D. C. – Film: „Before I Fall“

Ich war am 14.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Before I Fall“ (dt. Filmtitel: „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“, dt. Kinostart: 01.06.17) 100 min drama, adaptation
dir. Ry Russo-Young cast: Zoey Deutch, Erica Tremblay, Halston Sage, Logan Miller, Jennifer Beals

 

 

Als die 17-jährige Sam (Zoey Deutch) morgens wach wird, ist ihr noch nicht bewusst, dass sie diesen Tag immer wieder erleben wird…

 
C- (Wertung von A bis F) „Before I Fall“ basiert auf Lauren Olivers gleichnamigen Jugendroman. Es ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Ry Russo-Young („You Wont Miss Me“, „Nobody Walks“)

Während man sich bei dem Klassiker „Groundhog Day“ über Bill Murray in der Zeitschleife amüsiert, steckt man hier mit oberflächlichen und langweiligen Teenager-Mädchen fest. Der Film zieht sich wie Gummi. Als etwas Spannung aufkommt, ist tatsächlich eine geschlagene Stunde vergangen. Vermutlich hätte ich aber bereits zuvor das Kino verlassen, wenn hier nicht Zoey Deutch (Everybody Wants Some!!) die Hauptrolle spielen würde. Zoey Deutch ist die Tochter von Schauspielerin Lea Thompson („Back to the Future“) und Filmemacher Howard Deutch („Pretty in Pink“). Die kleine Schwester von Zoey Deutchs Charakter Sam wird von Erica, der jüngeren Schwester von Jacob Tremblay (Room) gespielt. Auch hier sieht man die verblüffende Ähnlichkeit.

 
„Before I Fall“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film regulär am 03.03.17 in die Kinos gekommen. Der deutsche Kinostart ist der 01.06.17.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sleight„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 
Trailer v. Film: „The Fate of the Furious„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fast & Furious 8 – Wie viele Filme kann man denn von diesem Dreck drehen? Und wer alles Geld braucht: Helen Mirren, Charlize Theron…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Snatched„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Amy Schumer und Goldie Hawn
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Unforgettable„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Nut Job 2: Nutty by Nature„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Promise„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Terry Georges neuer Film mit Oscar Isaac, Christian Bale
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

VOD – Film: „XX“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

„XX“ 81 min horror
dir. Roxanne Benjamin, Sofia Carrilo, Karyn Kusama, Annie Clark (St. Vincent), Jovanka Vuckovic cast: Natalie Brown, Melanie Lynskey, Breeda Wool, Christina Kirk, Michael Dyson, Sheila Vand, Mike Doyle, Susan Jacobs, Peter DaCunha, Peyton Kennedy, Sanai Victoria Cunningham, Kyle Allen

 
B (Wertung von A bis F) „XX“ ist ein Anthologie-Film. Mit Ausnahme des ersten Films („The Box“), der auf einer Kurzgeschichte basiert, sind alle Kurzfilme von Filmemacherinnen geschrieben und inszeniert worden. Umrahmt werden die einzelnen Filmen von den Arbeiten der mexikanischen Stop-Motion-Künstlerin Sofia Carillo. Die einzelnen Filme:

1. „The Box“ (dir. Jovanka Vuckovic) approx. 20 min
Susan (Natalie Brown) fährt mit ihrer Tochter Jenny (Peyton Kennedy) und ihrem Sohn Danny (Peter DaCunha) in der U-Bahn nach Hause. Danny ist sehr neugierig und fragt den Fahrgast neben sich, was sich in seinem großen roten Geschenkkarton befindet. Der Mann erlaubt ihm, kurz reinzuschauen. Seither hat Danny keinen Hunger mehr…
B (Wertung von A bis F) „The Box“ basiert auf Jack Ketchums Kurzgeschichte.

 
2. „The Birthday Party“ (dir. St. Vincent, a.k.a. Annie Clark) approx. 20 min
Mary (Melanie Lynskey) ist dabei, die Geburtstagsparty für ihre Adoptivtochter Lucy (Sanai Victoria Cunningham) vorzubereiten, als sie etwas furchtbares feststellen muss…
B+ (Wertung von A bis F) „The Birthday Party“ ist das Regiedebüt der Musikerin St. Vincent. Diese Tragikomödie erinnerte mich etwas an einen meiner Lieblingsfilme „Weekend at Bernies“

 
3. „Don´t Fall“ (dir. Roxanne Benjamin) approx. 10 min
Paul, Gretchen und Jay und Jesse campen am Wochenende in der Wüste. Sie finden seltsame Malereien in einem Felsvorsprung, denken sich aber nichts dabei. Dann geschehen nachts seltsame Dingen und außerdem ist Vollmond…
B- (Wertung von A bis F) Diese Monster-Geschichte war für mich die schwächste dieser Reihe.

 

 

4. „Her Only Living Son“ (dir. Karyn Kusama) approx. 25 min
Morgen wird Andy (Kyle Allen) achtzehn Jahre alt. Seine Mutter Cora (Christina Kirk) stellt zunehmend Verhaltensauffälligkeiten bei ihrem Sohn fest. Als Andy seiner Mitschülerin gegenüber gewalttätig wurde, nimmt ihn die Rektorin seltsamerweise noch in Schutz…
B+ (Wertung von A bis F) „Her Only Living Son“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Karyn Kusama (The Invitation). „The Birthday Party“ und „Her Only Living Son“ sind für mich eindeutig die besten zwei, der vier Kurzfilme. Schauspielerisch ist mir hier erneut Kyle Allen („The Path“) aufgefallen, er könnte ein Bruder des verstorbenen Heath Ledger sein.

 
„XX“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Seit dem 17.2.17 ist er in einigen amerikanischen Kinos und zeitgleich als VOD zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

Netflix – Film: „I Don´t Feel at Home in This World Anymore“

Ich habe folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 
„I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ (dt. Filmtitel: „Fremd in der Welt“, seit dem 24.02.17 auch auf Netflix Deutschland zu sehen) 96 min comedy, crime, thriller
dir. Macon Blair cast: Melanie Lynskey, Elijah Wood, David Yow, Jane Levy, Devon Graye

Ruth (Melanie Lynskey) hat sowieso schon einen miesen Tag, jetzt wurde auch noch in ihrem Haus eingebrochen. Die Polizei kann ihr nicht helfen, also fragt sie in der Nachbarschaft herum, ob jemand etwas aufgefallen ist. Irgendwann landet sie auch bei ihrem, wirklich seltsamen Nachbarn Tony (Elijah Wood). Die beiden versuchen gemeinsam, Ruths Gegenstände zurückzuholen, dabei begeben sie sich aber ganz schön in Gefahr…

 
A- (Wertung von A bis F) „I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Macon Blair (Blue Ruin).

 
Ruth ist Krankenpflegerin, eine normale, etwas nerdige junge Frau. Sie ärgert sich zunehmend über die Rücksichtslosigkeit ihrer Mitmenschen und ist nicht mehr länger bereit, das hinzunehmen. Wie die Situation eskaliert, ist in diesem Film wunderbar zu beobachten. Letztlich sieht man, wie normale Leute auf kriminellen Abschaum treffen.

„I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ erinnert von seinem feinen, schwarzen Humor an die Coen Bros.-Filme, man spürt später aber auch den Einfluss von Quentin Tarantino.

Die neuseeländische Schauspielerin Melanie Lynskey hatte ihr Spielfilmdebüt in „Heavenly Creatures“. Seit einigen Jahren ist sie immer wieder in Nebenrollen (Up in the Air, The Informant!, Win Win, Seeking a Friend for the End of the World, der TV-Serie „Two and a Half Men“) zu sehen. Zugegebenermassen ist sie mir bislang nicht groß aufgefallen, hier spielt sie die Hauptrolle und die erfüllt sie so mit Leben, dass man sie einfach sympathisch finden muss. Vom Typ her hat sie mich an Allison Tolmans Charakter Molly Solverson aus der ersten Staffel von „Fargo erinnert.

Der Regisseur (und Schauspieler) Macon Blair ist selbst auch kurz zu sehen. Er ist der Typ, mit dem Ruth in der Bar über den Roman, den sie gerade liest, spricht.

Bekanntlich läuft das Geschäft für Netflix verdammt gut, so gut – und das ist das Erfreuliche für die Abonnenten – dass sie immer genug Geld investieren, um die neuesten Filme und Serien auf ihrer Platform zu zeigen. Noch erfreulicher sehe ich den Trend, dass die amerikanische Aktiengesellschaft zunehmend ihren Fokus auf Eigenproduktionen legt. Ich bin aber zutiefst darüber verärgert, wenn ein Sundance-Gewinner-Film zwei Monate später in diesem Portal völlig untergeht. Ein solch charmanter Indie verdient die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer und gehört in der Erstauswertung definitiv ins Kino. Mir bleibt nur, eindringlich auf „I Don´t Feel at Home in This World Anymore“ hinzuweisen.

„I Don´t Feel at Home in this World Anymore“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Dort hat der Film das Filmfestival eröffnet und hat am Ende den U.S. Grand Jury Prize (Dramatic) gewonnen.

 
Trailer zu sehen:

 

D. C. – Film: „Logan“

Ich war am 07.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Logan“ (dt. Filmtitel: „Logan – The Wolverine“, dt. Kinostart: 02.03.17) 135 min action, sequel, adaptation
dir. James Mangold cast: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Boyd Holbrook, Dafne Keen, Richard E. Grant, Stephen Merchant, Elizabeth Rodriguez

 

 

Im Jahr 2029 sind die meisten Mutanten ausgestorben. Logan alias Wolverine (Hugh Jackman) ist mittlerweile alt, seine Kräfte lassen nach. Er arbeitet als Limousinenfahrer und kümmert sich um den, an Alzheimer erkrankten Charles Xavier alias Professor X (Patrick Stewart). Eines Tages spricht ihn eine Frau (Elizabeth Rodriguez) an, sie will Logan dafür bezahlen, dass er die 11-jährige Laura (Dafne Keen) nach North Dakota fährt, da wäre sie in Sicherheit. Logan stellt schon bald fest, dass es sich bei Laura um ein Mutantenmädchen handelt…

 
B- (Wertung von A bis F) „Logan“ basiert auf einzelnen Comicfiguren aus dem X-Men-Universum, es ist jedoch kein Film von Disneys Marvel Studios. Der 10. Film der „X-Men“-Reihe und die dritte und letzte Einzelverfilmung der „Wolverine“-Reihe wurde – wie bereits „Deadpool“ – von 20th Century Fox produziert. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers James Mangold („Girl, Interrupted“, „Identity“, „3:10 to Yuma“, „The Wolverine“).

Ich bin grundsätzlich kein Fan dieser Superhelden-Filme, mag Hugh Jackman nicht und finde die Figur Wolverine auch blöd. „Logan“ ist aber etwas anders und damit auch für mich durchaus sehenswert. James Mangold hat mit seiner Inszenierung einiges richtig gemacht, zunächst ist sein Film nicht von dem Massenware-Marvel-Studio produziert worden und zielt mit seiner Altersfreigabe „Rated R“ auch nicht – wie üblich – auf Kinder ab. In den U.S.A. heißt der Film ganz bewusst nur „Logan“, sehr simple und smart. (In Deutschland hat man sich aus marketingtechnischen Gründen für den Zusatz „The Wolverine“ entschieden). Dann erzählt der Film eine Geschichte von letztlich nur drei Charakteren. Alle drei sind hier sympathisch genug dargestellt, dass man an ihrem Schicksal teilhaben möchte. Das ist im Gegensatz zu den zig Charakteren in den X-Men-Filmen ebenfalls ein cleverer Schachzug. Leider schwächelt der Film dann aber im Mittelpart, der viel zu lang ist. Richtig gut wird der Film erst wieder, als die Kleine neben Logan im Auto sitzt. Insgesamt ist der Film mindestens 20 Minuten zu lang.

 
Zugegebenermassen habe ich mir den Film aber hauptsächlich wegen Dafne Keen angeschaut habe. Die spanisch-britische Schauspielerin wird bereits jetzt schon als neues, großes Talent gehandelt. Der Regisseur hat mich mit seiner Aussage, dass er von der 11-Jährigen ähnlich beeindruckt war, wie seinerzeit von Angelina Jolie in „Girl, Interrupted“, ins Kino gelockt. So etwas will von mir natürlich ausgecheckt werden. Die Kleine hat mir tatsächlich außerordentlich gut gefallen, ich bin gespannt, wie sie sich optisch entwickelt und wie ihre Karriere verläuft.

 
Ansonsten hätte man mir Mel Gibson als Logan/Wolverine „unterjubeln“ können, ich finde Hugh Jackman hatte, so alt aussehend und mit Bart, eine frappierende Ähnlichkeit mit Mel Gibson.

 

„Logan“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb (außer Konkurrenz). In den U.S.A. ist er am 3.3.17 in den Kinos gestartet, in Deutschland einen Tag vorher.

 
Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „War for the Planet of the Apes„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wenn Blockbuster, dann so – ich liebe die ersten beiden Filme.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Alien: Covenant„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ridley Scotts Fortsetzung zu Prometheus und „Alien“-Prequel mit Fassy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fate of the Furious„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Wie viele Filme kann man denn von diesem Dreck drehen? Und wer alles Geld braucht: Helen Mirren, Charlize Theron…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Power Rangers„
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Unglaublich…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Belko Experiment„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit John Gallagher, Jr. und Tony Goldwyn
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

zum Schluss – also nach acht Trailern – wurde dann noch der Kurzfilm „Deadpool: No Good Deed“ gezeigt. Hat mich nicht wirklich begeistert, ein C+ von mir.

 

D. C. – Film: „Get Out“

Ich war am 06.03.17 und am 13.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Get Out“ (dt. Kinostart: 04.05.17) 104 min thriller, comedy, horror
dir. Jordan Peele cast: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford, Caleb Landry Jones, Keith Stanfield

 
Chris (Daniel Kaluuya) und Rose (Allison Williams) sind seit fünf Monaten ein Paar. Nun will sie ihn langsam ihren Eltern (Bradley Whitford und Catherine Keener) vorstellen. Die beiden fahren für das Wochenende zu dem elterlichen Landsitz. Chris ist nervös, auch weil Rose ihren Eltern noch nicht erzählt hat, dass er Afroamerikaner ist. Die Eltern nehmen ihn aber ganz herzlich auf, nur die schwarzen Hausangestellten (Betty Gabriel und Marcus Henderson) verhalten sich ihm gegenüber seltsam. Langsam beginnt Chris sich ziemlich unwohl zu fühlen…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Get Out“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers, Comedians und Autors Jordan Peele (MADtv).

„Get Out“ ist ein smarter Genrefilm mit einer gesellschaftskritischen Botschaft, die sich vorwiegend an weiße Liberale in den U.S.A. richtet. Von dieser (meist) gebildeten Gesellschaftsschicht geht kein offener Rassismus aus, sie versuchen, sich möglichst politisch korrekt zu verhalten und drücken sich Afroamerikanern gegenüber jedoch hin und wieder „ungeschickt“ aus. Der Film überzeichnet dieses Thema und dadurch könnte man den Film auch als Satire bezeichnen. „Get Out“ hat einen langsamen Spannungsaufbau, gut platzierte Schocker und ist letztlich ein spannender, atmosphärischer Thriller mit Horror-Elementen. Die subtilen Aussagen, die dieser Film trifft, blieben bei mir aber am meisten hängen und fordern förmlich eine zweite Sichtung. Warum ausgerechnet der Baumwolle eine so starke Symbolkraft für den schwarzen Mann zugesprochen wurde – darüber muss ich noch mal nachdenken.

Der Regisseur selbst ist Afroamerikaner und mit der weißen Schauspielerin Chelsea Peretti zusammen, vermutlich hat er auch etwas aus seinem Erfahrungsschatz in den Film gebracht. Ob sein Film mit all den Feinheiten auch außerhalb der U.S.A. funktioniert, wird sich zeigen.

Schauspielerisch ist der Film auch bis in die kleinsten Rollen wunderbar besetzt. Mir gefiel, insbesondere Keith Stanfield (Short Term 12, Selma, Miles Ahead), den man nicht nur zu Beginn des Films sieht.

 

B+ (Wertung von A bis F) Genau eine Woche nachdem ich mir den Film ein erstes Mal angeschaut habe, bin ich ein zweites Mal ins Kino gegangen und habe mir „Get Out“ angeschaut. Diese Sichtung war etwas entspannter, auch konnte ich auf bestimmte Dinge achten. (Stichwort: Baumwolle, ich habe eine Idee, hundertprozentig sicher bin ich mir aber auch nicht). Eigentlich hat mir der Film mit der zweiten Sichtung sogar noch besser gefallen, die Anfangsbewertung passt aber nach wie vor.

 
„Get Out“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist der Film am 24.02.17 gestartet. Ich habe den Film in einer sehr gut besuchten Vorstellung in Washington, D.C. gesehen. Ich war die einzig weiße Zuschauerin und habe mich zunehmend unwohl gefühlt. Meine Mitzuschauer waren so begeistert von dem Film, dass sie am Ende sogar applaudiert haben. Der Film kommt am 04.05.17 in Deutschland ins Kino.

Bei Interesse an dem Film, nicht den folgenden Trailer sehen:

 

 

das amerikanische Filmplakat

Das amerikanische Plakat gefällt mir gar nicht, das deutsche Plakat ist wesentlich mehr gelungen, auf der offiziellen Facebook-Seite zu sehen:

http://www.facebook.com/GetOut.DE/

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „It Comes at Night“
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Horrorfilm des „Krisha“-Regisseurs mit Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Belko Experiment„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit John Gallagher, Jr. und Tony Goldwyn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Snatched„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Amy Schumer und Goldie Hawn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Unforgettable„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller. Ich gucke keine Filme mit dem talentfreien Meerschweinchen, auch wenn die wunderbare Rosario Dawson mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Baywatch„
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Actionkomödie mit Dwayne Johnson und Zac Efron
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „All Eyez on Me„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic über Tupac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Wish Upon„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Thriller mit Ryan Phillippe und Joey King
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

Berlin (ale) – Film: „El bar“

Ich war am 16.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„El bar“ (englischer Filmtitel: „The Bar“) 102 min thriller, comedy
dir. Álex de la Iglesia cast: Blanca Suárez, Mario Casas, Carmen Machi, Secun de la Rosa, Jaime Ordónez

 
An einem ganz normalen Vormittag möchte die hübsche Elena (Blanca Suárez) ihr Handy aufladen und landet in einem Lokal auf einem belebten Platz in Madrid. Als ein Gast aus der Bar plötzlich vor der Tür niedergeschossen wird, eilt ihm ein weiterer Bargast zu Hilfe und wird auch der getötet. Unter den verbliebenen acht Leuten in dem Lokal bricht Panik aus. Sie versuchen nachzuvollziehen, was passiert ist und warum die Straßen plötzlich wie leergefegt sind…

 
F (Wertung von A bis F) „El bar“ ist der neue Film des spanischen Filmemachers Álex de la Iglesia („The Day of the Beast“, „The Oxford Murders“).

Zu viele Worte möchte ich über diesen Film nicht verlieren. Mit „unerträglich“ hätte ich den Film mit einem Wort beschrieben. Um eine bereits viel zu oft erzählte Geschichte mit hysterischen und/oder dämlichen Charakteren zu erzählen, hat der Regisseur scheinbar irgendwelche Laiendarsteller engagiert. Auch empfand er es offenbar als sinnlos, professionelle Maskenbildner und Kostümbildner anzustellen. „El bar“ sieht von Anfang bis Ende aus wie eine Billigproduktion und ich meine ausdrücklich nicht Low-Budget-Produktion. Ein visionärer Regisseur braucht nicht viel Geld, um seine Ideen in einen exzellenten Film umzusetzen. Vor einer Woche wurde einer dieser wunderbaren Low-Budget-Produktionen (Moonlight) mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet. Vielleicht soll „El bar“ ja einer dieser Trashfilme sein, dann kann ich definitiv mit so einem Schund nichts anfangen.

„El Bar“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Der Film wurde in der spanischen Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln gezeigt.

 
Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Return to Montauk“

Ich war am 16.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Return to Montauk“ (dt. Filmtitel „Rückkehr nach Montauk“, dt. Kinostart: 11.05.17) 106 min drama
dir. Volker Schlöndorff cast: Stellan Skarsgard, Nina Hoss, Susanne Wolff, Niels Arestrup, Isi Laborde

 

 

Der skandinavische Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgard) reist zu der Buchpremiere seines neuen Romans nach New York. Es ist ein sehr persönlicher Roman, in dem er vor von dem Scheitern seiner großen Liebe schreibt. Diese Frau, Rebecca (Nina Hoss), lebt heute noch in New York und ist mittlerweile eine erfolgreiche Anwältin. Max sucht nach siebzehn Jahren den Kontakt zu Rebecca, doch die scheint kein großes Interesse an ihm zu haben…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Return to Montauk“ ist der neue Film des deutschen Filmemachers Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“, „Death of a Salesman“). Wie bereits für seinem Film „Homo Faber“ ließ sich der Regisseur von Max Frischs autobiografischen Erzählung „Montauk“ inspirieren.

Zusammengefasst ist „Return to Montauk“ ein Film über einen Anfang 60-jähriger Mann (gespielt von Stellan Skarsgard), der denkt, die Welt würde sich nur um ihn drehen, eine leidenschaftliche Affäre mit einer wesentlich jüngeren Frau (gespielt von Nina Hoss) nie vergessen hat und natürlich glaubt, ihr würde es genauso gehen. Ihm kommt dabei nicht mal in den Sinn, dass sie in den vergangenen 17 Jahren vielleicht einen anderen wichtigen Mann in ihrem Leben getroffen haben könnte. Beinahe hätte ich natürlich vergessen zu erwähnen, dass der über 60-jährige Mann eigentlich mit einer, auch wieder wesentlich jüngeren Frau zusammen ist. Volker Schlöndorffs neuer Film spricht wahrscheinlich mehr Männer an, Frauen dürften über die unreflektierte Selbstverliebtheit nur müde mit den Augen rollen.

Die Handlung hört sich zusammengefasst sicherlich schlimm an, mir gefiel der Film aber über weite Strecken. Vor allen Dingen mochte ich seine atmosphärische Inszenierung. Ich hatte das Gefühl in New York oder Long Island zu sein. Auch gefiel mir, dass Volker Schlöndorff nicht nur das glitzernde, edle New York zeigt, das sich nur die Reichen leisten können und auch nicht die hippen West-Village-Apartments (die man aus so vielen TV-Serien und Filmen kennt), sondern auch die schäbigen New Yorker Apartments, die trotzdem mind. 1.500 Dollar kosten.

Lobenswert erwähnen möchte ich, dass alle Frauencharaktere sehr stark gezeichnet sind. Von Nina Hoss bin ich  kein so großer Fan, hier ist sie aber großartig.

„Return to Montauk“ lief erstmalig auf der Berlinale 2017. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb. Gezeigt wurde die englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Return to Montauk“ hat bislang noch keinen amerikanischen Verleiher gefunden. Der Film startet am 11.05.17 in den deutschen Kinos.

 
Ein Ausschnitt zu sehen:

 

 

 

Berlin (ale) – Film: „Call Me by Your Name“

Ich war am 15.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Call Me by Your Name“ 130 min drama, adaptation
dir. Luca Guadagnino cast: Armie Hammer, Timothée Chalamet, Michael Stuhlbarg, Amira Casar

 
Sommer 1983 in Norditalien. Der 24-jährige amerikanische Student Oliver (Armie Hammer) verweilt in den Sommerferien auf dem großzügigen Landsitz seines Professors (Michael Stuhlbarg). Die beiden arbeiten, Oliver verbringt aber auch viel Zeit mit dem 17-jährigen Sohn des Professors, Elio (Timothée Chalamet). Die Anziehung der beiden jungen Männer wird im Laufe des Sommers immer intensiver…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Call Me by Your Name“ basiert auf André Acimans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des italienischen Drehbuchautors und Regisseurs Luca Guadagnino („I Am Love“, A Bigger Splash). Der Film gilt als sehr persönlicher Film des Filmemachers.

 
Die Beziehung der beiden jungen Männer entwickelt sich langsam und ganz natürlich. Der 17-jährige Elio ist fasziniert von dem gutaussehenden Amerikaner, sein Interesse wächst, am Anfang Spielereien, Flirts, Blicke, Andeutungen, erste Berührungen, Rückzieher, Erwartungen, Enttäuschungen, Sehnsüchte – Luca Guadogino hat es so inszeniert, dass sich der Zuschauer daran erinnert, wieder ganz jung und fürchterlich verliebt zu sein. „Call Me by Your Name“ ist wie ein langer, schöner und unvergesslicher Sommer.

Die Chemie der beiden Hauptdarsteller (Armie Hammer und Timothée Chalamet) stimmt. Ihre Charaktere sind hetero- bzw. bisexuell, das ist aber alles nebensächlich, weil es um die erste große Liebe geht und mit wem man die geniesst, sollte egal sein.

Der Film lief bereits auf dem Sundance Film Festival. Wenn der Film dann später im Jahr in den amerikanischen Kinos startet, kann es sein, dass er in Teilen der Vereinigten Staaten kontrovers diskutiert wird. „Call Me by Your Name“ ist ein sehr europäischer Film und die Gesetzgebung ist bei uns gelockerter. In den meisten Bundesstaaten macht sich ein Älterer generell strafbar, wenn er mit einem 17-jährigen Jungen oder Mädchen (also unter 18 Jahre und damit minderjährig) Sex hat.

 
Michael Stuhlbarg habe ich das erste Mal in dem Coen Bros.-Film A Serious Man gesehen, seither spielt er vorwiegend Nebenrollen, aber ist immer exzellent. Hier spielt er einen Charakter, der mit seinen Gefühlen lange im Verborgenen bleibt und dann hält er gegen Ende des Films einen hochemotionalen Monolog, womit er wohl viele Zuschauer zum Weinen bringen dürfte. Für mich ist das eine ganz klare Oscar-Szene.

Armie Hammer (The Social Network, Nocturnal Animals, Final Portrait) ist unfassbar gutaussehend und passt in die Zeit der 1980er Jahre, genauso wie Jude Law einfach unverschämt attraktiv in „The Talented Mr. Ripley“ war und perfekt Ende der 1950er Jahre aufgehoben war.

Heute, Anfang März 2017, ist „Call Me by Your Name“ der erste Film des noch jungen Jahres bei dem ich mir vorstellen kann, dass er am Ende des Jahres in einigen Bestenlisten auftauchen und auch bei den Oscars 2018 eine Rolle spielen könnte.

 
„Call Me by Your Name“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt. Ich habe ihn auf der Berlinale gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Fest wurde der Film in der Sektion Panorma Special gezeigt. Gezeigt wurde die OmU (wobei nur die französische und italienische Sprache untertitelt war). Dank der Beharrlichkeit des Kino- (oder Berlinale-) personals (Heben sie die Hand, wenn sie neben sich noch einen Platz frei haben, die freien Plätze wurden gezählt, die Zahl nach draußen gegeben und entsprechend kamen auch die letzten glücklichen Zuschauer rein), war die Vorstellung bis auf den letzten Platz ausverkauft. So professionell kenne ich es tatsächlich nur vom Tribeca Film Festival. Bravo Cubix. Noch vor der Premiere in Sundance hat Sony die weltweiten Vertriebsrechte gekauft, Sony Pictures Classics bringt den Film in den U.S.A. ins Kino, sehr wahrscheinlich in der Oscar-Saison. Derzeit ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 
Ausschnitt zu sehen:

 

 

Oscar-Gewinner 2017

MOOOOOOOOOONNNNNLIIIIIIIIGGGGGHHHHT!

Die diesjährige Oscarverleihung habe ich auch wieder in Deutschland gesehen. Letztes Jahr hat Pro7 für die Red-Carpet-Show auf Steven Gätjen verzichtet, sie haben aber wohl festgestellt, dass Annemarie Carpendale auch nicht besser ist, also haben sie Steven Gätjen zurückgeholt. Ich konnte mir das nur ohne Ton anschauen und habe die Mimik der Stars bei seinen Fragen beobachtet und nebenbei auf dem Laptop auf der offiziellen Oscar-Seite ein live streaming der Pre-Show (mit Ton) geguckt, bis endlich zur ABC-Red-Carpet-Show mit zwei meiner Lieblingsmoderatoren von GMA geschaltet wurde. Die Live-Übertragung auf der offiziellen Oscar-Seite habe ich übrigens die komplette Show auf dem Laptop angelassen, weil man da sehen konnte, was in den Pausen passierte. Aus verschiedenen Kameraperspektiven wurde der Zuschauerraum gezeigt und dem Oscar-Fan ein Blick hinter die Kulisse gestattet.

So konnte ich genauer sehen, wer neben wem sitzt, wie Lucas Hedges in der Pause sein Handy checkt, wer mit wem quatscht, wer sich kurz die Beine vertritt, wie der entzückende Junge aus „Lion“ (Sunny Pawar) zu Samuel L. Jackson stürmt, um mit ihm ein Selfie zu machen, wie noch viel mehr Süßigkeiten in den Pausen verteilt wurden, was im Presseraum geschah, was Viola Davis (und alle anderen Preisträger) in die Thank You-Kamera hinter der Bühne gesagt haben, wie die offiziellen Oscar-Fotos von allen Oscar-Preisträgern entstanden sind, wie sich Matt Damons Frau die Lippen noch schnell nachzieht. Wie Matt Damon viel mit Casey Affleck rumhing, Meryl Streep gähnte, Kaugummi verteilt und gekaut wurden und Mel Gibson mit seinem aufgefangenen Donut-Doppel-Beutel rumspielte…alles nebensächlich, aber nicht so langweilig, wie auf Pro7 die ganzen Trailer, der nominierten Filme gefühlte 150.000 Mal zu sehen.

Die Show

Auch wenn die Verleihung, für meinen Geschmack, gerne noch etwas politischer hätte sein können, war es für eine knapp 4-stündige Show ein sehr kurzweiliger Abend. Das fing bereits mit der Justin-Timberlake-Gesangsnummer an (brachte Stimmung und man hatte gleich einen der nominierten Songs abgehakt). Dann Jimmy Kimmel – ich wusste, dass auf ihn Verlass ist. Sehr souverän hat er durch den Abend geführt. Er war quasi immer präsent (nicht wie einige Oscar-Gastgeber in der Vergangenheit, die gefühlt Stunden nicht mehr zu sehen waren), er war witzig und trotzdem nicht unter der Gürtellinie. In Deutschland ist es wahrscheinlich nicht so bekannt, dass sich Jimmy Kimmel und Matt Damon seit vielen Jahren gegenseitig auf die Schippe nehmen. Wunderbar wie konsequent und sehr witzig, Jimmy Kimmel dies auch durch die Oscar-Show zog.

Ich mochte auch die Idee, wie Charlize Theron, Seth Rogen und Jarvier Bardem ihre Wertschätzung gegenüber Shirley MacLaine, Michael J. Fox und Meryl Streep zeigten und dann natürlich die Matt-Damon-Verarsche von Jimmy Kimmel. Brüller.

Der sechste Oscar (Sound Mixing) war eigentlich ne ganz sichere Kiste für „La La Land“. Sound Mixing geht – der Statistik nach – immer an ein Musical (wenn eines nominiert ist). Als dieser Oscar an „Hacksaw Ridge“ ging, ist Team „La La Land“ im Dolby Theatre bestimmt leicht nervös geworden, ich habe derweil leichte Hoffnung geschöpft, dass vielleicht doch der richtige Film mit dem Academy Award als Bester Film auszeichnet wird. Dann hat „La La Land“ jedoch einige der allgemein vermuteten Oscars bekommen und alles war wieder auf Anfang. Als der 13. Oscar (Film Editing), der gerne mal mit Bester Film zusammengeht, an „Hacksaw Ridge“ ging, verflog erneut meine Frustration, die sich in den letzten Wochen aufgebaut hatte. Kann es sein, dass „La La Land“ doch nicht den Besten Film gewinnt? Zugleich setzte bei mir Panik ein, und was ist, wenn „Hidden Figures“ gewinnt? Meinen bereitgestellten Eimer habe ich in dem Moment sicherheitshalber etwas näher zu mir gezogen.

Super gefreut habe ich mich über die Oscars meiner Lieblinge: O.J. Made in America, Piper, Viola Davis, Manchester by the Sea (2 Oscars – auch wenn man Casey Affleck mal die Haare waschen und ihm nur ein Mikrofon reichen sollte, wenn er zuvor ein Drehbuch auswendig gelernt hat) und last but definitely not least natürlich Moonlight (3 wohlverdiente Oscars, inklusive BP).

Beinahe hätte ich den spektakulärsten Teil des Abends verpasst. Das Leinwandpaar aus „Bonnie and Clyde“ Faye Dunaway und Warren Beatty präsentieren den Best-Picture-Oscar und nach einigem Hin und Her liest Beatty (oder war es Faye Dunaway?): „La La Land“. Die kommen auf die Bühne, ich gehe in die Küche, um das Drama nicht noch anhören zu müssen, komme frustriert zurück und dann inmitten der Dankesrede von Team „La La Land“ großes Chaos auf der Bühne, was ich mit meiner Müdigkeit erst mal nicht einordnen konnte und dann hieß es auf einmal, dass es eine Verwechslung gab und der Best-Picture-Gewinner „Moonlight“ heißt. Meine Fresse war ich aufgeregt, mein Herz hat so schnell geschlagen und zugleich konnte ich das Ganze, was gerade bei den weltweit live übertragenen Academy Awards passierte, nicht nicht realisieren. Das dürfte die größte Panne in der Oscar-Geschichte sein. Im Nachhinein tut es mir leid, weil a) das Team „Moonlight“ um den wichtigsten Moment in ihrem Leben gebracht wurde, b) das Team „La La Land“ diesen peinlichen Moment miterleben musste, sie hatten tatsächlich ihren Oscar in der Hand und hielten bereits ihre Dankesreden und dann werden sie mittendrin unterbrochen, die Oscars werden ihnen wieder weggenommen und sie werden von der Bühne gebeten. c) Warren Beatty jetzt als Depp dasteht. Es war ganz sicher nicht seine Absicht, den falschen Gewinner-Film vorzulesen (es ist übrigens auch genauso Faye Dunaways Schuld), aber so etwas gab es noch nie, also wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte und d) Jimmy Kimmel perfekt durch eine lange Nacht geführt hat, sich alle einig waren, dass er einen tollen Oscar-Gastgeber abgeben hat und dann bleibt dieser letzte Moment der Show auch sicher an ihm kleben.

 
Persönlich freue ich mich wahnsinnig, darüber, dass ich diese Oscar-Saison „richtig gelesen“ habe. Das zweite Jahr in Folge bin ich nicht mit dem Strom mit geschwommen, sondern habe versucht, eine richtige Begründung zu finden. Im letzten Jahr gab es quasi drei Favoriten auf den Oscar-Gewinner-Film. „The Revenant“, „The Big Short“ und „Spotlight“, jeder dieser drei Filme hat im Vorfeld wichtige Filmpreise gewonnen. Am Ende hatte „The Revenant“ die meisten, und die Oscar-Experten sind zu mehr als 85% von „The Revenant“ ausgegangen. Auch dieses Jahr habe ich für meine Wette die Kategorie „Bester Film“ als letztes eingetragen. Letztes Jahr habe ich mich für „Spotlight“ entschieden, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man sich bei dem preferential voting system auf „The Revenant“ einigen kann. „Spotlight“ hat letztes Jahr den Oscar als bester Film gewonnen. Dieses Jahr gab es eigentlich – wenn man sich die gesamte Oscar-Saison angeschaut hat, seit einiger Zeit nur einen Favoriten auf den Oscar-Gewinn Bester Film: „La La Land“. Für die nicht so Oscar-interessierte Allgemeinheit wahrscheinlich seit „La La Land“ alle Golden Globes abgeräumt hat, für die er nominiert war. Seither war „La La Land“ auf der Gewinnerstraße und hat alle wichtigsten Preise innerhalb der Filmindustrie kassiert – mit Ausnahme einem: Die Gewerkschaft der Schauspieler hat „La La Land“ nicht für den Besten Film (bei denen Best Ensemble) nominiert. Der letzte Film, ich habe es gestern bereits geschrieben, der den Oscar als Bester Film gewonnen hat und nicht für den SAG-Award nominiert war, war „Braveheart“ – im Jahr 1995. Das war, in meinen Augen, ein herber Rückschlag für „La La Land“. Das hat aber – mit Ausnahme eines einzigen – der über 40 professionellen/oder registrierten Oscar-Experten einen Tag vor der Verleihung scheinbar keinen mehr interessiert. Ein einziger Oscar-Experte hat – bevor ich gestern meine Liste veröffentlicht habe – auf „Moonlight“ getippt. Alle anderen auf „La La Land“.

Mich hat das aber beschäftigt, die mit Abstand größte Gruppe innerhalb der Oscar-Academy sind Schauspieler, warum haben die einen Film über eine Schauspielerin nicht nominiert? Und wählen die über 60-jährigen, weißen, heterosexuellen Männer einen Film wie „La La Land“ als ihren Lieblingsfilm auf Platz 1? Ich gebe zu, dass ich nach einem Strohhalm gegriffen und gefunden habe. Letztlich war es aber auch meiner Frustration und Sturheit geschuldet ist, dass ich auf „Moonlight“ setzte.

Was ich aus dieser Oscar-Saison gelernt habe, ist, dass „La La Land“ (logischerweise) nicht auf über 50% aller Stimmen in der Runde 1 des preferential voting systems gekommen ist. Ich weiß es nicht, bin mir aber relativ sicher, dass dies auch „Moonlight“ nicht geschafft hat. Es ging wahrscheinlich mindestens in Runde 2 oder 3 – in jedem Fall war es eine knappe Entscheidung. Und dann hat der Film gewonnen, auf den man sich am ehesten einigen konnte und den keiner hasst.

 
Ich habe Moonlight im letzten Jahr erstmalig auf dem New York Film Festival gesehen, die Stimmung des eigentlich zurückhaltenden New Yorker Publikums war phänomenal. Jetzt hat dieser Film, der nur 1,5 Millionen Dollar !!!!!!! gekostet hat, kaum Geld für eine Oscar-Kampagne hatte, ein Film über einen schwulen, schwarzen Mann in einer Zeit, in der ein egozentrischer, sexistischer und rassistischer ehemaliger Reality-TV-Star zum U.S. Präsidenten gewählt wurde und, seit seiner Vereidigung, die Welt jeden Tag mit neuen Äußerungen und Aktionen verunsichert und schockiert, den Oscar gewonnen. Danke AMPAS. Das war eine verdammt weise Entscheidung.

So, zu meiner Wette, meist bin ich in den kleineren (technischen) Kategorien besser als in den wichtigsten 8 (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bestes Originaldrehbuch, Bestes adaptiertes Drehbuch). Dieses Jahr habe ich in so unglaublich vielen kleine Kategorien völlig daneben gelegen. Ich rate nicht einfach blind, sondern mache mir tatsächlich zu jeder einzelnen Kategorie länger meine Gedanken. Jedenfalls habe ich im Verlauf der Oscar-Verleihung so oft daneben gelegen, dass ich schon frustriert war. Tatsächlich habe ich aber dieses Jahr alle 8 wichtigsten Kategorien komplett richtig geraten, ich glaube, das hatte ich noch nie. Aber es lässt sich nicht schönreden, ich habe dieses Jahr mit 17 von 24 richtig geratenen Kategorien – zu den Jahren zuvor – ziemlich versagt.

Mein Wettkumpel und ich hatten tatsächlich erstmalig nur vier unterschiedliche Kategorien (Best Picture, Best Actor, Best Foreign Language Film und Best Live Action Short). Er hat auf „La La Land“, Denzel Washington (wie angepisst war DER eigentlich als Casey Affleck gewonnen hat?) und „Toni Erdmann“ gesetzt, ich bekanntlich auf „Moonlight“, Casey Affleck und „The Salesman“, beide haben wir bei dem Live Action Short danebengelegen, ich habe unsere Wette gewonnen.

Alle Oscar-Gewinner 2017:

Best Picture: Moonlight
Best Director: Damien Chazelle (La La Land)
Best Actor: Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Best Actress: Emma Stone (La La Land)
Best Supporting Actor: Mahershala Ali (Moonlight)
Best Supporting Actress: Viola Davis (Fences)
Original Screenplay: Manchester by the Sea
Best Adapted Screenplay: Moonlight
Best Animated Feature: Zootopia
Best Production Design: La La Land
Best Cinematography: La La Land
Best Costume Design: Fantastic Beasts and Where to Find Them
Best Editing: Hacksaw Ridge
Best Makeup and Hairstyling: Suicide Squad
Best Sound Mixing: Hacksaw Ridge
Best Sound Editing: Arrival
Best Visual Effects: The Jungle Book
Best Original Score: La La Land
Best Song: “City of Stars” (La La Land)
Best Foreign Language Film: Iran (The Salesman)
Best Documentary Feature: O.J.: Made in America
Best Live Action Short: Sing
Best Animated Short: Piper
Best Documentary Short: The White Helmets

 
Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Kirsten Dunst (Dior Haute Couture)
Hailee Steinfeld (Ralph & Russo)
Riz Ahmed (Ermenegildo Zegna Couture)
Amy Adams (Tom Ford)
Halle Berry trug in meine Augen wieder das schönste Kleid (Atelier Versace Couture), nur was war mit den Haaren?

 
Die Mode – The Worst:

Octavia Spencer (Marchesa)
Ruth Negga (Valentino)
Scarlett Johannson (Azzedine Alaia)
Dakota Johnson (Gucci)
Felicity Jones (Christian Dior Couture)
Leslie Mann (wobei das weniger an ihrem kanarienvogelgelben Kleid von Zac Posen lag, als mehr an ihrem irgendwie nicht wiederzuerkennenden Gesicht

 
Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2017 haben gewonnen:

Worst Picture: Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Director: Dinesh D’Souza and Bruce Schooley, Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Screenplay: Batman v Superman: Dawn of Justice
Worst Actress: Becky Turner (as Hillary Clinton), Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Actor: Dinesh D’Souza (as himself), Hillary’s America: The Secret History of the Democratic Party
Worst Supporting Actress: Kristen Wiig, Zoolander No. 2
Worst Supporting Actor: Jesse Eisenberg, Batman v Superman: Dawn of Justice
Worst Screen Combo: Ben Affleck & His BFF (Baddest Foe Forever) Henry Cavill, Batman v Superman: Dawn of Justice
Worst Remake, Rip-Off or Sequel: Batman v Superman: Dawn of Justice: Dawn of Justice
Razzie Redeemer Award: Worst Supporting Actor nominee Mel Gibson, for his Oscar-nominated direction of Hacksaw Ridge

Der Oscar-Gewinner-Film 2017 ist:

mir ist fast das Herz stehengeblieben. Als der Gewinner-Film mit „La La Land“ genannt wurde, bin ich aus dem Zimmer gegangen. Als ich zurückkam war das ein Moment, den ich nicht fassen konnte und immer noch nicht kann.

Thanks AMPAS

 

„MOONLIGHT“

 

 

ich weiß zwar nicht, wie ich jetzt schlafen soll, später mehr. Ich bin so happy, mein Herz schlägt wie verrückt.

Oscar-Gewinner 2017, meine Wette

Heute ist der 25.02.17, ein Tag vor den 89. Academy Awards. Wie üblich meine letzten Worte und meine Wette.

Ich habe mich damit abgefunden, dass „La La Land“ den Oscar als bester Film gewinnt – oder doch nicht?

 
Die 6.687 wahlberechtigten Academy-Mitglieder haben vom 13.2.17 – 21.2.17 ihre Stimme abgegeben. Während bei den Oscar-Nominierungen jede einzelne Branche ihre Stimme für die besten ihre Branche abgibt und zusätzlich die Kategorie Bester Film wählt, sind – wenn es um die Ermittlung der Oscar-Gewinner geht – alle Academy-Mitglieder aufgefordert, für alle 24 Kategorien ihre Stimme abzugeben. Das bedeutet natürlich auch, dass nicht zwingend die besten in der Kategorie gewinnen, sondern die Filme, die sie am meisten mögen. Ein gutes Beispiel dafür ist Bester Ton (Sound Mixing) und Bester Tonschnitt (Sound Editing). Wer genau kennt den Unterschied? Hier könnte sie einfach in beiden Kategorien „La La Land“ ankreuzen, weil sie vielleicht den Film am meisten mögen. „La La Land“ hat aber kaum Geräusche, die im Studio entstanden sind, daher dürfte er nicht die Kategorie Bester Tonschnitt gewinnen, in dieser Kategorie gewinnt oftmals der lauteste Film, dieses Jahr würde das wohl auf den Kriegsfilm, also „Hacksaw Ridge“ zutreffen.

Seit meine letzten Analyse hat sich noch einiges getan. Jedes Jahr gibt immer mehrere anonyme Befragungen einiger Academy-Mitglieder. Gefragt wird, was ihnen am besten gefallen hat und warum – und wofür sie ihre Stimme abgegeben haben. Das ist sehr interessant zu lesen, bringt einen aber mit der Prognose der Gewinner auch nicht weiter. Ansonsten habe ich aber erfahren, dass „Lion“ sehr gut bei einigen Academy-Mitglieder ankommt. Wenn sie den Film gesehen, haben, mögen sie ihn. (ging mir auch so). Ob das ausreicht, dass „Lion“ auch die Kategorien Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera und was-weiß-ich-was-noch-alles für sich beansprucht? „Lion“ ist für sechs Oscars nominiert, inkl. einer Nominierung als Bester Film. Es ist ein Harvey Weinstein Film und der ist, was die Oscar-Kampagnen angeht – bekanntlich nie zu unterschätzen. Daher könnte „Lion“ mehr Oscars gewinnen – als auch ich – vermute.

Es würde einen Sinn ergeben, wenn sich die wahlberechtigten Academy-Mitglieder alle Filme auch anschauen müssen. Ist aber nicht so, bzw. sie müssen, so weit ich weiß, eine Erklärung unterzeichnen, dass sie die Filme gesehen habe – aber wer kann das überprüfen? Mittlerweile müssen sie nicht mal mehr, verpflichtend alle Filme in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film angucken. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass der schwedische Film „A Man Called Ove“ der beliebteste unter den nominierten fremdsprachigen Filmen ist. Dennoch werden die Academy-Mitglieder wohl politisch wählen und sich damit für Iran und „The Salesman“ entscheiden. Deutschlands Beitrag „Toni Erdmann“ hat wohl kaum einer gesehen, viele Academy-Mitglieder werden wohl auf das amerikanische Remake mit Jack Nicholson warten. Auf den letzten Metern habe ich es noch geschafft, mir „Elle“ anzuschauen und verstehe jetzt, warum AMPAS den Film nicht nominiert hat. Was für ein verstörender Film, Paul Verhoeven muss ein wirklich krankes Verhältnis zu Frauen haben. Ich kann mir jetzt auch nicht wirklich vorstellen, dass Isabelle Huppert den Oscar gewinnen kann. Sie ist gut, dass ist sie sicher immer, ich würde ihr aber dafür auch keinen Oscar geben. Wenn, dann wählen die Academy-Mitglieder aus Respekt vor Isabelle Huppert und dann ist es ein sogenannter „Karriere-Oscar“ und nicht weil sie jetzt ausgerechnet diese Performance so großartig fanden. „Elle“ werden sich die meisten (zumindest amerikanischen) Academy-Mitglieder kaum zu Ende angeschaut haben.

Der in den U.S.A. erfolgreichste Film aller Oscar-nominierten Filme dieses Jahr ist „Hidden Figures“, weltweit hat „La La Land“ am meisten an der Kinokasse eingespielt.

Hier eine kleine Übersicht einiger Preise innerhalb der Filmindustrie im Jahr 2017:

Gewinner PGA: La La Land
Gewinner DGA: La La Land
Gewinner SAG: Hidden Figures
Gewinner WGA: Moonlight (Best Original Screenplay) Arrival (Best Adapted Screenplay – Moonlight hat aber eine Oscar-Nominierung als bestes adaptiertes Drehbuch erhalten.
Gewinner Scripter Award: Moonlight
Gewinner ASC: Lion
Gewinner ACE Eddie: Arrival (dramatic), La La Land (comedy)
Gewinner CAS: La La Land
Gewinner BAFTA: La La Land

 
In dieser kurzen Übersicht sieht man ziemlich genau, wohin die Reise geht. Ich habe in den letzten Wochen lange mit mir gekämpft, mein Herz schlägt für „Moonlight“. Ich habe immer auf den Moment gewartet, dass „Moonlight“ einen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewinnt. Er hat aber weder den Preis der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG), noch den britischen Oscar (BAFTA) gewonnen. Es ist wohl mittlerweile nur noch die Frage, wie viele Oscars „La La Land“ gewinnt. Ich bin jetzt okay damit, so lange „Hidden Figures“ nicht Bester Film abräumt. Das wäre für mich so unerträglich, dass ich wohl eine längere Zeit bräuchte, mich von diesem Schock zu erholen. Aber habe ich mich am Ende für meine Wette wirklich für „La La Land“ als Gewinner für den Oscar als bester Film entschieden?

 
In welcher Kategorie könnte es wirklich zu einer Überraschung kommen? Die sicherste Bank ist – nach wie vor – Viola Davis, alles andere ist nicht garantiert. Letztes Jahr sah es lange so aus, als würde Sylvester Stallone einen Oscar gewinnen (ich habe mich sogar gezwungen gesehen, auf ihn zu setzen) und dann hat etwas überraschend, ein richtiger Schauspieler (Mark Rylance) gewonnen. Mahershala Ali nehme ich als richtigen Schauspieler wahr, ein Liebling der Schauspielgarde ist aber zweifelsfrei Michael Shannon oder Oscar-Gewinner Jeff Bridges. Hierzu fällt mir ein, dass Christoph Waltz seinen zweiten Oscar auch für eine ganz ähnliche Rolle gewonnen hat. Jeff Bridges hat daher sehr gute Chancen, den Oscar als bester Nebendarsteller zu gewinnen. Oder Dev Patel, weil „Lion“ so beliebt ist. In der Kategorie Bester Hauptdarsteller ist es ein 50/50-Entscheidung. Denzel oder Casey? Die meisten Oscar-Experten setzen auf Denzel.

Als ich die Liste für meine Wette jetzt fertiggestellt habe, konnte ich mich bei einigen Kategorien schnell entscheiden, bei anderen habe ich mich permanent umentschieden. Zuletzt habe ich mich final für folgende Kategorien entscheiden können:

Best Documentary Short
Best Editing
Best Cinematography
Best Makeup and Hairstyling
Best Actor
Best Supporting Actor
Best Picture

genau in der Reihenfolge.

Ich beschäftige mich ja mit den Oscars quasi das gesamte Jahr. Von September bis Februar natürlich wesentlich intensiver, als die ersten sechs Monate. Zum Schluss bin ich einfach nur müde und bin – wie auch dieses Jahr – froh, wenn die blöde Oscar-Saison endlich vorbei ist. Jedenfalls bin ich gestern nochmal alles durchgegangen und habe überlegt, warum die Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) „La La Land“ nicht als Besten Film (bei denen Best Ensemble) nominiert hat? Die Schauspieler bilden innerhalb von AMPAS auch die größte Gruppe. Von 6687 wahlberechtigten Academy-Mitgliedern ist die Schauspielbranche mit 1158 Mitgliedern die mit Abstand größte. Die zweitgrößte ist die der Regisseure (mit 473 Mitgliedern). Warum hat die Gewerkschaft der Schauspieler also nicht „La La Land“ – einen Film über eine Schauspielerin – nominiert? Der letzte Film, der keine SAG-Nominierung hatte und trotzdem den Oscar als Bester Film gewann, war „Braveheart“ und das war im Jahr 1995. Ich greife nach jedem Strohhalm. Auch frage ich mich, was die sogenannten steak eaters – die weißen, männlichen Academy-Mitglieder, die älter als 60 Jahre sind, wählen. „La La Land“? Sicher nicht. Wenn „La La Land“ in der ersten Runde der Auszählung über 50% aller Stimmen für sich beanspruchen kann, ist es der Gewinner-Film. Das ist klar, ich setze aber darauf, dass er es nicht in der ersten Runde schafft. Wenn jemand Geld setzt, empfehle ich „La La Land“ als Gewinner-Film zu nehmen. Ich habe von über 40 Oscar-Experten einen einzigen gefunden, der noch auf „Moonlight“ setzt, alle anderen gehen ganz klar von „La La Land“ als Gewinner-Film aus. Mir ist meine Wette dieses Jahr egal. Zu meiner Ausgangsfrage zurückzukommen, ich habe mich damit abgefunden, dass „La La Land“ den Best-Picture-Oscar gewinnt, ich habe es aber nicht über das Herz gebracht, auf „La La Land“ als besten Film zu setzen. Geht nicht. „Moonlight“ ist der richtige Film, der im Jahr 2017 den Academy Award gewinnen sollte.

 

Egal wie ich gewettet habe, ich freue mich über alle Academy Awards meiner Lieblinge: Moonlight, Manchester by the Sea, Arrival, O.J.: Made in America, Kubo and the Two Strings, The Lobster, Piper, Toni Erdmann, Casey Affleck, Viola Davis und Michael Shannon (seine Rede würde den Saal zum Toben bringen)

Um für das worst case scenario vorbereitet zu sein, stelle ich sicherheitshalber einen Eimer neben das Bett oder die Couch (je nachdem von wo aus ich die Verleihung sehe), sollte „Hidden Figures“ den Oscar als Bester Film gewinnen, schaffe ich es ganz sicher nicht so schnell zur Toilette.

Ein kleiner Überblick, wie ich bei meiner Oscar-Wette In den letzten Jahren gelegen habe. Von den 24 Kategorien habe ich im Jahr 2016 19, im Jahr 2015 ganze 21 richtig geraten, im Jahr 2014 habe ich meine Wette erstmalig verloren, aber 19 richtig geraten, im Jahr 2013 hatte ich einen Gleichstand mit meinen Rate-Kumpel und auch 19 richtig geraten, im Jahr 2012 18 Kategorien richtig geraten, im Jahr 2011 habe ich nur 15 richtig geraten, meine Wette aber trotzdem gewonnen und auch im Jahr 2010, dem Beginn meiner veröffentlichten Aufzeichnungen, habe ich 15 richtig geraten und meine Wette gewonnen. Die Wette ist nur ein Spaß, damit wird für mich die eigentliche Oscar-Verleihung spannender. Dieses Jahr sind die Preise nebensächlich, ich setze im Jahr 2017 vor allen Dingen auf den Oscar-Gastgeber Jimmy Kimmel und die hoffentlich sehr eindrucksvollen Dankesreden.

Die Oscar-Gewinner wurden von vielen Seiten, sogar von der AMPAS Präsidentin Cheryl Boone Isaacs selbst, ermutigt, in ihrer Dankesrede auch ein (politisches) Statement zu setzen. Ich bin gespannt auf die Präsentatoren (Meryl Streep wird auch eine derjenigen sein) und die max. 45 Sekunden aller Preisträger.

 
Ein äußerst amüsanter Blick auf alle, in diesem Jahr für den Oscar nominierten Filme (und was U.S. Präsident Donald Trump dazu sagen könnte):

 
Oscar-Gewinner 2017 – meine Wette:

Best Picture: Adele Romanski, Dede Gardner and Jeremy Kleiner, Producers (Moonlight)
Best Director: Damien Chazelle (La La Land)
Best Actor: Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Best Actress: Emma Stone (La La Land)
Best Supporting Actor: Mahershala Ali (Moonlight)
Best Supporting Actress: Viola Davis (Fences)
Original Screenplay: Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
Best Adapted Screenplay: Barry Jenkins, Tarell McCraney (Moonlight)
Best Animated Feature: Zootopia (Walt Disney Pictures)
Best Production Design: Production Design: David Wasco; Set Decoration: Sandy Reynolds-Wasco (La La Land)
Best Cinematography: Linus Sandgren (La La Land)
Best Costume Design: Madeline Fontaine (Jackie)
Best Editing: Tom Cross (La La Land)
Best Makeup and Hairstyling: Joel Harlow and Richard Alonzo (Star Trek Beyond)
Best Sound Mixing: Andy Nelson, Ai-Ling Lee, Steve A. Morrow (La La Land)
Best Sound Editing: Robert Mackenzie (Hacksaw Ridge)
Best Visual Effects: Robert Legato, ASC, Andrew R. Jones, Adam Valdez, Dan Lemmon (The Jungle Book)
Best Original Score: Justin Hurwitz (La La Land)
Best Song: “City of Stars” – Justin Hurwitz; Benj Pasek and Justin Paul (La La Land)
Best Foreign Language Film: Iran (The Salesman)
Best Documentary Feature: Ezra Edelman and Caroline Waterlow (O.J.: Made in America)
Best Live Action Short: „La Femme et le TGV“ – Timo von Gunten and Giacun Caduff
Best Animated Short: „Piper“ – Alan Barillaro and Marc Sondheimer (Pixar)
Best Documentary Short: „Joe´s Violin“ – Kahane Cooperman and Raphaela Neihausen

Wenn ich richtig gezählt habe, gehen nach meiner Prognose 8 Oscars an „La La Land“ – wahrscheinlich sind es 9 Oscars (weil er zusätzlich Best Picture gewinnt), 3 Oscars gehen an „Moonlight“ – wahrscheinlich nur 2 Oscars (weil er Best Picture natürlich nicht gewinnt). 2 Oscars an „Manchester by the Sea“ und wahrscheinlich nur 1 Oscar (weil Denzel tatsächlich seinen 3. Oscar gewinnt).

 
Die Übersicht meiner Beiträge zu der Oscar-Saison 2016/2017

Meine erste Prognose hinsichtlich der Oscar-Nominierungen 2017
Meine November-Prognose hinsichtlich der Oscar-Gewinner 2017
Golden Globe-Nominierungen 2017 und meine Meinung
Golden Globe Gewinner 2017
Oscar-Nominierungen 2017, meine Wette
Oscar-Nominierungen 2017 und meine Meinung
Oscar-Gewinner 2017, meine Februar-Analyse

In meinen Augen gab es einige Fehlentscheidungen, es haben aber auch viele großartige Filme den Oscar gewonnen. Hier kurze Ausschnitte aller Best-Picture-Gewinner von 1927-2016:

 

Berlin (ale) – Film: „Menashe“

Ich war am 14.2.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Menashe“ 81 min drama, comedy
dir. Joshua Z. Weinstein cast: Menashe Lustig, Ruben Niborski

 

 

Menashe (Menashe Lustig) lebt im jüdisch-orthodoxen Borough Park in Brooklyn. Seit einem Jahr ist er Witwer und möchte seinen zehnjährigen Sohn Rieven (Ruben Niborski) allein groß ziehen. Menashe ist aber manchmal schon mit sich selbst überfordert. Außerdem verlangt es die Tradition, dass er wieder heiraten muss, ansonsten bekommt er nicht das Sorgerecht für seinen Sohn. Rieven wächst derzeit bei dem Bruder seiner verstorbenen Frau und seiner Familie auf.

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Menashe“ ist der erste abendfüllende Spielfilm des New Yorker Dokumentarfilmers Joshua Z. Weinstein. Für den Film hat sich der Filmemacher von der Lebensgeschichte des Hauptdarstellers Menashe Lustig inspirieren lassen.

Ein Grund warum ich es liebe, Filme zu gucken, ist, weil sie einen in eine andere Welt führen und man ich besten Fall etwas mehr über diese erfährt. „Menashe“ ist so ein Film. Hier bekommt man einen intimen Einblick in die sonst verschlossene, ultraorthodoxe, jüdische Gemeinde. Dieser Film hat Dokumentationscharakter. Da es in der jüdisch-orthodoxen Welt nicht mal erlaubt ist, Filme zu gucken, darf man nach den strengen Regeln selbstverständlich auch keine Filme drehen. Der Filmemacher wollte lange schon einen Film in diesem Part von Brooklyn drehen, einen Zugang zu den Bewohnern hat er aber zunächst nicht gefunden. Eines Tages traf er dann aber Menashe Lustig und erfuhr von seinem Schicksal. Der Regisseur schrieb daraufhin ein Drehbuch und dass er die orthodoxen Juden überzeugen konnte, in seinem Film mitzuwirken, grenzt an ein Wunder. In jedem Fall ist ihm mit diesem Film ein ehrliches Porträt dieser Gemeinde gelungen.

Eine Integration war und ist nicht erwünscht, man bleibt unter sich. In dieser Parallelgesellschaft existieren Frauen quasi gar nicht. Während die strenggläubigen Männer arbeiten, beten oder feiern, sieht man keine weiblichen Geschöpfe in der Öffentlichkeit. Frauen sind scheinbar nur dafür da, sich um den Haushalt zu kümmern und Kinder zu bekommen und großzuziehen. Was für eine Welt? Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass dies nicht irgendwo in einem abgeschotteten Teil von Israel ist, sondern inmitten der modernen, westlichen Welt, in New York. Menashe Lustig wurde im Anschluss an den Film gefragt, ob er irgendwann vielleicht einen weiteren Film drehen würde. Er meinte daraufhin, wenn ihm zugesichert wird, dass er keiner Frau die Hand geben muss…

 
Ich bin sicher keine Feministin, bin in (West-)Berlin aufgewachsen, in einer Welt, in der Frauen und Männer (mit wenigen Ausnahmen) selbstverständlich gleichgestellt waren und sind. Durch die momentane Veränderung unserer Gesellschaft, habe ich in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, dass ich mich für die Rechte der Frauen einsetzen müsste.

„Menashe“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2017 gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Festival wurde „Menashe“ in der Rubrik Forum und in Jiddisch mit englischen Untertiteln gezeigt. Der Filmemacher Joshua Z. Weinstein, der Co-Autor und Co-Produzent Alex Lipschultz und der Hauptdarsteller Menashe Lustig waren anwesend und haben sich im Anschluss an den Film den Fragen des Publikums gestellt. Mit A24 hat der Film bereits einen amerikanischen Verleih gefunden. Dies ist der erste fremdsprachiger Film für den der Filmverleih die Vertriebsrechte gekauft hat. Ein deutscher Filmverleih ist bislang noch nicht gefunden.

 
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Berlin (ale) – Film: „Golden Exits“

Ich war am 13.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Golden Exits“ 94 min drama
dir. Alex Ross Perry cast: Emily Browning, Adam Horovitz, Jason Schwartzman, Chloe Sevigny, Mary-Louise Parker, Analeigh Tipton, Lily Rabe

 
Nick (Adam Horovitz) wurde von seiner Schwägerin Gwen (Mary-Louise Parker) beauftragt, den Nachlass ihres Vaters zu katalogisieren. Für diese Arbeit hat Nick eine Assistentin, Naomi (Emily Browning), angestellt. Naomi ist 25 Jahre alt und kommt aus Australien, für ein paar Monate wird sie in New York bleiben. Nicks Frau Alyssa (Chloe Sevigny) macht sich Gedanken darüber, ob ihr Mann sie mit seiner Assistentin betrügt. Und dann ist da noch Buddy (Jason Schwartzman), er ist der einzige Bekannte, den Naomi in New York hat – aber auch er ist verheiratet.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Golden Exits“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Alex Ross Perry („Listen Up Philip“, Queen of Earth).

 
Um es vorweg zu nehmen, Alex Ross Perrys „Queen of Earth“ habe ich vor zwei Jahren auf der Berlinale gesehen und fand ihn ganz gut, „Listen Up Philip“ fand ich hingegen so unerträglich, dass ich ihn nicht bis zu Ende schauen konnte. „Golden Exits“ fällt jetzt leider wieder eher in die zweite Kategorie der Filme des 32-jährigen Autors und Regisseurs, auch wenn ich diese männliche Hauptfigur (gespielt von Ex-Beastie Boy Adam Horowitz) etwas sympathischer fand.

Kurz gefasst ist „Golden Exits“ ein Film über frustrierte New Yorker, Es handelt sich um Bessergestellte, bei denen die Frauenfiguren dazu verdammt sind, unsicher und unglücklich zu sein und nichts Besseres zutun haben, als die die gesamte Zeit darüber zu grübeln und sich zu unterhalten, ob der Mann fremd geht. Mann denkt währenddessen darüber nach, wie er die Australierin ins Bett bekommt bzw. sich nicht von ihr den Kopf verdrehen lässt. Das ist alles unbeschreiblich langweilig. (Neurotische) Männer können sich in diesem Film vielleicht wieder finden, genauso wie in Alex Ross Perrys Werk „Listen Up Philip“ – für Frauen ist das etwas dürftig und wirkt gestrig. Die Begeisterung auf der Berlinale hielt sich auch in Grenzen. Als der Film zu Ende war (und obwohl die Zuschauer wussten, dass der Filmemacher im Saal war) hat es auffällig lange gedauert, bis etwas Applaus einsetzte.

 
„Golden Exits“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2017 gesehen. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film in der Sektion Forum. Gezeigt wurde die OV. Der Autor und Regisseur Alex Ross Perry stand nach dem Film zu einem Q & A zur Verfügung.

Teaser (die Eröffnungsszene) zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Final Portrait“

Ich war am 12.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Final Portrait“ (dt. Kinostart: 20.07.17) 90 min drama, biopic, adaptation
dir. Stanley Tucci cast: Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, Sylvie Testud

 
Paris im Jahr 1964. James Lord (Armie Hammer) ist ein amerikanischer Schriftsteller und Kunstliebhaber. Er hat den berühmten Schweizer Bildhauer und Maler Alberto Giacometti (Geoffrey Rush) und seinen Bruder Diego (Tony Shalhoub) kennengelernt und sich mit den beiden angefreundet. Alberto bittet James, für ihn Modell zu sitzen, er will ein Porträt von dem attraktiven Amerikaner zeichnen. Eigentlich soll das Ganze nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, es zieht sich dann aber doch etwas. Dabei bekommt James Lord Einblicke in die eigenwillige Arbeitsweise und das turbulente Privatleben des launenhaften Künstlers…

 
B- (Wertung von A bis F) „Final Portrait“ basiert auf James Lords Biografie „A Giacometti Portrait“. Es ist ein Biopic über den Schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti. „Final Portrait“ ist nach „Big Night“, „The Impostors“, „Joe Gould´s Secret“ und „Blind Date“ bereits die fünfte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers, Drehbuchautors, Filmemachers und Produzenten Stanley Tucci.

 
Der Film erzählt ein Kapitel aus dem Leben des berühmten Bildhauers und Malers Alberto Giacometti und des Schriftstellers und Biografen James Lord. Die Geschichte spielt hauptsächlich in dem Atelier des Künstlers Giacometti. Mit vielen Nahaufnahmen hat der Film die Intimität eines Theaterspiels.

Ich beginne langsam, Armie Hammer (The Social Network, „J. Edgar“, The Birth of a Nation) ernst zu nehmen. Ich habe bislang noch keine klare Vorstellung, wohin seine berufliche Reise gehen könnte, aber er sieht fantastisch aus und hat die Leinwandpräsenz eines Filmstars. In Nocturnal Animals hat er noch den dekorativen Ehemann von Amy Adams gespielt, noch einen Tick glaubhafter finde ich ihn jedoch – wie hier – als kultivierten, schwulen Mann.

Ungewöhnlicherweise hat mir auch Tony Shalhoub (bekannt aus der TV-Serie „Monk“) gefallen, den ich hier kaum erkannt habe. Die französische Schauspielerin Clémence Poésy spielt hier die Prostituierte Caroline, mal eine ganz andere Rolle. Im letzten Jahr hatte ich sie erstmalig in dem britischen Thriller und Berlinale-Beitrag The Ones Below gesehen.

 
„Final Portrait“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Gezeigt wurde die französisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film hat bislang noch keinen amerikanischen Verleih. In Deutschland kommt der Film am 20.07.17 in die Kinos.

Teaser zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „The Dinner“

Ich war am 11.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Dinner“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 120 min drama, thriller, adaptation
dir. Oren Moverman cast: Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloe Sevigny

 
Der ehemalige Geschichtslehrer Paul (Steve Coogan) und seine Ehefrau Claire (Laura Linney) wurden von Pauls Bruder, dem viel beschäftigten Kongressabgeordneten Stan Lohmann (Richard Gere) und seiner Frau Katelyn (Rebecca Hall) zum Essen eingeladen. Sie speisen in einem sehr exklusiven Restaurant. Es gibt eine Familienangelegenheit über die gesprochen werden muss…

 

 

B (Wertung von A bis F) „The Dinner“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des niederländischen Schriftstellers Herman Koch. Es ist der neue Film des israelisch-amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Oren Moverman („Rampart“, The Messenger).

 
Die Geschichte wird in sechs Kapiteln erzählt („Aperitif“, „Appetizer“, „Main Course“, „Cheese Course“, „Dessert“ und „Digestif“). Zwei besser gestellte Elternpaare treffen sich zum Abendessen in einem Nobelrestaurant. Auf der einen Seite der ambitionierte Kongressabgeordnete, der für das Gouverneursamt kandidiert mit seiner Ehefrau (Richard Gere und Rebecca Hall) und auf der anderen Seite der ehemalige Geschichtslehrer mit seiner Gattin (Steve Coogan und Laura Linney). Die Söhne beider Familien haben ein schwerwiegendes Verbrechen begangen. Das erfährt der Zuschauer langsam aus den Rückblenden. Währenddessen lernt man die Charaktere immer besser kennen, erfährt von der einen oder anderen psychischen Krankheit in der Familie und von der schwierigen Beziehung der beiden Brüder untereinander. Am Ende steht die Frage, wie man nun mit der Situation umgeht.

 
Oberflächlich betrachtet erinnert der Film an Roman Polanskis „God of Carnage“. „The Dinner“ ist aber nicht so hysterisch und nervig. Auch gibt es in diesem Film mit Steve Coogans zynischem Paul mindestens einen Sympathieträger in der Viererkonstellation. Auch ist es sein Charakter, der zumindest anfangs für Humor sorgt. Es ist ein düsteres Charakter- und Familiendrama, das durchaus zu fesseln weiß und was die Charaktere angeht, hält der Film auch eine Überraschung parat.

Schauspielerisch haben mir Steve Coogan und Laura Linney am besten gefallen.

 
„The Dinner“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb. Gezeigt wurde die OmU. „The Dinner“ startet am 5.5.17 in den amerikanischen Kinos. Ein deutscher Kinostart ist derzeit für den 19.10.17 anvisiert.

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „T2 Trainspotting“

Ich war am 11.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„T2 Trainspotting“ (dt. Kinostart: 16.02.17) 118 min drama, adaptation, sequel
dir. Danny Boyle cast: Ewan McGregor, Jonny Lee Miller, Robert Carlyle, Kelly Macdonald, Ewen Bremner, Shirley Henderson, Anjela Nedyalkova

 

 

Mark (Ewan McGregor) ist mittlerweile 46 Jahre alt und kehrt nach 20 Jahren in seine Heimat, das trostlose Edinburgh, zurück. Seine Mutter ist kürzlich verstorben. Im Gegensatz zu seinen alten Freunden Spud (Ewen Bremner) und Simon, ehemals „Sick Boy“ (Jonny Lee Miller) hat Renton in der Zwischenzeit zu einem normal bürgerlichen Leben gefunden. Aber ist sein Leben wirklich so viel besser als das der anderen?

 
B+ (Wertung von A bis F) „T2 Trainspotting“ basiert auf Irvine Welshs Romanen „Trainspotting“ und „Porno“. Es ist der neue Film des britischen Filmemachers Danny Boyle („Shallow Grave“, „Trainspotting“, „The Beach“, Slumdog Millionaire, 127 Hours, Steve Jobs).

 
Eine Fortsetzung zu einem Klassiker kann nie so gut sein wie das geliebte Original. Danke aber, dass Danny Boyle so lange gewartet hat bis ein ordentliches Drehbuch vorlag, um sich mit Ewan McGregor zu versöhnen, die alte Gang zusammenzutrommeln und eine Fortsetzung zu seinem Junkie-Kultfilm „Trainspotting“ zu inszenieren. 1996 war dieser Stil, den Danny Boyle mit seinem Film prägte, krass, unverbraucht und neu. Mich begeistert bis heute sein Stil und so war mir klar, dass auch ein Sequel zu seinem Film nicht wirklich schlecht sein kann. Wie haben die vertrauten Charaktere die letzten zwanzig Jahre verbracht, wie leben sie heute? Wie verläuft das erste Zusammentreffen? Im Guten sind sie ja nicht gerade auseinander gegangen. Die Lebensläufe von Renton, Sick Boy, Spud und Franco sind glaubhaft. Der Filmemacher kreiert erneut tolle Situationen, transportiert die Stimmung und den so eigenen Humor. Vielleicht hat der Film zwischendurch ein paar Längen, aber ich hatte viel Spass mit den Charakteren, liebte einige Szenen (beispielsweise die Improvisation von Mark und Simon in dem Glasgower Vereinshaus, Marks „Choose“-Monolog und die komplette Club-Sequenz mit „Radio Ga Ga“) und das Ende hat Gänsehaut bei mir erzeugt. Was will man mehr?

Gerne würde ich wissen, wie es mit Charakteren weiter geht, vielleicht muss man dafür nicht zwingend zwanzig Jahre warten.

Der Soundtrack ist selbstverständlich wieder ausgezeichnet. Der aus dem ersten „Trainspotting“ bekannte Song  „Born Slippy“ von Underworld wurden neu aufgelegt, Iggy Pops „Lust for Life“ aus „T1“ wurde von The Prodigy geremixt.

 
„T2 Trainspotting“ läuft bereits seit dem 27.1.17 in den britischen Kinos. In den amerikanischen Kinos startet der Film am 17.03.17. Ich habe den Film auf der Berlinale 2017 gesehen. Auf dem 67. International Filmfestival in Berlin lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Gezeigt wurde die OmU (Danke für die Untertitel, ich hatte das eine oder andere Mal meine Probleme, das Kauderwelsch zu verstehen. Ab nächsten Donnerstag ist er dann regulär in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

Denver – Film: „Gold“

Ich war am 06.02.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Gold“ (dt. Kinostart: 13.04.17) 120 min   drama
dir. Stephen Gaghan cast: Matthew McConaughey, Edgar Ramirez, Bryce Dallas Howard, Corey Stoll, Toby Kebbell, Craig T. Nelson, Bruce Greenwood, Bill Camp, Stacy Keach, Macon Blair

 

 

1988 in Reno, Nevada. Normale Arbeit ist nichts für Kenny Wells (Matthew McConaughey), er ist ein Prospector. Mittlerweile muss seine langjährige Freundin Kay (Bryce Dallas Howard) für den Lebensunterhalt der Beiden aufkommen. Jetzt hat er von einem größeren Goldfund in Indonesien gehört, kratzt etwas Geld zusammen und fliegt nach Südostasien. Dort trifft er sich mit dem Geologen Michael Acosta (Edgar Ramirez). Die beiden handeln einen Deal aus und engagieren ein Team, um im indonesischen Dschungel nach Gold zu suchen…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Gold“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Geschichte lag der Bre-X-Skandal zugrunde. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Stephen Gaghan („Syriana“).

Mir war der Bre-X-Skandal nicht bekannt, sicherlich lohnt es sich, davon zu erfahren, ich weiß nur nicht, ob ein Film die beste Erzählform dafür ist. „Gold“ ist von Beginn an sehr zäh, viel passiert nicht. Mit Ausnahme einiger schauspielerischen Leistungen und der etwas überraschenden Wendung zum Schluss, fand ich den Film überflüssig.

Matthew McConaughey wollte vor vielen Jahren nicht mehr nur als Schönling gelten, sondern auch endlich als Schauspieler ernst genommen werden. Also hat er konsequent alle Rollenangebote für romantische Komödien abgelehnt. Irgendwann kamen dann die anspruchsvolleren Rollen und er zeigte sein Können in Magic Mike, der Serie True Detective, The Wolf of Wall Street, Dallas Buyers Club. Für letztgenannten Film gewann er dann den Oscar. Obwohl mittlerweile wahrscheinlich jeder verstanden hat, dass er auch schauspielern kann, ist er weiterhin bemüht, möglichst unattraktiv auszusehen (wie hier: extreme Gewichtszunahme, Halbglatze mit fettigen Strähnen und falsche Zähne),weil er das scheinbar gleichsetzt mit gutem Schauspiel. Den Oscar kann man ihm leider nicht mehr wegnehmen, aber er wird niemals zu einem der besten Schauspieler zählen. Hier hätte er sich am Set mal ein Beispiel an Corey Stoll, Bill Camp und Edgar Ramirez nehmen sollen, die auf leichte und natürliche Art einen wesentlich größeren Eindruck als Schauspieler hinterlassen.

„Gold“ war ursprünglich für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Matthew McConaughey). Iggy Pops hörenswerter Song „Gold“ wurde für den Golden Globe nominiert, Oscar-Nominierungen hat der Film nicht erhalten.

 
„Gold“ wurde am 30.12.16 in einigen amerikanischen Kinos gestartet, seit dem 27.01.17 ist er dort landesweit in den Kinos. Ab dem 13.04.17 ist der Film in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

 
Trailer v. Film: „Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: 5. Film der Serie. Warum genau spielt hier Javier Bardem mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost in the Shell„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Scarlett Johansson und Takeshi Kitano, aber auch Juliette Binoche
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Wilson„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson und Laura Dern. Ich liebe den Film schon vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Der Christopher-Nolan-Film mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Film ist für den Sommer angekündigt, also kein Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Great Wall„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Historische Actionfilme sind selten meine Welt. Der hier ist eindeutig für den chinesischen Markt produziert, auch wenn Matt Damon mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Free Fire„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Wheatleys Actionkomödie mit Brie Larson, Armie Hammer, Sharlto Copley
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht

Oscar-Gewinner 2017 – meine Analyse

Die meisten Oscar-Experten haben diese Oscar-Verleihung als „langweilig und vorhersehbar“ abgehakt. Seit meiner ersten Prognose vom September 2016 habe ich auf La La Land getippt, auch wenn alles mittlerweile auf einen Oscar-Gewinn als Bester Film und viele andere Oscars hindeutet, mache ich mir so meine Gedanken.

Zu Erinnerung: Im letzten Jahr sah sich AMPAS einem Shitstorm sondergleichen ausgesetzt. (#OscarsSoWhite) Dieses Jahr sind drei afroamerikanische Filme („Fences“, „Moonlight“ und „Hidden Figures“), ein schwarzer Regisseur (Barry Jenkins) und sieben dunkelhäutige Schauspieler (Denzel Washington, Ruth Negga, Mahershala Ali, Dev Patel, Viola Davis, Naomie Harris, Octavia Spencer) für den Academy Award nominiert. Außerdem sind zwei afroamerikanische Drehbuchautoren (Barry Jenkins und posthum August Wilson) für den Oscar nominiert. Dieses Jahr ist also #OscarsSoWhite vom Tisch, wobei ich den Angriff auf AMPAS – nach wie vor – nicht wirklich nachvollziehen kann, ein #HollywoodSoWhite wäre wesentlich treffender gewesen. Denn es liegt nicht an AMPAS, sondern daran, dass nicht ausreichend hochwertigen Filmen mit nicht-weißen Schauspielern und einer entsprechenden Thematik produziert werden. AMPAS kann nur das nominieren, was da ist.

„La La Land“ hat 14 Oscar-Nominierungen erhalten. Das gab es in 89 Jahren Academy Awards nur 2x Mal zuvor, bei „All About Eve“ und „Titanic“. „All About Eve“ hat Best Picture, Best Supporting Actor (George Sanders) und vier weitere Oscars gewonnen, „Titanic“ hat 11 Oscars, inklusive Best Picture gewonnen, dafür ungewöhnlicherweise keinen Schauspielpreis (Kate Winslet und Gloria Stuart waren nominiert). „Ben-Hur“, „Titanic“ und „The Lord of the Rings: The Return of the King“ haben in der 88 Jahren Oscar-Geschichte die meisten Oscars gewonnen, alle 11 Oscars. Letztgenannter Film war im Jahr 2003 der letzte große Abräumer bei den Oscars. Gegenbeispiele mit vielen Nominierungen und keinem einzigen Oscar-Gewinn gibt es einige. Zuletzt American Hustle, True Grit und „Gangs of New York“ – alle drei Filme hatten 10 Nominierungen, kein einziger Oscar-Gewinn. Gravity hat 7 Oscars gewonnen, aber nicht Best Picture. Oder zurück zum letzten Jahr The Revenant war für 12 Oscars nominiert, Mad Max: Fury Road hat im letzten Jahr sechs Oscars gewonnen und „Revenant“ hat letztlich nur drei (Beste Regie, Leo als Bester Hauptdarsteller und Beste Kamera) gewonnen. Mit dem Oscar für den besten Film wurde letztes Jahr Spotlight ausgezeichnet, ein Film, der nur für 6 Oscars nominiert war.

Es ist also keinesfalls so, dass der Film, der die meisten Oscar-Nominierungen erhalten hat, viele Oscars und dazu noch Best Picture gewinnt. Nun setzen 14 Oscar-Nominierungen „La La Land“ natürlich automatisch in den Favoriten-Sessel – und der ist sehr ungemütlich.

Ich hatte es an anderer Seite schon gesagt, als Favorit bei den Oscars zu gelten ist nie gut. Ab dem Moment, in dem ein Film den Oscar als bester Film quasi schon in der Tasche hat, wird er von allen Seiten angegriffen und für schlechter empfunden, als er vielleicht letztlich ist. Die ganzen PR-Leute hinter den Oscar-Kampagnen versuchen ihre Asse aus dem Ärmel zu schütteln, die Zuschauer gehen mit einer immensen Erwartungshaltung ins Kino und denken am Ende, was und der wird den Oscar gewinnen?

Saturday Night Live – Sketch „La La Land“

„La La Land“ spaltet die Filmgemeinde, allerdings nicht so wie im letzten Jahr „The Revenant“, der Film wurde geliebt oder gehasst. Bei „La La Land“ ist meine Beobachtung, dass es viele gibt, die ihn lieben, einige die ihn hassen, aber die überwiegende Zahl findet ihn gut oder wenigstens okay. Das ist wichtig bei dem preferential voting system. Aus der letzten Oscar-Saison habe ich gelernt, dass „The Revenant“ bei den Academy Mitgliedern entweder auf Platz 1 ihrer Liste war oder gar nicht auf der Liste der 8 nominierten Filme gelandet ist. Zu Erinnerung: Alle Academy-Mitglieder müssen die nominierten Filme entsprechend ihrer Präferenz der Reihe nach listen. Wenn ein Film bei der ersten Auszählung der Stimmen aller Academy-Mitglieder mehr als 50% erreicht hat, haben wir dann bereits den Oscar-Gewinner-Film. Sollte das kein Film schaffen, gehts es in die zweite Runde und dann zählen die Stimmen für die Filme, die auf der Academy-Liste auf den Plätzen 2 und 3 und 4 sind. Ich habe das System verstanden, kann es aber nicht so plausibel erklären wie Steve Pond von The Wrap. Dazu empfehle – mal wieder – sich seine Erklärung in dem folgenden Video anzuschauen:

„La La Land“ ist m. E. ein Platz 1 Film, aber könnte auch bei einigen Academy-Mitgliedern auf Platz 2, 3 oder 4 landen. Die Gewerkschaft der Film- und Fernsehproduzenten (PGA) nutzen ebenso das preferential voting system und da wurde „La La Land“ bereits als bester Film ausgezeichnet. Im letzten Jahr war The Big Short der PGA-Gewinner-Film.

In einem normalen Oscar-Jahr würde „La La Land“ sehr wahrscheinlich den Oscar als bester Film gewinnen, aber ist es ein normales (Oscar)-Jahr?

 
Möchte sich AMPAS noch Jahre später zum Vorwurf machen, dass sie in diesen turbulenten Trump-Zeiten und im Jahr 1 nach #OscarsSoWhite den fröhlichsten, weißesten Film, ein Verfolge-Deine-Träume-Musical, ausgezeichnet haben?

Die Oscar-Saison ist politisch geworden. Als ich meine erste Oscar-Analyse im September geschrieben habe, war der 8.November 16 noch weit weg, kaum einer hat mit dem Wahlausgang wirklich gerechnet. Sehr wohl war mir aber klar, dass eine Trump-Wahl die Oscar-Saison verändern kann. Ich wiederhole mich, wenn ich das 9/11 Szenario in Verbindung mit der Oscar-Verleihung ein Jahr später erinnere. Seinerzeit hat sich Hollywood, die U.S.A. und natürlich die Welt in einer Schockstarre befunden. Vielleicht war aus diesem Grund der Wunsch nach Eskapismus groß und AMPAS hat das Musical „Chicago“ als besten Film ausgezeichnet. Die Schockstarre in Hollywood ist im Februar 2017 lange vorbei, die Wut über die Aussagen und die Aktionen des mittlerweile amtierenden Präsidenten ist riesig. Meryl Streep hat mit ihrer Rede bei den Golden Globes den Stein etwas ins Rollen gebracht, seither melden sich immer mehr Künstler zu Wort. Das zeigen auch die beiden Preisverleihungen der Gewerkschaft der Produzenten und der Schauspieler. Vor allen Dingen, die im TV übertragende SAG-Awards zeigten, dass sich kaum ein Schauspieler bei seiner Dankesrede nicht politisch geäußert hat. Ist es in dieser Zeit noch zu rechtfertigen, dass ein Eskapiskus-Film (dieses Jahr „La La Land“) mit dem Oscar als bester Film ausgezeichnet wird, oder ist es jetzt nicht zeitgemäßer und wichtiger, eine Botschaft zu transportieren? Sollte sich AMPAS mit der Wahl ihres besten Films eigentlich politisch einbringen oder geht es nicht vielmehr darum, den besten Film des Jahres 2016 auszuzeichnen?

Ist „La La Land“ der beste Film des Jahres 2016? In meinen Augen ist er weit davon entfernt, bei mir taucht er nicht mal in meiner Top Ten Filme für Filme aus dem Jahr 2016 auf. In meinen Augen sind Moonlight,  Manchester by the Sea und Arrival die wesentlich besseren Filme. „Manchester by the Sea“ ist meines Erachtens raus aus dem Rennen um den Oscar als Bester Film. „Moonlight“ wäre der Film mit einer Botschaft, ein Film über das Anderssein. Ein afroamerikanischer Film mit einer Gay-Thematik.

Meine Träume, dass „Moonlight“ dem Film „La La Land“ den Oscar als bester Film noch abspenstig machen kann, sind am 29.01.17 mit dem SAG-Ensemble-Award (vergleichbar mit Bester Film) erstmal geplatzt. „La La Land“ war nicht für den SAG-Ensemble-Award nominiert, hier hätte die Schauspielgewerkschaft „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“ auszeichnen können. Unfassbarerweise hat aber Hidden Figures gewonnen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie unerträglich das für mich wäre, wenn „Hidden Figures“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Dann lasst bitte lieber „La La Land“ alle Academy Awards gewinnen. „Hidden Figures“ ist mittlerweile der erfolgreichste aller Oscar-nominierten Filme an der amerikanischen Kinokasse (dicht gefolgt von „La La Land“).

Und nun? Eines gilt als sicher, sollte „La La Land“ sich durchsetzen wird dieser Film unter den Oscar-Fans noch Jahre später dafür gehasst werden, dass er in so einer Zeit den Oscar als Bester Film gewonnen hat.

 
„La La Land“ hat 14 Oscar-Nominierungen, kann aber faktisch max. 13 Oscars gewinnen (in der Kategorie Bester Song ist er 2x nominiert). Welche Oscars sind „La La Land“ sicher: Beste Regie, Bester Schnitt, Bester Ton, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild – das sind 5, Beste Schauspielerin und Bester Film sind 7, der Beste-Film-Gewinner gewinnt auch meist das beste Drehbuch, (in dem Fall bestes Originaldrehbuch, auch wenn es „Manchester by the Sea“ wesentlich mehr verdient hätte). 8, Beste Kamera müsste an „Arrival“ gehen, könnte aber auch an „La La Land“ gehen – 9. Bestes Kostümdesign müsste an Jackie oder Florence Foster Jenkins gehen, könnte aber auch an „La La Land“ gehen – 10. In der Kategorie Bester Song sind – wie gesagt – 2 Songs nominiert und die könnte sich gegeneinander ausspielen und der Oscar könnte an „How Far I´ll Go“ aus Moana gehen. Das Multitalent Lin-Manuel Miranda wäre damit einer der wenigen EGOT-Gewinner (das bedeutet, er hat alle vier wichtigsten Preise in der amerikanischen Entertainment-Branche Emmy, Grammy, Oscar und Tony gewonnen). Der Favorit in der Kategorie Bester Originalsong ist aber „City of Stars“ – dann wären wir bei 11 Oscars. Es bleiben letztlich nur 2 Kategorien, die eher nicht an „La La Land“ gehen: Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling) und Bester Tonschnitt (diese Kategorie geht meist an den lautesten Film und äußerst selten an ein Musical). Wenn „La La Land“ der Abräumer wird, gewinnt der Film auch Bester Tonschnitt – 12 Oscars.

Im Jahr 2009 wurde das preferential voting system wieder eingeführt (das gab es bereits von 1934-1945), seitdem hat  kein Oscar-Gewinner Film mehr als 6 Oscars gewonnen. Im Jahr 2009 hat The Hurt Locker 6 Oscars gewonnen. „Spotlight“ – wie gesagt – im letzten Jahr nur 2, Birdman  hat 4 und 12 Years a Slave hat 3 Oscars gewonnen.

Die meisten Oscars, die ein Film allein gewonnen hat, waren – wie gesagt – 11. Man stelle sich vor „La La Land“ würde bei den Academy Awards richtig abräumen und wirklich 12 (oder 13) Oscars gewinnen. Dann würde „La La Land“ hinsichtlich der Oscars einen Rekord aufstellen und als bester Film aller Zeiten gelten – viel Spass mit der Bürde.

Ich bin kein großer Fan von „La La Land“, welcher Film mir mehr am Herzen liegt ist: Toni Erdmann. Es sieht immer mehr so aus, als würde – aufgrund der politischen Situation in den U.S.A. – der Oscar für den besten fremdsprachigen Film an Iran („The Salesman“) gehen. Auch habe ich gehört, dass „Toni Erdmann“ auf DVD/Screener nicht so gut wirkt und viel zu lang ist. Die meisten Academy-Mitglieder gucken aber, wenn sie sich die nominierten Filme überhaupt anschauen, die fremdsprachigen Filme Zuhause. Sehr schade für diesen tollen Film. Schon lange wurde gemunkelt, dass Hollywood ein Remake zu „Toni Erdmann“ plant. Mittlerweile sind die Pläne schon etwas konkreter und Jack Nicholson soll die Hauptrolle spielen. Sollte der Film tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, wäre das eine riesiges Comeback für Jack Nicholson (von dem man bereits seit Jahren nichts hört und sieht) und dann ist Jack Nicholson ein hundertprozentiger Kandidat für den, seinen vierten, Oscar.

Zurück zu den zu vergebenen Schauspiel-Oscars dieses Jahr:

 
Beste Nebendarstellerin: Viola Davis (für Fences) – das ist die einzige Kategorie, die wohl schon zu hundert Prozent entschieden ist.

Die Kategorie Bester Nebendarsteller geht wohl auch relativ sicher an Mahershala Ali (für  Moonlight), in dieser Kategorie gibt es aber auch sehr gerne mal eine Überraschung. Wenn Michael Shannon gewinnt, flippe ich aus vor Freude.

Emma Stone ist die Favoritin in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Wenn „La La Land“ – wie angenommen wird – so viele Oscars gewinnt, ist meistens auch ein Schauspielpreis dabei. Die Einzige, die ihr meines Erachtens gefährlich werden könnte, ist Isabelle Huppert (für „Elle“). Ich habe es schon öfter gesagt, wiederhole mich aber gerne, die Golden Globes sind für die Academy Awards relativ unwichtig. Wichtig ist, dass Filme durch eine GG-Nominierung mehr Beachtung finden, die Academy-Mitglieder sich diese Filme dann auch anschauen und ganz wichtig sind die Dankesreden. Ich bin mir beispielsweise sicher, dass in solch einem Jahr voller hervorragender weiblicher Performances, Meryl Streep mit ihrer Rede bei den Golden Globes ihre 20. Oscar-Nominierung in Stein gemeisselt hat. Nun haben sowohl Isabelle Huppert als auch Emma Stone den Globe (Huppert für Drama, Stone für Comedy/Musical) gewonnen, Huppert war sehr überrascht über ihren GG-Gewinn und hat eine tolle Rede gehalten. Jetzt war die Französin nicht für den Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG) nominiert. Gegeneinander mussten Emma Stone und Isabelle Huppert noch nicht angetreten.

 
Bester Hauptdarsteller:

Es wird sich zwischen Denzel Washington und Casey Affleck entscheiden.

Insbesondere in dieser Kategorie wird gerne das meiste Schauspiel, das meiste Sich-ins-Zeug-legen, das meiste Sich-körperlich-verändern, das meiste Sich-in-einen-ganz-anderen-Charakter-verwandeln und/oder Möglichst-eine-berühmte-Persönlichkeit-spielen geehrt. (um ein paar Gewinner der letzten Jahre zu nennen, auf denen dieses Profil passt: Leonardo DiCaprio, Eddie Redmayne, Matthew McConaughey, Daniel Day-Lewis, Colin Firth, Sean Penn. Außerdem gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, nachdem die attraktiven männlichen Schauspieler nicht bevor sie das 40. Lebensjahr erreicht haben, den Oscar gewinnen. Es gibt immer natürlich immer Ausnahmen, Adrien Brody zum Beispiel.

Casey Affleck ist 41 Jahre alt, also knapp über40, sieht aber aus wie Anfang 20. Ich weiß nicht, ob er mit seinem fiesen Bart, den er derzeit trägt, eine Strategie fährt – älter sieht er damit in jedem Fall aus. Auch wenn er mit seiner unaufgeregt-zurückhaltenden Performance (in Manchester by the Sea) nicht ins o.g. Profil passt, sah es lange so aus, als hätte er den Oscar bereits in der Tasche. Ich hatte im letzen Jahr bereits über den Sexskandal aus seiner Vergangenheit berichtet, dieser brodelt weiter vor sich hin, vielleicht führt er aus diesem Grund keine Oscar-Kampagne. Jetzt hat Denzel Washington den Preis der Schauspielgewerkschaft gewonnen (SAG-Award) und läuft durch Hollywood und küsst Babies und hilft alten Damen über die Straße. Im Moment geht die Tendenz wohl eher zu Denzel Washington.

 
Für Denzel Washington spricht, dass er  in „Fences“ eine typische „Theater-Performance“ gibt. Kein Wunder, „Fences“ ist ein – noch dazu von ihm – verfilmtes Theaterstück. Denzel hat für diese Performance bereits den Tony gewonnen und kürzlich seinen 1. SAG-Award gewonnen. Was spricht also gegen den Oscar-Gewinn für Denzel Washington? Meines Erachtens, dass er einen sehr unsympathischen Charakter spielt. Richtige Bösewichte werden in dieser Kategorie gerne ausgezeichnet, beispielsweise Daniel Day-Lewis in „There Will Be Blood“, Forest Whitaker in „The Last King of Scotland“ und – unvergessen – Anthony Hopkins für „The Silence of the Lambs“). Einfach unangenehme Charaktere gewinnen selten in dieser Kategorie, vielleicht kann man aber auch darüber hinwegsehen, weil er hier schließlich eine solide Regiearbeit präsentiert und Viola Davis zu ihrem ersten Oscar verhilft. Ich bin hier noch sehr unschlüssig, vor allen Dingen weil ein Oscar-Gewinn für Denzel Washington bedeutet, dass er bereits seinen 3. Academy Award gewinnt und damit steht er dann auf einer Stufe mit u.a. Meryl Streep, Daniel Day-Lewis und Jack Nicholson. Das ist der Moment, bei dem ich gar nicht überzeugt bin, dass Denzel eine Chance hat.

Ich werde mir die nächsten zwei Wochen noch ein paar Gedanken machen müssen.

 
Die 89. Oscar-Verleihung findet am Sonntag den 26.02.17 statt.

Meine Wette zu komplett allen Kategorien werde ich einen Tag vor den Oscars veröffentlichen.

TV – Serie: „Good Behavior“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender TNT-TV-Serie angeschaut:

 

 

„Good Behavior“ (in Deutschland über den Pay-TV-Sender TNT Serie zu sehen) 10 x approx. 50 min. drama, thriller adaptation
dir. Charlotte Sieling, Carl Franklin, Magnus Martens, Mark Piznarski, Mikkel Norgaard, Jonas Pate, Phil Abraham cast: Michelle Dockery, Juan Diego Botto, Lusia Strus, Terry Kinney, Nyles Julian Steele

 
Statesville, North Carolina. Letty (Michelle Dockery) ist eine Trickbetrügerin und Diebin, vorzugsweise räumt sie teure Hotelzimmer aus. Sie hat bereits mehrmals im Gefängnis gesessen und ist jetzt auf Bewährung draußen. Außerdem hat sie noch ein Alkohol- und Drogenproblem. Jetzt will sie ihr Leben aber ändern, schließlich will sie das Sorgerecht für ihren 10-jährigen Sohn Jacob (Nyles Julian Steele) zurück. Der wird derzeit von ihrer Mutter (Lusia Strus) großgezogen und die hat sogar eine einstweilige Verfügung gegen ihre Tochter erwirkt, Letty darf nicht mal in die Nähe ihres Sohnes kommen. Außerdem muss sie sich regelmäßig mit ihrem Bewährungshelfer Christian (Terry Kinney) treffen. Der weiß natürlich nichts davon, daß sie immer noch als Diebin unterwegs ist. Als sie gerade mal wieder dabei ist, ein Hotelzimmer auszuräumen, kommen zwei Männer ins Zimmer zurück und Letty muss sich schnell im Kleiderschrank verstecken. Dabei kann sie ein Gespräch mit anhören, einer der beiden Männer (Juan Diego Botto) ist scheinbar ein Auftragsmörder, der die Frau des anderen Mannes töten soll. Letty lernt den vermeintlichen Auftragsmörder später kennen, sie verbringen die Nacht miteinander und dann versucht sie ihm einen Strich durch seinen Plan zu machen, aber es kommt alles anders…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Good Behavior“ basiert auf Blake Crouchs Romanserie „Letty Dobesh“.

Das erste Mal wurde ich auf diese neue TV-Serie aufmerksam, als ich das Making-of und die Trailer im amerikanischen Kino sah. Im Gegensatz zu Deutschland wird – wenn ein Film beispielsweise um 17.00 Uhr anfangen soll – in einem amerikanischen Kino entsprechend v. 16.45 bis 17.00 Uhr Werbung gezeigt. Diese Werbung kann in Form eines gesponserten Kinoratespiels sein, es wird der eine oder andere richtige Werbespot gezeigt und ganz oft, wird Werbung von neuen, demnächst startenden TV-Serien gebracht. Ab 17.00 Uhr wird dann die kinoeigene Werbung mit dem Hinweis auf die Notausgänge, dass man jetzt spätestens sein Handy ausmachen soll und natürlich die Filmtrailer gezeigt. Da es in vielen Kinos immer noch mein geliebtes free seating gibt, bin ich meist 10 Minuten vor dem eigentlichen Filmbeginn da, um mir einen guten Platz zu sichern. Jedenfalls habe ich im Spätsommer des letzten Jahres das erste Mal das Making-of und die Trailer von „Good Behavior“ gesehen. Das Gezeigte hat mich neugierig gemacht und als der Serienstart dann ganz ordentliche Kritiken bekommen hat, habe ich sie mir einfach runtergeladen – so für Zwischendurch.

Eigentlich neige ich dazu, mir eher die, von Kritikern umjubelten Serien oder Mehrteiler anzuschauen. „Good Behavior“ ist nicht sonderlich anspruchsvoll, eher leichte Kost, aber für eine normale Kabel-TV-Serie erstaunlich gut. Für eine Mainstream-Serie wird viel geflucht und ungewöhnlich viel Sex, Drogen-, und Alkoholkonsum gezeigt.

„Good Behaviour“ erzählt eine durchgehende Geschichte, eignet sich also durchaus zum Bingen. Es sind Charakterstudien zweier Außenseiter am Rande der Gesellschaft, die so unterschiedlich sie sind, wunderbar zusammenpassen. Es ist aber auch etwas Familiendrama, Comedy mit einem guten schwarzen Humor, Thriller und erzählt eine außergewöhnliche und ehrliche Liebesgeschichte. Das Ganze ist wesentlich komplexer als es auf den ersten Blick erscheint.

Ganz besonders mochte ich die Beziehung zwischen Letty und Javier. Beide verbindet eine starke (sexuelle) Anziehung, ein ähnlicher Humor, eine Vertrautheit und dass sie jeweils etwas tun, was der andere konsequent ablehnt. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Die Chemie der beiden Schauspieler/Charaktere stimmt. Ich mag, wie sie sich mit Blicken verstehen und wie sie sich die Sprüche um die Ohren hauen. Entsprechend sind mir die beiden Charaktere sehr schnell ans Herz gewachsen.

Javier übernimmt den vernünftigen und ruhigen Part – so weit man von vernünftig sprechen kann, wenn jemand als Auftragskiller arbeitet. Letty ist auf Bewährung auf freien Fuß, hat einen Bewährungshelfer und möchte eigentlich ein neues, normales Leben beginnen. Das ist aber natürlich nicht so leicht und so verfällt sie schnell mal wieder in alte Verhaltensmuster und in ihr von Drogen-, Alkohol- und Diebstahl bestimmte Leben.

Michelle Dockery ist ein Chamäleon. Mit den verschiedenen Perücken sieht sie immer komplett anders und manchmal unglaublich hübsch, auch mag ich, wie die englische Schauspielerin wenn sie sich in die langhaarige Blondine verwandelt mit einem überzeugenden Südstaaten-Akzent spricht.

Juan Diego Botto ist supersexy und natürlich bin ich etwas verliebt in den argentinischen Auftragsmörder. Seine Figur erinnert mich etwas an David Tennants Serienfigur Alec Hardy aus Broadchurch,

 
Ich liebe Letty und Javier, ihre Beziehung, den Humor der Serie und es gefällt mir, dass die Serie in den amerikanischen Südstaaten spielt. Ich mag Kleinigkeiten, wie dass das Filmplakat auch eines meiner Lieblingsfilme (HBOs „Gia“) in Lettys Jugendzimmer hängt. Meine Lieblingsnebenfigur ist die FBI-Agentin in Folge 6, 9 und 10 („We Pretend We´re Stuck“, „For You I´d Go with Strawberry“ und „All the Things“), übrigens gespielt von Ann Dowd (Compliance)

 
Die neunte Folge hat mir fast das Herz gebrochen.

Das Staffelfinale ist verwirrend, witzig, toll und endet so, dass man sich auf die zweite Staffel freuen kann.

 
Alle Episodentitel sind übrigens Zitate aus der jeweilige Episode.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Letty ist in der 10. Klasse von der Schule gegangen und auf die schiefe Bahn geraten. Sie hat bereits mehrfach im Gefängnis gesessen und ist jetzt auf Bewährung draußen. Wenn sie das nächste Mal ins Gefängnis kommt, wird sie das Sorgerecht für ihren 10-jährigen Sohn Jacob (gespielt von Terry Kinney) für immer verlieren. Jacob wird von Lettys Mutter Estelle (gespielt von Luisa Strus) großgezogen. Mutter und Tochter verbindet ein sehr schwieriges Verhältnis. Letty hat außerdem ein Drogen- und Alkoholproblem und obwohl sie auf Bewährung draußen ist, verdient sie ihren Unterhalt weiterhin als Diebin. In einem Hotelzimmer wird sie Zeuge eines Gesprächs zweier Männer. Einer der beiden Männer ist offensichtlich ein Auftragsmörder und soll die Ehefrau des anderen töten. Letty lernt den Auftragsmörder Javier (gespielt von Juan Diego Botto) kennen, dadurch wird ihr Leben aber nur noch komplizierter. Gespielt wird Letty von der englischen Schauspielerin und Sängerin Michelle Dockery. Bekannt ist sie durch ihre Rolle der Lady Mary Crawley in „Downton Abbey“. Sie habe aber auch in einigen Kinofilmen, u.a. Hanna, „Anna Karenina“, Non-Stop gespielt.

Javier ist ein Auftragskiller. Er stammt aus Buenos Aires hat seit 20 Jahren keinen Kontakt zu seiner Familie. Einzig seine Schwester Ava (übrigens gespielt von Juan Diego Bottos richtiger Schwester María Botto), ihren Ex-Mann und die zwei gemeinsamen Töchter sieht er regelmäßig. Javier lebt sehr zurückgezogen, ist introvertiert und sensibel. Dann lernt er Letty kennen, er fühlt sich von ihr angezogen, sie ist aber ein Junkie und sein Leben wird durch sie komplizierter. Javier wird von dem argentinisch-spanischen Schauspieler Juan Diego Botto gespielt. Er war vorwiegend in spanischen und argentinischen Produktionen zu sehen, hat aber in Ridley Scotts „1492: Conquest of Paradise“ und auch in Doris Dörries Film „Bin ich schön?“ mitgewirkt.

 
Christian Woodhill (für Letty: Christian Stalker) – Lettys Bewährungshelfer. Gespielt wird Christian von dem amerikanischen Schauspieler und Theaterregisseur Terry Kinney. Bekannt wurde er durch seine Rolle in der TV-Serie „Oz“. Er hat in vielen TV-Serien und Filmen gespielt.

 
Estelle ist Lettys Mutter. Sie zieht Lettys Sohn Jacob groß und hat eine Vorliebe für jüngere Männer. Estelle wird von der amerikanischen Theater- und Filmschauspielerin Lusia Strus gespielt. Sie hat vorwiegend in amerikanischen TV-Serien, u.a. „Modern Family“, und „Wayward Pines“ mitgewirkt und in den Kinofilmen „50 First Dates“ und „Miss Congeniality 2: Armed and Fabulous“ gespielt.

 
Die erste Staffel von „Good Behavior“ wurde erstmalig vom 15.11.16 – 10.01.17 auf dem amerikanischen Kabelsender TNT ausgestrahlt. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt. In Deutschland ist die Serie über den deutschen Bezahlsender TNT Serie zu sehen.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

Meet Letty:

Meet Javier:

 

Denver – Film: „Silence“

Ich war am 06.01.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Silence“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 161 min drama, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson, Ciarán Hinds, Issei Ogata

 
Im Jahr 1638. Pater Sebastiao Rodrigues (Andrew Garfield) und Pater Francisco Garupe (Adam Driver) aus Portugal reisen nach Japan. Sie begeben sich auf die Suche nach ihrem ehemaligen Mentor, Pater Ferreira (Liam Neeson), er soll seinem Glauben abgeschworen haben…

 
B (Wertung von A bis F) „Silence“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des japanischen Autors Shusaku Endo. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „Casino“, The Wolf of Wall Street).

„Silence“ gilt als sehr persönlicher Film des römisch-katholischen Regisseurs Martin Scorsese. Wie die meisten seiner Filme sieht auch dieser fantastisch aus. Es ist einer dieser imposanten Filme, der wahrscheinlich ausschließlich auf einer großen Leinwand wirkt. Leider ist er endlos lang und thematisch konnte ich dem Film gar nichts abgewinnen.

Ich halte mich für einen empathischen Menschen, versuche mich bei Filmen auch meist in die Charaktere reinzuversetzen. Das war mir in diesem Film nicht möglich, der einzige Charakter, dessen Handeln ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen konnte, war Liam Neesons und seine Rolle kommt erst zum Ende zu tragen. Es liegt nun eine ganze Weile zurück, dass ich „Silence“ gesehen habe, lange habe ich überlegt, was ich schreiben kann, ohne anderen Menschen zu nahe zu treten. Generell macht mich die Arroganz sprachlos, mit der Gläubige in ein fremdes Land, in eine fremden Kultur wandern und den Einwohnern ihren Glauben aufzwingen wollen und dabei ihre Meinung/ihren Glauben als die/den einzig wahre (n) gelten lassen. Hier werden Pater Rodgrigues (gespielt von Andrew Garfield) und (japanische) Christen gezeigt, wie sie – im Angesicht des Todes – beharrlich an ihrem Glauben festhalten. Die japanischen Machthaber wollen nicht, dass die christliche Religion ihr Land unterwandert, verfolgen die Christen, nehmen sie fest und verlangen, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – ihren Glauben mit Füßen treten. Und hier kommt der Punkt, den ich nicht verstanden habe. Wenn ich weiß, dass ich schrecklich gefoltert oder gar getötet werde, warum gebe ich mich dann nicht etwas geschmeidiger? Diese ganze Prozedur wiederholt sich zig Mal in dem Film.

Gut, aber was weiß ich schon davon? Gläubige Menschen werden den Film sehr wahrscheinlich mit ganz anderen Augen sehen. Für mich gab es eindrucksvolle Bilder, ich habe von ganz neuen Folter- und Tötungsmethoden erfahren und hatte Spass mit einem der Nebencharakter, Inquisitor Inoue (gespielt von Issei Ogata). Diese Figur ist der klare Bösewicht des Films. Mich hat er von seiner kultivierten-fiesen Art an Christoph Waltz´ Hans Landa aus Inglourious Basterds erinnert. Diese Rolle könnte für den 64-jährigen japanischen Schauspielers der Durchbruch in Hollywood bedeuten.

In der Oscar-Saison 2016/2017 war „Silence“ der letzte Prestige-Film, der den amerikanischen Kritikern gezeigt wurde. Der Film war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Bester Nebendarsteller (Issey Ogata, Adam Driver, Liam Neeson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. „Silence“ wurde letztendlich nur für einen Academy Award (Beste Kamera) nominiert.

Die Premiere von„Silence“ fand im Vatikan statt. Am 23.12.16 ist der Film in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 war der Film dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Der Film ist teilweise in Japanisch mit englischen Untertiteln. In Deutschland startet der Film am 02.03.17.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Neruda„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Chilenischer Film und nach Jackie zweiter 2016er Film von Pablo Larrain. Mit Gael Garcia Bernal
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I´m Not Your Negro„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „20th Century Women„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mike Mills neuer Film mit Annette Bening, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Paterson„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jim Jarmuschs neuer Film mit Adam Driver
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF 54 gesehen

Berlin – Film: „Live by Night“

Ich war am 23.01.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Live by Night“ (dt. Kinostart: 02.02.17) 129 min crime, drama, adaptation
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Messina, Sienna Miller, Zoe Saldana, Chris Cooper

 

 

In den 1920er Jahren in Boston. Joe Coughlin (Ben Affleck) ist der Sohn des Polizeichefs (Brendan Gleeson). Joe steht auf der anderen Seite des Gesetzes, verdient sein Geld mit Räubereien und Banküberfällen. Als er sich in die Geliebte (Sienna Miller) des berüchtigten Gangsterbosses Albert White (Robert Glenister) verliebt, will er nur noch einen „Job“ machen und dann mit ihr durchbrennen. Dann geht aber etwas schief…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Live by Night“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane. Nach Gone Baby Gone, The Town und Argo ist dies der vierte Spielfilm bei dem der amerikanische Schauspieler Ben Affleck Regie führt.

 
Ich war kein großer Fan von Ben Afflecks ersten beiden Filmen, „Argo“ fand ich aber klasse. Nach vier Filmen würde ich ihm durchaus ein Talent als Regisseur bescheinigen.

 
Es wird aber Zeit, dass irgendjemand Ben Affleck klar macht, dass er kein guter Schauspieler ist. Ich habe mir sagen lassen, dass er im realen Leben sehr attraktiv und charismatisch sein soll, in meinen Augen transportiert sich das leider auch nicht auf die Leinwand. Er sollte auch einfach damit aufhören, in seinen eigenen Filmen die Hauptrolle zu übernehmen. In „Live by Night“ ist er in der Rolle des Joe Coughlin fehlbesetzt, er wirkt die ganze Zeit  angestrengt und in diesen Anzügen einfach steif und verkleidet. (besonders schlimm gegen Ende des Films als er einen weißen Dreiteiler trägt). Die Steigerung von „unglaubwürdig“ ist, wenn mir weisgemacht werden soll, dass Ben Afflecks Charakter der Sohn von Brendan Gleesons Charakter sein soll oder – später im Film – wenn er quasi im Alleingang  gegen den Ku-Klux-Klan kämpft. Ja, nee, ist klar. Vermutlich hätte es dem Film geholfen, wenn Ben Affleck nicht die Hauptrolle gespielt hätte. „Live by Night“ wäre zwar immer noch kein guter Film, aber entscheidend besser.

Ein großer Lichtblick des Films ist Chris Cooper, bei jeder Szene kann man für einen kurzen Moment glauben, hier einen wirklich soliden Film zu sehen, auch kann Elle Fanning überzeugen. Die Ausstattung und die Kostüme sind eindrucksvoll, auch wenn ich nie das Gefühl hatte im Film zu sein, sondern eher auf ein wirklich gelungenes Szenenbild zu schauen.

„Live by Night“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Affleck), Bester Nebendarsteller (Chris Messina, Chris Cooper), Beste Nebendarstellerin (Elle Fanning, Sienna Miller, Zoe Saldana), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Letztlich hat es für keine Oscar-Nominierung gereicht.

 
„Live by Night“ ist am 25.12.16 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 ist der Film landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen Untertiteln. „Live by Night“ ist ab dem nächsten Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

Oscar-Nominierungen 2017 und meine Meinung

Heute, am 24.01.17, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Es wurde eine ungewöhnliche, aber effektvolle Präsentation gewählt. Mit kleinen  Einspielern, in denen die Academy Präsidentin Cheryl Boone Isaacs sprach und u.a. Regisseur Guillermo del Toro und Jason Reitman, die Schauspieler Brie Larson, Jennifer Hudson, Gabourey Sidibe persönliche Statements zu ihren eigenen Oscar-Nominierungen gaben.

Im Jahr 2017 gibt es über 7000 Mitglieder in der Academy. Wahlberechtigt sind jedoch nur 6687 Mitglieder. Die Academy-Mitglieder konnten für das Filmjahr 2016 zwischen 336 Filmen wählen Es gibt 24 Kategorien und 17 Branchen. Bei den Oscar-Nominierungen entscheidet jede Branche für sich (Regisseure entscheiden darüber welche Regisseure nominiert werden, Die Kameramänner/frauen entscheiden, wer eine Nominierung für die Beste Kamera erhält, die Schauspieler entscheiden, welche Schauspieler in allen vier Kategorien als Schauspieler nominiert werden u.s.w.). Alle 6687 wahlberechtigten AMPAS-Mitglieder entscheiden aber welcher Film als Bester Film nominiert wird. Vor einigen Jahren wurde das preferential voting system auch für die Oscar-Nominierungen eingeführt. Jedes der 6687 wahlberechtigten Academy-Mitglieder dürfen maximal 5 (nicht 6, nicht 7, nicht 8, nicht 9 und auch nicht 10) Filme auf ihren Wahlzettel listen, die sie für die besten des gesamten Filmjahres halten. Wenn ihnen nur 3 Filme gefallen haben, dann schreiben sie halt nur 3 Filme auf ihr Formular. Sie listen die Filme der Reihe nach, ihren Lieblingsfilm auf Platz 1 und dann der Reihe nach, wie ihnen die Filme gefallen haben. Für den besten fremdsprachigen Film gibt es ein Komitee, das sich aus Mitgliedern aller Branchen zusammensetzt. Diese rund 40 AMPAS-Mitglieder müssen sich verpflichtend alle neun Filme, die es auf die sogenannte Shortlist (auf der standen für das Filmjahr 2016: „Tanna“, „It´s Only the End of the World“, „Land of Mine“, „Toni Erdmann“, „The Salesman“, „The King´s Choice“, „Paradise“, „A Man Called Ove“ und „My Life as a Zucchini“) geschafft haben, ansehen und die 5 Filme daraus wählen, die letztlich eine Oscar-Nominierung erhalten.

 

Eine Nominierung hat auch Deutschlands Beitrag Toni Erdmann erhalten.

 

„La La Land“ hat – wie von mir bereits gestern vermutet  – die meisten Oscar-Nominierungen erhalten. 14 ist ein Rekord, den sich der Film in 89 Jahren Oscar-Geschichte nur mit „All About Eve“ und „Titanic“ teilen muss. „Arrival“ und „Moonlight“ haben mit 8 Nominierungen die zweitmeisten.

Dieses Jahr gibt es 9 nominierte Filme. (Ich wusste, dass „Hacksaw Ridge“ der nächste sein musste, aber wirklich gerechnet habe ich mit 8 Filmen – mein Kumpel hat 9 getippt)

 
Ich freue mich am meisten über Michael Shannons Nominierung (die mit keiner einzigen Nominierung innerhalb der Filmindustrie oder einer Golden Globe-Nominierung) tatsächlich etwas überraschend kam. Auch freue ich mich natürlich über die Nominierung für „Toni Erdmann“ als bester fremdsprachiger Film und O.J.: Made in America als beste Dokumentation . Vor einigen Monaten gab es noch Überlegungen, ob diese 7 1/2 stündige Dokumentation, die im amerikanischen TV ausgestrahlt wurde, sich überhaupt für die Academy Awards qualifizieren kann. Für mich war „O.J.: Made in America“ einer der besten Filme des Jahres 2016 und ist in meiner Top Ten gelandet.

Es ist jetzt offiziell, Hollywood hat Mel Gibson vergeben, man mag es kaum glauben.

„Deadpool“ ist dankenswerterweise nicht unter den neun oscarnominierten Filmen aufgetaucht.

Meryl Streep hat ihre 20. Oscar-Nominierung erhalten. Glückwunsch! Ich bin mir sicher, dass da ihre großartige Rede bei den Golden Globes geholfen hat.

 

 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch waren, bzw. nominiert sind, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:
The LobsterHail, Caesar!, Indignation, Maggie´s Plan, Miles AheadLittle Men, The Witch, 10 Cloverfield Lane, San ZootopiaEye in the Sky, Everybody Wants Some!!, Hello, My Name is Doris, Born to Be Blue, The Meddler, Life, Animated, Always ShineA Bigger Splash, „Love & Friendship“, The BFGDe Palma, Finding Dory, O.J.: Made in America, Popstar: Never Stop Never Stopping, Tickled, Free State of Jones, Swiss Army Man, Toni ErdmannFrantz, Hell or High Water, Florence Foster JenkinsKubo and the Two Strings, Sausage Party, „Krisha“, The Light Between Oceans, „Sing Street“, „The Jungle Book“, SullySnowdenDeepwater Horizon13th, „Amanda Knox“, Denial, I, Daniel BlakeManchester by the SeaMoonlight, Paterson, „Weiner“, The Girl on the Train, The Birth of a Nation, Queen of Katwe, American Pastoral, Desierto, Certain Women, The Handmaiden, Arrival, Doctor Strange, The Eagle Huntress, „Blue Jay“, Nocturnal Animals, Loving, The Edge of Seventeen, Bleed for This, Allied, Rules Don´t Apply, Moana, Billy Lynn´s Long Halftime Walk, La La Land, „Under the Shadow“, „Kate Plays Christine“, Miss Sloane, Jackie, Patriots Day, Fences, Lion, „Captain Fantastic“, Hidden Figures, Silence, Live by Night  (ein Update erfolgt regelmäßig)

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung. (gelistet in der Reihenfolge, in der ich eine Nominierung am Wahrscheinlichsten sah, bzw. bei den Regisseuren und Schauspielern habe ich den Nominierten mit dem ersetzt, bei dem ich dachte, er/sie würde nominiert werden):

Best Motion Picture of the Year:

  1. La La Land
  2. Manchester by the Sea
  3. Moonlight
  4. Arrival
  5. Hidden Figures
  6. Lion
  7. Fences
  8. Hell or High Water
  9. Hacksaw Ridge

Meine Meinung: Gut, ich habe auf acht Filme getippt und alle acht Filme auch gesehen. Als neunten habe ich gestern „Hacksaw Ridge gelistet, in der Hoffnung, dass er nicht auftaucht. Musste das sein?
Mein Wunsch: „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Seit meiner erste Prognose vom September 2016  setze ich auf „La La Land“ als Oscar-Gewinner-Film, in den letzten Wochen bin ich – durch die Nicht-Nominierung für den SAG-Ensemble-Award – etwas verunsichert. Jetzt hat „La La Land“ aber 14 Oscar-Nominierungen eingefahren, das ist ein gutes Zeichen, wie beliebt dieser Film in allen Branchen ist. Dennoch ein Oscar-Gewinn für „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“ ist nicht ausgeschlossen.
Der Unsicherheitsfaktor: „Moonlight“ oder „Manchester by the Sea“ (derzeit in der Reihenfolge)

 
Achievment in Directing:

Damien Chazelle „La La Land“
Kenneth Lonergan „Manchester by the Sea“
Barry Jenkins „Moonlight“
Denis Villeneuve „Arrival“
Mel Gibson „Hacksaw Ridge“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern erwähnt, Chazelle, Lonergan, Jenkins und Villeneuve galten als sicher, der fünfte Platz war relativ weit offen. Dass die Wahl nun auf Mel Gibson gefallen ist, kommt nicht völlig aus dem Nichts, überrascht mich aber doch etwas.
Mein Wunsch: Barry Jenkins, Kenneth Lonergan, Damien Chazelle oder Denis Villeneuve, Hauptsache nicht Mel Gibson
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Tja, wenn „La La Land“ der große Abräumer wird, dann gewinnt Damien Chazelle
Der Unsicherheitsfaktor: Barry Jenkins und Kenneth Lonergan (derzeit in der Reihenfolge)

 

Performance by an actress in a leading role:

Emma Stone „La La Land“
Natalie Portman „Jackie“
Ruth Negga „Loving“
Meryl Streep „Florence Foster Jenkins“
Isabelle Huppert „Elle“

Meine Meinung: Die Nominierung für Ruth Negga war nicht unwahrscheinlich, vor allen Dingen ist sie aber in meinen Augen nicht gerechtfertigt. (das hatte ich bereits in meinem Beitrag über den Film bereits gesagt. Amy Adams hätte es verdient, für „Arrival“ nominiert zu werden.. Ich freue mich über Isabelle Hupperts Nominierung (ohne eine SAG-Nominierung), auch wenn ich „Elle“ immer noch nicht gesehen habe. Hier hat wohl ihr Golden Globe-Gewinn geholfen. Ansonsten kenne ich alle Performances.
Mein Wunsch: Emma Stone
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Emma Stone (insbesondere wenn „La La Land“ der große Abräumer ist)
Der Unsicherheitsfaktor: Isabelle Huppert

 

 

Performance by an actor in a leading role:

Casey Affleck „Manchester by the Sea“
Denzel Washington „Fences“
Ryan Gosling „La La Land“
Andrew Garfield „Hacksaw Ridge“
Viggo Mortensen „Captain Fantastic“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig geraten, bis auf „Hacksaw Ridge“ kenne ich alle Performances –  nach „Silence“ kann nicht noch so einen religiösen Film anschauen.
Mein Wunsch: Casey Affleck
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Casey Affleck
Der Unsicherheitsfaktor: Denzel Washington oder wenn „La La Land“ der große Abräumer wird: Ryan Gosling

 

Performance by an actress in a supporting role:

Viola Davis „Fences“
Michelle Williams „Manchester by the Sea“
Nicole Kidman „Lion“
Octavia Spencer „Hidden Figures“
Naomie Harris „Moonlight“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig getippt, kenne alle Performances. Überraschung gab es hier keine.
Mein Wunsch: Viola Davis
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Viola Davis
Der Unsicherheitsfaktor: keiner

 

Performance by an actor in a supporting role:

Mahershala Ali „Moonlight“
Jeff Bridges „Hell or High Water“
Dev Patel „Lion“
Lucas Hedges „Manchester by the Sea“
Michael Shannon „Nocturnal Animals“

Meine Meinung: Glückwunsch Michael Shannon – wohlverdient. Mit ihm bin ich gestern mit meiner Wette ein hohes Risiko eingegangen, schließlich deutete nichts auf seine Nominierung hin. Manchmal muss man auf einen beliebten „Außenseiter“ setzen. Bei meiner ersten Veröffentlichung habe ich hier Hugh Grant versehentlich gelistet, Jeff Bridges ist natürlich doch drin, damit habe ich hier alle richtig geraten und kenne alle Performaces.
Mein Wunsch: keine Frage, Michael Shannon natürlich
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Mahershala Ali
Der Unsicherheitsfaktor: Michael Shannon?

 

 

Meine Wette habe ich übrigens verloren, knapp, aber verloren.

 

 

Hier alle Oscar-Nominierungen im Überblick:

http://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2017

 

 

Die 89th Academy Awards finden am 26.01.17 statt. Gastgeber ist Jimmy Kimmel:

 

 

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2017

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Anti-Oscar, den Razzie ausrechnen:

Worst Movie:

Batman v Superman: Dawn of Justice
Dirty Grandpa
Gods of Egypt
Hillary´s America: The Secret History of the Democratic Party
Independence Day: Resurgence
Zoolander No. 2

Worst Actor:
Ben Affleck (Batman v Superman: Dawn of Justice)
Gerard Butler (Gods of Egypt/London Has Fallen)
Henry Cavill (Batman v Superman: Dawn of Justice)
Dinesh D´Souza (as himself – Hillary´s America: The Secret History of the Democratic Party)
Robert De Niro (Dirty Grandpa)
Ben Stiller (Zoolander 2)
Worst Actress:
Megan Fox (Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows)
Tyler Perry (as Madea in Boo! A Madea Halloween)
Julia Roberts (Mother´s Day)
Becky Turner (as Hillary Clinton in Hillary´s America: The Secret History of the Democratic Party)
Naomi Watts (The Divergent Series: Allegiant/Shut In)
Shailene Woodley (The Divergent Series: Allegiant)

Worst Supporting Actor:
Nicolas Cage (Snowden)
Johnny Depp (Alice Through the Looking Glass)
Jesse Eisenberg (Batman v Superman: Dawn of Justice)
Will Ferrell (Zoolander 2)
Jared Leto (Suicide Squad)
Owen Wilson (Masterminds/Zoolander 2)

Worst Supporting Actress:
Julianne Hough (Dirty Grandpa)
Kate Hudson (Mother´s Day)
Aubrey Plaza (Dirty Grandpa)
Jane Seymour (Fifty Shades of Black)
Sela Ward (Independence Day: Resurgence)
Kristen Wiig (Masterminds/Zoolander 2)

Gut, die einzigen Filme, die ich gesehen habe, sind „Snowden“ und „Shut In“. Letzteren fand ich nicht so schlecht, eine Nominierung für Naomi Watts halte ich für nicht gerechtfertigt. An Nicholas Cage in „Snowden“ kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Hatte Adam Sandler dieses Jahr eigentlich keinen Film? Eine Nominierung als schlechteste Schauspieler bei Julia Roberts und Ben Affleck kann ich generell nachvollziehen und Robert De Niro gehört auch für den Mist, den er hin und wieder dreht, bestraft. Das gilt auch für Johnny Depp, den ja auch keiner mehr sehen will.

Oscar-Nominierungen 2017, meine Wette

Morgen, am 24.01.17, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen.Seit einigen Jahren habe ich aber mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten laufen, wir haben eine Oscar-Nominierungswette (bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden) und eine Oscar-Gewinner-Wette bei der wir alle 24 Kategorien wetten. Jeweils einen Tag vor den Oscar-Nominierungen bzw. vor der Oscar-Verleihung veröffentliche ich meine Prognose.

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme.

 
Für die 89. Academy Awards haben sich 336 Filme qualifizieren können. Bei den Oscar-Nominierungen werden 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 9 bzw. in den letzten beiden Jahren sogar nur 8 nominierte Filme.

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „La La Land“ mit den meisten Nominierungen (vielleicht sogar 13, wenn La La Land für zwei Songs nominiert wird, sogar 14) ins Rennen gehen wird. Ich denke, dass die zweitmeisten Nominierungen „Arrival“ bekommen wird.

Könnte „Deadpool“ als bester Film nominiert werden? In einer Zeit von seinerzeit nur 5 nominierten Filmen war „The Dark Knight“ der Film, der AMPAS die Augen öffnete. Mit mehr nominierten Filme wäre diese Comic-Verfilmung – so sehen es die Experten – auch für den Oscar als bester Film nominiert worden. Sie erweiterten im darauffolgenden Jahr die Anzahl der Nominierten auf 10 Filme (später dann bis zu 10). „Deadpool“ wurde – für mich ziemlich überraschend – für viele wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie (PGA, DGA, WGA, ACE) in diesem Jahr nominiert. Ist es der beste Superhelden-Film des Jahres 2016? Ich habe davon natürlich gar keine Ahnung, habe „Doctor Strange“ gesehen und „Deadpool“ mittlerweile 2x (aber auch nicht vollständig, eher bruchstückhaft). In den U.S.A. gelten „Captain America: Civil War“ und „Doctor Strange“ gemeinhin als die besseren Comic-Verfilmungen des Jahres. Also, eine Oscar-Nominierung als bester Film ist möglich, für mich aber absurd.

Nach ihrer famosen Golden-Globe-Rede gehe ich davon aus, dass Meryl Streep ihre 20. Oscar-Nominierung erhalten wird.

 
Zur Erinnerung: Jede Fachrichtung/Branche wählt ihre Favoriten (die Kostümbildner wählen die fünf besten Kostümdesigns des Jahres 2016, die Autoren wählen die besten Originaldrehbücher und adaptierten Drehbücher, usw.). Alle Branchen wählen jedoch zusätzlich eine Kategorie: Bester Film.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist. Ich denke, dass dieses Jahr auch nur max. 8 Filme nominiert werden.

 

 

Für die Wette zählen nur die 8 (weil ich denke, dass wieder nur max. acht Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5, die ich gelistet habe.

 

 

Best Motion Picture of the Year

La La Land
Manchester by the Sea
Moonlight
Arrival
Hidden Figures
Lion
Fences
Hell or High Water


danach denke ich

Hacksaw Ridge
Nocturnal Animals
Captain Fantastic
Silence
Florence Foster Jenkins
Deadpool

Achievment in Directing

Damien Chazelle „La La Land“
Kenneth Lonergan „Manchester by the Sea“
Barry Jenkins „Moonlight“
Denis Villeneuve „Arrival“
David Mackenzie „Hell or High Water“

 
in dieser Kategorie bin ich mir nur bei Chazelle, Lonergan, Jenkins und Villeneuve sicher. Der letzte Filmemacher, der eine Nominierung bekommen könnte, ist relativ weit offen. Ich habe mich für David Mackenzie entschieden, es könnten aber auch Garth Davis (für „Lion“), Tom Ford (für „Nocturnal Animals“), Martin Scorsese (für „Silence“) oder die Schauspieler/Regisseure Denzel Washington (für „Fences) oder Mel Gibson (für „Hacksaw Ridge“) sein. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Nominierung für ausländische Regisseure (Maren Ade für „Toni Erdmann“ oder Paul Verhoeven, dessen Film „Elle“ es nicht auf die Shortlist der besten fremdsprachigen Filme geschafft hat).

 
Performance by an actress in a leading role

Emma Stone „La La Land“
Natalie Portman „Jackie“
Amy Adams „Arrival“
Meryl Streep „Florence Foster Jenkins“
Isabelle Huppert „Elle“

Ein Schocker für mich wäre, wenn sie Viola Davis („Fences) hier in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin listen. Ich hatte darüber berichtet, zu dem Zeitpunkt ist ihr der Oscar für die beste Nebenrolle so gut wie sicher. Ansonsten könnte ich mir auch eine Nominierung für Annette Bening (für „20th Century Women“) definitiv vorstellen und auch eine für Emily Blunt (für diesen unsäglichen „The Girl on the Train“) vorstellen. Es könnten aber auch Ruth Negga (für „Loving“), Jessica Chastain (für „Miss Sloane“) und sogar Taraji P. Henson (für „Hidden Figures“) sein.

Performance by an actor in a leading role

Casey Affleck „Manchester by the Sea“
Denzel Washington „Fences“
Ryan Gosling „La La Land“
Andrew Garfield „Hacksaw Ridge“
Viggo Mortensen „Captain Fantastic“

ich könnte mir aber auch vorstellen, dass hier Michael Keaton („The Founder“), Joel Edgerton (für Loving) oder Adam Driver (für „Paterson“) auftauchen.

 
Performance by an actress in a supporting role

 
Viola Davis „Fences“
Michelle Williams „Manchester by the Sea“
Nicole Kidman „Lion“
Octavia Spencer „Hidden Figures“
Naomie Harris „Moonlight“

ich hoffe natürlich inständig, dass Octavia Spencer hier nicht nominiert wird, dafür verliere ich sogar gerne meine Wette. Wünschen würde ich mir meinetwegen Janelle Monae (aus „Hidden Figures“ oder „Moonlight“) oder Gugu Mbatha Raw (für „Miss Sloane“) oder sogar Helen Mirren (für „Eye in the Sky“)

Performance by an actor in a supporting role

Mahershala Ali „Moonlight“
Jeff Bridges „Hell or High Water“
Dev Patel „Lion“
Lucas Hedges „Manchester by the Sea“
Michael Shannon „Nocturnal Animals“

Mit Michael Shannon gehe ich ein recht hohes Risiko ein, er wurde für keinen der Filmindustrie-Preise nominiert. Wenn jemand aus „Nocturnal Animals“ nominiert wurde, dann seltsamerweise Aaron Taylor-Johnson, der könnte natürlich auch eine Oscar-Nominierung erhalten. Hugh Grant wird entweder für „Florence Foster Jenkins“ nominiert oder er geht sehr knapp daran vorbei, Ben Foster könnte hier für „Hell or High Water“ auftauchen oder Kevin Costner für „Hidden Figures“. Im Gespräch ist auch zu Recht Issei Ogata für „Silence“

Hong Kong – Film: „Split“

Ich war am 19.01.17 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Split“ (dt. Kinostart: 26.01.17) 117 min drama, thriller, horror
dir. M. Night Shyamalan cast: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Haley Lu Richardson, Jessica Sula, Betty Buckley

 
Nach einer Geburtstagsfeier werden die drei Mädchen Claire (Haley Lu Richardson), Marcia (Jessica Sula) und Casey (Anya Taylor-Joy) entführt. Es stellt sich heraus, dass ihr Entführer (James McAvoy) eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung hat. Dreiundzwanzig verschiedene Persönlichkeiten verbergen sich in seinem Inneren. Die Mädchen sind in einem fensterlosen Raum eingesperrt und versuchen dem Psychopathen zu entkommen, vor allen Dingen noch bevor sich seine vierundzwanzigste Persönlichkeit – die Bestie – vollständig entwickelt hat…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Split“ ist der neue Film des indisch-amerikanischen Filmemachers M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“, „The Village“, „The Happening“, „After Earth“).

 
Eines vorweg, auch wenn dieser Film in der Ausführung nicht perfekt ist, ist er definitiv einer der besten Shyamalan-Filme. Wer sich ein wenig mit seinen Filmen auskennt, weiß, dass dies nicht unbedingt ein Prädikatsmerkmal ist. Vor mittlerweile achtzehn Jahren ist er mit seinem Film „The Sixth Sense“ bekannt geworden und galt als neue Regiehoffnung, heutzutage verbindet man mit seinem Namen eher Filme die langweilig und/oder schlecht sind.

„Split“ ist auf der einen Seite eine langsam erzählte Charakterstudie eines, an einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidenden Mannes, auf der anderen Seite ein solide und spannend inszenierter Thriller, der als Horrorfilm endet. Mir war der Film etwas zu lang und irgendwann auch zu anstrengend, aber er funktioniert – im Gegensatz zu Shyamalans meisten Filmen – über weite Strecken. Ein Grund dafür ist zweifelsfrei James McAvoy (WantedX-Men: First Class, Trance). Seine Performance ist faszinierend, da sie sich sehr über seine Sprache definiert, empfehle ich dringend, diesen Film in der Originalfassung zu sehen.

 
Anya Taylor-Joy (The Witch) habe ich hier das erste Mal in einer anderen Rolle gesehen. Sie macht ihre Sache gut, ich fand nur die Geschichte ihres Charakters etwas unbefriedigend.

Das Ende von „Split“ verspricht eine Fortsetzung. Und jetzt kommt ein SPOILER „Split“ ist eine Art Fortsetzung zu Shyamalans Film „Unbreakable“, ich mochte diesen Film nicht sonderlich und konnte mich auch nicht mehr an ihn erinnern, aber so ergibt das Ende mit dem Cameo auch einen Sinn. SPOILER ENDE

 
„Split“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2016 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 20.1.17 landesweit gestartet. Ich habe den Film In Hongkong gesehen, dort war der Film bereits am 19.1.17 im Kino zu sehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. In Deutschland startet „Split“ am nächsten Donnerstag.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Bye Bye Man„
Bewertung des Trailers: C+ (anderer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „John Wick: Chapter 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Teil 1 war ja ganz gut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 70 % RT

Kino in Hongkong

Ich war bereits einige Male in Hongkong im Kino, bin mir aber im Moment nicht sicher, ob ich je darüber berichtet habe. Gerade um die Mittagszeit, wenn es sonst so heiß ist oder ich noch nicht richtig wach bin, gehe ich dort gerne ins Kino. In den Kinos, in denen ich bisher war, musste ich mir den Sitzplatz bereits an der Kinokasse auswählen. Kein free seating – was ich so liebe. Die Kinokarte kostet im Schnitt 90 Hong Kong-Dollar (ca. 11 Euro). Wenn es nicht voll ist, wird man von dem Personal meist direkt zum Sitzplatz geleitet. Vor dem Film gibt es keine Werbung (ich glaube mittlerweile, einzig die Deutschen akzeptieren es – obwohl sie für ihre Kinokarte bezahlt haben, sich bis zu 30 Minuten Werbung aufs Auge drücken zu lassen). Vor „Split“ gab auch nur zwei Trailer und los ging´s.

chinesisches Filmplakat von "Split"
chinesisches Filmplakat von „Split“

 

Denver – Film: „Hidden Figures“

Ich war am 05.01.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Hidden Figures“ (dt. Filmtitel: „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“, dt. Kinostart: 02.02.17) 127 min  drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Theodore Melfi cast: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner, Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Glen Powell

 
Im Jahr 1961 arbeiten die drei afroamerikanische Mathematikerinnen Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) für die NASA. Sie sind für die Programmierung und Überwachung der Computer zuständig. Der Leiter der Space Task Group, Al Harrison (Kevin Costner), braucht nun dringend einen neuen Mitarbeiter für die Mission, die den ersten amerikanischen Astronauten John Glenn (Glen Powell) die Erdumrundung ermöglichen soll. Aufgrund ihrer Leistung wird Kathrerine Johnson empfohlen, die brillante Mathematikerin ist die erste afroamerikanische Frau, die für dieses Team arbeitet. In einer Zeit, in der Rassentrennung auch bei der NASA noch praktiziert wird, stellt das Al Harrison und Katherine Harrison vor neue Herausforderungen…

 
C+ (Wertung von A bis F) „Hidden Figures“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Adaption von Margot Lee Shetterlys gleichnamigen Sachbuch. Es ist der neue Film von Theodore Melfi (St. Vincent).

Die Geschichte des Films ist erzählenswert und die Botschaft wichtig, der Film ist es leider nicht. „Hidden Figures“ ist ein kalkulierter, vorhersehbarer afroamerikanischer Feel-Good-Movie – für mich vergleichbar mit The Help. Auch hier hätte es dem Film geholfen, wenn man einen besseren Regisseur hätte verpflichten können.

Gegen einen Film für das leicht beeinflussbare Mainstream-Publikum ist natürlich generell nichts zu sagen, ich bekomme nur, nicht enden wollende Kopfschmerzen wenn es um die Oscars geht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Film in ein paar Tagen als Bester Film bei den Oscar-Nominierungen als Bester Film aufgerufen wird. Ich weiß jetzt bereits, dass ich dann den ganzen Tag schlechte Laune haben werde. „Hidden Figures“ gesellt sich dann zu anderen oscarnominierten Filmgurken wie the The Blind Side oder den bereits erwähnten „The Help“, ganz zu schweigen von Extremely Loud & Incredibly Close. „The Help“ und „Extremely Loud and Incredibly Close“ waren für mich zwei Zumutungen in einem Oscar-Jahr, das werden sie mir dieses Jahr voraussichtlich nicht antun können (es sei denn, The Birth of a Nation wird quasi aus dem Nichts nominiert). „Hidden Figures“ genießt derzeit das Momentum, an der amerikanischen Kinokasse fährt der Film Rekorde ein, sollte also Katastrophenfall eintreten, dass „Hidden Figures“ den Oscar gewinnen sollte, habe ich akuten Therapiebedarf.

Es ist natürlich nicht alles schlecht an diesem Film, die schauspielerischen Leistungen von Taraji P. Henson (sie hat für mich sogar zwei Oscar-Szenen), von der bildhübschen Janelle Monáe (die schon in Moonlight glänzte) und sogar Kevin Costner sind bemerkenswert, aber das ist schon alles, an das ich mich bei „Hidden Figures“ erinnere. Ansonsten habe ich den Film schon Tage später vergessen, sonst hätte ich ihn in meine Flop-Liste für Filme aus dem Jahr 2016 erwähnt, das habe ich mittlerweile aber nachgeholt.

 
Die PR- und Marketingabteilung von 20th Century Fox hat beeindruckende Arbeit geleistet, zum einen haben sie „Hidden Figures“ innerhalb kürzester Zeit als ernstzunehmenden Oscar-Kandidaten und noch dazu als Kinohit aufgebaut hat. Bravo.

 
„Hidden Figures“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Taraji P. Henson), Bester Nebendarsteller (Kevin Costner), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer, Janelle Monáe), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Hidden Figures“ wurde für insgesamt 3 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Hidden Figures“ wurde am 25.12.16 in 25 ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 6.1.17 ist der Film landesweit in den U.S.A. zu sehen. In Deutschland startet der Film am 02.02.17.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gifted„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Chris Evans und Jenny Slate
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Monster Trucks„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Fantasy-Mist für Kinder
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dunkirk„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Nach dem entsetzlichen Interstellar mal wieder ein neuer Christopher-Nolan-Film. Mit Kenneth Branagh, Tom Hardy und Mark Rylance. Der Trailer ist beeindruckend.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Beauty and the Beast„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Bill Condons neues Musical mit Emma Watson, Dan Stevens, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken..

Trailer v. Film: „A Dog´s Purpose„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film. Hunde-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Boss Baby„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

 

Charlotte – Film: „Lion“

Ich war am 28.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Lion“ (dt. Filmtitel: „Lion: Der lange Weg nach Hause“, dt. Kinostart: 23.02.17) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. Garth Davis cast: Sunny Pawar, Dev Patel, Rooney Mara, David Wenham, Nicole Kidman, Abhishek Bharate

 
Im Jahr 1986 in Khadwa, Indien. Der fünfjährige Saroo (Sunny Pawar) lebt mit seiner Mutter und seinen Geschwistern in den Slums. Eines Nachts ist er mit seinem älteren Bruder Gaddu (Abhishek Bharate) unterwegs. Saroo wird müde, er wird von seinem Bruder auf dem Bahnhof zurückgelassen und soll auf ihn warten. Als der Kleine wach wird, sucht er seinen Bruder, steigt in einen verlassenen Zug und schläft erneut ein. Am nächsten Morgen befindet sich der Fünfjährige im fahrenden Zug und irgendwann ist er in Kalkutta, 1600 km von seinem Heimatort entfernt. Saroo weiß weder seinen Familiennamen noch kennt er seinen genauen Wohnort. Fortan ist er völlig auf sich allein gestellt und und in der Millionenstadt verschiedener Gefahren ausgesetzt. Eines Tages landet er in einem Waisenhaus. Saroo wird dann von einem australischen Ehepaar (Nicole Kidman und David Wenham) adoptiert. Die Jahre vergehen und als Erwachsener (Dev Patel) hat er zunehmend Probleme mit seiner Situation. Er begibt sich schließlich auf die Suche nach seiner Mutter und seinen Geschwistern…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Lion“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist die Adaption von Saroo Brierleys Memoiren „A Long Way Home“ und der erste Spielfilm, bei dem der australische Künstler und Regisseur für Werbefilme Garth Davis Regie führt. Mit dem TV-Mehrteiler Top of the Lake hat er bereits eine eindrucksvolle Regiearbeit abgegeben.

Auch wenn ich wusste, dass dieser Film für den Oscar als bester Film im Gespräch ist, war meine Erwartung nicht sonderlich hoch. Oftmals gibt es einen faulen Apfel im Korb der oscarnominierten Filmen und ich dachte, ihn in „Lion“ zu finden. Dann begibt man sich aber auf die Reise mit diesem putzigen, definitiv adoptionswürdigen Jungen und man befindet sich inmitten einer spannenden Geschichte. Der stärkste Part ist zweifelsfrei der mit dem kleinen Saroo, ich habe den Jungen so ins Herz geschlossen, dass ich regelrecht einen Verlust- oder Trennungsschmerz verspürt habe, als er plötzlich erwachsen war. Der Mittelteil des Film weist ein paar Schwächen auf, dafür endet er aber wieder zufriedenstellend und für mich tränenreich. „Lion“ ist in dieser Oscar-Saison der Film mit Herz, ein Feelgood-Film.

Garth Davis bringt mit diesem Film seinen ersten abendfüllenden Spielfilm auf die Leinwand. Als Vorlage liegt hier eine wirklich herzergreifende Geschichte zugrunde, dass dies auch als Film funktioniert, ist nicht automatisch gesagt. Gerade der erste Part, in dem kaum gesprochen wird, ist unglaublich fesselnd inszeniert und letztlich ist es ein sehr eindrucksvolles Regiedebüt. Die amerikanische Gewerkschaft der Regisseure (Directors Guild of America) hat – für mich etwas überraschend – Garth Davis gleich mit einer Nominierung für einen DGA-Award belohnt. Damit stehen die Chancen für eine Oscar-Nominierung als Bester Regisseur nicht schlecht, sicherer ist zu diesem Zeitpunkt wohl eine als Bester Film.

Kaum einer kennt das Oscar-Geschäft so gut wie Harvey Weinstein. Mit „Lion“ zeigt er allen Oscar-Strategen auf eindrucksvolle Weise, wie der Hase läuft. Wenn ein Film allgemein als Favorit gilt (dieses Jahr La La Land) ist das gar nicht so gut, wie viele denken. Ab dem Moment wird dieser Film nämlich von allen Seiten attackiert und der Zuschauer geht mit einer riesigen Erwartungshaltung in den Film und fragt sich am Ende vielleicht: „Ist das alles?“. Wesentlich besser ist es, tief zu stapeln und das hat The Weinstein Company mit diesem Film gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt fällt „Lion“ in der Oscar-Saison die Außenseiterrolle zu und dennoch hat der Film durch die Bank Nominierungen bei allen wichtigen brancheninternen Preisen (PGA, DGA und zwei SAGs) eingesackt.

Jeder, der ein Kind aus einem anderen Land adoptiert hat oder sich mit Adoptionsplänen rumschlägt, sollte sich diesen Film schauen. Am Ende des Films erfährt man, dass in Indien 80.000 Kinder pro Jahr verschwinden. See-Saw Films und The Weinstein Company haben mit #LionHeart ein Hilfsprojekt, das indische Straßenkinder unterstützt, ins Leben gerufen. (mehr darüber zu erfahren von Nicole Kidman und Dev Patel: http://lionmovie.com/#charity.

„Lion“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller bzw. Bester Nebendarsteller (Sunny Pawar), Bester Nebendarsteller (Dev Patel), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Lion“ wurde für insgesamt 6 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Nebendarsteller (Dev Patel), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Filmmusik

„Lion“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat „La La Land“ den Publikumspreis gewonnen, „Lion“ war der Zweitplatzierte. Der Film ist am 25.11.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 war der Film in 55 Kinos und seit dem 6.1.17 in 600 Kinos landesweit zu sehen. „Lion“ startet am 23.02.17 in den deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Born in China„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disney´s Nature Tier-Doku, chinesisch-amerikanische Produktion
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gold„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Matthew McConaughey, Edgar Ramirez und Bryce Dallas Howard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Founder„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über die McDonald-Gründer mit Michael Keaton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

kanadischer Aufsteller von "Lion"
kanadischer Aufsteller von „Lion“

Charlotte – Film: „Fences“

Ich war am 27.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Fences“ (dt. Kinostart: 16.02.17) 133 min drama, adaptation
dir. Denzel Washington cast: Denzel Washington, Viola Davis, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby, Mykelti Williamson

 

 

Pittsburgh, Pennsylvania, Ende der 1950er Jahre. Troy (Denzel Washington) ist ein einfacher Mann, er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren glücklich mit Rose (Viola Davis) verheiratet. Troy hat einen 34-jährigen Sohn (Mykelti Williamson) aus einer früheren Beziehung, der versucht, sein Geld als Musiker zu verdienen. Seinem Vater wäre es lieber, wenn er etwas „Anständiges“ arbeiten würde und ihn nicht andauernd um Geld bitten würde. Rose und Troy haben einen gemeinsamen Sohn, den 17-jährigen Cory (Joyan Adepo). Jetzt muss Troy seiner Rose mitteilen, dass er eine Affäre hat und seine Geliebte schwanger ist…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Fences“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von August Wilson. Das Theaterstück wurde im Jahr 1987 uraufgeführt und hat einen Pulitzer Prize und einen Tony Award gewonnen. Im Jahr 2010 wurde das Theaterstück mit Denzel Washington und Viola Davis am Broadway wiederaufgeführt. Beide Schauspieler wurden für einen Tony Award als Beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. „Fences“ ist nach „Antwone Fisher“ und „The Great Debaters“ bereits die dritte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers und Filmemachers Denzel Washington.

Ich bin ein großer Bewunderer der Schauspielkunst und liebe das Theaters. Daher ist „Fences“ natürlich „mein Film“. Dieses verfilmte Theaterstück ist ein afroamerikanisches Charakter- und Familiendrama. Mir war das Bühnenstück zuvor nicht bekannt. Die Geschichte braucht eine Weile bis sie in Schwung kommt, zuvor lernt man anhand ihrer Unterhaltungen die einzelnen Charaktere kennen. Was Frauen und Söhne früher durchmachen mussten, weil sie von ihren Ehemännern oder Vätern (finanziell oder anderweitig) abhängig waren, zeigt dieses verfilmte Theaterstück eindrucksvoll. Es ist eine bewegende Geschichte, die sich genauso gut auch in einer weißen Familie, irgendwo anders auf der Welt, hätte abspielen können.

Ich finde es absolut faszinierend, insbesondere Denzel Washington und Viola Davis hier zu sehen. Ihr Schauspiel könnte nicht unterschiedlicher sein. Denzel war und ist für mich vordergründig der Filmstar. Er ist sicherlich ein guter Schauspieler, ich finde aber, dass ihm sein Charisma und sein gutes Aussehen immer irgendwie im Weg stehen. Für diese Rolle ist er aber idealbesetzt, auch wenn ich nur in wenigen Momenten vergessen konnte, hier Denzel Washington zu sehe. Viola schafft es hingegen immer, hinter ihrer jeweiligen Serien- oder Filmfigur komplett zu verschwinden. Für mich ist das große Kunst, man vergisst hier die Schauspielerin und leidet (wie in diesem Film) mit ihrer Filmfigur.

 
Viola Davis wurde, wie bereits erwähnt, für diese Rolle in dem Theaterstück mit einem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Für die Verfilmung des Stückes hat sie sich frühzeitig entschieden, eine Oscar-Kampagne als Beste Nebendarstellerin zu starten. Am letzten Sonntag wurde sie für diese Performance mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Der Academy Award ist ihr – in meinen Augen – sicher. Ich hatte an anderer Stelle schon darüber berichtet, dass es schwer genug ist, die Academy-Mitglieder zu bewegen, sich bestimmte Filme überhaupt anzuschauen. Man muss sich vorstellen, dass die AMPAS-Mitglieder zu unzähligen Academy-Screenings eingeladen werden und hunderte von Filmen zugeschickt bekommen. Vielleicht liegt ein über zwei stündiges verfilmtes Theaterstück bei einigen Academy-Mitgliedern nicht gerade ganz oben auf dem riesigen Stapel der Screeners. In diesem Fall könnte ich mir aber sogar vorstellen, dass sie – auch ohne diese Performance gesehen zu haben – ihre Stimme für eine der besten amerikanischen Schauspielerinnen abgeben.

Denzel Washington wurde bereits mit zwei Oscars für seine Performances in „Glory“ und „Training Day“ ausgezeichnet. Mann kann davon ausgehen, dass er für „Fences“ als Bester Hauptdarsteller nominiert wird. Er könnte also seinen dritten Academy Award gewinnen. Damit würde er mit Walter Brennan, Ingrid Bergman, Jack Nicholson, Meryl Streep und Daniel Day-Lewis gleichziehen. Katherine Hepburn ist hier die ungeschlagene Königin mit vier Academy Awards. Ich sehe Denzel Washington nicht als dreimaligen Oscar-Gewinner. Man muss das sicherlich von der jeweiligen Performance abhängig machen, er liefert, aber um für einen dritten Oscar ausgezeichnet zu werden, bedarf es mehr. Übrigens: Nur zwei Schauspieler haben einen Schauspiel-Oscar für einen Film, bei dem sie selbst Regie führten, gewonnen: Laurence Olivier für „Hamlet“ und – man mag es schon vergessen haben – Roberto Benigni für „Life is Beautiful“

Denzel spielt hier Troy, einen ehemaligen Baseball-Spieler, der glaubt, es aus rassistischen Gründen nie in die Profi-Liga geschafft zu haben. In jungen Jahren ist er auf die schiefe Bahn geraten und im Gefängnis gelandet. Heutzutage führt er ein normales, bürgerliches Leben. Er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren mit seiner großen Liebe, Rose (gespielt von Viola Davis), verheiratet. Sie führen eine glückliche Ehe. Ihr gemeinsamer 17-jähriger Sohn Cory (wunderbar gespielt von Jovan Adepo) strebt eine Profi-Karriere als Football-Spieler an, Troy will aber nicht, dass sein Sohn eine Sportkarriere beginnt, die – wie er vermutet – ins Nichts läuft. Dass Troy seine Träume als Profisportler selbst nicht verwirklichen konnte, nagt an ihm. Jetzt muss er seiner Rose mitteilen, dass seine Geliebte ein Kind von ihm erwartet. Mehr sei nicht über die Handlung verraten, man kann aber schon erahnen, dass Troy kein Sympathieträger ist. Er ist der Typ Mann, der – wenn er den Raum betritt – selbigen für sich beansprucht. Das ist natürlich das, was der Persönlichkeit Denzel Washington zuspielt. Troy redet, und wenn er redet, hören ihm selbstverständlich alle zu. Er hört sich selbst am liebsten reden und daher quasselt er ununterbrochen. Denzel Washington gibt in „Fences“ eine gute und durchaus nominierungswürdige Performance.

Auch wenn die Performances von Viola Davis und Denzel Washington den Film dominieren, sind – mit Ausnahme von Mykelti Williamson (der Troys geistig zurückgebliebenen Bruder spielt) – alle Schauspieler hervorragend.

„Fences“ ist sehr dialoglastig (ohne Übertreibung kann man sagen, dass ununterbrochen geredet wird). Um diese, von August Wilson geschriebenen Dialoge in ihrer Brillanz zu verstehen und auch um die schauspielerische Leistung aller Beteiligten erfassen zu können, empfehle dringend, den Film im Original zu sehen.

„Fences“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Mykelti Williamson, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby), Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: „Fences“ wurde für insgesamt 4 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bestes adaptiertes Drehbuch. Gewonnen  hat„Fennes“ einen Academy Award (Beste Nebendarstellerin Viola Davis). 

 
„Fences“ war einer der letzten sogenannten Oscar-Filme, die im Filmjahr 2016 innerhalb der amerikanischen Filmbranche gezeigt wurde. Der Film ist am 16.12.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 ist er landesweit in den U.S. Kinos zu sehen. Ab dem 16.02.17 kommt er in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Unerträglicherweise leider auch ein Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Bay-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: NIEMALS…NIE…

amerikanischer Aufsteller von "Fences"
amerikanischer Aufsteller von „Fences“

 

Golden Globe Gewinner 2017

Die Golden Globe Verleihung habe dieses Mal, weil ich – von einem Nachtflug kommend – nachts wieder aufgewacht bin, im live stream über YouTube angeschaut. Das deutsche Fernsehen überträgt die Golden Globes offensichtlich nicht mehr, zumindest nicht im frei zugänglichen Privatfernsehen. Der live stream hat den Vorteil, dass man das gesamte NBC-Programm (inkl. Red-Carpet und amerikanischer Werbung) sehen kann. Sollte ich zu den Oscars in Deutschland sein, wäre das eine gute Alternative zu der grausigen Pro7-Übertragung.

Die erste Auszeichnung war dann gleich eine Überraschung. Der Golden Globe Award für die beste Nebenrolle (für mich der Michael Shannon-Award) ging an Aaron Taylor-Johnson für „Nocturnal Animals“. Dann war ich natürlich richtig wach und wollte wissen, was HFPA noch für Überraschungen parat hielt. Gab aber keine großen weiter, „La La Land“ war der große Abräumer des Abends und hat in jeder Kategorie, in der der Film nominiert war, gewonnen.

Mit Ausnahme der brillanten Rede von Meryl Streep, fand ich die Show ansonsten relativ langweilig. Der Moderator Jimmy Fallon konnte mich nicht begeistern, ich hoffe jetzt auf den wesentlichen besseren Jimmy (Kimmel), der die Oscars moderiert.

Golden Globe Gewinner 2016:

Movies
Best picture, drama: “Moonlight”
Best picture, comedy or musical: „La La Land”
Actress, drama: Isabelle Huppert, “Elle”
Actor, drama: Casey Affleck “Manchester by the Sea”
Actress, musical or comedy: Emma Stone, “La La Land”
Actor, musical or comedy: Ryan Gosling, “La La Land”
Supporting actress: Viola Davis, “Fences”
Supporting actor: Aaron Taylor-Johnson, “Nocturnal Animals”
Director: Damien Chazelle, “La La Land”
Screenplay: Damien Chazelle, “La La Land”
Animated film: “Zootopia”
Foreign language film: “Elle” France
Original score: “La La Land”
Original song: „City of Stars,” “La La Land”

Cecil B. DeMille Award: Meryl Streep

 
Television:
Best series, drama: “The Crown”
Best series, comedy or musical: “Atlanta“
Best Television Limited Series or Motion Picture Made for Television: “The People v. O.J. Simpson: American Crime Story”
Best Performance by an Actress in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Sarah Paulson, “The People v. O.J. Simpson: American Crime Story”
Best Performance by an Actor in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Tom Hiddleston, “The Night Manager”
Actress, drama: Claire Foy, “The Crown”
Actor, drama: Billy Bob Thornton “Goliath”
Actress, comedy or musical: Tracee Ellis Ross “Black-ish”
Actor, comedy or musical: Donald Glover, “Atlanta”
Supporting actress, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Olivia Colman, “The Night Manager”
Supporting actor, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Hugh Laurie, “The Night Manager”

 
Meryl Streeps Rede:

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2016

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2016 tauchen insgesamt 102 Filme auf. 12 Filme habe ich davon auf VOD oder in unserem Bordprogramm gesehen, alle anderen Filme im Kino. Einige Filme („Toni Erdmann“, „Nocturnal Animals“, „Manchester By the Sea“, „Arrival“, „Miss Sloane“,“ La La Land“ und „The Wailing“) habe ich sogar 2x (entweder im Bordprogramm, im Kino oder auf Netflix) gesehen. Ansonsten war ich auch im Jahr 2016 auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und New York Film Festival). Außerhalb der Berlinale war ich in Deutschland 10 x im Kino (9 x habe ich es im Jahr 2016 geschafft, in Pressevorführungen zu gehen, „Toni Erdmann“ habe ich mir regulär im Kino angeschaut), ansonsten war ich dieses Jahr ausschließlich in Nordamerika im Kino.

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw. Oscar-Filme anzusehen, bevor ich meine Top-Ten-Liste erstelle. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass ich es nicht geschafft habe, mir „Elle“, „20th Century Women“ und „The Neon Demon“ anzuschauen – bei diesen drei Filmen, denke ich, dass sie Potenzial hätten, in meiner Top Ten zu landen. Außerdem möchte ich betonen, dass in meiner Top Ten nicht zwingend, die von mir am besten bewerteten Filme landen, ich möchte mit meiner Bestenliste einfach mein Filmjahr repräsentieren.

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2016 stehen ein neuseeländischer Film und ein deutscher Film, ansonsten haben es nur amerikanische Produktionen geschafft, einer davon ist eine knapp 8-stündige Dokumentation, einer ein Animationsfilm.

 

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2016:

Auf Platz 1 Nocturnal Animals und Miss Sloane

auf den Plätzen 3 bis 10 meine Lieblingsfilme, in der Reihenfolge in der ich sie gesehen habe:

 
Hunt for the Wilderpeople
Always Shine
O.J.: Made in America
Toni Erdmann
Kubo and the Two Strings
Manchester by the Sea
Moonlight
Arrival

 

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Indignation, Little Men, The Witch, Eye in the Sky, The Wailing, De Palma, Popstar: Never Stop Never Stopping, Hell or High Water, Train to Busan, „Weiner“, The Edge of Seventeen, „Captain Fantastic“ und Fences

 
Die für mich besten Performances des Jahres 2016:
– Michael Shannon (Nocturnal Animals), aber natürlich auch in Midnight Special, Elvis &NixonLoving und „Frank & Lola“
– Ralph Fiennes (Hail, Caesar!, A Bigger Splash)
– Peter Sarsgaard (Jackie)
– Sandra Hüller (Toni Erdmann)
– Mackenzie Davis (Always Shine)
– Casey Affleck (Manchester by the Sea)
– Jennifer Connelly (American Pastoral)
– Hailee Steinfeld (The Edge of Seventeen)
– Viggo Mortensen und beinahe alle Kinder in „Captain Fantastic“
– Viola Davis (Fences)

 
Meine Neuentdeckungen des Jahres 2016:
Lily Gladstone (Certain Women), Lucas Hedges (Manchester by the Sea), Mahershala Ali (Free State of Jones, Moonlight, Hidden Figures), Michael Barbieri (Little Men), Anya Taylor-Joy (The Witch) und Alden Ehrenreich (Hail, Caesar!, Rules Don´t Apply)

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme gar nicht gefallen:

A Quiet Passion
The Invitation
Fear, Inc.
Green Room
The Nice Guys
The Girl on the Train
The Birth of a Nation
Billy Lynn´s Long Halftime Walk

Hidden Figures (bei der Veröffentlichung meiner Top Ten/Flop-Liste war mir dieser Film bereits völlig entfallen)
aber insgesamt gesehen, war es ein ziemlich starkes Kinojahr.

 
Meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2015 konnte man entnehmen, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2016 interessierten:

„Hail, Caesar!“, dir. Joel and Ethan Coen
„Silence“, dir. Martin Scorsese
„Money Monster“, dir. Jodie Foster, nicht gesehen
„La La Land“, dir. Damien Chazelle
„Snowden“, dir. Oliver Stone
„American Pastoral“, dir. Ewan MacGregor
„War on Everyone“, dir. John Michael McDonagh,  nicht gesehen
„War Machine“, dir. David Michod,  verschoben ins Jahr 2017
„Nocturnal Animals“, dir. Tom Ford , TOP TEN
„Loving“, dir. Jeff Nichols
„Salt and Fire“, dir. Werner Herzog,  nicht gesehen, auch wenn Michael Shannon mitspielt, die Fernes hat mich abgeschreckt
„Certain Women“, dir. Kelly Reichardt
„Paterson“, dir. Jim Jarmusch
„Passengers“, dir. Morten Tyldum, nicht gesehen, die schlechten Bewertungen haben mich abgeschreckt
„The Light Between Oceans“, dir. Derek Cianfrance
„Wiener-Dog“, dir. Todd Solondz, nicht gesehen – bereue ich furchtbar
„The Promise“, dir. Terry George, verschoben ins Jahr 2017
„The Story of Your Life“, dir. Denis Villeneuve in „Arrival“ umbenannt,  TOP TEN

 
Für das Jahr 2017 interessieren mich bislang am meisten folgende Filme:

„Mother“, dir. Darren Aronofsky
„Untitled Detroit Project“, dir. Kathryn Bigelow
„War Machine“, dir. David Michod
„The Promise“, dir. Terry George
„Suburbicon“, dir. George Clooney
„The Shape of Water“, dir. Guillermo Del Toro
„Tully“, dir. Jason Reitman
„Untitled Paul Thomas Anderson Fashion Project“, dir Paul Thomas Anderson
„Downsizing“, dir. Alexander Payne
„Darkest Hour“, dir. Joe Wright
„Wonderstruck“, dir. Todd Haynes
„Logan Lucky“, dir. Steven Soderbergh
„The Killing of a Sacred Deer“, dir. Yorgos Lanthimos
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, dir. Martin McDonagh
„Dunkirk“, dir. Christopher Nolan
„Isle of Dogs“, dir. Wes Anderson

Berlin – Film: „La La Land“

Ich war am 29.11.16 in Berlin und am 29.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„La La Land“ (dt. Kinostart: 12.01.17) 128 min  musical
dir. Damien Chazelle cast: Emma Stone, Ryan Gosling, John Legend, Rosemarie DeWitt, J.K. Simmons, Tom Everett Scott, Finn Wittrock

 
Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der charismatische Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in La La Land – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen, um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten? (Quelle: Presseheft)

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „La La Land“ ist nach „Guy and Madeline on a Park Bench“ und dem, mit drei Oscars ausgezeichneten Whiplash erst der dritte Film des 31-jährigen amerikanischen Filmemachers Damien Chazelle.

„La La Land“ ist ein moderner und zugleich nostalgischer Musicalfilm. Wer einen durchweg fröhlichen Film erwartet, der sei vorgewarnt, „La La Land“ ist auch traurig. Die letzten, vielleicht zehn Minuten sind brillant, diese Montage zählt sicherlich zu den besten überhaupt. Alleine für diese Schlusssequenz lohnt es sich, diesen Film anzuschauen.

Damien Chazelle ließ sich für „La La Land“ von den Musicals des französischen Regisseurs Jacques Demy („Les parapluies de Cherbourg“, „Les demoiselles de Rochefort“) aus den 1960er Jahren inspirieren.

 
Nach Crazy, Stupid, Love und „Gangster Squad“ ist dies bereits die dritte Zusammenarbeit von Emma Stone und Ryan Gosling. In den vorangegangen Filmen haben die beiden Schauspieler bereits unter Beweis gestellt, dass sie glaubhaft ein Paar abgeben können. Für „La La Land“ hatte Damien Chazelle ursprünglich Miles Teller und Emma Watson für die Hauptrollen im Auge – Danke, dass es dazu nicht gekommen ist. In den Rollen der Mia und des Sebastian sind Emma Stone und Ryan Gosling in meinen Augen unersetzbar, sie geben ein perfektes Leinwandpaar ab.

Ich habe mittlerweile bereits einige Male gehört/gelesen, dass die Geschichte von Emma Stones Charakter Mia den Film dominiert. Dieser Meinung bin ich nicht. Der Film handelt von zwei Künstlern, die versuchen in Los Angeles ihre Träume zu verwirklichen. Auf der einen Seite zeigt der Film den Alltag der Schauspielerin Mia, die von Casting zu Casting rennt und darauf hofft, entdeckt zu werden. Auf der anderen Seite sieht man aber, wie sich der leidenschaftliche Jazzmusiker Sebastian mit Jobs über Wasser hält und dabei seinen großen Traum, einen eigenen Jazzclub zu eröffnen, nicht aus den Augen verliert. Die beiden verlieben sich ineinander und fortan begleitet der Film die Liebes- und Lebensgeschichte von Mia und Sebastian.

 

Beide Schauspieler geben hier überzeugende Performances. Man kann und sollte sowohl Emma Stone als auch Ryan Gosling für den Oscar nominieren. Vielleicht hat Emma Stone mehr sogenannte „Oscar-Szenen“ (alleine die zwei, etwas längeren Casting-Szenen). Ich finde, dass das erste längere Vorsprechen, in der sie vorgibt, am Telefon zu sein, ihre beste Szene ist. Hier kann sie mit ihrer starken Mimik und ihrem ausdrucksvollen Gesicht ihr komplette schauspielerische Bandbreite zeigen. Emma Stone spielt demnächst die legendären Disney-Schurkin Cruella de Vil – bislang sprengt das den Rahmen meiner Vorstellungskraft, aber ich bin gespannt.Ryan Gosling hat für „La La Land“ extra das Klavierspielen gelernt und den Jazzpianisten Sebastian nimmt man ihm ab.

Ich habe mir „La La Land“ exakt einen Monat nachdem ich ihn das erste Mal gesehen habe, mir ein zweites Mal in einem amerikanischen Kino angeschaut. Meine Bewertung bleibt unverändert, alle Szenen, die ich bei der ersten Sichtung mochte, gefielen mir auch beim zweiten Mal, meine Kritikpunkte bleiben auch dieselben. Ich liebe die Party-Sequenz, bei der Mia zum dritten Mal auf Sebastian trifft und sich den A Flock of Seagulls-Song „I Ran“ wünscht. Bei der zweiten Sichtung waren mir alle Melodien und Songs natürlich vertraut und so konnte ich es nicht verhindern, dass meine Füße im Takt mitwippten. Bei der sehr gut besuchten Vorstellung nach den Weihnachtsfeiertagen in Charlotte, North Carolina wurde sogar applaudiert. Einen großen Applaus gab es nach der Eröffnungsnummer und zum Schluss zeigten die Zuschauer noch mal ihre Begeisterung für den Film.
„La La Land“ hat einige unvergessliche Szenen, die Musik ist einprägend und gut, der Song „City of Stars“ ist großartig und der Schluss ist – wie bereits erwähnt – einer der besten der Filmgeschichte, dennoch ist der Film für mich nicht stimmig, in seiner Inszenierung nicht harmonisch.

 

Morgen ist die Golden-Globe-Verleihung, ich gehe davon aus, dass „La La Land“ mindestens drei Golden Globes (Bester Film (Musical/ Comedy), Beste Hauptdarstellerin (Musical/Comedy) für Emma Stone und Bester Song „City of Stars“ gewinnt. Sollte der Film noch mehr GGs gewinnen, ist das ein gutes Zeichen für die Oscars.

In meiner ersten Oscar-Prognose vom September 2016  habe ich bereits „La La Land“ als Oscar-Gewinner Film gesehen, dabei bleibe ich vorerst, auch wenn der Film mit der Nicht-Nominierung für einen SAG-Ensemble Award einen herben Rückschlag erlitten hat. Seit „Braveheart“ im Jahr 1995 hat kein Film den Oscar gewonnen, der nicht auch für den Best-Ensemble-Award der Schauspielgewerkschaft nominiert war. Aus diesem Grund neige ich gerade dazu, zu dem Zweitplatzierten meiner September-Prognose  Manchester by the Sea (oder vielleicht sogar Moonlight) zu wechseln. Ich möchte aber nicht voreilig agieren und erst Mal abwarten, was „La La Land“ an der amerikanischen Kinokasse einspielt. In jedem Fall würden mehr als drei Golden Globes einen dringend benötigten Impuls für die Academy Awards geben.

Sollte „La La Land“ am 26.02.2017 den Oscar als Bester Film gewinnen, wäre dieser Film der erste Oscar-Gewinner-Film seit „Million Dollar Baby“, der nicht in meiner Top Ten auftaucht.

 
„La La Land“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: „La La Land“ wurde für insgesamt 14 Oscars nominiert. So viele Nominierungen hatten in 89 Jahren Oscar-Geschichte nur die beiden Filme „All About Eve“ und „Titanic“ erhalten. Nominiert wurde der Film in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Filmsong („Audition“ und „City of Stars“), Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Gewonnen hat „La La Land“ sechs Academy Awards (Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Emma Stone, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Song „City of Stars“, Bestes Szenenbild) 

„La La Land“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Emma Stone den Preis der Beste Hauptdarstellerin gewonnen. Auf dem Toronto International Filmfestival 2016 hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Der Film wurde am 9.12.16 in fünf ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.12.16, ist der Film in den U.S.A. landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In Deutschland startet der Film am nächsten Donnerstag.

 
Trailer zu sehen:

 

 

Berlin – Film: „Patriots Day“

Ich war am 20.12.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Patriots Day“ (dt. Filmtitel: „Boston“, dt. Kinostart: 23.02.17) 133 min drama, action
dir. Peter Berg cast: Mark Wahlberg, Kevin Bacon, John Goodman, J. K. Simmons, Michelle Monaghan

 
Am 15.04.13 (Patriots´Day). Der Police Sergeant Tommy Saunders (Mark Wahlberg) soll für die Sicherheit bei dem beliebten Bostoner Marathon sorgen. Als plötzlich zwei Sprengsätze explodieren, bricht Panik aus. Kurz darauf trifft bereits das FBI ein und Special Agent DesLauriers (Kevin Bacon) stuft die Detonationen als Terroranschlag ein. Damit beginnt eine der größten Personalfahndungen in den U.S.A…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Patriots Day“ beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte des Bombenattentats vom Marathon in Boston und der anschließenden Fahndung nach den Terroristen. „Patriots Day“ ist der neue Film des amerikanischen Regisseurs Peter Berg („Very Bad Things“, „Friday Night Lights“, „Hancock“). Nach Lone Survivor und Deepwater Horizon ist dieser Film bereits die dritte Zusammenarbeit von Filmemacher Peter Berg und Schauspieler Mark Wahlberg.

Peter Bergs neuer Film ist dafür, dass er eine bekannte Geschichte erzählt, bemerkenswert spannend. Es ist ein Actionthriller, insbesondere die Sequenz in der Kleinstadt Watertown ist sehr gelungen. Der Sound des Films ist überragend. „Patriots Day“ ist eine Hommage an die amerikanischen Gesetzeshüter und an die Stadt Boston.

Schauspielerisch sind besonders John Goodman (dem man die Augenbrauen schwarz gefärbt hat, was man am Ende des Films versteht, ich aber trotzdem als irritierend und unnötig empfand) und Kevin Bacon hervorzuheben. Mark Wahlberg hat sich eher als Comedy- und Actionschauspieler etabliert, in dramatischen Szenen habe ich manchmal ein Problem mit ihm. In einer Szene sitzt er hier weinend auf der Couch und ich habe nur darauf gewartet, dass die Kamera gleich zu seinem Kumpel, dem durchtriebenen Teddybär Ted, schwenkt.

Es gibt immer mal wieder Filme, und „Patriots Day“ würde ich dazu zählen, bei denen es mich regelrecht ärgert, dass sie nicht noch besser sind.

Ganz wenige Regisseure können bestimmen, wie ihr Film in der Kinofassung am Ende aussieht. Das letzte Sagen haben die Produzenten in Hollywood. Um sich abzusichern, wie ein Film bei dem Publikum ankommt, führen die Hollywoodstudios sehr häufig Testscreenings durch. Zu dem Zeitpunkt existiert bereits eine Rohfassung von dem Film, die dann normalen Passanten von der Straße vorgeführt wird. Nach dem Film werden diese Testzuschauer dann intensiv befragt. Wenn dann häufiger die eine oder andere Szene, ein Handlungsstrang oder vielleicht das Ende des Films bemängelt wurde, wird der Film entsprechend umgeschnitten. Ich selbst wurde schon einige Male auf der Fußgängerzone in Santa Monica angesprochen, ob ich an so einem Testscreening von irgendeinem Film teilnehmen möchte. Leider war ich an dem Tag des Screenings bereits wieder auf dem Weg nach Hause. Bei „Patriots Day“ wäre ich liebend gerne in so einem Testscreening gewesen. Mir gefällt der Film wirklich richtig gut, aber ich hätte da ein paar Änderungswünsche:

Gegen Ende des Films sitzt Mark Wahlberg mit seinem Kollegen auf der Motorhaube eines Polizeiautos und philosophiert – ersatzlos streichen! Da der Film am Ende sowieso schon etwas dick aufträgt, hätte man auch die Sequenz, in der ein paar der Überlebende zu Wort kommen, streichen müssen. Außerdem dauert der Charakteraufbau des chinesischen Studenten zu lange. Ich habe mich mehrmals gefragt, was er jetzt eigentlich für eine Rolle in dem Film spielt.

 
Ich habe den Film einen Tag nach dem Terroranschlag in Berlin gesehen, bin an zahlreichen digitalen Trauertafeln in der Stadt gefahren und da war „Patriots Day“ – auf traurige Art – der richtige Film. Am Abend habe ich dann die Berichterstattung über den Berliner Anschlag im Fernsehen verfolgt und erfahren, dass die Fahndungarbeit nach dem Bostoner Anschlag den Berliner Ermittlungsbeamten als Vorbild dient. Erklärt wurde, dass eine Datenbank (eine sogenannte „Boston-Cloud“) eingerichtet wird, bei der die Bevölkerung und Touristen aufgerufen werden, den deutschen Ermittlungsbehörden jegliches Bild- und Videomaterial, das an dem Abend des 19.12.16 in der Gegend aufgenommen wurde, zur Verfügung zu stellen. Letztlich hatte die Auswertung aller Bilder und Videos bei dem Bostoner Terroranschlag zur Ermittlung der Attentäter geführt.

 
Ich denke, der amerikanische Verleih (CBS Film – okay, alles klar) hat mit „Patriots Day“ einen großen PR-Fehler begangen. Diesen Film hätte man mit Leichtigkeit als sicheren Kandidaten für den Besten Film bei den Oscars aufbauen können. Offensichtlich haben sie dem Film aber nicht vertraut, ihn zu lange unter Embargo gesetzt und mittlerweile ist es für eine solide Oscar-Kampagne vielleicht zu spät. Mich ärgert das, weil „Patriots Day“ Potenzial hat und es dieses Jahr einen gewissen Mangel an Filmen gibt, bei denen sich Amerika feiert. AMPAS wird immer noch von alten weißen Männern dominiert, die sogenannten Steak Eaters, die

 

–  mit der ganzen Musik und dem Getanze in „La La Land“ nicht viel anfangen können,
– „Arrival“ nicht verstanden haben (oder nicht verstehen wollen)
– „Manchester by the Sea“ zu traurig,
– „Fences“ zu schwarz und zu dialoglastig,
– „Moonlight“ zu schwarz und zu gay,
– „Hidden Figures“ zu schwarz und zu emanzipiert
– „Loving“ zu langweilig
– „Jackie“ zu verstörend und
– „Silence“ zu religiös finden,
– „Lion“ hauptsächlich in Indien spielt und sie da bereits mit „Slumdog Millionaire“ waren,
– Mel Gibson nicht vergeben können,
– „Hell or High Water“ gut, aber so gut nun wieder auch nicht finden,
– „Sully“ mochten, den Film aber im September im Kino gesehen haben und sich folglich mittlerweile kaum noch    daran erinnern können,
– zu sehr von „Miss Sloane“ eingeschüchtert wurden
– „20th Century Women“ nicht gesehen haben, weil es dort offensichtlich um „Frauen“ geht und
– „Captain Fantastic“ nicht gesehen haben, weil sie glaubten, das wäre ein Superhelden-Film

wären glücklich, wenn sie einen Film wie „Patriots Day“ sehen und nominieren könnten. Es ist aber nun mal bekanntlich schon große Kunst, die Academy Mitglieder zu bewegen, in die Screenings zu gehen oder unter den Hunderten von Filmen, die ihnen zugeschickt werden, ausgerechnet einen bestimmten Film auszuwählen, den sie dann schauen. Bei „Patriots Day“ könnte allerdings der Originalfilmtitel helfen. Na mal gucken, am 24.1.17 werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben.

„Patriots Day“ ist für folgenden Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Wahlberg), Bester Nebendarsteller (John Goodman), Beste Nebendarstellerin (Michelle Monaghan), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

 
„Patriots Day“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2016 gezeigt. Der Film ist am 21.12.16 in sieben ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 13.01.17 ist er dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OV. In Deutschland startet der Film am 23.02.16 unter dem Filmtitel „Boston“.

 
Trailer zu sehen:

 

 
deutscher Trailer zu sehen:

 

amerikanischer Aufsteller von "Patriots Day"
amerikanischer Aufsteller von „Patriots Day“

Boston – Film: „Jackie“

Ich war am 10.12.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Jackie“ (dt. Filmtitel: „Jackie: Die First Lady“, dt. Kinostart: 26.01.17) 99 min drama, biopic
dir. Pablo Larraín cast: Natalie Portman, Peter Sarsgaard, Greta Gerwig, Billy Crudup, John Hurt, Richard E. Grant, John Carroll Lynch, Beth Grant

 

 

Hyannis Port, Massachusetts im Jahr 1963. Eine Woche nachdem ihr Ehemann, Präsident John F. Kennedy (Caspar Phillipson), ermordet wurde, empfängt Jackie Kennedy (Natalie Portman) den LIFE Magazin Reporter Theodore H. White (Billy Crudup). Sie erzählt von der Tour, die sie durch das renovierte Weiße Haus gegeben hat, von den Stunden nach dem Attentat auf ihren Ehemann und von ihren Vorbereitungen zur Trauerfeier des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Jackie“ ist ein Porträt über Jacqueline Bouvier Kennedy. Es ist der erste englischsprachige Film des chilenischen Filmemachers Pablo Larraín („Post Mortem“, „No!“)

Jackie Kennedy hatte, nur kurz nach dem Attentat auf ihren Mann, dem LIFE Magazin ein Interview gegeben. Mit ihren Aussagen wollte sie ihren verstorbenen Gatten, den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, sein Leben und seine Regierungszeit (die sie als „Camelot“ bezeichnete) ins rechte Licht rücken. In dem Interview erzählte sie über die Zeit unmittelbar nach seiner Ermordung und wie sie die Beerdigungszeremonie inszenierte. Der Film zeigt, wie Jackie Kennedy die Medien und insbesondere die Macht der Bilder genutzt hat und so den Kennedy-Mythos erschuf.

Den ganzen Film über war ich angespannt, habe mich unwohl gefühlt. Das hat sicherlich auch mit der Situation zutun, in die es Pablo Larrain schafft, den Zuschauer zu versetzen aber hauptsächlich würde ich es der Filmmusik zuschreiben. Der Score ist sehr dominant, schräg und furchtbar im besten Sinne. Die Musik hebt die Empfindungen von Mrs. Kennedy noch hervor. Nach Under the Skin ist dies erst der zweite Score, den Mica Levi für einen Spielfilm komponierte.

 
Natalie Portman hat nicht sonderlich viel Ähnlichkeit mit Jackie Kennedy, sie ist auch sicherlich wesentlich hübscher als die ehemalige Präsidentengattin, aber sie macht ihre Sache erstaunlich gut. Man kann irgendwann nicht mehr die Augen von Mrs. Portman nehmen, den New Yorker Akzent, Jackies Sprache hat sie auch perfekt hinbekommen. Natalie Portman zeigt hier die Wandlung von einer leicht naiven und ängstlichen First Lady zu einer selbstbewussten, eigenwilligen und durchaus mitunter feindseligen Jackie. Es ist hundertprozentig davon auszugehen, dass sie für diese Rolle für den Oscar nominiert wird, die meisten Experten gehen sogar davon aus, dass sie hierfür ihren zweiten Academy Award (nach Black Swan) gewinnen wird.

Schauspielerisch hat mich Peter Sarsgaard („Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, An Education, Pawn Sacrifice) einen Tick mehr begeistert. In meinen Augen sowieso einer der besten Schauspieler, hier hat er überraschenderweise sogar Ähnlichkeit mit Robert Kennedy.

In der Vergangenheit hatte ich meine Probleme mit Greta Gerwig (Frances Ha, Maggie´s Plan), ich fand sie immer gleich und mein Fall ist dieser Typ Frau einfach nicht. Hier spielt sie tatsächlich mal eine ganz andere Rolle, die Assistentin von Jackie Kennedy, ich habe sie kaum erkannt und fand sie großartig.

 
„Jackie“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman), Bester Nebendarsteller (Peter Sarsgaard), Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik und einige andere technische Kategorien. Update: „Jackie“ wurde für insgesamt 3 Oscars nominiert, in den Kategorien: Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman), Beste Kostüme und Beste Filmmusik

 
„Jackie“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Festival wurde Noah Oppenheim mit zwei Preisen für sein Drehbuch für „Jackie“ ausgezeichnet. Der Film ist am 02.12.16 in fünf ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Mittlerweile ist er bereits in 348 amerikanischen Kinos zu sehen. Am 26.01.17 startet der Film in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „20th Century Women„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mike Mills neuer Film mit Annette Bening, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – ich verstehe nicht, wie die Dorman besetzen konnte, er ist wirklich alles andere als sexy. Aber gut, was interessiert es mich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – diesen Trailer habe ich so oft gesehen, dass ich ihn exakt mitsprechen kann… Den Film will ich nicht mehr sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gifted„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Chris Evans und Jenny Slate
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

amerikanischer Aufsteller von "Jackie"
amerikanischer Aufsteller von „Jackie“

 

Boston – Film: „Miss Sloane“

Ich war am 10.12.16 in Boston und am 16.12.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Miss Sloane“ 132 min drama, thriller
dir. John Madden cast: Jessica Chastain, Mark Strong, Gugu Mbatha-Raw, Michael Stuhlbarg, Alison Pill, John Lithgow, Sam Waterston

 
Washington D.C. Die ehrgeizige Politstrategin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) überwirft sich mit ihrem Chef (Sam Waterston) und verlässt nach elf Jahren ihren Arbeitgeber, eine einflussreiche Lobby-Firma. Jetzt arbeitet sie für eine Organisation und leitet eine Kampagne, mit der sie und ihr Team über 60 U.S. Senatoren davon überzeugen müssen, ein neues, schärferes Waffengesetz zu befürworten. Mit dem neuen Gesetz werden strengere Überprüfungen beim Waffenkauf gefordert. Mit ihrer Kampagne legt sich die Lobbyistin mit der mächtigen Waffenlobby an. Ihr altes und jetzt gegnerische Team unter der Leitung von Pat Conners (Michael Stuhlbarg) unterstützt die Waffenlobby und versucht die Senatoren auf ihre Seite zu ziehen. Beide Teams kämpfen mit allen Mitteln…

 
A (Wertung von A bis F) „Miss Sloane“ ist der neue Film des englischen Filmemachers John Madden („Shakespeare in Love“, „Proof“, „The Best Exotic Marigold Hotel“).

Ich habe ein Faible für smarte Politthriller und gute Charakterstudien. Auch mag ich – wie ich es nenne – „runde“ Geschichten. „Miss Sloane“ ist genau das.

„Miss Sloane“ gibt einem am Anfang des Films eine Idee von der üblichen Strategie der titelgebenden Figur. Miss Sloane ist eine ehrgeizige Frau, die sich in der harten Welt der Lobbyisten in Washington durchgesetzt hat, stets perfekt vorbereitet und ihren Widersachern meist einen Schritt voraus ist, aber durchaus auch mal über das Ziel hinausschießt. Sie ist sehr erfolgreich in ihrem Metier, aber sie hat auch Prinzipien. Eine Gewinnertype, die sich sogar mit der mächtigen amerikanischen Waffenlobby anlegt – wäre sie ein Mann, jeder würde sie bewundern. Miss Sloane lebt für ihren Job, sie ist aber nicht fehlerfrei und zahlt einen hohen Preis für dieses Leben.
Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, A Most Violent Year) ist gewohnt bravourös. Sie kann unterkühlte Frauen sehr gut spielen. Miss Sloane ist keine Sympathieträgerin, aber dafür ein faszinierender, vielschichtiger Charakter, der mich bis zum Schluss gefesselt hat. Ich liebe scharfzüngige, zynische und sehr smarte Filmfiguren. Besonders mochte ich den Schlagabtausch, den sich Miss Sloane und ihr Kollege und späterer Gegner (gespielt von Michael Stuhlbarg) liefern und bei Miss Sloanes Aussage am Ende des Films, habe ich sogar Gänsehaut bekommen.

Schauspielerisch sind aber auch Mark Strong, Gugu Mbatha-Raw und – wie immer – Michael Stuhlbarg klasse. Jake Lacy ist mir das erste Mal in Love the Coopers aufgefallen, hier spielt er Forde und ist auch ein Hingucker, irgendwie.

Jessica Chastain hat in einem Interview erzählt, wie sie sich auf den Film vorbereitet hat. Weniger als 10% in der Washingtoner Lobby-Industrie sind Frauen. Sie hat sich mit elf Lobbyistinnen in Washington getroffen und war überrascht, dass diese Frauen auch so cool waren. Besonders erstaunt war die Schauspielerin, wie viel Geld man in dieser Branche verdient.

Wenn man diesen Film (insbesondere im Original) schaut, wird man kaum glauben können, dass dieses dialogreiche, brillante Drehbuch das erste Skript des Engländers Jonathan Perera ist. Es hätte auch von Aaron Sorkin (The Social Network, Moneyball, Steve Jobs) sein können.

 
Bei den meisten Filmen spielt leider immer noch eine männliche Figur die Hauptrolle und die Frau hat meist nur eine unterstützende Rolle oder ist schmückendes Beiwerk. Dieses Jahr gibt es auffällig viele Filme („La La Land“, „Arrival“, „Jackie“, „Elle“, „Hidden Figures“, „20th Century Women“, „The Edge of Seventeen“, „Krisha“, „Toni Erdmann“, etc.), bei denen ein starker und komplexer Frauencharakter, den Film trägt. Weiter so!

 
Ich habe mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Bei der zweiten Sichtung hatte ich genauso wenig an dem Film auszusetzen, wie bei der ersten und damit ist der Film festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

„Miss Sloane“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bester Nebendarsteller (Mark Strong, Michael Stuhlbarg), Beste Nebendarstellerin (Gugu Mbatha Raw), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

 
„Miss Sloane“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2016 gezeigt. Der Film ist am 25.11.16 in drei ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 9.12.16 ist der Film landesweit in den amerikanischen Kinos zu sehen. Derzeit ist noch kein Kinostart für Deutschland bekannt.

 
Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – ich verstehe nicht, wie die Dorman besetzen konnte, er ist wirklich alles andere als sexy. Aber gut, was interessiert es mich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – diesen Trailer habe ich so oft gesehen, dass ich ihn exakt mitsprechen kann…Der hat mittlerweile so schlechte Bewertungen, dass ich ihn mir auch nicht mehr anschauen will.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Valerian and the City of a Thousands Planets„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luc Bessons neuer Sci-Fi-Film mit Dane DeHaan und Cara Delevingne
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

amerikanischer Aufsteller von "Miss Sloane"
amerikanischer Aufsteller von „Miss Sloane“

 

Chicago – Film: „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“

Ich war am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ (dt. Filmtitel: „Die irre Heldentour des Billy Lynn, dt. Kinostart: 2.2.17)  110 min  drama, adpatation
dir. Ang Lee cast: Joe Alwyn, Kristen Stewart, Chris Tucker, Garrett Hedlund, Vin Diesel, Steve Martin, Tim Blake Nelson

 

 

23. Oktober 2004. Der 19-jährige Billy Lynn (Joe Alwyn) ist amerikanischer Soldat und mit seinem Sergeant (Garrett Hedlund) und sechs Kameraden seiner Einheit auf dem Weg zu einem American Football Spiel. Die amerikanischen Soldaten sind nach der Rückkehr aus dem Irak-Krieg auf einer Propagandatour quer durch die U.S.A. Jetzt sollen sie in der Halbzeit-Show des Football-Spiels als Helden inszeniert werden. Außerdem will Hollywood die Erlebnisse der Frontkämpfer verfilmen…

 

C- (Wertung von A bis F) „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ basiert auf Ben Fountains gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des taiwanischen Filmemachers Ang Lee („Sense and Sensibility“, „Crouching Tiger, Hidden Dragon“, „Brokeback Mountain“, Taking Woodstock, Life of Pi.

Wenn der Film eine Satire sein soll, dann ist das Projekt fehlgeschlagen. Wenn der Film ein Drama sein soll, der die Helden-Verehrung von Soldaten anprangern soll, ist er auch nicht wirklich gelungen. Mir war eigentlich bis zum Schluss nicht klar, was mir hier für eine Geschichte erzählt wird. „Billy Lynn“ ist etwas Kriegsdrama, etwas Familiendrama, etwas Kritik an den Medien (und an Hollywood), etwas Kritik daran, wie Soldaten instrumentalisiert werden und wie absurd doch diese Halbzeit-Shows sind und dann wird auch noch eine Liebesgeschichte eingebaut, die nicht nur komplett überflüssig ist, sondern auch völlig an den Haaren herbeigezogen. Als den Protagonisten dann noch religiöse Worte in den Mund gelegt wurden, wäre ich fast aus meinem Kinosessel gesprungen.

Die großangekündigte Halbzeit-Show-Sequenz fand ich auch seltsam. Beyoncé und Destiny´s Child treten auf bzw. werden von hinten, der Seite oder aus der Ferne gezeigt. Sie werden also von Schauspielern gespielt und man fragt sich, was das soll. Vielleicht waren die Musiker selbst zu teuer oder sie hatten schlichtweg keine Lust, in Ang Lees Film mitzuwirken.

Um etwas Positives über den Film zu berichten, ich mochte die Rückblenden, die die Soldaten im Irak zeigen und auch gefielen mir alle Szenen zwischen Billy Lynn (gespielt von dem Newcomer Joe Alwyn) und seinem Sergeant (gespielt Garrett Hedlund), aber das macht lange noch keinen guten Film aus.

 
Grundsätzlich werden Kinofilme in 24 fps (24 Bilder pro Sekunde) gedreht. Peter Jackson hat sein „Lord of the Rings“-Prequel „The Hobbit“ in 48 fps gedreht. James Cameron dreht im Moment gleichzeitig „Avatar 2“, „Avatar 3“ und „Avatar 4“ und gerüchteweise alle in 60 fps.

 
Ang Lee hat seinen Film „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ in 120 fps (also in einer 5 x so hohen Auflösung wie normal) 4K und 3D gedreht. Es ist der erste Film, der mit dieser klaren Bildfrequenz gedreht wurde. Ich habe ihn, wie quasi alle Zuschauer, die sich diesen Film auch anschauen wollten (und das waren wenige), in der normalen, 24fps-2D-Fassung gesehen. In den gesamten U.S.A. gibt es nur genau zwei Kinos, die mit einer Projektionstechnik ausgestattet sind, dass sie die 120 fps-Version zeigen können. Übrigens gibt es auch nur weitere drei Kinos in Asien, also insgesamt fünf Kinos weltweit, die ein solches hochauflösende Format zeigen können. Da stellt sich doch die Frage, warum man einen Film in diesem Format überhaupt drehen muss. Die amerikanischen Zuschauer, die den Film in dem 120 fps-4K-3D-Format gesehen haben, mussten für dieses Erlebnis 21 Dollar bezahlen. Den Berichten zufolge haben davon viele vorzeitig das Kino verlassen. Insbesondere diese Fassung hat vernichtende Kritiken bekommen.

Vielleicht macht eine so hyperreale Fassung bei Fantasy-Filmen Sinn, „Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ zeigt aber sehr viele Nahaufnahmen von Gesichtern und warum man diese hochauflösend sehen soll, weiss ich nicht.

 
„Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Joe Alwyn, Bester Nebendarsteller (Steve Martin, Chris Tucker, Vin Diesel), Beste Nebendarstellerin (Kristen Stewart) – Dieser Film zeigt, wie schwer es ist, Oscar-Prognosen zu geben, bevor ein Film erstmalig gezeigt wurde.

„Billy Lynn´s Long Halftime Walk“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 11.11. 16 in New York und L.A., in den beiden Kinos, die die 120 fps-Fassung zeigen konnten, gestartet. Ab dem 18.11.16 ist war er dann landesweit in 1176 Kinos zu sehen.  Am 2.2.17 kommt der Film in Deutschland ins Kino.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Damien Chazelles neuer Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Split„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Psychothriller mit James McAvoy. Wenn der Film so gut ist wie der Trailer… das Einzige was gegen den Film spricht ist M. Night Shyamalan als Regisseur und ein Kinostart im Januar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – bei dem Trailer kann ich mittlerweile jedes einzelne Wort mitsprechen und der muss so übel sein, dass ich ihn auch nicht mehr gucken will
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Life„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Chicago – Film: „Moana – 3D“

Ich war am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Moana – 3D“ (dt. Filmtitel: „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“, dt. Kinostart: 22.12.16) 113 min animation, musical
dir. Ron Clements, John Musker voices: Auli´i Cravalho, Dwayne Johnson, Rachel House, Temuera Morrison, Jermaine Clement, Nicole Scherzinger

 

 

Die 16-jährige Moana (Auli´i Cravalho) hatte von kleinauf eine besondere Beziehung zum mächtigen Ozean und zu den Meeresbewohnern. Sie lebt auf einer kleinen Insel in Polynesien. Moanas Vater (Temuera Morrison) ist der Stammeshäuptling. Auf der Insel konnten sich die Bewohner immer selbst versorgen, aber eines Tages sind alle Kokosnüsse plötzlich schimmlig und die Fischer kommen auch mit leeren Netzen nach Hause. Die Häuptlingstochter begibt sich mutig allein auf die Reise und sucht zunächst einmal den Halbgott Maui (Dwayne Johnson) auf – er könnte ihr dabei helfen, ihr Volk zu retten…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Moana“ ist der 56. abendfüllende Disney-Animationsfilm und nach Zootopia bereits der zweite und ebenfalls sehr erfolgreiche Disney-Cartoon in diesem Jahr. Bei diesem Film führen die beiden amerikanischen Regisseure Ron Clements und John Musker bereits das siebente Mal gemeinsam Regie (u.a. „The Little Mermaid“, Aladdin“).

Wenn man mal für zwei Stunden komplett abschalten will, alles um sich herum vergessen möchte, ist dies der perfekte Film. Am Anfang war mir das ganze Gesinge noch etwas zu viel und vielleicht ist er am Ende auch etwas zu lang, aber im Ganzen ist „Moana“ ein witziger, farbenfroher, grandios animierter Abenteuerfilm. Es gibt sogar eine Hommage an den wunderbaren Film Mad Max: Fury Road.

Disney hat sich mit diesem Film viel Mühe gegeben, die beiden Filmemacher haben intensiv recherchiert, sind oft nach Polynesien gereist und hatten Berater dabei, damit der polynesischen Kulturraum am Ende im Film authentisch dargestellt wird. Für die Hauptsprech- und Gesangsrolle haben sie ein völlig unbekanntes, damals noch 14-jähriges Mädchen hawaiianischen Ursprungs besetzt und auch sonst haben sie sich bemüht, den Film mit Schauspielern/Synchronsprechern aus diesem Kulturkreis zu besetzen. Dwayne Johnson, der sicherlich prominenteste Sprecher in der Besetzungsliste fügt sich hier auch wunderbar ein, seine Mutter stammt aus Samoa. Bisher konnte ich mit dem Sexiest Man Alive 2016 (Bitte???) gar nichts anfangen, aber er scheint ein guter Entertainer zu sein, kann sogar tanzen und singen. Sein Song „You´re Welcome“ hat mir im Film tatsächlich am Besten gefallen.

Natürlich ist „Moana“ auch ein Disney-Prinzessinnen-Film, auch wenn er dieses Klischee auf die Schippe nimmt. In diesem Film gibt es mal keinen richtigen Bösewicht, besonders gut hat mir gefallen, dass die 16-jährige Prinzessin (Häuptlingstochter) mal nicht spindeldürr ist und sich auch nicht verlieben muss, um glücklich zu sein. Originell fand ich die Idee mit Mauis Tätowierungen.

Meine Lieblingsfigur ist (natürlich) Heihei, der drollige, geistig zurückgebliebene Hahn.
Die 3D-Fassung ist wie bei vielen Animationsfilmen lohnenswert, bei diesem möchte ich sie dringend empfehlen.

Aus rechtlichen Gründen musste der Film und die Prinzessin Moana in Deutschland, und einigen anderen europäischen Ländern, in Vaiana umbenannt werden.

 
„Moana“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm und einige Songs in der Kategorie Bester Song. Update: „Moana“ wurde für insgesamt 2 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Animationsfilm und Bester Filmsong („How Far I´ll Go“)

„Moana“ ist am 23.11.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gestartet. Unter dem Filmtitel „Vaiana – Das Paradies hat einen Haken“ kommt der Film am nächsten Donnerstag in die deutschen Kinos.

 
Trailer zu sehen:

 

 

Vor „Moana“ wurde folgender Kurzfilm gezeigt.

„Inner Workings“ (dt. Titel: „Herz oder Kopf: Inner Workings“) 6 min animation
dir. Leo Matsuda
Der Büroangestellte Paul muss immer wieder gegen sein inneres Ich ankämpfen.
A (Bewertung von A bis F) Paul ist hinreissend und so ist es auch der Film. Dieser Film ist bereits auf der Shortlist gelandet, der Liste der 10 Kurzfilme, die von AMPAS für den Oscar nominert werden können.

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja muss ich wohl gucken

Trailer v. Film: „Smurfs: The Lost Village„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Schlumpf-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Space Between Us„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Sci-Fi-Teenager-Romanze
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Rock Dog„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: chinesisch-amerikanischer Animationsfilm. Die Chinesen sind auf großer Einkaufstour in Hollywood und dadurch kommen dann immer mehr chinesisch-amerikanische Produktionen ins Kino
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Born in China„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disney´s Nature Tier-Doku, chinesisch-amerikanische Produktion
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sing„ (Trailer in 3D)
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Lego Batman Movie„ (Trailer in 3D)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: The Lego Movie wollte ich mir seinerzeit auch nicht angucken und dann war der klasse

Trailer v. Film: „Beauty and the Beast„ (Trailer in 3D)
Bewertung des Trailers: B+ (erster Trailer)
Kommentar: Bill Condons neues Musical mit Emma Watson, Dan Stevens, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken..

Trailer v. Film: „Cars 3„ (Teaser in 3D gezeigt)
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Pixars 3. Teil von „Cars“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%
das waren übrigens unfassbare 9 Trailer/Teaser.

 

 

Chicago – Film: „Rules Don´t Apply“

Ich war am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Rules Don´t Apply“ (dt. Filmtitel: „Regeln spielen keine Rolle“, dt. Kinostart: 06.04.17) 127 min drama, comedy, biopic
dir. Warren Beatty cast: Warren Beatty, Lily Collins, Alden Ehrenreich, Annette Bening, Matthew Broderick, Haley Bennett, Alec Baldwin, Candice Bergen, Chace Crawford, Taissa Farmiga, Ed Harris, Martin Sheen, Oliver Platt

 

 

Im Jahr 1958 in Los Angeles. Marla Mabrey (Lily Collins) möchte als Schauspielerin in Hollywood durchstarten. Sie ist bereits bei RKO Pictures, dem Filmstudio des exzentrischen Howard Hughes (Warren Beatty), unter Vertrag. Er hat sie nach L.A. eingeladen, sie darf in einem seiner zahlreichen Häuser wohnen. Frank (Alden Ehrenreich) arbeitet als Fahrer für die Hughes Organisation. Er holt das naive Filmsternchen und ihre Mutter (Annette Bening) vom Flughafen ab und ist beauftragt, die Beiden herumzufahren. Während die Schauspielerin darauf wartet, dass sie von dem neurotischen Milliardär empfangen wird, verliebt sich Frank in Marla…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Rules Don´t Apply“ ist die achte Regiearbeit von Schauspieler/Regisseur Warren Beatty. Er hat seit dem Jahr 1988 und dem Film „Bulworth“ nicht mehr Regie geführt. Warren Beatty ist der Bruder der Schauspielerin Shirley MacLaine. Seit dem Film „Bugsy“ ist er mit der Schauspielerin Annette Bening zusammen. Mittlerweile sind sie seit 25 Jahren verheiratet. „Rules Don´t Apply“ ist der erste Film, bei dem seine Ehefrau seinen Regieanweisungen folgen musste.

 
Der bereits vierzehn Mal für den Oscar nominierte Warren Beatty (als Regisseur wurde er für seinen Film „Reds“ auch ausgezeichnet) präsentiert mit „Rules Don´t Apply“ ein vielleicht etwas zu langes, aber sonst solides Werk. Die 25-Millionen-Dollar-Produktion wirkt handwerklich hochwertig (insbesondere, wenn man – wie ich – kurz zuvor Robert Zemeckis, für 85 Millionen Dollar produzierten Film Allied gesehen hat). Auch wenn Warren Beatty seit über 40 Jahren an einem Film über Howard Hughes gearbeitet hat, sieht er seinen Film nicht als Biopic über Howard Hughes, vielmehr als einen Film über das Hollywood Ende der 1950er Jahre. Es dauert tatsächlich auch eine Weile bis man Howard Hughes das erste Mal zu Gesicht bekommt, generell dominiert die Geschichte von Marla und Frank den Film.
Warren Beatty spielt hier Howard Hughes in einer Zeit, in der er psychisch bereits schwer krank war und mit seiner äußerst neurotischen Persönlichkeit, seinen Angestellten das Leben zur Hölle gemacht hat. Beim Dreh blieb der Hauptdarsteller und Regisseur stets in seiner Rolle und so haben die Schauspieler Regieanweisungen von Howard Hughes bekommen.

Der Film hat in meinen Augen drei besondere Szenen (Die Szene, in der Frank erstmalig auf Howard Hughes trifft, die Szene, in der eine angetrunkene Marla, Zeit mit Howard Hughes verbringt und die Szene, in der Matthew Brodericks Charakter der Geduldsfaden reißt).

 

Auch wenn ich schon zuvor einige Filme mit ihm gesehen habe, ist mir mein künftiger Lieblingsschauspieler bewusst das erste Mal in Hail, Caesar! aufgefallen. Mittlerweile bin ich von Alden Ehrenreich völlig hingerissen. Ich sehe ihn als Charakterschauspieler mit Filmstar-Qualitäten und für mich ist mit dieser Rolle klar, dass die Mädchen (und Jungs) ihn in spätestens  3, 4 oder 5 Jahren anhimmeln und seinetwegen ins Kino rennen. Vergleichbar mit Leonardo DiCaprio, der noch nicht „Titanic“ gedreht hat. Da passt es natürlich, dass er für das Star Wars-Spin-off-Projekt als Han Solo besetzt wurde.

Für diesen Indie-Film sind 16 Produzenten gelistet, darunter Steven Mnuchin, der ehemaligen Goldman-Sachs-Banker und künftigen Finanzminister des designierten U.S. Präsidenten Donald Trump.

 

 

„Rules Don´t Apply“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Warren Beatty), Beste Hauptdarstellerin (Lily Collins), Bester Originalsong („Rules Don´t Apply“)

„Rules Don´t Apply“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2016 gezeigt. Der Film ist am 23.11.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. Der Film kommt am 6.4.17 in die deutschen Kinos.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Miss Sloane„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Politthriller mit Jessica Chastain, Mark Strong, John Lithgow und Sam Waterston. Für mich sieht das nach Top-Ten-Material aus, kleiner Spoiler: ist es auch
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

 
Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Die Oscar-Nominierung ist ihr sicher, ich werde aber wohl nie ein Freund der Portman.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Patriots Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ein weiterer Film von Peter Berg und mit Mark Wahlberg. Dieses Mal geht es um das Bombenattentat bei dem Boston-Marathon – muss man eigentlich alles verfilmen? Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Film ganz gut ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Same Kind of Different as Me„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Warum muss Greg Kinnear immer in so einem Mist mitspielen? Hätte man ihren Namen nicht irgendwann in großen Lettern lesen können, ich hätte Renée Zellweger niemals erkannt. Traurig.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

Berlin – Film: „Shut In“

Ich war am 04.11.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Shut In“ (dt. Kinostart: 15.12.16) 90 min thriller
dir. Farren Blackburn cast: Naomi Watts, Oliver Platt, Charlie Heaton, Jacob Tremblay

 

 

Bei einem schweren Autounfall hat Mary (Naomi Watts) ihren Ehemann verloren und ihr 18-jähriger Sohn Steven (Charlie Heaton) ist seither gelähmt. Sie lebt zurückgezogen in einem abgelegenen Haus und kümmert sich aufopferungsvoll um ihren pflegebedürftigen Sohn. Nebenbei arbeitet sie noch in ihrem Beruf als Kinderpsychologin. Der verhaltensauffällige 9-jährige Waisenjunge Tom (Jacob Tremblay) ist ihr neuer Patient, am liebsten würde sie eine Weile bei sich aufnehmen. Eines Tages verschwindet der Junge spurlos und Mary wacht nachts von unheimlichen Geräuschen im Haus auf. Ist sie im Alltag und ihrem Sohn überfordert oder verliert sie langsam den Verstand? Mary sucht Rat bei ihrem Psychologen Dr. Wilson (Oliver Platt)…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Shut In“ ist erst der zweite Spielfilm bei dem der britische Filmemacher Farren Blackburn Regie führt. Bislang hat er sich vorwiegend mit TV-Serien, u..a. mit „Luther“ und „Doctor Who“ einen Namen gemacht. Der Regisseur hat auch zwei Episoden (Nr. 5 und meine Lieblingsfolge Nr. 10) der ersten Staffel von Daredevil inszeniert.

„Shut In“ hat einige Logiklöcher und Ungereimtheiten und ist zum Schluss Augen-rollend-absurd, aber ich kann aber nicht behaupten, dass ich mir zu irgendeiner Zeit gelangweilt oder zu sehr geärgert (wie bei The Girl on the Train) habe. Von Anfang bis Ende war ich von dem Film gefesselt, mal waren es die Performances, dann sicher ein paar gut gesetzte Schocker, insgesamt fand ich den Film unterhaltsam und – was für einen Thriller nicht unwichtig ist – wirklich spannend.

Naomi Watts macht jeden Film sehenswert, Oliver Platt ist auch immer klasse und es ist schön, den kleinen Mann aus Room (Jacob Tremblay) mal wieder zu sehen. Von dem Schauspieler Charlie Heaton hatte ich bislang noch nichts gehört. Von Beginn an war ich aber von seiner Präsenz beeindruckt. Schauspielerisch muss man abwarten, wie er sich entwickelt.

„Shut In“ ist am 11.11.16 in die amerikanischen Kinos gekommen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In Deutschland wird der Film ab diesem Donnerstag in den Kinos gezeigt.

Trailer zu sehen:

deutscher Trailer zu sehen:

Golden Globe-Nominierungen 2017 und meine Meinung

Heute, am 12.12.16 hat die Hollywood Foreign Press Association die Golden Globe Nominierungen verkündet.

Zunächst möchte ich noch kurz von einem Skandal berichten, der im Moment allgemein gedeckelt wird. Zur Erinnerung, es gab bereits einen großen Skandal noch bevor die Oscar-Saison richtig gestartet ist. In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2017 vom September 2016  hatte ich über Nate Parker und seinen Film The Birth of a Nation berichtet. Dem Sundance-Abräumer wurden große Oscar-Chancen eingeräumt, dann kochte der Skandal hoch und fand seinen Höhepunkt im August. Jetzt Monate später ist weder von Nate Parker noch von seinem Film bei den ganzen Kritikerpreisen oder jetzt bei den Golden Globes noch etwas zu sehen. Mittlerweile köchelt ein weiterer Skandal etwas vor sich hin und könnte die Gewinnchancen eines Schauspielers in Gefahr bringen. Es geht um Casey Affleck. Es stehen sehr unschöne Vorwürfe der sexuellen Belästigung im Raum. Im Jahr 2010 hat er mit Joaquin Phoenix die Mockumentary I´m Still Here gedreht. Damals ist Joaquin Phoenix durch die Öffentlichkeit getingelt und hat verkündet, dass er seine Schauspielkarriere an den Nagel hängt und eine Karriere als Rapper anstrebt. Casey Affleck hat jeden Schritt seines Schwagers Joaquin Phoenix mit der Kamera begleitet, sie haben vor der Kamera viel Mist gemacht und so entstand dieser Film. Vielleicht haben sie die eine oder andere Droge auch tatsächlich konsumiert – man weiss es nicht. Der Film „I´m Still Here“ ist überflüssig, den muss man wirklich nicht gesehen haben. Joaquin Phoenix und Casey Affleck müssen aber die Zeit ihres Lebens gehabt haben. Zwei Frauen hingegen haben sich während der Dreharbeiten nicht so wohl gefühlt, fühlten sich beleidigt und sexuell belästigt. Im Gegensatz zu Nate Parkers Fall gibt es hier aber keine Vergewaltigungsvorwürfe, der Vorwurf der sexuellen Belästigung ist – insbesondere in den U.S.A. – aber auch schwerwiegend. Die beiden Frauen haben Casey Affleck damals verklagt. Es wurde ein außergerichtlicher Vergleich erzielt und damit war die Sache erledigt. Eigentlich. Die Geschichte ist bekannt, aber die ganzen Oscar-Experten berichten derzeit (noch) nicht darüber. Casey Affleck und Denzel Washington gelten allgemein im Moment als Favoriten auf den Oscar-Gewinn. Oscar-Kampagnen sind schmutzig und wenn das gegnerische Team anfängt, diese Geschichte auszubuddeln und wenn sie gezielt Informationen streuen, wird AMPAS diesem Mann ganz sicher nicht eine Goldstatue aushändigen. Ich bin gespannt, ob die Geschichte in den nächsten Monaten tatsächlich noch richtig hochkocht.

Zu den Golden Globes. Keiner nimmt die Auslandspresse (HFPA) wirklich ernst, auch wenn sie sich in den letzten Jahren gebessert haben, gelten sie immer noch als star fuckers. Um so größer der Name des Schauspielers, um so eher ist eine Golden-Globe-Nominierung garantiert. Die Golden-Globe-Verleihung ist aber die erste große Filmpreisverleihung, die weltweite Aufmerksamkeit generiert. Die erste Filmpreisverleihung, die in den U.S.A. (und in Deutschland) im TV übertragen wurde, waren die Critic Choice Awards. Sie wurden gestern Nacht verliehen. Bei allen im TV übertragenen Filmpreisverleihungen sind die Dankesreden wichtig und richtungsweisend. Jeder, der als Gewinner auf der Bühne steht, kann hier Sympathiepunkte sammeln und AMPAS überzeugen, dass sie auch diesen Filmschaffenden auf ihrer Oscar-Bühne sehen wollen. Schlecht ist es, wenn man nicht für den Golden Globe nominiert wird, es ist aber dann trotzdem noch nicht ausgeschlossen, dass der Film, der Regisseur, der Schauspieler einen Monat später für den Oscar nominiert wird.  In der Vergangenheit war ich nie sonderlich gut im Raten der Golden Globe-Nominierungen. Eigentlich interessieren die mich auch nicht wirklich, mich interessieren die Oscars.

Meine September-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2017

Meine November-Prognose zu den Oscar-Gewinnern 2017 

 

Zurück zu den Golden Globes: Es überrascht nicht, dass „La La Land“ die meisten GG-Nominierungen (7) erhalten hat. Das wird sich hundertprozentig bei den Oscar-Nominierungen fortsetzen. „Moonlight“ hat 6 GG-Nominierungen und „Manchester by the Sea“ 5. Die wichtigsten Golden Globe-Nominierungen:

 

 

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Ich habe nur „Manchester by the Sea“, „Moonlight“ und „Hell or High Water“ gesehen. In meiner nicht-veröffentlichten GG-Nominierungsliste habe ich von den tatsächlich Nominierten „Manchester by the Sea“, „Moonlight“ und „Hacksaw Ridge“ richtig geraten. Sonst habe ich auf „Arrival“ und „Silence“ getippt. Bei „Lion“ habe ich scheinbar Harvey Weinstein unterschätzt, der es irgendwie immer schafft, seinen Film bei den Globes unterzubekommen. Bei „Hell or High Water“ habe ich gedacht, dieser Indie wäre mehr ein Kritikerliebling und würde bei den Oscars keine Rolle spielen. Mittlerweile ist eine Oscar-Nominierung als Bester Film sogar wahrscheinlich. „Lion“ habe ich noch nicht gesehen und bei Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“ weigere ich mich noch immer standhaft. Ich werde ihn aber wohl nachholen müssen. Was mich wundert, ist, dass Tom Ford als Regisseur nominiert wurde aber sein fantastischer Film „Nocturnal Animals“ nicht als Bester Film. Mein Wunsch: Manchester by the Sea oder Moonlight Die Wahrscheinlichkeit: Manchester by the Sea oder Moonlight mit einer kleinen Tendenz zu Moonlight.

 

 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

Amy Adams (Arrival)
Jessica Chastain (Miss Sloane)
Isabelle Huppert „Elle“
Natalie Portman (Jackie)
Ruth Negga (Loving)

Meine Meinung: Die einzige Performance, die ich noch nicht kenne, ist Isabelle Hupperts. Was die GG-Nominierungen angeht, habe ich Amy Adams, Natalie Portman und Isabelle Huppert richtig geraten, ich freue mich wahnsinnig über Jessica Chastains Nominierung (hauptsächlich, weil ich den Film liebe und sie sowieso immer klasse ist). Ich habe meine GG-Nominierungsprognose etwas nachlässig ausgefüllt und Annette Bening hier (und zusätzlich in der Kategorie Best Comedy) eingesetzt. Mein Fehler. Ansonsten hätte ich gedacht, dass sie Taraji B. Henson (für „Hidden Figures“) nominieren. Sie haben aber – ehrlicherweise nicht sonderlich überraschend – Ruth Negga nominiert, deren Performance ich nicht mochte. Mein Wunsch: Ich wünschte, ich hätte „Elle“ schon gesehen. Ich gönne es Isabelle Huppert auch ohne, dass ich diese Performance kenne. Amy Adams, Jessica Chastain und Natalie Portman hätten es aber auch verdient Die Wahrscheinlichkeit: Die Tendenz geht zu Natalie Portman,  Isabelle Huppert schleicht sich aber langsam von hinten an.

 
Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Joel Edgerton (Loving)
Andrew Garfield „Hacksaw Ridge“
Viggo Mortensen „Captain Fantastic“
Denzel Washington Fences
Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich nur die Performances von Casey Affleck und Joel Edgerton. Den Einzigen, den ich hier nicht richtig getippt habe, ist Viggo Mortensen. Den Film habe ich mir über iTunes bereits vor längerer Zeit ausgeliehen, ich komme aber einfach nicht dazu. Anstelle von Viggo hatte ich Tom Hanks getippt. Mein Wunsch: Casey Affleck Die Wahrscheinlichkeit: Casey Affleck (es sei denn, s.o.) oder Denzel Washington

 

 

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

La La Land
Deadpool
20th Century Women
Florence Foster Jenkins
Sing Street

Meine Meinung: Ich habe einzig „20th Century Women“ noch nicht gesehen. „Deadpool“ habe ich zwar noch nicht vollständig gesehen, aber weite Teile davon auf HBO oder Showtime, ich weiss es nicht mehr. „Sing Street“ habe ich gesehen, aber schnell wieder vergessen. Glückwunsch an Harvey Weinstein, dass „Sing Street“ für den GG nominiert wurde. Die Nominierung für „Deadpool“ war absehbar, ich habe aber trotzdem nicht getippt, dass er nominiert wird. Auch mit „Sing Street“ habe ich nicht gerechnet. Ich habe hier tatsächlich auf „The Edge of Seventeen“ und auf Warren Beattys „Rules Don´t Apply“ getippt. Mein Wunsch: La La Land Die Wahrscheinlichkeit: La La Land

 

 

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Emma Stone La La Land
Annette Bening „20th Century Women“
Meryl Streep (Florence Foster Jenkins)
Hailee Steinfeld (The Edge of Seventeen)
Lily Collins (Rules Don´t Apply)

Meine Meinung: Mit Ausnahme von Annette Benings kenne ich alle Performances. Lily Collins war die Einzige, auf die ich nicht getippt habe. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum sie nominiert wurde. Ich hatte an ihrer Stelle Sally Field für Hello, My Name is Doris stehen. Bei Hailee Steinfeld habe ich mehr auf eine Nominierung gehofft. Großartig, ich freue mich sehr für sie. Mein Wunsch: Hailee Steinfeld und Emma Stone Die Wahrscheinlichkeit: Emma Stone oder Annette Bening, die Tendenz geht eher zu Mrs. Stone

 

 

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Ryan Gosling La La Land
Hugh Grant (Florence Foster Jenkins)
Colin Farrell (The Lobster)
Jonah Hill (War Dogs)
Ryan Reynolds „Deadpool“

Meine Meinung: Hier kenne ich tatsächlich alle Performances, auch wenn ich „Deadpool“ nicht vollständig angeschaut habe, bzw. irgendwas nebenbei gemacht habe.  „The Lobster“ habe ich letztes Jahr auf dem New York Film Festival gesehen und auch wenn ich weiss, dass er erst dieses Jahr in die amerikanischen Kinos kam, ist es für mich ein 2015-Film (übrigens auch in meiner Top Ten Filme für Filme aus dem Jahr 2015 gelandet). Daher hatte ich „The Lobster“ und Colin Farrell so gar nicht auf dem Zettel. Jonah Hill war gut in War Dogs – aber war das wirklich nötig, ihn zu nominieren? Ich habe gedacht, sie nominieren George Clooney für Hail, Caesar!. (aber die HFPA will ja scheinbar ihren schlechten Ruf loswerden und nominieren nicht mehr nur die größten Stars). Ansonsten hatte ich tatsächlich auf Warren Beatty und Alden Ehrenreich für ihre Performance in „Rules Don´t Apply“ getippt. Mit anderen Worten hier habe ich nur Hugh Grant und Ryan Gosling vorhergesagt. Die Golden-Globes-Nominierungs-Prognose macht wirklich keinen Spass. Mein Wunsch: schwierig, Ryan Gosling, Hugh Grant und Colin Farrell spielen alle mal in einer so ganz anderen Rolle Die Wahrscheinlichkeit: ich habe keine Ahnung, Ryan Gosling oder Hugh Grant?

 

 

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

Viola Davis Fences
Michelle Williams (Manchester by the Sea)
Naomie Harris (Moonlight)
Nicole Kidman (Lion)
Octavia Spencer Hidden Figures

Meine Meinung: „Fences“ habe ich leider noch nicht gesehen und auch „Lion“ und „Hidden Figures“ nicht. Die Filme habe ich hier tatsächlich alle richtig geraten, nur habe ich auf Janelle Monae in „Hidden Figures“ getippt und nicht auf die furchtbare Octavia Spencer. HFPA haben hier wohl den bekannteren Namen genommen. Mein Wunsch: na Viola Die Wahrscheinlichkeit: Viola Davis

 

 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Mahershala Ali (Moonlight)
Dev Patel (Lion)
Jeff Bridges (Hell or High Water)
Aaron Taylor-Johnson (Nocturnal Animals)
Simon Helberg (Florence Foster Jenkins)

Meine Meinung: „Lion“ habe ich bisher noch nicht gesehen, sonst kenne ich alle Performances. Erst mal bin ich fürchterlich angefressen, dass DIE Michael Shannon nicht nominiert haben, dafür Aaron Taylor-Johnson (gut kann man nominieren, muss man aber nicht. Shannon muss man hingegen nominieren) Ansonsten habe ich hier nur Mahershala Ali und Jeff Brigdes richtig geraten. Ich hatte sonst noch Lucas Hedges (für „Manchester by the Sea“), Michael Shannon (wie gesagt für „Nocturnal Animals“) und Liam Neeson (für „Silence“) auf dem Zettel. Die Nominierungen für Simon Helberg und Aaron Taylor-Johnson sind sicher berechtigt, bei Dev Patel weiss ich es noch nicht, ein Gewinn für alle drei Kandidaten ist aber aussichtslos. Mahershala Ali holt dieses Ding (also den Golden Globe) und später dann den Oscar nach Hause – da bin ich mir mittlerweile hundertprozentig sicher. Mein Wunsch: Michael Shannon, aber mich fragt ja keiner. Von den Nominierten Mahershala Ali Die Wahrscheinlichkeit: Mahershala Ali

 

 

Best Animated Feature Film:

Kubo and the Two Strings
Moana 
Zootopia
Sing
My Life as a Zucchini

Meine Meinung: „Kubo“, „Moana“ und „Zootopia“ habe ich gesehen, für gut befunden und bin davon ausgegangen, dass sie nominiert werden. Ich habe dann noch damit gerechnet, dass Finding Dory und „Red Turtle“ nominiert werden. Wurden sie aber nicht, dafür „Sing“ (ernsthaft?) und „My Life as a Zucchini“ (noch nie von gehört) Mein Wunsch: Kubo and the Two Strings Die Wahrscheinlichkeit: Zootopia

 

 

Best Director – Motion Picture:

Damien Chazelle La La Land
Tom Ford (Nocturnal Animals)
Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
Barry Jenkins (Moonlight)
Mel Gibson „Hacksaw Ridge“

Meine Meinung: „Hacksaw Ridge“ will ich nicht sehen, ansonsten kenne ich die anderen vier Filme. Ich freue mich wahnsinnig über Tom Fords Nominierung. Warum sie seinen Film nicht in der Kategorie Bester Film nominiert haben, ist mir schleierhaft. Von allen Regisseuren auf der Welt ausgerechnet Mel-fucking-Gibson? Ernsthaft? Hätte man nicht wenigstens den anderen Trump-Wähler Clint Eastwood für seinen Sully nominieren können? Definitiv werden diese Fünf nicht alle für den Oscar nominiert. Und was ist überhaupt mit Martin Scorsese? Ich hatte auf Denzel Washington und Martin Scorsese getippt (anstelle von Tom Ford und Mel Gibson) Mein Wunsch: Tom Ford Die Wahrscheinlichkeit: Damien Chazelle und Barry Jenkins, die Tendenz geht zu Chazelle

 

 

Wie sieht derzeit das Oscar-Rennen aus? Die wichtigsten Filmkritiker-Awards (New York, Boston, D.C., L.A. und die Critic Choice Awards) sind die letzten Tage verliehen worden und da hat sich gezeigt, dass die Kritiker drei Filme lieben: „La La Land“, „Moonlight“ und „Manchester by the Sea“. Im lezten Jahr waren es übrigens „Mad Max: Fury Road“, „Carol“ und „Spotlight“. Davon wurde „Carol“ nicht mal als Bester Film für den Oscar nominiert. „Spotlight“ hat bekanntlich den Oscar als Bester Film gewonnen. Ich bin sicher, dass dieses Jahr alle drei Kritiker-Lieblinge auch für den Oscar nominiert werden und ich bleibe bei meiner September-Prognose, „La La Land“ gewinnt den Oscar als Bester Film.

Chicago – Film: „Allied“

Ich war am 23.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Allied“ (dt. Filmtitel: „Allied – Vertraute Fremde“, dt. Kinostart: 22.12.16)  124 min  drama
dir. Robert Zemeckis cast: Brad Pitt, Marion Cotillard, Jared Harris, Lizzy Caplan, August Diehl, Matthew Goode

 

 

1942 in Casablanca. Max Vatan (Brad Pitt) ist ein kanadischer Geheimdienstoffizier. Er hat einen Under-Cover-Auftrag in Marokko, dazu soll er sich mit Marianne Beauséjour (Marion Cotillard), eine Kämpferin des französischen Widerstands, als Ehepaar ausgeben. Die Beiden erfüllen ihren Auftrag, aber verlieben sich auch ineinander. Schließlich gehen sie nach London, heiraten und bekommen eine Tochter. Er arbeitet für die britische Regierung, als er eines Tages erfährt, dass seine Frau als Doppelagentin für die Nazis spionieren soll…

 
C (Wertung von A bis F) „Allied“ ist der 18. Spielfilm des amerikanischen Filmemachers Robert Zemecki („Back to the Future“, „Forrest Gump“, Flight, The Walk.

Während des Films fällt einem wohl zwangsläufig irgendwann der Film „Mr. & Mrs. Smith“ ein. „Allied“ ist auch ein Agententhriller mit Brad Pitt, nur, dass dieser im Zweiten Weltkrieg spielt und der Film nur eine (große) Actionszene aufweisen kann. Die beiden Protagonisten sind als Liebespaar alles andere als glaubwürdig. Marion Cotillard macht ihre Sache gut, nur hätte sie einen anderen Schauspieler an ihrer Seite haben müssen. Die Chemie zwischen ihr und Brad Pitt stimmt einfach nicht.

Robert Zemeckis Inszenierung wirkt – wieder einmal – billig, viele Szenen, insbesondere die Außenaufnahmen sehen aus, als wären sie in einem Filmstudio entstanden. Das muss nicht sein und schon gar nicht, wenn man 85 Millionen Produktionsbudget zur Verfügung hat. Zusätzlich haben mich einige Szenen rausgebracht. Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, ob die Engländer während des Zweiten Weltkrieges bereits eifrig recycelt haben, vom gesunden Menschenverstand würde ich aber denken, dass sie zu dem Zeitpunkt andere Sorgen hatten. Aber gut, wird wohl so sein, sonst hätte Zemecki hier nicht die auffälligen Recycling-Tonnen vor dem Haus von Brad Pitts und Marion Cotillards Charakteren in London platziert. Mich haben diese Tonnen jedenfalls jedes Mal aus dem Film gebracht. Genauso wie eine Szene noch relativ zu Anfang, als die beiden Protagonisten in einem Auto in der marokkanischen Wüste stehen und eine riesiger Sandsturm aufzieht. Versucht man in solcher Situation nicht sein Auto schnell aus der Gefahrenzone zu bringen? Zemecki fand aber, dass die Situation ideal ist, dass sich die beiden Protagonisten näher kommen. Wahrscheinlich mussten sie danach stundenlang in die nächste Stadt laufen – das zeigt der Film dann aber nicht. Mir ist außerdem aufgefallen, dass Marion Cotillards Charakter Gel-Fingernägel hat – im Zweiten Weltkrieg… auch wenn das nur eine Kleinigkeit ist, mich ärgert so eine Nachlässigkeit.

„Allied“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Beste Hauptdarstellerin (Marion Cotillard), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Allied“ ist am 23.11.16 in 3160 amerikanischen Kinos gestartet. Weite Teile des Films sind in französischer Sprache mit englischen Untertiteln. Der Film kommt am 22.12.16 in die deutschen Kinos.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Patriots Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ein weiterer Film von Peter Berg und mit Mark Wahlberg. Dieses Mal geht es um das Bombenattentat bei dem Boston-Marathon – muss man eigentlich alles verfilmen? Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Film ganz gut ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der Trailer des neuen Martin Scorsese Films wurde exklusiv das erste Mal vor „Allied“ gezeigt. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: muss ich wohl gucken

amerikanischer Aufsteller von "Allied"
amerikanischer Aufsteller von „Allied“

 

Chicago – Film: „Bleed for This“

Ich war am 23.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Bleed for This“ (dt. Kinostart: 20.04.17) 116 min drama, biopic
dir. Ben Younger cast: Miles Teller, Aaron Eckhart, Katey Sagal, Ciarán Hinds, Ted Levine

 

 

Im Jahr 1988. Vinny Paz (Miles Teller) ist Profiboxer. Bei einem Boxkampf trägt er schwere Kopfverletzungen davon. Es wird ihm empfohlen, das Boxen ganz aufzugeben. Vinny sucht sich stattdessen aber einen neuen Trainer (Aaron Eckhart) und wechselt die Gewichtsklasse. Als er sich bei einem Autounfall den Halswirbel und einige andere Wirbel bricht und von den Ärzten wissen will, wann er wieder in den Ring steigen kann, teilen die ihm, dass sie nicht mal sicher sind, ob er je wieder laufen kann. Aber auch diesmal kämpft sich Vinny zurück….

 

 

B (Wertung von A bis F) „Bleed for This“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Ben Younger („Boiler Room“, „Prime“).

Ich habe das Gefühl, dass jedes Jahr mindestens ein Boxer-Film ins Kino kommt, der irgendwie bei den großen amerikanischen Filmpreisverleihungen mitspielen will. Viele dieser Filme sind nicht schlecht, aber dramaturgisch ähneln sie sich doch stark. Entweder ist es ein Außenseiter, der sich ganz nach oben kämpft oder es ist ein (physisch oder psychisch) angeschlagener Boxer, der sich zurück ins Leben und eben auch wieder ganz nach oben kämpft. Am Ende steht meist ein ganz großer Boxkampf. Bei „Bleed for This“ ist es wieder die Comeback-Story, durchaus solide inszeniert. Der Film spielt Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre im Arbeitermilieu von Rhode Island und entsprechend kann man sich an der authentischen, aber schlimmen Mode, dem Make-up, der geschmacklosen Wohnungseinrichtung und den schlecht gemachten Brüste sattsehen. Bestimmte Bilder, z.B. Miles Teller mit gemeinen Oberlippenbart und in einem Leoparden-String-Tanga – muss ich auch erst mal wieder aus meinem Kopf bekommen.

 
„Bleed for This“ ist bereits der zweite Spielfilm, bei dem Miles Teller neben Aaron Eckhart spielt. Als er sein Spielfilmdebüt in Rabbit Hole gab, haben die beiden Schauspieler bereits zusammengearbeitet. In meinem Beitrag über den Film „Rabbit Hole“ habe seinerzeit Miles Teller, neben Jennifer Lawrence und Hailee Steinfeld als meine Neuentdeckung für das Jahr 2010 gesehen. Komisch irgendwie, so etwas jetzt sechs Jahre später zu lesen und großartig, was alle drei Schauspielern für eine Karriere gemacht haben. Miles Teller ist ein guter Schauspieler und überzeugt in „Bleed for This“ als Boxer. Für diesen Film hat er sich durch drei Gewichtsklassen trainiert. Sein Schauspielkollege Aaron Eckhart stiehlt ihm aber eindeutig die Show. Er spielt einen versoffenen, ehemaligen Erfolgstrainer, der dann mit Vinny Paz trainiert. Aaron Eckhart hat für diese Rolle über 40 Pfund zugenommen und trägt eine, nicht gerade schmeichelnde Halbglatze. Optisch ist er kaum zu erkennen und auch seine Stimme und Sprache hat er bis zur Unkenntlichkeit verändert. Für mich gibt er eindeutig eine Oscar-Performance. Auch gut hat mir Katey Sagal, bekannt aus vielen Serien, u.a. „Married with Children“ und Sons of Anarchy) gefallen. Ich hoffe, dass sie künftig auch öfter mal in Kinofilmen besetzt wird.

Während des Abspanns werden kurz die realen Personen neben den Schauspielern, von denen sie in dem Film portraitiert wurden, gezeigt. Das ist eine sehr sympathische Geste.

„Bleed for This“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Miles Teller), Bester Nebendarsteller (Aaron Eckhart), Bestes Originaldrehbuch

„Bleed for This“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 18.11.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gestartet. Der Film kommt am 20.04.17 in die deutschen Kinos.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Patriots Day„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ein weiterer Film von Peter Berg und mit Mark Wahlberg. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Film wohl ganz gut sein soll.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell raus. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass ich ihn wohl gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Split„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Psychothriller mit James McAvoy. Wenn der Film so gut ist wie der Trailer… das Einzige was gegen den Film spricht, ist M. Night Shyamalan als Regisseur und ein Kinostart im Januar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Jake Gyllenhaal und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Before I Fall„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Zoey Deutch. Ich mag die Hauptdarstellerin (aus „Everybody Wants Some!!“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sleepless„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Actionthriller mit Jamie Foxx – da bin ich dann erst mal raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

 

amerikanisches Filmplakat von "Bleed for This"
amerikanisches Filmplakat von „Bleed for This“

Chicago – Film: „The Edge of Seventeen“

Ich war am 22.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Edge of Seventeen“ 102 min comedy, drama
dir. Kelly Fremon Craig cast: Hailee Steinfeld, Woody Harrelson, Kyra Sedgwick, Blake Jenner, Haley Lu Richardson

 
Nadine (Hailee Steinfeld) ist 17 Jahren und hat es gerade ziemlich schwer. Als sie 13 Jahre alt war, ist ihr geliebter Vater gestorben seither lebt sie mit ihrer nervigen Mutter (Kyra Sedgwick) und ihrem verhassten Bruder Darian (Blake Jenner) zusammen. Jetzt fängt ihre beste – und einzige – Freundin Krista (Haley Lu Richardson) auch noch was mit ihrem Bruder an. Na bravo! Da bleibt nur noch, ihren Lehrer (Woody Harrelson) mal wieder richtig zuzutexten, nur der stellt sich leider auch nicht auf ihre Seite…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Edge of Seventeen“ ist das Regiedebüt der amerikanischen Autorin und Filmemacherin Kelly Fremon Craig.

Es gibt zugegebenermassen viele Coming-of-Age-Filme, „The Edge of Seventeen“ ist aber als einer der Besten hervorzuheben. Der Film ist sehr smart, von dem trockenen Wortwitz und seiner überragenden Protagonistin kann er sich durchaus mit Jason Reitmans Juno messen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016 landet.

Der Chemie zwischen Woody Harrelson und Hailee Steinfeld ist es zu verdanken, dass insbesondere die Szenen zwischen ihren beiden Charakteren brüllend komisch sind.

 
Hailee Steinfeld gab ihr Spielfilmdebüt in dem Coen Bros.-Film True Grit. Für diese Performance wurde sie prompt für den Oscar nominiert. Ein paar Jahre später habe ich sie dann in John Carneys Begin Again gesehen. Dort fand ich sie trampelig und war nicht mehr so begeistert von ihr. „The Edge of Seventeen“ ist der dritte Film in dem ich sie sehe und jetzt bin ich hundertprozentig sicher, dass ihr eine große Karriere bevorsteht. Nadine ist ein neurotischer, unsicherer Teenager, der denkt, dass sich die ganze Welt um sie drehen müsste. Sie hält sich für sehr smart und glaubt, dass sie nur von Idioten umgeben ist. Hailee Steinfeld verschwindet hinter ihrem Charakter. Für mich ist das ganz klar eine Oscar-Performance, schade, dass der Film so wenig Aufmerksamkeit erhält. Was Hailee Steinfelds Karriere angeht, habe ich am Anfang des Films noch Probleme mit ihrem Äußeren gehabt und habe ihre Zukunft eher als Charakterschauspielerin gesehen, je mehr ich sie jedoch beobachten konnte, desto mehr hat sie mich mit ihrer Präsenz, ihrer Ausstrahlung und ihrem Charme um den Finger gewickelt. Am Ende des Films fand ich sie sogar sehr hübsch und jetzt denke ich, dass sie sogar das Zeug zum Filmstar hat.

 
Erwin (gespielt von Hayden Szeto) ist entzückend, auch mal schön einen so ganz anderen asiatischen Charakter zu sehen.

„The Edge of Seventeen“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Hauptdarstellerin (Hailee Steinfeld), Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson)

„The Edge of Seventeen“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 18.11.16 landesweit in den amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 
Trailer zu sehen:

Der Red Band Trailer zu sehen:

 
Woody Harrelson und Hailee Steinfeld brechen bei den Dreharbeiten vor Lachen zusammen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman und ja, leider Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Bye Bye Man„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Space Between Us„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Sci-Fi-Teenager-Romanze
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „‚Fist Fight„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie mit Ice Cube, Charlie Day und Tracey Morgan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Why Him?„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Komödie mit James Franco und Bryan Cranston
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "The Edge of Seventeen"
amerikanisches Filmplakat von „The Edge of Seventeen“

 

Chicago – Film: „Loving“

Ich war am 22.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Loving“ (dt. Kinostart: 23.02.17) 123 min biopic, drama
dir. Jeff Nichols cast: Joel Edgerton, Ruth Negga, Michael Shannon, Nick Kroll, Bill Camp

 

 

Im Jahr 1958 in Virginia. Als Richard Loving (Joel Edgerton) erfährt, dass seine afroamerikanische Freundin Mildred (Ruth Negga) schwanger ist, kauft er ein Grundstück auf dem Land, will ein Haus bauen und macht ihr einen Heiratsantrag. Sogenannte „Mischehen“ sind jedoch in Virginia untersagt und so fahren sie nach Washington, um zu heiraten. Aber auch mit Heiratsurkunde droht ihnen nach ihrer Rückkehr eine Gefängnisstrafe, wenn sie weiterhin zusammenleben. Die Lovings müssen ihre Freunde und Familie zurücklassen, um in einem anderen Bundesstaat ein gemeinsames neues Leben aufzubauen.…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Loving“ basiert auf einer wahren Geschichte, die im Jahr 1967 zu einer Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten geführt hat. Fortan waren „gemischtrassige“ Ehen zwischen weißen und nichtweißen Partnern nicht länger verboten. Der Film ist nach „Shotgun Stories“, Take Shelter, Mud, Midnight Special erst der fünfte Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Jeff Nichols.

Gut, wenn ein Film sehr wahrscheinlich für den Oscar nominiert wird (und ihm sogar durchaus Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt werden), sehe ich ihn natürlich mit anderen Augen. Meine Erwartung konnte „Loving“ nicht erfüllen. Die Lovings waren einfache Leute, die sich geliebt haben und nicht verstanden haben, warum sie nicht zusammenleben durften. Die Öffentlichkeit haben sie mit ihrem Fall, der rückblickend ein bedeutendes Ereignis in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung war, nie gesucht. Jeff Nichols erzählt diese Geschichte der Lovings. Mir gefiel der Schluss, der Weg dahin war etwas zäh. Eigentlich müsste ein Film mit diesem wichtigen Thema, eine solche Liebesgeschichte, richtig berühren, nahe gehen – das hat er mich aber nicht und daher kann ich ihn auch nicht positiver bewerten.

Auch verstehe ich das ganze Gewese um die Performance von Ruth Negga nicht. Ich würde sie nicht mal in den engeren Kreis der Nominierten sehen. Es ist sicherlich schwer, einen introvertierten Charakter zu spielen, aber ich habe kaum eine Empfindung ihrer Figur gespürt. Sie hat nicht die Gabe einer Sandra Hüller (in Toni Erdmann), eines Casey Afflecks in Manchester by the Sea oder einer Lily Gladstone in Certain Women. Wenn eine schauspielerische Leistung aus „Loving“ für den Oscar nominiert werden sollte, dann ist es Joel Edgertons. Naja und Michael Shannons, der gehört generell für den Oscar nominiert.

 
„Loving“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joel Edgerton), Beste Hauptdarstellerin (Ruth Negga), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Loving“ hat eine Oscar-Nominierung erhalten (Ruth Negga als Beste Hauptdarstellerin)

„Loving“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 4.11.16 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Derzeit läuft er landesweit in 446 Kinos. Ab dem 23.02.17 wird „Loving“ in den deutschen Kinos zu sehen sein.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt. Update: ich muss ihn wohl gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Dog´s Purpose„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Lasse Hallströms neuer Film. Hunde-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fences„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denzel Washingtons Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks mit Denzel selbst in der Hauptrolle und Viola Davis. Oscar-Film!!!!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: B (neuer, alter Trailer)
Kommentar: Damien Chazelles neuer Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!!!!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanischer Aufsteller von Film "Loving"
amerikanischer Aufsteller von Film „Loving“

 

Oscar-Gewinner 2017, meine November-Prognose

Heute ist der 30.11.16 und an dieser Stelle hätte ich gerne den Gastgeber der 89. Oscar-Verleihung verkündet, jedoch ist dieser immer noch nicht bekannt. Seitdem ich mich mit den Oscars beschäftige, kann ich mich nicht erinnern, dass AMPAS sich so lange Zeit gelassen hat, den Moderator der Oscar-Verleihung preiszugeben. Was ist der Hintergrund? Dazu kann ich nur spekulieren.

 

Kurz vor dem Ausgang des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes wurde bekanntgegeben, dass die Oscar-Show erstmalig von Michael De Luca und Jennifer Todd produziert wird. Michael De Lucca wurde als Produzent 3x für den Oscar nominiert („The Social Network“, „Moneyball“ und „Captain Phillips“). Jennifer Todd hat Filme wie „Memento“, „Alice in Wonderland“ und die „Austin Powers“-Filme produziert. Sie ist Präsidentin von Ben Afflecks und Matt Damons Produktionsfirma Pearl Street Films und erst die zweite Frau, der der Ehre zuteil wird, die Oscar-Show zu produzieren. Dann hat die U.S.A. einen neuen Präsidenten gewählt. Der Schock über Donald Trump als neu gewähltes Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten von Amerika saß und sitzt bei der einen Hälfte der U.S.A., insbesondere im liberalen Hollywood, tief. AMPAS hat sicherlich einige potenzielle Oscar-Moderatoren in petto und steht derzeit offensichtlich noch in Verhandlungen. Vielleicht warten sie aber auch auf das Ergebnis der Neuauszählung der drei Swing States – ich weiß es nicht.

 
Wer soll also in solchen Zeiten die Oscars moderieren? Für mich gibt es drei Wunschkandidaten:

  1. der EMMY-Gewinner und Brite John Oliver (der das „gute Amerika“ – und mich – mit seiner HBO-Polit-Show “Last Week Tonight with John Oliver“ mit so viel Humor durch die unsägliche Zeit des Präsidentschaftswahlkampfes (und danach) geführt hat oder

  2. der Amerikaner Bill Maher (der auch immer da ist, wenn man ihn braucht, bekannt durch seine HBO-Polit-Show „Real Time with Bill Maher) oder

  3.  Barack Obama. Ja, gut hört sich erst mal etwas illusorisch an, aber: die Oscar-Verleihung ist DIE im TV übertragene (mit kleiner Zeitversetzung) LIVE-Prestige-Show und sie findet in den U.S.A. statt, wo kürzlich ein stets pöpelnder und eitler TV-Star ohne jegliche Politikerfahrung zum POTUS gewählt wurde – Nichts ist unmöglich. Hollywood liebt Barack Obama, Ende Februar ist er nicht mehr länger amtierender U.S. Präsident. Mittlerweile wurde bekannt, dass er und seine Familie nach seiner Amtszeit nach Kalifornien ziehen und so könnte er sich doch gebührend verabschieden. (Schließlich kam er auch noch Deutschland, um sich zu verabschieden). Ich bin sicher, dass er die richtigen Worte finden würde und für AMPAS würde das die höchsten Einschaltquoten aller Zeiten garantieren.

Also weiter warten, ich schätze, dass AMPAS in den nächsten Tagen ihren Oscar-Host verkündet. Update: Am 05.12.16 ist bekanntgegeben worden, dass ABCs Late Night Moderator Jimmy Kimmel der Gastgeber der 89. Academy Awards am 26.02.17 sein wird.

 

 

Zu meiner Oscar-Gewinner-Prognose:
In meiner September-Prognose hatte ich bereits geschrieben, dass der Ausgang der Präsidentschaftswahlen durchaus Auswirkungen auf die Oscars haben kann. Da ich etwas Vergleichbares noch nicht miterlebt habe, bin ich selbst gespannt.Der Schock über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen sitzt ähnlich tief wie nach dem 11. September 2001. Bei den darauffolgenden Oscars im Jahr 2002 wurde das Musical „Chicago“ als Bester Film ausgezeichnet. Zeichnet AMPAS einen Monat nachdem Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde dann auch einen leichten Film als besten Film des Jahres aus, bei dem man für 2 Stunden den Horror der Welt vergessen kann oder gewinnt – wie üblich – ein solides Drama mit vielleicht noch dazu einer politischen Botschaft? Vielleicht will AMPAS auch ein Zeichen setzen und ein Film über das Anderssein gewinnt gerade jetzt den Oscar? Es ist schwer, vorherzusagen – insbesondere so kurz nach der Wahl. So lange bleibe ich bei meiner September-Prognose, dem Eskapismus-Film „La La Land“.

 
In dem diesjährigen Oscar-Rennen gibt es eigentlich nur noch eine unbekannte Größe: Martin Scorseses „Silence“. Bevor der erste Trailer des Films im Internet zu sehen war, wurde er exklusiv vor Zemeckis „Allied“ gezeigt. Ich war, glaube ich, selten so aufgeregt, einen Trailer zu sehen. Martin Scorsese ist bei den Academy-Mitgliedern hochgeschätzt, den einzigen Scorsese-Film, den sie im letzten Jahrzehnt nicht als Besten Film nominiert haben, war „Shutter Island“. Vor ein paar Tagen gab es nun das erste Screening für das National Board of Review, gestern haben die ihre Bestenliste für 2016 veröffentlicht und „Silence“ ist unter den besten 10 Filmen gelandet. Die Tage erfolgen weitere Screenings aber nur für amerikanische Kritikergruppen, die demnächst ihre Bestenlisten herausbringen. Schließlich sollten die die Möglichkeit bekommen, Scorseses Film vorher noch zu sehen. Gestern feierte „Silence“ eine Art Weltpremiere vor rund 300 Priestern in Rom. Heute (30.11.16) soll der Film vor einem noch kleineren Kreis im Vatikan gezeigt werden. Wie jedes Jahr, wenn Martin Scorsese einen Film herausbringt, schafft er es tatsächlich noch gerade in der letzten Minute seinen Film fertigzustellen und zu zeigen. Morten Tyldums „Passenger“ ist der andere Film der noch nicht gezeigt wurde, es wird gemunkelt, dass er noch nicht ganz fertig ist. Ich denke aber dieser Sci-Fi-Film wird bei den Oscars eh nichts reißen, höchstens eine Oscar-Nominierung für Jennifer Lawrence. Die anderen Vielleicht-Oscar-Filme Patriots Day, Miss Sloane, Hidden Figures, Live By Night, The Founder wurden bereits gezeigt, aber stehen teilweise noch unter Embargo.

 

 

Denzel Washingtons „Fences“ wurde vor einiger Zeit erstmalig gezeigt. Der Film hat wohl das Potenzial als Oscar-Gewinner-Film und Denzel Washington hat tatsächlich Chancen, seinen dritten Oscar als Schauspieler zu gewinnen.

 

Viola Davis hat sich entschlossen, sich für ihre Performance in „Fences“ in der Kategorie Beste Nebendarstellerin aufstellen zu lassen. Sie hat die Rolle in dem gleichnamigen Theaterstück bereits gespielt und wurde dafür mit einem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Warum hat sie sich nun dazu entschlossen, es nicht auch in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin zu versuchen?

Für die Oscar-Saison und Filmpreisverleihungen müssen sich Produktion/Verleih und die Schauspieler entscheiden, in welcher Kategorie die Schauspieler jeweils aufgestellt werden sollen. Daran halten sich auch die Verantwortlichen, die für die Verleihung der amerikanischen Filmpreise zuständig sind. Wird also ein Schauspieler als Bester Nebendarsteller vorgeschlagen, vorausgesetzt seine Performance ist entsprechend preiswürdig, wird er bei den Kritikerpreisen, den Golden Globes, etc. als Bester Nebendarsteller nominiert. Bei den Oscars ist es anders, AMPAS entscheidet, ob sie die Performance als Hauptrolle oder als Nebenrolle sehen. Ein Beispiel: Harvey Weinstein hat im Jahr 2008/2009 eine Kampagne für Kate Winslet („The Reader“) geführt. Zu dem Zeitpunkt war sie bereits 5 x für den Oscar nominiert. Harvey Weinstein wollte für sie jetzt endlich den Oscar nach Hause holen, sah aber ihre Chancen als Beste Nebendarstellerin größer. Er schlug sie als Beste Nebendarstellerin vor und sie gewann den Golden Globe und den SAG-Award als Beste Nebendarstellerin. AMPAS war das aber schnuppe und sie haben sie als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Kate Winslet gewann ihren ersten Academy Award als Beste Hauptdarstellerin für „The Reader“.

 
So, zurück zu Viola Davis. Sie ist eine brillante Schauspielerin, die bereits einen Emmy und einen Tony gewonnen hat – sie gilt in der Branche schon lange als überfällig für den Oscar-Gewinn. Zwei Nominierungen hat sie (für Doubt und The Help). Ich habe seinerzeit gewettet, dass sie für „The Help“ gewinnt, AMPAS hat aber überraschend Meryl Streep mit ihrem 3. Academy Award ausgezeichnet. Viola Davis hatte seinerzeit darauf bestanden, eine Kampagne als Beste Hauptdarstellerin (und nicht Beste Nebendarstellerin) zu führen. Nun sieht diese Oscar-Saison (2016/2017) so aus, als wäre der Wettbewerb in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin am stärksten besetzt (üblicherweise ist es Bester Hauptdarsteller). Emma Stone, Natalie Portman und Annette Benning gelten als gesetzt und derzeit als aussichtsreichste Kandidaten auf den Oscar-Gewinn als beste Hauptdarstellerin. Viola Davis hat scheinbar eingesehen, dass sie wohl größere Chancen auf den Oscar-Gewinn in der Kategorie Beste Nebendarstellerin hat. Was den Film „Fences“ angeht, gilt sie – für die, die das Privileg hatten, den Film schon sehen zu dürfen – auch mehr als „supporting“ für Denzel Washingtons Rolle. Seitdem durchgedrungen ist, dass sie tatsächlich herausragend in „Fences“ ist, ist für mich klar, dass Viola Davis den Oscar als Beste Nebendarstellerin gewinnen wird. (Vorausgesetzt AMPAS behält sie in der Kategorie)

 

 

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

 
The LobsterHail, Caesar!, Indignation, Maggie´s Plan, Miles AheadLittle Men, The Witch, 10 Cloverfield Lane, ZootopiaEye in the Sky, Everybody Wants Some!!, Hello, My Name is Doris, Born to Be Blue, The Meddler, Life, Animated, Always Shine, A Bigger Splash, „Love & Friendship“, The BFGDe Palma, Finding Dory, O.J.: Made in America, Popstar: Never Stop Never Stopping, Tickled, Free State of Jones, Swiss Army Man, Toni ErdmannFrantz, Hell or High Water, Florence Foster JenkinsKubo and the Two Strings, Sausage Party, „Krisha“, The Light Between Oceans, „Sing Street“, „The Jungle Book“, SullySnowdenDeepwater Horizon13th, „Amanda Knox“, Denial, I, Daniel BlakeManchester by the SeaMoonlight, Paterson, „Weiner“, The Girl on the Train, The Birth of a Nation, Queen of Katwe, American Pastoral, Desierto, Certain Women, The Handmaiden, Arrival, Doctor Strange, The Eagle Huntress, „Blue Jay“, Nocturnal Animals, Loving, The Edge of Seventeen, Bleed for This, Allied, Rules Don´t Apply, Moana, Billy Lynn´s Long Halftime Walk, La La Land, Update: „Under the Shadow“, „Kate Plays Christine“, Miss Sloane, Jackie, Patriots Day, Fences, Lion, „Captain Fantastic“, Hidden Figures, SilenceLive by Night  (ein Update erfolgt regelmäßig)

 

 

Nachstehend habe ich die Filme, die Regisseure, die Schauspieler der Reihe nach gelistet, in der ich sie mir jetzt Ende November (30.11.16) am ehesten als Gewinner vorstellen kann. Seit September setze ich auf „La La Land“ als Oscar-Gewinner-Film. Nachdem ich ihn jetzt auch gesehen habe (steht für mich bis Anfang 2017 unter Embargo), bin ich sicher, dass „La La Land“ mit den meisten Oscar-Nominierungen ins Rennen gehen. Es werden, wie bereits in den Jahren zuvor, von der Academy 5 bis zu 10 Filme nominiert. Höchstwahrscheinlich werden mehr als 5 Filme nominiert, ich denke aber, dass nur noch fünf Filme, tatsächlich eine Chance auf den Oscar-Gewinn haben. Die Kategorie Bester Nebendarsteller ist die einzige Kategorie, die derzeit noch keine Richtung aufweist.

 

 

Bester Film
La La Land
Fences
Manchester by the Sea
Moonlight
Silence (kaum einer hat den Film bislang gesehen)

 

Bester Regisseur
Damien Chazelle (La La Land)
Denzel Washington (Fences)
Kenneth Lonergan (Manchester by the Sea)
Barry Jenkins (Moonlight)
Martin Scorsese (Silence) – kaum einer hat den Film bislang gesehen

 
Bester Hauptdarsteller

Denzel Washington (Fences)
Casey Affleck (Manchester by the Sea)

 

 

Beste Hauptdarstellerin

Emma Stone (La La Land)
Natalie Portman (Jackie)
Annette Bening (20th Century Women)
Isabelle Hupppert (Elle)

 

 

Bester Nebendarsteller

Michael Shannon (Nocturnal Animals) – eigentlich mehr mein persönlicher Favorit
Hugh Grant (Florence Foster Jenkins)
Mahershala Ali (Monlight)
Kevin Costner (Hidden Figures)
Adam Driver (Silence)
Jeff Bridges (Hell or High Water)
Dev Patel (Lion)
Ralph Fiennes (A Bigger Splash)
Aaron Eckhart (Bleed for This)

 
Beste Nebendarstellerin

Viola Davis (Fences) – in meinen Augen mittlerweile konkurrenzlos

 
Der perfekte Trailer zu dem Oscar-Gewinner-Film 2017?

 

 

 
und ein Trailer von „Fences“ mit meiner Favoritin auf den Oscar-Gewinn als Bester Nebendarstellerin:

 

 

Meine Helden:

 

John Olivers Reaktion auf den frisch gewählten Präsidenten Donald Trump:

 

 

Bill Mahers Reaktion auf den frisch gewählten Präsidenten Donald Trump:

 

Chicago – Film: „Nocturnal Animals“

Ich war am 22.11.16 und am 24.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Nocturnal Animals“ (dt. Kinostart: 22.12.16) 116 min thriller, adaptation
dir. Tom Ford cast: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Aaron Taylor-Johnson, Isla Fisher, Armie Hammer, Laura Linney, Andrea Riseborough, Michael Sheen

 
Susan Morrow (Amy Adams) ist eine sehr erfolgreiche Galeristin in Los Angeles. Vor 19 Jahren hat sie sich von ihrem ersten Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) scheiden lassen. Es war die große Jugendliebe, aber dennoch hatte sie sich seinerzeit entschlossen, dass der attraktive Hutton (Armie Hammer) besser zu ihr passt. Bis heute sind sie verheiratet, leben aber aneinander vorbei. Glücklich ist Susan nicht. Jetzt erhält sie eines Morgens ein Manuskript per Post. Ihr Ex-Mann ist Schriftsteller, sein neues Buch hat er ihr gewidmet und sie soll auch die erste sein, die den Roman liest. Susan beginnt zu lesen, es ist ein spannender, aber auch sehr verstörender Roman…

 

 

A (Wertung von A bis F) „Nocturnal Animals“ basiert auf Austin Wrights Roman „Tony and Susan“. Es ist nach dem brillanten A Single Man erst der zweite Film des amerikanischen Modedesigners und Filmemachers Tom Ford. Tom Ford hat auch Drehbuch zu dem Film geschrieben.

Jedes Jahr hoffe ich auf einen Film, der mich irgendwie umhaut. Dieses Jahr habe ich bereits viele gute und einige sehr gute Filme im Kino sehen dürfen. Mein 83. Film war dann für mich der Volltreffer. „Nocturnal Animals“ ist ein Film ganz nach meinem Geschmack.

Nach Tom Fords erstklassigem Regiedebüt habe ich mich auf seinen Folgefilm wie verrückt gefreut. Vom Style her hatte ich eine gewisse Vorstellung, wie dieser zweite Film beginnt. Im Leben wäre ich nicht auf diese ersten Szenen, diese ersten irritierenden vielleicht zwei Minuten, gekommen.

„Nocturnal Animals“ ist ein stylischer, nuancierter Rachethriller, genauer gesagt sind es zwei Geschichten, bei denen die Grenzen der Handlungsstränge verschwimmen. Stilistisch könnten beide Stories nicht unterschiedlicher inszeniert sein. Auf der einen Seite die elegante, stilvolle und sicher kalte Inszenierung von Amy Adams Gegenwart (und Vergangenheit mit Jake Gyllenhaal) und auf der anderen Seite die schmuddlige, sehr aufwühlende Inszenierung der Texas-Story. Das Ende des Films ist perfekt, offen und doch so klar.

Jeder Szene im Film sieht man an, dass sie von einem (Mode-) Designer komponiert wurde. Vom Stil der Inneneinrichtung von Amy Adams Haus, die Kostüme (übrigens nicht von Tom Fords eigenem Mode-Label) bis zu den Akzenten, die der Modeschöpfer mit der Farbe Rot (ein Telefon, ein Sofa, einen Vorhang, etc.) und der Farbe Grün (Cowboystiefel, Fliesen, ein Auto, ein Kleid, etc.) setzt.

 
Tom Ford muss auch ein Faible für rothaarige Frauen haben, während es in seinem Erstling „A Single Man“ noch Julianne Moore war, sind es hier Amy Adams, Isla Fisher, Ellie Bamber, Laura Linney)

Wenn Michael Shannon auf der Leinwand auftaucht, bin ich ernsthaft außerstande mich auf irgendwas anderes zu konzentrieren. Während ich ihn so anschaute, habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich noch irgendeinen anderen Lieblingsschauspieler neben ihn habe – mir ist keiner eingefallen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Michael Shannon hat die Gabe, die gesamte Aufmerksamkeit für sich zu beanspruchen. So sehr, dass mir Jake Gyllenhaal beinahe leid tat, nehmen so einem Ausnahmetalent bestehen zu müssen. Wenn man die beiden in einer Szene zusammen sieht, kommt bei Jake Gyllenhaal der Schauspieler durch, während Shannon einfach nur die Figur „ist“. Das ist Schauspielkunst. AMPAS – bitte, geht in die Screenings, guckt diesen Film, nominiert Shannon und gibt ihm den Oscar. Es ist Zeit.

Schauspielerisch hat mir auch Aaron Taylor-Johnson (Nowhere Boy, Savages, seinerzeit noch Aaron Johnson) sehr gut gefallen.

Da ich unplanmäßig sieben Tage in Chicago in gestrandet bin, irgendwann alle neuen Filme, die ich sehen wollte, gesehen habe, hatte ich Zeit, mir Tom Fords Werk ein zweites Mal anschauen zu können.

Tom Ford soll bloss nicht auf die Idee kommen, mich erneut 7 !!! Jahre auf seinen nächsten Film warten zu lassen.

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass „Nocturnal Animals“ selbstverständlich festgesetzt in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2016 ist. Im Übrigen, der andere Film mit Amy Adams (Arrival) ist nach der zweiten Sichtung auch bereits festgesetzter TOP TEN-Film.

„Nocturnal Animals“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Michael Shannon), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Nocturnal Animals“ hat eine Oscar-Nominierung erhalten, erfreulicherweise für Michael Shannon als bester Nebendarsteller.

 
„Nocturnal Animals“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Grand Jury Prize gewonnen. „Nocturnal Animals“ ist am 18.11.16 in 37 ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Der Film kommt am 22.12.16 in die deutschen Kinos.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – war das nötig? Jamie Dornan ist so unsexy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

amerikanisches Filmplakat von "Nocturnal Animals"
amerikanisches Filmplakat von „Nocturnal Animals“

Montréal – Film: „The Eagle Huntress“

Ich war am 17.11.16 in Montreál und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Eagle Huntress“ 87 min documentary
dir. Otto Bell cast: Aisholpan Nurgaiv, Nurgaiv Rys voice: Daisy Ridley

 
Das 13-jährige kasachische Mädchen Aisholpan lebt mit ihrer Nomadenfamilie in der mongolischen Steppe. Seit Generationen sind die Männer in ihrer Familie Adlerjäger. Aisholpans Vater ist sogar mehrfach ausgezeichneter Adlerjäger. Seine Tochter ist ein sehr mutiges und starkes Mädchen und hat sich in den Kopf gesetzt, die erste weibliche Adlerjägerin zu sein. Ihr Vater glaubt an seine Tochter und unterstützt sie in ihrem Vorhaben. Auf ihrem Weg werden sie vielen Vorurteilen ausgesetzt sein.

 
B+ (Wertung von A bis F) „The Eagle Huntress“ ist das Dokumentarfilmdebüt des britischen Filmemachers Otto Bell.

Dokumentarfilme sind u.a. dazu da, dass man etwas aus einer ganz anderen Welt erfährt. Hier kann man in Aishobans Welt eintauchen, wie sich dieses tapfere Mädchen versucht, in der Männerwelt durchzusetzen. Spektakuläre Bilder und schöne Musik begleiten diese Reise. Otto Bell hatte scheinbar das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und so konnte er Aisholpan ab dem Moment begleiten, als sie sich einen jungen Adler ausgesucht und trainiert hat.

Daisy Ridley („Star Wars: The Force Awakens“) hat eine der ersten Arbeitskopien des Films gesehen und war so begeistert, dass sie den Film mitfinanziert hat und als Erzählerin durch den Film führt.

 
„The Eagle Huntress“ ist für eine Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm und als bester Song (Sia: „Angel By the Wings“) im Gespräch.

„The Eagle Huntress“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 2.11.16 in amerikanischen und kanadischen Kinos gestartet. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen Untertiteln.

 

 

Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lego Batman Movie„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: The Lego Movie  wollte ich mir seinerzeit auch nicht angucken und dann war der klasse

Trailer v. Film: „Beauty and the Beast„
Bewertung des Teasers: C- (neuer Teaser)
Kommentar: Bill Condons neues Musical mit Emma Watson, Dan Stevens, Emma Thompson, Ewan McGregor, Ian McKellen, Kevin Kline, Stanley Tucci, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich mag keine Musicals

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Mal gucken, wie weit der Film hinsichtlich der Oscars kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Manchester by the Sea„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama. Ein Oscar-Film. Mit Casey Affleck, Michelle Williams und Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF54 gesehen

Trailer v. Film: „Julieta„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: der neue Almodóvar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bestimmt

 

Montréal – Film: „Doctor Strange – IMAX-3D“

Ich war am 16.11.16 in Montreál und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Doctor Strange – IMAX-3D“ (dt. Kinostart war der 27.10.16) 115 min action, fantasy, adaptation
dir. Scott Derrickson cast: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Benedict Wong, Michael Stuhlbarg, Benjamin Bratt, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton

 
Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist ein brillanter, aber ziemlich überheblicher Neurochirurg. Nach einem schweren Autounfall kann er, trotz mehrerer Operationen und Therapien, nicht mehr als Chirurg arbeiten. Als er von einem Wunderheiler erfährt, setzt er seine ganze Hoffnung darein. Er reist schließlich zu dem, von „the Ancient One“ (Tilda Swinton) geführten nepalesischen Kloster. Sie führt ihn in die mystische Welt voller alternativen Dimensionen ein. Dr. Strange wird zum Magier ausgebildet und soll fortan die Welt vor einer Invasion von Mächten aus finsteren und bösen Dimensionen beschützen…

 
B (Wertung von A bis F) „Doctor Strange“ basiert auf den gleichnamigen Comics. Es ist der 14. Marvel-Studio-Film aus dem MCU (Marvel Cinematic Universe). Bei dem Film hat der amerikanische Filmemacher Scott Derrickson („The Exorcism of Emily Rose“, Sinister, „Deliver Us from Evil“) Regie geführt.

 
Ich halte die meisten Comic-Verfilmungen für überflüssig, insbesondere die Gelddruckmaschine Marvel ist mir ein Dorn im Auge. Hin und wieder gucke ich mir aber dann doch einen Film oder eine TV-Serie (Daredevil) an. Warum? Weiß ich selbst nicht. „Doctor Strange“ erschien mir von der Besetzung und vom Trailer her mal ein Film, der auch in meiner Welt richtig cool wirkte.

Besonders von dem Produktionsdesign und von den spektakulären Spezialeffekten weiß dieser Film, zu beeindrucken. Auch führt ein feiner Humor durch den Film. Das gefiel mir alles so gut, dass ich mir am Ende ein „A-„ notiert habe. Leider musste ich dann aber feststellen, dass der Film noch gar nicht zu Ende war und es noch ermüdende ca. 15-20 Minuten so weiterging. Schade, weniger wäre hier mehr gewesen, auch wenn in dieser Zeit auch noch einige atemberaubende CGI-Effekte auf einen warteten.

Für das Marvel Studio war Benedict Cumberbatch die Idealbesetzung für die Rolle des Doctor Strange, sie hatten aber auch einen Plan B in der Tasche: Joaquin Phoenix. Wenn man Benedict Cumberbatch in dieser Rolle sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass ein anderer Schauspieler in dieser Rolle überzeugen kann und auch nicht der von mir sehr verehrte Joaquin Phoenix.

 
Selten gebe ich eine Empfehlung für die 3D-Fassung, diesen Film sollte man – wenn man die Möglichkeit hat – sogar unbedingt in der eindrucksvollen IMAX-3D-Version sehen. Die 3D-Fassung sollte es aber in jedem Fall sein.

 
„Doctor Strange“ ist zu Recht für einige technische Oscar-Nominierungen im Gespräch. Update: „Doctor Strange“ wurde für einen Oscar nominiert, in der Kategorie Beste visuelle Effekte

„Doctor Strange“ ist einer der wenigen amerikanischen Filme, die eine Woche vor dem amerikanischen Kinostart (4.11.16), in Deutschland ins Kino (27.10.16) gekommen ist. Filme starten in Deutschland bekanntermassen immer am Donnerstag, in den U.S.A. grundsätzlich (es gibt ein paar Ausnahmen an Feiertagen) immer freitags.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

 

 

Trailer v. Film: „Fantastic Beasts and Where to Find Them„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Die Trailer sind wirklich klasse, ich würde ihn mir vielleicht anschauen, wenn Eddie Redmayne nicht mitspielen würde – ihn kann ich wirklich nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „xXx: Return of Xander Cage„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: noch so ein Triple X-Actionfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 
Trailer v. Film: „Rogue One: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer – in IMAX 3D)
Kommentar: Ein Film aus dem Star-Wars-Universum mit Felicity Jones, Ben Mendelsohn, Forest Whitaker und Mads Mikkelsen. Den Sinn verstehe ich nicht, außer dass man bei Lucasfilm und Disney alle Möglichkeiten ausschöpft, richtig viel Geld mit dem Namen „Star Wars“ zu machen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Guardians of the Galaxy Vol.2„
Bewertung des Teasers: B+ (in IMAX 3D)
Kommentar: 2. Teil
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn mir irgendwas Schweres auf den Kopf fällt…

 

Montréal – Film: „Arrival“

Ich war am 16.11.16 in Montreál und am 25.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Arrival“ (dt. Kinostart: 24.11.16) 117 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Tzi Ma, Mark O´Brien

 

 

Zwölf außerirdische Raumschiffe sind plötzlich an verschiedenen Plätzen der Erde aufgetaucht. Niemand kann sich erklären, warum. Alle Versuche mit den Außerirdischen zu kommunizieren, scheitern. Die amerikanische Regierung beauftragt Colonel Weber (Forest Whitaker), ein Team aus Wissenschaftlern zusammenzustellen. Die Sprachprofessorin Dr. Louise Banks (Amy Adams) und der Mathematikwissenschaftler Dr. Ian Donnelly (Jeremy Renner) haben die Aufgabe, die Sprache der Aliens zu entschlüsseln und damit den Grund des Besuches der Außerirdischen herauszufinden…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Arrival“ basiert auf Ted Chiangs Kurzgeschichte „Story of Your Life“. Es ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, EnemySicario). „Arrival“ ist nach den drei letztgenannten Filmen der vierte englisch-sprachige Film des Regisseurs.

Auf dem Papier erzählt „Arrival“ eine ganz simple Geschichte, am Ende hat man aber einen sehr komplexen Film gesehen über den man noch eine Weile grübeln und diskutieren kann. Der Zuschauer, der ausschließlich konventionelles, actionreiches Sci-Fi-Kino mag, gerne an die Hand genommen und durch einen Film geführt wird, schlichtweg alles erklärt bekommen möchte, wird mit diesem Film gar nichts anfangen können. „Arrival“ gibt keine Erklärungen, er stellt Fragen.

„Arrival“ ist ein ruhig, langsam, aber durchaus fesselnd erzählter und – vor allen Dingen – gut durchdachter Erwachsenen-Sci-Fi-Film mit interessanten philosophischen Ansätzen. Hauptsächlich ist es ein Film über Kommunikation und Sprache.

Es empfiehlt sich, den Film ein zweites Mal zu sehen. Auch oder gerade wenn man bei der ersten Sichtung bereits rechtzeitig eine „Auflösung“ erkannt hat und damit den Rest des Film in einem anderen Licht sehen konnte, hält der Film ganz sicher auch beim zweiten Mal noch einiges parat. Der Film ist von einer minimalistischen Schönheit und hat einen imposanten Sound und Score. Die beeindruckenden Bilder stammen von dem afroamerikanischen Kamerakünstler Bradford Young (Ain´t Them Bodies Saints, Selma, A Most Violent Year, Pawn Sacrifice).

Bevor man sich diesen Film anschaut, sollte man so wenig wie möglich darüber gehört oder gelesen haben. Ganz unbelastet sollte man sich auf die Geschichte einlassen, in diese Welt eintauchen und das für sich herausziehen, was man möchte. Da ich meine Gedanken und Interpretationen zu dem Film festhalten wollte, habe ich mich dazu entschieden, mit Ankündigung zu spoilern. Unterteilt habe ich es in einen kleinen Spoiler (der im Groben beschreibt, worum es in dem Film geht) und einen großen Spoiler (der sich mit der, von Amy Adams brillant verkörperten zentralen Figur beschäftigt).

 
spoiler

Wie nähert man sich einer völlig fremden Spezies? Wie kommuniziert man mit Fremden, wenn deren Sprache nicht das Geringste mit der eigenen oder einer anderen bekannten Sprache zutun hat? Jeder, der schon mal eine fremde Sprache erlernt hat, weiß, dass, wenn man die Sprache immer besser beherrscht, man irgendwann in dieser fremden Sprache denkt. Wenn sich das Sprachverständnis weiter verbessert, träumt man sogar in der fremden Sprache. Viele Worte haben in jeder Sprache unterschiedliche Bedeutungen, wie leicht ist es, gewisse Worte falsch zu interpretieren? In meinem Job als Flugbegleiterin werden wir ständig geschult, einer der wichtigsten Seminare im Umgang mit internationalen Gästen ist „Interkulturelle Kommunikation“. Wie geht man mit fremden Kulturen um, welche Besonderheiten der unterschiedlichen Mentalitäten muss man beachten? Worauf muss man achten, um beispielsweise einen japanischen Gast nicht vor den Kopf zu stossen, etc.? Wie verhält man sich in den einzelnen Ländern, was sind die Dos and Don´ts, die Verhaltensweisen in dem jeweiligen Land? Für die Sprachwissenschaftlerin Louise in „Arrival“ gibt es keinen Leitfaden im Umgang mit den Aliens. Also, zurück zur Ausgangsfrage: Wie nähert man sich dieser fremden Spezies? Was ist, wenn man die Kommunikation mit den Außerirdischen und das Erlernen ihrer Sprache auch noch unter erschwerten Bedingungen (Zeitdruck) durchführen muss? Eigentlich ist es ein langwieriger Prozess, aber die amerikanische Regierung wird langsam ungeduldig und will endlich wissen, warum die Aliens in Montana gelandet sind. Sind sie in friedlicher oder kriegerischer Absicht hier?

Und was ist, wenn man nicht die einzige Nation ist, die mit dieser fremden Spezies konfrontiert wird? Wie gehen die anderen Regierungen mit einer nie da gewesenen Situation um? In diesem Film sind es 12 Nationen, zum Teil Großmächte, die mit der gleichen Situation umgehen müssen. Wie läuft die Kommunikation zwischen den einzelnen Ländern? Tauscht man sich mit den anderen Nationen aus oder löst jedes Land für sich das Problem? Was ist, wenn eine Nation nicht so offen und geduldig ist, wie eine andere, das Dasein der Außerirdischen als Bedrohung einschätzt und militärisch vorgehen will? Was ist die Konsequenz eines solchen Handelns?

spoiler Ende

 
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Die Protagonistin Louise (die zweifelsfrei smarteste Person des Films) ist Linguistin und geht offen auf die Aliens zu, lässt sich auf sie ein und möchte sie verstehen und deren Sprache erlernen. Wie ein fremder Kulturkreis tickt, erkennt man daran, wie dieser seine Sprache nutzt. Die Sprache der Außerirdischen basiert auf Zeit. Dadurch dass Louise die Sprache der Aliens immer besser versteht, hat sie irgendwann die Gabe, die Zeit nicht nur linear zu sehen. Sie sieht die Zeit/das Leben (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) als Ganzes. Im Film hat Louise Visionen, einzelner Lebensabschnitte, die in ihrer Zukunft liegen. Dabei gibt es viele schöne Erlebnisse, aber auch schmerzhafte Schicksalsschläge, die in ihrem Leben auf sie zukommen. Wird sie sich trotzdem für dieses Leben entscheiden? Wenn man weiß, dass eine Beziehung endet, geht man sie trotzdem ein? Wenn man weiß, dass sein Kind sterben wird, entscheidet man sich trotzdem dafür, dieses Kind zu bekommen? Im Film denkt man am Anfang, Rückblenden zu sehen, am Ende stellt sich heraus, dass dies Vorschauen auf Louises Zukunft sind. Der Film ist nicht linear erzählt. Mir war das selbstverständlich auch nicht von Beginn an klar, irgendwann gibt der Film aber Hinweise darauf.

 
SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER   –  Ende

 
Der Film hat bei mir nach der ersten Sichtung nicht die volle Punktzahl erreichen können. Beispielsweise konnte ich mir die plötzlichen Untertitel nicht erklären. Ich bin gespannt darauf, wie der Film bei der zweiten Sichtung wirkt.

 

A (Wertung von A bis F) „Arrival“ gewinnt tatsächlich nochmal durch die zweite Sichtung, auch habe ich keine Probleme mit den Untertiteln mehr. Damit ist „Arrival“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

 
„Arrival“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Jeremy Renner, Forest Whitaker), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Arrival“ wurde für insgesamt 8 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera (hier hat der erste afroamerikanische Kameramann Bradford Young eine Nominierung erhalten, der erste schwarze Kameramann war Remi Adefarasin für „Elizabeth“), Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Gewonnen hat „Arrival einen Academy Award (Bester Tonschnitt). 

„Arrival“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Future Film Festival Digital Award gewonnen. Der Film ist am 11.11.16 landesweit in die amerikanischen und kanadischen Kinos gekommen. In Deutschland startet der Film am 24.11.16.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman und ja, leider Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

amerikanisches Filmplakat von "Arrival"
amerikanisches Filmplakat von „Arrival“

 

San Francisco – Film: „The Handmaiden“

Ich war am 01.11.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Handmaiden“ (Originaltitel: „Ah-ga-ssi“, dt. Filmtitel: „Die Taschendiebin“, dt. Kinostart: 05.01.17) 144 min thriller, drama, adaptation
dir. Park Chan-Wook cast: Kim Min-hee, Kim Tae-ri, Ha Jung-woo, Cho Jin-woong

 

 

Im japanisch besetzten Korea In den 1930er Jahren. Um die wohlhabende japanische Erbin Lady Hideko (Kim Min-hee) um ihr Vermögen zu bringen, sorgt der Heiratsschwindler (Ha Jung-woo) dafür, dass die Trickbetrügerin Sookee (Kim Tae-ri) bei ihr als Dienerin angestellt wird. Die Frauen entwickeln jedoch Gefühle füreinander…

 

 

B (Bewertung von A bis F) „The Handmaiden“ basiert auf Sarah Waters Roman „Fingersmith“. Es ist der neue Film des südkoreanischen Filmemachers Park Chan-Wook (Oldboy, Stoker).

Wie bewertet man einen 2 1/2-Stunden-Film, mit dessen ersten zwei Akten man mittelzufrieden ist (beide B- für mich) und dessen dritter und letzter Akt ein kleines Meisterwerk ist (A für mich)?

„The Handmaiden“ ist ein grandios fotografiertes asiatisches Kostümdrama, ein Mystery-Film mit unvorhersehbaren Wendungen und einem einprägsamen und auffällig guten Score. Mit seinem seltsamen Humor kam mir der Film aber auch an der einen oder anderen Stelle vor wie ein koreanisch-japanisches Komödienstadel und an anderer Stelle überrascht der Film mit SM- und Lesben-Sex-Szenen. Das muss man alles mögen. Gerade die letztgenannten Szenen hätte ich in der Eindeutigkeit nicht gebraucht, in der LGBT-Szene wird dieser Film sicherlich schon bald einen Kultstatus erreichen.

„The Handmaiden“ war im Gespräch, von Südkorea als Film für den Oscar als bester fremdsprachiger Film eingereicht zu werden. Überraschenderweise wurde jedoch Kim Ji-woons Film „The Age of Shadows“ eingereicht.

„The Handmaiden“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2016 gezeigt. Am 21.10.16 ist er in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Derzeit läuft der Film in 123 Kinos landesweit. In den U.S.A. wird die koreanisch-japanische Fassung mit englischen Untertiteln gezeigt. In Deutschland ist ein Kinostart am 05.01.17 geplant.

Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Elle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so sehnsüchtig auf einen französischen Film gewartet habe. Paul Verhoevens neuer Film mit Isabelle Huppert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Toni Erdmann„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Deutscher Oscar-Beitrag von Maren Ade. Ich habe mir ihn kürzlich an Bord ein zweites Mal angeschaut – ein großartiger Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Gimme Danger„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich habe Iggy Pop schon immer geliebt. Nach Paterson Jim Jarmuschs zweiter Film dieses Jahr – eine Dokumentation über die The Stooges.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

San Francisco – Film: „Certain Women“

Ich war am 31.10.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Certain Women“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 107 min drama, adaptation
dir. Kelly Reichardt cast: Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams, James LeGros, Jared Harris, Lily Gladstone

 

 

Seit acht Monaten erklärt die Anwältin Laura Wells (Laura Dern) ihrem verzweifelten Klienten (Jared Harris) bereits, dass sein Fall aussichtslos ist. Er will es nicht wahrhaben und schon bald spitzt sich die Lage dramatisch zu…
Das Ehepaar Gina und Ryan Lewis (Michelle Williams und James LeGros) bauen ein Haus und versuchen dafür, einem älteren Herrn (Rene Auberjonois) einige Natursteine abzuschwatzen. Dabei geraten die Probleme innerhalb der Familie und der Ehe immer mehr an die Oberfläche…
Jamie (Lily Gladstone) arbeitet auf einer Pferderanch und hat sich aus Langeweile in das Seminar, dass die junge Anwältin Beth Travis (Kristen Stewart) an der Abendschule gibt, geschlichen. Nach dem Unterricht gehen die beiden Frauen noch etwas essen, dabei verliebt sich Jamie in Beth…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Certain Women“ basiert auf Maile Meloys Sammlung von Kurzgeschichten „ Both Ways Is the Only Way I Want It“ und „Half in Love“. Es ist der neue Film der amerikanischen Regisseurin Kelly Reichhardt („Wendy and Lucy“, The Meek´s Cutoff, Night Moves)

Hauptberuflich ist Kelly Reichhardt Filmprofessorin am Bard College im Bundesstaat New York. Ich bewundere und unterstütze immer Filmemacher, die mutig sind und einen eigenen Weg und Stil verfolgen. Außerdem bin ich an den Arbeiten weiblicher Filmemacher interessiert. „Certain Women“ ist nun der dritte Film, den ich von Kelly Reichhardt gesehen habe und für mich zweifelsfrei der Beste der drei Filme. Wenn man weiß, worauf man sich bei einem Kelly-Reichhardt-Film einlässt, kann man die entspannt-entschleunigte Art ihrer Inszenierungen geniessen.

In diesem Film werden drei, voneinander unabhängige Geschichten erzählt. (Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgehen, dass zwei Charaktere aus der ersten Geschichte, auch in einer der anderen auftauchen). Es gibt auch noch weitere Verbindungen der Charaktere in den drei Geschichten.

 
Kelly Reichhardt inszeniert ihre Filme ganz minimalistisch, kaum Handlung, kaum oder keine Filmmusik, dafür sind die Landschaft (hier Montana) und das Umfeld auch immer Teil ihrer Erzählungen. Sie hat sie ein sehr gutes Auge für natürliche und eindrucksvolle Bilder und Szenen. In diesem Film wird das besonders in der letzten Geschichte deutlich. Diese Geschichte war für mich die interessanteste, was nicht zuletzt an Lily Gladstone liegt. Lily Gladstone ist ein Name, den man sich merken sollte. Sie hat die seltene Begabung, die Gefühle ihres Filmcharakters vordergründig durch ihre Augen transparent zu machen. Ähnliches schauspielerisches Talent war dieses Jahr bei Sandra Hüller in Toni Erdmann zu bewundern. Für mich ist es ganz klar eine Oscar-Performance. Eine weitere Neuentdeckung in diesem Film war Rene Auberjonois, der in der zweiten Geschichte den älteren Herrn spielt.

 
Der Film „Certain Women“ ist „Lucy“ gewidmet, Kelly Reichhardts verstorbenen Hündin. Sie hatte in einigen ihrer Filme mitgespielt.

„Certain Women“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Lily Gladstone, Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams)

„Certain Women“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 14.10.16 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 138 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 02.03.17 anvisiert. Kürzlich wurde der Film mit dem Preis als Bester Film auf dem London Film Festival 2016 ausgezeichnet.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Ganz klar sehe ich hier eine Oscar-Nominierung, obwohl ich kein Freund der Portman bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lion„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Dev Patel, Rooney Mara und Nicole Kidman. Oscar-Film und Harveys einziges Pferd im Stall.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Elle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so sehr auf einen französischen Film gewartet habe. Paul Verhoevens neuer Film mit Isabelle Huppert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

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TV – Serie: „The Night Of“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

 

„The Night Of“ (dt. Serientitel: „The Night Of – Die Wahrheit einer Nacht“, auch in D. auf VOD erhältlich, ab 16.3.17 auf Blu-ray und DVD) 8 x approx 60 min crime, drama, adaptation
dir. Steven Zaillain, James Marsh cast: John Turturro, Riz Ahmed, Bill Camp, Jeannie Berlin, Amara Karan, Michael Kenneth Williams, Peyman Moaadi, Poorna Jagannathan, Ben Shenkman, Afton Williamson

 

 

New York City. Jackson Heights, Queens. 24. Oktober 2014. Der 23-jährige pakistanisch-amerikanische Student Nasir, genannt „Naz“ (Riz Ahmed) möchte unbedingt auf eine Party in Manhattan. Sein Kumpel hat ihn aber versetzt und so schnappt er sich, ohne Erlaubnis, kurzerhand das Taxi seines Vaters, um nach Manhattan zu fahren. Dort steigt eine junge Frau in das Taxi. Sie ist hübsch und Nasir verbringt etwas Zeit mit ihr. Nach ein paar Drinks und Drogen wacht Nasir irgendwann in der Küche ihres Upper-West-Side-Apartments auf. Kurze Zeit später findet er die junge Dame brutal ermordet in ihrem Schlafzimmer. Nasir verlässt fluchtartig das Haus. Detective Dennis Box (Bill Camp) ermittelt in dem Mordfall, die Beweise sind erdrückend und Nasir gilt für ihn schon bald als Hauptverdächtiger. Der Anwalt John Stone (John Turturro) ist wegen eines seiner Klienten auf dem Revier, als er von Nasirs Fall erfährt….

 
A- (Wertung von A bis F) „The Night Of“ basiert auf dem BBC-Mehrteiler „Criminal Justice“ von Peter Moffat. Die Serienmacher sind Richard Price, der Vorlagen u.a. zu den Filmen „Sea of Love“, „Clockers“ und der HBO-Serie „The Wire“ geschrieben hat und der Autor und Regisseur Steven Zaillian. Steven Zaillian hat u.a. die Drehbücher für „Schindler´s List“, „Clear and Present Danger“, Moneyball und The Girl with the Dragon Tattoo geschrieben.

Der Achtteiler lässt den Zuschauer zum einen rätseln, ob Nasir die junge Frau vielleicht doch ermordet hat, ist aber hauptsächlich eine Charakterstudie eines jungen pakistanisch-amerikanischen Studenten und eines neurotischen Anwalts. Letztlich ist es auch ein Familien-, Gefängnis- und Gerichtsdrama.

Die Story ist nicht neu, ein junger Mann wird verdächtigt, eine junge Frau getötet zu haben. Er kann sich nur bruchstückhaft an den Abend, den er mit ihr verbracht hat, erinnern, Drogen und Alkohol waren im Spiel, der junge Mann wacht irgendwann auf und findet das Mädchen ermordet – hat er sie umgebracht? Dann der erfahrene Polizist, der an dem (seinem letzten) Fall ermittelt und ein abgehalfterter Verteidiger. Hat man alles schon mal in Spielfilmen oder TV-Serien gesehen und doch ist „The Night Of“ anders und unbedingt empfehlenswert.

Wenn mir eine neue Serie richtig gut gefällt, dann schaue ich sie mir 2 x an. Mit einem zeitlichen Abstand von einem Monat habe ich mir „The Night Of“ selbstverständlich ein zweites Mal angeschaut.

Ich liebe so unfassbar viel an der Serie – wo soll ich anfangen? Der düsterer Look eines David Fincher-Films, wie Manhattan gezeigt wird, das Polizeirevier, die Charaktere, allen voran Detective Box (gespielt von Bill Camp). Box verkörpert einen normalen Polizisten, er sieht aus wie einer, verhält sich wie einer und trickst im legalen Rahmen. Box wirkt nicht wie ein Cop aus einer TV-Serie. Mein anderer Lieblingscharakter ist die Staatsanwältin Helen Weiss (gespielt von Jeannie Berlin). Die Wandlung, die die Zentralfigur Nasir vollzieht, ist faszinierend und glaubwürdig – vor allen Dingen durch die brillante Darstellung des Schauspielers Riz Ahmed. John Turturro ist sowieso immer sehenswert, hier mochte ich besonders die Katzen-Geschichte, die sich durch die gesamte Staffel zog und auch starke Parallelen zu Nasirs Leben zeigt. Durch „The Night Of“ habe ich aber auch etwas Neues über das amerikanische Rechtssystem gelernt. Vielleicht sind einige mit dem Staffelende unzufrieden, mir hat sie mit der zweiten Sichtung noch besser gefallen und ich liebe die letzte Szene.

Die Besetzung ist – mit einer Ausnahme (Der Schauspieler, der am Ende der Serie den Richter spielt, wäre meiner Meinung nach als Hausmeister glaubwürdiger besetzt) – durchweg exzellent.

Eigentlich gibt es nur eine Sache, die mich irritierte. Da ich grundsätzlich nicht spoiler, kann ich nur umschreiben, es hat mit dem späteren Opfer zutun. Gleich zu Beginn gibt es etwas Fragwürdiges in Bezug auf ihren Charakter, das kann doch nicht nur mir aufgefallen sein. Genau eine dieser eindeutigen Fragen stellt John Turturros Charakter jedoch erst in der 6. Episode (ab der ungefähr 50. Minute).

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

 

Nasir „Naz“ Khan – ein schmächtiger, unscheinbarer 23-jähriger amerikanischer Student pakistanischer Herkunft  und plötzlich der Hauptverdächtiger in dem Mordfall einer jungen Frau ist. Nasir wird von dem großartigen englischen Schauspieler Riz Ahmed gespielt. Er hat u.a. in dem Film „Four Lions“ mitgespielt. Mir ist er erstmalig in dem Film The Reluctant Fundamentalist aufgefallen. Außerdem hat er noch in Nightcrawler und „Jason Bourne“ mitgespielt.

 

 

John Stone ist Nasirs Verteidiger. Zuvor hat er vorwiegend Drogendealer und Prostituierte vertreten. John Stone zählt nicht gerade zu den besten Anwälten. Er leidet an einem fiesen Hautausschlag. Ursprünglich sollte John Stone von dem Schauspieler James Gandolfini gespielt werden. Nach dem Tod von James Gandolfini hat der amerikanische Schauspieler John Turturro die Rolle übernommen. Mich begleitet Turturro seitdem ich mich richtig für das Kino interessiere. Er hat viel mit den Coen Bros. (z.B. „Miller´s Crossing“, „Barton Fink“, „The Big Lebowski“) und mit Spike Lee („Do the Right Thing“, Jungle Fever“, „Summer of Sam“) gedreht. Im letzten Jahr  habe ich ihn in dem italienischen Film „Mia Madre“ und neben Woody Allen in Fading Gigolo gesehen.

 
Dennis Box ist der erfahrene Polizist, der in dem Fall der ermordeten jungen Frau ermittelt. Zusammen mit der Staatsanwältin (gespielt von Jeannie Berlin) ist Box meine Lieblingsfigur der Serie. Ich mag wie er seinen Job als Cop ausübt. Gespielt wird er von dem amerikanischen Theater- und Filmschauspieler Bill Camp. Mir war er sehr vertraut, nachdem ich mir seine Filmografie angeschaut habe, wusste ich auch warum. In zig Filmen habe ich ihn bereits gesehen. Geachtet hatte ich auf ihn bislang nicht. Mitgewirkt hat er u.a. in Compliance, Lincoln, 12 Years a Slave, Love & Mercy, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance).

 

 

Freddy ist ein sehr einflussreicher Gefängnisinsasse mit dem sich Nasir auseinandersetzen muss. Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Michael K. Williams. Er ist durch seine Rolle in der TV-Serie „The Wire“ bekannt geworden. In der Serie „Boardwalk Empire“ hat er auch gespielt, aber er war auch in Kinofilmen wie Gone Baby Gone, 12 Years a Slave und Inherent Vice zu sehen.

 

 

Helen Weiss ist die Staatsanwältin in dem Fall der ermordeten jungen Frau. Mrs. Weiss ist meine zweitliebste Figur der Serie. Ich liebe ihr latent angewidertes Charaktergesicht, ihre spröde, leicht entrückte und doch konzentrierte Art, ihre kratzige, ruhige und trotzdem etwas schrille Stimme. Gespielt wird Mrs. Weiss von der amerikanischen Schauspielerin Jeannie Berlin. Vor ein paar Monaten habe ich erst in meinem Beitrag zu Woody Allens Café Society über sie geschwärmt. Mit ihrer Performance hier hat sie sich quasi aus dem Stand zu einer meiner neuen Lieblingsschauspielerinnen entwickelt. Wie kann es sein, dass sie meiner Aufmerksamkeit so lange entgangen ist? Der Name sagte mir immer etwas, im Jahr 1972 hat sie eine Oscar-Nominierung für „The Heartbreak Kid“ erhalten. Sie hat immer wieder längere Drehpausen eingelegt. In den Kinofilme Margaret und Inherent Vice hat sie gespielt. Jeannie Berlin wäre perfekt für die Coen Bros – warum haben die sie noch nicht entdeckt? Fragen über Fragen, Hauptsache ich sehe sie jetzt öfter.

 
Höchstwahrscheinlich gibt es eine zweite Staffel von „The Night Of“.

Die erste Staffel ist für das Jahr 2017 für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch. „The Night Of“ wurde für drei Golden Globes (Beste Miniserie/TV-Film und Bester Hauptdarsteller einer Miniserie/TV-Film für Riz Ahmed und John Turturro) nominiert.

 
„The Night Of“ wurde erstmalig vom 10.07.16 – 28.08.16 auf HBO ausgestrahlt. Parallel zur US-Ausstrahlung war der Mehrteiler auch in Deutschland auf Sky zu sehen. Derzeit ist der Mehrteiler auch in Deutschland auf VOD zu sehen. Auf Blu-ray und DVD ist „The Night of“ ab dem 16.3.17 erhältlich.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

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