D. C. – Film: „Motherless Brooklyn“

Ich war am 4.11.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Motherless Brooklyn“ (dt. Kinostart: 12.12.19)   144 min  crime, drama, adaptation 

dir. Edward Norton  cast: Edward Norton, Gugu Mbatha-Raw, Bobby Cannavale, Alec Baldwin, Willem Dafoe, Michael K. Williams, Leslie Mann, Bruce Willis

 

New York in den 1950er Jahren. Nachdem sein Freund und Mentor Frank Minna (Bruce Willis) getötet wurde, begibt sich der Privatdetektiv Lionel Essrog (Edward Norton) auf die Suche nach dem Mörder…

 

C (Wertung von A bis F) „Motherless Brooklyn“ basiert auf Jonathan Lethems gleichnamigen Roman. Es ist nach der charmanten RomCom „Keeping the Faith“ aus dem Jahr 2000 erst die zweite Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers Edward Norton („Primal Fear“, „American History X“, „Fight Club“, „25th Hour“, Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance). Edward Norton schrieb auch das Drehbuch zu dem Film und spielt die Hauptrolle. 

Die Romanhandlung von „Motherless Brooklyn“ ist Ende der 1990er Jahren angesiedelt, Edward Norton lässt seine Geschichte in den 1950er spielen. Ein privater Ermittler einer kleinen Detektei versucht, den Mord an seinem ehemaligen Chef und einzigem Freund aufzuklären. Der von Edward Norton verkörperte Lionel Essrog ist ein Außenseiter mit Ticks (er leidet an dem Tourette-Syndrom und Zwangsverhalten) und deckt bei seinen Ermittlungen immer mehr die korrupten Strukturen der Stadt auf. Eine klassische Detektiv-Story inszeniert im Stil eines Neo-Noir-Films. „Motherless Brooklyn“ ist auch ein Film der Rassismus, Diskriminierung und Gentrifizierung zum Thema macht. Ich wünschte, mir hätte der Film besser gefallen. 

Heutzutage ist es generell für Filmemachern schwer, eine Finanzierung für Kinofilme, die weder eine Fortsetzung zu einem erfolgreichem Film oder Part eines Franchises darstellen, zu erhalten. Edward Norton hat neunzehn Jahr gebraucht, die Filmadaption eines seiner Lieblingsromane auf die Leinwand zu bringen. Ed Norton hat sich bemüht, das Filmbudget (mit rund 26 Millionen Dollar) möglichst gering zu halten, dabei wurde er durch seine Schauspieler unterstützt, die gänzlich auf ihre Gage verzichtet haben. Der Look, das Kostümdesign und auch die Ausstattung sieht wertig aus, auch machen die Schauspieler Willem Dafoe, Bobby Cannavale, Gugu Mbatha-Raw und – vor allen Dingen – Alec Baldwin und Edward Norton selbst den Film am Ende sehenswert. Mir war es allerdings nie möglich, richtig in die Geschichte einzutauchen. Ich weiß nicht, woran es lag, ich hatte in so gut wie jeder einzelnen Szene das eigentliche Set vor mir. Habe mir vorgestellt, wo die Kameras platziert waren, wie Norton Regieanweisungen gab, etc. Das mag ein persönliches Problem sein, aber wenn man den Film nur „von außen“ sieht, fallen einem auch sämtliche Kleinigkeiten auf. Beispielsweise inszeniert Ed Norton hier eine Sequenz in einem Jazzclub. In meiner Vorstellung müsste eine solche New Yorker Bar in den 1950er Jahren völlig verqualmt sein, beinahe alle Gäste würden rauchen, als gäbe es kein Morgen, nicht so in Nortons Version des Jazz Clubs. Irgendwann gegen Ende der längeren Sequenz wurde dann vereinzelt geraucht, aber da war es für mich bereits zu spät, ich war komplett raus. Als großer Freund der Musik von Radiohead habe ich Thom Yorkes wunderbaren Song natürlich sofort als seinen rausgehört. Während es sich der Song in meinem Herzen gemütlich gemacht hat, konnte ich mich natürlich wieder erst mal nicht auf etwas anderes konzentrieren.

Edward Nortons Porträt eines, an dem Tourette-Syndrom und unter Zwangsverhalten leidenden Mannes ist überzeugend. Er erklärt uns seine Erkrankung und sein Befinden anhand seines Voice-Overs. Sein Umfeld nimmt ihn teilweise als „Freakshow“ wahr, sie können seine Ticks nicht einordnen und somit wurde Lionel Essrog zwangsläufig zum Außenseiter. Schauspielerisch ebenso gut hat mir Alec Baldwin gefallen, auch weil er die Rolle des mächtigen Widerlings so gut beherrscht. 

„Motherless Brooklyn“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Edward Norton), Bester Nebendarsteller (Alec Baldwin, Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Gugu Mbatha-Raw), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Motherless Brooklyn“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 1.11.19 in 1,342 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 12.12.19 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer (Oscar-)Film, Erste-Weltkriegsgeschichte, eigentlich interessiert mich der Film nicht sonderlich, aber der Trailer ist schon gut.

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „A Beautiful Day in the Neighborhood„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Marielle Hellers neuer Film über Fred Rogers mit Tom Hanks als selbiger.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Good Liar„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Bill Condons neuer Film mit Ian McKellen und Helen Mirren

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht nicht zwingend im Kino


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Ford v Ferrari„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: James Mangolds neuer Film, u.a. der das Le Mans-Autorennen im Jahr 1966 mit Christian Bale, Matt Damon, Tracy Letts

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L. A. – Film: „The Lighthouse“

Ich war am 27.10.19 in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Lighthouse“ (dt. Filmtitel: „Der Leuchtturm“, dt. Kinostart: 28.11.19)  110 min  drama, thriller, horror  

dir. Robert Eggers  cast: Willem Dafoe, Robert Pattinson

 

Ende des 19. Jahrhunderts. Der Leuchtturm-Wärter (Willem Dafoe) und sein Assistent (Robert Pattinson) werden auf der kleinen, abgelegenen Insel abgesetzt. Vier Wochen sollen sie dort vor der Küste in Maine arbeiten. Es kommt schon bald zu Spannungen und der Konflikt zwischen den beiden Männern spitzt sich langsam zu….

 

A- (Wertung von A bis F) „The Lighthouse“ ist nach The Witch erst der zweite Spielfilm, bei dem der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Robert Eggers Regie führt. Das Drehbuch zu diesem Film hat er zusammen mit seinem Bruder Max geschrieben. 

Der Film hat die Intensität eines brillanten Theaterstücks und ist ummantelt von der Inszenierung eines visionären Filmemachers. Robert Eggers beschreibt seinen Film passenderweise mit: „Nothing good can happen when two men are trapped alone in a giant phallus.“

Das erste was auffällt ist das ungewöhnliche Format, fast quadratisch ist die Leinwand, die scharfen, perfekt ausgeleuchteten Bilder (dabei viele Nahaufnahmen), sind schwarz/weiß, die beiden Männer sprechen in einer altenglischen, speziellen Sprache (wie bereits bei Eggers Erstlingswerk). Das alles verstärkt die Wirkung, dass wir hier in einer weit zurückgelegenen Zeit und die Männer sich in einer beklemmenden Situation befinden. Durch die Inszenierung habe ich keinen Moment mit der Rahmenhandlung gefremdelt. Isoliert auf einer kleinen Insel, auf engstem Raum sehen wir die beiden Männer. Für vier Wochen sind ein alter erfahrener Leuchtturmwärter und sein junger Helfer auf sich allein gestellt und sollen ihren Auftrag erfüllen. Der zottelige Alte (gespielt von Willem Dafoe) fällt schnell durch schlechtes Benehmen und respektloses Verhalten auf, ist laut, provoziert und erteilt dem jungen Mann (gespielt von Robert Pattinson) Anweisungen. Während der Junge körperlich schwere und niedere Tätigkeiten ausübt, fragt man sich, was eigentlich der Alte während der Arbeitszeit treibt. Zu dem Grundkonflikt bestehend aus Isolation und Nähe gesellen sich schnell die inneren Kämpfe. Es kommt zu Spannungen und sehr bald zu offenen Konfrontationen. 

„The Lighthouse“ ist ein packendes Kammerspiel, ein Thriller- und irgendwo Horrorfilm, aber auch ein Psycho- und Charakterdrama, manchmal absurd und sehr witzig. Man weiß nie so richtig, was als Nächstes passiert. 

Ich liebe den Film für seine eigenwillige Machart. Für die auf Film gedrehten schwarz/weiß-Bilder wurden Vintage-Kameralinsen genutzt, die den Look noch verstärken, dass es sich um Filmmaterial von Ende des 19. Jahrhunderts handelt. Die visuelle Sprache des Films ist besonders, so wurden für die einzelnen Szenen die Kameras zuerst positioniert, die Schauspieler mussten sich dann ihren Raum suchen. Normalerweise ist es genau andersherum. Der Film müsste jetzt, sofort bei allen ernstzunehmenden Filmpreisverleihungen für die Beste Kamera ausgezeichnet werden. Bereits am Anfang, wenn man auf die kleine Insel mit ihrem Leuchtturm zusteuert, macht man unweigerlich eine kleine Zeitreise. Kaum zu glauben, dass die Szenenbildner diese Bauten eigens für diesen Film erschufen.

Robert Pattinson und Willem Dafoe sind eins mit ihren Rollen geworden, zweifellos liefern beide Schauspieler eine oscarwürdige Peformance. 

Die beiden Filmemacher Robert Eggers und Ari Aster (Hereditary, Midsommar) sind für mich derzeit, die beiden faszinierendsten Regie-Hoffnungen. Beide setzen in ihren Filmen auf Atmosphäre und Stimmung und haben dabei eine völlig andere Herangehensweise und einen sehr präzisen und einzigartigen Stil. Ich bin gespannt auf ihren weiteren Weg, beide präsentieren dieses Jahr erst ihr zweites Werk. 

Ari Asters „Midsommar“ und Robert Eggers „The Lighthouse“ sind beides Film, die in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 festgesetzt sind. 

Die Oscar-Strategen von A24 haben sich darauf geeinigt, für Robert Pattinson eine Oscar-Kampagne als Bester Hauptdarsteller und Willem Dafoe als Bester Nebendarsteller zu führen. Strategisch mag das klug sein, für mich sind aber beide gleichwertig in ihrer Präsenz. 

„The Lighthouse“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Pattinson), Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. 

„The Lighthouse“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2019 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Robert Eggers für seinen Film den FIPRESCI Prize gewonnen. Der A24-Film ist am 18.10.19 in acht amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er bereits in 586 Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen. Unter dem Filmtitel „Der Leuchtturm“ soll der Film ab dem 28.11.19 auch in den deutschen Kinos zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

Vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Parasite„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Bong Joon-hos Oscar-Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Turning„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm mit Mackenzie Davis und Brooklyn Prince

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Richard Jewell„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Clint Eastwoods neuer (Oscar- ?)Film. Biopic mit Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „At Eternity´s Gate“

Ich war am 23.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„At Eternity´s Gate“ (dt. Filmtitel: Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit, dt. Kinostart: 18.04.19)   110 min  drama, biopic 

dir. Julian Schnabel  cast: Willem Dafoe, Rupert Friend, Mads Mikkelsen, Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Oscar Isaac, Niels Arestrup, Vincent Perez, Stella Schnabel 

 

Arles, Südfrankreich. Vincent van Gogh (Willem Dafoe) sieht seine Berufung im Malen, Geld verdient er damit nicht. Er lebt von dem, was ihm sein Bruder Theo (Rupert Friend) zukommen lässt. Er hat Visionen und malt, damit er nicht nachdenken muss…

 

B- (Wertung von A bis F) „At Eternity´s Gate“ ist ein Porträt des niederländischen Malers Vincent van Gogh mit einem Schwerpunkt auf die letzten Lebensjahre des Künstlers. Es ist der neue Film des erfolgreichen New Yorker Künstlers und Filmemachers Julian Schnabel („Basquiat“, „Before Night Falls“, The Diving Bell and the Butterfly). 

Filme von einem Künstler über einen Künstler finde ich generell mindestens sehenswert. Julian Schnabel hat selbstverständlich einen ausgeprägten Blick für Szenenbilder, Motive und die Schönheit der Landschaft. Der Filmemacher porträtiert Vincent van Gogh in seinen letzten beiden Lebensjahren in Südfrankreich. Er greift dabei manchmal zu ungewöhnlichen Kameraperspektiven, dann ist die Kamera aber auch wieder ständig in Bewegung und die sich wiederholende Dialoge und Szenen machen die psychischen Probleme und das Chaos in Kopf des Malers deutlich. Van Gogh verehrte seinen Kollegen Paul Gauguin, die beiden verband aber wohl eine schwierige Beziehung. Irgendwann nahmen die Probleme von Vincent van Gogh immer mehr zu, er schnitt sich einen großen Teil seines linken Ohres ab und verstarb wenige Monate später aus nicht hundertprozentig geklärten Umständen. „At Eternity´s Gate“ ist kein  schlechter Film, ich fand ihn jedoch mitunter etwas anstrengend. 

Vincent van Gogh ist im Alter von 37 Jahren gestorben, optisch ähnelt Willem Dafoe ihm, nur ist der Schauspieler bald 30 Jahre älter als der Künstler seinerzeit war und wenn an einer Stelle im Film van Gogh mit dem befreundeten Maler Paul Gauguin (gespielt von dem knapp 40-Jährigen Oscar Isaac) über „ihre Generation“ spricht, mutet das auch seltsam an. 

Vor rund 1 1/2 Jahren habe ich mir die Dokumentation „Julian Schnabel: A Private Portrait“ angeschaut, seither bin ich völlig fasziniert von dem New Yorker Künstler. 

„At Eternity´s Gate“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Willem Dafoe) 

„At Eternity´s Gate“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival wurde Willem Dafoe als bester Schauspieler ausgezeichnet und Julian Schnabel hat den Green Drop Award gewonnen. „At Eternity´s Gate“ ist am 16.11.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 178 amerikanischen Kinos. Teile des Films sind auf Französisch mit englischen Untertiteln. Der Film wird am 18.04.19 unter dem deutschen Filmtitel „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ in den deutschen Kinos starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „Ben is Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Julia Roberts und Lucas Hedges

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Roma„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film und Oscar-Kandidat.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen  

 

NYC – Film: „The Florida Project“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Florida Project“(dt. Kinostart: 08.02.18) 115 min drama
dir. Sean Baker cast: Willem Dafoe, Caleb Landry Jones, Macon Blair, Brooklynn Kimberly Prince, Bria Vinaite, Valeria Cotto, Christopher Rivera

 

 

Die sechsjährige Moonee (Brooklynn Kimberley Prince) lebt mit ihrer Mutter (Bria Vinaite) in einem billigen Motel, ganz in der Nähe von Disney World in Orlando. Während ihre Mutter irgendwie Geld auftreiben muss, um die wöchentliche Miete für das Motel zu zahlen, hat das Mädchen Sommerferien. Moonee, ihr gleichaltriger Kumpel Scooty (Christopher Rivera) und ihrer neuen Freundin Jancey (Valeria Cotto) müssen sich irgendwie die Langeweile vertreiben. Bei den chaotischen Motel-Bewohnern versucht der Manager Bobby (Willem Dafoe) für Ordnung zu sorgen.

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Florida Project“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Sean Baker („Starlet“, „Tangerine“).

Zugegebermassen fand ich den Film ziemlich anstrengend. Anstrengend weil es mir eine Spur zu realistisch erschien. Sean Baker führt einen mit seinem neuen Film in ein Milieu, für das man am Ende ein Gefühl bekommen hat, das man dann aber so schnell wie möglich wieder verlassen will. Alle Persönlichkeiten, mit Ausnahme von Willem Dafoes Bobby, sind durch die Bank schrecklich. „The Florida Project“ ist eine Sozialstudie über eine Gesellschaft, die so sehr wohl im wahren Leben existiert. Hier sind es wohnungslose, alleinerziehende junge Mütter, die mit ihren kleinen Kindern in billigen Motels hausen, quasi die letzte Station vor der Obdachlosigkeit. Halley (gespielt von der Newcomerin Bria Vinaite), eine der jungen Mütter, hat selbst keine Erziehung genossen, lebt in den Tag hinein und versucht durch irgendwelche legalen oder illegalen Deals am Ende der Woche, das Geld für die Zimmer-Miete zusammenzuhaben. Es ist die Art von Frauen, die ihre billigen Tätowierungen voller Stolz zur Schau tragen, sehr selbstbewusst auftreten und latent aggressiv sind. Die Kinder solcher Mütter haben natürlich nie gelernt, sich zu benehmen oder gar Respekt zu zeigen. Jetzt haben diese Blagen auch noch Sommerferien und langweilen sich – alles in direkter Nähe zu dem Kinderparadies Disney World, einen Besuch können sich ihre Mütter natürlich nicht leisten….

So traurig die Gesamtsituation ist, wenn man darüber nachdenkt, so genervt ist man von den einzelnen kleinen oder größeren Persönlichkeiten in seiner Nähe. Sean Baker schafft hier eine fast schon intime Nähe zwischen dem Zuschauer und dieser Gesellschaft. Ich kannte am Ende der Geschichte sogar den Geruch dieser farbenfrohen und doch so tristen Welt.

Es hat sich definitiv ausgezahlt, dass der Filmemacher für diesen Film viel recherchiert hat und nur an Original-Schauplätzen gedreht hat, auch wenn ein Helikopter-Landeplatz direkt neben dem Motel war. Auf einen Filmscore hat Sean Baker verzichtet, er hat seine Schauspieler (gerade auch die Kinder) am Set viel improvisieren lassen, vielleicht sind das alles Gründe dafür, warum man diesen Spielfilm wie eine Reportage erlebt.

Vor zwei Jahren hat Sean Baker mit dem durchaus beeindruckenden Film „Tangerine“ für Aufsehen gesorgt, vor allen Dingen, weil er diesen Film komplett auf einem iPhone gedreht hat. Die Endsequenz in „The Florida Project“ hat er auch mit dem iPhone gefilmt.

Im Q & A hat der Regisseur erzählt, dass er die Hauptdarstellerin Bria Vinaite auf Instagram entdeckte. Sie hatte keinerlei Schauspielerfahrung. In dieser Rolle ist sie absolut authentisch, ebenso wie ihre Filmtochter Moonee (von Brooklyn Kimberly Prince portraitiert). Die Seele des Films ist allerdings Willem Dafoe und daher sehe ich eine Oscar-Nominierung als gerechtfertigt an.

Zur gleichen Zeit vor einem Jahr habe ich auf dem New York Film Festival den späteren Oscar-Gewinnerfilm Moonlight gesehen. Seinerzeit ist das New Yorker Publikum ausgerastet, gab stehende Ovationen. Als ich mir „The Florida Project“ auf dem NYFF55 anschaute, hat mich vieles an den Moment erinnert. Offensichtlich erzählen beide Filme u.a. von einer Kindheit in der Unterschicht Floridas. Auch bei „The Florida Project“ gab es vom eher zurückhaltenden New Yorker Publikum tosenden Applaus als der Regisseur und seine Schauspieler auf dem Balkon erschienen. Das New York Film Festival gilt als Gradmesser, viele Filme wurden bereits auf anderen, für die Oscars wichtigeren Filmfestivals gezeigt, aber wenn der Film dann bei den New Yorkern ankommt, stehen die Chancen gut, dass der Film sich als ernstzunehmender Kandidat bei den Oscars etablieren kann. Das ist bei „The Florida Project“ meines Erachtens der Fall. Außerdem liegt der Film bei den A24-Leuten in den besten Händen, bei den letzten Oscars hat dieser noch junge Filmverleih mit dem Oscar-Gewinn für „Moonlight“ gezeigt, dass sie verstanden haben, wie das Oscar-Geschäft läuft.

„The Florida Project“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Bria Vinaite, Brooklynn Kimberly Prince), Bestes Originaldrehbuch. Update: The Florida Project hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Supporting Actor – Willem Dafoe)

„The Florida Project“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startete am 6.10.17 in vier amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur und sämtliche Schauspieler waren anwesend und wurden nach dem Film interviewt, bzw. haben sich den Fragen des Publikums gestellt. Bislang hat der Film noch keinen Termin für einen deutschen Kinostart. Update: „The Florida Project“ soll am 08.02.18 in den deutschen Kinos starten.

Eigentlich uninteressant: Isabelle Huppert saß bei diesem Film (als normale Zuschauerin) zwei Sitzplätze von mir entfernt.

 

Trailer zu sehen:

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A mit dem Filmemacher Sean Baker (am Mikro), seinem Co-Autor und den Schauspielern.

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Willem Dafoe, die drei Kinderdarsteller und Newcomerin Bria Vinaite (von links)

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Newcomerin Bria Vinaite (links), Sean Baker am Mikro

NYC – Film: „Finding Dory – 3D“

Ich war am 17.06.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Finding Dory – 3D“ (dt. Filmtitel: „Findet Dorie“, dt. Kinostart: 29.09.16) 103 min animation, sequel
dir. Andrew Stanton voices: Ellen DeGeneres, Albert Brooks, Hayden Rolence, Ed O´Neill, Kaitlin Olson, Ty Burrell, Diane Keaton, Eugene Levy, Idris Elba, Dominic West, Bill Hader, Willem Dafoe, Allison Janney, Sigourney Weaver

 
Die Paletten-Doktorfisch-Dame Dory (Ellen DeGeneres) lebt mittlerweile mit ihrem Clownfisch-Kumpel Marlin (Albert Brooks) und seinem Sohn Nemo (Hayden Rolence) zusammen. Sie leidet unter Amnesie. Als Kind hat sie irgendwann ihre Eltern verloren. Sie erinnert sich sporadisch an einzelne Episoden ihrer schönen Kindheit. Schließlich begibt sich die vergessliche Dory auf die Suche nach ihren Eltern und gerät dabei schon bald in Gefahr…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Finding Dory“ ist die Fortsetzung, bzw. das Spin-off zu Pixars Film „Finding Nemo“ aus dem Jahr 2003. Die Ereignisse in „Finding Dory“ finden jedoch bereits ein Jahr später statt. Es ist der neue Film von Andrew Stanton („A Bug´s Life“, „Finding Nemo“, Wall-E).

Grundsätzlich bin ich kein Fan von Fortsetzungen. Bei Animationsfilmen verhält es sich ganz unterschiedlich. Kung Fu Panda mochte ich nicht, Kung Fu Panda 2 gefiel mir da schon wesentlich besser. Despicable Me und Despicable Me 2  fand ich beide super, den Spin-off Minions hätte man sich aber sparen können. Da mein Herz an so vielen Pixar-Filmen hängt, bricht es fast, wenn mir wieder mal zu Ohren kommt, dass ein Pixar-Klassiker (wie aktuell „The Incredibles“) ein Sequel bekommt. Dabei sind die Pixar-Fortsetzungen nicht grundsätzlich Ramsch. Toy Story 3 ist beispielsweise – in meinen Augen – ein Meisterwerk und damit besser als der Originalfilm, hingegen war die Fortsetzungen zu Monsters, Inc.: Monsters University nicht nötig. Ein sowieso nicht guter Film wie „Cars“ braucht logischerweise keinen weiteren Film.

Auch wenn ich „Finding Nemo“ ewig nicht gesehen habe, ist es für mich rückblickend einer der besseren Pixar-Filme. Nach einer Fortsetzung habe ich mich auch hier nicht gesehnt, „Finding Dory“ zählt aber zu den gelungeneren Fortsetzungen. Während Dory in „Finding Nemo“ nur ein liebenswerter Nebencharakter war, wird nun hier ihre Geschichte erzählt. Sie ist auf der Suche nach ihren Eltern und landet schon bald in so einem Meeres-Institut mit Publikumsverkehr (inklusive „Streichel-Wasserbecken“ für Kinder). Dorys Kumpel Marlin (und die Zuschauer) machen sich große Sorgen um sie und damit sind bald alle in ein aufregendes Abenteuer involviert.

Dorys Geschichte ist spannend und sehr witzig. In Rückblenden ist Klein-Dory zu sehen – wie drollig ist die denn? Außerdem wurden einige neue Charaktere eingeführt, beispielsweise der siebenarmige Oktopus Hank (von Ed O´Neill gesprochen), die beiden Seelöwen Fluke und Rudder (von Idris Elba und Dominic West gesprochen) und der von den beiden gemobbte, leicht autistische Seelöwe Gerald. Ins Herz geschlossen habe ich aber auch den Vogel Becky (spricht nicht, ist aber äußerst putzig). Das Anderssein ist bei diesem Pixar-Film durchaus ein Thema. Etwas irritierend fand ich, wie Dorys Mitmenschenmeeresbewohner mit ihrem Handicap umgehen. Im besten Fall ignorieren sie die vergessliche Dory, oftmals zeigen sie sich aber auch von ihr genervt.

Zwischendurch hat „Finding Dory“ ein paar kleinere Längen, gegen Ende kommt dann aber noch die „What a Wonderful World“-Sequenz und die hat mir am Besten gefallen.

Die Animationen sind – wie man es von PIXAR gewohnt ist – klasse und die 3D-Fassung kann ich auch empfehlen. PIXAR kann 3D, daran gibt es keinen Zweifel.

Zu erwähnen bleibt, dass man den Abspann abwarten sollte, im Anschluss an den Abspann gibt es noch eine kleine Szene zu sehen.

 
„Finding Dory“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: bester Animationsfilm und beste Filmmusik (Thomas Newman). Sias Interpretation von Nat King Coles „Unforgettable“ kann nicht für den Oscar nominiert werden, da es kein Originalsong ist.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

Vorfilm

„Piper – 3D“ 6 min animation
dir. Alan Barillaro

Das Strandläufer-Küken ist ziemlich hungrig. Langsam muss es aber lernen, wie man sich selbst auf die Suche nach Nahrung begibt. Gar nicht so einfach…

A (Wertung von A bis F) „Piper“ ist wahrscheinlich einer der besten Pixar-Kurzfilme. Allein wie der Sand und das Wasser animiert wurden, ist erstklassig. Derzeit kann ich mir nicht vorstellen, dass ein anderer animierter Kurzfilm den Oscar gewinnen könnte.

Teaser zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

keiner

Da das Regal in Brooklyn aus technischen Gründen, „Finding Dory“ erst 20 Minuten später starten konnte, mussten wir wenigstens keine Trailer mehr anschauen.

 

Hong Kong – Film: "John Wick"

Ich war am 05.11.14 in Hongkong und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„John Wick“ (dt. Kinostart: 29.01.15) 101 min action
dir. Chad Stahelski cast: Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Willem Dafoe, John Leguizamo, Alfie Allen, Ian McShane, Bridget Moynahan

John Wick (Keanu Reeves) hat sich bereits vor einiger Zeit als Auftragskiller zur Ruhe gesetzt. Seine Frau (Bridget Moynahan) ist gerade einer schweren Krankheit zum Opfer gefallen. Noch bevor sie verstorben ist, hat sie dafür gesorgt, dass er nach ihrem Tod nicht allein zurückbleibt. Um den kleinen Hundewelpen Daisy soll er sich kümmern. Eines Nachts wird er von drei russischen Männern überfallen, schwer verletzt und der kleine Hund wird von den Kriminellen getötet. John Wick hat nichts mehr zu verlieren und macht sich auf die Suche nach den Männern.

B- (Wertung von A bis F) „John Wick“ ist offiziell das Regiedebüt von Chad Stahelski. Er hat als Stuntman angefangen, u.a. hat er Keanu Reeves in der „Matrix“-Trilogie gedoubelt. Mittlerweile gilt er als einer der besten Stunt Choreographen weltweit. Chad Stahelski hat sich (zusammen mit David Leitch) mit einer eigenen Firma spezialisiert. Inoffiziell haben Chad Stahelski und David Leitch bei „John Wick“ gemeinsam Regie geführt.

„John Wick“ hat in den U.S.A. hervorragende Kritiken bekommen, so etwas macht mich generell neugierig. Der Film ist sehr düster und stylisch inszeniert und dass die Stunt Choreographen ihr Handwerk verstehen, sieht man den Action-Szenen an.

„John Wick“ spielt in New York, was man aber eigentlich nur an den Luft- und Skyline-Aufnahmen erkennt. Der Film führt einen in eine eigene, sehr coole Welt. Es ist eine Welt der Kriminellen. Sie bezahlen mit ihrer eigenen Währung. Es gibt ein elitäres Hotel mit angeschlossenem Club exklusiv für Profi-Killer und sonstige Gangster. Ich mochte die ganzen Locations, besonders die Szenen in dem Spa-Tempel fand ich beeindruckend. Auch gefiel mir die Tatortreinigungsfirma, die dann angeheuert wird wenn die Spuren eines Verbrechens beseitigen werden sollen.

Mich hat anfangs gestört, dass vieles in dem Film so künstlich wirkt. Man sieht quasi kaum normale Menschen in dem Film. Definitiv wurde an Statisten gespart. Dafür wurde in eine Regenmaschine investiert, die zum Schluss auch noch mal eingesetzt werden wollte. Dem Film fehlt es auch an Humor, in meinem Augen nimmt sich der Film viel zu ernst. Auch haben die Dialoge bei mir teilweise Bauchschmerzen verursacht. So redet keiner und so wirkte manches irgendwie unfreiwillig komisch. Vielleicht muss man „John Wick“ tatsächlich aber als eine Art Comic-Verfilmung ansehen, ohne dass er tatsächlich auf einem Comic basiert.

Keanu Reeves macht im klassischen Dreiteiler immer noch was her, vor allen Dingen mit verwuschelten Haaren. Den von allen gefürchteten Profikiller konnte ich ihm allerdings nur schwer abnehmen.

Alfie Allen ist ein britischer Schauspieler, als russischen Gangster fand ich ihn jedoch glaubwürdig. Ein erfreuliches Wiedersehen gab es mit den Schauspielern Michael Nyqvist, Ian McShane, John Leguizamo und Willem Dafoe.

„John Wick“ lief erstmalig auf dem Fantastic Fest 2014.

Ich habe „John Wick“ in der Originalfassung mit chinesischen Untertiteln gesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hector and the Search of Happiness“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: britische Romanverfilmung mit Simon Pegg und Rosamunde Pike. Leider spielt die Ferres mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar:Jetzt der dritte Teil, der in zwei Parts ins Kino kommt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Kino in Hongkong

Es ist schon eine Weile her, dass ich in Hongkong im Kino war. Jetzt habe ich ein neues, kleines Kino (Windsor Cinema) für mich entdeckt. Die Kinokarte kostet zwischen 80 und 110 Hongkong Dollar, umgerechnet zwischen 9 und 12 Euro. Seinen Sitzplatz muss man sich leider bereits an der Kasse aussuchen (ich persönlich schwöre auf free seating) und man wird dann persönlich von einem Angestellten des Kinos direkt zu seinem Platz geleitet. Sehr bequeme Kinosessel erwarten den Zuschauer. Es wurden nur zwei Werbungen gezeigt, im Anschluss daran die o.g. zwei Trailer und der Film begann 8 Minuten nach dem veröffentlichten Filmbeginn.

Berlin – Film: "A Most Wanted Man"

Ich war am 31.07.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„A Most Wanted Man“ (dt. Kinostart: 11.09.14) 121 min drama, thriller, adaptation
dir. Anton Corbijn cast: Philip Seymour Hoffman, Grigorly Dobrygin, Rachel McAdams, Willem Dafoe, Daniel Brühl, Nina Hoss, Robin Wright, Rainer Bock, Herbert Grönemeyer

Mohammed Atta und seine Terrorzelle haben den Terroranschlag vom 11.September 2001 in Hamburg vorbereitet. Die Geheimdienste haben seinerzeit versagt.

Hamburg im Jahr 2012. Günther Bachman (Philip Seymour Hoffman) leitet eine geheime Anti-Terror-Einheit in Hamburg. Er hat Informanten innerhalb der islamischen Gemeinde. Er lässt observieren und wartet mit seinen Leuten geduldig, bis sie eines Tages an richtig große Fische herankommen. Als der 26-jährige Muslim Issa Karpov (Grigorly Dobrygin) auf illegalem Weg nach Hamburg kommt und in der islamischen Szene auftaucht, hängen sie sich an Issas Fersen. Ist der Mann ein Terrorist und plant einen Anschlag? Wen kontaktiert er und was hat er genau vor? Der Chef des deutschen Geheimdienstes Dieter Mohr (Rainer Bock) und die hochrangige CIA Mitarbeiterin Martha Sullivan (Robin Wright) würden Issa Karpov am liebsten gleich hochnehmen. Das Misstrauen ist auf allen Seiten groß.

B (Wertung von A bis F) „A Most Wanted Man“ ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré.

Die Geschichte ist ganz mein Thema, nicht umsonst zählt „Homeland“ (zumindest die 1. und die 2. Staffel) zu meinen Lieblingsserien. Wie bereits die John-le-Carré-Filmadaption „Tinker Tailor Soldier Spy“ richtet sich dieser britische Spionage-Thriller eindeutig an ein Arthouse-Publikum. Es ist ein nuancierter Spionagethriller, der durch seine langsame und ruhige Erzählweise Geduld erfordert. Mir war der Film teilweise zu ruhig.

Der Film hat ein hervorragendes Produktionsdesign, auch wenn es sich oftmals nicht so anfühlt, als wäre es aus dem jetzigen Jahrzehnt. Gedreht wurde ausschließlich in Deutschland, hauptsächlich in Hamburg, aber auch in Berlin.

Üblicherweise habe ich ein Problem damit, wenn fremdsprachige Filmcharakter (in diesem Fall deutsche) sich im eigenen Land nicht in der Landessprache unterhalten. Leider hat mir diese Tatsache auch bei „A Most Wanted Man“ zu schaffen gemacht. Bei Philip Seymour Hoffman habe ich es aber relativ schnell vergessen können. P.S. Hoffman schlüpft hier – wie er es immer getan hat – nicht nur in einen Filmcharakter, sondern er verschmelzt mit diesem. Wenn diese Filmfigur nunmal ein kettenrauchender und zuviel trinkender deutscher Geheimdienstler ist, dann ist es so. Seine Figur, Günther Bachmann, hat mich völlig in den Bann gezogen. Ansonsten war ich von der deutschen Schauspielerin Nina Hoss (die ich sonst oft für überschätzt halte) begeistert. Mit Ausnahmen von Rachel McAdams sind alle Figuren glaubhaft besetzt. Rachel McAdams spielt hier eine deutsche Menschenrechtsanwältin, die konnte und wollte ich ihr nicht abnehmen. Beinahe mit jedem Auftritt hat mich die Darstellerin aus der Geschichte gebracht.

Als bei einer Szene in einem Hamburger Club die Musik von DAF eingespielt wurde, ist mir ganz warm ums Herz geworden.
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Komponist und Sänger Herbert Grönemeyer hat hier nicht nur für den passenden, unauffälligen Score gesorgt, er ist hier auch wieder mal als Schauspieler zu sehen.

Tragischerweise ist einer, wenn nicht sogar der größte Charakterschauspieler unserer Zeit, Philip Seymour Hoffman, im Februar dieses Jahres verstorben. In „A Most Wanted Man“ spielt er seine letzte Hauptrolle. Er wird jetzt nur noch in den beiden Teilen von „The Hunger Games: Mockingjay“ auftauchen. Hier ist mir drastisch bewusst geworden, was er für eine nicht zu schließende Lücke in der Welt des Kinos hinterlässt.

Gewidmet wurde „A Most Wanted Man“ Philip Seymour Hoffman und dem bereits im Jahr 2009 verstorbenen britischen Filmproduzenten Simon Channing Williams. Simon Channing Williams hatte anlässlich der Veröffentlichung des Romans „A Most Wanted Man“ einen Kurzfilm produziert, in dem John le Carré über sein neuestes Werk sprach. Die Romanverfilmung von John le Carrés „The Constant Gardener“ hatte er seinerzeit ebenfalls produziert.

„A Most Wanted Man“ ist am 25.07.14 in einigen Kinos in den U.S.A. gestartet, am 11. September 2014 kommt er in die deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

„A Most Wanted Man“ ist für einige Oscars im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (P.S. Hoffman), bestes adaptiertes Drehbuch, bester Filmschnitt. Meines Erachtens ist eine posthume Oscar-Nominierung für Philip Seymour Hoffman noch am wahrscheinlichsten. Wenn er nicht bereits einen Oscar (für „Capote“) gewonnen hätte und im Anschluss daran noch weitere drei Mal für den Oscar nominiert worden wäre, wäre dem hochangesehen Charaktermimen eine Oscar-Nominierung für seine exzellente Arbeit in „A Most Wanted Man“ sicher, vielleicht wäre er hierfür dann sogar ausgezeichnet worden.

„A Most Wanted Man“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2014 gezeigt.

Zwei kurze Szenen zu sehen:

In diesem Interview auf dem Sundance Film Festival im Januar 2014 erzählt Philip Seymour Hoffman über seine Rolle in „A Most Wanted Man“. Es war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte:

deutscher Trailer auf deutscher Website zu sehen:

http://www.senator.de/movie/a-most-wanted-man