saoirse Ronan (Lady Bird)
Sally Hawkins (The Shape of Water)
Meryl Streep (The Post)
Margot Robbie (I, Tonya)


Judi Dench (Victoria & Abdul)
Jessica Chastain (Molly´s Game)
Kate Winslet (Wonder Wheel)
Jennifer Lawrence (mother!)
Diane Krüger (In the Fade)
Brooklynn Prince (The Florida Project)
Emma Stone (Battle of the Sexes)

Best Supporting Actor

Sam Rockwell (Three Billboards)
Willem Dafoe (The Florida Project)
Michael Stuhlbarg (Call Me By Your Name)
Richard Jenkins (The Shape of Water)
Woody Harrelson (Three Billboards)


Michael Shannon (The Shape of Water)
Ben Mendelsohn (Darkest Hour)
Armie Hammer (Call Me By Your Name)
Jason Mitchell (Mudbound)
Garett Hedlund (Mudbound)

Best Supporting Actress

Laurie Metcalfe (Lady Bird)
Alison Janney (I, Tonya)
Holly Hunter (The Big Sick)
Melissa Leo (Novitiate)
Lesley Manville (Phantom Thread)


Octavia Spencer (The Shape of Water)
Carey Mulligan (Mudbound)
Kristen Scott Thomas (Darkest Hour)

Mary J. Blige (Mudbound)

Hong Chau (Downsizing)


Meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (vom 25.09.17) ist hier zu lesen.

Meine Analyse zu dem Oscar-Gewinnerfilm 2018 (vom 19.02.18) ist  hier zu lesen.

Chicago – Film: „Coco“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Coco“ (dt. Filmtitel: „Coco – Lebendiger als das Leben!, dt. Kinostart: 30.11.17) 105 min animation
dir. Lee Unkrich, Adrian Molina voices: Anthony Gonzalez, Gael Garcia Bernal, Benjamin Bratt, Renée Victor, Ana Ofelia Murguia, Alanna Ubach, Jamie Camil, Sofia Espinosa

 

Der 12-jährige Miguel Riviera (Anthony Gonzales) lebt in einem mexikanischen Dorf. Er träumt davon, Musiker zu werden. Sein großes Vorbild ist der verstorbene Ernesto de la Cruz, der ist sowas wie ein Nationalheld Mexikos. Alles was aber nur im Ansatz mit Musik zutun hat, ist in Miguels Familie tabu. Seit Genrationen arbeiten die Rivieras als Schuhmacher und auch Miguel soll dieses Handwerk einmal erlernen. Miguel hat aber musikalische Ambitionen und da trifft es sich gut, dass am Tag der Toten ein Talentwettbewerb im Dorf ausgerufen wurde. Jetzt braucht er nur noch eine Gitarre…

 

A (Wertung von A bis F) „Coco“ ist der 19. PIXAR-Film. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors, Cutters und Filmemachers Lee Unkrich. Seit über zwanzig Jahren gehört er zu dem Kreativ-Team von PIXAR. Mit seinem Regiedebüt Toy Story 3 hat er den Oscar für den besten Animationsfilm gewonnen.

Zugegebenermassen habe ich „Coco“ etwas widerwillig geschaut. Einen Trailer hatte ich nie gesehen, von den Plakaten her, erschien mir der Film „zu mexikanisch“, bzw. „zu folklorig“ und schrill, auch hatte ich befürchtet, dass mich hier ein reines Musical erwartet. Jedes Jahr zu Thanksgiving startet aber nun ein PIXAR- und/oder Disney-Film in den amerikanischen Kinos und auch bei mir ist es mittlerweile eine gewisse Tradition, einen eben solchen dann im Kino zu sehen. Was soll ich sagen? Am Ende habe ich einen der besten PIXAR-Filme gesehen. So kann es gehen.

Ich war bereits einige Male in Mexiko, habe mich aber nie näher mit den Bräuchen rund um den Día de los Muertos (das Fest der Toten) beschäftigt. Dieses ganze bunte Totenköpfe- und Skelette-Zeugs, was man dort in allen Varianten angeboten bekommt, war mir – ehrlich gesagt – immer suspekt. „Coco“ erzählt nun eine Geschichte anhand ich diese mexikanische Tradition nicht nur verstehe, sondern die Idee dahinter auch irgendwie hinreißend finde. Das erste Mal sind mir bereits am „Grenzübergang“ die Tränen gekommen (und es sollte nicht bei einem Mal während der Geschichte bleiben). Am Ende des Films blieb – soweit ich das beobachten konnte – in meiner Vorstellung, zumindest bei den erwachsenen Zuschauern, kein Auge trocken. Ich konnte selbstverständlich meine Tränen auch nicht zurückhalten und habe dann auch keinen Grund mehr gesehen, dem Film irgendwelche Bewertungspunkte abzuziehen.

Miguels Abenteuer hat einen hohen Unterhaltungswert. Ich möchte nicht viel über die Handlung verraten, jeder sollte diese für sich entdecken. Die Bedeutung von Fotos und Erinnerungen und die ganze Familiengeschichte fand ich sehr rührend. Dankenswerterweise hält sich der Film auch mit der Musik zurück. Wenn dann später Songs gesungen werden, fügen sie sich ganz natürlich in die Geschichte ein.

In Sachen Computeranimation kann man PIXAR nichts vormachen, ich finde es jedoch beeindruckend, wie sich ihre Filme visuell trotzdem in den letzten Jahren noch weiterentwickelt haben. „Coco“ ist von der Animation so farbenfreudig, einfallsreich und voller kleiner und kleinster Details – einfach perfekt. Mit Disneys Vorfilm hat man noch vorher gesehen, wie simple menschliche Charaktere in Animationen aussehen können, wenn man sieht, wie goldig hier allein die Omas in „Coco“ gezeichnet sind, könnte man meinen, beide Animationen kommen aus zwei unterschiedlichen Welten.

Ich habe den Film übrigens in der 2D-Fassung gesehen. Ich hätte ihn gerne in 3D gesehen, aber mein Chicagoer Stammkino hat schlichtweg keine 3D-Vorstellung für „Coco“ angeboten.

„Coco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Originalsong („Remember Me“) und einige technische Kategorien. Update: Coco hat 2 Oscar-Nominierungen erhalten, Best animated Feature und Best Song – Remember Me) Update: „Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song – Remember Me)

In Mexiko wurde „Coco“ bereits am 27.10.17 (kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag der Toten) in die Kinos gebracht. Dort wurde der Film zum Mega-Boxoffice-Erfolg und ist jetzt der erfolgreichste Film aller Zeiten in Mexiko. In den U.S.A. ist der Film am 22.11.17 landesweit in 3987 Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film morgen (30.11.17).

Trailer zu sehen:

Vor „Coco“ wurde folgender Vorfilm gezeigt:

„Olaf´s Frozen Adventure“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin: Olaf taut auf“, dt. Kinostart: 30.11.17) 21 min animation
dir. Kevin Deters, Stevie Wermers voices: Josh Gad, Kristen Bell, Idina Menzel, Jonathan Groff

Bei ihren Weihnachtsvorbereitungen stellen Elsa (Idina Menzel) und ihre jüngere Schwester Anna (Kristen Bell) fest, dass sie gar keine richtigen Familientraditionen zu Weihnachten haben. Das macht sie sehr traurig. Kurzerhand begibt sich Olaf (Josh Gad) mit Rentier Sven auf die Suche nach Traditionen…

B- (Wertung von A bis F) „Olaf´s Frozen Adventure“ basiert auf den Charakteren aus dem Disney Film Frozen.

Auch wenn es einen sehr gelungenen Mittelteil (mit Olaf und Sven) gibt, ist dieser Film im Ganzen öde. Das ganze Gesinge ist nervig und auch ist der Film für einen Kurzfilm – vor einem Kinofilm – mindestens zehn Minuten zu lang.

Update: Seit dem 8.12.17 wird „Olaf´s Frozen Adventure“ in den amerikanischen Kinos nicht mehr vor dem Film „Coco“ gezeigt. (Vermutlich aufgrund der zahlreichen Beschwerden).

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Duck Duck Goose„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sherlock Gnomes„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung zu Gnomeo & Juliet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Peter Rabbit„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson, Daisy Ridley und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Paddington 2„
Bewertung des Trailers: B- (Trailer wurde 2x hintereinander gezeigt)
Kommentar: Fortsetzung, der erste war ja ganz gut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Sci-Fi-Mist mit Oprah, Chris Pine etc. Regie führt Ava DuVernay – warum macht sie das?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Incredibles 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Fortsetzung zu dem Pixar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Ich war am 11.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (dt. Kinostart: 25.01.18) 115 min drama, comedy
dir. Martin McDonagh cast: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, John Hawkes, Peter Dinklage, Abbie Cornish, Caleb Landry Jones, Lucas Hedges, Zeljko Ivanek

 

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Robbie (Lucas Hedges) in dem Örtchen Ebbing in Missouri. Vor sieben Monaten ist ihre Tochter Angela brutal vergewaltigt und ermordet worden. In ihren Augen hat die lokale Polizeibehörde mit Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) nicht genug getan, um den Täter ausfindig zu machen. Kurzerhand bucht Mildred für ein Jahr drei großformatige Werbeflächen außerhalb der Gemeinde und klagt in großen Lettern Sheriff Willoughby und sein Team an…

 

A- (Wertung von A bis F) „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist der neue Film des britisch-irischen Dramatikers und Regisseurs Martin McDonagh. Dies ist nach In Bruges und Seven Psychopaths erst der dritte Spielfilm, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Wenn man die grandiosen Trailer von „Three Billboards“ sieht, könnte man meinen, dass es sich hier um eine schwarze Komödie handelt. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich leicht irritiert, welche Wege die Handlung nimmt. In der Zwischenzeit habe ich den Film ein zweites Mal gesehen. Mit der zweiten Sichtung wusste ich, was mich erwartet, „Three Billboards“ ist eindeutig ein Charakterdrama über zwei komplexe und so unterschiedliche Persönlichkeiten (gespielt von Frances McDormand und Sam Rockwell) ist. Der Humor ist natürlich auch da, er resultiert aus der Situationskomik und den wirklich überragenden, schimpfwortreichen Dialogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mildred Hayes, eine für die meisten Bewohner von Ebbing zu smarte, sarkastische und sehr zornige Mutter, die es nicht fassen kann, dass der Mörder ihrer Tochter nach sieben Monaten immer noch nicht gefasst wurde und offensichtlich nicht groß weiter ermittelt wird. Die Geschichte ist dabei weniger an der Suche nach dem Mörder interessiert, eher, mit wem Mildred Hayes alles konfrontiert wird und sich auseinandersetzen muss. Einer der Typen ist dabei der Polizist Jason Dixon (gespielt von Sam Rockwell). Diese Figur ist anschaulich beschrieben, man versteht, was ihn geprägt hat, was ihn umtreibt und kann dann auch sein weiteres Handeln nachvollziehen. Sam Rockwell erweckt diesen Dixon zum Leben. Dixon hätte leicht eine Karikatur sein können, aber Sam Rockwell findet den richtigen Ton und macht ihn zu einer realen Person, die in so einem Kaff im Mittleren Westen der U.S.A. leben könnte. Bei jedem Auftritt Dixons schlug mein Herz bis zum Anschlag. Sam Rockwell (Moon, Conviction, The Way, Way Back) ist unbeschreiblich gut und war nie besser (und das will was heißen). Wenn er für „Three Billboards“ nicht den Oscar gewinnt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich liebe, liebe, liebe jede einzelne Szene mit ihm…insbesondere bei meiner zweiten Sichtung des Films.

Hier geben aber auch Woody Harrelson, John Hawkes, Lucas Hedges, Caleb Landry Jones, Peter Dinklage und selbstverständlich Frances McDormand exzellente Performances. Das gepaart mit den brillanten Dialogen macht den Film zu einem einzigartigen Film. Ich kann aber auch verstehen, wenn man Probleme mit dem Film hat, er ist auch nicht leicht einzuordnen und aller Wahrscheinlichkeit kann man sich in keinem der Charaktere wiederfinden. Die Wut und Frustration von Mildred Hayes passt aber in die heutige Zeit, in der man – wenn man mit offenen Augen durch die Welt schreitet – so viele Missstände in der Gesellschaft, bei der Polizei, der Justiz und natürlich in der Politik sieht.

Als Martin McDonagh das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er Frances McDormand für die Hauptrolle im Sinn. Als ihr die Rolle angeboten wurde hatte die amerikanische Schauspielerin jedoch länger gezögert. Sie fand sich zu alt für die Rolle und war der Meinung, dass eine Frau, die in so einer Kleinstadt in Missouri lebt, viel früher Kinder bekommen hätte. Letztendlich hat ihr Ehemann und Top-Regisseur Joel Coen sie aber überzeugen können. Danke dafür! Mildred Hayes ist eine dieser Figuren, die man sich mit einer anderen Schauspielerin nicht vorstellen kann. Frances McDormand ist eine der besten Schauspielerinnen heutzutage, Ihre Performance in dem Mehrteiler Olive Kitteridge und jetzt in „Three Billboards“ zählen, in meinen Augen, zu ihren besten. Frances McDormand hält nicht viel von Awards-Kampagnen und sehr wahrscheinlich wird man sie nicht häufig bei den ganzen Rote-Teppich-Events sehen, da werden ihr Saoirse Ronan, Margot Robbie und andere sicherlich mit einer Charme-Offensive den Rang ablaufen. Am Ende sollte aber Leistung zählen und so hoffe ich darauf, dass sie am Ende nach über zwanzig Jahren mit ihrem zweitem Oscar (den ersten hat sie für ihre Performance in „Fargo“ gewonnen) ausgezeichnet wird.

In regulären amerikanischen Vorstellungen gibt es äußert selten Applaus am Ende eines Films. Als ich „Three Billboards“ das erste Mal in New York gesehen habe, gab es jedoch in meiner sehr gut besuchten Vorstellung am Eröffnungswochenende großen Applaus. (Als ich den Film zum zweiten Mal in Chicago gesehen hat jedoch keiner applaudiert).

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Jetzt zu den Oscars, Kategorie Bester Film. Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen bzw. Oscar-Gewinnern 2018 Ende September veröffentlicht habe, gab es faktisch noch keinen Favoriten in dieser Kategorie. Ich habe die Vermutung geäußert, dass „Three Billboards“ den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Jetzt zwei Monate später ist, in dieser beispiellosen Oscar-Saison, immer noch kein Favorit in Sicht. Viele Oscar-Experten gehen, nach wie vor, davon aus, dass Dunkirk gewinnen wird. Ich bin mir jedoch mittlerweile ziemlich sicher, dass ein Film mit einer weiblichen Hauptrolle den Oscar im nächsten Jahr gewinnen wird. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, ich werde in meiner nächsten Oscar-Prognose näher dazu Stellung nehmen. In dieser Oscar-Saison gibt es erfreulicherweise eine beachtliche Auswahl von Filmen mit starken Frauen/Mädchen in der Hauptrolle: „Three Billboards“, Lady Bird, „“The Shape of Water“ und „The Post“, aber auch „I, Tonya“, The Florida Project, Battle of the Sexes, Molly´s Game“ und nicht zu vergessen: mother!.(gut, Letztgenannter hat natürlich keinerlei Chancen auf einen Oscar-Gewinn)

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Woody Harrelson), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat 7 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Actress – Frances McDormand, Best Supporting Actor – Sam Rockwell und Woody Harrelson, Best Original Screenplay, Best Film Editing, Best Score) Update: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Toronto International Film Festival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Am 10.11.17 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 614 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 25.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Da ist er nun endlich der Trailer zum lang erwarteten neuen Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Wichtiger Film über ein wichtiges Thema (Pentagon-Papers). Film steht bis auf weiteres noch unter Embargo. Soviel ist aber durchgedrungen, man kann mit einigen Oscar-Nominierungen rechnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: als erkennbar war, für welchen Film hier Werbung gemacht wird, brach in meiner New Yorker Vorstellung schallendes Gelächter aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis. Auch dieser Film wurde die Tage das erste Mal gezeigt, steht aber auch noch unter Embargo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner Vorstellung in Chicago habe ich Trailer von „12 Strong“, „The Disaster Artist“, „The Commuter“, „Fifty Shades Freed (keiner hat in Chicago bei diesem Trailer gelacht), „The Shape of Water“

und

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich, wie furchtbar diese bildhübsche Frau aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney und wahrscheinlich eine für Margot Robbie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Super Troopers 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Actionkomödie und Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Aussteller von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

 

VOD – Film: „Better Watch Out“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Better Watch Out“ (in D. ab dem 18.01.18 auf DVD) 89 min horror, comedy
dir. Chris Peckover cast: Levi Miller, Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Patrick Warburton, Virginia Madsen

 

Der 12-jährige Luke (Levi Miller) ist schon länger in seine Babysitterin, die 17-jährige Ashley (Olivia DeJonge), verknallt. Jetzt, als seine Eltern (Virginia Madsen, Patrick Warburton) zu einer Weihnachtsfeier eingeladen sind, und sie auf ihn aufpassen soll, versucht er sich an seine hübsche Aufpasserin ranzumachen. Etwas Champagner und ein Horrorfilm eignen sich dazu ja auch bestens, aber dann geschehen plötzlich auch im realen Leben seltsame Dinge…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Better Watch Out“ ist der neue Film des kanadisch-australischen Autors und Filmemachers Chris Peckover („Undocumented“).

Vor fast einem Monat habe ich mir den Film, auf Empfehlung, mal bei iTunes ausgeliehen. Natürlich längst vergessen, aber das Gute bei iTunes ist, dass man auf den letzten Metern daran erinnert wird, dass die Leihdauer demnächst abläuft.

„Better Watch Out“ könnte man als „der etwas andere Babysitter-Horrorfilm“ beschreiben. Er ist smart, schwarzhumorig, schonungslos und an der einen oder anderen Stelle sogar überraschend. Unter dem Strich ein kurzweiliger und sehr zu empfehlender Sehspass.

Levi Miller (der hier den Zwölfjährigen Luke spielt) ist ein Name, den man sich merken sollte und wenn man schon dabei ist, sich Namen zu merken, dann auch den des Autors und Regisseurs. Mit dieser Inszenierung ist es glasklar, dass Chris Peckover – aller Wahrscheinlichkeit nach – schon bald bei einer Hollywood-Großproduktion sein Können unter Beweis stellen darf.

„Better Watch Out“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2016 noch unter dem Titel „Safe Neighborhood“ gezeigt. Der Film ist am 6.10.17 landesweit in 25 amerikanischen Kinos gestartet und zeitgleich auf VOD herausgekommen. In Deutschland erscheint der Film am 18.01.18 auf DVD.

Trailer zu sehen:

 

TV – Serie: „Mindhunter, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 1. Staffel“ 10 x 35 to 60 min crime, drama, adaptation
dir. David Fincher, Asif Kapadia, Tobias Lindholm, Andrew Douglas cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Hannah Gross, Anna Torv, Cotter Smith, Cameron Britton, Happy Anderson, Jack Erdie

 

Im Jahr 1977. Holden Ford (Jonathan Groff) ist FBI-Agent, sein Fachgebiet ist die Verhandlung mit Geiselnehmern, er unterrichtet in Quantico. Sein Kollege Bill Tench (Holt McCallany) ist der Verhaltensforschungseinheit zugeteilt und fährt durchs Land, um den Polizisten die neuesten Ermittlungstechniken des FBI beizubringen. Der 29-jährige Holden Ford ist sehr daran interessiert, seinen Horizont zu erweitern und arbeitet schon bald mit Bill Tench zusammen. Die beiden FBI-Agenten weihen fortan die Gesetzeshüter in der Provinz gemeinsam in die FBI-Arbeit ein. Dabei werden sie nicht selten von den Polizisten in ihre ungeklärten Mordfälle eingeweiht und zu Rate gezogen. Holden hat irgendwann die Idee, inhaftierte Serienmörder zu interviewen, er denkt, er könnte etwas Nützliches über die Psyche dieser Täter in Erfahrung bringen. Bald besucht er den Serienmörder Ed Kemper (Cameron Britton) im Gefängnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf dem Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australischen Bühnen- und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er produziert. Hier hat David Fincher bei vier der zehn Episoden Regie geführt.

An die Serie sollte man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. In erster Linie ist „Mindhunter“ ein dialogreiches Charakterdrama. Es geht um zwei FBI-Agenten, die in den späten 1970er Jahren durch Gespräche mit Serienmördern versuchen, die Psyche dieser Täter generell zu analysieren. Die beiden FBI-Agenten gab es wirklich. Die realen Vorbilder für Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) und Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) waren John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und Robert Ressler. Es ist nicht das erste Mal, dass der FBI-Agent John E. Douglas als Vorlage für Charaktere in einer Serie bzw. einem Film diente. Die Serienfigur Jason Gideon aus der TV-Serie „Criminal Minds“ und auch der fiktive Ermittler Jack Crawford aus den Hannibal Lecter-Büchern/Filmen basiert auf John E. Douglas. Die Serie „Mindhunter“ ist jedoch nicht so spannungsgeladen wie beispielsweise Jonathan Demmes exzellenter Thriller „The Silence of the Lambs“, diese Serie ist dialogreich und nimmt sich Zeit für seine Charakter und seine Geschichte und ist damit eher mit David Finchers großartigen Serienmörder-Film Zodiac zu vergleichen. Ich wusste selbst nicht was mich erwartet. Sobald David Fincher aber irgendwo seine Finger im Spiel hat, stehe ich auf der Matte. Seinetwegen habe ich in die Serie reingeschaut, geblieben bin ich, weil mir die beiden Protagonisten (Holden Ford und Bill Tench) schnell ans Herz gewachsen sind. Wie jede TV-Serie, die mich begeistert, habe ich auch diese gesamte Staffel bereits zwei Mal geschaut (zugegebenermassen Finchers vier Episoden sogar drei Mal). Besonders gefallen mir das Zusammenspiel von Holden und Bill, die brillanten Dialoge, der unterschwellige Humor und das 1970er Jahre Setting.

„Mindhunter“ spielt in einer anderen Zeit. Es ist das Jahr 1977, überall wurde noch geraucht und das neue FBI (nur fünf Jahre nach dem Tod des ersten FBI-Direktors J. Edgar Hoover) muss sich noch finden. Es macht den Anschein, dass sich die Verbrechen und die auch Täter geändert haben. Die Sprache und Wortwahl war noch eine andere, Begriffe wie Serienmörder waren noch nicht gebräuchlich (serial killer wurden als sequence killer bezeichnet). Die Serie erzählt von dem Beginn der Kriminalpsychologie/ des Profilings. Dabei kam einer der FBI Agenten (in der Serie Holden Ford) auf die Idee, inhaftierte Serientäter zu ihrer Kindheit und den Beweggründen ihrer Taten zu befragen. Die Serienmörder Ed Kemper, Monte Ralph Rissell, Jerry Brudos, Richard Speck, etc, die in der ersten Staffel zu sehen sind, hat es tatsächlich alle gegeben.

Sexual- und Gewaltverbrechen werden üblicherweise von Männern verübt. In den 1970er Jahren waren die Mädchen und Frauen nicht nur die Opfer, ihnen wurde damals auch oftmals die Schuld dafür gegeben, dass der Mann so ausgetickt ist. (mal war es die dominante Mutter oder Oma, die Freundin oder das junge Mädchen, dass zu sexy gekleidet ist, etc.).

In einigen Szenen (meist zu Beginn der Episoden) sieht man einen mysteriösen Mann. Man erfährt nicht viel über diesen Mann, aber einiges weist darauf hin, dass er ein Krimineller, wahrscheinlich sogar Serienmörder ist oder vielleicht auch erst irgendwann mit seinen grausamen Taten beginnt. Die erste Staffel von „Mindhunter“ endet mit ihm, man kann also davon ausgehen, dass er ein wichtiger Bestandteil der zweiten Staffel ist.

Die Serie ist perfekt besetzt. Dem Namen nach kannte ich keinen der Schauspieler. Jeder einzelne ist jedoch glaubwürdig in seiner/ihrer Rolle. Mit der zweiten Sichtung dieser Serie war mir aber klar, dass Holt McCallany jetzt einer meiner neuen Lieblingsschauspieler ist. Sein Gesicht war mir aus einigen anderen Filmen bekannt.

Cameron Britton als Serienmörder Ed Kemper ist unbeschreiblich gut. Hier sehe ich definitiv auch eine Emmy-Nominierung als Gaststar bzw. Nebenrolle. Bitte seiner Stimme und Sprache unbedingt im Original lauschen!

Meine Lieblingsfigur: Ich mag alle, Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) ist aber mein Favorit

Meine Lieblingsepisode: Ich liebe die zweite Episode, sie ist perfekt, mein Lieblingspart dabei der „Fly Like an Eagle“-Part, die letzten, vielleicht 23 Minuten der zehnten Episode waren auch klasse.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Holden Ford ist 29 Jahre alt und FBI-Agent. Er ist auf die Verhandlung mit Geiselnehmern spezialisiert und schult auch in Quantico. Bald arbeitet er mit seinem FBI-Kollegen Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) von der Verhaltensforschungseinheit zusammen, sie fahren durchs Land und schulen Polizisten in der Provinz. Holden ist etwas bieder und verkopft. Sein Charakter basiert auf den FBI-Agenten John E. Douglas, er war einer der ersten Profiler. Gespielt wird Holden Ford von dem amerikanischen Film-, Theater- und TV-Schauspieler und Sänger Jonathan Groff. Er hat in den TV-Serien „Glee“ und „Looking“ mitgespielt. Ich habe ihn in dem HBO-Film The Normal Heart und Ang Lees Kinofilm Taking Woodstock gesehen. Jonathan Groff ist auch ein Musical-Darsteller. Für seine Performance in den Musicals „Spring Awakening“ und „Hamilton“ wurde er für den Tony nominiert.

Bill Tench ist 44 Jahre alt und verheiratet. Er und seine Frau haben vor drei Jahren einen Jungen adoptiert. Er ist ein erfahrener FBI-Agent und arbeitet in der Verhaltensforschungseinheit. Er unterrichtet außerdem Polizisten landesweit über FBI-Praktiken. Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) ist sein neuer Partner dabei. Sein Charakter basiert auf Robert K. Ressler, der eine signifikante Rolle in dem Profiling von Gewaltstraftätern gespielt hat. Gespielt wird Bill Tench von dem amerikanischen Schauspieler Holt McCallany. Er hat mit David Fincher bereits in „Alien 3“ und „Fight Club“ zusammengearbeitet. Auch hat er in vielen größeren Kinoproduktionen (u.a. Run All Night, Sully) mitgespielt. Mir war sein Gesicht sehr vertraut, seinen Namen kannte ich bislang nicht.

Debbie ist Holdens 24-jährige Freundin, sie studiert Soziologie. Die junge Dame ist selbstbewusst und freigeistig. Gespielt wird Debbie von der kanadischen Schauspielerin Hannah Gross. Dies ist ihre erste größere Rolle.

Dr. Wendy Karr ist Psychologin und berät die beiden FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench (gespielt von Jonathan Groff und Holt McCallany). Auch ihr Charakter basiert auf einer realen Person: Dr. Ann Wolbert Burgess. Gespielt wird Dr. Karr von der australischen Schauspielerin Anna Torv. Den meisten wird sie durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „Fringe“ bekannt sein.

Ed Kemper ist der erste Serienmörder, der von Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) interviewt wird. Gespielt wird Ed Kemper von dem amerikanischen Schauspieler Cameron Britton.

„Mindhunter“ ist seit dem 13.10.17 bei Netflix abrufbar. Die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

Montréal – Film: „Thank You for Your Service“

Ich war am 04.11.17 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Thank You for Your Service“ 108 min drama, biopic, adaptation
dir. Jason Hall cast: Miles Teller, Beulah Koale, Haley Bennett, Joe Cole, Amy Schumer

Im Jahr 2007. Sergeant Adam Schumann (Miles Teller) kehrt mit seinen beiden Kameraden Aieti (Beulah Koale) und Waller (Joe Cole) aus dem Irak-Krieg zurück. Von der amerikanischen Armee werden die jungen Männer mit ihren traumatischen Erlebnissen alleingelassen und so versucht jeder auf seine Weise, wieder zurück ins Leben zu finden…

B+ (Wertung von A bis F) „Thank You for Your Service“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten David Finkel. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers und Drehbuchautors Jason Hall (American Sniper, „Buffy the Vampire Slayer“).

„Thank You for Your Service“ erzählt wie amerikanische Soldaten nach der Rückkehr ihres Kampfeinsatzes in ein Loch fallen. Während ihres Einsatzes im Irak wurden sie Zeuge schrecklicher Ereignisse, mussten direkt mitansehen, wie ihre Militärkameraden oder Zivilisten zu Tode kamen. Vor Ort gab es keine Zeit, die Erlebnisse zu verarbeiten, also nehmen sie das Erlittene mit nach Hause. Dort versuchen die Einsatzgeschädigten wieder in ihr normales Leben zurückzufinden, leiden jedoch an Panikattacken, Schlafproblemen, Depressionen u.ä. Irgendwann erkennen zwei der Männer, dass sie ihre psychischen Probleme nicht allein bewältigen können. Sie bemühen sich aktiv um professionelle Hilfe. Es gibt die Hilfe-Zentren, aber die Psychotherapeuten sind mit der Anzahl der Veteranen und Hilfesuchenden völlig überfordert und so dauert es Monate bis sie eine Trauma-Therapie beginnen können.

Ich finde es unverantwortlich, dass die jungen Männer, die für ihr Land gekämpft haben nach ihrer Rückkehr gänzlich auf sich allein gestellt sind und nicht unmittelbar von dem amerikanischen Militär und der Regierung betreut werden. Das ist übrigens nicht allein ein Missstand der amerikanischen Armee, meine Recherche hat ergeben, dass auch die Bundeswehr und deutsche Politik ihre Soldaten mit einer posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) scheinbar nicht ausreichend versorgt.

„Thank You for Your Service“ macht das Schicksal von drei amerikanischen Soldaten greifbar. Zum Schluss des Films werden Fotos der realen Personen gezeigt.

Miles Teller (Rabbit Hole, Whiplash, Bleed for This) ist mittlerweile dreißig Jahre alt. Auch wenn er sicher noch etwas an seiner Persönlichkeit arbeiten muss, gilt er als einer der großen Schauspielhoffnungen Hollywoods. So kann man auch großzügig darüber hinwegsehen, dass er in den „Divergent“-Verfilmungen und in „Fantastic Four“ mitwirkte, für seine sonstige Rollenauswahl hat er ein relativ gutes Händchen. Auch wenn manche Filme weder beim Publikum noch bei den Kritikern besonders positiv aufgenommen wurden, er wird meistens für seine Performance gelobt. Ich habe ihn jetzt in zwei ausgesprochen guten Filmen Only the Brave und „Thank You for Your Service“) hintereinander gesehen, in beiden gibt er eine exzellente Performance. Leider ist keiner dieser Film in den U.S.A. ein Kassenerfolg.

Die blonde Comedian Amy Schumer (Trainwreck) ist hier mal in einer ganz anderen, ernsthafteren Rolle zu sehen. Dunkelhaarig und gänzlich ungeschminkt war sie für mich nur anhand ihrer markanten Nase zu erkennen.

„Thank You for Your Service“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Miles Teller), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Thank You for Your Service“ wurde erstmalig auf dem Heartland Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 in 2054 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist derzeit noch kein Kinostart vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Roman J. Israel, Esq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dan Gilroys neuer Film. Denzel Washington macht einen verdammt guten Eindruck, wie lange nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Der Film soll nicht so schlimm sein, wie der Trailer vermuten lässt, aber halt auch kein Oscar-Film, damit muss ich diesen Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay nicht sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … Gary Oldman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Den Trailer über habe ich geglaubt, die Ankündigung für einen weiteren, völlig überflüssigen Transformers-Film zu sehen, ist aber die Fortsetzung zu Guillermo del Toros Film aus dem Jahr 2013. Braucht man ebensowenig.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Denver – Film: „Only the Brave“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Only the Brave“ (dt. Filmtitel: „No Way Out – Gegen die Flammen“, dt. Kinostart: 8.3.18) 134 min drama, biopic adaptation
dir. Joseph Kosinski cast: Josh Brolin, Miles Teller, Jeff Bridges, Taylor Kitsch, Jennifer Connelly, Andie MacDowell

Eric „Supe“ Marsh (Josh Brolin) leitet ein örtliches Feuerwehrteam in Prescott, Arizona. Der Superintendent setzt sich dafür ein, dass sein Team sich als Elite-Feuerwehr-Einheit „Hotshots“ qualifiziert. Dafür werden die jungen Männer in der direkten Wildfeuer-Bekämpfung ausgebildet. Eines Tages erwartet die Granite Mountain Hotshots ein großes Feuer, dass die Kleinstadt Yarnell bedroht…

 

B (Wertung von A bis F) „Only the Brave“ basiert auf wahren Begebenheiten und auf Sean Flynns GQ-Artikel „No Exit“. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Joseph Kosinski (Tron: Legacy, „Oblivion“).

Der Film führt einen für etwas mehr als zwei Stunden in die Welt amerikanischer Feuerwehrmänner. Es ist ein Männer-Film, bei denen eben echte Kerle auch echte-Kerle-Jobs ausüben, mit Macho-Gelaber, den üblichen Rivalitäten, aber auch Freundschaften – dabei empfand ich das Gezeigte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Zum Schluss wird es sogar noch mal richtig dramatisch und dann blieb in meiner Vorstellung auch kein Auge trocken. Bei der ganzen Männer-Riege war für mich der interessanteste Charakter im Film eine Frau: Amanda Marsh, die Frau von Josh Brolins Charakter. Amanda wird von Jennifer Connolly gespielt, sie gibt hier eine mega Performance, die man durchaus für den Oscar nominieren könnte. Die Beziehung zwischen Eric und Amanda wirkte auch lebensnah. Auch Miles Teller zeigt einmal mehr, was er kann.

Der Film zeigt einige großflächige Waldbrände, das Feuer im Film sieht dabei ziemlich realistisch aus. Was ich durch den Film gelernt habe, ist, dass die Hotshot Crews sich von normalen Feuerwehrmännern dadurch unterscheiden, dass sie in die gefährlichsten Gebiete geschickt werden. Bei ihrer äußerst risikoreichen Arbeit bekämpfen sie die Waldbrände auch nicht mit Wasser o.ä., sondern mit Feuer, mit kontrollierten Bränden. Den gesamten Film über habe ich mich jedoch gefragt, warum die Männer bei ihren Löscharbeiten mitten im Waldbrand-Gebiet nie Atemschutzmasken trugen, ist das logisch?

„Only the Brave“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste visuelle Effekte

„Only the Brave“ ist am 20.10.17 landesweit in 2,577 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Kinostart unter dem Filmtitel „No Way Out – Gegen die Flammen“ für den 8.3.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Justice League„
Bewertung des Trailers: D- (neuer Trailer)
Kommentar: Der x-te Superhelden-Film, sieht für mich unerträglich aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Nach wie vor sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Michelle Williams und Mark Wahlberg und künftig Christopher Plummer (Kevin Spacey wird derzeit aus dem Film geschnitten). Ob Ridley Scott mit den ganzen Nachdrehs seinen Film bis zum anvisierten Kinostart am 22.12. fertiggestellt bekommt, ist fraglich. Ich halte das Ganze eh für eine dumme Entscheidung. Seit Spaceys Durchbruch Mitte der 1990er Jahre gab es die Gerüchte und jetzt wird getan, als wäre das Ganze für einige völlig überraschend und der Schauspieler wird aus dem fertigen Film rausgeschnitten. Schwachsinn. Aber gut, dann ist es eben der Film, aus dem Kevin Spacey rausgeschnitten wurde – PR-mäßig nicht viel gewonnen. Vielleicht ist es aber auch die dickköpfige Entscheidung von Ridley Scott, der von vornherein Plummer besetzen wollte. Das Studio wollte einen größeren Star für den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Roman J. Israel, Esq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dan Gilroys neuer Film. Denzel Washington macht einen verdammt guten Eindruck, wie lange nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Denver – Film: „Suburbicon“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Suburbicon“ (dt. Kinostart: 09.11.17) 105 min crime, comedy
dir. George Clooney cast: Matt Damon, Julianne Moore, Noah Jupe, Oscar Isaac, Glenn Fleshler, Megan Ferguson

 

Als im Jahr 1959 die erste afro-amerikanische Familie in das 6000-Seelen-Kaff Suburbicon zieht, bringt das die weiße Bevölkerung in Aufruhr. Gardner (Matt Damon), seine an den Rollstuhl gefesselte Frau Rose (Julianne Moore), seine Schwägerin Margaret (Julianne Moore) und sein Sohn Nicky (Noah Jupe) haben im Moment ganz andere Probleme. Eines Nachts werden sie überfallen…

 

C- (Wertung von A bis F) „Suburbicon“ ist der neue Film von Schauspieler/Regisseur George Clooney („Good Night, and Good Luck“, The Ides of March).

George Clooneys Karriere als Regisseur hat im Jahr 2002 mit „Confessions of a Dangerous Mind“ äußerst vielversprechend begonnen. Drei Jahre später präsentierte er dann „Good Night, and Good Luck“, welcher bis heute einer meiner Lieblingsfilme ist.. „The Ides of March“ war ganz gut, aber die Filme „Leatherheads“ und The Monuments Men glichen eher einer Katastrophe und sein neuer Film ist es leider auch.

Von der Handlung her ähnelt „Suburbicon“ dem Coen Bros.-Meisterwerk „Fargo“, leider lag hier aber kein solides Drehbuch vor, man hat keine skurrilen oder wenigstens sympathischen Charaktere, vermisst schon bald einige der brillanten Schauspieler aus dem Klassiker (William H. Macy, Frances McDormand, Steve Buscemi und Peter Stormare) und auf schmerzliche Weise muss man letztlich auch auf den besonderen Humor und die Originalität der Coen Bros. verzichten. Und das, obwohl die Coens sogar mit George Clooney und Grant Heslov die Drehbuchvorlage geschrieben haben. Es wird aber bestimmt einen Grund haben, warum die Regiebrüder den Film nicht selbst inszenieren wollten.

„Suburbicon“ wird als Krimi-Komödie vermarktet. Ein Mal habe ich ganz kurz geschmunzelt, ansonsten ist der Film einfallslos und relativ ereignislos (es dauert ewig, bis überhaupt etwas Handlung zu erkennen ist). In einem Nebenplot sieht man, wie Rassisten die neu zugezogene schwarze Familie bedrohen. Einen Zusammenhang der Haupt- und der Nebengeschichte konnte ich bis zum Schluss nicht entdecken.

Positiv hängen geblieben sind das exzellente 1950er Jahre-Szenenbild und das entsprechende Kostümdesign und auch der Kinderschauspieler Noah Jupe, der den kleinen Nicky spielt, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

„Suburbicon“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes Originaldrehbuch

„Suburbicon“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 landesweit 2,046 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kommt der Film morgen (09.11.17) in die Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson auch mit. Ich weiß nicht ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Winchester„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Helen Mirren und Jason Clarke
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Father Figures„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Owen Wilson, Ed Helms, Glenn Close, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Killing of a Sacred Deer“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Killing of a Sacred Deer“ (dt. Kinostart: 28.12.17) 121 min drama, thriller, horror
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Raffey Cassidy, Bill Camp, Alicia Silverstone, Sunny Suljic

 

Der erfolgreiche Herzchirurg Steven (Colin Farrell) fühlt sich verantwortlich für den Tod von Martins Vater, schließlich starb er auf seinem OP-Tisch. Seither verbringt er einige Zeit mit dem 16-jährigen Martin (Barry Keoghan), stellt ihn sogar seiner Frau Anna (Nicole Kidman) und seinen beiden Kindern Kim und Bob (Raffey Cassidy und Sunny Suljic) vor. Irgendwann muss Steven aber feststellen, dass Martin ernsthafte Probleme hat….

 

B (Wertung von A bis F) „The Killing of a Sacred Deer“ ist der fünfte Film des griechischen Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth, The Lobster). Die Handlung ist an die griechische Tragödie „Iphigenie in Aulis“ angelehnt.

Als ich aus dem Kino dachte ich, was für ein kranker Scheiß und wie heilend es für Yorgos Lanthimos bestimmt ist, seine kranken Fantasien zu Papier bringen und später als Spielfilm zu inszenieren. Später habe ich recherchiert, ob er vielleicht eine Frau und Kinder hat und wie es denen so geht. Kinder hat der griechische Regisseur scheinbar nicht und nach „Dogtooth“ und jetzt diesem Film beruhigt mich das immens.

Yorgos Lanthimos erzeugt hier von Beginn an eine beklemmende, ja bedrohliche Atmosphäre. Auch wenn noch gar nichts passierte, stellte sich bei mir bereits ein unwohles Gefühl ein. Durch die absurd-seltsamen Dialoge, die stressige Musik, die ungewöhnliche Kameraeinstellungen und lange Kamerafahrten hat man immer Abstand zu den Figuren und der Geschichte. Man betrachtet eine Inszenierung, vieles erinnert an Stanley Kubrick-Filme. Einige kurze Momente im Schlafzimmer mit Nicole Kidman wirkten sogar, als wären sie direkt aus „Eyes Wide Shut“.

Im Ganzen war mir der Film eine Spur zu verstörend, definitiv ein Film, den ich mir kein zweites Mal anschauen werde. Yorgos Lanthimos ist jedoch zweifelsfrei einer der interessantesten und konsequentesten Filmemacher heutzutage, dessen Werke sich jeder Filminteressierte anschauen sollte.

Barry Keoghan ist der geborene Film-Psychopath. Er ist hier so glaubwürdig , dass ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass er jemals in einer ganz andere Rolle hundertprozentig überzeugen könnte. Ich lasse mich aber dahingehend gerne überraschen. Sein Gesicht kam mir auch bekannt vor, ohne Recherche wäre ich jedoch nicht darauf gekommen, dass er kürzlich in einer kleineren Rolle in Dunkirk zu sehen war.

„The Killing of a Sacred Deer“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„The Killing of a Sacred Deer“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Dort hat der Film den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Gerade wurde der der Film in drei Kategorien (Bester Regisseur, Colin Farrell als Bester Hauptdarsteller und Bester Drehbuchautor) für den Europäischen Filmpreis 2017 nominiert. Der A-24-Film ist am 20.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 86 Kinos landesweit. In Deutschland kommt der Film am 28.12.17 ins Kino.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Disaster Artist „
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über Greg Sestero. Möglicher Oscar-Kandidat von und mit James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lady Bird„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Greta Gerwigs Regiedebüt mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf und Tracy Letts. Der Film ist ein möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, sehr wahrscheinlicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I Love You, Daddy„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Louis C. K.s neuer Film. Tragikomödie in s/w gedreht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Breathe“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Breathe“ (dt. Filmtitel: „Solange ich atme“, dt. Kinostart: 19.04.18) 117 min drama, biopic
dir. Andy Serkis cast: Andrew Garfield, Claire Foy, Tom Holland, Hugh Bonneville, Dean-Charles Chapman

 

Ende der 1950er Jahre. Der junge Robin Cavendish (Andrew Garfield) verliebt sich in Diana (Claire Foy). Die beiden gehen nach Afrika und führen ein schönes Leben. Als sie schwanger wird, heiraten sie. Robin hat zunehmend gesundheitliche Probleme, bis er schließlich zusammenbricht. Im Alter von 28 Jahren wird bei ihm Polio diagnostiziert. Er ist vom Hals abwärts gelähmt und kann auch nicht selbstständig atmen. Die Ärzte geben ihm nur wenige Monate zu leben…

 

C (Wertung von A bis F) „Breathe“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist ein Biopic über einen der am längsten lebenden Polio-Erkrankten in Großbritannien. Es ist das Regiedebüt des englischen Schauspielers Andy Serkis  (vorwiegend bekannt durch seine Motion-Capturing-Performances als Gollum und Caesar in den „Lord of the Rings“- und „Planet of the Apes“-Trilogien).

„Breathe“ ist ein Film der Kategorie „Kann man sehen, aber eigentlich gibt es kein Grund dafür“. Ich fand den Film sehr zäh und öde. Ehrlich gesagt gibt die Geschichte auch nicht genug her, um einen Kinofilm zu füllen. Für mich kommt erschwerend dazu, dass Andrew Garfield so gar nicht mein Fall ist. Seine Chancen stehen derzeit nicht schlecht, dass er für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Ich habe dieses Jahr bereits  nominierungswürdigere Performances gesehen.

„Breathe“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes Originaldrehbuch

„Breathe“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 13.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. In der Woche vom 20.-26.10. wurde der Film landesweit in 315 Kinos in den U.S.A. gespielt, seither wurde die Kopienanzahl wieder verringert. In Deutschland soll der Film am 19.04.18 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht leiden kann (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Polaroid„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Man Who Invented Christmas„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Dan Stevens und Christopher Plummer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „My Friend Dahmer„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama über den Serienmörder Jeffrey Dahmer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Mountain Between Us“

Ich war am 12.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mountain Between Us“ (dt. Filmtitel: „Zwischen zwei Leben“, dt. Kinostart: 7.12.17) 104 min drama
dir. Hany Abu-Assad cast: Kate Winslet, Idris Elba, Dermot Mulroney, Beau Bridges

Aufgrund der Witterungsbedingungen wurden sämtliche Linienflüge gestrichen. Die Fotojournalistin Alex (Kate Winslet) und der Chirurg Dr. Ben Bass (Idris Elba) haben jedoch wichtige Termine. Alex möchte am nächsten Tag ihren Verlobten Mark (Dermot Mulroney) heiraten und überredet schließlich Ben eine kleine Maschine zu chartern. Der Pilot (Beau Bridges) erleidet während des Fluges jedoch einen Schlaganfall und der Flieger stürzt in einer entlegenen Bergregion ab…

 

C (Wertung von A bis F) „The Mountain Between Us“ basiert auf Charles Martins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des niederländisch-palästinensischen Filmemachers Hany Abu-Assad („Paradise Now“, „Omar“).

Ich mag diese Was-würde-ich-tun-Filme? „The Mountain Between Us“ ist vordergründig ein Survival-Film. Ich hätte mir gewünscht, dass man auf diesen Liebesschnulz verzichtet hätte., sonderlich glaubwürdig ist dieser nämlich nicht. Aber egal, meine Hauptsorge in dem Film galt selbstverständlich dem Hund aber selbst der verhält sich oftmals äußerst ungewöhnlich. Insgesamt ist der Film nicht gut, das Drehbuch schlecht, die Dialoge sind oft furchtbar, was den Film aber dennoch erträglich macht, sind die Schauspieler Kate Winslet und Idris Elba.

Bei Filmen, bei dem es zu Flugunregelmäßigkeiten oder gar einem Flugzeugabsturz kommt, neige ich dazu, meinen Senf dazugeben zu wollen:

Wenn es nach mir gehen würde, hätte es diesen Flugzeugabsturz nie gegeben und entsprechend wäre der Roman nie geschrieben und der Film nie gedreht worden.

Wenn aufgrund der Witterungsbedingungen ein normaler Linienflug gestrichen wird, wer kommt denn dann auf die Idee, man könnte die Flugstrecke mit einer kleinen Nussschale an Flieger unbeschadet zurücklegen?

Ich mag große Flugzeuge (zwei Gänge, zwei Decks = perfekt), ich habe es nicht so mit kleineren Fliegern, aber Hubschrauber oder Kleinflugzeuge (wie in diesem Film) finde ich völlig indiskutable und absurd. Logischerweise bin ich nicht flugängstlich, aber halt auch nicht lebensmüde, in solch einen Mini-Flieger würde ich im Leben nicht einsteigen.

Jetzt komme ich über einen Umweg zu einem weiteren Glaubwürdigkeitsproblem mit diesem Film.
Bei allen großen Fluggesellschaften wird seit einigen Jahren nach dem Start eine Ansage ähnlich folgender gemacht: „Meine Damen und Herren, da unerwartet Turbulenzen auftreten können, sind Sie aus Sicherheitsgründen verpflichtet sich anzuschnallen, sobald Sie ihren Sitzplatz eingenommen haben. Dies gilt auch dann, wenn die Anschnallzeichen ausgeschaltet worden sind.“ Diese Ansage wird aus versicherungsrechtlichen Gründen gemacht, sollte der Flieger dann in Turbulenzen geraten, der Passagier saß aber nicht angeschnallt auf seinem Sitz und wurde schwer verletzt, kann er die Fluggesellschaft nicht dafür haftbar machen. Nun werden generell nach dem Start irgendwann die Anschnallzeichen ausgeschaltet (das ist für das Kabinenpersonal das Zeichen, dass sie aufstehen dürfen und mit ihren Service-Vorbereitungen beginnen können und auch können ab dem Zeitpunkt die Passagiere aufstehen und zur Toilette gehen.) Die Anschnallzeichen werden dann im Reiseflug nur angeschaltet, wenn die Piloten heftige Turbulenzen erwarten bzw. diese bereits das Flugzeug durchschütteln und das bedeutet, dass die Passagiere dann unter keinen Umständen mehr aufstehen sollen, bzw. jetzt spätestens zu ihrem Platz zurückkehren müssen). Die Anschnallzeichen gelten übrigens immer auch für das Kabinenpersonal. So, was machen aber rund 50% der Passagiere, wenn kurz nach dem Start die Anschnallzeichen ausgeschaltet werden? Sie schnallen sich ab, auch wenn sie nicht vorhaben, aufzustehen, sie schnallen sich einfach ab. Werde ich nie verstehen. Ist es das Gefühl von Freiheit, dass man nur empfinden kann, wenn man abgeschnallt auf seinem Passagiersitz sitzt? Man kann den Gurt ja lockern, abschnallen sollte man sich jedoch – aus eigener Sicherheit – nicht. Wahrscheinlich haben aber diese Passagiere noch nie richtig starke Turbulenzen erlebt, die können nämlich quasi auch mal aus dem Nichts kommen. So, zurück zum Film. Jetzt sitzen also Kate Winslet und Idris Elbas Charaktere in diesem kleinen Flieger, heftiges Wetter und der Pilot erleidet einen Schlaganfall, die Maschine kommt ins Trudeln und die beiden sind nicht angeschnallt. Seeeeeehr realistisch. So etwas macht mich wahnsinnig, weil eigentlich wären sie spätestens beim Aufprall gestorben und dann hätte der Roman und der Film keine Existenzberechtigung.

Bevor „The Mountain Between Us“ erstmalig gezeigt wurde, war er auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch.

Der Film wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 6.10.10 landesweit in 3,088 Kinos gestartet. Am 7.12.17 kommt der Film in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Marshall„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic mit Chadwick Boseman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Das ist wirklich schlimm. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: habe den Film mittlerweile gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht mag (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Für mich sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Der Trailer ist perfekt. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Kevin Spacey, Michelle Williams und Mark Wahlberg
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ready Player One„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Sci-Fi-(Kinder)-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon, wegen der Besetzung