NYC – Film: „I, Tonya“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„I, Tonya“ (dt. Kinostart: 22.03.18) 121 min comedy, drama, biopic
dir. Craig Gillepsie cast: Margot Robbie, Sebastian Stan, Julianne Nicholson, Bobby Cannavale, Allison Janney, Paul Walter Hauser

 

Tonya Harding (Margot Robbie) kommt aus armen Verhältnissen. Schon früh wurde sie von ihrer Mutter (Allison Janney) in eine Eiskunstlauf-Karriere gedrängt. Sie verlässt die Schule vorzeitig, um sich besser auf ihren Sport zu konzentrieren. Tonya ist eine exzellente Eiskunstläuferin, als eine der wenigen beherrscht sie sogar den schwierigen Dreifach-Axel. Mit ihrem Auftreten und ihren selbstgenähten Kostümen entspricht sie jedoch nicht dem Bild einer eleganten Eisprinzessin und entsprechend lange dauert es, bis sie eine richtige Anerkennung für ihre sportliche Leistung bekommt. Im Jahr 1991 gewinnt sie dann aber die US-Meisterschaft. Als am 6.1.1994 ein Attentat auf Tonyas Erzrivalin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) verübt wurde, geriet Tonya Harding bald in den Verdacht, Verbindungen zu dem Attentäter gehabt zu haben…

 

B- (Wertung von A bis F) „I, Tonya“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von dem Leben der amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding. Es ist der neue Film des australischen Filmemachers Craig Gillespie (Lars and the Real Girl, Fright Night).

„I, Tonya“ ist eine schwarze Komödie und nimmt sich die Freiheit, die Wahrheit zu verzerren. Wenn man den Film sieht, könnte einen Tonya Harding eigentlich nur leid tun (gestraft mit dieser bösartige Mutter und dem prügelnden Ehemann und immer auf der Suche nach Anerkennung). In diesem Film wird Tonya Harding – auch mit Hilfe von mehreren unzuverlässigen Erzählern – in immer wiederkehrenden Sequenzen zum Opfer stilisiert. Letztendlich wird einem auch unterschwellig verkauft, dass sie sehr wahrscheinlich nichts mit dem Attentat zutun hat. Bis heute gilt der Fall als einer der größten Sportskandale. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Tonya Harding seinerzeit über Monate Thema der amerikanischen Late-Night-Talker war. Diese Satire wird vielleicht der verrückten Story an sich gerecht, für ein Porträt über die Sportlerin und eine Zusammenfassung der Ereignisse, sollte man sich jedoch eine der zahlreichen Tonya Harding-Dokumentationen anschauen.

Der Film hat sehr gute Momente, ausgezeichnet fügen sich die ausgewählten Songs in die Handlung ein. Der Film ist aber zu lang und die erzählte Geschichte dreht sich vielfach im Kreis, was mich am Ende gelangweilt hat.

Die australische Schauspielerin Margot Robbie (The Wolf of Wall Street, The Big Short) ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch eine hochtalentierte und mutige Schauspielerin. In der Rolle der Tonya Harding ist sie kaum wieder zuerkennen.

Allison Janney wurde für ihre Performance jetzt bereits mit ein einigen Preisen ausgezeichnet, sie macht ihre Sache als Monster-Mutter auch sehr gut. Es ist jedoch eine recht eindimensionale Figur und wenn man diese mit Laurie Metcalfs nuancierter Performance in Lady Bird vergleicht, müsste eigentlich Laurie Metcalf sämtliche Filmpreise (inkl. des Oscars) gewinnen.

„I, Tonya“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margot Robbie), Beste Nebendarstellerin (Allison Janney), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„I, Tonya“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat auf dem Filmfestival den Publikumspreis gewonnen, „I, Tonya“ belegte den Platz 2. Der Film ist im Verleih des, erst im Jahr 2017 gegründeten amerikanischen Indie-Filmverleihs NEON. Der Film ist am 8.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 517 Kinos landesweit. Für Deutschland ist ein Kinostart am 22.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saturday Church„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama/Musical
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blame„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Have a Nice Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: chinesischer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 

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Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2017 tauchen insgesamt 107 Filme auf. 20 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 20 Filmen waren allein 8 neue Netflix-Filme darunter („I Don´t Feel at Home in This World Anymore“, „War Machine“, „Shimmer Lake“, „Okja“, „First They Killed My Father“, „Gerald´s Game“, „Mudbound“ und „The Hatred“). Mit Ausnahme von „Gerald´s Game“ und dem wirklich entsetzlichen „The Hatred“ hätte ich gerne alle Netflix-Filme im Kino gesehen.

Die verbleibenden 87 Filme habe ich im Kino gesehen. Die folgenden Filme: „Get Out“, „Shimmer Lake“, „Baby Driver“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „Lady Bird“ habe ich mir sogar mind. 2x angeschaut. Ansonsten habe ich es auch im Jahr 2017 wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale war ich in Deutschland 5 x im Kino (leider habe ich es nur 2 x zu Pressevorführungen geschafft). „Alien: Covenant“, „mother!“ und „Blade Runner 2049“ habe ich mir regulär im deutschen Kino angeschaut, ansonsten war ich dieses Jahr 1x in Hong Kong und 1x in Seoul, 1x in London und ansonsten ausschließlich in Nordamerika im Kino.

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres (bzw. in den ersten Tagen des neuen Jahres) noch möglich alle, sogenannten Prestige- bzw. Oscar-Filme unterzubringen. Erst dann kann ich besten Gewissens meine  Top-Ten-Liste erstellen. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Bevor ich dieses Jahr meine Bestenliste erstellt habe, habe ich mir noch „Phantom Thread“, „I, Tonya, „Molly´s Game“ und „The Post“ angeschaut. Dafür habe ich es leider nicht mehr geschafft, mir „BPM“, „Hostiles“, „Wonderstruck“, „A Fantastic Woman“, „Downsizing“, „Film Stars Don´t Die in Liverpool“ und „Faces Places“ anzugucken. Filme, die durchaus vielleicht die Chance gehabt hätten, auf meiner Bestenliste zu landen.

Die Filme, die ich mir im Kino anschaue, habe ich vorher gezielt ausgesucht, daher sehe ich sehr wenig Schrott.

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren.

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2017 gibt es keinen Platz 1-Film, sondern eine Serie. Diese Serie ist exzellent und das Beste, was ich im Jahr 2017 gesehen habe und was mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „The Handmaid´s Tale, der Rest meiner Bestenliste besteht aber tatsächlich aus Filmen, darunter ein schwedischer Film, ein französischer Film, ein Animationsfilm, ansonsten haben es nur amerikanische Produktionen, inkl. ein WTF-Film (mother!) geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017:

Platz 1: The Handmaid´s Tale

auf den Plätzen 2 bis 10 sind meine Lieblingsfilme, in der Reihenfolge in der ich sie gesehen habe:

Get Out
Raw
War for the Planet of the Apes
Wind River
mother!
The Square
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
Coco

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Call Me by Your Name, I Don´t Feel at Home in This World , Sweet Virginia, A Ghost Story, Columbus, Brad´s Status, Lucky, Phantom Thread, „Molly´s Game“)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2017:

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Golden Exits
Your Name
Wakefield
Detroit
Life
Mrs Hyde (Mme Hyde)
Victoria & Abdul
Suburbicon
Good Time

Wirklich gehasst habe ich nur zwei Filme:

El bar
The Hatred

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2017 ein ziemlich starkes Filmjahr.

Ich habe im Jahr 2017 auch ein paar sehr gute Serien gesehen:

Ungeschlagen natürlich „The Handmaid´s Tale“, aber auch sehr gut waren:

 

Meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2016 konnte man entnehmen, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2017 interessierten, das waren folgende:

„Mother“, dir. Darren AronofskyTop Ten-Film
„Untitled Detroit Project“, dir. Kathryn Bigelow (Detroit)
„War Machine“, dir. David Michod
„The Promise“, dir. Terry George – interessierte mich irgendwann nicht mehr
„Suburbicon“, dir. George Clooney
„The Shape of Water“, dir. Guillermo Del Toro
„Tully“, dir. Jason Reitman, ins Jahr 2018 verschoben
„Untitled Paul Thomas Anderson Fashion Project“, dir Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
„Downsizing“, dir. Alexander Payne, muss ich noch nachholen
„Darkest Hour“, dir. Joe Wright
„Wonderstruck“, dir. Todd Haynes, muss ich noch nachholen
„Logan Lucky“, dir. Steven Soderbergh, muss ich noch nachholen
„The Killing of a Sacred Deer“, dir. Yorgos Lanthimos
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, dir. Martin McDonagh – Top Ten-Film
„Dunkirk“, dir. Christopher Nolan
„Isle of Dogs“, dir. Wes Anderson, ins Jahr 2018 verschoben

Für das Jahr 2018 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese
Backseat, dir. Adam McKay
Widows, dir. Steve McQueen
The Sisters Brothers, Jacques Audiard
Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher
Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant
Annihilation, Alex Garland
Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater
Chappaquiddick, dir. John Curran
Loro, dir. Paolo Sorrentino
Unsane, dir. Steven Soderbergh
Boy Erased, dir. Joel Edgerton

Berlin – Film: „The Commuter“

Ich war am 30.11.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Commuter“ (dt. Kinostart: 11.01.18) 105 min action, thriller
dir. Jaume Collet-Serra cast: Liam Neeson, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Jonathan Banks, Elizabeth McGovern, Sam Neill

 

Michael MacCauley (Liam Neeson) arbeitet als Versicherungsmakler und pendelt seit zehn Jahren aus dem Vorort nach Manhattan. Von einem Tag auf den anderen verliert Michael seinen Job und gerät in finanzielle Nöte. Als ihn auf dem Nachhauseweg eine mysteriöse Fremde (Vera Farmiga) im Zug anspricht und ihm ein lukratives Angebot macht, springt er an. Dafür muss er einen bestimmten Passagier im Zug finden, der soll etwas sehr Wertvolles transportieren. Michael wird bald klar, dass nicht nur das Leben der Zug-Passagiere in Gefahr ist, sondern auch das seiner eigenen Familie…

 

C- (Wertung von A bis F) „The Commuter“ ist der neue Film des spanischen Regisseurs Jaume Collet-Serra (Orphan, The Shallows). Nach Unknown, Non-Stop und Run All Night ist „The Commuter“ bereits die vierte Zusammenarbeit des Filmemacher mit seinem Hauptdarsteller Liam Neeson.

„The Commuter“ ist ein Actionthriller, der sich in seinem wirren und überladenen Plot verzettelt. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Die Story ist an den Haaren herbeigezogen, die Performances sind teilweise miserabel, so auch die Computereffekte am Ende. Vielleicht wäre der Film noch zu retten gewesen, wenn er nicht gänzlich von Humor befreit wäre. Ich hatte mich eigentlich wirklich auf den Film gefreut, leider hatte ich am Ende richtig schlechte Laune. Schade.

Ich dachte mal gehört zu haben, dass der 65-jährige irische Schauspieler nach zahlreichen Actionfilmen eigentlich nicht mehr solche Filme drehen wollte. Es stellte sich aber heraus, dass das wohl mehr mein Wunschdenken war, er das so nie gesagt hat. Die jüngere Generation kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr daran erinnern, dass Liam Neeson mal ein richtig guter Charakterschauspieler („Schindler´s List“, „Michael Collins“, „Kinsey“) war. Ich gebe zu, dass ich dem „alten“ Liam Neeson nachtrauere und darauf hoffe, dass er endlich mal wieder solide Performances in wirklich sehenswerten Filmen liefert. Dennoch sehe ich ihn immer noch sehr gerne, ich liebe einfach seine Stimme.

„The Commuter“ startet am 12.01.18 landesweit in den amerikanischen Kinos. In Deutschland startet der Film morgen (11.01.18). Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

Trailer zu sehen:

 

Golden Globe-Gewinner 2018

Die Golden Globe-Verleihung im Jahr 2018 habe ich mal wieder live in den U.S.A. geschaut.

Die „Time´s Up“-Initiative war Thema der 75. Golden Globe-Verleihung (und wahrscheinlich der gesamten Oscar-Saison 2017/2018). Als Zeichen gegen Ungleichbehandlung, Sexismus und Machtmissbrauch trugen (mit ganz wenigen Ausnahmen) alle Schwarz und einen „Time´s Up“-Anstecker. Diese Bewegung hat einen Rechtsfond gegründet, der Frauen unterstützt, die nicht das Geld haben, ihre Peiniger anzuzeigen und zu verklagen. Das betrifft auch nicht nur die Entertainment-Branche, sondern generell den systematischen, sexuellen Missbrauch am Arbeitsplatz.

Bei dem ersten Golden Globe-Award (Film) bin ich beinahe vor Begeisterung aus dem Hotelbett gefallen. Als bester männlicher Nebendarsteller wird seit einigen Wochen Willem Dafoe als Favorit gehandelt, den Golden Globe hat aber – und ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich mich darüber freue – Sam Rockwell (für Three Billboards) gewonnen. Sam Rockwell hat selbst auch wohl nicht wirklich damit gerechnet, dass er ausgezeichnet wird, er war schrecklich aufgeregt. Goldig. Das sollte nicht der einzige Golden Globe für „Three Billboards“ sein. Zunächst ging das Beste Drehbuch an den Autor und Regisseur des Film Martin McDonagh und dann, der vorletzte Preis, ging für mich auch etwas überraschend an Frances McDormand. Warum war das überraschend? Frances McDormand ist nun (wie übrigens auch Gary Oldman, u.a.) niemand der sich auf den Veranstaltungen der rund 90 HFPA-Mitglieder sehen lässt, um die dann davon zu überzeugen, für sie zu stimmen. Ganz sicher nicht, sie ist auch kein Freund der eigentlichen Golden Globe-Verleihung, was man gestern immer mal wieder ihrem (so ausdrucksstarken) Gesicht ansehen konnte. Die HFPA-Mitglieder lassen sich aber nun mal gerne umschmeicheln, daher überraschend. Frances McDormand hat dann eine coole Rede gehalten, weil sie einfach auch unfassbar cool ist. Leider konnte man aufgrund der Zensur im amerikanischen Kabelfernsehen nicht jedes Wort hören. Der letzte Award ging dann an die Kategorie Film (Drama) und damit auch an „Three Billboards“. 4 Golden Globes für „Three Billboards“ (Bester Film, Bestes Drehbuch, Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller, Sam Rockwell) – wenn dies so bei den Oscars weitergeht, hätte ich nichts dagegen.

Der zweite Globe-Award über den ich mich auch richtig gefreut habe (der aber keine große Überraschung war) ging an Elisabeth Moss (für ihre exzellente Performance in „The Handmaid´s Tale). Eine tolle Rede hat sie gehalten. Natürlich ging die Beste Drama-Serie dann auch an „The Handmaid´s Tale – wie sollte es anders sein?

Gary Oldman hat nun eine noch schwierige Beziehung mit der HFPA als Frances McDormand (er hat sie vor ein paar Jahren sogar öffentlich als als „unbedeutend“ kritisiert). Danke HFPA, dass Ihr über Euren Schatten gesprungen seid und die beste Leistung des Jahres ausgezeichnet habt. Wenn Timothee Chalamet gestern Abend gewonnen hätte, wäre es für Gary Oldman eine Idee schwieriger geworden, den Oscar zu gewinnen.

Ich wünschte, sie hätten die 101-jährige Schauspiellegende Kirk Douglas nicht im Rollstuhl auf die Bühne geschoben.

Nicht gerechnet habe ich mit dem GG-Gewinn für Fatih Akins „In the Fade“ (Für mich hatte Diane Krüger das schönste – schwarze – Kleid des Abends an).

Ich werde nie verstehen, warum die Amis Oprah so vergöttern. Sie hat aber eine durchaus bedeutsame Rede gehalten, mir ist sie aber immer etwas too much.

Ich könnte Guillermo del Toro stundenlang zuhören…Wie süß ist der denn? Wenn ein kleiner Junge im Körper eines brillanten mexikanischen Filmemachers voller Leidenschaft über seine Monster erzählt, dann treibt mir das Tränen in die Augen…. Genau so sieht die ideale Bewerbung für die Oscars aus. (Er begann seine GG-Dankesrede mit: „Since childhood, I´ve been faithful to monsters“ und endete mit: „My monsters thank you.“ ) Wenn in den nächsten 2 Monaten nicht etwas Gravierendes passiert, hat Guillermo del Toro damit den Oscar in der Tasche.

Für mich war die Frage des Abends: Geht der Preis Best Comedy/Musical an „Get Out“ oder „Lady Bird“. Lady Bird hat gewonnen.

Wie sieht das Oscar-Rennen jetzt aus? Die Golden Globe-Verleihung war die erste amerikanische, im Fernsehen übertragene Award-Show in dieser Oscar-Saison und lag in einer richtig guten Zeit, da die Academy-Mitglieder nämlich in dieser Woche (vom 5.1.18 bis 12.1.18) ihre Stimme für die Oscar-Nominierungen abgeben. Für die Golden Globe-Gewinner war es die Möglichkeit – und das sage ich, glaube ich, jedes Jahr – ihre Chance auf der Bühne zu nutzen, sich charmant, witzig und eloquent zu zeigen – vielleicht eine Geschichte zu erzählen und dann sind AMPAS-Mitglieder (die auch in großer Zahl im Zuschauerraum waren) auch gewillt, diesen Filmschaffenden, am Ende auch auf ihrer, der Oscar-Bühne, sehen zu wollen. Das Rennen, wer dieses Jahr Bester Film gewinnt, ist vielleicht nicht mehr ganz so offen. Für heute haben wir aber erst mal zwei Favoriten: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „Lady Bird“ und zwar nicht allein durch die Golden Globe-Auszeichnungen, sondern – in meinen Augen – vor allen Dingen durch die Nominierung der Gewerkschaft der Schauspieler. Der Globe-Gewinn war jetzt die Bestätigung, das kann sich aber in der Minute ändern, in der einer dieser beiden Filme keine Nominierung der Gewerkschaft der Regisseure erhält oder beispielsweise „Get Out“ mit irgendwelchen Preisen innerhalb der Filmindustrie ausgezeichnet wird.

Golden Globe Gewinner 2017:
Movies

Best picture, drama: “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Best picture, comedy or musical: „Lady Bird”
Actress, drama: Frances McDormand, “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Actor, drama: Gary Oldman “Darkest Hour”
Actress, musical or comedy: Saoirse Ronan, “Lady Bird”
Actor, musical or comedy: James Franco, “The Disaster Artist”
Supporting actress: Allison Janney, “I, Tonya”
Supporting actor: Sam Rockwell, “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Director: Guillermo del Toro, “The Shape of Water”
Screenplay: Martin McDonagh “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”
Animated film: “Coco”
Foreign language film: “In the Fade”, Germany
Original score: “The Shape of Water”
Original song: „This Is Me, ”The Greatest Showman”

Cecil B. DeMille Award: Oprah Winfrey

Television:
Best series, drama: “The Handmaid´s Tale”
Best series, comedy or musical: “The Marvelous Mrs. Maisel“
Best Television Limited Series or Motion Picture Made for Television: “Big Little Lies”
Best Performance by an Actress in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Nicole Kidman, “Big Little Lies”
Best Performance by an Actor in a Limited Series or a Motion Picture Made for Television: Ewan McGregor „Fargo”
Actress, drama: Elisabeth Moss, “The Handmaid´s Tale”
Actor, drama: Sterling K. Brown „This Is Us“
Actress, comedy or musical: Rachel Brosnahan ”The Marvelous Mrs. Maisel“
Actor, comedy or musical: Aziz Ansari, “Master of None”
Supporting actress, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Laura Dern, “Big Little Lies”
Supporting actor, Series, Limited Series or Motion Picture Made for Television: Alexander Skarsgard „Big Little Lies“

Frances McDormands Dankesrede 2018 (für übrigens ihren ersten Golden Globe)

NYC – Film: „Phantom Thread“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Phantom Thread“ (dt. Filmtitel: „Der seidene Faden“, dt. Kinostart: 01.02.18) 130 min drama, thriller
dir. Paul Thomas Anderson cast: Daniel Day-Lewis, Lesley Manville, Vicky Krieps, Brian Gleeson

 

Im London der 1950er Jahre führt Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis) zusammen mit seiner Schwester Cyril (Lesley Manville) ein Modehaus. Er ist ein sehr angesehner Modedesigner, der die Damen der Gesellschaft und sogar die Mitglieder der Königshäuser ausstattet. Reynolds ist Junggeselle, Frauen kommen und gehen in seinem Leben, bis eines Tages die Kellnerin Alma (Vicky Krieps) in sein Leben schreitet…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Phantom Thread“ ist der neue Film des amerikanischen Autors und Filmemachers Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“, „Magnolia“, The Master, Inherent Vice). Bei diesem Film hat er nicht nur das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, es ist auch sein Spielfilmdebüt als bildgestaltender Kameramann. Nach There Will Be Blood ist dies bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur und dem britischen Schauspieler Daniel Day-Lewis. Im Jahr 2017 galt diese Arbeit als letzte Performance des Schauspieler. Er hat angeben, sich zu Ruhe setzen zu wollen. Daniel Day-Lewis hat sich bereits Ende der 1990er eine Auszeit genommen und als Schuhmacher in Italien gearbeitet.

Die Filme von Paul Thomas Anderson sind immer etwas Besonderes, jeder auf seine Art. „Phantom Thread“ steht für mich in erster Linie für Eleganz, in Form von Filmmusik (von Radioheads Jonny Greenwood), Kamerafahrten, Kostüm- und Setdesign, etc. Von dieser Eleganz habe ich mich wie in Watte gepackt gefühlt. Derweil habe ich mich gefragt, was mir hier eigentlich für eine Geschichte erzählt wird. Was ist es überhaupt für ein Genre? Charakterdrama: sicher, Liebesgeschichte: definitiv, Thriller: durchaus. Es fiel mir leicht mich in Alma reinzuversetzen, sie lernt diesen faszinierenden Mann kennen, fühlt sich von ihm angezogen. Sie wird sein Modell, seine Muse, sie lässt sich schließlich ganz auf diesen Mann ein, der einen in einer Minute charmant um den Finger wickeln und in der nächsten Minute eiskalt und rätselhaft sein kann. Irgendwann habe ich mich dann gefragt, ob dies nun wieder so ein Film über einen exzentrischen Mann ist? Soviel sei verraten: nein, ist es nicht – oder nicht nur. Die Geschichte hält ein paar Wendungen parat.

Den exzellenten Ton muss ich bei diesem Film hervorheben, das betrifft insbesondere die Geräusche am Esstisch.

Der dreimalige Oscar-Gewinner Daniel Day-Lewis kreiert hier – wieder mal – einen eigenen Charakter und das lässt ihn als Schauspieler in einer ganz anderen Klasse als die allermeisten Schauspieler spielen. Spontan fällt mir nur Cate Blanchett ein, die in Blue Jasmine auch diesen Charakter Jasmine geschaffen hat.

Was Vicky Krieps angeht, war ich hin- und hergerissen. Optisch ist sie unscheinbar und bieder, schauspielerisch hat sie mir aber sehr gut gefallen.

„Phantom Thread“, Steven Spielbergs Film „The Post und Ridley Scotts Film All the Money in the World waren die letzten Prestige-Filme, die in der Oscar-Saison 2017/2018 gezeigt wurden.

„Phantom Thread“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Day-Lewis), Beste Hauptdarstellerin (Vicky Krieps), Beste Nebendarstellerin (Lesley Manville), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Phantom Thread“ ist am 25.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 19.01.18 ist der Film dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Unter dem Filmtitel „Der seidene Faden“ startet der Film am 01.02.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „7 Days in Entebbe„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Daniel Brühl und Rosamund Pike
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: was die für ein Geld für Werbung ausgeben
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Winchester„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Helen Mirren und Jason Clarke
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The 15:17 to Paris„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Charlotte – Film: „All the Money in the World“

Ich war am 28.12.17 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„All the Money in the World“ (dt. Filmtitel: „Alles Geld der Welt“, dt. Kinostart: 15.02.18) 133 min drama, biopic, adaptation
dir. Ridley Scott cast: Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, Romain Duris, Charlie Plummer, Timothy Hutton, Andrew Buchan

 

Nach der Scheidung von John Paul Getty Jr. (Andrew Buchan) verzichtet Gail (Michelle Williams) auf viel Geld, einzig das alleinige Sorgerecht für ihre vier Kinder wollte sie behalten. Sie zieht ihre Kinder in Rom auf. Am 10. Juli 1973 wird ihr 16-jährige Sohn Paul (Charlie Plummer) entführt. Eine Lösegeldsumme von 17 Millionen Dollar wird für die Freilassung des Jungen gefordert. Gail hat selbst kein Geld, die Entführer gehen aber davon aus, dass ihr ehemaliger Schwiegervater, J. Paul Getty (Christopher Plummer) das Geld für seinen Enkel zahlen wird. Der reichste Mann der Welt weigert sich jedoch, auch nur einen Cent zu zahlen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „All the Money in the World“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert auf John Pearsons Buch „Painfully Rich: The Outrageous Fortunes and Misfortunes of the Heirs of J. Paul Getty“. Es ist der neue Film des englischen Filmemachers Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, The Martian).

„All the Money in the World“ ist ein gut inszeniertes, spannendes Drama mit Thriller-Elementen. Der Film beruht auf historischen Tatsachen, auch wenn die Story aus dramaturgischen Gründen etwas abgewandelt wurde. Die Geschichte deutet eine äußerst faszinierende und tragische Familiengeschichte an. Der Ablauf und der Hintergrund der Getty-Entführung war mir nicht bekannt, sehr wohl wusste ich aber – wie wahrscheinlich jeder andere auch – von der Sache mit dem Ohr. J. Paul Getty war seinerzeit der reichste Mann der Welt. Mir wird nie begreiflich sein, wie man – insbesondere, wenn man so viel Geld hat – so geizig sein kann. Generell ist es für mich eine der unangenehmsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann. Was für ein Widerling J. Paul Getty war. Ganz sicher wäre es nicht in seinem Sinne, dass der Eintritt zu der Getty Villa (mit dem traumschönen Garten) und auch das äußerst beeindruckende Getty Center in Los Angeles kostenlos zu besichtigen sind.

John Paul Getty III hat recht bald nach seiner Entführung die Deutsche Gisela Getty, geboren Schmidt (Mitglied der Berliner Kommune 1) geheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn: Balthazar Getty, ein amerikanischer DJ und Schauspieler, vorwiegend bekannt aus den TV-Serien „Charmed“, „Brothers & Sisters“ und „Twin Peaks: The Return“). Ridley Scott hat übrigens mit dem Sohn des Entführten, Balthazar Getty, bereits in „White Squall“ zusammengearbeitet.

„All the Money in the World“ sollte ursprünglich (mit Kevin Spacey in der Rolle des J. Paul Getty) auf dem AFI Fest als Abschlussfilm am 16.11.17 in der Weltpremiere gezeigt werden. Als – Anfang November 2017 – die Missbrauchsvorwürfe gegen Kevin Spacey immer stärker wurden, beschloss Ridley Scott kurzerhand den Schauspieler aus seinem fertigen Film zu entfernen und die rund 20 Spacey-Szenen mit dem englischen Schauspieler Christopher Plummer nachzudrehen. Nun war zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht klar, ob der überhaupt zur Verfügung stand, außerdem brauchte er nicht nur die, mittlerweile 88-jährige Schauspiellegende, sondern auch die anderen Schauspieler (Mark Wahlberg, Michelle Williams, u.a.) und den Rest der Crew. Also wurden viele Telefonate, u.a. mit den Schauspielagenten geführt, alles natürlich im Geheimen, man wollte das Ganze ja nicht an die große Glocke hängen. Christopher Plummer wollte eigentlich in den Florida-Urlaub fliegen als er davon erfuhr, dass Ridley Scott ihn in der Rolle sehen wollte. Der englische Filmemacher flog extra von London nach New York, um sich mit Christopher Plummer zu treffen. Christopher Plummer ist ein großer Bewunderer von Ridley Scott und wollte schon lange mal mit ihm drehen und gab an, er hätte sich sogar auf den Dreh eingelassen, wenn er das Skript gehasst hätte. Plummer sagte schließlich zu und lernte – offensichtlich – in Windeseile seine Texte (und da ich den Film jetzt gesehen habe, kann ich nur sagen, es ist viel Text). Die anderen Schauspieler (Mark Wahlberg und Michelle Williams, u.a.) erfuhren nur, dass ein paar Reshoots in Rom und London erforderlich waren, nicht, dass sie jetzt mit einem anderen Schauspieler als Jean Paul Getty drehen werden. Der Nachdreh fand vom 20.11.17 – 29.11.17 statt. Gleichzeitig wurde das Filmmaterial im Schneideraum bearbeitet. Die noch nicht ganz fertige Version wurde den HFPA-Mitgliedern dann exklusiv am 4.12.17 gezeigt. „All the Money in the World“ wurde dann ein paar Tage später für drei Golden Globes (Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Michelle Williams, Bester Nebendarsteller Christopher Plummer) nominiert. An dem ursprünglichen amerikanischen Kinostart am 22.12.17 konnte festgehalten werden. Ein richtig guter Regisseur ist einer, der eine klare Vision hat, wie sein Film auszusehen hat, aber auch einer, der Entscheidungen fällt, wenn es nötig ist. Ridley Scott ist ein verdammt guter Regisseur. Er hat dieses Jahr nicht nur Alien: Covenant gedreht, sondern auch diese Meisterleistung rund um „All the Money in the World“ abgeliefert – und das mit 80 Jahren. Mein höchster Respekt.

Wenn ich ehrlich bin, galt mein Hauptaufmerksamkeit im Film zunächst jeder einzelnen Szene mit Christopher Plummer, gerade am Anfang ist er in quasi jeder Szene zu sehen. Wenn man genau hinguckt, sieht ein paar Fehlerchen im Schnitt, aber im Ganzen ist die Regiearbeit – wie von Ridley Scott zu erwarten – perfekt. Christopher Plummer hat sich für diese bravouröse Blitz-Leistung definitiv eine Oscar-Nominierung verdient, ich finde auch Michelle Williams. Im Moment glaube ich, dass es Christopher Plummer auch reinschafft, für Michelle Williams wird es schwierig, wahrscheinlich ist es zu spät für sie eine Kampagne zu starten, außerdem ist die Konkurrenz zu stark. Mir haben aber auch Andrew Buchan (bekannt aus der britischen TV-Serie Broadchurch) als J. Paul Gettys Sohn bzw. Gails (Ex-)Ehemann und Romain Duris, der hier Cinquanta spielt, gefallen.

In der diesjährigen Oscar-Saison war „All the Money in the World“ (noch nach „The Post“ und „Phantom Thread“) der letzte mögliche Oscar-Kandidat, der gezeigt wurde.

„All the Money in the World“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Michelle Williams), (Bester Nebendarsteller (Christopher Plummer), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„All the Money in the World“ ist am 22.12.17 landesweit in 2074 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Alles Geld der Welt“ ab dem 15.02.18 in den Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Film Stars Don´t Die in Liverpool„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: RomDrama mit Annette Bening, Jamie Bell und Vanessa Redgrave
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das dieser Mist so viel Geld macht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Black Panther„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Comic-Verfilmung von Ryan Coogler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn die Kritiken gut sind

Boston – Film: „Darkest Hour“

Ich war am 08.12.17 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Darkest Hour“ (dt. Filmtitel: Die dunkelste Stunde, dt. Kinostart: 18.01.18) 124 min drama, biopic
dir. Joe Wright cast: Gary Oldman, Ben Mendelsohn, Kristin Scott Thomas, Lily James, Ronald Pickup, Stephen Dillane

 

Im May 1940, Hittlers Truppen erobern immer mehr Länder, Großbritannien fühlt sich bedroht. Die britische Bevölkerung hat das Vertrauen in ihren Premierminister Neville Chamberlain (Ronald Pickup) verloren, auch hat seine Beschwichtigungspolitik gegenüber Hitler keinen politischen Rückhalt mehr im Parlament. Chamberlain tritt schließlich zurück. Ein geeigneter Nachfolger ist nicht so einfach zu finden. Schließlich wird der Marineminister, Winston Churchill (Gary Oldman), gebeten, die Führung der britischen Kriegsregierung zu übernehmen. König George VI (Ben Mendelsohn) ist von seinem neuen Premierminister alles andere als begeistert. PM Churchill braucht in einer fast aussichtslosen Situation schon bald einen Erfolg…

 

B (Wertung von A bis F) „Darkest Hour“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Joe Wright („Pride & Prejudice“, „Atonement“, Hanna, „Anna Karenina“). Der Film erzählt von den ersten Amtstagen des britischen Premierministers Winston Churchill. „Darkest Hour“ liefert die Hintergrundgeschichte zu Christopher Nolans Dunkirk.

„Darkest Hour“ ist ein etwas altmodisches, aber ausgesprochen solides Biopic. Große Szenen, große Sets und große Dialoge. Ich war überrascht, wie gut mir der Film gefiel. Der Film lebt aber vor allen Dingen von Gary Oldmans Performance.

Wenn ich an Gary Oldman denke, fallen mir als erstes, die von ihm genial portraitierten Bösewichte (z.B. in „True Romance“, „Léon – The Professionell“, „The Fifth Element“) ein. Lange Zeit haben die Produzenten und Regisseure, wenn eine durchgeknallte oder mindestens psychisch auffällige und zwielichtige Filmfigur besetzt werden mussten, wohl zuerst an Gary Oldman gedacht. Über die letzten Jahre nahm der englische Schauspieler aber auch andere Rollen an, spielte sogar Helden (z.B. in Christopher Nolans Batman-Trilogie und Tinker Tailor Soldier Spy). Jetzt ist der gute alte Oldman nun also Winston Churchill. Er hätte die Rolle nicht angenommen, wenn er nicht irgendwie die Möglichkeit gesehen hätte, dieser historischen Figur auch gerecht zu werden. Knapp vier Stunden sass er vor dem Dreh und knapp eine Stunde hinterher in der Maske. Seine Schauspielkollegen haben Gary Oldman selbst während der Dreharbeiten nicht zu sehen bekommen und das bekommt man als Zuschauer, wenn man sich „Darkest Hour“ anschaut, auch nicht. Selbstverständlich ist das eine Oscar-Performance und wenn Gary Oldman Anfang März 2018 hoffentlich seinen ersten Oscar gewinnt, ist es nicht nur ein Oscar für seine bemerkenswerte Karriere.

Der australische Schauspieler Ben Mendelsohn spielt hier den britischen Monarchen George VI., das macht er auch ganz gut – leider hat Colin Firth diese Rolle in The King´s Speech so perfekt gespielt, dass Ben Mendelsohn mit seiner Performance hier nicht heranreicht. Ich fand es übrigens absolut faszinierend, mit Gary Oldman und Ben Mendelsohn zwei der besten Bösewicht-Darsteller hier als Winston Churchill und den britischen König zu sehen.

Als ich Ende September 2017 meine erste Oscar-Prognose zu den Gewinnern 2018 veröffentlichte, gab es – was die wichtigsten Kategorien angeht – eigentlich nur einen Favoriten: Gary Oldman. Seinerzeit konnte man aber noch davon ausgehen, dass „Darkest Hour“ auch sicher eine Oscar-Nominierung als Bester Film erhält. Davon kann man jetzt, im Dezember 2017, nicht mehr ausgehen. Nun sind die Hauptdarsteller-Preise bei den Oscars aber meist mit einer Nominierung für den Besten Film verbunden. Es gibt natürlich Ausnahmen, die betreffen aber überwiegend Schauspiel-Veteranen (Jeff Bridges, Julianne Moore, Denzel Washington, Meryl Streep, Cate Blanchett, etc.). Gary Oldman gilt als Schauspiel-Veteran. Um seinen ersten Oscar zu erhalten, muss man sich üblicherweise (es gibt Ausnahmen: Sean Penn, Mark Rylance beispielsweise) an die ungeschriebenen Gesetze halten, sich die gesamte Oscar-Saison präsent in Hollywood zeigen (kissing babies, etc.). Man muss einfach zeigen, dass man den Oscar auch wirklich will. Wie ich Gary Oldman einschätze, ist er dazu nicht bereit. Das sehen auch die Oscar-Experten so, daher gibt es einen anderen Schauspieler, der sich derzeit mit einer Charme-Offensive in Hollywood auch einen Favoriten-Status ergattert hat:  Der 22-jährige Timothée Chalamet (er ist für seine Performance in Call Me by Your Name im Gespräch). Die Oscars sind auch ein Beliebtheitswettbewerb, jedoch gewinnen selten junge männliche Schauspieler den Oscar, der jüngste Schauspieler, der den Oscar für die beste männliche Hauptrolle gewann, war Adrien Brody (für „The Pianist“) und da war er bereits 29 Jahre alt. Bei den Schauspielerinnen sieht es anders aus, sie gewinnen ihren ersten Oscar für die beste Hauptrolle meistens, wenn sie in ihren 20ern sind. Ich glaube, Gary Oldman sitzt in seinem Favoritensessel bis auf weiteres ganz bequem.

„Darkest Hour“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Gary Oldman), Bester Nebendarsteller (Ben Mendelsohn, Stephen Dillane), Beste Nebendarstellerin (Kristin Scott Thomas), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Darkest Hour“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.11.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 943 Kinos landesweit. Unter dem Filmtitel „Die dunkelste Stunde“ soll der Film am 18.01.18 in Deutschland starten.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film mit der (vorerst) letzten Performance von Daniel-Day Lewis.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer mit nun Christopher Plummer)
Kommentar: Kevin Spacey wurde rausgeschnitten, Plummer spielt John Paul Getty und wie Ridley Scott das in so kurzer Zeit geschafft hat, ist mir schleierhaft.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Boston – Film: „The Shape of Water“

Ich war am 08.12.17 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Shape of Water“ (dt. Filmtitel: „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“, dt. Kinostart: 15.02.18)  123 min   fantasy, drama, thriller
dir. Guillermo del Toro cast: Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Doug Jones, Michael Stuhlbarg, Octavia Spencer, Lauren Lee Smith, Nick Searcy, David Hewlett

 

Während des Kalten Krieges, im Jahr 1962 in Baltimore. Die stumme Elisa (Sally Hawkins) arbeitet als Reinigungskraft in einem geheimen Hochsicherheitslabor des US-Militärs. Eines Tages wird ein Amphibien-Wesen aus dem Amazonas geliefert. Elisa freundet sich mit der Kreatur an, fühlt sich sogar zu ihm hingezogen. Als sie realisiert, dass er in Gefahr ist, überzeugt sie ihren Nachbarn Giles (Richard Jenkins), den Amphibien-Mann zu befreien…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Shape of Water“ ist der neue Film des mexikanischen Filmemachers Guillermo del Toro („Mimic“, „The Devil´s Backbone“, „Pan´s Labyrinth“, Hellboy II: The Golden Army , Crimson Peak).

Alexander Desplats einprägsamer, wunderbarer Score zieht einen gleich zu Beginn in die Geschichte und in del Toros fantasiereiche, in Grün getauchte Welt. Die Filmmusik unterstützt die Handlung fortwährend. Es gibt so vieles an dem Film zu lieben. Wenn ich zurückblicke, fällt mir als Erstes ein, wie tief beeindruckt mich die Szenenbilder haben. Während des Films habe ich daran gedacht, wie gerne ich jetzt durch diese Sets schlendern und mir alles ganz genau anschauen würde. Die Apartments von Richard Jenkins und Sally Hawkins Charakteren, das Diner (mit dieser tollen, runden Kuchen-Vitrine) oder das Büro mit den schrägen, fast bodenlangen Fenstern von Michael Shannons Charakter – ich konnte mich nicht genug an den Details sattsehen. Guillermo del Toro als kreativer Chef und sein Filmausstatter und Bühnenbildner nutzen hier, was die komplette grüne Farbpalette bietet. Die Farbe sieht man hier nicht nur in allen Varianten und Nuancen, selbst als Wort wird das Grün einige Male erwähnt.

„The Shape of Water“ ist ein Genre-Mix aus einem Drama, Thriller, Monsterfilm, Musical und einer Romanze, alles nicht zufällig in der Zeit des Kalten Krieges angesiedelt. Leider mochte ich die Liebesgeschichte nicht. Als Guillermo del Toro sich die Story ausgedacht hat, hat er die Rolle der Elisa für Sally Hawkins geschrieben. Mit der englischen Schauspielerin (Blue Jasmine) hatte ich bereits einige Male ein Problem, hier ging sie mir zunehmend auf die Nerven, was vorwiegend an ihrer Filmfigur liegt. Die süße Klebrigkeit von Elisa hat mich an Amélie aus dem gleichnamigen französischen RomCom-Film aus dem Jahr 2001 erinnert. So wenig ich Amélie mochte, so wenig mag ich Elisa. Perfekt wäre „The Shape of Water“ für mich mit Richard Jenkins Charakter als zentrale Figur und Elisa als Nebenfigur, die eine rein freundschaftliche Beziehung mit der Wasserkreatur pflegt.

In dieser Oscar-Saison gibt es wohl keinen Film mit vielfältigeren Hauptfiguren: eine stumme Putzfrau, ein schwuler Werbegrafiker, eine Afroamerikanerin, ein Amphibien-Monster als romantischer Held und im Kontrast ein weißer, rassistischer und sexistischer Amerikaner als Bösewicht. Für die Besetzung hatte der Filmemacher bereits beim Schreiben nicht nur Sally Hawkins, sondern auch Octavia Spencer, Michael Shannon und Doug Jones (als Amphibien-Mann) im Sinn. Ich bin nun auch nicht wirklich Fan von Octavia Spencer, hier gefiel sie mir zum ersten Mal. Michael Shannon ist generell klasse und kann das Böse wie kaum ein anderer repräsentieren. Richard Jenkins spielt hier einen so liebenswerten Charakter, dass ich – wie bereits erwähnt – mir gewünscht hätte, der Film würde seiner Figur wesentlich mehr Raum geben. Michael Stuhlbarg hat wohl die Zeit seines Lebens. Im Jahr 2017 ist er in tatsächlich drei potenziellen Oscar-Filmen („The Shape of Water“, The Post“ und „Call Me by Your Name“) zu sehen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass er für seine Oscar-Szene in Call Me by Your Name nominiert werden müsste.

Auch wenn mir „The Shape of Water“ von der Story her etwas überladen erschien und ich auf die Liebesgeschichte hätte verzichten können, ist der Film ein fantastisches und sehr mutiges Werk, welches in jeder Szene Guillermo del Toros Handschrift trägt. Darüberhinaus merkt man seinen Filmfiguren an, wieviel Herzblut er in jeden einzelnen Charakter gesteckt hat. Guillermo del Toro ist der letzte, der drei mexikanischen Ausnahme-Regisseure (in Hollywood als die Three Amigos bekannt: Alfonso Cuarón, Alejandro González Inárritu und Guillermo del Toro), der noch keinen Oscar hat. Ich hoffe, dass er für sein visuell perfektes, bildgewaltiges Erwachsenen-Märchen mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. In meinen Augen hätte er den Oscar bereits für den besten fremdsprachigen Film für „Pan´s Labyrinth“ verdient (gewonnen hatte seinerzeit, nicht weniger verdient, der deutsche Film „Das Leben der Anderen“).

Was den Oscar-Gewinn als Bester Film angeht, hat „The Shape of Water“ kürzlich einen herben Rückschlag erlitten. Ausgerechnet die Gewerkschaft der Schauspieler hat diesen Film nicht für einen SAG-Award Best Ensemble nominiert.

„The Shape of Water“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Sally Hawkins), Bester Nebendarsteller (Richard Jenkins, Michael Shannon), Beste Nebendarstellerin (Octavia Spencer), Bestes Originaldrehbuch und viele technische Kategorien

„The Shape of Water“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film wurde mit dem wichtigsten Preis des Festivals, den Goldenen Löwen, ausgezeichnet. „The Shape of Water“ ist am 1.12.17 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 730 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 15.02.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das dieser Mist so viel Geld macht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film mit der (vorerst) letzten Performance von Daniel-Day Lewis.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer mit nun Christopher Plummer)
Kommentar: Kevin Spacey rausgeschnitten, Plummer drin und nach diesem Trailer sieht der Film wesentlich actionreicher aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Chicago – Film: „The Disaster Artist“

Ich war am 02.12.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Disaster Artist“ (dt. Kinostart: 01.02.18)  103 min  drama, comedy, biopic, adaptation
dir. James Franco cast: James Franco, Dave Franco, Seth Rogen, Bryan Cranston, Melanie Griffith, Jacki Weaver, Alison Brie, Megan Mullally, Josh Hutcherson, Zac Efron, Bob Odenkirk, Zoey Deutch, Sharon Stone

 

Im Jahr 1998 in San Francisco. Der 19-jährige Greg Sestero (Dave Franco) nimmt Schauspielunterricht und während er ängstlich und unsicher auf der Bühne agiert, tritt ein anderer, wesentlich älterer Schauspielschüler, Tommy Wiseau (James Franco), völlig übertrieben, aber sehr selbstbewusst auf. Beiden wird nicht unbedingt ein Talent attestiert. Zwischen ihnen entwickelt sich jedoch eine Freundschaft, beide träumen von der großen Hollywoodkarriere und so ziehen sie kurzerhand gemeinsam nach Los Angeles. Mit ihrer Karriere will es nicht so wirklich klappen. Eines Tages schreibt Tommy Wiseau dann selbst ein Drehbuch, die beiden drehen dann „The Room“, ein Film, bei dem Tommy Wiseau auch Regie führt…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Disaster Artist“ basiert auf einer wahren Geschichte und ist eine Adaption von Greg Sesteros und Tom Bissells Sachbuch „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Film Ever Made“. Der Film handelt der Freundschaft von Greg Sestero und Tommy Wiseau und von den Dreharbeiten des als schlechtesten Film aller Zeiten geltenden „The Room“. Es ist der 15. Spielfilm, bei dem das amerikanische Multitalent James Franco Regie führt, zugleich spielt er in diesem Film die Hauptrolle.

Ich habe „The Room“ nicht gesehen, bevor ich mir „The Disaster Artist“ aber angeschaut habe, habe ich mir auf YouTube einige Szenen aus dem Film angeguckt. Um das ganze Ausmaß von Tommy Wiseau, seinem Schauspiel und den ganzen Hype um diesen Film auch nur im Ansatz verstehen zu können, empfiehlt es sich aber wahrscheinlich „The Room“ vorher zu gucken. Da sehr viel in „The Disaster Artist“ auch mit Tommy Wiseaus Sprache zutun hat, ist es unumgänglich „The Disaster Artist“ in der OV bzw. OmU zu sehen.

Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mit „The Disaster Artist“ nicht viel anfangen. Mir kam das Ganze auch mehr als eine Hommage an Tommy Wiseau vor. Kann es letztendlich auch nur sein, weil dieser, völlig von Talent befreite Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur hundertprozentig (nach Wiseaus eigenen Angaben 99,9%) hinter James Francos Projekt steht und auch mit ihm auf Werbetour für den Film durch die Talkshows zieht. Nun ist Tommy Wiseau aber ein Freak und keiner der liebenswerten-sympathischen Sorte. Ich hätte gerne mehr über diese mysteriöse Type erfahren, wo kommt er (wirklich) her, wie alt ist er und woher hatte er die sechs Millionen Dollar für die Produktion von „The Room“, ganz zu schweigen von dem Geld, das er für die Werbung desselbigen investiert hat. All das erfährt man nicht, auch erfährt man nichts darüber, wie aus diesem, offensichtlich grottenschlechten Film auf einmal ein Must-See-Film geworden ist.

„The Disaster Artist“ hat die Entstehung des Phänomens von „The Room“ – aus, wahrscheinlich dramaturgischen Gründen – gekürzt. In der Realität war „The Room“ nicht gleich mit der Premiere des Films ein Kultfilm, das hat sich langsam aufgebaut. Im Jahr 2003 tauchte in Hollywood auf einmal eine riesige Plakatwand für „The Room“ auf. Darauf zu sehen, war ein seltsam aussehender, langhaariger Mann in Nahaufnahme. Einige Werbeanzeigen in den bekannten Branchenblättern wurden geschaltet und auch wurde der Film für zwei Wochen in L.A. ins Kino gebracht (um sich für die Oscars zu qualifizieren!). Als der Film erstmalig ins Kino kam, wollte ihn kaum einer sehen. Irgendwann hatte es sich dann aber herumgesprochen, dass dieser Film so schlimm ist („The Best Worst Film Ever Made!“), dass man ihn tatsächlich gesehen haben muss. Der Film hatte dann einige prominente Befürworter (darunter Paul Rudd und Jonah Hill) und weitere Monate später waren exklusive Mitternacht-Vorstellungen in Los Angeles auf einmal ausverkauft. Jetzt war die Filmvorführung ein Event (vergleichbar mit „The Rocky Horror Picture Show“), zu dem man verkleidet kommt, Dialoge mitsprechen kann und als Zuschauer zu dem agieren kann, was Bizarres auf der Leinwand zu sehen war. Im Gegensatz zu „The Rocky Horror Picture Show“ macht man sich aber über das Gezeigte lustig und hat Spass dabei. Die amerikanische Journaille hat sich dann auf die Story gestürzt, der Kultfilm war geboren, seit jetzt mittlerweile 14 Jahren gibt es regelmäßig „The Room“-Vorstellungen landesweit in den U.S.A., aber auch in Kanada, England und einigen anderen englischsprachigen Ländern.

Wenn man das alles nicht miterlebt hat, wird es eng, auch was die Sympathiebekundungen für „The Disaster Artist“ angeht. Man sieht einen guten Schauspieler (James Franco) mit einer schwarzen Langhaar-Perücke, Kontaktlinsen und Maske, der einen ehrgeizigen, von sich selbst überzeugten, aber talentbefreiten Typen mimt. Daneben James Francos Bruder (Dave), der irritierenderweise Wiseaus Freund spielt und viele bekannte Gesichter in den Nebenrollen. Schlechtes Schauspiel ist mir zuwider, da James Franco hier natürlich auch Wiseaus „Schauspielkünste“ nachahmt, habe ich bei diesem Film Bauchschmerzen bekommen. Franco selbst macht seine Sache sehr gut, das sieht man insbesondere am Ende, wenn Wiseaus und Francos Szenen gegenübergestellt werden.

„The Disaster Artist“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (James Franco)

„The Disaster Artist“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film wurde am 1.12.17 in 19 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 1010 Kinos landesweit in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 1.2.18 geplant.

Trailer zu sehen:

Eine Szene aus „The Disaster Artist“

Best of „The Room“

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „Thoroughbreds„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama/Thriller mit Anya Taylor-Joy. Einer der letzten Film mit Anton Yelchin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Game Night„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller/Komödie mit Jason Bateman, Rachel McAdams, Kyle Chandler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Prayer Before Dawn„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Gefängnisdrama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Blockers„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Leslie Mann und John Cena
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kinoaufsteller von „The Room“

Golden Globe-Nominierungen 2018 und meine Meinung

Heute, am 11.12.17 hat die Hollywood Foreign Press Association die Golden Globe Nominierungen verkündet.

Für mich war die große Frage, ob Ridley Scotts „All the Money in the World“ irgendwelche Golden-Globe-Nominierungen erhält. Zur Erinnerung: Ridley Scotts Film war fertig, sollte Mitte November auf dem AFI Fest gezeigt werden. Dann häuften sich die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey. Ridley Scott sagte die Premiere ab und entschloss sich kurzerhand Kevin Spacey aus seinem Film zu schneiden. Ursprünglich wollte er sowieso lieber Christopher Plummer in der Rolle des J. Paul Getty sehen, also traf er sich mit dem Schauspieler und überzeugte den 87-jährigen Plummer die rausgeschnittenen Spacey-Szenen mit ihm nachzudrehen. An dem ursprünglichen amerikanischen Kinostart v. 22.12.17 wollte Ridley Scott auf jeden Fall festhalten. Da ging ein großes Raunen durch Hollywood, wie soll er das denn hinbekommen? Der ehrgeizige Spass kostete einige Millionen Dollar und dauerte 10 Drehtage, aber der 80-jährige Ridley Scott hat es geschafft. Die Rohfassung des Films wurde den Journalisten der HFPA gezeigt und was die Golden Globe-Nominierungen angeht, hat es sich gelohnt. Nominiert ist der Film in den Kategorien Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin/Drama (Michelle Williams) und Bester Nebendarsteller (Christopher Plummer). Da ich den HFPA-Leuten nicht wirklich traue, hoffe ich inständig, dass die Schauspieler, die für die SAG-Nominierungen abstimmen, diesen Film auch gesehen haben. Ich glaube aber nicht und so haben wir erstmal ein riesiges Fragezeichen, was die Oscars angeht.

„The Shape of Water“ hat die meisten GG-Nominierungen (7) erhalten. „The Post“ und „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ haben jeweils 6 Nominierungen, „Lady Bird“ hat vier.

 

Hier die Golden Globe-Nominierungen 2018 in den wichtigsten Kategorien und meine Meinung:

Best Motion Picture – Drama:

Meine Meinung: Mit Ausnahme von „The Post“ kenne ich alle Filme. Hier habe ich tatsächlich auch alle richtig geraten. Es hätte aber auch locker „Darkest Hour“, „Phantom Thread“ oder „The Florida Project“ werden können. Und, warum wurde „All the Money in the World nicht als BP nominiert, wenn Ridley Scott als Regisseur nominiert wurde? Wie gut ist der Film wirklich? Mein Wunsch: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Ich wünschte, ich hätte „The Post“ gesehen Die Wahrscheinlichkeit: „The Shape of Water“ hat die meisten Nominierungen, muss aber nicht immer was heißen. Vielleicht „The Post“

Best Director – Motion Picture:

Christopher Nolan (Dunkirk)
Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Martin McDonagh (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Ridley Scott (All the Money in the World)
Steven Spielberg (The Post)

Meine Meinung: Ich habe weder „The Post“ noch, logischerweise, „All the Money in the World“ gesehen. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Nolan, del Toro und Spielberg. Bin auch, ehrlich gesagt, etwas überrascht über die Nominierung von Ridley Scott. Es kann so ein HFPA-Ding sein, sie wollen sich wichtig machen (weil sie die Einzigen sind, die den Film gesehen haben) und/ oder dass sie Ridley Scott für das was er in nur wenigen Tagen geschafft hat, ehren wollen. Wer weiß. Ich habe auf Greta Gerwig (Lady Bird) und Luca Guadagnino (Call Me by Your Name) getippt. Die Nominierung von Martin McDonagh zeigt, wie beliebt „Three Billboards“ innerhalb der HFPA ist. Mein Wunsch: eigentlich keinen Die Wahrscheinlichkeit: Ich höre nicht mehr viel zu Christopher Nolan, dass er endlich (mit einem Oscar) ausgezeichnet werden soll, ich bin auch kein großer Fan von „Dunkirk“. Vielleicht geht Best Picture/Director zusammen. Das würde dann del Toro oder Spielberg bedeuten.

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Sally Hawkins (The Shape of Water)
Meryl Streep (The Post)
Jessica Chastain (Molly´s Game)
Michelle Williams (All the Money in the World)

Meine Meinung: Hier gibt es drei Filme, die ich noch nicht gesehen habe („Molly´s Game“, „The Post“ und „All the Money in the World“). Ich habe auf Judi Dench („Victoria & Abdul“) und Jennifer Lawrence („mother!“) getippt. Das war ziemlich dämlich von mir, da zwar Judi Dench nominiert wurde, aber halt in der Kategorie Komödie. In meiner gestrigen Prognose habe Judi Dench sogar doppelt nominiert (1x unter Drama, 1x unter Komödie), war aber natürlich nicht beabsichtigt. Ich ärgere mich jetzt über meine eigene Unaufmerksamkeit. An der Stelle hätte ich sonst hier Jessica Chastain gesetzt. Mit Michelle Williams habe ich tatsächlich gar nicht gerechnet, auch wenn sie im Trailer ziemlich gut rüberkommt. Der Film war aber, wie gesagt, eine unsichere Kiste. Sally Hawkins fand ich leider nervtötend in „The Shape of Water“. Mein Wunsch: Ich wünschte, ich hätte „The Post“ schon gesehen. Streep soll richtig gut sein, das sagen sogar Leute, die sonst nicht so auf ihrer Seite stehen. Solange ich ihre Performance aber nicht kenne, kann es nur eine geben: Frances McDormand Die Wahrscheinlichkeit: Die HFPA möchte gerne, dass Meryl Streep eine Rede hält, also ist es wahrscheinlich, dass sie gewinnt. Alternativ Sally Hawkins (dann schreie ich) oder Frances McDormand

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

Gary Oldman (Darkest Hour)
Daniel-Day Lewis (Phantom Thread)
Tom Hanks (The Post)
Timothee Chalamet (Call Me by Your Name)
Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

Meine Meinung: Ich habe „Phantom Thread“ und „The Post“ noch nicht gesehen. Hier habe ich aber tatsächlich alle Schauspieler richtig getippt. Gary Oldman hat keine so gute Beziehung zu der HFPA (er hasst sie und sie mögen ihn auch nicht). Sie haben ihn aber nominiert, gut ist auch schwer, ihn nicht zu nominieren. Werden sie ihn aber auch auszeichnen und damit die Grundlage für seinen Oscar-Gewinn schaffen? Mein Wunsch: Ich kenne DDLs und Tom Hanks Performance nicht. Oldman ist gut (wäre dann ja auch für den Karriere-Oscar irgendwo), Denzel aber auch Die Wahrscheinlichkeit: Springen die HFPA über ihren Schatten? Ich weiß es nicht.

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

Lady Bird
Get Out
I, Tonya
The Disaster Artist
The Greatest Showman

Meine Meinung: Ich habe „The Greatest Showman“ und „I, Tonya“ noch nicht gesehen. Gehofft und getippt habe ich auf eine Nominierung für „Baby Driver“ und weil es so typisch HFPA ist, einen Judi Dench-Film zu nominieren, habe ich auch auf „Victoria & Abdul“ getippt. „The Disaster Artist“ war aber auch in meiner Top 6, ich dachte nur, dass sie mit dem Film nichts anfangen können. „The Greatest Showman“ zu nominieren, ist typisch HFPA. Sie lieben Musicals und außerdem spielt ihr Liebling Hugh Jackman mit. Wenn dieser Film Oscar-mäßig irgendetwas taugen würde, hätten ihn sämtliche Oscar-Experten schon gesehen. Außerdem steht der Film bei den Kritikern bis zum Kinostart unter Embargo und es wird gemunkelt, dass er übel ist. Mein Wunsch: „Lady Bird“ Die Wahrscheinlichkeit: „Lady Bird“ oder „Get Out“

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

Saoirse Ronan (Lady Bird)
Margot Robbie (I, Tonya)
Emma Stone (Battle of the Sexes)
Judi Dench (Victoria & Abdul)
Helen Mirren (The Leisure Seeker)

Meine Meinung: „The Leisure Seeker“ und „I Tonya“ habe ich noch nicht gesehen. Meine Doppelnominierung (Drama und Komödie) für Judi Dench hat mich hier gerettet. Mit Ausnahme von Helen Mirren habe ich alle richtig getippt. Auf Helen Mirren hätte ich natürlich kommen können, fast immer, wenn Judi Dench und Helen Mirren einen Film draußen haben, werden sie von HFPA nominiert. Mein Wunsch: Ich kenne Margot Robbies Performance leider noch nicht, so lange bin ich bei Saoirse Ronan Die Wahrscheinlichkeit: Saoirse Ronan oder Margot Robbie

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

James Franco (The Disaster Artist)
Daniel Kaluuya (Get Out)
Steve Carell (Battle of the Sexes)
Ansel Elgort (Baby Driver)
Hugh Jackman (The Greatest Showman)

Meine Meinung: Einzig „The Greatest Showman“ habe ich noch nicht gesehen (werde ich auch nicht). Wie gesagt, typische HFPA-Entscheidung, ihren Liebling Hugh Jackman zu nominieren. Ich hatte an seiner Stelle auf Adam Sandler (für The Meyerowitz Stories) getippt. Ich habe sogar auf den nominierten Ansel Elgort getippt, das war aber ziemlich risikoreich. Mein Wunsch: alle vier sind gut, mir egal Die Wahrscheinlichkeit: James Franco

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

Laurie Metcalf (Lady Bird)
Allison Janney (I, Tonya)
Octavia Spencer (The Shape of Water)
Mary J. Blige (Mudbound)
Hong Chau (Downsizing)

Meine Meinung: Ich habe „Downsizing“ und „I, Tonya“ noch nicht gesehen. Getippt habe ich auf Holly Hunter (für „The Big Sick“) und Tiffany Haddish (für „Girls Trip“) Mary J. Blige ist schon länger im Gespräch, ich habe „Mudbound“ auch gesehen, kann aber eine Nominierung nicht nachvollziehen, eher die von Holly Hunter. Ist aber eh egal, weil sehr wahrscheinlich Laurie Metcalf (oder Allison Janney) gewinnt. Mein Wunsch: na Laurie Metcalf (auch wenn ich Allison Janneys Performance noch nicht kenne Die Wahrscheinlichkeit: Laurie Metcalf (Alternative: Allison Janney)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
Willem Dafoe (The Florida Project)
Armie Hammer (Call Me by Your Name)
Richard Jenkins (The Shape of Water)
Christopher Plummer (All the Money in the World)

Meine Meinung: „All the Money in the World“ ist der einzige Film, den ich noch nicht gesehen habe. Getippt und auch gehofft habe ich auf Michael Stuhlbarg (für „Call Me by Your Name“). Nicht nur, dass er eine Hammer-Szene in dem Film liefert, er hat auch ein Wahnsinnsjahr. Er ist in drei potenziellen Oscar-Filmen (Call Me, The Shape of Water und The Post). Traurig bin ich aber nicht über die Nominierung von Richard Jenkins. Im Gegensatz zu Sally Hawkins fand ich ihn ganz wunderbar in dem Film. Alle anderen habe ich richtig getippt, wobei ich, ehrlich gesagt, bei Christopher Plummer auf Risiko gesetzt habe. Mein Wunsch: Sam Rockwell, wer sonst? Die Wahrscheinlichkeit: Willem Dafoe scheint sich langsam als Favorit zu etablieren

Best Animated Feature Film:

Coco
The Breadwinner
Loving Vincent
Ferdinand
The Boss Baby

Meine Meinung: Ich kenne nur „Coco“. Ehrlich gesagt, interessieren mich die anderen auch nicht. „The Boss Baby“ zu nominieren, erscheint schon seltsam. Mein Wunsch: „Coco“ Die Wahrscheinlichkeit: „Coco“

Die Golden Globe-Verleihung findet am 07.01.18 statt. Als Gastgeber führt Seth Meyers das erste Mal durch den Abend.

 

Ich habe kürzlich den neuen Trailer von „All the Money in the World“ im Kino gesehen.  Ich mochte ihn, aber wenn man ihn mit dem ersten Trailer (da noch mit Kevin Spacey) vergleicht, deuten die Trailer  beinahe auf zwei unterschiedliche Filme hin. Ich mochte den ersten Trailer mehr. Trailer vom „Film der Stunde“ zu sehen:

 

Golden Globe-Nominierungen 2018, meine Prognose

Morgen, am 11.12.17, werden die Golden Globe-Nominierungen bekanntgegeben. Es ist immer noch kein Favoriten-Film für die Oscars in Sicht. Viele amerikanische Filmkritiker-Verbände haben ihre Nominierungen veröffentlicht, bislang wurden aber erst ein paar wichtige Best-Picture Awards seitens der Kritiker vergeben (New York: Lady Bird, L.A: Call Me by Your Name, Washington DC: Get Out, Boston Online: Get Out). Jetzt gucken wir mal was die die kleine Gruppe der rund 90 Journalisten der Hollywood Foreign Press Association nominieren. Soweit ich es in Erfahrung gebracht habe, waren sie die ersten, die Ridley Scotts „All the Money in the World“ (mit nun Christopher Plummer) zu sehen bekamen. Zwar noch nicht die fertige Fassung des Films, aber immerhin. Die HFPA selbst hat keinen sonderlich guten Ruf. Das wissen sie natürlich und ich beobachte, dass sie in den letzten Jahren daran gearbeitet haben. Es gibt weniger fragwürdigen GG-Nominierungen (wie Johnny Depp und Angelina Jolie in „The Tourist“). Nun bin ich gespannt, ob sie „All The Money in the World“ in einigen Kategorien nominieren. Das würde zwar immer noch nicht heißen, dass der Film Oscar-mäßig was taugt (es kann ja auch sein, dass die HFPA mit ihren Golden-Globe-Nominierungen für ein paar Tage im Scheinwerferlicht stehen wollen), aber in dieser bislang favoritenlosen Oscar-Saison wäre es ein neuer Aspekt. Anmerkung: Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam erscheint, die für den Film Verantwortlichen haben „Get Out“ für die Kategorie Comedy/Musical eingereicht.

Morgen nehme ich – wie jedes Jahr – Stellung zu den Golden Globe-Nominierungen. Hier ist meine Prognose zu den GG-Nominierungen 2018:

Best Motion Picture – Drama:

  • Call Me By Your Name
  • Dunkirk
  • Three Billboards Outside Ebbing Missouri
  • The Post
  • The Shape of Water

Best Director – Motion Picture:

  • Christopher Nolan (Dunkirk)
  • Guillermo Del Toro (The Shape of Water)
  • Greta Gerwig (Lady Bird)
  • Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)
  • Steven Spielberg (The Post)

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama:

  • Frances McDormand (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
  • Sally Hawkins (The Shape of Water)
  • Meryl Streep (The Post)
  • Judi Dench (Victoria & Abdul)
  • Jennifer Lawrence (mother!)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama:

  • Gary Oldman (Darkest Hour)
  • Daniel-Day Lewis (Phantom Thread)
  • Tom Hanks (The Post)
  • Timothee Chalamet (Call Me By Your Name)
  • Denzel Washington (Roman J. Israel, Esq.)

Best Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Lady Bird
  • Get Out
  • I, Tonya
  • Victoria & Abdul
  • Baby Driver

Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • Saoirse Ronan (Lady Bird)
  • Margot Robbie (I, Tonya)
  • Emma Stone (Battle of the Sexes)
  • Judi Dench (Victoria and Abdul)
  • Emma Watson (Beauty and the Beast)

Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy:

  • James Franco (The Disaster Artist)
  • Daniel Kaluuya (Get Out)
  • Steve Carell (Battle of the Sexes)
  • Ansel Elgort (Baby Driver)
  • Adam Sandler (The Meyerowitz Stories)

Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Laurie Metcalf (Lady Bird)
  • Allison Janney (I, Tonya)
  • Octavia Spencer (The Shape of Water)
  • Holly Hunter (The Big Sick)
  • Tiffany Haddish (Girls Trip)

Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture:

  • Sam Rockwell (Three Billboards Outside Ebbing, Missouri)
  • Willem Dafoe (The Florida Project)
  • Armie Hammer (Call Me By Your Name)
  • Michael Stuhlbarg (Call Me By Your Name)
  • Christopher Plummer (All the Money in the World)

Best Animated Feature Film:

  • Coco
  • The Breadwinner
  • Loving Vincent
  • Ferdinand
  • The Lego Batman Movie

Chicago – Film: „Novitiate“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Novitiate“ 123 min drama
dir. Margaret Betts cast: Margaret Qualley, Dianna Agron, Melissa Leo, Julianne Nicholson, Morgan Saylor, Denis O´Hare

 

In den 1960er Jahren. Cathleen (Margaret Qualley) ist nicht religiös aufgewachsen, sie hat aber eine katholische Schule besucht. Im Alter von 17 Jahren entscheidet sie sich – sehr zum Entsetzen ihrer Mutter (Julianne Nicholson) – ins Kloster zu gehen. In der Klosterausbildung (dem Noviziat) von anderthalb Jahren soll herausgefunden werden, ob die jungen Nonnenschülerinnen überhaupt geeignet sind, ihr Leben in der Ordensgemeinschaft zu verbringen. Die strenge Ordensmutter Marie St. Clair (Melissa Leo) hat derweil ganz andere Sorgen, es erreicht sie die Information über das Zweite Vatikanum, die katholische Kirche will sich verändern…

 

B- (Wertung von A bis F) „Novitiate“ ist der erste abendfüllende Spielfilm, bei dem die amerikanische Filmemacherin Margaret Betts („The Carrier“) Regie führte.

Ich mag Filme, die mir eine Welt zeigen, von der ich so gut wie gar nichts weiß. Diese Filme haben immer einen Lerneffekt und im besten Fall habe ich am Ende des Films ein besseres Verständnis für das Leben in dieser Welt. „Novitiate“ ist nicht sonderlich erfolgreich dabei, mir klarzumachen, warum sich diese jungen Mädchen entschließen, ins Kloster zu gehen und dort ein Leben lang bleiben wollen. Ich finde es höchst absurd, Gott heiraten und im Kloster leben zu wollen und hätte gerne irgendwo nachvollziehbare Beweggründe dieser Mädchen erfahren. Der Film konzentriert sich jedoch auf den Alltag der heranwachsenden Nonnenschülerinnen unter dem strengen Regime der Mutter Oberin Marie St. Clair (gespielt von Melissa Leo). Das Leben im Kloster ist für die jungen Frauen nicht einfach, einige werden aussortiert, ich habe aber die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Klosterschülerinnen selbst zur Besinnung kommen. Reinversetzen konnte ich mich einzig in Julianne Nicholsons Charakter, die hilflos dabei zusehen muss, wie sich ihre Tochter ins Extreme flüchtet.

Der Film wirkt sehr langgezogen. Ich mochte auch die Hauptdarstellerin Margaret Qualley (übrigens die Tochter von der amerikanischen Schauspielerin Andie MacDowell) nicht sonderlich.

Die Oscar-Gewinnerin Melissa Leo spielt hier die Leiterin der Ordensgemeinschaft, die die Reformen der katholischen Kirche ablehnt. Melissa Leo (The Fighter, Prisoners) hat einfach diese angsteinflössende Präsenz und spielt hier erwartungsgemäß exzellent.

„Novitiate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margaret Qualley), Beste Nebendarstellerin (Melissa Leo), Bestes Originaldrehbuch

„Novitiate“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Dort wurde die Filmemacherin für den Special Jury Award for Breakthrough Director  ausgezeichnet. Der Film ist am 27.10.17 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er dort landesweit in 163 Kinos. Für Deutschland ist bislang noch kein Kinostart geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … Gary Oldman oder doch nicht?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „The Leisure Seeker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Donald Sutherland und Helen Mirren
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: „Roman J. Israel, Esq.“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Roman J. Israel, Esq.“ (dt. Filmtitel: „Roman J. Israel Esq. – Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, dt. Kinostart: 19.04.18) 117 min drama, thriller
dir. Dan Gilroy cast: Denzel Washington, Colin Farrell, Carmen Ejogo, Nazneen Contractor

 

Roman J. Israel (Denzel Washington) und sein Partner haben eine kleine Anwaltskanzlei. Während sein Partner die Fälle vor Gericht löst, arbeitet der idealistische Verteidiger Roman im Hintergrund. Eines Tages erleidet sein Kompagnon und Mentor einen Herzinfarkt. Die Hinterbliebenen können sich die Aufrechterhaltung der Kanzlei nicht mehr leisten. Mit der Auflösung der Kanzlei wurde der schmierige Erfolgsanwalt George Pierce (Colin Farrell) beauftragt. Zwangsläufig muss sich Roman einen neuen Job suchen…

 

B (Wertung von A bis F) Nach seinem Regiedebüt Nightcrawler ist „Roman J. Israel Esq.“ erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Autor und Filmemacher Dan Gilroy Regie führt.

Mit Denzel Washingtons Performance habe ich grundsätzlich ein Problem, das betrifft aber auch genauso die der Schauspieler Brad Pitt oder Tom Cruise. Für mich sind das vordergründig Filmstars. So kann ich sie nie komplett als ihre Charaktere in ihrem jeweiligen Film wahrnehmen, eigentlich sehe ich im Film immer Denzel Washington, Brad Pitt oder Tom Cruise, die ihre entsprechende Rolle spielen. Mit „Roman J. Israel, Esq.“ sehe ich das das erste Mal seit vielen Jahren und vielen Performances von Denzel Washington (Flight, Fences) anders. Vielleicht hat es geholfen, dass er mit diesem Afro, dieser übergroßen, altmodischen Brille, der Zahnlücke und dem Übergewicht optisch kaum wiederzuerkennen ist. Dann hat er in der Vergangenheit meistens selbstbewusste Charaktere verkörpert, hier spielt er nun einen seltsamen, beinahe schon autistisch anmutenden Mann mit Ticks. Das lässt Denzel Washingtons Präsenz und Charisma verschwinden und macht Platz für eine Filmfigur. Roman J. Israel ist ein Typ, der aus der Zeit gefallen scheint. Er trägt schlecht sitzenden Anzüge, Retro-Kopfhörer und ständig seinen riesigen Aktenkoffer. Mir war dieser kauzige Anwalt mit der beeindruckenden Schallplattensammlung, der in seiner eigenen Welt lebt, sehr sympathisch. Denzel Washingtons Performance ist grandios. Der Film selbst ist leider längst nicht so gut wie Denzel Washington.

„Roman J. Israel, Esq.“ ist ein Genre-Mischung aus Charakterstudie, Drama mit Botschaft und Thriller. Es gibt eine Charakterentwicklung in dem Film, bei der ich nicht weiß, ob ich sie wirklich glaubhaft fand. Ich musste sie aber schlucken und fand dann das Ende auch wieder rund.

Colin Farrells solide Performances betrachte ich mittlerweile als selbstverständlich, daher möchte ich ihn hier mal wieder für seine Top-Performance loben.

„Roman J. Israel, Esq.“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington)

„Roman J. Israel, Esq“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Filmemachers sah die Vorführung auf dem TIFF als eine Art exklusive Form des Testscreenings. Nach dem Toronto-Screening liess er seinen Film umschneiden und kürzen. Die finale, zwölf Minuten kürzeren Fassung startete am 17.11.17 in vier amerikanischen Kinos startete. Seit dem 22.11.17 läuft der Film landesweit in 1669 Kinos in den U.S.A.. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 19.04.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Molly´s Game„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Aaron Sorkins Regiedebüt mit Jessica Chastain und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Alpha„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: den Trailer über saß ich mit offenen Mund im Sitz und konnte es nicht fassen, dass man für so ein Projekt Geldgeber findet.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das gilt natürlich auch für diesen Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Proud Mary„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Actioner mit Taraji P. Henson in der Hauptrolle
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

amerikanisches Filmplakat von „Roman J. Israel, Esq.“

NYC – Film: „Lady Bird“

Ich war am 12.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lady Bird“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 94 min drama, comedy
dir. Greta Gerwig cast: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts, Lucas Hedges, Timothée Chalamet, Beanie Feldstein, Stephen McKinley Henderson

 

Im Jahr 2002. Die 17-jährige Lady Bird (Saoirse Ronan) besucht die katholische Schule in Sacramento. Noch ein Jahr, dann kann sie endlich die piefige Stadt verlassen und an der Ostküste, wo die Intellektuellen und Künstler leben, studieren. Ein teures College können sie sich aber nicht leisten, das macht ihr ihre Mutter (Laurie Metcalf) immer wieder klar. Aber erst mal das letzte Jahr Highschool hinter sich bringen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Lady Bird“ ist der erste Film, den die amerikanischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Greta Gerwig („Greenberg“, Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein als Regisseurin stemmt. Zugleich hat sie auch das Drehbuch zu dem Film geschrieben, „Lady Bird“ wurde von ihren eigenen Teenager-Jahre inspiriert.

Die meisten Coming-of-Age-Filme erzählen über einen Jungen, der erwachsen wird. „Lady Bird“ portraitiert nun den prägenden Lebensabschnitt eines Mädchens im Jahr 2002. Die amerikanische Filmemacherin sagt, dass ihr erster Film nicht autobiografisch ist. Wenn man aber eine gewisse Vorstellung hat, wie Greta Gerwig als Teenager war, dann sieht man in jeder Szene, in der Saoirse Ronan Lady Bird spielt, die heranwachsende Greta Gerwig. Ihr Kleidungsstil, den Schmuck, den sie trägt, wie sie sich ihre Nägel lackiert, ihre Haare strähnt, ihr Zimmer gestaltet, dieses Anderssein (wollen), wie sie spricht, in bestimmten Situationen reagiert, selbst die ersten Beziehungen zu Jungs (gespielt von Lucas Hedges und Timothee Chalamet) oder wie sich die zu ihrer besten Freundin (gespielt von Beanie Feldstein) entwickelt…das hat doch Greta Gerwig Anfang der 2000er Jahre alles selbst erlebt, oder? Die Teenager-Zeit ist eine schwierige. Man verändert sich, alles ändert sich, man hat Ziele, aber weiß noch nicht, wie diese konkret aussehen, aus seinem jetzigen Leben will man ausbrechen, man glaubt alle anderen wollen einen nur Steine in den Weg legen, man ist super-selbstbewusst und im nächsten oder gar im gleichen Moment unsicher. Dann die Beziehung zu den Eltern – man hat mindestens ein nerviges Elternteil, das einen einfach nicht versteht – das ist eine Zeit, in der Eltern und Kinder nicht zusammenpassen und sich trennen sollten und zwangsläufig auch werden. „Lady Bird“ erzählt eine Geschichte aus dem Leben, es ist ein fabelhafter Film über das Erwachsenwerden, aber auch einer über das Loslassen seitens der Eltern.

Ich habe selten eine so realistische Mutter-Tochter-Beziehung im Film gesehen wie hier. Von dem Verhältnis von Lady Bird und ihrer Mutter, bekommt man bereits mit der Eröffnungsszene einen guten Eindruck. Lady Bird hat große Pläne, will weit weg von Sacramento und ihre Mutter kommt ihr dann mit dem Realitätsquatsch.

Einer der wichtigsten Dinge für einen Film ist die Besetzung. „Lady Bird“ ist durch die Bank perfekt besetzt. Alleine die Theater- und TV-Schauspielerin Laurie Metcalf („Roseanne“, „The Big Bang Theory“) als Lady Birds Mutter zu besetzen, war ein gelungener Schachzug. Als ihr die Rolle angeboten wurde, hatte die Schauspielerin selbst eine anstrengende 17-jährige Tochter Zuhause, vielleicht hat diese Situation noch irgendwie geholfen, hier so authentisch zu sein. Die Szenen am Flughafen sind ihre Oscar-Bewerbung und vielleicht gesellt sich zu ihrem Tony Award und ihren drei Emmy Awards schon bald ein Oscar. Dann der wunderbare Tracy Letts ist hier ganz anders und wieder toll. Beanie Feldstein (alleine, was für ein cooler Name) spielt hier die beste Freundin von Lady Bird und ist ein Hingucker. Optisch wird einem auffallen, dass sie eine frappierende Ähnlichkeit mit Jonah Hill hat (sie ist seine jüngere Schwester), schauspielerisch ist sie für mich eine Neuentdeckung. Auch wenn Lucas Hedges für Manchester by the Sea eine Oscar-Nominierung erhalten hat, hätte ich nicht gedacht, dass er so schnell, mal in einer ganz anderen Rolle überzeugen kann. In diesem eindrucksvollen Ensemble kann ich nicht alle hervorheben, eine muss aber natürlich noch erwähnt werden: Saoirse Ronan, a.k.a. die junge Greta Gerwig. Zu Recht wird die 23-Jährige hier – aller Wahrscheinlichkeit nach – für ihren dritten Oscar nominiert.

Es gab für mich bislang noch keinen Grund, in Kaliforniens Hauptstadt zu reisen, durch diesen Film, kann ich mir jedoch gut vorstellen, wie es ist, in Sacramento zu leben, insbesondere als 17-Jährige. Letztlich geht es aber um Heimat, die man als Teenager erst richtig zu schätzen weiß und vermisst, wenn man nicht mehr dort lebt.

„Lady Bird“ wird derzeit in den U.S.A. sehr gehypt, es ist der am besten bewertete Film bei Rotten Tomatoes, überhaupt. Zwar haben andere Filme auch „100% RT“ erreicht, aber kein Film hat diese makellose Bewertung bei (derzeit) 186 Kritiken erzielen können. Das heißt natürlich nicht, dass der Film perfekt ist und er für alle ein 10-Punkte-Film ist, nein, man sollte keinen Über-Film erwarten, aber es ist ein richtig guter Film, insbesondere für ein Erstlingswerk.

In der Zwischenzeit habe ich ihn mir bereits ein zweites Mal angeschaut und jetzt ist er festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Vier Frauen wurden bisher erst für ihre Regiearbeit für den Oscar nominiert: Lina Wertmüller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow. Kathryn Bigelow war bekanntlich die einzige Oscar-Gewinnerin deren Film (The Hurt Locker) gewonnen hat und die auch für ihre Regiearbeit mit dem Academy Award ausgezeichnet wurde. Greta Gerwig hat mit ihrem Regiedebüt gute Chancen, als Regisseurin für ihren Film nominiert zu werden. Respekt.

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen und Oscar-Gewinnern 2018   habe ich „Lady Bird“ bei den Filmen an achter Stelle gelistet. Nach meiner zweiten Sichtung kann ich mir sogar vorstellen, dass er den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. A24 hat dieses Jahr den Oscar für Moonlight gewonnen, für das Filmjahr 2017 haben sie – wie es aussieht – zwei ernstzunehmende Kandidaten (The Florida Project und „Lady Bird“). An ihrer Stelle würde ich alles auf „Lady Bird“ setzen.

„Lady Bird“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Laurie Metcalf), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Lady Bird“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film ist am 3.11.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 1194 Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart am 19.04.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (neuer/ Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Man Who Invented Christmas„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Dan Stevens und Christopher Plummer
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wonder Wheel„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Woody Allens neuer Film mit Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fantastic Woman„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: chilenischer Film, der für die Oscars eingereicht wurde
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner zweiten Sichtung in Chicago bin ich etwas spät ins Kino gerauscht, mitbekommen habe ich noch die Trailer folgender Filme:

„Fifty Shades Freed“, „Phantom Thread“ und „The Disaster Artist“

 

Aufsteller von dem Film „Lady Bird“

Oscar-Nominierungen 2018, meine November-Prognose

Heute ist der 30.11.17, in der Zwischenzeit ist viel passiert und für mich Zeit, eine neue Prognose zu den Oscar-Nominierungen- und Gewinnern 2018 zu veröffentlichen.

Jede Oscar-Saison hat mindestens einen Skandal. Als ich Ende September 2017 meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 veröffentlicht habe, hat es mich noch selbst gewundert, dass noch kein Skandal in Sicht war. Dafür kam es Anfang Oktober um so dicker.

Auch wenn mittlerweile mit #MeToo eine richtige Bewegung entstanden ist, in der sämtliche Frauen (aber auch Männer) sexuelle Belästigungen und Übergriffe anprangern, hat alles mit dem Harvey Weinstein-Skandal begonnen. Am 5.10.17 wurde Harvey Weinstein zunächst in einem New York Times-Artikel und später in einem Artikel im The New Yorker beschuldigt, über dreißig Jahre zig Schauspielerinnen, Angestellte oder Journalistinnen sexuell belästigt oder gar vergewaltigt zu haben. Seither bestimmt quasi nur noch ein Thema die (Entertainment)-Nachrichten: Die sexuellen Belästigungen von Harvey Weinstein und zahlreicher anderer prominenter Produzenten, Regisseure, Schauspieler, Agenten, Moderatoren, etc.

Hollywood räumt auf. Es sind einfach zu viele unappetitliche Dinge ans Tageslicht geraten (und ich bin mir sehr sicher, dass einige einflussreiche Männer derzeit zittern, dass ihre Vergehen ans Licht kommen), ich kann nicht zu jedem Mann, der übergriffig wurde, Stellung nehmen. Ich bleibe daher bei zwei Personen, die die diesjährigen Oscars am meisten beeinflussten: Kevin Spacey und Harvey Weinstein. Beide verbindet, höflich gesagt, sexuelles Fehlverhalten und definitiv, dass ihre Karriere in Hollywood vorbei ist. Es ist dabei auch nicht gänzlich unrealistisch, dass sie am Ende im Gefängnis landen könnten.

Kevin Spacey war mal einer meiner Lieblingsschauspieler, seit „Glengarry Glen Ross“ habe ich seine Arbeit verfolgt, bin sogar 1999 extra nach New York geflogen, um ihn am Theater („The Iceman Cometh“) spielen zu sehen. Dass er schwul ist, war nie ein Geheimnis, dass er jüngeren Männer bevorzugt auch nicht. Etwas überrascht hat mich, in welchem Ausmaß er Männer sexuell belästigt haben soll. Bei Harvey Weinstein verhält es sich ähnlich. Er war nie als Sympathie-Granate bekannt, dass er es aber über drei Jahrzehnte unzählige Frauen (und darunter auch bekannte Schauspielerinnen) sexuell belästigt bzw. vergewaltigt haben soll und anschließend mit Drohungen und Geld zum Schweigen gebracht haben soll, hat mich dann doch überrascht. Hätte er das Geld nicht gleich für Escort-Ladies ausgeben können? So ein Männerhirn werde ich nie verstehen. Irgendwann kommt alles raus – immer. Diese Lawine wurde durch zwei Zeitungs-/Zeitschrift-Artikel ausgelöst, dass der Skandal sich weltweit wie ein Lauffeuer verbreitet hat, ist jedoch den sozialen Medien zu verdanken.

Beruflich hat mir Harvey Weinstein immer imponiert. Man kann soweit gehen und sagen, dass er Hollywood und die Oscars verändert hat. Er war mit Miramax Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre der erste erfolgreiche Indie-Produzent. Früher gab es nur die mächtigen Hollywood-Studios. Beispielsweise hätte damals kein Hollywood-Studio eines von Quentin Tarantinos Filmen produziert. Harvey Weinstein hat ihm die Chance gegeben, wie vielen anderen jungen Filmschaffenden auch.

Seitdem ich mich mit den Oscars beschäftigte, war Harvey Weinstein da und irgendwie immer im Zentrum der Oscars. Er hat die Oscar-Kampagnen, wie sie heutzutage existieren, geschaffen. Er hatte immer ein gutes Händchen bei der Filmauswahl und er war seinerzeit einzigartig in der Vermarktung von Filmen. Vor allen Dingen wusste er immer, was der (alten) Oscar-Academy gefällt. Diese Filme hat er dann gewählt und falls sie in seinen Augen noch nicht perfekt waren, hat er sie (für die Oscars) passend gemacht. Harvey Weinstein war beruflich gefürchtet und nicht umsonst hatte er den Spitznamen „Harvey Scissorhands“. Fast immer hat er den Regisseuren in ihren Film reingeredet, er ordnete Nachdrehs an, liess das Ende ändern oder überhaupt den ganzen Film „überarbeiten“ . Die meisten Regisseure hatten, wenn er den Film produzierte, keinen „Final Cut“, keine Kontrolle mehr über ihre eigenen Filme. Einige Filme hat er sicherlich kaputt schneiden lassen. Am Ende hatte er aber immer mindestens einen Film oder eine Performance aus seinen Filmen, der/die bei den Oscars eine (meist nicht unerhebliche) Rolle spielte (n).

Vor fast 20 Jahren, im Jahr 1998, ist Harvey Weinstein bei den Oscars mit seinem Film „Shakespeare in Love“ gegen Steven Spielbergs „Saving Private Ryan“ angetreten. Damals hat er seine erste Flüster- (oder Schmutz)-Kampagne (in diesem Fall gegen Spielbergs Film) losgetreten. Am Ende hat sein Film gewonnen. Er hat oftmals nicht mit ganz legalen Mitteln gespielt, er kannte viele in der Academy, hat Oscar-Strategen eingesetzt, damit sein Film, seine Schauspieler für die Oscars nominiert wurde (n), bzw. gewannen. Oscars waren mit Harvey Weinstein immer eine Idee spannender. Er hat Gwyneth Paltrow, Judi Dench, Kate Winslet, Jennifer Lawrence u.v.m. zu ihrem ersten Oscar verholfen, Meryl Streep zu ihrem dritten. Der TWC-Website zufolge haben Miramax und The Weinstein Company unter Harvey und Bob Weinstein 341 Oscar-Nominierungen und 81 Oscar-Gewinne verbuchen können. Mittlerweile ist er von seiner Frau, seiner Firma, von der Producers Guild of America und von AMPAS vor die Tür gesetzt worden. Anders konnte die Oscar-Academy wahrscheinlich nicht reagieren, er ist jedoch erst das zweite Academy-Mitglied, das von AMPAS rausgeschmissen wurde. Nun kann man natürlich fragen, was ist mit Woody Allen, Roman Polanski, Mel Gibson oder Bill Cosby, etc.? Woody Allen hat vier Oscars gewonnen, wurde demnach definitiv von der Academy als Mitglied eingeladen. Er wollte aber selbst nie Mitglied der Academy sein und ist es bis zum heutigen Tag nicht. Soweit ich weiß, ist Roman Polanski Mitglied der Academy und Mel Gibson sowieso. Hier kann man sich vielleicht streiten, warum die immer noch Mitglied sind. Ich weiß definitiv, dass Bill Cosby ein Academy-Mitglied ist und wenn AMPAS konsequent wäre, müssten sie ihn auch aus der Academy schmeißen. Generell bin ich der Meinung man sollte unterscheiden zwischen jemanden, der sich einmal einen Fehltritt leistet und dann Buße tut und jemanden der sexuellen Missbrauch über Jahre oder Jahrzehnte begeht.

In den letzten Monaten wurde viele Männer aufgrund ihrer sexuellen Vergehen entlassen und das ist auch richtig so. Anfang Oktober 2016 sind Tonband-Aufnahmen von Donald Trump an die Öffentlichkeit gelangt, darauf hat er freimütig und voller Stolz erzählt, wie er anderen Frauen an ihr Geschlechtsteil grabscht…er ist jedoch vier Wochen später zum U.S. Präsidenten gewählt worden und bis heute im Amt.

Zurück zu den Oscars: Der Form halber sei noch erwähnt, dass ich es etwas schade finde, dass der durchaus gelungene TWC-Film „Wind River“ (mit einer exzellenten Performance von Jeremy Renner) jetzt durch den Weinstein-Skandal wohl kaum eine Chance auf Oscar-Nominierungen hat .

Anderes Thema. Steven Spielbergs „The Post“ und Paul Thomas Andersons „Phantom Thread“ wurden Mitte November das erste Mal gezeigt. (Derzeit stehen die Filme noch unter Embargo). Der einzige mögliche Oscar-Kandidat, der dieses Jahr noch nicht gezeigt wurde, ist, Ridley Scotts „All the Money in the World“. Der Film war bereits fertiggestellt und sollte als Abschlussfilm auf dem AFI Fest gezeigt werden. Dann wurde Kevin Spacey öffentlich der sexuellen Nötigung eines Jungen und des sexuellen Missbrauchs von anderen Männern beschuldigt und Ridley Scott hat kurzerhand entschlossen, Kevin Spacey aus seinem Film zu schneiden. Ridley Scott wollte sowieso ursprünglich Christopher Plummer in dieser Rolle sehen, das Studio wollte jedoch einen größeren Namen und so fiel die Wahl auf Kevin Spacey. Nachdem der Spacey-Skandal publik wurde, flog Ridley Scott nach New York, traf sich mit Christopher Plummer, überzeugte ihn, in seinem Film mitzuspielen, und liess besagte Szenen nachdrehen. Diese Hauruck-Aktion hat rund 10 Millionen Dollar gekostet und 10 Drehtage gedauert und seit gestern (dem 29.11.17) ist „All the Money in the World“ fertiggedreht, jetzt bekommt der Film noch einen Feinschliff im Schneideraum und dann wird er Mitte Dezember der Presse gezeigt, geht in die Academy-Screenings und ab dem 22.12.17 wird man den Film in den amerikanischen Kinos sehen. Heute wird der englische Filmemacher 80 Jahre alt, Hut ab, dass er das hinbekommen hat. Jetzt bin ich gespannt auf den fertigen Film. Die nicht ganz fertige Fassung seines Films wird bereits am 4.12. der HFPA für mögliche Golden Globe-Nominierungen gezeigt.

Das Filmjahr 2017 hat also Form angenommen, die ersten Kritikerpreise wurden verliehen. (Bester Film bei den Gotham Awards: Call Me by Your Name, National Board of Review: The Post, New York Film Critics Circle: Lady Bird)

Auch ich habe in der Zwischenzeit viele Filme, die irgendwann mal in irgendeiner Kategorie für Oscar-Nominierungen im Gespräch waren bzw. sind, gesehen (aufgelistet in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Menashe, Call Me by Your Name, Get Out, Logan, „Personal Shopper“, „Your Name“, Alien: Covenant, „Risk“, Wonder Woman, „Okja“, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Spider-Man: Homecoming, Dunkirk, Detroit, The Glass Castle, Wind River, mother!, „First They Killed My Father“, „The Lost City of Z“, „My Cousin Rachel“, „Lady Macbeth“, Battle of the SexesStronger, Last Flag Flying, „Victoria & Abdul“, Brad´s Status, The Florida Project, The Square, Lucky, The Meyerowitz Stories (New and Selected), „The Beguiled“, Blade Runner 2049, The Mountain Between Us, Breathe, The Killing of a Sacred Deer, Suburbicon, Only the Brave, Thank You for Your Service, „Thor: Ragnarok“, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco, Novitiate Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, „Good Time“, „Ingrid Goes West“, All the Money in the World, Phantom Thread, „I, Tonya“, „Molly´s Game“, „The Post“

Ich habe in diesem frühen Stadium (mit den Filmen, die ich bereits gesehen, aber auch von denen ich nur gehört oder gelesen habe) das Filmjahr 2017 Revue passieren lassen. Ende November 2017 gehen die meisten Oscar-Experten immer noch davon aus, dass „Dunkirk“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Derzeit kann ich mir im ersten Regierungsjahr von U.S. Präsident Donald Trump, in der zig männliche Sextäter in der Entertainment-Branche geoutet wurden und werden, nicht vorstellen, dass wieder ein Film den Oscar gewinnt, bei dem Frauen gar keine Rolle spielen oder einzig die Aufgabe haben, den Mann gut aussehen zu lassen. Ich glaube (und hoffe) dass es ein Film den Oscar gewinnt,  bei dem eine Frau die zentrale Rolle spielen wird. Der letzte Oscar-Gewinnerfilm mit einer weiblichen Hauptrolle, war „Million Dollar Baby“ im Jahr 2004.

Dieses Jahr haben wir gleich mehrere ernstzunehmende Oscar-Kandidaten mit einer weibliche Hauptrolle:

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
The Post
I, Tonya
The Florida Project
Battle of the Sexes
Molly´s Game

Ich glaube tatsächlich, dass einer dieser vier Filme: Three Billboards, Lady Bird, The Shape of Water oder The Post  den Oscar als Bester Film gewinnt. Und wenn ich mich für einen Film entscheide, dann bleibe ich derzeit bei meiner September-Prognose: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.

Ich gehe derzeit davon aus, dass diese Filme höchstwahrscheinlich für den Oscar nominiert werden, (die ersten fünf bzw. zehn sehe ich dabei am Wahrscheinlichsten).

Best Picture

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
The Post
Call Me By Your Name
Dunkirk
Darkest Hour
Phantom Thread
Get Out
The Florida Project

———————————————————————-

Mudbound
All the Money in the World (bisher noch nicht gezeigt)
I, Tonya
The Big Sick
Battle of the Sexes

Best Director

Christopher Nolan (Dunkirk)
Steven Spielberg (The Post)
Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Martin McDonagh (Three Billboards)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)
Jordan Peele (Get Out)
Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
Joe Wright (Darkest Hour)
Dee Rees (Mudbound)

Best Actor

Gary Oldman (Darkest Hour)
Daniel Day-Lewis (Phantom Thread)
James Franco (The Disaster Artist)
Tom Hanks (The Post)

Timothée Chalamet (Call Me By Your Name)


Jake Gyllenhaal (Stronger)
Denzel Washington (Roman J. Israel, Esc.)
Harry Dean Stanton (Lucky)
Andrew Garfield (Breathe)

Best Actress

Frances McDormand (Three Billboards)
Saoirse Ronan (Lady Bird)
Sally Hawkins (The Shape of Water)
Meryl Streep (The Post)
Margot Robbie (I, Tonya)


Judi Dench (Victoria & Abdul)
Jessica Chastain (Molly´s Game)
Kate Winslet (Wonder Wheel)
Jennifer Lawrence (mother!)
Diane Krüger (In the Fade)
Brooklynn Prince (The Florida Project)
Emma Stone (Battle of the Sexes)

Best Supporting Actor

Sam Rockwell (Three Billboards)
Willem Dafoe (The Florida Project)
Michael Stuhlbarg (Call Me By Your Name)
Richard Jenkins (The Shape of Water)
Woody Harrelson (Three Billboards)


Michael Shannon (The Shape of Water)
Ben Mendelsohn (Darkest Hour)
Armie Hammer (Call Me By Your Name)
Jason Mitchell (Mudbound)
Garett Hedlund (Mudbound)

Best Supporting Actress

Laurie Metcalfe (Lady Bird)
Alison Janney (I, Tonya)
Holly Hunter (The Big Sick)
Melissa Leo (Novitiate)
Lesley Manville (Phantom Thread)


Octavia Spencer (The Shape of Water)
Carey Mulligan (Mudbound)
Kristen Scott Thomas (Darkest Hour)

Mary J. Blige (Mudbound)

Hong Chau (Downsizing)

 

Chicago – Film: „Coco“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Coco“ (dt. Filmtitel: „Coco – Lebendiger als das Leben!, dt. Kinostart: 30.11.17) 105 min animation
dir. Lee Unkrich, Adrian Molina voices: Anthony Gonzalez, Gael Garcia Bernal, Benjamin Bratt, Renée Victor, Ana Ofelia Murguia, Alanna Ubach, Jamie Camil, Sofia Espinosa

 

Der 12-jährige Miguel Riviera (Anthony Gonzales) lebt in einem mexikanischen Dorf. Er träumt davon, Musiker zu werden. Sein großes Vorbild ist der verstorbene Ernesto de la Cruz, der ist sowas wie ein Nationalheld Mexikos. Alles was aber nur im Ansatz mit Musik zutun hat, ist in Miguels Familie tabu. Seit Genrationen arbeiten die Rivieras als Schuhmacher und auch Miguel soll dieses Handwerk einmal erlernen. Miguel hat aber musikalische Ambitionen und da trifft es sich gut, dass am Tag der Toten ein Talentwettbewerb im Dorf ausgerufen wurde. Jetzt braucht er nur noch eine Gitarre…

 

A (Wertung von A bis F) „Coco“ ist der 19. PIXAR-Film. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors, Cutters und Filmemachers Lee Unkrich. Seit über zwanzig Jahren gehört er zu dem Kreativ-Team von PIXAR. Mit seinem Regiedebüt Toy Story 3 hat er den Oscar für den besten Animationsfilm gewonnen.

Zugegebenermassen habe ich „Coco“ etwas widerwillig geschaut. Einen Trailer hatte ich nie gesehen, von den Plakaten her, erschien mir der Film „zu mexikanisch“, bzw. „zu folklorig“ und schrill, auch hatte ich befürchtet, dass mich hier ein reines Musical erwartet. Jedes Jahr zu Thanksgiving startet aber nun ein PIXAR- und/oder Disney-Film in den amerikanischen Kinos und auch bei mir ist es mittlerweile eine gewisse Tradition, einen eben solchen dann im Kino zu sehen. Was soll ich sagen? Am Ende habe ich einen der besten PIXAR-Filme gesehen. So kann es gehen.

Ich war bereits einige Male in Mexiko, habe mich aber nie näher mit den Bräuchen rund um den Día de los Muertos (das Fest der Toten) beschäftigt. Dieses ganze bunte Totenköpfe- und Skelette-Zeugs, was man dort in allen Varianten angeboten bekommt, war mir – ehrlich gesagt – immer suspekt. „Coco“ erzählt nun eine Geschichte anhand ich diese mexikanische Tradition nicht nur verstehe, sondern die Idee dahinter auch irgendwie hinreißend finde. Das erste Mal sind mir bereits am „Grenzübergang“ die Tränen gekommen (und es sollte nicht bei einem Mal während der Geschichte bleiben). Am Ende des Films blieb – soweit ich das beobachten konnte – in meiner Vorstellung, zumindest bei den erwachsenen Zuschauern, kein Auge trocken. Ich konnte selbstverständlich meine Tränen auch nicht zurückhalten und habe dann auch keinen Grund mehr gesehen, dem Film irgendwelche Bewertungspunkte abzuziehen.

Miguels Abenteuer hat einen hohen Unterhaltungswert. Ich möchte nicht viel über die Handlung verraten, jeder sollte diese für sich entdecken. Die Bedeutung von Fotos und Erinnerungen und die ganze Familiengeschichte fand ich sehr rührend. Dankenswerterweise hält sich der Film auch mit der Musik zurück. Wenn dann später Songs gesungen werden, fügen sie sich ganz natürlich in die Geschichte ein.

In Sachen Computeranimation kann man PIXAR nichts vormachen, ich finde es jedoch beeindruckend, wie sich ihre Filme visuell trotzdem in den letzten Jahren noch weiterentwickelt haben. „Coco“ ist von der Animation so farbenfreudig, einfallsreich und voller kleiner und kleinster Details – einfach perfekt. Mit Disneys Vorfilm hat man noch vorher gesehen, wie simple menschliche Charaktere in Animationen aussehen können, wenn man sieht, wie goldig hier allein die Omas in „Coco“ gezeichnet sind, könnte man meinen, beide Animationen kommen aus zwei unterschiedlichen Welten.

Ich habe den Film übrigens in der 2D-Fassung gesehen. Ich hätte ihn gerne in 3D gesehen, aber mein Chicagoer Stammkino hat schlichtweg keine 3D-Vorstellung für „Coco“ angeboten.

„Coco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Originalsong („Remember Me“) und einige technische Kategorien

In Mexiko wurde „Coco“ bereits am 27.10.17 (kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag der Toten) in die Kinos gebracht. Dort wurde der Film zum Mega-Boxoffice-Erfolg und ist jetzt der erfolgreichste Film aller Zeiten in Mexiko. In den U.S.A. ist der Film am 22.11.17 landesweit in 3987 Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film morgen (30.11.17).

Trailer zu sehen:

Vor „Coco“ wurde folgender Vorfilm gezeigt:

„Olaf´s Frozen Adventure“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin: Olaf taut auf“, dt. Kinostart: 30.11.17) 21 min animation
dir. Kevin Deters, Stevie Wermers voices: Josh Gad, Kristen Bell, Idina Menzel, Jonathan Groff

Bei ihren Weihnachtsvorbereitungen stellen Elsa (Idina Menzel) und ihre jüngere Schwester Anna (Kristen Bell) fest, dass sie gar keine richtigen Familientraditionen zu Weihnachten haben. Das macht sie sehr traurig. Kurzerhand begibt sich Olaf (Josh Gad) mit Rentier Sven auf die Suche nach Traditionen…

B- (Wertung von A bis F) „Olaf´s Frozen Adventure“ basiert auf den Charakteren aus dem Disney Film Frozen.

Auch wenn es einen sehr gelungenen Mittelteil (mit Olaf und Sven) gibt, ist dieser Film im Ganzen öde. Das ganze Gesinge ist nervig und auch ist der Film für einen Kurzfilm – vor einem Kinofilm – mindestens zehn Minuten zu lang.

Update: Seit dem 8.12.17 wird „Olaf´s Frozen Adventure“ in den amerikanischen Kinos nicht mehr vor dem Film „Coco“ gezeigt. (Vermutlich aufgrund der zahlreichen Beschwerden).

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Duck Duck Goose„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sherlock Gnomes„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung zu Gnomeo & Juliet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Peter Rabbit„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson, Daisy Ridley und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Paddington 2„
Bewertung des Trailers: B- (Trailer wurde 2x hintereinander gezeigt)
Kommentar: Fortsetzung, der erste war ja ganz gut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Sci-Fi-Mist mit Oprah, Chris Pine etc. Regie führt Ava DuVernay – warum macht sie das?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Incredibles 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Fortsetzung zu dem Pixar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Ich war am 11.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (dt. Kinostart: 25.01.18) 115 min drama, comedy
dir. Martin McDonagh cast: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, John Hawkes, Peter Dinklage, Abbie Cornish, Caleb Landry Jones, Lucas Hedges, Zeljko Ivanek

 

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Robbie (Lucas Hedges) in dem Örtchen Ebbing in Missouri. Vor sieben Monaten ist ihre Tochter Angela brutal vergewaltigt und ermordet worden. In ihren Augen hat die lokale Polizeibehörde mit Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) nicht genug getan, um den Täter ausfindig zu machen. Kurzerhand bucht Mildred für ein Jahr drei großformatige Werbeflächen außerhalb der Gemeinde und klagt in großen Lettern Sheriff Willoughby und sein Team an…

 

A- (Wertung von A bis F) „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist der neue Film des britisch-irischen Dramatikers und Regisseurs Martin McDonagh. Dies ist nach In Bruges und Seven Psychopaths erst der dritte Spielfilm, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Wenn man die grandiosen Trailer von „Three Billboards“ sieht, könnte man meinen, dass es sich hier um eine schwarze Komödie handelt. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich leicht irritiert, welche Wege die Handlung nimmt. In der Zwischenzeit habe ich den Film ein zweites Mal gesehen. Mit der zweiten Sichtung wusste ich, was mich erwartet, „Three Billboards“ ist eindeutig ein Charakterdrama über zwei komplexe und so unterschiedliche Persönlichkeiten (gespielt von Frances McDormand und Sam Rockwell) ist. Der Humor ist natürlich auch da, er resultiert aus der Situationskomik und den wirklich überragenden, schimpfwortreichen Dialogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mildred Hayes, eine für die meisten Bewohner von Ebbing zu smarte, sarkastische und sehr zornige Mutter, die es nicht fassen kann, dass der Mörder ihrer Tochter nach sieben Monaten immer noch nicht gefasst wurde und offensichtlich nicht groß weiter ermittelt wird. Die Geschichte ist dabei weniger an der Suche nach dem Mörder interessiert, eher, mit wem Mildred Hayes alles konfrontiert wird und sich auseinandersetzen muss. Einer der Typen ist dabei der Polizist Jason Dixon (gespielt von Sam Rockwell). Diese Figur ist anschaulich beschrieben, man versteht, was ihn geprägt hat, was ihn umtreibt und kann dann auch sein weiteres Handeln nachvollziehen. Sam Rockwell erweckt diesen Dixon zum Leben. Dixon hätte leicht eine Karikatur sein können, aber Sam Rockwell findet den richtigen Ton und macht ihn zu einer realen Person, die in so einem Kaff im Mittleren Westen der U.S.A. leben könnte. Bei jedem Auftritt Dixons schlug mein Herz bis zum Anschlag. Sam Rockwell (Moon, Conviction, The Way, Way Back) ist unbeschreiblich gut und war nie besser (und das will was heißen). Wenn er für „Three Billboards“ nicht den Oscar gewinnt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich liebe, liebe, liebe jede einzelne Szene mit ihm…insbesondere bei meiner zweiten Sichtung des Films.

Hier geben aber auch Woody Harrelson, John Hawkes, Lucas Hedges, Caleb Landry Jones, Peter Dinklage und selbstverständlich Frances McDormand exzellente Performances. Das gepaart mit den brillanten Dialogen macht den Film zu einem einzigartigen Film. Ich kann aber auch verstehen, wenn man Probleme mit dem Film hat, er ist auch nicht leicht einzuordnen und aller Wahrscheinlichkeit kann man sich in keinem der Charaktere wiederfinden. Die Wut und Frustration von Mildred Hayes passt aber in die heutige Zeit, in der man – wenn man mit offenen Augen durch die Welt schreitet – so viele Missstände in der Gesellschaft, bei der Polizei, der Justiz und natürlich in der Politik sieht.

Als Martin McDonagh das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er Frances McDormand für die Hauptrolle im Sinn. Als ihr die Rolle angeboten wurde hatte die amerikanische Schauspielerin jedoch länger gezögert. Sie fand sich zu alt für die Rolle und war der Meinung, dass eine Frau, die in so einer Kleinstadt in Missouri lebt, viel früher Kinder bekommen hätte. Letztendlich hat ihr Ehemann und Top-Regisseur Joel Coen sie aber überzeugen können. Danke dafür! Mildred Hayes ist eine dieser Figuren, die man sich mit einer anderen Schauspielerin nicht vorstellen kann. Frances McDormand ist eine der besten Schauspielerinnen heutzutage, Ihre Performance in dem Mehrteiler Olive Kitteridge und jetzt in „Three Billboards“ zählen, in meinen Augen, zu ihren besten. Frances McDormand hält nicht viel von Awards-Kampagnen und sehr wahrscheinlich wird man sie nicht häufig bei den ganzen Rote-Teppich-Events sehen, da werden ihr Saoirse Ronan, Margot Robbie und andere sicherlich mit einer Charme-Offensive den Rang ablaufen. Am Ende sollte aber Leistung zählen und so hoffe ich darauf, dass sie am Ende nach über zwanzig Jahren mit ihrem zweitem Oscar (den ersten hat sie für ihre Performance in „Fargo“ gewonnen) ausgezeichnet wird.

In regulären amerikanischen Vorstellungen gibt es äußert selten Applaus am Ende eines Films. Als ich „Three Billboards“ das erste Mal in New York gesehen habe, gab es jedoch in meiner sehr gut besuchten Vorstellung am Eröffnungswochenende großen Applaus. (Als ich den Film zum zweiten Mal in Chicago gesehen hat jedoch keiner applaudiert).

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Jetzt zu den Oscars, Kategorie Bester Film. Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen bzw. Oscar-Gewinnern 2018 Ende September veröffentlicht habe, gab es faktisch noch keinen Favoriten in dieser Kategorie. Ich habe die Vermutung geäußert, dass „Three Billboards“ den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Jetzt zwei Monate später ist, in dieser beispiellosen Oscar-Saison, immer noch kein Favorit in Sicht. Viele Oscar-Experten gehen, nach wie vor, davon aus, dass Dunkirk gewinnen wird. Ich bin mir jedoch mittlerweile ziemlich sicher, dass ein Film mit einer weiblichen Hauptrolle den Oscar im nächsten Jahr gewinnen wird. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, ich werde in meiner nächsten Oscar-Prognose näher dazu Stellung nehmen. In dieser Oscar-Saison gibt es erfreulicherweise eine beachtliche Auswahl von Filmen mit starken Frauen/Mädchen in der Hauptrolle: „Three Billboards“, Lady Bird, „“The Shape of Water“ und „The Post“, aber auch „I, Tonya“, The Florida Project, Battle of the Sexes, Molly´s Game“ und nicht zu vergessen: mother!.(gut, Letztgenannter hat natürlich keinerlei Chancen auf einen Oscar-Gewinn)

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Woody Harrelson), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Toronto International Film Festival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Am 10.11.17 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 614 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 25.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Da ist er nun endlich der Trailer zum lang erwarteten neuen Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Wichtiger Film über ein wichtiges Thema (Pentagon-Papers). Film steht bis auf weiteres noch unter Embargo. Soviel ist aber durchgedrungen, man kann mit einigen Oscar-Nominierungen rechnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: als erkennbar war, für welchen Film hier Werbung gemacht wird, brach in meiner New Yorker Vorstellung schallendes Gelächter aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis. Auch dieser Film wurde die Tage das erste Mal gezeigt, steht aber auch noch unter Embargo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner Vorstellung in Chicago habe ich Trailer von „12 Strong“, „The Disaster Artist“, „The Commuter“, „Fifty Shades Freed (keiner hat in Chicago bei diesem Trailer gelacht), „The Shape of Water“

und

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich, wie furchtbar diese bildhübsche Frau aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney und wahrscheinlich eine für Margot Robbie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Super Troopers 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Actionkomödie und Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Aussteller von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

 

VOD – Film: „Better Watch Out“

Ich habe mir folgenden Film über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

„Better Watch Out“ (in D. ab dem 18.01.18 auf DVD) 89 min horror, comedy
dir. Chris Peckover cast: Levi Miller, Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Patrick Warburton, Virginia Madsen

 

Der 12-jährige Luke (Levi Miller) ist schon länger in seine Babysitterin, die 17-jährige Ashley (Olivia DeJonge), verknallt. Jetzt, als seine Eltern (Virginia Madsen, Patrick Warburton) zu einer Weihnachtsfeier eingeladen sind, und sie auf ihn aufpassen soll, versucht er sich an seine hübsche Aufpasserin ranzumachen. Etwas Champagner und ein Horrorfilm eignen sich dazu ja auch bestens, aber dann geschehen plötzlich auch im realen Leben seltsame Dinge…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Better Watch Out“ ist der neue Film des kanadisch-australischen Autors und Filmemachers Chris Peckover („Undocumented“).

Vor fast einem Monat habe ich mir den Film, auf Empfehlung, mal bei iTunes ausgeliehen. Natürlich längst vergessen, aber das Gute bei iTunes ist, dass man auf den letzten Metern daran erinnert wird, dass die Leihdauer demnächst abläuft.

„Better Watch Out“ könnte man als „der etwas andere Babysitter-Horrorfilm“ beschreiben. Er ist smart, schwarzhumorig, schonungslos und an der einen oder anderen Stelle sogar überraschend. Unter dem Strich ein kurzweiliger und sehr zu empfehlender Sehspass.

Levi Miller (der hier den Zwölfjährigen Luke spielt) ist ein Name, den man sich merken sollte und wenn man schon dabei ist, sich Namen zu merken, dann auch den des Autors und Regisseurs. Mit dieser Inszenierung ist es glasklar, dass Chris Peckover – aller Wahrscheinlichkeit nach – schon bald bei einer Hollywood-Großproduktion sein Können unter Beweis stellen darf.

„Better Watch Out“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2016 noch unter dem Titel „Safe Neighborhood“ gezeigt. Der Film ist am 6.10.17 landesweit in 25 amerikanischen Kinos gestartet und zeitgleich auf VOD herausgekommen. In Deutschland erscheint der Film am 18.01.18 auf DVD.

Trailer zu sehen:

 

TV – Serie: „Mindhunter, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 1. Staffel“ 10 x 35 to 60 min crime, drama, adaptation
dir. David Fincher, Asif Kapadia, Tobias Lindholm, Andrew Douglas cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Hannah Gross, Anna Torv, Cotter Smith, Cameron Britton, Happy Anderson, Jack Erdie

 

Im Jahr 1977. Holden Ford (Jonathan Groff) ist FBI-Agent, sein Fachgebiet ist die Verhandlung mit Geiselnehmern, er unterrichtet in Quantico. Sein Kollege Bill Tench (Holt McCallany) ist der Verhaltensforschungseinheit zugeteilt und fährt durchs Land, um den Polizisten die neuesten Ermittlungstechniken des FBI beizubringen. Der 29-jährige Holden Ford ist sehr daran interessiert, seinen Horizont zu erweitern und arbeitet schon bald mit Bill Tench zusammen. Die beiden FBI-Agenten weihen fortan die Gesetzeshüter in der Provinz gemeinsam in die FBI-Arbeit ein. Dabei werden sie nicht selten von den Polizisten in ihre ungeklärten Mordfälle eingeweiht und zu Rate gezogen. Holden hat irgendwann die Idee, inhaftierte Serienmörder zu interviewen, er denkt, er könnte etwas Nützliches über die Psyche dieser Täter in Erfahrung bringen. Bald besucht er den Serienmörder Ed Kemper (Cameron Britton) im Gefängnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf dem Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australischen Bühnen- und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er produziert. Hier hat David Fincher bei vier der zehn Episoden Regie geführt.

An die Serie sollte man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. In erster Linie ist „Mindhunter“ ein dialogreiches Charakterdrama. Es geht um zwei FBI-Agenten, die in den späten 1970er Jahren durch Gespräche mit Serienmördern versuchen, die Psyche dieser Täter generell zu analysieren. Die beiden FBI-Agenten gab es wirklich. Die realen Vorbilder für Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) und Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) waren John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und Robert Ressler. Es ist nicht das erste Mal, dass der FBI-Agent John E. Douglas als Vorlage für Charaktere in einer Serie bzw. einem Film diente. Die Serienfigur Jason Gideon aus der TV-Serie „Criminal Minds“ und auch der fiktive Ermittler Jack Crawford aus den Hannibal Lecter-Büchern/Filmen basiert auf John E. Douglas. Die Serie „Mindhunter“ ist jedoch nicht so spannungsgeladen wie beispielsweise Jonathan Demmes exzellenter Thriller „The Silence of the Lambs“, diese Serie ist dialogreich und nimmt sich Zeit für seine Charakter und seine Geschichte und ist damit eher mit David Finchers großartigen Serienmörder-Film Zodiac zu vergleichen. Ich wusste selbst nicht was mich erwartet. Sobald David Fincher aber irgendwo seine Finger im Spiel hat, stehe ich auf der Matte. Seinetwegen habe ich in die Serie reingeschaut, geblieben bin ich, weil mir die beiden Protagonisten (Holden Ford und Bill Tench) schnell ans Herz gewachsen sind. Wie jede TV-Serie, die mich begeistert, habe ich auch diese gesamte Staffel bereits zwei Mal geschaut (zugegebenermassen Finchers vier Episoden sogar drei Mal). Besonders gefallen mir das Zusammenspiel von Holden und Bill, die brillanten Dialoge, der unterschwellige Humor und das 1970er Jahre Setting.

„Mindhunter“ spielt in einer anderen Zeit. Es ist das Jahr 1977, überall wurde noch geraucht und das neue FBI (nur fünf Jahre nach dem Tod des ersten FBI-Direktors J. Edgar Hoover) muss sich noch finden. Es macht den Anschein, dass sich die Verbrechen und die auch Täter geändert haben. Die Sprache und Wortwahl war noch eine andere, Begriffe wie Serienmörder waren noch nicht gebräuchlich (serial killer wurden als sequence killer bezeichnet). Die Serie erzählt von dem Beginn der Kriminalpsychologie/ des Profilings. Dabei kam einer der FBI Agenten (in der Serie Holden Ford) auf die Idee, inhaftierte Serientäter zu ihrer Kindheit und den Beweggründen ihrer Taten zu befragen. Die Serienmörder Ed Kemper, Monte Ralph Rissell, Jerry Brudos, Richard Speck, etc, die in der ersten Staffel zu sehen sind, hat es tatsächlich alle gegeben.

Sexual- und Gewaltverbrechen werden üblicherweise von Männern verübt. In den 1970er Jahren waren die Mädchen und Frauen nicht nur die Opfer, ihnen wurde damals auch oftmals die Schuld dafür gegeben, dass der Mann so ausgetickt ist. (mal war es die dominante Mutter oder Oma, die Freundin oder das junge Mädchen, dass zu sexy gekleidet ist, etc.).

In einigen Szenen (meist zu Beginn der Episoden) sieht man einen mysteriösen Mann. Man erfährt nicht viel über diesen Mann, aber einiges weist darauf hin, dass er ein Krimineller, wahrscheinlich sogar Serienmörder ist oder vielleicht auch erst irgendwann mit seinen grausamen Taten beginnt. Die erste Staffel von „Mindhunter“ endet mit ihm, man kann also davon ausgehen, dass er ein wichtiger Bestandteil der zweiten Staffel ist.

Die Serie ist perfekt besetzt. Dem Namen nach kannte ich keinen der Schauspieler. Jeder einzelne ist jedoch glaubwürdig in seiner/ihrer Rolle. Mit der zweiten Sichtung dieser Serie war mir aber klar, dass Holt McCallany jetzt einer meiner neuen Lieblingsschauspieler ist. Sein Gesicht war mir aus einigen anderen Filmen bekannt.

Cameron Britton als Serienmörder Ed Kemper ist unbeschreiblich gut. Hier sehe ich definitiv auch eine Emmy-Nominierung als Gaststar bzw. Nebenrolle. Bitte seiner Stimme und Sprache unbedingt im Original lauschen!

Meine Lieblingsfigur: Ich mag alle, Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) ist aber mein Favorit

Meine Lieblingsepisode: Ich liebe die zweite Episode, sie ist perfekt, mein Lieblingspart dabei der „Fly Like an Eagle“-Part, die letzten, vielleicht 23 Minuten der zehnten Episode waren auch klasse.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Holden Ford ist 29 Jahre alt und FBI-Agent. Er ist auf die Verhandlung mit Geiselnehmern spezialisiert und schult auch in Quantico. Bald arbeitet er mit seinem FBI-Kollegen Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) von der Verhaltensforschungseinheit zusammen, sie fahren durchs Land und schulen Polizisten in der Provinz. Holden ist etwas bieder und verkopft. Sein Charakter basiert auf den FBI-Agenten John E. Douglas, er war einer der ersten Profiler. Gespielt wird Holden Ford von dem amerikanischen Film-, Theater- und TV-Schauspieler und Sänger Jonathan Groff. Er hat in den TV-Serien „Glee“ und „Looking“ mitgespielt. Ich habe ihn in dem HBO-Film The Normal Heart und Ang Lees Kinofilm Taking Woodstock gesehen. Jonathan Groff ist auch ein Musical-Darsteller. Für seine Performance in den Musicals „Spring Awakening“ und „Hamilton“ wurde er für den Tony nominiert.

Bill Tench ist 44 Jahre alt und verheiratet. Er und seine Frau haben vor drei Jahren einen Jungen adoptiert. Er ist ein erfahrener FBI-Agent und arbeitet in der Verhaltensforschungseinheit. Er unterrichtet außerdem Polizisten landesweit über FBI-Praktiken. Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) ist sein neuer Partner dabei. Sein Charakter basiert auf Robert K. Ressler, der eine signifikante Rolle in dem Profiling von Gewaltstraftätern gespielt hat. Gespielt wird Bill Tench von dem amerikanischen Schauspieler Holt McCallany. Er hat mit David Fincher bereits in „Alien 3“ und „Fight Club“ zusammengearbeitet. Auch hat er in vielen größeren Kinoproduktionen (u.a. Run All Night, Sully) mitgespielt. Mir war sein Gesicht sehr vertraut, seinen Namen kannte ich bislang nicht.

Debbie ist Holdens 24-jährige Freundin, sie studiert Soziologie. Die junge Dame ist selbstbewusst und freigeistig. Gespielt wird Debbie von der kanadischen Schauspielerin Hannah Gross. Dies ist ihre erste größere Rolle.

Dr. Wendy Karr ist Psychologin und berät die beiden FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench (gespielt von Jonathan Groff und Holt McCallany). Auch ihr Charakter basiert auf einer realen Person: Dr. Ann Wolbert Burgess. Gespielt wird Dr. Karr von der australischen Schauspielerin Anna Torv. Den meisten wird sie durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „Fringe“ bekannt sein.

Ed Kemper ist der erste Serienmörder, der von Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) interviewt wird. Gespielt wird Ed Kemper von dem amerikanischen Schauspieler Cameron Britton.

„Mindhunter“ ist seit dem 13.10.17 bei Netflix abrufbar. Die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

Montréal – Film: „Thank You for Your Service“

Ich war am 04.11.17 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Thank You for Your Service“ 108 min drama, biopic, adaptation
dir. Jason Hall cast: Miles Teller, Beulah Koale, Haley Bennett, Joe Cole, Amy Schumer

Im Jahr 2007. Sergeant Adam Schumann (Miles Teller) kehrt mit seinen beiden Kameraden Aieti (Beulah Koale) und Waller (Joe Cole) aus dem Irak-Krieg zurück. Von der amerikanischen Armee werden die jungen Männer mit ihren traumatischen Erlebnissen alleingelassen und so versucht jeder auf seine Weise, wieder zurück ins Leben zu finden…

B+ (Wertung von A bis F) „Thank You for Your Service“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des Journalisten David Finkel. Es ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers und Drehbuchautors Jason Hall (American Sniper, „Buffy the Vampire Slayer“).

„Thank You for Your Service“ erzählt wie amerikanische Soldaten nach der Rückkehr ihres Kampfeinsatzes in ein Loch fallen. Während ihres Einsatzes im Irak wurden sie Zeuge schrecklicher Ereignisse, mussten direkt mitansehen, wie ihre Militärkameraden oder Zivilisten zu Tode kamen. Vor Ort gab es keine Zeit, die Erlebnisse zu verarbeiten, also nehmen sie das Erlittene mit nach Hause. Dort versuchen die Einsatzgeschädigten wieder in ihr normales Leben zurückzufinden, leiden jedoch an Panikattacken, Schlafproblemen, Depressionen u.ä. Irgendwann erkennen zwei der Männer, dass sie ihre psychischen Probleme nicht allein bewältigen können. Sie bemühen sich aktiv um professionelle Hilfe. Es gibt die Hilfe-Zentren, aber die Psychotherapeuten sind mit der Anzahl der Veteranen und Hilfesuchenden völlig überfordert und so dauert es Monate bis sie eine Trauma-Therapie beginnen können.

Ich finde es unverantwortlich, dass die jungen Männer, die für ihr Land gekämpft haben nach ihrer Rückkehr gänzlich auf sich allein gestellt sind und nicht unmittelbar von dem amerikanischen Militär und der Regierung betreut werden. Das ist übrigens nicht allein ein Missstand der amerikanischen Armee, meine Recherche hat ergeben, dass auch die Bundeswehr und deutsche Politik ihre Soldaten mit einer posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) scheinbar nicht ausreichend versorgt.

„Thank You for Your Service“ macht das Schicksal von drei amerikanischen Soldaten greifbar. Zum Schluss des Films werden Fotos der realen Personen gezeigt.

Miles Teller (Rabbit Hole, Whiplash, Bleed for This) ist mittlerweile dreißig Jahre alt. Auch wenn er sicher noch etwas an seiner Persönlichkeit arbeiten muss, gilt er als einer der großen Schauspielhoffnungen Hollywoods. So kann man auch großzügig darüber hinwegsehen, dass er in den „Divergent“-Verfilmungen und in „Fantastic Four“ mitwirkte, für seine sonstige Rollenauswahl hat er ein relativ gutes Händchen. Auch wenn manche Filme weder beim Publikum noch bei den Kritikern besonders positiv aufgenommen wurden, er wird meistens für seine Performance gelobt. Ich habe ihn jetzt in zwei ausgesprochen guten Filmen Only the Brave und „Thank You for Your Service“) hintereinander gesehen, in beiden gibt er eine exzellente Performance. Leider ist keiner dieser Film in den U.S.A. ein Kassenerfolg.

Die blonde Comedian Amy Schumer (Trainwreck) ist hier mal in einer ganz anderen, ernsthafteren Rolle zu sehen. Dunkelhaarig und gänzlich ungeschminkt war sie für mich nur anhand ihrer markanten Nase zu erkennen.

„Thank You for Your Service“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Miles Teller), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Thank You for Your Service“ wurde erstmalig auf dem Heartland Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 in 2054 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist derzeit noch kein Kinostart vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Roman J. Israel, Esq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dan Gilroys neuer Film. Denzel Washington macht einen verdammt guten Eindruck, wie lange nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Der Film soll nicht so schlimm sein, wie der Trailer vermuten lässt, aber halt auch kein Oscar-Film, damit muss ich diesen Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay nicht sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … Gary Oldman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Den Trailer über habe ich geglaubt, die Ankündigung für einen weiteren, völlig überflüssigen Transformers-Film zu sehen, ist aber die Fortsetzung zu Guillermo del Toros Film aus dem Jahr 2013. Braucht man ebensowenig.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Denver – Film: „Only the Brave“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Only the Brave“ (dt. Filmtitel: „No Way Out – Gegen die Flammen“, dt. Kinostart: 8.3.18) 134 min drama, biopic adaptation
dir. Joseph Kosinski cast: Josh Brolin, Miles Teller, Jeff Bridges, Taylor Kitsch, Jennifer Connelly, Andie MacDowell

Eric „Supe“ Marsh (Josh Brolin) leitet ein örtliches Feuerwehrteam in Prescott, Arizona. Der Superintendent setzt sich dafür ein, dass sein Team sich als Elite-Feuerwehr-Einheit „Hotshots“ qualifiziert. Dafür werden die jungen Männer in der direkten Wildfeuer-Bekämpfung ausgebildet. Eines Tages erwartet die Granite Mountain Hotshots ein großes Feuer, dass die Kleinstadt Yarnell bedroht…

 

B (Wertung von A bis F) „Only the Brave“ basiert auf wahren Begebenheiten und auf Sean Flynns GQ-Artikel „No Exit“. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Joseph Kosinski (Tron: Legacy, „Oblivion“).

Der Film führt einen für etwas mehr als zwei Stunden in die Welt amerikanischer Feuerwehrmänner. Es ist ein Männer-Film, bei denen eben echte Kerle auch echte-Kerle-Jobs ausüben, mit Macho-Gelaber, den üblichen Rivalitäten, aber auch Freundschaften – dabei empfand ich das Gezeigte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Zum Schluss wird es sogar noch mal richtig dramatisch und dann blieb in meiner Vorstellung auch kein Auge trocken. Bei der ganzen Männer-Riege war für mich der interessanteste Charakter im Film eine Frau: Amanda Marsh, die Frau von Josh Brolins Charakter. Amanda wird von Jennifer Connolly gespielt, sie gibt hier eine mega Performance, die man durchaus für den Oscar nominieren könnte. Die Beziehung zwischen Eric und Amanda wirkte auch lebensnah. Auch Miles Teller zeigt einmal mehr, was er kann.

Der Film zeigt einige großflächige Waldbrände, das Feuer im Film sieht dabei ziemlich realistisch aus. Was ich durch den Film gelernt habe, ist, dass die Hotshot Crews sich von normalen Feuerwehrmännern dadurch unterscheiden, dass sie in die gefährlichsten Gebiete geschickt werden. Bei ihrer äußerst risikoreichen Arbeit bekämpfen sie die Waldbrände auch nicht mit Wasser o.ä., sondern mit Feuer, mit kontrollierten Bränden. Den gesamten Film über habe ich mich jedoch gefragt, warum die Männer bei ihren Löscharbeiten mitten im Waldbrand-Gebiet nie Atemschutzmasken trugen, ist das logisch?

„Only the Brave“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste visuelle Effekte

„Only the Brave“ ist am 20.10.17 landesweit in 2,577 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Kinostart unter dem Filmtitel „No Way Out – Gegen die Flammen“ für den 8.3.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Justice League„
Bewertung des Trailers: D- (neuer Trailer)
Kommentar: Der x-te Superhelden-Film, sieht für mich unerträglich aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Nach wie vor sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Michelle Williams und Mark Wahlberg und künftig Christopher Plummer (Kevin Spacey wird derzeit aus dem Film geschnitten). Ob Ridley Scott mit den ganzen Nachdrehs seinen Film bis zum anvisierten Kinostart am 22.12. fertiggestellt bekommt, ist fraglich. Ich halte das Ganze eh für eine dumme Entscheidung. Seit Spaceys Durchbruch Mitte der 1990er Jahre gab es die Gerüchte und jetzt wird getan, als wäre das Ganze für einige völlig überraschend und der Schauspieler wird aus dem fertigen Film rausgeschnitten. Schwachsinn. Aber gut, dann ist es eben der Film, aus dem Kevin Spacey rausgeschnitten wurde – PR-mäßig nicht viel gewonnen. Vielleicht ist es aber auch die dickköpfige Entscheidung von Ridley Scott, der von vornherein Plummer besetzen wollte. Das Studio wollte einen größeren Star für den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Roman J. Israel, Esq„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dan Gilroys neuer Film. Denzel Washington macht einen verdammt guten Eindruck, wie lange nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Denver – Film: „Suburbicon“

Ich war am 27.10.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Suburbicon“ (dt. Kinostart: 09.11.17) 105 min crime, comedy
dir. George Clooney cast: Matt Damon, Julianne Moore, Noah Jupe, Oscar Isaac, Glenn Fleshler, Megan Ferguson

 

Als im Jahr 1959 die erste afro-amerikanische Familie in das 6000-Seelen-Kaff Suburbicon zieht, bringt das die weiße Bevölkerung in Aufruhr. Gardner (Matt Damon), seine an den Rollstuhl gefesselte Frau Rose (Julianne Moore), seine Schwägerin Margaret (Julianne Moore) und sein Sohn Nicky (Noah Jupe) haben im Moment ganz andere Probleme. Eines Nachts werden sie überfallen…

 

C- (Wertung von A bis F) „Suburbicon“ ist der neue Film von Schauspieler/Regisseur George Clooney („Good Night, and Good Luck“, The Ides of March).

George Clooneys Karriere als Regisseur hat im Jahr 2002 mit „Confessions of a Dangerous Mind“ äußerst vielversprechend begonnen. Drei Jahre später präsentierte er dann „Good Night, and Good Luck“, welcher bis heute einer meiner Lieblingsfilme ist.. „The Ides of March“ war ganz gut, aber die Filme „Leatherheads“ und The Monuments Men glichen eher einer Katastrophe und sein neuer Film ist es leider auch.

Von der Handlung her ähnelt „Suburbicon“ dem Coen Bros.-Meisterwerk „Fargo“, leider lag hier aber kein solides Drehbuch vor, man hat keine skurrilen oder wenigstens sympathischen Charaktere, vermisst schon bald einige der brillanten Schauspieler aus dem Klassiker (William H. Macy, Frances McDormand, Steve Buscemi und Peter Stormare) und auf schmerzliche Weise muss man letztlich auch auf den besonderen Humor und die Originalität der Coen Bros. verzichten. Und das, obwohl die Coens sogar mit George Clooney und Grant Heslov die Drehbuchvorlage geschrieben haben. Es wird aber bestimmt einen Grund haben, warum die Regiebrüder den Film nicht selbst inszenieren wollten.

„Suburbicon“ wird als Krimi-Komödie vermarktet. Ein Mal habe ich ganz kurz geschmunzelt, ansonsten ist der Film einfallslos und relativ ereignislos (es dauert ewig, bis überhaupt etwas Handlung zu erkennen ist). In einem Nebenplot sieht man, wie Rassisten die neu zugezogene schwarze Familie bedrohen. Einen Zusammenhang der Haupt- und der Nebengeschichte konnte ich bis zum Schluss nicht entdecken.

Positiv hängen geblieben sind das exzellente 1950er Jahre-Szenenbild und das entsprechende Kostümdesign und auch der Kinderschauspieler Noah Jupe, der den kleinen Nicky spielt, hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

„Suburbicon“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regie, Bester Hauptdarsteller (Matt Damon), Bestes Originaldrehbuch

„Suburbicon“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 27.10.17 landesweit 2,046 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kommt der Film morgen (09.11.17) in die Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Daddy´s Home 2„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie mit Mark Wahlberg, Will Ferrell, Mel Gibson auch mit. Ich weiß nicht ob John Lithgow den Film retten kann – vom Trailer her wirkt es so
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Winchester„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Horrorfilm mit Helen Mirren und Jason Clarke
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Father Figures„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Owen Wilson, Ed Helms, Glenn Close, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Killing of a Sacred Deer“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Killing of a Sacred Deer“ (dt. Kinostart: 28.12.17) 121 min drama, thriller, horror
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Nicole Kidman, Barry Keoghan, Raffey Cassidy, Bill Camp, Alicia Silverstone, Sunny Suljic

 

Der erfolgreiche Herzchirurg Steven (Colin Farrell) fühlt sich verantwortlich für den Tod von Martins Vater, schließlich starb er auf seinem OP-Tisch. Seither verbringt er einige Zeit mit dem 16-jährigen Martin (Barry Keoghan), stellt ihn sogar seiner Frau Anna (Nicole Kidman) und seinen beiden Kindern Kim und Bob (Raffey Cassidy und Sunny Suljic) vor. Irgendwann muss Steven aber feststellen, dass Martin ernsthafte Probleme hat….

 

B (Wertung von A bis F) „The Killing of a Sacred Deer“ ist der fünfte Film des griechischen Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth, The Lobster). Die Handlung ist an die griechische Tragödie „Iphigenie in Aulis“ angelehnt.

Als ich aus dem Kino dachte ich, was für ein kranker Scheiß und wie heilend es für Yorgos Lanthimos bestimmt ist, seine kranken Fantasien zu Papier bringen und später als Spielfilm zu inszenieren. Später habe ich recherchiert, ob er vielleicht eine Frau und Kinder hat und wie es denen so geht. Kinder hat der griechische Regisseur scheinbar nicht und nach „Dogtooth“ und jetzt diesem Film beruhigt mich das immens.

Yorgos Lanthimos erzeugt hier von Beginn an eine beklemmende, ja bedrohliche Atmosphäre. Auch wenn noch gar nichts passierte, stellte sich bei mir bereits ein unwohles Gefühl ein. Durch die absurd-seltsamen Dialoge, die stressige Musik, die ungewöhnliche Kameraeinstellungen und lange Kamerafahrten hat man immer Abstand zu den Figuren und der Geschichte. Man betrachtet eine Inszenierung, vieles erinnert an Stanley Kubrick-Filme. Einige kurze Momente im Schlafzimmer mit Nicole Kidman wirkten sogar, als wären sie direkt aus „Eyes Wide Shut“.

Im Ganzen war mir der Film eine Spur zu verstörend, definitiv ein Film, den ich mir kein zweites Mal anschauen werde. Yorgos Lanthimos ist jedoch zweifelsfrei einer der interessantesten und konsequentesten Filmemacher heutzutage, dessen Werke sich jeder Filminteressierte anschauen sollte.

Barry Keoghan ist der geborene Film-Psychopath. Er ist hier so glaubwürdig , dass ich mir im Moment nicht vorstellen kann, dass er jemals in einer ganz andere Rolle hundertprozentig überzeugen könnte. Ich lasse mich aber dahingehend gerne überraschen. Sein Gesicht kam mir auch bekannt vor, ohne Recherche wäre ich jedoch nicht darauf gekommen, dass er kürzlich in einer kleineren Rolle in Dunkirk zu sehen war.

„The Killing of a Sacred Deer“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch

„The Killing of a Sacred Deer“ wurde erstmalig auf dem Cannes Filmfestival 2017 gezeigt. Dort hat der Film den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Gerade wurde der der Film in drei Kategorien (Bester Regisseur, Colin Farrell als Bester Hauptdarsteller und Bester Drehbuchautor) für den Europäischen Filmpreis 2017 nominiert. Der A-24-Film ist am 20.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 86 Kinos landesweit. In Deutschland kommt der Film am 28.12.17 ins Kino.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Disaster Artist „
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über Greg Sestero. Möglicher Oscar-Kandidat von und mit James Franco
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lady Bird„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Greta Gerwigs Regiedebüt mit Saoirse Ronan, Laurie Metcalf und Tracy Letts. Der Film ist ein möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Call Me by Your Name„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Luca Guadagninos neuer Film, sehr wahrscheinlicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:  habe ich bereits auf der Berlinale gesehen

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I Love You, Daddy„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Louis C. K.s neuer Film. Tragikomödie in s/w gedreht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Breathe“

Ich war am 21.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Breathe“ (dt. Filmtitel: „Solange ich atme“, dt. Kinostart: 19.04.18) 117 min drama, biopic
dir. Andy Serkis cast: Andrew Garfield, Claire Foy, Tom Holland, Hugh Bonneville, Dean-Charles Chapman

 

Ende der 1950er Jahre. Der junge Robin Cavendish (Andrew Garfield) verliebt sich in Diana (Claire Foy). Die beiden gehen nach Afrika und führen ein schönes Leben. Als sie schwanger wird, heiraten sie. Robin hat zunehmend gesundheitliche Probleme, bis er schließlich zusammenbricht. Im Alter von 28 Jahren wird bei ihm Polio diagnostiziert. Er ist vom Hals abwärts gelähmt und kann auch nicht selbstständig atmen. Die Ärzte geben ihm nur wenige Monate zu leben…

 

C (Wertung von A bis F) „Breathe“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist ein Biopic über einen der am längsten lebenden Polio-Erkrankten in Großbritannien. Es ist das Regiedebüt des englischen Schauspielers Andy Serkis  (vorwiegend bekannt durch seine Motion-Capturing-Performances als Gollum und Caesar in den „Lord of the Rings“- und „Planet of the Apes“-Trilogien).

„Breathe“ ist ein Film der Kategorie „Kann man sehen, aber eigentlich gibt es kein Grund dafür“. Ich fand den Film sehr zäh und öde. Ehrlich gesagt gibt die Geschichte auch nicht genug her, um einen Kinofilm zu füllen. Für mich kommt erschwerend dazu, dass Andrew Garfield so gar nicht mein Fall ist. Seine Chancen stehen derzeit nicht schlecht, dass er für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Ich habe dieses Jahr bereits  nominierungswürdigere Performances gesehen.

„Breathe“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes Originaldrehbuch

„Breathe“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 13.10.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. In der Woche vom 20.-26.10. wurde der Film landesweit in 315 Kinos in den U.S.A. gespielt, seither wurde die Kopienanzahl wieder verringert. In Deutschland soll der Film am 19.04.18 ins Kino kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht leiden kann (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Polaroid„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Man Who Invented Christmas„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Dan Stevens und Christopher Plummer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „My Friend Dahmer„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama über den Serienmörder Jeffrey Dahmer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „The Mountain Between Us“

Ich war am 12.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mountain Between Us“ (dt. Filmtitel: „Zwischen zwei Leben“, dt. Kinostart: 7.12.17) 104 min drama
dir. Hany Abu-Assad cast: Kate Winslet, Idris Elba, Dermot Mulroney, Beau Bridges

Aufgrund der Witterungsbedingungen wurden sämtliche Linienflüge gestrichen. Die Fotojournalistin Alex (Kate Winslet) und der Chirurg Dr. Ben Bass (Idris Elba) haben jedoch wichtige Termine. Alex möchte am nächsten Tag ihren Verlobten Mark (Dermot Mulroney) heiraten und überredet schließlich Ben eine kleine Maschine zu chartern. Der Pilot (Beau Bridges) erleidet während des Fluges jedoch einen Schlaganfall und der Flieger stürzt in einer entlegenen Bergregion ab…

 

C (Wertung von A bis F) „The Mountain Between Us“ basiert auf Charles Martins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des niederländisch-palästinensischen Filmemachers Hany Abu-Assad („Paradise Now“, „Omar“).

Ich mag diese Was-würde-ich-tun-Filme? „The Mountain Between Us“ ist vordergründig ein Survival-Film. Ich hätte mir gewünscht, dass man auf diesen Liebesschnulz verzichtet hätte., sonderlich glaubwürdig ist dieser nämlich nicht. Aber egal, meine Hauptsorge in dem Film galt selbstverständlich dem Hund aber selbst der verhält sich oftmals äußerst ungewöhnlich. Insgesamt ist der Film nicht gut, das Drehbuch schlecht, die Dialoge sind oft furchtbar, was den Film aber dennoch erträglich macht, sind die Schauspieler Kate Winslet und Idris Elba.

Bei Filmen, bei dem es zu Flugunregelmäßigkeiten oder gar einem Flugzeugabsturz kommt, neige ich dazu, meinen Senf dazugeben zu wollen:

Wenn es nach mir gehen würde, hätte es diesen Flugzeugabsturz nie gegeben und entsprechend wäre der Roman nie geschrieben und der Film nie gedreht worden.

Wenn aufgrund der Witterungsbedingungen ein normaler Linienflug gestrichen wird, wer kommt denn dann auf die Idee, man könnte die Flugstrecke mit einer kleinen Nussschale an Flieger unbeschadet zurücklegen?

Ich mag große Flugzeuge (zwei Gänge, zwei Decks = perfekt), ich habe es nicht so mit kleineren Fliegern, aber Hubschrauber oder Kleinflugzeuge (wie in diesem Film) finde ich völlig indiskutable und absurd. Logischerweise bin ich nicht flugängstlich, aber halt auch nicht lebensmüde, in solch einen Mini-Flieger würde ich im Leben nicht einsteigen.

Jetzt komme ich über einen Umweg zu einem weiteren Glaubwürdigkeitsproblem mit diesem Film.
Bei allen großen Fluggesellschaften wird seit einigen Jahren nach dem Start eine Ansage ähnlich folgender gemacht: „Meine Damen und Herren, da unerwartet Turbulenzen auftreten können, sind Sie aus Sicherheitsgründen verpflichtet sich anzuschnallen, sobald Sie ihren Sitzplatz eingenommen haben. Dies gilt auch dann, wenn die Anschnallzeichen ausgeschaltet worden sind.“ Diese Ansage wird aus versicherungsrechtlichen Gründen gemacht, sollte der Flieger dann in Turbulenzen geraten, der Passagier saß aber nicht angeschnallt auf seinem Sitz und wurde schwer verletzt, kann er die Fluggesellschaft nicht dafür haftbar machen. Nun werden generell nach dem Start irgendwann die Anschnallzeichen ausgeschaltet (das ist für das Kabinenpersonal das Zeichen, dass sie aufstehen dürfen und mit ihren Service-Vorbereitungen beginnen können und auch können ab dem Zeitpunkt die Passagiere aufstehen und zur Toilette gehen.) Die Anschnallzeichen werden dann im Reiseflug nur angeschaltet, wenn die Piloten heftige Turbulenzen erwarten bzw. diese bereits das Flugzeug durchschütteln und das bedeutet, dass die Passagiere dann unter keinen Umständen mehr aufstehen sollen, bzw. jetzt spätestens zu ihrem Platz zurückkehren müssen). Die Anschnallzeichen gelten übrigens immer auch für das Kabinenpersonal. So, was machen aber rund 50% der Passagiere, wenn kurz nach dem Start die Anschnallzeichen ausgeschaltet werden? Sie schnallen sich ab, auch wenn sie nicht vorhaben, aufzustehen, sie schnallen sich einfach ab. Werde ich nie verstehen. Ist es das Gefühl von Freiheit, dass man nur empfinden kann, wenn man abgeschnallt auf seinem Passagiersitz sitzt? Man kann den Gurt ja lockern, abschnallen sollte man sich jedoch – aus eigener Sicherheit – nicht. Wahrscheinlich haben aber diese Passagiere noch nie richtig starke Turbulenzen erlebt, die können nämlich quasi auch mal aus dem Nichts kommen. So, zurück zum Film. Jetzt sitzen also Kate Winslet und Idris Elbas Charaktere in diesem kleinen Flieger, heftiges Wetter und der Pilot erleidet einen Schlaganfall, die Maschine kommt ins Trudeln und die beiden sind nicht angeschnallt. Seeeeeehr realistisch. So etwas macht mich wahnsinnig, weil eigentlich wären sie spätestens beim Aufprall gestorben und dann hätte der Roman und der Film keine Existenzberechtigung.

Bevor „The Mountain Between Us“ erstmalig gezeigt wurde, war er auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch.

Der Film wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 6.10.10 landesweit in 3,088 Kinos gestartet. Am 7.12.17 kommt der Film in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Marshall„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic mit Chadwick Boseman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Das ist wirklich schlimm. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: habe den Film mittlerweile gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht mag (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Für mich sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Der Trailer ist perfekt. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Kevin Spacey, Michelle Williams und Mark Wahlberg
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ready Player One„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Sci-Fi-(Kinder)-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon, wegen der Besetzung

NYC – Film: „Super Dark Times“

Ich war am 03.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im KIno angeschaut:

 

„Super Dark Times“ (in Deutschland ab dem 17.11.17 auf DVD erhältlich) 102 min drama, thriller
dir. Kevin Phillips cast: Owen Campbell, Charlie Tahan, Elizabeth Cappuccino, Max Talisman, Amy Hargreaves

 

 

Die beiden Teenager Zach (Owen Campbell) und Josh (Charlie Tahan) sind beste Freunde seit sie denken können. Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander. Als es eines Tages zu einem tödlichen Unfall kommt, verändert sich ihr Leben gravierend…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Super Dark Times“ ist der erste Spielfilm, bei dem der Kameramann Kevin Phillips Regie führte.

„Super Dark Times“ ist eine hervorragende Genre-Mischung aus Coming-of-Age-Film, Charakterdrama und Thriller.

Am Anfang sieht man ganz normale Teenager, irgendwann kommt es dann zu dem folgenschweren Unfall, einer Situation mit der die Teenager schlichtweg überfordert sind. Entscheidungen werden getroffen, die Welt der beiden Jungen ist mit einmal aus den Fugen geraten. Dabei blickt man in die Gefühlswelt dieser Teenager, am Ende der Geschichte hat man aber einen der Jungen verloren. Wie konnte es soweit kommen ist eine Frage, die man sich am Ende stellt.

Der Film spielt in den 1990er Jahren, wie toll doch diese Zeit war, nicht ständig erreichbar zu sein, ohne Internet, eine Zeit in der sich die Menschen noch unterhalten haben und nicht ständig auf ihr Handy starrten. Mir fällt immer mehr auf, dass sich spielfilmische Werke einfach besser im Früher erzählen lassen.

Ich finde grundsätzlich Regiedebüts spannend, anhand eines einzigen Films kann man so oft erkennen, ob der Filmemacher Talent hat oder sich besser eine andere Profession suchen sollte. Sollten große Hollywood-Produzenten „Super Dark Times“ sehen (und das werden sie), wird es nicht lange dauern bis Kevin Phillips einige große Filmprojekte angeboten bekommt. Man erkennt schnell, dass er neben dem handwerklichen Können eine klare Vorstellung hat, wie sein Werk am Ende aussehen soll.

Charlie Tahan war sicherlich ein Grund, mir diesen Film anzuschauen. Mir ist er schon einige Male aufgefallen, zuletzt in der TV-Serie „Ozark“. Er ist sehr glaubhaft als nerdiger Jugendlicher. Ich hoffe nur, dass er sich weiterhin für die richtigen Projekte entscheidet und sich nicht von Hollywood verheizen lässt. Auch der andere Schauspieler (Owen Cambell) hat mir gut gefallen.

„Super Dark Times“ wurde erstmalig auf dem Rotterdam Film Festival gezeigt. In den U.S.A. wurde der Film seit Kinostart am 29.09.17 in 21 Kinos gespielt. Seit dem 3.10.17 ist er parallel auch auf amerikanischen VOD-Portalen zu sehen. In Deutschland wird der Film direkt auf DVD herausgebracht. Starttermin für dieses empfehlenswerte Regiedebüt ist der 17.11.17.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Take my Nose…Please!„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bending the Arc„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Architects of Denial„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thy Father´s Chair„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „For Ahkeem„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

amerikanisches Filmplakat von „Super Dark Times“

 

NYC – Film: „Brad´s Status“

Ich war am 30.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Brad´s Status“ (dt. Filmtitel: „Im Zweifel glücklich“, dt. Kinostart: 29.03.18) 102 min comedy, drama
dir. Mike White cast: Ben Stiller, Michael Sheen, Jenna Fischer, Luke Wilson, Jemaine Clement, Austin Abrams

 

Brad (Ben Stiller) ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat einen 17-jährigen Sohn (Austin Abrams). Er hat einen eigene Non-Profit-Organisation. Nachdem sein einziger Angestellter gekündigt hat, fällt er in eine Lebens- und Sinn-Krise. Dabei fallen ihm seine alten College-Freunde ein, jeder Einzelne hat es zu etwas gebracht. Hat Brad im Leben die falschen Entscheidungen getroffen…?

 

A- (Wertung von A bis F) „Brad´s Status“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Autors und Filmemachers Mike White („Chuck & Buck“, „School of Rock“, HBO-Serie „Enlightened“). Mit Year of the Dog hat er sein Regiedebüt gegeben. Dies ist erst der zweite Kinofilm, bei dem er Regie führt. In diesem Film ist er auch in einer Nebenrolle als Brads ehemaliger Freund (der Hollywood-Regisseur) zu sehen.

„Brad´s Status“ ist eine smarte Tragikomödie. Mike White ist mit seinem neuen Film ein feiner, melancholischer Film über einen Mann in einer Midlife-Crisis gelungen. Der Protagonist Brad ist Ende Vierzig und fragt sich warum all seine College-Freunde es zu etwas gebracht haben und er ein Leben im Mittelmaß führt. Er vergleicht sein Leben mit dem Anderer. In meinen Augen sind das eher Männer-Probleme. Ich sehe gar keinen Sinn darin, sein Leben mit dem eines Anderen zu vergleichen. Warum sollten die, die beispielsweise mehr Geld verdienen oder berühmt sind, automatisch ein glücklicheres Leben führen? Der Film ist aber sehr gut geschrieben, auch wenn Brad nicht unbedingt ein Sympathieträger ist, kann man seine Denke nachvollziehen und erlebt als Zuschauer die eine oder andere unangenehme Situation hautnah mit. Auf mich wirkte alles sehr real, was nicht zuletzt, der nuancierten Performance von Ben Stiller zu verdanken ist.

„Brad´s Status“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Hauptdarsteller (Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„Brad´s Status“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 15.09.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief er in 453 Kinos landesweit. „Brad´s Status“ startet unter dem Filmtitel „Im Zweifel glücklich“ voraussichtlich am 29.03.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer

:

Trailer v. Film: „Breathe„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Andy Serkis´offizielles Regiedebüt mit Andrew Garfield in der Hauptrolle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Novitiate„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Melissa Leo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Trailer v. Film: „Professor Marston and the Wonder Women„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Luke Evans und Rebecca Hall. Die Besetzung überzeugt mich nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Human Flow„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Todd Haynes´neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Lucky“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lucky“ (dt. Kinostart: 8.3.18) 88 min comedy, drama
dir. John Carroll Lynch cast: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston, Ed Begley Jr. Tom Skerritt

 

 

Lucky (Harry Dean Stanton) ist 90 Jahre alt und lebt in einer Kleinstadt, er war nie verheiratet und hat auch keine Kinder. Lucky ist aber zufrieden mit seinem Leben, morgens betätigt er sich sportlich, geht im Diner frühstücken, abends auf einen Drink in seine Stammkneipe, er liebt es, Kreuzworträtsel zu lösen und Quiz-Shows zu gucken. Eines Tages realisiert er, dass er alt ist und vielleicht nicht mehr lange zu leben hat.

 

A- (Wertung von A bis F) „Lucky“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers John Carroll Lynch („Fargo“, „Face/Off“, The Invitation, Jackie, „The Founder“)

Lucky habe ich quasi vom ersten Moment an ins Herz geschlossen, das gilt sowohl für den Film als auch für den titelgebenden Charakter. In Übereinstimmung mit dem Filmtitel war auch ich glücklich mit dem Film, was natürlich nicht ausschliesst, dass ich gut die Hälfte desselbigen Tränen in den Augen hatte. „Lucky“ ist eine Tragikomödie, vielleicht auch eine Charakterstudie über einen kauzigen, aber sehr liebenswerten, alten Mann. Harry Dean Stanton ist Lucky und damit gibt er für mich eine eindeutige Oscar-Performance.

Dies ist die vorletzte Performance von Harry Dean Stanton („Alien“, „Paris, Texas“, „Wild at Heart“, „The Green Mile“) in einem Spielfilm. Der amerikanische Schauspieler ist am 15.09.17 im Alter von 91 Jahren gestorben. Was für ein großartiger Schauspieler er war.

Der Filmemacher David Lynch hat schon in einigen Projekten als Schauspieler (beispielsweise in seiner eigenen TV-Serie „Twin Peaks“) mitgewirkt, in „Lucky“ gibt er eine bemerkenswerte gute Performance.

Als ich Ende September meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 veröffentlicht habe, hatte ich Harry Dean Stanton noch nicht auf dem Schirm, jetzt habe ich ihn fest verankert.

„Lucky“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Harry Dean Stanton)

„Lucky“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 29.09.17 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 60 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 8.3.18 geplant.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Félicité„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Senegalesisches Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Paris Opera„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Tom of Finland„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gay-Biopic, der Film wurde von Finland für die nächsten Oscars eingereicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Trailer v. Film: „Faces Places
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Agnès Vardas Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Aufsteller von Film „Lucky“

NYC – Film: „Columbus“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Columbus“ 104 min drama
dir. Kogonada cast: John Cho, Haley Lu Richardson, Parker Posey, Rory Culkin, Michelle Forbes

 

Jin (John Cho) lebt und arbeitet in Korea. Er ist in den U.S.A. aufgewachsen und gerade in Columbus, Indiana angekommen. Sein Vater wollte in der Stadt einen Vortrag über Architektur halten und liegt jetzt dort in einem Krankenhaus im Koma. Eines Tages lernt er Casey (Haley Lu Richardson) kennen, die junge Frau ist architekturbegeistert und wollte sich eigentlich den Vortrag von Jins Vater anhören. Sowohl Jins als auch Caseys Leben befindet sich gerade irgendwie in einer Sackgasse… .

 

A- (Wertung von A bis F) „Columbus“ ist das Spielfilmdebüt des südkoreanisch-amerikanischen Autors/Filmemachers Kogonada.

Der Protagonist sagt in dem Film, dass er durch die Situation mit seinem Vater zum Nichtstun verdammt ist, gezwungen ist, eine Pause vom Leben zu nehmen. Mit dem Film geht es dem Zuschauer ähnlich, allerdings aus einem wesentlich erfreulicheren Grund. „Columbus“ fordert einen auf, für einen Moment innezuhalten, runterzufahren und dem Zusammenspiel aus Design, Architektur, Musik (der Band Hammock) und der erzählten Geschichte zu folgen. Es passiert nicht viel in diesem Film, es ist aber sehr poetisch und schön.

Ich bin mir sicher, dass man von diesem Filmemacher noch einiges erwarten kann.

„Columbus“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 4.8.17 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit ist dieser Indie in nicht mehr als 63 amerikanischen Kinos zu sehen. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Take Every Wave: The Life of Laird Hamilton„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Pearl Jam: Let´s Play Two„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Konzert-Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Berlin – Film: „Blade Runner 2049“

Ich war am 6.10.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Blade Runner 2049“ (dt. Kinostart war der 5.10.17) 163 min sci-fi, sequel, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Robin Wright, Sylvia Hoeks, Ana de Armas, Mackenzie Davis, Hiam Abbass, Barkhad Abdi

 

Kalifornien im Jahr 2049. K (Ryan Gosling) ist ein künstlicher Mensch, ein Replikant. Er arbeitet als Blade Runner, Replikanten-Jäger, für die LAPD und hat den Auftrag, Replikanten der älteren Baureihe aufzuspüren und zu eliminieren. Bei seinem neuen Auftrag macht er eine entscheidende Entdeckung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Blade Runner 2049“ ist die Fortsetzung von Ridley Scotts Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982. Beide Filme basieren auf Philip K. Dicks Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“. Dies ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, Sicario, Arrival).

Es war ne ziemlich blöde Idee, „BR 2049“ anzuschauen, ohne vorher den Originalfilm zu gucken. Ich dachte, es wäre wie bei Mad Max: Fury Road, dass der Film für sich allein steht und als visuelles Meisterwerk beeindruckt.

Klar, „Blade Runner 2049“ ist sehr stylisch und sieht optisch sensationell aus, gerade der dritte Akt hat mich schwer beeindruckt. Im letzten Akt könnte ich quasi jedes Szenenfoto nehmen und es als Kunstwerk an die Wand hängen. ABER: während George Miller mit „Mad Max: Fury Road“ eigentlich nur eine einzige spektakuläre Verfolgungsjagd in Szene gesetzt hat, hat dieser Film erzählerisch einen höheren Anspruch. Gestalterisch fand ich diese Welt atemberaubend, habe sie aber nicht wirklich verstanden und konnte keinerlei emotionale Beziehungen zu den Charakteren aufbauen. Daher war mir das Schicksal der Charaktere relativ egal. Ich habe mich sogar über die scheinbar allzu vorhersehbare Story um Ryan Goslings Charakter geärgert (letztlich gab es dann doch eine entscheidende Wendung, aber auch die fand ich unbefriedigend). Ganz zu schweigen von den wirklich selten dämlichen Dialogen. Vielleicht ist Denis Villeneuves neuer Film mehr etwas für Fans des ersten Films, für andere ist dieser Film schön anzuschauen und anzuhören (der Sound des Films ist überragend und war das erste, was mir tatsächlich aufgefallen ist und ist das, was mir mehr als eine Woche nach der Sichtung immer noch in den Ohren dröhnt), mehr aber nicht. Außerdem war mir der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang.

Ich werde mir sicherlich eines Tages Ridley Scotts Klassiker (es gibt wohl viele Versionen, empfohlen wird aber sein Final Cut) anschauen und dann Denis Villeneuves Fortsetzung  eine erneute Chance geben. Dann werde ich einen Vergleich zu der Sichtung, ohne Kenntnis des ursprünglichen Films ziehen. Es gibt wohl auch drei sehenswerte Kurzfilme („Black Out 2022“, „2036 Nexus Dawn“ und „2048: Nowhere to Run“), die die Welt zwischen dem Originalfilm und dem neuen Blade-Runner-Film erklären.

„Mad Max: Fury Road“ hat ein Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar, ist vor 2 1/2 Jahren in 3703 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat am Eröffnungswochenende rund 45 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, insgesamt sogar 150 Millionen Dollar (plus 220 Millionen weltweit) eingespielt. Damit war dieser Film ein ziemlicher Kassenerfolg, hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Bester Regisseur) erhalten und hat im Jahr 2016 die meisten Oscars (6 technische) bei den 88th Academy Awards gewonnen. Außerdem war der Film ein Kritikerliebling von 371 gezählten Kritiken, 359 Fresh, 12 Rotten (97% RT)

Wie könnte es jetzt bei „BR 2049“ hinsichtlich der Oscars aussehen? Einspielergebnisse bei Blockbustern sind bei den Oscars nicht unerheblich.

„Blade Runner 2049“ hat ein Produktionsbudget von mind. 150 Millionen Dollar, ist in 4058 amerikanischen Kinos gestartet, hat am Eröffnungswochenende rund 32 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, damit sind die Einnahmen weit unter den Erwartungen. Wenn der Film am Ende 100 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen hat, können sich die Produzenten fast schon glücklich schätzen. „Blade Runner 2049“ ist auch ein Kritikerliebling bei 281 gezählten Kritiken, 249 Fresh, 32 Rotten (89% RT). In meinen Augen hat „Blade Runner 2049“ gute Chancen in technischen Kategorien (vor allen Dingen Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik) nominiert zu werden. Bester Film und Beste Regie und vielleicht eine Schauspielnominierung könnte der Film bekommen, da sehe ich ihn momentan aber eher als Wackelkandidat. Ich stehe allerdings nicht allein mit der Hoffnung, dass der 13 x für den Oscar nominierte Kameramann Roger Deakins („Jarhead“, „Shawshank Redemption“, „Fargo“, No Country For Old Men, Skyfall) nun endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. Das Problem ist, dass nie der Name des Kameramannes/ der Kamerafrau auf dem Abstimmungszettel der Academy auftaucht, einzig der Film wird gelistet. Roger Deakins größte Konkurrenz dieses Jahr ist wohl Hoyte van Hoytema für Dunkirk und, wie ich ganz aktuell höre, der dreimalige Oscar-Gewinner Vittorio Storaro für den neuen Woody Allen Film „Wonder Wheel“.

„Blade Runner 2049“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Harrison Ford), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Blade Runner 2049“ ist am 6.10.17 in 4058 amerikanischen Kinos gestartet. Es gibt eine 2D, 3D und IMAX-Version des Films. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. „Blade Runner 2049“ ist ein Film, den mal definitiv im Kino gesehen haben muss. Ich habe den Film in Berlin in der 2D- und OmU-Fassung gesehen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Das Verschwinden„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: deutsche Mini-Serie mit Julia Jentsch und Nina Kunzendorf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV schon

Trailer v. Film: „Borg/McEnroe„
Bewertung des Trailers: B- (dt. Trailer)
Kommentar: Biopic über die legendären Tennisspieler Björn Borg und John McEnroe. Shia LaBeouf spielt McEnroe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, aber natürlich nur in der OV

Trailer v. Film: „Vorwärts immer!„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: DDR/Honecker-Komödie – wer guckt so was?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer)
Kommentar: amerikanischer Krimi mit Robert Pattinson und Jennifer Jason Leigh – wollte ich kürzlich in New York sehen, lief aber leider nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, aber natürlich nicht auf Deutsch

 

 

Kino in Berlin

Okay, mit dem Delphi Lux (YVA Bogen, Kantstr.10, 10623 Berlin) habe ein neues Lieblingskino. Das Anfang September 2017 eröffnete Kino gehört zu der Yorck Kinogruppe, die in Berlin für die Auswahl ihrer Filme geschätzt wird. Das Delphi Lux befindet sich in meinem Kiez, Charlottenburg (sprich: für mich in Laufnähe), zeigt überwiegend Arthouse-Filme im Original (bzw. OmU, manche Filme aber auch in der Synchro). Montag ist Kinotag mit 7 Euro pro Kinokarte, Di-Mi kostet das Ticket 8,50 Euro und Do-So 10,00 Euro (Ermäßigungen für Schüler/Studenten). Es gibt 7 Kinosäle, salzige Popcorn (auch süßes, aber wer isst das schon), nach hinten verstellbare mittel-bequeme Kinosessel, eine gute Sound-Anlage u.v.m. Ich habe „Blade Runner 2049“ dort gesehen, es ist ja in Deutschland scheinbar üblich für Überlänge bei Filmen zahlen zu müssen (was ich ja unglaublich finde, weil ich wünschte, dass die Filme alle nicht so lang wären), entsprechend hat mich die Kinokarte 11,50 Euro (1,50 Überlänge-Zuschlag) gekostet. Die Werbung (inkl. 4 Trailer) ging 18 Minuten lang. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Überlängen-Film gesehen habe, bei dem das Kino eine Unterbrechung mitten im Film macht. Habe aber gehört, es wäre in Deutschland relativ üblich (was ich natürlich ebenfalls unfassbar finde). In meinem neuen Berliner Lieblingskino gab es keine Pause während „Blade Runner 2049“.

Delphi Lux Kino in Berlin
Kinosaal 1 des Delphi Lux Kinos
Kinosaal 1 im Delphi Lux Kino

NYC – Film: „Stronger“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Stronger“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 119 min drama, biopic, adaptation
dir. David Gordon Green cast: Jake Gyllenhaal, Tatiana Maslany, Miranda Richardson, Clancy Brown, Richard Lane Jr.

 

 

Jeff (Jake Gyllenhaal) und Erin (Tatiana Maslany) führen eine On/Off-Beziehung. Kürzlich hat sie wieder mit ihm Schluss gemacht. Er will sie zurückerobern und als sie den Boston Marathon läuft, erwartet er sie an der Ziellinie. Dann kommt es jedoch zu einem Bombenanschlag, bei dem Jeff schwer verletzt wird. Er verliert beide Beine…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Stronger“ basiert auf Jeff Baumans gleichnamigen Memoiren. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Gordon Green („Snow Angels“, Pineapple Express, Prince Avalanche).

Jeff Baumann ist keiner, der sich nach einem Schicksalsschlag zurück ins Leben kämpft und dann ein besserer Mensch ist als zuvor. Dafür hadert er zu sehr mit seinem Schicksal. „Stronger“ ist keine ganz so konventionelle Helden-Story, es ist eher ein Film über U.S.-Amerikaner und wieviel ihnen ihre Heldenstories bedeuten. Wie ist es, wenn einen sein Land als Helden feiert und man selbst nicht nachvollziehen kann, warum? Warum gilt man bereits als Held wenn man nichts Heldenhaftes getan hat und eigentlich nur bei einem Attentat beide Beine verloren hat? Ganz gut eingefangen wurde die Hilflosigkeit der Angehörigen, auch wie sie – ungeachtet Jeffs Zustand – ihre Meinungsverschiedenheiten weiterführen. Die sonst tragische Geschichte wird hin und wieder mit Humor aufgelockert.

Es gab einen Moment, relativ am Anfang des Films, da dachte ich, dass die Geschichte jetzt eine Wendung nimmt und es mehr um die Aufklärung des Attentats geht. Letztlich ist es aber ein Biopic über Jeff Bauman und für den Krimi-Aspekt um den Boston Marathon empfehle ich den sehr gut gemachten Film Patriots Day.

Jake Gyllenhaal hat bisher nur eine Oscar-Nominierung für „Brokeback Mountain“ erhalten, einige Male (Zodiac, Rendition, Brothers, End of Watch, Prisoners und definitiv Nightcrawler) wurde er übergangen. Mit diesem Film nimmt er einen erneuten Anlauf. Er ist nicht nur in den dramatischen Szenen gut, mir hat er besonders in den ruhigen, vermeintlich einfachen Szenen (beispielsweise in der Szene mit Carlos) gefallen. Es ist auch erstaunlich, wie einzig die dunkle Augenfarbe und die lockige Haare einen eigentlich attraktiven Mann verändern können. Schauspielerisch haben mir aber auch Tatiana Maslany, die die verständnisvolle Freundin spielt (bislang kannte ich sie nur aus der TV-Serie Orphan Black) und Miranda Richardson als Jeff Baumans Mutter gefallen.

„Stronger“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Nebendarstellerin (Tatiana Maslany, Miranda Richardson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Stronger“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 573 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in 645 Kinos in den U.S.A. Bislang ist für Deutschland noch kein Kinostart bekannt. Update: „Stronger“ soll am 19.04.18 in den deutschen Kinos starten.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Todd Haynes neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Forever My Girl„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: so nen Frauen-Schnulz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac. Trailer gut, Film soll ja nicht so doll sein
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“), der sieht aber nicht danach aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Killing of a Sacred Deer„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Yorgos Lanthimos´neuer Film mit Colin Farrell und Nicole Kidman – das sieht wieder nach einem Film ganz nach meinem Geschmack aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „The Florida Project“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Florida Project“(dt. Kinostart: 08.02.18) 115 min drama
dir. Sean Baker cast: Willem Dafoe, Caleb Landry Jones, Macon Blair, Brooklynn Kimberly Prince, Bria Vinaite, Valeria Cotto, Christopher Rivera

 

 

Die sechsjährige Moonee (Brooklynn Kimberley Prince) lebt mit ihrer Mutter (Bria Vinaite) in einem billigen Motel, ganz in der Nähe von Disney World in Orlando. Während ihre Mutter irgendwie Geld auftreiben muss, um die wöchentliche Miete für das Motel zu zahlen, hat das Mädchen Sommerferien. Moonee, ihr gleichaltriger Kumpel Scooty (Christopher Rivera) und ihrer neuen Freundin Jancey (Valeria Cotto) müssen sich irgendwie die Langeweile vertreiben. Bei den chaotischen Motel-Bewohnern versucht der Manager Bobby (Willem Dafoe) für Ordnung zu sorgen.

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Florida Project“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Sean Baker („Starlet“, „Tangerine“).

Zugegebermassen fand ich den Film ziemlich anstrengend. Anstrengend weil es mir eine Spur zu realistisch erschien. Sean Baker führt einen mit seinem neuen Film in ein Milieu, für das man am Ende ein Gefühl bekommen hat, das man dann aber so schnell wie möglich wieder verlassen will. Alle Persönlichkeiten, mit Ausnahme von Willem Dafoes Bobby, sind durch die Bank schrecklich. „The Florida Project“ ist eine Sozialstudie über eine Gesellschaft, die so sehr wohl im wahren Leben existiert. Hier sind es wohnungslose, alleinerziehende junge Mütter, die mit ihren kleinen Kindern in billigen Motels hausen, quasi die letzte Station vor der Obdachlosigkeit. Halley (gespielt von der Newcomerin Bria Vinaite), eine der jungen Mütter, hat selbst keine Erziehung genossen, lebt in den Tag hinein und versucht durch irgendwelche legalen oder illegalen Deals am Ende der Woche, das Geld für die Zimmer-Miete zusammenzuhaben. Es ist die Art von Frauen, die ihre billigen Tätowierungen voller Stolz zur Schau tragen, sehr selbstbewusst auftreten und latent aggressiv sind. Die Kinder solcher Mütter haben natürlich nie gelernt, sich zu benehmen oder gar Respekt zu zeigen. Jetzt haben diese Blagen auch noch Sommerferien und langweilen sich – alles in direkter Nähe zu dem Kinderparadies Disney World, einen Besuch können sich ihre Mütter natürlich nicht leisten….

So traurig die Gesamtsituation ist, wenn man darüber nachdenkt, so genervt ist man von den einzelnen kleinen oder größeren Persönlichkeiten in seiner Nähe. Sean Baker schafft hier eine fast schon intime Nähe zwischen dem Zuschauer und dieser Gesellschaft. Ich kannte am Ende der Geschichte sogar den Geruch dieser farbenfrohen und doch so tristen Welt.

Es hat sich definitiv ausgezahlt, dass der Filmemacher für diesen Film viel recherchiert hat und nur an Original-Schauplätzen gedreht hat, auch wenn ein Helikopter-Landeplatz direkt neben dem Motel war. Auf einen Filmscore hat Sean Baker verzichtet, er hat seine Schauspieler (gerade auch die Kinder) am Set viel improvisieren lassen, vielleicht sind das alles Gründe dafür, warum man diesen Spielfilm wie eine Reportage erlebt.

Vor zwei Jahren hat Sean Baker mit dem durchaus beeindruckenden Film „Tangerine“ für Aufsehen gesorgt, vor allen Dingen, weil er diesen Film komplett auf einem iPhone gedreht hat. Die Endsequenz in „The Florida Project“ hat er auch mit dem iPhone gefilmt.

Im Q & A hat der Regisseur erzählt, dass er die Hauptdarstellerin Bria Vinaite auf Instagram entdeckte. Sie hatte keinerlei Schauspielerfahrung. In dieser Rolle ist sie absolut authentisch, ebenso wie ihre Filmtochter Moonee (von Brooklyn Kimberly Prince portraitiert). Die Seele des Films ist allerdings Willem Dafoe und daher sehe ich eine Oscar-Nominierung als gerechtfertigt an.

Zur gleichen Zeit vor einem Jahr habe ich auf dem New York Film Festival den späteren Oscar-Gewinnerfilm Moonlight gesehen. Seinerzeit ist das New Yorker Publikum ausgerastet, gab stehende Ovationen. Als ich mir „The Florida Project“ auf dem NYFF55 anschaute, hat mich vieles an den Moment erinnert. Offensichtlich erzählen beide Filme u.a. von einer Kindheit in der Unterschicht Floridas. Auch bei „The Florida Project“ gab es vom eher zurückhaltenden New Yorker Publikum tosenden Applaus als der Regisseur und seine Schauspieler auf dem Balkon erschienen. Das New York Film Festival gilt als Gradmesser, viele Filme wurden bereits auf anderen, für die Oscars wichtigeren Filmfestivals gezeigt, aber wenn der Film dann bei den New Yorkern ankommt, stehen die Chancen gut, dass der Film sich als ernstzunehmender Kandidat bei den Oscars etablieren kann. Das ist bei „The Florida Project“ meines Erachtens der Fall. Außerdem liegt der Film bei den A24-Leuten in den besten Händen, bei den letzten Oscars hat dieser noch junge Filmverleih mit dem Oscar-Gewinn für „Moonlight“ gezeigt, dass sie verstanden haben, wie das Oscar-Geschäft läuft.

„The Florida Project“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Bria Vinaite, Brooklynn Kimberly Prince), Bestes Originaldrehbuch

„The Florida Project“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startete am 6.10.17 in vier amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur und sämtliche Schauspieler waren anwesend und wurden nach dem Film interviewt, bzw. haben sich den Fragen des Publikums gestellt. Bislang hat der Film noch keinen Termin für einen deutschen Kinostart. Update: „The Florida Project“ soll am 08.02.18 in den deutschen Kinos starten.

Eigentlich uninteressant: Isabelle Huppert saß bei diesem Film (als normale Zuschauerin) zwei Sitzplätze von mir entfernt.

 

Trailer zu sehen:

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A mit dem Filmemacher Sean Baker (am Mikro), seinem Co-Autor und den Schauspielern.

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Willem Dafoe, die drei Kinderdarsteller und Newcomerin Bria Vinaite (von links)

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Newcomerin Bria Vinaite (links), Sean Baker am Mikro

NYC – Film: „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ (ab dem 13.10.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 110 min drama, comedy
dir. Noah Baumbach cast: Adam Sandler, Ben Stiller, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Elizabeth Marvel, Rebecca Miller, Adam Driver, Judd Hirsch, Grace Van Patten, Candice Bergen, Sigourney Weaver

 

Danny (Adam Sandler) ist bei seinem Vater zu Besuch. Er und seine Frau haben sich kürzlich getrennt. Seitdem er in New York ist, kommen einige Geschichten aus seiner Kindheit hoch, besonders als er erfährt, dass sein starrköpfige Vater das Haus verkaufen will. Von seinem Halbbruder Matthew (Ben Stiller) hat er schon sehr lange nichts mehr gehört. Bald müssen Danny, Matthew und ihre Schwester Jean (Elizabeth Marvel) mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist…

 

C+ Wertung von A bis F) „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Noah Baumbach („The Squid and the Whale“, Frances Ha, While We´re Young, Mistress America, De Palma)

Der Film ist eine Tragikomödie, mit mehr Tragik als Komödie. Sollte Woody Allen mal keine Filme mehr drehen, der New Yorker Noah Baumbach steht bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Ich mag inzwischen einige Baumbach-Filme, „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wollte ich auch mögen, fand ihn aber zu unausgewogen, stellenweise zäh und teilweise zu sehr überzogen und anstrengend.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine New Yorker Künstler-Familie. Auch wenn kaum einer mit seiner/ihrer Kunst Geld verdient, sind sie alle künstlerisch-begabt und verschroben. Allein durch seine Existenz zusammengehalten wird die Familie von dem mittel-erfolgreichen Bildhauer und Vater Harold Meyerowitz (wunderbar gespielt von Dustin Hoffman). Der war mit mehreren Frauen verheiratet, aktuell ist er immer noch mit der esoterischen Maureen (klasse gespielt von Emma Thompson) zusammen. Seine drei Kinder (gespielt von Adam Sandler, Elizabeth Marvel und Ben Stiller) verarbeiten bis heute noch ihre Kindheit, jeder fühlte sich ungerecht behandelt und auch leiden sie immer noch unter der Vernachlässigung durch ihren Vater. Untereinander sind sich die Geschwister aber natürlich auch nicht grün, Geschwisterrivalitäten sind allgegenwärtig – aber jetzt wo der Vater immer älter und krank wird, müssen sie sich zusammenraufen.

Die Geschichte wird in fünf Kapiteln erzählt, wobei jeweils eines den Kindern („Danny“, „Matthew“ und „Jean“) gewidmet ist.

Das Ensemble macht den Film natürlich sehenswert. Adam Sandler überrascht hier, nicht so sehr, wie er mich seinerzeit in Paul Thomas Andersons „Punch-Drunk Love“ erstmalig positiv von sich überzeugte, aber schließlich habe ich ihn länger nicht in einer Rolle gesehen, in der mehr als nur Faxen macht. Wenn er hier mit seiner Filmtochter am Klavier sitzt und singt, beeindruckt das. Ansonsten hatte ich Elizabeth Marvel als neurotische Jean gar nicht erkannt, zuletzt hat sie sehr überzeugend die U.S. Präsidentin Elizabeth Keane in der sechsten Staffel von „Homeland“  gespielt.

In meinen Augen ist dieser Film bei Netflix gut aufgehoben, man kann ihn gucken, muss man aber nicht.

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Adam Sandler) Bester Nebendarsteller (Dustin Hoffman, Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, soll der Film wohl in einigen amerikanischen Kinos gezeigt werden. Ab dem 13.09.17 ist er weltweit auf Netflix zu empfangen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur Noah Baumbach, sowie die Schauspieler Dustin Hoffman, Adam Sandler und Grace Van Patten haben den Film persönlich angekündigt. Im Anschluss an den Film wurde Noah Baumbach interviewt und stand den Fragen des Publikums zur Verfügung.

Trailer zu sehen:

 

 

Auf dem New York Film Festival 2017 kündigen Regisseur Noah Baumbach, Adam Sandler, Grace Van Patten und Dustin Hoffman (von links) ihren Film „The Meyerowitz Stories“ an.

 

Regisseur Noah Baumbach im Q & A zu seinem Film „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

 

NYC – Film: „The Square“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Square“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 150 min drama, comedy, satire
dir. Ruben Östlund cast: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary

 

 

Christian (Claes Bang) ist Ende Vierzig und Museumskurator in Stockholm. Als er am helllichten Tag bestohlen wird, setzt er alles dran, seine Wertgegenstände wiederzubekommen. Das Handy lässt sich schnell orten. Das ist aber nicht die einzige Baustelle, die er gerade hat. Für die neue Ausstellung The Square soll eine aufsehenerregende Marketingkampagne kreiert werden. Bald gerät Christians Leben komplett aus den Fugen…

 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Square“ ist der neue Film des schwedischen Filmemachers Ruben Östlund (Force Majeure)

Eigentlich bin ich etwas verärgert aus dem Kino gekommen. Wenn der Film vielleicht zwanzig Minuten kürzer gewesen wäre, hätte ich keinen Grund gehabt, ihn nicht in meine Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017 aufzunehmen. Aber die letzten zwanzig, vielleicht waren es sogar dreißig Minuten (ich habe nicht auf die Uhr geschaut) sind etwas sehr zäh und unnötig. Den Film hätte man an einem bestimmten Punkt einfach enden lassen sollen, dann wäre er perfekt gewesen. So musste ich schweren Herzens meine, eigentliche „A-„-Bewertung nach unten korrigieren.

„The Square“ ist für mich ein typisch europäischer Film, im besten Sinne. Es ist ein Film, bei dem man nie so recht weiß, was als Nächstes passiert, wie weit die Szenen gehen, was der Zuschauer aushalten muss. Das New Yorker Publikum ist grundsätzlich für Andersartigkeiten zu haben, entsprechend war die Begeisterung für diesen Film bei meiner Vorstellung zu spüren. Situationskomik, witzige Dialoge und einige kuriose Szenen haben für viele Lacher gesorgt.

Die Performances von Elisabeth Moss, Claes Bang (der den Christian spielt), aber auch Terry Notary (der auf einer Gala einen ganz besonderen Auftritt hinlegt) sind brillant. Elisabeth Moss spielt hier eine amerikanischen Kunstjournalistin. Die zwei letzten Szenen zwischen ihrem und Claes Bangs Charakter sind so absurd komisch, dass ich mich vor lauter Lachen kaum noch einkriegen wollte. Ging meinen Mitzuschauern übrigens auch so.

Sein Vorgängerfilm Force Majeure (dt. Filmtitel „Höhere Gewalt“) ist ein sehr smartes Beziehungsdrama, „The Square“ ist nun eine Gesellschafts- aber auch Kunstsatire – ich bin gespannt auf Ruben Östlunds nächsten Film.

„The Square“ wurde von Schweden offiziell für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars eingereicht. Update: Bei der Europäischen Filmpreis-Verleihung am 9.12.17 wurde „The Square“ mit 6 Preisen (bester europäischer Film des Jahres, bestes Drehbuch, Regie, Szenenbild, beste Komödie und beste Hauptrolle für Claes Bang) geehrt.

„The Square“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. In den U.S.A. startet der Film am 27.10.17 in einigen Kinos. Ab dem 19.10.17 ist der Film bereits in den deutschen Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Gezeigt wurde der Film in der schwedischen Originalfassung mit englischen Untertiteln. (Einige Szenen sind in English).

Trailer zu sehen:

NYC – Film: „Last Flag Flying“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Last Flag Flying“ 124 min drama, comedy, adaptation, sequel
dir. Richard Linklater cast: Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne, Cicely Tyson, J. Quinton Johnson, Deanna Reed-Foster

 

Dezember 2003. Larry (Steve Carell) hat vor zwei Tagen erfahren, dass sein 21-jähriger Sohn bei seinem Einsatz im Irak-Krieg gefallen ist. Er selbst ist Kriegsveteran, hat in Vietnam gedient. Nach über dreißig Jahren sucht er den Kontakt zu seinen damaligen Kameraden Sal (Bryan Cranston) und Mueller (Laurence Fishburne). Sein Sohn soll überführt werden und er bittet die beiden, ihn dabei zu begleiten, wenn er seinen toten Sohn in Empfang nimmt.

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Last Flag Flying“ basiert auf Darryl Poniscans gleichnamigen Roman. Es ist eine Art Fortsetzung zu Hal Ashbys Film „The Last Detail“ aus dem Jahr 1973, die Namen von Jack Nicholsons, Otis Youngs und Randy Quaids Charakteren wurden jedoch geändert. „Last Flag Flying“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Richard Linklater („Before“-Trilogie,Boyhood, Everybody Wants Some!!).

„Last Flag Flying“ ist eine Tragikomödie, genauer gesagt ist es ein Road-Movie. Ich mag Road-Movies, diese Filme sind quasi Selbstläufer, wenn man einfach talentierte Schauspieler besetzt, sie als unterschiedliche Persönlichkeiten aus einem guten Grund zusammenbringt und sie mit ihrer Umwelt/ bzw. mit anderen Menschen konfrontiert. Hier weiß der Regisseur Richard Linklater, das Potenzial zu nutzen. Aus einem traurigen Anlass kommen hier drei Vietnam-Veteranen zusammen, die sich seit über dreißig Jahren nicht mehr gesehen haben. Mueller ist mittlerweile Priester, Barbesitzer Sal könnte von Gott nicht weiter entfernt sein, das garantiert schon für einige Lacher. Etwas Probleme hatte ich hier anfangs mit Steve Carell, er hat mich einfach zu sehr abgelenkt. Klar, es ist auch sein Charakter, (er spielt den in sich gekehrten, trauernden Vater und Witwer), der ihn in diesem Trio zum Außenseiter macht. Vielleicht drängen sich aber auch Sal and Mueller (Bryan Cranston und Laurence Fishburne) mit ihren brillanten Dialogen und ihren exzellenten Performances zu sehr in den Vordergrund und haben meine gesamte Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Im Verlauf des Films habe ich Steve Carell nicht mehr so sehr als Störfaktor gesehen, vielleicht weil er besser wird oder ich mich an ihn gewöhnt habe.

„Last Flag Flying“ hat mir gut gefallen, vielleicht hätte er mir aber noch besser gefallen, wenn er nicht ganz so lang gewesen wäre. Für mich ist der Film die Bryan-Cranston-Show. Er gibt definitiv eine Oscar-Performance. Nicht ganz nachvollziehen kann ich, dass seine Rolle als Nebenrolle gilt. Für die Oscar-Kampagne wurde Steve Carell zunächst als Bester Hauptdarsteller geführt und Bryan Cranston und Laurence Fishburne als Beste Nebendarsteller. Mittlerweile gibt es aber scheinbar Überlegungen, dies zu ändern. In meinen Augen spielen entweder alle drei Nebenrollen oder Bryan Cranston („Malcolm in the Middle“, Breaking Bad, Trumbo) die Hauptrolle.

„Last Flag Flying“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Steve Carell, Bryan Cranston, Laurence Fishburne), Beste Nebendarstellerin Cicely Tyson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Last Flag Flying“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startet am 3.11.17 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival gesehen. Es war der Eröffnungsfilm des NYFF55. Ich war, wie üblich, nicht in der Premieren-Vorstellung, sondern in dem 15 Minuten späteren Screening, Richard Linklater hat aber dennoch seinen Film persönlich angekündigt. Für mich ist es nach Gone Girl, The Walk und 13th bereits der vierte Eröffnungsfilm, den ich auf einem New York Film Festival sehen konnte. Bisher ist für „Last Flag Flying“ noch kein deutscher Kinostart bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Eröffnungsfilm des New York Film Festivals 2017 „Last Flag Flying“

 

Regisseur Richard Linklater kündigt seinen Film „Last Flag Flying“ auf dem NYFF55 an.

 

Vor der Alice Tully Hall bei der Eröffnung des New York Film Festivals 2017

 

NYFF55-Plakat

NYC – Film: „Battle of the Sexes“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Battle of the Sexes“ (dt. Filmtitel: „Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“, dt. Kinostart: 23.11.17) 121 min drama, comedy, biopic
dir. Valerie Faris, Jonathan Dayton cast: Emma Stone, Steve Carell, Elisabeth Shue, Andrea Riseborough, Sarah Silverman, Bill Pullman, Alan Cumming

 

Im Jahr 1972 ist Billie Jean King (Emma Stone) die erfolgreichste Tennisspielerin in den U.S.A. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen im Tennis mit ähnlich hohen Preisgeldern honoriert werden wie die männlichen Spieler. Der 55-jährige Bobby Riggs (Steve Carell) war früher einer der Besten im Tennis, heutzutage verbringt er seine Zeit mit mehr oder weniger spektakulären Schaukämpfen. Der chauvinistische Bobby will beweisen, dass Frauen keine ernstzunehmenden Gegner sind und fordert die 29-jährige Billie Jean zu einem Tennismatch heraus….

 

B (Wertung von A bis F) „Battle of the Sexes“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist der dritte Kinofilm, bei dem das Ehepaar Valerie Faris und Jonathan Dayton („Little Miss Sunshine“, Ruby Sparks) Regie führt.

Man hätte die eine oder andere Szene weglassen oder wenigstens kürzen sollen, sonst ist es aber ein durchaus gelungener Sportfilm kombiniert mit Billie Jean Kings Liebes- und Lebensgeschichte. Alles um den Battle of the Sexes und der Schaukampf selbst ist spannungsreich inszeniert. Der Film spielt in den 1970er Jahren und wenn man jetzt das Leben in der damaligen Zeit betrachtet, hat man das Gefühl als war das eine völlig andere Welt. Billie Jean King hat sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Sport eingesetzt und war die erste Profisportlerin, die sich als lesbisch geoutet hat (auch wenn es nicht ganz freiwillig geschah). Dahingehend mochte ich vor allen die Schlussszene (mit Emma Stones und Alan Cummings Charakteren).

Emma Stone hat in diesem Jahr ihren ersten Oscar für La La Land gewonnen, wäre ihr diese Ehre nicht zuteil geworden, würde sie den Oscar sicherlich für diese Performance gewinnen. Ebenso preiswürdig fand ich die Performances von Sarah Silverman und Bill Pullman.

„Battle of the Sexes“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Battle of the Sexes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 21 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in den U.S.A. In Deutschland ist der Film voraussichtlich ab dem 23.11.17 im Kino zu sehen. In Manhattan wurden scheinbar schon wieder die Kinopreise erhöht. Im Regal am Union Square hat mich die Kinokarte für diesen Film 17,20 Dollar gekostet.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt 3„
Bewertung des Trailers: C-.
Kommentar: davon gibt es schon drei Filme?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Die ersten Kritiken sind eingegangen, aktuell steht er bei 98% RT, BR2049 scheint bei den nächsten Oscars also eine Rolle zu spielen, zumindest in den technischen Kategorien
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Spionagethriller nach wahren Begebenheiten. Liam Neesons Perücke ist seltsam und lenkt mich zu sehr ab
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Battle of the Sexes“

TV – Serie: „Top of the Lake: China Girl“

Ich habe mir folgenden BBC-Two-Mehrteiler angeschaut:

 

„Top of the Lake: China Girl“ 6 x 55 min drama, sequel
dir. Jane Campion, Garth Davis, Ariel Kleiman cast: Elisabeth Moss, Gwendoline Christie, Alice Englert, Nicole Kidman, David Dencik, Ewen Leslie, David Wenham

 

Vor fünf Jahren hat Detective Robin Griffin (Elisabeth Moss) an einem Kriminalfall in ihrer Heimatstadt Laketop gearbeitet. Seinerzeit war eine schwangere 12-Jährige verschwunden. Für Robin ist der Fall jedoch leider immer noch nicht hundertprozentig abgeschlossen, aber zunächst ermittelt sie an einem neuen Fall. Die Leiche einer asiatischen Frau wurde an einen Strand gespült. Der neue Fall lenkt Robin auch von ihren privaten Problemen ab. Erst vor vier Wochen hat sie sich von ihrem Verlobten getrennt und vor einigen Jahren hat sie einen Brief von ihrer leibliche Tochter erhalten. Auch wenn sie seinerzeit nicht geantwortet hat, beschäftigt sie das Thema sehr, vor allen Dingen seitdem sie zurück in Sydney ist. Irgendwann entschließt sich Robin, die Adoptiveltern (Nicole Kidman und Ewen Leslie) ihrer, mittlerweile 17-jährigen Tochter Mary (Alice Englert) zu kontaktieren…

 

B (Wertung von A bis F) Der sechsteilige Mehrteiler „Top of the Lake: China Girl“ ist eine Fortsetzung zu Jane Campions Mehrteiler Top of the Lake aus dem Jahr 2013.

Auch wenn ich die eigentliche Kriminalstory in „China Girl“ nicht sonderlich spannend und durchdacht fand, mochte ich die Fortsetzung von „Top of the Lake“ vor allen Dingen als Charakter- und Beziehungsdrama. Robin Griffin ist ein bodenständiger und sympathischer Charakter, dem man gerne folgt. In den neuen Folgen muss sie sich immer noch mit ihrem zurückliegenden Fall auseinandersetzen. Sie ist aber sonst wieder zurück in Sydney, ermittelt in einem neuen Fall und bekommt eine Kollegin zugewiesen, die so gar nicht zu ihr passen will. Die Sache mit ihrer mittlerweile 17-jährigen Tochter bereitet ihr auch Kopfzerbrechen. Sie hat das Mädchen damals direkt nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben. Vor vier Jahren hatte ihr ihre Tochter einen Brief geschrieben, wollte ihre leibliche Mutter kennenlernen. Robin war seinerzeit mit der Situation überfordert. Jetzt würde sie jedoch gerne wissen, was aus ihrem Kind geworden ist…

Das alles dominierende Thema in „China Girl“ ist Mutterschaft mit allen Facetten, die man sich vorstellen kann.

Ich konnte in Elisabeth Moss´Performances noch nie so etwas wie ein Makel entdecken. Egal in welchen Charakter sie schlüpft, man hat nie den Eindruck, sie würde eine Figur nur spielen. Ein paar Tage bevor ich „China Girl“ angefangen habe, habe ich noch fürchterlich mit ihr als versklavte Offred in einem totalitären Regime (The Handmaid´s Tale) mitgelitten und jetzt bin ich ganz bei ihr, wenn sie als furchtlose australische Polizistin Robin Griffin ihren Alltag bestreitet.

Zugegebenermassen ist aber auch Nicole Kidman exzellent. Um so älter sie wird, um so besser entwickelt sie sich als Schauspielerin. Vor einigen Tagen wurde sie für Big Little Lies mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet, wenn ihre Performance in „Top of the Lake: China Girl“ zur Debatte gestanden hätte, hätte die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) es sicherlich nicht einfach gehabt, sich hier für eine ihrer beste Performance zu entscheiden.

Meine Lieblingsfolge in „China Girl“ : Episode 3 (Surrogate)

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Detective Robin Griffin arbeitet als Polizistin in Sydney. Sie hat einige private Probleme, ihr letzter Fall, bei dem sie in ihrer Heimatstadt Laketop ermittelte, hat ihr auch ordentlich zugesetzt. Jetzt arbeitet Robin an einem neuen Fall. Außerdem möchte sie ihre, mittlerweile 17-jährige Tochter Mary (gespielt von Alice Englert) kennenlernen. Gespielt wird Robin Griffin von der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake). Sie hat acht Emmy-Nominierungen und kürzlich wurde diese wandelbare Schauspielerin mit ihrem ersten Emmy Award für ihre Performance in The Handmaid´s Tale ausgezeichnet.

Mary ist Robins leibliche Tochter. Sie ist mittlerweile siebzehn Jahre alt, in einem Monat wird sie volljährig. Mary ist das erste Mal richtig verliebt und zwar in den wesentlich älteren, deutschstämmigen Bordell-Besitzer Puss (gespielt von David Dencik). Ihre Adoptiveltern (gespielt von Nicole Kidman und Ewen Leslie) wissen nicht, womit Marys Freund sein Geld verdient. Gespielt wird Mary von der australischen Schauspielerin Alice Englert. Sie hat bereits in einigen internationalen Produktionen mitgespielt, u.a. in „Ginger & Rosa“, In Fear, „Beautiful Creatures“. Alice Englert ist die Tochter der neuseeländischen Filmemacherin Jane Campion („The Piano“). Jane Campion ist die Serienschöpferin der ersten und auch der zweiten Staffel von „Top of the Lake“, außerdem hat sie bei insgesamt acht Episoden auch Regie geführt.

Miranda Hilmarson arbeitet als Polizistin bei der Polizei in Sydney. Miranda ist Robins neue Partnerin. Gespielt wird Miranda von der englischen Schauspielerin Gwendoline Christie. Wahrscheinlich muss man sich an die Optik der Schauspielerin erst einmal gewöhnen. Ganz zum Schluss des Mehrteilers mochte ich sie auch. Gwendoline Christie spielt in der HBO-Serie „Game of Thrones“ mit und hat auch bereits in einigen internationalen Kinoproduktionen (The Hunger Games: Mockingjay – Part 2, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Julie Edwards ist die Adoptivmutter von Mary (gespielt von Alice Englert). Da sich Julie in eine Frau verliebt hat, hat sie sich von ihrem Ehemann (gespielt von Ewen Leslie) getrennt. Mit ihrer Tochter Mary versteht sich Julie gar nicht. Julie wird von der australischen Schauspielerin Nicole Kidman gespielt. Mir ist sie das erste Mal in „Dead Calm“ aufgefallen. Sie hat in zahlreichen Filmen („Moulin Rouge!“, „The Others“, „Dogville“, „The Stepford Wives“, Stoker) mitgespielt. Für ihre Performance in „The Hours“ hat sie einen Oscar gewonnen, sie hat drei weitere Oscar-Nominierungen für „Moulin Rouge!“, Rabbit Hole und Lion erhalten. Außerdem wurde sie für ihre Performance in „Hemmingway & Gellhorn“ und Big Little Lies für den Emmy nominiert. Kürzlich wurde sie für ihre Performance in „Big Little Lies“ mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet.

Pyke Edwards ist der Adoptivvater von Mary (gespielt von Alice Englert). Pyke wird von dem australischen Schauspieler Ewen Leslie gespielt. In dem Film The Railway Man hat er bereits neben Nicole Kidman gespielt. Sonst hat er in einigen australischen Theater-, Film- und TV-Produktionen mitgewirkt.

Alexander „Puss“ Braun ist der 42-jährige, deutschstämmige Freund von Mary. Er ist Bordell-Besitzer, was Marys Eltern natürlich nicht wissen. Puss wird von dem schwedisch-dänischen Schauspieler David Dencik gespielt. Er hat in einigen internationalen Kinoproduktionen (u.a. Tinker Tailor Soldier Spy, The Girl with the Dragon Tattoo mitgespielt

„Top of the Lake: China Girl“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt und wurde v. 27.07.17 bis zum 31.08.17 auf BBC Two mit sechs Episoden ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig im September 2017 auf Sundance TV gezeigt. Für Deutschland ist bislang noch kein Ausstrahlungstermin bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Oscar-Nominierungen 2018, meine erste Prognose

Es ist mal wieder Zeit, meine erste Oscar-Prognose zu veröffentlichen. Zunächst zu den Fakten:

Die 90th Academy Awards finden am 04.03.2018 statt. Die Oscar-Nominierungen werden am 23.01.18 bekannt gegeben. Bereits am 16.05.17 wurde bekanntgegeben, dass Jimmy Kimmel das zweite Jahr in Folge die Oscars moderieren wird. Es ist das erste Mal seit dem Jahr 1998, dass einem Oscar-Gastgeber (seinerzeit Billy Crystal) die Ehre zuteil wird, zwei Mal hintereinander die Show zu moderieren. Michael De Luca und Jennifer Todd werden erneut die Oscar-Show produzieren.

Nachdem die AMPAS-Präsidentin Cheryl Boone Isaac ihre vierte Amtszeit regulär beendet hat, musste nun ein neuer Präsident gewählt werden. Lange war die, zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspielerin Laura Dern („Wild at Heart“, Wild, Certain Women, Big Little Lies) unter den Favoriten, die vielbeschäftigte Schauspielerin hat aber ihre Nominierung zurückgezogen. Der neue AMPAS-Präsident ist der 74-jährige Kameramann John Bailey („Ordinary People“, The Big Chill, „“Groundhog Day“, „As Good as It Gets“, The Way, Way Back).

Im Jahr 2017 hat AMPAS 774 neue Künstler eingeladen, als Mitglied der elitären Oscar-Academy beizutreten. Das ist erneut ein Rekord (im Vergleich, im Jahr 2016 waren es 683 im Jahr 2015 waren es nur 322). In den letzten zwei Jahren gab es damit mindestens 1.500 neue Mitglieder in der Oscar-Academy. Für die, die sich mit den Oscars beschäftigen, wird es daher immer schwerer vorherzusagen, wie DIE ACADEMY tickt bzw. entscheidet. Eine Einladung im Jahr 2017 bekamen beispielsweise die Schauspieler Riz Ahmed, Kristen Stewart, Dwayne „The Rock“ Johnson, Joel Edgerton, Betty White, Jon Hamm, Charlotte Gainsbourg, Adam Driver, Elle Fanning, Chris Hemsworth, Gal Gadot, Sienna Miller, Domhnall Gleeson, Margot Robbie, Rinko Kikuchi, Armie Hammer, Rami Malek, Elizabeth Olsen, Sarah Paulson, Mary Elizabeth Winstead und der deutsche Schauspieler Daniel Brühl. Von den Regisseuren beispielsweise Barry Jenkins, Jordan Peele, David Ayer, Takashi Miike, Guy Ritchie, Tom Ford und der deutsche Filmemacher Fatih Akin. Der Schauspieler Viggo Mortensen wurde dieses Jahr erneut eingeladen, es ist bereits bekannt, dass er die Einladung dieses Mal angenommen hat. Im Jahr 2007 wurde er bereits eingeladen, Mitglied der Oscar-Academy zu werden – seinerzeit hat er die Einladung allerdings ausgeschlagen.

Der ersten Screener, der in diesem Jahr offiziell an die Academy-Mitglieder rausgeschickt wurde, war der von: „Logan“.

Für Deutschland geht Fatih Akins Film „In the Fade“ („Aus dem Nichts“) ins Rennen um eine Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film.

 

Jetzt mache ich mir Gedanken, welche Filme im Januar 2018 für den Oscar nominiert werden könnten, bzw. welcher Film im März nächsten Jahres mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet werden könnte.

 

Oscar-Nominierungen Bester Film im Jahr 2018

Heute ist der 25.09.17, die für die Oscars wichtigen Filmfestivals (Venedig, Telluride und Toronto) sind vorbei, das New York Film Festival beginnt am nächsten Donnerstag (28.09.17). Wie wichtig die Filmfestivals für die Oscar-Saison sind, zeigt die Tatsache, dass der letzte Film der den Best-Picture-Oscar gewann und nicht auf eines der wichtigen Filmfestivals lief, „The Departed“ war. Das war vor zehn Jahren und – wie jeder weiß – ging es damals hauptsächlich darum, dass Martin Scorsese endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird.

In meine Oscar-Prognose möchte ich zunächst die Filme aufnehmen, die ich bereits gesehen habe. Bei diesen fünf Filmen, kann ich mir vorstellen, dass für den Oscar als Bester Film nominiert werden könnten/ bzw. bei drei Filmen halte ich es sogar für nicht unrealistisch, dass sie den Oscar als Bester Film gewinnen könnten. „Dunkirk“ (übrigens mit einem ähnlichen Hintergrund wie Scorseses Film – viele sehen als unfair an, dass Christopher Nolan noch nie als Regisseur für den Oscar nominiert wurde. Im Moment kann ich mir sogar vorstellen, dass Nolan den Oscar gewinnt) Weitere Filme sind: „The Big Sick“, „Wind River“ und „Get Out“ . Diese drei Filme liefen auf dem Sundance Filmfestival. „Get Out“ ist ein Kritikerliebling und mit seiner gesellschaftlichen Relevanz plus einem immensen Einspielergebnis (an der amerikanischen Kinokasse), hat er sich als Außenseiter bei den Oscars etabliert. Aber: Der letzte und zugleich einzige Thriller/Horrorfilm, der jemals den Besten-Film-Oscar gewonnen hat, war „The Silence of the Lambs“. Dieser Film war zugleich der letzte Film, der die Big Five (Picture, Director, Actor, Actress und Screenplay) abgeräumt hat. Es gab in neunzig Jahre Oscar-Geschichte nur drei Filme („It Happened One Night“ und „One Flew Over the Cuckoo´s Nest“ und „The Silence of the Lambs“), die die Big Five gewonnen haben.

Einen weiteren Film, den ich bereits auf der Berlinale 2017 gesehen habe und dem ich gute Oscar-Chancen zurechne, ist „Call Me By Your Name“ (auch weil er in Sundance und Toronto lief).

Also: Best-Picture-Kandidaten, die ich bereits gesehen habe, sind:

Dunkirk
The Big Sick
Wind River
Get Out
Call Me By Your Name

Dann komme ich zu den Filmfestivals, zunächst das Cannes Film Festival. Dort haben auffällig viel Zuspruch erfahren: „The Florida Project“, „Wonderstruck“, der Goldene-Palme-Gewinner „The Square“ (wurde von Schweden als bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht) und „Happy End“ (wurde von Österreich als bester nicht-englischsprachiger Film eingereicht.)

Auf den wichtigen Herbst-Filmfestivals (Venedig, Telluride, Toronto) habe ich auffällig viel positive Resonanz beobachtet für: „Darkest Hour“, „The Shape of Water“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Downsizing“, „Battle of the Sexes“, „Mudbound“ (lief aber erstmalig in Sundance), „Lady Bird“, „Molly´s Game“ und „Hostiles“ (hat derzeit noch keinen amerikanischen Verleih)

Also – Best-Picture-Kandidaten sind:

Dunkirk
The Big Sick
Wind River
Get Out
Call Me By Your Name
The Florida Project
Wonderstruck
The Square (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film)
Happy End (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film)
Darkest Hour
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Downsizing
Battle of the Sexes
Mudbound
Lady Bird
Molly´s Game
Hostiles (wenn er einen amerikanischen Verleih findet und dieses Jahr in den U.S.A. ins Kino kommt)

 

Wenn ich meine ersste Oscar-Prognose aufstelle, gucke ich bereits in der ersten Hälfte des Jahres zuerst nach den December-Releases (welche Filme einen amerikanischen Kinostart im Dezember haben) an. Das zeigt bei den sogenannten Prestige-Filmen, wie sehr das Studio/der Verleih die Oscar-Chancen ihres jeweiligen Films einschätzt. Mögliche Oscar-Kandidaten, die Im Dezember 2017 starten, sind: Woody Allens „Wonder Wheel (01.12.), James Francos „The Disaster Artist“ (08.12.), Ridley Scotts „All the Money in the World“ (08.12.), Guillermo del Toros „The Shape of Water“ (08.12.), Rian Johnsons „Star Wars: The Last Jedi (15.12.), Alexander Paynes „Downsizing“ (22.12.), Michael Hanekes „Happy End“ (22.12.), Alfonso Gomez-Rejons „The Current War“ (22.12.), Steven Spielbergs „The Post“ (22.12.), PTAs „Phantom Thread“ (oder wie auch immer er am Ende heißen wird, 25.12.), Michael Graceys „The Greatest Showman“ (25.12.) und Clint Eastwoods „The 15:17 to Paris (Dezember). Wenn man sich aber die Gewinner-Filme der letzten Jahre anschaut, war kein einziger Film dabei, der tatsächlich erst im Dezember in den U.S.A. gestartet ist. Moonlight (21.10.), Spotlight (06.11.), Birdman (17.10), 12 Years a Slave (08.11.), Argo (12.10.) The King´s Speech (26.11.), The Hurt Locker (26.06.), Slumdog Millionaire (12.11.), No Country for Old Men (09.11.), „The Departed“ (06.10.), Crash (06.05.). Der letzte Oscar-Gewinner-Film mit einem amerikanischen Kinostart im Dezember, war „Million Dollar Baby“ im Jahr 2004.

Von den December-Releases 2017 wurden einige Filme bereits auf den Herbst-Festivals gezeigt, James Francos „The Disaster Artist“ lief bei South by Southwest und hat sehr gute Kritiken bekommen, „The Current War“ lief in Toronto (hat aber nicht so dolle Kritiken bekommen). Neu für meine Liste also nur: „The Disaster Artist“

Die großen Unbekannten bisher sind: Steven Spielbergs „The Post“, Paul Thomas Andersons „Untitled Paul Thomas Anderson Film (Phantom Thread)“, Ridley Scotts „All the Money in the World“(der das AFI Fest im November beendet), aber auch Richard Linklaters „Last Flag Flying“ (eröffnet am Donnerstag das New York Film Festival), Michael Graceys „The Greatest Showman“ (noch so ein Musical und dann noch mit Jackman, ich weiß nicht), Rian Johnsons „Star Wars“-Film (man weiß ja nie) und Woody Allens neuer Film „Wonder Wheel“ (wird auch erstmalig auf dem NYFF gezeigt). Dieses Jahr gibt es irritierenderweise auffällig viele „Wonder“-Filme, die für die Oscars relevant sein könnte: Woody Allens „Wonder Wheel“, „Wonder Woman“(der an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichste Sommerfilm 2017), Todd Haynes´“Wonderstruck“ und dann noch der Film „Wonder“ (der hoffentlich bei den Oscars keine eine Rolle spielen wird, der Trailer war schlimm).

Also – Best-Picture-Kandidaten sind:

Get Out
The Big Sick
Dunkirk
Wind River
Call Me By Your Name
The Florida Project
Wonderstruck
The Square (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film)
Happy End (wahrscheinlich aber eher nur in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film)
Darkest Hour
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Downsizing
Battle of the Sexes
Mudbound
Lady Bird
Molly´s Game
(Hostiles) – hat derzeit noch keinen amerikanischen Verleih
The Disaster Artist
The Post (derzeit noch nicht gezeigt, der Film ist noch in Post-production)
Phantom Thread (derzeit noch nicht gezeigt, es ist auch nicht mal sicher, dass er fertig wird)
All the Money in the World (derzeit noch nicht gezeigt, Abschlussfilm auf dem AFI Fest)
Last Flag Flying (Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
The Greatest Showman (derzeit noch nicht gezeigt)
Wonder Wheel (derzeit noch nicht gezeigt, Abschlussfilm auf dem NYFF)

So, was habe ich vergessen? „Logan“ und „Wonder Woman“, ja, nee – kann ich mir nicht vorstellen. Dann doch eher „War for the Planet of the Apes“ (okay habe ich reingenommen) Was ist mit Denis Villeneuves Film „Blade Runner 2049“ ? Hat er vielleicht ähnliche Oscar-Chancen wie George Millers „Mad Max: Fury Road“? Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung meiner September-Prognose stand der Film noch unter Embargo. (sicherheitshalber nehme ich „Blade Runner 2049″ mit rein). Dann wären da noch der Stephen Frears Film „Victoria & Abdul“ und Darren Aronofskys „mother!“ – vielleicht für andere Kategorien, ich sehe ja aber nicht zwingend eine Nominierung für Best Picture., „Stronger“ ist auch möglich, sehe ich aber auch eher in anderen Kategorien. Manchmal tauchen aber auch Filme quasi aus dem Nichts auf, vor zwei Jahren war „The Big Short“ so ein Fall. Im September 2015 hatte den noch keiner auf dem Schirm, dann wurde er auf dem AFI Fest gezeigt und hätte beinahe den Oscar als Bester Film gewonnen. So etwas ist selten, kann aber passieren.

Zwei Schauspieler könnten dieses Jahr ihren vierten Oscar gewinnen (Daniel Day-Lewis und Meryl Streep). Die Performance der beiden Ausnahmeschauspieler ist derzeit zwar noch nicht bekannt, aber beide spielen bei den Oscars bekanntermassen gerne mal eine Rolle. Gary Oldman sitzt im Moment jedoch relativ gemütlich in seinem Favoriten-Sessel, was ich so höre, muss da erst mal eine bessere Performance am Oscar-Himmel auftauchen.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:

Menashe, Call Me by Your Name, Get Out, Logan, „Personal Shopper“, „Your Name“, Alien: Covenant, „Risk“, Wonder Woman, „Okja“, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Spider-Man: Homecoming, Dunkirk, Detroit, The Glass Castle, Wind River, mother!, „First They Killed My Father“.  Ein Update erfolgt regelmäßig. Update: „The Lost City of Z“, „My Cousin Rachel“, „Lady Macbeth“, Battle of the Sexes, Stronger, Last Flag Flying, „Victoria & Abdul“, Brad´s Status, The Florida Project, The Square, Lucky, The Meyerowitz Stories (New and Selected), „The Beguiled“, Blade Runner 2049, The Mountain Between Us, Breathe, The Killing of a Sacred Deer, Suburbicon, Only the Brave, Thank You for Your Service, „Thor: Ragnarok“, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco, Novitiate, The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, „Good Time“, „Ingrid Goes West“, All the Money in the World, Phantom Thread, „I, Tonya“, „Molly´s Game“, „The Post“

 

 

Meine September-Prognose vom letzten Jahr:

Jedes Jahr lege ich mich bereits im September mit meiner ersten Oscar-Prognose auf einen Film fest, bei dem ich denke, er könnte den Oscar gewinnen. Im letzten Jahr zu dieser Zeit hatte ich La La Land auf Platz 1, den tatsächlich Oscar-Gewinner-Film Moonlight hatte ich nur auf Platz 5. Bei Beste Regie (Damien Chazelle), Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali) und auch bei Viola Davis lag ich mit einem Oscar-Gewinn dafür richtig. Seinerzeit war jedoch noch nicht klar, dass Viola Davis sich in der Kategorie Beste Nebendarstellerin aufstellen lässt. Entsprechend habe ich Emma Stone auch nicht als Oscar-Gewinnerin gesehen. Wenn ich mir heute meine September-Prognose vom letzten Jahr angucke, übt das in jedem Fall einen gewissen Druck aus, weil ich dieses Jahr ziemlich schwimme. Das einzige, wovon ich derzeit ausgehe, ist, dass Gary Oldman den Oscar gewinnt.

Oscar-Gewinnerfilm 2018:

In vielen Jahren zuvor gab es im September immer ein oder zwei Filme, die man als Favoriten-Filme bereits ausmachen konnte. Was den Gewinner der Kategorie Bester Film angeht, gibt es dieses Jahr bisher keinen Favoriten. Ich habe jetzt recherchiert und mir zunächst die derzeitigen Bewertungen bei Rotten Tomatoes angeschaut (und hinter jedem Film notiert). Ich kann mir nicht vorstellen, dass „Dunkirk“ Bester Film gewinnt (wohl aber dass Nolan gewinnt), „Darkest Hour“ hätte ich mir vorstellen können, bis ich die Bewertung bei RT (83%) gesehen habe. Was bleibt? Ich gebe zu, dass ich zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ neige (weil ich den Trailer liebe, ungesehen glaube, mit diesem Film einen Kandidaten für meine Top Ten-Liste gefunden zu haben und er den Publikumspreis in Toronto gewonnen hat). Es ist aber nunmal eine schwarze Komödie. Wann hat das letzte Mal eine schwarze Komödie den Oscar als Bester Film gewonnen? Hierzu habe mir mal wieder alle BP-Gewinner angeschaut, Birdman  kann man als schwarze Komödie bezeichnen. Okay, jetzt habe ich zwei Gründe, an „Three Billboards“ festzuhalten. Welche Filme sind noch in der näheren Auswahl? Definitiv „Call Me By Your Name“. Ich habe den Film im Februar gesehen und habe immer noch ein wohliges Gefühl, wenn ich an den Film denke. Der Film ist wie der schönste Sommer im Leben oder einfach wie das Verliebtsein. Kein schlechter Kandidat für einen BP-Gewinner. Anfangs dachte ich, dass AMPAS nicht 2x hintereinander einen Gay-Film auszeichnen wird, aber ich glaube, dass auch sehr viele Heteros mit „Call Me“ etwas anzufangen wissen. Guillermo del Toros „Shape of Water“ ist sicher ein Film, der nominiert wird. Kann er auch gewinnen, ein Fantasy-Film? Mit Emotionen würde es funktionieren und die soll es durchaus bei dem Film geben. Zu „Get Out“ habe ich mich weiter oben bereits geäußert, die meisten Oscar-Experten glauben nicht mal, dass der Film nominiert wird. Derzeit steht mit 100% RT Greta Gerwigs Regiedebüt „Lady Bird“ von der Bewertung ganz oben. Eine Nominierung wäre eigentlich schon eine Sensation, könnte der Film auch gewinnen? „Mudbound“ ist ein Netflix-Film. Netflix gewinnt keine Oscars (sie können nicht mal groß Emmys gewinnen, wie sollen sie auf einmal das Oscar-Geschäft verstehen?). Okay, ich nehme „Mudbound“ wieder aus der Top Ten raus, bzw. tausche ihn mit meinem ursprünglichen Platz 11, PTAs „Phantom Thread“. Richard Linklaters „Last Flag Flying“(auch wenn ihn derzeit noch keiner gesehen hat) sehe ich derzeit auch als einen Kandidat für eine Oscar-Nominierung. Steven Spielbergs Filme sind bei den Oscars nie zu unterschätzen und daher sehe ich sein Journalismus-Drama „The Post“ (auch wenn ihn derzeit noch keiner gesehen hat) als potenziellen Oscar-Gewinner. Spielberg, Hanks, Streep, das Thema könnte nicht zeitgemäßer sein- eigentlich ein Oscar-Bilderbuch-Film. Da ich ziemlich im Dunkeln tappe, bleibe ich aber bei „Three Billboards“

 

Jetzt bringe ich meine o.g. Liste in die richtige Reihenfolge (zuletzt hinzugefügt habe ich noch „War for the Planet of the Apes“ und „Blade Runner 2049“)

Meine derzeitige Prognose (Stand 25.09.17) für die Oscar-Nominierungen 2018, in der Reihe, in der ich im Moment eine Nominierung am wahrscheinlichsten sehe. Mein derzeitiger Oscar-Gewinner ist jeweils der erste Kandidat:

 

 

Best Picture

  1. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri – Fox Searchlight – 97% RT
  2. The Post – 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
  3. Call Me By Your Name – Sony Pictures Classics 98% RT
  4. The Shape of Water – Fox Searchlight – 96% RT
  5. Dunkirk – Warner Bros. – 93% RT
  6. Darkest Hour – Focus Features – 83% RT
  7. Get Out – Universal – 99% RT
  8. Lady Bird – A24 – 100% RT
  9. Last Flag Flying – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt, Eröffnungsfilm auf dem NYFF)
  10. Phantom Thread – Focus Features (derzeit noch nicht gezeigt, wird er rechtzeitig fertig?)
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All the Money in the World – TriStar Pictures (derzeit noch nicht gezeigt)

Mudbound – Netflix – 97% RT
The Florida Project – A24 – 97% RT
Battle of the Sexes – Fox Searchlight – 86% RT
Blade Runner 2049 – Warner Bros (derzeit noch nicht gezeigt)
The Greatest Showman 20th Century Fox (derzeit noch nicht gezeigt)
Wonder Wheel – Amazon Studios (derzeit noch nicht gezeigt)
The Big Sick – Amazon Studios – 98% RT
Wind River – The Weinstein Company – 86% RT
Molly´s Game – STX Entertainment – 93% RT
The Disaster Artist – A24 – 94% RT
Wonderstruck – Amazon Studios – 73% RT
War for the Planet of the Apes – 20th Century Fox – 93% RT
Downsizing – Paramount Pictures – 68% RT
(Hostiles) – hat noch keinen amerikanischen Verleiher – 70% RT
(The Square – Magnolia Pictures – wahrscheinlich kein BP) – 71% RT
(Happy End – eher kein BP) – 62% RT

 

Best Director

Christopher Nolan (Dunkirk)
Steven Spielberg (The Post)
Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Luca Guadagnino (Call Me By Your Name)
Martin McDonagh (Three Billboards…)
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Joe Wright (Darkest Hour)
Jordan Peele (Get Out)
Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
Aaron Sorkin (Molly´s Game)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Alexander Payne (Downsizing)
Patty Jenkins (Wonder Woman)
Dee Rees (Mudbound)

 

Best Actor

Gary Oldman (Darkest Hour)
Daniel Day Lewis (Phantom Thread) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Christian Bale (Hostiles — hat noch keinen amerikanischen Verleiher)
Jake Gyllenhaal (Stronger)
Timothée Chalamet (Call Me By Your Name)
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Tom Hanks (The Post) – die Performance kennt derzeit noch keiner
James Franco (The Disaster Artist)
Andrew Garfield (Breathe)
Jeremy Renner (Wind River)
Steve Carell (Battle of the Sexes)
Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)
Matt Damon (Downsizing)
Hugh Jackman (The Greatest Showman) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Sam Elliott (The Hero)
Denzel Washington (Roman Israel, Esq.)
Miles Teller (Thank You for Your Service) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Domhnall Gleeson (Goodbye Christopher Robin)
Chadwick Boseman (Marshall) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Bryan Cranston (Last Flag Flying) – die Performance kennt derzeit noch keiner

 

Best Actress

Sally Hawkins (The Shape of Water)
Frances McDormand (Three Billboards…)
Saoirse Ronan (Lady Bird)
Jessica Chastain (Molly´s Game)
Meryl Streep (The Post) – die Performance kennt derzeit noch keiner
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Glenn Close (The Wife)
Margot Robbie (I, Tonya)
Emma Stone (Battle of the Sexes)
Judi Dench (Victoria & Abdul)
Annette Bening (Films Stars Don´t Die in Liverpool)
Kate Winslet (Wonder Wheel) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Jennifer Lawrence (mother!)
Michelle Williams (All the Money in the World)
Carey Mulligan (Mudbound)
Claire Foy (Breathe)
Rosamund Pike (Hostiles – hat noch keinen amerikanischen Verleiher)
Diane Krüger (In the Fade)

 

Bester Nebendarsteller

Michael Stuhlbarg (Call Me By Your Name)
Willem Dafoe (The Florida Project)
Sam Rockwell (Three Billboards…)
Ben Mendelsohn (Darkest Hour)
Armie Hammer (Call Me By Your Name)
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Kevin Spacey (All the Money in the World) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Richard Jenkins (The Shape of Water)
Michael Shannon (The Shape of Water oder The Current War, eigentlich egal wofür)
Woody Harrelson (Three Billboards…)
Idris Elba (Molly´s Game)
Steve Carell (Last Flag Flying) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Tracy Letts (Lady Bird)
Ray Romano (The Big Sick)
Jason Mitchell (Mudbound)
Jim Belushi (Wonder Wheel) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Mark Rylance (Dunkirk)
Sterling K. Brown (Marshall) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Patrick Stewart (Logan)

 

Beste Nebendarstellerin:

Laurie Metcalf (Lady Bird)
Melissa Leo (Novitiate)
Holly Hunter (The Big Sick)
Allison Janney (I, Tonya)
Hong Chau (Downsizing)
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Tatiana Maslany (Stronger)
Kristen Scott Thomas (Darkest Hour)
Michelle Pfeiffer (mother!)
Mary J. Blige (Mudbound)
Julianne Moore (Wonderstruck)
Michelle Williams (The Greatest Showman) – die Performance kennt derzeit noch keiner
Octavia Spencer (The Shape of Water)
Carrie Coon (The Post) – die Performance kennt derzeit noch keiner

 

Trailer von meinen derzeitigen Favoriten auf den Oscar-Gewinn als Bester Film:

 

Meine aktuellere Prognose zu den Oscar-Nominerungen 2018 (vom 30.11.17) ist hier zu lesen.

Berlin – Film: „mother!“

Ich war am 14.09.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„mother!“ (Kinostart war der 14.09.17) 115 min drama, horror
dir. Darren Aronofsky cast: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer, Domhnall Gleeson, Brian Gleeson, Kristen Wiig

 

Sie (Jennifer Lawrence) ist mit einem wesentlich älteren Mann, einem berühmten Dichter (Javier Bardem), verheiratet. Kürzlich sind sie in ein altes, recht entlegenes Haus gezogen. Während er versucht, seine Schreibblockade zu überwinden, renoviert sie derweil das gesamte Haus und schafft für das Paar ein schönes Heim. Eines Tages klopft ein Fremder (Ed Harris) an ihre Haustür. Sie ist überrascht, dass ihr Ehemann den Fremden hereinbittet, ihn sogar übernachten lässt – er kennt ihn doch gar nicht und am nächsten Tag steht die Frau des Fremden (Michelle Pfeiffer vor der Tür. Sie fühlt sich zunehmend unwohl in ihrem eigenen Haus…

 

A- (Wertung von A bis F) „mother!“ ist der siebente Film, bei dem der amerikanische Filmemacher Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“, The Wrestler, Black Swan) Regie führt.

„mother!“ (übrigens kein Schreibfehler, kleines „m“ und Ausrufezeichen) ist kein Film für das Mainstream-Publikum. In den U.S.A. und Kanada gibt es den sogenannten CinemaScore, anhand von Umfragen am Eröffnungstag eines Films, wird ein Durchschnittswert ermittelt, wie dieser Film bei diesem Publikum angekommen ist. Die Zuschauer können den Film zwischen A (sehr positiv) bis F (extrem negativ) bewerten. Logischerweise sagt diese Bewertung nichts über die Qualität des Films aus. Die meisten Filme erzielen irgendetwas zwischen „A“ und „B-„ , es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Film eine „C“-Bewertung bekommt. „Transformers 5“ hat beispielsweise ein „B+“ bekommen. „mother!“ hat ein „F“ erhalten. Das ist schon fast eine Ehre. Im vorliegenden Fall sagt es meines Erachtens nur etwas darüber aus, dass dieses Publikum mit den falschen Erwartungen in den Film gegangen ist. Das wiederum würde ich auf das schlechte, bzw. fehlgeleitete Marketing zurückführen. Wenn man sich die Trailer anschaut, könnte man durchaus eine Art „Rosemary´s Baby“ erwarten. Und genau das ist „mother!“ nicht. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, bis ich in dem Gezeigten einen Sinn erkennen konnte. Man weiß auch nie, was als Nächstes passiert. Keiner der Charaktere hat einen Namen. Der Film ist voller Symbole und Anspielungen. Als ich irgendwann eine Idee zu einem der Charaktere (Javier Bardems) hatte, war mir auch schnell klar, was Jennifer Lawrences symbolisiert. Wenn man das erkannt hat, kann man erahnen, was sich der Künstler (Darren Aronofsky) bei seinem außergewöhnlichen Werk gedacht hat.

Ich möchte den Film nicht spoilern. Ich glaube, dass die, die sich ernsthaft für Filme interessieren, diesen durchaus heftigen Arthouse-Film auch erleben sollten. Der Otto-Normal-Zuschauer, der am liebsten einen Film von A bis Z erklärt haben will, nicht nachdenken möchte, wird mit diesem Film so überhaupt nichts anzufangen wissen. Das erklärt auch den CinemaScore „F“.

„mother!“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bester Hauptdarsteller (Javier Bardem), Beste Nebendarstellerin (Michelle Pfeiffer), Bester Nebendarsteller (Ed Harris), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„mother!“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 15.09.17 in 2,368 Kinos landesweit gestartet. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Berlin in der OV gesehen.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Justice League„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Der 423. Superhelden-Film. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf die immer gleichen Filme noch freuen kann. Die erfolgreichsten Filme an der amerikanischen Kinokasse in diesem Sommer waren tatsächlich wieder drei Superhelden-Filme („Wonder Woman“, „Guardians of the Galaxy 2“ und „Spider-Man: Homecoming“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Snowman„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer)
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender. Irgendwie cool, Fassy rauchen zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „What Happened to Monday„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Noomi Rapace in verschiedenen Rollen. Leider sieht sie gar nicht wandelbar und sieht immer gleich aus. Der Film kommt in den U.S.A. auf Netflix raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht gucke ich mal rein

 

 

Kino in Berlin

In Deutschland gehe ich äußerst selten ins Kino. „mother!“ war, glaube ich, erst mein zweiter Film, den ich dieses Jahr regulär im deutschen Kino gesehen habe. Die Werbung (inkl.) zweier Trailer war knapp 10 Minuten lang. Als ich dachte, es geht los, ging dass Licht an und es wurde die „Eis-Pause“ ausgerufen. Ich kann nicht fassen, dass es dieses Relikt aus der Vergangenheit heutzutage immer noch gibt. Kein einziger Zuschauer in meiner Vorstellung ist aufgestanden. Also passiert drei Minuten nichts und dann wurden noch mal zwei Trailer gezeigt und der Film hat begonnen.

 

TV-Serie: „The Handmaid´s Tale, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Hulu-Serie angeschaut:

 

„The Handmaid´s Tale, 1. Staffel“ (dt. Titel: „The Handmaid´s Tale: Der Report der Magd“, ab dem 4.10.17 bei dem Telekom-Portal Entertain TV zu sehen) 10 x approx. 50 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Reed Morano, Mike Barker, Floria Sigismondi, Kate Dennis, Kari Skogland, cast: Elisabeth Moss, Joseph Fiennes, Alexis Bledel, Max Minghella, Ann Dowd, Yvonne Strahovski, Madeline Brewer, Samira Wiley, O-T Fagbenie, Amanda Brugel, Jordana Blake

 

Amerika, in der nahen Zukunft.
June (Elisabeth Moss) befindet sich mit ihrem Mann Luke (O-T Fagbenie) und ihrer achtjährige Tochter Hannah (Jordana Blake) auf der Flucht. Irgendwann trennen sich ihre Wege, June hört Schüsse und dann wird sie gefangen. Zwei Monate später lebt June als Offred in einer ganz anderen, restriktiven Welt. Sie ist im Besitz von Commander Fred Waterford (Joseph Fiennes) und seiner Ehefrau Serena Joy (Yvonne Strahovski). Offred ist eine Handmaid, eine Magd, deren einzige Bestimmung es ist, für die Staatsfunktionäre und ihre Ehefrauen Kinder zu bekommen, Diese Ehepaare konnten selbst keine Kinder zeugen. Wie konnte es soweit kommen? Umweltverschmutzung und eine nukleare Katastrophe haben eine Epidemie ausgelöst, die bei den meisten Menschen zu einer Unfruchtbarkeit geführt hat. Die Geburtenrate ist drastisch gesunken. Religiöse Fundamentalisten, eine Gruppierung unter dem Namen Sons of Jacob hat in den ehemaligen U.S.A.. die Macht übernommen. Sie haben ein totalitäres Regime errichtet und die Stellung der Frau neu definiert. Die einst freien, jungen und fruchtbaren Frauen werden gefangen und in dem Red Center, einem Umerziehungsheim, unter der strengen Aunt Lydia (Ann Dowd) auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet…

A (Wertung von A bis F) „The Handmaid´s Tale“ basiert auf dem gleichnamigen, im Jahr 1985 veröffentlichten,  Roman der kanadischen Autorin Margaret Atwood (sie hat einen Cameo-Auftritt in der ersten Episode – sie ist eine Aunt und schlägt Offred ins Gesicht). In Deutschland erschien der dystopische Roman unter dem Titel „Der Report der Magd“. Die TV-Serie hält sich nicht strikt an die Vorlage, die Geschichte wurde aktualisiert und in die Gegenwart versetzt. Bei den ersten drei Episoden der TV-Serie hat die amerikanische Kamerafrau und Regisseurin Reed Morano (Kill Your Darlings, The Skeleton Twins, Meadowland) geführt.

„The Handmaid´s Tale“ spielt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft. Ich weiß nicht, wann mich eine TV-Serie das letzte Mal so extrem mitgenommen, ja so verstört hat.

Wie alle Serien, die mich begeistern, habe ich auch „The Handmaid´s Tale“ ein zweites Mal geschaut. Normalerweise beginne ich diese Mehrteiler, bzw. Serien unmittelbar nachdem ich alle Episoden das erste Mal gesehen habe, ein zweites Mal. Die zweite Sichtung einer exzellenten TV-Produktion empfinde ich als entspannend, die Charaktere und die Story bekannt, dann habe ich Zeit, genau auf die Details zu achten. Bei „The Handmaid´s Tale“ war nicht mal im Traum daran zu denken, dass ich sie mir nach der ersten Sichtung direkt ein zweites Mal anschaue. Undenkbar, auch wenn ich sie noch so exzellent fand. Diese Serie hat mich viel zu sehr heruntergezogen, ich war deprimiert und frustriert nach den ersten zehn Folgen. Zur Aufmunterung brauchte ich zunächst andere Mehrteiler/Serien, die mich weg aus dieser Welt führten. So habe ich Apple Tree Yard, die erste Staffel von Ozark, und die dritte Staffel von Broadchurch geguckt, dann bin erst mal in den Sommerurlaub geflogen und als ich zurückkam habe ich mich immer noch äußerst widerwillig an die Wiederholung der ersten Staffel von „The Handmaid´s Tale“ gemacht.

Diese Serie ist einfach zu realitätsnah, wie leicht kann sich eine Welt durch einen Regime-Wechsel einer kranken (und oftmals religiösen) Regierung ändern? Von Jetzt auf Gleich werden Menschen (in diesem Fall vordergründig Frauen) die Rechte genommen. Alles was man bisher als selbstverständlich erachtet hat, ist nicht mehr da. Nach einem Staatsstreich verhängt man den Ausnahmezustand, damit wird die Verfassung außer Kraft gesetzt, man ändert Gesetze, verhaftet oder exekutiert Andersdenkende oder bestimmte Minderheiten. Im Fall von „The Handmaid´s Tale“ sperrt man den Frauen die Konten, lässt sie von ihren Arbeitgebern entlassen, nimmt ihnen schließlich alle Rechte und unterteilt sie in Kasten. Entsprechend ihrer Kaste haben sie eine Aufgabe, für die jeweilige Kaste gibt es Kleidungs- und Verhaltensregeln. Die unfruchtbaren Akademikerinnen werden in die Kolonien geschickt. Die fruchtbaren jungen Frauen werden gefangen und versklavt, sie gehören ab dann ihrem jeweiligen Kommandanten. Frauen wird der Zugang zu Bildung verwehrt, allein das Lesen ist bereits verboten. Andere Medien existieren nicht. Alles natürlich im Namen Gottes. Heutzutage gibt es genug rückständige frauenverachtende Staatsmächte, vor allen Dingen, aber nicht nur in muslimischen Ländern (z.B. im Iran, Afghanistan oder Saudi Arabien). Wie schnell sich ein Land verändern kann, sah man in Ende der 1970er Jahre im Iran und sieht man heutzutage in der Türkei. Einst recht freie, westliche orientierte Länder… Man kann man aber auch den jüngsten Regierungswechsel in der westlichen Welt (U.S.A.) nehmen. Da weiß man auch noch nicht, wo dieses Land mit dem 45. (wie viele Amerikaner U.S.-Präsident Donald Trump nur noch nennen) in zwei oder drei Jahren steht.

Mich machen Kulturen oder Religionen krank, bei denen sich Jungs oder Männer für mehr wert halten als Mädchen oder Frauen. Meine feministische Seite hat eine solche Wut im Bauch, dass die Männer sich in solchen Gesellschaften weitestgehend alle Freiheiten nehmen und ihren Frauen Verhaltensvorschriften machen und ihnen beispielsweise vorschreiben, eine Art Uniform zu tragen. Die einzig wirkliche Aufgabe der Frauen ist es, Kinder zu gebären. Mich verunsichern auch die Veränderungen in Deutschland. Ich kann nur für das Berliner Straßenbild sprechen, aber ich beobachte seit einigen Jahren, dass die Zahl der verschleierten und verhüllten jungen Frauen extrem zugenommen hat. Mir bereitet das Sorgen und „The Handmaid´s Tale“ hat dieses Gefühl nur noch verstärkt. Müssen wir in unserer Welt für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen (die ich im 21. Jahrhundert als selbstverständlich erachte) eines Tages wieder kämpfen?

„The Handmaid´s Tale“ wird aus aus der Perspektive von June bzw. der Handmaid (der Magd) Offred erzählt. Wir lernen Gilead mit all seinen Grausamkeiten durch sie kennen. June führt als Erzählerin durch die Geschichte.

Elisabeth Moss ist June, die als Offred versklavt wurde. Sie ist die Seele der Serie, ohne diese talentierte Schauspielerin würde die Serie nicht so perfekt sein. Als Frau kann man sich zu jeder Zeit in ihre Lage versetzen, fühlt mit ihr, weiß was sie denkt, was sie fürchtet. Elisabeth Moss kann mit ihrer Mimik alles aussagen und hat selbstverständlich für diese nuancierte Performance eine Emmy-Nominierung erhalten. Gestern (17.09.17) Nacht wurde sie mit dem Emmy-Award für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale“ ausgezeichnet. Bravo!!! Wenn „The Handmaid´s Tale“ auf zweieinhalb Stunden gekürzt und ins Kino gebracht worden wäre, hätte sie wahrscheinlich sogar den Oscar gewonnen – so einmalig und erstklassig ist sie.

Ganz zum Schluss der ersten Staffel (und ich werde nicht spoilern durch welchen Seriencharakter) bekommt man einen guten Eindruck davon, was es bedeutet von dem Horror in seinem Heimatland flüchten zu müssen, bzw. Flüchtling zu sein.

Mit der letzten Episode sind mir natürlich die Tränen gekommen. Inhaltlich, klar war ich über die gesamte Zeit tief bewegt, aber auch die wunderschöne cineastische Inszenierung dieser grauenhaften Welt hat mir die Tränen in die Augen getrieben. „The Handmaid´s Tale“ ist visuell eine tolle Serie. Das Ende der ersten Staffel – so viel sei verraten – bleibt relativ offen. Die Produktion der zweiten Staffel beginnt im Herbst 2017.

Ein (heterosexueller) Mann wird „The Handmaid´s Tale“ nie so verstehen, sich in die Lage der Handmaids nie so hereinversetzen können wie eine Frau. Vielleicht finden viele Männer diese TV-Serie auch langweilig. Obwohl 99% bei Rotten Tomatoes lassen Anderes vermuten.

 

Begriffe, bzw. Originalbezeichnungen, die für „The Handmaid´s Tale“ wichtig sind:

Gilead ist die Republik, in der „The Handmaid´s Tale“ spielt. Früher waren es die Vereinigten Staaten von America. Die fundamentalistische Gruppierung Sons of Jacob hat die Macht übernommen. In der Diktatur regieren die Kommandanten. Ihre Gesellschaft basiert auf christlich-biblischen Grundlagen. Das wichtigste Merkmal ist, dass die Frau sich dem Mann unterordnet. Den Frauen werden alle Rechte genommen. Dadurch haben sich die Männer die Machterhaltung gesichert. Die Frauen sind in Kasten unterteilt und müssen sich entsprechend ihres Standes kleiden. Die Ehefrauen der Staatsfunktionäre (der Kommandanten) haben den höchsten sozialen Status, auch wenn sie keine Kinder bekommen konnten. Sie tragen die Farbe Blau. Die einzige Aufgabe der Handmaids (der Mägde) ist es, Kinder für die mächtigen Ehepaare zu gebären. Die Handmaids tragen bodenlange rote Gewänder und eine weiße Kopfbedeckung. Die Farbe Rot symbolisiert die Fruchtbarkeit der Frauen. Wenn Frauen (aber auch Männer) sich nicht an die Gesetze von Gilead halten, drohen ihnen drakonische Strafen.
Sons of Jacob – war ursprünglich eine fanatisch-religiöse Untergrundbewegung, die nach einem Putsch die Regierung übernommen und Gilead gegründet hat.
Red Center (auch Rachel and Leah Center) ist ein Umerziehungsheim für die Handmaids (die Mägde). Nachdem die jungen, fruchtbaren Frauen gefangen genommen wurden kommen sie zunächst in das Red Center. Hier werden sie von den Aunts (den Tanten) auf ihre künftige Funkion vorbereitet.
Colonies – In die Kolonien werden Homosexuellen, Intellektuelle, Andersdenkende, aber auch die Mägde geschickt, wenn sie keine Kinder gebären. In den entlegenen Kolonien müssen sie Gift- und Atommüll entsorgen bis sie sterben.
Jezebel ´s ist ein eleganter Sexclub in Gilead, natürlich ist der Ort geheim und daher offiziell verboten
Mayday ist die Widerstandsbewegung
Wives sind die Ehefrauen der mächtigen Staatsfunktionäre. Sie stehen in der Hierarchie ganz oben, auch wenn sie selbst keine Kinder bekommen können. Die Ehefrauen tragen die Farbe Blau.
Handmaid ist die Magd, die junge Frau, bei der angenommen wird, dass sie fruchtbar ist. Die Magd befindet sich im Besitz eines Kommandanten (und seiner Ehefrau). Einmal im Monat vergewaltigt der Kommandant die Magd, alles in einer Zeremonie und im Beisein seiner Ehefrau. Sobald die Magd dem Ehepaar ein gesundes Kind „geschenkt“ hat, das Baby abgestillt ist, wird sie an einen anderen Kommandanten (und seiner Ehefrau) weitergereicht. Mägde sind die Gebärmaschinen von Gilead. Sollte die Magd nicht schwanger werden, gilt sie irgendwann als unfruchtbar (auch wenn oftmals die Männer zeugungsunfähig sind) und wird in eine der Kolonien geschickt. Die Mägde tragen die Farbe Rot, rote bodenlange Gewänder mit einer weißen Flügelhaube als Kopfbedeckung).
Marthas sind die Hausangestellten, sie sind Haushälterinnen und Köchinnen. Die Marthas tragen die Farbe Khaki.
Aunts sind ältere Frauen, die die Mägde kontrollieren und disziplinieren. Sie tragen die Farbe Braun.
Eyes – sind die Gesetzeshüter bzw. der Geheimdienst in Gilead. Die Eyes tragen vorzugsweise die Farbe Schwarz und sind in schwarzen Wagen unterwegs. Eyes können aber auch verdeckt ermitteln.
„Blessed Be the Fruit“ gilt in Gilead als Begrüßung, darauf antwortet man traditionell „May the Lord open“
„Under His Eye“ – ist zugleich eine Begrüßung- und Verabschiedungs-Floskel in Gilead

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Offred ist eine Handmaid (eine Magd), da sie sich im Besitz des Kommandanten Fred Waterston befindet, wird sie Offred („of Fred“) genannt. In ihrem früheren, bürgerlichen Leben hieß sie June, war verheiratet und hatte eine Tochter, Hannah. Gespielt wird Offred/June von der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss. Ihren internationalen Durchbruch hatte die Schauspielerin als Peggy Olsen in der Serie Mad Men,. Zuvor hat sie aber bereits in den amerikanischen Serien „Picket Fences“ und „The West Wing“ gespielt. Seit einiger Zeit zählt sie für mich schon zu den wandelbarsten, talentiertesten Schauspielern unserer Zeit. Ich habe sie in einigen Filmen (The One I Love, Queen of Earth, Truth, Chuck) gesehen. Auch in dem Mehrteiler Top of the Lake hat sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie hat eine Tony-Award-Nominierung. Für „Mad Men“ und „Top of the Lake“ war sie sieben Mal für den Fernseh-Oscar, den Emmy-Award, nominiert. Für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale war sie zum achten Mal für den Emmy nominiert. Am 17.09.17 hat sie für diese Performance ihren ersten Emmy gewonnen.

Commander Fred Waterford gehört zu der Staatsführung von Gilead. Der Kommandant ist mit Serena Joy (gespielt von Yvonne Strahovski) verheiratet. Offred (gespielt von Elisabeth Moss) ist bereits die zweite Handmaid des Ehepaares. Commander Fred Waterford wird von dem englischen Schauspieler Joseph Fiennes gespielt. Er hat in einigen internationalen Filmproduktionen (u.a. „Elizabeth“, „Shakespeare in Love“, „The Merchant of Venice“, The Escapist) gespielt und hat in den TV-Serien „Flash Forward“ und „American Horror Story: Asylum“ mitgewirkt. Er ist der Bruder des großen Schauspieltalents Ralph Fiennes („Schindler´s List“, „The English Patient“, The Grand Budapest Hotel, Hail, Caesar!)

Serena Joy bzw. Mrs. Waterford ist die Ehefrau des Commander Waterford (gespielt von Joseph Fiennes). Mrs. Waterford wird von der australischen Schauspielerin Yvonne Strahovski gespielt. Sie hatte eine größere Rolle in der siebenten und achten Staffel der Serie Dexter (leider habe ich bisher nur sechs Staffeln geguckt) und der Mini-Serie „24: Live Another Day“.

Nick ist Commander Waterfords Chauffeur. Gespielt wird Nick von dem englischen Schauspieler Max Minghella. Er hat in einigen internationalen Filmproduktionen (The Social Network, The Ides of March) mitgespielt und ist der Sohn des, vor einigen Jahren verstorbenen, Filmemachers Anthony Minghella („The English Patient“, „The Talented Mr. Ripley“).

Ofglen ist eine Handmaid und Offreds Einkaufsbegleiterin. Ofglen hieß im früheren Leben Emily. Gespielt wird Ofglen von der amerikanischen Schauspielerin Alexis Bledel. Mir war sie nicht bekannt, den meisten wird sie aber durch die amerikanische Serie „Gilmore Girls“ bekannt sein. Für ihre Gastrolle in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie mit einem Emmy-Award ausgezeichnet.

Aunt Lydia ist die Aufseherin der Handmaids (der Mägde). Gespielt wird Aunt Lydia von der amerikanischen Schauspielerin Ann Dowd. Sie hat in vielen TV-Produktionen („Judging Amy“, „Masters of Sex“, The Leftovers“, Olive Kitteridge, Good Behavior) mitgewirkt und hat auch viele Nebenrollen in amerikanischen Filmen (u.a. „Philadelphia“, „Garden State“, Marley & Me, The Informant!) gespielt. Mir ist sie das erste Mal in Compliance aufgefallen. Für ihre Performance in „The Leftovers“ und „The Handmaid´s Tale“ wurde sie dieses Jahr für den Emmy nominiert. Am 17.09.17 wurde sie als Beste Nebendarstellerin in „The Handmaid´s Tale“ mit ihrem ersten Emmy Award ausgezeichnet.

Ofwarren ist eine Handmaid, hieß früher Janine und ist eine von Offreds Freundinnen. Ofwarren wird von der amerikanischen Schauspielerin Madeline Brewer gespielt. Sie hat bereits eine größere Rolle in den TV-Serien „Orange is the New Black“ und „Hemlock Grove“.

Moira war in ihrem früheren Leben die beste Freundin von June (gespielt von Elisabeth Moss), sie ist lesbisch. Moira wird von der afroamerikanischen Schauspielerin Samara Wiley gespielt. Sie hatte eine Hauptrolle in der TV-Serie „Orange is the New Black“. Kürzlich war sie auch in Kathryn Bigelows Film Detroit zu sehen. Für ihre Rolle in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie für den Emmy nominiert,

 

„The Handmaid´s Tale war im Jahr 2017 für dreizehn Fernseh-Oscars nominiert. Als beste Drama-Serie (die Königskategorie bei den Emmys) stand sie in Konkurrenz mit „The Crown“, „Stranger Things“, „This Is Us“, „Better Call Saul“, House of Cards und „Westworld“. „The Handmaid´s Tale“ hat insgesamt acht Emmy Awards abgeräumt. Darunter hat sie auch die wichtigsten Emmys gewonnen: Outstanding drama series, outstanding directing for a drama series, outstanding lead actress in a drama series (Elisabeth Moss), outstanding supporting actress in a drama series (Ann Dowd) und outstanding writing for a drama series. Dazu hat die Serie bereits im Vorfeld noch best outstanding guest actress (Alexis Bledel), outstanding production design und outstanding cinematography for a single-camera series) gewonnen.

„The Handmaid´s Tale“ ist eine Eigenproduktion der amerikanischen Streaming-Plattform HULU. Sie wurde erstmalig vom 26.04.17 – 14.06.17 auf HULU ausgestrahlt. Eine zweite Staffel (mit dreizehn Episoden) ist bereits bestätigt und wird im Jahr 2018 ausgestrahlt. Ab dem 4.10.17 soll diese Serie unter dem Titel „The Handmaid´s Tale: Der Report der Magd“ exklusiv bei dem Telekom-Portal Entertain TV zu sehen sein.

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

 

 

 

TV-Serie: „Broadchurch, 3. Staffel“

Ich habe mir die gesamte Staffel folgender BBC America-Serie angeschaut:

 

„Broadchurch, 3. Staffel“ 8 x approx. 50 min drama, thriller
dir. Paul Andrew Williams, Daniel Nettheim, Lewis Arnold cast: Olivia Colman, David Tennant, Jodie Whittaker, Andrew Buchan, Julie Hesmondhalgh, Roy Hudd, Matthew Gravelle, Carolyn Pickles, Charlotte Beaumont, Sarah Parish, Adam Wilson, Georgina Campbell, Charlie Higson, Mark Bazeley, Lenny Henry, Sebastian Armesto, Chris Mason, Jim Howick

 

Vor einigen Jahren wurde der 11-jährige Sohn von Beth und Mark Latimer (Jodie Whitaker und Andrew Buchan) ermordet. DI Alec Hardy (David Tennant) und DS Ellie Miller (Olivia Colman) hatten seinerzeit in dem beschaulichen Küstenörtchen Broadchurch ermittelt. Der Mörder wurde gefasst, angeklagt, aber letztlich freigesprochen. Nun haben die beiden Polizisten einen neuen Fall. Trish (Julie Hesmondhalgh), eine 49-jährige Frau, hat die Polizei alarmiert, sie wurde Opfer einer brutalen Vergewaltigung. Die verstörte Frau kann sich kaum noch an etwas erinnern. Der Täter ist sehr brutal, aber auch sehr professionell vorgegangen, wahrscheinlich war es nicht sein erster sexueller Übergriff. Das Ermittlungsteam geht schon bald davon aus, dass es sich um einen Serientäter handelt. Bald gibt es zahlreiche Verdächtige…

 

 

B (Wertung von A bis F) Die dritte Staffel ist die zugleich letzte Staffel der englischen Erfolgsserie „Broadchurch“. Die drei Staffeln (und 24 Episoden) verstehen sich als Trilogie. Die Ereignisse der dritten Staffel finden drei Jahre nach denen der zweiten Staffel statt.

Nach der, eher mauen zweiten Staffel nimmt die dritte wieder ganz gut Fahrt auf. Wie bereits bei der ersten Staffel geht es hier hauptsächlich um die Suche nach dem Täter. Viele Tatverdächtige lassen den Zuschauer bis zum Schluss rätseln, wer nun der gesuchte Triebtäter ist. Ich wusste es dieses Mal tatsächlich auch erst mit der finalen achten Episode.

Ich liebe dieses Ermittlungsteam DI Hardy und DS Miller (gespielt von den exzellenten Schauspielern David Tennant und Olivia Colman), spätestens mit ihrem ersten Streit im Auto wusste ich. wie sehr ich sie vermisst habe und in Zukunft vermissen werde. Die Blicke, die die beiden austauschen. wie sie mit einander umgehen, Hardys „Millah…“ – das macht alle drei Staffeln sehenswert. In der dritten Staffel sieht man neue Facetten von DI Hardy. Seine 17-jährige Tochter Daisy (gespielt von ) lebt mittlerweile bei ihm und so schlägt er sich als alleinerziehender Vater durch. DI Miller muss sich hingegen mit ihrem pubertierenden Sohn rumärgern. Ein weiterer wichtiger Teil der dritten Staffel sind erneut die Latimers. Jodie Whitaker, aber insbesondere Andrew Buchan haben mich mit ihrer Performance beeindruckt.

 

Für die dritte Staffel relevante Charaktere:

Trish Winterman ist das Vergewaltigungsopfer. Sie ist 49 Jahre alt und lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter Leah (gespielt von Hannah Millward) zusammen. Von ihrem Ehemann Ian (gespielt von Charlie Higson) lebt sie getrennt. Trish arbeitet für Ed (gespielt von Lenny Henry). Gespielt wird Trish von der englischen Schauspielerin Julie Hesmondhaigh. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der TV-Soap „Coronation Street“.

Detective Constable Katie Harford ist eine neue Polizistin auf DS Hardys und DI Millers Revier. Mit ihre altklugen Art geht sie den beiden ziemlich auf die Nerven. Gespielt wird DC Harford von der englischen Schauspielerin Georgina Campbell. Sie hat in einigen britischen TV-Projekten (u.a. „Murder by My Boyfriend“, One of Us“) und in einer Episode der TV-Serie „Black Mirror“ mitgespielt.

Ian Winterman ist der Ehemann von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh). Er hat sie vor sechs Monaten für eine andere Frau verlassen. Gespielt wird Ian von dem englischen Autor und Schauspieler Charlie Higson. Er hat bei einigen britischen TV-Projekte mitgewirkt und war Sänger der Band „The Higsons“.

Jim ist der Ehemann von Trishs bester Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Er arbeitet als Automechaniker. Gespielt wird Jim von dem englischen Schauspieler Mark Bazeley. Er hat bei vielen englischen TV-Serien mitgewirkt.

Ed Burnett ist der Manager des Flintcombe Farm Shop. Er ist der Arbeitgeber von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh) und ihrer besten Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Gespielt wird Ed von dem englischen Schauspieler Lenny Henry. Er hat in einigen TV-Projekten mitgewirkt und spielt auch Theater.

Clive Lucas arbeitet als Taxifahrer und ist verheiratet mit Lindsay (gespielt von Becky Brunning). Gespielt wird Clive von dem britischen Schauspieler Sebastian Armesto. Er hat in einigen internationalen Produktionen (u.a. „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“, „Anonymous“, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Leo Humphries ist 23 Jahre alt und arbeitet in dem Angelzubehör-Geschäft seines Vaters. Gespielt wird Leo von dem britischen Schauspieler Chris Mason. Er hat in einigen britischen TV- Produktionen und dem Spielfilm Legend mitgespielt.

Aaron Mayford ist ein verurteilter Sexualstraftäter und wurde kürzlich aus dem Gefängnis entlassen. Gespielt wird Aaron von dem britischen Schauspieler Jim Howick. Er hat in einigen britischen TV-Formaten mitgewirkt.

Die dritte und letzte Staffel von „Broadchurch“ wurde erstmalig vom 27.02.17 bis zum 17.04.17 auf dem britischen Sender ITV ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde diese Staffel vom 28.06.17 – 16.08.17 auf BBC America gezeigt. Eine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen ist bislang noch nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

TV-Serie: „Apple Tree Yard“

Ich habe mir alle Folgen des folgenden BBC-One-Mehrteilers angeschaut:

 

„Apple Tree Yard“ 4 x approx. 60 min drama, thriller, adaptation
dir. Jessica Hobbs cast: Emily Watson, Ben Chaplin, Mark Bonnar, Steven Elder, Kezia Burrows, Susan Lynch

 

Die Wissenschaftlerin Dr. Yvonne Carmichael (Emily Watson) steht unter Mordanklage und blickt zurück. Was ist in den letzten neun Monaten passiert? Yvonne und Gary (Mark Bonnar) sind seit vielen Jahre verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder. Dann beginnt die Anfang Fünfzigjährige eine Affäre mit einem Fremden (Ben Chaplin). Sie weiß so gut wie gar nichts über ihn, aber es scheint sie auch nicht sonderlich zu interessieren. Dann kommt es zu einem zu heftigen Vorfall…

 

B- (Wertung von A bis F) Der Mehrteiler „Apple Tree Yard“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Louise Doughty. Bei allen vier Teilen führt die australische Filmemacherin Jessica Hobbs (Broadchurch) Regie.

Bei diesem Mehrteiler entwickelt sich die Handlung langsam, mit dem Ende der ersten Episode findet man sich in einer ganz anderen Story als am Anfang wieder und so geht es weiter. Auch am Ende schafft es die Geschichte, noch mal richtig zu überraschen. Das war für mich auch der Grund, warum ich mir die vier Episoden noch ein zweites Mal anschauen musste.

Ich hatte einige Probleme mit dem Verhalten der eigentlich intelligenten Protagonistin. Warum ist sie nicht offen mit ihren Problemen umgegangen? Ab einem gewissen Zeitpunkt hätte sie ihren Ehemann oder wenigstens einen anderen Vertrauten (beispielsweise ihre Freundin) mit ins Boot holen müssen. Das Verhalten der Akademikerin folgt keiner Logik. Ich habe auch überhaupt nicht nachvollziehen können, warum sie mit Ben Chaplins Charakter eine Affäre anfängt. Er ist der Typ Mann mit dem man vielleicht eine Beziehung führt, aber für so einen setzt man doch seine langjährige Beziehung nicht aufs Spiel. Er ist weder attraktiv, noch sexy und Charme hat er auch keinen. Selbst ihre Freundin fragt schließlich „Why with someone like that?“. Mir hätte es geholfen, wenn Mark Costley von einem charismatischen Schauspieler gespielt worden wäre.

Emily Watson rettet jedoch vieles durch ihr exzellentes Schauspiel. Eigentlich habe ich in den knapp vier Stunden auch nicht sie gesehen, sondern Yvonne Carmichael.

„Apple Tree Yard“ wurde erstmalig vom 22.01.17-06.02.17 auf BBC One ausgestrahlt. Bislang ist noch kein Termin für eine Ausstrahlung im deutschen TV bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Yvonne Carmichael ist Wissenschaftlerin. Verheiratet ist sie mit Gary (gespielt von Mark Bonnar). Die beiden haben zwei erwachsene Kinder. Ihr Sohn ist bipolar und bereitet den Eltern Kopfzerbrechen. Dann beginnt sie eine Affäre mit einem mysteriösen Fremden (gespielt von Ben Chaplin). Yvonne wird von der englischen Schauspielerin Emily Watson gespielt. Mit ihrer ersten Filmrolle in „Breaking the Waves“ wurde sie gleich für den Oscar nominiert. Sie hat in unzähligen Filmen (u.a. „Gosford Park“, „Red Dragon“, Synecdoche, New York, The Theory of Everything ) mitgespielt. Für ihre Performance in „Hilary and Jackie“ wurde sie ein zweites Mal für den Oscar nominiert.

Mark Costley ist der mysteriöser Fremder mit dem Yvonne eine Affäre beginnt. Gespielt wird Mark Costley von dem englischen Schauspieler Ben Chaplin. Er hat sein Kinofilmdebüt in „The Remains of the Day“ gegeben. Seither hat er in einigen internationalen Produktionen (u.a. „The Truth About Cats & Dogs“, „Lost Souls“, „Murder by Numbers“, „Cinderella“, Snowden) mitgewirkt.

Gary ist der Ehemann von Yvonne Carmichael (gespielt von Emily Watson). Gespielt wird Gary von dem englischen Schauspieler Mark Bonnar. Der englische Schauspieler hat vorwiegend in britischen TV-Produktionen mitgespielt.

 

London – Film: „A Ghost Story“

Ich war am 18.08.17 in London und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Ghost Story“ (dt. Kinostart: 07.12.17) 90 min drama, fantasy 
dir. David Lowery cast: Casey Affleck, Rooney Mara

 

M (Rooney Mara) und C (Casey Affleck) sind ein Paar. Die beiden sind sich sehr nah. Eines Tages verstirbt C. Von den Mitmenschen und seiner Partnerin unbemerkt, verbringt er seine Zeit als Geist wieder in ihrer Nähe. Er kann einfach noch nicht loslassen – während das Leben um ihn herum weitergeht…

 

A- (Wertung von A bis F) „A Ghost Story“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Lowery (Ain´t Them Bodies Saints, „Pete´s Dragon“).

„A Ghost Story“ ist einer dieser Filme, den man entweder richtig gerne mag oder mit dem man kann gar nichts anfangen kann. Ein Dazwischen gibt es – glaube ich – nicht. Casey Affleck gilt nicht unbedingt als wandelbarster Schauspieler, auch habe ich mir sagen lassen, dass er durch seine Eskapaden in den letzten Jahren nicht gerade an Beliebtheit gewonnen hat. Diesen Film kann man aber auch gucken, wenn man sein Gesicht nicht sehen möchte, da er die meiste Zeit des Films ein Bettlaken über den Kopf trägt.

„A Ghost Story“ ist ein Film über Trauerbewältigung, Einsamkeit und wie schwer es fällt, wenn man ein Zuhause gefunden hat, dieses wieder verlassen zu müssen. Dabei ist das Zuhause nicht zwingend ein Ort, sondern hauptsächlich ein Gefühl.

Kaum eine Geistergeschichte wird aus der Perspektive des Geistes erzählt. Dieser Film schaffte es mich, mit seiner ruhigen und langsamen Erzählweise zu überzeugen. Für die melancholische Grundstimmung war der schöne Score des amerikanischen Komponisten Daniel Hart nicht unerheblich. Als es zu der Begegnung mit dem anderen Geist kommt, sind bei mir bereits das erste Mal die Tränen geflossen.

In einem meiner Lieblingsfilme (Sofia Coppolas „Lost in Translation“) erfährt man nicht, was Bill Murrays Charakter Scarlett Johanssons Charakter zum Abschied ins Ohr flüstert. Natürlich überlegt man als Zuschauer, was er ihr mit auf den Weg gegeben hat. Aber eigentlich ist es egal, weil man die Charaktere und ihre Beziehung verstanden hat. Einen ähnlich tiefgründigen Moment gibt es auch in diesem Film mit einem Zettel, den Rooney Maras Charakter hinterlässt. Auch hier habe ich die innige Beziehung der beiden verstanden und konnte mich auch irgendwo in den Geist reinversetzen. Die Produktionskosten von „A Ghost Story“ betrugen bescheidene 100,000 Dollar – mir zeigt das auf eindrucksvolle Weise, dass man mit einem sehr kleinen Budget eine große Geschichte erzählen kann. Toller Film.

Besonders lobenswert ist, dass der Regisseur David Lowery, nach der erfolgreichen Disney-Produktion „Pete´s Dragon“ mit diesem Film zurück zu seinen Indie-Wurzeln gekehrt ist. Für diesen Film hat er ein besonderes Format (1,33:1) gewählt.

„A Ghost Story“ ist ein Film meines amerikanischen Lieblingsverleihers A24 und auch dieser Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

„A Ghost Story“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 7.7.17 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 329 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film in London gesehen. In Großbritannien ist der Film am 11.08.17 in mehr als 100 Kinos gestartet. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 07.12.17 geplant.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Limehouse Golem„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Britischer Thriller mit Bill Nighy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „American Made„
Bewertung des Trailers: B (anderer Trailer)
Kommentar: Doug Limans neuer Actionfilm mit Tom Cruise – wie lange will der eigentlich immer dieselbe Rolle spielen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Goodbye Christopher Robin„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kostümdrama über A.A. Milne und seine Inspiration für die Winnie-the-Pooh-Geschichten. Ich liebe Winnie-the-Pooh. Film mit Domhnall Gleeson und Margot Robbie (die ich im Trailer nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Kino in London 

Das letzte Mal war ich im November 2015 in London im Kino. Da wir mal wieder unser Crewhotel gewechselt haben und jetzt in Kensington residieren, habe ich mir – der Einfachheit halber – ein neues Kino gesucht. In der riesigen Westfield Mall habe ich ein nettes Kinocenter gefunden. Die Kinokarte kostete 11.49 GBP, meinen Sitzplatz musste ich bereits an der Kasse aussuchen und Werbung inkl. Trailer dauerten ca. 20 Minuten.

NYC – Film: „The Glass Castle“

Ich war am 13.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Glass Castle“ (dt. Filmtitel: „Schloss aus Glas“, dt. Kinostart: 21.09.17) 126 min drama, adaptation, biopic
dir. Destin Daniel Cretton cast: Brie Larson, Woody Harrelson, Naomi Watts, Max Greenfield, Ella Anderson, Brigette Lundy-Paine, Josh Caras, Sarah Snook, Chandler Head

 

 

Ende der 1980er Jahre. Jeannette Walls (Brie Larson) lebt in New York und arbeitet als Kolumnistin für ein Klatschmagazin. Eines Abends sieht sie ihre Eltern (Naomi Watts und Woody Harrelson) zufällig auf der Straße. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, wie sie und ihre drei Geschwistern in Armut aufwuchsen. Die Kinder mussten früh lernen, für sich selbst zu sorgen, da Ihr alkoholkranker Vater und ihre exzentrische Mutter zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Jeannette hat aber auch ein paar schöne Erinnerungen…

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Glass Castle“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist die Filmadaption von Jeannette Walls gleichnamigen Memoiren. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Destin Daniel Cretton (Short Term 12).

Bei einigen Filmen funktioniert es, wenn die Geschichte in der Gegenwart startet und rückblickend erzählt wird. Die Erzählstruktur nimmt diesem Film aber leider die Spannung. Dramaturgisch wäre es besser gewesen, die Geschichte in der Kindheit zu beginnen.

Jeannette Walls erzählt, wie sie und ihre drei Geschwister von frühester Kindheit lernen mussten, für sich selbst Verantwortung zu tragen. Die Mutter (gespielt von Naomi Watts) war psychisch labil und hielt sich für eine Künstlerin, der Vater (gespielt von Woody Harrelson) war ein Träumer, ging selten arbeiten und war oftmals betrunken. Die Familie ist ständig umgezogen, oft lebten sie ohne Strom und fließend Wasser. Zur Schule sind die Kinder nicht gegangen, auch kam es mal vor, dass sie für drei Tage gar nichts zu Essen hatten. Jeannettes Kindheitserinnerungen offenbaren Schockierendes, es gab aber auch immer wieder schöne, unbeschwerte Momente. In jedem Fall geht hervor, dass sie eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Vater pflegte.

Jeannette und ihre Geschwister wuchsen in den 1960er bzw. 1970er Jahren auf, der Vater brachte seinen Kindern bei, was Freiheit bedeutet und erzog sie zur Eigenständigkeit. Nicht wirklich ging für mich aus dem Film hervor, warum er dann nicht wollte, dass sie irgendwann ihren eigenen Weg gehen. Auch hätte  ich gerne etwas mehr über die Familie des Vaters erfahren.

„The Glass Castle“ ist ein Film, den man so aus den U.S.A. erwartet. Frech zielt er auf die Tränen der Zuschauer ab. Das spezielle Vater-Tochter-Verhältnis hat mich tatsächlich berührt, als „Papa-Kind“ war ich jedoch auch ein leichtes Opfer. Ich habe gehört, dass die literarische Vorlage wesentlich eindrucksvoller sein soll. Schade.

Woody Harrelson gibt – wie beinahe in jedem Film – eine nominierungswürdige Performance. Zwei Schauspielerinnen (Chandler Head und Ella Anderson) portraitieren Jeannette als kleineres Kind und als Teenager, beide haben mir schauspielerisch sehr gut gefallen.

Zum Ende des Films werden Originalfotos und -videos der realen Personen gezeigt.

„The Glass Castle“ ist war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson), Bestes adaptierter Drehbuch

„The Glass Castle“ ist am 11.08.17 landesweit in 1,461 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 21.09.17 in den Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: 100%

Trailer v. Film: „The Mountain Between Us„
Bewertung des Trailers: D- (der Trailer verrät quasi die komplette Story)
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Kate Winslet und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich hoffe, dass dieser Film kein ernstzunehmender Oscar-Kandidat ist. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich will ihn nicht sehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Stronger„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: David Gordon Greens neuer Film. Drama mit Jake Gyllenhaall (mit Mut zur Hässlichkeit – wie anders er mit dunklen Kontaktlinsen aussieht), Tatiana Maslany und Miranda Richardson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Wind River“

Ich war am 13.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wind River“ (dt. Kinostart: 08.02.18) 111 min thriller, drama 
dir. Taylor Sheridan cast: Jeremy Renner, Elizabeth Olsen, Jon Bernthal, Gil Birmingham, Graham Greene, Julia Jones, Kelsey Asbille

 

Cory Lambert (Jeremy Renner) arbeitet als Jäger und Fährtenleser für die Regierungsbehörde in Wyoming. Bei seiner Rundfahrt in dem verschneiten Wind River Indianerreservat entdeckt er eine weibliche Leiche. Das FBI schickt die Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen). Cory unterstützt die junge Agentin bei der Spurensuche in der Wildnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Wind River“ wurde von wahren Ereignissen inspiriert. Nach dem Horrorfilm „Vile“ ist dies erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Schauspieler (TV-Serie „Sons of Anarchy“) und Autor Taylor Sheridan Regie führt. Er hat die Drehbücher zu Denis Villeneuves Sicario und David Mackenzies Hell or High Water  geschrieben. Für das Skript zu „Hell or High Water“ hat er eine Oscar-Nominierung für das Beste Drehbuch erhalten.

Wenn ich vor dem Abflug mein Kinoprogramm zusammenstelle und aktuell kein Film kommt, der auf meiner To-Watch-Liste abgehakt werden muss, schaue ich zunächst, was in den Kinos meiner Umgebung läuft. New York kommt einem Jackpot gleich. Filme, die einen amerikanischen Kinostart haben, werden immer in New York gestartet, egal wie Indie sie sind. Dann ziehe ich Rotten Tomatoes zu Rate, je höher der Film prozentual angesiedelt ist, um so wahrscheinlicher kommt er in die nähere Auswahl. Dann schaue ich, ob mich das Thema und/ oder die Schauspieler bzw, der Regisseur/die Regisseurin interessieren und letztendlich, ob der Film/die Filme in meinen Zeitrahmen passen. Oftmals gucke ich zwei Filme, laufen beide Filme in einem Kino oder muss ich das Kino auch noch wechseln, all das muss in meiner Zeitplanung kalkuliert werden, schließlich will ich auch noch Zeit, in der jeweiligen Stadt haben. Bei diesem New York-Umlauf ist die Wahl auf „Wind River“ gefallen und die Überraschung dabei war, dass ich mit diesem Film sehr wahrscheinlich einen Kandidaten für meine Top Ten für Filme 2017 gefunden habe.

Taylor Sheridan hat bereits bewiesen, dass er ein Talent zum Drehbuchschreiben hat, dieser Film zeigt, dass durchaus auch ein anerkennenswerter Regisseur in ihm steckt. „Wind River“ ist ein erstklassiges Charakterdrama und zugleich ein atmosphärischer Krimi. Der Film führt einen in das verschneite Wyoming und zu der – in Filmen bislang immer noch vernachlässigten – Gesellschaft der Native Americans. Dabei zeichnet Taylor Sheridan mit simplen Mitteln ein klares Bild von dem Leben in dem Reservat der amerikanischen Ureinwohnern. Für seine Erzählung hat er einen langsamen Aufbau gewählt und zieht einen dabei immer tiefer in die Geschichte. Dabei fehlt es dem Film weder an Emotionen, noch an Spannung. Ich habe irgendwann nicht mal mehr gemerkt, eigentlich einen Film zu schauen.

Tief geschockt bin ich aus dem Kino gekommen, als ich zum Schluss des Films erfahren habe, dass es keine Statistiken für vermisste Frauen in der Gemeinschaft der amerikanischen Ureinwohner gibt. Solche Statistiken werden schlichtweg nicht geführt. Unglaublich.

Jeremy Renner (Mission Impossible – Ghost Protocol, American Hustle, Kill the Messenger) gibt hier eine Oscar-Performance. Sie könnte ihm nach The Hurt Locker und The Town  die dritte Oscar-Nominierung einbringen.

Der amerikanische Kinostart im August ist für die Oscars nicht sonderlich günstig, „Hell or High Water“ ist im letzten Jahr aber zur gleichen Zeit ins Kino gebracht worden und hat vier Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film und Bestes Originaldrehbuch) erhalten. Jetzt liegt es an der The Weinstein Company, die mit „Wind River“ einen feinen Indie an der Hand haben und einfach eine gute Oscar-Kampagne starten müssen.

„Wind River“ ist für eine Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jeremy Renner), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Wind River“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Cannes Film Festival 2017 wurde Taylor Sheridon für diesen Film mit dem Un Certain Regard/Best Director- Award ausgezeichnet. Der Film wurde am 4.8.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 18.08.17 läuft er landesweit in 694 Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart im nächsten Jahr (08.02.18) geplant.

„Wind River“ bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Flatliners„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: unnötige Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1990
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „It„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Horrorfilm/Stephen-King-Verfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „The Snowman„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – der Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten, allein vom Trailer her
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „Tulip Fever„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Alicia Vikander, Dane DeHaan, Judi Dench und Christoph Waltz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gook„
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Wind River“

NYC – Film: „Detroit“

Ich war am 07.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Detroit“ (dt. Kinostart: 23.11.17) 143 min drama
dir. Kathryn Bigelow cast: John Boyega, Will Poulter, Jacob Latimore, Jason Mitchell, Peyton Alex Smith, Anthony Mackie, John Krasinski, Jeremy Strong

 

Juli 1967 in Detroit. Nach einer Polizeirazzia in einer Bar, herrscht zwischen den Afroamerikanern und der Polizei eine stark aufgeheizte Stimmung. Es kommt zu Protesten, die sich durch Vandalismus, Brandstiftungen und Plünderungen äußern. Als vermeintlich Schüsse aus dem Algiers Motel kommen, vermutet die Polizei einen Heckenschützen in dem Gebäude. Sie stürmen das Motel…

 

C- (Wertung von A bis F) „Detroit“ basiert auf einer wahren Geschichte. Nach einer Polizeirazzia kam es im Jahr 1967 in Detroit zu einer der größten Rassenunruhen in den U.S.A. Im Jahr 2017 jähren sich die fünf Tage andauernden Ereignisse, bei denen 43 Menschen zu Tode kamen, zum fünfzigsten Mal. Es ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin und Oscar-Gewinnerin Kathryn Bigelow. Nach The Hurt Locker und Zero Dark Thirty ist dies ihre dritte Zusammenarbeit mit dem New Yorker Journalisten und Oscar-prämierten Drehbuchautor Mark Boal.

„Detroit“ ist ein Film, den ich mögen wollte. Mir waren die Ereignisse, die sich vor 50 Jahren in Detroit zugetragen haben, nicht bekannt. Filme mit einem historischen Hintergrund müssen nicht alles haargenau nacherzählen, ich muss mir als Zuschauer nur ein Bild von der Lage machen können.

Wenn ich eine Art Doku-Drama erwartet habe, ist es mindestens irritierend, wenn Ich „Detroit“ als Horrorfilm in Erinnerung habe. Eine quälend lange Stunde ist der Film tatsächlich, was man als torture porn bezeichnen kann. Unerträgliche psychische und physische Gewalt von rassistischen Polizisten an wehrlosen, schwarzen Männern und zwei weißen Frauen. Angeführt wurde diese Aktion von dem weißen Polizisten Philip Krauss (realistisch portraitiert von Will Poulter). Sein Charakter ist fiktiv, steht aber exemplarisch für die rassistischen und gewaltbereiten Polizisten in den U.S.A. Da man als Zuschauer ziemlich schnell versteht, in welcher ausweglosen Situation sich die jungen Leute in dem Motel befinden und wie die Polizisten ihre Macht ausnutzen, ist es völlig unnötig, die Zuschauer über – wie gesagt – eine Stunde mit solchen Szenen zu quälen. Dramaturgisch wird diese Algiers Motel-Sequenz von einem Part, in dem man die brutalen Ausschreitungen der schwarzen Bevölkerung und zugleich die Überforderung der Gesetzeshüter sieht, sowie der unvermeidlichen Gerichtsverhandlung, umrahmt.

Bei ihrer Erzählung haben Kathryn Bigelow und Mark Boal keinen Wert auf den Charakteraufbau gelegt, man weiß quasi nichts über die Charaktere. Als Hauptcharakter könnte man vielleicht den afroamerikanischen Sicherheitsbeamten (gespielt von dem wunderbaren John Boyega) ansehen, aber auch über ihn erfährt man nichts Näheres. Außerdem ist der Film völlig nervig geschnitten. Selbst in Szenen, die Ruhe verlangen, kommen hektische Schnitte und die „Wackelkamera“ zum Einsatz. Für mich hat sich dieses, beinahe zweieinhalbstündige Filmerlebnis angefühlt, als hätte ich drei Tage im Kino gesessen. Ich brauchte sogar zwischendurch eine Pause. Ohne Eile suchte ich während des Films den Waschraum auf und kaufte mir sogar eine kleine Tüte Popcorn (für unfassbare 8 Dollar – seit wann ist denn Popcorn so teuer?).

In den USA wird darüber diskutiert, ob eine weiße Frau überhaupt die Richtige ist, die bei einem Film mit diesem Thema Regie führt. Während interessante Frauenrollen in Hollywood-Filmen immer noch erschreckend unterrepräsentiert sind, sind es doch vorwiegend männliche Regisseure, die sich der Gefühlswelt von Frauen annähern. Das dürfte Argument genug sein. Kathryn Bigelow („Point Break“, „Strange Days“ „The Hurt Locker“) ist eine großartige Filmemacherin. Jeder großer Regisseur inszeniert mal einen Film, der nicht ganz so gut funktioniert. Mit diesem Film hat sie sich an das Thema Rassismus und Polizeigewalt in den U.S.A. gewagt, etwas, dass im Jahr 2017 leider immer noch ein großes Thema in dem Land ist. Um so verärgerter bin ich, dass mir dieser Film nicht besser gefallen hat. Schwamm drüber. Schlimmer ist, dass ihr Film an der amerikanischen Kinokasse nicht sonderlich viel einspielen konnte. Ein Flop wird nämlich weiblichen Regisseuren mehr angekreidet als männlichen.

Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es nur vier weibliche Filmemacher (Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow) die in der Kategorie Beste Regie je für einen Oscar nominiert wurden. Kathyn Bigelow ist die einzige, die in der Kategorie gewonnen hat. Ihr Film „The Hurt Locker“ hat sich noch dazu gegen den mittelmässigen Film ihres Ex-Mannes (James Cameron) in der Kategorie Bester Film durchgesetzt. Danke dafür noch mal, AMPAS.

„Detroit“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (John Boyega), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Detroit“ ist am 28.07.17 in zwanzig amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 4.8.17 läuft er landesweit in 3,007 Kinos. Für Deutschland ist der 23.11.17 als Kinostart vorgesehen.

 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Marshall„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic-Thriller mit Chadwick Boseman, Kate Hudson, Dan Stevens und Sterling K. Brown. Leider spielt Josh Gad mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht – habe eine Josh Gad-Abneigung

Trailer v. Film: „Mother!“
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Darren Aronofskys neuer Film mit Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Michelle Pfeiffer, Ed Harris und Vater und Sohn Gleeson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: abwarten

Trailer v. Film: „The Mountain Between Us„
Bewertung des Trailers: D- (der Trailer verrät quasi die komplette Story)
Kommentar: Bestseller-Verfilmung mit Kate Winslet und Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis – gähn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „American Made„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Doug Limans neuer Actionfilm mit Tom Cruise – wie lange will der eigentlich immer dieselbe Rolle spielen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „American Assassin„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Action-Thriller mit Michael Keaton und einem neuen Filmstar? ( Dylan O`Brien)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Atomic Blonde“

Ich war am 07.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Atomic Blonde“ (dt. Kinostart: 24.08.17) 115 min action, thriller, adaptation
dir. David Leitch cast: Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Eddie Marsan, Toby Jones, Bill Skarsgard, James Faulkner, Sofia Boutella, Til Schweiger

 

November 1989, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. Nach dem Tod eines Undercover-Agenten wird die Top-MI6-Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) nach Berlin geschickt, um eine Liste mit allen Namen der auf beiden Seiten Berlins tätigen Spione zu besorgen. Ihre Kontaktperson ist David Percival (James McAvoy)…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Atomic Blonde“ basiert auf Antony Johnstons Graphic Novel „The Coldest City“. Der ehemalige „Stuntman und Stunt-Koordinator David Leitch war bereits Co-Regisseur (ungenannt) bei John Wick, dies ist sein offizielles Regiedebüt.

Der Rahmen der Handlung (mit dem Debriefing der Top Agentin mit ihrem MI6-Vorgesetzten und einem CIA-Agenten und der Schluss) gefällt mir, die Erzählung selbst als Ganzes ergibt aber keinen Sinn, auch hatte ich das Gefühl, dass der Film kein Ende nehmen wollte. Dennoch habe ich das Gezeigte aufgesogen. Drei Gründe dafür: 1. Charlize Theron, 2. James McAvoy und 3. spielt der Film hauptsächlich in meiner Heimatstadt Berlin. Wenn einen eine Stadt so vertraut ist, sucht man zwangsläufig nach Fehlern und wird selbstverständlich auch schnell fündig.

Charlize Theron sieht mega aus, wunderschön und sexy ist – sie der perfekte Ersatz für Angelina Jolie als Actionheldin. Der Regisseur hat zuvor als Stunt-Koordinator gearbeitet und das sieht man seinem Film auch an. Wenn es einen triftigen Grund gibt, sich den Film anzuschauen, dann sind es die erstklassig choreographierten Kampfszenen (davon gefielen mir die Szenen in dem DDR-Polizeiauto und die „Feder“-Szenen am besten). Die teils spektakulären Stunts soll Charlize Theron zu mind. 90% selbst gemacht haben. Bei dem intensiven Training vor den Dreharbeiten soll sie sich sogar ein paar Zähne abgebrochen haben. Ihrer Filmfigur sieht und hört man aber auch die Schmerzen, die eine heftige Prügelei zwangsläufig mit sich bringt, an. Absolut glaubhaft, nicht so wie einem James Bond, Jason Bourne, o.ä., dem eine massive Schlägerei kaum etwas anhaben kann. Diese weibliche Top-Agentin mit der Oscar-Preisträgerin Charlize Theron (Mad Max: Fury Road) in der Hauptrolle hat Potenzial, jetzt braucht man nur noch eine solidere Story/ ein besseres Drehbuch und dann hätte man Filmreihe, die sich erfolgreich durchsetzen könnte.

Vor knapp zehn Jahren hat James McAvoy neben Angelina Jolie in einer anderen Comic-Adaption (Wanted) gespielt. Da war er anfangs der zurückhaltende Loser-Typ, der erfährt, dass er der Sohn eines kürzlich ermordeten Auftragskillers ist. Besondere Fähigkeiten hat er geerbt und nach einem intensiven Training rächt er den Mord an seinem Vater. Wie die Zeit vergeht. Damals war der schottische Schauspieler kaum bekannt, inzwischen ist sein Name in Hollywood jedem geläufig, nicht zuletzt durch seine Rolle in den „X-Men“-Filmen. James McAvoy hat die seltene Gabe, dass man ihm gute und böse Charaktere gleichermassen abnimmt. Dieses Jahr zeigte er bereits sein Können als Mann mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung (Split). In „Atomic Blonde“ überzeugt er als etwas undurchsichtiger David Percival. Ich bin sicher, dass es keine weiteren zehn Jahre braucht, dann ist er Oscar-Gewinner James McAvoy.

Der Soundtrack (mit Songs von New Order, Depeche Mode, The Cure, George Michael, Siouxsie & the Banshees, etc.) ist ein Hinhörer, nur wirkt es hier, als diene sie einzig dazu, Coolness zu erzeugen. Außerdem hat es mich komplett aus dem Film gerissen, wenn in einem Film, der hauptsächlich in Deutschland spielt, ausgerechnet die drei international erfolgreichen deutschsprachigen Neue-Deutsche-Welle-Popsongs („Major Tom“, „99 Luftballons“ und „Der Kommissar“) gespielt werden – warum? Den Zeitgeist des Vorwende-Berlins trifft es jedenfalls nicht, kein Mensch hat zu dieser Zeit NDW-Songs gehört. Aber gut, mit der historischen Authentizität nimmt es der Film eh nicht so genau.

Til Schweiger taucht hier insgesamt viermal auf, beim ersten Mal war er im Hintergrund einer Szene, da habe ich ihn nicht wahrgenommen, die anderen Male hat er mich natürlich aus dem Film rausgebracht, auch wenn sein Auftritt so superkurz ist, dass er kaum erwähnenswert ist.

Eine Fortsetzung zu „Atomic Blonde“ ist bereits im Gespräch.

„Atomic Blonde“ wurde erstmalig im März 2017 auf dem South by Southwest Festival gezeigt, auch wenn der Verleih eine Weltpremiere im Juli 2017 in Berlin feiern liess. Der Film ist am 28.07.17 landesweit in 3.304 amerikanische Kinos gekommen. Ab dem 24.08.17 ist er in Deutschland im Kino zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Featurette zu Charlize Therons Actionszenen (erst anschauen, wenn man den Film gesehen hat):

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Thor: Ragnarok„
Bewertung des Trailers: D (neuer Trailer)
Kommentar: Was für ein (Marvel-) Scheiß
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „The Hitman´s Bodyguard„
Bewertung des Trailers: A- (Red Band Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, mal gucken

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „It„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Horrorfilm/Stephen-King-Verfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „The Snowman„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Golden Circle„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem sehenswerten Kingsman: The Secret Service
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

TV – Serie: „Ozark, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Ozark, 1. Staffel“ (seit dem 21.07.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 10 x approx. 60 min crime, drama, thriller
dir. Jason Bateman, Andrew Bernstein, Ellen Kuras, Daniel Sackheim cast: Jason Bateman, Laura Linney, Esai Morales, Sofia Hublitz, Skylar Gaertner, Julia Garner, Jordana Spiro, Peter Mullan, Marc Menchaca, Christopher James Baker

 

Marty Byrde (Jason Bateman) ist Finanzberater in Chicago. Mit seinem besten Freund und Geschäftspartner Bruce (Josh Randall) hat er eine kleine Firma – offiziell. Seit zehn Jahren waschen sie aber auch Geld für das mexikanische Drogenkartell. Jetzt stattet ihnen der Drogenboss Del (Esai Morales) einen Besuch ab. Del vermutet, dass sie ein paar Millionen Dollar unterschlagen haben. Ihr Leben ist in Gefahr, Marty kann gut reden und schlägt in seiner Verzweiflung einen Deal vor. Dafür muss er mit seiner Frau Wendy (Laura Linney), seiner Tochter Charlotte (Sofia Hublitz) und seinem Sohn Jonah (Skylar Gaertner) die Stadt verlassen. Sie beginnen ein neues Leben in der Provinz, in dem Stausee-Gebiet Ozarks in Missouri – was aber nur nach außen hin mit einem normalen, bürgerlichen Leben zutun hat. Das FBI mit Agent Petty (Jason Butler Harner) ist Marty Byrde auch bereits auf den Fersen…

 

A- (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der TV-Serie sind Drehbuchautor Bill Dulluque („The Accountant“, The Judge) und Produzent Mark Williams („The Accountant“, „Flawless“).

 

Ich schaue wirklich in viele Netflix-Serien rein, einige interessieren mich für ein paar Episoden, bei den meisten langweile ich mich aber bereits schneller, so dass ich nicht mal die erste Episode bis zu Ende anschaue. Über „Ozark“ hatte ich zuvor auch wieder nichts gelesen, aber die Story hat mich gleich bepackt und die Figuren habe ich schnell lieb gewonnen. Ich wollte einfach wissen, wie es mit diesen Charakteren weitergeht, wie kommen sie aus dieser, eigentlich aussichtslosen Nummer wieder raus. Natürlich hat es dabei nicht geschadet, das Laura Linney zu meinen Lieblingsschauspielern zählt und ich Jason Bateman wirklich gerne sehe.

Letztlich hat mir „Ozark“ so gut gefallen, dass ich sie mir – wie alle Serien, die mir gut gefallen – zweimal angeguckt habe. Die Serie eignet sich zum Bingen, die zweite Sichtung habe ich komplett an einem (Faulenz-)Tag vorgenommen.

„Ozark“ ist sowohl Ehe- und Familiendrama als auch Krimi/Thriller. Dabei düster inszeniert, blutig, aber mit guten Dialogen und Humor versetzt. Sowohl von der Story, als auch von den Charakteren war ich das eine oder andere Mal überrascht.

Zu Beginn jeder Episode bekommt man im „O“ von „Ozark“ vier Symbole gezeigt, die für diese Folge relevant sind.

 

Ich liebe Marty Byrde. Eigentlich ist er ganz bodenständig und ruhig, aber stets hellwach, sehr smart, schlagfertig und redegewandt. Er hat einen wunderbaren trockenen Humor. Mir gefielen aber auch alle anderen Familienmitglieder – letztlich sollte man sich mit keinem anlegen. Alle vier sind perfekt besetzt und absolut glaubhaft. Jason Bateman spielt neben Laura Linney hier nicht nur die Hauptrolle, er hat auch bei den ersten beiden und den letzten beiden Episoden der ersten Staffel Regie geführt.

 

 

Zu den einzelnen Episoden:

Ich habe keine Lieblingsfolge, die gesamte erste Staffel gefällt mir. Es gibt Momente (insbesondere bei der 2. Sichtung) in einzelnen Episoden, die ich besonders gerne mag. Z.B. die letzten, vielleicht 10 Minuten der 7. Episode („Nest Box“)

Die 8. Episode („Kaleidoscope“) spielt komplett in der Vergangenheit.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

 

Marty Byrde lebt mit seiner Frau Wendy (gespielt von Laura Linney), seiner 15-jährigen Tochter Charlotte (gespielt von Sofia Hublitz) und seinem 13-jährigen Sohn Jonah (gespielt von Skylar Gaertner) in Chicago. Er ist ein Familienmensch und arbeitet – offiziell – als Anlageberater. Mit seinem Geschäftspartner hat er aber vor einigen Jahren begonnen, für ein mexikanisches Drogenkartell Geld zu waschen. Gespielt wird Marty Byrde von dem amerikanischen Schauspieler Jason Bateman gespielt. Jason Bateman war ein Kinderstar, hat früh bereits in einigen TV-Serien, z.B. in „Little House on the Prairie“ („Unsere kleine Farm“ ) gespielt. Später war er in zahlreichen, vorwiegend Komödien (Juno, Horrible Bosses) zu sehen. Mit Bad Words hat er sein Regiedebüt gegeben. Dass er nicht nur auf komödiantische Rollen bedienen kann, konnte man beispielsweise in Disconnect und The Gift sehen. Für seine Rolle in „Arrested Development“ wurde zwei Mal mit dem Emmy-Award als bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie nominiert.

Wendy Byrde ist seit 22 Jahren mit Marty Byrde zusammen. Die beiden haben zwei Kinder, die 15-jährige Charlotte und der 13-jährige Jonah. Nach der Geburt ihres ersten Kindes hat sie ihren Job aufgegeben, danach aber nie wieder zurück in den Beruf gefunden. Deswegen ist sie frustriert, aber auch unglücklich in ihrer Ehe. Sie hat eine Affäre. Wendy Byrde wird von der amerikanischen Theater-, Film- und TV-Schauspielerin Laura Linney gespielt. Sie hat in unzähligen Filmen („Primal Fear“, „Mystic River“, „Love Actually“, The Dinner) gespielt. Für ihre Performance in „You Can Count on Me“, „Kinsey“ und The Savages hat sie jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Für ihre TV-Rollen hat sie vier Emmy-Awards (für „Wild Iris“, „Frasier“, „John Adams“ und „The Big C: Hereafter“) gewonnen. Außerdem wurde sie für ihre Arbeit am Theater vier Mal für den Tony Award („The Crucible“, „Sight Unseen“, „Time Stands Still“ und „The Little Foxes“) nominiert.

Charlotte Byrde ist die 15-jährige Tochter von Marty und Wendy Byrde. Gespielt wird Charlotte von der amerikanischen Schauspielerin Sofia Hublitz. Sie hat bisher in den amerikanischen Serien „Louie“ und „Horace and Pete“ mitgewirkt.

Jonah Byrde ist der 13-jährige Sohn von Marty und Wendy Byrde. Gespielt wird Jonah von dem amerikanischen Schauspieler Skylar Gaertner. Er war in einigen TV-Serien („Nurse Jackie“, „The Americans“, Daredevil) zu sehen und hat auch einigen Kinofilmen („Alex of Venice“, Every Secret Thing) mitgewirkt.

Ruth ist 19 Jahre alt und recht pfiffig. Sie kommt aus einer kriminellen Familie, ihr Vater (gespielt von Trevor Long) sitzt im Gefängnis. Sie lebt mit ihren Neffen Wyatt (gespielt von Charlie Tahan) und Three (Carson Holmes) und ihren beiden Onkel Russ (Marc Menchaca) und Boyd (Christopher James Baker) in mehreren Trailern auf einem Grundstück in den Ozarks. Gespielt wird Ruth von der amerikanischen Schauspielerin Julia Garner. Ich habe die talentierte Amerikanerin bereits in einigen Filmen (Martha Marcy May Marlene, The Perks of Being a Wallflower, We Are What We Are und Grandma gesehen.

Roy Petty ist FBI-Agent und Martin Byrde auf den Fersen. Er ist für mich eine der spannendsten Figuren in der Serie. Gespielt wird Petty von dem amerikanischen Schauspieler Jason Butler Harner. Er hat in einigen Episoden bekannter TV-Serien („Law & Order“, The Newsroom, Homeland) mitgespielt. Auch hat er in einigen Kinofilmen (Changeling, Non-Stop) mitgewirkt.

Wyatt ist siebzehn Jahre alt und einer von Ruths Neffen. Wyatt wird von dem amerikanischen Schauspieler Charlie Tahan gespielt. Er hat in den TV-Serien „Gotham“ und „Wayward Pines“ mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen (Blue Jasmine, The Harvest, Love is Strange) zu sehen.

Rachel ist Besitzerin der The Blue Cat Lodge in den Ozarks. Sie und Marty Byrde werden Geschäftspartner. Gespielt wird Rachel von der amerikanischen Schauspielerin Jordana Spiro. Sie hat in einigen TV-Serien („My Boys“, Dexter, „The Good Wife“)

Jacob Snell kommt mit seiner Frau Darlene (gespielt von Lisa Emery) erst zum Ende der vierten Episode ins Spiel. Er ist der (gefürchtete) Drogenboss in den Ozarks. Gespielt wird Jacob Snell von dem schottischen Schauspieler Peter Mullan. Er hat einigen bekannten Filmen („Shallow Grave“, „Trainspotting“, „Children of Men“, „Harry Potter and the Deathly Hallows 1 & 2“) mitgespielt. Mir ist er aber noch besonders in Erinnerung durch den wunderbaren Film Tyrannosaur und den nicht weniger großartigen Mehrteilen Top of the Lake und – vor allen Dingen – Olive Kitteridge. Für seine Performance in „Top of the Lake“ hat er eine Emmy-Nominierung erhalten.

 

„Ozark“ ist eine Eigenproduktion von Netflix, die seit dem 21.07.17 erstmalig auf Netflix (weltweit) zum Streamen bereitsteht. Auch wenn Netflix diese Serie in der synchronisierten Fassung anbietet, man sollte sie definitiv im Original sehen – die Sprache ist hier sehr wichtig. „Ozark“ ist ausgerichtet auf vier oder fünf Staffeln. Die Serie ist aber erst seit ein paar Tagen für die Zuschauer zugänglich und bislang wurde eine zweite Staffel noch nicht bestätigt. Update: Am 15.08.17 wurde eine zweite Staffel (mit ebenfalls 10 Episoden) bestätigt.

 

Trailer zu sehen:

 

 

L.A. – Film: „Dunkirk – 70mm“

Ich war am 24.07.17 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dunkirk – 70mm“ (dt. Kinostart war der 27.07.17) 107 min  drama, war
dir. Christopher Nolan cast: Fionn Whitehead, Tom Glynn-Carney, Harry Styles, Jack Lowden, Aneurin Barnard, James D´Arcy, Kenneth Branagh, Cilian Murphy, Mark Rylance, Tom Hardy voice: Michael Caine

 

 

Im Jahr 1940 haben die Nazis die nordfranzösischen Hafenstadt Dunkirk umzingelt. Rund 400.000 dort stationierte britische und französische Soldaten sind eingeschlossen. Sie warten auf Rettung. Große Schiffe können die Küste nicht ansteuern, dafür ist das Wasser zu flach. Schließlich eilen aber kleine, private Boote heran, um die Soldaten zu evakuieren.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Dunkirk“ basiert auf historischen Fakten. Es ist der neue Film des britischen Drehbuchautors und Filmemachers Christopher Nolan („Memento“, The Dark Knight, Inception).

Christopher Nolan ist einzig an Geschichten über Männer interessiert, diese erzählt er meist raffiniert und setzt sie oft visuell spektakulär oder wenigstens Aufmerksamkeit erregend um. Emotionen auf die Leinwand zu bringen, ist nicht so sein Ding. Mit Interstellar hat er es probiert und ist kläglich gescheitert. Hier setzt er nun erstmalig eine Zweite-Weltkriegsgeschichte um und dabei gehts ihm nicht um den Charakteraufbau, um Einzelschicksale, sondern um die groß angelegte Evakuierungsaktion als Ganzes.

„Dunkirk“ weiß zu beeindrucken – visuell ist auch Nolans neuer Film zweifelsfrei ein Meisterwerk. Beinahe zwei Wochen später habe ich diese Bilder, diese Farben immer noch direkt vor Augen. Die Erzählweise ist sicherlich ungewöhnlich, vielleicht sogar auch einmalig. Die Rettungsaktion wird immer abwechselnd aus drei Perspektiven (Land, Wasser, Luft) gezeigt. Die Ereignisse finden über einen Zeitraum von einer Woche (Land), einem Tag (Wasser) und einer Stunde (Luft) statt. Ungewöhnlich ist, dass in diesem Kriegsfilm der Feind (in diesem Fall die Nazis) nie direkt zu sehen ist, es sterben viele Soldaten, man sieht aber im gesamten Film kaum Blut (so weit ich mich erinnern kann, nur in einer einzigen Szene). Stattdessen zeigt der Film durch seine Erzählstruktur und den ohrenbetäubenden Sound das Chaos des Krieges. Die Kamera blendet von einer zur anderen Perspektive, bei den Parallelmontagen hat man hat kaum Zeit, sich den Charakteren emotional zu nähern. Ständig wird zu den anderen Blickwinkeln geschnitten. Dazu der viel zu dominante Score von Hans Zimmer. Der deutsche Filmkomponist („Rain Man“, „The Lion King“, „Gladiator“, „The Dark Knight-Trilogie“) hat oft bewiesen, dass er durch seine Filmmusik das Filmerlebnis noch verstärken kann. Hier spielt sich der Score aber zu sehr in den Vordergrund. Ich hätte es vorgezogen, manchmal nur den Geräuschen und den wenigen Dialogen zu lauschen.

Die Besetzung mit vielen jungen, dunkelhaarigen Männern ist etwas unglücklich, ich konnte sie jedenfalls nicht auseinanderhalten. Sie werden auch nicht beim Namen genannt oder haben gar eine Hintergrundgeschichte. Daher war die einzige Geschichte, die mich annähernd bewegt hat, die auf dem Schiff mit dem britischen Charakterschauspieler und Oscar-Preisträger Mark Rylance (Bridge of Spies)

Schauspielerisch sind eigentlich nur Kenneth Branagh und Mark Rylance (logisch) bemerkenswert. Nun sieht man Tom Hardy auf der Besetzungsliste und denkt sich vielleicht und was ist mit Hardy? Nach „Inception“ und The Dark Knight Rises hat Christopher Nolan ihn hier bereits das dritte Mal besetzt. Man kann also davon ausgehen, dass er ihn mag – oder wenigstens seine Augen und seine Stimme. Nämlich ebenso wie im Batman-Spektakel sieht man von Tom Hardys ausdrucksvollem Gesicht nicht viel, da er nahezu in dem gesamten Film eine Maske aufhat. Für mich ist das – wieder mal – eine völlige Verschwendung, den Ausnahmeschauspieler hätte man auch durch einen anderen Schauspieler ersetzen können.

Christopher Nolan liebt das Kino, Neben Quentin Tarantino, Paul Thomas Anderson und ein paar wenige andere Regisseure dreht er seine Filme ausschließlich noch auf Film. Seine Filme gelten als Events und die breitformatigen Bilder sollten – zumindest wenn man sie das erste Mal sieht – auf der größtmöglichen Leinwand mit der bestmöglichen Sound-Anlage erlebt werden. „Dunkirk“ hat er in IMAX-Film und Super Panavision 65mm-Film gedreht. In den (amerikanischen) Kinos wird der Film im IMAX, IMAX/70mm, 70mm und in 35mm gezeigt.

Christopher Nolan selbst hat drei Oscar-Nominierungen erhalten, zwei für das Original-Drehbuch („Memento“, „Inception“) und eine als Produzent für seinen Film „Inception“. Als Regisseur wurde er von AMPAS noch nie nominiert. Das könnte sich nun mit „Dunkirk“ ändern.

„Dunkirk“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller (Mark Rylance), Beste Kamera (Hoyte Van Hoytema) und einige andere technische Kategorien.

„Dunkirk“ ist am 21.7.17 in 3.720 Kinos in den U.S.A. gestartet. Davon wurde er in 125 amerikanischen Theatern in der 70-mm-Film-Fassung gezeigt. Ich habe ihn in dieser Fassung gesehen. Mittlerweile ist der Film landesweit in 4.014 Kinos zu sehen. In Deutschland ist der Film am 27.07.17 gestartet, eine 70-mm-Vorführung gibt es in Berlin (Zoo Palast), Hamburg (Savoy), Hannover (Astor Grand Cinema), Karlsruhe (Schauburg Cinerama) und in Essen (Lichtburg).

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Denis Villeneuves führt Regie und Roger Deakins ist der DP, der Film sieht fantastisch aus. Es spielen Ryan Gosling, Jared Leto und Harrison Ford mit
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Justice League„
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Wer braucht denn so ein Mist? Superhelden-Zeugs und dann noch mit Ben Affleck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Vor meiner 70mm-Vorführung in der 10-Uhr-morgens-Vorstellung haben sie tatsächlich nur zwei Trailer gezeigt.

 

 

 

Amsterdam – „Martin Scorsese – The Exhibition“

Während einer mehrtägigen Amsterdam-Reise, Ende Juli 2017, hatte ich die Möglichkeit, mir die folgende Ausstellung anzuschauen:

„Martin Scorsese – The Exhibition“

Es ist die erste große Ausstellung, die sich auf Martin Scorseses Filme, sein Leben und seine Liebe zum Film im Allgemeinen konzentriert. Eröffnet wurde die Ausstellung im Jahr 2013 in der Deutschen Kinemathek in Berlin, im Anschluss daran war sie in Paris, Melbourne und New York zu sehen.

Die Ausstellung beinhaltet mehrere Videoinstallationen, die Ausschnitte aus seinen Filmen zeigen. Ausgestellt werden Originalskripts und -storyboards, und -kostümentwürfe, Continuity Photos, Fotos von den Dreharbeiten, bisher unveröffentlichte Fotografien, persönliche Notizen- und zeichnungen des Filmemachers und der Kostümdesigner und vieles mehr.

 

EYE Filmmuseum Amsterdam

 

Fähre mit Bemalung

 

 

unterschiedliche Videoinstallationen, die Ausschnitte aus einigen Scorsese-Filmen zeigen

 

 

 

Storyboard and set photos, „Cape Fear“, 1991

 

Continuity photo, das die Tattoos von Robert De Niros Charakter in „Cape Fear“ zeigt

 

Original-Zeichnung zu Robert De Niros Charakter Travis Bickle in „Taxi Driver“

 

Leonardo DiCaprio and Martin Scorsese, New York 2012 – Original print, photo: Brigitte Lacombe „The Wolf of Wall Street“, 2013

 

Sugar Ray Fight #1, Szene, „Raging Bull“, 1980, Zeichnung: Martin Scorsese

 

Kostümdesign aus „The Aviator“

Ich hätte noch viel länger in der Ausstellung verbringen können, mir auch den ein oder anderen Film angeschaut, das hat aber leider unser Zeitplan nicht zugelassen. Die unbedingt empfehlenswert Martin-Scorsese-Ausstellung läuft noch bis zum 3.9.2017 im Amsterdamer EYE Filmmuseum.