VOD – Film: „Saint Frances“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes/Apple TV (U.S.) angeschaut:

 

„Saint Frances“  101 min  drama, comedy  

dir. Alex Thompson  cast: Kelly O´Sullivan, Ramona Edith Williams, Charin Alvarez, Mary Beth Fisher, Lily Mojekwu  

 

Bridget (Kelly O´Sullivan) ist bereits 34 Jahre alt, aber weiß immer noch nicht so recht, wie sie sich ihr Leben vorstellt. Gerade hat sie einen Job als Kindermädchen für die 6-jährige Frances (Ramona Edith Williams) angenommen…

 

B (Wertung von A bis F) „Saint Frances“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Filmemachers Alex Thompson. Das Drehbuch zu dem Film hat die Hauptdarstellerin Kelly O´Sullivan geschrieben. 

Vermutlich werde ich mich in ein paar Monaten nicht mehr groß an den Film erinnern. Die Stimmung, die dieser Film schafft zu übermitteln, ist aber wahrscheinlich bleibend. Der Film führt einen zurück in die Zeit, in der man noch nicht so richtig weiß, welche Richtung man in seinem Leben einschlagen will, Beziehungen führt, die wahlweise okay oder schmerzhaft, aber definitiv nicht optimal sind und in der man sich mit der Frage befasst, ob man Kinder haben will oder eben nicht. Die Protagonistin Bridget ist allerdings nicht Mitte/Ende 20, sondern bereits 34 Jahre alt. Sie hat einen jüngeren Freund, nichts festes – natürlich – und beginnt ihren Job als Kindermädchen bei einem lesbischen Paar. Sie betreut den neunmalklugen Nervkeks Frances und nach anfänglichen Schwierigkeiten kommen sie sich näher. Die Hauptdarstellerin Kelly O´Sullivan, aber auch Ramona Edith Williams, die die Sechsjährige spielt, sind so greifbar und real, dass man sich fragt, ob es sich hier um ein dokumentarisches Filmporträt handelt. Eine kleine Warnung möchte ich dennoch abgeben. Filmemacher Alex Thompson ist nach dem, teils autobiografischem Drehbuch seiner Lebenspartnerin und Hauptdarstellerin des Films, ein sehr authentischer und leichter Sommerfilm über das Erwachsen-, Mutter- und Frausein und alles, was damit alles zusammenhängen (kann) gelungen, der Film befasst sich aber auch mit dem Thema Abtreibung. 

„Saint Frances“ wurde erstmalig auf dem SXSW Film Festival 2019 gezeigt. Dort hat der Film den Publikumspreis und den Special Jury Award gewonnen. Der Film ist am 28.02.20 in einigen ausgewählten Kinos in den Vereinigten Staaten gestartet. In Großbritannien war es der erste neue Film, nach dem Corona-Lockdown, der im Kino gezeigt wird. Seit dem 16.06.20 ist der Film auf DVD/Blu-ray und VOD (u.a. auf iTunes, Amazon Prime Video) erhältlich.

Trailer zu sehen:

 

VOD – Film: „The Rental“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes/ Apple TV (U.S.) angeschaut:

 

„The Rental“  89 min  thriller, horror 

dir. Dave Franco  cast: Dan Stevens, Alison Brie, Sheala Vand, Jeremy Allen White, Toby Huss

 

Charlie (Dan Stevens), seine Frau Michelle (Alison Brie), sein Bruder Josh (Jeremy Allen White) und  Charlies Arbeitskollegin und Josh Freundin Mina (Sheila Vand) haben sich für das Wochenende ein recht kostspieliges Haus an der Küste gemietet. Aber irgendwas scheint doch mit dem Verwalter Taylor (Toby Huss) nicht zu stimmen…

 

D (Wertung von Abis F) „The Rental“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Dave Franco (Fright Night, 21 Jump Street, Now You See Me, The Disaster Artist). 

Der Slasher-Kram in den letzten, vielleicht 15 Minuten ist okay, wenn ich ein Auge zudrücke. Den Abspann mochte ich sogar tatsächlich. Ansonsten weiß ich wirklich nicht, was sich der „kleine Franco“ bei diesem Drehbuch gedacht hat. Die Schreibe hatte jedenfalls zur Folge, dass ich bereits nach 20 Minuten schlechte Laune bekommen habe. Einfach unglaubwürdig, dass sich zwei Pärchen zusammen ein schönes, nicht gerade billiges Haus für das Wochenende mieten und eine davon, Michelle, geht am ersten der beiden Abende früh zu Bett (die Woche war anstrengend,  am nächsten Tag steht ja eine Wanderung an, usw,) gibt aber den anderen zuvor noch die Drogen, die sie eigentlich gemeinsam nehmen wollten. Die Unglaubwürdigkeit spiegelt sich dann auch oft in den Dialogen wieder (machmal sind diese auch noch komplett überflüssig wie der kleine, ins Nichts führende Rassismus-Schlenker). Insgesamt ist der Film höchst unerfreulich, dazu kommt ,dass die Geschichte in weiten Teilen vorhersehbar ist. Über Dave Francos handwerkliches Geschick als Regisseur kann ich nicht meckern, positiv hervorheben möchte ich es aber auch nicht unbedingt. 

„The Rental“ ist am 24.07.20 gleichzeitig in amerikanischen Autokinos, vielleicht sogar dem einen oder anderen traditionellen Kino und auf VOD gestartet. 

Trailer zu sehen:

 

Emmy-Nominierungen 2020

Die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) hat heute die Primetime Emmy-Nominierungen  bekannt gegeben. Das gesamte letzte TV-Jahr gab es so viele klasse TV-Serien und Mehrteiler, dass ich dieses Jahr sogar etwas mitgefiebert habe. Zugegebenermassen hauptsächlich wegen meiner Lieblingsserie Succession und die hat 18 Emmy-Nominierungen (davon allein 9 Schauspiel-Nominierungen) abgeräumt. ❤️

Die Präsentation der wichtigsten Emmy-Nominierungen von Leslie Jones (und Laverne Cox, Josh Gad und Tatiana Maslany) habe ich mir heute sogar live angeschaut, es war mir aber zu hysterisch, Leslie Jones war ähnlich anstrengend wie Tiffany Haddish bei den Oscar-Nominierungen damals. 

 

Gefeiert habe ich natürlich die Emmy-Nominierungen für folgende Schauspieler:

Jeremy Strong für „Succession“ (Best Actor/Drama)

Brian Cox für „Succession“ (Best Actor/Drama)

Nicholas Braun für „Succession“ (Best Supporting Actor/Drama)

Kieran Culkin für „Succession“ (Best Supporting Actor/Drama)

Matthew Macfadyen für „Succession“ (Best Supporting Actor/Drama) 

Sarah Snook für „Succession“ (Best Supporting Actress/Drama) 

James Cromwell für „Succession“ (Guest Actor/Drama)

Cherry Jones für „Succession (Guest Actress/Drama) 

Harriet Walter für „Succession“ (Guest Actress/Drama) 

Jeremy Pope für Hollywood (Best Actor/Limited Series)

Mark Ruffalo für I Know This Much is True (Best Actor/Limited Series)

Cate Blanchett für Mrs. America (Best Actress/Limited Series)

Shira Haas für Unorthodox (Best Actress/Limited Series) 

Dylan McDermott für Hollywood (Best Supporting Actor/ Limited Series)

Jim Parsons für Hollywood (Best Supporting Actor/Limited Series)

Toni Collette für Unbelievable (Best Supporting Actress/Limited Series) 

 

Aber natürlich auch die Emmy-Nominierungen für die Saturday Night Live-Auftritte von 

Adam Driver (als Gastgeber) und 

Brad Pitt (als Dr. Fauci) 

 

Hier die wichtigsten Nominierungen im Überblick:

Outstanding Drama Series

“Better Call Saul” (AMC)

“The Crown” (Netflix)

“The Handmaid’s Tale” (Hulu)

“Killing Eve” (BBC America)

“The Mandalorian” (Disney+)

“Ozark” (Netflix)

“Stranger Things” (Netflix)

“Succession” (HBO)

 

Outstanding Limited Series

“Watchmen” (HBO)

“Mrs. America” (FX on Hulu)

“Unbelievable” (Netflix)

“Unorthodox” (Netflix)

“Little Fires Everywhere” (Hulu)

 

Outstanding Comedy Series

“Curb Your Enthusiasm” (HBO)

“The Good Place” (NBC)

“Dead to Me” (Netflix)

“Insecure” (HBO)

“The Kominsky Method” (Netflix)

“The Marvelous Mrs. Maisel” (Amazon Prime Video)

“Schitt’s Creek” (Pop TV)

“What We Do in the Shadows” (FX)

 

Outstanding Lead Actor in a Drama Series

Jason Bateman, “Ozark”

Brian Cox, “Succession”

Sterling K. Brown, “This Is Us”

Steve Carrell “The Morning Show”

Jeremy Strong, “Succession”

Billy Porter, “Pose”

 

Outstanding Lead Actress in a Drama Series

Jennifer Aniston, “The Morning Show”

Olivia Colman, “The Crown”

Jodie Comer, “Killing Eve”

Laura Linney, “Ozark”

Sandra Oh, “Killing Eve”

Zendaya, “Euphoria”

 

Outstanding Lead Actor in a Limited Series or TV Movie

Jeremy Irons, “Watchmen”

Hugh Jackman, “Bad Education”

Paul Mescal, “Normal People”

Jeremy Pope, “Hollywood”

Mark Ruffalo, “I Know This Much Is True”

 

Outstanding Lead Actress in a Limited Series or TV Movie

Cate Blanchett, “Mrs. America”

Shira Haas, “Unorthodox”

Regina King, “Watchmen”

Octavia Spencer, “Self-Made”

Kerry Washington, “Little Fires Everywhere”

 

Outstanding Lead Actor in a Comedy Series

Anthony Anderson, “black-ish”

Don Cheadle, “Black Monday”

Ted Danson, “The Good Place”

Michael Douglas, “The Kominsky Method”

Eugene Levy, “Schitt’s Creek”

Ramy Youssef, “Ramy”

 

Outstanding Lead Actress in a Comedy Series

Christina Applegate, “Dead to Me”

Rachel Brosnahan, “The Marvelous Mrs. Maisel”

Linda Cardellini, “Dead to Me”

Catherine O’Hara, “Schitt’s Creek”

Issa Rae, “Insecure”

Tracee Ellis Ross, “Black-ish”

 

Die Verleihung der 72nd Emmy Awards findet am 20.09.20 statt. Jimmy Kimmel ist der Gastgeber. 

Hier noch mal, wie es im April 2020 dazu kam und wie Brad Pitt den tollen Dr. Anthony Fauci porträtierte:

 

Hier gibt es restlos alle Emmy-Nominerungen:

 

https://www.emmys.com/awards/nominations

 

Netflix – Serie: „Unorthodox“

Ich habe mir folgenden Netflix-Mehrteiler angeschaut:

 

„Unorthodox“ (in D. seit dem 26.03.20 auf Netflix zu sehen)  4 x approx. 50 min drama, adaptation

dir. Maria Schrader  cast: Shira Haas, Amit Rahav, Jeff Wilbusch, Dina Doron, Della Mayer

 

Die 19-jährige Esty (Shira Haas) lebt in der jüdisch-orthodoxen Satmar-Gemeinde in Williamsburg in New York City. Vor ein paar Monaten wurde sie mit Yanky (Amit Rahav) verheiratet. Sie ist unglücklich in ihrer Ehe und mit ihrem Leben und flieht eines Tages nach Berlin…

 

B (Wertung von A bis F) Die Miniserie „Unorthodox“ wurde von Deborah Feldmans Autobiographie „Unorthodox: The Scandalous Rejection of My Hasidic Roots“ inspiriert. Die amerikanische Autorin Anna Winger (u.a. „Deutschland 83“, „Deutschland 86“) und die deutsche Filmemacherin Alexa Karolinski (u.a. „Oma & Bella“) haben das Drehbuch geschrieben, bei den Rückblicken haben sie sich an Deborah Feldmans Memoiren gehalten, aber die gesamte Storyline in Berlin wurde umgeschrieben. Die zentrale Sprache dieses Mehrteilers ist Jiddisch. Bei allen vier Teilen führt die deutsche Schauspielerin („Keiner liebt mich“, „Aimée & Jaguar“, TV-Serie „Deutschland 83“), Drehbuchautorin („Meschugge“) und Regisseurin („Liebesleben“, „Vor der Morgenröte“) Maria Schrader Regie. Neben der Autorin, haben die beiden Drehbuchautorinnen, die Filmemacherin und die meisten Künstler vor und hinter der Kamera dieses Projekts jüdische Wurzeln. 

Als ich mir diesen Mehrteiler angeschaut habe, wusste ich nicht, dass es sich hierbei um eine deutsche (und amerikanische Ko-) Produktion handelt. Schnell wurde ich reingezogen in diese New Yorker Parallelwelt. Geschichten, die in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde spielen, finde ich generell faszinierend. Viel zu wenig weiß man über die in sich geschlossene, streng gläubige Gemeinde. Aber, ganz ehrlich, was für eine Frauen diskriminierende Kultur und Religion. Anzusehen, wie man innerhalb der Chassidischen Glaubensgemeinschaft mit Frauen umgeht, war kaum zu ertragen. Um so mehr ich in die, von zig Regeln bestimmten Welt eingetaucht bin, um so enger stand ich an Estys Seite, habe ihr innerlich die Daumen gedrückt, dass ihr die Flucht gelingt und sie für immer aus der Gemeinde aussteigt. Überhaupt lebt dieser Vierteiler durch Esty (bzw. durch die Schauspielerin Shira Haas). Was für eine starke, kleine Frau. Ich liebe ihr ausdrucksstarkes Gesicht mit diesen riesigen, dunklen Augen. Mit ihrer Präsenz und ihrem offensichtlichen Talent ist sie für mich bereits jetzt schon ein Star, von ihr werden wir sicherlich noch einiges hören und sehen. Das Drehbuch zu „Unorthodox“ und damit die gesamte Netflix-Produktion kommt leider nicht an die Brillanz ihrer Hauptdarstellerin ran. Man hätte die Geschichte anspruchsvoller erzählen können. Durch die Rückblenden kann man sich zwar ein recht gutes Bild von der ultraorthodoxen Welt und Estys Situation machen, aber die Fortsetzung der Geschichte in Berlin ist weit weniger gelungen. Manches hätte glatt in die deutsche Seifenoper-Landschaft gepasst. Auch gibt es einige Anschlussfehler, die mich immer wieder rausgeworfen haben. Mir hat aber gefallen, dass die tragische Geschichte immer mal wieder mit Situationskomik aufgelockert wird. Das „Wir-haben-keine-Probleme-wir-sind-alle-weltoffen-und-leben-Multikulti“-Berlin wirkte auf mich als Berlinerin auch zu sehr inszeniert.  

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Esther „Esty“ Shapiro ist 19 Jahre alt. Sie wurde in die jüdisch-orthodoxe Welt in dem New Yorker Stadtteil Williamsburg in Brooklyn hineingeboren. Die ursprünglich aus Ungarn stammenden Satmarer Juden sind eine chassidische, ultraorthoxe Gemeinde, die von Holocaust-Überlebenden nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Jiddisch ist bis heute die Sprache dieser Gemeinde. Als Esty drei Jahre alt war, hat Estys Mutter Leah (gespielt von Alex Reid) die Gemeinde verlassen. Sie wurde dann von ihrer geliebten Großmutter „Bubbe“ (gespielt von Dina Doron) und ihrer Tante Malka (gespielt von Ronit Asheri) großgezogen. Sie wurde vor einigen Monaten mit Yanky (gespielt von Amit Rahav) verheiratet. Esty ist unglücklich in ihrer Ehe, auch weil sich ihre Schwiegermutter (gespielt von Delia Mayer) permanent in die Ehe und in sehr private, intime Dinge einmischt. Sie lässt schließlich die ultra-orthodoxe Gemeinde hinter sich und flieht nach Berlin. Gespielt wird Esty von der israelischen Schauspielerin Shira Haas. Seit sie in ihrem Heimatland für einige Schauspielpreise nominiert und ausgezeichnet wurde, ist auch Hollywood auf sie aufmerksam geworden. Sie hat in internationalen Produktionen (u.a. „The Zookeeper’s Wife“, „Mary Magdalene“) mitgespielt und auch eine größere Rolle in der hochgelobten israelischen TV-Serie „Shtisel“.

Yanky Shapiro ist mit Esty (gespielt von Shira Haas) verheiratet. Es gibt Probleme in der Ehe, auch weil Yankys Mutter Miriam (gespielt von Delia Mayer) sich immer wieder einmischt. Eines Tages verschwindet Esty und Yanky und sein Cousin Moishe (gespielt von Jeff Wilbusch) machen sich auf die Suche nach ihr. Yanky ist mir ans Herz gewachsen, ganz liebenswert und putzig ist der, in manchen Szenen sieht er aus wie Elijah Wood. Gespielt wird Yanky von dem israelischen Schauspieler Amit Rahav. Er hat zuvor in einigen israelischen TV-Serien mitgespielt.

Moishe ist der Cousin von Yanky (gespielt von Amit Rahav). Er hat selbst schon einmal die Satmar-Gemeinde verlassen, hat scheinbar auch Schulden und muss etwas wieder gutmachen. Der Rabbiner  schickt ihn daher mit Yanky nach Berlin, um Esty zurück nach Williamsburg zu bringen. Gespielt wird Moishe von dem israelisch-deutschem Schauspieler Jeff Wilbusch. Bei dem Casting zu „Unorthodox“ hat er der Crew mitgeteilt, dass Moishes Story ihn an seine im realen Leben erinnert. Jeff Wilbusch stammt aus einer Satmar-Community und ist Jiddisch-Muttersprachler. Mir kam er bekannt vor, vermutlich von dem Mehrteiler „The Little Drummer Girl“ (über die ich eigentlich damals was schreiben wollte). Er hat aber auch in der deutschen TV-Serie „Bad Banks“ und in einigen anderen TV-Serien mitgespielt. 

„Unorthodox“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Best Actress, Limited Series (Shira Haas) Update: „Unorthodox“ wurde für 8 Emmys nominiert (Best Limited Series, Best Actress/Limited Series für Shira Haas, Best Directing/Limited Series für die deutsche Filmemacherin Maria Schrader, Best Writing für „Part 1“ und einige technische Kategorien) 

„Unorthodox“ ist seit dem 26.03.20 auf Netflix zu sehen. Empfehlenswert ist auch das Making Of zu dem Mehrteiler (ebenfalls auf Netflix zu sehen). Hier kommt auch die Vorlagenlieferantin Deborah Feldman zu Wort.

Trailer zu sehen:

 

VOD – Film: „Relic“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes/Apple TV (U.S.) angeschaut:

 

„Relic“  90 min  drama, horror

dir. Natalie Erika James  cast: Emily Mortimer, Robyn Nevin, Bella Heathcote, Chris Bunton 

 

Kays Mutter Edna (Robyn Nevin) ist über 80 Jahre alt und, nachdem ihre Nachbarn sie seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen haben, fahren Kay (Emily Mortimer) und  ihre erwachsene Tochter Sam (Bella Heathcote) zu ihrem Haus. Seit Wochen hatte Kay keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. Im Haus gibt es keine Spur von Edna, aber vieles deutet daraufhin, dass ihre Vergesslichkeit zugenommen hat…

 

A- (Wertung von A bis F) „Relic“ ist das Spielfilmdebüt der japanisch-australischen Autorin und Werbe- und Musikvideo-Regisseurin Natalie Erika James. 

Bevor ich mir ihren ersten Spielfilm angeschaut habe, hatte ich mir zunächst über ihre Website (https://natalieerikajames.com) ihren, mit einigen Preisen ausgezeichneten Kurzfilm „Creswick“ angeguckt. Die kann was, habe ich mir gedacht und das bestätigte sich für mich kurz darauf mit ihrem ersten Spielfilm. 

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich ein Horrorfilm das letzte Mal so zum Nachdenken brachte und wann mir bei einem solchen Film (ein Mal während des Films und dann am Ende) die Tränen gelaufen sind. „Relic“ ist anders, eine gelungene Genre-Mischung aus Drama und Horrorfilm. Mit der Zweitsichtung empfand ich den Film sogar noch mehr als Familiendrama, dass sich überzeugend einiger wirksamer Horror-Stilmitel bedient. Es geht um Demenz und um Schuldgefühle von Kindern und anderen Angehörigen gegenüber ihren pflegebedürftigen Verwandten. Natalie Erika James erzeugt hier Metaphern wie beispielsweise „das Monster“, das man als demenzbedingte Wesensänderung deuten kann oder „den Schimmel, der sich immer tiefer in das Haus einfrisst“ als langsamen körperlich und geistigen Verfall. Es wird aber sicher nicht nur eine Möglichkeit der Interpretation geben. Die Langsamkeit mit der dieser Film erzählt wird, könnte einige Zuschauer abschrecken. Mich hat es überhaupt nicht gestört und auch die Performances fand ich solide. 

Der Film könnte am Ende des Jahres zu einen meiner Top 10-Filme zählen. 

„Relic“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2020 gezeigt. Der Film lief ab dem 3.7.20 für eine Woche exklusiv in einigen amerikanischen Autokinos und startete dann am 10.7.20 in einigen wenigen Kinos in den Vereinigten Staaten und ist zeitgleich auf VOD herausgekommen.

Trailer zu sehen:

 

Netflix – Film: „Homemade“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Homemade, Volume 1“ (in D. Seit 30.06.20 auf Netflix abrufbar)  17 x from 4 to 11 minutes  anthology

dir. Ladj Ly, Paolo Sorrentino, Rachel Morrison, Pablo Larrain, Rungano Nyoni, Natalia Beristáin, Sebastian Schipper, Naomi Kawase, David Mackenzie, Maggie Gyllenhaal, Nadine Labaki & Khaled Mouzanar, Antonio Campos, Johnny Ma, Kristin Stewart, Grunder Chadha, Sebastián Lelio, Ana Lily Amirpour  cast: Christopher Abbott, Sebastian Schipper, Peter Sarsgaard, Kristen Stewart, Amalia Kassai, Gurinder Chadha, Ana Lily Amirpour voices: Javier Cámara, Olivia Williams, Rachel Morrison, Cate Blanchett 

 

Während des Lockdowns aufgrund der Covid-19 Pandemie im Mai 2020 haben verschiedene Filmemacher und Künstler ihre Kreativität genutzt und einen Kurzfilm gedreht. 

 

A bis D- (Wertung von A bis F)  „Homemade, Volume 1“ zeigt 17 Kurzfilme von namhaften Künstlern während der Corona-Pandemie im Jahr 2020. Produziert wurde das Ganze von dem chilenischen Filmemacher Pablo Larrain (Jackie), der selbst auch einen Film zu diesem Projekt beigetragen hat. Die Filme zeigen uns manchmal das Zuhause der Filmemacher und führen uns nach Paris, Rom, 3 x Los Angeles, 2 x Santiago, Lissabon, Mexico City, Berlin, Nara in Japan, Glasgow, irgendwo in Vermont, Beirut, Springs in New York, San Sebastián del Oeste in Mexico und London. 

Bei einer Sammlung an Kurzfilmen sind selten alle Filme wirklich sehenswert, einige davon hier waren aber trotzdem fantastisch fotografiert, einer war spannend (Episode 12), wirkte aber nicht so professionell gefilmt, ein paar fand ich regelrecht einschläfernd, einen fand ich sogar unerträglich (Episode 11). Unter den 17 Filmen ist aber sicher für jeden etwas dabei. Ich möchte mich nicht mit den nicht so guten aufhalten, daher nur eine eine kurze Zusammenfassung von den Kurzfilmen, bei denen es sich lohnt, mal reinzuschauen: 

 

Mein Lieblingskurzfilm: Episode 17 „Ride It Out“ A (Wertung von A bis F) Die iranisch-amerikanische Filmemacherin Ana Lily Amirpour („A Girl Walks Home Alone at Night“) hat den für mich besten Kurzfilm und einen wunderbaren Abschluss dieser Reihe gedreht. Cate Blanchett führt als Erzählerin durch den, in Los Angeles entstandenen Film. Es ist ein sehr poetischer Film, der diese besondere Stimmung in dieser außergewöhnlichen (Corona-)Zeit einfängt. In, vielleicht zehn Jahren könnten wir uns mit diesem kleinen Film bestimmt wieder in die Stimmung von dann damals reinversetzen.  

Aber auch die folgenden fand ich gelungen: 

Episode 2 B+ (Wertung von A bis F) Der italienische Filmemacher Paolo Sorrentino (The Great Beauty, TV-Serien The Young Pope und The New Pope) erzählt hier eine kleine Geschichte über das Eingesperrtsein mit den Plastikfiguren der Queen und dem Papst (in meiner kleinen Nebenrolle „The Dude“ Lebowski), gedreht in seinem Zuhause in Rom.  

Episode 3 „The Lucky Ones“ B+ (Wertung von A bis F) Die amerikanische Kamerafrau (Fruitvale Station, Black Panther) Rachel Morrison hat hier eine richtig schöne Erinnerung für ihren Sohn Wiley kreiert. Die Bilder sind fantastisch. Ein Lockdown in diesem noblen Zuhause mit so einer tollen Mama lässt sich sicher aushalten. Ich liebe, wie sie ihrem kleinen Sohn mit auf den Weg gibt, ein solches privilegiertes Leben zu schätzen, aber nicht zu vergessen, Kind zu sein („Be grateful but also be five“).

Episode 4 „Last Call“ : B+ (Wertung von A bis F) Der chilenische Filmemacher Pablo Larrain (Jackie) hat nicht nur dieses „Homemade“-Projekt ins Leben gerufen, er erzählt hier auch eine humorige Geschichte eines alten, einsamen Mannes im Alters- oder Pflegeheim, eine gute Pointe gibt es obendrauf. 

Episode 7 „Casino“ B+ (Wertung von A bis F) Dem deutschen Filmemacher Sebastian Schipper („Viktoria“) ist in seinem Berliner Zuhause langweilig. Ganz origineller 8-Minütiger ist ihm da gelungen, wie ich finde. 

Episode 10 „Penelope“ B+ (Wertung von A bis F) Die amerikanische Schauspielerin Maggie Gyllenhaal („Secretary“, The Dark Knight) gibt mit diesem Film ihr Regiedebüt und hat hier einen dystopischen Sci-Fi-Kurzfilm mit ihrem Ehemann, dem brillanten Peter Sarsgaard, in ihrem Zuhause im Bundesstaat Vermont gedreht. 

Episode 14 „Crickets“ B- (Wertung von A bis F) Die amerikanische Schauspielerin Kristen Stewart lässt sich dabei filmen, wie sie unter Schlaflosigkeit leidet und scheinbar langsam den Verstand verliert. Schön fotografiert. 

Episode 15 „Unexpected Gift“ A- (Wertung von A bis F) Die britische Filmemacherin Gurinder Chadha („Bend it Like Beckham“, „Blinded by the Light“) lässt uns an ihrem Corona-Lockdown-Alltag mit ihrer Familie in ihrer traumhaften Wohnung (da würde ich sofort einziehen) teilhaben. Sie nehmen sich dabei nicht ernst und sind sympathisch, der Film ist lustig, aber auch traurig, ich muss mich, glaube ich, mal ihren Spielfilmen widmen. Dieser Kurzfilm ist mein zweitliebster. 

„Homemade“ ist seit dem 30.06.20 auf Netflix abrufbar. Da dieses Filmprojekt den Zusatz „Volume 1“ bekommen hat, kann man davon ausgehen, dass die Kurzfilm-Reihe fortgesetzt wird. Darauf freue ich mich schon.

Trailer zu sehen: 

TV – Serie: „Quiz“

Ich habe mir folgenden iTV-Mehrteiler angeschaut:

 

„Quiz“   3 x approx. 50 min  drama, biopic, adaptation

dir. Stephen Frears  cast: Matthew Macfadyen, Michael Sheen, Sian Clifford, Mark Bonnar, Helen McCrory, Michael Jibson, Trystan Gravelle, Risteard Cooper

 

Im Oktober 1997 bekommt der britische TV-Sender iTV Network mit David Liddiment (Risteard Cooper) einen neuen Programmchef. Er möchte „Event Television“ etablieren. Es gibt schon Ideen für ein neues Quiz, bei dieser Quiz-Show kann man eine Million britische Pfund gewinnen. Mit Chris Tarrant (Michael Sheen) ist schon bald ein geeigneter Moderator gefunden. Unter dem neuen Titel  „Who Wants to Be a Millionaire“ wird das unterhaltsame Quiz ein Straßenfeger. Diana (Sian Clifford) liebt es zu spielen, genauso wie ihr Bruder Adrian (Trystan Gravelle). Adrian ist nahezu besessen von der Idee, eines Tages auf den heißen Stuhl der Millionärs-Show zu sitzen…

 

C+ (Wertung von A bis F). „Quiz“ basiert sowohl auf James Grahams gleichnamiges Bühnenstück als auch auf das Sachbuch „Bad Show: The Quiz, the Cough, the Millionaire Major“ des Investigativ-Journalisten Bob Woffinden, das er zusammen mit dem Schach-Großmeister James Plaskett geschrieben hat. Die Geschichte dreht sich um den britischen Major Charles Ingram, der bei der britischen Ausgabe von „Wer wird Millionär“ den Millionengewinn abgesahnt hat und kurz darauf wegen Betruges festgenommen wurde. Ein anderer Kandidat und seine Frau sollen ihm Hust-Signale bei der jeweils richtigen Antwort gegeben haben. Alle drei Beteiligten wurden vor Gericht schuldig gesprochen, aber haben sie tatsächlich betrogen? Der englische Filmemacher Stephen Frears („Dangerous Liaisons“, „High Fidelity“, „The Queen“, Philomena, Florence Foster Jenkins) führt bei allen drei Episoden Regie. 

Ich kann mich noch gut an die ersten „Wer wird Millionär“-Shows erinnern. Seit 1999 gibt es die Show auch in Deutschland und auch ich habe damals gerne am Fernseher mitgeraten. Von dem Skandal bei der britischen Ausgabe hatte ich noch nie was gehört, was aber auch damit zusammenhängen kann, dass dies im September 2001 geschah und da hat der Terroranschlag von 9/11 unseren Nachrichtenalltag über Wochen bestimmt (vergleichbar mit Corona im März und April 2020).

Wie dem auch sei, die Story an sich ist sicher erzählenswert, insbesondere mit der daraus resultierenden Frage, ob der Major und die anderen beiden Beteiligten nun tatsächlich betrogen haben. Bei dem Bühnenstück wird im Theater – nachdem die Plädoyers gehört wurden – unter den Zuschauern abgestimmt, ob die Angeklagten schuldig oder unschuldig sind. Das serielle Erzählen erscheint mir hier unnötig, die Geschichte wäre sicher besser in einem Spielfilm aufgehoben gewesen. So erscheint das Ganze manchmal sehr aufgebläht. Schauspielerisch hat hier besonders Helen McCrory, die die Kronanwältin spielt, mein Interesse geweckt. Ich kann sie nicht aus den TV-Serien („Peaky Blinders“ oder „Penny Dreadful“) kennen, vielleicht habe ich sie aber in „The Queen“, Hugo oder Skyfall gesehen. Künftig werde ich die Augen offen halten.  

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Charles Ingram ist ein Major der britischen Armee. Er ist mit Diana (gespielt von Sian Clifford) verheiratet, sie haben drei Töchter. Charles ist selbst kein Quiz-Fan, sein Schwager (gespielt von Trystan Gravelle) und seine Ehefrau sind es aber und saßen selbst schon bei „Who Wants to Be a Millionaire“ auf dem heißen Stuhl. Nach einigem Training schafft es Charles schließlich auch in die  Millionärsshow und gewinnt sogar den Hauptpreis. Während der Aufzeichnung der Show kamen bereits Zweifel auf, dass bei seinem Ratespiel alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Angeblich soll Charles Hust-Signale bekommen haben und entsprechend seine Antwort gegeben haben. Der Fall landete vor Gericht, die Geschworenen befanden Charles, seine Frau und den anderen Kandidaten schuldig. Bis heute behaupten die Ingrams unschuldig zu sein. Haben sie nun betrogen oder nicht? Gespielt wird Charles Ingram von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen. Mir ist er am meisten als Tom Wambsgans in meiner Lieblingsserie Succession, 1. Staffel und 2. Staffel ein Begriff. Er hat auch in einigen anderen TV-Serien (u.a. „Spooks“, „Ripper Street“) mitgewirkt und war auch in vielen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, Frost/Nixon, „Anna Karenina“, The Assistant) zu sehen. 

Chris Tarrant ist der Moderator der britischen Quiz-Show „Who Wants to Be a Millionaire?“. Gespielt wird Chris Tarrant von dem walisischen Theater-, Film und TV-Schauspieler Michael Sheen. Er hat bereits in einigen TV-Serien (u.a. „Masters of Sex“, „The Good Fight“) mitgespielt und war in unzähligen Kinofilmen (u.a. „Blood Diamond“, Frost/Nixon, Midnight in Paris, Kill the Messenger, Brad´s Status) zu sehen. Er ist unglaublich wandelbar, in „Quiz“ habe ich ihn unter der Maske gar nicht erkannt, er spricht auch sehr nasal. Unvergessen ist Michael Sheen als Tony Blair in „The Queen“, im Jahr 2010 war er für seine Performance als Tony Blair in dem TV-Film „The Special Relationship“ für den Emmy nominiert.

Diane Ingram ist die Ehefrau von Charles (gespielt von Matthew Macfadyen). Die beiden haben drei Töchter. Diane ist ein Quiz-Fan und entsprechend irgendwann ein Fan der neuen Show „Who Wants to Be a Millionaire“. Nachdem ihr Bruder Adrian (gespielt von Trystan Gravelle) schon an der Show teilnahm, nimmt auch sie teil und überredet schließlich ihren Ehemann, sich auch zu bewerben. Charles gewinnt schließlich eine Million britische Pfund. Es wird aber vermutet, dass er mit Hilfe von seiner Ehefrau und eines Mitkandidaten (gespielt von Michael Jibson) betrogen hat. Vor Gericht werden alle Drei schuldig gesprochen. Gespielt wird Diane von der englischen Schauspielerin Sian Clifford. Bekannt geworden ist sie durch die Rolle der Claire in der erfolgreichen TV-Serie „Fleabag“. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie für einen Emmy nominiert. 

„Quiz“ wurde erstmalig v. 13.04.20 – 15.05.20 auf dem britischen ITV Sender ausgestrahlt. In den Vereinigten Staaten lief dieser Mehrteiler v. 31.05.20 – 14.06.20 auf AMC. Für Deutschland konnte ich bislang keinen ausstrahlenden/s Sender/Streaming Portal und Datum finden. 

Trailer zu sehen:

 

Man kann sich selbst ein Bild machen, die Originalaufnahmen mit all den mysteriösen Hinweisen zu sehen:

TV-Serie: „I Know This Much is True“

Ich habe mir folgenden HBO-Mehrteiler angeschaut:

 

„I Know This Much is True“ (in D. seit dem 10.05.20 auf Sky zu sehen) 6 x approx.  60 min  drama, adaptation

dir. Derek Cianfrance  cast: Mark Ruffalo, Rosie O´Donnell, Archie Panjabi, Kathryn Hahn, Juliette Lewis, Imogen Poots, Melissa Leo, Rob Huebel, Philip Ettinger, Bruce Greenwood, Donnie Masihi, Rocco Masihi

 

Dominick (Mark Ruffalo) hat selbst ein riesiges Päckchen an Problemen mit sich herumzutragen, am Sterbebett seiner Mutter (Melissa Leo) hatte er ihr jedoch versprochen, sich immer um seinen psychisch schwer kranken Zwillingsbruder Thomas (Mark Ruffalo) zu kümmern. Thomas leidet an paranoider Schizophrenie und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in einer Einrichtung. Gerade hat er sich in einer seiner Wahnvorstellungen mit einer Machete die rechte Hand abgetrennt. Im Krankenhaus lässt er sich auch nicht davon überzeugen, die Hand wieder annähen zu lassen. Thomas wird daraufhin in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Brüder sind mit ihrer Mutter und ihrem gewalttätigen Stiefvater, Ray (John Procaccino) aufgewachsen. Noch bevor Dominicks und Thomas´ Mutter vor drei Jahren gestorben ist, hatte sie Dominick ein handgeschriebenes Manuskript ihres Vaters, dem Großvater der Brüder, übergeben. Vielleicht geben die Unterlagen Aufschluss über die Familiengeschichte und auch, wer der biologische Vater der Brüder ist. Da das Manuskript in italienischer Sprache geschrieben ist, wendet sich Dominick an die Übersetzerin Nelda (Juliette Lewis)…

 

B+ (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „I Know This Much is True“ basiert auf Wally Lambs gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1998. Der amerikanische Filmemacher Derek Cianfrance (Blue Valentine, The Place Beyond the Pines, The Light Between Oceans hat das Buch für die Mini-Serie aufbereitet und bei allen sechs Episoden Regie geführt. 

Gewidmet ist der Mehrteiler Scott Ruffalo, Marks im Jahr 2008 verstorbenen (vermutlich ermordeten) jüngeren Bruder und Megan Cianfrance McGinnis, der – kurz nach Ende dieser Dreharbeiten – verstorbenen Schwester des Filmemachers. 

Ich liebe Geschichten, die sich am Ende vollständig, komplett erzählt, anfühlen. „I Know This Much is True“ erzählt eine dieser im Abschluss runden, wenn auch – wie in diesem Fall – äußerst tragischen Geschichten. 

Es ist Familiensaga und zugleich ein Drama über einen psychisch schwer Kranken und sein Umfeld. In meinem Umfeld habe ich auch einige Erfahrungen mit psychisch Erkrankten (sogar im Bereich der paranoiden Schizophrenie) sammeln dürfen/müssen, daher kann ich sagen, dass sich „I Know This Much is True“ sehr realistisch anfühlt. Hier sieht man, wie sich psychische Krankheiten über ein Leben entwickeln können und auch welche Auswirkungen alles auf die engere Verwandtschaft (hier: insbesondere auf den Zwillingsbruder) des Erkrankten haben kann. Das allein macht dieses Serien-Projekt schon zu einem hervorragenden, darüberhinaus bietet „I Know This Much is True“ nahezu makelloses Schauspiel. 

Ich möchte aber auch nicht vorenthalten, dass dieser Mehrteiler schwere Kost ist, für die meisten ist er wahrscheinlich sogar zu deprimierend. Selbst ich, die ich generell ein Faible für Dramen habe, musste das eine oder andere Mal schon schwer schlucken. Wenn es das Leben für einen wie Dominick sowieso nicht sonderlich gut meint, ihm alles gerade über den Kopf wächst, wird noch mal einer drauf gesetzt (exemplarisch dafür, als er am Ende einer Episode noch den Anruf von Ralph Drinkwater erhält). Dieser Mehrteiler deckt Familiengeheimnisse auf, zeigt aber auch ganz gut, wie das gesamte Leben für  Geschwister verlaufen kann, wenn ein Geschwisterteil „anders“, „psychisch auffällig““, und letztlich diagnostiziert „psychisch krank“ ist. Überhaupt glaube ich, dass das Leben für Zwillinge nicht einfach ist. Dominick beschreibt der Therapeutin Dr. Patel ein Mal ganz unmissverständlich, wie das Leben mit seinem Zwillingsbruder für ihn war bzw. ist (It’s like my brother has been an anchor around my entire life. Even before he got sick….An Anchor pulling me down. You know what I get? I get just enough rope to break the surface to breath). 

Doppelgänger-Rollen mit nur einem Schauspieler fand ich in der Vergangenheit oft schwierig. Zu offensichtlich sieht man die Tricks mit denen am Set gearbeitet wurde und man erkennt ein und denselben Schauspieler in der Doppelrolle. Hier ist das nicht so, insbesondre bei Dominick und Thomas als jüngere, aber noch mehr ältere Männer. Man könnte meinen, es wären jeweils zwei verschiedene Schauspieler. 

Mark Ruffalo hat vor den Dreharbeiten rund 10 Kilo an Gewicht verloren, dann wurde der erste Part dieser Mini-Serie mit ihm als Dominick gedreht. Er legte dann eine sechswöchige Pause ein, futterte sich derweil 20 Kilo an, um dann im zweiten Part der Dreharbeiten den übergewichtigen Zwillingsbruder Thomas zu spielen. Unabhängig von dem äußeren Erscheinungsbild, Mark Ruffalo gelingt es auch die eineiigen Zwillinge völlig unterschiedlich anzulegen, insgesamt ist es eine meisterhafte Performance. 

Meine Lieblingsszenen: 1. Nedras Auftritt bei Dominick zu Hause (Part 01 der Miniserie). Unglaublich authentisches Schauspiel von Juliette Lewis und Mark Ruffalo. Die Szene könnte sich genau so in der Realität zugetragen haben. 2. Das erste Aufeinandertreffen von Lisa Sheffer und Dominick (Part 02 der Miniserie), um ehrlich zu sein, auch alle weiteren Treffen der beiden. Ich mochte aber auch beispielsweise zwei musikalische Mini-Momente, in der ein Song die Stimmung setzt (Episode 02 Song „I Got a Name“ von Jim Croce und in Episode 06 als jmd. in dem Pflegeheim Simon & Garfunkels „Bridge over Troubled Water“ singt) 

Mein Lieblingscharakter: Zunächst einmal sind alle einzelnen Charaktere perfekt für die Welt von „I Know This Much is True“ gecastet. Ich mochte aber besonders die Sozialarbeiterin Lisa Scheffer. Als ich die Szene mit ihr und Dominick (Part 02 der Miniserie) das erste Mal sah, musste ich direkt nachschauen, wer denn diese fantastische Schauspielerin ist. Auf Rosie O´Donnell wäre ich im Leben nicht gekommen. Vielleicht ist es einfach zu lange her, dass ich sie in einem Spielfilm oder überhaupt als Schauspielerin gesehen habe. Die Sozialarbeiterin Lisa ist greifbar, real, leicht zynisch, aber hat das Herz am rechten Fleck. Mein zweiter Lieblingscharakter ist Nedra Frank, die Übersetzerin des italienischen Manuskriptes. Gespielt wird Nedra von der amerikanischen Schauspielerin Juliette Lewis. Wenn jemand durchgeknallt und doch als Person glaubhaft spielen kann, dann sie. Bei den wichtigsten Charakteren habe ich sie nicht extra aufgeführt, weil sie wirklich nur ca. vier Szenen hat. Eine dieser Szenen ist aber (s.o.) gleich einer meiner Lieblingsszenen. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Dominick Birdsey ist 40 Jahre alt und arbeitet als Maler. Er renoviert Häuserfassaden. Dominick hat einen riesigen Rucksack an Problemen mit sich herumzutragen. Sein gesamtes Leben musste er sich bereits um seinen Zwillingsbruder Thomas kümmern, was er als sehr belastend empfand. Beide hatten eine schwere Kindheit mit einem gewalttätigen Stiefvater. Bei Dominicks Bruder Thomas wurde in jungen Jahren paranoide Schizophrenie festgestellt, seither lebt er in den verschiedensten Einrichtungen. Jetzt hat sich sein Bruder gerade mit einer Machete die rechte Hand abgetrennt, ein Opfer wollte erbringen. Dominick hat von seiner Mutter ein Manuskript seines Großvaters, einem italienischen Einwanderer, bekommen. Unbedingt möchte er mehr über die Familiengeschichte herausfinden, vielleicht bekommt er dabei auch Informationen darüber, wer der biologische Vater von Dominick und Thomas ist. Dominick und Thomas im Alter von 8 Jahren wurden von den amerikanischen Schauspiel-Zwillingen Donnie und Rocco Masihi gespielt. Die Brüder als Teenager und junge Männer hat nur ein Schauspieler übernommen. Brillant verkörpert der amerikanische Schauspieler Philip Ettinger (Indignation, First Reformed) die jungen Männer. Unglaublich gut gecastet, man könnte fast meinen, er ist mit Mark Ruffalo verwandt, so ähnlich sieht er ihm in dieser Mini-Serie. Den Hauptpart in dieser Serie übernimmt jedoch der amerikanische Schauspieler Mark Ruffalo. Wie sein Seriencharakter hat auch Mark Ruffalo italienische Wurzeln. Würde dieser Mehrteiler als Film ins Kino kommen, wäre ihm eine Oscar-Nominierung sicher. Er ist schlichtweg exzellent in dieser Doppelrolle. Ich weiß nicht mehr genau, wann mir  Ruffalo das erste Mal aufgefallen ist, rund 20 Jahre ist es aber sicher her. Er hat in unzähligen Filmen („You Can Count on Me“, „My Life Without Me“, Zodiac, The Brothers Bloom, Shutter Island, Dark Waters gespielt, dem Mainstream-Publikum ist er sicherlich vordergründig als HULK in den „The Avengers“-Filmen bekannt. Für seine Performance in The Kids Are All Right, Foxcatcher und Spotlight hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Außerdem hat er zwei Emmy-Nominierung als Schauspieler und Produzent des HBO-Films The Normal Heart, als Produzent hat er einen Emmy dafür gewonnen. Er wurde auch für einen Tony-Award für seine Performance in dem Theaterstück „Awake and Sing“ nominiert und hat sogar einen Grammy-Nominierung für das eingesprochene Album „Our Revolution: A Future to Believe In“.

Thomas Birdsey ist der Zwillingsbruder von Dominick. Er ist psychisch schwer erkrankt. Paranoide Schizophrenie wurde bei ihm diagnostiziert. Thomas ist sehr gläubig und hat sich im Alter von knapp über 40 in einer religiösen Wahnvorstellung mit einer Machete die rechte Hand abgeschnitten. Wer Thomas in den verschiedensten Lebenssituationen spielt, ist unter „Dominick Birdsey“ zu lesen. 

Lisa Sheffer ist die Sozialarbeiterin, die für Thomas und Dominick (gespielt von Mark Ruffalo) neu zuständig ist. Gespielt wird Lisa von der amerikanischen Comedian, Talk Show-Moderatorin, Produzentin und Schauspielerin Rosie O´Donnell. Sie hatte immer mal wieder TV-Rollen („Queer as Folk“, „Curb Your Enthusiasm“, „Nip/Tuck“) und war auch das eine oder andere Mal in Spielfilmen („Sleepless in Seattle“, „The Flintstones“) zu sehen, für mich ist sie aber eher als Moderatorin ihrer eigenen Talk-Show („The Rosie O´Donnell Show“) und später als Co-Moderatorin einer meiner Lieblingstalkshows „The View“ im Gedächtnis. Natürlich auch für ihre legendären, wortreichen Boshaftigkeiten, die sie mit Donald Trump seinerzeit ausgetauscht hat. Als Gastgeberin der Tonys im Jahr 1998 hat sie einen Emmy gewonnen. Weitere 11 Emmys hat sie für ihre Talk Show „The Rosie O´Donnell Show“ gewonnen. 8 weitere Nominierungen gesellen sich auch noch dazu und wie es aussieht könnte sie für ihre Performance in „I Know This Much is True“ auch für einen weiteren Emmy nominiert werden.

Dr. Patel ist Thomas´ neue Psychologin, die sich aber auch um Dominick (beide gespielt von Mark Ruffalo) kümmert. Dr. Patel wird von der englischen Schauspielerin Archie Panjabi (ich liebe diesen Namen) gespielt.  Mir kam sie wahnsinnig bekannt vor, Nachdem ich nachgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass ich sie erst kürzlich in der HBO-Serie Run gesehen habe. Eine Serie, die ich quasi parallel zu „I Know This Much is True“ geschaut habe. Sie hat auch in vielen anderen TV-Serien mitgespielt, u.a. hatte sie eine Hauptrolle in „The Good Wife“, sie hat vor vielen Jahren in „Bend It Like Beckham“ mitspielt und seither auch kleinere Auftritte in Spielfilmen (u.a. A Mighty Heart, The Disappearance of Eleanor Rigby: Them). Für ihre Performance in „The Good Wife“ wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, einen Emmy hat sie davon gewonnen. 

Dessa ist die Ex-Frau von Dominick (gespielt von Mark Ruffalo). Sie wird von der amerikanischen Schauspielerin Kathryn Hahn gespielt. Bekannt wurde sie durch ihre erste große Rolle in der TV-Serie „Crossing Jordan“. Seither hat sie in vielen TV-Serien (u.a. „Parks and Recreation“, The Newsroom, Transparent) mitgespielt und war auch in einigen Spielfilmen (u.a. Step Brothers, Our Idiot Brother, „Captain Fantastic“ zu sehen. Für ihre Performance in „Transparent“ wurde sie für den Emmy nominiert. 

„I Know This Much is True“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Actor, Limited Series/Movie (Mark Ruffalo) Supporting Actress, Limited Series/movie (Rosie O´Donnell), etc. Update: „I Know This Much is True“ wurde für einen Emmy (Best Actor/Limited Series für Mark Ruffalo) nominiert. 

„I Know This Much is True“ wurde erstmalig v. 10.05.20 – 14.06.20 auf HBO ausgestrahlt. Parallel  lief dieser Mehrteiler auch erstmalig in Deutschland bei Sky. 

Trailer zu sehen: 

 

Netflix – Film: „Da 5 Bloods“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Da 5 Bloods“ (in D. seit dem 12.06.20 auf Netflix abrufbar)  155 min  drama, war, action

dir. Spike Lee  cast: Delroy Lindo, Jonathan Majors, Clarke Peters, Norm Lewis, Isiah Whitlock Jr., Chadwick Boseman, Mélanie Thierry, Paul Walter Hauser, Jasper Pääkönen, Jean Reno, Johnny Tri Nguyen, Veronica Ngo

 

Jahrzehnte nach ihrem Einsatz im Vietnamkrieg treffen sich die vier „Bloods“, die ehemaligen afroamerikanischen Kriegsveteranen Paul (Delroy Lindo), Eddie (Norm Lewis), Otis (Clarke Peters) und Melvin (Isiah Whitlock Jr.) wieder in Vietnam. Sie wollen die sterblichen Überreste von Norman (Chadwick Boseman), dem fünften und Anführer, ihrer damaligen Einheit bergen. Bei der Mission begleitet David (Jonathan Majors) seinen, an einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung leidenden, Vater Paul und den Rest der Truppe. Und dann ist da noch ein vergrabener Goldschatz…

 

B- (Wertung von A bis F) „Da 5 Bloods“ ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers und Oscar-Gewinners Spike Lee („Do the Right Thing“, „Malcolm X“, „25th Hour“, Chi-Raq, BlacKkKlansman).

„Da 5 Bloods“ wird sicherlich – mit dem unerträglichen Mord an George Floyd und den daraus resultierenden Protesten in den Vereinigten Staaten und weltweit – zum nahezu perfekten Zeitpunkt veröffentlicht. Die Botschaft(en) in Spike Lees neuestem Werk fand ich eindringlicher und bleibender als den Film selbst. 

So richtig weiß man ja manchmal nicht, was Spike Lee eigentlich für eine Geschichte erzählen will bzw.  welchem Genre seine Filme überhaupt zuzuordnen ist. „Da 5 Bloods“ ist ein (Anti-)Kriegsfilm, Drama über Kriegsveteranen mit posttraumatischen Belastungsstörungen, Vater/Sohn-Drama, ein recht blutiger Abenteuer- und Actionfilm, einen kleinen Liebesfilm-Anteil gibt es auch, zwischendurch mutet der Film auch mal wie eine Reportage an, ständig streut er nebenbei Informationen und historisches Archivmaterial über afroamerikanische Bürgerrechtler oder Helden ein und Donald Trump (oder wie Spike Lee ihn nennt „Agent Orange“) durfte natürlich auch nicht fehlen. Kurzum „Da 5 Bloods“ wirkt ganz schön überfrachtet und in den ersten ca. 57 Minuten recht unaufgeräumt.

Mit seinem ersten Netflix-Film setzt Spike Lee ein klares politisches Statement, wie sinnlos und unmoralisch der Vietnam-Krieg war, wie wenig sich die amerikanische Regierung um die traumatisierten Rückkehrer gekümmert hat, dass gerade afroamerikanische Soldaten als Kanonenfutter herhalten mussten, aber in amerikanischen Mainstream-Filmen oder TV-Serien nie als Helden gefeiert wurden. Er zeigt auch den Zusammenhang vom Vietnamkrieg und Rassismus auf.

Die instrumentale Filmmusik (Terence Blanchard) empfand ich als zu dick aufgetragen. Manchmal passt der Score nicht mal zu den Szenen. Das ist mir bereits im ersten Akt, in der Szene, in der die kämpfenden GIs in der Rückblende gezeigt wurden, aufgefallen. Für die Rückblenden verändert Spike hier das Bildschirm/Leinwand-Format, lässt aber die alten Kriegsveteranen Paul, Eddie Otis und Melvin neben ihrem jungen, und später im Krieg gefallenen, Anführer Norman in den Szenen spielen. Das wirkt zunächst irritierend, man kann es jedoch auch so interpretieren, dass die Grausamkeit des Krieges die Männer bis heute nicht losgelassen hat.

Erkennbar ist Spike Lees neuester Film auch eine Hommage an die Filme „Apocalypse Now“ und „The Treasure of the Sierra Madre“, an die Band „The Temptations“ (allein die Namen der Protagonisten entsprechen denen der Bandmitglieder) und auch an Marvin Gaye.   

Schauspielerisch ist dieser Film durch die Bank hervorragend besetzt. Wenn jemand aus diesem Ensemble besonders positiv hervorsticht, ist es Delroy Lindo. Spike Lee nutzt in seinem Film die unterschiedlichsten Stilmittel, als Delroy Lindos „Paul“ die vierte Wand durchbricht und zu seinem Monolog ansetzt, musste ich schon schlucken. Eine Oscar-Nominierung (ob als beste Neben- oder Hauptdarsteller sei dahingestellt) würde ich befürworten. Ein Wiedersehen gibt es hier auch mit Paul Walter Hauser und Jasper Pääkönen aus „BlacKkKlansman“.

„Da 5 Bloods“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Hauptdarsteller (Delroy Lindo), Beste Nebendarsteller (Clarke Peters, Jonathan Majors) und einige technische Kategorien

Der Netflix-Film „Da 5 Bloods“ sollte erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2020 (außerhalb des Wettbewerbs) gezeigt werden. Durch die Corona-Krise wurde dieses Filmfestival ersatzlos gestrichen. Angedacht war, den Film im Mai oder Juni 2020 ins Kino zu bringen. Corona-bedingt waren jedoch die  Kinos geschlossen, entsprechend wurde der Film direkt auf Netflix zugänglich gemacht. Seit dem 12.06.20 ist er auf diesem Streamingportal – auch in Deutschland – abrufbar. Es ist aber davon auszugehen, dass Netflix „Da 5 Bloods“ mindestens in einem ihrer jüngst gekauften Kinos in Los Angeles und New York dieses Jahr (bzw. bis zum 28.02.21) noch mal auf der großen Leinwand präsentieren wird. 

Trailer zu sehen:

 

HBO-Films: „Bad Education“

Ich habe mir folgenden HBO-Film angeschaut:

 

„Bad Education“ (in D. ab dem 22.07.20 bei Sky Ticket zu sehen) 108 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Cory Finley  cast: Hugh Jackman, Allison Janney, Geraldine Viswanathan, Alex Wolff, Ray Romano, Annaleigh Ashford

 

Im Jahr 2002 in Roslyn, Long Island im Bundesstaat New York. Rachel (Geraldine Viswanathan) ist Reporterin der Schülerzeitung und schreibt an einem Artikel über ein Bauprojekt der Roslyn High School. Der Bezirksschulinspektor von Roslyn, Dr. Frank Tassone (Hugh Jackman), ermutigt noch die Schülerin und so taucht sie immer tiefer in die Finanzunterlagen der Schulbehörde. Bei ihrer Recherche findet sie schließlich heraus, dass scheinbar ein paar Millionen Dollar unterschlagen wurden und Dr. Tassone und seine Vertreterin Pam Gluckin (Allison Janney) scheinen daran nicht gerade unschuldig zu sein …

 

B+ (Wertung von A bis F) „Bad Education“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Robert Kolkers New York Magazine Artikel „The Bad Superintendent“. Erzählt wird von dem bis heute größten Fall an Unterschlagung von Schul- und Steuergeldern in einem Schulbezirk in den Vereinigten Staaten. „Bad Education“ ist nach Thoroughbreds erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Regisseur Cory Finley Regie geführt hat. 

Dr. Frank Tassone war in der Schulaufsicht und bei Schülern, Eltern, Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern gleichermassen beliebt. Während seiner Amtszeit hat es die Roslyn High School auch sogar auf Platz 4 der besten öffentlichen Schulen in den Vereinigten Staaten geschafft. Nun hat er und seine Vertreterin Pam Gluckin aber über einige Jahre mehrere Millionen Dollar an Schul- und Steuergeldern unterschlagen und sich damit ein schönes Leben gegönnt. In diesem Film wird nicht so sehr beleuchtet, wie die beiden auf die Idee gekommen sind und wie durchdacht ihr Plan war, bzw. nicht war, das Kind ist hier längst in den Brunnen gefallen. Die beiden hatten sich an ihren ausschweifenden Lebensstil gewöhnt und, wären nicht irgendwann einige Ungereimtheiten aufgefallen, hätten sie ewig so weiter gemacht. Dank einer eifrigen Schülerreporterin wird der Fall später in Gänze aufgeklärt. „Bad Education“ ist ein Film über einen Skandal, ein Porträt über die Beteiligten, aber nicht zuletzt auch ein Film über guten Journalismus. 

Der Film ist schlüssig und interessant erzählt. Stilistisch hat mir die Parallelmontage, die mit Moby´s „In This World“ unterlegt ist, besonders gefallen. Schauspielerisch ist natürlich die Oscar-Gewinnerin Allison Janney (I,Tonya) ganz weit vorne, auch gut gefallen hat mir Annaleigh Ashford (die, die Nichte von Allison Janneys Charakter spielt) und einmal mehr konnte mich auch Ray Romano (The Big Sick , The Irishman) begeistern. Hugh Jackman kann mich selten überzeugen, hier gibt er sicherlich eine seiner besten und glaubwürdigsten Performances. 

„Bad Education“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best TV Movie, Best TV Movie/Limited Series Actor (Hugh Jackman), Best TV Movie/Limited Series Supporting Actress (Allison Janney), Best TV Movie/Limited Series Supporting Actor (Ray Romano) Update: „Bad Education“ wurde für zwei Emmys (Best Actor/Limited Series or Movie für Hugh Jackman und Outstanding TV Movie) nominiert. 

„Bad Education“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Bei HBO wurde der Film erstmalig am 25.04.20 ausgestrahlt. In Deutschland ist der Film ab dem 22.07.20 bei Sky Ticket zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Run“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Run“ (in D. seit dem 13.4.20 auf Sky zu sehen)  7 x approx. 30 min  comedy, romance, thriller

dir. Kate Dennis, Natalie Bailey  cast: Merritt Wever, Domhnall Gleeson, Phoebe Waller-Bridge, Archie Panjabi, Tamara Podemski, Shaun J. Brown, Rich Sommer, Stephen McKinley Henderson 

 

Ruby (Merritt Wever) und Billy (Domhnall Gleeson) kennen sich seit dem College, waren seinerzeit sogar ein Paar. Dann haben sich aus den Augen verloren, zuvor hatten sie jedoch eine Vereinbarung getroffen:  Wenn einer der beiden jemals dem anderen das Wort „Run“ per SMS schreibt und der andere mit „Run“ antwortet, lassen beide alles stehen und liegen und treffen sich in einem bestimmten Zug von New York nach Chicago. Jetzt, fünfzehn Jahre später, ist es soweit…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpferin von „Run“ ist die englische Autorin (TV-Serie „Killing Eve“) und Bühnenregisseurin („Fleabag“) Vicky Jones. Produziert wurde diese Serie u.a. von DryWrite, einer Produktionsfirma, die Vicky Jones zusammen mit ihrer guten Freundin Phoebe Waller-Bridge gegründet hat. Bei vier Episoden hat die australische Regisseurin Kate Dennis (u.a. TV-Serie The Handmaid´s Tale) Regie geführt, bei zwei Episoden die australisch-englische Regisseurin Natalie Bailey (u.a. „Avenue 5“), bei einer Episode der amerikanische Musikvideo- und TV-Regisseur (u.a. „Suits“, „The Americans“, „Black-ish“, Succession 2. Staffel) Kevin Bray.

„Run“ hat eine wendungsreiche Handlungsentwicklung und ist dabei charmant und kurzweilig. Wenn ich „RomCom“-Serie schreibe, schreckt das sicher viele ab. Wenn man diese Kurzserie jedoch in ein Genre pressen möchte, ist das sicher das passendste. Die Grundidee ist originell. Was wäre denn, wenn man mit seiner/m Ex einen Pakt geschlossen hätte, sich ein Codewort zu texten und wenn der jeweils andere entsprechend antwortet, sich so schnell wie möglich, auf einer zuvor vereinbarten Zugfahrt wiederzusehen. Den Kontakt hatte das Paar schon viele Jahre zuvor abgebrochen. In den vergangen Jahren hatte der eine oder andere das Codewort genutzt, der andere aber nicht geantwortet, nun – nach über 15 Jahren – ist es soweit. Die Serie wird mit viel Situationskomik und kleineren Thriller-Elementen erzählt. Ein paar Logiklücken lassen sich aber auch finden, richtig störend empfand ich diese aber nicht. Bislang war ich kein großer Freund des Zugfahrens, „Run“  lässt das Zugreisen jedoch in einem völlig neuem Licht erscheinen. Das Zugfahren erscheint hier völlig entspannt, irgendwie cool und sogar romantisch. Am liebsten würde ich schon bald mal eine längere Zugreise quer durch die Vereinigten Staaten planen. 

„Run“ ist eine ideale Kurzserie (keine der sieben Episoden dauert länger als 30 Minuten) zum Bingen. Bei meiner Erstsichtung habe ich mir aufgrund der Aktualität immer nur eine Episode die Woche anschauen können, was ich etwas unglücklich fand. Ein Grund für mich, sie mir ein weiteres Mal anzugucken. Die beiden großartigen Schauspieler Merritt Wever und Domnhall Gleeson machen einzeln bereits jedes Film- oder Fernsehprojekt sehenswert, hier geben sie zusammen ganz überzeugend dieses außerordentliche Paar. 

Von Phoebe Waller-Bridge („Fleabag“) glaubte ich bislang, sie nicht leiden zu können. Hier fand ich sie als Laurel sehr amüsant, gar sympathisch, insbesondere im Zusammenspiel mit Babe Cloud. Was mich zu den von mir favorisierten Szenen der Serie führt:

Meine Lieblingsszenen: in Episode 6 („Tell“) und Episode 7 („Trick“) alle Szenen mit Laurel (gespielt von Phoebe Waller-Bridge) und der Polizistin Babe Cloud (gespielt von Tamara Podemski) 

 

Über die beiden Protagonisten möchte ich nicht zu viel verraten:  

 

Ruby wird von der amerikanischen Schauspielerin Merritt Wever gespielt. Bekannt geworden ist sie durch die TV-Serie Nurse Jackie. Sie aber auch seither auch in anderen TV-Serien (u.a. „The Walking Dead“, „Godless“, Unbelievable) gespielt und war auch in einigen Kinofilmen (u.a. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance), Marriage Story) zu sehen. Merritt Wever hat zwei Emmys für die TV-Serien „Nurse Jackie“ und „Godless“ gewonnen und hat noch eine weitere Emmy-Nominierung für ihre Performance in der TV-Serie „Nurse Jackie“ erhalten. 

Billy wird von dem irischen Schauspieler Domhnall Gleeson gespielt. Er hat in unzähligen Filmen (u.a. Never Let Me Go, Frank, Ex Machina, Brooklyn, The Revenant, „Peter Rabbit“) mitgespielt. Er hat eine Tony-Nominierung für seine Performance in Martin McDonaghs Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“ erhalten. Domhnall Gleeson ist der Sohn des legendären Schauspielers Brendan Gleeson (In Bruges, „The Guard“), die beiden haben in einigen Filmen sogar bereits zusammengespielt (u.a. Calvary), in mother! stand Domhnall mit seinem Vater und sogar seinem Bruder Brian vor der Kamera. 

„Run“ wurde erstmalig v. 12.04.20 bis 24.05.20 auf HBO ausgestrahlt. Seit dem 13.04.20 ist die Kurzserie in Deutschland auch auf Sky zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Mrs. America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on Hulu-Serie angeschaut:

 

„Mrs. America“  9 x approx. 50 min  drama, biopic  

dir. Anna Boden & Ryan Fleck, Amma Asante, Laure de Clermont-Tonnerre, Janicza Bravo  cast: Cate Blanchett, Rose Byrne, Margo Martindale, Sarah Paulson, Uzo Aduba, Elizabeth Banks, Ari Gaynor, Melanie Lynskey, Jeanne Tripplehorn, Tracey Ullman, John Slattery, Kayli Graynor, Niecy Nash, James Marsden, Adam Brody, Bobby Cannavale, Jake Lacy

 

Von 1971 bis 1980 begleiten wir wichtige Persönlichkeiten der amerikanischen Frauenbewegung und wie sie sich dafür einsetzen oder dagegen kämpfen, dass ein Zusatzartikel in die amerikanische Verfassung aufgenommen wird. Dieser Verfassungszusatz soll die vollständige gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau garantieren.  

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mrs. America“ porträtiert verschiedene amerikanische Frauenrechtlerinnen und ihre Ideologien und basiert vage auf der Geschichte um die Ratifizierung des Equal Rights Amendment (ERA), einem Verfassungszusatz, der die Gleichberechtigung der Frauen per Gesetz zusichert.  Serienschöpfer ist die kanadische Autorin, Regisseurin und Produzentin Dahvi Waller („Desperate Housewives“, „Mad Men“, „Halt and Catch Fire“). Bei vier Episoden hat das amerikanische Filmemacher-Duo Anna Boden & Ryan Fleck („Half Nelson“, It´s Kind of a Funny Story, Mississippi Grind, „Captain Marvel“) Regie geführt, bei zwei Episoden die dunkelhäutige britische Filmemacherin Amma Asante („Belle“, „A United Kingdom“), bei zwei Episoden die französische Filmemacherin Laure de Clermont-Tonnerre (The Mustang) und bei einer Episode die afroamerikanische Fotografin und Filmemacherin Janicza Bravo („Lemon“).

Manche Film- oder Fernsehprojekte fühlen sich an wie Hausaufgaben, die erste Sichtung (mit auch immer nur einer Episode pro Woche) von „Mrs. America“ gab mir dieses Gefühl, auch weil ich völlig blind an die Serie heranging. Bevor ich sie mir ein zweites Mal angeschaut habe (und übrigens auch dann erst abschließend bewertete), habe ich mich zunächst in die Geschichte der zweiten Welle des Feminismus  in den Vereinigten Staaten reingelesen und mich genauer mit dem ERA befasst. 

Hier sehen wir also Frauenrechtlerinnen mit völlig unterschiedlichen Ansichten die mit- aber auch gegeneinander kämpften. Auf der einen Seite die modernen, selbstbestimmten Feministinnen (u.a. Gloria Steinem, Bella Abzug, Betty Friedan, Shirley Chisholm) und auf der anderen Seite Phyllis Schlafly mit ihrer christlich-religiösen Gefolgschaft. Auch wenn es manchmal anders anmutet, Phyllis Schlafly war auch eine Feministin, allerdings mit einem sehr konservativen Hintergrund. Sie hat gegen die Gleichberechtigung per Gesetz gekämpft. Sie und ihre Bewegung befürchteten, dass der Verfassungszusatz Frauen schaden würde, sie ihr Hausfrauendasein aufgeben und auf dem Arbeitsmarkt mit Männern konkurrieren müssten. Sie argumentierten, dass vielleicht ihre Töchter zum Wehr- und Kriegsdienst eingezogen werden könnten, ihren Ehemänner nach einer Scheidung die Kinder zugesprochen werden könnten und sie dann womöglich noch für sie Unterhalt zahlen müssten. Bei dem Kampf um die Ratifizierung der Gleichberechtigungsklausel in der amerikanischen Verfassung hat am Ende keiner gewonnen, jedenfalls keine der Frauen. Phyllis Schlafly hatte sich von ihrem Engagement und, vor allen Dingen auch später für ihre Unterstützung, die sie Ronald Reagan bei seiner Wahl zum US-Präsidenten zukommen liess, auch etwas mehr versprochen. 

Das Drehbuch zu „Mrs. America“ wurde im Jahr 2016 geschrieben, als noch nicht mal daran zu denken war, dass Donald Trump ernsthaft zum US-Präsidenten gewählt wird. Die Serienschöpferin Dahvi Waller hat in einem Interview angegeben, dass sie nach seiner Wahl einiges hinzugefügt hat, um die Parallelen zu Donald Trump und sein Amerika aufzuzeigen. Phyllis Schlafly unterstützte Donald Trump bei seinem Präsidentschaftswahlkampf 2016, hat aber nicht miterlebt, dass er tatsächlich gewann. Kurz nach ihrem Tod im September 2016 wurde auch ihre letztes Buch „The Conservative Case for Trump“ herausgebracht. 

„Mrs. America“ ist Cate Blanchetts erstes TV-Projekt seitdem sie ein Hollywoodstar ist. Sie ist damit wohl eine der letzten Filmstars, die auch für das Fernsehen arbeitet. Natürlich macht sie die Serie zu ihrer. Sie zeigt die Stärken und Schwächen aber auch die Eleganz von Phyllis Schlafly. Sie schafft es, mit ihrer Mimik und Körpersprache kleine Emotionen zu offenbaren, es sind kurze nicht kontrollierbare Momente, wenn Phyllis Schlafly gerade realisiert, dass sie von Männern nicht ernst genommen oder gar diskriminiert wird. Cate Blanchett wirkt unverstellt und Ich konnte meist vergessen, hier die Charakterschauspielerin dahinter zu sehen.  

Das 1970er Jahre Production Design ist authentisch und exzellent (einige Wohnaccessoires, wie das bonbonfarbene Telefon, aber auch die Kostüme, insbesondere die anfänglich pastellene Garderobe von Phyllis Schlafly). Die Serie enthält immer wieder zwischendurch und am Ende Originalfilmaufnahmen. Auch ist die Musik erwartungsgemäß klasse. 

Sechs der neun Episoden sind jeweils direkt einer der Frauenrechtlerinnen gewidmet, eine Episode dreht sich um zwei Paare aus gegensätzlichen Lagern, die sich schließlich in einem TV-Duell gegenübersitzen. Dann gibt es noch die letzten beiden Folgen: 

Die vorletzte Episode „Houston“ spielt hauptsächlich in Houston, Texas zur National Women’s Conference im Jahr 1977. Diese Episode dreht sich um eine der wenigen wichtigen fiktiven Charaktere der TV-Serie: Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson). Alice ist seit Jahren mit der konservativen Phyllis Schlafly befreundet und arbeitet für sie in der Stop ERA-Bewegung. In Houston sieht Alice alle anderen Frauen und Frauenbewegungen und stellt irgendwann die Ideologie von der, ihr so verehrten Phyllis Schlafly in Frage. 

Die letzte Episode „Reagan“ zeigt nochmal beide Seiten der Frauenbewegungen. Phyllis Schlafly wird schließlich den ehemaligen Schauspieler und kalifornischen Gouveneur Ronald Reagan bei seinem Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 1980 (hier wurde erstmalig der Slogan „Let´s Make America Great Again“ genutzt) unterstützen. 

Meine Lieblingsepisoden: Die sechste („Jill“), ich liebe Jill Ruckelshaus´ Gespräch mit Phyllis Schlafly über die sexuelle Übergriffigkeit von Männern.

Mein Lieblingscharakter in dem Mehrteiler: Bella Abzug, ich mag einfach ihre zynischen Sprüche. Von den fiktiven Charakteren ist es zweifelsfrei Alice Macray (gespielt von Sarah Paulson), ich mag die  Entwicklung, die sie durchläuft. 

 

Die für die amerikanische Frauenbewegung und diese TV-Serie wiederkehrenden Begriffe: 

ERA oder E.R.A. (Equal Rights Amendment) Im Jahr 1919 wurde das Frauenstimmrecht in den USA eingeführt. Vier Jahre später, seit dem Jahr 1923 wurde für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Bundesstaaten gekämpft. Ein solcher Zusatz sollte in der Verfassung aufgenommen werden. Vom Kongress wurde dies aber über die nächsten Jahrzehnte abgelehnt. Erst im Jahr 1972 wurde dieser Verfassungszusatz vom Repräsentantenhaus und vom Senat verabschiedet und den Staaten zur Ratifizierung vorgelegt. Um eine Änderung der amerikanischen Verfassung zu erwirken, mussten 38 Bundesstaaten zustimmen. Bis zum Ende der zunächst 7, aber insgesamt (verlängerten) 10-jährigen Frist hatten nur 35 Staaten ratifiziert, damit galt der ERA als gescheitert. Fast vierzig Jahre später, am 15.01.20, befürwortete Virginia als 38. Staat den ERA, geändert wurde die Verfassung jedoch noch nicht. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist bis heute noch nicht in der amerikanischen Verfassung verankert.

NWPC (National Women’s Political Caucus) ist eine bundesweite, parteiunabhängige Organisation, die sich für die Erhöhung des Frauenanteils auf allen politischen Ebenen in den Vereinigten Staaten einsetzt. Es ist bis heute auch ein Netzwerk von Frauen in der Politik. Die Organisation wurde im Jahr 1971 gegründet, Gründungsmitglieder waren u.a. Bella Abzug, Shirley Chisholm, Betty Friedan, Jill Ruckelshaus und Gloria Steinem. 

NOW (National Organization for Women) ist die größte US-amerikanische feministische Interessensvertretung. Sie wurde im Jahr 1966 gegründet. Eine ihrer Gründerinnen war Betty Friedan. NOW setzte sich für den ERA ein.

Eagle Forum ist eine von Phyllis Schlafly gegründete konservative Interessengruppe, hervorgegangen aus der Stop ERA-Bewegung. Mrs. Schlafly hat u.a. die „Pro Life“-Bewegung ins Leben gerufen

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Phyllis Schlafly hat ein Uni-Abschluss in Politikwissenschaften. Die Republikanerin strebte eine Position im Kongress an. Nachdem ihr Bestreben jedoch nicht von Erfolg gekrönt war, begann sie, Bücher zu schreiben. Im Alter von 25 Jahren heiratete sie den fünfzehn Jahre älteren Anwalt John Fred Schlafly (hier gespielt von John Slattery) und bekam mit ihm sechs Kinder. Durch die Unterstützung ihres Mannes (und ihrer Familie und der Hausangestellten) versuchte die leidenschaftliche Politikerin immer wieder, politisch Fuß zu fassen. Im Jahr 1972  begann die einflussreiche konservative Aktivistin mit ihrer aggressiven Kampagne (STOP ERA) gegen die Aufnahme des Verfassungszusatzes zur Gleichstellung von Frau und Mann. Phyllis war zwar Teil der amerikanische Frauenbewegung, die „Emanzen“ waren ihr jedoch ein Dorn im Auge und in dem Verfassungszusatz sah sie eine Bedrohung für die traditionelle amerikanische Familie. Phyllis Schlafly spielt in dem kompletten Mehrteiler „Mrs. America“ eine tragende Rolle, die erste Episode („Phyllis) und die fünfte Episode („Phyllis & Fred & Brenda & Marc“) sind ihr sogar namentlich gewidmet. Phyllis Schlafly ist im Jahr 2016 verstorben, eines ihrer letzten Amtshandlungen war, Donald Trump bei seiner US-Präsidentschaftswahl zu unterstützen. Gespielt wird sie von der großartigen australischen Schauspielerin Cate Blanchett. Für eine ihrer ersten Filmrollen als Queen Elizabeth I wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Seither hat sie in zahlreichen Filmen (u.a. „The Talented Mr. Ripley“, „The Lord of the Rings“-Trilogie, „Babel“, Truth, Manifesto) mitgespielt. Sie wurde sieben Mal für den Oscar (für ihre Performance in den Filmen „Elizabeth“, „The Aviator“, „Notes on a Scandal“, I´m Not There, „Elizabeth: The Golden Age“, Blue Jasmine und Carol) nominiert, gewonnen hat sie zwei Oscars (für „The Aviator“ und „Blue Jasmine“). Außerdem wurde sie für den Tony für Ihre Performance in dem Bühnenstück „The Present“ nominiert. Cate Blanchett hat bereits in australischen TV-Projekten mitgewirkt, mit „Mrs. America“ könnte und wird sie aber wahrscheinlich ihre erste Emmy-Nominierung erhalten. 

Gloria Steinem ist Journalistin und Gründerin und Herausgeberin des feministischen Magazins „Ms.“. Die Aktivistin hat sich gegen den Vietnamkrieg und für die Rechte der Frauen (insbesondere auch für Pro-Choice) eingesetzt. Sie führte eine Kampagne zur Ratifizierung des ERA. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die attraktive Gloria Steinem war eines der bekanntesten Gesichter des amerikanischen Feminismus, sie war einflussreich, aber unter den Frauenrechtlerinnen nicht unumstritten. (Kleiner Fun Fact: Gloria Steinem war durch die Heirat mit David Bale über einen Zeitraum von 3 Jahren mal die Stiefmutter von dem Schauspieler Christian Bale). Die zweite Episode („Gloria“) in der Miniserie ist ihr gewidmet. Gespielt wird Gloria Steinem von der australischen Schauspielerin Rose Byrne. Sie hat in vielen Filmen (u.a. „Sunshine“, Knowing, Insidious, Bridesmaids) mitgespielt, mir ist sie aber immer noch am meisten durch ihre Rolle neben Glenn Close in der TV-Serie Damages präsent, das wird sich jetzt vielleicht mit „Mrs. America“ ändern. Für ihre Performance in „Damages“ wurde sie zwei Mal für den Emmy nominiert Mit dem Schauspieler Bobby Cannavale hat die Schauspielerin zwei Kinder. 

Bella Abzug hat Rechtswissenschaften studiert und war als Rechtsanwältin tätig. Später war die Demokratin über einen längeren Zeitraum Abgeordnete des Repräsentantenhauses. Jahrelang setzte sich die Feministin dafür ein, dass der ERA ratifiziert wird. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die siebente Episode („Bella“) der Miniserie ist Bella Abzug gewidmet. Gespielt wird sie von der amerikanischen Charakterschauspielerin Margo Martindale. Sie hat in vielen Kinofilmen (u.a. „The Firm“, „The Hours“, „Million Dollar Baby“, The Savages, August: Osage County) und TV-Projekten (Dexter, „The Good Wife“, „Sneaky Pete“) mitgespielt. Insgesamt fünf Mal wurde sie für den Emmy (4x allein für ihre Performance in der TV-Serie „The Americans“, 1 x für „Justified“) nominiert, gewonnen hat sie den Emmy 2x für „The Americans“ und 1x für ihre Rolle in „Jusitified“). Außerdem hat sie eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Bühnenstück „Cat on a Hot Tin Roof“. 

Betty Friedan war eine Frauenrechtlerin und gilt als Urmutter der zweiten Welle der amerikanischen Frauenbewegung. In ihrem 1963 erschienen Buch „The Feminine Mystique“ erboste sie sich darüber, dass amerikanische Frauen darauf reduziert werden, Hausfrau und Mutter zu sein. Sie war eine alleinerziehende Mutter dreier Kinder und scheint in den 1970er Jahren etwas verbittert, auch weil sie nicht die von ihr gewünschte Anerkennung von der Vorzeigefeministinnen wie Gloria Steinem bekommt.  Sie gründete im Jahr 1966 die National Organization for Women, eine der einflussreichsten Lobbygruppen für Frauenrechte. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die vierte Episode („Betty“) in der Miniserie ist Betty Friedan gewidmet. Gespielt wird Betty Friedan von der britisch-amerikanischen Comedian, Schauspielerin und Filmemacherin Tracey Ullman. Sie hatte ihre eigenen TV-Shows („The Tracey Ullman Show“ und viele andere unter ihrem Namen), hat einige Synchronarbeiten in Animationsfilmen (u.a. „Happily Ever After“, „Corpse Bride“, „Onward“) geleistet und auch in dem einen oder anderen Spielfilm (u.a. I Could Never Be Your Woman, Into the Woods) mitgespielt. Sie war insgesamt 26 x für den Emmy nominiert, gewonnen hat sie 7 Emmys (als Produzentin, Autorin und Schauspielerin ihres TV-Formats „The Tracey Ullman Show“, für ihren Gastauftritt in der Comedy Serie „Love & War“, für ihre Performance in ihrer Show „Tracey Takes on New York“, als Produzentin ihres TV-Formats „Tracey Takes On…“ und für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ally McBeal“). Ich bin kein Fan von Tracey Ullman, auch wenn ich gestehen muss, dass ich die Sketche, in der sie Angela Merkel porträtiert, damals wirklich lustig fand. 

Jill Ruckelshaus ist wie Phyllis Schlafly (gespielt von Cate Blanchett) Republikanerin, nur hat sie ganz andere Ansichten zu Frauenrechten. Die Feministin war in den 1970er Jahren Mitarbeiterin des Weißen Hauses und für die Ratifizierung des ERA. Die Mutter von fünf Kindern ist Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Die sechste Episode („Jill“) in der Miniserie ist Jill Ruckelshaus gewidmet. Gespielt wird Jill Ruckelshaus von der amerikanischen Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Produzentin Elizabeth Banks. Als Schauspielerin war sie in zahlreichen Filmen (u.a. „Catch Me if You Can“, „W.“, Role Models, The Next Three Days, „The Hunger Games“-Trilogie, Love & Mercy) und TV-Serien (u.a. „Scrubs“, „Modern Family“, „30 Rock“) zu sehen. Ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin hat sie mit „Pitch Perfect 2“ gegeben. Elizabeth Banks hat drei Emmy-Nominierungen (2 x für ihren Gastauftritt in „30 Rock“ und 1 x für ihren Gastauftritt in „Modern Family“.

Shirley Chisholm war die erste schwarze Frau im Kongress. Die Demokratin setzte sich dort besonders für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Sie war die erste Afroamerikanerin, die sich um die Nominierung als US-Präsidentschaftskandidatin bewarb. Auch ist sie Mitbegründerin des National Women’s Political Caucus (NWPC). Shirley Chisholm ist die dritte Episode („Shirley“) in der Miniserie gewidmet. Gespielt wird Shirley Chisholm von der afroamerikanischen Schauspielerin Uzo Aduba. Sie hat u.a. in Ewan McGregors Regiedebüt American Pastoral. mitgespielt ist aber wahrscheinlich mehr durch ihre (Haupt-)Rolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“ bekannt. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie drei Mal für den Emmy nominiert, 2 x hat sie den Emmy dafür sogar gewonnen. 

„Mrs. America“ wurde für 10 Emmys nominiert (darunter Best Limited Series, Best Actress/ Limited Series für Cate Blanchett, Best Supporting Actress/Limited Series für Uzo Aduba und Margo Martindale und Tracy Ullman, Best Writing für „Shirley“, Best Casting/Limited Series und ein paar technische Kategorien)

„Mrs. America“ wurde erstmalig vom 15.04.20 – 27.05.20 auf FX on Hulu ausgestrahlt. Ich habe die Serie über iTunes/Apple TV gekauft. 

Trailer zu sehen:

Der sehr coole Vorspann zu sehen:

VOD – Film: „1BR“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über Apple/ iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„1BR“  90 min  horror, thriller

dir. David Marmor  cast: Nicole Brydon Bloom, Giles Matthey, Taylor Nichols, Alan Blumenfeld, Naomi Grossman, Celeste Sully

 

Die junge Sarah (Nicole Brydon Bloom) will ihre schmerzhafte Vergangenheit hinter sich lassen und ist nach Los Angeles gezogen. Sie kennt niemanden in der Stadt. Die Wohnungssuche hat aber überraschend schnell geklappt. Sie hat eine bezahlbare Wohnung in einem schönen Apartmentkomplex in Hollywood gefunden. Bei einer Grillparty lernt sie ihre netten Nachbarn kennen. Wenn das mal nicht ein Fehler war, in diese Anlage zu ziehen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „1BR“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Filmemachers David Marmor. Er hat auch das Drehbuch zu seinem Film geschrieben.  

Eigentlich habe ich im Moment keine sonderlich große Lust, neue Spielfilme zu gucken. Serien sind für mich in dieser (Corona-)Zeit einfach das passendere Format und erzählen auch schon seit Jahren eigentlich meist die interessanteren Geschichten. Aber gut, was soll man machen, wenn alle Mehrteiler oder Serien, die ich derzeit unbedingt (weiter) gucken will, im Moment noch nicht vollständig verfügbar sind (eine meiner drei Serien ist gerade zu Ende gegangen). „1BR“ war also die erste meiner „Notlösungen“.

Gereizt hatte mich bei diesem Indie die Home Invasion-Prämisse, der eigentliche Grusel – so erfährt man bald – hat hier aber einen anderen Ursprung. „1BR“ (steht übrigens für One Bedroom) ist, insbesondere für ein Erstlingswerk, ein solider Thriller/Horrorfilm. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die mich begeistern. Hier hört Sarah nachts in ihrem Apartment seltsame, laute Geräusche. Um schlafen zu können, benutzt sie Ohrstöpsel. Ich selbst trage oft Ohrstöpsel, Geräusche hört man dadurch trotzdem, nur gefiltert und halt wesentlich dumpfer. Das wird hier vom Sound her in einer Szene realistisch nachempfunden. 

Natürlich musste ich mir mädchenhaft einige Male die Augen zuhalten.

„1BR“ wurde erstmalig auf dem Fantasia International Film Festival 2019 gezeigt. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

TV – Serie: „Years and Years“

Ich habe mir folgenden BBC One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Years and Years“ (in D. über Apple TV+ und den Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime zu sehen)   6 x approx. 60 min  drama, sci-fi

dir. Simon Cellan Jones, Lisa Mulcahy  cast: Rory Kinnear, T´Nia Miller, Anne Reid, Ruth Madeley, Russell Tovey, Jessica Hynes, Emma Thompson, Lydia West, Maxim Baldry, Jade Alleyne, Sharon Duncan-Brewster

 

Manchester, England. Vom Jahr 2019 an begleiten wir die britische Mittelstandsfamilie Lyons 15 Jahre lang. Die Groß- und Urgroßmutter Muriel (Anne Reid) und ihre vier Enkel Stephen (Rory Kinnear) mit seiner Frau Celeste (T´Nia Miller) und ihren beiden Töchter, Daniel (Russell Torvey) und sein Lebenspartner, die alleinerziehende und im Rollstuhl sitzende Rosie (Ruth Madeley) und schließlich die politische Aktivistin Edith (Jessica Hynes). In diesen fünfzehn Jahren macht die Technologie rasante, gesellschaftsverändernde Fortschritte und es kommt zu einer Verkettung von Entwicklungen – ein Part davon ist eine Entscheidung, des für eine zweite Amtszeit bestätigten US-Präsidenten Donald Trump. Alles hat nicht nur Auswirkungen auf die Familie Lyons, sondern auf die britische Gesellschaft und den Rest der Welt. Und nebenbei strebt in Post-Brexit-Großbritannien die Populistin Vivienne Rook (Emma Thompson) nach politischer Macht…. 

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfers des britischen Mehrteilers „Years and Years“ ist der englische Autor und Produzent Russell T Davies („Queer as Folk“, „Doctor Who“, „A Very English Scandal“). Bei den ersten vier Episoden hat der britische Filmemacher Simon Cellan Jones („Some Voices“, TV-Serien: „Treme“, „Boardwalk Empire“, „Jessica Jones“, „Ballers“) Regie geführt, bei den letzten beiden Episoden die irische Filmemacherin Lisa Mulcahy (TV-Serien: „The Clinic“, „Red Rock“, „The Moonstone“).

„Years and Years“ ist eines der am besten geschriebenen und gespielten Charakter- und Familiendramen, die ich je gesehen habe. Hinzu kommt – und das macht diese Miniserie so besonders – dass hier eine, nicht sehr ferne (dystopische) Zukunft gezeichnet wird, die man sich leicht vorstellen kann und dadurch unglaublich beängstigend ist.

Mit meiner Inhaltsangabe habe ich mich möglichst kurz gehalten, dieser Mehrteiler wirkt am besten, wenn man so wenig wie möglich darüber weiß. Daher meine dringende Empfehlung: einfach die erste Episode – rund 60 Minuten – bis zum Ende schauen, mich hat die Serie dann so gepackt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

„Years and Years“ spielt in Manchester, im Post-Brexit-Großbritannien von 2019-2034. Die eigentliche Geschichte beginnt aber erst richtig im Jahr 2024. 

In letzter Zeit habe ich mich ab und an mal darüber beschwert, dass in Hollywood-Filmen heutzutage alles so übertrieben politisch korrekt sein muss. Manchmal kam es mir schon so vor, dass man nur für die Außenwirkung oder den asiatischen Markt, die eine oder andere Rolle in einem Blockbuster vergab. Hier – und das liegt nicht allein daran, dass es ein britisches TV-Projekt ist, vielmehr ist es die Schreibe, passt es. Nichts fühlt sich aufgesetzt oder „der Quote wegen“ an. Es wird nicht thematisiert, warum Stephen eine schwarze Frau geheiratet hat, warum Rosie im Rollstuhl sitzt und ihr Sohn asiatische Wurzeln hat oder, dass Daniel schwul ist. Es ist einfach so.  In der Familie Lyons gibt auch noch Trans (-human, -gender) und ein Migrant spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle. Das hört sich vielleicht jetzt für den einen oder anderen anstrengend an, ist es aber nicht. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, alle glaubhaft und greifbar und auch hilft ihr typisch englischer Humor das Ganze etwas aufzulockern. Jeder der vier Geschwister (Stephen, Edith, Daniel und Rosie) hat einen eigenen, starken Handlungsstrang. 

Meine Lieblingsepisode: Episode 4, trotz der ganzen Tragik

Meine Lieblingsszene: Grans „This is the world we built“-Rede in Episode 6

Meine Lieblingscharakter: rückblickend ist es wahrscheinlich Gran, ich liebe ihre Bissigkeit, ihre Weisheit und dass sie an richtiger Stelle Herz zeigt. Beschäftigt hat mich allerdings die Frage, wie alt Gran eigentlich ist. Optisch ist natürlich Viktor Goyara (gespielt von Maxim Baldry) ein Hingucker. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Stephen Lyons ist der älteste der Lyons Geschwister. Er arbeitet als Finanzberater und lebt mit seiner dunkelhäutigen Frau Celeste (gespielt von T´Nia Miller) und den beiden gemeinsamen Töchtern in London. Gespielt wird Stephen von dem englischen Schauspieler Rory Kinnear. Seine bekannteste Rolle ist die des „Bill Tanner“ in den letzten vier James Bond-Filmen. Auch hat er u.a. in The Imitation Game und einigen TV-Serien (u.a. „Penny Dreadful“) mitgespielt. 

Daniel Lyons ist der Bruder von Stephen (gespielt von Rory Kinnear), Edith (gespielt von Jessica Hynes) und Rosie (gespielt von Ruth Madeley). Er ist in der Verwaltung beim Wohnungsamt tätig. Gerade kümmert er sich um Unterkünfte für Asylsuchende. Er lebt offen schwul und hat einen Lebensgefährten. Gespielt wird Daniel von dem englischen Schauspieler Russell Torwey. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. in „Doctor Who Confidential“, „Looking“, The Night Manager, „Quantico“) mitgespielt und war auch in dem einen oder anderen Spielfilm (Pride, „The Good Liar“) zu sehen. 

Rosie Lyons ist die jüngste der Lyons Geschwister. Sie arbeitet in einer Schulkantine, ist alleinerziehend und hat zwei kleinere Kinder. Durch eine Fehlbildung der Wirbelsäule (Spina bifida) ist sie so körperlich beeinträchtigt, dass sie im Rollstuhl sitzt. Gespielt wird Rosie von der englischen Schauspielerin Ruth Madeley. Sie ist selbst mit dieser Fehlbildung der Wirbelsäule geboren. Sie hat schon in einigen Theater- und TV-Projekten (u.a. „Outnumbered“, „Cold Feet“) mitgewirkt. 

Edith Lyons ist die zweitälteste der Lyons Geschwister. Sie ist politische Aktivistin und war viel im Ausland. Gespielt wird Edith von der englischen Schauspielerin Jessica Hynes (bis zum Jahr 2007 unter dem Namen Jessica Stevenson). Sie hat in zahlreichen TV-Projekten (u.a. „The Royle Family“, „Spaced“, „Doctor Who“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Shaun of the Dead“, „Bridget Jones: The Edge of Reason“, „Paddington 2“) mitgespielt. Sie hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in „The Norman Conquests“

Celeste arbeitet als Buchhalterin und ist mit dem ältesten der Lyons Geschwister, Stephen (gespielt von Rory Kinnear), verheiratet. Sie haben zwei Töchter. Gespielt wird Celeste von der dunkelhäutigen, englischen Schauspielerin T´Nia Miller. Sie hat in einigen TV-Projekten (u.a. „Witless“, „Marcella“, „Free Rein“) mitgespielt. 

Muriel „Gran“ ist die Matriarchin der Lyons Familie. Sie ist die Großmutter der vier Lyons Geschwister. Da die Lyons-Geschwister vermutlich zwischen Mitte 30 und Mitte 40 sind, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie alt ihre Oma ist. Gespielt wird Gran von der englischen Theater-, TV- und Filmschauspielerin Anne Reid. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der beliebten englischen Soap Opera „Coronation Street“. Sie hat auch in vielen Spielfilmen (u.a. „The Mother“, „Hot Fuzz“, „The Aeronauts“) mitgespielt. 

Vivienne „Viv“ Rook ist eine sehr wohlhabende Geschäftsfrau, die eine politische Karriere startet. Die charismatische Populistin gründet ihre eigene Partei und spaltet natürlich die britische Bevölkerung. Selbst in der Familie Lyons hat Viv Rook mindestens einen Befürworter. Gespielt wird Viv Rook von der brillanten englischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Emma Thompson. Sie hat anfangs öfter mit ihrem damaligen Ehemann, dem Schauspieler und Regisseur Kenneth Branagh („Henry V“, „Peter´s Friends“, „Much Ado About Nothing“), zusammengearbeitet und in unzähligen Filmen (unvergessen in „The Remains of the Day“ und „Love Actually“, „Nanny McPhee“ und dem TV-Mehrteiler Angels in America, erst kürzlich wieder in Late Night) mitgespielt. Emma Thompson wurde 5 x für den Oscar nominiert (als Schauspielerin bzw. Drehbuchautorin der Filme „Howards End“, „The Remains of the Day“, „In the Name of the Father“ und „Sense and Sensibility“), Gewonnen hat sie zwei Oscars, ein Mal als Schauspielerin für ihre Performance in „Howards End“ und ein weiteres Mal als Autorin für das beste adaptierte Drehbuch von „Sense and Sensibility“. Außerdem war sie 7 x für den Emmy nominiert hat einen Emmy-Award für ihren Gastauftritt in der TV-Serie „Ellen“ gewonnen. Mit ihrem zweiten Ehemann, dem englischen Schauspieler und Produzenten Greg Wise hat sie zwei Kinder. 

„Years and Years“ wurde erstmalig vom 14.05.19 – 18.06.19 auf BBC One ausgestrahlt. Auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO ist die Miniserie seit dem 24.06.19 zu sehen. In Deutschland kann man diesen Mehrteiler über Apple TV+ und bei dem Pay-TV-Sender Starzplay über Amazon Prime schauen. 

Trailer zu sehen:

TV – Serie: „Devs“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on HULU-Mehrteiler angeschaut:

 

„Devs“  8 x approx. 50 min drama, thriller, mystery, sci-fi

dir. Alex Garland  cast: Sonoya Mizuno, Nick Offerman, Jin Ha, Zach Grenier, Stephen McKinley Henderson, Alison Pill, Cailee Spaeny, Karl Glusman 

 

Sergei (Karl Glusman) arbeitet als IT-Ingenieur für das amerikanische High-Tech-Unternehmen AMAYA. Seine Freundin Lily Chan (Sonoya Mizuno) arbeitet ebenfalls in der Firma im Silicon Valley. Nun wird Sergei befördert, ausgerechnet in die geheimnisvolle Hochsicherheitsabteilung Devs. Keiner der sonstigen Angestellten weiß, womit sich Mitarbeiter bei Devs genau beschäftigen. Bevor der Firmenchef Forest (Nick Offerman) Sergei erstmalig in das abgelegene Gebäude führt, wurde er selbstverständlich von dem Sicherheitschef Kenton (Zach Grenier) durchleuchtet. Nach seinem ersten Arbeitstag kommt Sergei nicht nach Hause, Lily meldet ihn am nächsten Tag als vermisst und stellt ihre eigenen Untersuchungen an….

 

B- (Wertung von A bis F) „Devs“ ist die erste TV-Serie des englischen Romanautors („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs (Ex Machina, Annihilation) Alex Garland. Bei diesem Projekt ist er der Serienschöpfer, hat die Drehbuchvorlage geschrieben und auch bei allen acht Episoden Regie geführt. Ein anderes Thema bestimmt zwar diesen Mehrteiler, aber sie spielt in einer ähnlichen Welt wie Alex Garlands Film „Ex Machina“. Einige der Ideen aus dieser TV-Serie stammen aus dem Buch „The Fabric of Reality“ des Physikers David Deutsch. 

Worum geht’s? Quanteninformatik, Quantencomputer und die Ambitionen vielleicht großer High-Tech-Unternehmen, die im Besitz immenser Datenmengen sind. 

Es gibt ein paar Logiklücken, eine große sogar schon in der ersten Episode. Hätte Sergei DAS, SO AUFFÄLLIG  und ZU DEM ZEITPUNKT wirklich getan? Irgendwann klar, aber zu dem Zeitpunkt fand ich es völlig an den Haaren herbeigezogen. Das ist aber nunmal der Start in diese Geschichte und als Zuschauer bleibt einem nichts anderes übrig, als es zu schlucken. 

Ich habe mir „Devs“ zwei Mal angeschaut, auch weil ich nicht alles bei der Erstsichtung so genau verstanden habe und erst verarbeiten musste. Die Serie folgt auf interessante Weise dem Ansatz, dass alles was passiert, einen Grund hat. Alles ist durch etwas in der Vergangenheit vorbestimmt. Eine Sache führt zu einer anderen. Entsprechend folgt die Serie der Theorie, dass es auch so etwas wie einen eigenen Willen im Leben nicht gibt. Alex Garland verbindet in „Devs“, erneut, Religion mit Technologie. Am Ende gibt er nicht für jedes Detail Erklärungen und lässt entsprechend Raum für eigene Interpretationen und Grübeleien. 

Bei der Besetzung hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. In der ersten Episode kam es mir so vor, als ob man bei den Hauptakteuren die Billigversionen der eigentlich gewünschten Besetzung genommen hat. Hier betraf es Sergei, Lilly und Forest. „Ex Machina“ war mit Domhnall Gleeson, Alicia Vikander und Oscar Isaac besetzt, hier sind es Karl Glusman, Sonoya Mizuno und Nick Offerman. Gut, der erste ist bald weg und an Nick Offerman als vielhaarigen CEO von AMAYA, konnte ich mich gewöhnen, blieb also nur noch die Hauptdarstellerin und die ist für mich das große Problem, der ansonsten recht originalen und irgendwie gelungenen Sci-Fi-Miniserie. 

Sonoya Mizuno hat (zumindest für mich) ein nichtsagendes, ausdrucksloses Gesicht, spricht und bewegt sich schlafmützig und hat noch dazu ein, höflich ausgedrückt, überschaubares Talent. Ihre Erscheinung, ihre Sprache, Ihr Spiel ist so reduziert, dass ich mir nicht vorstellen kann, das dies für irgendeine Hauptrolle reicht. Definitiv ist es mir hier zu wenig. Ihr Charakter Lily gibt oberflächlich betrachtet (soll heißen, im Gesamtkontext schon) nicht sonderlich viel her. Wenn ihre Rolle optimaler besetzt worden wäre, hätte mir die Serie wahrscheinlich auch um einiges besser gefallen. Eine gute, charismatischere Schauspielerin hätte mir sicher geholfen. 

Dennoch ist „Devs“ natürlich sehenswert, sehr stylisch, das Production Design weiß, zu beeindrucken, San Francisco ist wahnsinnig schön fotografiert, der Sound ist bemerkenswert und auch wenn sich der Score manchmal seltsam anhört, ist das musikalische Gesamtkonzept insgesamt außergewöhnlich und toll. „Devs“ ist ruhig und manchmal extrem langsam erzählt, aber – mit Ausnahme der Hauptdarstellerin – nie langweilig.

Mein Lieblingscharakter: Kenton, der Sicherheitschef von AMAYA. Ich mag aber auch Stewart (gespielt von Stephen McKinley Henderson) und Lyndon (gespielt von Cailee Spaeny) 

Meine Lieblingsepisoden: Folgen 5 -7

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Lily Chan arbeitet als Programmiererin bei AMAYA. Sie ist 27 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund und Kollegen Sergei (gespielt von Karl Glusman) zusammen. Als Sergei auf mysteriöse Weise verschwindet beginnt sie, Nachforschungen anzustellen. Gespielt wird Lily von dem/der japanisch-britischen Model/ Schauspielerin Sonoya Mizuno. Ich hatte weiter oben bereits bemerkt, dass ich kein großer Fan von ihr als Schauspielerin bin. Sie hat bereits in den beiden Alex Garland-Verfilmungen „Ex Machina“ und „Annihilation“ mitgewirkt und war u.a. auch in La La Land und „Crazy Rich Asians“ und der Netflix-Serie „Maniac“ zu sehen.

Forest ist der CEO von AMAYA. Gespielt wird Forest von dem amerikanischen Comedian, Autor und Schauspieler Nick Offerman. Ungewöhnlicherweise spielt er hier einen ernsthaften und ernstzunehmenden Charakter. Normalerweise kennt man ihn eher aus anderen Projekten. Er hat in vielen TV-Serien  (u.a. „Parks and Recreation“, 2. Staffel von „Fargo“) und in einigen Kinofilmen (u.a. 21 /22 Jump Street; Me and Earl and the Dying Girl, Bad Times at the El Royale mitgespielt. Er hat eine Emmy-Nominierung als Gastgeber der Reality-Competition-Show „Making It“. Nick Offerman ist mit der tollen Schauspielerin Megan Mullally (Will & Grace“) verheiratet. 

Kenton ist der Sicherheitschef von AMAYA. Wie weiter oben bereits geschrieben, mag ich seinen Charakter. Gespielt wird Kenton von dem amerikanischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Zach Grenier. Er hat eine unheimlich tolle Stimme. Zach Grenier hat in vielen TV-Serien (u.a. „24“, „Deadwood“, „The Good Wife“, „Ray Donavan“) und auch einigen Kinofilmen (u.a. „Fight Club“, Rescue Dawn,  Zodiac) mitgespielt. 

Katie ist die Chefdesignerin der Devs-Abteilung bei AMAYA. Gespielt wird sie von der kanadischen Schauspielerin Alison Pill. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „In Treatment“, The Newsroom, „American Horror Story: Cult“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Milk“, „Scott Pilgrim vs. the World“, Miss Sloane, Vice) mitgespielt. Alison Pill hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“.

Lyndon ist Mitglied des Devs-Teams. Der 19-jährige Lyndon hat mir sehr gut gefallen, um so überraschter war ich, als ich las, dass er von einer Schauspielerin verkörpert wird. Das war für mich auch mit ein Grund, warum ich mir die gesamte Staffel ein weiteres Mal angeschaut habe. Bislang hat die amerikanische Schauspielerin Cailee Spaeny auch nur weibliche Charaktere (u.a. in Bad Times at the El Royale, „On the Basis of Sex“, Vice) gespielt. 

„Devs“ wurde für 4 Emmys in der Kategorie Best Limited Series or Movie nominiert (Outstanding Cinematography, Outstanding Sound Editing, Outstanding Sound Mixing und Outstanding Special Visual Effects)

„Devs“ wurde erstmalig v. 5.3.20 – 16.4.20 auf FX on HULU gezeigt.

Trailer zu sehen: 

 

TV – Serie: „Hollywood“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Hollywood“ (auch in D. seit dem 1.5.20 auf Netflix zu sehen)  7 x approx. 50 min.   drama, alternate history 

dir. Ryan Murphy, Daniel Minahan, Michael Uppendahl, Janet Mock, Jessica Yu cast: Darren Criss, David Corenswet, Laura Harrier, Jake Picking, Jeremy Pope, Jim Parsons, Samara Weaving, Joe Mantello, Dylan McDermott, Holland Taylor, Patti LuPone, Queen Latifah, Michelle Krusiec, Maude Apatow, Mira Sorvino, Rob Reiner

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg suchen ein paar aufstrebende Schauspieler, ein Drehbuchautor und ein Filmemacher ihr Glück in Hollywood… 

 

B (Wertung von A bis F) Serienschöpfer des Netflix-Mehrteilers „Hollywood“ sind der amerikanische Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Ian Brennan (u.a. TV-Serie „Glee“ und „Scream Queens“) und Ryan Murphy, der Serienschöpfer von so vielen TV-Projekten (u.a. „Nip/Tuck“, „Glee“, „American Horror Story“, The People v. O. J. Simpson: American Crime Story, Feud: Bette and Joan, The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story, Pose). 

Wie The Man in the High Castle und The Plot Against America gehört auch „Hollywood“ dem Genre der Alternativen Welt- (hier mehr Film-)geschichte an. Ryan Murphy nennt seine neue Miniserie „faction“, eine Mischung aus Fakten und Fiktion. 

Wie hätte sich Hollywood (und damit sicher auch die amerikanische Gesellschaft) vielleicht grundlegend verändert, wenn bereits in den 1940er Jahren die Einflussreichen etwas mehr Mut bewiesen hätten? Was wäre, wenn im Nachkriegshollywood eine Frau eines der großen Hollywood-Studios geleitet hätte und noch dazu, einfach ein Risiko eingegangen wäre? Was wäre, wenn Homosexuelle in der Goldenen Ära Hollywoods offen mit ihrer Sexualität umgegangen wären oder eine schwarze Schauspielerin im Jahr 1947 für eine Hauptrolle in einem großen Studiofilm besetzt worden wäre? 

In diesem Wunschtraum, diesem Märchen, das hier erzählt wird vermischen sich fiktive Charaktere und teils überzogene Versionen von realen Persönlichkeiten. So gab es bekanntermassen u.a. natürlich den Filmemacher George Cukor (Filme wie „The Philadelphia Story“, „Gaslight“ und Oscar-Gewinner für „My Fair Lady“ ), den Filmstar Rock Hudson, die erste dunkelhäutige Oscar-Gewinnerin Hattie McDaniel („Gone with the Wind“), die talentierte chinesisch-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong, die seinerzeit sicherlich die perfekte Besetzung der chinesische Bäuerin in „The Good Earth“ gewesen wäre (die Rolle ging jedoch – wie es seinerzeit üblich war – an eine Weiße. Die deutsche Schauspielerin Luise Rainer gewann für die Rolle sogar den Oscar). Es gab aber auch den schmierigen und übergriffigen Hollywood-Agenten Henry Wilson und selbst den Zuhälter Scotty Bowers (in dieser Serie hat er den Namen Ernie West). Erst kürzlich habe ich die sehr sehenswerte Doku „Scotty and the Secret History of Hollywood“ gesehen. Scotty Bowers hat viele (insbesondere bi- und homosexuelle) Hollywoodstars junge Männer und Frauen „vermittelt“. Es gab übrigens auch die Schauspielerin Peg Entwistle, die sich in den 1930er Jahren vom „H“ des berühmten Hollywood(land)-Schriftzug in den Tod stürzte. Der fiktive Film, der in diesem Mehrteiler gedreht werden soll, basiert auf ihr Leben.

Ryan Murphys Tinseltown-Projekt konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Schwer fiel es mir auch nicht, in seine Wunschwelt einzutauchen. Der Mehrteiler zeigt, wie Hollywood im Studiosystem funktionierte, Schauspieler, Autoren, Regisseure, die exklusiv bei einem Major (hier das fiktive Studio Ace Studios) unter Vertrag standen. Ich liebe einfach generell alte Hollywood-Geschichten und den Glanz und Glamour, die die Verfilmungen meist ausstrahlen. Auch wenn diese Miniserie durchweg unterhaltsam ist, ein paar klasse Szenen und kreative Ideen bereithält. hätte „Hollywood“ in meinen Augen noch besser sein können. Dafür gibt es hier einfach zu viele Charaktere, die eingeführt werden. Jeder für sich hat eine eigene, meist gute Story, irgendwann brennt man für diese Charaktere, aber allgemein wirkt dieser Mehrteiler dadurch etwas überladen. Auch gibt es in meinen Augen ein paar Drehbuchschwächen (nicht sonderlich interessant fand ich die familiäre Story um Jack Castello und nicht besonders lebensnah erschien mir das Gespräch von Avis Amberg mit der Geliebten ihres Mannes, Ellens plötzliches Interesse an Richard „Dick“ Samuels und ihre Annäherungsversuche und auch Henrys kreative Einflussnahme). Dafür liebe ich das traum- und märchenhafte Ende von „Hollywood“.

Meine Lieblingsepisode: Wie sollte es anders sein: Episode 7 („The Hollywood Ending“) Es geht um die Oscars. Auch wenn mich hier störte, dass das Wording bei der Oscar-Verleihung nicht korrekt war, seinerzeit hieß es immer: „And the the winner is…“ und nicht „And the Oscar/the Academy Award goes to…“ 

Meine Lieblingsszene: In Episode 7 („The Hollywood Ending“) Hattie McDaniels rührende Geschichte rund um ihren Oscar und ihre eindringlichen Worte an die aufstrebende, afroamerikanische Schauspielerin Camille Washington. (Queen Latifah als Hattie McDaniel ist exzellent)

Meine Lieblingscharaktere:  

Richard „Dick“ Samuels ist leitender Produzent bei Ace Studios. Ein älterer feiner, in sich gekehrter Herr, der sich nicht traut, seine Homosexualität auszuleben. Dick habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen. Die ganze Geschichte um ihn ist auch herzzerreißend. Dick Samuels ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird er von dem amerikanischen Theaterschauspieler- und Regisseur Joe Mantello. 

 Henry Wilson ist der mächtige Hollywood Agent. Ich mag seine Figur einfach, weil sie so schön schrill und fies ist. Er ist schlagfertig und hat eine herrlich spitze Zunge. Ihn gab es wirklich. Henry Wilson hat sich junger Schauspieler angenommen, sie in großen Filmprojekten besetzt, aber dafür auch sexuelle Gegenleistungen gefordert. Den jungen Rock Hudson hatte er tatsächlich auch unter Vertrag, ihm auch erst seinen Namen gegeben und ihn zum großen Star gemacht. Mit einer Ausnahme (seiner exzentrischen Tanzeinlage in Episode 3 „Outlaws“ ) liebe ich Jim Parsons Verkörperung von Henry Wilson. Für diese Performance müsste er eigentlich den Emmy gewinnen. Bekannt wurde Jim Parsons durch seine Rolle in „The Big Bang Theory“

Nicht gleich erkannt habe ich Dylan McDermott als Tankstellenbesitzer und Zuhälter Ernie West, aber auch nicht Rob Reiner als Studiochef Ace Amberg und Mira Sorvino als ältere Schauspielerin, alle Drei sind aber auch schauspielerisch hervorzuheben. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Rock Hudson a.k.a. Roy Fitzgerald (bzw. in der Realität Roy Harold Scherer, Jr.) ist ein einfacher Junge aus der Provinz. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er nach Hollywood gekommen, um seinen Traum zu verwirklichen. Irgendwann kommt er bei dem schmierigen Talentscout und Hollywood-Agenten Henry Wilson (gespielt von Jim Parsons) unter Vertrag. Rock Hudson ist schwul und verliebt sich hier irgendwann in den schwarzen Drehbuchautor Archie Coleman (gespielt von Jeremy Pope). In der Realität war Rock Hudson einer der größten Stars der 1950er und 1960er Jahre und auch bei dem Hollywood-Agenten Henry Wilson unter Vertrag. Frauenhelden spielte er besonders überzeugend und sprach nie öffentlich über seine Homosexualität. Er gab aber im Jahr 1985 – kurz vor seinem Tod – bekannt, dass er an AIDS erkrankt ist und war damit der offiziell erste Prominente, der der damals noch relativ neuen Krankheit AIDS zum Opfer fiel. In „Hollywood“ wird Rock Hudson von dem, in Deutschland geborenen amerikanischen Schauspieler Jake Picking gespielt. Er hat bereits in einigen Kinofilmen (The Way, Way Back, Patriots Day, Sicario: Day of the Soldado) mitgespielt. 

Jack Castello ist mit seiner Frau (gespielt von Maude Apatow) aus dem Mittleren Westen nach Los Angeles gekommen. Seine Frau ist schwanger und er in Geldnot. Er beginnt für Ernie (gespielt von  Dylan McDermott) als Gigolo zu arbeiten, aber eigentlich träumt er davon, es als Schauspieler in Hollywood zu schaffen. Jack Castello ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Jack Castello von dem amerikanischen Schauspieler David Corenswet. Er hatte schon TV-Auftritte in einigen Serien, in Ryan Murphys Serie „The Politician“ spielt er sogar eine Hauptrolle.. 

Camille Washington ist eine dunkelhäutige, äußerst talentierte junge Schauspielerin. Sie ist bei Ace Studios unter Vertrag. Camille ist ein fiktiver Charakter, hier ist sie außerdem die Freundin des talentierten Jungregisseurs Raymond Ainsley (gespielt von Darren Criss). Gespielt wird Camille Washington von dem ehemaligen Model und der Schauspielerin Laura Harrier. Ihren Durchbruch hatte die Schauspielerin als sich Peter Parker in sie (also Liz) in Spider-Man: Homecoming verliebte. Auch hat sie in BlacKkKlansman mitgespielt. 

Claire Wood ist eine hübsche, blonde junge Frau, die unbedingt Schauspielerin werden will. Sie will es ohne ihren berühmten Namen schaffen und so hat die Tochter des Studiochefs Ace Amberg (gespielt von Rob Reiner) ihren Namen geändert. Claire ist auch ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Claire von der australischen Schauspielerin Samara Weaving. Sie hat schon in einigen TV-Serien („Home and Away“, „Ash vs Evil Dead“, „SMILF“) und in ein paar Kinofilmen (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Ready or Not“) mitgespielt. Der bekannte, englische Schauspieler Hugo Weaving ist Samaras Onkel. 

Archie Coleman ist ein afroamerikanischer Drehbuchautor. Bereits sein erstes Drehbuch wird hochgehandelt. Archie ist schwul und arbeitet anfänglich für den Tankstellenbesitzer und Zuhälter Ernie West (gespielt von Dylan McDermott). Dabei lernt er Roy Fitzgerald, a.k.a. Rock Hudson (gespielt von Jake Picking) kennen und lieben. Archie Coleman ist auch ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Archie Coleman von dem ziemlich tollen amerikanischen Theaterschauspieler Jeremy Pope. Der 27-jährige Schauspieler hat bereits zwei Tony-Nominierungen (für seine Performances in dem Bühnenstück „Choir Boy“ und dem Musical „Ain´t Too Proud“) und bald vielleicht schon eine Emmy- und irgendwann auch eine Oscar-Nominierung, da bin ich mir ziemlich sicher.  

Raymond Ainsley ist ein talentierter Jungregisseur, der bei Ace Studios unter Vertrag steht. Raymond hat selbst philippinische Wurzeln und lebt mit seiner Freundin, der dunkelhäutigen Schauspielerin Camille Washington (gespielt von Laura Harrier), zusammen. Auch er ist ein fiktiver Charakter. Gespielt wird Raymond Ainsley von dem amerikanischen Theater- und TV-Schauspieler und Sänger/Songwriter Darren Criss. Bekannt wurde Darren Criss durch die TV-Serie „Glee“, für einen seiner Songs in dieser Serie wurde er für den Emmy nominiert. Für seine Performance in The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story hat er einen Emmy gewonnen.

„Hollywood“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best Limited Series/Movie, Best Actor/Actress/Supporting Actor/Atcress for a Limited Series/Movie Jim Parsons, Joe Mantello, Darren Criss, Jeremy Pope, Patti Lupone, Holland Taylor Update: „Hollywood“ wurde für 12 Emmys nominiert (darunter Best Actor/Limited Series für Jeremy Pope, Best Supporting Actor/Limited Series für Dylan McDermott und Jim Parsons, Best Supporting Actress/Limited Series für Holland Taylor, ansonsten nur technische Kategorien)

„Hollywood“ ist seit dem 1.5.20 auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

TV-Serie – „The Plot Against America“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Miniserie angeschaut:

 

„The Plot Against America“ (in D. seit dem 17.03.20 auf Sky zu sehen) 6 x approx. 60 min  drama, alternate history, adaptation

dir. Minkie Spiro, Thomas Schlamme   cast: Zoe Kazan, Morgan Spector, Caleb Malis, Anthony Boyle, David Krumholtz, Azhy Robertson, John Turturro, Winona Ryder, Michael Kostroff, Ben Cole, Ed Moran 

 

Im Juni 1940. In Europa herrscht Krieg. Der Nationalheld Charles Lindbergh (Ben Cole) plant, gegen den amtierenden Präsidenten Franklin D. Roosevelt bei der US-Präsidentschaftswahl im November anzutreten. Lindbergh macht Stimmung gegen die Briten, Juden und die derzeitige Regierung und verspricht der amerikanischen Bevölkerung, sich aus dem Krieg in Europa rauszuhalten. In Weequahic, New Jersey lebt der jüdische Versicherungsvertreter Herman Levin (Morgan Spector) mit seiner Frau Bess (Zoe Kazan), dem 15-jährigen Sohn Sandy (Caleb Malis), dem 10-jährigen Sohn Philip (Azhy Robertson) und seinem Neffen Alvin (Anthony Boyle). Das Ehepaar Levin registriert langsam die Veränderungen im eigenen Land. Bess´Schwester Evelyn (Winona Ryder) macht sich derweil Sorgen, nie einen Mann zum Heiraten zu finden, dann trifft sie aber auf den verwitweten Rabbiner Lionel Bengelsdorf (John Turturro), der jüdische Geistliche unterstützt Charles Lindbergh bei seiner Präsidentschaftskampagne…

 

B+ (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „The Plot Against America“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Romanautors Philip Roth („American Pastoral“, „The Human Stain“, „Indignation“). Philip Roths Buch stammt aus dem Jahr 2004, die jetzige Verfilmung aus dem Jahr 2020 weist aber sicher durchaus gewollt Parallelen zur letzten US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 auf. Serienschöpfer sind die amerikanischen Autoren und Produzenten David Simon und Ed Burns (TV-Serien „The Wire“, „Generation Kill“). Bei den ersten drei Episoden führte die englische TV-Regisseurin Minkie Spiro (TV-Serien: „Downton Abbey“, „Better Call Saul“, Fosse/Verdon) Regie, bei den letzten drei Episoden der amerikanische TV-Produzent und Regisseur Thomas Schlamme („Sports Night“, „The West Wing“).

Wie bereits die TV-Serie The Man in the High Castle gehört auch „The Plot Against America“ dem Genre der Alternativweltgeschichte an. 

Charles Lindbergh war tatsächlich gegen eine Beteiligung der USA am Zweiten Weltkrieg. Er war der bekannteste Sprecher des America First Committee, das u.a. von dem späteren US-Präsidenten Gerald Ford gegründet wurde. Er war offenbar nicht nur ein „American Firster“, sondern auch ein Antisemit und galt als Hitler-Unterstützer. Nachdem seine Gesinnung in einigen seiner Reden deutlich wurde, war seine politische Karriere am Ende. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 1940 wurde Franklin D. Roosevelt zum dritten Mal im Amt bestätigt. Die Familie Levin in diesem Mehrteiler ähnelt der des Romanautors mit „Philip“ als jungen Philip Roth. In seiner Romanvorlage heißt die Familie tatsächlich auch Roth und die Geschichte über eine fiktive Kindheit in New Jersey wird in der Ich-Form erzählt. Soviel zu den Fakten. Fiktion und Wirklichkeit überschneiden sich aber hier.

Was wäre, wenn der amerikanische Flieger- und Nationalheld sich zur US-Präsidentschaftswahl aufgestellt und von der republikanischen Partei auch nominiert worden wäre? Hätte nicht jeder amerikanische Wähler durchschaut, was für ein Populist Charles Lindbergh ist, was für faschistische und antisemitische Züge er hat und ihn entsprechend nicht zum Präsidenten im Jahr 1940 gewählt? Lindbergh begeisterte hier aber die Bevölkerung mit seiner America-First-Politik und damit, dass er sich gegen eine amerikanische Kriegsbeteiligung aussprach. Einige Zweifel konnte er zusätzlich ausräumen, als den etwas unbedarfte Rabbiner Lionel Bengelsdorf als Unterstützer gewinnen konnte. Was wäre, wenn Charles Lindbergh nun tatsächlich im November 1940 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre? Damit beschäftigt sich dieser Mehrteiler.

Die gesellschaftlichen Veränderungen vor und nach seiner Wahl erlebt man hier aus Sicht der jüdisch-amerikanischen Familie Levin und ihrem Umfeld in Weequahic, New Jersey. Die antisemitischen/rassistischen Strömungen im Land sind nicht gleich für jedermann erkennbar und auch für die Familie Levin nicht gleich bedrohlich, aber immer mehr sicht- und greifbar. Selbst in der Familie Levin gibt es unterschiedliche Meinungen. Während das Ehepaar Herman und Bess Levin (gespielt von Morgan Spector und Zoe Kazan) äußerst beunruhigt die Geschehnisse verfolgt, bewundert ihr 15-jährige Sohn Sandy (gespielt von Caleb Malis) Charles Lindbergh, die ältere Schwester von Bess, Evelyn (gespielt von Winona Ryder) verliebt sich in den Rabbiner und Lindbergh-Unterstützer Lionel Bengelsdorf (gespielt von John Turturro) und Hermans Neffe Alvin (gespielt von Anthony Boyle) will gegen die Nazis in Europa kämpfen. Da die Vereinigten Staaten nicht am Krieg beteiligt sind, geht er nach Kanada und meldet sich freiwillig zum Kriegsdienst. 

„The Plot Against America“ spielt in der Zeit von Juni 1940 bis zum 3. November 1942. Diese alternative Weltgeschichte beschäftigt sich in dieser Zeit mit der Gefahr, die von Populisten ausgeht. Im Gegensatz zu Deutschland leben die Amerikaner in einer Demokratie. Man sieht, wie schnell sich Hass verbreiten kann und man ohne eigenes Zutun plötzlich zu den Anderen gehören kann und in seinem eigenen Land nicht mehr sicher ist. 

Ich fand „The Plot Against America“ anfangs recht schwerfällig, im Ganzen ist dieser Mehrteiler aber sehr gelungen. Für die Erzählung hat man sich hier einfach nur die Zeit genommen, die sie brauchte. Die tatsächliche Gefahr offenbart sich nur langsam, aber die Bedrohung frisst sich immer mehr ins Bewusstsein. 

Das komplette Szenenbild ist sehr hochwertig und führt einen unweigerlich in die damalige Zeit. Die Ausstattung, die Kostüme, die Autos, das Kino, in der sich die Amerikaner ein Mal die Woche über die neuesten Nachrichten in den Vereinigten Staaten bzw. dem Rest der Welt (mit vielen Originalfilmaufnahmen) informieren – das wirkt schon sehr authentisch. 

Meine Lieblingsepisode: keine

Meine Lieblingscharaktere: Seldon, der Nachbarjunge der Levins. Er ist im gleichen Alter wie der 10-jährige Philip Levin. So gerne würde Seldon Philips bester Freund sein, der putzige Junge wirkt immer etwas einsam und traurig. Gespielt wird Seldon von dem amerikanischen Schauspieler Jacob Laval. 

Seldon ist aber nur ein Nebencharakter, von den Leitcharakteren ist Bess Levin mein Lieblingscharakter (gespielt wird Bess von der amerikanischen Schauspielerin Zoe Kazan), ihren Charakter habe ich weiter unten vorgestellt. 

Mein Hassfigur des Mehrteiler: da gibts natürlich viele, aber von den Hauptcharakteren kann ich Evelyn am wenigsten ertragen. Gespielt wird sie von Winona Ryder, bei der es sich leider in der letzten Episode gezeigt hat, dass sie schauspielerisch mit der Rolle überfordert ist.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Herman Levin ist Versicherungsvertreter und Familienvater. Er ist Jude, ohne dass der Glaube und die Religion einen großen Platz in seinem Leben einnimmt. Verheiratet ist er mit Bess (gespielt von Zoe Kazan). Die beiden haben mit Sandy und Philip (gespielt von Caleb Malis und Azhy Robertson) zwei Söhne. Herman kann Ungerechtigkeiten nicht ertragen, ist sehr stolz und mutig und wird damit seine Familie noch in Gefahr bringen. Gespielt wird Herman von dem amerikanischen Schauspieler Morgan Spector. Er hat in einigen Independentfilmen (u.a. The Drop, Chuck, A Vigilante) und auch einigen TV-Serien (u.a. „Person of Interest“, „Boardwalk Empire“, 7. Staffel von Homeland) mitgespielt. 

Elizabeth „Bess“ Levin ist Hausfrau und mit Herman (gespielt von Morgan Spector) verheiratet. Sie haben zwei Söhne, den Teenager Sandy (gespielt von Caleb Malis) und den 10-jährigen Philip (gespielt von Azhy Robertson). Auch hat sie mit Evelyn (gespielt von Winona Ryder) eine ältere Schwester. Weiter oben habe ich es bereits geschrieben, dass Bess mein Lieblingscharakter dieses Mehrteilers ist. Sie ist vernünftig, trifft richtige Entscheidungen, zeigt Herz und Stärke, was man gerade in der finalen Episode sieht. Gespielt wird Bess von der amerikanischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Zoe Kazan. Eigentlich war ich kein großer Fan der Schauspielerin (Ruby Sparks, What If), hier hat sie mir aber ausgesprochen gut gefallen. Für ihre Performance in dem großartigen Mehrteiler Olive Kitteridge wurde sie für den Emmy nominiert. Zoe Kazan ist die Enkelin der griechisch-amerikanischen Regie-Legende Elia Kazan („A Streetcar Named Desire“, „On the Waterfront“, „East of Eden“) Außerdem hat sie mit einem meiner Lieblingsschauspieler, Paul Dano, ein Kind. 

Evelyn Finkel ist Bess´ältere Schwester. Sie kümmert sich um ihre Mutter. Evelyn macht sich Sorgen, keinen Mann mehr abzubekommen. Irgendwann lernt sie aber den Rabbiner Lionel Bengelsdorf (gespielt von John Turturro) kennen. Evelyn ist mein Hasscharakter dieses Mehrteilers. Gespielt wird Evelyn von der amerikanischen Schauspielerin Winona Ryder. Sie war Ende der 1980er und in den 1990er Jahren („Beetlejuice“, „Edward Scissorhands“, „Reality Bites“, „The Crucible“) ein großer Star. In den letzten Jahren war sie mehr in TV-Projekten, u.a. in „Stranger Things“ zu sehen. Für ihre Performance in  „The Age of Innocence“ und „Little Women“ wurde sie jeweils mit dem Oscar nominiert. 

Lionel Bengelsdorf ist Rabbiner und unterstützt Charles Lindbergh (gespielt von Ben Cole) bei seiner Präsidentschaftwahl. Ohne diesen, etwas unbedarften jüdischen Geistlichen wäre Lindbergh wohl nie U.S.-Präsident geworden.  Lionel ist Witwer und lernt irgendwann Evelyn Finkel (gespielt von Winona Ryder) kennen. Gespielt wird Lionel Bengelsdorf von dem amerikanischen Schauspieler, Autor und Filmemacher („Barton Fink“, „The Big Lebowski“, TV-Serie The Night Of) John Turturro. Für seine Performance in den TV-Serien „Monk“ und „The Night Of“ wurde er jeweils mit dem Emmy nominiert. 

„The Plot Against America“ wurde für einen Emmy nominiert (Outstanding Cinematography for a Limited Series or Movie)

„The Plot Against America“ wurde erstmalig vom 16.3.20 – 20.4.20 auf HBO ausgestrahlt. In Deutschland läuft die Miniserie seit dem 17.05.20  auf Sky, ab dem 20.05.20 dann auch in der deutschen Synchronfassung.

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

TV – Serie: „The New Pope“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The New Pope“ (in D. seit dem 20.02.20 auf Sky Atlantic zu sehen) 9 x approx. 60 min  drama

dir. Paolo Sorrentino  cast: Silvio Orlando, Cécile de France, Javier Cámara, John Malkovich, Mark Ivanir, Jude Law, Ulrich Thomsen, Henry Goodman, Maurizio Lombardi, Massimo Ghini, Nora Waldstätten, Marilyn Manson, Sharon Stone 

 

Papst Pius XIII (Jude Law) liegt nun bereits seit neun Monaten im Koma. Drei Herztransplantationen sind schon missglückt, es wird Zeit, einen neuen Papst zu bestimmen. Der Kardinalstaatssekretär Angelo Voiello (Silvio Orlando) sieht sich selbst als geeignetsten Kandidaten, aber eine Zweidrittelmehrheit im Konklave zu bekommen, scheint nahezu unmöglich. Jeder der Kardinäle hat schließlich seine eigene Vorstellung von dem neuen Oberhaupt der katholischen Kirche. Nach endlosen Runden kann man sich endlich auf einen Kandidaten einigen. Kardinal Viglietti (Marcello Romolo) scheint von seiner Wahl völlig überrascht. Er realisiert aber schon bald, welche Macht er als neuer Pontifex hat. Er nennt sich Papst Franziskus II und fordert Bescheidenheit und Demut, will den Armen helfen. Kurz nach seiner Amtseinführung bietet er Flüchtlingen und Migranten Unterschlupf im Vatikan. Auch will er die prunkvollen Kreuze und Ringe der Kardinäle und eigentlich das gesamte Vermögen des Kirchenstaates an die Armen verschenken…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The New Pope“ ist die Fortsetzung zu Paolo Sorrentinos Vorgängerserie The Young Pope aus dem Jahr 2017. Serienschöpfer und Regisseur über alle Episoden ist wieder der italienische Filmemacher und Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino (The Great Beauty, Youth). 

Ich liebe Paolo Sorrentinos meist satirischen oder gar sarkastischen, aber immer starken Inszenierungen. Seine opulenten und symbolhaften Bildkompositionen sind einzigartig, einige sind so perfekt wie Gemälde.  Mit „The New Pope“ führt er uns mit seiner Geschichte – wie sollte es anders sein – wieder in die geheimnisumwitterte Welt des Vatikans. Natürlich geht es um Macht, Manipulation, Korruption, Skandale, Intrigen, Erpressungen, Eitelkeiten, Selbstfindung, Glaube, Glaubenszweifel, Religion, Bigotterie, Fanatismus, Wunder, Heilige und Huren, Verführung, Homosexualität, Sex, aber auch ganz klar um die Liebe. Mir gefiel die zweite Staffel von Sorrentinos Serie um einiges besser als die erste, auch wenn die Geschichte sich in ihrer gesamten Pracht erst später entfaltet. Aber bis dahin sind es immer wieder tolle Szenen, kreative Ideen, das Ganze mit brillant gewählter, cooler Musik vertont, eine – durch die Bank – perfekte Besetzung, erneut eine wunderbare Serienfigur (Staatssekretär Voiello) und bereits ab Folge 2 natürlich John Malkovich – das alles brachte mich nie in Verlegenheit, vorzeitig abzubrechen. 

Silvio Orlando kann ich gar nicht genug loben, das ist wahrscheinlich die Rolle seines Lebens. Ich liebe diesen allwissenden, gewitzten Staatssekretär des Vatikans mit seiner putzig lispelnden Aussprache und seinem sehr starkem italienischen Akzent.

Am Ende ist „The New Pope“ eine tolle und außergewöhnliche Serie, die ich mir gleich noch mal ein zweites Mal angeschaut habe. Da diese Staffel reich an Charakteren und Handlung ist und alle raffinierten Einzelheiten wahrscheinlich mit einer Sichtung allein nicht zu erfassen sind, empfehle ich auch, sie ein weiteres Mal zu gucken. 

Meine Lieblingsepisode: 8  – diese Folge ist Perfektion und hier zeigt sich spätestens, dass sich die ganze Staffel von „The New Pope“ lohnt, die finale Folge ist dazu nur noch der krönende Abschluss. 

Lieblingsszenen: 

  • in Episode 2 das Gespräch zwischen Kardinal Sir John Brannox und dem Staatssekretär des Vatikans Voiello. Zusammengefasst: Brannox: Humans are blaming everything on others, we Catholics at least blame everything on God. Voiello: Actually we give him all the credit. Brannox: Is that not the same thing? 
  • in Episode 4 die Szene mit Marilyn Manson (wie sieht der eigentlich mittlerweile aus?) und dem Papst 
  • in Episode 5 die Szene mit Sharon Stone (die sich wie auch Manson selbst spielt) und dem Papst 

Aber ansonsten auch unbedingt auf den Vorspann aber auch den Abspann mit einigen originellen Tanzeinlagen achten. 

Meine Gedanken in den letzten zehn Minuten der finalen Episode: Aha, ja, glaubwürdig (das Sicherheitspersonal muss durchdrehen), okaaay – nicht wirklich realistisch, aber tolle Bilder, auch die Geräusche als die Musik aussetzt, beeindruckende Szenen für das Staffelende, tja, und nu? Einblendung des Serientitels. Blick in die Zukunft, gefällt mir…What the fuck? (was sich mehr auf die nachempfundene Szene aus einem berühmten Klassiker bezieht). Klasse Ende, ich wünschte, es würde keine Fortsetzung geben. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Kardinal Angelo Voiello ist der Staatssekretär des Vatikans. Seit Ewigkeiten bekleidet er dieses Amt, zieht die Strippen im Hintergrund und sieht langsam seine Zeit gekommen, selbst Papst zu werden. Gespielt wird Kardinal Voiello von dem italienischen Schauspieler Silvio Orlando. Er hat in zahlreichen italienischen TV- und Spielfilmproduktionen mitgespielt.

Kardinal Bernardo Gutiérrez zählt zum engen Kreis von Kardinalstaatssekretär Voiello aber später auch dem Papst John Paul III. Gespielt wird Gutierrez von dem spanischen Schauspieler Javier Cámara. Er hat in Pedro Almodóvars Filmen „Talk to Her“, „Bad Education“ und „I´m So Excited“ mitgespielt.

Kardinal Sir John Brannox besitzt ein riesiges Anwesen in England. Dort lebt er mit seinen schwerkranken Eltern, die aber in einem anderen Flügel seines Schlosses residieren und seit dem frühen Tod von Johns Zwillingsbruders mit ihm kein Wort reden. Sir John wirkt leicht exzentrisch ist aber verletzlich und scheint auch irgendein Geheimnis zu haben. Der als moderat geltende Kardinal ist der Wunschkandidat einiger Kardinäle und wird später auch zum Papst gewählt. Er nennt sich Johannes Paul III. Gespielt wird Sir John Brannox von dem amerikanischen Schauspieler John Malkovich. Er hat in vielen Kinofilmen ( u.a. „Dangerous Liasons“, „Of Mice and Men“, „Burn After Reading“, Changeling) mitgespielt. Malkovich galt immer schon als einer der interessantesten Charakterschauspieler, ihm wurde dann sogar der originelle Film „Being John Malkovich“ gewidmet. John Malkovich hat auch bereits als Regisseur („The Dancer Upstairs“) gearbeitet und produziert gelegentlich auch Kinofilme („Juno“, „The Perks of Being a Wallflower“) Er wurde zwei Mal für den Oscar (für „Places in the Heart“ – seine erste offizielle Rolle in einem Kinofilm – und „In the Line of Fire“) nominiert. Außerdem hat er drei Emmy-Nominierungen für die TV-Formate „Death of a Salesman“, „RKO 281“ und „Napoléon“ erhalten. Für seine Performance in Volker Schlöndorffs TV-Film „Death of a Salesman“ wurde er mit dem Emmy ausgezeichnet. 

Sofia Dubois ist die PR-Managerin des Heiligen Stuhls. Gespielt wird Sofia von der belgischen Schauspielerin Cécile de France. Sie hat in unzähligen französischen Spielfilmen mitgewirkt. Ich habe sie bisher nur in Clint Eastwoods Film Hereafter gesehen

Der amerikanische Papst Pius III liegt nach einem Herzinfarkt im Koma. Mehrere Herztransplantationen sind bereits gescheitert. Er wird als lebender Heiliger gesehen und erscheint einigen Gläubigen und Geistlichen als Geist und Berater. Am Ende dieser Staffel muss man sich fragen, wer ist Lenny? Gläubige haben dazu sicher eine eindeutige Antwort.  Gespielt wird Papst Pius XIII von dem englischen Schauspieler Jude Law. Mir ist er erstmalig in „Gattaca“ aufgefallen und kurz darauf in „Midnight in the Garden of Good and Evil“. Seinen großen Durchbruch hatte Jude Law wohl durch seine Rolle in Anthony Minghellas Patricia Highsmith-Verfilmung „The Talented Mr. Ripley“. Seither ist er in vielen britischen und amerikanischen Produktionen zu sehen. Für seine Rollen in „The Talented Mr. Ripley“ und „Cold Mountain“ hat er jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten.

Der Abschluss der zweiten Staffel ist für mich nahezu perfekt, Paolo Sorrentino plant aber eine weitere Staffel, er sieht dieses Projekt als Trilogie. 

Überwiegend ist auch diese Staffel in der italienisch und englischen Sprache. Episode 2 und 7 von „The New Pope“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2019 gezeigt. Vom 10.01.20 – 07.02.20 lief die gesamte Staffel dann erstmalig auf HBO. In Deutschland ist die Serie seit dem 20.02.20 bei Sky Atlantic zu sehen.

Trailer von „The New Pope“ zu sehen:

 

ein Vorspann zu sehen:

 

der noch besserer Vorspann, ab Episode 7 zu sehen:

 

TV-Serie: „The Leftovers 1., 2. und 3. Staffel“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Leftovers, 1.,  2. Staffel und 3. Staffel“ (in D. auf DVD o. beispielsw. über iTunes zu sehen) 28 x approx. 65 min  drama, fantasy, mystery, adaptation 

dir. Peter Berg,  Keith Gordon, Lesli Linka Glatter, Carl Franklin, Mimi Leder, Michelle MacLaren, Daniel Sackheim, Tom Shankland, Nicole Kassell, Craig Zobel  cast: Justin Theroux, Carrie Coon, Margaret Qualley, Ann Dowd, Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler, Chris Zylka, Emily Meade, Amanda Warren, Janel Moloney, Max Carver, Charlie Carver, Regina King, Kevin Carroll, Jovan Adepo, Jasmin Savoy Brown, Scott Glenn, Paterson Joseph, Bill Camp

 

Am 14. Oktober 2011 verschwinden plötzlich zwei Prozent der Weltbevölkerung. 140 Millionen Menschen sind von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Drei Jahre später sind die Ursachen und Gründe dafür immer noch ungeklärt. Der lokale Polizeichef der Kleinstadt Mapleton, Kevin Garvey Jr. (Justin Theroux), hat auch sein Päckchen zu tragen. Seine Ehefrau Laurie (Amy Brenneman) ist zwar nicht spurlos verschwunden, hat sich aber irgendwann dieser sonderbaren Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Die Sektenmitglieder versuchen immer mehr Menschen zu rekrutieren, beispielsweise Meg (Liv Tyler). Kevin Garney lebt unterdessen mit seiner Teenagertochter Jill (Margaret Qualley) zusammen und dann ist da noch Nora (Carrie Coon), am 14. Oktober 2011 haben sich ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder plötzlich in Luft aufgelöst… 

 

1. Staffel: B+; 2. Staffel: B-; 3. Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Die erste Staffel von „The Leftovers“ basiert auf Tom Perrottas gleichnamigen Roman. Serienschöpfer sind der Vorlagenlieferant Tom Perrotta und der amerikanische Roman- und Drehbuchautor (Cowboys & Aliens, Prometheus, „World War Z) und Produzent/Serienschöpfer Damon Lindelof (u.a. TV-Serien „Lost“, „Watchmen“). Regie bei der ersten Staffel führt u.a. der amerikanische Filmemacher Peter Berg (Lone Survivor, Patriots Day).

Zugegebenermassen ist „The Leftovers“ vielleicht nicht für jeden die richtige Serie, insbesondere nicht im Moment (März 2020, inmitten der Corona-Krise). Ich wollte die Serie aber immer mal gucken und jetzt habe ich Zeit. 

Zur ersten Staffel: B+ (Wertung von A bis F): Ein Ereignis hat eine gesellschaftliche Erschütterung losgelöst. Am 14.10.2011 haben sich 140 Millionen Menschen weltweit plötzlich in Luft aufgelöst. Auch jetzt, drei Jahre später weiß niemand, was eigentlich und warum passiert ist. Die Menschen suchen immer noch nach einer Erklärung und mitunter nach Trost, einem Halt, vielleicht einem Zugehörigkeitsgefühl, das sie auch in der Spiritualität finden. 

Ich mag die Grundidee dieser Serie. Finde es realistisch, wie sich die Menschen nach einem so einschneidigen Ereignis neu suchen, eine gewisse Leere empfinden. Manche suchen Hilfe in verschiedenen (mitunter) dubiosen Glaubensgemeinschaften. 

Meine Lieblingsepisode: 9 („The Garveys at Their Best“) 

Nicht so richtig gute Episode: 10 („The Prodigal Son Returns“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Justin Theroux und Carrie Coon

 

Zur zweiten Staffel: B- (Wertung von A bis F) Die zweite Staffel fängt ungewöhnlich an. Den Prolog hatte ich bis zum Ende der Staffel im Hinterkopf. Diese Staffel spielt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen der ersten und nahezu komplett in einer anderen Stadt: in Jarden, Texas. Jarden ist von dem Sudden Departure am 14.10.2011 verschont geblieben. Tatsächlich ist hier – wie durch ein Wunder – kein einziger der 9,261 Einwohner verschwunden. Entsprechend ist die Stadt zu einem Magnet vieler US-Bürger, gar zu einer Touristenattraktion bzw. einem Wallfahrtsort, geworden. Nora, Kevin, Jill, das Baby, Matt und seine Frau Mary ziehen nach Jarden. Bei der zweiten Staffel werden neue Charaktere eingeführt. Auf Dr. Erika Murphy  (gespielt von Regina King), ihrem Mann John (gespielt von Kevin Carroll) und ihren Kindern Evie (gespielt von Jasmin Savoy Brown) und Michael (gespielt von Jovan Adepo) wird dabei ein besonderes Augenmerk geworfen. 

Im Ganzen ist die zweite Staffel dramaturgisch komplexer als die erste, mir erschien sie aber auch recht wirr. Manchmal war mir das etwas zu viel. Auch hatte ich die ganze Zeit Fragen, die mir über den Verlauf der 2. Staffel nicht beantwortet wurden. Weder bei der ersten Staffel noch bei der zweiten mochte ich die finale Episode, das Staffelende. 

 

Spoiler für die zweite Staffel 

Meine Fragen: Nora hat für 3 Mio Dollar ein Haus gekauft, was sie noch nie gesehen hat, woher hat sie das Geld? Klar hat sie vom Verkauf ihres Hauses in Mapleton sehr viel Geld bekommen, aber – soweit ich das Erinnerung hatte – nicht 3 Mio Dollar.  Sie hat auch keinen Job. Überhaupt, wie halten sich Nora und Kevin finanziell über Wasser? Beide gehen keiner Tätigkeit nach. Was mich auch irritierte: Nora verschwindet eines Tages, wo kommt sie unter? )

Spoiler Ende für die zweite Staffel 

 

Meine Lieblingsepisode: 9 („Ten Thirteen“) 

WTF-Episode: 8 („International Assassin“) 

Nicht so gute Episode: 10. („I Live Here Now“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon

 

 

Zur dritten und letzten Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Beginnt, wie bereits die zweite Staffel, mit einem seltsamen Prolog. Ansonsten spielt diese Staffel drei Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel. Der siebente Jahrestages des Sudden Departure steht bevor. Ein großer Teil der dritten Staffel spielt in Australien. Diese Staffel gefiel mir wieder besser, ist aber auch teils wirr mit aber einem sehr gelungenen Serienende. 

Meine Lieblingsepisoden: 6 („Certified“) und das Serienende, Episode 8 („The Book of Nora“) 

Meine Lieblingsszene: einige, aber besonders: in der Episode 5 („It´s a Matt, Matt, Matt, Matt World“) das Gespräch zwischen Matt und Burton auf der Fähre

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon, Christopher Eccleston, Bill Camp und Justin Theroux

 

Insgesamt betrachtet mag ich diese Serie, finde sie unbedingt sehenswert. Ich liebe die Filmmusik (von dem deutsch-britischen Komponisten Max Richter) und auch die immer passende Auswahl der Songs. 

Mich begeistert – nach wie vor – die Grundidee dieser Serie und die Welt, in der sie spielt. Wenn es zu einem unerklärlichen Ereignis kommt, sucht man zwangsläufig nach Antworten – Was ist, wenn es die vielleicht nicht gibt? Was macht das mit der jeweiligen Gesellschaft? Was macht das mit rational denkenden Menschen? Was macht es mit den Hinterbliebenen, den Menschen, die ihre Liebsten am 14. Oktober tatsächlich verloren haben? Die zentralen (amerikanischen) Charaktere begleiten wir hier auf ihrem Weg. Der eine oder andere verliert vielleicht den Verstand, muss sich ihren/ seinen ureigenen Ängsten und Problemen stellen, ihr/sein Leben neu ordnen, sich darauf besinnen, was wirklich wichtig ist und muss – wie auch immer – ihren/seinen inneren Frieden finden. Ich fand das Ende der Serie dahingehend sehr gut gelöst. Am Ende gibt es aber nicht Antworten auf alle Fragen. Der Schluss lässt Raum für Interpretationen. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Kevin Garvey Jr. ist Polizeichef der Stadt Mapleton im Bundesstaat New York. Seine Frau Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat die Familie verlassen, um sich der Sekte Guilty Remnant anzuschließen. Sein Vater, Kevin Garvey Sr. (gespielt von Scott Glenn) war früher der Polizeichef, hat sich dann aber selbst in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Kevin lebt jetzt mit seiner 16-jährigen Tochter Jill (gespielt von Margaret Qualley) zusammen. Sein Stiefsohn Tommy (gespielt von Chris Zylka) ist bereits ausgezogen und hat sich dem Guru „Holy Wayne“ (gespielt von Paterson Joseph) angeschlossen. Kevin Garvey wird von dem amerikanischen Schauspieler Justin Theroux gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (darunter „The District“, „Six Feed Under“) mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen („Mulholland Drive“, „Miami Vice“, The Girl on the Train) zu sehen. 

Patti Levin ist die Sektenanführerin der Guilty Remnant in der Kleinstadt Mapleton. Die Mitglieder dieser seltsamen Sekte sehen sich als „lebende Mahnung“ an die, die versuchen das Ereignis vom 14. Oktober zu vergessen. Sie tragen ausschließlich weiße Kleidung, reden nicht, kommunizieren nur in schriftlicher Form und rauchen – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – Kette. Gespielt wird Patti von der amerikanischen Schauspielerin Ann Dowd. Ihre erste Kinorolle hatte sie in dem Film „Green Card“ und war seither in vielen Nebenrollen in Spielfilmen (u.a. Marley & Me, The Informant!, The Drop, American Animals) zu sehen. Mir ist sie das erste Mal in dem Film Compliance aufgefallen. Richtig bekannt wurde sie aber wahrscheinlich durch ihre Rollen in TV-Formaten (Olive Kitteridge, Good Behavior und natürlich The Handmaid´s Tale) Für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie dann auch mit dem Emmy ausgezeichnet. Insgesamt hat sie drei Emmy-Nominierungen (für „The Handmaid´s Tale und „The Leftovers“). 

Matt Jamison ist der Pfarrer in Mapleton. Er führt eine kleine, wenig frequentierte Kirche. Matt glaubt nicht daran, dass die Menschen am 14. Oktober einfach so verschwunden sind, er hält viele davon für Täter. Matt Jamison ist mit Mary (gespielt von Janel Moloney) verheiratet, die seit einem Autounfall im Wachkoma liegt. Matt ist der Bruder von Nora Durst (gespielt von Carrie Coon). Gespielt wird Matt Jamison von dem englischen Schauspieler Christopher Eccleston. Er hat in einigen Kinofilmen („Shallow Grave“, „Elizabeth“, „Existenz“, „28 Days Later“) mitgespielt. Für seine Performance in den beiden Fernseh-Formaten„Accused“ und „Come Home“ wurde er für den Emmy nominiert, gewonnen hat er den Emmy für „Accused“.

Jill ist die 16-jährige Tochter von Kevin Garvey (gespielt von Justin Theroux). Ihre Mutter Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat sich der Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Jill wohnt mit ihrer besten Freundin Aimee (gespielt von Emily Meade) mit ihrem Vater zusammen. Gespielt wird Jill von der amerikanischen Schauspielerin Margaret Qualley. Sie hatte ihre erste Rolle in dem Spielfilm Palo Alto. Kurz darauf hat sie eine Rolle in „The Leftovers“ ergattern können. Ich habe sie im letzten Jahr erst in der Mini-Serie Fosse/Verdon gesehen. Den meisten wird sie aber durch ihren Auftritt in Quentin Tarantinos Once Upon a Time…in Hollywood mittlerweile ein Begriff sein. Für ihre Performance in Fosse/Verdon wurde sie für einen Emmy nominiert. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Andie MacDowell.

Nora Durst arbeitet für das Department of Sudden Departure, einer Regierungsbehörde für die sie die Hinterbliebenen, der am 14.10. Verschwundenen befragt. An diesem Schicksalstag sind auch ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder verschwunden. Nora ist die Schwester von Reverend Matt Jamison (gespielt von Christopher Eccleston). Gespielt wird Nora von der amerikanischen Theater-, TV- und Kinoschauspielerin Carrie Coon. Sie hat u.a. in David Finchers Film Gone Girl, „Avengers: Infinity War“ und Widows mitgespielt. Auch hatte sie in den TV-Serien „Fargo“ und „The Sinner“ eine Hauptrolle. Für ihre Performance in der TV-Serie „Fargo“ wurde sie für den Emmy nominiert. Außerdem wurde sie für ihre Performance in dem Theaterstück „Who´s Afraid of Virginia Woolf“ für den Tony nominiert. Carrie Coon ist mit dem wunderbaren Schauspieler (Indignation, The Lovers, Ford v Ferrari), Drehbuch- und Stückeschreiber („Bug“, „Killer Joe“, „August: Osage County“) Tracy Letts verheiratet. 

Meg Abbott lebt in Mapleton, sie hat vor, demnächst zu heiraten. Die Mitglieder der Sekte Guilty Remnant  versuchen, sie zu rekrutieren. Gespielt wird Meg von der amerikanischen Schauspielerin Liv Tyler. Sie hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Armageddon“, der „The Lord of the Rings“-Trilogie, The Strangers, Robot & Frank) mitgespielt. Liv Tyler ist die Tochter des Aerosmith-Sängers Steven Tyler. 

erst in der zweiten Staffel:

Dr. Erika Murphy arbeitet als Ärztin in einer Notfall-Praxis. Erika ist mit John (gespielt von Kevin Carroll) verheiratet, sie haben zwei Kinder im Teenager-Alter, Evie und Michael  (gespielt von Jasmin Savoy Brown und Jovan Adepo). Gespielt wird Erika von der afroamerikanischen Schauspielerin Regina King. Ich bin nicht wirklich von ihrem Talent überzeugt. Regina King hat bekanntermassen im letzten Jahr einen Oscar für ihre Performance in If Beale Street Could Talk gewonnen, außerdem wurde sie 4 x für den Emmy nominiert, davon allein drei Mal für die TV-Serie „American Crime“ und ein Mal für die Mini-Serie „Seven Seconds“. Gewonnen hat sie bis heute drei Emmys (2x für „American Crime, 1x für „Seven Seconds). 

 

Bei den Emmys wurden alle drei Staffeln von „The Leftovers“ weitestgehend übergangen. Einzig Ann Dowd wurde für ihren Gastauftritt in der dritten Staffel für den Emmy nominiert. 

 

Die erste Staffel von „The Leftovers“ wurde erstmalig vom 29.06.14 – 07.09.14 auf HBO ausgestrahlt, die zweite Staffel vom 04.10.15 – 06.12.15 und die dritte Staffel vom 16.04.17 – 04.06.17. In Deutschland ist die Serie als DVD oder im Stream zu erhalten. 

 

Trailer zu der ersten Staffel:

 

 

Trailer zu der zweiten Staffel:

 

 

und der sehr passende, gute Trailer zu der dritten und finalen Staffel:

 

 

 

 

Fortsetzung: Folgt.

Eine super Idee und etwas, das ich auch gerne unterstütze: 

Berliner Programmkinos initiieren gemeinsame Unterstützungskampagne auf Startnext

Die Berliner Kinolandschaft ist eine der vielfältigsten der Welt. Engagierte Programmkinos bringen auf 75 Leinwänden Woche für Woche eine Vielzahl von Filmen und Veranstaltungen zum Leuchten, ein Programm so bunt wie die Stadt. Filmstarts jenseits des Mainstreams aus allen Ecken der Welt, internationale und verrückte Festivals, Kinder- und Jugendarbeit, Retrospektiven, Filmgespräche, Podiumsdiskussionen: In diesen Kinos tauchen Menschen in andere Lebenswirklichkeiten ein, lachen, lernen, lieben und streiten. Wie keine andere Stadt lebt und liebt Berlin seine Kinos und die europaweit einzigartige Programmvielfalt.

Durch die vorübergehende unfreiwillige Kreativpause sind die Berliner Programmkinos akut in ihrer Existenz bedroht, denn obwohl derzeit keine Einnahmen erzielt werden, laufen die Fixkosten weiter. Wie bei vielen anderen Kulturunternehmen auch ist es unmöglich, Rücklagen zu bilden, um solche Ausfälle kompensieren zu können.

Damit diese Vielfalt auch in der Zukunft erhalten bleibt, brauchen die Kinomacher*innen Unterstützung.

Berliner Programmkinos haben sich zusammengeschlossen und eine Unterstützungskampagne auf Startnext initiiert. Die Aktion startet am Freitag, 27. März 2020 und ist hier zu finden https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt

 

Alle erzielten Spendeneinnahmen werden an die teilnehmenden Berliner Programmkinos verteilt. Mit den Spenden werden die Kinos einen kleinen Teil ihrer Ausgaben decken können. Gleichzeitig ist auch die Politik gefragt, schnell und unkompliziert finanzielle Unterstützung zu geben, so wie es das Medienboard Berlin-Brandenburg schon bereits getan hat.

Die Berliner Programmkinos haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie machen Kino mit Herz. Und dennoch sind sie alle auf ihre eigene Art sehr verschieden. Wem diese Vielfalt wichtig ist, ist aufgerufen, zu helfen.

Babylon Kreuzberg
Blauer Stern
Bundesplatz-Kino
Capitol Dahlem
Central
Cinema Paris
City Kino Wedding
Cosima
Delphi Filmpalast
delphi LUX
Eva Lichtspiele
Filmkunst 66
Filmtheater am Friedrichshain
fsk Kino
Hackesche Höfe Kino
IL KINO
International
Kant Kino
Kino im Kulturhaus Spandau
Kino Kiste
Lichtblick-Kino
Moviemento
Neues Off
Odeon
Passage
Rollberg
Sputnik Kino
Tilsiter Lichtspiele
Toni
Union Filmtheater Friedrichshagen
Wolf Kino
Xenon
Yorck Kino
Zukunft am Ostkreuz

Die Kinos bedanken sich herzlich für die großartige Unterstützung bei Erik Schmitt („Cleo“), dessen Trailer zur Kampagne in Kürze auch auf https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt verfügbar ist.

#FortsetzungFolgt
#ToBeContinued

 

Montréal – Film: „The Invisible Man“

Ich war am 04.03.20 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Invisible Man“ (dt. Filmtitel: „Der Unsichtbare“, dt. Kinostart war der 27.02.20)  124 min   thriller, adaptation

dir. Leigh Whannell  cast: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Michael Dorman, Oliver Jackson-Cohen

 

Zwei Wochen nachdem es Cecilia (Elisabeth Moss) geglückt ist, von ihrem kontrollsüchtigen  Ehemann Adrian (Oliver Jackson-Cohen) zu fliehen, erfährt sie, dass er sich das Leben genommen hat. Ihre neugewonnene Freiheit kann sie jedoch nur kurz genießen, denn sie hat das Gefühl beobachtet zu werden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Invisible Man“ ist eine moderne Adaption von H. G. Wells gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des australischen Schauspielers, Drehbuchautors („Saw“, „Death Silence“, Insidious) und Filmemachers („Insidious: Chapter 3“, „Upgrade“) Leigh Whannell. 

Natürlich darf man bei solchen Filmen nicht mit Logik rangehen, man muss sich einfach darauf einlassen können und das konnte ich. Mich erinnerte dieser Film an zwei gut gemachte, spannende Thriller aus den 2000er Jahren („What Lies Beneath“ und „Enough“). Auch dieser hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, teilweise saß ich sogar aufrecht im Sitz. Beste Unterhaltung für zwei Stunden.  Besonders gut gefallen hat mir, dass einiges nur andeutet wird. Man braucht beispielsweise keine Rückblenden, um zu verstehen, aus was für einer Beziehung die Protagonistin Cecilia flüchtet. Man muss auch nicht aussprechen, woher Cecilia genau James kennt. Üblicherweise werden gerade die Art von Filmen idiotensicher geschrieben. Der Score und der Sound sind im Thriller/Horror-Genre nicht unerheblich, die Musik und der Ton sind hier auffällig gut gewählt und in Szene gesetzt. 

In der Tradition von weiblichen Oscar-Performances in Thriller/ Horrorfilmen (Emily Blunt in A Quiet Place, Toni Collette in Hereditary und Lupita Nyong´o in Us), wird sicherlich auch Elisabeth Moss´ hervorragende Performance in diesem Film bei den Oscars übergangen. 

Eine Fortsetzung zu dem Film ist durchaus vorstellbar.

„The Invisible Man“ wurde am 28.02.20 in 3,610 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kam der Film unter dem Filmtitel „Der Unsichtbare“ bereits einen Tag früher ins Kino. Ich habe den Film in Kanada gesehen, wo er ebenfalls am 28.02.20 in den Kinos startete. 

„The Invisible Man“ war der vorletzte Film, den ich vorerst im Kino gesehen habe. Der Trailer verrät zu viel und empfehle ich daher nicht unbedingt:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film. Als ich diesen Trailer am 04.03.20 im Kino sah, wurde kurz vorher bekannt gegeben, dass wegen des Coronavirus die Premiere des Films verschoben wird. Damals fand ich das noch etwas übertrieben. Heute, drei Wochen später, leben wir in einer völlig anderen Welt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Hunt“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm/Thriller mit Hilary Swank und Emma Roberts. Ich hätte schwören können, dass ich einen Trailer von dem Film schon im Kino gesehen habe, konnte ihn aber nicht finden. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Free Guy“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Shawn Levys neuer Film, Actionkomödie mit Ryan Reynolds…und Taika Waititi 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

TV – Serie: „The Outsider“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Outsider, 1. Staffel“ (in D. auf Sky Atlantic zu sehen)  10 x approx. 60 min   drama, crime, thriller, horror, adaptation

dir. Jason Bateman, Andrew Bernstein, Igor Martinovic, Karyn Kusama, Daina Reid, J.D. Dillard, Charlotte Brändström  cast: Ben Mendelsohn, Cynthia Erivo, Bill Camp, Julianne Nicholson, Mare Winningham, Paddy Considine, Jason Bateman, Yul Vazquez, Marc Menchaca, Jeremy Bobb, Max Beesley, Derek Cecil 

 

In Cherokee City, Georgia wird die übel zugerichtete, blutüberströmte Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Es sieht sogar so aus, als wäre das Kind regelrecht zerfleischt worden. Einige Indizien, Fingerabdrücke und Zeugenaussagen deuten daraufhin, dass der Familienvater und beliebte Lehrer und Baseball-Trainer Terry Maitland (Jason Bateman) der Mörder ist. Det. Ralph Anderson (Ben Mendelsohn) ermittelt in dem Fall und lässt Terry schließlich festnehmen. Der besteht aber darauf, zum vermeintlichen Tatzeitpunkt nicht mal in der Stadt gewesen zu sein. Es tauchen Beweise auf, die Terrys Aussage stützen, aber da sind immer noch DNA-Spuren am Tatort und die Zeugenaussagen, Terry kann unmöglich an zwei Orten gleichzeitig gewesen sein. Irgendetwas stimmt doch hier nicht und wer ist dieser unheimliche Typ mit dem Kapuzenpulli?

 

B (Wertung von A bis F) „The Outsider“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Stephen King („The Shining“, „Misery“, “The Shawshank Redemption“). Serienschöpfer ist der amerikanische Roman- und Drehbuchautor Richard Price („The Color of Money“, „Sea of Love“, „Shaft“, TV-Serien „The Wire“ und The Night Of). Regie führen u.a. der Schauspieler und Filmemacher Jason Bateman und die Filmemacherin Karyn Kusama (The Invitation, „Destroyer“). 

Ich kannte Stephen Kings Buch nicht und wusste auch nicht wirklich, worauf ich mich einlasse. Im amerikanischen Kino zeigen sie – bevor die Trailer gezeigt werden und der Film offiziell beginnt – oft Vorschauen von TV-Serien, die demnächst anlaufen. Da wurde ich vor einigen Monaten auf „The Outsider“ aufmerksam. Ben Mendelsohn, Bill Camp und Cynthia Erivo in einer scheinbar spannenden, düsteren Serie – das habe ich mir natürlich sofort notiert. Worum es hier genau geht, erfährt man erst nach ein paar Episoden. Der langsame Handlungsaufbau und die vielen Charakter haben auch etwas verhindert, dass ich gleich richtig in diese Serie reinfand. Dennoch gefiel mir was ich sah, in der Folge 5 („Tear Drinker“) gruselte ich mich erstmalig richtig und fand es dann kaum auszuhalten, dass ich immer eine gesamte Woche auf eine weitere Episode warten musste. „The Outsider“ ist anfangs mehr Drama/ Krimi, aber mit einer mysteriösen Geschichte und schließlich Thriller mit übernatürlichen Horror-Elementen. 

Es ist keine TV-Serie, die man nebenbei gucken kann. Dafür gibt es einfach zu viele Charaktere und handlungsrelevante „Kleinigkeiten“, die man schnell verpassen kann. Das war für mich auch ein Grund dafür, dass ich alle zehn Episoden bei der zweiten Sichtung in zwei Sitzungen geschaut habe. 

Ben Mendelsohns Ralph Anderson führt einen hier durch die gesamte Story. Er ist der ermittelnde Cop in dem Kindermordfall. Ralph hat aber noch ein eigenes Päckchen zu tragen, sein Sohn ist vor einem Jahr gestorben. Durch einen „Vorfall“ wird er dazu verdonnert, zum Psychologen zu gehen. Das ist natürlich gar nicht sein Ding, Er ist sehr rational, glaubt einzig an die Dinge, die er sieht. Als in dem aktuellen Kindermordfall dann plötzlich schwer erklärbare, ja übernatürliche Dinge die Auflösung bestimmen, kann er damit schlecht umgehen. Det. Ralph Anderson taugt sicher für die meisten Zuschauer als Identifikationsfigur. Ich sehe Ben Mendelsohn wahnsinnig gerne. Ich weiß nicht, ob mir das vorher schon aufgefallen ist, aber ich mag auch seine raue, tiefe  Stimme und nuschelige Sprache. Schauspielerisch ist er sowieso top, durch die Bank sind aber alle Schauspieler sehr gut und auch perfekt besetzt. Hervorheben möchte ich aber dennoch besonders Cynthia Erivo, Bill Camp und Julianne Nicholson. 

Um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr mag ich, wie die Serie (und wahrscheinlich auch die Romanvorlage) mit dem Thema Schmerz und Trauer umgeht. Leidende, Trauernde, körperlich oder psychisch Verletzte sind sicher auch verwundbarer, also anfälliger für, ja weiteren Schmerz, der ihnen zugefügt wird. Oder anders herum, wie hier, das Böse fühlt sich vom Schmerz angezogen. Vielleicht sind diese Menschen auch oftmals offener für Übernatürliches. Ein Todesfall innerhalb der Familie hat zweifelsfrei Auswirkungen auch auf den Rest der selbigen, auch das wird hier in, mitunter interessante Geschichten eingebettet. 

Ich kann nicht behaupten, dass am Ende dieser zehn Episoden jedes einzelne Detail für mich in einem Zusammenhang gebracht wurde. Es bleiben einige Fragen, was ich aber nicht als störend empfand. 

Meine Lieblingsepisode: Folge 5 („Tear-Drinker“)

Mein Lieblingszitat, gerade in dem hier dargestellten Zusammenhang: „An outsider knows an outsider“

Im Staffelfinale („Must/Can´t“) gibt es während des Abspanns ein, bzw. zwei wichtige Szenen! Also nicht vorher ausmachen. Zur letzten Episode und diesen Abspann-Szenen habe ich mir ein paar Gedanken gemacht bzw. habe ich ein paar Fragen:

 

 

SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER

Noch in der Höhle mit El Cuco: Warum fragt Holly „Wer ist Terry“ (Sie weiß doch ganz genau, wer Terry ist, deshalb wurde sie engagiert)

Warum wird zum Schluss der finalen Episode Frankie Peterson Grabstein eingeblendet, interpretiere ich da zu viel herein, endet die Staffel letztlich nur so wie sie anfing, mit seinem Tod? 

Abspann-Szenen: 

Holly hat im Badezimmer-Spiegel Jack gesehen und hat unmittelbar zum Spiegel gegriffen und ihren Nacken begutachtet, mmmh. Wir als Zuschauer können ihren Nacken nicht sehen. 

Warum spielt Holly mit ihren Haaren (hat sie vorher nie getan)? Warum hört sie Musik? (irgendwann hat sie mal verlauten lassen, dass sie gar keine Musik mag). 

Auf Hollys Unterarm ist definitiv ein Kratzer zu sehen. 

Warum wird der Song „Washington Square“ von dem ihr Ralph erzählt hat (die Anekdote mit seiner Mutter) zum Schluss im Radio gespielt? Das wusste ich tatsächlich nur, weil ich mir immer englische Untertitel einblende und dort die Songs auch genannt werden. 

Holly ist (zusammen mit El Cuco) der Außenseiter dieser Geschichte, wie sie selbst am Ende der Serie äußert. El Cuco kratzt ein Opfer, häutet sich bis er schließlich in einen anderen Körper wandert, die Form des Opfers angenommen hat. Für seine Transformation braucht er ungefähr 27 Tage. Holly leidet unter dem Verlust von Andy, ist verwundbar, hat bereits einen Kratzer auf dem Unterarm  (Ralph hat einen Kratzer im Gesicht, er scheint sich aber langsam mit dem Tod seines Sohnes abgefunden haben)

Frage: Deutet es jetzt darauf hin, dass Holly langsam unter dem Einfluss von El Cuco steht? Wenn sie sich in ihn verwandeln würde, hätte sie sicher keinen Kratzer. Sie könnte aber unter seinem Einfluss stehen, wie Jack seinerzeit. Scheinbar ist ihr bewusst, dass das passieren könnte. Ich habe mir die letzte Episode, wie alle anderen Folgen, ein zweites Mal angeschaut, konnte nicht erkennen, dass Holly gekratzt wurde. Alles sehr mysteriös.

SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE 

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Det. Ralph Anderson ist der ermittelnden Polizist in dem Fall des getöteten Jungen. Er ist mit Jeannie (gespielt von Mare Winningham) verheiratet, die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, der ein Jahr zuvor an Krebs gestorben ist. Ralph hat den frühen Tod seines Sohnes immer noch nicht richtig verarbeiten können. Gespielt wird Ralph Anderson von dem australischen Schauspieler Ben Mendelsohn. Mir ist er tatsächlich das erste Mal in einem meiner Lieblingsfilme Animal Kingdom aufgefallen. Seither habe ich ihn in unzähligen Filmen (u.a. Starred Up, Slow West, Mississippi Grind, Darkest Hour) gesehen. Auch war er großartig in der TV-Serie „Bloodline“. Für seine Performance in den drei Staffeln dieser Serie wurde er drei Mal für den Emmy nominiert, für die zweite Staffel von „Bloodline“ hat er den Emmy gewonnen. 

Holly Gibney ist eine Privat-Ermittlerin. Sie hat autistische Züge, ist dem Übernatürlichem offen und hat einige besondere Gaben. Da die Gesetzeshüter in dem Fall des getöteten Jungen nicht weiterkommen, wird sie einbezogen. Gespielt wird Holly von der englischen Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Cynthia Erivo. Cynthia Erivo kommt vom Theater, war in einigen TV-Produktionen („Mr. Selfridge“, „Broad City“) zu sehen. Ich war überrascht, dass Cynthia Erivos Filmographie erst drei, bereits abgedrehte Filme (Widows, Bad Times at the El Royale und „Harriet“) umfasst. Für ihren dritten  Film („Harriet“) hat sie dieses Jahr gleich zwei Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin und Bester Song) erhalten. Für ihre Hauptrolle in dem Broadway-Musical „The Color Purple“ hat sie den Tony gewonnen. Sie hat außerdem für „The Color Purple“ einen Grammy für das Best Musical Theater Album und einen Emmy für Outstanding Musical Performance in a Daytime Program gewonnen. Die Chancen stehen hervorragend, dass die erst 33-jährige Cynthia Erivo schon bald einen Oscar gewinnt und damit zu einer der wenigen, sogenannten EGOT-Gewinner (die einen Emmy, Grammy, Oscar und Tony gewonnen haben) gehört. 

Lt. Yunis Sablo ist ist Lieutenant des GBI (Georgia Bureau of Investigation), somit für die Strafverfolgung des Staates Georgia zuständig. Er arbeitet mit Det. Ralph Anderson (gespielt von Ben Mendelsohn) zusammen. Yunis wird von dem kubanisch-amerikanischen Gitarristen (der Bands Urgent und Diving for Pearls) und Schauspieler Yul Vazquez gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (Bloodline , The Looming Tower, „Midnight, Texas“, Russian Doll) mitgewirkt und war auch bereits in großen Filmproduktionen („Traffic“, „War of the Worlds“, „American Gangster“, „Che: Part One & Two“, Captain Phillips, Last Flag Flying) zu sehen. 

Jeannie Anderson ist die Frau von Det. Ralph Anderson (gespielt von Ben Mendelsohn). Die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, Derek, der ein Jahr zuvor an Krebs gestorben ist. Jeannie ist dem Übernatürlichen nicht ganz so abgeneigt wie ihr Gatte. Gespielt wird Jeannie von der amerikanischen Schauspielerin Mare Winningham. Zu sehen war sie in unzähligen Serien (u.a. The Affair, „American Horror Story: Hotel“, sie hat aber auch kleinere Rollen in Kinofilmen (Philomena, Dark Waters) gespielt. Mare Winningham wurde insgesamt  7 Mal für den Emmy nominiert (für ihre Performance in „Amber Waves“, „Love is Never Silent“, The Boys Next Door“, „George Wallace“, „Law & Order: Special Victims Unit“, Mildred Pierce und „Hatfields & McCoys“). Gewonnen hat sie zwei Emmys für „“Amber Waves“ und „George Wallace“. Sie hat außerdem eine Oscar-Nominierung für ihre Performance in dem Film  „Georgia“ aus dem Jahr 1995.

Terry Maitland ist Lehrer und Baseball-Trainer für Kinder.  Er wird verdächtigt, einen Jungen getötet zu haben. Terry ist mit Glory (Julianne Nicholson) verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder, Maya und Jessa. Gespielt wird Terry von dem amerikanischen Schauspieler, Regisseur  und Produzenten Jason Bateman. Er hat bereits als Kind in „Little House on the Prairie“ gespielt und spielt seither in unzähligen Filmen (Juno, Up in the Air, Disconnect, The Gift, Game Night) und vielen TV-Serien („Arrested Development“, Ozark) mit. Für die TV-Serien „Arrested Development“ und „Ozark“ wurde er insgesamt für 7 Emmys (als Schauspieler, Regisseur und Produzent) nominiert. Im letzten Jahr hat er für eine Episode von „Ozark“ einen Emmy als Regisseur gewonnen. Bei den ersten beiden Episoden von „The Outsider“ führt Jason Bateman auch Regie. 

Glory Maitland ist die Frau von Terry (gespielt von Jason Bateman). Gespielt wird Glory von der amerikanischen Schauspielerin Julianne Nicholson. Bekannt ist sie den meisten wahrscheinlich durch die TV-Serie „Law & Order: Criminal Intent“, sie hat aber auch in anderen TV-Serien, u.a.  Boardwalk Empire und „Masters of Sex“ mitgespielt und war auch in kleineren Rollen in Kinofilmen (August: Osage County, Black Mass, Novitiate und I, Tonya zu sehen. 

Howard Salomon ist der Anwalt von Terry und Glory Maitland (gespielt von Jason Bateman und Julianne Nicholson). Gespielt wird Howard Salomon von dem wunderbaren amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Ich weiß nicht warum, aber mir ist er erst sehr spät, genauer: mit der TV-Serie: The Night Of erstmalig aufgefallen. Seither gucke ich mir aber TV-Serien (The Looming Tower) und Filme mitunter sogar schon seinetwegen an. Seine erste Filmrolle hatte er in „Reversal of Fortune“. Ich habe ihn u.a. in Lincoln, 12 Years a Slave, Birdman, Molly´s Game, Skin, Dark Waters gesehen. Der Charakterschauspieler wurde für seine Performance in der TV-Serie „The Night Of“ für den Emmy nominiert. Auch wurde er für seine Darstellung in dem Theaterstück „The Crucible“ für den Tony nominiert. 

Claude Bolton saß bereits einige Male im Gefängnis, ist jetzt auf Bewährung draußen, arbeitet in dem Stripclub Peach Crease und will den Tatverdächtigen Terry Maitland (gespielt von Jason Bateman) blutverschmiert gesehen haben. Gespielt wird Claude von dem englischen Musiker, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Paddy Considine. Er hat in unzähligen Filmen, u.a. „Hot Fuzz“, „The Bourne Ultimatum“, The World´s End, Child 44, „The Death of Stalin“ mitgespielt. Er ist aber auch für das Drehbuch und die Regie von einem meiner Lieblingsfilme, Tyrannosaur, verantwortlich. Im letzten Jahr wurde er für seine Performance in dem Theaterstück „The Ferryman“ für den Tony nominiert. 

Det. Jack Hoskins ist Polizist und Kollege von Det. Ralph Anderson. Jack ist Jäger und Scharfschütze, kürzlich wurde er von seiner Frau verlassen. Det. Jack Hoskins wird von dem amerikanischen Schauspieler Marc Menchaca gespielt. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. der ersten Staffel von Homeland und Ozark, und „The Sinner“) mitgespielt. 

„The Outsider“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch. Update: „The Outsider“ wurde für einen Emmy nominiert (Outstanding Guest Actor in a Drama Series für Jason Bateman)

„The Outsider“ wurde erstmalig v. 12.1.20 – 8.3.20 auf HBO gezeigt. In Deutschland ist diese Miniserie (oder TV-Serie) bei Sky Atlantic zu sehen. Offiziell ist noch keine zweite Staffel bestätigt. Zwei Szenen inmitten des Abspanns der finalen Episode, lassen aber vermuten, dass es eine Fortsetzung gibt. „The Outsider“ hat für HBO extrem gute Einschaltquoten erzielt. Außerdem wenn man bei AppleTV und HBO genau hinschaut, sieht man, dass bei „The Outsider“ für  2 Staffeln angelegt ist. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Berlin (ale) – Film: „Shirley“

Ich war am 01.03.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Shirley“  106 min  drama, adaptation, biopic 

dir. Josephine Decker  cast: Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman 

 

Im Herbst 1964 zieht der junge Doktorand Fred (Logan Lerman) und seine schwangere Ehefrau Rose (Odessa Young) in eine Kleinstadt in Vermont. Fred arbeitet dort als Assistent des College-Professors Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Eigentlich sucht das junge Paar eine Wohnung, sie kommen aber zunächst im Haus des Professors und Literaturkritikers  Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau, der Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss), unter. Dafür soll sich Rose um den Haushalt und um Shirley kümmern. Shirley hat aber offensichtlich psychische Probleme und leidet unter einer Schreibblockade, das Zusammenleben wird für Rose zunehmend zur Belastungsprobe…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Shirley“ ist eine Adaption von Susan Scarf Merrells Roman: „Shirley: A Novel“. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Josephine Decker („Madeline´s Madeline“). Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, wurde aber vom Leben der amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson und ihrem Mann, den College-Professor und Literaturkritiker Stanley Edgar Hyman inspiriert. 

Die Geschichte ist schnell erzählt und hat man in abgewandelter Form auch schon oft gesehen. Für mich war es also nicht die Geschichte, die mich hier in den Bann gezogen hat, es ist die atmosphärische, beklemmende, aber auch anstrengende Inszenierung und die überragenden Performances von Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg und Odessa Young. 

Josephine Deckers letzter Film „Madeline´ s Madeline“ hatte mir schon gut gefallen, bei „Shirley“ arbeitet sie erstmalig nicht mit ihrem eigenen Drehbuch. Der Film wirkt weniger experimentell als ihr letztes Werk, mit der eingesetzten Musik und der Kameraführung sticht ihr, so eigener Regiestil aber immer noch hervor. Während des Films sind meine Gedanken dann tatsächlich auch abgedriftet, weil ich überlegt habe, wie der Film wohl aussehen würde, wenn sich ein anderer Regisseur des Stoffes angenommen hätte und eine andere Schauspielerin die Titelrolle spielen würde. Es wäre ein völlig anderer und nicht so guter Film entstanden, soviel ist sicher. 

Elisabeth Moss hat in vielen Projekten (TV-Serien „The West Wing“, Mad Men,  Top of the Lake, The Handmaid´s Tale und Kinofilmen Her Smell, Us bereits bewiesen, wie wandelbar und talentiert sie ist. Auch hier geht sie völlig uneitel an die Rolle und lässt einen nicht einen Moment daran zweifeln, dass sie Shirley Jackson ist. Für mich ist sie einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. 

„Shirley“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film bzw. die Regisseurin den U.S. Dramatic Special Jury Award: Auteur Filmmaking gewonnen. „Shirley“ wurde einen Monat später bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Sektion Encounters gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Shirley“ wird von dem New Yorker Indie-Produzenten/Verleih NEON vorauss. am 24.04.20 ins amerikanische Kino gebracht. Bislang ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt.

Filmausschnitt zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „The Roads Not Taken“

Ich war am 27.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Roads Not Taken“ (dt. Kinostart: 30.04.20)   85 min  drama 

dir. Sally Potter  cast: Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney

 

Molly (Elle Fanning) macht sich Sorgen um ihren Vater Leo (Javier Bardem). Er liegt teilnahmslos im Bett, ist verwirrt und erkennt sie nicht. Mollys Vater ist mit seinen Gedanken in der Vergangenheit, was war oder was hätte sein können…

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Roads Not Taken“ ist der neue Film der Londoner Filmemacherin Sally Potter („The Man Who Cried“, „Ginger & Rosa“, „The Party“).

Auf der einen Seite sieht man, wie sich die Tochter um ihren scheinbar demenzkranken Vater kümmert und auf der anderen Seite folgt man alles, was den Vater beschäftigt. Sind es Erinnerungsbruchstücke oder doch mehr – wie der Filmtitel vermuten lässt – Parallelentwürfe zu seinem bisher vergangenen Leben? Man weiß es nicht so genau, definitiv ist er nie wirklich im Heute. „The Roads not Taken“ mit seinen drei Erzählsträngen wirkt am Ende etwas unaufgeräumt, vielleicht wollte die Regisseurin das Leben eines an Demenz Erkrankten genau so zeigen, aber der Film hätte berühren müssen. Letztlich macht er es auch, aber erst sehr spät. Erst als Leo auf die beiden pakistanischen Taxifahrer trifft und schließlich als er seiner verzweifelten Tochter gegenübersitzt.

Zusammenfassend ist der Film bedauerlicherweise nicht so gut wie das involvierte Talent (Javier Bardem, Elle Fanning und Laura Linney). 

„The Roads Not Taken“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief der englische Film im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film soll am 13.03.20 in den amerikanischen Kinos starten und für Deutschland ist ein Kinostart für den 30.04.20 geplant.

Trailer zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Never Rarely Sometimes Always“

Ich war am 26.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Never Rarely Sometimes Always“  (dt. Kinostart: 11.06.20) 101 min  drama 

dir. Eliza Hittman  cast: Sidney Flanigan, Talia Ryder, Théodore Pellerin, Ryan Eggold, Sharon Van Etten 

 

Autumn (Sidney Flanigan) lebt in einem Provinzkaff in Pennsylvania. Sie ist 17 Jahre alt und ungewollt schwanger. Ihre Familie soll davon nichts erfahren. Schließlich fährt sie mit ihrer Cousine Skylar (Talia Ryder) nach New York, in der dortigen Abtreibungsklinik sollen sogar Abtreibungen bei Minderjährigen, ohne die Zustimmung der Eltern, vorgenommen werden.

 

B+ (Wertung von A bis F) „Never Rarely Sometimes Always“ ist der neue Film der New Yorker Filmemacherin Eliza Hittman („It Felt Like Love“, „Beach Rats“).

Es ist ein stiller und langsam erzählter, aber eindringlicher Arthouse-Film über eine Teenager-Schwangerschaft und der einsamen Entscheidung einer ungewollt Schwangeren und verzweifelten Jugendlichen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Es ist aber auch ein Film über die Reise zweier junger Mädchen aus der Provinz in das völlig fremde New York.

„Never Rarely Sometimes Always“ ist eines dieser Werke, bei dem man einzelne Szenen noch lange in Erinnerung trägt. Eliza Hittman hat hier einen intensiven, fast schon dokumentarisch anmutenden Film inszeniert. Einen der Zwischentöne, bei dem kaum etwas, aber zur gleichen Zeit so viel passiert. Insbesondere beim Thema Abtreibung ist es wichtig, dass weibliche Regisseure die Geschichten erzählen. So hebt sie auch nicht den moralischen Zeigefinger, hier wird einfach mit Tatsachen umgegangen.

Der im ersten Moment etwas umständlich erscheinende Filmtitel („Never Rarely Sometimes Always“) bezieht sich auf die Auswahl der Antworten auf sehr persönliche Fragen, die der Protagonistin Autumn von der Sozialarbeiterin von Planned Parenthood gestellt werden. Eine unglaublich starke Szene, durch die man auch erfährt, dass die junge Frau Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht hat. Überhaupt macht der Film auf subtiler Weise darauf aufmerksam, dass Frauen tagtäglich in unterschiedlichen Facetten sexueller Übergriffigkeit ausgesetzt sind. 

Ich habe es sicher schon das eine oder andere Mal erwähnt, dass ich es liebe, wenn „mein New York“ mal ganz anders oder aus einer völlig anderen Perspektive gezeigt wird. Hier von zwei Teenagern, die erstmalig nach New York reisen und dabei keine Urlaubsreise machen und auch nicht mal genug Geld in der Tasche haben. 

Sidney Flanigan, eigentlich eine Musikerin, ist sehr glaubwürdig in ihrer allerersten Rolle, sie gibt ihrem Charakter die nötige Tiefe. Die Beziehung von Autumn zu ihrer Cousine ist auch greifbar und zeigt, dass es dafür auch mal eben nicht dauerndes Gerede braucht.

„Never Rarely Sometimes Always“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Sidney Flanigan), Bestes Originaldrehbuch 

„Never Rarely Sometimes Always“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film den U.S. Dramatic Special Jury Award (Neorealism) gewonnen. Der amerikanische Film lief einen Monat später auf den Berliner Filmfestspielen im Wettbewerb. Dort hat der Film den Großen Preis der Jury gewonnen. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film soll am 13.03.20 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 11.06.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Siberia“

Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Siberia“ (dt. Kinostart: 19.03.20)  92 min  drama

dir. Abel Ferrara  cast: Willem Dafoe, Dounia Sichov, Simon McBurney, Cristina Chiriac, Daniel Giménez Cacho Anna Ferrara 

 

Clint (Willem Dafoe) führt eine kleine Kneipe in der verschneiten Wildnis im sibirischen Nirgendwo. Dort hat er immer wieder Begegnungen mit Fremden. Eines Tages bricht er mit seinem Hundeschlitten auf. Er erforscht seine Träume, konfrontiert sich mit Erinnerungen, (be)sucht seine Visionen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Siberia“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Abel Ferrara („Bad Lieutenant“).

Gut, es gibt schlimmere Filme, aber es gibt halt auch wesentlich bessere. Abel Ferrara hat diesen wahrscheinlich vordergründig für sich selbst gedreht. Entsprechend können viele Zuschauer sicher mit dem Projekt voller Wunsch- und Albträume, Visionen, Erinnerungen, möglicher anfänglicher Unzurechnungsfähigkeit oder Selbstfindung oder doch der Suche nach dem Sinn des Lebens dann auch wenig anfangen. Im Zuschauerraum war es extrem unruhig, viele meiner Mitzuschauer haben die Vorstellung vorzeitig verlassen. Für mich ist das kein Film, den ich mir nicht bis zu Ende anschauen würde. Der wunderbaren Willem Dafoe (hier wieder als Abel Ferraras Alter Ego) bewahrte mich davor, schlechte Laune zu bekommen. Und dafür, dass Dafoe zu Del Shannons Song „Runaway“ singt und tanzt gibt es sogar noch einen Extra-Pluspunkt. Dennoch ist dieser spirituelle Film kein kommerzieller und auch generell keiner, den ich irgendjemanden empfehlen würde. 

„Siberia“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die italienisch-deutsch-mexikanische Koproduktion im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.03.20 geplant.

Trailer zu sehen:

Berlin (ale) – Film: „Schwesterlein“

Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Schwesterlein“ (Internationaler Filmtitel: „My Little Sister“)   99 min  drama 

dir. Stéphanie Chuat, Véronique Reymond  cast: Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus, Thomas Ostermeier

 

Lisa (Nina Hoss) hat den Kopf gerade voll. Ihr Zwillingsbruder Sven (Lars Eidinger), Starschauspieler an der Berliner Schaubühne, ist an Leukämie erkrankt. Gerade hat er eine Knochenmarktransplantation hinter sich gebracht. Er will so bald wie möglich wieder als Hamlet auf der Bühne stehen. Zunächst muss er sich aber erholen und das kann er nun mal nicht in Berlin bei der Mutter (Marthe Keller), die schon mit sich selbst völlig überfordert ist. Lisa entscheidet, ihren Bruder zu sich in die Schweiz zu nehmen. Da lebt die Dramaturgin seit einiger Zeit mit ihrem Mann (Jens Albinus) und den beiden kleinen Kindern… 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Schwesterlein“ ist der neue Film der beiden Schweizer Filmemacherinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond („La petite chambre“).

Deutschen Filme mangelt es – in meinen Augen – oft an Tempo, dafür wirken einzelne Szenen, und manchmal sogar die ganze Handlung, zu konstruiert und Dialoge sind oftmals realitätsfern. „Schwesterlein“ ist zwar deutschsprachig, mit zwei deutschen Hauptdarstellern besetzt und spielt teils in Deutschland, ist aber der Schweizer Wettbewerbsfilm der Berlinale. Die Inszenierung ist ruhig, steht aber im Gleichklang zur Story, die wiederum glaubhaft und ergreifend ist. Die Situationen und die Dialoge erscheinen aus dem Leben eben dieses kreativen Künstler-Umfeldes, bei dem auf eimal der Krebs den Alltag bestimmt. Meine Lieblingsszene ist die Krankenhausszene in der Lisa ihren Bruder versucht, zu beruhigen, Und natürlich liebe ich es, dass der Film teilweise in meinem Berliner Kiez spielt. 

Es hat mich beeindruckt, wie selbstverständlich Nina Hoss´ Lisa die Kontrolle über ihre Familie und letztlich auch über den Film übernommen hat. Man spürt die Bindung der beiden Geschwister und anhand von ein paar wenigen Szenen versteht man auch ganz genau die Beziehung zu ihrer exzentrischen, mit sich selbst schon überforderten Mutter. 

Ich weiß nicht, ob es half, dass Lars Eidinger, der selbst festes Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne ist, hier eben jenen (fiktiven) Schaubühnen-Star verkörpert. Ich bin schon lange ein großer Fan des Theater- und Film-Schauspielers und so begeistert er mich selbstverständlich auch in dieser Rolle. Lars Eidinger trägt hier Perücken, wie es wohl nur er kann. 

Übrigens der künstlerische Leiter der Berliner Schaubühne Thomas Ostermaier spielt hier auch eine Version von sich selbst als Schaubühnen-Intendant David. Und die in diesem Film gezeigte Probe zu „Hamlet“ ist tatsächlich eine der Ostermaier-Inszenierungen mit Eidinger in der Hauptrolle.

„Schwesterlein“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief der Schweizer  Film im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Deutsch/Englisch/Französische-Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. In der deutschsprachigen Schweiz soll der Film am 23.04.20 starten. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart geplant. 

Filmausschnitt zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Effacer l’historique“

Ich war am 25.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Effacer l’historique“ (Internationaler Filmtitel: „Delete History“)  110 min   comedy, drama

dir. Benoit Delépine, Gustave Kervern  cast: Blanche Gardin, Denis Podalydès, Corinne Masiero 

Marie (Blanche Gardin), Christine (Corinne Masiero) und Bertrand (Denis Podalydès) sind Nachbarn einer französischen Provinzvorstadt. Alle Drei stecken in der Klemme. Marie leidet unter der Trennung von ihrem Mann und vor allen Dingen ihrem Sohn und wird jetzt auch noch mit einem Sextape erpresst. Christine hat aufgrund ihrer exzessiven Sucht nach amerikanischen TV-Serien ihren Job verloren und ihr Mann hat sie auch verlassen. Jetzt hat sie sich mit einem Fahrdienst selbständig gemacht, kann sich aber partout nicht erklären, waren sie so schlechte Kundenbewertungen bekommt. Der alleinerziehende Bertrand macht sich Sorgen um seine Tochter, die bei Facebook gemobbt wird. Außerdem kann er den Angeboten der permanenten Werbeanrufer nicht widerstehen, mittlerweile hat er sich völlig überschuldet.  Die Dame mit der sanften Stimme, von der jetzt andauernd angerufen wird, hat es ihm aber besonders angetan…

B+ (Wertung von A bis F) „Effacer l’historique“ ist der neue Film des französischen Regisseur-Duos Benoit Delépine und Gustave Kervern („Aaltra“, „Mammuth“, „Saint Amour“). 

Mit französischen Filmen habe ich es ja eigentlich nicht so, hin und wieder gebe ich aber auch den Franzosen eine Chance. Bereut habe ich in diesem Fall nicht.

Vieles in dieser französischen Gesellschaftssatire ist natürlich überspitzt dargestellt, aber in einigen Situationen kann man sich auch selbst wiederfinden, ob es Überforderung ist, sich die vielen komplizierten Passwörter merken zu müssen, der schwer zu entwirrende Kabelsalat sämtlicher digitalen Geräten, endlos lange, nervige Warteschleifen-Musik und -Ansagen, wenn man dringend jmd. von einem Kundendienst sprechen muss, anstrengendes Bilder-Raten (Wo in den 9 Kästchen ist nun die Ampel abgebildet?), wenn man sich in eine Website einloggen will, hilflos einer Serien-Sucht ausgesetzt zu sein, usw. „Effacer l’historique“ zieht sich gegen Ende etwas, ist mir aber als kurzweiliger, witziger, manchmal absurder Film in Erinnerung, der die Tücken des digitalen Alltags in einer Geschichte zusammenfasst und aufs Korn nimmt. Schauspielerisch hat mir Blanche Gardin besonders gut gefallen. 

Der Film bietet sich natürlich für ein Filmfestival an oder wenigstens für eine ausverkaufte Kinovorstellung. In meiner Berlinale-Vorstellung wurde beinahe kontinuierlich gelacht. 

„Effacer l’historique“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die französisch-belgische Koproduktion im Wettbewerb. Update: „Effacer l’historique“ erhielt den Sonderpreis der Berlinale. Der Film bekam den Silbernen Bären der 70. Berlinale. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. In Frankreich startet der Film am 22.04.20 im Kino. Bislang ist weder ein amerikanischer noch deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „El prófugo“

Ich war am 23.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„El prófugo“ (Internationaler Filmtitel: „The Intruder“)  90 min  thriller, adaptation 

dir. Natalia Meta  cast: Erica Rivas, Nahuel Pérez Biscayart, Daniel Hendler, Cecilia Roth, Guillermo Arengo 

 

Inés (Érica Rivas) ist Synchronsprecherin und singt in einem Chor in Buenos Aires. Nach einem traumatischen Erlebnis im Urlaub leidet sie immer mehr an Schlaflosigkeit. Sie nimmt Tabletten und hat jetzt auch zunehmend Albträume. Auch verliert sie die Kontrolle über ihre Stimme. Im Synchronstudio gibt sie seltsame Töne von sich und bei den Chorproben trifft sie die Töne auch nicht mehr richtig. Was geht hier vor sich? 

 

B- (Wertung von A bis F) „El prófugo“ ist nach „Death in Buenos Aires“ erst der zweite Film der argentinischen Regisseurin Natalia Meta. Der Film basiert auf dem Roman „El mal menor“/The Lesser Evil“

An meinem ersten Berlinale-Tag herrschte Schmuddelwetter, dafür habe ich aber zum Einstieg einen gar nicht mal so schlechten Film gesehen. Es ist immer ein Wagnis, Karten für einen Film zu kaufen, der in der Weltpremiere gezeigt wird und von dem man nicht weiß, ob er überhaupt was taugt. Vor zwei Jahren hatte ich auf der Berlinale erst mit meiner Auswahl des schwedischen Films „The Real Estate“ ins Klo gegriffen. Daher habe ich mich bei dieser Berlinale, dazu entschlossen, ausschließlich auf amerikanische Filme oder Wettbewerbsfilme zu setzen.  

„El prófugo“ ist einer dieser 18 Wettbewerbsfilme und beginnt schon mal ziemlich witzig. Wir lernen Inés kennen, sie macht gerade Urlaub mit ihrem nervigen Freund. Der drängt sie mit seinen Gefühlsduseleien in die Enge. Dann geschieht etwas Unvorhergesehenes, Inés ist traumatisiert, nimmt Tabletten, hat Albträume, auch drei Monate später noch. Ihre Mutter taucht umangekündigt auf und dann lernt sie diesen jungen Orgelstimmer Alberto kennen. Während der Arbeit im Synchronstudio stellt der Toningenieur dann fest, dass sie seltsame Geräusche von sich gibt. Auch in ihrem Frauenchor trifft sie die Töne nicht mehr. Hat sich ein Eindringling ihres Körpers bemächtigt? 

Es gibt eine recht gruselige Szene, aber ansonsten fand ich den Film nicht sonderlich spannend. Eher wollte ich die ganze Zeit wissen, was vor sich geht – möglichst eine logische Auflösung. Wer oder was hat sich nun in Inés´Leben gedrängt. Wer der Eindringling ist, ist sicher unterschiedlich interpretierbar. ich habe meine Theorie und ich liebe die Schlussszene. Und überhaupt ist Érica Rivas (Wild Tales) ein großer Gewinn für diesen Film. 

„El prófugo“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief die argentinisch-mexikanische Koproduktion im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen und deutschen Untertiteln. 

Trailer zu sehen: 

San Francisco – Film: „The Lodge“

Ich war am 20.02.20 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Lodge“ (dt. Kinostart war der 6.2.20)  108 min  drama, thriller, horror 

dir. Veronika Franz, Severin Fiala  cast: Riley Keough, Jaeden Martell, Lia McHugh, Richard Armitage, Alicia Silverstone 

 

Richard (Richard Armitage) hatte sich von seiner Frau Laura (Alicia Silverstone) getrennt. Er hatte sie für die viel jüngere Grace (Riley Keough) verlassen. Mia (Lia McHugh) und ihr älterer Bruder Aidan (Jaeden Martell) mögen die neue Freundin ihres Vaters nicht. Nun sollen sie auch noch mit dieser Frau gemeinsam die Weihnachtsfeiertage in einer Lodge an einem abgelegenen Ort verbringen. Die Kinder sind der Meinung, dass irgendwas mit Grace nicht stimmt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Lodge“ ist der zweite Spielfilm des österreichischen Autoren- und Regie-Duos Veronika Franz und Severin Fiala (Ich seh, ich seh/Goodnight Mommy). Der neue Film ist eine britisch-amerikanische Koproduktion. 

Die Geschichte zieht einen schnell in ihren Bann.  Zu keiner Zeit lassen die beiden Filmemacher daran zweifeln, um wen es in dieser Geschichte geht. Es sind die beiden Kinder und die neue Frau an der Seite ihres Vaters. „The Lodge“ ist ein still beobachtender, aber recht spannender und äusserst unheimlicher und bedrückender Film. Ein Psychodrama und zugleich Thriller, bei dem man lange nicht genau weiß, wer hier eigentlich Täter und wer Opfer ist. Sind am Ende alle Drei die Opfer oder die Täter? Die Inszenierung ist sehr beklemmend und dadurch auch anstrengend. Manchmal habe ich mich dabei ertappt, dass es mir sogar etwas zu viel wurde. Hätte ich den Film auf DVD oder im Stream gesehen, hätte ich wahrscheinlich irgendwann auf Stop gedrückt, mir einen Tee gemacht, vielleicht noch ein Telefonat geführt, einfach um einen Moment mal durchzuatmen. Ich bin aber froh, dass ich mir dieses intensive Werk im Kino angeschaut habe. Etwas Probleme hatte ich bei der Erzählung mit der Figur des  Vaters. Nach dem, was im Vorfeld geschehen ist, konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, warum er seine Kinder so lange allein lässt.

„The Lodge“ ist ein Film, der erst drei Jahre alten New Yorker Filmvertriebs- und Produktionsfirma NEON (I, Tonya, Three Identical Strangers, Border, Luce). Dieses Jahr hatte NEON eine äußerst erfolgreiche Oscar-Saison geführt, die mit vier Auszeichnungen für Parasite, inkl. dem BP-Oscar für den ersten nicht-englischsprachigen Film überhaupt, gekrönt wurde. 

„The Lodge“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Über ein Jahr später ist er am 7.2.20 in sechs amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 322 Kinos in den Vereinigten Staaten. Seit dem 6.2.20 läuft der Film in den deutschen Kinos. 

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Spiral: From the Book of Saw„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm aus der „Saw“-Reihe

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: da warte ich die Kritiken ab


Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bin nicht mehr völlig abgeneigt


Trailer v. Film: „The Invisible Man„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Thriller/Horrorfilm mit Elisabeth Moss. Trailer verrät scheinbar den gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „A Quiet Place Part II„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Fortsetzung zu einem ziemlich guten Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Brahms: The Boy II„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Auch Fortsetzung eines wahrscheinlich nicht so guten Horrorfilms

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A- (neuer, dieses Mal Redband-Trailer)

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Auch dieser Trailer ist klasse.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Ordinary Love“

Ich war am 15.02.20 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ordinary Love“  91 min  drama

dir. Lisa Barros D´Sa, Glenn Leyburn   cast: Liam Neeson, Lesley Manville, David Wilmot, Amit Shah 

 

Tom (Liam Neeson) und Joan (Lesley Manville) sind schon sehr lange miteinander verheiratet. Sie sind eng verbunden, ein Schicksalsschlag hatte sie nur noch enger zusammengebracht. Jetzt entdeckt Joan einen Knoten in ihrer Brust…

 

A- (Wertung von A bis F) Nach den Filmen „Cherrybomb“ und „Good Virbations“ ist dies bereits die dritte Zusammenarbeit des irischen Filmemacher-Ehepaares Lisa Barros D´Sa und Glenn Leyburn. 

Vielleicht ist dem einen oder anderen auch gar nicht (mehr) bewusst, dass Liam Neeson mal ein ernstzunehmender Schauspieler war. Natürlich hat er in den letzten Jahren auch für Martin Scorsese (Silence), den Coen Bros. (The Ballad of Buster Scruggs) und Steve McQueen (Widows) gearbeitet, das waren aber alles kleinere Rollen und mit seiner Karriere als alternder Actionheld in vergessenswerten Streifen (Taken, Non-Stop, A Walk Among the Tombstones, Run All Night, The Commuter, etc.) dominiert er sicherlich das Bewusstsein der Kinogänger. In „Ordinary Love“ spielt er nun endlich mal wieder eine Hauptrolle und ruft einem in Erinnerung, was für ein guter Schauspieler er eigentlich ist. 

„Ordinary Love“ ist ein intensives Drama über eine Liebe und wie sich eine schwere Krankheit auf die Betroffene, ihren Partner und natürlich ihre Beziehung auswirkt. Tom und Joan gehen unterschiedlich mit dem anfänglichen Verdacht um, dann der ganze klinisch, kalte Teil der endlosen Untersuchungen schließlich die Diagnose. Auch die müssen beide erst einmal für sich verarbeiten und einordnen. Das Paar hat bereits vor Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Dadurch sind sie aber nur noch enger zusammengewachsen. Selten habe ich einen so realistischen Film über Krebs gesehen. Sowohl bei Liam Neeson als auch bei Leslie Manville konnte ich irgendwann sogar vergessen, hier eigentlich Schauspieler zu sehen. Mir ging der Film sehr nahe.

„Ordinary Love“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist bereits am 6.12.19 in Großbritannien gestartet. Am 14.02.20 ist „Ordinary Love“ in drei  amerikanischen Kinos gestartet, eine Woche später war er dann landesweit in 21 Kinos zu sehen. Für Deutschland ist bislang noch ein Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „The Burnt Orange Heresy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: italienisch/amerikanisches Drama(Thriller mit Claes Bang, Elizabeth Debicki und Donald Sutherland. Auch spielt Mick Jagger mit, den ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen habe.  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon 


Trailer v. Film: „Saint Frances„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: SXSW Film Festival-Gewinner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Never Rarely Sometimes Always„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Sundance-Film, den ich mir auf der Berlinale anschaue

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Roads Not Taken„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sally Potters neuer Film mit Javier Bardem und Elle Fanning. Auch diesen Film gucke ich auf der Berlinale an. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Wendy„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Neuer Film von Benh Zeitlin 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

NYC – Film: „The Assistant“

Ich war am 15.02.20 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Assistant“  87 min drama

dir. Kitty Green   cast: Julia Garner, Matthew MacFadyen, Makenzie Leigh, Noah Robbins, Dagmara Dominczyk 

 

Jane (Julia Garner) hat ihren Uni-Abschluss in der Tasche und träumt davon, eines Tages als Filmproduzentin zu arbeiten. In der Filmbranche hat sie sogar schon einen Fuß in der Tür. Seit ein paar Wochen arbeitet sie als Assistentin eines mächtigen Filmmoguls. Nun macht sie Beobachtungen, vermutet, dass ihr Chef Frauen sexuell ausnutzt. Sie weiß nicht so richtig, wie sie mit der Situation umgehen soll…

 

A- (Wertung von A bis) „The Assistant“ ist das Spielfilmdebüt der australischen Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin Kitty Green („Ukraine is Not a Brothel“, „Casting JonBenet“) 

„The Assistant“ ist ein nuanciertes #MeToo-Drama und für mich der Beweis, warum Autorinnen und Regisseurinnen sich diesem Thema annehmen sollten. Bevor Kitty Green das Drehbuch zu ihrem Film schrieb, hat sie einige Interviews mit Assistentinnen, die u..a für Harvey Weinstein arbeiteten, geführt. Der Film gewährt einen Einblick, wie das „toxische System Weinstein“ über Jahrzehnte funktioniert hat. Die meisten seiner Angestellten wussten sicherlich, was hinter verschlossenen Büro- oder Hotelzimmertüren vor sich ging, dachten aber, es würde sie nichts angehen, wollten keinesfalls ihren guten Job aufs Spiel setzen und stellten sich ihm entsprechend auch nicht in den Weg. Der Film zeigt aber gleichzeitig auch, dass Frauen in einer männerdominierenden Arbeitswelt anders gesehen und behandelt werden und es mitunter schwerer haben, ernst genommen zu werden. So wird von der weiblichen Assistentin erwartet, dass sie Kaffee kocht, Mittagessen bestellt, aufräumt, etc. während sich die männlichen Kollegen in einer ähnlichen Position, um andere Dinge kümmern. 

Vor der Fliegerei hatte ich tatsächlich einen sehr ähnlichen Job in der Filmbranche. Selbstverständlich nicht in solch einem unangenehmen Arbeitsumfeld und schon gar nicht mit so einem Chef. Das ist aber nicht der Grund, warum ich mich in Jane so gut reinversetzen konnte. Die Regisseurin beschreibt Janes Arbeitsalltag und ihre verfahrene Situation vermutlich für alle Zuschauer verständlich. „The Assistant“ ist ein still beobachtender Film, der ganz fokussiert bei der titelgebenden Assistentin bleibt. Es ist ein Film über systematischen sexuellen Missbrauch, ohne dass man den Täter oder den direkten Missbrauch zu sehen bekommt. 

Wir erleben einen Tag im Leben der Assistentin, die erst fünf Wochen in dem Unternehmen arbeitet. Wir sehen, wie sie morgens – noch vor Sonnenaufgang – als Erste das Büro betritt, die Beleuchtung hochfährt, dann ihre Arbeit verrichtet, sich mit ihren männlichen Kollegen und der eifersüchtigen Frau des Filmproduzenten auseinandersetzen muss. Sie ist noch nicht Teil dieser Gemeinschaft auf Arbeit und wird entsprechend zwangsläufig zur Beobachterin. Langsam kann sie sich einen Reim auf ihre Beobachtungen machen. Selbst ist sie kein Opfer, es gibt mutmaßliche Opfer, aber niemanden, der sich beklagt. Jane wurde nicht mal Zeugin sexueller Übergriffe ihres Chefs und doch spürt sie, dass der Hollywood-Produzent seine Macht wahrscheinlich schon seit Jahren ausnutzt. 

Die äußerst begabte Julia Garner (We Are What We Are, Grandma, TV-Serie „Ozark“) trägt diesen Film allein und man versteht zu jeder Zeit was in ihr vorgeht. 

„The Assistant“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 31.01.20 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in den Vereinigten Staaten in 82 Kinos landesweit. Der Film wird auf der Berlinale 2020, in der Sektion Panorama gezeigt. Bislang ist noch kein regulärer Kinostart für Deutschland bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich die Tage


Trailer v. Film: „Greed„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Michael Winterbottoms neuer Film mit Steve Coogan und Isla Fisher 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon


Trailer v. Film: „The Burnt Orange Heresy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: italienisch/amerikanisches/r Drama/Thriller mit Claes Bang, Elizabeth Debicki und Donald Sutherland. Auch spielt Mick Jagger mit, den ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen habe.  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon 


Trailer v. Film: „Never Rarely Sometimes Always„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Sundance-Film, den ich mir auf der Berlinale anschaue

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Roads Not Taken„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sally Potters neuer Film mit Javier Bardem und Elle Fanning. Auch diesen Film gucke ich auf der Berlinale

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Berlin – Film: The Gentlemen“

Ich war am 28.01.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Gentlemen“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   113 min  crime, action 

dir. Guy Ritchie  cast: Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Henry Golding, Michelle Dockery, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell, Hugh Grant

 

Der Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat sich in London über die Jahre ein millionenschweres Mariihuana-Imperium aufgebaut. Vom kleinen Dealer hat er es in die britische Upper Class geschafft. Nun will er sich zur Ruhe setzen und endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen. In dem exzentrischen Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) hat Mickey vielleicht auch schon einen Käufer für sein Imperium gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Gentlemen“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Guy Ritchie („Lock, Stock and Two Smoking Barrels“, „Snatch“, RocknRolla). Auch das Drehbuch hat Guy Ritchie geschrieben. 

„The Gentlemen“ ist zwar nicht der erste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, es ist aber offiziell mein erster Film aus Jahr 2020 und es fühlt richtig sich gut an, wenn das neue Filmjahr gleich mit einem Werk beginnt, das mir gefällt. 

Nach Sherlock Holmes: Game of Shadows hatte ich Guy Ritchie quasi abgeschrieben. Jedenfalls habe ich mir seither nie wieder einen Film von ihm angeschaut. Der Trailer zu „The Gentlemen“ erinnerte mich dann aber an die Arbeiten, mit denen er sich seinerzeit einen Namen gemacht hat. Und tatsächlich, der Film ist ein stylischer und origineller, kurzweiliger Spass nach guter alter, britischer Gangster-Genre-Manier. Die Geschichte ist komplex, sprachwitzige Dialoge, hervorragende Schauspieler (darunter Jeremy Strong aus der TV-Serie „Succession“, die wunderbaren Michelle Dockery aus der mittlerweile leider abgesetzten TV-Serie „Good Behavior und ein blendend aufgelegter Hugh Grant) und dann gibt es sogar noch ein paar Höhepunkte in Form von dem von Colin Farrell gespielten „Coach“ und seinen „Toddlers“, die Erwähnung von einem meiner Lieblingsfilme („The Conversation“) und einer recht gelungenen Miramax/Harvey Weinstein-Anspielung.

Der Film wird in den Vereinigten Staaten dafür kritisiert, dass er rassistische Beleidigungen enthält. Wie glauben denn diese Leute, dass sich Gangster unter- und übereinander unterhalten? Dieses ständige Politisch-Korrekt-Sein-Wollen hat mittlerweile anstrengende Formen angenommen.

„The Gentlemen“ ist bereits am 1.1.20 in den britischen Kinos gestartet. In den Vereinigten Staaten wird der Film seit dem 24.1.20 in 2,165 Kinos landesweit gezeigt. In Deutschland ist der Film ab dem 27.02.20 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in der OmU gesehen. 

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Just Mercy“

Ich war am 18.01.20 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Just Mercy“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   136 min.  drama, biopic, adaptation 

dir. Destin Daniel Cretton  cast: Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Rob Morgan, Tim Blake Nelson, Rafe Spall, Brie Larson 

 

Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) hat sein Harvard-Studium abgeschlossen. Als junger Anwalt geht er nach Alabama, um für eine Organisation zu arbeiten, die unschuldig im Gefängnis sitzende Menschen verteidigt. Bald wird er mit dem Fall des Todeskandidaten Walter McMillian (Jamie Foxx) konfrontiert…

 

C (Wertung von A bis F) „Just Mercy“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Bryan Stevensons Memoiren „Just Mercy: A Story of Justice and Redemption“. Der Film erzählt von dem Anwalt Bryan Stevenson, der in einem Aufsehen erregenden Gerichtsprozess versuchte, den zum Tode verurteilten Walter McMillian  freizubekommen. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Autorenfilmers Destin Daniel Cretton (Short Term 12, The Glass Castle). 

Viele Worte möchte ich gar nicht über den Film verlieren.„Just Mercy“ ist ein recht traditionelles Todeskandidaten-Drama, dass ich in dieser, bzw. In einer leicht abgewandelter Form schon einige Male gesehen habe. Eine solche Geschichte muss berühren, hat sie mich aber nicht. Nichts macht diesen Film besonders, entsprechend ist es auch kein Wunder, dass er bei den letzten Oscars keine Rolle gespielt hat.

Ursprünglich war „just Mercy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Michael B. Jordan), Bester Nebendarsteller (Jamie Foxx) 

„Just Mercy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 25.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 10.01.20 läuft der Film landesweit in 2,457 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film ab dem 27.02.20 im Kino zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sonic the Hedgehog„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Live-action Film mit Jim Carrey, sieht ganz lustig aus

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Woman in the Window„

Bewertung des Trailers: F

Kommentar:  Ich verstehe nicht, wie man solch einen Trailer zulassen kann. Unglaublich. Ansonsten sieht Joe Wrights neuer Film aber interessant aus. Thriller mit Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore, Tracy Letts, Anthony Mackie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „I Still Believe„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar:  religiöser Liebesschnulz 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Lovebirds„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Action-RomCom mit Kumail Nanjiani 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Tenet„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Christopher Nolans neuer Film mit John David Washington. Naja. Mein Sitznachbar gab während des Trailers von sich: „What the hell“. Und als das Startdatum eingeblendet wurde: „I don´t think so“. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 

Oscar-Gewinner 2020

PARASIIIIIIIIIIIIIIIIITE

In Los Angeles hat es am Tag der 92. Oscar-Verleihung (09.02.20) mal wieder geregnet. L.A. bei schlechtem Wetter ist für mich einer der weltweit hässlichsten Städte. Ich war dieses Jahr aber – wie gewünscht – wieder in Deutschland. Habe mir die Red Carpet Show über YouTube (und zeitgleich auf Pro7, da aber – wie üblich – nur superkurze Momente mit Ton, Steven Gätjen und Annemarie Carpendale sind wirklich nur in sehr, sehr, sehr geringen Dosen sprechend zu ertragen) angeschaut. Auch noch habe ich mir Multitasking-mäßig auf einem anderen Laptop die einzelnen Roben der Damen im Internet etwas genauer angeschaut. 

Bei der Live-Show habe ich dann mitgeschrieben, Gewinner, Gedanken usw. hier: 

Die diesjährige Oscar-Show hat die Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe  mit einer Gesangs- und Tanzeinlage eröffnet. Gefolgt von den beiden ehemaligen Oscar-Gastgebern Steve Martin und Chris Rock, die sich dann kurz über die Stars, Filme und die Academy lustig gemacht haben. Gerade als ich gedacht habe, dass es doch schön wäre, wenn die beiden durch den gesamten Abend führen würden, kündigten sie aber die erste Präsentatorin an: Regina King, Vorjahres-Siegerin für den Oscar für die Beste Nebenrolle. 

Der erste Oscar geht, absolut erwartbar, an Brad Pitt für seine Performance in „Once Upon a Time in Hollywood“ (er hält eine okaye Rede, dankt zum Schluss sogar seinen Kindern, aber kein Vergleich zu seinen bisherigen, witzigen Dankesreden, insbesondere bei den SAG Awards). 

Nach der Werbung haben wir die Präsentatorin Beanie Feldstein, die die Präsentatorin Mindy Kaling ankündigt. Seltsam, reicht nicht ein Präsentator? Jedenfalls ist Mindy Kaling da, um den den Oscar für den Besten Animationsfilm und den besten animierten Kurzfilm zu überreichen. Der 2. Oscar geht an „Toy Story 4“. (Ich dachte er geht an Annie-Awards und BAFTA-Sieger „Klaus“), der 3. Oscar geht an „Hair Love“ (richtig geraten)

Josh Gad, den ich eigentlich nicht sonderlich mag, kündigt Idina Menzel an, die einen der für den Oscar nominierten Songs „Into the Unknown“ (von „Frozen 2“) vorträgt. Schreckliches, weißes 1980er Jahre-Puffärmel-Kleid, begleitet wird sie von anderen Sängerinnen, die in ihrer Muttersprache „Into the Unknown“ singen. Nette Idee, ich brauche aber dieses ganze Gesinge nicht.

Diane Keaton und Keanu Reeves (die in der wunderbaren RomCom „Something´s Gotta Give“ zusammenspielten) überreichen den Oscar für das Beste Originaldrehbuch, jetzt wird’s spannend. Der 4. Oscar geht an…Daumen drücken… „Parasite“ bekommt von allen vorgestellten Filmen den größten Applaus: und tatsächlich Bong Joon Ho gewinnt. Erster Oscar für „Parasite“ (richtig geraten). 

Timothée Chalamet und Natalie Portman sind die Präsentatoren für den 5. Oscar, Bestes Adaptiertes Drehbuch: Geht an „Jojo Rabbit“ (richtig geraten). Ich mag Taika Waititi so gerne. 

Shia LaBeouf mit seinem Co-Star Zack Gottsagen (aus „Peanut Butter Falcon“) präsentieren den 6. Oscar: Bester Live Action Short Film, der geht an „The Neighbors Window“ (richtig geraten).

Jetzt kommen Kristen Wiig und, die für mich unerträgliche, Maya Rudolph in einem grausig-rötlichem Glitzerzelt und einer nicht gerade schmeichelnden Frise. Sie vergeben der 7. Oscar für das Beste Szenenbild: „Once Upon a Time in Hollywood“ gewinnt (richtig geraten). Auch sind sie Präsentatoren für den 8. Oscar: Bestes Kostümdesign: „Little Women“ (richtig geraten). 

Jetzt kommt wieder Gesinge, dieses Mal von Chrissy Metz. Das Kleid steht ihr um Längen besser, als das rote Mega-Laken, dass sie auf dem roten Teppich trug. Sie singt den Song von Dianne Warren, die an diesem Abend zum 11. Mal für den Oscar nominiert ist. 

Jetzt kommt die Kategorie Beste Dokumentation. Mark Ruffalo überreicht den 9. Oscar: „American Factory“ (richtig geraten). Schade, dass die Obamas nicht da sind. Julia Reichert hält eine gute Rede, jeder sollte sich „American Factory“ auf Netflix angucken. Mark Ruffalo ist auch der Präsentator für den 10. Oscar, die besten Kurzfilmdokumentationen: Es gewinnt „Learning to Skateboard in a Warzone (if You are a Girl)“. (Und auch das habe ich richtig geraten). Ich mag das, dass die Animationsfilme (Spielfilm/Kurzfilm) und Dokumentationen (Doku/Kurzfilmdoku) zusammengefasst werden.

Der Vorjahres-Sieger Mahershala Ali überreicht den 11. Oscar. Die Gewinnerin in der Kategorie Beste Nebendarstellerin ist: Laura Dern („Marriage Story“). Etwas habe ich schon gezittert. Sie war auch ganz schön aufgeregt, hat ihrer Mama Diane Ladd (von der sie begleitet wurde) und ihrem Papa Bruce Dern gedankt. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, dann wird Laura Dern Präsidentin von A.M.P.A.S. Im letzten Jahr war sie ja bereits kurz davor. (Achso, richtig geraten). 

Im Moment ist Werbung und ich habe gerade ein gutes Gefühl für „Parasite“ als Gewinnerfilm. 

Der „Hamilton“-Star Anthony Ramos, der in dem Musical „In the Heights“ demnächst die Hauptrolle spielt, kündigt Multitalent Lin-Manuel Miranda an. Der wiederum stellt die Kategorie Bester Song vor. Gefällt mir, die Montage der ganzen Filmsongs, ohh ich liebe „Lose Yourself“, was zum Schluss eingeblendet wird und dann.…Ist der aus der Form geratene Typ mit Vollbart und Basecap, der auf einmal auf der Bühne singt, Eminem? Er klingt jedenfalls so. Idina Menzels skeptischer Blick könnte meiner gewesen sein. Seltsame Performance, aber – nach wie vor – einer meiner Lieblingssongs. Wow, es gibt Standing Ovations: es ist Eminem. 

Salma Hayek und Oscar Isaac sind die Präsentatoren für die Sound-Kategorien. Der 12. Oscar, in der Kategorie Tonschnitt, geht an: „Ford v Ferrari“ (Mist, ich hatte mich in letzter Minute umentschieden und habe „1917“ genommen), gleich hinterher, der 13. Oscar, geht sicherlich jetzt auch an „Ford v Ferrari“. Nein, Bester Ton geht an „1917“ (richtig geraten) 

Jetzt singt Randy Newman seinen „Toy Story 4“-Song.

Wer ist dieser Typ, der da rappt? Er hat sich selbst vorgestellt, kannte ich nicht, rappte aber recht amüsant. Er stellt Will Ferrell und Julia Louis Dreyfus vor. Die sind die Präsentatoren für Roger Deakins, bzw. Beste Kamera. Der 14. Oscar geht – und das war hundertprozentig – an Roger Deakins. Riesenapplaus. Wohlverdient. (richtig geraten). Sie sind ebenso die Präsentatoren für die Kategorie Bester Schnitt. Lass es „Parasite“ sein… Daumen drücken… Der 15. Oscar geht an „Ford v Ferrari“, den Film mit den meisten Cuts, naja (ich hatte „Parasite“ geraten, damit hat mein Kumpel unsere Wette gewonnen) 

Der neue Academy-Präsident David Rubin kündigt den charmanten Tom Hanks an. Er teilt mit, dass das Academy-Museum nun endlich am 14.12.2020 eröffnet. Eigentlich wollte ich das Museum schon lange besichtigt haben. Die Eröffnung wurde immer wieder verschoben… das kommt mir als Berliner gar nicht bekannt vor. 

Apropos Berlin, als nächstes die Berlinerin Zazie Beetz. Die Schauspielerin spielte neben Joaquin Phoenix in „Joker“. Sie kündigt ganz souverän den nächsten Musik-Act an, schon cool die Zazie Beetz. Cynthia Erivo singt, auch so ein Multitalent. Könnte heute zur jüngsten EGOT-Gewinnerin gekürt werden. Sie hat bereits einen Emmy, einen Tony und einen Grammy – nur der Oscar fehlt noch. Der Song ist ganz gut, singen kann die eh. Ich sehe sie gerade in der TV-Serie „The Outsider“. Für ihre Performance gibt es Standing Ovations. 

Rebel Wilson und James Corden als „schlechte Cats“ verkleidet (na wenigstens können sie über sich selbst lachen). Keiner weiß besser, gute Visuelle Effekte zu schätzen. Haha. Der 16. Oscar – Beste Visuelle Effekte – geht an „1917“. (Ich hatte getippt, dass dieser Oscar an Marvel geht)

Ray Romano und Sandra Oh sind für die Kategorie Best Makeup und Hairstyling zuständig. Der 17. Oscar geht an „Bombshell“ (war auch ziemlich klar, habe ich richtig geraten). Kazu Hiro widmet den Oscar besonders Charlize Theron, sie ist auch Mit-Produzentin von dem Film.

Sie zeigen gerade einen deutschen Trailer von „A Beautiful Day in the Neighborhood“. Die Stimme passt Null zu Tom Hanks und erst recht nicht zu Mr. Rogers. Synchros zerstören wirklich alles. 

Penelope Cruz stellt Best International Feature vor. Seltsames Kleid, dass sie trägt, naja, eigentlich stört mich nur diese blöde weiße Blume im Dekolleté. Der 18. Oscar geht natürlich an Südkorea („Parasite“, logischerweise richtig geraten) 

Jetzt kommt wieder ein Musik-Act, dieses Mal: Elton John. Jetzt fehlt wohl nur noch Billie Eilish. Mir ist das mal wieder viel zu viel Gesinge. 

Taika Waititi verkündet die ganzen Ehrenoscars dieses Jahr und stellt zugleich Brie Larson, Gal Gadot und Sigourney Weaver vor. Drei tolle Frauen. Sie weisen darauf hin, dass dieses Jahr zum ersten Mal in der 92-jährigen Oscar-Geschichte eine Dirigentin durch den Abend führt. Alle Scores werden angespielt. Der 19. Oscar geht an die isländische Komponistin Hildur Guðnadóttir für „Joker“ (richtig geraten, sie hat auch alles gewonnen, dieses Jahr). Sehr süße Preisträgerin. Der 20. Oscar in der Kategorie Bester Song geht an Sir Elton John und Bernie Taupin für „Rocketman“ (auch das war mit dem Golden Globe-Gewinn klar, als die beiden gesagt haben, sie haben noch nie etwas zusammen gewonnen – richtig geraten) 

Sollte die Oscar-Verleihung nicht eigentlich unter 3 Stunden bleiben? Es sind jetzt bereits schon 2 Stunden und 49 Minuten vergangen. 

Spike Lee ist der Presenter für die Kategorie Beste Regie und damit natürlich für Sam Mendes…. Nein, der Oscar geht an Bong Joon Ho. Der 21. Oscar des Abends geht an „Parasite“. Yeah. Dies ist der dritte Oscar für „Parasite“. Oh, jetzt wird es spannend in der Königskategorie. Bong Joon Ho ist ein absoluter Sympathieträger. Standing Ovation bekommt er, logisch. In seiner Rede zitiert er Scorsese und erzählt, wie sehr ihn als junger Filmemacher Martin Scorsese inspiriert hat. Jetzt bekommt „Marty“ Standing Ovations, schöner Moment. Und er erwähnt Quentin Tarantino, dafür, dass er – als er in den USA noch unbekannt war – seine Filme auf die Liste seiner Lieblingsfilme gesetzt hat. 

Steven Spielberg kündigt das In Memoriam an, Billie Eilish singt dazu den Beatles-Klassiker „Yesterday“ singt. Traurig. 

Olivia Colman kommt natürlich, um den Oscar für den Bester Hauptdarsteller zu überreichen. Der 22. Oscar – und jetzt heißt es nochmal Daumen drücken – geht an:  Joaquin Phoenix („Joker“) ❤️ Er gibt zu, dass es schwer ist, mit ihm zu arbeiten aber hält – wie bereits bei seinen anderen Dankesreden in der Oscar-Saison wieder mal eine sehr politische Rede. Er ist sehr authentisch, bestimmt ein sehr komplizierter Mensch, aber er nutzt die Bühne, um sich für andere einzusetzen. Das finde ich toll.

Rami Malek als Nächster, na gut,  der 23. Oscar geht an Renée Zellweger („Judy“). Langweilig. 

Der 24. und damit letzte Oscar des Abends wird von der zweimaligen Oscar-Gewinnerin Jane Fonda überreicht. Sie bekommt Standing Ovations. Na mal abwarten, was der gewinnende Film bekommt. PARASIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIITE. YES. Ich liebe es, wenn man Zeuge eines ganz besonderen Moments wird. Der erste nicht-englischsprachige Film hat den Oscar gewonnen. Danke A.M.P.A.S. Das ist auch ein Zeichen für die neue, diversere, internationalere Academy. Mich entschädigt es gleichzeitig für alles, was sie mir mit den Oscar-Nominierungen und Oscar-Gewinnen im letzten Jahr angetan haben. 

„Parasite“ hat damit 4 Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Bester Internationaler Film) gewonnen.

„1917“ hat 2 Oscars gewonnen, genauso wie „Once Upon a Time in Hollywood“ (2), „Joker“ (2), „Ford v Ferrari“ (2), „Jojo Rabbit“, „Little Women“ und „Marriage Story“ haben jeweils einen Oscar gewonnen, der einzige für den Oscar nominierte Film, der komplett leer ausgegangen ist, ist „The Irishman“. Wie Martin Scorseses Film „Gangs of New York“, der war seinerzeit auch für zehn Oscars nominiert und hat keinen einzigen gewonnen. 

Netflix hatte bei den Oscar-Nominierungen mit 24, die meisten Nominierungen eines Studios eingefahren, gewonnen hat Netflix aber nur einen Oscar für „American Factory“ und einen für „Marriage Story“.

Alle Oscar-Gewinner 2020

Best Picture: Parasite (Kwai Sin Ae and Bong Joon Ho, Producers) 

Best Director: Bong Joon Ho (Parasite)

Best Actor: Joaquin Phoenix (Joker)

Best Actress: Renée Zellweger (Judy)

Best Supporting Actor: Brad Pitt (Once Upon at Time in Hollywood) 

Best Supporting Actress: Laura Dern (Marriage Story)

Best Writing (Original Screenplay): Parasite (Screenplay by Bong Joon Ho und Han Jin Won; Story by Bong Joon Ho)

Best Writing (Adapted Screenplay): Jojo Rabbit (Written by Taika Waititi) 

Best Animated Feature: Toy Story 4 

Best Production Design: Barbara Ling (Once Upon a Time in Hollywood) 

Best Cinematography: Roger Deakins (1917) 

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Little Women)

Best Film Editing: Michael McCusker and Andrew Buckland (Ford v Ferrari) 

Best Makeup and Hairstyling: Kazu Hiro, Anne Morgan and Vivian Baker (Bombshell) 

Best Sound Mixing: Mark Taylor and Stuart Wilson (1917) 

Best Sound Editing: Donald Sylvester (Ford v Ferrari) 

Best Visual Effects: Guillaume Rocheron, Greg Butler, Dominic Tuohy (1917)

Best Music (Original Score): Hildur Guonadóttir (Joker)

Best Music (Original Song): “I´m Gonna Love Me Again“ (Rocketman) – Music by Elton John, Lyric by Bernie Taupin 

Best International Feature Film: Südkorea (Parasite)

Best Documentary Feature: „American Factory“ (Steven Bognar, Julia Reichert, Jeff Reichert)  

Best Short Film (Live Action): „The Neighbors´Window“ (Marshall Curry) 

Best Short Film (Animated): „Hair Love“ (Matthew A. Cherry and Karen Rupert Toliver)

Best Documentary (Short Subject): „Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl) Carol Dysinger and Elena Andreicheva 

 

Der Überraschungssieger Bong Joon Ho mit einer sehr sympathische, tollen Rede:

Richtig geraten habe ich 19 Kategorien, mein Kumpel aber 21 und damit hat er die Wette gewonnen. Glückwunsch. 

 

Die Mode – The Best:

Laura Dern (Georgio Armani) 

Caitriona Balfe (Valentino) 

Julia Louis-Dreyfus (Vera Wang) 

Taika Waititi (Dior) 

Charlize Theron (Dior Haute Couture) 

Die Mode – The Worst

Maya Rudolph (Valentino) 

Sandra Oh (Elie Saab)

Rooney Mara (Custom Alexander McQueen) 

Saoirse Ronan (Custom Gucci) 

Penelope Cruz (Chanel)

Florence Pugh (Louis Vuitton) 

Timothée Chalamet (Prada) 

Chrissy Metz (besonders dieses Rote-Teppich-Gewand, aber gut, was soll sie machen)

Oscar-Gewinner 2020, meine Wette

Zeit, meine kleine, persönliche Oscar-Wette zu veröffentlichen. 

Die Oscar-Saison 2019/2020 ist so unfassbar kurz, dass einige Academy-Mitglieder zugegeben haben, nicht alle nominierten Filme gesehen zu haben. Das könnte dem einen oder anderen Film helfen. Im nächsten Jahr haben sie wieder drei Wochen länger Zeit, die Verleihung findet dann – wie üblich – Ende Februar statt. 

Die Oscar-Verleihung beginnt Sonntag, den 09.02.20 um 17.00 Uhr (lokale Zeit in Los Angeles) und geplant ist es, dass sie nicht länger als 3 Stunden andauert. 

Auch für mich war die Oscar-Saison zu kurz, dieses Jahr habe ich es beispielsweise nicht geschafft, mir die Kurzfilme anzuschauen.

Vor ein paar Tagen mit meiner finalen Analyse zu dem Oscar-Gewinnerfilm 2020 war ich noch zwischen „Parasite“ und „Jojo Rabbit“ hin- und hergerissen. Irgendwo bin ich es immer noch, wobei ich seit meiner November-Prognose eigentlich zu „Parasite“ tendiere. „1917“ hat (ähnlich wie „La La Land“) die meisten Preise innerhalb der Filmindustrie gewonnen und wird von den meisten Oscar-Experten auch als Gewinner-Film gesehen. Der Preis des Besten Films des Jahres bei den Academy Awards wird aber anders als die anderen 23 Kategorien bestimmt wird und daher gibt es seit ein paar Jahren immer wieder Überraschungen am Ende der Oscar-Verleihung. 

So oder so wird Oscar-Geschichte geschrieben. Wenn „1917“ den Best Picture-Oscar gewinnt, dann ist das erst der 12. Film in der Oscar-Geschichte, der ohne eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt gewinnt. (davor „Birdman“, „Ordinary People“, „Annie Hall“, „The Godfather Part II“, „A Man for All Seasons“, „Tom Jones“, „Marty“, „Hamlet“, „The Life of Emile Zola“ und „It Happened One Night“ – und der Film mit dem Sonderstatus: „Grand Hotel“) Mit Ausnahme von „Grand Hotel“ hatten diese zehn Filme aber immer eine Oscar-Nominierung in mind. einer Schauspiel-Kategorie erhalten (meist sogar einen Schauspiel-Oscar gewonnen). Der Oscar-Gewinnerfilm von 1932 „Grand Hotel“ hat in allen Statistiken einen Sonderstatus. Der Film hatte einzig eine Oscar-Nominierung für den Besten Film und die Kategorie auch noch für sich entscheiden können. Jedenfalls wäre „1917“ der erste Film seit dem Jahr 1932, der den Oscar als Bester Film gewinnt, ohne in den Kategorien Schauspiel und Schnitt nominiert worden zu sein. 

Wenn „Parasite“ gewinnt, wäre es der erste nicht-englischsprachige Film, der den Oscar als bester Film gewinnt. Wenn „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „Jojo Rabbit“ gewinnt, dann ohne größere Preise innerhalb der Filmindustrie zuvor gewonnen zu haben.

Es wird spannend, insbesondere, wenn während des Abends die Oscars für die besten Drehbücher überreicht werden. Wenn „Parasite“ hier gewinnt (oder noch früher am Abend bei der Kategorie Bestes Szenenbild/Production Design), wird wahrscheinlich „Parasite“ auch den Besten Film gewinnen. Wenn das Beste Originaldrehbuch an Tarantino geht, ist es noch offen, „Once Upon a Time in Hollywood“ könnte dann sogar den Oscar für den Besten Film gewinnen. Sollte „1917“ das Beste Originaldrehbuch gewinnen, wovon eigentlich nicht auszugehen ist, gewinnt „1917“ Beste Regie und Bester Film. Sollte hier „Knives Out“ gewinnen, wäre das verdient, aber völlig überraschend und bringt einen hinsichtlich des Ausgangs des wichtigsten Preises des Abends gar nicht weiter. Wenn „Jojo Rabbit“ das beste adaptierte Drehbuch gewinnt, besteht die Möglichkeit, dass er auch Bester Film gewinnt.

Der Oscar für den Besten Internationalen Film (wie er seit diesem Jahr richtig heißt) geht immer an das Land. Wenn „Parasite“ gewinnt, ist das der Oscar für Südkorea. Bong Joon Ho wird ihn sehr wahrscheinlich entgegennehmen, aber es ist nicht „sein“ Oscar. Wird Bong Joon Ho, der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von „Parasite“ ist, einen „eigenen“ Oscar am Abend gewinnen? Meinem Gefühl und meiner persönlichen Wette nach ja. 

„Parasite“ gewinnt, nach meiner Rechnung, 4 Oscars (inkl. Bester Film und Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und natürlich Bester Internationaler Film). „1917“ gewinnt auch vier Oscars (inkl. Beste Regie und natürlich Roger Deakins), hier habe ich mich tatsächlich in letzter Minute, um meine Logik aufrecht erhalten zu können, in den Sound-Kategorien umentschieden, eigentlich hatte ich „Ford v Ferrari“ in beiden Sound-Kategorien, aber zwei Oscars waren mir für „1917“ zu wenig. „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Joker“ gewinnen 2 Oscars. „Jojo Rabbit“, „Little Women“, „Marriage Story“ gewinnen jeweils 1 Oscar. Die Oscarnominierten Filme „The Irishman“ und „Ford v Ferrari“ gehen, nach meiner Rechnung, leer aus. Damit fühle ich mich ganz schlecht und hoffe insbesondere bei „The Irishman“ dass Thelma Schoonmaker gewinnt.  

Seit ungefähr zehn Jahren wette ich mit meinem Kumpel, dieses Jahr haben wir nur zwei unterschiedliche Kategorien. Das gab es, vermutlich, noch nie.

 

Oscar-Gewinner 2020 – meine Wette:

Best Picture: Parasite (Kwai Sin Ae and Bong Joon Ho, Producers) 

Best Director: Sam Mendes (1917)

Best Actor: Joaquin Phoenix (Joker)

Best Actress: Renée Zellweger (Judy)

Best Supporting Actor: Brad Pitt (Once Upon at Time in Hollywood) 

Best Supporting Actress: Laura Dern (Marriage Story)

Best Writing (Original Screenplay): Parasite (Screenplay by Bong Joon Ho und Han Jin Won; Story by Bong Joon Ho)

Best Writing (Adapted Screenplay): Jojo Rabbit (Written by Taika Waititi) 

Best Animated Feature: Klaus mein Kumpel: Toy Story 4

Best Production Design: Barbara Ling (Once Upon a Time in Hollywood) 

Best Cinematography: Roger Deakins (1917) 

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Little Women)

Best Film Editing: Yang Jinmo (Parasite) mein Kumpel: Ford v Ferrari

Best Makeup and Hairstyling: Kazu Hiro, Anne Morgan and Vivian Baker (Bombshell) 

Best Sound Mixing: Mark Taylor and Stuart Wilson (1917) 

Best Sound Editing: Oliver Tarney and Rachael Tate (1917) 

Best Visual Effects: Dan DeLeeuw, Russell Earl, Matt Aitken and Dan Sudick (Avengers: Endgame)

Best Music (Original Score): Hildur Guonadóttir (Joker)

Best Music (Original Song): “I´m Gonna Love Me Again“ (Rocketman) – Music by Elton John, Lyric by Bernie Taupin 

Best International Feature Film: Südkorea (Parasite)

Best Documentary Feature: „American Factory“ (Steven Bognar, Julia Reichert, Jeff Reichert)  

Best Short Film (Live Action): „The Neighbors´Window (Marshall Curry) 

Best Short Film (Animated): „Hair Love“ (Matthew A. Cherry and Karen Rupert Toliver)

Best Documentary (Short Subject): „Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl) Carol Dysinger and Elena Andreicheva 

 

Sehr amüsant auch dieses Jahr die Honest Trailers der neun nominierten Filme:

 

 

Die Nominierungen für die Goldene Himbeere, den Anti-Oscar, werden normalerweise immer vor den Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Aber denen war die Oscar-Saison auch zu kurz, daher haben sie erst heute ihre Nominierungen für die Goldene Himbeere 2020 bekannt gegeben. 

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

Cats

The Fanatic 

The Haunting of Sharon Tate

A Medea Family Funeral 

Rambo: Last Blood

Worst Director:

Fred Durst (The Fanatic)

James Franco (Zeroville) 

Adrian Grunberg (Rambo: Last Blood) 

Tom Hooper (Cats) 

Neil Marshall (Hellboy) 

Worst Actress:

Hilary Duff (The Haunting of Sharon Tate) 

Anne Hathaway (The Hustle, Serenity)

Francesca Hayward (Cats) 

Tyler Perry (A Medea Family Funeral)

Rebel Wilson (The Hustle)

Worst Actor:

James Franco (Zeroville) 

David Harbour (Hellboy) 

Matthew McConaughey (Serenity)

Sylvester Stallone (Rambo: Last Blood) 

John Travolta (The Fanatic, Trading Point)

Worst Supporting Actress:

Jessica Chastain (Dark Phoenix) 

Cassi Davis (A Madea Family Funeral)

Judi Dench (Cats) 

Fenessa Pineda (Rambo: Last Blood) 

Rebel Wilson (Cats) 

Worst Supporting Actor:

James Corden (Cats)

Tyler Perry (A Madea Family Funeral as „Joe“)

Tyler Perry (A Madea Family Funeral as „Uncle Heathrow“)

Seth Rogen (Zeroville) 

Bruce Willis (Glass) 

„Serenity“, den einzigen Film, den ich gesehen habe, hätte eigentlich als Worst Picture nominiert werden müssen. Da war aber scheinbar die Konkurrenz zu groß. Meine Stimme haben die Performances von Matthew McConaughey und Anne Hathaway. Ansonsten ein Stück weit vorhersehbar, besonders mit „Cats“ und ein paar der üblichen Verdächtigen: Tyler Perry, John Travolta, Sylvester Stallone.

Oscar-Gewinnerfilm 2020, meine finale Analyse

Die Academy-Mitglieder haben ihre Stimmen abgegeben, jetzt wird nur noch ausgezählt, vielleicht stehen die Gewinner sogar schon fest. Nächsten Sonntag (09.02.20) ist die Oscar-Verleihung. Unglaublich, wie schnell diese extrem kurze Oscar-Saison vorbeigeht. 

Dieses Jahr wurden erstmalig in der 92-jährigen Oscar-Geschichte vier Filme mit 10 oder mehr Oscar-Nominierungen bedacht. Den Gewinnerfilm vorherzusagen ist durch das Wahlsystem, das den besten Film bestimmt, seit ein paar Jahren sehr schwer geworden. Dieses Jahr war „Joker“ mit 11 Oscar-Nominierungen der große Abräumer bei den Nominierungen, dicht gefolgt von „Once Upon a Time in Hollywood“, „The Irishman“ und „1917“ mit jeweils 10 Oscar-Nominierungen. Es kann, wie bei „The Shape of Water,“ der am meisten nominierte Film gewinnen, dafür sollte der Film aber im Vorfeld wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie gewonnen haben oder wenigstens dafür nominiert worden sein. „Joker“ hat – mit Ausnahme von Joaquin Phoenix – nichts, was für den Oscar als bester Film wichtig wäre, gewonnen, „The Irishman“, was ich persönlich sehr schade finde, war auch für viele Preise innerhalb der Filmindustrie nominiert, hat aber auch nichts Wesentliches gewonnen. Das betrifft auch „Little Women“, „Ford v Ferrari“ und „Marriage Story“, jeder dieser Filme könnte einen oder auch ein paar mehr Oscars gewinnen, spielt aber sehr wahrscheinlich bei dem großen Preis (Bester Film) keine Rolle.  

Offiziell ist es wohl ein „1917“/„Parasite“-Oscar-Rennen dieses Jahr, mit einer Außenseiterchance für „Once Upon a Time in Hollywood“. Ich schwanke jedoch im Moment zwischen „Parasite“ und Jojo Rabbit“ als Gewinner-Film. Mal gucken, ob ich das verständlich erklären kann. 

Der Oscar-Gewinn in 23 Kategorien wird durch eine Mehrheitsentscheidung bestimmt. Die einzige Kategorie die anders entschieden wird, ist: Bester Film.

Das sogenannte Preferential Ballot System wurde im Jahr 2009 mit, zu der Zeit 10 Filmen, die für den Oscar nominiert werden konnten, wieder eingeführt. Schauen wir uns mal die Oscar-Gewinner-Filme seit Einführung des Ranking-Systems an: 

Im Jahr 2019 hat „Green Book“ gewonnen (5 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars)

Im Jahr 2018 hat „The Shape of Water“ gewonnen (13 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2017 hat „Moonlight“ gewonnen (8 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2016 hat „Spotlight“ gewonnen (6 Oscar-Nominierungen = 2 Oscars) 

Im Jahr 2015 hat „Birdman“ gewonnen (8 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2014 hat „12 Years a Slave“ gewonnen (9 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2013 hat „Argo“ gewonnen (7 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2012 hat „The Artist“ gewonnen (10 Oscar-Nominierungen = 5 Oscars) 

Im Jahr 2011 hat „The King´s Speech“ gewonnen (12 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2010 hat „The Hurt Locker“ gewonnen (9 Oscar-Nominierungen = 6 Oscars) 

Für die diesjährigen Oscars finde ich zwei Oscar-Jahrgänge besonders interessant. Zum einen das „La La Land“/„Moonlight“-Jahr und zum anderen das „The Revenant“/„Mad Max: Fury Road“/„Spotlight“-Jahr. „La La Land“ war bei den 89th Academy Awards im Jahr 2017 der am meisten nominierte Film. 14 Oscar-Nominierungen (6 Oscars), „Moonlight“ hatte 8 Oscar-Nominierungen und hat 3 Oscars, inkl. Best Picture gewonnen. Im Vorfeld hatte „La La Land“ den Golden Globe, den PGA, den DGA, ACE und den BAFTA gewonnen. Der Film war nicht für den höchsten Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble Award) nominiert. „Moonlight“ war für alle wichtigen Preise nominiert (PGA, DGA, ACE, BAFTA und SAG). Gewonnen hat „Moonlight“ neben vielen Filmkritikerpreisen, den Golden Globe, den Preis der Gewerkschaft der Autoren (WGA) und dann den Oscar als bester Film. Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel, Drehbuch und Schnitt sind für den Oscar-Gewinn Bester Film am meisten relevant, „La La Land“ und „Moonlight“ hatten Oscar-Nominierungen in allen drei Kategorien. „The Revenant“ hatte in seinem Jahr 12 Oscar-Nominierungen und hat drei Oscars (Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Beste Kamera) gewonnen, „Mad Max:Fury Road“ wurde für 10 Oscars nominiert und hat in dem Jahr die meisten, 6, gewonnen. „Spotlight“ hatte „nur“ 6 Oscar-Nominierungen, den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble Award) und den Preis der Gewerkschaft der Autoren (WGA) gewonnen (wie dieses Jahr „Parasite“) und wurde dann mit dem Oscar für den Besten Film mit nur einem weiteren Oscar (Bestes Originaldrehbuch) ausgezeichnet. „Spotlight“ hatte Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel, Drehbuch und Schnitt. „The Revenant“ hatte Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel und Schnitt – aber nicht Drehbuch. „Mad Max: Fury Road“ hatte eine Oscar-Nominierungen in der Kategorie Schnitt, aber nicht in den Kategorien Schauspiel und Drehbuch. 

Nun zu diesem Jahr, für mich gibt es nur vier Filme, die den Oscar als Bester Film gewinnen können: 

„1917“ hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie und einer für das beste Originaldrehbuch – dafür hat der Film aber weder eine Schauspiel-Nominierung, noch eine in der Kategorie Bester Schnitt). Der Film hat den Golden Globe, den Gewerkschaftspreis der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA) und den BAFTA gewonnen. Genau wie „La La Land“ seinerzeit, Nominiert wurde er außerdem von der Gewerkschaft der Autoren. Der Film hat aber keine Nominierung der Gewerkschaft der Cutter (ACE) und vielleicht noch wichtiger, den großen Preis der Schauspieler (SAG Ensemble). Nun könnte man argumentieren, dass dieser „One-Shot-Film“ auch in einer (bzw. zwei Einstellung (en) erzählt wurde. Das war der Oscar-Gewinner-Film „Birdman“ auch, der hatte keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt und war erst der 10. Film in der Oscar-Geschichte, der ohne diese wichtige Nominierung den Oscar als Bester Film gewann. „Birdman“ wurde aber wenigstens von der Gewerkschaft der Cutter für den ACE nominiert. Auch könnte man argumentieren, dass „1917“, der letzte Film war, der in dieser Filmpreis-Saison gezeigt wurde. Vielleicht war es da bereits für eine SAG-Nominierung zu spät. Das ist die große Frage.„1917“ hat – ähnlich wie „La La Land“ alle großen Preise gewonnen, die es vor den Oscars  zu gewinnen gibt und doch zögere ich, dass dies der Oscar-Gewinnerfilm von 2020 ist. „1917“ könnte neben Bester Film auch Beste Regie, Beste Kamera und andere technische Oscars gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: „1917“ ist der Favorit auf dem Papier,  der Film hat fast alles gewonnen, was es gibt.“1917“ ist „großes Kino“ Jeder mag oder wenigstens respektiert den Film. Es war sehr wahrscheinlich der letzte Film, den die Academy-Mitglieder gesehen haben, wie seinerzeit „Million Dollar Baby“ – der Film ist noch sehr präsent. Der Film hat mit dem PGA bereits ein Preferential Voting System  für sich entscheiden können. 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Dasselbe Argument, „1917“ ist der Favorit auf den großen Oscar-Gewinn, das war „La La Land“ seinerzeit auch. Der Film wird vielleicht mehr als Regieleistung angesehen wie „Roma“, „The Revenant“, „Gravity“ usw. Keine Oscar-Nominierung in den Kategorien Schauspiel und Schnitt. 

 

 

„Parasite“ hat 6 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie und eine in der Kategorie Drehbuch und Schnitt, dafür aber keine Schauspiel-Nominierung). Der Film hat den Gewerkschaftspreis der Cutter (ACE, Drama), der Autoren (WGA, Original Screenplay), der Production Designer (ADG) und – vor allen Dingen – den großen Preis der amerikanischen Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble) gewonnen. Außerdem hat der Film den BAFTA (Original Screenplay) gewonnen. Der Film war außerdem für den großen Preis der Produzentengewerkschaft (PGA) den Preis der Regiegewerkschaft (DGA) und den BAFTA (Best Film) nominiert. Ich hatte mir die Verleihung der SAG Awards live im TV angeschaut. Alle nominierten Filme werden (wie bei den Oscars) während der Verleihung vorgestellt.  Als „Parasite“ vorgestellt wurde, hat der Saal getobt. Schauspieler bilden die größte Gruppe innerhalb der Academy. Manchmal muss man auf solche „Kleinigkeiten“ achten. Nun gewinnt der südkoreanische Film „Parasite“ sehr wahrscheinlich mit Bester Internationaler Film bereits eine der Top Kategorien bei den Oscars. Noch nie hat ein nicht-englischsprachiger Film den Oscar gewonnen, schafft es dieses Jahr „Parasite“? Er hat eigentlich alle Voraussetzungen. „Parasite“ könnte neben Bester Film, Bester Internationaler Film, aber auch Bester Schnitt und Bestes Originaldrehbuch gewinnen. Er ist auch noch für das Beste Szenenbild und Beste Regie nominiert, auch das könnte „Parasite“ gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Der Film wird als bester Film des Jahres gefeiert, nicht nur Filmkritiker und Schauspieler lieben den Film. Der Film trifft den Zeitgeist. „Parasite“ hat eine Oscar-Nominierung in den Kategorien Drehbuch und Schnitt 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: nicht-englischsprachiger Film, der Film hat eine eigene Top-Kategorie, die er sicher gewinnt. Es hat noch nie ein nicht-englischsprachiger Film den Oscar als bester Film gewonnen. Es gibt keine englischsprachige Synchronisation, der Film wird im Original mit Untertiteln gesehen. Nicht jeder mag untertitelte Filme. Vielleicht wird aber auch generell nicht jeder den Film verstanden haben. Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Schauspiel

 

 

„Jojo Rabbit“ hat 6 Oscar-Nominierung (inkl. Bester Film und eine in der Kategorie Schauspiel, Drehbuch und Schnitt). Der Film hat den Gewerkschaftspreis der Cutter (ACE, Comedy), der Autoren (WGA, Adapted Screenplay), der Kostümbildner und den BAFTA (Adapted Screenplay), sowie den Publikiumspreis auf dem Toronto International Film Festival (wie spätere Oscar-Gewinner-Filme „Green Book“, „12 Years a Slave“ und „The King´s Speech“) gewonnen. Der Film war für den großen Preis der Schauspielgewerkschaft nominiert (SAG  Ensemble), den Preis der Produzentengewerkschaft (PGA) und den Preis der Regiegewerkschaft (DGA) nominiert. Dafür war er nicht für den BAFTA (Bester Film) nominiert. „Jojo Rabbit“ ist der einzige dieser, von mir gelisteten vier Filme, der in den wichtigsten Kategorien (Schauspiel, Drehbuch und Schnitt) für den Oscar nominiert wurde. Der Film gewinnt Preise innerhalb der Filmindustrie und doch wird er nicht wirklich als Gewinnerfilm bei den Oscars gesehen. Er könnte als Überraschungssieger hervorgehen. „Jojo Rabbit“ könnte neben Bester Film auch das Beste adaptierte Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild und SPOILER Beste Nebendarstellerin (Scarlett Johansson) gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Publikumsliebling auf dem TFF. Film endet mit einem Happy End. Im letzten Jahr war der Gewinnerfilm „Green Book“ – der einzige Film, der 8 für den Oscar nominierten Filme, der ein Happy End hatte. Es ist ein rührender, warmherziger Film. Der Film hat eine Oscar-Nominierung in den Kategorien Schauspiel, Schnitt und Drehbuch und damit als einziger dieser vier Filme. 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Nicht jeder mag den Film, ich habe gehört, dass sich einige angegriffen fühlen – aber das hatten wir letztes Jahr auch mit „Green Book“. „Jojo Rabbit“  hätte vielleicht mehr im Vorfeld gewinnen müssen

 

 

„Once Upon a Time in Hollywood“ hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie, zwei Schauspielkategorien und Bestes Originaldrehbuch). Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt. Der Film hat den Golden Globe und den Gewerkschaftspreis der Production Designer (ADG) in seiner Kategorie gewonnen. „Hollywood“ hat wichtige Nominierungen der Gewerkschaftsverbände der Schauspieler (SAG Ensemble), der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA), der Cutter (ACE) und eine BAFTA-Nominierung (Best Film) erhalten. Wie bereits bei allen anderen Tarantino-Filmen, konnte Tarantino nicht für den WGA nominiert werden, er ist kein Gewerkschaftsmitglied der Autoren. Daher ist es auch schwer vorherzusagen, ob er oder Bong Joon-ho für „Parasite“ den Oscar für das Originaldrehbuch gewinnt. Zusammenfassend hat der Film mit Ausnahme von Brad Pitt – nichts Wichtiges für den Oscar-Gewinn Bester Film gewonnen. Brad Pitt wird den Oscar gewinnen, das ist sicher (schon allein durch seine eloquenten und witzigen Dankesreden, die er bei den letzten Verleihungen gehalten hat). Also, „Once Upon a Time in Hollywood“ gewinnt Bester Nebendarsteller und könnte neben Bester Film, auch möglicherweise Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Der Film feiert Hollywood. Jeder wird den Film gesehen haben, der eine oder andere wird sich in der Geschichte wiederfinden, viele Academy-Mitglieder haben sogar in der Zeit in Hollywood gelebt. Der Film gilt als Außenseiter auf den Oscar-Gewinn. Der Film hat Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel und Drehbuch

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Der Film hätte viel mehr gewinnen müssen als er hat. Warum hat die Gewerkschaft der Schauspieler diesen Film nicht mit ihrem großen Preis ausgezeichnet? Es ist ein Film über Schauspieler, jeder kann sich in den alternden Schauspieler (den Leo porträtiert) reinversetzen. Sie haben sich aber für den südkoreanischen Film „Parasite“ entschieden. Warum haben die Produzenten (die ebenfalls mit dem Preferential Voting System ihren Gewinnerfilm bestimmen) ihn nicht zu ihrem besten Film erklärt? Hier hat „1917“ gewonnen. Warum wurde Quentin Tarantino von der Regiegewerkschaft nicht mit einem DGA ausgezeichnet? Keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Schnitt. 

 

Wenn ein Film in der ersten Runde der Auszählung bereits über 50% aller Stimmen der Academy- Mitglieder hat, haben wir den Gewinnerfilm. Hat das „1917“ oder „Parasite“ oder vielleicht, der mit 10 Oscar-Nominierungen bedachte „Once Upon a Time in Hollywood“ geschafft? Ich bin mir da etwas unschlüssig. Vermutlich ging es in weitere Runden der Auszählung. 

Wenn man bloss in die Köpfe der Academy-Mitglieder gucken könnte. Was hat derjenige, der beispielsweise „Ford v Ferrari“ oder „Joker“ als seinen Lieblingsfilm auf Platz 1 setzt, auf Platz 2, 3 oder 4 stehen? 

Durch das Preferential Voting Systems in weiteren Wahlrunden könnten „1917“, „Parasite“, „Once Upon a Time in Hollywood“, aber auch Jojo Rabbit“ als Sieger hervorgehen. 

Man sagt, dass in Zeiten des Preferential Voting Systems der Film gewinnt auf den man sich am ehesten einigen kann. Das wären für mich „Parasite“, „Jojo Rabbit“ und mit, ich sagte es bereits,  einer Außenseiterchance „Once Upon a Time in Hollywood“ 

Zu den Schauspielern: 

Alle vier Favoriten-Schauspieler (Joaquin Phoenix, Renée Zellweger, Brad Pitt und Laura Dern) haben den Golden Globe, den Critics´ Choice Award, den Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Award) und den BAFTA gewonnen. Man geht davon aus, dass alle Vier auch den Oscar gewinnen. Es könnte aber auch eine Überraschung geben. Nun ist „Jojo Rabbit“ sehr beliebt, könnte gar am Ende des Abends als Gewinnerfilm hervorgehen. Ein Film gewinnt immer mindestens einen weiteren Oscar, das könnte das adaptierte Drehbuch oder /und ein Schauspiel-Oscar sein. Scarlett Johansson hat eine Doppel-Nominierung (eine als beste Hauptdarstellerin in „Marriage Story“ und als Beste Nebendarstellerin in „Jojo Rabbit“). 

Nachdem der Wahlprozess bei den Oscars abgeschlossen ist, werden jedes Jahr Academy-Mitglieder befragt, was sie in den einzelnen Kategorien gewählt haben. Das lese ich recht gerne, aber gleichzeitig verwirrt es mich auch komplett und dann neige ich dazu – anhand der wenigen Meinungen – meine zu dem Ausgang bei den Oscars zu ändern. 

Ich werde mir noch ein paar Tage Gedanken machen, meine persönliche Wette für alle 24 Kategorien – wie jedes Jahr – veröffentlichen. Wie ich anfangs sagte, ich glaube, dass „Parasite“ oder „Jojo Rabbit“ den großen Preis gewinnt. Egal wie die Oscars ausgehen, in jedem Fall besteht dieses Jahr nicht die Gefahr, dass ein schlechter Film den Oscar gewinnt. 

Selbst viele Academy-Mitglieder verstehen das Preferential Ballot System nicht wirklich. Hier noch mal eine Erklärung (mit einem besseren Ausgang als den tatsächlichen im letzten Jahr): 

 

San Francisco – Film: „Little Women“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Women“ (dt. Kinostart: 30.01.20)   135 min   drama, remake, adaptation 

dir. Greta Gerwig  cast: Saoirse Ronan, Florence Pugh, Emma Watson, Eliza Scanlen, Timothée Chalamet, Laura Dern, Chris Cooper, Meryl Streep, Tracy Letts, Bob Odenkirk  

 

Im Jahr 1861 in Concord, Massachusetts . Der Vater der vier March-Schwestern Meg (Emma Watson), Jo (Saoirse Ronan), Beth (Eliza Scanlen) und Amy (Florence Pugh) kämpft im Bürgerkrieg, die Mädchen und ihre Mutter Marmee (Laura Dern) sind in dieser schwierigen Zeit auf sich allein gestellt. Die eigenwillige Jo möchte Schriftstellerin werden und auch ihre jüngste Schwester Amy hat künstlerische Ambitionen. Amy ist aber auch eifersüchtig auf Jo und ihre Beziehung zu dem Nachbarjungen Laurie (Timothée Chalamet), der bei seinem wohlhabenden Großvater (Chris Cooper) aufwächst… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Little Women“ basiert auf Louisa May Alcotts autobiografisch geprägtem, gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1868. Es ist die x-te Verfilmung dieses Romans. Nach Lady Bird Ist dies der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin (Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein Regie führt. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben. 

Für ihren zweiten Film hat sich Greta Geriwig nun ein Remake, die Neuverfilmung eines Jugendroman-Klassikers ausgesucht. Es ist ihre, etwas modernere Version von „Little Women“. Ein Kostümfilm mit Starbesetzung, wobei die Inszenierung außergewöhnlich schön anzusehen ist, leider war mir die Erzählstruktur zu verwirrend. Es gibt zwei große Handlungsstränge im Film. Der Film beginnt mit der zweiten, blickt dann in die, sieben Jahre zurückliegende Vergangenheit. Vielleicht hätte es mir geholfen, wenn man andere, jüngere Schauspielerinnen für die frühere Zeitebene genommen hätte. Die Geschichte springt hier ständig von der einen Handlungsebene zu der anderen und das fand ich etwas anstrengend. Im Buch sind Meg, Jo, Beth und Amy 16, 15, 13 und 12 Jahre alt. Auch wenn die Protagonisten in Greta Gerwigs Version vielleicht etwas älter sein sollen (das genaue Alter erfährt man nicht), das Teenager-Alter habe ich Emma Watson, Saoirse Ronan, Eliza Scanlen und Florence Pugh nicht abgenommen und einen großen optischen Unterschied bei dem einen oder anderen, dann älteren Charakter habe ich auch nicht gesehen. 

Der Film ist handwerklich toll, schauspielerisch gut (Saoirse Ronan, Florence Pugh, Timothée Chalamet, Laura Dern), manchmal besonders gut (Chris Cooper und in einer Nebenrolle eine herrlich böse Meryl Streep), aber ich empfand Gerwig Werk auch endlos lang, was ich auf das teils diffuse Drehbuch zurückführe. 

„Little Women“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Florence Pugh), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Beste Filmmusik Update: „Little Women“ hat einen Oscar (Bestes Kostümdesign) gewonnen.

„Little Women“ ist am 25.12.19 in 3,308 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film am 30.01.20 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The SpongeBob Movie: Sponge on the Run„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Live-Action-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Peter Rabbit 2: The Runaway„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: LiveAction-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Ghostbusters: Afterlife„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film und direkte Fortsetzung der „Ghostbusters“-Filme aus den 1980er Jahren, die Papa Reitman inszenierte

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

San Francisco – Film: „1917“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„1917“ (dt. Kinostart: 16.01.20)  119 min   drama

dir. Sam Mendes  cast: George MacKay, Dean-Charles Chapman, Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Richard Madden, Andrew Scott 

 

Der Zweite Weltkrieg am 06.04.1917. Die zwei britischen Soldaten Schofield (George McKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) sind in Nordfrankreich stationiert. Von ihrem Vorgesetzten (Colin Firth) erhalten sie den Auftrag, eine wichtige Nachricht an ein anderes Bataillon zu überbringen. Mit der Nachricht soll verhindert werden, dass die andere Einheit in eine deutsche Falle tappt, das könnte mehr als 1,600 britischen Soldaten, darunter Blakes Bruder, das Leben kosten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „1917“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Sam Mendes („American Beauty“, Revolutionary Road, Away We Go, Skyfall ). Sam Mendes hat diesen Film, der eine fiktive Geschichte erzählt, seinem Großvater Alfred Mendes, einem Veteran des Ersten Weltkrieges, gewidmet. 

Es ist jetzt schon mehr zwei Wochen her, dass ich „1917“ gesehen habe, der Film ist mir aber noch sehr präsent. Es gibt einen klar erkennbaren Schnitt, ansonsten wird die Handlung in einer einzigen Einstellung erzählt. Durch die beeindruckende Kameraführung, das authentische Szenenbild und den Sound lebt man als Zuschauer die gefährliche, eintägigen Mission der beiden, auf sich allein gestellten Soldaten mit. Auch wenn man quasi nichts über die beiden Protagonisten (oder auch dem Ersten Weltkrieg im Ganzen) erfährt, bekommt man einen guten Eindruck von dem erschütternden Kriegswirrwarr. Handwerklich ist der Film natürlich fantastisch, sogar die Filmmusik ist perfekt abgestimmt. „1917“ ist Kino – großes Kino – ein Film, für den es sich lohnt, ins selbige zu gehen. Wer solche Filmen inszenieren kann, gehört auch für den Oscar nominiert. 

Etwas abgelenkt war ich von den Kurzauftritten einiger bekannter Gesichter (Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch, Richard Madden), in meinen Augen völlig unnötig, sie für diese Mini-Rolle zu besetzen, aber so lässt sich ein Film natürlich besser vermarkten.  

„1917“ war der letzte Film im Jahr 2019, der der Presse und Filmindustrie gezeigt wurde. Das hat dem Film aber nicht geschadet, er wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik, Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes Make-up und beste Frisuren) Update: „1917“ hat 3 Oscars (Beste Kamera, Bester Ton, Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„1917“ ist am 25.12.19 in elf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 10.1.20 ist der Film dann landesweit in den Vereinigten Staaten zu sehen. In Deutschland startet der Film morgen, am 16.01.20.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

——————————————————————————————————– 

Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Thriller/Horrorfilm. Trailer verrät scheinbar wieder gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Invisible Man„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Thriller/Horrorfilm mit Elisabeth Moss. Trailer verrät scheinbar auch hier den gesamten Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B (Redband-Trailer) 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

——————————————————————————————————– 

Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Oscar-Nominierungen 2020 und meine Meinung

Heute, am 13.01.20, um 5.18 Uhr (zweiter Teil um 5.30 Uhr) lokale Zeit in Los Angeles hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (A.M.P.A.S.) die Nominierungen für die 92nd Academy Awards bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von den Schauspielern/Autoren/Produzenten John Cho und Issa Rae. Obwohl ich nicht viele Überraschungen erwartet habe, fand ich die Live-Oscar-Nominierungen – wie immer – recht aufregend.

Zunächst aber kurz zu den gestrigen Critics´Choice Awards.

Gestern, am 12.01.20, wurden die Critics´ Choice Awards verliehen. Zu den Gewinnern zählte Joaquin Phoenix („Joker“), Renée Zellweger („Judy“), Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) und Laura Dern („Marriage Story“), die Auszeichnung für die beste Regie teilten sich Sam Mendes (für „1917“) und Bong Joon-ho (für „Parasite“) und die Kategorie Bester Film gewann „Once Upon a Time in Hollywood“. „The Irishman“ gewann den Preis für das beste Ensemble. Etwas, ja fast ängstlich, habe ich mir die Dankesrede von Joaquin Phoenix angehört. Die Critics´ Choice Awards waren, nach den Golden Globes, die zweite im TV live übertragene Show und seine Rede bei den Globes war schließlich nicht das, was A.M.P.A.S. in ihrer eigenen Show unbedingt sehen und hören will. Bei den Critics´ Choice Awards hat er sich aber zusammengerissen, kurz gehalten, nicht geflucht, Mama gedankt, usw., so kann es weiter gehen und dann klappt’s auch mit dem Oscar. Auf der TV-Seite hat die Critics Choice Association (CCA) vieles richtig gemacht, vor allen Dingen, dass sie meine Lieblingsserie „Succession“ und Hauptdarsteller Jeremy Strong ausgezeichnet haben. 

Die Critics Choice Association sind zwar Filmkritiker und keine Filmschaffenden, aber irgendwie lässt sich jetzt langsam eine Tendenz erkennen und die richtet sich (ein Jahr nach „Roma“) erneut gegen Netflix. Netflix hat dieses Jahr mit Martin Scorseses „The Irishman“ einen Oscar-Kaliber-Film an der Hand, wenn das Streaming-Portal mit diesem (Meister-)Werk keinen Oscar als Bester Film gewinnen kann, kann Netflix es jemals? Eine ähnliche Frage stellt sich bei dem nicht-englischsprachigen Film „Parasite“. Wenn „Parasite“, der sowohl bei Kritikern als auch bei Filmschaffenden beliebte Film nicht den Oscar als Bester Film gewinnen kann, kann es irgendein nicht-englischsprachiger Film jemals? 

So, zu den eigentlichen Oscar-Nominierungen. 

„Joker“ hat etwas überraschend, aber durchaus erfreulich, die meisten Oscar-Nominierungen (11) erhalten. „The Irishman“, „Once Upon a Time in Hollywood“ und „1917“ haben jeweils 10 Oscar-Nominierungen bekommen. „Jojo Rabbit“, „Little Women“, „Marriage Story“ und „Parasite“ gehen mit jeweils 6 Oscar-Nominierungen ins Rennen. 

„Joker“ ist mit den meisten Nominierungen damit aber keinesfalls der Favorit auf den größten Preis (Oscar für den Besten Film). Dafür ist der Film zu kontrovers. Jetzt beginnen aber damit auch die Hass-Kampagnen. 

Netflix hat drei ihrer vier Prestige-Filme („The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“, „Dolomite is My Name“) bei den Oscars unterbringen können. Letzterer wurde nicht nominiert, dafür hat es Netflix aber geschafft, dass 2 Animationsfilme („Klaus“ und „I Lost My Body“) und den ersten, von dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und seiner Frau produzierten Film, die Doku „American Factory“ für den Oscar nominiert wurden.  Ich fand „American Factory“ extrem schockierend aber, gerade in unserer Zeit, unbedingt sehenswert. Insgesamt hat Netflix mit 24 Oscar-Nominierung die meisten eines Studios (Netflix zählt seit dem Jahr 2019 zu einem der Major Hollywood Studios) in diesem Jahr. Im letzten Jahr hatten sie mit „Roma“ erstmalig eine Oscar-Nominierung als Besten Film erhalten, dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“ und „Marriage Story“ gleich zwei Filme, die neben vielen anderen Nominierungen auch eine Oscar-Nominierung als Bester Film ergattern konnten. Disney kam dieses Jahr auf 23 Oscar-Nominierungen (u.a. für die Filme „Jojo Rabbit“ und „Ford v Ferrari“).

Besonders gefreut hat mich die Oscar-Nominierung für die Beste Kamera für einen meiner Lieblingsfilme „The Lighthouse“. Zwei Nicht-Nominierungen haben mich ebenfalls gefreut: J.Lo („Hustlers“ und Awkwafina („The Farewell“). Nicht, dass ich es beiden Damen nicht gegönnt hätte, aber andere waren einfach besser. 

Etwas traurig bin ich über die Nicht-Nominierung von Taron Egerton („Rocketman“). Nach seinem Golden Globe-Gewinn hatten die Academy-Mitglieder (genauer die Schauspieler) noch genau zwei Tage Zeit zu wählen, wahrscheinlich hatten da aber bereits die meisten ihren Stimmzettel abgegeben. Da können wir uns bei der Academy, die diese Oscar-Saison so kurz gestaltet, bedanken.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Filmjahr 2019 im Gespräch waren oder tatsächlich eine Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Her Smell, Grâce à Dieu, Skin, The Souvenir, Apollo 11, Us, Diane, Missing Link, Georgetown, The Mustang, John Wick: Chapter 3 , Booksmart, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Late Night, The Dead Don´t Die, „Gloria Bell“, Spider-Man: Far From Home, Parasite, Midsommar, Toy Story 4, Once Upon a Time…in Hollywood, The Farewell, Pain & Glory, HustlersThe Irishman, Judy, Ad Astra, „Abominable“, Ford v Ferrari, „Where´d You Go, Bernadette?“, Joker, The Lighthouse, Jojo Rabbit, Motherless Brooklyn, Luce, Marriage Story, Honey Boy, The Report, Frozen II, Knives Out, A Beautiful Day in the Neighborhood, Dark Waters, Queen & Slim, Waves„, „Dolomite is My Name“, „Atlantics“, „American Factory“, „I Lost My Body“, The Nightingale, The Two Popes, Bombshell, Richard Jewell, „Honeyland“, Uncut Gems, „American Woman“, 1917, Little Women Update: Just Mercy

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture of the Year:

  1. Parasite
  2. Once Upon a Time in Hollywood
  3. 1917
  4. The Irishman
  5. Jojo Rabbit 
  6. Marriage Story
  7. Joker
  8. Little Women
  9. Ford v Ferrari 

Meine Meinung: In meiner gestrigen Prognose bin ich von 9 nominierten Film ausgegangen. Es wurden 9 Filme nominiert und ich habe auch alle gesehen. Ich hatte auf „Knives Out“ anstelle von „Little Women“ getippt. „Little Women“ hatte aber auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Produzenten und der Autoren, ist also keine riesige Überraschung. Ansonsten hatte ich alle richtig getippt.

Mein Wunsch: The Irishman oder Joker  

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Once Upon a Time in Hollywood oder Parasite 

Der Unsicherheitsfaktor: 1917, Joker wäre natürlich mega 

 

Achievement in Directing:

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Todd Philipps (Joker) 

Meine Meinung: Die ersten vier galten als sicher. Ich hatte auf den DGA-nominierten Taika Waititi (für „Jojo Rabbit“) anstelle von dem jetzt nominierten Todd Phillips getippt. Wundert mich auch etwas, aber gut, damit kann ich sehr gut leben. Hier gab es – nicht wie im letzten Jahr (mit Pawel Pawlikowski für „Cold War“) – eine komplette Überraschung. Ich kenne alle Regie-Arbeiten.  

Mein Wunsch: Martin Scorsese 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Bong Joon-ho oder Sam Mendes 

Der Unsicherheitsfaktor: Quentin Tarantino, weil er zwar mit dieser Nominierung schon drei Mal für den Regie-Oscar nominiert war, aber ihn noch nie gewann. Er hat dafür aber zwei Drehbuch-Oscars gewonnen. 

 

Performance by an actress in a leading role:

  • Renée Zellweger „Judy“
  • Saoirse Ronan „Little Women“
  • Charlize Theron „Bombshell“
  • Scarlett Johansson „Marriage Story“
  • Cynthia Erivo „Harriet“

Meine Meinung: Hier habe ich Renée Zellweger, Charlize Theron, Cynthia Erivo und Scarlett Johansson richtig getippt. Ich hatte auf Lupita Nyong´o („Us“) gehofft, sie haben aber Saoirse Ronan nominiert. Das ist jetzt auch keine Super-Überraschung. Das ist ihre vierte Oscar-Nominierung. Scarlett Johansson hat mit einem Schlag gleich zwei Oscar-Nominierungen erhalten. (Hier beste Hauptrolle für „Marriage Story und beste Nebenrolle für„Jojo Rabbit“). Ich bin nur froh, dass Awkwafina („The Farewell“) nicht nominiert wurde. Mit Ausnahme von Cynthia Erivos (bisher hatte ich keine Lust auf dieses Sklavendrama) kenne ich alle Performances. 

Mein Wunsch: Charlize Theron 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Renée Zellweger 

Der Unsicherheitsfaktor: gucken wir mal auf das letzte Jahr, Glenn Close galt relativ sicher (wobei ich das letzte Jahr an dieser Stelle  Olivia Colman setzte). Also vielleicht Scarlett Johansson? Mal gucken, wie die Saison weiter verläuft. Renée scheint alles zu gewinnen, was es gibt.  

 

Performance by an actor in a leading role:

  • Joaquin Phoenix „Joker“
  • Leonardo DiCaprio „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Adam Driver „Marriage Story“
  • Antonio Banderas „Pain & Glory“ 
  • Jonathan Pryce „The Two Popes“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern bereits geschrieben, wie üblich gibt es in dieser Kategorie zu viele Bewerber und nur 5 Nominierungen. Ich hatte auf Taron Egerton („Rocketman“) und Christian Bale („Ford v Ferrari“) gehofft und getippt, anstelle dieser beiden haben es nun Antonio Banderas (Pain & Glory“) und Jonathan Pryce („The Two Popes“) geschafft.  Ich finde es, ehrlich gesagt, wirklich eine Schande, dass Taron Egerton nicht nominiert wurde. Vor allen Dingen im Vergleich zum letzten Jahr und der Nominierung und dem Oscar für Rami Malek („Bohemian Rhapsody“). Hier kenne ich auch alle Performances

Mein Wunsch: Joaquin Phoenix  

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Es entscheidet sich zwischen Adam Driver und Joaquin Phoenix. Beide machen keine Oscar-Kampagne und hassen das ganze Preisverleihungsgedöns. Man wird sehen, Jonathan Pryce führt eine Oscar-Kampagne, die ihm wahrscheinlich schon zu seiner ersten Oscar-Nominierung verholfen hat. 

Der Unsicherheitsfaktor: Ich hoffe inständig keiner und Joaquin Phoenix erhält mit seiner 4. Oscar-Nominierung auch den wohlverdienten Oscar.

 

Performance by an actress in a supporting role:

  • Laura Dern „Marriage Story“
  • Margot Robbie „Bombshell“ 
  • Kathy Bates „Richard Jewell“
  • Scarlett Johansson „Jojo Rabbit“
  • Florence Pugh „Little Women“ 

Meine Meinung: Dankenswerterweise kann ich sehr schnell schreiben, aber ich habe während der ganzen Nominierungen gar nicht so schnell realisiert, dass J. Lo (für „Hustlers“) nicht nominiert wurde. Danke dafür A.M.P.A.S. keine Awkwafina und keine J.Lo. (Yeah). Kathy Bates hat es viel mehr verdient, für diese Performance für den Oscar nominiert zu werden. Ich hatte hier aber trotzdem auf J.Lo getippt, ansonsten habe ich alle richtig geraten. Wie bereits erwähnt Scarlett Johansson fährt auf einen Schlag gleich ihre erste und zweite Oscar-Nominierung ein. Hier kenne auch alle Performances. 

Mein Wunsch: Laura Dern 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Laura Dern 

Der Unsicherheitsfaktor: keiner (okay, zurück zum letzten Jahr mit Glenn Close und so, vielleicht die doppel-nominierte Scarlett Johansson?)

 

Performance by an actor in a supporting role:

  • Brad Pitt „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Joe Pesci „The Irishman“
  • Tom Hanks „A Beautiful Day in the Neighborhood“
  • Al Pacino „The Irishman“ 
  • Anthony Hopkins „The Two Popes“

Meine Meinung: Ich hatte in meiner Prognose gestern gedacht, dass Song Kang-ho („Parasite“) und Sam Rockwell („Jojo Rabbit“) nominiert werden. Sie haben sich aber für Al Pacino („The Irishman“) und auch für Anthony Hopkins („The Two Popes“) entschieden. Beide Nominierungen sind auch sehr verdient. Ja, Tom Hanks hat es nach über 19 Jahren endlich wieder geschafft, für den den Oscar nominiert zu werden. Gratulation und auch diese Nominierung ist gerechtfertigt. Ich kenne alle Filme, fand alle Performances gut, manche sogar einen Tick besser (Al Pacino, Anthony Hopkins). Schade, dass Sam Rockwell für „Richard Jewell“ nicht reinrutschte, aber gut, mit den Nominierungen kann man leben. 

Mein Wunsch: Al Pacino 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Brad Pitt (für Lebenswerk und solide Performance, erster Schauspiel-Oscar und so) 

Der Unsicherheitsfaktor: keiner (Stopp, Glenn Close, letztes Jahr, gibt immer einen Zweitplatzierten, der womöglich den eigentlich sicheren Oscar wegschnappt. Brad Pitt führt keine Kampagne, vielleicht doch einer der Irishman-Boys?) 

Hier die komplette Liste aller Nominierten:  

https://oscar.go.com/nominees

 

 

An dieser Stelle bin ich üblicherweise auf die Nominierungen für die Goldene Himbeere eingegangen. Die Oscars (Nominierungen und Verleihung) finden aber bekanntlich dieses Jahr früher statt, was die ganze Branche kirre macht. Die Razzie Organization lässt sich von den diesjährigen Terminen jedoch nicht beeindrucken und gibt ihre Nominierungen erst einen Tag vor den Oscars, am 08.02.20, bekannt. Auf dem Stimmzettel finden sich aber erwartbare Filme wie „Cats“, „Hellboy“ und „Serenity“ (den ich sogar gesehen habe und schlichtweg unerträglich fand) wieder. 

Oscar-Nominierungen 2020, meine letzte Prognose & ein paar Fakten

Morgen, Montag, den 13.01.20, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Wie jedes Jahr werde ich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen, hier ein paar Fakten und meine aktuelle Prognose zu den Filmen, den Regisseuren und den Schauspielern, die voraussichtlich nominiert werden.

Zunächst ein paar Fakten zu der Oscar-Saison 2019/2020:

Vor ein paar Tagen, am 8.1.20, wurde bekannt gegeben, dass es bei der Oscar-Verleihung am 9.2.20, und damit das zweite Jahr in Folge, keinen Gastgeber geben wird. Die Show im letzten Jahr konnte gute Einschaltquoten verzeichnen, was besonders mit den weltweit sehr erfolgreichen Filmen („Black Panther“, „A Star is Born“ und „Bohemian Raphsody“) in der Königskategorie Bester Film zutun hatte. Auch dieses Jahr sind mit Filmen, wie „Once Upon a Time in Hollywood“, „Parasite“, „Joker“, „Jojo Rabbit“ und den Netflix-Produktionen „The Irishman“ und „Marriage Story“ einige Filme am Start, die weltweit erfolgreich waren bzw. sind.

Für die 92. Academy Awards im Jahr 2020 konnten sich insgesamt 344 Filme qualifizieren. Jedes  Mitglied wählt in seinem Berufszweig (die Regisseure wählen die – für das Filmjahr 2019 – ihrer Meinung nach – besten Regisseure, Schauspieler wählen die besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.). Alle wählen zusätzlich zu ihrer eigenen Kategorie den besten Film. Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie hat, dürfen die nur die, für sie besten Filme wählen.

In der Zwischenzeit konnten wir folgende Gewinner und Nominierungen verzeichnen:

Golden Globe-Gewinner:

Bestes Drama: 1917

Beste Komödie/Musical: Once Upon a Time in Hollywood

Die Mitglieder der Gewerkschaft der Schauspieler hat mit ihren SAG/AFTRA-Nominierungen folgendes nominiert (Nach der Fusion mit AFTRA im Jahr 2012 wählen nicht nur Schauspieler, sondern auch Redakteure, Ansager und Journalisten, usw. für die Nominierungen): 

Outstanding Performance by a Cast in a Motion Picture:

  • Parasite 
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • The Irishman
  • Jojo Rabbit 
  • Bombshell 

Die BAFTA-Mitglieder, die teilweise auch Academy-Mitglieder sind, haben folgende Filme als Beste Filme des Jahres nominiert:

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman 
  • Joker

Auch wenn die Oscar-Nominierungen dieses Jahr so gut wie gar nicht von den PGA-Nominierungen beeinflusst werden konnten, die Mitglieder der amerikanischen Produzenten-Gewerkschaft sind zum größten Teil auch Academy-Mitglieder:

PGA-Nominierungen, Bester Film:

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman
  • Marriage Story
  • Joker
  • Jojo Rabbit 
  • Knives Out
  • Ford v Ferrari 
  • Little Women 

Die Mitglieder der amerikanischen Gewerkschaft der Regisseure sind zum größten Teil auch Academy-Mitglieder, sie haben folgende fünf Regisseure dieses Jahr nominiert: 

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

 

Für mich gab es bereits vor diesen ganzen Nominierungen (siehe meine November-Prognose) eine klare Top 4, mit diesen immer wiederkehrenden Nominierungen sehe ich mich bestätigt: Die Top 4-Filme für die Oscars 2020 sind: 

  • Parasite, 
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917 und 
  • The Irishman

 

Bei den Oscar-Nominierungen werden 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

Academy Award for Best Picture:

Die Top 4 der ganz sicheren Oscar-Kandidaten für eine Nominierung in der Kategorie Bester Film sind: 

  • Parasite
  • Once Upon a Time in Hollywood
  • 1917
  • The Irishman

relativ sicher erhält folgender Film eine Oscar-Nominierung als Bester Film: 

  • Jojo Rabbit (der Film hat, wie einige spätere Oscar-Gewinner-Filme, den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen und hat Nominierungen von SAG, PGA, DGA und WGA)

Damit haben wir fünf Filme, die tatsächlich auch den Oscar gewinnen können. Auf Platz 6 und 7 sehe ich folgende Filme, die sehr wahrscheinlich für den Oscar in der Kategorie Bester Film nominiert werden:

  • Marriage Story 
  • Joker

Jetzt haben wir 7 Filme, vermutlich werden aber 8 oder 9 nominiert:

Bei 8 nominierten Filmen hoffe ich auf (und er hat auch die Unterstützung von den Gewerkschaften der Produzenten, der Autoren und der Cutter):

  • Knives Out

Bei 9 BP-Nominierungen meinetwegen (er hat auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Produzenten und Cutter):

  • Ford v Ferrari 

Aber es könnten auch anstelle von Ford v Ferrari (oder Knives Out) folgende Filme nominiert werden:

  • Little Women sein (schließlich hat der Film hat auch die Unterstützung der Gewerkschaften der Produzenten und der Autoren) 

oder 

  • The Farewell (der hat auch die Unterstützung der Gewerkschaft der Cutter)

oder

  • Bombshell (weil er mit der SAG Ensemble-Nominierung auch die Unterstützung einiger Schauspieler hat)

 

Voraussichtlich werden 8, aber wahrscheinlich sogar 9 Filme dieses Jahr für den Oscar nominiert. Die meisten Nominierungen wird vermutlich „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „The Irishman“ erhalten.

 

Best Directing:

  • Bong Joon-Ho (Parasite)
  • Quentin Tarantino (Once Upon a Time in Hollywood) 
  • Sam Mendes (1917)
  • Martin Scorsese (The Irishman) 
  • Taika Waititi (Jojo Rabbit) 

In dieser Kategorie bin ich mir eigentlich nur bei den ersten vier sicher, die Directors Guild hat Taika Waititi nominiert. Es könnte aber auch Noah Baumbach oder Greta Gerwig oder Todd Philips oder Pedro Almodóvar nominiert werden. Ich würde mich aber noch mehr über die Safdie Bros. Für „Uncut Gems“ oder halt einer meiner anderen Top Ten-Filmen „Honey Boy“ und Queen & Slim und den Regisseurinnen der beiden Filmen Alma Ha´rel und Melina Matsoukas oder Robert Eggers für „The Lighthouse“ freuen.  

Best Actress in a leading role:

  • Renée Zellweger „Judy“
  • Lupita Nyong´o „Us“
  • Charlize Theron „Bombshell“
  • Scarlett Johansson „Marriage Story“
  • Cynthia Erivo „Harriet“

Sehr wahrscheinlich wird aber Awkwafina („The Farewell“) nominiert, gerade auch mit ihrem Golden-Globe-Gewinn in den letzten Tagen der Abstimmung zu den Oscar-Nominierungen. Es könnte aber auch Saoirse Ronan („Little Women“), Ana De Armas („Knives Out“) werden.

Best Actor in a leading role: 

  • Joaquin Phoenix „Joker“
  • Leonardo DiCaprio „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Adam Driver „Marriage Story“
  • Taron Egerton „Rocketman“
  • Christian Bale „Ford v Ferrari“

Wie üblich gibt es in dieser Kategorie zu viele Bewerber und nur 5 Nominierungen. Es könnte auch Antonio Banderas (Pain & Glory“) nominiert werden, er hat die drei wichtigsten Kritikerpreise (New York, L.A. und National Society of Film Critics Awards) gewonnen. Ich habe mich aber für Taron Egerton und Christian Bale entschieden. Wenn „1917“ Stärke zeigt, könnte George MacKay reinrutschen. Sie könnten aber auch Jonathan Pryce für „The Two Popes“ oder auch Roman Griffith Davis („Jojo Rabbit“) nominieren oder Robert DeNiro („The Irishman“), Adam Sandler („Uncut Gems“), Eddie Murphy („Dolemite is My Name“), was weiß ich.

Best Actress in a supporting role:

  • Laura Dern „Marriage Story“
  • Margot Robbie „Bombshell“ 
  • Jennifer Lopez „Hustlers“
  • Scarlett Johansson „Jojo Rabbit“
  • Florence Pugh „Little Women“ 

Margot Robbie könnte aber auch genauso gut für „Once Upon a Time in Hollywood“ nominiert werden. Ihre Performance ging mir zwar auf die Nerven und ist längst nicht so gut wie ihre in „Bombshell“, aber wenn die Schauspieler „Hollywood“ lieben, nominieren sie sie hierfür. Hier könnte aber auch Nicole Kidman für „Bombshell“ oder Thomasin McKenzie für „Jojo Rabbit“, vielleicht sogar Zhao Shuzhen für „The Farewell“ oder Kathy Bates (für „Richard Jewell“) auftauchen.

Best Actor in a supporting role:

  • Brad Pitt „Once Upon a Time in Hollywood“
  • Joe Pesci „The Irishman“
  • Tom Hanks „A Beautiful Day in the Neighborhood“
  • Song Kang-Ho „Parasite“
  • Sam Rockwell „Jojo Rabbit“

Ich wünschte, dass Sam Rockwell für „Richard Jewell“ reinrutscht, der Film ist aber – was Oscars angeht – wahrscheinlich tot. Ich halte aber an Sam Rockwell fest, erst im letzten Jahr wurde er für „Vice“ nominiert, seine Performances in dem Filmjahr 2019 sind nominierungswürdiger. Vielleicht fällt auch Hanks – wie in den letzten 19 Jahren (seit seiner Oscar-Nominierung für „Cast Away“) – raus. Al Pacino ist der wahrscheinlichste Kandidat für eine Nominierung (für „The Irishman“). Sie könnten aber auch Anthony Hopkins für „The Two Popes“ nominieren.

Morgen wissen wir mehr. 

San Franciso – Film: „Uncut Gems“

Ich war am 29.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Uncut Gems“ (dt. Filmtitel: „Der schwarze Diamant“, in D. wird der Film wahrscheinlich ab dem 31.01.20 auf Netflix zu sehen sein)  135 min   crime, drama 

dir. Josh Safdie, Benny Safdie  cast: Adam Sandler, Lakeith Stanfield, Idina Menzel, Judd Hirsch, Eric Bogosian, Julia Fox, Kevin Garnett, Keith Williams Richards, Mike Francesca

 

Howard Ratner (Adam Sandler) ist ein Schmuckhändler in New York. Er ist ein verheirateter Familienvater, hat eine Geliebte (Julia Fox) und ist spielsüchtig. Howard hat nicht unerhebliche Spielschulden, jetzt hat er aber einen besonderen Stein aus Äthiopien bekommen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Uncut Gems“ ist der neue Film der New Yorker Filmemacher und Brüder Josh und Benny Safdie („Daddy Longlegs“, „Heaven Knows What“, „Good Time“)

Nach einer, für den Film zunächst ungewöhnlichen Anfangssequenz, die in eine ausgefuchsten Titelsequenz übergeht landet man schließlich da, wo wir uns als Zuschauer die nächsten zwei Stunden aufhalten: in Howard Ratners völlig chaotischem Leben. Dort angekommen dachte ich für einen Moment, das halte ich nicht über zwei Stunden aus. Die unruhige Kameraführung, schnellen Schnitte, Musik, vielen Charaktere und das laute Rumgequatsche – mir war da einfach zu viel los. Man gewöhnt sich aber daran und es wird auch ruhiger. 

Der Film spielt in einer speziellen Welt, der des New Yorker Diamanten Viertels (gut, ein richtiges Viertel ist es nicht, in einem kleinen Teil der 47th Street sind, vorwiegend jüdische Geschäftsleute mit ihren Juweliergeschäften angesiedelt und bieten ihre Diamanten und ihren Schmuck an.) Die Safdie-Bros. etablieren in ihrem Film eine Reihe an Nebencharakteren, Howard Ratner ist aber unsere Orientierung in der erzählten Welt. Der New Yorker Juwelenhändler führt ein Leben auf der Überholspur. Er macht ständig Geschäfte, trifft eine dumme Entscheidung nach der anderen, dass man ihn als Zuschauer am liebsten schütteln möchte. Irgendwann hatte er sich aber mit den falschen Leuten angelegt und hat Schulden bei einem, nicht gerade zu Späßen aufgelegten Kredithai (und zugleich…kein Spoiler an der Stelle). Das bringt ihn aber nicht davon ab, weiter Geld bei Sportwetten zu setzen. Längst hat er die Kontrolle über sein Wettverhalten verloren. Er macht immer weiter, braucht den Adrenalin-Kick. Die Ehefrau ist von Howard und seinem, völlig aus dem Ruder gelaufenen Händlerleben längst nicht mehr begeistert, aber er hat ja auch seine temperamentvolle Geliebte…Howards Leben ist, ich sagte es anfangs, chaotisch. 

 Die Autoren- und Regiebrüder erzählen ihre Geschichte konsequent, haben sich dabei von niemanden reinreden lassen. „Uncut Gems“ ist aber auch eine Charakterstudie, wobei man schnell merkt, wie sehr sie ihre Hauptfigur mögen. Sie haben sie greifbar und doch nuanciert ausgearbeitet und Adam Sandler erweckt Howard zum Leben. Er hatte für seine Rolle viel recherchiert und Interviews geführt, egal wie er es geschafft hat, er überzeugt. Nicht das erste Mal  („Punch-Drunk Love“, Reign Over Me, The Meyerowitz Stories (New and Selected)) zeigt Adam Sandler dass er mehr als nur Clown sein kann. Aber auch Lakeith Stanfield, Idina Menzel, Julia Fox (in ihrer ersten Rolle), der ehemalige Basketballer und NBA-Star Kevin Garnett (der sich selbst spielt) und besonders Eric Bogosian haben sich zu recht einen Platz in diesem Film erspielt.

Besonders hat mir gefallen wie die Safdies hier immer wieder kleine Informationen streuen, die aber alle am Ende irgendwo einen handlungsrelevanten Sinn ergeben. 

„Uncut Gems“ ist ein fesselndes, witziges, intensives, aber vor allen Dingen abgefahrenes Filmereignis und einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„Uncut Gems“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Sandler), Bestes Originaldrehbuch 

„Uncut Gems“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film ist am 13.12.19 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.12.19 ist der Film landesweit in 2,341 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. In Deutschland wird der Film voraussichtlich nicht ins Kino kommen, der A24-Film wird bei Netflix unter dem Titel „Der schwarze Diamant“ am 31.01.20 zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B (neuer, dieses Mal Redband-Trailer) 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

——————————————————————————————————– 

Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: B (neuer, okayer Trailer)

Kommentar: Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei 90% RottenTomatoes – vielleicht 


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+  (neuer Trailer) 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „The Woman in the Window„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Der Trailer verrät mir wieder zu viel, ansonsten sieht Joe Wrights neuer Film aber interessant aus. Thriller mit Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore, Tracy Letts, Anthony Mackie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

——————————————————————————————————– 

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Golden Globe-Gewinner 2020

Als heute Nacht die Golden Globe-Verleihung übertragen wurde, habe ich ganz entspannt geschlummert…natürlich nicht. Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren war ich dieses Jahr wieder in Deutschland. Habe mich zunächst geärgert, dass die Globes nicht für jedermann zugänglich gemacht wurden (Wer hat schon Sky oder TNT Serie?), dann wurde ich aber dann doch bei YouTube fündig, habe mir erst die Red Carpet Show angeschaut und dann musste ich natürlich doch noch wach bleiben. Die Verleihung war sehr lang und zäh, hier ein paar Anmerkungen zur Show und den Gewinnern:

Ricky Gervais war „geht-so“-aufgelegt, ihm war – wie immer – alles egal, was hat er auch zu verlieren? Ich mochte den Epstein-Gag. Tom Hanks sah immer extrem unglücklich aus, wenn Ricky Gervais sprach, Martin Scorsese (obwohl Gervais auch einen Witz auf seine Kosten machte) hat sich hingegen scheinbar amüsiert. 

Immer wieder lief ein langhaariger, seltsamer junger Typ auf der Bühne im Hintergrund rum, erst war ich irritiert, dann fiel mir ein, dass Pierce Brosnans Söhne dieses Jahr die Golden-Globe-Botschafter sind. Eigentlich ist das eine schöne Tradition, die Söhne und Töchter der Schauspieler in dieser Show vorzustellen. Später am Abend hat Laura Dern gesagt, dass sie im Alter von 14 Jahren bei der Verleihung das erste Mal da war.

Ich habe mich wie verrückt über den Golden Globe für meine derzeitige Lieblingsserie „Succession“ gefreut. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, dachte eher der geht an „The Morning Show“. Egal wie der Abend sonst verläuft, ich bin happy…naja, mal sehen, wie lange ich das durchhalte… 

Schöne Laudatio von Kate McKinnon für Ellen Degeneres, die mit dem Carol Burnett Award (for Excellence in Television) ausgezeichnet wurde. Ich liebe Ellen und die hat natürlich auch wieder eine erfrischend normale und doch witzige Dankesrede gehalten.

Der zweite Golden Globe für die TV-Serie „Succession“ ging an den Hauptdarsteller Brian Cox. Für einen weiteren Globe ist Kieran Culkin nominiert, da ärgere ich mich gleich wieder, weil die HFPA Jeremy Strong nicht nominiert hat. Wahrscheinlich haben sie die Serie gar nicht gesehen, haben nur erfahren, dass es die coolste TV-Serie im Moment ist. 

Dann hat Quentin Tarantino den Globe für das Beste Drehbuch für „Once Upon a Time in Hollywood“ gewonnen. „Missing Link“ kurz darauf für den Besten Animationsfilm – Freut mich für Laika.

Was – in aller Welt – hat eigentlich Gwyneth Paltrow an? 

Wenigstens gewinnt nicht J.Lo den Globe, das ist wohl das Ende ihrer Oscar-Reise. Laura Dern ist auf dem besten Weg mit dem (Karriere-) Oscar ausgezeichnet zu werden.

Olivia Colman gewinnt, kenne ihre Performance nicht in der TV-Serie „The Crown“, sie ist aber sicher phänomenal, weil sie es einfach immer ist. 

Sehr souveräne Laudatio von der bildschönen, unfassbar talentierten Charlize Theron für Tom Hanks, der den Cecil B. DeMille Award, den Globe für das Lebenswerk gewann. Natürlich hat Mr. Hanks auch eine gute Rede gehalten. Zu dem Zeitpunkt waren beinahe 2 Stunden vergangen und kaum ein Film-Award wurde vergeben und ich hatte eigentlich keine Lust mehr weiter zu gucken. Leide aber eh unter Jetlag, also weiter. 

Mit gleich dem nächsten Globe der Mega-Schocker: Sam Mendes gewinnt als Bester Regisseur für seinen Film „1917“. Man denkt ja immer weiter, Oscars und so. Gerade, wenn man sich so ausgerechnet hat, dass es sich dieses Jahr wohl zwischen Bong Joon-Ho, Martin Scorsese und Quentin Tarantino entscheiden wird, zaubert die HFPA einen Globe für Sam Mendes aus dem Hut. Mmmh. Auf der anderen Seite: Das haben 87 Auslandsjournalisten in Hollywood entschieden, andere müssen nicht folgen. 

Darüber muss ich erst mal nachdenken, dann aber erst mal etwas Erfreuliches: Michelle Williams gewinnt für ihre Performance als Gwen Verdon in dem großartigen Mehrteiler Fosse/Verdon. Sie hält eine beeindruckende Rede für die Rechte der Frauen – wenn diese grauenhafte Tiffany Haddisch bloss nicht den Moment zerstören würde.  

Jetzt (nach Laura Dern) zweiter wichtiger Richtungsweiser diesen Abend: Brad Pitt gewinnt den Globe als Bester Nebendarsteller für „Once Upon a Time in Hollywood“. Er dankt LDC, Ist schon cool, der Pitt. Er führt keine Oscar-Kampagne für sich – braucht er wohl auch nicht. 

Der nächste Globe geht wohlverdient an Taron Egerton („Rocketman“). Nein ich werde mich nicht wieder über Rami Malek und „Bohemian Rhapsody“ auslassen. 

Es war zu befürchten, dass Awkwafina (für „The Farewell“) gewinnt. 

Ricky Gervais war lange nicht draußen. Ich vermisse ihn. 

Der nächste Golden Globe (Kategorie Beste Comedy/Musical) geht an „Once Upon a Time in Hollywood“. War in dem Moment definitiv davon auszugehen, da „Hollywood“ schon für das Beste Drehbuch und Bester Nebendarsteller gewann. Tarantinos Film für mich aber immer noch keine Komödie.

JOOOOOOOAAAAAAAAQQQQQQQUUUUUIIIIIIIIIIIINNNN, ich habe so die Daumen gedrückt. Was für ein toller Typ. Hat wohl mehrmals F*** gesagt, jedenfalls wurde es bei dem NBC-Stream ausgeblendet. 

Im Anschluss gewinnt – es war zu erwarten – Renee Zellweger für „Judy“. Ihr Kleid ist umwerfend, ich kann sie trotzdem nicht leiden. Muss aber zugeben, dass ich es etwas ungerecht fand, dass sie – im Vergleich zu Joaquin Phoenix – sehr wenig Redezeit bekam.

Jetzt endlich noch mal Ricky Gervais, der hat genug, ich auch, letzte Kategorie, Bester Film/Drama: „1917“ – war in dem Moment, nachdem der Film schon Regie gewann, nicht mehr sonderlich überraschend, aber insgesamt natürlich: zu verdauender Mega-Schocker.

 

Was bedeutet das für die Oscars?

Für die beiden sieht es sehr gut aus, sah es aber schon vor den Golden Globes:

Beste Nebendarstellerin: Laura Dern („Marriage Story“) 

Bester Nebendarsteller: Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) 

 

Sie lässt sich wahrscheinlich kaum mehr aufhalten:

Beste Hauptdarstellerin: Renee Zellweger („Judy“) 

Bis vor kurzem gab es die Befürchtung, dass er vielleicht gar nicht für den Oscar nominiert wird, die ist ihm jetzt sicher, der Oscar aber noch nicht.

Bester Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix („Joker“) 

Über alles andere muss ich noch mal nachdenken. Im Moment sieht es nach einem Rennen zwischen „Parasite“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ (mit einer kleinen Chance für „1917“) aus. Für „The Irishman“ sieht es im Moment erst mal nicht so doll aus. 

Alle Golden Globe-Gewinner:

https://www.goldenglobes.com/articles/77th-golden-globe-awards-winners

Joaquin Phoenix´Dankesrede:

D. C. – Film: „Richard Jewell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Richard Jewell“  (dt. Filmtitel: „Der Fall Richard Jewell“, dt. Kinostart: 19.03.19) 131 min drama, biopic, adaptation

dir. Clint Eastwood  cast: Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde, Nina Arianda, Wayne Duvall 

 

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta findet der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell (Paul Walter Hauser), einen herrenlosen Rucksack. Er alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks und rettet dabei vermutlich vielen Menschen das Leben. Der Sprengsatz explodierte, zwei Menschen starben und über 100 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Richard Jewell wird als Held gefeiert. Kurze Zeit später bringt die Presse allerdings eine Story, bei der Richard Jewell verdächtigt wird, die Bombe selbst platziert zu haben…. 

 

B (Wertung von A bis F) „Richard Jewell“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von, sowohl Marie Brenners, im Vanity Fair Magazin veröffentlichten Artikel „American Nightmare: The Ballad of Richard Jewell“ als auch von Kent Alexander und Kevin Salwen Sachbuch „The Suspect“. Es ist der neue Film des (ehemaligen) Schauspielers und Regisseurs Clint Eastwood („Unforgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully).

Clint Eastwood ist 89 Jahre alt und führt seit dem Jahr 1971 auch Regie. Seit nunmehr fast 50 Jahren dreht er jedes Jahr Filme. Als Regisseur ist er bekannt dafür, dass er seine Filme effizient und schnell abdreht (er lässt Szenen selten wiederholen, nimmt oftmals schon den ersten Take) und er bleibt grundsätzlich in seinem (meist Low-) Budget-Rahmen. Viele Filme des ehemalige Bürgermeister von Carmel und Republikaners sind auch politisch. Bei der Masse, die er liefert, sind zweifelsfrei nicht alle seine Werke gut, sie sind aber fast immer erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse oder spielen wenigstens die Produktionskosten wieder ein. Nicht so, bei seinem neuesten Film. „Richard Jewell“ ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt.  

Clint Eastwoods neuer Film ist ein biografisches Drama. Man kennt solche Typen wie Richard Jewell, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Ein einfacher Mann, nicht sonderlich gebildet, der immer nach Aufmerksamkeit strebte und als Gesetzeshüter arbeiten wollte. Irgendwann bekommt er einen Job, bei der er eine Uniform und einen Dienstausweis tragen konnte, damit hat man ihm eine Verantwortung übertragen und er konnte eine gewisse Autorität ausstrahlen. Diese Typen gehen dann meist übereifrig ihrer Arbeit nach und tragen mitunter auch in ihrer Freizeit voller Stolz ihre Uniform, sie sind quasi immer im Dienst. So ein „Sympathieträger“ ist unsere Titelfigur. Der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell fand einen verdächtigen Rucksack bei den Olympischen Spielen, alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks. In dem Rucksack befand sich tatsächlich eine Bombe, die auch explodierte. Durch die schnelle Evakuierung des Geländes konnte aber noch viel Schlimmeres verhindert werden. Richard Jewell wurde in den Medien als Held gefeiert, ein paar Tage später wendet sich jedoch das Blatt. Eine Journalistin hat erfahren, dass Richard Jewell in das Täterprofil des FBI passt und als Verdächtiger gilt. Ohne die Fakten selbst zu recherchieren, bringt sie eine  Titelgeschichte, die aus dem Helden Richard Jewell einen Hauptverdächtigen in dem Terroranschlag macht. 

Paul Walter Hauser ist jemand, von dem ich – als ich ihn damals erstmalig in I, Tonya  sah –  mir nie vorstellen konnte, dass er jemals eine Hauptrolle in einem Film spielen wird. Spielt er aber nun hier und das macht er wirklich überzeugend. Durch seine Performance versteht man, wie dieser Typ tickt und fühlt ein Stück weit mit ihm. Hinsichtlich Oscar-Performances sehe ich aber noch mehr Sam Rockwell und Kathy Bates vorne. Sam Rockwell spielt hier den Anwalt von Richard Jewell und ich habe ihn selten selten besser in einem Film gesehen. Ursprünglich sollten Jonah Hill und Leonardo DiCaprio die Rollen von Paul Walter Hauser und Sam Rockwell spielen. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich mir das gar nicht vorstellen. Kathy Bates spielt die Mutter unseres Protagonisten und liefert bei der Pressekonferenz eine klare, sogenannte „Oscar-Szene“ ab. 

„Richard Jewell“ ist ein okayer Film, der durch die Performances von Paul Walter Hauser, Kathy Bates und besonders Sam Rockwell aufgewertet wird. Letztlich kann man sich aber fragen, ob es nötig war, jetzt in der Trump-Ära, einen Film herauszubringen, der das FBI und die Presse richtig schlecht aussehen lässt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum „Richard Jewell“ ein solcher Misserfolg an der amerikanischen Kinokasse ist. 

„Richard Jewell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Walter Hauser), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates, Olivia Wilde), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update:„Richard Jewell“ wurde für einen Oscar (Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates) nominiert. 

„Richard Jewell“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.12.19 in 2,502 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll am 19.03.19 unter dem Filmtitel „Der Fall Richard Jewell“ in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer) 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Way Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Sportsdrama in der Ben Affleck einen Alkoholiker spielt, der seine Familie verliert…dürfte Affleck ganz überzeugend spielen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Meine Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2019 sind insgesamt 82 aktuelle Filme enthalten. Davon habe ich 8 Filme auf VOD oder HBO gesehen. Von den 82 aktuellen Filmen habe ich 7 neue Filme über Netflix gesehen (Paddleton, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, The Silence, Atlantics, American Factory, I Lost My Body, The Two Popes) Zusätzlich zu diesen sieben Netflix-Filmen konnte ich zwei aktuelle Netflix-Filme im Kino sehen: „The Irishman“ und „Marriage Story“ (beide Filme habe ich mir später mindestens noch ein Mal auf Netflix angeschaut).

Die verbleibenden 67 Filme (inkl. „The Irishman“ und „Marriage Story“) habe ich im Kino gesehen. Im Jahr 2019 hatte ich es wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und das New York Film Festival) geschafft. Im Jahr 2019 war ich leider nur bei zwei Pressevorführungen (Cold Pursuit und Long Shot). In Deutschland war ich regulär 5 x (Us, John Wick: Chapter 3 – Parabellum, Rocketman, The Dead Don´t Die, Pain & Glory) Im Kino. Ich war ich 3 x Hongkong (Zweitsichtung von „Us“, Spider-Man: Far From Home, Parasite) im Kino und ansonsten habe ich die Filme ausschließlich in den U.S.A. bzw. Kanada gesehen. 

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw. möglichen Oscar-Filme unterzubringen, bevor ich meine Top-Ten-Liste erstelle. Das gelang mir dieses Jahr zum ersten Mal tatsächlich noch im Jahr 2019. Die Filme, die ich mir noch in den letzten Tages des Jahres 2019 angesehen habe, waren: Bombshell, Richard Jewell, Honeyland, Uncut Gems, American Woman (es war für mich der zweite Film mit diesem Titel, dieser von Regisseur Jake Scott), 1917 und Little Women.

Nicht geschafft habe ich folgende, mögliche Top Ten-Kandidaten:  A Hidden Life, Les Misérables, Just Mercy, Portrait of a Lady on Fire und Monos  

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den, von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren. 

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2019 gibt es auch wieder keinen Platz 1-Film. Gelistet sind sie in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe. Dieses Jahr ist ein australischer Film dabei, aber ansonsten sind es dieses Mal tatsächlich nur US-amerikanische Produktionen. In meine Bestenliste hat es dieses Jahr – mal wieder – eine TV-Serie geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2019 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Us

Midsommar

The Last Black Man in San Francisco

The Irishman

Joker

The Lighthouse

Honey Boy

Queen & Slim

The Nightingale

Uncut Gems

und die TV-Serie „Succession“ (1. und – vor allen Dingen –  2. Staffel)

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Arctic, Diane, The Mustang , Luce und vielleicht sogar Parasite und Jojo Rabbit, wenn ich die Filme ein zweites Mal gesehen hätte)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2019:

Joaquin Phoenix (Joker)

Jeremy Strong (TV-Serie Succession)

Jharell Jerome (TV-Serie When They See Us)

Charlize Theron (Long Shot, Bombshell) 

Taron Egerton (Rocketman)

Zac Efron (Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile)

Leonardo DiCaprio (Once Upon a Time in Hollywood) 

Al Pacino (The Irishman)

Willem Dafoe und Robert Pattinson (The Lighthouse)

Kevin Harrison Jr. (Luce)

Adam Driver (Theater: Burn/ This und Film: Marriage Story)

Noah Jupe (Honey Boy)

Christian Bale (Ford v. Ferrari) 

Tracy Letts (Ford v. Ferrari ) 

Matthias Schoenaerts (The Mustang) 

Lupita Nyong´o (Us) 

Sam Rockwell und Michelle Williams (TV-Serie Fosse/Verdon ) 

Sam Rockwell (Jojo Rabbit, aber noch besser in Richard Jewell)

Anthony Hopkins und Jonathan Pryce (The Two Popes )

Emma Thompson (Late Night) 

 

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2019:

Noah Jupe (Honey Boy) 

Ana De Armas (Knives Out) 

Jeremy Strong (TV-Serie Succession) 

Jharell Jerome (TV-Serie When They See Us) 

Merrit Wever (TV-Serie Unbelievable) 

Kelvin Harrison Jr. (Luce und Waves) 

Archie Yates (Jojo Rabbit) 

Mary Kay Place (Diane) 

 

Ich wähle die Filme, die ich mir anschaue immer recht gezielt aus, daher sehe ich relativ wenig schlechte Filme. Hin und wieder muss aber ich auch leiden. 

Aus den unterschiedlichen Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Der Goldene Handschuh

The Souvenir

Greta

Something Else

Ad Astra

The Silence (Netflix-Film)

 

Wirklich gehasst habe ich nur folgenden Film: 

Keinen, „Ad Astra“ war aber einfach entsetzlich langweilig.

 

Bei einem Film habe ich das Kino verlassen: 

The Lego Movie 2: The Second Part

 

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2019 ein sehr gutes Filmjahr. Auch habe ich wieder viele  Serien/bzw. Mehrteiler gesehen. Nicht über jede hatte ich Zeit, etwas zu schreiben. Hier meine 2019er Serien/Mehrteiler mit meiner Bewertung – in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: 

You (C+)

Conversations With a Killer: The Ted Bundy Tapes (B+)

Russian Doll (B)

Retribution (C-)

Dirty John (C)

True Detective, 3. Staffel (B-)

Homecoming (C-)

The Disappearance of Madeleine McCann (D+)

After Life (B+)

Escape at Dannemora (B+)

What We Do in the Shadows (mochte ich nicht wirklich, habe ich daher nicht zu Ende geschaut)

Fosse/Verdon (A-)

When They See Us (B+)

Chernobyl (B-)

The Act (mochte ich nicht wirklich, habe ich auch nicht zu Ende geschaut) 

Fleabag (mochte ich nicht wirklich, habe ich auch nicht zu Ende geschaut) 

Barry, 2. Staffel (mochte ich sehr, warum habe ich die nicht zu Ende geschaut? Hole ich nach) 

Mindhunter, 2. Staffel (A-)

Succession, 1. Staffel (B+)

Unbelievable (B)

Succession, 2. Staffel (A) 

Big Little Lies (B+)

 

Folgendes ist aus meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2018 kopiert. Gelistet hatte ich, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2019 interessierten. Die durchgestrichenen Filme habe ich gesehen, „The Irishman“ und „Us“ sind in meiner Top Ten gelandet.

The Irishman, dir. Martin Scorsese

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  

Us, dir. Jordan Peele

Once Upon a Time in Hollywood, dir. Quentin Tarantino

The Gemini Man, dir. Ang Lee (nicht geschaut)

Untitled Artificial Intelligence Courtroom Project, dir. Darren Aronofsky (verschoben)

The King, dir. David Michod (nicht geschaut) 

A Beautiful Day in the Neighborhood, dir. Marielle Heller 

The Woman in the Window, dir. Joe Wright (ins Jahr 2020 verschoben) 

Ford v. Ferrari, dir. James Mangold

Jojo Rabbit, dir. Taika Waititi 

Shirley, dir. Josephine Decker (ins Jahr 2020 verschoben) 

The Dead Don´t Die, dir. Jim Jarmusch

 

Für das Filmjahr 2020 interessieren mich am meisten:

The Woman in the Window, dir. Joe Wright

Shirley, dir. Josephine Decker 

(beide Filme aus meiner Liste aus dem Vorjahr) 

Mank, dir. David Fincher 

I´m Thinking of Ending Things, dir. Charlie Kaufman

The Trial of the Chicago 7, dir. Aaron Sorkin

Annette, dir. Leos Carax 

Last Night in Soho, dir. Edgar Wright

The French Dispatch, dir. Wes Anderson 

Nightmare Alley, dir. Guillermo del Toro 

Next Goal Wins, dir. Taika Waititi 

The Card Counter, dir. Paul Schrader

The Lodge, dir. Veronika Franz, Severin Fiala

Da 5 Bloods, dir. Spike Lee

On the Rocks, dir. Sofia Coppola 

Promising Young Woman, dir. Emerald Fennell

Wendy, dir. Benh Zeitlin 

Soul, dir. Pete Docter PIXAR

D. C. – Film: „Bombshell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Bombshell“  (dt. Filmtitel: „Bombshell – Das Ende des Schweigens“, dt. Kinostart: 13.02.19)  108 min.  drama, biopic 

dir. Jay Roach cast: Charlize Theron, Nicole Kidman, Margot Robbie, John Lithgow, Kate McKinnon, Connie Britton, Mark Duplass, Stephen Root, Malcolm McDowell, Allison Janney, Alice Eve, Richard Kind

 

Gretchen Carlson (Nicole Kidman) wurde überraschend die Moderation der TV-Show Fox & Friends entzogen. Als sich der rechtskonservative Sender FOX News endgültig von ihr trennt, strebt sie eine Klage gegen den Senderchef Roger Ailes (John Lithgow) an. Sie prangert eine penetrante Atmosphäre sexueller Belästigung bei Fox News an. Gretchen Carlson weiß, dass sie nicht die Einzige ist, die unter sexueller Übergriffigkeit litt, nur halten sich die anderen weiblichen Fox-News-Angestellten, darunter die Starmoderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron), bislang zurück. Derweil versucht die ehrgeizige Journalistin Kayla (Margot Robbie), Karriere bei Fox News zu machen und trifft erstmalig auf Roger Ailes…

 

B (Wertung von A bis F) „Bombshell“ ist eine Dramatisierung von wahren Begebenheiten. Erzählt wird von dem mächtigen US-amerikanischen Medienmacher und Fox News-Senderchef Roger Ailes, der aufgrund von Vorwürfen sexueller Belästigung zu Fall gebracht wurde. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers und Drehbuchautors Jay Roach („Austin Powers“-Filme, „Meet the Parents“, Dinner for Schmucks, The Campaign, Trumbo). Das Drehbuch stammt von Charles Randolph, der mit zusammen mit Adam McKay das Drehbuch zu The Big Short geschrieben hat. 

„Bombshell“ ist in seiner Erzählstruktur etwas problematisch. Jay Roachs Film befasst sich im Ganzen erst mal mit dem Feindbild der Liberalen: Fox News. Das ist legitim, wer schon öfter in den fraglichen Genuss gekommen ist, Sendungen und Beiträge des ultrakonservativen Senders  zu schauen, sieht mit einem objektiven Auge, wie aggressiv die ihre Zuschauer manipulieren. Fox News ist der Propaganda-Sender der Republikaner und der Lieblingssender des derzeit amtierenden US-Präsidenten Donald Trump – mehr braucht man sicher nicht zu wissen. Dass die Beine der Moderatorinnen in den Sendungen immer perfekt in Szene gesetzt werden, hält sicherlich den einen oder anderen konservativen Zuschauer zusätzlich vom Umschalten ab. 

Nun geht es aber in „Bombshell“ auch um die Frauen, die den berüchtigten Senderchef Roger Ailes zu Fall gebracht haben. Noch bevor, im Oktober 2017, durch den Skandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, die #metoo-Bewegung losgelöst wurde, spielt dieser Film. Über fast zwei Jahrzehnte soll der mächtige Fox-News-Manager Roger Ailes und andere einflussreiche Personen des Senders (u.a. Star-Moderator Bill O´Reilly) Frauen sexuell belästigt haben. In diesem erzkonservativen Arbeitsumfeld haben sich die weiblichen Angestellten nicht getraut, dagegen vorzugehen. Auch weil sie wussten, dass ihnen wahrscheinlich gekündigt wird und da Fox News ein Makel im Lebenslauf darstellt, sie wahrscheinlich Probleme hätten, einen neuen Job zu finden. Dann hat sich aber doch eine getraut: Gretchen Carlson, aber das auch erst nachdem sie ihren Job bei dem Format Fox & Friends verloren hatte. Die anderen Betroffenen schweigen zunächst hartnäckig, stellen sich gar auf die Seite von Roger Ailes. Jetzt befinden wir uns im Jahr 2015 und Star-Moderatorin Megyn Kelly sorgt für Schlagzeilen, weil sie sich mit einem der aussichtsreichsten, republikanischen Präsidentschaftskandidaten, Donald Trump, angelegt hat. Sie warf ihm sexistische Äußerungen vor. Die Beleidigungen, die Donald Trump am nächsten Tag über Megyn Kelly raushaute, haben es seinerzeit sogar bis in die deutschen Nachrichten geschafft. Damals noch undenkbar, dass jemand, der sich so unflätig verhält, jemals Präsident der Vereinigten Staaten wird. 

Bei „Bombshell“ werden mehrere Stories parallel erzählt und die Fäden laufen alle bei Roger Ailes bzw. der sexuellen Belästigung bei Fox News zusammen. Gretchen Carlson Geschichte bildet dabei den moralischen Rahmen und eigentlich müsste es ein Film über sie sein. Im Zentrum steht jedoch Star-Moderatorin Megyn Kelly, die sich gerade mit Donald Trump rumärgert und zunächst nur Beobachterin der Szenerie ist. Die Dritte im Bunde ist die gerade beförderte, ambitionierte Journalistin Kayla (ein fiktiver Charakter), die wir bei ihrem Werdegang bei Fox News begleiten. 

„Bombshell“ wirkt auf mich etwas unausgewogen. Hätte mich das Schicksal der Frauen nicht mehr berühren müssen? Ich wünschte, das Drehbuch hätte eine Frau geschrieben, vielleicht hätte hier auch eine Frau Regie führen müssen. Es wäre sicherlich der interessantere, sprich: bessere Film geworden. 

Von der US-amerikanischen Schauspielgewerkschaft wurden Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie für den SAG-Award nominiert. Darüberhinaus wurde der Film für das Beste Ensemble nominiert und das kommt nicht von ungefähr. Wenn es einen Grund gibt diesen Film unbedingt sehen zu müssen, dann sind es die durch die Bank exzellenten Schauspieler. 

Als ich vor einigen Monaten das erste Mal den Teaser sah, habe ich Margot Robbie und Nicole Kidman sofort erkannt, mich aber gefragt, wo Charlize Theron, die bekanntlich die Hauptrolle spielen sollte, steckt. Ehrlich gesagt, ging es mir im Spielfilm nicht viel anders. Fast schon zu abgelenkt war ich, weil ich hinter der Maske, der völlig anders klingenden Stimme, kurzum hinter der bekannten Moderatorin Megyn Kelly irgendwo Charlize Theron entdecken wollte. Charlize Theron adelt wirklich jeden Film, sie gibt hier zweifelsfrei eine Oscar-Performance. Ein weiterer Oscar sollte gleich an den Maskenbildner und Oscar-Gewinner (Darkest Hour) Kazu Hiro gehen. Schauspielerisch wissen aber auch insbesondere Margot Robbie, John Lithgow, Allison Janney, Kate McKinnon zu beeindrucken. Als „Rudy Giuliani“ (2x) im Film auftauchte, wurde in meiner Vorstellung herzhaft gelacht. Das lag weniger an Richard Kinds Performance, sondern mehr daran, dass der einst so angesehene New Yorker Bürgermeister in den letzten Jahren zur Witzfigur mutierte. 

Als später dann Rupert Murdoch (gespielt von Malcolm McDowell) und seine beiden Söhne (gespielt von Josh und Ben Lawson) auftauchten, war ich leider komplett raus. Kein Fehler des Films, aber ich musste umgehend an die geniale TV-Serie Succession denken, bei der es eigentlich um die Murdochs geht. Ich hätte gewünscht, dass „Bombshell“ auch nur annähernd so gut geschrieben ist, wie diese Serie. , 

„Bombshell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Nicole Kidman, Margot Robbie), Bester Nebendarsteller (John Lithgow, Jon Hamm), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „Bombshell“ wurde für drei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie) und Bestes Make-up und beste Frisuren nominiert. Update: „Bombshell“ hat einen Oscar (Bestes Make-up und Beste Frisuren) gewonnen. 

„Bombshell“ ist am 13.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 20.12.19 war der Film dann landesweit in 1,480 Kinos zu sehen. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ am 13.02.19 in den Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Black Widow„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Marvel-Mist

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Downhill„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: überflüssiges amerikanisches Remake des sehr guten schwedischen Films Force Majeure Hier mit Julia Louis-Dreyfus und Will Ferrell

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Barb and Star Go to Vista Del Mar„

Bewertung des Teasers: B+

Kommentar: Sehr gute Idee für einen Teaser und diese Komödie mit Kristin Wiig. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: warum nicht?


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Antebellum„

Bewertung des Teasers: A-

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: B- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Netflix – Film: „The Two Popes“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut: 

 

„The Two Popes“  (dt. Filmtitel „Die zwei Päpste“, seit dem 20.12.19 weltweit auf Netflix zu sehen)  125 min  drama, comedy, biopic 

dir. Fernando Meirelles   cast: Jonathan Pryce, Anthony Hopkins

 

Im Jahr 2005 wurde Kardinal Ratzinger (Anthony Hopkins) zum Papst gewählt. Sieben Jahre später plant der argentinische Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce), in den Ruhestand zu gehen. Er bittet Papst Benedikt XVI. darum, sein Rücktrittsgesuch zu akzeptieren. Kardinal Bergoglio erhält stattdessen aber eine Einladung, den Papst in seiner Sommerresidenz zu besuchen…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Two Popes“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI und dem argentinischen Kardinal Bergoglio fand aber wohl erst ein Jahr später, als Papst Benedikt XVI bereits zurückgetreten ist und Kardinal Bergoglio zum neuen Papst gewählt wurde, statt. Es ist der neue Film des brasilianischen Filmemachers und Drehbuchautos Fernando Meirelles („City of God“, „The Constant Gardener“, „Blindness“, 360). Das Drehbuch stammt von dem neuseeländischen Roman- und Sachbuchautor Anthony McCarten. Er hat auch die Vorlagen zu den Filmen The Theory of Everything, Darkest Hour und Bohemian Rhapsody geschrieben. 

Nahezu perfekt ist der Film, wenn er sich auf die beiden alten (Kirchen-) Männer mit ihren unterschiedlichen Ansichten konzentriert. Könnte es sich nicht genau so zugetragen haben? Die Szenen, in denen man sie einzeln sieht und all ihre Zusammentreffen fühlen sich authentisch an. Die Dialoge sind brillant und mitunter überraschend witzig. Die Performances lassen einen sogar vergessen, hier eigentlich Schauspieler zu sehen. Als ich den Film gedanklich schon auf meine Top Ten Liste gesetzt habe, kam die erste Rückblende, die sich mit Kardinal Bergoglios Vergangenheit beschäftigte und es sollte nicht die letzte sein. Ein richtig gutes Drehbuch hätte darauf verzichtet und das, was es mit den Flashbacks aussagen wollte, in die Dialoge eingebaut. Eigentlich ist „The Two Popes“ auch an Anthony McCartens eigenes Theaterstück angelehnt. 

Jonathan Pryce hat eine frappierende Ähnlichkeit mit Kardinal Bergoglio, dem späteren Papst Franziskus. Auch für Nicht-Gläubige wie mich ist der sich volksnah und menschlich präsentierende Geistliche eindeutig der Sympathieträger des Films. Eine Performance besteht aber immer auch aus Stimme und Sprache und gerade hier konnte Anthony Hopkins mit seinem nuancierten Spiel bei mir etwas mehr punkten. Letztlich interpretieren aber sowohl Anthony Hopkins als auch Jonathan Pryce die beiden Kirchenmänner auf eine Art, die einer Oscar-Performance gleichkommt. 

„The Two Popes“ ist einer der vier Netflix-Produktionen (The Irishman, Marriage Story und „Dolemite is My Name“), der in diesem Jahr für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch ist. „The Two Popes“ u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Two Popes“ wurde für drei Oscars (Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins) und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. 

„The Two Popes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Netflix-Film läuft seit am 27.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos und wurde auch ab dem 5.12.19 vereinzelt im deutschen Kino gezeigt. Seit dem 20.12.19 ist der Film weltweit auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

VOD – Film: „The Nightingale“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes/Apple TV (U.S.) als Leihvideo angeschaut: 

 

„The Nightingale“  136 min  drama, thriller 

dir. Jennifer Kent   cast: Aisling Franciosi, Baykali Ganambarr, Sam Claflin, Damon Herriman, Ewen Leslie, Harry Greenwood, Charlie Shotwell, Magnolia Maymuru 

 

Im Jahr 1825. Die 21-jährige Clare (Aisling Franciosi) ist eine junge Strafgefangene aus Irland. Sie wurde wegen eines Diebstahldeliktes zu einer siebenjährigen Strafe verurteilt und nach Australien deportiert. Ihre restliche Strafe arbeitet sie als Leibeigene des britischen Lieutenant Hawkins (Sam Claflin) ab. Als dem Offizier eine Beförderungsempfehlung versagt wird und Clares Ehemann (Charlie Shotwell) auch noch von dem frustrierten Hawkins verlangt, dass er seine Frau endlich freilässt, eskaliert die Situation…

 

B+ (Wertung von A bis F) Nach ihrem Regiedebüt The Babadook ist dies erst der zweite Spielfilm, bei dem die australische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Jennifer Kent Regie führt. 

Die australische Gesellschaft ist einer britischen Strafkolonie entsprungen. „The Nightingale“ ist eine Art „australischer Western“, man bekommt eine Idee davon, wie das Schicksal weiblicher Strafgefangenen und das der Aborigines zu der Zeit ausgesehen haben könnte. 

Da sag einer noch mal Regisseurinnen wären zimperlich, würden davor zurückscheuen, exzessive Gewalt im Film zu zeigen.  Lynne Ramsay (You Were Never Really Here) und Jennifer Kent mit diesem Film beweisen das Gegenteil. Der Handlungsaufbau des Film, die erste halbe Stunde, ist kaum zu ertragen. Die Brutalität nimmt dann dankenswerterweise erst mal etwas ab und wir begleiten eine rachebesessene Clare, die sich zusammen mit einem Aborigine (Baykali Ganambarr – wie liebenswert und lustig ist Billy eigentlich?) durch die Wildnis auf den Weg macht, den Lieutenant und seine Kumpanen zu finden. Neben der eindrucksvollen Inszenierung ist die Beziehung zwischen Clare und dem Aborigine die große Stärke des Films. Die Hintergrundgeschichte der beiden ist auch gar nicht so unterschiedlich und nach anfänglicher Verachtung entwickelt sich zwischen ihnen auch eine Freundschaft. 

Das ist einer der Filme, den ich unbedingt im Kino sehen wollte. Leider hatte er die wenigen amerikanischen Kinos, in denen er lief, schneller verlassen, als ich gucken konnte. „The Nightingale“ wirkt sicher noch besser im Kino, ich bin aber im Nachhinein froh, dass ich ihn mit einer englischen Untertitelung sehen konnte.

„The Nightingale“ ist ein krasses, aber – vor allen Dingen – spannendes und atmosphärisches Rachedrama und einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

Die australische „Oscar“-Academy, AACTA, hat „The Nightingale“ für 15 AACTA Awards nominiert. Gewonnen hat der Film in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin (Aisling Franciosi), Beste Nebendarstellerin (Magnolia Maymuru) und Bestes Casting. Der Film ist auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Baykali Ganambarr), Beste Hauptdarstellerin (Aisling Franciosi), Bester Nebendarsteller (Sam Claflin), Bestes Originaldrehbuch 

„The Nightingale“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Special Jury Prize und Baykali Ganambarr den Marcello Mastroianni Award gewonnen. Über ein Jahr später ist der Film am 2.8.19 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit lief er insgesamt in nicht mehr als 79 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland konnte ich noch keinen Kino- oder DVD, VOD-Start finden. 

Trailer zu sehen: 

San Francisco – Film: „Waves“

Ich war am 30.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut: 

 

„Waves“ (dt. Kinostart 19.03.20) 135 min  drama 

dir. Trey Edward Shults  cast: Kelvin Harrison Jr., Lucas Hedges, Taylor Russell, Alexa Demie, Sterling K. Brown, Renée Elise Goldsberry, Krisha Fairchild 

 

Der 18-jährige Schüler Tyler (Kevin Harrison Jr.) ist ein Wrestling-Star an seiner Schule. Seit geraumer Zeit leidet er unter starken Schulterschmerzen, sein Arzt rät ihm, erst mal auf Sport zu verzichten und sich so schnell wie möglich operieren zu lassen. Undenkbar für Tyler, es ist mitten in der Saison, also verschweigt er seinem Wrestling-Team und auch seinen Eltern weiterhin seine Schmerzen und nimmt starke Schmerzmittel. Ein weiterer Grund für sein Handeln ist sein dominanter Vater (Sterling K. Brown), der ihm viel abverlangt und ihm bereits früh klar machte, dass es für einen Afroamerikaner nicht ausreicht, „Durchschnitt“ zu sein. Dann erleidet Tyler einen Sportunfall und als Tylers Freundin Alexis (Alexa Demie) scheinbar auch noch schwanger ist, bahnt sich langsam eine Tragödie an…

 

B- (Wertung von A bis F) „Waves“ ist nach „Krisha“ und It Comes at Night erst der dritte Film, bei dem der erst 31-jährige amerikanische Autorenfilmer Trey Edward Shults Regie führt. 

Die Trailer sind irreführend, „Waves“ ist ein ganz anderer Film, als man von den Trailern her erwarten könnte. Eigentlich sind es sogar zwei Filme. Die Geschichten sind zwar nicht gänzlich voneinander getrennt, aber eine zusammenhängende, gar runde Geschichte ist es am Ende auch nicht. Im ersten Part liegt der Fokus auf Tyler, im zweiten steht seine Schwester Emily im Mittelpunkt. Der Geschichtenerzähler Trey Edward Shults erspart seinen Protagonisten kaum ein Drama oder einen Schicksalsschlag. Womit sie sich nicht alle auseinandersetzen, was sie nicht alles durchmachen mussten und müssen. Mir war das irgendwann zu viel und ich kann mich erinnern, als herauskam, was mit der leiblichen Mutter von Tyler und Emily geschah, mit den Augen gerollt zu haben. Auch war mir Shults Inszenierung manchmal stilistisch zu offensichtlich und manipulativ.

Schauspielerisch ist der Film solide (insbesondere von Sterling K. Brown, Taylor Russell und Kelvin Harrison Jr.).Lucas Hedges ist auch gut, auch wenn sich sein Charakter für mich eigentlich wie ein Fremdkörper in dem thematisch völlig überladenen Film anfühlte.  

„Waves“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Bester Nebendarsteller (Sterling K. Brown, Kelvin Harrison, Jr. ), Beste Nebendarstellerin (Taylor Russell), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien  

„Waves“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der A24-Film ist am 15.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile ist er landesweit in 570 Kinos zu sehen. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.03.20 geplant. 

Die beiden irreführenden Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cunningham „

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über den Choreografen Merce Cunningham 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „The Kingmaker„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über Imelda Marcos

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Queen & Slim“

Ich war am 29.11.19 in San Franciso und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Queen & Slim“ (dt. Kinostart: 09.01.20)   132 min  drama, thriller 

dir. Melina Matsoukas  cast: Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith, Chloe Sevigny, Bokeem Woodbine, Flea, Indya Moore

 

Als Slim (Daniel Kaluuya) Queen (Jodie Turner-Smith) nach ihrem ersten Date nach Hause fährt, werden sie von einem Polizisten angehalten. Die Situation eskaliert, am Ende stirbt der Polizist und Queen und Slim sind auf der Flucht….

 

A-(Wertung von A bis F) „Queen & Slim“ ist das Spielfilmdebüt der renommierten, afroamerikanischen Musikvideo, Werbe- und TV-Regisseurin Melina Matsoukas. Das Drehbuch stammt von der afroamerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin (u.a. TV-Serien „Bones“„Master of None“) und Produzentin Lena Waithe.

Bevor ich mir „Queen & Slim“ anschaute, dachte ich – nachdem was ich oberflächlich über den Film las – dass es sich bei diesem Film um eine „schwarze Bonnie & Clyde“-Version handelt. Die Geschichte ähnelt jedoch eher der des Roadmovies „Thelma & Louise“, die Titelcharaktere hier sind keine flüchtigen Kriminellen. Sie wurden aufgrund ihrer Hautfarbe, in eine Situation gebracht, bei der sie aus Notwehr einen weißen Polizisten töteten. In den Vereinigten Staaten ist das keine günstige Ausgangsposition für Schwarze. Slim denkt eher rational, will die Polizei verständigen, Queen, die ihre Erfahrungen als Anwältin für Strafrecht gemacht hat, überzeugt ihn jedoch, zu fliehen. Die Dashcam-Aufnahme aus dem Polizeiauto wird innerhalb kürzester Zeit zum viralen Hit, was dazu führt, dass sie als Polizisten-Mörder landesweit gesucht werden und gleichzeitig in der Black Community als Symbolfiguren gefeiert werden, die sich gegen Polizeiwillkür und Polizeigewalt gewehrt haben.

Regiearbeit fällt auf, wenn sie besonders gut oder schlecht ist, diese hier fand ich außergewöhnlich gut. Ich mochte aber auch die Prämisse, zwei eigentlich Fremde, die durch eine Ausnahmesituation zusammengeschweisst werden. Von einem Moment auf den anderen ändert sich ihr Leben. Queen (Jodie Turner-Smith) und Slim (Daniel Kaluuya) hatten sich über Tinder kennengelernt, waren aber nicht sonderlich begeistert voneinander und hätten sich vielleicht nach ihrem ersten Date nie wieder gesehen. Dann kam es zu dem Vorfall mit dem rassistischen Polizisten, die Situation eskalierte, am Ende war der Polizist tot und Queen und Slim auf der Flucht. Die beiden grundverschiedenen Persönlichkeiten müssen sich nun – auf ihrer Flucht – erst mal kennenlernen, wohin dabei die Reise in ihrem Leben geht, weiß keiner so genau. Die Beziehung von Queen & Slim stammt nicht aus der Feder eines fantasiereichen Autors für Hollywood-Romanzen, alles was sich zwischen den beiden entwickelt, fand ich zu jedem Zeitpunkt glaubhaft. Ich liebe die gesamte Sequenz in dieser Spelunke. 

Es gibt in diesem wunderbaren Roadmovie jedoch eine Szene, die für mich aus dem Nichts kam. Ich weiß nicht, was sich die Drehbuchautorin und die Regisseurin dabei gedacht haben, was sie damit aussagen wollten. Ich sehe „Queen & Slim“ auch vordergründig nicht als politisches Drama, sondern mehr als ausgezeichnet inszenierten und fotografierten, spannenden Film, der in keiner guten, aber sich irgendwo real anfühlenden Welt spielt. Gerne möchte ich mehr von dem Team Waithe/Matsoukas sehen. 

Als ich Get Out das erste Mal sah, hätte ich nie gedacht, dass Daniel Kaluuya mal einer der Schauspieler sein wird, der mich auch in anderen Filmen beeindrucken könnte. Bis heute habe ich „Get Out“ fünf Mal gesehen und fand Kaluuya jedes Mal besser, in Widows spielte er dann mal einen Fiesen und nun zeigt der britische Schauspieler (was man kaum glauben kann, weil er akzentfrei Amerikanisch spricht) in diesem Film wieder eine ganz andere Facette seines Schauspiels. Das ehemalige Model Jodie Turner-Smith hat eine starke Präsenz in diesem Film. Gefreut habe ich mich auch, die transsexuelle Schauspielerin Indya Moore (aus der TV-Serie „Pose“) In einer kleinen Rolle zu sehen.

Das Filmjahr 2019 nähert sich langsam dem Ende zu, ich habe noch ein paar Filme zu schauen. „Queen & Slim“ könnte aber in meiner Top Ten landen. Update: „Queen & Slim“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

„Queen & Slim“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Hauptdarstellerin (Jodie Turner-Smith), Bestes Originaldrehbuch 

„Queen & Slim“ wurde erstmalig auf dem AFI-Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 1,690 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 09.01.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

——————————————————————————————————– 

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Black Christmas„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Horrorfilm, Trailer verrät wieder gesamten Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke nicht