Berlin (ale) – Film: "Love & Mercy"

Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Love & Mercy“ (dt. Kinostart: 11.06.15) 122 min drama, biopic
dir. Bill Pohlad cast: Paul Dano, John Cusack, Paul Giamatti, Elizabeth Banks, Kenny Wormald

In den 1980er Jahren trifft Brian Wilson (John Cusack) auf die hübsche Autoverkäuferin Melinda (Elizabeth Banks). Sie hat zunächst keine Ahnung wer er ist und mit was für Problemen er sich herumschlägt. Ständig wird er von seinem Psychotherapeuten Dr. Gene Landy (Paul Giamatti) und Anderen begleitet. Brian Wilson ist Begründer und der kreative Kopf der Beach Boys. Als Brian Wilson (Paul Dano) zwanzig Jahre zuvor die ganzen Hits komponierte, hatte er bereits psychische Probleme. Ein Grund dafür ist in seiner Kindheit zu finden.

B- (Wertung von A bis F) „Love & Mercy“ ist ein biografisch angelegtes Drama über Beach Boys-Gründer Brian Wilson.

Am Ende des Films habe ich mir gedacht, schade, dass Brian Wilson ein nicht noch besserer Film gewidmet wurde. Durch Paul Danos Performance habe ich den Musiker irgendwie ins Herz geschlossen.

Der Film hat einige Schwächen, zum einen springt er andauernd von der Zeit in den 1960er Jahren in die Zeit der 1980er Jahre. Irgendwann wollte ich aber die frühere, in meinen Augen interessantere Geschichte und Paul Dano, der den jungen Brian Wilson portraitiert, nur noch ungern verlassen. Die in den 1980er Jahren erzählte Geschichte dreht sich irgendwie im Kreis, kommt nicht wirklich voran und ist sehr deprimierend. Mir ging auch Paul Giamattis Charakter auf die Nerven (der Schauspieler selbst war auch schon mal in besserer Form). Noch dazu fand ich, dass John Cusack mit der Rolle des älteren, psychisch sehr kranken Musikers überfordert ist. Ich mochte John Cusack in seinen jungen Jahren wirklich gerne. Auch später in den RomComs empfand ich ihn immer als Sympathieträger. Mit u.a. „Grosse Pointe Blank“, „Midnight in the Garden of Good and Evil“ und „High Fidelity“ kann er sogar großartige Filme vorweisen. Ich weiss nicht genau, seit wann ich ein Problem mit John Cusack habe. Vielleicht seitdem er als Charaktermime wahrgenommen werden möchte. In „Love & Mercy“ hat man den direkten Vergleich mit einem Schauspieler (Paul Dano), dem das Talent und die Wandelbarkeit im Blut liegt und einem (John Cusack), der zwar sein Bestes gibt, aber schauspielerisch schnell an seine Grenzen kommt.

Ich liebe Paul Dano There Will Be BloodThe Good Heart, Prisoners, 12 Years a Slave. Für mich ist er ein Ausnahmetalent, der vielleicht dafür geboren ist, anderen die Show zu stehlen. Mir fällt es schwer, auf andere Schauspieler zu achten, wenn er im Bild ist. Auch in diesem Film verschwindet er wieder hinter seiner Figur. Für diese Rolle hat er ordentlich an Gewicht zugelegt. Paul Dano spielt Brian Wilson so, dass mir das Herz aufgegangen ist. Was für eine sensible Künstlerseele. Durch insbesondere Paul Danos Performance habe ich verstanden, was Brian Wilson bewegt und wie er tickt.

Meine Lieblingssequenz im Film war für mich die „Good Vibration“-Sequenz.

„Love & Mercy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. Der Film hat mit Roadside Attractions einen amerikanischen Verleiher gefunden und startet 5.6.15 in den amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in der OmU auf der Berlinale 2015 (Berlinale Special Gala) gesehen. Im Friedrichstadt-Palast feierte der Film seine Europapremiere in Anwesenheit von u.a. dem Komponisten und Gründer der Beach Boys, Brian Wilson, seiner Frau Melinda, dem Regisseur Bill Pohlad, sowie den Schauspielern Paul Dano und Elizabeth Banks. (ich habe ein paar Bilder reingestellt).

Update: „Love and Mercy“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Dano), Bester Nebendarsteller (John Cusack), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Banks), Bestes Originaldrehbuch

Trailer zu sehen:

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L.A. – Film: "Saving Mr. Banks"

Ich war am 21.12.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Saving Mr. Banks“ (dt. Kinostart: 06.03.14) 120 min drama, comedy, musical, biopic
dir. John Lee Hancock cast: Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Paul Giamatti, Jason Schwartzman, Bradley Whitford, B. J. Nowak

London 1961. Die „Mary-Poppins“-Autorin P.L. Travers (Emma Thompson) hat kein Interesse daran, weiter Bücher zu schreiben. Ihr Agent macht ihr aber klar, dass ihre Ersparnisse langsam zur Neige gehen und sie vielleicht ihr Haus verlieren könnte. Seit über zwanzig Jahren versucht Walt Disney (Tom Hanks) sie zu überreden, ihm die Filmrechte an ihrem berühmten Roman „Mary Poppins“ zu verkaufen. Mrs. Travers willigt schließlich ein nach Kalifornien zu fliegen, um mit dem Autor Don DaGradi (Bradley Whitford) und den beiden Komponisten Robert (B.J. Novak) und Richard Sherman (Jason Schwartzman) an dem Drehbuch zu arbeiten. Wenn alles zu ihrer Zufriedenheit ausfällt, würde sie die Rechte verkaufen. Das wird kein einfaches Projekt, für alle Beteiligten. Mrs Travers bedeuten die einzelnen Figuren in ihrem Roman nämlich sehr viel…

B- (Wertung von A bis F) „Saving Mr. Banks“ erzählt die Geschichte über den kreativen Prozess und die Entstehungsgeschichte zu der Walt-Disney-Verfilmung von „Mary Poppins“. In meiner zweiten Oscar-Prognose (vom 12.12.13) habe ich noch hervorgehoben, wie perfekt dieser Film für die Oscars ist. Dennoch wurde er (mit Ausnahme der Hauptdarstellerin Emma Thompson) von der mächtigen Schauspielgewerkschaft und der Auslandspresse bei den SAG- oder Golden Globe Nominierungen komplett übergangen. Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass bei diesem Thema und den Schauspielern auch nur irgendetwas schief gehen konnte. Dafür musste ich mir tatsächlich erst den Film anschauen. Bei „Saving Mr. Banks“ führt John Lee Hancock Regie. Das alleine hätte mich eigentlich schon aufhorchen lassen müssen, hat er doch bereits den für mich kaum zu ertragenden The Blind Side inszeniert.

„Saving Mr. Banks“ ist selbstverständlich nicht so schlecht wie „The Blind Side“. Vermutlich wäre es sogar ein richtig guter und unterhaltsamer Film geworden, wenn er sich hauptsächlich auf das Zusammentreffen von P.L. Travers und dem Filmproduzenten Walt Disney und die unterschiedlichen Vorstellungen der Disney Kreativen und der Autorin, wie die Romanverfilmung auszusehen hat, konzentriert hätte.

Die kulturellen Welten, die aufeinandertreffen, wenn eine englische Lady (die P.L. Travers vorgibt zu sein) erstmalig auf die Amerikaner von der Westküste trifft, sorgen für einige Situationskomik. Die Eigenart der Amerikaner alle Mitmenschen – auch gegen deren Willen – bei ihrem Vornamen zu nennen, zieht sich als Gag praktisch durch den gesamten Film. Bei den Amerikanern dreht sich immer alles irgendwie ums Essen, dauernd und ständig müssen sie irgendetwas futtern. Das sorgt nicht nur bei P.L Travers für Unverständnis, mich verblüfft das noch heutzutage. Ich werde wohl auch nie nachvollziehen können, dass die Amerikaner nicht gerne zu Fuß unterwegs sind. (Warum sollte man auch laufen, wenn man doch viel bequemer auch kürzeste Entfernungen mit dem Auto zurücklegen kann).

Auch wenn „Saving Mr. Banks“ im Ganzen zu lang ist, hat er doch tolle und rührende Momente.. Leider wird man andauernd und permanent aus der Geschichte gerissen. Der Film hat unzählige Rückblenden. Einige der Erinnerungen aus P.L. Travers Kindheit sind notwendig, um zu verstehen, wie wichtig der Autorin die Charaktere in ihrem berühmten Roman sind. Zu dieser Erzähltechnik hätte man am Besten am Anfang des Films greifen sollen, in einer vielleicht größeren Rückblende hätte man P.L. Travers´ Kindheit in Australien und die Beziehung zu ihrem Vater beleuchten können. Später im Film hätte man dann vielleicht noch ein oder zwei signifikante Szenen aus der Vergangenheit reinbringen können. In „Saving Mr. Banks“ wird aber andauernd zurückgeblickt, das ist nicht gut gelöst und hat den Fluss der eigentlichen Handlung erheblich gestört.

Emma Thompson ist – wie erwartet – großartig als P. L. Travers. Die zweimalige Oscar-Gewinnerin (sie hat einen Oscar als beste Hauptdarstellerin für den Film „Howards End“ und einen für das beste adaptierte Drehbuch für „Sense and Sensibility“ gewonnen) kann zu Recht damit rechnen, dass sie im kommenden Jahr für diese Rolle mit einer Oscar-Nominierung bedacht wird.

Besonders gefallen hat mir die ganze Premieren-Sequenz. Auch ist die Ausstattung sehr authentisch, eigentlich gefällt mir vieles im Film. Paul Giamatti ist gut, Colin Farrell ist hervorragend. Den beiden Komponisten-Brüder (gespielt von Jason Schwartzman und B.J. Novak) und dem Drehbuchautor (von Bradley Whitford dargestellt) habe ich gerne zugeschaut und Tom Hanks überzeugt als Walt Disney.

„Saving Mr. Banks“ wurde von dem Disney-Konzern produziert. Entsprechend wird die Entstehungsgeschichte zu dem „Mary Poppins“-Film aus der Disney-Perspektive erzählt. Disney hat die Geschichte frech geschönt, man könnte aber auch sagen, die in „Saving Mr. Banks“ erzählte Geschichte ist zum größten Teil frei erfunden. In John Lee Hancocks Film mag die Romanautorin letztlich die Disney-Verfilmung, in der Realität hat sie den Film gehasst. Auch wird hier der Kettenraucher Walt Disney selbstverständlich nie beim Rauchen gezeigt, lediglich hustet er viel und drückt mal eine Zigarette aus. Wenn man den Hintergrund nicht kennt (und man kein Problem mit den nervigen Rückblenden hat), könnte einem der Film richtig gut gefallen. Definitiv ist der Film eine gute Werbung für den Film „Mary Poppins“. Wie praktisch, dass der Disney-Konzern zum amerikanischen Kinostart von „Saving Mr. Banks“ auch gleich die Blu-ray von „Mary Poppins“ herausgebracht hat.

Während meines Kinobesuchs kam bei mir beinahe zwangsläufig der Wunsch nach einem Biopic über Walt Disney auf. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Tom Hanks erneut Walt Disney portraitiert, nur dieses Biopic sollte unter keinen Umständen von der Disney Company produziert werden.

Die Academy-Mitglieder sind gerade dabei, ihre Wahlzettel für die Oscar-Nominierungen auszufüllen. Bis zum 8.1.14 haben sie Zeit, ihre Stimme abzugeben. Vor 2 1/2 Wochen war ich, wie gesagt, noch sicher, dass „Saving Mr. Banks“ als Bester Film gesetzt ist und der Film sogar Chancen auf den Oscar-Gewinn als Bester Film hat. Erst nachdem ich den Film gesehen habe, bin ich dahingehend verunsichert. Auf der anderen Seite habe ich gehört, dass er in den offiziellen Academy-Vorführungen gut ankommt. Die Mitglieder der Academy scheinen den Film sehr zu mögen. Wenn sie bis zum 8.1. nicht herausfinden, dass alles erfunden ist, werden sie ihn meines Erachtens nominieren.

In meiner Vorstellung gab es zum Schluss des Films Applaus vom Publikum.

„Saving Mr. Banks“ wurde erstmalig auf dem London Film Festival 2013 gezeigt.

„Saving Mr. Banks“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Emma Thompson), Bester Nebendarsteller (Tom Hanks), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste Filmmusik (ist bereits qualifiziert)

Die amerikanische Kinotrailer:

Die Website:

http://movies.disney.com/saving-mr-banks/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gimme Shelter“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Vanessa Hudgens. Eigentlich würde ich den Film nicht gucken weil ich die Hauptdarstellerin nicht mag, aber der Trailer sieht vielversprechend aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Labor Day“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt mal als Oscar-Kandidat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Non-Stop“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionfilm mit Liam Neeson und Julianne Moore. Filme, die in einem Flugzeug spielen muss ich gucken – früher oder später.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Schlimm.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Son of God“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Bibel-Film. Warum habe ich das Gefühl, dass Mel Gibson seine Finger im Spiel hat?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Muppets Most Wanted“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Neuer Muppets-Film mit dem großartigen Ricky Gervais
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

D.C. – Film: "12 Years a Slave"

Ich war am 23.10.13 und am 29.10.13 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„12 Years a Slave“ (dt. Kinostart: 16.01.14) 133 min drama, biopic, adaptation
dir. Steve McQueen cast: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Paul Giamatti, Lupita Nyong`o, Sarah Paulson, Brad Pitt, Quvenzhané Wallis, Dwight Henry

Saratoga, New York im Jahr 1841. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) ist ein gebildeter, gesellschaftlich anerkannter und freier Mann. Er hat eine Frau und zwei Kinder. Ein talentierter Musiker ist er, er spielt Violine. Er lernt zwei Männer kennen, die ihm einen Job anbieten. Für wenige Auftritte in Washington kann er gutes Geld verdienen. Solomon Northup schliesst sich den beiden Männern an, seine Frau und die Kinder sind sowieso für drei Wochen nicht in der Stadt. Noch bevor sie zurück sind, wird er wieder Zuhause sein. Nach einem Auftritt verbringt er einen netten Abend mit den Männern. Am nächsten Morgen wacht er eingesperrt in einem Kellerloch auf, er ist angekettet. Eine andere Identität soll er annehmen, denn er wird als Sklave in die Südstaaten verkauft…

A (Wertung von A bis F) „12 Years a Slave“ beruht auf einer wahren Geschichte. Der Film basiert auf Solomon Northups Autobiografie „Twelve Years a Slave“.

„12 Years a Slave“ ist kein Hollywoodfilm, kein Film über die Sklaverei, wie ihn sich Hollywood-Produzenten vorstellen. Der Film ist von einem Künstler, dem schwarzen britischen Künstler Steve McQueen.

Es hat nicht lange gedauert, jedenfalls keine dreißig Minuten, da wusste ich, dass „12 Years a Slave“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landen wird. Vielleicht ist es sogar einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. „12 Years a Slave“ ist mit Sicherheit kein Film, den man so toll findet, dass man anschließend mit Konfetti um sich werfen möchte. Die Sklaverei ist sicherlich eines der schlimmsten Verbrechen, die die Amerikaner je begangen haben. Dieser Teil der amerikanischen Geschichte verdiente lange einen großartigen Film, „12 Years a Slave“ ist dieser Film. Er ist nicht nur wegen seiner Thematik bedeutend, künstlerisch ist es auch ein sehr facettenreicher Film.

Was für ein schreckliches Schicksal und was für eine unfassbare Geschichte. Ein freier Mann, der im Bundesstaat New York ein Leben in der Mittelschicht geführt hat, wird entführt, verkauft und landet schließlich als Sklave bei einem brutalen Plantagenbesitzer. Von einem Tag auf den nächsten ist sein komplettes vorheriges Leben vorbei. Als gebildeter Mensch, dummen, reichen und sadistischen Menschen ausgeliefert zu sein, ist wohl außerhalb jeglicher Vorstellungskraft. Solomon Northup muss die Identität eines entflohenen Sklaven annehmen, sich dumm stellen, lernen sich anzupassen, damit sein Leben nicht noch unerträglicher wird. Er muss sich mit seinem neuen Leben arrangieren, aber kann man das? Wird man nicht immer irgendetwas versuchen, um sich aus dieser grauenvollen Situation zu befreien? Solomon Northup entwickelt eine Überlebensstrategie, eigentlich ist es auch keine Strategie, er versucht einfach zu überleben. Dabei sieht und fühlt man, seine Hoffnung schwinden, jemals wieder aus dieser Gefangenschaft befreit zu werden. Spät im Film gibt eine sehr eindrucksvolle Szene, bei er man sieht, dass er alle Hoffnung verloren hat. Entgegen seiner Gewohnheiten beteiligt sich Solomon Northup langsam an einem Ritual der Sklaven, ab dem Moment hat er sich wohl damit abgefunden, selbst einer von ihnen zu sein.

Der Sound in dem Film, neben allen anderen Dingen, ist auch hervorragend. Die Filmmusik ist von Hans Zimmer, der sich aber sehr zurückhält. In den prägnantesten Szenen kommt der Film ohne (oder fast ohne) Musik aus. Es sind die Hintergrundgeräusche oder beispielsweise das Singen oder das Weinen eines der Charaktere, das von einer Szene in die nächste überlappt.

„12 Years a Slave“ ist ein beängstigend realistischer, atmosphärischer, sehr künstlerischer, in vielen Momenten aber auch kaum zu ertragender Film, an den man sich lange zurückerinnern wird. Steve McQueen ist kein Steven Spielberg, der Ereignisse oder Geschichten überdramatisiert und der die Gefühle der Zuschauer versucht, zu beeinflussen oder zu manipulieren. Beispielsweise gibt es hier ein Frau, eine Sklavin, die andauernd laut weint (sie hat auch allen Grund dazu), ich als Zuschauer wollte einfach, dass sie sich endlich beherrscht und ruhig ist. Steven Spielberg hätte diese Figur sehr wahrscheinlich ganz anders gezeigt, hochdramatische Musik unterlegt, etc.

„12 Years a Slave“ hat mich sehr berührt, aber ich habe mich gefragt, warum bei mir eigentlich so gut wie keine Tränen geflossen sind. Ich habe mir den Film innerhalb von einer Woche 2x angeschaut. Auch beim zweiten Mal war ich zu sehr in der Geschichte gefangen, irgendwie in Schockstarre, ein hilfloser Beobachter der Ereignisse, der unfähig ist, zu reagieren.

Auch bei diesem Film muss ich wieder dringend empfehlen, ihn in der Originalfassung zu gucken. Die Sprache spielt hier eine wichtige Rolle, die Sklaven, insbesondere Solomon Northup sprechen hier kultiviertes Englisch, nicht wie man es sonst aus einem Hollywood-Film oder einer Serie über die Sklaverei kennt.

Michael Fassbender hat angegeben, dass er kein weiteres Mal für eine Oscar-Kampagne zur Verfügung stehen wird. Das braucht er auch nicht, seine Performance ist so nuanciert, was er hier zeigt ist eine eindeutige Oscar-Performance. Michael Fassbender ist Edwin Epps. Das einzige was zu einer Nicht-Nominierung von Michael Fassbender führen kann, ist, dass sein Charakter grundböse ist. Die Academy ist solchen Charakteren nicht wohlgesonnen. Die bösen Filmfiguren, die in der Vergangenheit für einen Oscar nominiert und ausgezeichnet wurden (und da denke ich an Anthony Hopkins als Dr. Hannibal Lecter, Javier Bardem als Anton Chigurh oder Christoph Waltz als Hans Landa) hatten allesamt entweder etwas charismatisches, originelles oder charmant-witziges. Das bietet Michael Fassbender als Edwin Epps nicht. Heute ist der 1. November 2013 und ich kann mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, welcher Schauspieler Michael Fassbender diesen Oscar „klauen“ kann.

Der britische Regisseur Steve McQueen hat mit Hunger, Shame und „12 Years a Slave“ erst drei Spielfilme inszeniert. Alle drei Filme sind in meinen Augen großartig. In allen drei Filmen spielt Michael Fassbender entweder die Hauptrolle oder wie in „12 Years a Slave“ eine sehr wichtige Rolle. Steve McQueens Filme könnten nicht unterschiedlicher sein, und die Charaktere, die Michael Fassbender in diesen Filmen gespielt hat, könnten nicht verschiedener sein. Wenn man es bis heute noch nicht begriffen hat, dann spätestens mit „12 Years a Slave“, Michael Fassbender ist einer der besten Schauspieler unserer Zeit.

Es gab aber noch andere herausragende Performances in „12 Years a Slave“. Ich würde, aber da scheiden sich die Geister, auch Paul Dano für den Oscar nominieren. Er ist der fiese Rassist und zugleich ein armseliges Würstchen. Natürlich gibt auch Chiwetel Ejiofor eine Oscar-Performance. Seine Angst, seine Verzweiflung und seine Hoffnungslosigkeit transportiert sich auf den Zuschauer. Die Szenen zwischen Chiwetel Ejiofor und Michael Fassbender sind mit die besten im Film. Von Lupita Nyong ´o war ich zunächst nicht so beeindruckt, ich fand sie zu ausdruckslos. Aber hier hat eine zweite Sichtung des Films geholfen, definitiv hätte sie eine Oscar-Nominierung verdient, wesentlich eher als beispielsweise Oprah Winfrey.

Der einzige Schauspieler mit dem ich wirklich Probleme hatte, war Brad Pitt. Brad Pitt kann nichts dafür, dass er ein berühmter Hollywoodstar ist. Seine Präsenz hat mich aber unmittelbar aus dem Film katapultiert. Wenn man Michael Fassbender und Brad Pitt zusammen spielen sieht, dann sieht man ganz deutlich, wer der Schauspieler und wer der Filmstar ist. Brad Pitts Rolle im Film ist wichtig, für den Film wäre es besser gewesen, wenn ein anderer Schauspieler diesen Charakter gespielt hätte. Brad Pitt könnte aber dennoch seinen ersten Oscar gewinnen, nicht als Schauspieler (logisch), aber als Produzent von „12 Years a Slave“.

Ich war geneigt, einen Punktabzug zu geben. Brad Pitt, wie gesagt, der mich aus dem Film warf und bei der zweiten Sichtung empfand ich die Filmmusik zum Schluss auch etwas zu aufdringlich. Aber das ist mäkeln auf einem so hohen Niveau und eine Verschlechterung meiner Bewertung würde dem gesamten Film nicht gerecht werden, daher bleibe ich bei meiner Bewertung.

Die Oscar-Academy hat sich in den letzten paar Jahren viel Mühe gegeben, ihr Image zu verbessern. Viele neue Einladungen an junge Künstler wurden verschickt, die Academy sollte nicht mehr hauptsächlich aus weißen, alten Männern bestehen. Präsidentin der Academy ist seit einigen Monaten die Afro-Amerikanerin Cheryl Boone Isaacs. Die Academy könnte im Jahr 2014 den ersten schwarzen Regisseur mit einem Oscar auszeichnen. Ein fantastischer Film über die Sklaverei könnten den Oscar als Bester Film gewinnen.

„12 Years a Slave“ könnte nächstes Jahr Oscar-Geschichte schreiben und ich hoffe, er tut es.

„12 Years a Slave“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Chiwetel Ejiofor), Bester Nebendarsteller (Michael Fassbender), Beste Nebendarstellerin (Lupita Nyong ´o) Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

„12 Years a Slave“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2013 gezeigt. Fortan galt er als Kritikerliebling und damit als Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film. Zu diesem Zeitpunkt hat aber noch niemand den Film „Gravity“ gesehen hat und entsprechend waren die sensationellen Einspielergebnisse von Gravity auch noch nicht bekannt. Das „12 Years a Slave“ nicht nur hervorragend bei den Kritikern ankommt, sondern auch bei dem Publikum, hat das Toronto International Film Festival 2013 gezeigt. Dort hat „12 Years a Slave“ den Publikumspreis gewonnen hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x (3x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Oscar-Film. Um so öfter ich den Trailer sehe, um so besser gefällt er mir.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x (4x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Best Man Holiday“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie, bei der ich wohl eher nicht die Zielgruppe bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix. Das ist ganz MEIN Film, vielleicht auch ein Oscar-Film. Dem Trailer nach auch eine Oscar-Performance von Joaquin Phoenix.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x (3x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%!!!

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt…der kann gar nicht gut sein. Da ich mir die Ausgrabungen von Pompeji dieses Jahr das erste Mal live angeschaut habe, habe ich mir überlegt, dem Film vielleicht doch eine Chance zu geben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 51%

Trailer v. Film: „Belle“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Tom Wilkinson, Miranda Richardson, Matthew Goode, etc. Ich weiß trotzdem nicht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 49%

Trailer v. Film: „Black Nativity“
Bewertung des Trailers: nicht bewertbar, da ich mir die Ohren zuhalten musste
Kommentar: Film mit Forest Whitaker, Angela Bassett, aber leider auch mit Jennifer Hudson und vor allen Dingen ihre quietschige Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x (1x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

San Francisco – Film: "The Ides of March"

Ich war am 19.10.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„The Ides of March“ (dt. Titel: „The Ides of March – Tage des Verrats“, dt. Kinostart: 22.12.11) 98 min drama
dir. George Clooney cast: Ryan Gosling, George Clooney, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright, Max Minghella, Jennifer Ehle

Die Benennung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten steht kurz bevor. Die Entscheidung wird zwischen dem liberalen Gouverneur von Pennsylvania Mike Morris (George Clooney) und dem konservativen Senator von Arkansas Ted Pullman (Michael Mantell) fallen. Derjenige, der die Abstimmungen in Ohio gewinnt und die Unterstützung des einflussreichen Senators Thompson (Jeffrey Wright) erfährt, ist so gut wie Präsident der Vereinigten Staaten. Die republikanische Partei ist bei dieser Präsidentschaftswahl einfach zu schlagen. Stephen Meyers (Ryan Gosling) ist Medienberater und arbeitet direkt unter Wahlkampfleiter Paul Zara (Philip Seymour Hoffman) für Mike Morris. Eines Tages bekommt er einen Anruf vom gegnerischen Wahlkampfleiter Tom Duffy (Paul Giamatti). Tom Duffy bittet Stephen um ein Treffen…

B (Wertung von A bis F ) „The Ides of March“ wurde von Beau Willimons Bühnenstück „Farragut North“ adaptiert, welches von Howard Deans Präsidentschaftskampagne im Jahr 2004 inspiriert wurde. Die Verfilmung weist aber mehr Ähnlichkeiten zu der Kampagne (und dem Skandal) des damaligen demokratischen Kandidaten John Edwards auf. George Clooneys charmanter Mike Morris gleicht aber auch in seiner Präsenz und Rhetorik Barack Obama. Alleine das Shepard Fairey-Wahlkampfplakat von Kandidat Morris ist dem von Obama im Wahlkampf 2008 nachempfunden.

„The Ides of March“ ist ein sehenswerter und spannender Politthriller, aber für mich keinesfalls ein Oscar-Film. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen an den Film an sich. Ich möchte mich aber nicht beschweren, ich habe immer großes Vergnügen, den Dialogen von herausragenden Charakterdarstellern zu folgen. George Clooney hat für sein Projekt Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Jeffrey Wright, Evan Rachel Wood und Jennifer Ehle gewinnen können. Mit Abstand gibt P.S. Hoffman hier die beste Performance des Ensembles. Sobald er auftaucht beherrscht er die Leinwand. Für mich ist das eine klare Oscar-Nominierung. Marisa Tomei sehe ich immer gerne, leider hat sie hier nur eine kleine Rolle. Evan Rachel Wood hat mich auch wieder einmal überzeugen können und sogar Paul Giamatti fand ich brillant. George Clooney hat das nötige, wie man sagt, präsidiale Charisma, das ein Kandidat braucht, um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Auch wenn seine Rolle in „The Ides of March“ nur eine Nebenrolle ist, ich nehme ihm in jeder Sekunde den möglichen Präsidentschaftskandidaten ab. Die Hauptrolle spielt hier aber Ryan Gosling. Ryan Goslings Charakter fand ich fragwürdig. Von der charakterlichen Entwicklung der Filmfigur Stephen Meyers habe ich mich irgendwie überrumpelt gefühlt. Erst ist er idealistisch, definitv smart und glaubt an seinen Kandidaten und dann dieser Fehler, der an sich schon Fragen aufwirft. Schließlich dieser abrupte Wandel. Fand ich schwierig und irgendwie unglücklich. Ryan Gosling („The Notebook“, „Half Nelson“, Blue Valentine, Drive) hat mir überwiegend verdammt gut in seiner Rolle gefallen, manchmal hat er sogar George Clooneys Charakter etwas Charisma genommen. Meines Erachtens konnte Ryan Gosling jedoch diese hohe schauspielerische Qualität nicht durchgängig halten.

Die Chancen bei den Oscars als bester Film schätze ich derzeit (Oktober 2011) eher gering ein. Es gibt derzeit immer noch Filme, die noch nicht komplett fertiggestellt sind, bzw. noch nicht der Presse vorgeführt wurden. Wenn diese Filme ihrem Favoriten-Status nicht gerecht werden, könnte „The Ides of March“ wieder mit ins Spiel kommen, zumal auch bis zu zehn Filme nominiert werden. Nominierungen für die Schauspieler sind wahrscheinlich. Ganz weit vorne sehe ich dabei Philip Seymour Hoffman als bester Nebendarsteller. Möglich aber auch Paul Giamatti als bester Nebendarsteller. Eine Nominierung für Ryan Gosling als bester Hauptdarsteller ist nicht abwegig.

„The Ides of March“ ist Clooneys vierte Regiearbeit. Für mich ist „Good Night, and Good Luck“ nach wie vor seine beste Arbeit hinter der Kamera.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anonymous“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: In den U.S.A. wird, damit man sich nicht langweilt, wenn man viel zu früh im Kino erscheint, immer First Look von aktuellen Film- und Fernsehproduktionen gezeigt. In den letzten Monaten war „Anonymous“ dort oft vertreten. Den eigentlichen Trailer zu dem Film habe ich aber tatsächlich das letzte Mal im April im Kino gesehen. Ich bin immer noch skeptisch, dass Roland Emmerich einen Film zustande gebracht hat, der auch mir gefällt. Was man so hört, soll der Film aber ordentlich sein, insbesondere in technischen Kriterien und Ausstattung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70 %

Trailer v. Film: „Contraband“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Mark Wahlberg und Kate Beckinsale
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Descendants“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film mit George Clooney. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright. An Rooney Mara habe ich mich mittlerweile gewöhnt und ich bin gespannt auf diese Performance. Trailer ist mir zu lang. Oscar-Film oder Oscar-Potential, wird sich zeigen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „J. Edgar“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Clint Eastwoods Biopic über den ersten FBI Direktor J. Edgar Hoover. Mit Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Jeffrey Donovan, Judi Dench, Naomi Watts. Wow, danke für diesen neuen Trailer!
Jetzt habe ich einen besseren Eindruck von dem Film und ein fast schon wieder gutes Gefühl für Leos Performance. Armie Hammer gefällt mir im Trailer. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spionagethriller nach dem Roman von John le Carré. Film mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L. A. – Film: "The Hangover: Part II"

Ich war am 26.05.11 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„The Hangover: Part II“ (dt. Titel: „Hangover 2“, dt. Kinostart: 02.06.11) 102 min comedy
dir. Todd Phillips cast: Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis, Justin Bartha, Ken Jeong, Jeffrey Tambor, Jamie Chung, Mason Lee, Paul Giamatti

Stu (Ed Helms) will seine Verlobte Lauren (Jamie Chung) in Thailand heiraten. Damit der Junggesellenabschied nicht wieder in einem Desaster endet, reisen zwar seine Freunde Phil (Bradley Cooper) und Alan (Zach Galifianakis) und Doug (Justin Bartha) für die Hochzeit nach Thailand, aber eine Partynacht wird es nicht geben. Die Freunde treffen sich aber an einem Abend noch auf ein Bier am Strand. Am nächsten Morgen wachen Phil, Alan und Stu in einem heruntergekommenen Hotelzimmer in Bangkok auf. Keiner hat eine Erinnerung an die letzte Nacht und Stus 16-jähriger zukünftiger Schwager Teddy (Mason Lee) ist auch noch verschwunden…

C- (Wertung von A bis F) „The Hangover: Part II“ ist ein Film, den man sich sparen kann. Wenn Zach Galifianakis nicht mitgespielt hätte, wäre ich geneigt gewesen, das Kino zu verlassen. Definitiv ist es die Zach-Galifianakis-Show. Jede, auch nur im Ansatz gute Szene ist seine. Ebenso kommen auch die besten Sprüche ausschließlich von ihm. So gab es wenigstens hin und wieder etwas zu lachen. Ansonsten ist die Geschichte völlig an den Haaren herbeigezogen und dabei auch noch öde und ins Unendliche gezogen. Zum Ende gab es natürlich noch ein scheinbar unvermeidbares Cameo, dass sowohl meine Augen als auch meine Ohren beleidigt hat. Wie bereits bei Teil 1 von The Hangover sind die Fotos zum Schluss der beste Teil des Films. Sicher wird es auch bei dieser Komödie ganz sicher Leute geben, die sich mit dieser wiederholten Story blendend unterhalten fühlen. Meine Sitznachbarin beispielsweise hat den kompletten Film durch gekichert, was dieses Filmerlebnis für mich nicht unbedingt angenehmer gestaltet hat…

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „50/50“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt, Anna Kendrick, Seth Rogen und Anjelica Huston
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fright Night“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Remake des Horrorfilms von 1985, mit Colin Farrell (als Vampir), Anton Yelchin, Toni Collette
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „X-Men: First Class“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Matthew Vaughns neuer Film der X-Men-Reihe mit James McAvoy und Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Rose Byrne, Kevin Bacon
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Bad Teacher“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz, Justin Timberlake, Jason Segel und Lucy Punch
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „The Change-Up“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Komödie mit Ryan Reynold, Jason Bateman und Olivia Wilde
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Crazy, Stupid, Love“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore, Emma Stone, Kevin Bacon und Marisa Tomei
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Green Lantern“
Bewertung des Trailers: C – (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi/Fantasy/Comic Book-Verfilmung mit Ryan Reynolds
Der erste Trailer war ja ganz schlimm, der sieht immer noch billig aus…leider spielt immer noch Peter Sarsgaard, Mark Strong, Tim Robbins und Blake Lively mit…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiss immer noch nicht…

San Francisco – Film: "Win Win"

Ich war am 20.04.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Win Win“ (dt. Kinostart: 21.07.11) 106 min drama, comedy
dir. Tom McCarthy cast: Paul Giamatti, Amy Ryan, Bobby Cannavale, Jeffrey Tambor, Burt Young, Alex Shaffer

Mike Flaherty (Paul Giamatti) ist Anwalt und in seiner Freizeit Wrestling-Trainer an der High School. Für Mike und seine kleine Anwaltskanzlei wird es immer schwieriger, Aufträge zu erhalten und so übernimmt er für 1500 Dollar im Monat die Vormundschaft für seinen, an Demenz erkrankten Klienten Leo Poplar (Burt Young). Eines Tages steht Leos 16-jähriger Enkel, Kyle (Alex Shaffer), vor der Tür weil er nicht mehr bei seiner drogensüchtigen Mutter bleiben kann und zukünftig bei seinem Opa wohnen will. Mike überzeugt seine Frau Jackie (Amy Ryan), Kyle vorübergehend in die Familie aufzunehmen. Es stellt sich heraus, dass Kyle auch ein ziemlich talentierter Wrestler ist…

B (Wertung von A bis F) Eigentlich wollte ich mir „Win Win“ gar nicht anschauen. Ich mag Paul Giamatti einfach nicht. Nur hat der Film dieses Jahr durchschnittlich mit die besten Bewertungen von den amerikanischen Kritikern erzielen können und dann war ich doch neugierig. Letztlich hat mir „Win Win“ besser gefallen als ich dachte. Die Story weist gewisse Ähnlichkeiten zu dem unerträglich schmalzigen und aufdringlich religiösen The Blind Side auf. Nur bei „Win Win“ wird eine solide Geschichte mit interessanten Charakteren erzählt. Besonders Burt Young hat mir hier gefallen. Tom McCarthy ist Schauspieler („Meet the Parents“, „Good Night, and Good Luck“, „Syriana“) und Regisseur („The Station Agent“, The Visitor), dies ist seine dritte Regiearbeit. „The Visitor“ hat mir bislang am Besten gefallen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Larry Crowne“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Tragikomödie mit Tom Hanks und Julia Roberts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich weiss nicht, Roberts und Hanks haben null Chemie und sie sollen mir hier auch noch als Liebespaar verkauft werden…

Trailer v. Film: „Everything Must Go“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Will Ferrell, Rebecca Hall und Laura Dern
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Snow Flower and the Secret Fan“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Adaption des gleichnamigen Bestsellers, der im 19. Jahrhundert in China spielt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%