San Francisco – Film: „The Report“

Ich war am 21.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Report“ (dt. Kinostart war der 7.11.19)   119 min  drama, thriller, biopic 

dir. Scott Z. Burns   cast: Adam Driver, Annette Bening, Jon Hamm, Ted Levine, Michael C. Hall, Tim Blake Nelson, Corey Stoll, Maura Tierney, Matthew Rhys

 

Daniel Jones (Adam Driver) arbeitet für den US-amerikanischen Senat. Nachdem herausgekommen ist, dass die CIA scheinbar Vernehmungsvideos zerstört hat, beauftragt die kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening) den ambitionierten Daniel Jones die Methoden zu untersuchen, mit denen die CIA nach den Anschlägen vom 11.September 2001 Terrorverdächtige befragt hat… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Report“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten und auf dem echten, über 6000 Seiten langen, sogenannten „Folter-Report“. Es ist der Untersuchungsbericht des Geheimdienstausschusses des US-Senats, der Foltermethoden des amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA nach 9/11 aufdeckte. „The Report“ ist das Kinofilmdebüt des amerikanischen Drehbuchautors („The Bourne Ultimatum“, The Informant! , Contagion, Side Effects, „The Laundromat“), Filmproduzenten („An Inconvenient Truth“) und Filmemacher Scott Z. Burns. 

Ich habe eigentlich nie daran gezweifelt, dass die CIA (wie wahrscheinlich auch die meisten Geheimdienste anderer Staaten) „erweiterte Verhörmethoden“ anwendet. Menschenverachtend und schlimm, keine Frage, aber überrascht hat mich das nicht. So hat mich damals eigentlich nur schockiert, dass sich die CIA dabei erwischen lassen hat. Wie dilettantisch und beknackt sind die bei der Agency eigentlich?

Jetzt bekommen wir mit „The Report“ einen Film, bei dem wir den ehrenwerten Daniel Jones dabei zuschauen, wie er sechs Jahre akribisch Informationen über die Folterungen der CIA sammelt und dokumentiert. Ziemlich öde. Etwas interessanter wird es (aber da waren dann, glaube ich, schon anderthalb Stunden vergangen), wenn man erfährt, dass nicht nur die CIA, sondern auch die jeweils amtierende Regierung (sowohl die republikanische als auch die demokratische Administration) alles versuchen, damit der Bericht nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Der Film basiert auf erschreckende  Fakten, aber ich halte die Geschichte dennoch nicht unbedingt für verfilmenswert. Oder er hätte anders, sprich spannender, inszeniert und noch während der Obama-Administration herausgebracht werden müssen. Jetzt dreht sich in der Berichterstattung des amerikanischen Nachrichtenfernsehens quasi rund um die Uhr alles darum, ob der jetzige Präsident (Donald Trump) seines Amtes enthoben werden könnte. Andere Zeiten erfordern andere Filme. 

Schauspielerisch durchaus überzeugend waren aber Adam Driver und besonders Annette Bening. 

„The Report“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Nebendarstellerin (Annette Bening), Bestes Originaldrehbuch

„The Report“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival gezeigt. Der Film ist am 15.11.19 einigen ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland läuft der Film seit dem 7.11.19 im Kino. Der Amazon-Film soll dann ab dem 29.11.19 auf dem Streaming-Portal zu sehen sein.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „White Snake„

Bewertung des Trailers: C (Originalfassung mit englischen Untertiteln) 

Kommentar: chinesischer Animationsfilm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Litte Joe„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: britisch-österreichisches Drama mit Emily Beecham und Ben Whishaw 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Light From Light„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: amerikanisches Drama 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

San Francisco – Film: „Marriage Story“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Marriage Story“ (in D. seit dem 21.11.19 im Kino, ab dem 6.12.19 dann auf Netflix zu sehen)  136 min  drama, comedy

dir. Noah Baumbach cast: Adam Driver, Scarlett Johansson, Laura Dern, Alan Alda, Ray Liotta, Merritt Wever, Mickey Summer, Azhy Robertson, Julie Hagerty, Martha Kelly 

 

Der New Yorker Theaterregisseur Charlie (Adam Driver) und seine Ehefrau, die Schauspielerin Nicole (Scarlett Johansson), haben beschlossen, sich zu trennen. Nicole hat kürzlich eine Rolle in einem Pilotfilm für eine TV-Serie angenommen und will mit dem gemeinsamen achtjährigen Sohn Henry (Azhy Robertson) zurück zu ihrer Mutter (Julie Hagerty) und Schwester (Merrit Wever) nach Los Angeles ziehen… 

 

B (Wertung von A bis F) „Marriage Story“ ist der neue Film des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Noah Baumbach (Margot at the Wedding, Frances Ha, While We´re Young, De Palma, The Meyerowitz Stories ). Noah Baumbach hat sich für sein Drehbuch von den Scheidungen befreundeter Paare, aber auch von seiner eigenen Scheidung mit der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh inspirieren lassen. 

„Marriage Story“ ist ein Film über den schwierigen Prozess einer Scheidung. Charlie und Nicole sind zwei Kreative, die eine sehr enge Bindung haben. Seinetwegen ist sie damals von Los Angeles nach New York gezogen, sie, die Schauspielerin hat ihren Mann, den Theaterregisseur, immer unterstützt und ihre eigene Filmkarriere dabei schleifen lassen. Jetzt ist ihre Beziehung gescheitert, sie will mit dem gemeinsamen Sohn zurück nach Los Angeles ziehen. Der Film ist sicherlich auch eine Aufarbeitung der gemeinsamen Zeit von Nicole und Charlie mehr aber, wie man jetzt mit der Situation umgeht, dass beide ein gemeinsames Kind und einen unterschiedlichen Lebensmittelpunkt (New York und Los Angeles) haben. 

Bei seiner Erzählung verzichtet Noah Baumbach beinahe gänzlich auf Rückblenden. Gleich zu Beginn hören wir, die von dem Therapeuten initiierten Auflistungen, was Nicole und Charlie aneinander schätzen und lieben und entsprechend sind wir als Zuschauer im Bilde, was das für eine große Liebe war. Jetzt haben sie sich aber auseinandergelebt, die Trennung ist beschlossen und eigentlich sollte es eine harmonische werden. Es geht aber um das Sorge- und Besuchsrecht des achtjährigen Sohnes und schon bald stehen Anwälte am Start. Noah Baumbach versucht mit seiner Liebes- und Trennungsgeschichte, keine Partei zu ergreifen. Er erzählt seine Geschichte aus beiden Perspektiven, wobei die Sichtweise von Charlie sicherlich etwas überwiegt. Auch wenn es sich vielleicht ungewöhnlich anhört, ich habe mich dabei erwischt, mehr auf Charlies Seite zu stehen. Er war sicherlich nicht der perfekte Ehemann, im Scheidungsprozess nehme ich ihn aber als liebevollen Vater wahr, der sich bemüht, die Scheidung friedlich über die Bühne zu bringen –   nicht einfach, wenn Anwälte im Spiel sind.

„Marriage Story“ ist ein intensives Drama, das aber auch die Absurdität, die eine Scheidung mit sich bringen kann, darlegt. Sein auf 35mm-Film gedrehtes Drama lebt durch sein exzellentes Drehbuch und seine, durch die Bank authentischen Performances. Ich hätte mir gewünscht, die Geschichte etwas mehr als Film arrangiert zu sehen. Den kargen Regiestil (wenn man überhaupt davon sprechen kann, wenn eine, bzw. mehrere Kameras einfach aufgestellt wurden – so wirkte es auf mich jedenfalls) fand ich etwas dürftig. 

Adam Driver liefert für mich hier drei Oscar-Szenen (Teppichmesser-Sequenz, seine Interpretation des Songs „Being Alive“ und wenn er gegen Ende des Films mit seinem Sohn gemeinsam „etwas“, kein Spoiler an der Stelle, vorliest), aber auch Scarlett Johansson (der diese Kurzhaar-Frisur nicht gerade schmeichelt), Laura Dern, Ray Liotta, Alan Alda (auch wenn mich seine zitternde Hand etwas ablenkte) sind zu Recht für Oscar-Nominierungen im Gespräch. Als Bereicherung für den Film sehe ich aber auch die Schauspieler Julie Hagerty, Merritt Wever und besonders Martha Kelly als Evaluatorin. 

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2020 hatte ich mich für „Marriage Story“ als Oscar-Gewinner-Film entschieden. Das sehe ich, nachdem ich den Film gesehen habe, etwas anders. Davon abgesehen, gibt es seit gestern (23.11.19) auch mit Sam Mendes´Film „1917“ einen neuen Top-Oscar-Anwärter. „Marriage Story“ wird aber sicher für die meisten Kategorien, für die er im Gespräch ist, nominiert. Gewinnen könnte er meines Erachtens jedoch nur für Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch und vielleicht Bester Hauptdarsteller (Adam Driver).

„Marriage Story“ ist dieses Jahr einer der vier Netflix-Filmen (The Irishman, „The Two Popes“, „Dolomite is my Name“), der immer noch im Rennen für wichtige Oscar-Nominierungen steht. Der Film ist im Gespräch für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Adam Driver), Beste Hauptdarstellerin (Scarlett Johansson), Bester Nebendarsteller (Alan Alda, Ray Liotta), Beste Nebendarstellerin (Laura Dern), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt  

„Marriage Story“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2019 gezeigt. Der Film wurde am 6.11.19 in fünf Kinos in den Vereinigten Staaten gestartet, die darauffolgende Woche war der Film dann in 16 amerikanischen Kinos landesweit zu sehen. Seit dem 21.11.19 ist der Film auch in ausgewählten Kinos in Deutschland zu sehen. Ab dem 6.12.19 ist „Marriage Story“ dann weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „63 Up„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Dokumentation 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Song of Names„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Tim Roth und Clive Owen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Atlantics„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: senegalesisches Drama „Atlantique“, dass in Cannes den Großen Preis der Jury gewonnen hat. Netflix-Film

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  

 

Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix-Film "Marriage Story"
Das Clay Theatre in Frisco zeigt den Netflix- Film „Marriage Story“

Berlin – Film: „The Dead Don´t Die“

Ich war am 19.06.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Dead Don´t Die“ (dt. Kinostart war der 13.06.19)  103 min  comedy, horror 

dir. Jim Jarmusch  cast: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloe Sevigny, Steve Buscemi, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Rosie Perez, Iggy Pop, RZA, Selena Gomez, Tom Waits

 

Durch Polar-Fracking hat sich die Erdachse verschoben. In dem amerikanischen Provinzkaff Centerville häufen sich seither seltsame Dinge. Haus- und Nutztiere verschwinden spurlos, Handy-Akkus sind plötzlich leer, Uhren bleiben stehen und dunkel scheint es auch nicht mehr zu werden. Dann werden Sheriff Cliff Robertson (Bill Murray) und Officer Ronnie Peterson (Adam Driver) zu dem örtlichen Diner gerufen, dort liegen zwei bestialisch zugerichtete Leichen. Officer Ronnie hat da so eine Ahnung, vielleicht stecken Zombies dahinter…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Dead Don´t Die“ ist der neue Film des amerikanischen Autorenfilmers Jim Jarmusch („Down by Law“, „Night on Earth“, The Limits of Control, „Only Lovers Left Alive“, Paterson).

Man könnte den gesamten Film als eine Promotion für den (Titel-) Song „The Dead Don´t Die“ von Sturgill Simpson halten. Viel mehr ist Jim Jarmuschs erster Zombie-Film aber als Kritik an Politik und Gesellschaft zu verstehen. Eigentlich ist es nur ein Einsiedler, Kinder in einer Besserungsanstalt und der Polizist Ronnie die den Ernst der Lage hier erkennen (letztere aus einem anderen Grund). Alle anderen sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt oder generell desinteressiert und/oder schenken der Politik Glauben, die ihren Bürgern weismachen will, dass das Fracking am Nordpol natürlich nichts mit der seltsamen Geschehen auf der Erde zutun hat und somit alles „Fake News“ ist. Selbstverständlich gibt es mit Steve Buscemis Charakter auch eine Kritik an dem Trump-Wähler ansich, u.a. fällt er durch sein rotes Basecap mit dem sinnbefreiten Aufdruck „Keep America White Again“ auf und wittert hinter allem eine Verschwörung. Wenn dann selbst die Untoten nach Wi-Fi, Blootooth, Süßigkeiten, Kaffee, Chardonnay etc. gieren, ist das sicher auch als eine Kritik an der (Kosum-) Gesellschaft zu sehen. Der Film ist – auch wenn er im Horrorgenre angesiedelt ist –  zu keinem Zeitpunkt gruselig, er nimmt sich aber auch selbst nicht sonderlich ernst, dafür sorgen schon die zahlreichen Meta-Referenzen. Allgemein betrachtet ist der Film nicht wirklich rund, aber Jim Jarmusch schafft es immer wieder mit seinem Stammpersonal und kauzigen Charakteren eine Atmosphäre zu kreieren, in der man sich wohl fühlt und in der man für eine gewisse Zeit verweilen möchte. 

„The Dead Don´t Die“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm. Der Film ist am 14.06.19 in 613 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 690 US-Kinos. In Deutschland läuft er seit dem 13.06.19 in den Kinos. Ich habe den Film in der OV im regulären deutschen Kino gesehen. 

Trailer zu sehen: 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „O Beautiful Night„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: deutscher Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „They Shall Not Grow Old„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der OmU) 

Kommentar: Peter Jacksons neuer Film, Doku über den Ersten Weltkrieg

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Kursk„

Bewertung des Trailers: B (Trailer in der dt. Synchro) 

Kommentar: Thomas Vinterbergs neuer Film über das Kursk-Unglück mit Matthias Schoenaerts, Colin Firth, August Diehl und Matthias Schweighöfer

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

NYC – Theater: „Burn/This“

Ich war am 1.5.19 in New York und habe mir folgendes Theaterstück angeschaut:

 

„Burn/This“  150 min (1 intermission) drama, comedy, revival 

dir. Michael Mayer  cast: Adam Driver, Keri Russell, David Furr, Brandon Uranowitz 

 

In den 1980er Jahren in New York. Larry (Brandon Uranowitz) und Anna (Keri Russell) sind geschockt, dass ihr Mitbewohner Robbie so plötzlich bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Ein paar Wochen nach der Beerdigung taucht dann mitten in der Nacht Robbies älterer Bruder Pale (Adam Driver) in ihrem Loft auf. Eigentlich wollte Pale nur die Sachen seines verstorbenen Bruders abholen, irgendwie ergibt sich aus der ersten Begegnung zwischen Anna und Pale eine recht intensive Beziehung…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Burn/This“ ist ein Bühnenstück des amerikanischen Dramatikers Lanford Wilson. Bei der Aufführung aus dem Jahr 2019 hat der amerikanische Theater- („The Lion in Winter“, „Hedwig and the Angry Inch“) und Filmregisseur Michael Mayer („A Home at the End of the World“, „The Seagull“) Regie geführt. Für seine Inszenierung des Musicals „Spring Awakening“ hat er einen Tony gewonnen. Die amerikanische Schauspielerin Keri Russell hat mit diesem Theaterstück ihr Broadway-Debüt gegeben. 

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mir am Broadway ein Theaterstück (damals Jessica Chastain in The Heiress) angeschaut habe. Früher bin ich häufiger ins Theater gegangen, mittlerweile sind die Broadway-Karten für populäre Stücke aber geradezu unverschämt teuer. Schnell liegt man bei 120 Dollar, sitzt aber dafür nur im Rang. Nicht gerade der beste Platz, die Schauspieler aus nächster Nähe zu sehen und schwindelfrei muss man auch sein. Ich habe aber wieder Bühnenluft geschnuppert und gehe jetzt wohl wieder häufiger ins Theater. 

Anna (Keri Russell) und Larry (Brandon Uranowitz) sind immer noch mitgenommen von dem plötzlichen Unfalltod ihres Freundes und Mitbewohners als der, ihnen zunächst völlig unbekannte, aber dafür alkoholisierte und zugekokste Pale (Adam Driver) mitten in der Nacht in ihr Apartment poltert und sich lauthals über alles Mögliche aufregt. 

Als Adam Driver lautstark monologisierend die Bühne betrat, wurde natürlich applaudiert. Er zählt zu den Schauspielern, die Raum brauchen, sich ihrer Wirkung bewusst sind, und die durch ihre starke (Bühnen-) Präsenz quasi umgehend die Kontrolle über das Geschehen übernehmen. Als Zuschauer musste ich mich bei seinem intensiven und redeschwalligen Auftritt erst mal kurz daran erinnern, dass keiner gesagt hat, ich soll aufhören zu atmen. Adam Driver verschwindet in der Rolle des lauten, selbstsüchtigen und doch irgendwie  sexy Typen „Pale“. Es gibt einige Schauspieler, die ich gerne mal auf der Theaterbühne sehen will. Der amerikanische Schauspieler Adam Driver (Frances Ha, Lincoln, Inside Llewyn Davis, While We´re Young,“Star Wars: The Force Awakens“, Paterson, BlacKkKlansman), war einer von Ihnen. Besonders beeindruckte mich seine stimmliche und körperliche Ausdrucksstärke. 

„Burn/This“ ist ein dialogreiches Vier-Personenstück, ein Drama in dem es um den Verlust, die Liebe und die Suche nach der eigenen Identität und einer Bedeutung im Leben geht. Der Handlungsort ist ein Loft in Manhattan. Das Bühnenstück ist in den 1980er Jahren angesiedelt. Bereits vor Beginn wurde man durch einige Popsongs von u.a. Fleetwood Mac und Bruce Springsteens „I´m on Fire“ bereits musikalisch auf die Zeit eingestimmt. 

„Burn/This“ hat drei Nominierungen für den Theater-Oscar, den Tony, erhalten: Best Revival of a Play, Best Performance by an Actor in a Leading Role in a Play (Adam Driver), Best Performance by an Actor in a Featured Role in a Play (Brandon Uranowitz)

Das Theaterstück wurde am im Jahr 1987 uraufgeführt, seinerzeit noch Off-Broadway und mit Joan Allen und John Malkovich in den Hauptrollen. Joan Allen hat für ihre Performance den Tony gewonnen. Seither wurde das Stück bereits einige Male wiederaufgeführt, u.a. mit Edward Norton, Catherine Keener, Peter Sarsgaard und Elisabeth Shue in den Hauptrollen. 

Die jetzige Aufführung von „Burn/This“ ist jedoch die erste Broadway-Wiederaufführung und fand am 16.04.19 im Hudson Theatre am Broadway statt. Das Theaterstück unter der Regie von Michael Mayer ist dort noch bis zum 14.07.19 zu sehen. Karten kosten zwischen 59 USD und 250 USD + 30 USD Servicegebühren

Broadway Theaterstück „Burn/This“

 

 

 

Broadway-Theaterstück „Burn/This“ mit Brandon Uranowitz, Keri Russell, Adam Driver und David Furr (v. l.)

 

Denver – Film: „BlacKkKlansman“

Ich war am 12.08.18 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„BlacKkKlansman“ (dt. Kinostart: 23.08.18)   134 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Spike Lee  cast: John David Washington, Adam Driver, Ryan Eggold, Topher Grace, Laura Harrier, Paul Walter Hauser, Jasper Pääkonen, Ashlie Atkinson, Corey Hawkins, Michael Buscemi, Alec Baldwin, Harry Belafonte  

 

Ron Stallworth (John David Washington) ist schwarz und hat immer davon geträumt, Polizist zu werden. Im Jahr 1972 bekommt er tatsächlich einen Job bei der Polizei in Colorado Springs, Colorado. Er wird undercover in eine schwarze Bürgerrechtsbewegung eingeschleust, dabei lernt er die Aktivistin Patrice (Laura Harrier) kennen. Eines Tages kommt er auf die Idee, sich Informationen über den Ku-Klux-Klan zu besorgen. Dafür spricht er bei der lokalen Gruppe des Klans auf den Anrufbeantworter und wird umgehend von dem Vorsitzenden des Colorado Springs Chapters, Walter Breachway (Ryan Eggold) zurückgerufen. Von dem wird er auch zu einem Treffen des Klans eingeladen. Als Schwarzer kann er da natürlich nicht hingehen, also gibt sich sein (jüdischer) Kollege Flip Zimmerman (Adam Driver) für ihn aus. Eines der Mitglieder Felix (Jasper Pääkönen) wird aber schon bald misstrauisch…

 

B+ (Wertung von A bis F) „BlacKkKlansman“ basiert auf Ron Stallworths Memoiren „Black Klansman: Race, Hate, and the Undercover Investigation of a Lifetime“). Es erzählt seine Geschichte, wie er als schwarzer Polizist mit der Hilfe seines jüdischen Partners, den Ku-Klux-Klan infiltrierte. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Spike Lee („Malcolm X“, „Do the Right Thing“, „25th Hour“„Inside Man“). 

Nach den letzten beiden Spike-Lee-Filme, die ich sah (Oldboy und Chi-Raq), hatte ich Lee als Regisseur quasi abgeschrieben. Mit „BlacKkKlansman“ meldet er sich aber in gewohnter Stärke zurück. Auch wenn mir seine Ku-Klux-Klan/Black Power-Parallelmontage etwas zu lang erschien, er mit der einen oder anderen Szene etwas zu dick aufträgt, ist ihm am Ende ein witziger und schockierender, aber durchweg unterhaltsamer Film geglückt. 

Wenn Spike Lee eine politische Botschaft senden will, dann überlässt er nichts dem Zufall. Er beginnt seinen Film mit einem Ausschnitt aus dem, mit acht Oscars (plus zwei Ehrenoscars) ausgezeichneten Epos „Gone with the Wind“, der heutzutage als einer der rassistischsten Filme Hollywoods gilt, gefolgt von einem fremdenfeindlichen Monolog eines (fiktiven) Dr. Kennebrew Beaureguard (gespielt von dem SNL-Donald-Trump-Imitator Alec Baldwin). Bis Spike Lee einem am Ende in die erschreckende Gegenwart führt, schafft er es zwischendurch immer mal wieder anhand von Floskeln und Sprüchen eine Verbindung zwischen Ku-Klux-Klan und dem aktuell amtierenden US-Präsidenten samt seiner rechtsradikalen Gefolgschaft herzustellen. Den Film aber darauf zu reduzieren wäre falsch, denn es ist ein gelungener Genre-Mix aus Biopic, Drama, Komödie, Thriller, Satire, Blaxploitation und Dokumentation. 

Auch wenn hier die Geschichte des afroamerikanischen Ron Stallworth erzählt wird, macht ein – einmal mehr – exzellenter Adam Driver den Film über weite Strecken zu seinem. 

John David Washington spielt hier die Hauptrolle. Er ist der Sohn des zweimaligen Oscar-Gewinners Denzel Washington. Nachdem John David seine professionelle American-Football-Karriere beendet hat, und immer mal wieder kleinere Rollen in Filmen gespielt hat, ist er nun richtig ins Schauspielfach gewechselt. Mittlerweile hat er auch durch die HBO-Serie „Ballers“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. John David Washington erinnert manchmal im Tonfall an seinen Papa, Ähnlichkeiten im Aussehen habe ich jedoch nicht entdeckt. Ich habe sogar in Corey Hawkins (der hier als Carmichael bzw. Kwame Ture eine längere Rede bei einer Black Power-Veranstaltung hält) etwas mehr Denzel gesehen. Apropos Ähnlichkeit, dem einen oder anderen wird Adam Drivers Partner bei der Polizei bekannt vorkommen, sieht er doch irgendwie aus wie Steve Buscemi. Es ist tatsächlich Steves Bruder Michael. 

„Blackkklansman“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

Spike Lee hat bislang keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie. Ich gehe derzeit davon aus, dass sich das mit diesem Film ändert. 

„BlacKkKlansman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (John David Washington), Bester Nebendarsteller (Adam Driver, Topher Grace), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „BlacKkKlansman“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Adam Driver, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik und Bester Schnitt) erhalten. Update: „BlacKkKlansman“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen. Das ist der erste „richtige“ Oscar (er hat einen Ehrenoscar) für Spike Lee. 

„BlacKkKlansman“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat der Film den Grand Prize of the Jury gewonnen. Der Film ist am 10.08.18 in 1,512 amerikanischen Kinos gestartet. Übrigens fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Terroranschlag eines Rechtsradikalen in Charlottesville, Virginia. Bei meiner gut besuchten Vorstellung in Colorado gab es zum Schluss Applaus vom Publikum. Der Film startet am nächsten Donnerstag (23.08.18) in Deutschland. Unbedingt angucken! (möglichst in der OV oder OmU) 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dumbo„

Bewertung des Teasers: B- 

Kommentar: Tim Burtons live-action-Verfilmung von „Dumbo“, na darauf hat die Welt ja gewartet…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Mid90s„

Bewertung des Redband-Trailers: A-

Kommentar: Nach Greta Gerwigs Regiedebüt vom letzten Jahr nun Jonah Hills Film über das Erwachsenwerden 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Kin„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ich habe das Gefühl, dass solche Kinder-Sci-Fi-CGI-Filme im Moment angesagt sind (s. AXL und Bumblebee) 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht  


Trailer v. Film: „Nobody´s Fool„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Tyler Perrys neuer Film mit Tiffany Haddish – die mir defintiv zu kreischig und anstrengend ist 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Night School„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Film mit Kevin Hart und Tiffany Haddish – man muss auch verzichten können

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B 

Kommentar: Die vierte Verfilmung, dieses Mal von und mit Bradley Cooper. Lady-Kotz-Gaga spielt die Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur wenn er Oscar-mäßig sicher eine Rolle spielt 


Trailer v. Film: „The Little Stranger„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Lenny Abrahamsons neuer Film. Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson und Charlotte Rampling

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

NYC – Film: „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ (ab dem 13.10.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 110 min drama, comedy
dir. Noah Baumbach cast: Adam Sandler, Ben Stiller, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Elizabeth Marvel, Rebecca Miller, Adam Driver, Judd Hirsch, Grace Van Patten, Candice Bergen, Sigourney Weaver

 

Danny (Adam Sandler) ist bei seinem Vater zu Besuch. Er und seine Frau haben sich kürzlich getrennt. Seitdem er in New York ist, kommen einige Geschichten aus seiner Kindheit hoch, besonders als er erfährt, dass sein starrköpfige Vater das Haus verkaufen will. Von seinem Halbbruder Matthew (Ben Stiller) hat er schon sehr lange nichts mehr gehört. Bald müssen Danny, Matthew und ihre Schwester Jean (Elizabeth Marvel) mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist…

 

C+ Wertung von A bis F) „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Noah Baumbach („The Squid and the Whale“, Frances Ha, While We´re Young, Mistress America, De Palma)

Der Film ist eine Tragikomödie, mit mehr Tragik als Komödie. Sollte Woody Allen mal keine Filme mehr drehen, der New Yorker Noah Baumbach steht bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Ich mag inzwischen einige Baumbach-Filme, „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wollte ich auch mögen, fand ihn aber zu unausgewogen, stellenweise zäh und teilweise zu sehr überzogen und anstrengend.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine New Yorker Künstler-Familie. Auch wenn kaum einer mit seiner/ihrer Kunst Geld verdient, sind sie alle künstlerisch-begabt und verschroben. Allein durch seine Existenz zusammengehalten wird die Familie von dem mittel-erfolgreichen Bildhauer und Vater Harold Meyerowitz (wunderbar gespielt von Dustin Hoffman). Der war mit mehreren Frauen verheiratet, aktuell ist er immer noch mit der esoterischen Maureen (klasse gespielt von Emma Thompson) zusammen. Seine drei Kinder (gespielt von Adam Sandler, Elizabeth Marvel und Ben Stiller) verarbeiten bis heute noch ihre Kindheit, jeder fühlte sich ungerecht behandelt und auch leiden sie immer noch unter der Vernachlässigung durch ihren Vater. Untereinander sind sich die Geschwister aber natürlich auch nicht grün, Geschwisterrivalitäten sind allgegenwärtig – aber jetzt wo der Vater immer älter und krank wird, müssen sie sich zusammenraufen.

Die Geschichte wird in fünf Kapiteln erzählt, wobei jeweils eines den Kindern („Danny“, „Matthew“ und „Jean“) gewidmet ist.

Das Ensemble macht den Film natürlich sehenswert. Adam Sandler überrascht hier, nicht so sehr, wie er mich seinerzeit in Paul Thomas Andersons „Punch-Drunk Love“ erstmalig positiv von sich überzeugte, aber schließlich habe ich ihn länger nicht in einer Rolle gesehen, in der mehr als nur Faxen macht. Wenn er hier mit seiner Filmtochter am Klavier sitzt und singt, beeindruckt das. Ansonsten hatte ich Elizabeth Marvel als neurotische Jean gar nicht erkannt, zuletzt hat sie sehr überzeugend die U.S. Präsidentin Elizabeth Keane in der sechsten Staffel von „Homeland“  gespielt.

In meinen Augen ist dieser Film bei Netflix gut aufgehoben, man kann ihn gucken, muss man aber nicht.

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Adam Sandler) Bester Nebendarsteller (Dustin Hoffman, Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, soll der Film wohl in einigen amerikanischen Kinos gezeigt werden. Ab dem 13.09.17 ist er weltweit auf Netflix zu empfangen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur Noah Baumbach, sowie die Schauspieler Dustin Hoffman, Adam Sandler und Grace Van Patten haben den Film persönlich angekündigt. Im Anschluss an den Film wurde Noah Baumbach interviewt und stand den Fragen des Publikums zur Verfügung.

Trailer zu sehen:

 

 

Auf dem New York Film Festival 2017 kündigen Regisseur Noah Baumbach, Adam Sandler, Grace Van Patten und Dustin Hoffman (von links) ihren Film „The Meyerowitz Stories“ an.

 

Regisseur Noah Baumbach im Q & A zu seinem Film „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

 

Denver – Film: „Silence“

Ich war am 06.01.17 in Denver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Silence“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 161 min drama, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson, Ciarán Hinds, Issei Ogata

 
Im Jahr 1638. Pater Sebastiao Rodrigues (Andrew Garfield) und Pater Francisco Garupe (Adam Driver) aus Portugal reisen nach Japan. Sie begeben sich auf die Suche nach ihrem ehemaligen Mentor, Pater Ferreira (Liam Neeson), er soll seinem Glauben abgeschworen haben…

 
B (Wertung von A bis F) „Silence“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des japanischen Autors Shusaku Endo. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „Casino“, The Wolf of Wall Street).

„Silence“ gilt als sehr persönlicher Film des römisch-katholischen Regisseurs Martin Scorsese. Wie die meisten seiner Filme sieht auch dieser fantastisch aus. Es ist einer dieser imposanten Filme, der wahrscheinlich ausschließlich auf einer großen Leinwand wirkt. Leider ist er endlos lang und thematisch konnte ich dem Film gar nichts abgewinnen.

Ich halte mich für einen empathischen Menschen, versuche mich bei Filmen auch meist in die Charaktere reinzuversetzen. Das war mir in diesem Film nicht möglich, der einzige Charakter, dessen Handeln ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen konnte, war Liam Neesons und seine Rolle kommt erst zum Ende zu tragen. Es liegt nun eine ganze Weile zurück, dass ich „Silence“ gesehen habe, lange habe ich überlegt, was ich schreiben kann, ohne anderen Menschen zu nahe zu treten. Generell macht mich die Arroganz sprachlos, mit der Gläubige in ein fremdes Land, in eine fremden Kultur wandern und den Einwohnern ihren Glauben aufzwingen wollen und dabei ihre Meinung/ihren Glauben als die/den einzig wahre (n) gelten lassen. Hier werden Pater Rodgrigues (gespielt von Andrew Garfield) und (japanische) Christen gezeigt, wie sie – im Angesicht des Todes – beharrlich an ihrem Glauben festhalten. Die japanischen Machthaber wollen nicht, dass die christliche Religion ihr Land unterwandert, verfolgen die Christen, nehmen sie fest und verlangen, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – ihren Glauben mit Füßen treten. Und hier kommt der Punkt, den ich nicht verstanden habe. Wenn ich weiß, dass ich schrecklich gefoltert oder gar getötet werde, warum gebe ich mich dann nicht etwas geschmeidiger? Diese ganze Prozedur wiederholt sich zig Mal in dem Film.

Gut, aber was weiß ich schon davon? Gläubige Menschen werden den Film sehr wahrscheinlich mit ganz anderen Augen sehen. Für mich gab es eindrucksvolle Bilder, ich habe von ganz neuen Folter- und Tötungsmethoden erfahren und hatte Spass mit einem der Nebencharakter, Inquisitor Inoue (gespielt von Issei Ogata). Diese Figur ist der klare Bösewicht des Films. Mich hat er von seiner kultivierten-fiesen Art an Christoph Waltz´ Hans Landa aus Inglourious Basterds erinnert. Diese Rolle könnte für den 64-jährigen japanischen Schauspielers der Durchbruch in Hollywood bedeuten.

In der Oscar-Saison 2016/2017 war „Silence“ der letzte Prestige-Film, der den amerikanischen Kritikern gezeigt wurde. Der Film war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Andrew Garfield), Bester Nebendarsteller (Issey Ogata, Adam Driver, Liam Neeson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. „Silence“ wurde letztendlich nur für einen Academy Award (Beste Kamera) nominiert.

Die Premiere von„Silence“ fand im Vatikan statt. Am 23.12.16 ist der Film in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 war der Film dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Der Film ist teilweise in Japanisch mit englischen Untertiteln. In Deutschland startet der Film am 02.03.17.

 
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vorgeschaltete Trailer:

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