D.C. – Film: „The Revenant“

Ich war am 11.01.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Revenant“ (dt. Filmtitel: „The Revenant – der Rückkehrer“, dt. Kinostart war der 06.01.16) 156 min western, drama, adaptation
dir. Alejandro González Iñárritu cast: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck

 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) und sein Sohn Hawk (Forrest Goodluck) befinden sich auf der Jagd. Hugh Glass führt eine Gruppe von Pelzhändlern durch die amerikanische Wildnis. Eines Tages wird er von einem Bären attackiert und schwer verletzt. Seine Jagdbegleiter kümmern sich zunächst um ihn, bis der Todgeweihte von seinem vermeintlichen Beschützer John Fitzgerald (Tom Hardy) zurückgelassen wird. Hugh Glass kämpft sich zurück ins Leben und schwört Rache.

A- (Wertung von A bis F) Der Film wurde von einer wahren Geschichte inspiriert.
„The Revenant“ basiert auf Michael Punkes Buch „The Revenant: a Novel of Revenge“.

Handwerklich ist „The Revenant“ ein Meisterwerk. Erzählt wird eine klassische Überlebens- und Rachegeschichte. Die Story ist simple, Dialoge werden kaum benötigt.

Zugegebenermassen nehme sehr ungern Kollegen mit ins Kino, meist kann ich es irgendwie abwenden, in dem ich den Film/die Filme, die ich mir anschauen möchte, meinen potenziellen Begleitern schlecht rede (zu brutal, Liebesschnulze, viel Dialoge, sehr actionreich, sehr Indie, der Film hat schlechte Kritiken bekommen, aber ich will ihn trotzdem gucken – Notlügen halt – aber was soll man machen). Ich habe einfach keine Lust auf permanentes Gequatsche, will die Handlung oder die Gags nicht erklären, will auch nicht runterleiern, wo der und der Schauspieler noch mitgespielt hat und erst recht nicht, will ich während des Films, den ich vielleicht klasse finde, hören, wie gelangweilt sie sind. Ich will mir einfach den Film anschauen und zwar am allerliebsten alleine. Ich habe natürlich über die Jahre auch meine Erfahrungen sammeln dürfen. Bei „The Revenant“ habe ich ausnahmsweise eine Kollegin (freiwillig) mitgenommen. Den Abend zuvor hatten wir uns beide die Golden Globes angeschaut, sie wohnt in Irland (hatte also keine Probleme, alles zu verstehen – das ist auch manchmal ein Thema) und hatte auch einen, wie ich fand, guten Filmgeschmack. Das checke ich selbstverständlich auch vorher. Ich frage Kollegen immer gern nach ihren Lieblingsfilmen oder was sie gerne gucken und sollte sie oder er dann „Fack Ju Göhte“ ,Til Schweiger- oder Michael Bay-Filme, einer der Sex and the City-Filme oder (worst case scenario) einen Anne Hathaway-Film nennen, dann kann ich unter keinen Umständen mit der/oder dem ins Kino gehen. Logisch. Jedenfalls habe ich die Kollegin als „geeignet“ empfunden, mochte sie und fand es in diesem Fall interessant, im Anschluss an den Film, ihre Meinung zu „The Revenant“ zu hören.

Das Erste was wir beide unisono nach dem Film rausposaunten, war, wie überwältigend und intensiv diese Bilder waren, diese traumhaften Landschaftsaufnahmen, diese grandiose Kameraführung, dieses Wie-bloss-haben-sie-die-oder-die-Szene-gedreht?, diese Mama-Bär-Attacke, dieser phänomenale Sound (Gut, das kam mehr von mir, sie hatte sich schon zu Beginn des Films, Stöpsel in die Ohren gesteckt – ihr war es einfach zu laut). Wir waren uns aber auch einig darüber, dass es ein strapaziöses Kinoerlebnis war. Man fiebert mit Leo. Was muss der arme Kerl noch alles über sich ergehen lassen? Ich habe mich dabei ertappt, dass ich ihm schon gewünscht habe, zu sterben. „The Revenant“ ist ein Film, der fürs Kino gemacht ist und dem man auch auf der großen Leinwand sehen sollte. Alejandro González Iñárritus Vorgängerfilm Birdman hat es im Jahr zuvor schon in meine Bestenliste aus dem Jahr 2014 geschafft und dieses cineastische Erlebnis wurde nur zu gern in meine Bestenliste aus dem Jahr 2015 aufgenommen. Bevor ich mir „The Revenant“ im Kino angeschaut habe, habe ich gehört, dass der Film mit jeder Sichtung gewinnen soll. So sehr mir der Film auch gefällt, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich in nächster Zeit noch mal diesen Strapazen aussetzen will.

Das Erste was ich jetzt – 2 Wochen nachdem ich den Film gesehen habe – mit „The Revenant“ assoziiere, ist die Leistung von Leonardo DiCaprio und die von Kameramann Emmanuel Lubezki (genannt Chivo). Seine Kamera ist permanent in Bewegung. Mit Ausnahme von einer Szene (am Lagerfeuer) wurden alle Szenen mit natürlichem Licht gedreht. Was auch bedeutete, dass nur eine Stunde pro Tag gedreht werden konnte. Es ist eine spektakuläre Arbeit, die tatsächlich den rekordbrechenden dritten Oscar (nach Gravity und Birdman) in Folge verdient hätte. Wenn die Academy-Mitglieder ihren Wahlzettel ausfüllen, erscheint übrigens nicht der Name des Kameramannes/ der Kamerafrau, sondern ausschließlich der Film. Chivos Mitnominierte sind Ed Lachman (für Carol), Robert Richardson (für, gerade ein zweites Mal gesehen, The Hateful Eight, John Seale (für Mad Max: Fury Road) und der 13x für den Oscar nominierte Roger Deakins (für Sicario). Schwer zu entscheiden, wer da gewinnen soll. Beste Kamera wird aller Voraussicht nach der Film gewinnen, der auch in den anderen technischen Kategorien ausgezeichnet wird.

Wenn ich etwas an „The Revenant“ auszusetzen habe, dann die Vater/Sohn-Geschichte und die spirituellen Rückblenden. Leonardo DiCaprio kann nichts für sein jugendliches Äußeres aber sein halbindianischer Sohn und er sehen sich vom Alter her viel zu ähnlich. Mich hat das gestört und leider rausgebracht.

Gewinnt Leo für diese Performance seinen langersehnten Oscar? Ja.

Leonardo DiCaprio setzt hier seine gesamte Physis ein und gibt zweifelsfrei eine oscarwürdige Performance. Ich persönlich finde, dass Leo in The Wolf of Wall Street eine noch bessere Performance gibt. Dafür hätte AMPAS ihn auszeichnen müssen. Die Academy wollte aber lieber einen abgemagerten Schönling, der endlich den Sprung von schlechten RomComs ins anspruchsvolle Charakterfach geschafft hat, würdigen. Schade, sehr schade.

Die 88. Academy Awards werden in Erinnerung bleiben, dass es die Verleihung war, bei dem Leonardo DiCaprio den Oscar gewann. Wenn er sich nicht noch etwas Heftiges zu Schulden kommen lässt, brauchen sie eigentlich nicht bis nach der Show zu warten, um seinen Namen auf die Statue einzugravieren. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass er für DIESE Performance in „The Revenant“ nicht gewinnt, dann muss er sich darauf einrichten, dass er wahrscheinlich NIE einen Oscar in einem jährlichen Wettbewerb gewinnen wird. NIE. Vielleicht wird er dann eines Tages (wie Schauspieler Cary Grant) mit einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet, vielleicht wird ihm aber auch das verwehrt. Bestes Beispiel dafür ist Richard Burton, der 7x für den Oscar nominiert war und nicht mal einen Ehren-Oscar erhalten hat,

Ich hatte es bereits in einem anderen Zusammenhang erwähnt, AMPAS wird dieses Jahr erschreckend ernsthaft vorgeworfen, rassistisch zu sein. Fakt ist, dass der, nicht gerade mit viel Ausdruck und mit noch weniger Talent gesegnete, afro-amerikanische Jamie Fox einen Oscar gewonnen hat und ein Chamäleon wie Tom Hardy dieses Jahr mit „The Revenant“ seine erste Oscar-Nominierung erhalten hat.

Wenn ich nicht gewusst hätte, dass Tom Hardy hier mitspielt, hätte ich ihn wahrscheinlich gar nicht erkannt, vielleicht an seiner Stimme. Seine Performance ist herausragend – wie immer. Bei dieser Oscar-Nominierung fließt aber mit Sicherheit ein, dass er im Jahr 2015 auch ebenso überragend in Legend war und dazu noch in dem Besten-Film-Anwärter „Mad Max: Fury Road“ mitspielt.

Domhnall Gleeson hat mir hier auch recht gut gefallen. 2015 war für ihn tatsächlich ein großartiges Jahr. Er spielte in zwei für den Oscar nominierten Filmen (Brooklyn und halt „The Revenant“) mit und hat darüberhinaus noch in einem fantastischen Sci-Fi-Film (Ex Machina) und dem, vielleicht erfolgreichsten Film aller Zeiten „Star Wars: The Force Awakens“ mitgespielt.

Die Filmmusik in „The Revenant“ ist grandios. Der Score wurde leider schon vorab von AMPAS für die Oscars disqualifiziert. Nach den Regeln der Academy können grundsätzlich zwei Komponisten eine Musik für einen Film schreiben. Die beiden Musiker, der Japaner Ryuichi Sakamoto und der Deutsche Carsten Nicolai, besser bekannt unter dem Pseudonym Alva Noto, haben ihre Musik zwar eigens für „The Revenant“ komponiert, aber sie haben zusätzlich musikalische Werke mindestens eines anderen Künstlers (Bryce Dessner) verwendet. Es ist durchgeklungen, dass die Academy-Mitglieder vom Fachbereich Musik von der Filmmusik von „The Revenant“ beeindruckt waren, aber nicht auseinanderhalten konnten, welche Musik von welchem Komponisten ist. Schade, sonst hätte der Film sicherlich 13 Oscar-Nominierungen bekommen.

„The Revenant“ hat mit 12 Oscar-Nominierungen die meisten in der Oscar-Saison 2015/2016 erhalten (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, Bester Nebendarsteller Tom Hardy, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bestes Make-up und beste Frisuren und Beste visuelle Effekte)

Dass der Film 12 Oscar-Nominierungen erhalten hat, zeigt, wie beliebt dieser Film bei den Academy-Mitgliedern innerhalb der einzelnen Fachbereiche ist. Der Oscar-Gewinn in der Königskategorie Bester Film ist jetzt – 5 Wochen vor der Verleihung – aber in weiter Ferne gerückt. Vor ein paar Tagen musste ich realisieren, dass rein statistisch gesehen The Big Short den Academy Award in der Kategorie Bester Film gewinnen wird.

„The Revenant“ hat bereits drei Golden Globes (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio) gewonnen.

Update: „The Revenant“ hat 3 Oscars (Beste Regie, Leonardo DiCaprio als Bester Hauptdarsteller und Chivo als Bester Kameramann) gewonnen.

„The Revenant“, Joy und The Hateful Eight waren die letzten drei potenziellen Oscar-Anwärter, die der amerikanischen Presse gezeigt wurden. „The Revenant“ startete am 25.12.15 in ganzen 4 amerikanischen Kinos. Seit  dem 8.1.16 wurde der Film dann landesweit in 3375 Kinos gezeigt. Mit den 12 Oscar-Nominierungen wurde die Kopienzahl noch mal erhöht. Mittlerweile ist er auf 3711 Leinwänden zu sehen.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Deadpool„
Bewertung des Trailers: B+ (Redband-Trailer)
Kommentar: Marvel-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Coen-Bros-Film mit Josh Brolin, Geoge Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Captain America: Civil War„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Marvel-Mist, dritter Teil von Captain America mit Iron Man
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „London Has Fallen„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Actionfilm und Fortsetzung zu Olympus Has Fallen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Free State of Jones„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Bürgerkriegs-Action-Drama mit Matthew McConaughey
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

 

San Francisco – Film: „Concussion“

Ich war am 03.01.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Concussion“ (dt. Filmtitel: „Erschütternde Wahrheit“, dt. Kinostart: 18.02.16) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. Peter Landesman cast: Will Smith, Alec Baldwin, Luke Wilson, Paul Reiser, David Morse, Gugu Mbatha-Raw, Albert Brooks, Stephen Moyer

 

 

Pittsburgh, Pennsylvania im Jahr 2002. Der nigerianische Arzt, Dr. Bennet Omalu (Will Smith) ist in die U.S.A. ausgewandert und arbeitet dort als forensischer Pathologe. Als er den ehemaligen Profi-Footballer Mike Webster (David Morse) obduziert, stellt er erhebliche Kopfverletzungen fest. Als weitere ehemalige Football-Spieler auf seinem Obduktionstisch landen, stellt er eine Verbindung zwischen dem Profi-Football und den Mehrfach-Gehirnerschütterungen fest. Diese extremen Kopfverletzungen lösten bei einigen, noch jungen ehemaligen Spielern Demenz aus und trieb andere sogar in den Selbstmord. Dr. Omalu recherchiert und geht mit seinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit. Dadurch legt er sich mit der mächtigen NFL an.

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Concussion“ basiert auf Jeanne Marie Laskas GQ Exposé „Game Brain“. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Der Film und auch Will Smith strengen sich wahnsinnig an, als bedeutend wahrgenommen zu werden. Das in „Concussion“ behandelte Thema ist in meinen Augen auch bedeutend, nur leider ist es der Film nicht. Ein „anspruchsvoller“ Film, der in den U.S.A. im Dezember ins Kino kommt, will natürlich auch bei dem großen Oscar-Spiel mitmischen. Wenn man sich nicht dem Spott der Oscar-Experten auszusetzen will, reicht es nicht, wenn man mit seinem Film oder seiner Performance alle Knöpfe drückt, die Oscar-Alarm auslösen, der Film muss wenigstens auch solide sein. „Concussion“ kann seinem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Ich wette, mit einem besseren Drehbuch, einem versierteren Regisseur und einem vielleicht passenderen Hauptdarsteller hätte man sich hier durchaus für die Oscars empfehlen können.

Ich mag Will Smith, sein Schauspiel ist zwar begrenzt, aber er ist nicht talentbefreit. Vordergründig sehe ich ihn allerdings als Filmstar, der in RomComs und Actionfilmen idealbesetzt ist. Hier ist er für mich falsch besetzt. Vielleicht bin ich in meinem Leben zu oft nach Lagos geflogen, aber Will Smith sieht definitiv nicht wie ein Nigerianer aus. Das störte mich von Anfang an und für sein „Jetzt-zeige-ich-euch-dass-ich-auch-mit-einem-kurios-nigerianischen-Akzent-sprechen-kann“ muss man als Zuschauer/Zuhörer auch eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen. Es ist relativ unwahrscheinlich, aber vielleicht wäre „Concussion“ noch ein guter Film, wenn man dem Zuschauer diese völlig unnötige Liebesgeschichte erspart hätte.

Gugu Mbatha-Raw ist ganz hübsch, ihr Schauspiel kann ich noch nicht groß beurteilen, da ihre Figur hier einzig dazu dient, Will Smiths Charakter sympathischer und menschlicher erscheinen zu lassen. David Morse, bzw. sein Gesicht hat mich irritiert. Sein Gesicht sieht so aus, als hätte es jemand mit einer Luftpumpe aufgeblasen.

Als Gewinner geht hier wohl die NFL raus. Einzig die National Football League kann sich glücklich schätzen, dass „Concussion“ so wenig Aufmerksamkeit und wenig positive Presse bekommt.

In den U.S.A. ist eine riesige Debatte hinsichtlich der diesjährigen Oscar-Nominierungen entstanden. AMPAS wird vorgeworfen, rassistisch zu sein, weil sie ausschließlich „weiße“ Filme und Künstler für den Oscar nominiert haben. Was „Concussion“ und Will Smith angeht, die auch mal im Gespräch für etwaige Oscar-Nominierungen waren, kann ich nur sagen, dass der Film und auch der/die Schauspieler einfach nicht gut genug sind. Ich bin froh, dass sie Will Smith nicht trotzdem nominiert haben. Der Schauspieler wurde von AMPAS bereits 2 x für den Academy Award (für „Ali“ und „The Pursuit of Happyness“) nominiert. Aus Protest gegen die Nicht-Nominierung von schwarzen Künstlern, haben sich Will Smith und seine Frau entschlossen, am 28.02.16 nicht zur Oscar-Verleihung zu erscheinen. Bitte.

Will Smith wurde für einen Golden Globe in der Kategorie Bester Hauptdarsteller, Drama nominiert.

„Concussion“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2015 gezeigt. Der Film ist am 25.12.15 in den amerikanischen Kinos gestartet.

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

 

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ride Along 2„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Fortsetzung der Action-Komödie mit Ice Cube und Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Eddie the Eagle„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britische Sport-Biopic-Komödie mit Taron Egerton (den ich kaum erkannt habe) und leider Hugh Jackman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Gods of Egypt„
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Fantasy-Mist mit Gerard Butler. Februar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Triple 9„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: John Hillcoats neuer Film mit Casey Affleck und Woody Harrelson
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Coen-Bros-Film mit Josh Brolin, Geoge Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2015

Zeit, meine Top Ten Liste für Filme aus dem Jahr 2015 zu veröffentlichen.

Im Juli 2015 bin ich mit meinem kleinen Blog gezwungenermassen von blog.de zu wordpress gezogen. Das andere Portal hatte schlussendlich im Dezember 2015 geschlossen. Mittlerweile habe ich mich hier einigermassen eingelebt.

Hier also meine erst Top Ten-Liste in meinem „neuen“ Blog“

Da ich auch im Jahr 2015 die Möglichkeit hatte, mir Filme in den U.S.A. anzuschauen, versuche ich am Jahresende noch möglichst alle sogenannten Oscar-Anwärter zu gucken, bevor ich meine Liste erstelle. Da trickse ich dann jedes Jahr etwas, weil ich die letzten Filme (The Hateful Eight, The Big Short, Concussion, The Revenant und Anomalisa), genau genommen, in den ersten Tagen des Januars 2016 gesehen habe. Aber schließlich ist es ja meine Liste, also kann ich meine Regeln selbst aufstellen.

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2015 tauchen genau 106 Filme auf, die ich bewertet habe. 95 Filme habe ich davon im Kino gesehen (einige wie z.B. Inside Out, Beasts of No Nation, Spotlight, The Good Dinosaur, The Big Short und Anomalisa habe ich sogar mehrmals im Kino bzw. bei Beasts of No Nation auf Netflix gesehen – das habe ich aber nicht mal mitgezählt) und 11 Filme habe ich auf VOD oder DVD gesehen/ bzw. nachgeholt. Auch im Jahr 2015 habe ich es wieder auf drei Filmfestival (Berlinale, Tribeca Film Festival und New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale Ich habe ich es 7x in Deutschland (Pressevorführungen mitgezählt) ins Kino geschafft, ansonsten habe ich die Filme ausschließlich im Ausland (Seoul, Vancouver, Paris, Montréal, London, Amsterdam und Hongkong – und ansonsten in den U.S.A.) gesehen.

Eine Bestenliste zu erstellen, ist schwierig. Logisch –  insbesondere wenn man, wie ich, so viele gute Filme gesehen hat. Man neigt natürlich dazu sehr gute Filme, die man am Ende des Jahres gesehen hat, auf die Top Ten-Liste zu setzen, einfach nur weil die Filme noch so präsent sind. Das versuche ich zu vermeiden. Ich nominiere einfach vorab, wenn mir Filme außergewöhnlich gut gefielen.

Damit lebe ich bis heute hervorragend. Ansonsten möchte ich, dass meine Bestenliste mein jeweiliges Filmjahr irgendwie möglichst perfekt repräsentiert.

Zugegebenermassen gucke ich wenig wirklich schlechte Filme. Ich habe nun mal die Gelegenheit in den U.S.A. ins Kino zu gehen und dort wähle ich gezielt Filme (meistens Indies oder Oscar-Material) aus. Bevor ich einen Film auswähle, schaue ich bei dem Bewertungsportal Rotten Tomatoes nach und wenn durch eine geringe Prozentzahl energisch von dem Film abraten wird, vermeide ich es, den Film zu gucken.

Meine Lieblingsfilme des Jahres 2015 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Ex Machina
Mad Max: Fury Road
Inside Out
The Lobster
Beasts of No Nation
Youth
Spotlight
The Hateful Eight
The Revenant
Anomalisa

 

Beinahe in meine Top Ten hätten es geschafft:

What We Do in the Shadows, White God, Kumiko, the Treasure Hunter, The Big Short und der HBO-Mehrteiler Olive Kitteridge

Eine lobende Erwähnung bekommen : Slow WestThe End of the Tour, die Folge „Kreise“ aus dem Polizeiruf 110 (Buch und Regie Christian Petzold) und definitv die erste Staffel der TV-Serie Mr. Robot

Die für mich besten Performances im Jahr 2015 (in keiner besonderen Reihenfolge): Paul Dano (Love & Mercy, Youth), Cate Blanchett (Truth), Abraham Attah (Beasts of No Nation), Jacob Tremblay (Room), Michael Fassbender (Steve Jobs), Kate Winslet (Steve Jobs), Peter Sarsgaard (Black Mass, Pawn Sacrifice), Mark Ruffalo (Spotlight), Tom Hardy (Legend), Ben Mendelsohn (Mississippi Grind und in der TV-Serie Bloodline), Brie Larson (Room), Charlotte Rampling (45 Years), Rooney Mara (Carol), Benicio Del Toro (Sicario), Mark Rylance (Bridge of Spies), Michael Shannon (sowieso und überall), Stanley Tucci (Spotlight), Liev Schreiber (Spotlight), Matthias Schoenaerts (Far From the Madding Crowd, The Danish Girl), Michael Sheen (Far From the Madding Crowd), Leonardo DiCaprio (The Revenant), Rooney Mara (Carol), Christian Bale (The Big Short), Samuel L. Jackson (The Hateful Eight)

Meine Neuentdeckung des Jahres 2015:

Emory Cohen (Brooklyn), Jacob Tremblay (Room), Daisy Ridley (Star Wars: The Force Awakens), Rami Malek (Mr. Robot), Alicia Vikander (Ex Machina, The Danish Girl)

 

 

Die schlechtesten Filme, die ich 2015 gesehen habe: Blackhat, The Loft (2015), Unfriended, Aloha, Jurassic World, Z for Zachariah, The WalkSecret in Their Eyes

 

Meiner Top Ten-Liste aus dem Jahr 2014 konnte man entnehmen, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2015 interessierten:

Macbeth, dir. Justin Kurzel
Carol, dir. Todd Haynes
Midnight Special, dir Jeff Nichols
Knight of Cups, dir. Terrence Malick

diese vier Filme tauchten bereits das Jahr zuvor auf und wurden ins Jahr 2015 verschoben. Midnight Special wurde erneut verschoben, jetzt soll er im Jahr 2016 starten

und weiter:
The Revenant, dir. Alejandro Gonzáles Inarritu (in meiner Top Ten für 2015 gelandet)
Silence, dir. Martin Scorsese (ins Jahr 2016 verschoben)
Our Brand is Crisis, dir. David Gordon Green
Everest, dir. Baltasar Kormákur
Demolition, dir. Jean-Marc Vallee (ins Jahr 2016 verschoben)
Hail Caesar, dir. Joel and Ethan Coen (ins Jahr 2016 verschoben)
The Last Face, dir. Sean Penn (ist noch in Produktion)
By The Sea, dir. Angelina Jolie
Money Monster, dir. Jodie Foster (ins Jahr 2016 verschoben)
The Martian, dir. Ridley Scott
Truth, dir. James Vanderbilt
Crimson Peak, dir. Guillerma del Toro
The Early Years, dir. Paulo Sorrentino (in „Youth“ umbenannt und in meiner Top Ten für 2015 gelandet)
Flashmob, dir. Michael Haneke (habe nur noch „Happy End“ gefunden, der für das Jahr 2017 angekündigt ist)
Sea of Trees, dir. Gus van Sant (hatte in Cannes vernichtende Kritiken erhalten)

Letztlich waren es nur „Youth“ und „The Revenant“ die meine Erwartungen erfüllt haben.

Für das Jahr 2016 interessieren mich am meisten:

„Hail, Caesar!“, dir. Joel and Ethan Coen
„Silence“, dir. Martin Scorsese
„Money Monster“, dir. Jodie Foster
„La La Land“, dir. Damien Chazelle
„Snowden“, dir. Oliver Stone
„American Pastoral“, dir. Ewan MacGregor
„War on Everyone“, dir. John Michael McDonagh
„War Machine“, dir. David Michod
„Nocturnal Animals“, dir. Tom Ford
„Loving“, dir. Jeff Nichols
„Salt and Fire“, dir. Werner Herzog
„Certain Women“, dir. Kelly Reichardt
„Paterson“, dir. Jim Jarmusch
„Passengers“, dir. Morten Tyldum
„The Light Between Oceans“, dir. Derek Cianfrance
„Wiener-Dog“, dir. Todd Solondz
„The Promise“, dir. Terry George
„The Story of Your Life“, dir. Denis Villeneuve

 

 

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2014

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2013

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2012

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2011

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2010

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2009

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2008

Meine Top-Ten-Filme aus dem Jahr 2007

 

Golden Globe Gewinner 2016

Die Golden Globe Verleihung habe ich offensichtlich lange nicht mehr live im amerikanischen Fernsehen gesehen. Live bedeutet in den U.S.A. zeitverzögert, damit sie alle möglichen Obszönitäten und/oder was-weiß-ich-was ausblenden können. Wenn Gastgeber Ricky Gervais, irgendwelche Laudatoren oder Gewinner auf der Bühne stehen, denkt man, man wäre aus Versehen und andauernd auf die „lautlos“-Taste der Fernbedienung gekommen. Wie nervig ist das denn – kaum eine Rede wurde gestern unzensiert im Fernsehen gezeigt.

Die HFPA-Journalisten haben also die beste Komödie des Jahres ausgezeichnet: „The Martian“.

Anstelle von irgendwelchen Schauspielern, die gerade angesagt sind (Amy Schumer, Alicia Vikander), haben die HFPA-Mitglieder wieder mal die größten Stars (Jennifer Lawrence, Sylvester Stallone) auf ihre Bühne gebeten. Sogar die grausige Lady Gaga wurde als Schauspielerin ausgezeichnet. Da fehlen mir die Worte, aber erwartbar, wenn man sich beispielsweise daran erinnert, dass sie Johnny Depp und Angelina Jolie seinerzeit für diesen unsäglichen „The Tourist“ nominiert haben. Die HFPA wird man sicher nie ernst nehmen können. Selbst die, die sich mit dieser obskuren Jury auskennen, waren gestern aber auch ordentlich geschockt, dass „Spotlight“ und „The Big Short“ nichts gewonnen hat.

Für mich gibt es aber auch etwas Positives zum gestrigen Abend zu berichten: Klar der Leo-Gewinn, aber auch, dass HFPA die kleine, immer noch recht unbekannte, aber so zeitgeistige Serie Mr. Robot mit zwei Golden Globes ausgezeichnet haben. Meine Lieblingsserie des Jahres 2015 hat sich gegen Mainstream-Serien wie „Game of Thrones“ und „Empire“ durchsetzen können. Yeah!

Golden Globe Gewinner 2016.

Movies

Best picture, drama: “The Revenant”
Best picture, comedy or musical: “The Martian”
Actress, drama: Brie Larson, “Room”
Actor, drama: Leonardo DiCaprio, “The Revenant”
Actress, musical or comedy: Jennifer Lawrence, “Joy”
Actor, musical or comedy: Matt Damon, “The Martian”
Supporting actress: Kate Winslet, “Steve Jobs”
Supporting actor: Sylvester Stallone, “Creed”
Director: Alejandro G. Iñárritu, “The Revenant”
Screenplay: Aaron Sorkin, “Steve Jobs”
Animated film: “Inside Out”
Foreign language film: “Son of Saul,” Hungary
Original score: Ennio Morricone, “The Hateful Eight”
Original song: “Writing’s on the Wall,” “Spectre”

Television

Best series, drama: “Mr. Robot” (USA)
Best series, comedy or musical: “Mozart in the Jungle” (Amazon)
Best television movie or mini-series: “Wolf Hall” (PBS)
Actress, mini-series or television movie: Lady Gaga, “American Horror Story: Hotel”
Actor, mini-series or television movie: Oscar Isaac, “Show Me a Hero”
Actress, drama: Taraji P. Henson, “Empire”
Actor, drama: Jon Hamm, “Mad Men”
Actress, comedy or musical: Rachel Bloom, “Crazy Ex-Girlfriend”
Actor, comedy or musical: Gael García Bernal, “Mozart in the Jungle”
Supporting actress, mini-series or television movie: Maura Tierney, “The Affair”
Supporting actor, mini-series or television movie: Christian Slater, “Mr. Robot”

 

San Francisco – Film: „The Big Short“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 11.01.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Big Short“ (dt. Kinostart: 14.01.16) 130 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Adam McKay cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, Brad Pitt, Melissa Leo, Marisa Tomei, Rafe Spall, Jeremy Strong, John Magaro, Finn Wittrock, Tracy Letts, Margot Robbie, Selena Gomez

 

New York im Jahr 2005. Der Hedgefonds-Manager und Analyst Dr. Michael Burry (Christian Bale) findet heraus, dass die riskante Kreditvergabe für Immobilien früher oder später zu einem Finanzkollaps führen wird. Er realisiert, mit welchen Investitionen aus der drohenden Immobilien- und Finanzkrise profitiert werden kann.

Der Wertpapierhändler der Deutschen Bank, Jared Vennett (Ryan Gosling), hat von Burrys Investitionsplänen erfahren und möchte auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Er versucht den Trader Mark Baum (Steve Carell) und sein Team zu überzeugen, gegen das Finanzsystem zu wetten.

Die jungen ambitionierten Spekulanten Charlie Geller (John Magaro) und Jamie Shipley (Finn Wittrock) erfahren auch von der Immobilienblase und ziehen Jamies Nachbarn, den ehemaligen Top-Wertpapierhändler Rickert (Brad Pitt) ins Vertrauen.

B (Wertung von A bis F) „The Big Short“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis. Der Film beruht vage auf wahren Begebenheiten. Die Handlung erklärt wie es zu dem Platzen der Immobilienblase und dem weltweiten Bankencrash im Jahr 2008 kam und erzählt wie einige wenige, die das vorausgesehen haben, davon finanziell profitiert haben.

Es ist der neue Film von Adam McKay, der sich zuvor ausschließlich mit Komödien (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy, Step Brothers, The Other Guys) einen Namen gemacht hat. „The Big Short“ ist sein erstes Drama, auch wenn es kein reines Drama ist.

Der Regisseur Adam McKay nutzt alle bekannten Regietricks, um seine komplizierte Story und die, mir so verhasste Finanzwelt unterhaltsam zu inszenieren. Er setzt mit seinem Film alles dran, cool und smart zu sein. Vielleicht kann man diesen drögen Stoff einem Mainstream-Publikum nicht anders vermitteln. Mir wirkte es aber mitunter zu aufgesetzt. Es ist originell aber auch irritierend wenn eine Traumfrau wie Margot Robbie (The Wolf of Wall Street) champagnerschlürfend in einem Schaumbad liegt und einem erklärt was Ramschhypotheken sind.
Ich mochte die Macho-Sprüche und die schnellen Schnitte, aber dann, als der Film etwas mehr in sich ruht, war er mir zu langgezogen. Der eine oder andere Charakter trägt sonderbare Frisuren oder Perücken, mich hat das rausgebracht, genauso wie Melissa Leos verwirrend seltsame Brille. Mir war auch nicht klar, was der Film eigentlich sein wollte, etwas Dokumentation, etwas Drama und etwas Komödie/Satire. Wenn man keine Ahnung von den Geschehnissen, die zu der Finanzkrise geführt haben, hat, ist „The Big Short“ sicher auch lehrreich.

„The Big Short“ ist ein Film über Außenseiter. Einen Helden sucht man in dem Film natürlich vergebens – wie auch – wenn es um gierige und skrupellose Banker und Spekulanten, Banken und Ratingagenturen geht. Für mich war Christian Bales Charakter, Dr. Michael Burry, noch am ehesten so etwas wie ein Sympathieträger. Dr. Burry ist Neurologe und wechselte aus Langeweile in die Finanzbranche. Er analysierte den Immoblienmarkt, entdeckte Fehler im System und war einer der Ersten, der die Immobilienblase, die später zu dem Bankencrash führte, erkannte. Christian Bale spielt den, an dem Asperger-Syndrom leidenden, exzentrischen, nuschelnden und leicht stotternden Dr. Burry auf eindrucksvolle Weise. Auch war Ryan Gosling wieder mal ein Hingucker. Ich war angewidert und fasziniert zugleich von diesem solariumgebräunten, schmierigen Jared Vennett, stelle ich mir doch genau so einen Banker aus dieser Zeit vor. Mir hat auch der kaugummikauende Vinny (Jeremy Strong) aus Steve Carells Team gefallen. Ansonsten ist „The Big Short“ ein Ensemble-Film und jeder erfüllt seine Aufgabe.

Wie man vielleicht herauslesen kann, bin ich etwas hin- und hergerissen von dem Film. Im Moment werden „The Big Short“ sogar sehr gute Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt, daher werde ich ihn mir die Tage nochmal anschauen. Ich werde davon berichten.

B+ (Wertung von A bis F) Bei der zweiten Sichtung ist tatsächlich der Funke übergesprungen. Ich liebe weite Teile des Films. Der Film ist aber nicht perfekt und ich fand ihn auch immer noch zu lang. Beinahe wäre er in meiner Top Ten gelandet.

„The Big Short“ wurde erstmalig zum AFI Fest 2015 gezeigt. Bevor der Film gezeigt wurde, hatte ihn kein Oscar-Experte so richtig als ernstzunehmenden Oscar-Anwärter auf dem Schirm. Mittlerweile wurde der Film von den so wichtigen Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie (SAG, PGA, WGA) nominiert. Es ist davon auszugehen, dass „The Big Short“ auch eine Oscar-Nominierung als bester Film erhält. Ich sehe „The Big Short“ neben Spotlight sogar mittlerweile als Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Film. „The Big Short“ hat vier Golden Globe-Nominierungen (Bester Film, Comedy, Bester Hauptdarsteller, Comedy Christian Bale und Steve Carell und Bestes Drehbuch) und sogar fünf BAFTA-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Bester Schnitt) erhalten.

„The Big Short“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Haupt- (oder Neben-) darsteller (Steve Carell), Bester männlicher Nebendarsteller (Christian Bale, Beste weibliche Nebendarstellerin (Melissa Leo, Marisa Tomei), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 „The Big Short“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Christian Bale, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt) erhalten.

Update: „The Big Short“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Finest Hours„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophen-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Revenant„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Alejandro González Iñárritus neuer Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zoolander No. 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Das erste Mal, dass ich einen Trailer im Kino sehe. Ich liebe den ersten „Zoolander“ also muss ich mir den auch anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Filmplakat von "The Big Short" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „The Big Short“ in der New Yorker U-Bahn

 

San Francisco – Film: „The Hateful Eight – 70mm“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 25.01.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„The Hateful Eight – 70mm“ (dt. Kinostart: 28.01.16) 180 min  western, mystery, horror
dir. Quentin Tarantino cast: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Demián Bichir, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern voice: Quentin Tarantino

 

Sechs, acht oder zwölf Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in Wyoming. Im tiefen Schnee ist die Postkutsche mit dem Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell) und seiner Gefangenen Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) unterwegs. Auf dem Weg nach Red Rock treffen sie auf den anderen Kopfgeldjäger (Samuel L. Jackson) und Chris Mannix (Walton Goggins). Da ein heftiger Schneesturm aufzieht, müssen sie für ein paar Tage einen Zwischenhalt in einer Hütte einlegen. Dort haben es sich aber bereits ein paar Fremde gemütlich gemacht.

 

 

A- (Wertung von A bis F) „The Hateful Eight“ ist nach „Reservoir Dogs“, „Pulp Fiction“, Jackie Brown“, „Kill Bill“, Death Proof, Inglourious Basterds und Django Unchained Quentin Tarantinos achter Spielfilm.

Selbstverständlich habe ich alle Filme von ihm gesehen, einige sogar mehrmals. In meinen Augen war sein letzter Film „Django Unchained“ der schlechteste, den er je gemacht hat. Da ich mich immer noch über den Film ärgere und weil ich hörte, dass „The Hateful Eight“ eher langweilig sein soll und dafür aber 3 Stunden lang, hatte ich schon keine Lust, mir den neuesten Tarantino-Film überhaupt anzuschauen.

Ich habe ihn mir aber natürlich trotzdem angeschaut und zwar – wie es sich der Filmemacher vorstellt – in der 70mm-Fassung. Dafür musste ich für die 11.00-Uhr-vormittags-Vorstellung unglaubliche 18 Dollar löhnen, bekam aber ein schön bebildertes Programm (ein paar Fotos habe ich weiter unten veröffentlicht) und musste eine, für amerikanische Verhältnisse absolut unübliche, Pause hinnehmen.

Der Film ist wie ein Theaterstück aufgebaut, er beginnt mit einer ca. 3-minütigen Ouvertüre. Keine weiteren 7 Minuten später wusste ich, dass ich, die Filmmusik (wie auch die anderen Tarantino-Soundtracks) haben will muss. Schon mit diesem traumhaften Bild als die Kutsche vor Minnie´s Haberdashery hält, war mir klar, dass mir dieser Film gefällt. Der Filmemacher macht dann zu dem richtigen Zeitpunkt eine Pause und direkt nach eben dieser Pause setzt er mit seiner Stimme als Erzähler fort. Seine Geschichte funktioniert und mit dem Verlauf des 4. Kaptitels wusste ich, dass ich „The Hateful Eight“ liebe und dass er festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2015 landet.

Quentin Tarantino nimmt sich viel Zeit für seine Erzählung. Man erkennt, dass er seine Figuren liebt, sie erhalten alle eine respektvolle Einführung und er gibt ihnen viel Raum. Der gesamte Film hat eine kammerspielartige Atmosphäre. Was die Sprache und die Dialoge angeht, zeichnete sich das immer schon als Tarantinos größte Stärke aus. Wenn man – wie ich – sein Regiedebüt „Reservoir Dogs“ und/oder die Anfangsszene aus „Inglourious Basterds“ liebt, wird man auch diesen Film mögen.

Vielen ist der Film zu langsam erzählt. Die Fans von Tarantinos actiongeladenen Gewalt- und Blutspektakel kommen aber auch auf ihre Kosten, nur müssen die sich halt etwas länger gedulden.

Was für mich diesen Film so großartig macht: die mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtete Hütte, die Kostüme (allein das Gebommel an dem Hut des Kutschers), die unfassbar schön fotografierten Bilder, die Dialoge, die Sprüche. Auch liebe ich es, wie er immer wieder auf Dinge zurückkommt, als eine Art running gag (Stichwort: Tür-Szene, Lincoln-Brief, halber Arm). „The Hateful Eight“ wäre auch wunderbar für die Theaterbühne geeignet, das ist vielleicht ein weiterer Grund, warum mir der Film so gut gefällt.

Nachdem Quentin Tarantino die erste Fassung seines Drehbuchs zu „The Hateful Eight“ fertigstellte und u.a. an drei seiner Schauspieler verschickte, ist das Skript bekanntlich im Internet aufgetaucht. Darüber hat sich Filmemacher so sehr geärgert, dass er den Film kurzerhand gar nicht drehen wollte. Er hat sich offensichtlich umentschieden, Änderungen im Drehbuch vorgenommen und – noch vor den Dreharbeiten – am 24.04.15, sogar eine exklusive Lesung in einem Kino in Los Angeles gehalten. Gern hätte ich im Publikum gesessen, als Quentin Tarantino, Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Amber Tamblyn, Walton Goggins, Michael Madsen, Tim Roth, Bruce Dern und James Remar live aus dem ersten Entwurf des „The Hateful Eight“-Skripts lasen.

Vermutlich haben Frauenrechtlerinnen und stets politisch Korrekte ein Problem mit dem Film. Die Gewalt gegenüber Daisy (gespielt von Jennifer Jason Leigh) und die häufige Nutzung des Wortes „Nigger“ erhitzt, zumindest in den U.S.A., die Gemüter. Samuel L. Jackson sagte in einem Interview, dass er überhaupt nicht nachvollziehen warum sie sich über den Gebrauch des „N“-Wortes aufregen. Er ist sicher, dass die sich damals – also sechs, acht oder zwölf Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg – ganz sicher nicht alle politisch korrekt äußerten und wenn sie halt zu oder über einen Afro-Amerikaner sprachen, dann wurde dieses Wort häufig genutzt. Damit hat er vermutlich Recht.

Schauspielerisch hat mir Samuel L. Jackson am Besten gefallen. Eigentlich sind alle Schauspieler exzellent. Der Einzige, der mich leider etwas rausgebracht hat, war Tim Roth. Ich mag den Schauspieler, nur diese Rolle sieht eindeutig so aus, als wäre sie für Christoph Waltz geschrieben. Sobald Tim Roth auftaucht, habe ich nur Christoph Waltz vor mir gesehen. Ich fand sogar, dass Tim Roth Christoph Waltz optisch und sprachlich sehr ähnelte.

Meine Empfehlung:  „The Hateful Eight“ unbedingt in der Originalfassung und möglichst in 70mm-Fassung sehen.

Bekanntermassen gibt es zwei Versionen des Films. Der filmverrückte Quentin Tarantino und sein Kameramann Robert Richardson haben den gesamten Film auf 65mm-Film gedreht. Zum Dreh musste die Objektive dafür eigens aus dem Archiv geholt werden. Das letzte Mal kamen sie im Jahr 1966 (für den Film „Khartoum“) zum Einsatz. In dem Ultra-Breitbild-Format (Ultra Panavision 70) wurden zuvor ausschließlich 10 Filme (u.a. „Ben Hur“ und „Mutiny on the Bounty“) im Kino präsentiert.

Die 70mm-Version von „The Hateful Eight“ ist 3 Stunden lang (plus einer 12 minütigen Pause). Die Multiplex-Version (Digital) unterscheidet sich etwas von der 70mm-Fassung und ist mit 168 Minuten auch etwas kürzer. Ich finde es löblich, dass Quentin Tarantino seinen Fans etwas Besonderes bieten will. Die sogenannte Roadshow, in der er ausschließlich die 70mm-Fassung seines Films zeigt, ist etwas Besonderes. Dabei war es für mich auch nicht weiter wichtig, dass diese ultra-breiten Aufnahmen nicht groß für Außenaufnahmen eingesetzt wurden. Die Geschichte spielt hauptsächlich an einem Ort, aber auch die ultra-breiten Aufnahmen wirken in dieser Hütte. Ich habe die 70-mm-Fassung in einem Kinocenter gesehen und war – für so ein Multiplex – von einem ungewöhnlich interessanten Publikum umgeben. Zum Schluss wurde von einigen Zuschauern  begeistert applaudiert.

A- (Wertung von A bis F) 3 Wochen nachdem ich mir die wunderbare 70-mm-Fassung angeschaut habe, hatte ich Zeit, mir die 168 minütige Mainstream-Version anzusehen. Schon mit den ersten Tönen des herausragenden Soundtracks ist mir das Herz aufgegangen. Alles was ich bereits bei der ersten Sichtung liebte, liebe ich selbstverständlich auch hier. Die 70mm-Fassung ist jedoch ein (seltenes) Event, dass sich kein Filmfan entgehen lassen sollte.

 

„The Hateful Eight“, „The Revenant“ und Joy waren die letzten drei potenziellen Oscar-Anwärter der Saison 2015/2016, die der amerikanischen Presse gezeigt wurden.

„The Hateful Eigth“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Hauptdarsteller (Samuel L. Jackson), Bester männlicher Nebendarsteller (Walton Goggins, Kurt Russell, Bruce Dern), Beste weibliche Nebendarstellerin (Jennifer Jason Leigh), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Der Film hat drei Golden Globe-Nominierungen erhalten (Jennifer Jason Leigh als beste weibliche Nebendarstellerin, bestes Drehbuch und beste Filmmusik)

„The Hateful Eight“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Beste Nebendarstellerin Jennifer Jason Leigh, Beste Filmmusik und Beste Kamera) erhalten.

Update: „The Hateful Eight“ hat einen Oscar (Beste Filmmusik) gewonnen.

„The Hateful Eight“ startete am 25.12.15 in den amerikanischen Kinos. Eine Woche lang wurde der Film – im Rahmen einer Roadshow-Präsentation – ausschließlich auf 100 Leinwänden auf 70mm-Film gezeigt. Seit dem 30.12.15 wurde der Film dann landesweit auch zusätzlich in der Mainstream-Version (Digital), in dann insgesamt 2474 Kinos gezeigt. In Deutschland ist der Film ab dem 28.01.16 im Kino zu sehen. Die 70mm-Fassung ist für Deutschland bislang für vier Kinos (Zoo-Palast in Berlin, Savoy in Hamburg, Schauburg in Karlsruhe und Lichtburg in Essen) bestätigt, in Einzelvorstellungen sogar die zu empfehlende OV- oder OmU-Fassung.

 

 

Trailer zu sehen:

Featurette zu der 70mm-Roadshow zu sehen:

 

Vor der 70mm-Fassung des Films wurden weder (kinoeigene) Werbung noch ein einziger Trailer gezeigt. Danke dafür.

amerikanisches Filmplakat zu "The Hateful Eight"
amerikanisches Filmplakat zu „The Hateful Eight“
Das Booklet zur Roadshow-Präsentation von "The Hateful Eight"
Bilder aus dem Booklet zur Roadshow-Präsentation von „The Hateful Eight“

Das Booklet zur Roadshow-Präsentation von "The Hateful Eight"

 

 

VOD – Film: „Bone Tomahawk“

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

 

 

„Bone Tomahawk“ (in Deutschland ab 21.01.16 auf DVD) 132 min western, horror
dir. S. Craig Zahler cast: Kurt Russell, Patrick Wilson, Matthew Fox, Richard Jenkins, Lili Simmons, David Arquette, Sean Young, Fred Melamed

 

 

Im Jahr 1890 in der Kleinstadt Bright Hope. Arthur O´Dwyer (Patrick Wilson) ist mit der Ärztin Samantha (Lili Simmons) verheiratet. Er hat sich das Bein gebrochen und wird von seiner Frau zuhause gepflegt. Sheriff Franklin Hunt (Kurt Russell) bittet Samantha nun ins Gefängnis, sie soll sich die Verletzungen eines Gefangenen (David Arquette) anschauen und die Kugel aus seinem Fuss entfernen. Am nächsten Morgen sind Mrs O´Dwyer, der Assistent des Sheriffs und der Gefangene verschwunden. Offensichtlich sind sie entführt worden. Sheriff Hunt, Deputy Chicory (Richard Jenkins), der verletzte Arthur O´Dwyer und der zwielichtige Indianer-Jäger John Brooder (Matthew Fox) nehmen die Verfolgung auf.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Bone Tomahawk“ ist das Regiedebüt des Schriftstellers S. Craig Zahler.

Es ist ein atmospährischer, beeindruckend schön fotografierter Western. Die Geschichte wird recht langsam erzählt, die Dialoge sind so brillant wie die Besetzung. Nach ca. 1 1/2 Stunden – und das sollte man vielleicht vorher wissen – wechselt der Film das Genre vom Western zum Horrorfilm. Besonders eine Szene lässt wenig Interpretationsspielraum und war, für meinem Geschmack, in dieser präzisen Ausführung völlig unnötig. Vielleicht hätte ich den Film sogar ohne diese, nicht leicht zu verdrängenden, Bilder noch besser bewertet.

„Bone Tomahawk“ wurde für zwei Film Independent Spirit Awards nominiert. Eine Nominierung erhielten das, von S. Craig Zahler geschriebene Drehbuch und eine Richard Jenkins als Bester Nebendarsteller.

„Bone Tomahawk“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest 2015 gezeigt. Am 23.10.2015 kam er in einige amerikanische Kinos und wurde zeitgleich auf VOD zur Verfügung gestellt.
Trailer zu sehen:

New York – Film: „Truth“

Ich war am 10.12.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Truth“ (dt. Filmtitel: „Der Moment der Wahrheit“, dt. Kinostart: 02.06.16) 121 min drama, adaptation, biopic
dir. James Vanderbilt cast: Robert Redford, Cate Blanchett, Topher Grace, Elisabeth Moss, Dennis Quaid

 

Im November 2004 finden die U.S. Präsidentschaftswahlen statt. Im Juni erhält die Reporterin und Produzentin der CBS Nachrichten 60 Minutes Wednesday, Mary Mapes (Cate Blanchett), Informationen, dass der amtierende Präsident und Präsidentschaftskandidat der Republikaner, George W. Bush, nur in die U.S. Nationalgarde eingetreten ist, um nicht in den Vietnam-Krieg ziehen zu müssen. Hat sich George W. Bush vor Vietnam gedrückt? Die Glaubwürdigkeit und die Wiederwahl des Noch-Präsidenten stehen infrage. Mary Mapes stellt mit Mike (Topher Grace), Lucy (Elisabeth Moss) und Lt. Colonel Roger Charles (Dennis Quaid) ein Team zusammen, recherchieren und der Moderator Dan Rather (Robert Redfort) geht schließlich mit dieser Exklusiv-Story auf Sendung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Truth“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Mary Mapes Memoiren „Truth and Duty: The Press, the President and the Privilege of Power.“ „Truth“ ist das Regiedebüt von Drehbuchautor James Vanderbilt (Zodiac).

„Truth“ ist neben Spotlight der andere Journalisten-Film, dem am Anfang der Oscar-Saison 2015/2016 noch Chancen auf eine Oscar-Nominierung als bester Film eingeräumt wurden. Der hervorragende Film „Spotlight“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie exzellente Journalisten-Arbeit aussieht, „Truth“ ist ein eher mäßiger Film, der sich hauptsächlich mit den Konsequenzen beschäftigt, wenn Journalisten halt nicht ausreichend recherchieren und  (vielleicht) falsche Dokumente als Beweis in einer Nachrichtensendung anführen . Gerechterweise muss man sagen, dass Journalisten im Zeitungsgeschäft nicht so sehr unter Zeitdruck arbeiten müssen, wie ihre Kollegen, in dem doch etwas schnelllebigeren Fernsehgeschäft.

Der Film spielt im Jahr 2004, in einer Zeit, in der das Konsumieren von Nachrichten noch eine andere war. Seinerzeit gab es nur drei Köpfe in den amerikanischen Abendnachrichten: Tom Brokaw (NBC), Peter Jennings (ABC) und Dan Rather (CBS). „Truth“ erzählt die Geschichte des sogenannten Rathergate, einem Skandal für den sich der beliebte Anchorman Dan Rather live im Fernsehen entschuldigen musste und der ihn schließlich nach 44 Jahren seinen Job bei CBS kostete.

Es wurde nie bezweifelt, dass das was Mary Mapes und ihr Reporter-Team über George W. Bush herausfanden, nicht der Wahrheit entspricht. Es war allgemein bekannt, dass die Söhne wohlhabender und/oder einflussreicher U.S.-amerikanischer Persönlichkeiten den Einsatz im Vietnamkrieg umgehen konnten. Den Fehler, den die CBS-Reporter begangen haben, war, dass sie nicht ganz „saubere“ Dokumente, als Beweis für ihre Story, im Fernsehen gezeigt haben. Einem Interview mit Dan Rather habe ich entnommen, dass dann noch erschwerend dazukam, dass sie – mehr oder weniger – schon auf dem Kieker standen, weil Mary Mapes und er erst Monate zuvor den Folterskandal in dem Abu-Ghraib-Gefängnis öffentlich gemacht haben. Schließlich war es das Jahr 2004 und damit ein Wahljahr und man wollte sich ja mit der Regierung nicht schlecht stellen. Über die heftigen Folterbilder von Abu Ghraib war die amtierende Regierung (wie die Nation und die Welt) sicher nicht begeistert. Dann kommt dasselbe CBS-Team nur Monate später – und immer noch vor den Präsidentschaftswahlen — nun mit einer Story, die den amtierenden Präsidenten und zugleich erneuten Präsidentschaftskandidaten, in einem schlechten Licht zeigt. Klar, dass der Sender nervös wurde und um seinen guten Ruf gefürchtet hat.

Eigentlich vorhersehbar, dass Köpfe rollen mussten, wenn nur die geringsten Zweifel an dem recherchierten Material vorlagen. Die Produzentin Mary Mapes wurde als Hauptschuldige auserkoren. Dan Rather ist – mehr oder weniger – freiwillig zurückgetreten. Als er das letzte Mal auf dem Schirm war, trug der, sonst so seriöse Nachrichtensprecher, unter seinem Anzug ein T-Shirt mit den Buchstaben F.E.M. (Fuck ´em all). Auch wenn an dem Tag kaum einer davon wusste, für ihn war es eine Genugtuung.

Die in „Truth“ erzählte Story finde ich interessant, sie hätte aber einen besseren Film verdient. Die Regie (gut, erster Film von James Vanderbilt) und das Drehbuch von „Truth“ weisen eindeutige Schwächen auf. So sehr, dass ich einige Male rausgebracht wurde.

Cate Blanchett ist hier erneut grandios. Dieses Jahr, bzw. im Jahr 2016 ist sie für ihre Performance in Carol im Gespräch für eine Oscar-Nominierung. In meinen Augen wäre eine Oscar-Nominierung für „Truth“ noch mehr gerechtfertigt. Sie gibt eine vielschichtige Performance. Von anfänglicher Euphorie bis „durch die Hölle gehen“. Ihre jeweilige Emotion, besonders später ihre Wut ist nachvollziehbar und spürbar. Mir ging es wahnsinnig nahe, wie sie Mary Mapes fertig gemacht haben. Gegen Ende des Films hält sie einen Monolog und wenn das keine sogenannte Oscar-Szene ist, dann weiß ich auch nicht.
Robert Redford macht seine Sache recht gut. Wenn man die Stimme von Dan Rather nicht kennt, kann man sich mal Interviews mit ihm anhören und wird feststellen, wie gut der Schauspieler den ehemaligen CBS-Anchor sprachlich  trifft. Optisch kann Robert Redford wenig an sich verändern, daher konnte ich auch zu keinem Zeitpunkt vergessen, hier den Schauspieler hier zu sehen.

Dennis Quaid wirkte unfreiwillig komisch – leider. Ich möchte mal wieder den guten Dennis Quaid sehen, den ich früher so mochte. Auf Elisabeth Moss ist natürlich Verlass, leider ist ihr Auftritt zu kurz.

„Truth“ ist/war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Bester Nebendarsteller (Robert Redford), Bestes adaptiertes Drehbuch.

„Truth“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Dort wurde der Film zunächst gefeiert und als Oscar-Anwärter gehandelt bis er dann von verschiedenen (überwiegend konservativen) Seiten niedergemacht wurde. Die Vorwürfe richteten sich dahingehend, dass Mary Mapes in dem Film zu gut davonkommt, gar als Opfer dargestellt wird…Darüber soll sich jeder Mal selbst ein Bild machen. Der Film ist am 16.10.15 in sechs amerikanischen Kinos gestartet. Ende Oktober wurde er dann für kurze Zeit in 1122 Kinos gezeigt. „Truth“ ist ab dem 02.06.2016 in den deutschen Kinos zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Ein Ausschnitt zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Son of Saul“ (wortloser Trailer)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: ungarisches Holocaust-Drama und sicherer Gewinner des Oscars für bester fremdsprachiger Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Berlin – Film: „Legend“

Ich war am 01.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Legend“ (dt. Kinostart: 7.1.16) 131 min drama, adaptation, biopic
dir. Brian Helgeland cast: Tom Hardy, Emily Browning, David Thewlis, Christopher Eccleston, Chazz Palminteri, Taron Egerton, Paul Bettany

 

 

London in den 1960er Jahren. Reggie Kray (Tom Hardy) ist erfolgreicher Clubbesitzer im Londoner Stadtteil East End. Das ist jedoch nur Fassade, denn das eigentliche Geld verdient er und sein Zwillingsbruder Ronnie (Tom Hardy) mit kriminellen Geschäften. Sein psychisch gestörter Bruder wird nach drei Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er neigt zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen und muss daher regelmäßig Medikamente einnehmen. Während Ronnie mehr Interesse an Männern hat, verliebt sich Reggie in die junge Frances (Emily Browning). Dann muss Reggie jedoch selbst für sechs Monate ins Gefängnis, sein Bruder übernimmt die Geschäfte und führt ihre Läden in den Ruin…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Legend“ basiert auf John Pearsons Buch „The Profession of Violence: The Rise and Fall of the Kray Twins“. Es ist der neue Film von Brian Helgeland, der für seine Drehbücher zu „L.A. Confidential“ und „Mystic River“ für den Oscar nominiert wurde (für „L.A. Confidential“ hat er den Academy Award sogar gewonnen). Brian Helgeland hat auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben. Der Filmemacher erzählt seine Version der Geschichte der Krays.

Die Geschichte der Kray-Zwillinge wurde bereits mit den Brüdern der Band Spandau Ballet im Jahr 1990 verfilmt. Die Musik in „Legend“ ist klasse, die Geschichte ist aber nicht sonderlich spannend erzählt oder inszeniert. Wenn es jedoch einen verdammt guten Grund gibt, den Film zu sehen, dann ist das Tom Hardy (Bronson, Warrior, The Drop).

Generell finde ich es schwierig, wenn Schauspieler Doppelrollen spielen. Tom Hardy wäre aber sicherlich nicht einer meiner Lieblingsschauspieler, wenn er nicht sogar Zwillingsbrüder überzeugend verkörpern könnte.

Tom Hardy ist exzellent. Seine Schauspieltechnik ist faszinierend. Hier wechselt er die Mimik, die Gestik, die Bewegungen und findet sogar eine jeweils eigene Sprache für Reggie und Ronnie. Optisch ist natürlich Reggie DER Hingucker. Reggie sieht aus wie ein Filmstar, ganz Gentleman und unglaublich männlich. Es ist schade, dass er für diese Performance nicht länger für eine Oscar-Nominierung im Gespräch ist. In meinen Augen hätte er sie verdient.

Genug der Schwärmerei für Tom Hardy, auch Taron Egerton (Kingsman: The Secret Service) ist erwähnenswert. Ich möchte nicht zu viel über seinen Charakter verraten, aber er ist perfekt besetzt.

„Legend“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Tom Hardy).

„Legend“ ist am 20.12.15 in vier Kinos amerikanischen Kinos gestartet. Bis heute wird der Film auch nur in insgesamt in 107 Kinos gezeigt. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. Hier war ich zugegebenermassen dankbar für die Untertitel. Dieser Cockney-Dialekt ist für meine Ohren doch sehr herausfordernd. „Legend“ ist ab dem 7.1.2016 in deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Trailer zu sehen:

 
Deutscher Trailer zu sehen:

 

Boston: Film: „Chi-Raq“

Ich war am 05.12.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Chi-Raq“ (ab dem 29.12.15 auf Amazon erhältlich) 118 min drama, comedy, musical
dir. Spike Lee cast: Nick Cannon, Teyonah Parris, Wesley Snipes, Jennifer Hudson, Angela Bassett, John Cusack, Samuel L. Jackson, Dave Chappelle

 

Seit dem Jahr 2001 starben in Chicago mehr Menschen an Schussverletzungen als amerikanische Soldaten in den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Junge Afro-Amerikaner liefern sich einen Bandenkrieg in dem Stadtteil South Side. Jetzt reicht es den Frauen, sie organisieren sich und vereinbaren einen Sexstreik. Die Männer sollen ihre Schusswaffen abgeben und endlich für Frieden sorgen. Die Bewegung „No Peace No Pussy“ findet bald weltweit für Zustimmung.

 

 

D+ (Wertung von A bis F) „Chi-Raq“ ist Spike Lees Interpretation von „Lysistrata“, der wohl bekanntesten Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. Es ist der aktuelle Film des Filmemachers Spike Lee („Do the Right Thing“, „Malcolm X“, „25th Hour“, „Inside Man“)

Der Filmtitel ist abgeleitet von Chicago und Iraq (Irak). Chicago hat die höchste Verbrechensrate in den U.S.A. und in einigen Stadtteilen, wie dem berüchtigten South Side, herrschen Bandenkriege zwischen Afro-Amerikanern. Chicago wird von deren Bewohnern mit einem Kriegsgebiet verglichen und hat sich von einigen Rappern der Stadt den Spitznamen Chi-raq eingehandelt.

In großen Lettern wird gleich zu Beginn darüber informiert, dass seit dem Jahr 2001 allein in Chicago 7356 Menschen erschossen wurden und in derselben Zeit „nur“ 6773 amerikanische Soldaten im Irak und Afghanistan umkamen. Spike Lee kritisiert die Regierung, die Medien, die afro-amerikanische Gemeinschaft und natürlich die starke Waffenlobby und weiß, seine Botschaft klar zu formulieren.

„Chi-Raq“ ist eine Satire. Mir gefiel die Idee des Films leider wesentlich besser als dessen Umsetzung. Mit großem Abstand ist die Musik das Beste an dem Film. Gefolgt von Teyonah Parris, die die Hauptrolle, Lysistrata, spielt. Die (ausschließlich gereimten) Dialoge und die sonstigen Performances sind überwiegend zu laut und hysterisch. John Cusack mochte ich früher in Komödien recht gerne sehen. Seit einiger Zeit versucht er sich jedoch mehr in dramatischen Rollen. Er strengt sich dabei auch sehr an, aber wie hier – als Pfarrer der afro-amerikanischen Gemeinde – konnte ich ihn, insbesondere bei seiner Predigt, zu keiner Zeit ernst nehmen. Anders schlimm ist Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson, die in meinen Augen weder singen noch schauspielern kann.

„Chi-Raq“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch: u.a. Bester Film, Beste Regie und könnte immer noch in den Kategorien Bester Song („I Run“, „Pray 4 My City“, Sit Down For This“) und Beste Filmmusik nominiert werden (Stand 27.12.15).

„Chi-Raq“ ist am 4.12.15 in 305 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film wurde von AMAZON produziert. Es ist Amazons erster eigen produzierter Film, der in den amerikanischen Kinos gezeigt wird. Der Film ist ab dem 29.12.15 auf einigen On-Demand-Portalen erhältlich. Eine wesentlich bessere Strategie als sie NETFLIX mit Beasts of No Nation hatte.
Trailer zu sehen:

 

 

 

vorgeschaltete Trailer:
Trailer v. Film: „Fifty Shades of Black„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Parodie auf Fifty Shades of Grey mit Marlon Wayans.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich bestimmt mal rein

Trailer v. Film: „The Clan„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow. Wurde von Argentinien für den Auslands-Oscar im nächsten Jahr eingereicht, hat es aber leider nicht in die sogenannte Shortlist geschafft. Will ihn trotzdem gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Barbershop: The Next Cut„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Traler)
Kommentar: Tatsächlich schon der 3. Teil dieser Komödie mit Ice Cube u.a.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Touched with Fire„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Katie Holmes und Luke Kirby
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Hello, My Name is Doris„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Sally Field
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%