L. A. – Film: „Incredibles 2“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Incredibles 2“ (dt. Filmtitel: „Die Unglaublichen 2“, dt. Kinostart: 27.09.18)   118 min   animation, sequel 

dir. Brad Bird  voices: Craig T. Nelson, Holly Hunter, Sarah Vowell, Huck Milner, Samuel L. Jackson, Catherine Keener, Bob Odenkirk, Eli Fucile, Isabella Rossellini, Bill Wise, Brad Bird

 

Superhelden sind immer noch per Gesetz illegal. Die Superhelden-Ehepaar Parr macht sich langsam Sorgen um ihre Zukunft. Dann bekommen sie ein Angebot von dem Chef eines Telekommunikationsunternehmen, Winston Deavor (Bob Odenkirk), das sie nicht ausschlagen können. Genauer gesagt bekommt Mrs. Parr a.k.a. Elastigirl (Holly Hunter) das Jobangebot, was bedeutet, dass Mr. Incredible (Craig T. Nelson) sich um die Kinder Violet (Sarah Vowell), Dash (Huck Milner) und Jack-Jack (Eli Fucile) kümmern muss…

 

B (Wertung von A bis F) „Incredibles 2“ ist der zwanzigste PIXAR-Film und die Fortsetzung zu „The Incredibles“ aus dem Jahr 2004. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Brad Bird („The Iron Giant“, „Ratatouille“, „Mission Impossible – Ghost Protocol“). Er  hat bereits bei dem Originalfilm Regie geführt. Erneut spricht er auch die Figur der Modedesignerin Edna Mode. 

Die Ereignisse des zweiten Teils schließen direkt an denen des ersten Teils an. Daher empfiehlt sich, bevor man die Fortsetzung sieht, den mit zwei Oscars ausgezeichneten Originalfilm aus dem Jahr 2004 noch einmal bzw. zuerst zu schauen. Ich hatte „The Incredibles“ damals im Kino gesehen, aber mir nie wieder angeschaut. Da ich selbstverständlich sämtliche PIXAR-Filme auf DVD habe, nahm ich mir kürzlich die Zeit, meine Erinnerung aufzufrischen. Damals fand ich „The Incredibles“ außergewöhnlich gut, aus heutiger Sicht gebe ich „The Incredibles“ ein „B“. Mich ermüdete dieser Superhelden-Actionkram, aber ich mochte die Szenen, die sich auf das Familienleben konzentrieren. Besonders den 10-jährigen Sohn Dash habe ich in mein Herz geschlossen. Bei der Szene als die verschrobene Designerin Edna Mode Superhelden-Mama Helen die neuen Kostüme vorführt habe ich mich beinahe kaputt gelacht.  

Die Fortsetzung fand ich erwartbar ähnlich, ich war immer froh, als die ganzen Actionszenen vorbei waren (wobei die durchaus eindrucksvoll inszeniert sind und mir besser gefielen als vergleichbare Szenen in Marvel-Filmen). Auch hier hinterliess das Zwischenmenschliche und die Dynamik innerhalb der Familie den meisten Eindruck. Nach wie vor finde ich zehnjährige Dash am originellsten, aber Jack-Jack läuft ihm beinahe den Rang ab. Am allerliebsten mag ich die Sequenz, in der die Designerin Edna Mode anfänglich Jack-Jack leicht angewidert gegenübertritt und dann später realisiert, dass sie vielleicht doch etwas mit diesem Baby anzufangen weiss. Auch mochte ich die Computer-gezeichnete 1960er Jahre James-Bond-Ausstattung und Michael Giacchinos Score, den man auch diesem Jahrzehnt zuschreiben kann. Im Ganzen hat der Film Längen, ist aber sehenswert. 

„Incredibles 2“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm.

„Incredibles 2“ ist am 15.06.18 in 4,410 amerikanischen Kinos gestartet. Zu sehen ist die 2D, 3D und die IMAX-Fassung. Ich habe den Film in 2D gesehen. Jetzt – vier Wochen nach Kinostart – ist es bereits der erfolgreichste Animatiosfilm In den U.S.A. Für Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Die Unglaublichen 2“ am 27.09.18 starten. 

Trailer zu sehen: 

 

 

„Bao“  8 min animation

dir. Domee Shi

Eine ältere chinesische Mutter fühlt sich einsam. Ihr Mann geht immer früh zu Arbeit und dann bleibt sie allein zurück. Als eines ihrer selbstgemachten Dumplings plötzlich lebendig wird,  bekommt sie eine neue Gelegenheit, Mutter zu sein. Nur auch das Teigtaschen-Baby bleibt nicht für immer klein und niedlich… 

A- (Wertung von A bis F) „Bao“ ist das Regiedebüt der chinesisch-kanadische Storyboard-Artistin Domee Shi. Es ist der erste PIXAR-Film überhaupt, bei dem eine Frau allein Regie geführt hat. 

In kurzen Worten: „Bao“ ist putzig und bezaubernd, hat viel Herz und am Ende sind bei mir sogar die Tränen geflossen. 

„Bao“ feierte seine Premiere auf dem Tribeca Film Festival 2018. Der Kurzfilm wurde im Jahr 2018 vor dem PIXAR-Film „Incredibles 2“ gezeigt. Selbstverständlich ist dieser Film für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm im Gespräch. 

Kleiner Ausschnitt von „Bao“: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Bumblebee„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Sci-Fi-Film. Prequel zu „Transformers“. Travis Knight ist der Regisseur, vielleicht gebe ich dem Film eine Chance, sein Kubo and the Two Strings hat mir schon sehr gut gefallen. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Smallfoot„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ralph Breaks the Internet: Wreck-It Ralph 2„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Disney-Fortsetzung zu Wreck-It Ralph

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

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L. A. – Film: „Sicario: Day of the Soldado“

Ich war am 04.07.18 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Sicario: Day of the Soldado“ (dt. Filmtitel: „Sicario 2“, dt. Kinostart: 19.07.18)  122 min   action, crime, thriller, sequel 

dir. Stefano Sollima  cast: Benicio del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner, Jeffrey Donovan, Catherine Keener, Matthew Modine

 

Die mexikanischen Kartelle schmuggeln mittlerweile nicht nur Drogen über die mexikanisch-amerikanische Grenze, sie schleusen auch zunehmend Menschen und darunter sogar  islamistische Terroristen in die U.S.A. Um einen Krieg zwischen den beiden größten  mexikanischen Kartelle anzuzetteln, soll die Tochter eines der Kartellbosse, Carlos Reyes, entführt werden. Für diese Mission kontaktiert der CIA-Aufräumer Matt Graver (Josh Brolin) den Auftragkiller Alejandro (Benicio del Toro)…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Sicario: Day of the Soldado“ ist eine Fortsetzung zu Denis Villeneuves Film Sicario aus dem Jahr 2015. Alles deutet daraufhin, dass es noch mindestens einen weiteren Teil geben wird. Es ist der neue Film des italienischen Drehbuchautors und Filmemachers Stefano Sollima („ACAB – All Cops Are Bastards“, „Suburra“). Für die Drehbuchvorlage ist erneut der amerikanische Autor (Hell or High Water) und Filmemacher (Wind River) Taylor Sheridan verantwortlich. 

Bei den amerikanischen Filmkritikern ist der zweite Teil von „Sicario“ nicht sonderlich gut angekommen. Zugegebenermassen spielt der Film Trumps Politik etwas in die Hände, alleine schon durch den neuen Aspekt, dass islamistische Terroristen über die mexikanisch-amerikanische Grenze geschleust werden (könnten). Absurd ist es jedoch nicht, da es den Islamisten mittlerweile extrem schwer gemacht wird, legal in die U.S.A. einzureisen. 

Bevor ich mir den zweiten Teil angesehen habe, habe ich mir nicht noch mal Villeneuves´ „Sicario“ angeschaut und auch nicht meinen Beitrag von damals durchgelesen. Aus der Erinnerung heraus dachte ich, ich hätte dem Film ein „B“  oder vielleicht sogar ein „B+“gegeben. Jetzt kam ich nun vor ein paar Tagen aus dem Kino mit dem Gefühl, dass mir der zweite Teil besser gefallen hat als der erste und tatsächlich habe ich dem Originalfilm sogar nur mit einem „B-„ bewertet. 

In „Soldada“ hat man nun nicht mehr Emily Blunts Charakter, eine Figur mit der man sich vielleicht am ehesten identifizieren konnte und die eine moralische Haltung hatte. Hier ist das Gute und das Böse recht klar definiert. Während der erste Teil für mich noch Längen hatte, fand ich diesen schnörkellos, brutal und von Anfang bis Ende spannend. Ich liebe die beiden Charaktere Matt Graver und Alejandro (erneut exzellent porträtiert von Josh Brolin und dem verehrungswürdigen Benicio del Toro). Dies ist ein Actionthriller ganz nach meinem Geschmack. Als Einleitung braucht man nicht einmal den ersten Film zu sehen, „Soldada“ kann inhaltlich für sich allein stehen.  

Nach einer bestimmten Szene verfiel ich in eine Schockstarre und brauchte, unwillig das Gezeigte zu akzeptieren, einige Minuten um meine Fassung zurückzugewinnen. 

Sicario: Day of the Soldado“ ist dem am 9.2.18 viel zu früh verstorbenen isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson gewidmet. Er hatte die Filmmusik zu „Sicario“ beigesteuert. Für den Score in „Soldado“ ist übrigens die isländische Komponistin und Hildur Ingveldardóttir Guðnadóttir verantwortlich. Die beiden isländischen Künstler hatten öfter zusammengearbeitet. 

„Sicario: Day of the Soldado“ ist am 29.06.18 in 3,055  amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film unter dem Titel „Sicario 2“ am 19.07.18. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „BlacKkKlansman„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Spike Lees neuer Film mit Adam Driver und Denzels Sohn 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „White Boy Rick„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Krimi/Drama mit Matthew McConaughey, den ich eigentlich nicht mehr sehen mag. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

 

Munich – Film: „The Tale“

Ich war am 02.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Tale“ (dt. Filmtitel: „The Tale – Die Erinnerung“, in D. ab dem 17.08.18 auf SKY zu sehen)  115 min   drama, mystery, biopic

dir. Jennifer Fox   cast: Laura Dern, Elizabeth Debicki, Jason Ritter, Frances Conroy, John Heard, Common, Ellen Burstyn, Isabelle Nélisse  

 

Die Dokumentarfilmerin Jennifer Fox (Laura Dern) ist 48 Jahre alt und wird  plötzlich ganz aufgeregt von ihrer Mutter (Ellen Burstyn) kontaktiert. Sie hat gerade den Aufsatz gefunden, den ihre Tochter als 13-Jährige schrieb. Was war das damals eigentlich genau für eine Beziehung mit Jennifer,  Mrs. G. (Elizabeth Debicki) und Bill (Jason Ritter)….

 

B (Wertung von A bis F) „The Tale“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Jennifer Fox („Beirut: The Last Home Movie“). Dies ist der erster Spielfilm der Dokumentarfilmerin, sie rekonstruiert in diesem Film das, was ihr als 13-Jährige widerfahren ist. 

Jennifer hat scheinbar immer verdrängt, was sie als Kind erlebt hat. Jetzt hat ihre Mutter aber Aufzeichnungen von damals gefunden und fordert ihre Tochter dazu auf, sich mit den Erlebnissen auseinanderzusetzen und auch die Beteiligten von damals zu kontaktieren. Jennifer bekommt ihre eigene, sehr detaillierte mehrseitige Story von ihrer Mutter zugeschickt und während sie diese liest, kommen ihr langsam die Erinnerungen zurück. Sie erinnert sich an den Sommer auf dem Pferdehof von Mrs. G. 

Die Autorin und Filmemacherin Jennifer Fox hat eine interessante Herangehensweise, ihre eigenen Erlebnisse zu schildern. Es wird einem vorgeführt, wie trügerisch Erinnerungen sein können. Beispielsweise hatte die erwachsene Jennifer ein bestimmtes Bild von sich als 13-Jährige (jugendlich, frühreif), man begleitet dieses Mädchen eine kurze Zeit. Später zeigt ihr ihre Mutter ein Bild aus diesem Sommer und man sieht, wie sie wirklich aussah, ein Kind, das sogar noch jünger aussah als Dreizehn. Das ist insbesondere für den verstörenden Verlauf der Geschichte nicht unerheblich. Jennifer wurde als Kind sexuell mißbraucht und hier wird auf eindrucksvolle und schockierende Weise gezeigt, wie raffiniert dieses Mädchen von Erwachsenen manipuliert wurde.  

Das Einzige was mich an diesem Film störte, war, dass die 13-jährige Jennifer (gespielt von Isabelle Nélisse) wirklich keinerlei Ähnlichkeit mit der erwachsenen Jennifer (gespielt von Laura Dern) hat. Schauspielerisch ist der Film aber durch die Bank überzeugend. Laura Dern spielt die Frau mittleren Alters, die sich erstmalig mit einer, über eine so lange Zeit verdrängte Episode aus ihrem Leben auseinandersetzt. Gerade das Gefühl der Erschöpfung durch das quasi Wiedererleben fand ich nachvollziehbar.

Dies ist einer der letzten Filme, in dem der am 21.07.17 verstorbene Schauspieler John Heard („Cat People“, „Beaches“, „Home Alone“, TV-Serie „The Sopranos“) mitspielte.  

 „The Tale“ gilt als Fernsehfilm und ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. TV Movie, Best Actress, Laura Dern (TV Movie or Mini Series), Best Supporting Actress, Ellen Burstyn (TV Movie or Mini Series), Best Supporting Actor, Jason Ritter (TV Movie or Mini Series)  Update: „The Tale“ wurde im Jahr 2018 für zwei Emmys (Outstanding TV Movie und Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie, Laura Dern) nominiert. 

„The Tale“ wurde auf erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO hat den Film gekauft und erstmalig am 26.05.18 ausgestrahlt. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Die sehr sympathische Filmemacherin Jennifer Fox war anwesend und hat sich nach dem Film den Fragen des Publikums gestellt. Sie hat u.a. erzählt, dass sie ihre Geschichte teilen wollte, um anderen, denen als Kind ähnliches widerfahren ist, zu helfen. Sie wollte aber auch die Komplexität von sexuellen Missbrauch aufzuzeigen. Auch wurden Sol Bondy und das deutsche Produktionsteam von One Two Films und an diesem Projekt beteiligte Mitarbeiter von ARTE/ZDF vorgestellt. „The Tale“ kommt auch in Deutschland nicht ins Kino, sondern wird unter dem Filmtitel „The Tale – Die Erinnerung“ zunächst ab dem 17.08.18 auf SKY und später bei ARTE und im ZDF zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

amerikanisches Filmplakat von „The Tale“ auf dem FFMUC 2018

 

Die Autorin und Filmemacherin Jennifer Fox auf dem FFMUC 2018

Munich – Film: „Everybody Knows“

Ich war am 01.07.18 in München und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Everybody Knows“ (Originaltitel: Todos Lo saben“, dt. Kinostart: 27.09.18)  132 min   drama 

dir. Ashgar Farhadi  cast: Javier Bardem, Penélope Cruz, Bárbara Lennie, Ricardo Darin, Inma Cuesta, Ramón Barea, Carla Campra  

 

Anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester Ana (Inma Cuesta) kehrt Laura (Penélope Cruz) mit ihren zwei Kindern aus Argentinien in ihr spanisches Heimatdorf zurück. Ihr Ehemann ist nicht mitgekommen. Laura trifft nach vielen Jahren wieder auf Paco (Javier Bardem), ihre Jugendliebe. Der ist mittlerweile glücklich verheiratet. Während der ausgelassenen Hochzeitsfeier verschwindet plötzlich Lauras 16-jährige Irene (Carla Campra) …

 

C (Wertung von A bis F) „Everybody Knows“ ist der neue Film des iranischen Filmemachers und zweimaligen Oscar-Gewinners Ashgar Farhadi („A Separation“, „The Salesman“). Nach dem Film „The Past“ ist dies erst sein zweiter Film, den er außerhalb seines Heimatlandes gedreht hat und der erste spanischsprachiger Film des iranischen Regisseurs. 

Zu Beginn des Films war ich damit beschäftigt, die vielen Charaktere und ihre Beziehung zueinander zu ordnen. „Everybody Knows“ ist ein Beziehungsdrama. Durch das Verschwinden von Lauras Teenager-Tochter wird die komplexe Situation, in der sich die Charaktere befinden, aufgedröselt. Die Stimmung wechselt von laut, fröhlich und ausgelassen zu ruhig, verzweifelt und hysterisch. Die Geschichte ist in weiten Teilen vorhersehbar und der Film ist am Ende nicht mehr als ein 08/15-Drama. Das Ende empfand ich als ernüchternd. 

Penélope Cruz ist zweifelsfrei eine gute Schauspielerin, in meinen Augen ist sie aber immer einen Tick besser, wenn sie sich in ihrer Muttersprache präsentieren kann. Bei ihrem Ehemann im realen Leben, Javier Bardem, macht es  keinen Unterschied, ob er in Spanisch oder Englisch spielt, er ist gleichbleibend brillant. Auch in diesem Film gibt es eine Szene (die Reaktion seines Charakters auf eine Mitteilung von Penélope Cruz´Charakter), die exemplarisch für sein Übertalent als Schauspieler steht. 

„Everybody Knows“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm dieses Filmfestivals. Für die U.S.A. ist bislang noch kein Kinostart bekannt. In Deutschland startet der Film am 27.09.18 in den Kinos. Ich habe den Film auf dem Filmfest München 2018 gesehen. Dort wurde der Film in der spanischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt. 

Vor dem Film wurde ein Quiz durchgeführt. Zu gewinnen gab es Süßigkeiten, die lässig von dem Quiz-Master zu dem jeweiligen „Gewinner“ im Zuschauerraum geworfen wurden. Drei Fragen wurden gestellt. 1. Für welche beiden Filme hat der Regisseur Asghar Farhadi einen Oscar gewonnen? „A Separation“ und „The Salesman“ 2. Bei welchem Filmfestival wurde „Everybody Knows“ dieses Jahr bereits gezeigt? Cannes Film Festival. 3. Penélope Cruz und Javier Bardem standen bei dem Film „Everybody Knows“ zum sechsten Mal gemeinsam vor der Kamera, wie hießen die anderen fünf Filme: „Jamon, Jamon“, „Live Flesh“, Vicky Cristina Barcelona, The Counselor, „Loving Pablo“. Ich hätte nur die ersten beiden Fragen komplett richtig beantworten können.

Trailer zu sehen:

 

 

Filmfest in München

Obwohl ich jetzt bereits schon wieder einige Jahre in München stationiert bin, habe ich es bislang noch nicht geschafft, auf das Filmfest in der schönen bayerischen Landeshauptstadt zu gehen. Filme, die mich interessieren, müssen für mich zeitlich passen, idealerweise zwischen zwei Umläufen liegen, damit ich nicht nach Hause fliegen muss. Dieses Jahr, im Jahr 2018, beim 36. Filmfest in München, hat es wenigstens für zwei Filme geklappt.

Während ich mit der Berlinale immer Hektik verbinde, ich das Tribeca Film Festival als angenehm organisiert erlebe und das New York Film Festival sich vor allen Dingen „wichtig“ nimmt, empfand ich das Münchner Filmfest (und seine Besucher) vordergründig als gechillt. Bei allen drei mir bekannten Filmfilmfestivals wird man es niemals erleben, wie ein Gast – auf weiter Flur allein – an einer der Vorverkaufskassen stehend – mit der Kassiererin ein Schwätzchen hält und dabei darüber nachdenkt, was er sich wohl für einen Film anschaut. Die gähnenden Leere an der Vorverkaufsstelle habe ich auch an einigen anderen Locations beobachten können. Ich war völlig verblüfft und habe das gleich mal mit einem Foto dokumentiert. Ansonsten sind die Kinokarten mit 9,90 EUR in meinen Augen für ein Filmfestival äußerst günstig und scheinbar sowohl an der Vorverkaufskasse als auch online relativ einfach noch zu erwerben. Etwas umständlich finde ich, dass man beim Online-Kauf sich nicht gleich sein Ticket auf sein iPhone ziehen kann (ist in Berlin und New York gang und gäbe). In München muss man sich den Abholcode ausdrucken und mit diesem und seiner Kreditkarte die eigentlichen Tickets an einer der Vorverkaufskassen abholen. 

 

 

Kein großer Andrang an der Kinokasse des FFMUC 2018, Zeit sich zu überlegen, welchen Film man gucken will.

TV – Serie: „The Looming Tower“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Looming Tower“ (in D. auf Amazon Prime zu sehen, ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD erhältlich)  10 x approx. 50 min   drama, thriller, biopic adaptation

dir. Alex Gibney, John Dahl, Ali Selim, Michael Slovis, Craig Zisk   cast: Jeff Daniels, Bill Camp, Michael Stuhlbarg, Peter Sarsgaard, Tahar Rahim, Wrenn Schmidt, Ella Rae Peck, Alec Baldwin, Jennifer Ehle, Louis Cancelmi, Jamie Neumann

 

Im Jahr 1998. Professor Martin Schmidt (Peter Sarsgaard) ist der Leiter CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ in Washington, D.C. Er ist Osama bin Laden auf der Spur, kürzlich kam er in den Besitz eines wichtigen Datenträger der islamistischen Terrorzelle al-Qaida. Die Ermittlungsergebnisse seines Teams gibt er jedoch nicht, wie es seine Pflicht wäre, an den Leiter der New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismus-Abwehr „I-49“, John O´Neill (Jeff Daniels), weiter. Zu tief sitzen die Rivalitäten zwischen der CIA und dem FBI. John O´Neill führt eigene Ermittlungen und erhält von seinen beiden offiziellen Informanten Vince (Louis Cancelmi) und Toni-Ann (Jamie Neumann) in „Alec Station“, Informationen, dass die CIA an einer möglichen Terrorzelle in Albanien ermittelt. Der FBI-Veteran Robert Chesney (Bill Camp) verfolgt derweil eine Spur in Kenia und findet schließlich einen klaren Hinweis auf eine Terrorzelle in Albanien. John O´Neill schickt schließlich seinen neuen arabisch-amerikanischen FBI-Agenten Ali Soufan (Taha Rahim) nach Tirana. Osama bin Laden hat amerikanische Journalisten zu einem Interview nach Afghanistan eingeladen. In dem Interview, das im TV ausgestrahlt wird, ruft er alle Muslime zum Mord an US-Bürgern auf. Dieses Mal droht er mit einem konkreten Anschlag in den nächsten Wochen. Zwei Monate später explodieren zwei Autobomben vor den amerikanischen Botschaftsgebäuden in Kenia und Tansania. Dabei kamen über 224 Menschen, darunter 12 Amerikaner, ums Leben und Tausende wurden verletzt… 

  

A- (Wertung von A bis F) „The Looming Tower“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und geht der Frage nach, ob die Anschläge vom 11. September 2001 theoretisch von den amerikanischen Geheimdienstlern und Terrorexperten hätten verhindert werden können. Es ist eine Adaption von dem, mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten, gleichnamigen Sachbuch von Lawrence Wright. Serienschöpfer und Produzenten sind der Autor der Romanvorlage, der Dokumentarfilmemacher und Oscar-Gewinner Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“, „Going Clear: Scientology and the Prison of Belief“) und der amerikanische Schauspieler („The Birdcage“, „Enough“, A Mighty Heart) und Oscar-nominierte Drehbuchautor („Capote“, Foxcatcher) Dan Futterman. Alex Gibney hat auch bei der ersten Episode („Now it Begins“) Regie geführt. 

„The Looming Tower“ beginnt Ende der 1990er Jahre und erzählt von der zunehmenden Bedrohung durch Osama bin Laden und al-Qaida. 

Schon mit der ersten Folge werden die Fehler der Geheimdienste deutlich. Obwohl die CIA in ihrer Terrorabwehr-Abteilung „Alec Station“ offiziell zwei FBI-Beamte in ihrer Abteilung zu sitzen haben, verheimlichen sie sämtliche wichtige Informationen vor ihnen. Beim FBI hingegen wird durch ihre Ermittlungen deutlich, dass die Bedrohung durch Islamisten immer stärker wird. John O´Neill, der Chef der FBI-Terrorismusabwehr stellt fest, dass sie von 10.000 FBI-Mitarbeitern nur acht arabisch-sprechende Beamte haben, die sich mit der islamischen Kultur auskennen. Eigentlich höchste Zeit, etwas zu ändern. Trotz aller Rivalitäten dieser beiden Geheimdienste sollten sie beginnen, ihre Informationen auszutauschen, abzugleichen, an einem Strang zu ziehen und die wachsende Gefahr durch islamistischen Terrorzellen gemeinsam zu bekämpfen. 

Hier haben wir aber mind. zwei Alpha-Tiere, den stoischen CIA-Professor (gespielt von Peter Sarsgaard), der ausschließlich seinen Plan durchsetzen will, am liebsten Bomben worauf-auch-immer schmeissen will, in der Hoffnung, Osama bin Laden (Geheimdienstsprache: UBL) zu töten. Auf der anderen Seite den erfahrenen FBI-Oberen (gespielt von Jeff Daniels), der die Zusammenhänge sieht und durchdacht handeln will. Er erkennt, vielleicht auch durch seinen muslimischen Protegé, dass es mit der Tötung von UBL längst nicht getan ist. „The Looming Tower“ zeigt den Kleinkrieg zwischen der CIA und dem FBI, der Agency und dem Bureau, „Alec Station“ und „I-49“.  

Die Welt der amerikanischen Geheimdienstler war seinerzeit scheinbar eine reine Männerdomäne, Frauen spielen eine untergeordnete Rolle. In dem Verlauf der Ereignisse (die letztendlich zu den Anschlägen vom 11. September 2001 führten) zeigt sich, dass man Männer in solchen verantwortlichen Posten nicht alleine lassen sollte. Hier – und das Ganze beruht auf Tatsachen – sind die verantwortlichen Männer so mit sich beschäftigt, tragen Machtkämpfe aus und verlieren darüber ihr eigentliches Ziel aus den Augen. An einer Zusammenarbeit der CIA mit dem FBI war seinerzeit nicht zu denken. Unfassbar, vielleicht hätten wirklich, wenn die werten Gentlemen ihre Befindlichkeiten und Eitelkeiten hätten überwinden können, die weltverändernden Terroranschläge vom 11. September 2001 verhindert werden können. 

Zugegebenermassen werden hier auch zwei Frauen gezeigt, die aus einer Motivation heraus gehandelt haben, die nicht nachvollziehbar ist. Eine der beiden Frauen, war die CIA-Analystin Diane Marsh, die Professor Martin Schmidt unterstellt war und die andere Frau war George W. Bushs damalige Sicherheitsberaterin, Condoleeza Rice, die schlichtweg ignorant und unverantwortlich gehandelt hat. Letzteres wird zum einen zu Beginn des Jahres 2001 deutlich und zum anderen, spätestens mit der, im TV live übertragenen, Anhörung vor dem  9/11-Untersuchungsausschuss im Jahr 2004. 

Die Sympathieträger dieser Geschichte sind für mich der FBI-Agent John O´Neill und sein libanesisch-amerikanischer Agent Ali Soufan. 

Wenn man sieht, welche Themen heutzutage unsere Nachrichten bestimmen, war die Sicherheitslage der westliche Welt vor 9/11 noch weitestgehend in Ordnung. Ende der 1990er Jahre war schon fast eine unbeschwerte Zeit. Seinerzeit hat uns, beispielsweise, die Presse wochenlang mit US-Präsident Bill Clinton und seiner Affäre mit Monika Lewinsky unterhalten. Der islamistische Terror war für die normale Bevölkerung noch nicht sicht- und fühlbar. 

Meine Lieblingsszenen: viele, aber beispielsweise als Bill Camps Charakter, FBI-Veteran Robert Chesney einen der Terroristen verhört in Episode 3 („Mistakes Are Made“). Hier sieht man in einer einzigen Szene , was für ein faszinierender Schauspieler Bill Camp ist. Eine sehr starke Szene gibt es auch in der fünften Episode  („Y2K“): zur Jahrtausendwende am Times Square teilt John O´Neill, nachdem die Sylvester-Nacht zum Jahrtausendwechsel ruhig verlaufen ist, seinem Kollegen mit, dass er sicher ist, dass die Terroristen im Land sind, er weiß aber nicht, was sie genau vorhaben.

Meine Lieblingsfolge: Episode 9 („Tuesday“) Hier sieht man wie alles zusammenfällt. Wer alt genug ist, um den Tag des Terroranschlags bewusst erlebt zu haben, für den endet diese Folge mit einem Schlag in die Magengrube. Man sieht Originalfilmmaterial zum einen von der Flughafen-Überwachungskamera, die die Terroristen zeigt und zum anderen Original-Aufnahmen des Untersuchungsausschusses zu 9/11 aus dem Jahr 2004. Hier wird der damalige CIA-Direktor George Tenet befragt, warum er die Informationen, dass sich ein bekanntes al-Qaida-Mitglied seit März 2000 im Land befindet nicht an das FBI weitergeleitet hat und warum sich diese Person nicht auf der Watchlist befand, bzw. rund um die Uhr beobachtet wurde. Später sieht man die damalige Nationale Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice (die in der fiktiven Erzählung, zuvor die Sorgen der Geheimdienstler vor einem drohenden al-Qaida-Anschlag auf amerikanischen Boden nicht ernst genommen hat), wie sie im Jahr 2004 vor dem Untersuchungsausschuss befragt wird. Sie sagt aus, ihr wäre nicht klar gewesen, dass sie etwas gegen die al-Qaida-Zellen hätten tun sollen. Es wird darauf hingewiesen, dass sie ausdrücklich mit dem Datenträger v. 6.8.2001 gewarnt wurde, dass es sehr wahrscheinlich zu einem Anschlag in den U.S.A. kommt. Sie wird gefragt, ob sie sich an den Titel dieses Datenträgers erinnert. Sie antwortet daraufhin: Bin Laden Determined to Attack Inside the United States. Wow. Daran konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. Jetzt rückblickend unfassbar, dass sie daraufhin nicht als Nationale Sicherheitsberaterin entlassen wurde. Sie wurde sogar ein Jahr später als Außenministerin der Vereinigten Staaten ernannt. Wie kommt es, dass diese Leute nie zur Verantwortung gezogen wurden?

Die finale Episode („9/11“) hat mich tief bewegt und in die Zeit dieser Terror-Anschläge, die die Welt veränderten, zurückversetzt. Diese Folge fängt die Stimmung zu dieser Zeit hervorragend ein. Vieles hat man gesehen, aber nicht, wie wohl die Geheimdienstler, die diese Anschläge wohl hätten verhindern können, mit der Situation umgegangen sind. Die tragischste aller Geheimdienst-Persönlichkeiten ist zweifelsohne John O´Neill. Zum Zeitpunkt der Terroranschläge arbeitete er – unfreiwillig – bereits nicht mehr für das FBI, sondern führte das Sicherheitspersonal in den Twin Towers. Eine brillante Szene gibt es auch noch gegen Ende der Episode als der muslimische FBI-Agent Ali Soufan den Terroristen aufzeigt, was tatsächlich im Koran steht.

Schon vor 9/11 verband mich eine innige Liebe mit der Stadt New York, ich reiste damals schon mehrmals im Jahr privat in die Stadt, Hatte – wie immer – frei im September und wollte tatsächlich auch in die Stadt fliegen. Wie die meisten, die alt genug waren, um diesen Tag schon bewusst zu erleben, werde ich nie vergessen, wie ich von dem Terroranschlag erfahren habe und nicht wahrhaben wollend, was passierte, daraufhin über Tage die Nachrichtenberichterstattung quasi rund um die Uhr verfolgte. Relativ kurz nach den Anschlägen bin ich erstmalig im Oktober 2001 wieder nach Manhattan geflogen. Den Geruch meiner Lieblingsstadt und die Stimmung in dieser Zeit werde ich nie vergessen. 

Wie alle exzellenten Serien bzw. Mehrteiler habe ich mir diese auch 2 x angeschaut. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

John O´Neill ist der Leiter des New Yorker FBI-Abteilung für Terrorismusabwehr (I-49). John O´Neill lebt für seinen Job, er ist seit über 20 Jahren bei dem FBI. Er ist überzeugt, dass die USA, Ziel eines Anschlags von al-Qaida ist, wird aber von der CIA, insbesonders von Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard), was deren Informationen über die Islamisten angeht, kurz gehalten. John O´Neill gab es tatsächlich. Beruflich ist er und sein Mitarbeiter Ali Soufan für mich die Sympathieträger dieser wahren Geschichte. Privat sah es bei ihm wohl etwas chaotisch aus, in der Realität hatte er wohl tatsächlich vier (in der Serie sind es „nur“ 3 Frauen) gleichzeitig, die nichts voneinander wussten. Außerdem hatte er wohl auch einige Disziplinarverfahren am Hals. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man das wahre Leben nicht spoilern kann, hier eine kleine SPOILER-WARNUNG was seine Person angeht: Nach 25 Jahren beim FBI, im Jahr 2001, wurde er gezwungen, seinen Rücktritt einzureichen. Zweieinhalb Wochen vor dem 11.September 2001 hatte er seinen ersten Tag in seinem neuen Job als Leiter des Sicherheitspersonals der World Trade Center. Die unglaubliche Tragik seines Lebens besteht darin, dass er bei den 9/11-Anschlägen in einem der Türme verstarb. SPOILER-WARNUNG ZU ENDE Gespielt wird John O´Neill hier von dem amerikanischen TV-, Film- und Theaterschauspieler Jeff Daniels. Sein Spielfilmdebüt gab er in Milos Formans „Ragtime“. Er hat in unzähligen Kinofilmen („Terms of Endearment“, „Dumb and Dumber“„The Squid and the Whale“, Steve Jobs) mitgespielt. Für seine Rolle in der TV-Serie The Newsroom, hat er  er einen Emmy Award gewonnen. Für seine Performances in den Bühnenstücken „God of Carnage“ und „Blackbird“ wurde er jeweils für den Tony Award nominiert 

Professor Martin Schmidt ist der Leiter der CIA-Anti-Terror-Einheit „Alec Stattion“ in Washington. Diese Figur setzt sich wohl aus mehreren realen Charakteren zusammen. Seine Figur hat aber durchaus starke Ähnlichkeit mit dem damaligen CIA-Agenten und Leiter der Anti-Terror-Einheit „Alec Station“ Michael Scheuer. Er machte seit 1996 Jagd auf Osama bin Laden. Gespielt wird Professor Schmidt von dem amerikanischen Charakterschauspieler Peter Sarsgaard. Sein Spielfilmdebüt gab er in „Dead Man Walking“. Seither hat er in unzähligen guten Filmen (u.a. „Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, Rendition, Blue Jasmine, Jackie) und in einigen TV-Serien („The Killing“, „Wormwood“) mitgespielt. Peter Sarsgaard ist exzellent in der Rolle des sehr smarten, aber überheblichen Professors Martin Schmidt. Im realen Leben ist er mit der Schauspielerin Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight) verheiratet.

Ali Soufan ist ein libanesisch-amerikanischer FBI-Beamter. Er ist Muslim und in Beirut geboren und aufgewachsen. Ali ist im Jahr 1998 nur einer der 8 von 10.000 Mitarbeitern beim FBI, der Arabisch spricht und sich auch mit der islamischen Kultur auskennt. John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels) ist sein Mentor, er arbeitet in seiner Gruppe „I-49“. Ali Soufan ist – wie John O´Neill – eine reale Persönlichkeit, er stand übrigens den Serienschöpfern von „The Looming Tower“ als Berater bei. Wie bereits oben erwähnt sind für mich Ali Soufan und sein Chef John O´Neill die Sympathieträger der Geschichte. Gespielt wird Ali Soufan von dem französischen Schauspieler Tahar Rahim gespielt. Er hat einige Auszeichnungen für seine Performance in Jacques Audiards „A Prophet“ gewonnen und war in einigen internationalen Produktionen, u.a. in Asghar Farhadis „The Past“ und Fatih Akins „The Cut“ mitgespielt. Ich denke, dass „The Looming Tower“ in den U.S.A. sein Durchbruch ist und man ihn bald in mehr amerikanischen Filmen sehen wird.

Diane Marsh ist eine CIA-Analystin und Professor Martin Schmidt (gespielt von Peter Sarsgaard) unterstellt. Sie glaubt daran, dass ausschließlich die CIA das Potenzial hat, den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen und hält Informationen vor dem FBI zurück. Ihr Charakter ist aus mindestens drei realen Persönlichkeiten entwickelt worden. Für mich ist Diane Marsh neben den ganzen Terroristen die unangenehmste Figur dieser Mini-Serie. Gespielt wird Diane Marsh von der amerikanischen Schauspielerin Wrenn Schmidt. Sie hatte bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „The Americans“, „Tyrant“) eine größere Rolle. 

Robert „Bob“ Chesney (Bill Camp) ist ein FBI Veteran. Er arbeitet für John O´Neill (gespielt von Jeff Daniels). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Mir ist dieser hervorragende Schauspieler erstmalig im Jahr 2016, in der TV-Serie The Night Of aufgefallen. Im realen Leben ist er mit der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel (TV-Serie Homeland, Staffel 6 und 7) verheiratet. 

Richard Clarke ist der Bundeskoordinator für Nationale Sicherheit in den USA. Er hat US-Präsidenten Bill Clinton direkt beraten. Auch Richard Clarke ist eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird er von dem genialen amerikanischen Schauspieler Michael Stuhlbarg. Mir ist er erstmals in A Serious Man der Coen Bros. aufgefallen. Was hat er nicht seither alles gespielt. Aus der Filmwelt ist er nicht mehr wegzudenken. Unvergessen in Steve Jobs und Miss Sloane. Allein dieses Jahr, im Jahr 2018, spielte er mit Call Me by Your NameThe Post und The Shape of Water in drei Oscar-nominierten bzw. -prämierten Filmen. Auch in den TV-Serien „Boardwalk Empire“ und der dritten Staffel von „Fargo“ hatte er eine Hauptrolle. 

George Tenet ist der Direktor der CIA. Er ist bekanntermassen auch eine reale Persönlichkeit. Gespielt wird George Tenet von dem amerikanischen Schauspieler Alec Baldwin. Der Charakterschauspieler hat in einigen exzellenten Filmen („Glengarry Glen Ross“, „State and Main“, „The Cooler“, Blue Jasmine) und guten TV-Serien („Will & Grace“, „30 Rock“) mitgespielt. Den meisten ist er bekannt durch seine Parodie von Donald Trump bei SNL. Für diese Performance hat er auch einen Emmy Award gewonnen. Zwei weitere Emmys hat er für seine Rolle in „30 Rock“ gewonnen. Für 15 weitere Emmy Awards war er nominiert. Außerdem hat er eine Oscar-Nominierung für seine Performance in „The Cooler“ und eine Tony-Nominierung für seine Rolle in dem Bühnenstück „A Streetcar Named Desire“ erhalten. Alec Baldwin ist er der älteste der Baldwin Brüder, Daniel, William und Stephen sind ebenfalls alle Schauspieler. 

 

„The Looming Tower“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Outstanding Limited Series, Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Jeff Daniels, Taha Rahim), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Peter Sarsgaard, Michael Stuhlbarg, Bill Camp) Update: „The Looping Tower“ ist im Jahr 2018 für vier Emmys (Outstandig Lead Actor, Jeff Daniels, Outstanding Supporting Actor, Michael Stuhlbarg, Outstanding Directing für die Episode „9/11“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. 

„The Looming Tower“ feierte seine Weltpremiere am 15.02.18 in New York. Die internationale Premiere zweier Episoden erfolgt kurz daraufhin auf der Berlinale 2018. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig, mit einer Episode pro Woche, v. 28.02.18 – 18.08.18 auf dem amerikanischen Streaming-Sender Hulu ausgestrahlt. In Deutschland ist die Serie ist seit dem 4.5.18 in einer wohl verbesserten Synchro-Version auf Amazon Prime zu streamen. Die Originalfassung ist aber definitiv zu empfehlen. „The Looming Tower“ erscheint ab dem 18.08.18 auf Blu-ray und DVD. Ich war im April 2018 zu einer HULU-Veranstaltung (incl. FYC-Screening mit anschließendem Q & A mit Dan Futterman, u.a. und einer Party) für SAG-AFTRA-Mitglieder in New York eingeladen, woraufhin für mich feststand, diese Serie unbedingt sehen zu müssen. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Q & A nach dem FYC-Sreening von „The Looming Tower“ im Metrograph in Manhattan April 2018

 

Hong Kong – Film: „Hotel Artemis“

Ich war am 21.06.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hotel Artemis“ (dt. Kinostart: 26.07.18)  94 min   crime, drama, thriller, sci-fi

dir. Drew Pearce  cast: Jodie Foster, Sterling K. Brown, Sofia Boutella, Jeff Goldblum, Jenny Slate, Zachary Quinto, Charlie Day, Dave Bautista, Brian Tyree Henry

 

21.Juni 2028 in Los Angeles. Seit Tagen kommt es auf den Straßen von L.A. zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Krankenschwester (Jodie Foster) führt mit ihrem Rausschmeisser und Assistenten Everest (Dave Bautista) das Hotel Artemis, ein Krankenhaus exklusiv für kriminelle Clubmitglieder. Am Abend checken die Bankräuber Sherman (Sterling K. Brown) und sein schwerverletzten Bruder Lev (Brian Tyree Henry) ein. Die Patienten des Hotel Artemis müssen sich klar an Regeln halten, aber irgendwann überschlagen sich die Ereignisse…

 

B- (Wertung von A bis F) „Hotel Artemis“ ist das Regiedebüt des britischen Sängers, Drehbuchautors („Iron Man 3“, „Mission: Impossible – Rogue Nation“) und Produzenten Drew Pearce. 

Bei diesem Film mochte ich die Prämisse mehr als die Umsetzung. Die Idee eines geheimen Members-only-Krankenhauses für Gesetzesbrecher erinnert in etwas abgewandelter Form an das Hotel Continental aus John Wick 1 + 2.  Da begeisterte mich bereits schon die Vorstellung eines geheimen Unterwelt-Etablissements. Die gewählte Location hier hat ein originelles Retro-Interieur und ist mit sämtlichen medizinischen High Tech ausgestattet. Die Patienten tragen im Hospital den Namen, der jeweiligen Suite, in der sie untergebracht sind und werden von einer schrulligen Krankenschwester medizinisch versorgt. Der Aufenthalt für Mitglieder ist unbegrenzt, so lange sie sich an die Regeln (beispielsweise macht man keine Geschäfte mit Mitpatienten, man tötet auch niemanden auf dem Terrain) halten. Gerne wäre ich in die Welt des Hotel Artemis noch tiefer eingetaucht. Leider mangelt es dem Film aber an einer durchdachten Story. Das ist insbesondere deshalb schade, da hier sehr talentierter Schauspieler (Jodie Foster, Sterling K. Brown, Zachary Quinto, Jeff Goldblum u.a.) am Start sind. 

Jodie Foster habe ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr in einem Film gesehen. Sie hat tatsächlich auch das letzte Mal vor fünf Jahren für den Film Elysium vor der Kamera gestanden. Die zweimalige Oscar-Gewinnern sehe ich grundsätzlich gerne, hier hat sie mich jedoch irritiert. In „Hotel Artemis“ sieht sie aus wie Jodie Foster auf „alt“ geschminkt. Gut, sie ist, man mag es kaum glauben, mittlerweile schon 55 Jahre alt, aber sie sieht hier aus als wäre sie 60 oder älter. 

„Hotel Artemis“ ist am 8.6.18 landesweit in 2.407 amerikanischen Kinos gestartet. In Hongkong ist der Film am 21.06.18 in den Kinos gestartet. Ab dem 26.07.18 wird der Film in Deutschland in den Kinos zu sehen sein. Ich habe den Film in Hongkong gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„

Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer, gezeigt in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln) 

Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Truth or Dare„

Bewertung des Trailers: A- (anderer Trailer, gezeigt in Originalfassung mit chinesischen Untertiteln)

Kommentar: Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

chinesisches Filmplakat von „Hotel Artemis“

Berlin – Film: „Hereditary“

Ich war am 14.06.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hereditary“ (dt. Filmtitel: „Hereditary – Das Vermächtnis“ (dt. Kinostart war der 14.06.18) 127 min   drama, horror

dir. Ari Aster  cast: Toni Collette, Alex Wolff, Milly Shapiro, Ann Dowd, Gabriel Byrne

 

Die Familie Graham mit Mutter Annie (Toni Collette), Vater Steve (Gabriel Byrne) und den beiden Kindern Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) lebt in einem Haus am Waldrand. Annie ist Künstlerin, sie arbeitet Zuhause und baut Puppenhäuser. Kürzlich ist Annies Mutter verstorben, einzig Enkelin Charlie scheint um ihre Oma zu trauern. Annie versucht ihre Gefühle zu sortieren und landet irgendwann in einer Selbsthilfegruppe. Dort trifft sie auf Joan (Ann Dowd)…

 

B (Wertung von A bis F) „Hereditary“ ist das Langfilmdebüt des 31-jährigen amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Ari Aster. 

Ich mag Ari Asters Inszenierung mehr als den Film im Ganzen. Heutzutage, in Zeiten, in denen vorwiegend Superhelden-Filme, Action-Spektakel, Remakes, Reboots, Sequels, etc. Geld an der Kinokasse einspielen, ist es nicht mehr selbstverständlich einen Autorenfilm wie „Hereditary“ überhaupt im Kino zu sehen. Genau dort sollte dieser Film aber auch konsumiert werden und auch nicht anders als er gedreht wurde, in der Originalfassung. Ersteres überwiegend, um die gesamte künstlerische Gestaltung ohne Ablenkung auf der großen Leinwand zu erfassen, letzteres ist erforderlich, um die Performances in allen Nuancen aufnehmen zu können. 

Seit der Film im Januar auf dem Sundance Film Festival lief, höre und lese ich, wie supergruselig dieser Film sein soll. „Hereditary“ ist kein konventioneller Horrorfilm, ich sehe den Film sogar eher als Psycho- und Familiendrama und hätte dem Film wahrscheinlich die Bestbewertung gegeben, wenn man die Geschichte am Ende auch irgendwie so hätte deuten können. Kann man aber nicht und das Ende fand ich leider sehr unbefriedigend. Auch wenn der Film ein paar Gänsehaut-Momente bietet, am gruseligsten fand ich – ehrlich gesagt – die 13-jährige Tochter, Charlie. Sie ist aber auch mit einem Gesicht gesegnet, dass ich mir abseits von Horrorfilmen kaum vorstellen kann und will. Um so überraschter war ich, als ich las, dass die Kinderschauspielerin (und -sängerin) Milly Shapiro am Broadway die Titelrolle in dem Musical „Matilda“ spielte und dafür sogar mit einem speziellen Tony-Award ausgezeichnet wurde. 

Es gibt einige Gründe, warum „Hereditary“ unbedingt sehenswert ist. Wie der Filmemacher hier die Location, die Miniaturen, Dunkelheit, Farben, Geräusche, die Filmmusik und die Hintergründe einer Szene in die Geschichte einbindet, ist besonders. Bestimmte Bilder aus dem Film werde ich wahrscheinlich nie vergessen und sollte irgendjemand ein spezielles Geräusch von sich geben, werde ich wahrscheinlich auch erst mal zusammenzucken. Das ist schon weit mehr als man von den meisten Filmen mitnimmt.  Die für mich größte Überraschung des Films wird bereits zum Ende des ersten Aktes präsentiert, wie Ari Aster dann weiter mit dieser Situation umgeht, hat mich verblüfft. Der Filmemacher hat zweifelsfrei smarte Ideen, er weiß, eine angespannte und beklemmende Atmosphäre und Stimmung zu schaffen, all das lässt mich seinen nächsten Film sehnlichst erwarten. 

„Hereditary“ passt wunderbar in das Repertoire des amerikanischen Filmverleihers A24 und ist ähnlich „anders“ und mitunter verstörend, wie Under the Skin, The Witch, The Lobster, The Killing of a Sacred Deer.

Dieser A24-Film hat in den U.S.A. ein CinemaScore D+ bekommen. Zur Erinnerung, das ist eine Bewertung, die von dem amerikanischen Otto-Normal-Kinobesucher am Eröffnungstag direkt nach dem Verlassen des Kinosaals vergeben wird. Die meisten Filme bekommen ein A- bis B-, wenn ein Film derart aus der Reihe schlägt, siehe hierzu auch mein Beitrag zu mother! bedeutet das für den Filmliebhaber: unbedingt gucken!

„Hereditary“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Toni Collette), Bester Nebendarsteller (Alex Wolff) Bestes Originaldrehbuch 

„Hereditary“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 08.06.18 in 2.964 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film am letzten Donnerstag (15.06.18) ins Kino gekommen. 

Der klasse Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer gezeigt) 

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson. Ich habe Saoirse Ronan bislang noch nie in der Synchronisation gesehen. Allein an diesem deutschen Trailer konnte ich aber erkennen, dass die (schreckliche) Stimme überhaupt nicht zu der Schauspielerin passt.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Foxtrot„

Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer gezeigt)

Kommentar: israelisches Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Candelaria – Ein kubanischer Sommer„

Bewertung des Trailers: C- (dt. Trailer gezeigt) 

Kommentar: kubanische Tragikomödie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer, in der OV gezeigt) 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „Colony, Staffel 1 und 2“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender USA Network-Serien angeschaut:

 

„Colony, Staffel 1 und 2“ (derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen)  1 – 10 x approx. 42 min, 2 – 13 x approx 42 min.  sci-fi, drama 

dir.  Juan José Campanella, Nelson McCormick, Scott Peters, Roxann Dawson, Tim Southam, Thomas Carter, Jeremy Webb, Olatunde Osunsanmi, Charlotte Brandstrom, Peter Leto cast: Josh Holloway, Sarah Wayne Callies, Peter Jacobson, Amanda Righetti, Tory Kittles, Alex Neustaedter, Paul Guifoyle, Kathy Baker, Erin Way, Isabella Crovetti-Camp, Jacob Buster 

 

In der näheren Zukunft. Nach der Invasion einer Gruppierung außerirdischen Ursprungs (als Hosts oder RAPs bezeichnet), steht die Stadt unter dem Regime einer militärischen Besatzung. Los Angeles und andere Großstädte wurden in isolierte Blöcke verwandelt. Die Millionenmetropole  ist umzäunt von einer riesigen, unüberwindbaren Mauer. Die koloniale Übergangsregierung in L.A. wird von dem menschlichen Stellvertreter Gouverneur Alan Snyder (Peter Jacobson) geführt. Los Angeles County ist unterteilt in die Colony, in der die normale, unterdrückte Bevölkerung lebt und die Green Zone, in der die Besatzer wohnen. Drohnen sind ständig im Einsatz und die Militärpolizei, genannt Redhats, setzt mit Gewalt Kontrollen und nächtliche Ausgangssperren durch. Sollten sich die Menschen widersetzen, kommen sie in die Factory, eine Art Arbeitslager.  Bei der Invasion wurde der 12-jährige Charlie (Jacob Buster) von seinen Eltern Will (Josh Holloway) und Katie (Sarah Wayne Callies) und seinen beiden Geschwister, dem 15-jährigen Bram (Alex Neustaedter) und Gracie (Isabella Crovetti-Cramp) getrennt. Der ehemalige FBI-Agent Will wird von Proxy Snyder angeworben. Er soll seine Fähigkeiten in den Dienst der Besatzer stellen, Widerstandskämpfer jagen und im Austausch dafür wird ihm und seiner Familie ein besseres Leben versprochen. Außerdem wird ihm in Aussicht gestellt, dass er seinen vermissten Sohn bald zurückbekommt. Will beginnt für die Besatzer zu arbeiten, weiß jedoch nicht, dass seine Frau Katie längst dem Widerstand angehört…

 

1. Staffel 

C+ (Bewertung von A bis F) 

2. Staffel 

C (Bewertung von A bis F) Die Serienschöpfer von „Colony“ sind Drehbuchautor Ryan J. Condal und Carlton Cuse, der bereits der kreative Kopf hinter den TV-Serie Bates Motel und der TV-Serie „The Strain“ war und sich als Produzent der Erfolgsserie „Lost“ hervorgetan hat. Bei neun Episoden in den ersten beiden Staffeln hat der argentinische Filmemacher und Oscar-Gewinner Juan José Campanella („The Secret in Their Eyes“) Regie geführt. 

Es liegt schon eine Weile zurück, dass ich die ersten beiden Staffeln dieser Serie gesehen habe. Ich erinnere mich an „Colony“ als eine Art The Handmaid´s Tale für die anspruchslose Masse. Durchaus unterhaltsam, aber nebenbei kann man getrost seine Hausarbeit (Wäsche sortieren, bügeln, Blumen gießen, saugen, etc…) erledigen.  

Die erste Staffel beginnt kurz vor dem ersten Jahrestag der Alien-Invasion. Man weiß weder, wer sich genau hinter dieser außerirdischen Macht verbirgt, noch was deren Plan ist. Auch erfährt man nicht, wie es zu dieser plötzlichen Übernahme kam. „Colony“ ist eine dystopische Sci-Fi-Serie, aber zunächst einmal nicht wirklich eine Alien-Serie, zumindest sieht man die Außerirdischen bis zur 9. Episode („Zero Day“) nicht. Bei Sci-Fi-Filmen und -Serien ist es mir immer wichtig, die vorgegebene Weltordnung zu verstehen. Die Serienschöpfer und Autoren geben hier eine grobe Orientierung vor, beim näheren Hingucken fällt die aber gnadenlos durch die Plausibilitätkontrolle. 

Ich hätte erst einmal gerne gewusst, 

  • wie sich die Welt in so kurzer Zeit extrem verändern konnte, vor allen Dingen ohne nennenswerten Widerstand
  • wie (und in welchem Zeitrahmen) haben die Besatzer diese überdimensionale Mauer, die die amerikanischen Großstädte umgeben, gebaut, die ganzen anderen Grenz- und technischen Vorrichtungen installiert und ausreichend Militärpolizei (Redhats) rekrutiert 
  • warum dieser Kontrollstaat nicht viel mehr Wanzen und Kameras in den Häusern der verdächtigen, „normalen“ Bürger anbringt 
  • wie funktioniert der Alltag der unterdrückten Bevölkerung, welcher Arbeit gehen sie nach, wie kommen sie an die Grundversorgung (Strom, Wasser, Lebensmittel). Man sieht, dass die Bürger Luxuslebensmittel (dazu gehört auch Cola und Wein) mit anderen tauschen und manche auch etwas in ihrem Garten anbauen, aber wie kommen sie zu den Grundnahrungsmitteln
  • warum werden gesuchte Personen nicht noch schneller gefunden, schließlich schwirren die Drohnen mit Gesichtserkennung überall herum
  • was sich die Make-Up-Artisten/Hairstylisten bei der Perücke von Charlie gedacht haben 

Wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich in einem Land leben müsste, dass von Aliens oder von fundamentalistischen Gläubigen (wie bei „The Handmaid´s Tale“) besetzt ist, würde ich mich sicherlich für die Aliens entscheiden. So ganz ohne Glauben läuft ein Machtwechsel bzw. eine Übernahme aber auch in „Colony“ nicht. Hier wird den Menschen  eingetrichtert, dass sie auf den Greatest Day warten sollen und da gibt es scheinbar genug Leute, die daran glauben wollen. 

Mein Fazit: „Colony“ kann man gucken, das Bügeln geht leichter von der Hand. Ich mochte, dass die Besetzung sehr vielfältig ist, und das auf unaufdringliche Weise. Was mir aber besonders gefallen hat: Im Anschluss an die beiden Staffeln habe ich eine wirklich exzellente Serie geschaut und  durch „Colony“ wusste ich das noch wesentlich mehr zu schätzen.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Will Bowman ist Ex-U.S. Army Ranger und Ex-FBI-Agent. Er ist mit Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) verheiratet, sie haben drei Kinder, Bram, Gracie und Charlie. Letztgenannter wurde bei der Invasion von seinen Eltern und Geschwister getrennt. Will versucht ihn mit aller Gewalt zu finden, dafür beginnt er sogar für die Besatzer zu arbeiten und die Mitglieder des Widerstands zu jagen. Will weiß zu Beginn jedoch nicht, dass seine Frau dem Widerstand angehört. Gespielt wird Will Bowman von dem amerikanischen Model, Schauspieler und Produzenten Josh Holloway. Er hat in einigen TV-Projekten („Angel“, NCIS, Community“) und auch in einigen Kinofilmen („Mission Impossible – Ghost Protocol“) mitgewirkt. Berühmt wurde er jedoch als Sawyer in der TV-Serie Lost. In meinen Augen läuft Josh Holloway nicht in Gefahr, jemals für einen Oscar nominiert zu werden, aber er gibt eine durchaus passable Performance. Außerdem sieht er, wenn er nicht gerade einen Anzug trägt, immer etwas schmuddelig und dabei unverschämt sexy und cool aus. 

Katie ist die Besitzerin der Bar „The Yonk“. Sie ist mit Will (gespielt von Josh Holloway) verheiratet, sie haben drei gemeinsame Kinder. Katie gehört dem Widerstand an, wovon ihr Ehemann zu Beginn nichts weiß. Katie Bowman wird von der amerikanischen Schauspielerin Sarah Wayne Callies gespielt. Sie ist vorwiegend bekannt durch ihre Hauptrollen in den TV-Serien „Prison Break“, The Walking Dead“). 

Maddie Kenner ist die jüngere Schwester von Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) und damit Schwägerin von Will (gespielt von Josh Holloway). Sie hat einen kleinen Sohn (Hudson), der krank ist. Ihr Ehemann ist seit der Invasion verschwunden/ verstorben. Gespielt wird Maddie von der amerikanischen Schauspielerin Amanda Righetti. Vielen wird sie vielleicht durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „The Mentalist“ bekannt sein. Sie hat in einigen TV-Serien („The O.C.“, „North Shore“) mitgespielt und war auch in Captain America: The First Avenger zu sehen. 

Bram ist der älteste Sohn von Will und Katie (gespielt von Josh Holloway und Sarah Wayne Callies). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Alexander Neustaedter. Er hat zwar bereits in ein paar kleineren Projekten mitgewirkt, aber in „Colony“ spielt er eine Hauptrolle, dies dürfte sein Durchbruch sein. 

Lindsey ist die Hauslehrerin von Will und Katies kleiner Tochter Gracie (gespielt von Isabella Crovetti-Cramp). Lindsey wird von der amerikanischen Schauspielerin Erin Way gespielt. Sie ist für mich die gruseligste Figur der Serie. Erin Way hat bereits in anderen TV-Serien (u.a. „The Mentalist“, „Supernatural“ und „The Handmaid´s Tale“) mitgespielt.

Proxy Alan Snyder ist der Gouverneur des Los Angeles Blocs. Gespielt wird Proxy Snyder von dem amerikanischen Schauspieler Peter Jacobson. Bekannt geworden ist er durch seine Rolle als Dr. Chris Taub in der TV-Serie „House“. Auch in den TV-Serien „Ray Donovan“ und „The Americans“ hatte er eine größere Rolle.  

Eric Broussard gehört der Widerstandsgruppe an. Er war früher bei der CIA. Gespielt wird Broussard von dem afroamerikanischen Schauspieler Tory Kittles. Er hatte in Sons of Anarchy,eine größere Rolle und hat auch in der ersten Staffel von True Detective mitgespielt. Man konnte ihn auch in einigen Kinofilmen („Stop-Loss“, The Sapphires, Olympus Has Fallen) sehen. 

 

Die erste Staffel von „Colony“ wurde vom 14.1.16 bis zum 17.3.16 und die zweite Staffel vom 12.1.17 – 6.4.17 erstmalig auf dem amerikanischen Kabelsender USA Network ausgestrahlt. Die dritte Staffel läuft seit dem 2.5.18 (und noch bis zum 27.06.18). Die erste und zweite Staffel ist derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen. 

 

Trailer zur 1. Staffel:

Trailer zur 2. Staffel:

 

 

Hong Kong – Film: „The Wall“

Ich war am 05.06.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Wall“ (in Deutschland über Amazon Prime zu beziehen)  90 min  action, drama

dir. Doug Liman  cast: Aaron Taylor-Johnson, John Cena  voice: Laith Nakli

 

Ende 2007 im Irak. Offiziell hat US-Präsident George W. Bush die U.S.A. als Sieger des Krieges gegen den Irak erklärt. Große Teile der US-Kampftruppen wurden abgezogen. Seit mehr als 18 Stunden liegen die beiden amerikanischen Scharfschützen Sergeant Matthews (John Cena) und Sergeant Isaac (Aaron Taylor-Johnson) bereits in der Hitze auf einer Anhöhe und beobachten ein Schlachtfeld. Einige Leichen können sie ausmachen, aber ansonsten scheint der Ort verlassen. Irgendwann reicht es Sgt. Matthews und er begibt sie nach unten. Wenn das nicht ein Fehler ist…

 

B (Wertung von A bis F) „The Wall“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Doug Liman („Go“, „The Bourne Identity“, „Edge of Tomorrow“).

Doug Limans „Swingers“ (mit den noch sehr jungen Jon Favreau und Vince Vaughn) zählt zu meinen Lieblingsfilmen, ein Grund für mich, sein neues Actiondrama für einen Kinobesuch auszuwählen. 

„The Wall“ ist konsequentes Katz-und-Maus-Kriegsdrama in der irakischen Ödnis. Zwei amerikanische Soldaten, die sich in eine scheinbar ausweglose Situation gebracht haben. Doug Liman beweist, dass man die Brutalität des Krieges auch eindrucksvoll und spannend als Zwei-Personen-Stück inszenieren kann. 

Der Protagonisten Matthews und Isaac sind unbekannten Scharfschützen ausgesetzt. Schüsse fallen, verletzen, aber wo genau sich der oder die Sniper befinden, der Zuschauer rätselt genauso wie der oder die Charaktere. „The Wall“ (der Filmtitel bezieht sich auf die provisorische Mauer, hinter der Isaac Schutz sucht) ist ein intensives Survival-Drama. Aaron Taylor-Johnson (Nocturnal Animals) macht seine Sache gut, er trägt den Film quasi allein. 

Das Ende empfand ich als rund und dafür gab es in meiner Bewertung noch einen Zusatzpunkt. 

„The Wall“ ist am 12.05.17 in 540 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist am 31.05.18 in Hongkong ins Kino gekommen. Ich habe den Film dort gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. In Deutschland der Film über Amazon Prime zu sehen. 

Bevor ich mir den Film angeschaut habe, habe ich keinen Trailer gesehen. Ich würde nicht unbedingt empfehlen, mehr als 60 Sekunden des nachfolgenden Trailers zu sehen (Er verrät eine wesentliche Wendung).

Spoiler-Trailer zu sehen:

 

vorgechaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Death Wish„

Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)

Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis, der wie eine Karikatur seiner selbst wirkt

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Teaser v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„

Bewertung des Trailers: ? (mmmh, Teaser bestand nur aus Dino-Gebrülle und einer schwarzen Leinwand) 

Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World. Ungewöhnlicher Kinostart, in Europa (inkl. Deutschland) startete der Film am 06./07. oder 08.06.18, in Hongkong am 7.6.18 und in den USA erst am 22.6.18 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

TV – Serie: „Homeland, Staffel 7“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender SHOWTIME-Serie angeschaut:

 

„Homeland, Staffel 7“ (in D. seit dem 1.6.18 auf Amazon Prime zu sehen oder über iTunes zu kaufen) 12 x approx. 50 min   drama, thriller, adaptation

dir. Lesli Linka Glatter, Michael Klick, Alex Graves, Charlotte Sieling, Michael Offer, Tucker Gates, Nelson McCormick, Dan Attias   cast: Claire Danes, Mandy Patinkin, Elizabeth Marvel, Maury Sterlin, Jake Weber, Linus Roache, Morgan Spector, Dylan Baker, Amy Hargreaves, Sandrine Holt, James D´Arcy, Beau Bridges, F. Murray Abraham 

 

Seit die neue US-Präsidentin Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) im Amt ist, arbeitet die ehemalige CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) nicht mehr als Beraterin für das Weiße Haus. Sie lebt jetzt wieder zusammen mit ihrer Tochter Franny (Claire und McKenna Keane) bei ihrer Schwester (Amy Hargreaves). Derweil vergrößert sich der Widerstand gegen die neue US-Präsidentin. Seit dem Mordanschlag auf sie, witterte die Präsidentin eine Verschwörung und trat eine systematische Verhaftungswelle von Staatsdienern los. Unter den 200 Gefangenen befinden sich  auch Geheimdienstler und Carries Mentor und Freund Saul Berenson (Mandy Patinkin). Carrie versucht ihren FBI-Kollegen Dante (Morgan Spector) dazu zu bewegen, sich mit Senator Pailey (Dylan Baker) zu treffen. Dante hat wichtige Informationen und Beweise, die Senator Pailey von Nutzen sein könnten, er leitet einen  Untersuchungsausschuss gegen die US-Präsidentin. In der Zwischenzeit bietet der Stabschef von Präsidentin Keane, David Wellington (Linus Roache), Saul Berenson einen Job als Nationaler Sicherheitsberater an. Saul stellt aber Bedingungen….

 

B- (Wertung von A bis F) Die Serie „Homeland“ basiert vage auf der israelischen Serie: „Hatufim“.

Während die vierte Staffel in Afghanistan und Pakistan, die fünfte Staffel in Berlin, die sechste in New York spielte, spielt die siebente – mit Ausnahme der letzten beiden Episoden – jetzt wieder überwiegend in Washington, D.C. und hauptsächlich in den ersten 100 Tagen der Präsidentschaft von Madam President Elizabeth Keane. Im Staffelfinale („Paean to the People“) gibt es dann gegen Ende nochmal einen Zeitsprung von sieben Monaten. 

Auch wenn es derzeit noch nicht offiziell von Showtime bestätigt wurde, gibt es voraussichtlich nur noch eine Staffel von „Homeland“. Die achte Staffel soll die finale sein. Zeit, die vergangenen Staffeln Revue passieren zu lassen. 

Über die Jahre hat diese Serie 26-Emmy-Nominierungen und acht Emmys gewonnen. Claire Danes hat für ihr Porträt der Carrie Mathison zwei Emmy Awards gewonnen. 

Hier meine Bewertungen der vergangenen 72 Episoden, bzw. letzten sechs Staffeln mit dem entsprechenden Link zu meinem Beitrag:

  1. Staffel : A-
  2. Staffel  A-
  3. Staffel B-
  4. Staffel B+
  5. Staffel B-
  6. Staffel C

Daran sieht man, dass mir die ersten beiden eindeutig am Besten gefallen haben, dicht gefolgt von der vierten. 

Ich hatte es in meinem Beitrag zur sechsten Staffel bereits vermutet, die siebente Staffel ist tatsächlich wesentlich politischer, ohne dabei aber zu vergessen, dass es sich nunmal um eine Spionagethriller-Serie handelt. 

Worum geht es in der siebenten Staffel?

Ein paranoider US-Präsident, der sich nicht an demokratischen Grundregeln hält, eigene Geheimdienstler als Gefahr sieht, Wahl- und Nachrichtenmanipulationen, Fake News, Russland, Twitter, ein tief gespaltenes Land, eine innerpolitische Krise, die Amtsenthebung eines amerikanischen Präsidenten – daran sieht man wie sehr die Serienschöpfer von „Homeland“ von der Realität beeinflusst sind. Leider ist das (politische) Staffelende, das ich hier nicht spoilern werde, aber undenkbar bei dem US-Präsidenten Donald Trump. Auch ist der Fall hier etwas anders gelagert. Bei dem US-Präsidenten handelt es sich um eine Frau, sie ist politisch erfahren und intelligent – um nur drei wesentliche Unterschiede aufzuzeigen. 

Der Vorspann zur 7. Homeland-Staffel deutet bereits an, dass der Gesundheitszustand der Protagonistin Carrie Mathison eine große Rolle spielt. 

Carrie Mathison ist eine exzellente Terror-Analystin, mittlerweile ist sie Ex-CIA-Agentin und Ex-Beraterin des Weißen Hauses. Mit all ihren Macken, ihrer psychischen (biopolaren) Krankheit ist sie mir sehr ans Herz gewachsen, sonst würde ich nicht – seit umgerechnet sieben Jahren – bei ihr bleiben. Ich möchte, dass es ihr gutgeht und muss jetzt in der siebenten Staffel mit ihr leiden. Sie ist arbeitslos, verschuldet, ihre psychische Krankheit wird immer schlimmer, die Tabletten helfen ihr mittlerweile nicht mehr. Sie schafft es immer weniger, sich um ihre Tochter zu kümmern, ist dafür aber von der Idee besessen, ihr Land, bzw. die Demokratie zu beschützen. Da sie nicht mehr länger eine offizielle Befugnis hat, befindet sie sich mit ihren Agenten-Methoden immer mit einem Bein im Gefängnis oder wenigstens am Rand der Illegalität. 

Mir haben die ersten vier Episoden der siebenten Staffel nicht sonderlich gefallen. Auch wenn es immer wieder gute Szenen gibt, hat mich diese Staffel erst gegen Ender der vierten Episode („Like Bad at Things“) gepackt. 

Meine Lieblingsszenen:

In Episode 6 („Species Jump“): Das erste Treffen zwischen Carrie und Saul. 

Außerdem die Schlussszene des Staffelfinales („Paean to the People“)

 

 

Die beiden Protagonisten Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes) und Saul Berenson (gespielt von Mandy Patinkin) – aber auch Elizabeth Keane – habe ich bereits in meinen Beiträgen zu den vorherigen Staffeln vorgestellt. Für die siebente Staffel sind folgende Charaktere wichtig:

 

Elizabeth Keane ist mittlerweile die amtierende US-Präsidentin. Gespielt wird Madam President von der amerikanischen Schauspielerin Elizabeth Marvel. Sie hat in einigen TV-Serien („Law & Order: Special Victims Unit“, „House of Cards“) und in ein paar Kinofilmen (A Most Violent Year, The Meyerowitz Stories (New and Selected)) mitgespielt. Im wahren Leben ist sie mit dem amerikanischen Schauspieler Bill Camp (Love & Mercy, The Killing of a Sacred Deer, „Hostiles“, Molly´s Game und den TV-Serien The Night Of  und „The Looming Tower“) verheiratet. 

David Wellington ist der Stabschef der US-Präsidentin Keane (gespielt von Elizabeth Marvel). Gespielt wird Wellington von dem englischen Schauspieler Linus Roache. Er hat eine größere Rolle in einigen TV-Serien („Kidnapped“, „Law & Order“, „Vikings“) und hat auch in einigen Kinofilmen, u.a. „Batman Begins“, Non-Stop mitgespielt. 

Senator Sam Paley, er leitet die Untersuchungsausschuss gegen die US-Präsidentin (gespielt von Elizabeth Keane). Gespielt wird Paley von dem amerikanischen Schauspieler Dylan Baker. Mir ist er das erste Mal in Todd Solondz´“Happiness“ aufgefallen. Der Charakterschauspieler war in unzähligen Filmen seither zu sehen, u.a. „Revolutionary Road“, Selma, Miss Sloane. Für seine Performance in der TV-Serie „The Good Wife“ wurde er für drei Emmy Awards nominiert 

Dante Allen ist ein FBI-Agent und Freund von Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes). Gespielt wird Dante von dem amerikanischen Schauspieler Morgan Spector. Er hat in einigen TV-Serien („Person of Interest“, „Boardwalk Empire“) aber auch in einigen Kinofilmen (The Drop, Chuck, Split) mitgespielt. Im wahren Leben ist er mit der britisch-amerikanischen Schauspielerin Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona, The Gift, The Dinner) verheiratet. 

Vize-Präsident Ralph Warner – Er wird von dem amerikanischen Schauspieler Beau Bridges gespielt. Beau Bridges hat 14 Emmy-Nominierungen und drei Emmys für seine Performance in den TV-Filmen „Without Warning: The James Brady Story“, „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“ und „The Second Civil War“ gewonnen. Für das Hörbuch „An Inconvenient Truth“ hat er außerdem einen Grammy gewonnen. Selbstverständlich ist er der Sohn des Schauspielers Lloyd Bridges und der Bruder von Oscar-Gewinner Jeff Bridges. Für mich unvergessen beide Brüder neben Michelle Pfeiffer in dem Film „The Fabulous Baker Boys“. 

Yevgeny Gromov ist ein russischer Spion. Gespielt wird er von dem russischen Schauspieler Costa Ronin. Er hat in einigen TV-Serien mitgespielt, darunter eine Hauptrolle in der Serie „The Americans“. 

Thomas Anson ist ehemaliger Special Ops-Agent und Freund von Carrie Mathison (gespielt von Claire Danes). Anson wird von dem englischen Schauspieler James D´Arcy gespielt. Er hat in der dritten Staffel von Broadchurch eine größere Rolle gespielt. Auch kann ich mich noch gut an seine Performance als Anthony Perkins in Hitchcock erinnern. 

 

Die siebente Staffel von „Homeland“ wurde erstmalig v. 11.02.18 – 29.04.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender Showtime ausgestrahlt. In Deutschland ist die aktuelle Staffel seit dem 1.6.18 auf Amazon Prime zu sehen und über iTunes (D) zu kaufen.

 

Trailer der 7. Staffel von „Homeland“:

 

Vorspann der 7. Staffel von „Homeland“:

 

Leeuwarden – Film: „Tully“

Ich war am 16.05.18 in Leeuwarden und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Tully“ (dt. Kinostart: 31.05.18)  95 min  drama, comedy

dir. Jason Reitman  cast: Charlize Theron, Mackenzie Davis, Mark Duplass, Ron Livingston

 

Marlo (Charlize Theron) ist bereits Mutter zweier Kinder und bekommt jetzt ihr drittes. Das Kind war nicht geplant und eigentlich ist Marlo mit dem Hausfrauen- und Muttersein ohnehin schon überfordert. Ihr Ehemann Drew (Ron Livingston) ist gar keine Hilfe. Marlos Bruder (Mark Duplass) macht ihr dann den Vorschlag, ihr ein Kindermädchen für die Nacht zu bezahlen, dann könnte sie endlich mal wieder länger am Stück schlafen. Marlo lehnt zunächst ab, aber eines Abends steht Tully (Mackenzie Davis) vor der Tür… 

 

B- (Wertung von A bis F) „Tully“ ist der neue Film des kanadisch-amerikanischen Filmemachers Jason Reitman („Thank You for Smoking“, Up in the Air). Nach Juno und  Young Adult ist dies seine dritte, direkte Zusammenarbeit mit der Autorin Diablo Cody. 

Vielleicht war meine Erwartung zu hoch, der vorherige Cody/Reitman-Film mit Charlize Theron war einer meiner Top-Ten-Filme (des Jahres 2011) und der Trailer zu „Tully“ deutete auf ein ähnliches Fest hin. Während der ersten knapp 85 Minuten ist der Film auch immer wieder auf witzige und/oder tragische Weise originell, entsprechend habe ich auf eine clevere (Auf-)Lösung gewartet. Die bekommt man jedoch, aus meiner Sicht, nicht und um so länger ich mir Gedanken über die Handlung und den davon nicht zu trennenden Schluss mache, um so weniger funktioniert der Film für mich. 

„Tully“ ist sicherlich ein Film, den Mütter oder Väter anders sehen als Nicht-Mütter oder Nicht-Väter. Ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden und, auch wenn ich keine Bestätigung für meine Entscheidung brauche, bekomme ich sie hier in diesem Film. Charlize Therons Charakter Marlo wollte scheinbar zwei Kinder haben, das dritte war nicht geplant. Sie stemmt den Haushalt komplett alleine, kümmert sich um ihre Tochter und ihren (vielleicht autistischen) kleinen Sohn, jetzt kommt noch ein weiteres Baby und sie ist damit völlig überfordert, leidet unter extremen Schlafentzug, will aber abends noch für ihren Mann sexy sein und steht mit der Gesamtsituation kurz vor einem Nervenzusammenbruch. So weit, so nachvollziehbar. Jetzt hat sie aber diese Nullnummer an Ehemann, der nichts besseres zutun hat, als blöde Sprüche zu klopfen, sich ins Schlafzimmer zurückzuziehen, den Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Video-Games zu spielen und scheinbar in keiner Weise mitbekommt, wie es seiner Frau geht. Augen auf bei der Partnerwahl. So ist der Film in der gesamten Länge wirklich unbefriedigend.

Charlize Theron hat „Tully“ nach dem Actionfilm Atomic Blonde gedreht und musste für diese Rolle mehr als 20 Kilo zugenehmen. Über die gewaltige Gewichtszunahme wurde sie sogar depressiv und hat insgesamt 1 1/2 Jahre gebraucht, um wieder ihr Idealgewicht zu erreichen.

„Tully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Charlize Theron), Beste Nebendarstellerin (Mackenzie Davis), Bestes Originaldrehbuch

„Tully“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 4.5.18 in 1.353 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „Tully“ ab Heute (31.05.18) in den Kinos. Ich habe den Film in Leeuwarden, in den Niederlanden gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit holländischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Only the Brave„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits im letzten Jahr gesehen


Trailer v. Film: „Tag„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Komödie mit Jon Hamm und Jeremy Renner

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 

 

 

Kino in Leeuwarden

Im Rahmen eines mehrtägigen Kurzurlaubes, in dem wir die europäische Kulturhauptstadt 2018 besucht haben, konnte ich etwas Zeit abzwacken, um mal wieder ins Kino zu gehen. In der wunderschönen Altstadt hatte ich zuvor bereits das Cinema (Nieuwestad 38-42) entdeckt. Englischsprachige Filme werden üblicherweise in der OmU gezeigt. Hier muss man sich bereits an der Kinokasse für einen Sitzplatz entscheiden. Die Kinokarte kostete 9,75 Euro. Das Kino wirkt renoviert und hat bequeme Sessel. Werbung (bzw. gesponserte Filmrätsel) werden nur bis zum festgeschriebenen Beginn des Films gezeigt. Wie sich das eben gehört, dann folgen direkt die Film-Trailer und der Film. 

Das Cinema im niederländischen Leeuwarden

NYC – Film: „Where is Kyra?“

Ich war am 01.05.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Where is Kyra?“   98 min   drama 

dir. Andrew Dosunmu  cast: Michelle Pfeiffer, Kiefer Sutherland, Suzanne Sheperd, Sam Robards

 

Kyra (Michelle Pfeiffer) ist eine Frau mittleren Alters, sie sucht schon länger einen Job. Dafür kümmert sie sich dafür aufopfernd um ihre Mutter. Nach ihrem Tod kommt sie in finanzielle Nöte und ist irgendwann so verzweifelt, dass sie beginnt, zu betrügen. Zu der Zeit lernt sie Doug (Kiefer Sutherland) kennen… 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Where is Kyra?“ ist der neue Film des nigerianischen Fotografen und Filmemachers Andrew Dosunmu („Mother of George“). 

„Where is Kyra?“ ist eine Charakterstudie über einer Dame mittleren Alters, die aus der Not heraus auf die schiefe Bahn gerät. Die traurige Story wird immer wieder von schräger, beinahe belastender Musik untermalt. Michelle Pfeiffer gibt hier eine furchtlose und uneitle Performance, wahrscheinlich eine der besten Performances ihrer Karriere. Auch war es angenehm, Kiefer Sutherland mal wieder zu sehen – auch wenn meine Begleitung und ich einige Probleme mit der Entwicklung seines Charakters gegen Ende der Geschichte hatten. 

Gefilmt hat „Where is Kyra?“, der für seine Arbeit in Arrival für den Oscar nominierte Kameramann Bradford Young. Er ist bekannt dafür, dass er kaum künstliches Licht verwendet. Bei diesem Film wurde viel abends und in Innenräumen gedreht wurde, dadurch ist alles leider sehr dunkel. Bei einem Drama ist es äußerst unglücklich, wenn man nicht in die Gesichter der Schauspieler schauen kann. Ich erinnere mich, dies bereits bei seiner Kameraarbeit in dem Film Ain´t Them Bodies Saints kritisiert zu haben. Außerdem spielt Sam Robards, der Sohn der legendären Schauspieler Jason Robards und Lauren Bacall mit – aber von ihm war leider nur seine Silhouette zu sehen.  

„Where is Kyra?“ ist für eine Oscar-Nominierung für Michelle Pfeiffer als beste Hauptdarstellerin im Gespräch. 

„Where is Kyra?“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Über ein Jahr später ist der Film am 6.4.18 in einem New Yorker Kino gestartet. Ausgeweitet wurde die Kopienanzahl auf irgendwann landesweit 33 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Most Unknown„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Doku

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Always at the Carlyle„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Doku über das berühmte New Yorker Hotel

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ray Meets Helen„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Film mit Keith Carradine

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Guardians„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: französischer Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

NYC – Film: „To Dust“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„To Dust“  90 min  drama, comedy

dir. Shawn Snyder  cast: Géza Röhrig, Matthew Broderick, Leo Heler, Sammy Voit 

 

Nachdem der strenggläubige Jude Shmuel (Géza Röhrig) seine geliebte Frau an den Krebs verlor, ist er untröstlich und leidet unter schrecklichen Albträumen. Shmuel möchte verstehen, was jetzt mit den sterblichen Überresten seiner großen Liebe geschieht. In seiner ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde bekommt er dazu keine brauchbare Erklärung. Auch wenn es gegen sämtliche religiöse Regeln verstösst, sucht Shmuel schließlich eine Antwort in der normalen Welt und landet irgendwann bei dem Biologie-Professor Albert (Matthew Broderick). Nach einigem Hin und Her starten die beiden ein Experiment…

 

B+ (Wertung von A bis F) „To Dust“ ist das Spielfilmdebüt des amerikanischen Sängers, Songwriters, Autors und Filmemachers Shawn Snyder („Lulu“, „Festus“).

Ich wusste nicht wirklich worauf ich mich bei diesem Film einlasse. Ich liebe aber den jüdischen Humor und die Inhaltsangabe zu diesem Film las sich entsprechend. Bei einem Filmfestival, insbesondere bei Weltpremieren, weiß man nie, was man am Ende bekommt. „To Dust“ ist eine Indie-Perle, etwas was ich immer hoffe, auf einem Filmfestival zu entdecken. Auch wenn der Film ein paar kleinere Längen hat, besticht er durch seine Situationskomik. Tragik und Komik liegen oft nah beieinander, bei „To Dust“ trifft Religion auf Wissenschaft. Shawn Snyder findet den richtigen Ton, der oftmals an den der Coen Bros. erinnert. Einige Male musste ich sogar lauthals lachen. An dem Tag meines Screenings (ein Tag vor Ende des Filmfestivals) wurde bekanntgegeben, dass dieser Film den Publikumspreis des TFF 2018 gewonnen hat. Auch das ist mir bisher noch nicht gelungen, im Vorfeld, den späteren Publikumsliebling auszuwählen.

Sowohl Matthew Broderick als auch der ungarische Schauspieler Géza Röhrig („Son of Saul“) sind perfekt besetzt. 

„To Dust“ ist Lydia Snyder, der verstorbenen Mutter des Regisseurs gewidmet. In dem, an mein Screening anschließenden, Q & A erzählte der Regisseur dass er (zusammen mit seinem Co-Autor Jason Begue) das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat, nachdem seine Mutter verstarb und er in tiefer Trauer war. Das Q & A entwickelte sich daraufhin zu einem sehr emotionalen. Drei Zuschauer schilderten, wie sehr sie dieser Film bewegt hat, weil auch ihre Mutter erst kürzlich verstorben ist. Die Zuschauer waren tränenaufgelöst und auch der Regisseur rang schließlich um Fassung. In dem Q & A erzählte Shawn Snyder auch von dem glücklichen Umstand, dass die Schauspielerin Emily Mortimer sein Drehbuch zu lesen bekam, ihn kurz darauf kontaktierte und ihm mitteilte, dass sie und ihr Ehemann, der Schauspieler Alessandro Nivola, dieses Projekt unbedingt produzieren wollten.

„To Dust“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film den Preis in der Kategorie Regie (Erstlingswerk: Spielfilm) und den Publikumspreis (Kategorie: Spielfilm) gewonnen. Der Film hat bislang weder einen amerikanischen noch einen deutschen Filmverleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. 

Ausschnitt zu sehen:

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

 

Q & A zu „To Dust“ mit dem ungarischen Hauptdarsteller Géza Röhrig, dem Autor und Filmemacher Shawn Snyder und dem Co-Autor Jason Begue (v. r.) auf dem Tribeca Film Festival 2018

 

Netflix-Film: „Cargo“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Cargo“ (in D. seit dem 18.08.18 auf Netflix)  104 min  drama, thriller, adaptation

dir. Ben Howling, Yolanda Ramke  cast: Martin Freeman, Caren Pistorius, Susie Porter, Simone Landers, Anthony Hayes

 

Nach dem Ausbruch einer Zombie-Pandemie, suchen Andy (Martin Freeman), seine Frau Kay (Susie Porter) und ihre einjährige Tochter Rosie Schutz auf einem Hausboot. Langsam gehen ihnen die Lebensmittel aus. Sie müssen sehr vorsichtig sein, sollten sie infiziert werden, verwandeln sie sich innerhalb von nur 48 Stunden in einen Untoten. Als sie sich auf die Suche nach Vorräten begeben, wird ein Elternteil schwer verletzt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Cargo“ basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm der australischen Filmemacher Ben Howling und Yolanda Ramke. Dies ist ihr Spielfilmdebüt. 

Was macht man in einer postapokalyptischen Zombie-Welt als, vielleicht infiziertes Elternteil mit seinem gesunden Baby? Im australischen Outback bleiben nur 48 Stunden Zeit, um irgendwie verantwortungsvoll zu handeln. Dazu kommt die ständige Bedrohung durch die Untoten und die Unsicherheit bei jeder Begegnung mit anderen Menschen. Darum geht es in diesem atmosphärisch-schnörkellosen Survival-Drama/Thriller. In dem  australischen Genre-Film spielen die Ureinwohner eine nicht unerhebliche Rolle. Es bleibt nicht aus, dass man am Ende darüber nachdenkt, was die Weißen alles auf dem Roten Kontinent angerichtet haben. 

Simone Landers, die das elfjährige Aborigines-Mädchen Thoomi spielt, gibt hier ihr Schauspieldebüt. Sie hat das gewisse Etwas. Ich bin sicher, sie bald in einem anderen Film zu sehen. Ebenso sicher bin ich, dass die beiden Regisseure bald wieder einen ebenso souveränen Film abliefern. 

„Cargo“ wurde erstmalig auf dem Adelaide Film Festival 2017 gezeigt. In Australien wird der Film seit dem 17.05.18 im Kino gezeigt. Netflix hat ansonsten die weltweiten Rechte erworben und stellt den Film (auch in Deutschland) seit dem 18.08.18 zur Verfügung. Ich hätte diesen Film gerne im Kino gesehen und hatte tatsächlich auch eine Chance auf dem Tribeca Film Festival 2018. Leider ist der Film dort meiner Aufmerksamkeit entgangen. 

„Cargo“ habe ich, ohne zu wissen, wovon der Film handelt, bei Netflix einfach eingeschaltet. Es gibt auch Filme und Serien, die ich mir gezielt raussuche, aber hin und wieder lasse ich mich gerne von dem Streaming-Anbieter überraschen. Nach 15 (manchmal 30) Minuten weiß ich, ob ich Interesse habe, den Rest des Projekts zu schauen oder eben nicht. Hätte ich gewusst, dass „Cargo“ (auch) ein  Zombie-Film ist, hätte ich ihn sehr wahrscheinlich gar nicht erst angemacht. 

Meine Empfehlung: einfach mal reinschauen, gucken, ob der Film zusagt und nicht unbedingt den nachfolgenden Trailer schauen. 

„Cargo“ ist dem indigenen Musiker Dr G. Yunupingu gewidmet, der zum Schluss der Dreharbeiten verstarb.

 

Trailer zu sehen:

 

NYC – Film: „State Like Sleep“

Ich war am 28.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„State Like Sleep“  104 min   drama, thriller

dir. Meredith Danluck  cast: Katherine Waterston, Michael Shannon, Luke Evans, Mary Kay Place, Mark O´Brien, Carlo Rota, Michiel Huisman, Julie Kahner 

 

 

Die amerikanische Fotografin Katherine Grand (Katherine Waterston) erhält einen Anruf, ihre Mutter (Mary Kay Place) hatte einen Schlaganfall und liegt in einem Krankenhaus in Brüssel. Vor einem Jahr ist ihr Ehemann, der belgische Filmstar Stefan Grand (Michiel Huisman) verstorben. Sie hatte damals seine Leiche in dem gemeinsamen Apartment in Brüssel entdeckt, war mit der Situation überfordert und kehrte umgehend in die Vereinigte Staaten zurück. Jetzt fliegt sie nach Belgien, um sich um ihre Mutter zu kümmern. Außerdem muss sie den Nachlass regeln und das eheliche Apartment räumen. Dabei findet sie heraus, dass ihr verstorbener Ehemann Geheimnisse vor ihr hatte…

 

B- (Wertung von A bis F) „State Like Sleep“ ist das Spielfilmdebüt der amerikanischen Dokumentarfilmerin Meredith Danluck.

„State Like Sleep“ ist eine Genre-Mischung aus Drama und Thriller mit auffällig guter Elektro-Musik. Diverse Versionen dieser Geschichte hat man schon gesehen, in dieser ergibt nicht alles einen Sinn, auch ist nicht jedes Ereignis für den Hauptplot relevant, ich fand den Film aber dennoch über weite Strecken spannend. Nicht sonderlich überraschend, hat mir der Handlungsstrang um Michael Shannons Charakter Edward am besten gefallen. 

Es beeinflusst selbstverständlich nicht sein Talent, aber mir ist seit einiger Zeit aufgefallen, dass mein Lieblingsschauspieler extrem abgenommen hat. Während das Dünnsein die Glaubwürdigkeit seiner Filmfigur in Nocturnal Animals noch unterstützte, war es weder in The Shape of Water, noch in dem Mehrteiler Waco und auch nicht in diesem Film notwendig, dass er so abgemagert ausschaut. Ich hoffe inständig, dass es ihm gesundheitlich gut geht. 

Luke Evans spielt hier endlich eine Rolle, die ich ihm abnehmen kann. Dafür musste er sich wahrscheinlich weder ausgiebig vorbereiten, noch stundenlang in der Maske sitzen. Wahrscheinlich hat er auch einfach nur die Klamotten getragen, die er nächtens anhat, wenn er durch die einschlägigen Clubs zieht. Okay, ich kann ihn nicht leiden. 

„State Like Sleep“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang hat der Film weder einen amerikanischen, noch einen deutschen Verleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bislang noch keinen Trailer.

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Chappaquiddick“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Chappaquiddick“ (dt. Filmtitel: „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“, in D. ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich) 101 min  drama, thriller, biopic 

dir. John Curran  cast: Jason Clarke, Kate Mara, Ed Helms, Bruce Dern, Olivia Thirlby, Clancy Brown

 

Nach den Attentaten auf seine beiden Brüder, US-Präsident John F. Kennedy und Senator Robert F. Kennedy, ist Senator Ted Kennedy (Jason Clark) DIE politische Hoffnung der Kennedy-Familie. Er hat sogar Ambitionen, sich als Präsidentschaftskandidat der Demokraten aufstellen zu lassen. Am 18.7.1969 ist Ted Kennedy, nach einer Party auf der Insel Chappaquiddick in Massachusetts, mit der ehemaligen Sekretärin und Wahlkampfhelferin seines Bruders Robert, Mary Jo Kopechne (Kate Mara), im Auto unterwegs. Irgendwann verliert er die Kontrolle über das Auto und es kommt zu einem tragischen Unfall, bei dem die junge Frau stirbt…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Chappaquiddick“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Film rekonstruiert die Geschehnisse um den Tod von Mary Jo Kopechne. Es ist der neue Film des amerikanischen Autors (The Killer Inside Me) und Filmemachers John Curran („We Don´t Live Here Anymore“, Stone „Tracks“). 

„Chappaquiddick“ ist ein biografisches Politdrama ganz nach meinem Geschmack. Im Jahr 2006 hat der Regisseur einen meiner Lieblingsfilme („The Painted Veil“) inszeniert, die (Liebes-) Geschichte war an Tragik kaum zu überbieten. Was Schicksalsschläge, Skandale und Verschwörungstheorien angeht, bietet die Kennedy-Familie bekanntermassen genug Stoff für Verfilmungen. Der Chappaquiddick-Fall war mir in Einzelheiten nicht bekannt und Regisseur John Curran setzt die Ereignisse des Sommers 1969 spannend in Szene. Unterstützt wird seine Inszenierung durch eine ungewöhnliche, aber interessante Musik. 

Amtierender Politiker tragen eine große (moralische) Verantwortung, sie sind noch dazu normale Menschen, die Fehler begehen. Wie die Volksvertreter mit ihren Fehltritten umgehen, ist die Frage. Senator Ted Kennedy beging mehrere, aber mindestens einen entscheidenden Fehler und der Film erzählt davon, wie er versuchte, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Der Film ermöglicht dem Zuschauer aber auch, sich in die Lage des letzten politischen Hoffnungsträgers der Kennedys in den 1960er Jahren zu versetzen. 

Jason Clarke (Zero Dark Thirty, Dawn of the Planet of the Apes, Winchester) hat das Glück, recht klassische Gesichtszüge zu haben. Er kann sowohl im Heute als auch in anderen Epochen glaubhaft besetzt werden. Der australische Schauspieler hat sich hier einen Massachusetts-Akzent antrainiert und durch die falschen Zähne (die über die bis zu 14-stündigen Drehtage wohl schmerzhaft zu tragen waren) kommt er Ted Kennedy auch optisch überzeugend nahe. Gut gefallen hat mir hier, in einer ernsten Rolle, auch Ed Helms („The Hangover“-Trilogie). 

Während des Films habe ich die ganze Zeit überlegt, welcher Schauspieler Ted Kennedys Vater, Joseph P. Kennedy Sr., spielt. Tatsächlich musste ich erst nachlesen, dass Bruce Dern, die fantastische Performance des von einem Schlaganfall geplagten Patriarchen gibt. 

„Chappaquiddick“ ist für einige Oscar-Nominierungen, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jason Clarke) und Bester Nebendarsteller (Bruce Dern) im Gespräch. 

„Chappaquiddick“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 1.560 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „Das Alibi – Die Kennedy-Lüge“ ab dem 14.09.18 auf DVD erhältlich sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Animals„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Krimikomödie mit Barry Keoghan

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rider„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Drama

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Won´t You Be My Neighbor„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation über Fred Rogers und seine TV-Show „Mister Rogers Neighborhood“

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Book Club„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: RomCom mit Diane Keaton, Jane Fonda und Andy Garcia, Don Johnson 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „Ocean´s 8„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)

Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. In dem neuen Trailer ist schon viel zu viel von dieser unerträglichen Hathaway zu sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich über meinen Schatten springen kann…


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Biopic-Drama-Thriller mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

NYC – Film: „Disobedience“

Ich war am 27.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Disobedience“   114 min   drama, adaptation

dir. Sebastian Lelio   cast: Rachel Weisz, Rachel McAdams, Allesandro Nivola

 

Nachdem sie von dem Tod ihres Rabbi-Vaters erfahren hat, fliegt die freigeistige Fotografin Ronit (Rachel Weisz) umgehend von New York in ihre alte Heimat, die orthodoxe jüdische Gemeinde in London. Dort wird sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Sie triff auf ihre Jugendfreunde Esti (Rachel McAdams) und Dovid (Alessandro Nivola), die überraschenderweise mittlerweile miteinander verheiratet sind. Bald holt Ronit schon ihre Vergangenheit ein. Es gab nämlich einen triftigen Grund, warum sie die Gemeinde seinerzeit verlassen hat… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Disobedience“ basiert auf Naomi Aldermans gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des chilenischen Filmemachers Sebastián Lelio („Gloria“). Für seinen Film „A Fantastic Woman“ hat er dieses Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Dies ist sein erster englischsprachiger Film.

„Disobedience“ ist ein starker Film. Erzählt wird eine ergreifende Geschichte in einem streng-religiösen Umfeld im heutigen London. Mich hat der Film auch ein paar Tage später nicht losgelassen, daher wäre es nicht abwegig, wenn dieser Film in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 landet. 

Die beiden Rachels (Weisz und McAdams) sind optisch und schauspielerisch sehr unterschiedlich und irgendwie klang es auf dem Papier seltsam, sie in einem Film zu sehen. Die Charakterisierung  dieser beiden Frauenfiguren erfordert jedoch genau diese Unterschiedlichkeit und entsprechend passt die Besetzung perfekt. Rachel Weisz´Charakter Ronit ist hier die Figur mit der sich das Publikum wahrscheinlich am ehesten identifizieren kann. Sie ist freigeistig, hat einen guten Humor und eine spitze Zunge. Ronit ist zwar in diese ultra-orthodoxe Welt hineingeboren, wurde dann aber verbannt und führte seither ein glückliches Leben in New York. Nach ihrer Rückkehr erscheint ihr diese, so eigene, fremde Welt mit all ihren Vorschriften, Traditionen und Ritualen in vielen Situationen absurd. Dabei ist der Film nicht wertend, er präsentiert diese Welt mit großem Realitätsanspruch und zeigt, wie schwer es ist, eine eigene Identität in dieser Gemeinschaft zu entwickeln. Generell wäre den Menschen und der Welt sicherlich geholfen, wenn über den Glauben und das religiöse Regelwerk nie vergessen würde, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. 

Rachel Weisz ist eine hochtalentierte Schauspielerin mit einer großen Präsenz und dem Charisma eines Filmstars. Rachel McAdams´Schauspieltalent hat bei mir bisher noch kein bleibenden Eindruck hinterlassen, ich registriere aber, dass sie sich verbessert. Vor ein paar Jahren hat sie sogar für Spotlight ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Mit diesem Film beweist sie Mut, tritt gänzlich ungeschminkt auf und gibt damit die wahrscheinlich beste Performance ihrer Karriere. 

Auch wenn „Disobedience“ mit Ende April ein ungünstiges Startdatum hat, ist der Film für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Rachel Weisz, Rachel McAdams), Bester Nebendarsteller (Alessandro Nivola), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Disobedience“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.04.18 mit großem Erfolg in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 101 Kinos. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film in einem meiner Lieblingskinos (Angelika Film Center) in einem Screening mit anschließenden Q & A mit der Autorin der Romanvorlage, Naomi Alderman, sowie der schwangere Schauspieler Rachel Weisz und ihrem Co-Star Alessandro Nivola gesehen. Die drei Beteiligten haben Rachel McAdams entschuldigt, sie konnte nicht erscheinen, da sie erst kürzlich ihr erstes Kind bekommen hat. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lu Over the Wall„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Ich bin kein Fan von diesen japanischen Cartoons 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Three Identical Strangers„

Bewertung des Trailers: A

Kommentar: Dokumentation, die in Sundance einen Preis gewann

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Beast„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Thriller

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Gospel According to André„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Dokumentation über Mode-Ikone André Leon Tally

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On Chesil Beach„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanverfilmung mit Saoirse Ronan und Emily Watson

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Leave No Trace„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Debra Graniks neuer Film mit Ben Foster 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Die Schauspieler Rachel Weisz und Alessandro Nivola im, an den Film „Disobedience“ anschließenden Q & A im Angelika Film Center

 

Amerikanischer Aufsteller von Film „Disobedience“

 

NYC – Film: „The Miseducation of Cameron Post“

Ich war am 26.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Miseducation of Cameron Post“  90 min    drama, adaptation

dir. Desiree Akhavan  cast: Chloé Grace Moretz, Sasha Lane, John Gallagher Jr., Jennifer Ehle, Quinn Shepard, Forrest Goodluck, Kerry Butler  

 

Im Jahr 1993. Die 16-jährige Cameron (Chloé Grace Moretz) wurde dabei erwischt, wie sie Sex mit einem Mädchen hatte. Seit dem Tod ihrer Eltern wächst sie bei ihrer sehr konservativen Tante (Kerry Butler) auf und die schickt sie nun in das christliche Umerziehungscenter God´s Promise, irgendwo im Nirgendwo. Dort soll sie sich mit Teenagern mit einem ähnlichen Hintergrund einer Reparativtherapie unterziehen, damit ihre „Fehlentwicklung“ geheilt wird. Cameron freundet sich bald mit der ebenfalls lesbischen Jane Fonda (Sasha Lane) und Adam (Forrest Goodluck), einem Jungen, der im falschen Körper geboren wurde, an. 

 

B (Wertung von A bis F) „The Miseducation of Cameron Post“ basiert auf Emily M. Danforths gleichnamigen Roman. Es ist nach „Appropriate Behaviour“ erst der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin (TV-Serie „Girls“, „Creep 2“), Autorin und Filmemacherin Desiree Akhavan Regie führt. 

Als Atheistin, die mit vielen kirchlichen Vorstellungen wenig anfangen kann, muss ich mir durch einen Spielfilm oder eine Dokumention ab und zu in Erinnerungen rufen, wie intolerant und weltfremd kirchliche Institutionen immer noch sind. Hier sollen nun also homosexuelle oder transsexuelle Teenager, die in den Augen der Christen vom Weg abgekommen sind, mithilfe einer sexuellen Reorientierungstherapie wieder auf selbigen gebracht werden. Es ist zwar eine fiktive Geschichte, die hier erzählt wird, aber diese gay conversion therapy ist heute noch in über 40  US-Bundesstaaten und sogar in Großbritannien offiziell legal. Unfassbar. Als Großstadtkind, das sich in weltoffenen Kreisen bewegt, macht mich das unfassbar wütend. Entsprechend hat dieser Film bei mir auch starke Emotionen hervorgebracht. Chloé Grace Moretz („Kick-Ass“, „Let Me In“, Hugo) ist nicht wirklich mein Fall, ich halte sie aber für talentiert, was sich in diesem Film insbesondere in der gänsehauterzeugenden Szene in der Küche des Centers  zeigt. Eine herausragende Performance gibt hier außerdem Jennifer Ehle als Dr. Lydia. 

„The Miseducation of Cameron Post“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Chloé Grace Moretz), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Ehle)

„The Miseducation of Cameron Post“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Dort hat der Film dieses Jahr den Hauptpreis, den Grand Jury Prize for US Drama gewonnen. Der Film soll am 10.08.18 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival 2018 gesehen. Dort lief der Film in der New York Premiere. 

 

Bislang gibt es leider noch keinen Trailer. Hier kurze Interviews von dem roten Teppich auf dem TFF 2018: 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Zoe“

Ich war am 25.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zoe“  104 min   sci-fi, drama 

dir. Drake Doremus  cast: Ewan McGregor, Léa Seydoux,, Theo James, Rashida Jones, Miranda Otto, Christina Aguilera

 

Zoe (Léa Seydoux) arbeitet für eine Technologie-Firma. Der Firmengründer Cole (Ewan McGregor) kreiert synthetische Menschen, genauer künstliche Menschen, die für Beziehungen geschaffen sind. Kürzlich hat er den Prototypen Ash (Theo James) designt. Diese sogenannten „Synthetics“ sind eine Weltneuheit, sie können äußerlich gar nicht mehr von richtigen Menschen unterschieden werden. Sie können normale Konversationen führen, berühren und dadurch, dass ihnen Erinnerungen transplantiert werden, haben sie sogar Emotionen. Diese neuen „Menschen“ können sich normal in die Gesellschaft integrieren und sind optimal für dauerhafte Partnerschaften. Aber Zoe sehnt sich nach einem menschlichen Partner und fühlt sich nun mal von Cole angezogen. Bevor sich da noch viel mehr entwickelt, muss Cole ihr wohl etwas mitteilen…. 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zoe“ ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors und Filmemachers Drake Doremus (Like Crazy, „Breathe In“, „Equals“).

„Zoe“ (das „e“ wird übrigens nicht gesprochen) ist ein intensives, fast intimes Beziehungsdrama in einem Sci-Fi-Umfeld. Wenn man sich anschaut, wie rasant sich der technische Fortschritt in den letzten zwanzig Jahren entwickelt hat, ist die Prämisse dieses Film alles andere als absurd. Schnell gibt es eine neue Generation und die alte ist überholt. Hier gibt es auch hier dieses Medikament, das man einnimmt, um sich in sein Gegenüber oder seinen langjährigen Partner (erneut) richtig zu verlieben. Wer würde dieses Medikament (wenigstens ab und zu) nicht nehmen, wenn es so einfach wäre, das Gefühl des Verliebtseins zu erleben bzw. zurückzuholen? Da die Wirkung nicht lange vorhält, besteht natürlich die Gefahr der Abhängigkeit. „Zoe“ regt zum Nachdenken an. Ich mochte den philosophischen Ansatz, warum verlieben wir uns ausgerechnet in diesen und nicht einen anderen Menschen oder in was genau verlieben wir uns bei diesem Menschen?  

Ursprünglich war Charlie Hunnam für die Rolle, die Ewan McGregor hier spielt, vorgesehen. Ewan McGregor ist aber idealbesetzt. Theo James, der den künstlichen Menschen Ash spielt, war mir vorher nicht bekannt, aber er hat diese gleichmäßigen, makellosen  Gesichtszüge, die einen weismachen können, dass er vielleicht künstlich sein könnte. Nicht wirklich zufrieden war ich mit der französischen Schauspielerin Leá Seydoux (Blue is the Warmest Colour), vielleicht auch, weil sie hier eine gewisse Ähnlichkeit mit Scarlett Johansson hat und ich die Amerikanerin viel lieber in der Rolle gesehen hätte. 

Besonders gut gefiel mir auch die Elektro-Filmmusik. 

„Zoe“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Mit Amazon Studios wurde bereits ein Käufer für den Film gefunden. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf dem Tribeca Film Festival gesehen. 

Leider gibt es bisher noch keinen Trailer.

Dafür Ewan McGregor auf dem roten Teppich zur Weltpremiere von „Zoe“ auf dem TFF 2018. 

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Filmfestival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

NYC – Film: „Little Woods“

Ich war am 24.04.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Woods“  105 min  drama, thriller, western 

dir. Nia DaCosta   cast: Tessa Thompson, Lily James, Luke Kirby, James Badge Dale, Lance Reddick

 

Little Woods, North Dakota. Bei Ollie (Tessa Thompson) läuft in wenigen Tagen die Zeit ihrer Bewährungsstrafe ab. Den illegalen Medikamentenhandel hatte sie hinter sich gelassen. Nachdem aber kürzlich ihre Mutter verstorben ist, hat sie und ihre Stiefschwester Deb (Lily James) genau eine Woche Zeit, einen größeren Geldbetrag aufzubringen. Die Bank hat damit gedroht, das Haus ihrer verstorbenen Mutter zwangszuversteigern und damit wären die Schwestern obdachlos. Ollie sieht sich gezwungen, erneut verschreibungspflichtige Medikamente von Kanada über die Grenze zu schmuggeln und dann an die Amerikaner zu verkaufen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Little Woods“ ist der erste Film der afro-amerikanischen Autorin und Filmemacherin Nia DaCosta. 

Der Film ist ein langsam aufgebauter Thriller. Die Geschichte über zwei (Stief-) Schwestern, die sich in einer kleinen Stadt an der kanadischen Grenze versuchen, irgendwie finanziell über Wasser zu halten, ist bedrückend, aber realistisch. Die Arbeitslosigkeit in dieser Kleinstadt ist groß. Die Männer finden schwere Arbeit in der Fracking-Industrie. Die alleinerziehende Deb (gespielt von Lily James) kann von ihrem Job als Kellnerin jetzt bereits kaum sich und ihren kleinen Sohn ernähren. Dann findet sie auch noch heraus, dass sie wieder schwanger ist. Ollie hatte ihre Mutter gepflegt und aus der Not heraus verschreibungspflichtige Medikamente über die kanadische Grenze geschmuggelt und an die Einwohner von Little Woods verkauft. Nachdem sie von den Behörden erwischt und eine Bewährungsstrafe aufgebrummt bekommen hat, wollte sie künftig „sauber“ bleiben. Wovon soll sie aber leben und jetzt kommt auch noch die Geldforderung der Bank, ansonsten verlieren sie und ihre Schwester ihr Heim. 

„Little Woods“ zeichnet ein erschreckend realistisches Bild der Vereinigten Staaten abseits der großen Städte. Man sieht, was alles in dem Land schief läuft. In den kleinen Orten herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und die medizinische Versorgung ist für Einwohner kaum bezahlbar. Die Amerikaner besorgen sich verschreibungspflichtige Medikamente illegal. Wiederum andere beschaffen die benötigten Medikamente aus dem benachbarten Kanada, schmuggeln sie über die Grenzen und handeln dann in den U.S.A. damit. Von diesem ungesetzlichen Handel wollen natürlich die größeren Kriminellen auch einen Anteil abgekommen.

Auch wenn der Film gegen Ende noch mal recht spannend wird, war mir die Erzählung etwas zu schleppend. Außerdem störte mich die schrille, auffällig furchtbare Musik. Was man hier aber klar sieht, sind zwei talentierte Schauspieler (Tessa Thompson aus Creed, „Thor Ragnarok“ Annihilation  und Lily James aus Baby Driver) und eine – so viel konnte man dem Film definitiv entnehmen – vielversprechende neue Filmemacherin (Nia DaCosta). 

„Litte Woods“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2018 gezeigt. Bislang wurde weder ein amerikanischer noch ein deutscher Verleih gefunden. Ich habe den Film auf dem Tribeca Filmfestival gesehen. Die Regisseurin, Nia DaCosta, war anwesend und stand, nach dem Film, mit ihren beiden Produzentinnen (Rachael Fung und Gabrielle Nadig) den zahlreichen Fragen des Publikums zur Verfügung. 

Bislang gibt es noch keinen Trailer für diesen Film.

 

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival (samt Filminstitut und Filmcenter) wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2018 feierte das TFF bereits seinen 17. Jahrestag.

Q & A nach dem Film „Little Woods“ mit der afroamerikanischen Filmemacherin Nia DaCosta

 

Boston – Film: „Love, Simon“

Ich war am 20.03.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Love, Simon“ (dt. Kinostart: 28.06.18)  110 min     drama, comedy, adaptation 

dir. Greg Berlanti  cast: Nick Robinson, Josh Duhamel, Jennifer Garner, Katherine Langford, Logan Miller, Talitha Bateman, Jorge Lendeborg Jr. 

 

Simon (Nick Robinson) wächst in einer amerikanischen Durchschnittsfamilie in Atlanta, Georgia auf. Er hat recht liebende und coole Eltern (Jennifer Garner und Josh Duhamel) und, vor allen Dingen, mit Leah (Katherine Langford) und Nick (Jorge Lendeborg Jr.) zwei tolle beste Freunde. Trotzdem hat sich Simon noch nicht getraut, allen mitzuteilen, dass er schwul ist. Eines Tages erzählt ihm seine Freundin Leah, dass sich ein Mitschüler unter dem Pseudonym BLUE online als schwul geoutet hat. Simon brennt darauf zu wissen, wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt und beginnt eine Brieffreundschaft mit BLUE. An anderer Stelle bahnt sich jedoch ein Problem an, ausgerechnet sein Mitschüler Martin (Logan Miller) hat herausgefunden, dass Simon schwul ist und beginnt, ihn zu erpressen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Love, Simon“ basiert auf Becky Albertallis Jugendroman „Simon vs the Homo Sapiens Agenda“. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors (TV-Serien „Dawson´s Creek“, „Brothers & Sisters“, „Arrow“) und Regisseurs („Life As We Know It“) Greg Berlanti.

Mittlerweile liegt es bereits sechs Wochen zurück, dass ich den Film gesehen habe. Ich erinnere „Love, Simon“ als  eine originelle Highschool-Komödie. Wahrscheinlich ist es DER Film für schwule Teenager dieser Generation. Bislang waren die Filme dem Arthouse-Publikum vorbehalten. Dies ist der erste Mainstream-Gay-Teenager-Film. Dass der Film auch an der (amerikanischen) Kinokasse erfolgreich ist, zeigt, wie massentauglich dieses – vielleicht neue – Genre ist. 

Mir hat der erste Part dieser durchaus smarten RomCom besonders gut gefallen. Gegen Ende fällt der Film in meinen Augen etwas ab, die gesamte Sequenz auf dem Jahrmarkt fand ich schlichtweg blöd. Was ich aber vor allen Dingen nach der langen Zeit noch immer präsent habe, ist das Production Design in Form der kuschligen Bett-Ecke in Simons Jugendzimmer. 

„Love, Simon“ ist am 16.03.18 in 2.402 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 28.06.18 im Kino zu sehen:

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „I Feel Pretty„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie mit Amy Schumer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Life of the Party„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Mamma Mia! Here We Go Again„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Fortsetzung mit Lily James 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn die Kritiken richtig gut sind


Trailer v. Film: „Tully„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Isle of Dogs„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen


Trailer v. Film: „A Quiet Place„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Deadpool 2„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Fortsetzung des Marvel-Films

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Love, Simon“

 

…und da ich kürzlich in Hongkong war: Der Aufsteller dort

TV – Serie: „The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Serie angeschaut:

 

„The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“ (in D. über Sky zu sehen)  9 x approx.  55 min  crime, drama, biopic, adaptation

dir. Ryan Murphy, Nelson Cragg, Gwyneth Horder-Payton, Daniel Minahan, Matt Bomer  cast: Darren Criss, Édgar Ramirez, Penélope Cruz, Ricky Martin, Finn Wittrock, Cody Fern, Michael Nouri, Judith Light, Terry Sweeney, Joanna P. Adler, Joe Adler, Jon Jon Briones, Sophie von Haselberg

15.Juli 1997. Miami Beach, Florida. Andrew Cunanan (Darren Criss) erschiesst den italienischen Modeschöpfer Gianni Versace (Édgar Ramirez) direkt vor seiner Villa. Während Giannis Schwester, Donatella (Penélope Cruz) sich um die Beerdigung des Designers und die Geschäfte des berühmten Modelabels kümmert, begibt sich das FBI auf die Jagd nach dem Versace-und Serienmörder Andrew Cunanan…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Assassination of Gianni Versace“ wurde von wahren Begebenheiten und den Ermittlungsakten inspiriert. Die erzählte Geschichte beruht auf Maureen Orths Buch „Vulgar Favors: Andrew Cunanan, Gianni Versace, and the Largest Failed Manhunt in U.S. History“. Nach The People v. O. J. Simpson ist dieses die zweite Staffel von Ryan Murphys American Crime Story. 

Der Titel der zweiten Staffel mag etwas irreführend sein, geht es doch nicht nur um die Ermordung des italienischen Modedesigners, die wäre sicherlich auch zu schnell erzählt. Man erfährt einiges  über Gianni Versaces Leben und das Leben von Cunanans anderen Opfern, hauptsächlich ist die zweite Staffel aber ein Porträt über den Versace-Attentäter, den Psychopathen und Serienmörder Andrew Cunanan. In dieser Anthologie-Serie werden auch fünf der brutalen Morde, denen er überführt wurde, sehr fesselnd rekonstruiert. Die Erzählstruktur ist dabei keine chronologische, was – insbesondere wenn man, wie ich, sehr wenig über den Täter wusste, der Spannung sehr zugute kommt. Wie bereits in der ersten Staffel von „American Crime Story“ erzählt der Serienschöpfer Ryan Murphy hier aber auch eine größere Geschichte. In der ersten Staffel ging es um Rassismus, in dieser ist Homophobie das zentrale Thema. Auch versetzt die zweite Staffel den Zuschauer in die Vereinigten Staaten der 1990er Jahren, in eine Zeit, in der Schwule noch viel mehr um Akzeptanz kämpfen mussten, bzw. ihre Sexualität oftmals versuchten, zu verheimlichen. Wie bereits bei der ersten Staffel liegt auch hier der Vergleich zur Gegenwart nahe. Wie steht es heute mit der Anerkennung und der Rechte der LGBT-Gemeinschaft in den U.S.A.? Was hat sich in den letzten zwanzig Jahren geändert? Beispielsweise waren Homosexuelle im amerikanischen Militär seit 1993 zwar geduldet, aber nur so lange sie ihre sexuelle Orientierung für sich behielten (Policy: „Don´t Ask, Don´t Tell“ – wird in dieser Staffel in der gleichnamigen Episode 5 thematisiert). Erst seit dem Jahr 2011 dürfen auch Bi- oder Homosexuelle (die offen mit ihrer Sexualität umgehen) dem amerikanischen Militär beitreten. Ich musste das nochmal recherchieren, weil ich kaum glauben konnte, dass die Gesetze erst im Jahr 2011 geändert wurden.

True-Crime-Formate sind ja bereits seit einigen Jahren bei den Film- und Fernseh- und Podcast-produzenten äußerst populär. Mir ist aufgefallen, dass in den letzten zwei Jahren insbesondere reale Verbrechen aus den 1990er Jahren (O.J. Simpson, Tonya Harding, Waco, jetzt Gianni Versace)  aufgegriffen wurden. 

Wie alle gute Serien habe ich auch „The Assassination of Gianni Versace“ komplett zwei Mal hintereinander gesichtet. Bei der zweiten Sichtung kannte ich den Lebens- und Amoklauf von Andrew Cunanan, seine Weggefährten, seine Bluttaten und Opfer und konnte mich damit entspannt auf die größere Geschichte einlassen. Die Story ist ansprechend und wirklich gut erzählt. 

Darren Criss ist sehr überzeugend als Andrew Cunanan. Es ist sicher nicht einfach, einer solchen komplexen Figur gerecht zu werden. Der amerikanische Schauspieler macht es aber mit seinem nuancierten und facettenreichen Spiel möglich. 

Penélope Cruz und Édgar Ramirez habe ich überraschenderweise sofort Donatella und Gianni Versace abgenommen. Beide sind generell sehr gute Schauspieler, neben dem Handwerk bringen sie aber auch die notwendigen Äußerlichkeiten für ihre Rollen mit. Édgar Ramirez hat generell schon eine ziemliche Ähnlichkeit mit dem legendären Designer. Penélope Cruz hat hier hellblonde Haare (eine Perücke). Die beiden Schauspieler haben mit ihrer Mimik und Gestik, dem Make-Up, den Frisuren und dem Kostümdesign, vor allen Dingen aber mit ihrem Englisch, das mit einem sehr starkem italienischen Akzent durchzogen ist, schnell vergessen lassen, dass sich hinter diesen Charakter eigentlich Schauspieler verbergen. 

Ich hätte es rücksichtsvoll gefunden, wenn man mir Ricky Martin erspart hätte. In jeder einzelnen Szene hat er mich mit seinem Ricky-Martin-Sein aus der sonst so fesselnden Serie gebracht. Besonders lustig war sein Auftritt in Folge 7 („Ascent“).

Meine Lieblingsepisode: Ich mag alle, am wenigsten vielleicht die vorletzte, Episode 9 („Creator/Destroyer“). Ein großer Part dreht sich um diesen unangenehmen, gar widerlichen Vater von Andrew Cunanan. Was für eine Loser. Vielleicht habe ich mich aber einfach nur über diese Figur geärgert. 

Meine Lieblingsszenen: 

Episode 2 („Manhunt“): Eine recht krasse Szene unterlegt mit Phil Collins´“Easy Lover“ (Ich liebe die komplette Szene in dem Hotelzimmer, weil sie dem Zuschauer erstmalig genau zeigt, was für eine Psycho Andrew Cunanan war. Außerdem erinnert mich die Szene an einen meiner Lieblingsfilme, „American Psycho“.  In der zweiten Folge mochte ich auch die gesamte Sequenz, die mit dem Song „Gloria“ unterlegt ist. Ferner mochte ich die Schlussszene der zweiten Episode in dem Schwulenclub – dieses Szene ist insbesondere toll, wenn man bereits die komplette erste Staffel gesehen hat. 

Episode 3 („A Random Killing“): Alle Szenen mit Judith Light 

Episode 4 ( „House by the Lake“): Die „Good News – Bad News“-Szene mit David und seinem Papa. Herzzerreissend und tränenreich für mich die Szene mit den Beiden in der Hütte. 

Episode 6 („Descent“) Die Szene mit David und Andrew. Hier realisiert David, dass Andrew einfach nicht die Wahrheit sagen kann. Nicht meine Lieblingsszene, aber dennoch erwähnenswert: Auf Andrews Geburtstagsparty wird ein Foto aufgenommen. Das Foto zeigt Andrew Cunanan mit drei seiner späteren Opfer. 

Episode 7 (Ascent“) Die Szene im Hotelzimmer mit David und Andrew. Der Moment dieser Nacht ist überzeugend transportiert. 

Episode 9 („Creator/Destroyer“) Die kurze Sequenz, die mit dem The Bangles-Song „Hazy Shade of Winter“ unterlegt ist. Auch, weil mir ganz warm ums Herz wird, der Song erinnert mich an einen meiner Lieblingsfilme, der Bret Easton Ellis Verfilmung „Less Than Zero“). Später in der Episode fand ich den Party-Auftritt von Andrew Cunanan großartig. Die Episode ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers Matt Bomer (The Normal Heart, „American Horror Story: Hotel“). 

Der hier gezeigte Palast von Gianni Versace ist traumhaft. Auch wenn ich selbst klare Linien und das minimalistisches Design vorziehe, würde ich mir dieses opulente Domizil gerne mal anschauen. Das ist auch durchaus möglich, da Versaces Villa, „Casa Casuarina“ (http://vmmiamibeach.com) zu einem Boutique-Hotel umgebaut wurde.

Die Versace-Familie ist selbst nicht so glücklich über „The Assassination of Gianni Versace“. Das liegt voraussichtlich auch daran, dass Gianni Versaces HIV-Erkrankung angedeutet wird. Die Familie hat immer behauptet, der Designer wäre an Krebs erkrankt. FX weist daraufhin, dass sie ausgiebig die Fakten geprüft haben und zuvor eine intensive Recherche erfolgt ist. Donatella Versace war aber sehr wohl zufrieden, dass sie von Penélope Cruz portraitiert wurde. Die beiden haben sich bereits vor diesem Projekt einige Male getroffen. 

Die Musik in dieser TV-Serie ist perfekt ausgewählt. Die Songs sind entweder thematisch abgestimmt oder sie passen in die 1990er Jahre, vor allen Dingen in der Gay-Szene.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Andrew Cunanan war ein tief gestörter Mann, Psychopath und Serienmörder. Er war intelligent, attraktiv, wusste sich gut auszudrücken und zu kleiden. Er stammte aus armen Verhältnissen mit einer psychisch kranken Mutter und einem Betrüger als Vater. Er hat sich immer gewünscht, der besseren Gesellschaft anzugehören. So hat er sich bereits als Kind in eine Phantasiewelt geflüchtet und anderen Lügen über seine Herkunft und später auch seinen sozialen und beruflichen Status aufgetischt. Er war ein Hochstapler und pathologischer Lügner. Er hat nie geleugnet, schwul zu sein. Sein Geschichtsstudium schmiss er hin und zog lieber durch die besten Gay-Clubs auf der Suche nach schnellem Sex und reichen Liebhabern, die seinen gewünschten Lebenswandel finanzierten. Durch sie bekam er Zugang zur der besseren Gesellschaft. So wirklich aufgenommen wurde er jedoch nie, irgendwann sind Andrews Lügen immer aufgeflogen. Gespielt wird Andrew Cunanan von dem amerikanischen TV-, Theaterschauspieler und Sänger Darren Criss. Bekannt geworden ist er durch seine Rolle in der TV-Serie „Glee“. Er hat eine Nominierung für einen Emmy und einen Grammy (beides für die Musik in „Glee“).

Gianni Versace war ein berühmter italienischer Modedesigner, der mit seinem Partner (hier gespielt von Ricky Martin) zusammenlebte. Im Alter von nur 50 Jahren wurde er vor seiner Haustür in Miami Beach erschossen. Täter war der 27-jährige Andrew Cunanan (in der Serie gespielt von Darren Criss). Gespielt wird Gianni Versace von dem venezolanischen Schauspieler Édgar Ramirez. Bekannt wurde er durch den Mehrteiler „Carlos“. Ich habe ihn aber auch schon in einigen Kinofilmen (Zero Dark Thirty, The Counselor, Joy) gesehen. Für seine Performance in „Carlos“ hat er eine Emmy-Nominierung erhalten. 

Donatella Versace ist Gianni Versaces Schwester und eine harte Geschäftsfrau. Später startete sie dann selbst als Modedesignerin des Labels durch. Den Lebenspartner ihres Bruders muss sie gehasst habe. Als Gianni Versace (an HIV oder Krebs) erkrankte, hatte sie bereits ein Mal die Geschäfte übernommen. Gespielt wird Donatella von der spanischen Schauspielerin Penélope Cruz. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie wohl mit Pedro Almodovars Film „All About My Mother“. Kurz darauf wurde sie schon in amerikanischen Kinofilmen („Blow“, „Gothika“) besetzt. Sie wurde drei Mal ( für ihre Performance in „Volver“, Vicky Cristina Barcelona und Nine) für den Oscar nominiert. Für ihre Performance in dem Woody Allen Film hat sie den Oscar gewonnen. 

Antonio D´Amico war Gianni Versaces Lebensgefährte. 15 Jahre waren sie ein Paar und haben zusammengelebt. Antonio D´Amico war Model, später hat er als Designer für Versace Sport gearbeitet. Gespielt wird Antonio D´Amico von dem puerto-ricanischen Sänger Ricky Martin. Hätte man für diese Rolle nicht irgendeinen richtigen Schauspieler finden können? Ricky Martin hat drei Grammy-Nominierungen.

David ist die große Liebe von Andrew Cunanan (gespielt von Darren Criss). Gespielt wird David von dem australischen Schauspieler Cody Fern. Bislang hat er vorwiegend Theater gespielt. Man könnte „The Assassination of Gianni Versace“ als seinen Durchbruch, zumindest in den U.S.A., ansehen. In der nächsten, der sechsten Staffel von „House of Cards“ wird er aber scheinbar eine größere Rolle spielen. Mich hat er an den jungen Andrew McCarthy erinnert. Interessanter Schauspieler und einer, den man ganz sicher auch bald im Kino sehen wird. 

Marilyn Miglin war seit einigen Jahrzehnten die Frau des sehr erfolgreichen Unternehmers Lee Miglin. Auch wenn Lee Miglin tatsächlich als Immobilienmogul recht bekannt war, wird seine Geschichte den meisten nicht geläufig sein, daher möchte ich hierzu nichts spoilern. Gespielt wird Marilyn Miglin von der amerikanischen TV- und Theaterschauspielerin Judith Light. Auch wenn sie aussieht wie ein sehr gepflegter, älterer Herr in eleganter Damenrobe mit viel zu viel Schminke im Gesicht, ist Judith Light umwerfend in dieser Rolle. Sie spielt sehr nuanciert, jeder Gedanke ist in ihrem Gesicht zu lesen. Ich würde mir wünschen, dass sie für diese Gastperformance oder Nebenrolle mit einem Emmy ausgezeichnet wird.  Bekannt geworden ist Judith Light durch ihre Hauptrolle in der 1980er Jahre Serie „Who´s the Boss? Sie hat auch in der Serie Transparent mitgespielt. Sie hat sowohl einen Emmy (für ihre Performance in der TV-Serie „One Life to Live“) als auch einen Tony für ihre Performance in dem Theaterstück „The Assembled Parties“ gewonnen. 

Update: „The Assassination of Gianni Versace“ ist im Jahr 2018 für achtzehn Emmys (darunter: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor, Darren Criss, Outstanding Supporting Actor, Ricky Martin, Édgar Ramirez und Finn Wittrock,  Outstanding Supporting Actress, Penélope Cruz und Judith Light, Outstanding Directing für die Episode „The Man Who Would Be Vogue“, Outstanding Writing für die Episode „House by the Lake“ und Outstanding Casting for a Limited Series) nominiert worden. 

„The Assasination of Gianni Versace: American Crime Story“ wurde erstmalig v. 17.01.18 . 21.03.18 auf dem amerikanischen Kabelsender FX ausgestrahlt. In Deutschland war die Serie über den Bezahlsender Sky Atlantic HD ab dem 29.01.18 zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

Hong Kong – Film: „A Quiet Place“

Ich war am 17.04.18 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Quiet Place“ (dt. Kinostart war der 12.04.18)  95 min  horror

dir. John Krasinski  cast: Emily Blunt, John Krasinski, Noah Jupe, Millicent Simmonds, Cade Woodward 

 

Evelyn (Emily Blunt), Lee (John Krasinski) und ihre beiden Kinder, die gehörlose Regan (Millicent Simmonds) und ihr jüngerer Bruder Beau (Noah Jupe) sind Überlebende. Die Welt ist von scheinbar unverwundbaren Aliens mit höchstsensiblen Ohren eingenommen worden. Die Kreaturen werden von den kleinsten Geräuschen angelockt und töten sofort. Jedes Geräusch, dass die Familie verursacht, könnte ihren Tod bedeuten. Sie verständigen sich in Gebärdensprache, aber schon bald kommt eine neue Herausforderung auf die Familie zu…

 

A- (Wertung von A bis F) „A Quiet Place“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers (TV-Serie „The Office“, Away We Go, It´s Complicated, Aloha und Filmemachers („The Hollers“) John Krasinski. Dies ist der dritter Spielfilm, bei dem er Regie führt und hier spielt er neben seiner Ehefrau im wahren Leben, Emily Blunt, auch die Hauptrolle. 

Ich mag die smarten Horrorfilmen, bei denen man nicht alles haarklein erklärt bekommt. Mit Ausnahme des überflüssigen Whiteboards im Keller, erfährt man hier gerade so viel, dass man die Welt und die Situation, in der sich die Familie befindet, versteht. Wie bei so vielen Horrorfilmen, gibt es natürlich auch in diesem Film ein paar Ungereimtheiten, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil der Film insgesamt ungemein spannend ist.  

Mir ist bereits vor längerer Zeit aufgefallen, dass sich insbesondere Horrorfilme dazu eignen, sie mit Publikum in einem Kino zu sehen. Es ist dieses Gemeinschaftserlebnis, sich zu erschrecken und sich dann mitunter über sich selbst kaputt zu lachen, das finde ich irgendwie spassig. Bei  „A Quiet Place“ gebe ich nun aber eine unbedingte Kinoempfehlung ab. Bei diesem Film ist es eine ganz besondere Erfahrung und es ist beinahe unerlässlich, ihn mit anderen Zuschauern in einem Kino zu erleben. Das hat nicht allein mit der großen Leinwand und dem Sound zutun. Es ist vielmehr, dass wahrscheinlich (egal wo man auf der Welt den Film schaut) sich das Publikum der Situation auf der Leinwand anpasst und sich entsprechend mucksmäuschenstill verhält. Ohne von der Leinwand runterzuschauen, mache ich mir immer im Kino Notizen, selbst das habe ich auf ein Minimum beschränkt. Ganz zu schweigen davon, dass die Mitzuschauer sich bei diesem Film nicht trauen, auf Popcorn rumzukauen oder an ihrem Getränk zu schlürfen. An einigen Stellen musste ich mir sogar den Mund zuhalten, um nicht lauthals F*** zu brüllen. Ja, John Krasinski hat hier schon eine ganz besonders intensive Atmosphäre geschaffen. 

Dramaturgisch gab es zwischendurch immer wieder einige Setups, auf die später in der Handlung zurückgegriffen wird. Ganz großartig fand ich den Film, wenn die gehörlose Tochter keinerlei Umgebungsgeräusche wahrnehmen kann, der Zuschauer dann aber, beispielsweise das Monster sieht, aber ansonsten auch keinen Ton hört. Überhaupt fand ich den Sound in dem Film herausragend.

Vielleicht hat sich hier der neue JACK RYAN, John Krasinski, selbst in seinem Survival-Film etwas zu sehr als Held inszeniert, der eigentliche Held ist hier nämlich seine Ehefrau. Das liegt nicht zuletzt an der erstklassigen Performance von Emily Blunt, der neuen MARY POPPINS.  

Auch wenn es Jammern auf hohen Niveau ist, mich haben drei Dinge an dem Film gestört: 1. In den meisten Szenen hätte ich es vorgezogen, gar keine Filmmusik zu hören, 2. Man versucht sich bei Horrorfilmen, gerne in die Lage der Protagonisten zu versetzen. Ich konnte aber gar nicht nachvollziehen, dass unsere Charaktere hier die ganze Zeit und überall barfuss rumlaufen. Mich hat das etwas abgelenkt, weil ich sicher bin, dass ich, allein um meine Füße zu schonen, wenigstens draußen dicke Socken getragen hätte. 3. Regan, die gehörlose  Tochter der Familie, hat nun überhaupt keine Ähnlichkeit mit ihren Filmeltern (wohl könnte sie aber optisch die Tochter von Kurt Russell) sein. 

„A Quiet Place“ ist ein Film, der gerne noch etwas länger hätte sein dürfen. Der Film endet abrupt und bietet die Möglichkeit für eine Fortsetzung. Da der 17-Millionen-Dollar-Film ein Überraschungshit in den U.S.A. ist, kann man fest damit rechnen, dass es eine Fortsetzung gibt. 

Seit mit Get Out ein Horror-Film für mehrere Academy Awards nominiert wurde, habe ich das Gefühl, dass die Oscar-Experten alle herausragenden Horrorfilme, in ihrer Prognose miteinbeziehen. „A Quiet Place“ ist der erste Horrorfilm, der im Jahr 2018 für Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Regisseur und Beste Hauptdarstellerin, Emily Blunt) im Gespräch ist. Ich halte das derzeit (man weiß ja jetzt noch nicht, wie sich das Filmjahr 2018 am Ende darstellt) für etwas übertrieben. 

„A Quiet Place“ wurde erstmalig bei South by Southwest 2018 gezeigt. Der Film ist am 6.4.18 in 3508 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist „A Quiet Place“ seit dem 12.04.18 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in Hongkong gesehen, dort ist der Film ebenfalls am 12.04.18 gestartet. Gezeigt wurde die englische Originalfassung mit chinesischen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dí Ya Cáo„ (Trailer in der OV gezeigt)

Bewertung des Trailers: C+ 

Kommentar: Krimi aus Hongkong, von und mit Nick Cheung. Englischsprachiger Filmtitel „The Trough“ 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen


Trailer v. Film: „Gonjiam: Haunted Asylum„ (Trailer in der OV mit chinesischen und englischen Untertiteln gezeigt) 

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Koreanischer Found Footage Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal schauen 

 

Kino in Hongkong:

Ich war schon einige Zeit nicht mehr in Hongkong im Kino. Die fremdsprachigen Filme werden immer im Original mit chinesischen (und wenn es sich um einen nicht-englischsprachigen Film handelt) zusätzlich mit englischen Untertiteln gezeigt. Auf diesem Umlauf habe ich ein neues Kino für mich entdeckt: THE GRAND Cinema. Es hat 12 Kinosäle und ist in einem riesigen, sehr edlen Einkaufscenter, dem Elements (mit einer Indoor Eisbahn und allem Schnick-Schnack) an der U-Bahnstation Kowloon Station zu finden. Die erste Vorstellung am Tage kostet 70 HKD, sonst 90 beziehungsweise 110 Hong Kong Dollar. Das entspricht rund 7, 9 bzw. 11 Euro. Das Kino ist  klinisch sauber (Reinigungs- und Sicherheitspersonal ist auch überall sichtbar. Die Filme werden hier in Sony Digital Cinema 4 K gezeigt. Ich habe zwei Filme in diesem Kino gesehen und beide Male war ich von dem Sound in den Kinos unglaublich beeindruckt. Selbstverständlich wird neben den Trailern für neue Filme keine Werbung gezeigt. 

Filmplakat von „A Quiet Place“ im THE GRAND Cinema in Hongkong

 

THE GRAND Cinema in Hongkong

 

Das Spezial-Reinigungsteam, dass die ehrenvolle Aufgabe hat, tausende von Kristallen an der riesigen Leuchte im THE GRAND Cinema zu putzen.

 

Comic-Figuren hinter einer Vitrine im THE GRAND Cinema

Berlin – Film: „You Were Never Really Here“

Ich war am 13.03.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„You Were Never Really Here“ (dt. Filmtitel: „A Beautiful Day“, dt. Kinostart: 26.04.18)  90 min thriller, drama, adaptation 

dir. Lynne Ramsay  cast: Joaquin Phoenix, Ekaterina Samsonov, Alex Manette, John Doman, Judith Roberts, Alessandro Nivola

 

Der Ex-Soldat und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) ist vom Leben gezeichnet. Seine Lebensaufgabe sieht er mittlerweile darin, verschleppte Kinder aus Händen von Sexhändlern zu befreien. Dabei scheut er nicht vor Gewalt zurück. Bei seinem neuen Auftrag soll er die entführte minderjährige Tochter des New Yorker Senators Votto (Alex Manette) retten. Aufgrund der bevorstehenden Wahlen will der Senator die Polizei nicht einschalten. Joe ahnt noch nicht, wie gefährlich dieser neue Auftrag ist…

 

A- (Wertung von A bis F) „You Were Never Really Here“ liegt Jonathan Ames´gleichnamigem, nur 99 Seiten langer Roman zugrunde. Dies ist der erste U.S.-amerikanische Film der schottischen Autorin und Filmemacherin Lynne Ramsay (We Need to Talk About Kevin). 

Der Film ist ein Rachethriller, aber noch mehr ein ruhig erzähltes, nüchternes Porträt eines gebrochenen Mannes. Sein Körper ist mit Narben übersät und wenn ihm wieder alles zu viel wird, er schreckliche Bilder der gesehenen oder erlebten Gewalt ausblenden will, nimmt er Tabletten oder zieht sich eine Plastiktüte über den Kopf, bis er fast erstickt. Joe ist ein Mann mit Problemen, man fragt sich, was ihn überhaupt am Leben hält. Wenn er aber für einen Auftrag ein minderjähriges Entführungsopfer befreien soll, ist er hochkonzentriert und kämpft präzise bis er am Ziel ist. Sein Beweggrund gerade solche Aufträge anzunehmen, ist dabei nicht das Geld, sondern eher seine eigene traumatische Kindheit. Letztlich hat ihn diese Kindheit geprägt, ihn zugleich stark und verletzlich gemacht. Als die Regisseurin Ames´Kurzgeschichte für ihr Drehbuch adaptierte, hatte sie keinen anderen Schauspieler als Joaquin Phoenix für die Hauptrolle im Sinn. Es ist eines dieser Rollen, bei denen das Ausnahmetalent mit seinem Filmcharakter eins wird. Partout unvorstellbar, einen anderen Schauspieler in dieser Rolle zu sehen. 

Weiblichen Regisseuren wird gerne unterstellt, keine krassen, brutalen Filme auf die Beine stellen zu können. Lynne Ramsey dürfte das Gegenteil beweisen. Mit diesem Film ist ihr eine außergewöhnliche Inszenierung gelungen. Wahrscheinlich ist es ihrem weiblichen Einfühlungsvermögen zu verdanken, dass man am Ende des Films glaubt, Joe zu kennen und weiß, wie er tickt. Auch wenn man dann immer noch nicht viel mehr über seine Kindheit und seinen Werdegang weiß als am Anfang des Films. 

Besonders positiv aufgefallen ist mir auch die Filmmusik. Einmal mehr ist es Radioheads´Jonny Greenwoods Werk. 

„You Were Never Really Here“ ist ein exzellenter Film, der am Ende des Jahres tatsächlich in meiner Top Ten landen könnte. Bei mir liegt es jetzt über einen Monat zurück, dass ich den Film gesehen habe. Ich hatte mir für die Bewertung ein „A-„ notiert, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, warum ich ihm nicht die volle Punktzahl gegeben habe. 

„You Were Never Really Here“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Es war der letzte Film, der dort in jenem Jahr im Wettbewerb gezeigt wurde. Kurz darauf wurde Lynne Ramsey bereits für das beste Drehbuch ausgezeichnet und außerdem hat Joaquin Phoenix des Preis als bester Hauptdarsteller in Cannes gewonnen. In den U.S.A. ist der Film am 6.4.18 in drei Kinos in New York und Los Angeles gestartet, ab dem 20.04.18 ist er dann landesweit zu sehen. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „A Beautiful Day“ am 26.04.18 in die Kinos kommen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. 

Trailer zu sehen: 

 

TV – Serie: „Waco“

Ich habe mir alle Folgen dieses Mehrteilers angeschaut:

 

„Waco“ 6 x approx. 50 min drama, thriller, biopic, adaptation
dir. John Erick Dowdle, Drew Dowdle cast: Michael Shannon, Taylor Kitsch, Andrea Riseborough, Paul Sparks, Rory Culkin, Shea Whigham, John Leguizamo, Camryn Manheim, Glenn Fleshler

 

28.02.1993. Waco, Texas. Nach einer missglückten Razzia der amerikanischen Bundesbehörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) wird das Anwesen der Davidianer-Sekte nun von dem FBI belagert. In den folgenden 50 Tagen versucht der Unterhändler der amerikanischen Regierung, Gary Noesner (Michael Shannon), zwischen dem fanatischen Sektenführer, David Koresh (Taylor Kitsch), bzw. seiner rechten Hand, Steve (Paul Sparks) und den beiden ungeduldigen FBI-Einsatzleitern Tony Prince (Glenn Fleshler) und Mitch Decker (Shea Whigham) zu vermitteln. Den Sektenführer will er überzeugen, Frauen und Kinder freizulassen und sich zu ergeben. Derweil wird seitens des FBI zu drastischen Mitteln gegriffen, um die Religionsgemeinschaft mürbe zu machen. Es wird davon ausgegangen, dass die Sektenanhänger schwer bewaffnet sind. Am 51. Tag verliert das FBI die Geduld und stürmt die Mount Carmel Ranch der Sekte in Waco, Texas.…

 

B (Wertung von A bis F) „Waco“ basiert auf einer wahren Geschichte. Der Mehrteiler rekonstruiert, wie es zu der Tragödie kam, bei der am Ende 76 Sektenanhänger (darunter 25 Kinder) zu Tode kamen. Die Mini-Serie ist eine Adaption von David Thibodeaus und Leon Whitesons Buch „Waco: A Survivor´s Story“ und Gary Noesners Buch „Stalling for Time: My Life as an FBI Hostage Negotiator“. Serienschöpfer sind die amerikanischen Filmemacher und Brüder Drew und John Erick Dowdle („Quarantine“, Devil, „No Escape“).

Diese Mini-Serie zeigt die Vorgehensweise, Fehleinschätzungen und -entscheidungen der amerikanischen Regierungsbehörden (insbesondere des ATFs und des FBIs) in diesem Fall. Die Ereignisse erfuhren seinerzeit (weltweit) eine große, mediale Aufmerksamkeit. Das setzte das FBI noch mehr unter Druck. Die Erstürmung der Ranch wurde dann von mehreren amerikanischen Fernsehsendern live übertragen. Verschwörungstheoretiker zweifeln bis heute an der späteren Darstellung der US-Regierung. Der Öffentlichkeit wurde seinerzeit vermittelt, dass sich ein paar verrückte Gläubige schwer bewaffnet verschanzt hatten und am Ende Selbstmord begingen. Aber entspricht das den Tatsachen? Wie wurde das Feuer verursacht? Die Serienschöpfer haben scheinbar erhebliche Zweifel an der FBI-Version und – am Ende des Sechsteilers – ich auch.

Der katastrophale FBI-Einsatz in Waco sorgte für einen deutlichen Anstieg rechtsradikaler Aktionen von Regierungsgegnern. Aus Rache für Waco verübte Timothy McVeigh am zweiten Jahrestag der Erstürmung der Mount Carmel Ranch einen Anschlag in Oklahoma City. Dafür deponierte er einen Sprengsatz in einem Auto direkt an einem Gebäude der Bundesbehörde. Bei dem Attentat starben 168 Menschen und 800 wurde verletzt.

Die komplexe Geschichte dieser Mini-Serie wird von zwei Seiten beleuchtet. Auf der einen Seite sieht man die Sektenanhänger, auf der anderen Seite einzelne Vertreter der amerikanischen Regierungsbehörden. Die Geschichte beruht auf den Büchern eines der Überlebenden der ehemaligen Davidianer, David Thilbbodeu (gespielt von Rory Culkin), und des damaligen Hauptverhandlungsführers, Gary Noesner (gespielt von Michael Shannon).

Gary Noesner ist die Seele dieses Mehrteilers. Als Unterhändler der amerikanischen Regierung steht er zwischen den religiösen Fanatikern und der ungeduldigen Führung der Spezialeinheit des FBIs. Während die Einsatzleiter des amerikanischen Behörden auf Panzer setzen und zu drastischen Mitteln greifen, um die Sektenmitglieder mürbe zu machen, bleibt Gary Noesner besonnen, versucht den Sektenführer und seine Anhänger zu verstehen und setzt bis zum Schluss auf Gespräche.

Selbstverständlich ist Michael Shannon als Gary Noesner großartig. Eigentlich habe ich auch ansonsten wenig zu kritisieren. Einzig das Anwesen der Davidianer hat etwas Kulissenhaftes. Entsprechend unrealistisch sieht auch das Feuer am Ende aus.

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

David Koresh  ist der charismatische Anführer der Davidianer-Sekte. Der religiöse Fanatiker glaubt, er wäre von Gott auserwählt, am Jüngsten Tag die Welt zu führen. Er hat eine sehr eigene Bibel-Interpretation. David hat ein gutes Einfühlungsvermögen und weiß, Menschen zu manipulieren. Während er von seinen männlichen Anhängern sexuelle Enthaltsamkeit forderte, schwängerte er einige der weiblichen, teils minderjährigen Sektenmitglieder. Außerdem ist er mit einigen dieser Mädchen/Frauen verheiratet. David Koresh wird von dem kanadischen Schauspieler Taylor Kitsch gespielt. Bekannt geworden ist er durch die amerikanische TV-Serie „Friday Night Lights“. Er hat aber auch bereits in einigen Kinofilmen mitgespielt“ („John Carter“, Savages, Lone Survivor, Only the Brave)

Gary Noesner arbeitet beim FBI und unterrichtet Verhandlungstaktiken bei Geiselnahmen, in dem „Waco-Fall“ war er der Unterhändler der amerikanischen Regierung. Er kann sich in die Belange der Sektenmitglieder reinversetzen, setzt auf Gespräche und versucht zwischen den hochrangigen FBI-Einsatzleitern und den religiösen Fanatikern zu vermitteln. Eines der beiden Bücher auf denen dieser Mehrteiler beruht, hat Gary Noesner geschrieben. Gespielt wird Gary Noesner von dem amerikanischen Schauspieler Michael Shannon. Sein Spielfilmdebüt gab er in Harold Ramis „Groundhog Day“. Seinerzeit ist er mir zugegebenermassen aber noch nicht aufgefallen. Ich musste tatsächlich nachschauen, wann ich meinen jetzigen Lieblingsschauspieler das erste Mal in einem meiner Blog-Artikel namentlich erwähnt habe. Es war in Sam Mendes Film Revolutionary Road. In The Runaways liess er bereits mein Herz schneller pochen und in der HBO-Serie Boardwalk Empire erklärte ich ihn dann zu meinem neuen Lieblingsschauspieler. Gut, dass es Blogs gibt, ist es doch eine gute Gedächtnisstütze. Eines weiß ich jedoch auch ohne, er ist einer der besten Schauspieler dieser Generation und tief in meinem Herzen verankert. Ich liebe seine Stimme, seine Sprache und daher habe ich mir vor einigen Monaten Sam Shepards „Spy of the First Person“ als Hörbuch runtergeladen. Wenn ich unterwegs bin und entspannen will, lausche ich Michael Shannons wundervollen Stimme. Der Amerikaner wird gerne als psychisch Auffälliger oder Bösewicht besetzt, in „Waco“ gibt er aber wieder mal den Guten, spielt den überlegten Verhandlungsführer, der bei Geiselnahmen nach einem gewaltfreien Weg sucht. Michael Shannon hat zwei Oscar-Nominierungen für „Revolutionary Road“ und Nocturnal Animals. Außerdem hat er eine Tony-Award-Nominierung für seine Performance in dem Theaterstück „Long Day´s Journey into Night“.

David „Thibs“ Thibodeau ist Schlagzeuger, hatte David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch) erst einige Monate  vor der Tragödie kennengelernt und lebte seither auf dem Anwesen der Davidianer-Sekte. Verliebt hat sich der junge Mann in eine der Anhängerinnen, Michelle (gespielt von Julia Garner). Eines der beiden Bücher, auf denen der Mehrteiler beruht, hat David Thilbodeau geschrieben. Thibs wird von dem amerikanischen Schauspieler Rory Culkin gespielt. Rory Culkin ist der Bruder der beiden Schauspieler Macauley und Kieran Culkin. Rory hat in einigen Indies („You Can Count on Me“, „Igby Goes Down“, Columbus) mitgespielt.

Michelle Jones ist die zweite Frau des Sektenführers David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch). Sie verliebt sich in David Thibodeau (gespielt von Rory Culkin). Michelle wird von der amerikanischen Schauspielerin Julia Garner gespielt. Mir war sie vor allen Dingen noch aus der Netflix-Serie Ozark präsent. Sie hat aber auch in einigen Kinofilmen (The Perks of Being a Wallflower, Grandma) mitgespielt.

Steve Schneider ist ist ein Anhänger der Davidianer-Sekte und engerer Vertrauter von Sektenführer David Koresh (gespielt von Taylor Kitsch). Gespielt wird Steve von dem amerikanischen Schauspieler Paul Sparks. Er hat in bereits in einigen TV-Serien („Boardwalk Empire“, „House of Cards“, The Night Of). Neben Michael Shannon hat er nicht nur in „Boardwalk Empire“ gespielt, sondern auch in Mud und Midnight Special. Ich habe ihn erst kürzlich in Thoroughbreds gesehen.

Mitch Decker gehört zum führenden FBI-Einsatzteam. Gespielt wird Mitch von dem amerikanischen Schauspieler Shea Whigman. Sein Name war mir auch nicht geläufig. Ich habe ihn aber schon in zig Filmen (The Lincoln Lawyer, Silver Linings Playbook, American Hustle, The Wolf of Wall Street) gesehen. Bei den Dreharbeiten zu „Waco“ gab es sowohl ein Wiedersehen mit Taylor Kitsch (neben dem er in Oliver Stones Savages spielte) als auch mit Michael Shannon (neben dem er in der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ und Take Shelter spielte).

Tony Prince ist der Leiter des FBI-Einsatzkommandos. Gespielt wird Tony Prince von dem amerikanischen Schauspieler Glenn Fleshler. Auch seinen Namen kannte ich nicht, habe ihn aber in unzähligen Filmen (All Good Things, The Immigrant, Suburbicon) und Serien („Damages“, „True Detective“, „The Night Of“) gesehen. Auch er hatte neben Michael Shannon in „Boardwalk Empire“ gespielt.

 

„Waco“ wurde erstmalig v. 24.01.18 – 28.02.18 auf dem amerikanischen Kabelsender Paramount Network ausgestrahlt. Bisher ist noch nicht bekannt, wann der Mehrteiler in Deutschland zu sehen ist.

Trailer zu sehen:

 

Ich liebe den Vorspann von „Waco“, leider konnte ich den nicht auf YouTube finden.

 

D.C. – Film: „Submission“

Ich war am 10.03.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Submission“ 106 min drama, adaptation
dir. Richard Levine cast: Stanley Tucci, Kyra Sedgwick, Addison Timlin, Janeane Garofalo

 

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist Literaturprofessor und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Uni. Seit einigen Jahren versucht er eine Schreibblockade bekämpfen und seinen zweiten Roman fertigzustellen. Eine seiner  Studentinnen, Angela (Addison Timlin), schreibt derzeit an ihrem ersten Roman und bittet ihn, das erste Kapitel zu lesen. Ted ist angetan von ihrer Schreibe und irgendwie auch von seiner Studentin…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Submission“ ist eine Adaption von Francine Proses Roman „Blue Angel“. Nach „Every Day“ ist dies erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Richard Levine.

„Submission“ ist ein sehenswerter Indie, der in der sensiblen #MeToo-Ära, in der wir uns befinden, vielleicht nicht ganz so gut aufgehoben ist. Die Geschichte ist sicherlich nicht neu, ich mochte aber die Dialoge und auch die Umsetzung. Die fiktionale Handlung hätte sich genau so im wahren Leben zugetragen haben können. Die Charaktere sind glaubwürdig, was nicht zuletzt an den Schauspielern liegt. Stanley Tucci ist ein Chamäleon (was er nicht schon alles für reale Persönlichkeiten und Kunstfiguren im Film und Fernsehen portraitiert hat). In einem meiner Lieblingsfilme, Some Velvet Morning konnte er bereits unter Beweis stellen, dass er sogar sexy sein kann und das zeigt er in diesem Film erneut.

„Submission“ ist einer der wenigen Filme, die ich nicht von langer Hand geplant hatte, mir anzuschauen. Genauer gesagt, hatte ich ein paar Stunden bevor ich ins Kino gegangen bin, noch überhaupt nichts von dem Film gehört. Drei Blocks von unserem Crewhotel entfernt gibt es ein kleines Programmkino (West End Cinema), dem ich schon ewig einen Besuch abstatten wollte. Jetzt bin ich froh, dass ich ein neues Kino kennenlernte und damit diesen kleinen Film nicht verpasst habe.

Der Roman „Blue Angel“, dem dieser Film zugrunde lag, stammt aus dem Jahr 2000. Die Handlung ist jedoch von Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“ abgeleitet, welche im Jahr 1930 von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich unter dem Titel „Der blaue Engel“ verfilmt wurde. Ausschnitte dieses Film sieht man auch in „Submission“

„Submission“ wurde erstmalig auf dem LA Film Festival in 2017 gezeigt. Der Film ist am 2.3.18 in einigen wenigen Kinos in den U.S.A. gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lean on Pete„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Charlie Plummer und Steve Buscemi
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Death of Stalin „
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Satire mit Steve Buscemi, Rupert Friend und Jeffrey Tambor
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Beauty and the Dogs„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-tunesisches Drama. Ich weiß nicht, ob ich das ertrage.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

D.C. – Film: „Thoroughbreds“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Thoroughbreds“ (dt. Filmtitel: „Vollblüter“, dt. Kinostart: 09.08.18) 90 min drama, thriller
dir. Cory Finley cast: Anya Taylor-Joy, Olivia Cooke, Anton Yelchin, Paul Sparks, Francie Swift

 

Die Schülerinnen Lily (Anya Taylor-Joy) und Amanda (Olivia Cooke) waren mal sehr gut miteinander befreundet. Nachdem sie einige Jahre getrennte Wege gegangen sind, verbringen sie jetzt wieder Zeit miteinander. Lily lebt, nach dem Tod ihres Vaters, mit ihrer Mutter (Francie Swift) und ihrem sehr wohlhabenden Stiefvaters (Paul Sparks) auf einem herrschaftlichen Anwesen zusammen. Ihr Stiefvater macht ihr aber das Leben zur Hölle. Irgendwann kommen die Freundinnen auf die Idee, Lilys Stiefvater zu töten…

 

C- (Wertung von A bis F) „Thoroughbreds“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Dramatikers Cory Finley. Für diesen Film hat er eines seiner eigenen Theaterstücke adaptiert.

Der Trailer deutete auf einen coolen Film hin, die amerikanischen Kritiker zeigten sich voller Lobes, eigentlich hätte ich den Film mögen müssen…

Diese soziopathischen Teenager-Mädchen sind jedoch unangenehm, uninteressant, nervig und sehen noch dazu, höflich ausgedrückt, einfach seltsam aus, so dass ich bereits nach zwanzig Minuten keine Lust mehr hatte, mit ihnen meine Zeit zu verbringen. Entsprechend langgezogen fühlten sich die doch eigentlich auf dem Papier recht kurzen 90 Minuten an. Anton Yelchin ist hier ein Lichtblick. Jede seiner Szenen ist großartig und schmerzhaft zugleich, weil mir hier nochmal bewusst wurde, wie sehr ich dieses viel zu früh verstorbene Talent in Zukunft vermissen werde.

Ob dieser Film eine positive Resonanz erfährt, hängt vermutlich davon ab, ob man einigermassen etwas mit den Protagonistinnen anfangen kann. Ich konnte das nicht, und entsprechend ist meine Erinnerung an diesen Film, jetzt drei Wochen später, schon verblasst.

Der Film ist Anton Yelchin gewidmet. Dies ist der letzte Film des 19.06.16 im Alter von 27 Jahren verstorbenen Schauspielers Anton Yelchin.

„Thoroughbreds“ wurde erstmalig (seinerzeit noch unter dem Filmtitel „Thorougbred“) auf dem Sundance Filmfestival 2017 gezeigt, Über ein Jahr später, am 9.3.18, ist der Film in 549 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch nicht bekannt, wann der Film in Deutschland starten soll. Update: „Thoroughbreds“ startet unter dem Filmtitel „Vollblüter“ am 09.08.18 in Deutschland.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Tully„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Charlize Theron, Mackenzie Davis und Mark Duplass
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Truth or Dare„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hereditary„
Bewertung des Trailers: A+
Kommentar: Es gibt kaum einen Thriller/Horrorfilm, auf den ich mehr warte. Mit Toni Collette, Gabriel Byrne und Ann Dowd
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Flower„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Zoey Deutch
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

D. C. – Film: „The Strangers: Prey at Night“

Ich war am 9.3.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Strangers: Prey at Night“ 85 min horror, sequel
dir. Johannes Roberts cast: Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Lewis Pullman, Emma Bellomy

 

Kinsey (Bailee Madison) kommt aufs Internat. Ihre Eltern (Christina Hendricks, Martin Henderson) und ihr älterer Bruder Luke (Lewis Pullman) fahren sie zu der Schule. Auf dem Weg dorthin übernachten sie noch mal gemeinsam in der abgelegenen, ansonsten leerstehenden Wohn-Park-Siedlung ihres Onkels Marvin. Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird die Familie von ein paar Maskierten tyrannisiert…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „The Strangers: Prey at Night“ ist keine direkte Fortsetzung zu dem Horrorfilm The Strangers aus dem Jahr 2008, die Geschichte spielt aber in dieser Welt. Es ist der neue Film des britischen Filmemachers Johannes Roberts (47 Meters Down). Der Film beginnt mit dem Hinweis based on true events.

Um es vorwegzunehmen, auch in diesen Film bin ich mit etwas falschen Erwartungen gegangen. Vordergründig habe ich den Film gewählt, weil ich dachte, dass ich den Hai-Film des Regisseurs mochte. Mitten im Film ist mir dann aber eingefallen, dass ich das verwechselte, The Shallows war der Film, der mir gefiel, Johannes Roberts „47 Meters Down“ fand ich öde. Toll. Aber ich hatte auch noch einen weiteren Grund, diesen Film auszusuchen: Der für mich sehr fesselnde Original-Horror-Film „The Strangers“. Mein Lieblings-Sub-Genre bei Horrorfilmen sind sogenannte Home-Invasion-Filme. Ich finde schlichtweg nichts gruseliger, als wenn man sich in seinen eigenen vier Wände nicht mehr sicher fühlen kann. Einer, der bis heute besten Home-Invasioner ist für mich Michael Hanekes Funny Games (allerdings in der österreichischen Originalfassung). Dieser Film ist so unfassbar fies, weil eine ganz normale Familie in ihrem Zuhause von zwei, scheinbar wohlerzogenen, höflichen jungen Burschen terrorisiert wird. Klugerweise blendet Haneke bei seinem Werk die brutalen Szenen weg, die eigentliche Gewalt spielt sich im Kopf des Zuschauers ab und bleibt vielleicht deshalb so lange hängen. Auch bleibt bei „Funny Games“ das Warum im Raum.

Zurück zu „The Strangers: Prey at Night“ – Das Motiv der Täter bleibt auch hier ungewiss (das Terror-Trio aus dem Original-Film bestehend aus Dollface, Pin-Up Girl und Sackhead) ist offensichtlich zurück. Hier wird aber längst nicht so clever mit den Ängsten der Zuschauer gespielt wie bei seinem gelungenen Vorgänger. Der Film beginnt als Home-Invasioner, verlässt aber schon bald das Sub-Genre und ist dann wohl eher dem 1980er-Jahre-Slasher-Genre zuzuordnen. Auch wenn der Film in der heutigen Zeit spielt, fühlt man sich mit den 1980er-Jahre-Popsongs in diese Zeit versetzt. Der zweite „The Strangers“-Film ist sehr atmosphärisch inszeniert, aber halt auch unglaublich blutig und brutal. Es ist auch einer dieser Horrorfilme, bei dem man als Zuschauer den Protagonisten permanent Anweisungen geben will (weil sie sich halt so dämlich verhalten).

Luke (der Sohn der Familie), wird übrigens von Lewis Pullman, dem Sohn des Schauspielers Bill Pullman gespielt. Bei ihm war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich ihn irgendwie gut oder richtig schlecht finde. Ähnlich erging es mir mit der gesamten Sequenz am Gemeinschaftspool.

Anmerkung: Die letzten zehn Minuten könnten die Horror-Profis vielleicht als Hommage an Horrorklassikern verstehen, für mich war es einfach erschütternd schlechter Bilderbrei. Nachdem ich meine schlechte Laune überwunden hatte, und noch mal darüber nachdenken konnte, habe ich mich entschlossen, diese Schlusssequenz nicht in meine Bewertung einfliessen zu lassen. Ein „D“ hätte nicht meinen Gesamteindruck von dem Film wiedergegeben. Ich würde jederzeit „The Stranger“ vorziehen, aber „The Stranger: Prey at Night“ ist auch über weite Strecken unterhaltsam, wenn man denn diese Art von Horrorfilmen mag.

„The Strangers: Prey at Night“ wurde am 9.3.18 in 2.464 amerikanischen Kinos gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unsane„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Thriller/Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „Deadpool 2„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Fortsetzung des Marvel-Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Breaking In„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Gabrielle Union
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Traffik„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Bad Samaritan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit David Tennant (aus Broadchurch)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Berlin – Film: „Winchester“

Ich war am 31.01.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Winchester“ (dt. Filmtitel: Winchester: Das Haus der Verdammten, dt. Kinostart: 15.03.18) 109 min drama, horror, biopic
dir. Peter Spierig, Michael Spierig cast: Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Finn Scicluna-O´Prey

 

Im Jahr 1906 in San Jose, Kalifornien. Dr. Eric Price (Jason Clarke) wird beauftragt, den Geisteszustand der Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester, Sarah Winchester (Helen Mirren), zu begutachten. Dafür besucht er die Millionenerbin in ihrer eindrucksvollen Villa. Dort wird Tag und Nacht gebaut. Schon bald stellt Dr. Price seltsame Vorkommnisse fest…

 

C (Wertung von A bis F) „Winchester“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Es ist der neue Film der deutsch-australischen Filmemacher The Spierig Brothers („Undead“, Daybreakers, „Jigsaw“).

Manchmal ist einem vor der Sichtung eines Films nicht klar, worauf man sich einlässt. Ich wollte einen Horrorfilm gucken. In der ansonsten recht spannungslosen Geschichte gab es auch ein paar gut platzierte Schocker, aber letztlich wirkte der Film auf mich eher wie eine nicht wirklich gruselige Bühnenaufführung zum Thema Schuld. Nicht schlecht, aber halt nicht, was ich erwartete. Alles schreit hier nach Theater, das Productiondesign gleicht einer Theaterkulisse, die Kostüme, Perücken, selbst das Schauspiel erinnerte mich eher an die Performances am Broadway.

Wenn „Winchester“ eines geschafft hat, dann, mich auf Sarah Winchester aufmerksam zu machen. Sie muss eine  faszinierende Persönlichkeit gewesen sein. Als Erbin des millionenschweren Waffen-Imperiums fühlte sich Sarah Winchester schuldig am Tod all derer, die durch eine Winchester-Schusswaffe ums Leben kamen. Sie hatte Angst von den Geistern der Getöteten heimgesucht zu werden und hat Tag und Nacht am Winchester Anwesen bauen lassen, ohne ersichtlichen Bauplan selbstverständlich. Das Winchester Haus ist ein Labyrinth verwirrender Gänge mit Treppen, die ins Nichts führen, Türen, hinter denen Wände liegen und vielen weiteren Kuriositäten. Am Ende hätte ich, ehrlich gesagt, lieber ein richtiges Biopic über Sarah Winchester gesehen.

Das Winchester Mystery House (www.winchestermysteryhouse.com) existiert tatsächlich noch und ist Nahe von San Jose, Kalifornien eine beliebte Touristenattraktion. Es ist eines der berühmtesten Spukhäuser in den U.S.A.

„Winchester“ ist am 2.2.18 landesweit in 2.480 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film startet morgen (15.03.18) in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Game Night“

Ich war am 01.03.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Game Night“ (dt. Kinostart war der 1.3.18) 100 min  comedy, action 
dir. John Francis Daley, Jonathan Goldstein cast: Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler, Billy Magnussen, Sharon Horgan, Jesse Plemons, Michael C. Hall, Lamorne Morris, Kylie Bunburry, John Francis Daley, Jonathan Goldstein

 

Max (Jason Bateman), seine Frau Annie (Rachel McAdams) und ihre Freunde Ryan (Billy Magnussen), Kevin (Lamorne Morris) und seine Frau Michelle (Kylie Bunbury) treffen sich regelmäßig zum Spieleabend. Alle Mitspieler verbindet ihr Ehrgeiz, unbedingt gewinnen zu wollen. Als der ältere Bruder von Max, Brooks (Kyle Chandler), in der Stadt ist, lädt er die Gruppe ein, mal ein etwas realeres Gesellschaftsspiel zu spielen. Leider ist das Spiel realer als jeder dachte oder ist es gar kein Spiel?

 

B (Wertung von A bis F) „Game Night“ ist ein Film der amerikanischen Filmemacher John Francis Daley und Jonathan Goldstein. Beide haben bereits an einigen Projekten (Horrible Bosses, „Vacation“, Spider-Man: Homecoming) als Autoren, und/oder Schauspieler und Regisseure zusammengearbeitet. In diesem Film sind beide auch in einer Nebenrolle zu sehen.

„Game Night“ ist einer dieser Actionkomödien, bei der es wirklich viel zu lachen gibt. Zwei Szenen (die „Operations“-Szene und eine mit dem Hund von Jesse Plemons Charakter) blieben mir dabei noch ganz besonders in Erinnerung. Überhaupt ist Jesse Plemons hier ein Highlight. Lange habe ich den amerikanischen Schauspieler nicht sonderlich beachtet, mit dieser Performance hat er aber mein Interesse geweckt. Die anderen Schauspieler tragen aber auch zum Erfolg dieser gut gemachten Komödie bei. Mir gefielen aber auch besonders die vielen Referenzen zu Filmen und Filmstars, das großartige Miniatur-Production-Design und der sehr coole Abspann.

„Game Night“ ist am 23.03.18 in 3488 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 01.03.18 ist der Film in Deutschland im Kino zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Overboard„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Eine Art Remake einer der besten 1980er Jahre-Komödien mit Kurt Russell und Goldie Hawn. Ich möchte das nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Book Club„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Diane Keaton, Jane Fonda, Candice Bergen und Mary Steenburgen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Love, Simon„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Josh Duhamel und Jennifer Garner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ocean´s 8„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionkomödie mit Sandra Bullock, Cate Blanchett und Sarah Paulson. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich Anne Hathaway ertragen soll, aber irgendwie interessiert mich der Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of the Party„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Black Panther“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Black Panther“ (dt. Kinostart war der 15.02.18) 134 min fantasy, action, adventure
dir. Ryan Coogler cast: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong´o, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis

 

Das afrikanische Königreich Wakanda ist die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Zu verdanken haben die Einwohner das, einem besonderen, nur in ihrem Land vorkommenden, Metall, Vibranium. Um ihren Wohlstand zu erhalten, leben sie in einer selbstgewählten Isolation. Als der König von Wakanda einem Anschlag zum Opfer fiel, soll sein Sohn T´Challa (Chadwick Boseman) das Land regieren. Der König dieses Landes erhält immer auch die speziellen Black-Panther-Kräfte. Aber auch andere erheben Ansprüche auf den Thron…

 

B (Wertung von A bis F) „Black Panther“ ist der neue Film des afroamerikanischen Autors und Filmemachers Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed). Dies ist der 19. Film der Marvel Studios für das Marvel Cinematic Universe. Es ist der erste Superhelden-Film mit einer beinahe ausschließlich schwarzen Besetzung.

Die besten Marvel-Filme sind für mich die, die kaum als solche zu erkennen sind. Die Filme, die selbsterklärend funktionieren, ohne das man das ganze MCU-Gedöns wissen muss. In die Welt des „Black Panther“ konnte ich sehr schnell eintauchen. Wakanda ist natürlich ein fiktives Land – aber wäre es nicht großartig, wenn es in Afrika auch nur ein Land wie Wakanda gäbe? Mit Ryan Coogler wurde der richtige Regisseur gefunden, er weiß, die Kultur und Mentalität Afrikas authentisch zu zeigen. Die traditionellen Gewänder, Accessoires, Frisuren, das Make-Up, das gesamte Produktionsdesign, die Musik, die Farben, die sich durch den gesamten Film ziehen, den Stolz und die Lebensfreude, selbst die afro-englische Sprache – alles entspricht der Identität, gerade Zentralafrika.

Das gefiel mir schon alles sehr gut, auch mochte ich viele der Charaktere. Es gibt auch auffällig viele starke Frauenrollen. Am wenigsten spannend fand ich wahrscheinlich die Haupt- und Titelfigur selbst. Ich war auch bis zum Schluss nicht sicher, ob Chadwick Boseman (er hat den Musiker James Brown in Get On Up gespielt) die richtige Wahl hierfür war. Michael B. Jordan hingegen hat sich die Rolle des interessanten Bösewichtes redlich verdient. Es war ungewohnt, Andy Serkis hier mal nicht – wie üblich –  in einer Motion-Capture-Performance zu sehen. Leider hat er Caesar (in den neuen Planet der Affen-Filmen) so glaubhaft portraitiert, dass ich auch hier immer Caesar vor mir hatte. Mit Daniel Kaluuya hatte ich ein ähnliches Problem. Als ich diesen Artikel fertig stellte, lief auf HBO gerade Get Out, für mich bereits die fünfte Sichtung dieses großartigen Films, wahrscheinlich werde diesen Schauspieler wohl ein Leben lang mit „Get Out“ verbinden.

Unbedingt erwähnen möchte, wie sehr ich davon angetan war, dass die schwarzen, tollen Gesichter perfekt ausgeleuchtet wurden. Wenn man sich schon einige Filme oder Serien, in denen Schwarze mitspielen, angeschaut hat, weiß man, dass dies nicht selbstverständlich ist. Meist kann man die Gesichtszüge und die Mimik kaum erkennen. Die Kameraführung in „Black Panther“ übernahm übrigens, die erste und einzige Frau, die jemals in der Kategorie Beste Kamera für einen Oscar (dieses Jahr für „Mudbound“) nominiert wurde: Rachel Morrison.

Mit „Black Panther“ haben wir übrigens den ersten Kandidaten, der bei den nächsten Oscars im Jahr 2019 sicherlich eine Rolle spielen wird.

„Black Panther“ ist am 16.02.18 in 4.020 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat es jetzt bereits schon geschafft, in die Top Ten der erfolgreichsten Filme in den U.S.A. aufgenommen zu werden. Ich habe den Film in „Dolby Cinema“ gesehen (hat sicherlich wieder mehr gekostet, dafür gab es eine riesige Leinwand und ein hervorragendes Soundsystem). In Deutschland ist der Film am 15.02.18 gestartet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film, bei dem mich fast die komplette Besetzung abschreckt, dafür interessiert mich was die Regisseurin (Ava Du Vernay) hier inszeniert hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Ant-Man and the Wasp„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Das ist ein Marvel-Film, den ich jetzt schon liebe – weil ich ihn mir nicht anzugucken brauche.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Solo: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich mag Alden Ehrenreich und dachte, er wäre gut besetzt als Han Solo. Sehe ich nach diesem Trailer nicht mehr so.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% RT

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Wer mitgezählt hat, das waren 9 Trailer, die ich mir vor dem Film angucken musste. Neuer Rekord. Würde man in den U.S.A. noch vor dem Film andere Werbung zu sehen bekommen, wäre ich an dem Tag wohl nicht mehr aus dem Kino gekommen.

 

San Francisco – Film: „Annihilation“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Annihilation“ (dt. Filmtitel: „Auslöschung“, in Deutschland ab dem 12.03.18 auf Netflix abrufbar) 115 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Alex Garland cast: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Tuva Novotny, Benedict Wong

 

Lena (Natalie Portman) sitzt in Quarantäne in einem geheimen Labor und wird von einem Wissenschaftler (Benedict Wong) befragt. Er hat viele Fragen an die Biologie-Professorin. Sie scheint die einzig Überlebende, die aus dem geheimen Gebiet, das Shimmer genannt wird, zurückgekehrt ist. Was ist mit ihren Teamkolleginnen Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Anya (Gina Rodriguez, Josie (Tessa Thompson) und Cass (Tuva Novotny) passiert? Alle sind gemeinsam vor einiger Zeit zu dieser Expedition aufgebrochen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Annihilation“ ist eine Adaption von Jeff VanderMeers gleichnamigen Roman. Der Film hält sich dabei aber nur vage an die Vorlage. Es ist der neue Film des englischen Schriftstellers („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs Alex Garland (Ex Machina).

„Annihilation“ ist kein Genre-Film für die breite Masse. Ich würde ihn als smarten Arthouse-Sci-Fi-Horrorfilm beschreiben. Eine Art Alien-Film mit philosophischem Ansatz. Die, vielleicht dringenden Fragen, des einen oder anderen Zuschauers werden dabei nicht beantwortet. Der Film wird in drei Kapiteln (Area X, The Shimmer und The Lighthouse) erzählt und am Ende bietet er Raum für Interpretationen, vergleichbar mit Filmen wie Under the Skin, Arrival, mother! und The One I Love. Meine Interpretation zu der Handlung weiter unten mit einem Spoiler-Hinweis versehen.

Ich bin froh, dass ich mir den Film bei der ersten Sichtung im Kino anschauen konnte. „Annihilation“ wirkt unbedingt auf der großen Leinwand. Dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, hat damit zutun, dass er bei Testscreenings komplett durchgefallen ist. Einer der Geldgeber wollte daraufhin Änderungen vornehmen lassen, den Film „einfacher“ und zugänglicher für ein Mainstream-Publikum gestalten lassen. Das stiess jedoch auf erheblichen Widerstand des Regisseurs und, in dem Fall noch wichtiger, des Produzenten Scott Rudin (der den final cut hatte). Letztlich wurde der Film so belassen wie er war, aber als Kompromiss, nur in Nordamerika und China ins Kino gebracht und die Rechte für andere Länder direkt an Netflix verkauft. Netflix ist bekanntlich egal, ob ihr Film zunächst besser im Kino aufgehoben wäre oder gleich in ihrem großen Filmarchiv verrottet. Ich werde mir den Film die Tage noch ein zweites Mal im Kino anschauen, meine Gedanken nach der ersten Sichtung:

Spoiler Anfang

Die Handlung bezieht sich, meines Erachtens, auf Veränderungen psychischer oder physischer Natur. Selbstzerstörung ist ein zentrales Thema. Nach dem Tod eines Kindes, einem groben Fehler, den man in seiner Ehe begangen hat, nachdem eine Sucht überwunden ist, nach einem Trauma oder einer Chemotherapie wird man nie wieder die Person sein, die man vorher war, etwas ist zerstört, seelisch oder körperlich. Lebensphasen verändern die Persönlichkeit. Man verändert sich auch schon leicht, wenn man anderen, neuen Menschen begegnet und sie in sein Leben lässt. Sind Lena und Kane am Ende also andere Persönlichkeiten, sind sie Mutationen ihrer selbst, Doppelgänger oder ist Lena am Ende Lena geblieben und Kane eine Kopie seiner selbst? Mit dem Ende bin ich mir nicht sicher. Auch werde ich bei der zweiten Sichtung mal überlegen, was es mit dem Tattoo auf sich hat, dass Lena später, aber auch einige ihrer Teamkolleginnen getragen haben.

Spoiler Ende

„Annihilation“ ist am 23.02.18 in 2.012 amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film in XD gesehen, nicht weil ich das unbedingt wollte, er lief einfach zu einer Zeit, die mir am besten passte. XD bietet eine extragroße Leinwand und ein sehr gutes Soundsystem, angeblich mit IMAX zu vergleichen. Dazu sitzt man in den bald unumgänglichen verstellbaren Ruhe/Kinosessel. Das kostete natürlich 3 Dollar extra. Der Film startet nur in Nordamerika und China im Kino. in Deutschland steht der Film unter dem Filmtitel „Auslöschung“ zunächst exklusiv den Netflix-Abonnenten zur Verfügung. Dort ist er ab dem 12.03.18  dort abrufbar.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich musste aufpassen, nicht schon bei dem Trailer einzuschlafen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Annihilation“

 

Extreme Digital Cinema – womit man alles Geld machen kann… (diese Vorstellung hat 3 Dollar mehr kostet)

 

Oscar-Gewinner 2018

Auch die diesjährige Oscarverleihung habe ich wieder in Deutschland geschaut. Wie bereits im Jahr zuvor hat Pro7 für die Red-Carpet-Show Steven Gätjen auf den roten Teppich gestellt. Das bedeutete für mich, dass ich entsprechende Show nur lautlos schauen konnte, weil… nun, das erklärt sich von selbst. Leider habe ich zu früh wieder den Ton angeschaltet und musste dann hören, wie Herr Gätjen Whoopi Goldberg fragt, warum sie heute hier ist??????? Oh Mann, kann der sich nicht einfach besser vorbereiten? Das ist wirklich kaum auszuhalten. Warum wurde eigentlich so spät und nur so kurz zu der Pre-Show zu dem „Oscar-Sender“ ABC geschaltet? Die Übertragungsrechte der ABC-Red-Carpet-Show können doch nicht so teuer sein, man könnte auch das Geld für Gätjen und Konsorten sparen.

Zur eigentlichen Show:
Der Gastgeber Jimmy Kimmel hat dieses Jahr in meinen Augen einen okayen Job gemacht, sein Opening im letzten Jahr war deutlich origineller. Gefallen hat mir, dass er die ungleiche Bezahlung für den Reshoot in „All the Money in the World“ zur Sprache brachte. Mark Wahlberg hat für die neun Tage Nachdreh 1,5 Millionen Dollar kassiert und sein weiblicher Co-Star Michelle Williams ganze 80 Dollar pro Drehtag. Unfassbar – und noch mehr, weil beide Schauspieler von derselben Agentur vertreten werden.

Für seine 3.400 Gäste im Dolby Theatre hatte sich Jimmy Kimmel dieses Jahr etwas überlegt. Unter jeden einzelnen Sitz hat er eine kleine Snack-Box mit folgender persönlichen Notiz „It wouldn´t be right to make you sit through this without snacks. Please don´t throw them at me“ legen lassen. Der Oscar-Gastgeber wollte dieses Jahr aber auch dem normalen Kinopublikum danken, schließlich unterstützen sie die Filmindustrie mit dem Geld, was sie für ihre Kinokarten ausgeben. Während der Oscar-Verleihung hat sich Jimmy Kimmel ein paar Stars (Gal Gadot, Armie Hammer, Margot Robbie, Lupita Nyong´o, Mark Hamill, den späteren Oscar-Gewinner Guillermo del Toro, u.a.) geschnappt und ist mit ihnen über die Straße ins TCL Chinese Theatre in die Kinovorstellung von Ava Du Vernays „A Wrinkle in Time“ geplatzt. An die anwesenden Zuschauern haben sie dann großzügig Süßigkeiten, Hot Dogs und Sandwiches verteilt. Die Zuschauer sind natürlich ausgeflippt vor Freude.

Der erste Oscar ging, wie erwartet und gewünscht, an Sam Rockwell. Bravo. Witzige Rede und herzzerreissend , dass er zum Schluss seiner Rede den Oscar, seinem, leider viel zu früh verstorbenen Kumpel (und einem meiner absoluten Lieblingsspieler) Philip Seymour Hoffman gewidmet hat.

Üblicherweise übergibt der Vorjahres-Gewinner bei den Schauspielern (in seiner Kategorie Hauptrolle bzw. Nebenrolle) den Oscar an die Gewinnerin in der entsprechenden Kategorie im aktuellen Jahr. Das war dieses Jahr in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nicht möglich, da Casey Affleck abgesagt hatte. Ihm werden schon seit länger Zeit sexuelle Übergriffe nachgesagt und mit der ganzen #MeToo-Kampagne hat er sicherheitshalber seine Teilnahme abgesagt. Ansonsten hätte ihn AMPAS sehr wahrscheinlich auch ausgeladen. Dass Casey Affleck nicht erscheint, war schon länger bekannt, also mussten andere Laudatoren gefunden werden. Dieses Jahr wurden beide  Hauptdarsteller-Preise von anderen Oscar-Gewinnern überreicht. Die wunderschönen älteren Damen Jane Fonda und Helen Mirren waren die Präsentatoren für Gary Oldman und Jodie Foster und Jennifer Lawrence haben den Oscar Frances McDormand überreicht. Wunderbare Idee und keiner hat Casey Affleck vermisst.

In den Schauspielkategorien gab es letztlich überhaupt keine Überraschung. Alle vier Schauspieler (Sam Rockwell, Allison Janney, Gary Oldman und Frances McDormand) hatten über die gesamte Oscar-Saison alles an Preisen innerhalb der Filmindustrie gewonnen, was es zu gewinnen gab. Es war nur logisch, dass sie dann auch noch den Oscar erhalten, auch wenn ich bis zum Schluss gehofft habe, dass Laurie Metcalf für die bessere Leistung in „Lady Bird“ ausgezeichnet wird. Frances McDormand hat dann die beste Dankesrede des Abends gehalten. Sie war sichtlich froh, dass die Oscar-Saison nun endlich vorüber ist. Die Arme hatte einen Tag zuvor, als sie den Independent Spirit Award gewonnen hat, in ihre Danksagung noch angemerkt, wie schwer es ihr gefallen ist, über die letzten Monate nicht zu fluchen. Solche Veranstaltungen sind auch so gar nicht ihre Sache. In ihrer Rede am Oscar-Sonntag bat sie zunächst alle Künstlerinnen im Saal aufzustehen, um dann die Männer darauf aufmerksam zu machen, dass all diese Frauen Ideen hätten und sie doch bitte dabei behilflich sind, sie umzusetzen. Ein guter, runder Abschluss für die in der Oscar-Saison dominierenden „Me too“- und „Time´s Up“-Bewegungen.

Ein paar Stunden zuvor dachte ich noch, dass #MeToo bei diesen Oscars wohl keine allzu große Rolle spielt. In der Kategorie Bester animierter Kurzfilm wurde nämlich der ehemalige Profi-Basketballer Kobe Bryant ausgezeichnet. Gegen ihn liegen seit Jahren Vergewaltigungsvorwürfe vor. Ich war ziemlich überrascht, dass „Dear Basketball“ gewonnen hat.

Was war ansonsten bemerkenswert? Als der Oscar für die besten visuellen Effekte überraschend an „Blade Runner 2049“ ging, war mir klar, dass es dann auch das Jahr ist, in dem Kameramann Roger Deakins endlich seinen ersten Oscar erhält. Dazu muss man wissen, dass auf den Wahlzetteln der Academy-Mitglieder (mit Ausnahme der Schauspielkategorien) nur die Filme gelistet sind, nicht der Name des Toningenieurs, Kameramannes, ja selbst des Regisseurs. Das war die 14. Oscar-Nominierung für Roger Deakins und ich war sowieso recht zuversichtlich, dass er dieses Jahr gewinnt, da eigens für ihn eine Oscar-Kampagne gestartet wurde. Die Aufgabe der Kampagne war es, dass die Academy-Mitglieder wissen, dass Roger Deakins der DP für „Blade Runner 2049“ war.

Ansonsten war diese Oscar-Verleihung lang, sehr lang…vielleicht stecken mir aber auch noch die neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen, ich war jedenfalls todmüde und konnte mich kaum wachhalten. Als es um den Oscar für das Beste Originaldrehbuch ging, bin ich aber dann doch auf einmal putzmunter gewesen. Nicht nur, weil die Laudatorin Nicole Kidman so ein irritierendes Schleifen-Kleid trug, nein, weil das der Wendepunkt hätte sein können. Wäre „Three Billboards“ oder „The Shape of Water“ ausgezeichnet worden, hätte der entsprechende Film ziemlich sicher auch Bester Film gewonnen. Nun hatte verdientermassen „Get Out“ gewonnen und es bestand weiter die Hoffnung, dass „Get Out“ auch die Königskategorie für sich beansprucht.

Wie  ich bereits gestern vermutet habe, haben Faye Dunaway und Warren Beatty im Jahr Eins nach der größten Oscar-Panne aller Zeiten erneut den Top-Preis präsentiert. Das war eine gute Entscheidung. Hier hat mich aber völlig aus der Bahn geworfen, in welcher Reihenfolge die Filme vorgestellt wurden, normalerweise werden die Filme alphabetisch angekündigt. Dieses Jahr war „Phantom Thread“ der erste Film und „The Shape of Water“, der Gewinner-Film, der letzte.

Wenn man sich ein bisschen mit den Oscars auskennt, weiß man, dass es dieses Jahr sehr schwer war, den Oscar-Gewinner-Film vorherzusagen. Die meisten professionellen Oscar-Experten sind dieses Jahr von „Three Billboards“ ausgegangen, hatte er doch von allen Filmen die wichtigsten Filmpreise abgesahnt. „Three Billboards“ hat polarisiert (das hat „The Shape of Water“ aber auch), was „3BB“ aber das Genick gebrochen hat, waren wahrscheinlich die regelrechten Hass-Kampagnen, denen sich der Film ausgesetzt sah. Deshalb habe ich mich am Ende für meine Wette auch gegen „Three Billboards“ und für „Get Out“ entschieden. Nun ist es aber „The Shape of Water“ geworden, wenigstens ein Film, der der ganzen Frauenbewegung auch gerecht wird.

Meine Wette habe ich übrigens haushoch verloren. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals so schlecht abgeschnitten habe. Einzig 15 von 24 Kategorien habe ich richtig geraten. Mein Wettkumpel hat 19 von 24 korrekt. Das muss ich auch erst mal verkraften. Aber: Glückwunsch an dieser Stelle nochmal.

Alle Oscar-Gewinner 2018:

Best Picture: The Shape of Water
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards)
Best Supporting Actress: Allison Janney (I, Tonya)
Original Screenplay: Get Out
Best Adapted Screenplay: Call Me by Your Name
Best Animated Feature: Coco
Best Production Design: The Shape of Water
Best Cinematography: ROGER DEAKINS (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Phantom Thread
Best Editing: Dunkirk
Best Makeup and Hairstyling: Darkest Hour
Best Sound Mixing: Dunkirk
Best Sound Editing: Dunkirk
Best Visual Effects: Blade Runner 2049
Best Original Score: The Shape of Water
Best Song: Remember Me (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: Icarus
Best Live Action Short: Silent Child
Best Animated Short: Dear Basketball
Best Documentary Short: Heaven is a Traffic Jam on the 405

 

„The Shape of Water“ hat vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik) gewonnen.

„Dunkirk“ hat drei Oscars (Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera, Roger Deakins und Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„Darkest Hour“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Gary Oldman und Best Makeup and Hairstyling) gewonnen.

„Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song, Remember Me)

 

 

Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Margot Robbie (Chanel Haute Couture)
Allison Williams (Armani Privé)
Mira Sorvino (Romona Keveza)
Zendaya (Giambattista Valli Haute Couture)
Jennifer Garner (Atelier Versace)
Sofia Carson (Giambattista Valli Resort)
James Ivory, der auf seinem weißen Smokinghemd eine Zeichnung von Timothee Chalamets Gesicht hatte

Die Mode – The Worst

Salma Hayek (custom Gucci) Dieses Jahr sicherlich das geschmackloseste Abendkleid des Abends.
Jennifer Lawrence (Dior)
Haley Bennett (Christian Dior)
Andra Day (Zac Posen)
Maya Rudolph (sicherlich selbstgeschneidert)
Sally Hawkins (sah in Armani Privé besonders magersüchtig aus)

Den spezielle Style von Whoopi Goldberg, Agnes Varda und St. Vincent werde ich nicht bewerten.

 

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2018 haben gewonnen:

Worst Picture: The Emoji Movie
Worst Director: Tony Leondis (The Emoji Movie)
Worst Screenplay: Tony Leondis, Eric Siegel and Mike White (The Emoji Movie)
Worst Actress: Tyler Perry (Boo2! A Madea Halloween)
Worst Actor: Tom Cruise (The Mummy)
Worst Supporting Actress: Kim Basinger (Fifty Shades Darker)
Worst Supporting Actor: Mel Gibson (Daddy´s Home 2)
Worst Screen Combo: Any two obnoxious emojis
Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel: Fifty Shades Darker
Razzie Redeemer Award: „A Safe Hollywood-Haven where talent is protected, nourished and allowed to flourish with proper compensation.“

Oscar-Gewinner 2018, meine Wette

Heute ist der 03.03.18, ein Tag vor den 90th Academy Awards. Wie üblich meine letzten Worte und meine Prognose für alle 24 Kategorien. Mein Kumpel hat bereits meine Mail erhalten, also kann ich meine Meinung nicht mehr ändern…

Ich beschäftige mich schon seit so vielen Jahren mit den Oscars, aber ein Jahr wie dieses, habe ich noch nicht erlebt. Wie jedes Jahr nach einer langen Saison bin ich jetzt auch Oscar-müde und froh, dass Sonntag Nacht alles vorbei ist.

Letztes Jahr habe ich, auch wenn so vieles dagegensprach an dieser Stelle auf „Moonlight“ getippt, das Jahr zuvor habe ich, ebenfalls entgegen der Expertenmeinungen an dieser Stelle auf „Spotlight“ getippt. Dieses Jahr haben sich die Meinungen der professionellen Oscar-Experten in der letzten Woche noch mal gravierend geändert. Die Profis sind dieses Jahr erfreulicherweise auch völlig ratlos. Lange haben fast alle auf „The Shape of Water“ als Gewinner-Film getippt. Seit den BAFTAs gehen mittlerweile die meisten davon aus, dass „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ gewinnt, es gibt aber noch genug, die bei „The Shape of Water“ blieben und ein paar gehen davon aus, dass „Get Out“ der Oscar-Gewinner-Film ist. Ich habe sogar einen gefunden, der von „Lady Bird“ ausgeht.

Ich hatte in meiner Analyse zum dem Oscar-Gewinnerfilm 2018 bereits ausführlich geschrieben, dass es für jeden der neun nominierten Filme einige Für und Wider für den Oscar-Gewinn gibt.

In  meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (vom September 2017)  habe ich auf „Three Billboards“ getippt, habe an dem Film bis zu den Oscar-Nominierungen festgehalten. Dann wurde der Film jedoch nicht in der wichtigen Kategorie Beste Regie nominiert und ich musste davon Abstand nehmen. Als der Film zwei BAFTAs (Bester Film und Bester britischer Film) gewann, war er wieder mein Favorit. Würde der Oscar für den besten Film durch eine Mehrheitswahl entschieden, würde „Three Billboards“ sicher gewinnen. Nun gibt es hier aber das etwas komplizierte preferential voting system. Bei den neun nominierten Filmen kann man hundertprozentig davon ausgehen, dass keiner dieser Filme in der ersten Runde auf über 50% aller Stimmen kommt. Für das jetzt richtig zum Zuge kommende Wahlsystem müsste man wissen, wie die in den letzten Jahr extrem verjüngte Gruppe der Academy-Mitglieder tickt und welche Filme sie präferieren. Weiss aber keiner und die Vorhersage welcher Film den Oscar gewinnt, wird immer schwieriger. Insbesondere in einer Oscar-Saison, in der es keinen Favoriten gab und gibt.

Es scheint, dass die Nicht-Amerikaner und die Schauspieler (die die größte Gruppe innerhalb von AMPAS bilden) „Three Billboards“ favorisieren. Der Film hat den Publikumspreis der Toronto International Filmfestival gewonnen, er hat einen Doppel-Gewinn bei den BAFTAs abgeräumt und den SAG Ensemble Award gewonnen, selbst den Preis der Auslandspresse (Golden Globe) hat er eingesackt. „Three Billboards“ ist ein Film eines irischen Filmemachers, der den Amerikanern den Spiegel vorhält und u.a. die Polizeigewalt und den Rassismus gegenüber Afroamerikaner zeigt. So wollen sich die Amerikaner aber nicht sehen. Daher mögen sie den Film nicht. Es gab regelrechte Hass-Kampagnen gegen den Film während der Oscar-Saison.

„Get Out“ hingegen ist ein Film, den die Amerikaner mögen, der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse (der neun nominierten Filme, gleich nach Dunkirk). Er prangert auf raffinierte Weise den Rassismus der gebildeten Gesellschaftsschicht in den U.S.A. an. Es ist letztlich aber auch ein Film, der den liberalen Amerikaner den Spiegel vorhält. Aber es ist ein Film eines afro-amerikanischen Filmemacher und er hat ein positives Ende.

„Three Billboards“ und „Get Out“ sind jetzt zum Schluss meine beiden Favoriten gewesen. „The Shape of Water“, „Dunkirk“ „Call Me By Your Name“ und „Lady Bird“ sehe ich aber in der Endrunde.

Mit einer einzigen Ausnahme in 90 Jahren Oscar-Geschichte gewinnt ein Oscar-Gewinner-Film immer mindestens einen weiteren Oscar. „Grand Hotel“ hat bei den 5th Academy Awards für die Jahre 1931/1932 nur den Oscar für den Besten Film gewonnen (gut, er war auch in keiner weiteren Kategorie nominiert). Das gab es danach nie wieder. Was gewinnt der möglicher Oscar-Gewinner-Film also noch dieses Jahr?

„Three Billboards“ gewinnt sehr wahrscheinlich mindestens einen Schauspielpreis

„Get Out“ könnte das Beste Originaldrehbuch gewinnen

„The Shape of Water“ gewinnt sehr wahrscheinlich Beste Regie und Bestes Szenenbild

„Dunkirk“ könnte die Sound-Kategorien und vielleicht Bester Schnitt für sich entscheiden

„Call Me by Your Name“ gewinnt höchstwahrscheinlich Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Lady Bird“ könnte Beste weibliche Nebenrolle und evtl. (aber eigentlich nicht) das Beste Originaldrehbuch gewinnen. Der Film könnte aber auch keinen weiteren Oscar gewinnen und „Grand Hotel“-mäßig Oscar-Geschichte schreiben. Sollte das geschehen, würde AMPAS, glaube ich, das preferential voting system wieder abschaffen.

Es gibt Gerüchte, dass Warren Beatty und Faye Dunaway – nach ihrem Supergau bei den 89th Academy Awards – bei dem sie fälschlicherweise „La La Land“ als Gewinner-Film ausriefen – am Sonntag erneut die Gelegenheit bekommen, den Top-Preis zu präsentieren. Ich habe mich nach langem Hin und Her und Für und Wider für „Get Out“ entschieden und muss gestehen, dass ich am liebsten meine Meinung wieder ändern würde, so wie ich in den letzten Tagen andauernd meine Meinung geändert habe…

Was die Schauspieler angeht, stehen die Favoriten (Gary Oldman, Frances McDormand, Sam Rockwell und Allison Janney) schon lange fest. Alle Vier haben alle wichtigen Preise gewonnen. Ich habe es dennoch nicht über das Herz gebracht, wollte, dass „Lady Bird“ wenigstens einen Preis gewinnt, also habe ich mich für Laurie Metcalf entschieden.

Unabhängig von meiner Wette drücke ich meinen Lieblingen Three Billboards, Get Out, Lady Bird, Coco, The Square, War for the Planet of the Apes und Frances McDormand, Sam Rockwell, Laurie Metcalf,  Gary Oldman UND ganz besonders (mal wieder) Roger Deakins ganz fest die Daumen.

Fun Fact: Alfie, der Sohn von Gary Oldman und Lesley Manville, ist bestimmt fürchterlich aufgeregt, sind doch beide dieses Jahr für den Oscar nominiert.

 

Oscar-Gewinner 2018 – meine Wette:

Best Picture: Sean McKittrick, Jason Blum, Edward H. Hamm Jr. and Jordan Peele (Get Out)
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Best Supporting Actress: Laurie Metcalf (Lady Bird) mein Kumpel: Allison Janney
Original Screenplay: Jordan Peele (Get Out) mein Kumpel: Three Billboards
Best Adapted Screenplay: James Ivory (Call Me By Your Name)
Best Animated Feature: Coco (Pixar)
Best Production Design: Paul Denham Austerberry, Shane Vieau, Jeff Melvin (The Shape of Water)
Best Cinematography: Roger Deakins (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Mark Bridges (Phantom Thread)
Best Editing: Lee Smith (Dunkirk)
Best Makeup and Hairstyling: Kazuhiro Tsjuji, David Malinkowski and Lucy Sibbick (Darkest Hour)
Best Sound Mixing: Gregg Landaker, Gary A. Rizzo and Mark Weingarten (Dunkirk)
Best Sound Editing: Richard King and Alex Gibson (Dunkirk)
Best Visual Effects: Joe Letteri, Daniel Barrett, Dan Lemmon and Joel Whist (War for the Planet of the Apes)
Best Original Score: Alexander Desplat (The Shape of Water)
Best Song: “This is Me“ – Benj Pasek and Justin Paul (The Greatest Showman) mein Kumpel: „Remember Me“ (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: „Faces Places“ – Agnés Varda, JR and Rosalie Varda mein Kumpel: „Icarus“
Best Live Action Short: La DeKalb Elementary – Reed Van Dyk
Best Animated Short: „Garden Party“ – Victor Caire and Gabriel Grapperon mein Kumpel: „Dear Basketball“
Best Documentary Short: „Heroin (e)“ – Elaine McMillion Sheldon and Kerrin Sheldon

 

Dieses Jahr wieder die großartigen Honest Trailer für alle neun Oscar-nominierten Filme:

Jimmy Kimmel wird es richten:

 

Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

Netflix-Film: „Mute“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut:

 

„Mute“ (in D. seit dem 23.02.18 auf Netflix zu sehen) 126 min drama, sci-fi
dir. Duncan Jones cast: Alexander Skarsgard, Paul Rudd, Justin Theroux, Ulf Hermann, Seyneb Saleh, Robert Sheehan, Sam Rockwell

 

Berlin, im Jahre 2052. Leo (Alexander Skarsgard) ist seit einem Badeunfall in seiner Kindheit stumm. Jetzt dreißig Jahre später arbeitet er und seine Freundin Naadirah (Seyneb Saleh) in einem Nachtclub. Eines Abends will Naadirah ihrem Freund etwas über sich erzählen, sie kommt allerdings nicht mehr dazu, am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Leo begibt sich auf die Suche nach seiner großen Liebe…

 

D+ (Wertung von A bis F) „Mute“ ist der vierte Film des englischen Filmemachers Duncan Jones (Moon, Source Code, „Warcraft“).

Gut, ich hasse den Film nicht, aber ich bin enttäuscht von ihm. „Mute“ ist auch weit, sehr weit davon entfernt, ein nur annähernd gut gemachter Sci-Fi-Film zu sein. Ehrlich gesagt, sehe ich den Film auch eher als Drama mit einer simplen Story, verpackt in einem Zukunfts-Blade-Runner-Gewand. Ziemlich lange habe ich mich gefragt, was mir der Film eigentlich für eine Geschichte erzählen will. Letztendlich wäre diese schnell abgehakt. Um das Ganze auf Spielfilmlänge zu strecken, ist der Film überladen mit unzähligen Charakteren, die mit der eigentlichen Story nichts oder nur sehr wenig zutun haben und/oder sich sowieso bald wieder in Luft auflösen. Stattdessen hätte man hier mehr Zeit investieren sollen, einem die Welt, in der „Mute“ spielt, etwas näherzubringen. Auch etwas Hintergrundwissen zu den wichtigeren Charakteren wäre wünschenswert gewesen. Das Motiv von, beispielsweise von Justin Theroux´ Charakter Duck ist nicht nachvollziehbar. Auch ist die eigentliche Liebesgeschichte nicht wirklich überzeugend. Warum liebt Leo sie so sehr, was macht Naadirah besonders? Und – warum muss beispielsweise unser Protagonist Leo der Amischen Glaubensgemeinschaft angehören, wenn die Geschichte mit dieser Tatsache nichts weiter groß anzufangen weiß? „Mute“ soll irgendwo in der Welt von Sam Rockwells Charakter Sam Bell in „Moon“ angesiedelt sein. Das wird hier auch mit seinem ultra-mini-Kurzauftritt angedeutet. Mir reicht das alles nicht, daher ist „Mute“ eine einzige Enttäuschung.

Duncan Jones hat diesen Film seinem verstorbenen Vater (David Bowie) und seiner mittlerweile auch verstorbenen Nanny, Marion Skene, gewidmet.

„Mute“ ist seit dem 23.02.18 auf Netflix weltweit abrufbar.

Trailer zu sehen:

Berlin (ale) – Film: „Unsane“

Ich war am 22.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Unsane“ (dt. Filmtitel: „Unsane: Ausgeliefert“, dt. Kinostart: 29.03.18) 98 min drama, thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah, Juno Temple, Amy Irving

 

Sawyer Valentini (Claire Foy) hat ihre Heimatstadt Boston verlassen und in einer anderen Stadt ein neues Leben angefangen. Ein Grund für den Umzug war, dass sie über einen längeren Zeitraum von einem Stalker bedrängt wurde. Eines Tages hat sie das Gefühl, ihren Stalker erneut zu sehen. Hat sie sich das vielleicht nur eingebildet? Sawyer ist sich nicht sicher und sucht Hilfe bei einer Psychotherapeutin in einer Klinik. Ehe sie sich versieht, wird sie als selbstmordgefährdet eingestuft, unterzeichnet eine Selbsteinweisung und wird in der Klinik vorerst festgehalten. Aber auch in der geschlossenen Heilanstalt hat sie das Gefühl, ihrem Stalker zu begegnen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Unsane“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers, Drehbuchautors und Kameramanns Steven Soderbergh („Sex, Lies, and Videotape“, „Out of Sight“, „Traffic“, Contagion, Behind the Candelabra. Der komplette Film wurde mit iPhone 7-Kameras gedreht. Wie bei vielen seiner Filme, führt Steven Soderbergh hier nicht nur Regie, sondern steht auch (offiziell unter den Pseudonymen Peter Andrews und Mary Ann Bernard – den Namen seiner Eltern) hinter der Kamera und hat den Film selbst geschnitten.

Nachdem Steven Soderbergh nach Side Effects großmaulig verkündete, keine weiteren Spielfilme mehr für das Kino zu inszenieren, ist „Unsane“ nun nach „Logan Lucky“ bereits der zweite Film, den er seither ins Kino bringt. Ich kann das nur befürworten, nur hätte er sich das Dicke-Hose-Gelaber vorher auch sparen können.

Mit.„Unsane“ ist ihm wieder mal ein sehenswerten Kinofilm geglückt. Der Film erfindet das Thriller-Genre nicht neu, ich fand ihn aber bis zum Schluss nahezu unverschämt spannend. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau. Zu Beginn mehr Drama, erzählt er die Geschichte einer Frau, die sich von einem Stalker verfolgt fühlt und in der Nervenheilanstalt landet. Man fragt sich, wie sie sich bloss in diese Situation gebracht hat und wie sie da wieder rauskommt. Vielleicht ist ihr die Stalker-Geschichte über den Kopf gewachsen? Claire Foy spielt diese Sawyer sehr aufrichtig, als Zuschauer beobachtet man sie, ist immer bei ihr, manchmal vielleicht selbst wie ein Stalker. Die iPhone-Kameras heben vielleicht noch zusätzlich diese teils kammerspielartige, immer beklemmende Atmosphäre hervor. Irgendwann gibt es einen Genre-Wechsel vom Drama zum Thriller mit einem schleichenden Übergang zum Horrorfilm. Bei einer Szene in meiner Vorstellung sind alle Zuschauer des Friedrichstadtpalastes zusammengezuckt.

„Unsane“ wurde jedoch unterschiedlich aufgenommen, eine Dame hat sich beim Verlassen des Theatersaals fürchterlich über den Film aufgeregt. „Der (sie meinte: Soderbergh) hat doch früher ganz andere (sie meinte; bessere) Sachen gemacht“. Wenn man sich Soderberghs Filmografie anschaut, finde ich gerade gut, dass er sich nie auf ein Genre festgelegt hat und immer etwas anderes ausprobiert.

Schauspielerisch hat mir Jay Pharoah (der Nate spielt) sehr gut gefallen. Ein Hollywoodstar, der bereits in vielen Soderbergh-Filmen mitgespielt hat, ist hier in einem Cameo zu sehen.

„Unsane“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Der Film lief auf den 68. Berlin International Film Festival im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart am 29.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „7 Days in Entebbe“

Ich war am 20.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„7 Days in Entebbe“ (dt. Filmtitel: „Entebbe“, dt. Kinostart: 03.05.18) 107 min crime, thriller, biopic
dir. José Padilha cast: Rosamund Pike, Daniel Brühl, Eddie Marsan, Ben Schnetzer, Lor Ashkenazi, Nonso Anozie

 

Am 27. Juni 1976. Der Air France Flug 139 von Tel Aviv nach Paris wird nach einem planmäßigen Zwischenstop in Athen entführt. Die zwei palästinensischen und die zwei deutschen Geiselnehmer (Daniel Brühl und Rosamund Pike) zwingen den Kapitän, nach Entebbe in Uganda zu fliegen. Dort bekommen die Terroristen Unterstützung durch Truppen des Diktators Idi Amin (Nonso Anozie) und verschanzen sich mit ihren, überwiegend israelischen Geiseln in einem stillgelegten Terminal des Flughafens. Sie warten darauf, mit der israelischen Regierung zu verhandeln, um 52 Terroristen freizupressen. Premierminister Yitzhak Rabin (Lor Ashkenazi) gerät zunehmend unter Druck, grundsätzlich verhandelt die israelische Regierung nicht mit Terroristen. Sein Verteidigungsminister Shimon Peres (Eddie Marsan) plädiert für eine militärische Befreiungsaktion…

 

B (Wertung von A bis F) „7 Days in Entebbe“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von der Befreiungsaktion „Thunderbolt“, bei der ein israelisches Spezialkommando im Juli 1976 auf dem Flughafen von Entebbe in Uganda über 100 Geiseln befreit hat. Das Drehbuch basiert auf Informationen aus dem Buch des Historikers Saul David („Operation Thunderbolt: Flight 139 and the Raid on Entebbe Airport, the Most Audacious Hostage Rescue Mission in History“). Es ist der neue Film des brasilianischen Filmemachers José Padilha („Elite Squad“, „RoboCop“, TV-Serie „Narcos“).

Die Geschichte dieser Flugzeugentführung wurde bereits mehrfach verfilmt, ich kann mich nicht erinnern, einen dieser Filmen gesehen zu haben. Überhaupt wusste ich zu wenig von dieser Begebenheit. Wie kamen eigentlich ausgerechnet Deutsche (auch wenn sie der Terrororganisation RAF nahen Revolutionären Zellen angehörten) auf die selten blöde Idee, zusammen mit palästinensischen Terroristen, ein Flugzeug mit überwiegend israelischen Passagieren zu entführen? Dann kommen ihnen bei der Selektion der israelischen Geiseln auf einmal moralische Bedenken und sie haben Angst, in die Nazi-Schublade gesteckt zu werden? Zu Beginn des Films heißt es, dass aus dramaturgischen Gründen einige Figuren frei erfunden wurden, die beiden linksradikalen Deutschen (Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann) waren an der Entführung beteiligt, entsprechend muss es auch zu irgendeinem Zeitpunkt die moralischen Überlegungen gegeben haben und davon u.a. erzählt der Film. Jedenfalls ist es ein seltsames Bündnis, der palästinensische formuliert gegenüber dem deutschen Geiselnehmer irgendwann auch so treffend, dass er selbst bei dieser Aktion dabei ist, weil er sein Land liebt und er, weil er sein Land hasst.

Wie dem auch sei, ich mag einfach die Geschichten dieser Sondereinsatzkommandos. Ich finde es höchstinteressant, wie diese Eliteeinheiten arbeiten. Die spannendste Sequenz in diesem Politthriller ist die eigentliche Operation „Thunderbolt“, die hier in einer Parallelmontage mit einer eindrucksvollen israelischen Tanz-Performance gezeigt wird.

Schauspielerisch fand ich insbesondere Lor Ashkenazi, der den israelischen PM Yitzhak Rabin und Eddie Marsan, der seinen Verteidigungsminister portraitiert, herausragend. Aber auch Daniel Brühl und Rosamund Pike (die hier nahezu akzentfrei Deutsch spricht) haben mir gefallen.

„7 Days in Entebbe“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2018 gezeigt. Auf dem Berlin International Film Festival lief der Film im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Der Film startet am 16.03.18 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film am 03.05.18 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Trailer zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Damsel“

Ich war am 17.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Damsel“ 113 min comedy, western
dir. David Zellner, Nathan Zellner cast: Robert Pattinson, Mia Wasikowska, Robert Forster, David Zellner, Nathan Zellner

 

Samuel Alabaster (Robert Pattinson) ist mit seiner Gitarre, seinem Gewehr und dem Mini-Pferd „Butterscotch“ unterwegs. Er trifft auf Parson Henry (David Zellner), dem er zuvor einen Brief geschrieben hat. Samuel hat den Priester dafür bezahlt, ihn zu seiner geliebten Penelope (Mia Wasikowska) zu begleiten und die beiden dann bei ihrem Zusammentreffen gleich zu vermählen. Nur haben die Männer einander ein wichtiges Detail verheimlicht…

 

B- (Wertung von A bis F) „Damsel“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Autors und Filmemachers David Zellner (Kumiko, the Treasure Hunter). Dies ist ein Zellner Bros.-Film, hier hat David Zellner zusammen mit seinem Bruder Nathan Regie geführt. David spielt hier auch eine der Hauptrollen (Parson Henry), während sein Bruder in einer der Nebenrollen (Rufus) zu sehen ist.

Ein Hauptgrund für mich diesen Film sehen zu wollen, war Zellners vorheriges Werk „Kumiko, the Treasure Hunter“, ein Film, der fast in meine Liste der Top Ten Filme aus dem Jahr 2015 gelandet wäre. Ich mag diese Skurrile-Situationen-und-Charaktere-Filme und „Damsel“ beginnt mit seinem Prolog und den Szenen in der kleinen Westernstadt dahingehend vielversprechend. Irgendwann verheddert sich dieser Western im Klamauk und findet mit dem Charakter Rufus dahingehend seinen Höhepunkt. Insbesondere mit Rufus wurde meine Geduld schon arg strapaziert, erfreulicherweise fängt sich der Film wieder und hält mit dem Charakter des Indianers dann sogar noch eine der besten Momente des Films parat.

Robert Pattinson ist sicherlich kein schlechter Schauspieler, auf mich wirkt er manchmal aber etwas dümmlich. Die Rolle es weicheiigen, naiven Schnösels passt perfekt. In diesem Film trägt er übrigens auch einen Song vor (der das Publikum des Friedrichstadtpalastes zum spontanen Szenenapplaus veranlasste).

Meine schauspielerische Neuentdeckung ist tatsächlich David Zellner. So richtig stimmt es nicht, erwähnt hatte ich ihn bereits in meinem Beitrag zu „Kumiko, the Treasure Hunter“. Vom Typ her ist David Zellner Woody Harrelson nicht unähnlich.

„Damsel“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Bislang ist weder ein amerikanischer noch ein deutscher Kinostart bekannt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film lief im Wettbewerb. Die Regie- und Schauspielbrüder Zellner sind persönlich erschienen und haben ihren Film angekündigt. Gezeigt wurde die amerikanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Trailer zu sehen:

 

 

 

Oscar-Gewinnerfilm 2018, meine Analyse

Zunächst: Jeder (egal aus welchem Land), der kreativ in der Filmbranche arbeitet, träumt davon, den wichtigsten Filmpreis der Welt, den Oscar, gewinnen. Vergleichbar ist das mit Leistungssportlern, die sich ausmalen, eines Tages olympisches Gold oder den Weltmeistertitel zu holen. Die Academy-Mitglieder, die die Oscars verleihen, sind keine Journalisten und auch keine Filmkritiker. Es sind allesamt Kreative bzw. Künstler, die sich irgendwann in der Filmbranche verdient gemacht haben und in den elitären Kreis der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (A.M.P.A.S.) aufgenommen wurden. Nicht umsonst werden von großen Filmstudios, bzw. den Indie-Produzenten/Verleihern jedes Jahr viele Millionen Dollar investiert, um Oscar-Nominierungen für ihre Filme zu erhalten oder tatsächliche Academy Awards zu gewinnen. Im Gegensatz zu Deutschland, schnellen in den U.S.A., nach der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen auch die Kino-Besucherzahlen für die nominierten Filme extrem in die Höhe. Sollte der Film zu dem Zeitpunkt bereits auf DVD oder über Streaming erhältlich sein (in diesem Jahr z.B. „Get Out“ und „Dunkirk“), dann kurbelt das auch die Verkaufs- Verleih- oder Streamingzahlen in den U.S.A. an. Bei den Oscars geht es nicht nur um Prestige, sondern auch um sehr viel Geld. Der Academy Award ist auch nicht – wie manche vielleicht denken – ein Preis, der nur Amerikaner oder amerikanische Filme auszeichnet. Allein wenn man sich dieses Jahr die Liste der Nominierten in den „wichtigsten“ Kategorien (Regie, Schauspiel und Drehbuch) anschaut, da sind auch viele Engländer bzw. Briten, Iren, ein Mexikaner, ein Kanadier, eine Australierin und sogar ein Pakistani unter den Nominierten.

Ich weiß, dass die Oscars kritisiert werden, aber eigentlich nur von denen, die wirklich keine Ahnung haben. Das musste ich einfach mal loswerden. Es muss sich auch nicht jeder für die Oscars interessieren, für mich ist Oscar-Geschichte und die jährlichen Oscars seit sehr vielen Jahren einfach eines meiner Hobbys.

So, alle Kritikerpreise und, bis auf den Oscar, alle Preise innerhalb der Filmindustrie für das Filmjahr 2017 wurden mittlerweile vergeben. Ab morgen (20.02.18) bis zum 27.02.18 geben die Academy-Mitglieder ihre Stimme ab und wählen die Oscar-Gewinner. Das bedeutet, dass wir uns jetzt gerade nochmal in einer äußerst sensiblen Phase befinden, die Beeinflussung der Academy-Mitglieder ist entsprechend noch nicht abgeschlossen. Dieses Jahr sind mir einige Schmutzkampagnen zu Ohren gekommen, das hat in erster Linie „Three Billboards“ getroffen, außerdem wurde mit miesen Tricks versucht, Jordan Peele und Gary Oldman ins schlechte Licht zu stellen und auch Guillermo del Toro wurde angegriffen. Ihm wurde vorgeworfen, er hätte aus Jean-Pierre Jeunets Film „Delicatessen“ geklaut. Inwiefern das den jeweiligen Kandidaten geschadet hat, wird sich noch zeigen.

Hier liste ich alle wichtigen Preise, die innerhalb der Filmbranche verliehen wurden und üblicherweise relevant für den Oscar-Gewinner-Film sein könnten, auch liste ich die beiden Golden Globe-Preise:

Golden Globe, Drama: Three Billboards
Golden Globe, Comedy: Lady Bird
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SAG Outstanding Cast: Three Billboards
nominiert für den SAG Outstanding Cast Award waren: The Big Sick, Get Out, Lady Bird, Mudbound und Three Billboards
DGA: The Shape of Water (Guillermo del Toro) und Get Out (Jordan Peele – für den First Time Feature Film)
PGA: The Shape of Water
ACE Eddie Award: Dunkirk (für Drama) und I, Tonya (für Comedy)
nominiert für den ACE Eddie Award waren: Blade Runner 2049, Dunkirk, Molly´s Game, The Post und Shape of Water (drama), Baby Driver, Get Out, I, Tonya, Lady Bird und Three Billboards (comedy)
WGA: (Bestes Originaldrehbuch) Call Me By Your Name
(Bestes adaptiertes Drehbuch) Get Out

als Vorbote für die Oscars war der WGA dieses Jahr nur nicht sonderlich hilfreich, da Three Billboards und Darkest Hour die nötigen Auflagen nicht erfüllt hatten und damit nicht für den WGA nominiert werden konnten
BAFTA: Bester Film: Three Billboards (und bester britischer Film: Three Billboards)
nominiert für den BAFTA BP waren: Call Me By Your Name, Darkest Hour, Dunkirk, The Shape of Water und Three Billboards

Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 im September 2017 veröffentlicht habe, gingen einige der professionellen Oscar-Experten davon aus, dass „Dunkirk“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Danach ist mit dem Harvey-Weinstein-Skandal und im Anschluss daran mit allen anderen öffentlich gemachten Mißbrauchsvorwürfen, der #MeToo und der #TimesUp-Bewegung viel passiert. Während der Oscar-Saison 2017/2018 war irgendwann mal jeder der dann 23.01.18 neun nominierten Filme, Favorit auf den Oscar-Gewinn. Diese Oscar-Saison ist insofern beispiellos, weil es wirklich bis heute keinen Favoritenfilm gibt. Sonst gibt es immer zwei oder drei Filme, zwischen denen es sich letztendlich entscheidet. Dieses Jahr haben die meisten der neun Filme viele Gründe die für einen Oscar-Gewinn sprechen und mindestens einige, die dagegen sprechen. Mittlerweile gehen die meisten professionellen Oscar-Experten von „The Shape of Water“ als Gewinnerfilm aus und kurioserweise auch wieder von „Dunkirk“. Wenn man zu sehr in der Materie steckt, neigt man dazu, zu „verkopft“ zu sein. Ist das hier der Fall?

Kann in dieser Zeit, in der die Ungleichbehandlung der Frauen entschieden angeprangert wird und immer mehr Geschichten von sexuelle Übergriffen gegen Frauen (aber auch Männern) an die Öffentlichkeit geraten, „Dunkirk“ den Oscar gewinnen? Dazu kommt, dass dieser sexistische und rassistische Donald Trump immer noch amerikanische Präsident ist, die Welt verunsichert und in dessen Land ein Amoklauf nach dem nächsten passiert –  sollte da ein Kriegsfilm den Oscar gewinnen? Ein Film, in der keine einzige Frau eine Rolle spielt?

In meinen Augen wäre es sowas von nicht in Ordnung, wenn „Dunkirk“ den Oscar gewinnt. Davon abgesehen, ist mir der Film auch nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Heute ist der 19.02.18, in meiner September-Prognose  und meiner November-Prognose habe ich darauf getippt, dass „Three Billboards“ den Oscar gewinnt. Als die Oscar-Nominierungen herauskamen und „Three Billboards“ keine Beste Regie-Nominierung erhalten hat, musste ich davon Abstand nehmen. Das ist nämlich ein ziemlich eindeutiger Indikator, dass dieser Film eben nicht den Oscar gewinnt. Es gibt Ausnahmen: „Argo“, Ben Affleck wurde nicht als Bester Regisseur nominiert. Das war aber ein Sonderfall, Martin McDonagh ist kein Ben Affleck. Man muss schon viel weiter in die Oscar-Geschichte zurückgehen bis man einen Film findet, der ohne in der Kategorie Beste Regie für den Oscar nominiert zu sein, den Oscar BP gewann: Das war „Driving Miss Daisy“ im Jahr 1989. Gestern hat „Three Billboards“ aber den BAFTA gewonnen. Die britische „Oscar“-Academy hat „Three Billboards“ sogar zwei Mal ausgezeichnet, 1x als Bester Film und 1x Bester britischer Film. Man kann jetzt also davon ausgehen, dass die britischen A.M.P.A.S-Mitglieder auch „Three Billboards“ für den Oscar wählen, oder? Ich halte jetzt jedenfalls wieder an „Three Billboards“ fest, mit einem Ausweichkandidaten und das ist „Get Out“. Zugegebenermassen spricht vieles gegen „Get Out“ als Oscar-Gewinnerfilm (weiter unten aufgelistet), aber dieser Film trifft, wie kein anderer Film, den (amerikanischen) Zeitgeist. Außerdem glaube ich, dass „Get Out“ unter dem preferential voting system gewinnen kann. Bis zu meiner Wette habe ich noch etwas Zeit und werde das natürlich noch mal alles überdenken.

Rein mathematisch kann „Dunkirk“ natürlich sehr wohl den Oscar als Bester Film gewinnen (wie übrigens, jeder andere Film dieses Jahr auch), der Grund dafür ist das preferential voting system. Diese Art, den Gewinnerfilm zu ermitteln, gab es bereits von 1934 bis 1945, allerdings bei einer unterschiedlichen Anzahl von nominierten Filmen, von festen 5 bis zu festen 10 bzw. sogar 12. Dieses System hat Oscar-Gewinner-Filme wie z.B. „It Happened One Night“, „Gone with the Wind“ und „Casablanca“ hervorgebracht. Seit dem Jahr 2009 wurde es wieder eingeführt. Durch dieses System werden alle Academy-Mitglieder angehalten, alle nominierten Filme entsprechend ihrer Präferenzen der Reihe nach zu listen. Dann werden die Nummer 1-Filme aller Academy-Mitglieder ausgezählt und wenn kein Film auf mehr als 50% kommt, geht es in die nächste Runde. Ach, ich kann das nicht so gut erklären…wie jedes Jahr setze ich hier wieder Steve Ponds anschauliche Erklärung, wie der Oscar-Gewinner-Film ermittelt wird, rein:

Voilà:

Jetzt gehe ich ins Detail und versuche für jeden einzelnen Film ein Für und ein Wider für den Oscar-Gewinn zu finden.

Zunächst habe ich mir die aktuellen Einspielergebnisse (Stand 17.02.18) aller neun nominierten Filme angeschaut. (Bei den Oscar-Gewinner-Filmen zählt auch manchmal, wieviel Geld ein Film eingespielt hat). Da dafür nur die amerikanischen Zuschauerzahlen relevant ist, beziehen sich die nachfolgenden Einnahmen nur auf das Geld, das die Filme in den U.S.A. eingespielt haben. Damit das auch abgehakt ist, dahinter die aktuelle Rotten Tomatoes Bewertung (Stand auch hier 17.02.18).

Dunkirk: ca. 188 Millionen Dollar – 92% Rotten Tomatoes
Get Out: ca.176 Millionen Dollar – 99% Rotten Tomatoes
The Post: ca. 75 Millionen Dollar – 88% Rotten Tomatoes
Darkest Hour: ca. 52 Millionen Dollar – 86% Rotten Tomatoes
Shape of Water: ca. 51 Millionen Dollar – 92% Rotten Tomatoes
Three BB: ca. 46 Millionen Dollar – 93% Rotten Tomatoes
Lady Bird: ca. 45 Millionen Dollar – 99% Rotten Tomatoes
Phantom Thread: ca. 16 Millionen Dollar – 91% Rotten Tomatoes
Call Me By Your Name: ca. 14 Millionen Dollar – 96% Rotten Tomatoes

Nun liste ich bei allen 9 nominierten Filme Argumente die für, und Argumente die gegen einen Oscar-Gewinn Bester Film sprechen (alle Gründe kann ich natürlich nicht listen):

Three Billboards
Pro: 1. hat den Publikumspreis in Toronto gewonnen, 2. ist SAG-Ensemble-Gewinner 3. ist BAFTA-Doppel-Gewinner 4. Man kann davon ausgehen, dass der Film mindestens einen Schauspiel-Oscar gewinnt 5. Story bzw. Figuren: eine starke, kämpfende Frau, die sich in einer von Männern dominierenden, ungerechten Welt durchsetzt.
#Meetoo und #TimesUp-Bewegung: geeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Ohne eine Oscar-Regie-Nominierung den Oscar zu gewinnen ist sehr schwierig. Mit Ben Affleck/„Argo“ war das ein außergewöhnlicher Fall, da der in „Argo“ regieführende Schauspieler in Hollywood äußerst beliebt ist, alle das als ungerecht ansahen und schließlich für „Argo“ als Gewinnerfilm stimmten. Das ist kein gutes Beispiel. Davor war es „Driving Miss Daisy“, im Jahr 1989 2. auch wenn die RT-Bewertung anders aussieht, sind die Meinungen über diesen Film in den U.S.A. gespalten. 3. Story bzw. Figuren: ein rassistische Cop, der irgendwie auch ein Sympathieträger ist und eine Frau und Mutter, die (etwas) zu weit geht

The Shape of Water
Pro: 1. 13 Oscar-Nominierungen 2. hat den PGA gewonnen 3. es gilt als sicher, dass Guillermo del Toro den Regie-Oscar für diesen Film gewinnt. 4. Story bzw. Figuren: Ein Film über Außenseiter, der Film hat ein positives Ende.
#Metoo und #TimesUp Bewegung: geeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Es würde ein Film ohne von der Schauspiel-Gewerkschaft für das beste SAG-Ensemble nominiert zu sein, gewinnen. Der letzte Film, der das geschafft hat, war: „Braveheart“, im Jahr 1995 2. ebenso wie bei „Three Billboards“ sind die Meinungen über den Film gespalten 3. Story bzw. Figuren: Erwachsenenmärchen, mit dem nicht jeder etwas anfangen kann. Eine stumme Putzfrau verliebt sich in einen Fischmann und hat Sex mit ihm

Dunkirk
Pro: 1. Dunkirk hat eine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung und hat bereits den ACE Eddie gewonnen 2. Es ist sicher ein Nr. 1-Film der weißen, alten Männer innerhalb der Academy 3. Dunkirk ist der erfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse
Con: 1. Wie bei „The Shape of Water“, „Call Me“, „Darkest Hour“, „Phantom Thread“ und „The Post“ würde ein Film ohne eine SAG-Ensemble-Nominierung den Oscar gewinnen 2. Es würde auch ein Film ohne eine Schauspiel- und Drehbuch-Oscar-Nominierung gewinnen 3. „Dunkirk“ hat nur den ACE Eddie, ansonsten keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen 4. Story, bzw. Figuren: Kriegsfilm in dem keine einzige Frau mitspielt
#MeToo und der #TimesUp-Bewegung: völlig ungeeigneter Gewinner-Film

Get Out
Pro: 1. Dieser Film trifft mit seiner Sozialkritik wie kein anderer den (amerikanischen) Zeitgeist. 2. Er hat eine wichtige Regie-, Schauspiel- und eine Drehbuch-Oscar-Nominierung. 3. Er hat einen WGA für das beste Originaldrehbuch gewonnen 4. 99% RT, den Film mag jeder 5. auch wenn „Get Out“ keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt erhalten hat, er hat wenigstens eine ACE-Eddie-Nominierung (Bester Schnitt) im Bereich Comedy. 6. „Get Out“ ist nach „Dunkirk“ der erfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse 7. „Get Out“ hat den DGA (First Timer) gewonnen 8. Kann es wirklich sein, das einer der erfolgreichsten und beliebtesten Filme des Jahres 2017 ohne einen einzigen Oscar nach Hause geht?
Con: 1. Der Film hat keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt, es gab in der neunzigjährigen Geschichte der Oscars erst 10 Filme („It Happened One Night“, „The Life of Emile Zola“, „Hamlet“, „Marty“, „Tom Jones“, „A Man for All Seasons“, „The Godfather Part II“, „Annie Hall“, „Ordinary People“ und „Birdman“), die ohne diese Nominierung den Oscar gewannen 2. Der Film hat auch keine anderen Nominierungen in den technischen Kategorien, 3. Der Film hat überhaupt nur vier Oscar-Nominierungen, das ist verdammt wenig für einen Oscar-Gewinner-Film 4. Thriller/Horrorfilm: der letzte und einzige Film, der den Oscar gewonnen hat, war: „The Silence of the Lambs“ 5. Der Film hat scheinbar nicht die Briten hinter sich, die haben den Film nicht für den BAFTA Kategorie Best Picture nominiert 6. Get Out spricht mit seiner Botschaft über liberalen Rassismus ein uramerikanisches Problem an, vielleicht können internationale Academy-Mitglieder damit nicht so viel anfangen.
#MeToo und #TimesUp Bewegung: kein geeigneter Gewinner-Film

Lady Bird
Pro: 1. Die besten PR- und Oscar-Strategen der Branche legen alles dran, dass der Film den Oscar gewinnt. (Sie haben damals auch „Crash“ und „The King´s Speech“ zum Oscar verholfen). 2. A24, hat erst letztes Jahr den Oscar für „Moonlight“ geholt. 3. „Lady Bird“ hat (wie „Get Out“) wenigstens eine ACE-Eddie-Nominierung (Bester Schnitt) im Bereich Comedy 4. „Lady Bird“ ist ein Kritiker-Liebling 5. 99% RT. Kann es sein, dass der scheinbar beliebteste Film der gesamten Oscar-Saison keinen einzigen Oscar mit nach Hause nimmt?
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: geeigneter Gewinner-Film, insbesondere weil hier auch eine Frau Regie führt.
Con: Der Film hat keine Beste Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe Begründung bei „Get Out“ 2. Er hat auch keine, der durchaus anderen wichtigen technischen Kategorien, sie auch „Get Out“, 3. Der Film hat nur fünf Oscar-Nominierungen 4. Der Film hat noch keinen einzigen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen. 5. Ein Film über das Erwachsenwerden hat noch nie den Oscar gewonnen. 6. Der Film hat scheinbar nicht die Briten hinter sich, die haben den Film nicht für den BAFTA Kategorie Best Picture nominiert, siehe „Get Out“

Call Me By Your Name
Pro: 1. Es gilt als ziemlich sicher, dass dieser Film den Preis für das beste adaptierte Drehbuch gewinnt, mit einer einzigen Ausnahme (Grand Hotel im Jahr 1932) gewinnt der Oscar-Gewinner-Film immer mindestens zwei Oscars, ganz oft das Drehbuch) 2. Ich habe den Eindruck, dass dieser Film sehr beliebt ist, es ist ein typischer Nr.1-Film
Con:1. Wie bei „The Shape of Water“, „Dunkirk“, „Phantom Thread“, „Darkest Hour“ und „The Post“ würde ein Film ohne eine SAG-Ensemble-Nominierung gewinnen 2. Wie bei „Three Billboards“, „Darkest Hour“ und „The Post“ hat der Film keine Regie-Nominierung 3. Der Film hat auch keine Beste Schnitt-Nominierung 4. Story bzw. Charaktere: In den U.S.A. gilt es als problematisch, dass Elio erst 17 Jahre alt (under age) ist und von einem viel älteren Mann verführt wird.
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: Kein geeigneter Gewinner-Film

Phantom Thread
Pro: 1. Die größte Überraschung am Oscar-Nominierungstag war „Phantom Thread“, insbesondere mit seinen Nominierungen für Bester Film, Beste Regie und Beste Nebendarstellerin, das zeigt, dass der Film offensichtlich wesentlich beliebter ist, als man zuvor geglaubt hatte.
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: Nicht gänzlich ungeeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Der Film hat keine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe „Get Out“ und „Lady Bird“ 2. Der Film hat auch keine SAG-Ensemble-Nominierung, siehe „Shape of Water“, „Dunkirk“, „Call Me By Your Name“, „Darkest Hour“ und „The Post“ 3. Der Film hat keine Drehbuch-Oscar-Nominierung. 4. Der Film hat noch keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen

Darkest Hour
Pro: 1. Es gilt als relativ sicher, dass Gary Oldman den Oscar gewinnt 2. Biopics sind grundsätzlich beliebte Oscar-Gewinner-Filme
Con: 1. Der Film hat keine Regie-Nominierung, siehe „Three Billboards“, „Call Me By Your Name“ und „The Post“ 2. Der Film hat keine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe „Get Out“, „Lady Bird“, etc. 3. Der Film hat keine SAG-Ensemble-Nominierung, sie „Dunkirk“, „Shape of Water“, „Phantom Thread“, „The Post“ und „Call Me By Your Name“ 4. Der Film hat keine Drehbuch-Nominierung
#MeeToo und #TimesUp-Bewegung: Kein geeigneter Oscar-Gewinner-Film

The Post
Pro: 1. Meryl Streep hat für ihre Performance in diesem Film ihre 21. Oscar-Nominierung erhalten hat. 2. Ein Film über die Pressefreiheit in einer Zeit, in der der amtierende U.S.-Präsident selbige bekämpft.
#MeToo und #TimesUp-Bewegung: Geeigneter Oscar-Gewinnerfilm
Con: 1.2.3.4.5. Hier würde ein Film ohne Regie-, Schnitt- und Drehbuch- Oscar-Nominierungen gewinnen, auch sonst keine technische Kategorien, überhaupt hat der Film nur zwei Oscar-Nominierungen. 6. Der Film hat keine SAG-Ensemble-Nominierung, siehe „The Shape of Water,“ „Call Me By Your Name“, „Darkest Hour“ und „Phantom Thread“ 7. Der Film hat keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen

 

und jetzt noch ein paar, vielleicht nicht unwichtige Beobachtungen:

 

Welche Filme werden von allen gemocht?

Get Out und Lady Bird

 

Welcher Film war der erfolgreichste an der amerikanischen Kinokasse?

Dunkirk (relativ dicht gefolgt von Get Out)

 

Wenn man seine Unterstüztung für die #MeToo und #TimesUp-Kampagnen in einem Oscar-Gewinn für den besten Film ausdrücken will, welchen Film würde man dann wählen?

Three Billboards, The Shape of Water, Lady Bird, The Post (und vielleicht Phantom Thread)

 

Welcher Film trifft den (amerikanischen) Zeitgeist am ehesten?

Get Out

Welche Filme sind dieses Jahr klare Nr. 1 Filme?

Ich denke: Dunkirk, Call Me By Your Name, Phantom Thread, Three Billboards und The Shape of Water

 

Welche Filme könnten klare Nr. 2 und Nr. 3 Filme sein?

Ich denke: Get Out und Lady Bird

Die Mehrheit der Oscar-Academy-Mitglieder sind immer noch weiße, alte Männer – welcher Film ist wohl ihr Lieblingsfilm?

Ich denke: Dunkirk, Darkest Hour und vielleicht Three Billboards

Welchen Film mögen die vielen britischen Academy-Mitglieder?

Ich denke: Three Billboards (s. BAFTA-Doppelgewinn), Dunkirk und Darkest Hour

 

Welcher Film hat die besten PR- bzw. Oscar-Strategen hinter sich:

Lady Bird

Welche Schauspieler haben dieses Jahr die beste Oscar-Kampagne geführt:

Timothee Chalamet und Allison Janney

Sind die folgenden vier Golden Globe-, SAG- und BAFTA-Gewinner auch automatisch die sicheren Oscar-Gewinner:

Frances McDormand
Gary Oldman
Allison Janney
Sam Rockwell

das wäre in dieser beispiellosen Oscar-Saison zu einfach, oder? Ich könnte mir eine Überraschung in den Kategorien der besten Nebenrolle am ehesten vorstellen. Vor zwei Jahren war Sylvester Stallone der Favorit auf den Oscar und dann hat, etwas überraschend, Mark Rylance gewonnen. (wobei, zuvor hatte er den BAFTA gewonnen). Jedenfalls könnte ich mir hier auch Laurie Metcalf oder auch Christopher Plummer vorstellen.

 

Wie man sieht, es ist dieses Jahr alles andere als einfach auf den richtigen Oscar-Gewinner-Film zu tippen. Wahrscheinlich kann man nur raten und am Ende Glück oder Pech haben.

 

Ich werde mir das alles jetzt noch mal durch den Kopf gehen lassen und – wie immer – einen Tag vor den Oscars (am 03.03.18) meine Oscar-Wette zu allen 24 Kandidaten veröffentlichen.

Von den Filmen, die mindestens eine Oscar-Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:):

Call Me by Your Name, Get Out, Logan, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Dunkirk, „Victoria & Abdul“, The Florida Project, The Square, Blade Runner 2049, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco ,The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s Game, The Post, Update: „Stronger Island“

Berlin (ale) – Film: „Isle of Dogs“

Ich war am 16.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Isle of Dogs“ (dt. Filmtitel: „Ataris Reise“, dt. Kinostart: 10.05.18)  101 min  animation
dir. Wes Anderson voices: Bryan Cranston, Edward Norton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Ken Watanabe, Koyu Rankin, Greta Gerwig, Frances McDormand, Courtney B. Vance, Harvey Keitel, Liev, Schreiber, Bob Balaban, Scarlett Johannson, Tilda Swinton, F. Murray Abraham, Kunichi Nomura, Yoko Ono

 

Japan in der nahen Zukunft. Kobayashi (Kunichi Nomura) ist Bürgermeister der Großstadt Megasaki City. Er mag keine Hunde und verbreitet bei seinem Volk die Angst, dass sich durch die Hunde eine Seuche verbreiten kann. Damit sich diese nicht auf den Menschen überträgt, hat der Bürgermeister kurzerhand veranlasst, alle Hunde auf eine Mülldeponie, nach Trash Island, zu verbannen und dort ihrem Schicksal zu überlassen. Um ein Zeichen zu setzen, wird der Wachhund seines 12-jährigen Mündels Atari (Koyu Rankin), „Spots“ (Liev Schreiber), gleich als Erstes auf die Müllinsel deportiert. Sechs Monate später landet Atari auf der Isle of Dogs. Er trifft dort auf die mittlerweile verwahrlosten ehemaligen Haushunde Boss (Bill Murray), Duke (Jeff Goldblum), King (Bob Balaban) und Rex (Edward Norton) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston). Letztendlich helfen alle dem Jungen dabei, seinen geliebten Hund zu finden….

 

A- (Wertung von A bis F) „Isle of Dogs“ ist nach Fantastic Mr. Fox der zweite Stop-Motion-Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Wes Anderson („The Royal Tenenbaums“, The Darjeeling Limited, The Grand Budapest Hotel). Es ist der erste Film in Spielfilmlänge, für den er die Story und das Drehbuch allein geschrieben hat.

„Isle of Dogs“ ist ein, mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeiteter Stop-Motion Film. Wes Anderson schafft es zunehmend mit seinen Filmen eine völlig eigene, so skurrile Welt zu kreieren und gibt dem Zuschauer damit die Option, an diese Welt teilhaben zu dürfen. Mit diesem Film führt er einen zusätzlich auch in die politische Gegenwart. „Isle of Dogs“ ist ein Film über Ausgrenzung. Die Ausgegrenzten sind in diesem Fall Hunde.

Ich bin selbst ein großer Hundeliebhaber, aber ich glaube, auch wenn man das nicht ist, fühlt man mit diesen, doch so menschentreuen Geschöpfen. Wes Anderson hat hier, besonders mit den eigentlich verwöhnten Haushunden Boss, King, Duke und Rex und dem Streuner Chief ein paar kauzig-liebenswerte Vierbeiner zum Leben erweckt. Schnell begreift man die Sozialstruktur ihres Rudels und begleitet sie bei ihrem Abenteuer in dieser hoffnungslosen Welt. Auch wenn ich natürlich das eine oder andere Tränchen vergossen habe, ist mir der Film überwiegend humorig in Erinnerung geblieben. Am Besten hat mir der Film gefallen, wenn er tatsächlich bei den Hunden ist. Zwei andere Szenen (in der die Zubereitung eines Sushi-Menüs gezeigt wird und eine weitere im Krankenhaus bzw. Operationssaal) sind mir aber auch als besonders originell in Erinnerung geblieben.

Ansonsten ist der Film voller Rückblenden und Zeitsprünge, ist ideen- und detailreich, das man bei der ersten Sichtung des Films kaum alles aufnehmen kann. Ich werde mir den Film daher ganz sicher noch ein zweites Mal anschauen.

Isle of Dogs könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018

Ich könnte mir vorstellen, dass „Isle of Dogs“ bei den nächsten Oscars (2019) eine Rolle spielt.

„Isle of Dogs“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018. Es war der Eröffnungsfilm des 68. Berlin International Film Festivals und damit der erste Animationsfilm, der die Berliner Filmfestspiele eröffnete. Der Film lief im Wettbewerb. Der Film startet am 23.03.18 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die japanisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Das Japanische wurde nicht übersetzt bzw. untertitelt.

Trailer zu sehen:

 

 

TV – Serie: „Good Behavior, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender TNT-TV-Serie angeschaut:

 

„Good Behavior, 2. Staffel“ (in D. über iTunes und Amazon zu kaufen) 10 x approx. 50 min. drama, thriller adaptation
dir. Magnus Martens, Clare Kilner, Mikkel Norgaard, Jessica Lowrey, Coky Giedroyc, Louise Friedberg, Doc Crotzer  cast: Michelle Dockery, Juan Diego Botto, Lusia Strus, Terry Kinney, Nyles Julian Steele, Joey Kern, Ann Dowd, Maria Botto

 

Letty (Michelle Dockery) hat endlich das Sorgerecht für ihren Sohn Jacob (Nyles Julian Steele). Letty, Javier (Juan Diego Botto) und Jacob ziehen in eine kleine Küstenstadt. Sie beginnen ein neues Leben – nun, nicht so ganz, Letty klaut immer noch und Javier bringt auch immer noch Leute um. Natürlich versuchen sie das voneinander geheim zuhalten, was nicht wirklich von Erfolg gekrönt ist. Javier findet außerdem heraus, dass ihn jemand töten wollte. Währenddessen ist FBI Agentin Lashever (Ann Dowd) auf der Suche nach Letty und versucht natürlich, Javier zu schnappen…

 

B (Wertung von A bis F) „Good Behavior“ basiert auf Blake Crouchs Romanserie „Letty Dobesh“.

Good Behavior“ ist eine Serie über zwei Antihelden, die so nicht in die Gesellschaft passen, aber einander gefunden haben. Erzählt wird eine außergewöhnliche Liebesgeschichte (ohne Schnulz) mit etwas Drama, viel Humor und einem nicht unerheblichen Thriller-Anteil. Die durchgehende Story aus der wunderbaren ersten Staffel wird hier fortgeführt, tappst inmitten der Staffel (mit FBI Agentin Lashever) auf etwas absurden Pfaden, findet dann aber gegen Ende wieder auf den richtigen Weg zurück.

Letty ist Mitte 30 und hat eine Vergangenheit, in der sie intensiv Parties gefeiert hat. Auch sass die Trickbetrügerin bereits mehrmals im Gefängnis, weshalb sie das Sorgerecht für ihren Sohn seinerzeit verloren hat. Sie ist aber sowieso der Typ Frau, der nicht unbedingt Kinder großziehen sollte. Sie hat schon Schwierigkeiten, längere Beziehungen zu führen. Dann lernt sie Javier kennen, diesen ruhigen und megaattraktiven Latino. Sie haben denselben Humor, der Sex könnte nicht besser sein. Alles könnte so perfekt sein, nur ist Javier leider ein Auftragsmörder und das geht aus so vielen Gründen natürlich gar nicht. Es gefällt ihm jedoch auch nicht, dass sie stiehlt und betrügt. Außerdem neigt sie immer wieder zu Dummheiten und Alkohol- und Drogenexzessen. Was wäre, wenn sie beide einen Schlussstrich unter ihre kriminelle Vergangenheit setzen und ein normales Leben führen, vielleicht sogar Lettys Kind gemeinsam großziehen?

Bereits durch die erste Staffel sind mir die Charaktere Letty und Javier ganz fürchterlich ans Herz gewachsen. Ich hatte es bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel erwähnt, dass ich etwas in Javier verliebt bin. Letty ist ein sehr faszinierender Charakter, sehr schlagfertig und smart, hat den festen Willen, ein normales Leben zu führen, scheitert aber immer an äußeren Umständen und/oder sich selbst. In der zweiten Staffel gibt es ein Wiedersehen mit Ann Dowds Charakter, der FBI-Agentin Rhonda Lashever. Die Handlung um ihren Charakter hier ist leider völlig an den Haaren herbeigezogen. Auch wenn sich dadurch ein paar unterhaltsame Momente und durchaus witzige Dialoge ergeben, hätte ich gerne auf diesen Plot verzichtet. Stattdessen hätte sich das Geschehen mehr um Javiers Schwester Ava (gespielt von Juan Diago Bottos tatsächlicher Schwester Maria Botto) bzw. ihrer gemeinsamen Verwandtschaft drehen sollen. Da dahingehend vieles noch nicht geklärt ist, sollte es dringend eine dritte Staffel geben.

 

Folgender Dialog beschreibt Letty und Javiers Bindung ziemlich präzise:

Letty: Just let me leave you.
Javier: No. We have done that. And you always come back, and I always come back.

Meine absolute Lieblingsfolge: 9 („And I Am a Violent Criminal“)

 

Das Staffelfinale hat einige Logiklöcher, öffnet aber eine Tür für eine interessante weitere Staffel. Die dritte Staffel ist bis heute noch nicht bestätigt.

Die zweite Staffel von „Good Behavior“ wurde erstmalig v. 15.10.17 – 17.12.17 auf dem amerikanischen Kabelsender TNT gezeigt. In Deutschland kann man die zweite Staffel über iTunes und über Amazon Prime kaufen.

Trailer zu sehen:

 

Netflix-Film: „The Cloverfield Paradox“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„The Cloverfield Paradox“ (Seit dem 5.2.18 weltweit über Netflix zu sehen) 102 min sci-fi, sequel
dir. Julius Onah cast: Gugu Mbatha-Raw, Chris O´Dowd, David Oyelowo, Elizabeth Debicki, Daniel Brühl, John Ortiz, Zhang Ziyi, Aksel Hennie voices: Simon Pegg, Greg Grunberg, Ken Olin

 

Die Welt leidet unter einer Energiekrise, permanente Stromausfälle bestimmen bereits jetzt schon den Alltag. Commander Kiel (David Oyelowo) ist mit seinen sechs Crew-Mitgliedern Ava (Gugu Mbatha-Raw), Schmidt (Daniel Brühl), Mundy (Chris O´Dowd), Monk (John Ortiz), Tam (Ziyi Zhang) und Volkov (Aksel Hennie) auf einer Weltraum-Mission. Auf ihrer Raumstation Cloverfield versuchen die Forscher eine neue Technologie zu testen. Mit dem Shepard Teilchenbeschleuniger soll die Energiekrise auf der Welt gelöst werden. Mittlerweile sind sie seit zwei Jahren auf der Raumstation, bei dem 47. Experiment geht etwas schief, auch scheint die Erde plötzlich verschwunden und dann taucht auch noch eine mysteriöse Frau (Elizabeth Debicki) auf…

 



D (Wertung von A bis F) „The Cloverfield Paradox“ ist nach Cloverfield und 10 Cloverfield Lane der dritte Film der vagen Reihe. Es ist erst der zweite Spielfilm des nigerianisch-amerikanischen Filmemachers Julius Onah („The Girl is in Trouble“).

Da ist Netflix nun mal tatsächlich eine Überraschung gelungen. Der erste Teaser des Films lief als TV-Spot zum Super Bowl am 4.2.18. Direkt nach dem Endspiel war selbiger Film, ohne andere Werbung, präziser ohne Vorwarnung – über Netflix abrufbar. Das ist insbesondere dann smart kalkuliert, wenn man eine Gurke am Start hat. Der Presse wurde der Film hier (natürlich) nicht gezeigt, sonst hätte man auch eine Sperrfrist für Kritiken bis zur Veröffentlichung setzen müssen.

Der erste Film der Cloverfield-Reihe war in meinen Augen entsetzlicher, mit einer Handkamera gefilmter Müll. Der zweite Film war ein, bis auf das Ende, nahezu perfekter Thriller, der eigentlich nicht viel mit dem ersten Film zu tun hatte, dem aber in post-production aus marketingtechnischen Gründen, die Cloverfield-Mütze übergestülpt wurde. Der Film war ein Wahnsinnserfolg. Das daraus eine Fortsetzung folgt, war klar.

Das erste, was mir in diesem neuen Film negativ auffiel, war die Sprache. Bei einer internationalen Crew sprechen alle selbstverständlich Englisch miteinander. Hier gibt es mit Tam (gespielt von der aus „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ bekannten Schauspielerin Zhang Ziyi) eine chinesische Wissenschaftlerin, die offensichtlich nicht Englisch spricht. Entsprechend mussten alle anderen Crew-Mitglieder Mandarin lernen, um sich mit ihr zu verständigen. Ganz logisch.

Überhaupt ist die Handlung voller Logiklöcher und Ungereimtheiten. Die Dialoge sind nicht mehr als pathetisches Gesülze unterlegt mit hochdramatischer Musik. Zu irgendeinem Zeitpunkt im Film zeigt dann jeder der (sonst gar nicht so schlechten) Schauspieler, was er oder sie unter „Overacting“ versteht. Ich kann eigentlich kaum ein gutes Haar an dem Film lassen, das Einzige, das einen gewissen Unterhaltungswert hat, ist Chris O´Dowds Charakter Mundy.

Mit mehr als 40 Millionen Dollar Produktionskosten ist „The Cloverfield Paradox“ der teuerste der „Reihe“. Leider sieht man das Geld auch nicht auf dem Bildschirm.

Mit seinen geheimen Botschaften sind die „Cloverfield“-Filme (mit Ausnahme des durchaus gelungenen „10 Cloverfield Lane“ ) wohl ausschließlich etwas für die wahren Fans von J.J. Abrams-Produktionen.

Ursprünglich sollte der Film unter dem Titel „God Particle“ ins Kino gebracht werden. Paramount hat aber dann die Rechte an Netflix verkauft. Seit dem 5.2.18 ist der Film weltweit unter dem Titel „The Cloverfield Paradox“ exklusiv auf Netflix abrufbar. Angeblich soll bereits dieses Jahr ein vierter „Cloverfield“-Film herauskommen.

Teaser zu sehen:

 

Boston – Film: „The Post“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Post“ (dt. Filmtitel: „Die Verlegerin“, dt. Kinostart: 22.02.18) 115 min drama, biopic
dir. Steven Spielberg cast: Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Tracy Letts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood, Matthew Rhys, Alison Brie, Jesse Piemons, Michael Stuhlbarg

 

Nach dem Tod ihres Ehemannes, und ohne groß Erfahrung im Zeitungsgeschäft, musste Katherine Graham (Meryl Streep) die Washington Post übernehmen. Im Jahr 1971 ist sie jetzt bereits seit einigen Jahren die Verlagschefin der Zeitung. Ihr Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) versucht sie eines Tages davon überzeugen, brisante Unterlagen eines hochrangigen Mitglieds des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu publizieren. Die sogenannten Pentagon Papers decken einen riesigen Vertuschungsskandal des Weißen Hauses auf. Die geheimen Dokumente belegen, dass vier U.S.-Präsidenten die amerikanische Öffentlichkeit hinsichtlich des Vietnamkrieges bewusst getäuscht haben. Das Konkurrenzblatt, die New York Times, begann bereits, Auszüge des Materials zu drucken, woraufhin der amtierende U.S.-Präsident Nixon eine Einstweiligen Verfügung gegen weitere Veröffentlichungen bewirkte. Sollte die Post jetzt die Pentagon Papers publizieren, könnte es das Ende der Zeitung bedeuten…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Post“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Veröffentlichung der Pentagon Papers zählt neben der Watergate-Affäre zu den größten Politskandalen der Vereinigten Staaten. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Steven Spielberg („Jaws“, „Jurassic Park“, „Schindler´s List“, Lincoln). Nach „Saving Private Ryan“, „Catch Me If You Can“, „The Terminal“ und Bridge of Spies arbeitet der Regisseur bereits das fünfte Mal mit dem Schauspieler Tom Hanks zusammen.

„The Post“ ist ein passabler Film, noch mehr ist es für mich aber Steven Spielbergs etwas verzweifelter Versuch einen wirklich relevanten Film über den Journalismus und noch wichtiger die Pressefreiheit zu inszenieren. Ungefähr zwei Drittel des Films geht es eigentlich nur darum, ob die Washington Post die Pentagon Papiere druckt oder nicht. Ich empfand das sehr zäh und auch auf Dauer langweilig. Steven Spielberg liess es sich natürlich auch nicht nehmen, am Ende des Films den Watergate-Skandal anzudeuten. Ein Skandal, der nach der Affäre um die Pentagon Papers aufgedeckt wurde und weltweit sicherlich für mehr Aufsehen gesorgt hat. Die Watergate-Affäre wurde durch die Enthüllungsjournalisten der Washington Post (Bob Woodward und Carl Bernstein) ans Licht gebracht. Zurück zu Spielbergs Film über die Pentagon Papiere: Ich mag immer mindestens etwas an den Filmen des amerikanischen Filmemachers, hier mochte ich besonders die gesamte Sequenz in der Druckerei. Das Beste des Films ist jedoch Meryl Streep. Zu Recht wurde die dreifache Oscar-Preisträgerin für diese Performance für ihren 21. Academy Award nominiert, auch wenn man vielleicht darüber diskutieren könnte, ob das jetzt eine Haupt- oder Nebenrolle ist.

„The Post“ und Paul Thomas Andersons Phantom Thread waren zusammen mit Ridley Scotts Film All the Money in the World die letzten Filme, die – in der Oscar-Saison 2017/2018 gezeigt wurden. Auf dem Papier sah „The Post“ noch am Anfang der Oscar-Saison 2017/2018 so aus, als wäre es ein sicherer Favoriten-Film bei den 90th Academy Awards. Am 23.01.18 wurde der Film jedoch nur für zwei Oscars (Bester Film und Beste Hauptdarstellerin – Meryl Streep) nominiert.

Der großartige Michael Stuhlbarg hat dieses Jahr in drei oscarnominierten Filmen (The Shape of Water  und vor allen Dingen – unvergessen in der einen Szene in Call Me by Your Name) mitgespielt. In „The Post“ spielt er den Chefredakteur der New York Times.

„The Post“ ist am 22.12.17 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 12.01.18 läuft der Film landesweit in 2819 Kinos in den U.S.A. Unter dem Filmtitel „Die Verlegerin“ soll der Film am 22.02.18 in die deutschen Kinos kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

da ich sehr spät aus Molly´s Game kam, habe ich nur noch folgenden Trailer mitbekommen:

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „The End of the F***ing World“

Ich habe mir folgende Netflix-Serie angeschaut:

 

„The End of the F***ing World“ (seit dem 5.1.18 weltweit auf Netflix zu sehen) 8 x approx. 20 min drama, comedy, adaptation
dir. Jonathan Entwistle, Lucy Tcherniak cast: Alex Lawther, Jessica Barden, Gemma Whelan, Wunmi Mosaku, Steve Oram, Christine Bottolomley

 

James (Alex Lawther) ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Er ist sich ziemlich sicher, ein Psychopath zu sein. Er tötet Tiere und seit einiger Zeit hat er das Bedürfnis, einen Menschen töten wollen. Da kommt ihm seine gleichaltrige Mitschülerin Alyssa (Jessica Barden) gerade recht. Ganz offensichtlich hat sie einen Knall. Alyssa ist wohl das, was man einen rebellischen, unangepassten Teenager nennt. Selten lässt sie eine Gelegenheit aus, andere Leute vor den Kopf zu stossen. James und Alyssa nähern sich an. Er heuchelt ihr vor, sich in sie verliebt zu haben, irgendwann wird sich schon die Gelegenheit ergeben, Alyssa zu töten…

 

A (Wertung von A bis F) „The End of the F***ing World“ basiert auf Charles S. Forsmans gleichnamigen Graphic Novel.

Wenn das Film- bzw. Serienjahr mit so einer wunderbaren Serie anfängt, bin ich sehr zuversichtlich für den weiteren Verlauf.

„The End of the F***ing World“ könnte von den Coen Bros. stammen, wenn die Briten wären und etwas über Teenager in der südenglischen Provinz geschrieben und inszeniert hätten. Die Serie hat diesen bitterbösen, schwarzen Humor, brillante, schimpfwortreiche Dialoge und Protagonisten, die mit sich und der Situation, in die sie geraten sind, überfordert sind. Außerdem habe ich lange nicht so ein interessantes Polizisten-Team gesehen und die Musikauswahl ist auch klasse. Kurzum mit dieser Kurz-Serie hatte ich eine fantastische Zeit.

Bevor die Amerikaner auf die Idee kommen, ein Remake dieser exzellenten TV-Serie zu produzieren, empfehle ich, einfach mal bei Netflix in das Original reinzuschauen. Keine Episode dauert länger als 22 Minuten und nach acht Episoden hat man quasi nicht mehr Zeit als mit einem Spielfilm mit Überlänge verbracht. Unbedingt empfehle ich – auch hier – die Originalfassung (notfalls mit Untertiteln) – zu gucken. Es gibt so viele Momente, in denen ich einfach lauthals loslachen musste und daher habe ich mir die Serie mittlerweile natürlich auch bereits schon ein zweites Mal angeschaut.

Meine Lieblingsepisode: eigentlich alle. Trotzdem hebe ich die sechste mit der „Keep on running“-Sequenz und der Tankstellen-Szene hervor.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

James ist 17 Jahre alt. Seit sich seine Mutter das Leben genommen hat, lebt er mit seinem Vater zusammen. Er hält sich selbst für einen Psychopathen, er tötet Tiere und denkt, es wäre an der Zeit, einen Menschen töten. – James wird von dem englischen Schauspieler Alex Lawther gespielt. Der 22-Jährige hat bereits in einigen Filmen mitgespielt (u.a. The Imitation Game, „Freak Show“ und „Goodbye Christopher Robin“).

Alyssa ist 17 Jahre alt, ihr Vater hat die Familie früh verlassen, seither lebt sie bei ihrer Mutter. Die hat erneut geheiratet, kürzlich hat das Paar Zwillinge bekommen. Alyssas Stiefvater ist ein Widerling, sie vermisst ihren richtigen Vater, den sie seit fast zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie ist sehr schlagfertig, aber wahrscheinlich auch bipolar. Alyssa wird von der englischen Schauspielerin Jessica Barden gespielt. Die 25-Jährige hat bereits in den TV-Serien „Coronation Street“ und „Penny Dreadful“ mitgewirkt und auch in einigen Kinofilmen („Tamara Drewe“, Hanna, Far from the Madding Crowd und The Lobster) mitgespielt.

DC Teri Darego ermittelt mit DC Noon zusammen in einem Mordfall, bald finden sie eine Verbindung zu James und Alyssa. Gespielt wird die Polizistin von der nigerianisch-britischen Schauspielerin Wunmi Mosaku. Sie hat ein großartiges Gesicht und ich liebe ihren Charakter. Sie hat in einigen britischen TV-Serien (u.a. „Black Mirror“) mitgespielt, aber auch in Stephen Frears Philomena. Vermutlich wird man von ihr noch einiges sehen, einen britischen Oscar (BAFTA) hat sie bereits für ihre Performance in dem Film „Damilola, Our Loved Boy“ gewonnen.

DC Eunice Noon ermittelt mit DC Darego zusammen in einem Mordfall, bald finden sie eine Verbindung zu James und Alyssa. Gespielt wird die Polizistin von der englischen Theater-, TV-Schauspielerin Gemma Whelan. Den meisten wird sie durch die HBO-Serie „Game of Thrones“ bekannt sein. Sei hat aber auch in ein paar Kinofilmen (u.a. „The Wolfman“) mitgewirkt.

Die erste Episode von „The End of the F***ing World“ wurde am erstmalig am 24.10.17 auf Channel 4 in England ausgestrahlt, der Rest der Serie war anschließend über Channel 4s VOD-Platform zu sehen. Die Serie steht seit dem 5.1.18 auf Netflix weltweit zur Verfügung.

Eigentlich ist die Geschichte von James und Alyssa nach der ersten Staffel zu Ende erzählt. Es gibt aber wohl Überlegungen die Serie fortzusetzen.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Oscar-Nominierungen 2018 und meine Meinung

Heute, am 23.01.18, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Der neugewählte AMPAS-Präsident John Bailey hat eine kurze Rede gehalten und die Vortragenden Tiffany Haddish („Girls Trip“) und „Caesar“,Andy Serkis („War for Planet of the Apes“) angekündigt. Tiffany Haddish hätte sich besser vorbereiten müssen, sie hat beinahe jeden Namen falsch ausgesprochen, aber ansonsten war es eine sehr gelungene Präsentation in zwei Teilen.

Dieses Jahr konnte ich die Präsentation, wieder mal, live sehen. Ich weiß, es kann kaum einer verstehen, aber ich bin immer schrecklich aufgeregt.

Gestern bin ich bereits ausführlicher auf ein paar Fakten zu den diesjährigen Oscars eingegangen. Das Wichtigste nochmal:  Im Jahr 2018 gibt es 7258 wahlberechtigte Mitglieder in der Academy und 341 Filme hatten sich qualifiziert. 5 bis zu 10 Filme konnten nominiert werden.

„The Shape of Water“ hat – wie von mir bereits gestern vermutet  – die meisten Oscar-Nominierungen erhalten. 13 an der Zahl. „Dunkirk“ hat 8 Oscar-Nominierungen und „Three Billboards“ hat 7. „Lady Bird“ hat fünf Oscar-Nominierungen und „Get Out“ hat vier.

Dieses Jahr gibt es 9 nominierte Filme. (damit habe ich auch richtig gelegen, nur habe ich nicht mit „Darkest Hour“ und „Phantom Thread“ gerechnet).

Bemerkenswert ist, dass erstmalig eine Frau (Rachel Morrison für „Mudbound“) eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Kamera erhalten hat.

Bester fremdsprachiger Film: Fatih Akins „In the Fade“ (Aus dem Nichts) wurde nicht für den Oscar nominiert.

Mit der Nicht-Nominierung von Martin McDonagh in der Kategorie Beste Regie hat „Three Billboards“ den Favoritenstatus an „The Shape of Water“ abgegeben. Der Film, der den Favoritenstatus hat, ist nie zu beneiden. Das hat man ganz gut im letzten Jahr mit „La La Land“ gesehen, ab dem Moment, als der Film 14 Oscar-Nominierungen erhalten hat, wurde er nämlich von allen Seiten attackiert.

Meryl Streep hat ihre 21. Oscar-Nominierung erhalten. Glückwunsch!

Von den Filmen, die mindestens eine Oscar-Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:):

Call Me by Your Name, Get Out, Logan, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Dunkirk, „Victoria & Abdul“, The Florida Project, The Square, Blade Runner 2049, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco ,The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s GameThe Post

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung. (gelistet in der Reihenfolge, in der ich derzeit den Gewinner am Wahrscheinlichsten sehe)

Best Motion Picture of the Year:

The Shape of Water
Lady Bird
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Get Out
Dunkirk
Call Me By Your Name
The Post
Darkest Hour
Phantom Thread

Meine Meinung: Gut, ich habe auf neun Filme getippt, die nominierten neun Filme habe ich auch alle gesehen. Ich hatte nur auf „The Florida Project“ und „The Big Sick“ getippt und nicht damit gerechnet, dass „Darkest Hour“ so stark ist. Man darf nie den großen britischen Anteil der AMPAS-Mitglieder unterschätzen, auch wenn ich das alles weiß, habe ich „Darkest Hour“ trotzdem keine BP-Nominierung zugetraut – wie dumm von mir. Auch habe nicht mit „Phantom Thread“ für eine BP-Nominierung und Best Director-Nominierung gerechnet. Diesen Film habe ich tatsächlich unterschätzt und auf Platz 14 für eine Nominierung als Bester Film gesehen.
Mein Wunsch: Ich habe es ganz gerne, wenn einer meiner Top Ten Filme  den Oscar gewinnt. Das wäre dann „Three Billboards“ oder „Lady Bird“ oder „Get Out“
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Also: „The Shape of Water“ ist jetzt mit dem PGA-Gewinn, den 13 Oscar-Nominierungen und einer Regie-Nominierung ganz klar der Favorit. Aber: Der Film hat keine Nominierung der Schauspiel-Gewerkschaft. „La La Land“ im letzten Jahr auch nicht. Der letzte Film, der ohne eine SAG-Nominierung den Oscar als Bester Film gewonnen hat, war „Braveheart“. Nun haben wir aber seit einigen Jahren das preferential voting system. Wenn ein Film nicht in der ersten Runde mehr als 50% aller Stimmen hat (was dieses Jahr bei so vielen Favoritenfilmen durchaus sein kann) geht es in die zweite Runde und dann, das ist meine Erkenntnis der letzten Jahre, gewinnt immer der Film, den alle gut finden und keiner hasst. Das wäre dann „Lady Bird“ oder vielleicht auch „Get Out“. Mit den Geschehnissen der letzten Monate und den #metoo und #TimesUp-Bewegungen dürfte aber eigentlich nur ein Film mit einer Frau in der Hauptrolle den Oscar gewinnen. „The Shape of Water“ und auch „Three Billboards“ sind keine Filme, die man der kompletten Familie – von Teenager bis Opa – zeigen kann, auch gibt es einige Leute, die diese Filme nicht so mögen oder gar hassen. Wenn „The Shape of Water“ in der ersten Runde über 50% aller Stimmen erhält, haben wir den Gewinner-Film. Schafft er das? Entweder er schafft es, oder „Lady Bird“ wird in Runde 2 gewinnen, ein Film, der bisher noch keinen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen hat.
Der Unsicherheitsfaktor: „Three Billboards“ oder „Get Out“.

 

Achievment in Directing:

Guillermo del Toro „The Shape of Water“
Paul Thomas Anderson „Phantom Thread“
Christopher Nolan „Dunkirk“
Greta Gerwig „Lady Bird“
Jordan Peele „Get Out“

Meine Meinung: Ich habe vier von fünf Regisseuren richtig geraten, kenne alle Filme. Und ich war mir so sicher, dass Martin McDonagh (für „Three Billboards) nominiert wird. Damit rücke ich definitiv erst mal von meinem favorisierten Gewinner-Film ab. Wir haben hier nämlich keine „Argo“-Situation, bei der Ben Affleck nicht für Beste Regie nominiert wurde und alle das ungerecht fanden und letztlich alle für „Argo“ als BP-Gewinner gestimmt haben. Das wäre meines Erachtens passiert, wenn Greta Gerwig oder Jordan Peele keine Regie-Nominierung bekommen hätten. Reingerutscht für McDonagh ist Paul Thomas Anderson (für „Phantom Thread“). Christopher Nolan („Dunkirk“) hat seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur. Gratulation. Und ja, sie haben Jordan Peele und Greta Gerwig für ihr Erstlingswerk zu nominiert. Greta Gerwig ist damit nach Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow erst die fünfte Frau, die jemals von AMPAS in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde. Gratulation. Jordan Peele ist übrigens auch nach John Singleton, Lee Daniels, Steve McQueen und Barry Jenkins erst der fünfte schwarze Regisseur, der jemals von AMPAS nominiert wurde. Auch hier: Gratulation. Die Nominierungen für Gerwig und Peele senden eine klare Botschaft. Guillermo war logisch und fährt diesen Oscar wohl nach Hause.
Mein Wunsch: Guillermo del Toro, der letzte der Three Amigos 
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Guillermo del Toro
Der Unsicherheitsfaktor: Christopher Nolan oder Greta Gerwig?

 

Performance by an actress in a leading role:

Frances McDormand „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Sally Hawkins „The Shape of Water“
Saoirse Ronan „Lady Bird“
Margot Robbie „I, Tonya“
Meryl Streep „The Post“

Meine Meinung: Die Nominierungen habe ich alle richtig geraten, ich kenne auch alle Performances. Meryl Streep bricht mal wieder ihre eigenen Rekorde, das ist ihre 21. Oscar-Nominierung.
Mein Wunsch: Frances McDormand, wer sonst?
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Frances McDormand
Der Unsicherheitsfaktor: wenn „The Shape of Water“ alles abräumt, dann vielleicht auch Sally Hawkins. Sollte „Lady Bird“ Bester Film gewinnen, gewinnt der Film auch mindestens einen anderen Oscar, könnte Drehbuch sein, es könnte aber auch Saoirse Ronan (dies ist ihre 3. Oscar-Nominierung) den Oscar gewinnen.

 

Performance by an actor in a leading role:

Gary Oldman „Darkest Hour“
Timothee Chalamet „Call Me By Your Name“
Daniel Day-Lewis „Phantom Thread“
Daniel Kaluuya „Get Out“
Denzel Washington „Roman J. Israel, Esq“

Meine Meinung: Auch hier habe ich alle richtig geraten und kenne auch alle Performances. Ich hatte gestern darüber geschrieben, dass James Franco („The Disaster Artist“) sich gerade mit Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens auseinandersetzen muss. Da diese während der Nominierungsphase an die Öffentlichkeit kamen, wurde er wahrscheinlich auch nicht nominiert. Ich hatte mir das schon gedacht, daher vorsichtshalber auf Denzel gesetzt, den ich auch wesentlich besser fand. Übrigens: wäre Casey Affleck (dem im letzten Jahr ähnliche Anschuldigungen zur Last gelegt wurden) dieses Jahr mit Manchester by the Sea am Start gewesen, wäre er aller Wahrscheinlichkeit auch nicht nominiert worden. Definitiv – und so viel ist sicher – hätte er nicht den Oscar gewonnen.
Mein Wunsch: Gary Oldman
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Gary Oldman
Der Unsicherheitsfaktor: Man, war ich damals sicher, dass Viola Davis (für „The Help“) den Oscar gewinnt, sie hatte auch damals sämtliche Preise, u.a. den SAG-Award vorher abgeräumt und dann kam Meryl und hat ihren dritten Oscar gewonnen. Jetzt hätten wir eine ähnliche Situation mit Denzel Washington. Letztes Jahr war es ziemlich knapp, beinahe hätte er den Oscar gewonnen. Könnte er dieses Jahr für den Schocker bei den Oscars sorgen und seinen 3. Oscar gewinnen? Daniel Day-Lewis könnte natürlich auch seinen vierten gewinnen.

 

Performance by an actress in a supporting role:

Allison Janney „I, Tonya“
Laurie Metcalf „Lady Bird“
Leslie Manville „Phantom Thread“
Octavia Spencer „The Shape of Water“
Mary J. Blige „Mudbound“

Meine Meinung: Habe vier von fünf richtig geraten. Ich kenne alle Performances. Gut, Leslie Manville (für „Phantom Thread“) hatte ich auch auf dem Schirm, aber ich dachte Holly Hunter bekommt hier – verdientermassen – eine Oscar-Nominierung. Wie bereits erwähnt, halte ich Mary J. Bliges Nominierung für einen Scherz. Allison Janney verhält sich in den letzten Wochen genau richtig, sie ist auf allen Events in Hollywood und genau so gewinnt man Oscars. Laurie Metcalf spielt – soweit ich weiß – gerade am Broadway und hat keine Zeit, eine Oscar-Kampagne zu führen. Außerdem ist Allison Janney auch sehr beliebt und alle haben schon mit ihr gearbeitet, somit werden alle für sie stimmen.
Mein Wunsch: Laurie Metcalf
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Allison Janney
Der Unsicherheitsfaktor: Allison Janney

 

Performance by an actor in a supporting role:

Sam Rockwell „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Willem Dafoe „The Florida Project“
Richard Jenkins „The Shape of Water“
Christopher Plummer „All the Money in the World“
Woody Harrelson „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig geraten und kenne auch alle Performances. Bei Christopher Plummer war ich nicht wirklich sicher, aber verdient nominiert für seine „Ich-zeig-Euch-was-ein-professioneller-Schauspieler-ist“-Einlage. Woody Harrelson, ich hatte es gestern gesagt, ist so beliebt in der Branche, jeder hat schon mit ihm gearbeitet, da war ich mir relativ sicher.
Mein Wunsch: Sam Rockwell, wer sonst?
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Sam Rockwell
Der Unsicherheitsfaktor: Bei einer Doppel-Nominierung für einen Film in einer Kategorie, habe ich immer Angst, dass sie sich Stimmen gegenseitig wegnehmen und dann wäre vielleicht keiner der „Three Billboards“-Jungs der Gewinner und Christopher Plummer gewinnt.

 

Meine Wette habe ich übrigens gewonnen, ich habe neun Filme richtig geraten und auch James Franco durch Denzel Washington ersetzt. War aber sehr knapp, weil wir sehr ähnlich getippt haben.

 

Hier alle Oscar-Nominierungen im Überblick:

http://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2018

 

Hier geht es zu meiner September-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (da habe ich ja gar nicht so schlecht gelegen)

Hier geht es zu meiner November-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018

 

und hier noch mal für alle, die die kleine Show heute um 14.22 Uhr deutsche Zeit (und, mitten in der Nacht, um 5.22 Uhr in Los Angeles) nicht sehen konnten

 

Die 90th Academy Awards finden am 4.3.18 statt. Der Gastgeber ist das zweite Jahr in Folge Jimmy Kimmel.

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2018

Da musste ich mich doch tatsächlich über die diesjährigen Razzie-Nominierungen aufregen. Klar ist die Meinung über den Film mother! gespalten, aber es gibt keinerlei Gründe, den Regisseur Darren Aronofsky auf eine Stufe mit Michael Bay zu stellen. Geht´s noch? Oder gar Jennifer Lawrence in einer Kategorie mit Katherine Heigl für den Anti-Oscar zu nominieren. Was rege ich mich aber auf, wahrscheinlich haben sie den Film bis heute nicht verstanden…

Worst Movie:
Baywatch
The Emoji Movie
Fifty Shades Darker
The Mummy
Transformers XVII: The Last Knight

Worst Actor:
Tom Cruise / The Mummy
Johnny Depp / Pirates of The Caribbean XIII: Dead Men Tell No Tales
Jamie Dornan / Fifty Shades Darker
Zac Efron / Baywatch
Mark Wahlberg / Daddy’s Home 2 & Transformers XVII: The Last Knight

Worst Actress:
Katherine Heigl / Unforgettable
Dakota Johnson / Fifty Shades Darker
Jennifer Lawrence / Mother!
Tyler Perry / BOO! 2: A Medea Halloween
Emma Watson / The Circle

Worst Supporting Actor:
Javier Bardem / Mother! & Pirates of The Caribbean: Dead Men Tell No Tales
Russell Crowe / The Mummy
Josh Duhamel / Transformers XVII: Last Knight
Mel Gibson / Daddy’s Home 2
Anthony Hopkins / Collide & Transformers XVII: Last Knight

Worst Supporting Actress:
Kim Basinger / Fifty Shades Darker
Sofia Boutella / The Mummy
Laura Haddock / Transformers XVII: Last Knight
Goldie Hawn / Snatched
Susan Sarandon / A Bad Moms Christmas

Oscar-Nominierungen 2018: Fakten und meine Wette

Morgen, am 23.01.17, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen.Seit einigen Jahren habe ich aber mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten laufen, wir haben eine Oscar-Nominierungswette (bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden) und eine Oscar-Gewinner-Wette, bei der wir alle 24 Kategorien wetten. Jeweils einen Tag vor den Oscar-Nominierungen bzw. vor der Oscar-Verleihung veröffentliche ich meine Prognose.

Zunächst ein paar Fakten:
Dieses Jahr wurden 774 Künstler eingeladen, der Oscar Academy beizutreten. Nicht jeder nimmt die Einladung an, auch verliert die Academy (durch den Tod von Mitgliedern oder auch beispielsweise, durch ihre Option, ein stilles – also nicht wählendes – Mitglied zu sein oder wie im letzten Jahr durch den Rausschmiss von Harvey Weinstein) Mitglieder. Für die diesjährige Abstimmung bei den Oscar-Nominierungen und und den eigentlichen Awards gibt es 7258 Mitglieder, die wahlberechtigt sind.

Für die 90. Academy Awards haben sich 341 Filme qualifizieren können. Jedes Mitglied wählt in seinem Berufszweig (Regisseure wählen die, für sie in diesem Jahr besten Regisseure, Schauspieler wählen die, ihrer Meinung nach, in diesem Jahr besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.) Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie haben, dürfen die nur den besten Film – bzw. siehe weiter unten – bestimmen). Jedes Mitglied wählt ansonsten zusätzlich zu seiner eigenen Gruppe die Filme, die eine Beste-Film-Nominierung erhalten und dieses Jahr ebenfalls die Kurzfilme und die Animationsfilme, die nominiert werden. Die Kurzfilme und die Animationsfilme dürfen nur gewählt werden, wenn das Mitglied nachweislich einen Großteil dieser Filme gesehen hat. Für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film gab es bislang ein Komitee, bei der einzelne Mitglieder ausgewählt wurden, die zuvor bereits auf der Shortlist gelandeten neun Filme, in Screenings in L.A., N.Y., San Francisco und London zu sehen. Dieses Jahr kann jedes Academy-Mitglied den besten fremdsprachigen Film nominieren, wenn es denn alle 9 Filme gesehen hat. Es wurde den internationalen AMPAS-Mitgliedern dieses Jahr die Möglichkeit gegeben, sogar online auf der internen Website die Filme zu sehen. Eine kleine Änderung also.

Seit einiger Zeit wird auch bei den Oscar-Nominierungen nach dem preferential system bestimmt. Jedes Mitglied listet seine Favoriten der Reihe nach. Dabei können sie aber auch bei der Kategorie Bester Film nur fünf Plätze vergeben. Dieses Jahr wurde intern noch mal darum geben, bitte auch tatsächlich auch fünf Filme zu listen und nicht nur – wie in der Vergangenheit anscheinend bereits geschehen – nur ihren Lieblingsfilm. Bei den Oscar-Nominierungen werden dann 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Könnte „Wonder Woman“ als bester Film nominiert werden? Die Chance besteht. Die Gewerkschaft der amerikanischen Produzenten (die eine ähnlich hohe Anzahl an Mitgliedern wie AMPAS hat und auch nach dem preferential system ihre Nominierung und Gewinner bestimmt) hat sich dieses Jahr nicht auf 10 beste Filme einigen können, sie hatten einen Stimmen-Gleichstand und daher haben dieses Jahr 11 Filme eine PGA-Nominierung erhalten und zwar folgende, in alphabetischer Reihenfolge:

The Big Sick
Call Me By Your Name
Dunkirk
Get Out
I, Tonya
Lady Bird
Molly´s Game
The Post
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Wonder Woman

Das sind übrigens 7 Filme mit einer Frau in der Hauptrolle.

Die Producers Guild haben aber 10 Filme, die sie auf ihre Liste setzen können, die Academy-Mitglieder haben nur 5. Vorgestern, am 20.01.18, wurde der PGA-Gewinner-Film bekanntgegeben. Den PGA hat „The Shape of Water“ gewonnen.

Die BAFTA (die britische „Oscar“-Academy) hat kürzlich ihre Nominierungen bekanntgegeben. Eine große Anzahl von Briten ist auch in der Oscar-Academy. Sie nominieren immer fünf Filme als ihre Besten, das waren folgende, in alphabetischer Reihenfolge:

Call Me By Your Name
Darkest Hour
Dunkirk
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Die BAFTA-Gewinner werden am 18.02.18 bekanntgegeben.

Dann haben wir noch die amerikanische Schauspiel-Gilde (SAG), die sich vor ein paar Jahren mit den TV- und Radio-Künstlern (AFTRA) zusammengetan hat und nun mit SAG-AFTRA rund 160000 Mitgliedern zählt. Sie haben ihre fünf beste Filme (Best Ensemble) gewählt. Per Zufallsprinzig wählen 2500 Mitglieder für die SAG-Nominierung. Dieses Jahr ist nicht klar, ob die Späteinsteiger in der Oscar-Saison 2017/2018 (The Post, Phantom Thread und Alle the Money in the World) überhaupt von dem wählenden Komitee gesehen wurden. Ihre fünf besten Filme waren, in alphabetischer Reihenfolge:

The Big Sick
Get Out
Lady Bird
Mudbound
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.

Der Schocker hier war, dass The Shape of Water nicht als Bester Film nominiert wurde. Es wurden auch weder Meryl Streep, Tom Hanks, Daniel Day-Lewis oder Christopher Plummer in ihren Kategorien nominiert. Daher könnte es sein, dass die wahlberechtigten SAG/AFTRA-Mitglieder „The Post“, „Phantom Thread“ und „All the Money in World“ nicht gesehen haben könnten. Gestern, am 21.01.18 wurde der SAG-Gewinner-Film bekanntgegeben. Den SAG hat „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ gewonnen.

Die Gewerkschaft der Regisseure hat nun folgende Regisseure für den DGA nominiert:

Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Martin McDonagh (Three Billboards)
Christopher Nolan (Dunkirk)
Jordan Peele (Get Out)

Der DGA-Gewinner wird erst am 3.2. 18 bekanntgegeben. 

Die Beste Regie-Nominierung durch AMPAS sind so gut wie nie mit der DGA-Liste identisch. Mich hat überrascht, dass die Regisseur-Gilde zwei Filmemacher für ihr offizielles Regiedebüt (Greta Gerwig, bei ihr ist es der erste Film, bei dem sie allein Regie führte und Jordan Peele) nominiert hat. Die aus 512 Mitgliedern bestehende Directors Branch der Oscar-Academy wird von Männern dominiert. Sie sind als Snobs verschrien. Jetzt ist die Frage, nominieren sie eine Frau, noch dazu eine, die vordergründig als Schauspielerin bekannt ist? Mit Regisseuren, die auch als Schauspieler arbeiten, haben es die AMPAS Director Branch ja nicht so, Ben Affleck wurde seinerzeit auch nicht für „Argo“ nominiert. Jordan Peele ist auch Schauspieler und vordergründig für seine Arbeit im TV bekannt. Wenn es nicht die DGA-Fünf sind, wer kommt anstelle von wem rein? Es könnte Steven Spielberg (The Post), Luca Guadagnino (Call Me By Your Name) oder Sean Baker (The Florida Project) sein.

Ich kann mich nicht erinnern, dass zwei wichtige Awards innerhalb der Filmindustrie (PGA und SAG) bereits vergeben wurden, bevor die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben wurden.

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „The Shape of Water“ mit den meisten Nominierungen ins Oscar-Rennen ziehen wird.

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme. Mein Kumpel und ich liegen übrigens fast gleich, er hat 8 Filme (meine ersten 8) und er hat James Franco anstelle von Denzel Washington.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist) Für die Wette zählen nur die 9 (weil ich denke, dass wieder neun Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5, die ich gelistet habe.

Best Motion Picture of the Year

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
Get Out
Dunkirk
Call Me By Your Name
The Post
The Florida Project
The Big Sick
——————————————————————————
möglich sind aber auch selbstverständlich:

  1. Darkest Hour
  2. Molly´s Game
  3. Mudbound
  4. I, Tonya
  5. Phantom Thread
  6. Wonder Woman

Bei der Kategorie Bester Film bin ich mir nur bei den ersten fünf Filmen sicher. Ich weiß immer noch nicht, welcher Film den Oscar gewinnen wird, aber es kann statistisch gesehen nur einer der ersten vier Filme sein.

Achievment in Directing

Guillermo del Toro „The Shape of Water“
Martin McDonagh „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Christopher Nolan „Dunkirk“
Greta Gerwig „Lady Bird“
Jordan Peele „Get Out“

In dieser Kategorie bin ich mir nur bei del Toro und McDonagh sicher. Christopher Nolan wurde noch nie von AMPAS als bester Regisseur nominiert. Bekommt er für „Dunkirk“ seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur? Jordan Peele und Greta Gerwig für ihr Erstlingswerk zu nominieren, wäre berechtigt, beide wurden auch für den DGA nominiert, aber nominieren die Regie-Snobs beide? In dieser Kategorie kommt es eigentlich immer zu einer Überraschung. Es könnte auch Sean Baker (für „The Florida Project“) sein, wenn sein Film als Bester Film nominiert wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er auch nominiert wird. Luca Guadagnino (für „Call Me By Your Name“) könnte nominiert werden. Eigentlich muss man auch immer mit Steven Spielberg rechnen. Könnte Ridley Scott (für „All the Money in the World“) für seinen Last-Minute-Nachdreh nominiert werden?

Performance by an actress in a leading role

Frances McDormand „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Sally Hawkins „The Shape of Water“
Saoirse Ronan „Lady Bird“
Margot Robbie „I, Tonya“
Meryl Streep „The Post“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Wirklich sicher bin ich mir nur bei Frances McDormand und Sally Hawkins. Irgendwie wäre es ein Schocker, wenn sie Meryl Streep (für „The Post“) nicht nominieren. An ihrer Stelle könnte Jessica Chastain für „Molly´s Game“ nominiert werden, Michelle Williams („All the Money in the World“) und Judi Dench („Victoria & Abdul“) sind auch potenzielle Kandidaten.

Performance by an actor in a leading role

Gary Oldman „Darkest Hour“
Timothee Chalamet „Call Me By Your Name“
Daniel Day-Lewis „Phantom Thread“
Daniel Kaluuya „Get Out“
Denzel Washington „Roman J. Israel, Esq“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Ich bin mir bei den ersten beiden Schauspielern sicher. Auch wäre es ein Schocker, wenn Daniel Day-Lewis nicht nominiert würde. Tom Hanks wurde in den letzten Jahren immer wieder übergangen, wird er dieses Jahr für „The Post“ nominiert? Daniel Kaluuya gibt für mich keine Oscar-Perfornace, er könnte aber reinrutschen, weil sein Film ein mittlerweile recht sicherer Oscar-Kandidat ist. James Franco (The Disaster Artist) hat gerade ein paar Probleme in den U.S.A., Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens kamen gerade in der Nominierungsphase an das Licht der Öffentlichkeit, inwieweit das seiner Nominierung schaden wird, wird man sehen.

Performance by an actress in a supporting role

Allison Janney „I, Tonya“
Laurie Metcalf „Lady Bird“
Holly Hunter „The Big Sick“
Octavia Spencer „The Shape of Water“
Mary J. Blige „Mudbound“

Hier bin ich mir auch nur bei den beiden Erstgenannten sicher. Mary J. Blige halte ich für einen Witz, Hong Chau könnte für „Downsizing“ nominiert werden, aber auch Leslie Manville (für „Phantom Thread) oder wenn „Darkest Hour“ doch beliebter ist, als ich denke: Kristin Scott Thomas. Eine Nominierung für Tiffany Haddish (für „Girls Trip) ist auch nicht gänzlich ausgeschlossen, auch wenn sie bisher noch keine Nominierung innerhalb der Filmindustrie erhalten hat.

Performance by an actor in a supporting role

Sam Rockwell „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Willem Dafoe „The Florida Project“
Richard Jenkins „The Shape of Water“
Christopher Plummer „All the Money in the World“
Woody Harrelson „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Hier sind eigentlich auch nur Willem Dafoe und Sam Rockwell sicher. Die Frage ist, ob Christopher Plummer nominiert wird. Und was ist mit Armie Hammer und Michael Stuhlbarg (für „Call Me By Your Name“). Steve Carell wurde von den SAGs für „Battle of the Sexes“ nominiert. Woody Harrelson ist sehr beliebt in Hollywood, deswegen gehe ich davon aus, dass er auch nominiert wird.

Nach dem gestrigen SAG-Gewinn sitzt Gary Oldman im Moment immer noch ganz fest in seinem Favoriten-Sessel. Aber was ist schon sicher in dieser seltsam anmutenden Oscar-Saison.

 

Ich bin gespannt…

Boston – Film: „Molly´s Game“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Molly´s Game“ (dt. Kinostart: 08.03.18) 141 min drama, crime, biopic, adaptation
dir. Aaron Sorkin cast: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Chris O´Dowd, Bill Camp, Jeremy Strong

 

Molly Bloom (Jessica Chastain) musste aufgrund einer Rückenverletzung ihre Skifahrer-Karriere aufgeben. Bevor sie ein Jurastudium anfängt, will sie sich erst mal eine Auszeit nehmen. Sie zieht nach Los Angeles und arbeitet als persönliche Assistentin von Dean (Jeremy Strong), der einen elitären, illegalen Pokerclub in Hollywood führt. Irgendwann macht sich Molly selbstständig und organisiert fortan hochexklusive Pokerspiele. Sie baut sich ein Imperium auf, bis eines Tages das FBI vor der Tür steht…

 

B+ Wertung von A bis F) „Molly´s Game“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Adaption von Molly Blooms Memoiren „Molly’s Game: From Hollywood’s Elite to Wall Street’s Billionaire Boys Club, My High-Stakes Adventure in the World of Underground Poker“. Es ist das Regiedebüt von Drehbuchautor Aaron Sorkin („The West Wing“, TV-Serie:The Newsroom, The Social Network, Moneyball, Steve Jobs). Für „Molly´s Game“ hat er selbstverständlich auch das Drehbuch geschrieben.

Aaron Sorkin gilt als einer der besten Drehbuchautoren, in seinem Regiedebüt erzählt er von Molly Blooms faszinierendem Leben. Aaron Sorkin hat auch durchaus Potenzial, einen Film zu inszenieren, im Moment ist jedoch noch Luft nach oben. Es gibt einige Szenen, die man ersatzlos hätte streichen können oder vielleicht auch müssen. Der Film hat mich teilweise an einen meiner Lieblingsfilme vom letzten Jahr, Miss Sloane, erinnert. Im Ganzen ist dieser Film aber zu lang und längst nicht so perfekt.

Jessica Chastain ist idealbesetzt in der Titelrolle. Aaron Sorkin ist bekannt für seine schnellen und supersmarten Texte bzw. Dialoge, dafür braucht er aber auch Schauspieler, die diese überzeugend vortragen können. Das ist mit der Besetzung dieses Films gelungen. Die Schauspieler in dem Film haben mir alle gut gefallen, neben Jessica Chastain besonders Bill Camp, sexy Idris Elba und und in einigen Szenen auch Kevin Costner.

Der Spieler X spielt bei den High-Class-Pokerspielen und in Molly Blooms Leben eine wichtige Rolle. Er wird, ohne namentlich genannt zu werden, als berühmter Hollywoodstar beschrieben. In Molly Blooms Memoiren hat sie darüber geschrieben, dass Ben Affleck, Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire regelmäßig an den exklusiven Pokerspielen teilnahmen. Bei dem Player X, der in dem Film von Michael Cera verkörpert wird, wird gemeinhin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um Tobey Maguire handelt.

Molly´s Game ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: Molly´s Game hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„Molly´s Game“ ist am 25.12.17 in 271 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 5.1.18 läuft der Film landesweit in 1608 Kinos in den U.S.A. „Molly´s Game“ startet am 8.3.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: was die für ein Geld für Werbung ausgeben
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Den of Thieves„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und 50 Cent, sieht aus wie ein typischer „Januar-Film“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The 15:17 to Paris„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „I, Tonya“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„I, Tonya“ (dt. Kinostart: 22.03.18) 121 min comedy, drama, biopic
dir. Craig Gillepsie cast: Margot Robbie, Sebastian Stan, Julianne Nicholson, Bobby Cannavale, Allison Janney, Paul Walter Hauser

 

Tonya Harding (Margot Robbie) kommt aus armen Verhältnissen. Schon früh wurde sie von ihrer Mutter (Allison Janney) in eine Eiskunstlauf-Karriere gedrängt. Sie verlässt die Schule vorzeitig, um sich besser auf ihren Sport zu konzentrieren. Tonya ist eine exzellente Eiskunstläuferin, als eine der wenigen beherrscht sie sogar den schwierigen Dreifach-Axel. Mit ihrem Auftreten und ihren selbstgenähten Kostümen entspricht sie jedoch nicht dem Bild einer eleganten Eisprinzessin und entsprechend lange dauert es, bis sie eine richtige Anerkennung für ihre sportliche Leistung bekommt. Im Jahr 1991 gewinnt sie dann aber die US-Meisterschaft. Als am 6.1.1994 ein Attentat auf Tonyas Erzrivalin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) verübt wurde, geriet Tonya Harding bald in den Verdacht, Verbindungen zu dem Attentäter gehabt zu haben…

 

B- (Wertung von A bis F) „I, Tonya“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von dem Leben der amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding. Es ist der neue Film des australischen Filmemachers Craig Gillespie (Lars and the Real Girl, Fright Night).

„I, Tonya“ ist eine schwarze Komödie und nimmt sich die Freiheit, die Wahrheit zu verzerren. Wenn man den Film sieht, könnte einen Tonya Harding eigentlich nur leid tun (gestraft mit dieser bösartige Mutter und dem prügelnden Ehemann und immer auf der Suche nach Anerkennung). In diesem Film wird Tonya Harding – auch mit Hilfe von mehreren unzuverlässigen Erzählern – in immer wiederkehrenden Sequenzen zum Opfer stilisiert. Letztendlich wird einem auch unterschwellig verkauft, dass sie sehr wahrscheinlich nichts mit dem Attentat zutun hat. Bis heute gilt der Fall als einer der größten Sportskandale. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Tonya Harding seinerzeit über Monate Thema der amerikanischen Late-Night-Talker war. Diese Satire wird vielleicht der verrückten Story an sich gerecht, für ein Porträt über die Sportlerin und eine Zusammenfassung der Ereignisse, sollte man sich jedoch eine der zahlreichen Tonya Harding-Dokumentationen anschauen.

Der Film hat sehr gute Momente, ausgezeichnet fügen sich die ausgewählten Songs in die Handlung ein. Der Film ist aber zu lang und die erzählte Geschichte dreht sich vielfach im Kreis, was mich am Ende gelangweilt hat.

Die australische Schauspielerin Margot Robbie (The Wolf of Wall Street, The Big Short) ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch eine hochtalentierte und mutige Schauspielerin. In der Rolle der Tonya Harding ist sie kaum wieder zuerkennen.

Allison Janney wurde für ihre Performance jetzt bereits mit ein einigen Preisen ausgezeichnet, sie macht ihre Sache als Monster-Mutter auch sehr gut. Es ist jedoch eine recht eindimensionale Figur und wenn man diese mit Laurie Metcalfs nuancierter Performance in Lady Bird vergleicht, müsste eigentlich Laurie Metcalf sämtliche Filmpreise (inkl. des Oscars) gewinnen.

„I, Tonya“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margot Robbie), Beste Nebendarstellerin (Allison Janney), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: I, Tonya hat 3 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Actress – Margot Robbie, Best Supporting Actress – Allison Janney, Best Film Editing) Update: „I, Tonya“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin, Allison Janney) gewonnen.

„I, Tonya“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat auf dem Filmfestival den Publikumspreis gewonnen, „I, Tonya“ belegte den Platz 2. Der Film ist im Verleih des, erst im Jahr 2017 gegründeten amerikanischen Indie-Filmverleihs NEON. Der Film ist am 8.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 517 Kinos landesweit. Für Deutschland ist ein Kinostart am 22.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saturday Church„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama/Musical
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blame„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Have a Nice Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: chinesischer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2017 tauchen insgesamt 107 Filme auf. 20 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 20 Filmen waren allein 8 neue Netflix-Filme darunter („I Don´t Feel at Home in This World Anymore“, „War Machine“, „Shimmer Lake“, „Okja“, „First They Killed My Father“, „Gerald´s Game“, „Mudbound“ und „The Hatred“). Mit Ausnahme von „Gerald´s Game“ und dem wirklich entsetzlichen „The Hatred“ hätte ich gerne alle Netflix-Filme im Kino gesehen.

Die verbleibenden 87 Filme habe ich im Kino gesehen. Die folgenden Filme: „Get Out“, „Shimmer Lake“, „Baby Driver“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „Lady Bird“ habe ich mir sogar mind. 2x angeschaut. Ansonsten habe ich es auch im Jahr 2017 wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale war ich in Deutschland 5 x im Kino (leider habe ich es nur 2 x zu Pressevorführungen geschafft). „Alien: Covenant“, „mother!“ und „Blade Runner 2049“ habe ich mir regulär im deutschen Kino angeschaut, ansonsten war ich dieses Jahr 1x in Hong Kong und 1x in Seoul, 1x in London und ansonsten ausschließlich in Nordamerika im Kino.

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres (bzw. in den ersten Tagen des neuen Jahres) noch möglich alle, sogenannten Prestige- bzw. Oscar-Filme unterzubringen. Erst dann kann ich besten Gewissens meine  Top-Ten-Liste erstellen. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Bevor ich dieses Jahr meine Bestenliste erstellt habe, habe ich mir noch „Phantom Thread“, „I, Tonya, „Molly´s Game“ und „The Post“ angeschaut. Dafür habe ich es leider nicht mehr geschafft, mir „BPM“, „Hostiles“, „Wonderstruck“, „A Fantastic Woman“, „Downsizing“, „Film Stars Don´t Die in Liverpool“ und „Faces Places“ anzugucken. Filme, die durchaus vielleicht die Chance gehabt hätten, auf meiner Bestenliste zu landen.

Die Filme, die ich mir im Kino anschaue, habe ich vorher gezielt ausgesucht, daher sehe ich sehr wenig Schrott.

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren.

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2017 gibt es keinen Platz 1-Film, sondern eine Serie. Diese Serie ist exzellent und das Beste, was ich im Jahr 2017 gesehen habe und was mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „The Handmaid´s Tale, der Rest meiner Bestenliste besteht aber tatsächlich aus Filmen, darunter ein schwedischer Film, ein französischer Film, ein Animationsfilm, ansonsten haben es nur amerikanische Produktionen, inkl. ein WTF-Film (mother!) geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017:

Platz 1: The Handmaid´s Tale

auf den Plätzen 2 bis 10 sind meine Lieblingsfilme, in der Reihenfolge in der ich sie gesehen habe:

Get Out
Raw
War for the Planet of the Apes
Wind River
mother!
The Square
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
Coco

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Call Me by Your Name, I Don´t Feel at Home in This World , Sweet Virginia, A Ghost Story, Columbus, Brad´s Status, Lucky, Phantom Thread, „Molly´s Game“)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2017:

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Golden Exits
Your Name
Wakefield
Detroit
Life
Mrs Hyde (Mme Hyde)
Victoria & Abdul
Suburbicon
Good Time

Wirklich gehasst habe ich nur zwei Filme:

El bar
The Hatred

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2017 ein ziemlich starkes Filmjahr.

Ich habe im Jahr 2017 auch ein paar sehr gute Serien gesehen:

Ungeschlagen natürlich „The Handmaid´s Tale“, aber auch sehr gut waren:

 

Meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2016 konnte man entnehmen, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2017 interessierten, das waren folgende:

„Mother“, dir. Darren AronofskyTop Ten-Film
„Untitled Detroit Project“, dir. Kathryn Bigelow (Detroit)
„War Machine“, dir. David Michod
„The Promise“, dir. Terry George – interessierte mich irgendwann nicht mehr
„Suburbicon“, dir. George Clooney
„The Shape of Water“, dir. Guillermo Del Toro
„Tully“, dir. Jason Reitman, ins Jahr 2018 verschoben
„Untitled Paul Thomas Anderson Fashion Project“, dir Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
„Downsizing“, dir. Alexander Payne, muss ich noch nachholen
„Darkest Hour“, dir. Joe Wright
„Wonderstruck“, dir. Todd Haynes, muss ich noch nachholen
„Logan Lucky“, dir. Steven Soderbergh, muss ich noch nachholen
„The Killing of a Sacred Deer“, dir. Yorgos Lanthimos
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, dir. Martin McDonagh – Top Ten-Film
„Dunkirk“, dir. Christopher Nolan
„Isle of Dogs“, dir. Wes Anderson, ins Jahr 2018 verschoben

Für das Jahr 2018 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese
Backseat, dir. Adam McKay
Widows, dir. Steve McQueen
The Sisters Brothers, Jacques Audiard
Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher
Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant
Annihilation, Alex Garland
Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater
Chappaquiddick, dir. John Curran
Loro, dir. Paolo Sorrentino
Unsane, dir. Steven Soderbergh
Boy Erased, dir. Joel Edgerton