TV-Serie: „The Leftovers 1., 2. und 3. Staffel“

Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Leftovers, 1.,  2. Staffel und 3. Staffel“ (in D. auf DVD o. beispielsw. über iTunes zu sehen) 28 x approx. 65 min  drama, fantasy, mystery, adaptation 

dir. Peter Berg,  Keith Gordon, Lesli Linka Glatter, Carl Franklin, Mimi Leder, Michelle MacLaren, Daniel Sackheim, Tom Shankland, Nicole Kassell, Craig Zobel  cast: Justin Theroux, Carrie Coon, Margaret Qualley, Ann Dowd, Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler, Chris Zylka, Emily Meade, Amanda Warren, Janel Moloney, Max Carver, Charlie Carver, Regina King, Kevin Carroll, Jovan Adepo, Jasmin Savoy Brown, Scott Glenn, Paterson Joseph, Bill Camp

 

Am 14. Oktober 2011 verschwinden plötzlich zwei Prozent der Weltbevölkerung. 140 Millionen Menschen sind von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Drei Jahre später sind die Ursachen und Gründe dafür immer noch ungeklärt. Der lokale Polizeichef der Kleinstadt Mapleton, Kevin Garvey Jr. (Justin Theroux), hat auch sein Päckchen zu tragen. Seine Ehefrau Laurie (Amy Brenneman) ist zwar nicht spurlos verschwunden, hat sich aber irgendwann dieser sonderbaren Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Die Sektenmitglieder versuchen immer mehr Menschen zu rekrutieren, beispielsweise Meg (Liv Tyler). Kevin Garney lebt unterdessen mit seiner Teenagertochter Jill (Margaret Qualley) zusammen und dann ist da noch Nora (Carrie Coon), am 14. Oktober 2011 haben sich ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder plötzlich in Luft aufgelöst… 

 

1. Staffel: B+; 2. Staffel: B-; 3. Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Die erste Staffel von „The Leftovers“ basiert auf Tom Perrottas gleichnamigen Roman. Serienschöpfer sind der Vorlagenlieferant Tom Perrotta und der amerikanische Roman- und Drehbuchautor (Cowboys & Aliens, Prometheus, „World War Z) und Produzent/Serienschöpfer Damon Lindelof (u.a. TV-Serien „Lost“, „Watchmen“). Regie bei der ersten Staffel führt u.a. der amerikanische Filmemacher Peter Berg (Lone Survivor, Patriots Day).

Zugegebenermassen ist „The Leftovers“ vielleicht nicht für jeden die richtige Serie, insbesondere nicht im Moment (März 2020, inmitten der Corona-Krise). Ich wollte die Serie aber immer mal gucken und jetzt habe ich Zeit. 

Zur ersten Staffel: B+ (Wertung von A bis F): Ein Ereignis hat eine gesellschaftliche Erschütterung losgelöst. Am 14.10.2011 haben sich 140 Millionen Menschen weltweit plötzlich in Luft aufgelöst. Auch jetzt, drei Jahre später weiß niemand, was eigentlich und warum passiert ist. Die Menschen suchen immer noch nach einer Erklärung und mitunter nach Trost, einem Halt, vielleicht einem Zugehörigkeitsgefühl, das sie auch in der Spiritualität finden. 

Ich mag die Grundidee dieser Serie. Finde es realistisch, wie sich die Menschen nach einem so einschneidigen Ereignis neu suchen, eine gewisse Leere empfinden. Manche suchen Hilfe in verschiedenen (mitunter) dubiosen Glaubensgemeinschaften. 

Meine Lieblingsepisode: 9 („The Garveys at Their Best“) 

Nicht so richtig gute Episode: 10 („The Prodigal Son Returns“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Justin Theroux und Carrie Coon

 

Zur zweiten Staffel: B- (Wertung von A bis F) Die zweite Staffel fängt ungewöhnlich an. Den Prolog hatte ich bis zum Ende der Staffel im Hinterkopf. Diese Staffel spielt ungefähr ein Jahr nach den Ereignissen der ersten und nahezu komplett in einer anderen Stadt: in Jarden, Texas. Jarden ist von dem Sudden Departure am 14.10.2011 verschont geblieben. Tatsächlich ist hier – wie durch ein Wunder – kein einziger der 9,261 Einwohner verschwunden. Entsprechend ist die Stadt zu einem Magnet vieler US-Bürger, gar zu einer Touristenattraktion bzw. einem Wallfahrtsort, geworden. Nora, Kevin, Jill, das Baby, Matt und seine Frau Mary ziehen nach Jarden. Bei der zweiten Staffel werden neue Charaktere eingeführt. Auf Dr. Erika Murphy  (gespielt von Regina King), ihrem Mann John (gespielt von Kevin Carroll) und ihren Kindern Evie (gespielt von Jasmin Savoy Brown) und Michael (gespielt von Jovan Adepo) wird dabei ein besonderes Augenmerk geworfen. 

Im Ganzen ist die zweite Staffel dramaturgisch komplexer als die erste, mir erschien sie aber auch recht wirr. Manchmal war mir das etwas zu viel. Auch hatte ich die ganze Zeit Fragen, die mir über den Verlauf der 2. Staffel nicht beantwortet wurden. Weder bei der ersten Staffel noch bei der zweiten mochte ich die finale Episode, das Staffelende. 

 

Spoiler für die zweite Staffel 

Meine Fragen: Nora hat für 3 Mio Dollar ein Haus gekauft, was sie noch nie gesehen hat, woher hat sie das Geld? Klar hat sie vom Verkauf ihres Hauses in Mapleton sehr viel Geld bekommen, aber – soweit ich das Erinnerung hatte – nicht 3 Mio Dollar.  Sie hat auch keinen Job. Überhaupt, wie halten sich Nora und Kevin finanziell über Wasser? Beide gehen keiner Tätigkeit nach. Was mich auch irritierte: Nora verschwindet eines Tages, wo kommt sie unter? )

Spoiler Ende für die zweite Staffel 

 

Meine Lieblingsepisode: 9 („Ten Thirteen“) 

WTF-Episode: 8 („International Assassin“) 

Nicht so gute Episode: 10. („I Live Here Now“) 

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon

 

 

Zur dritten und letzten Staffel: B+ (Wertung von A bis F) Beginnt, wie bereits die zweite Staffel, mit einem seltsamen Prolog. Ansonsten spielt diese Staffel drei Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel. Der siebente Jahrestages des Sudden Departure steht bevor. Ein großer Teil der dritten Staffel spielt in Australien. Diese Staffel gefiel mir wieder besser, ist aber auch teils wirr mit aber einem sehr gelungenen Serienende. 

Meine Lieblingsepisoden: 6 („Certified“) und das Serienende, Episode 8 („The Book of Nora“) 

Meine Lieblingsszene: einige, aber besonders: in der Episode 5 („It´s a Matt, Matt, Matt, Matt World“) das Gespräch zwischen Matt und Burton auf der Fähre

Schauspielerisch hervorzuheben: Carrie Coon, Christopher Eccleston, Bill Camp und Justin Theroux

 

Insgesamt betrachtet mag ich diese Serie, finde sie unbedingt sehenswert. Ich liebe die Filmmusik (von dem deutsch-britischen Komponisten Max Richter) und auch die immer passende Auswahl der Songs. 

Mich begeistert – nach wie vor – die Grundidee dieser Serie und die Welt, in der sie spielt. Wenn es zu einem unerklärlichen Ereignis kommt, sucht man zwangsläufig nach Antworten – Was ist, wenn es die vielleicht nicht gibt? Was macht das mit der jeweiligen Gesellschaft? Was macht das mit rational denkenden Menschen? Was macht es mit den Hinterbliebenen, den Menschen, die ihre Liebsten am 14. Oktober tatsächlich verloren haben? Die zentralen (amerikanischen) Charaktere begleiten wir hier auf ihrem Weg. Der eine oder andere verliert vielleicht den Verstand, muss sich ihren/ seinen ureigenen Ängsten und Problemen stellen, ihr/sein Leben neu ordnen, sich darauf besinnen, was wirklich wichtig ist und muss – wie auch immer – ihren/seinen inneren Frieden finden. Ich fand das Ende der Serie dahingehend sehr gut gelöst. Am Ende gibt es aber nicht Antworten auf alle Fragen. Der Schluss lässt Raum für Interpretationen. 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Kevin Garvey Jr. ist Polizeichef der Stadt Mapleton im Bundesstaat New York. Seine Frau Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat die Familie verlassen, um sich der Sekte Guilty Remnant anzuschließen. Sein Vater, Kevin Garvey Sr. (gespielt von Scott Glenn) war früher der Polizeichef, hat sich dann aber selbst in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Kevin lebt jetzt mit seiner 16-jährigen Tochter Jill (gespielt von Margaret Qualley) zusammen. Sein Stiefsohn Tommy (gespielt von Chris Zylka) ist bereits ausgezogen und hat sich dem Guru „Holy Wayne“ (gespielt von Paterson Joseph) angeschlossen. Kevin Garvey wird von dem amerikanischen Schauspieler Justin Theroux gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (darunter „The District“, „Six Feed Under“) mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen („Mulholland Drive“, „Miami Vice“, The Girl on the Train) zu sehen. 

Patti Levin ist die Sektenanführerin der Guilty Remnant in der Kleinstadt Mapleton. Die Mitglieder dieser seltsamen Sekte sehen sich als „lebende Mahnung“ an die, die versuchen das Ereignis vom 14. Oktober zu vergessen. Sie tragen ausschließlich weiße Kleidung, reden nicht, kommunizieren nur in schriftlicher Form und rauchen – aus nicht nachvollziehbaren Gründen – Kette. Gespielt wird Patti von der amerikanischen Schauspielerin Ann Dowd. Ihre erste Kinorolle hatte sie in dem Film „Green Card“ und war seither in vielen Nebenrollen in Spielfilmen (u.a. Marley & Me, The Informant!, The Drop, American Animals) zu sehen. Mir ist sie das erste Mal in dem Film Compliance aufgefallen. Richtig bekannt wurde sie aber wahrscheinlich durch ihre Rollen in TV-Formaten (Olive Kitteridge, Good Behavior und natürlich The Handmaid´s Tale) Für ihre Performance in „The Handmaid´s Tale“ wurde sie dann auch mit dem Emmy ausgezeichnet. Insgesamt hat sie drei Emmy-Nominierungen (für „The Handmaid´s Tale und „The Leftovers“). 

Matt Jamison ist der Pfarrer in Mapleton. Er führt eine kleine, wenig frequentierte Kirche. Matt glaubt nicht daran, dass die Menschen am 14. Oktober einfach so verschwunden sind, er hält viele davon für Täter. Matt Jamison ist mit Mary (gespielt von Janel Moloney) verheiratet, die seit einem Autounfall im Wachkoma liegt. Matt ist der Bruder von Nora Durst (gespielt von Carrie Coon). Gespielt wird Matt Jamison von dem englischen Schauspieler Christopher Eccleston. Er hat in einigen Kinofilmen („Shallow Grave“, „Elizabeth“, „Existenz“, „28 Days Later“) mitgespielt. Für seine Performance in den beiden Fernseh-Formaten„Accused“ und „Come Home“ wurde er für den Emmy nominiert, gewonnen hat er den Emmy für „Accused“.

Jill ist die 16-jährige Tochter von Kevin Garvey (gespielt von Justin Theroux). Ihre Mutter Laurie (gespielt von Amy Brenneman) hat sich der Sekte Guilty Remnant angeschlossen. Jill wohnt mit ihrer besten Freundin Aimee (gespielt von Emily Meade) mit ihrem Vater zusammen. Gespielt wird Jill von der amerikanischen Schauspielerin Margaret Qualley. Sie hatte ihre erste Rolle in dem Spielfilm Palo Alto. Kurz darauf hat sie eine Rolle in „The Leftovers“ ergattern können. Ich habe sie im letzten Jahr erst in der Mini-Serie Fosse/Verdon gesehen. Den meisten wird sie aber durch ihren Auftritt in Quentin Tarantinos Once Upon a Time…in Hollywood mittlerweile ein Begriff sein. Für ihre Performance in Fosse/Verdon wurde sie für einen Emmy nominiert. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Andie MacDowell.

Nora Durst arbeitet für das Department of Sudden Departure, einer Regierungsbehörde für die sie die Hinterbliebenen, der am 14.10. Verschwundenen befragt. An diesem Schicksalstag sind auch ihr Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder verschwunden. Nora ist die Schwester von Reverend Matt Jamison (gespielt von Christopher Eccleston). Gespielt wird Nora von der amerikanischen Theater-, TV- und Kinoschauspielerin Carrie Coon. Sie hat u.a. in David Finchers Film Gone Girl, „Avengers: Infinity War“ und Widows mitgespielt. Auch hatte sie in den TV-Serien „Fargo“ und „The Sinner“ eine Hauptrolle. Für ihre Performance in der TV-Serie „Fargo“ wurde sie für den Emmy nominiert. Außerdem wurde sie für ihre Performance in dem Theaterstück „Who´s Afraid of Virginia Woolf“ für den Tony nominiert. Carrie Coon ist mit dem wunderbaren Schauspieler (Indignation, The Lovers, Ford v Ferrari), Drehbuch- und Stückeschreiber („Bug“, „Killer Joe“, „August: Osage County“) Tracy Letts verheiratet. 

Meg Abbott lebt in Mapleton, sie hat vor, demnächst zu heiraten. Die Mitglieder der Sekte Guilty Remnant  versuchen, sie zu rekrutieren. Gespielt wird Meg von der amerikanischen Schauspielerin Liv Tyler. Sie hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Armageddon“, der „The Lord of the Rings“-Trilogie, The Strangers, Robot & Frank) mitgespielt. Liv Tyler ist die Tochter des Aerosmith-Sängers Steven Tyler. 

erst in der zweiten Staffel:

Dr. Erika Murphy arbeitet als Ärztin in einer Notfall-Praxis. Erika ist mit John (gespielt von Kevin Carroll) verheiratet, sie haben zwei Kinder im Teenager-Alter, Evie und Michael  (gespielt von Jasmin Savoy Brown und Jovan Adepo). Gespielt wird Erika von der afroamerikanischen Schauspielerin Regina King. Ich bin nicht wirklich von ihrem Talent überzeugt. Regina King hat bekanntermassen im letzten Jahr einen Oscar für ihre Performance in If Beale Street Could Talk gewonnen, außerdem wurde sie 4 x für den Emmy nominiert, davon allein drei Mal für die TV-Serie „American Crime“ und ein Mal für die Mini-Serie „Seven Seconds“. Gewonnen hat sie bis heute drei Emmys (2x für „American Crime, 1x für „Seven Seconds). 

 

Bei den Emmys wurden alle drei Staffeln von „The Leftovers“ weitestgehend übergangen. Einzig Ann Dowd wurde für ihren Gastauftritt in der dritten Staffel für den Emmy nominiert. 

 

Die erste Staffel von „The Leftovers“ wurde erstmalig vom 29.06.14 – 07.09.14 auf HBO ausgestrahlt, die zweite Staffel vom 04.10.15 – 06.12.15 und die dritte Staffel vom 16.04.17 – 04.06.17. In Deutschland ist die Serie als DVD oder im Stream zu erhalten. 

 

Trailer zu der ersten Staffel:

 

 

Trailer zu der zweiten Staffel:

 

 

und der sehr passende, gute Trailer zu der dritten und finalen Staffel:

 

 

 

 

Fortsetzung: Folgt.

Eine super Idee und etwas, das ich auch gerne unterstütze: 

Berliner Programmkinos initiieren gemeinsame Unterstützungskampagne auf Startnext

Die Berliner Kinolandschaft ist eine der vielfältigsten der Welt. Engagierte Programmkinos bringen auf 75 Leinwänden Woche für Woche eine Vielzahl von Filmen und Veranstaltungen zum Leuchten, ein Programm so bunt wie die Stadt. Filmstarts jenseits des Mainstreams aus allen Ecken der Welt, internationale und verrückte Festivals, Kinder- und Jugendarbeit, Retrospektiven, Filmgespräche, Podiumsdiskussionen: In diesen Kinos tauchen Menschen in andere Lebenswirklichkeiten ein, lachen, lernen, lieben und streiten. Wie keine andere Stadt lebt und liebt Berlin seine Kinos und die europaweit einzigartige Programmvielfalt.

Durch die vorübergehende unfreiwillige Kreativpause sind die Berliner Programmkinos akut in ihrer Existenz bedroht, denn obwohl derzeit keine Einnahmen erzielt werden, laufen die Fixkosten weiter. Wie bei vielen anderen Kulturunternehmen auch ist es unmöglich, Rücklagen zu bilden, um solche Ausfälle kompensieren zu können.

Damit diese Vielfalt auch in der Zukunft erhalten bleibt, brauchen die Kinomacher*innen Unterstützung.

Berliner Programmkinos haben sich zusammengeschlossen und eine Unterstützungskampagne auf Startnext initiiert. Die Aktion startet am Freitag, 27. März 2020 und ist hier zu finden https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt

 

Alle erzielten Spendeneinnahmen werden an die teilnehmenden Berliner Programmkinos verteilt. Mit den Spenden werden die Kinos einen kleinen Teil ihrer Ausgaben decken können. Gleichzeitig ist auch die Politik gefragt, schnell und unkompliziert finanzielle Unterstützung zu geben, so wie es das Medienboard Berlin-Brandenburg schon bereits getan hat.

Die Berliner Programmkinos haben eine entscheidende Gemeinsamkeit: Sie machen Kino mit Herz. Und dennoch sind sie alle auf ihre eigene Art sehr verschieden. Wem diese Vielfalt wichtig ist, ist aufgerufen, zu helfen.

Babylon Kreuzberg
Blauer Stern
Bundesplatz-Kino
Capitol Dahlem
Central
Cinema Paris
City Kino Wedding
Cosima
Delphi Filmpalast
delphi LUX
Eva Lichtspiele
Filmkunst 66
Filmtheater am Friedrichshain
fsk Kino
Hackesche Höfe Kino
IL KINO
International
Kant Kino
Kino im Kulturhaus Spandau
Kino Kiste
Lichtblick-Kino
Moviemento
Neues Off
Odeon
Passage
Rollberg
Sputnik Kino
Tilsiter Lichtspiele
Toni
Union Filmtheater Friedrichshagen
Wolf Kino
Xenon
Yorck Kino
Zukunft am Ostkreuz

Die Kinos bedanken sich herzlich für die großartige Unterstützung bei Erik Schmitt („Cleo“), dessen Trailer zur Kampagne in Kürze auch auf https://www.startnext.com/fortsetzungfolgt verfügbar ist.

#FortsetzungFolgt
#ToBeContinued

 

Montréal – Film: „The Invisible Man“

Ich war am 04.03.20 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Invisible Man“ (dt. Filmtitel: „Der Unsichtbare“, dt. Kinostart war der 27.02.20)  124 min   thriller, adaptation

dir. Leigh Whannell  cast: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Michael Dorman, Oliver Jackson-Cohen

 

Zwei Wochen nachdem es Cecilia (Elisabeth Moss) geglückt ist, von ihrem kontrollsüchtigen  Ehemann Adrian (Oliver Jackson-Cohen) zu fliehen, erfährt sie, dass er sich das Leben genommen hat. Ihre neugewonnene Freiheit kann sie jedoch nur kurz genießen, denn sie hat das Gefühl beobachtet zu werden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Invisible Man“ ist eine moderne Adaption von H. G. Wells gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des australischen Schauspielers, Drehbuchautors („Saw“, „Death Silence“, Insidious) und Filmemachers („Insidious: Chapter 3“, „Upgrade“) Leigh Whannell. 

Natürlich darf man bei solchen Filmen nicht mit Logik rangehen, man muss sich einfach darauf einlassen können und das konnte ich. Mich erinnerte dieser Film an zwei gut gemachte, spannende Thriller aus den 2000er Jahren („What Lies Beneath“ und „Enough“). Auch dieser hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, teilweise saß ich sogar aufrecht im Sitz. Beste Unterhaltung für zwei Stunden.  Besonders gut gefallen hat mir, dass einiges nur andeutet wird. Man braucht beispielsweise keine Rückblenden, um zu verstehen, aus was für einer Beziehung die Protagonistin Cecilia flüchtet. Man muss auch nicht aussprechen, woher Cecilia genau James kennt. Üblicherweise werden gerade die Art von Filmen idiotensicher geschrieben. Der Score und der Sound sind im Thriller/Horror-Genre nicht unerheblich, die Musik und der Ton sind hier auffällig gut gewählt und in Szene gesetzt. 

In der Tradition von weiblichen Oscar-Performances in Thriller/ Horrorfilmen (Emily Blunt in A Quiet Place, Toni Collette in Hereditary und Lupita Nyong´o in Us), wird sicherlich auch Elisabeth Moss´ hervorragende Performance in diesem Film bei den Oscars übergangen. 

Eine Fortsetzung zu dem Film ist durchaus vorstellbar.

„The Invisible Man“ wurde am 28.02.20 in 3,610 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kam der Film unter dem Filmtitel „Der Unsichtbare“ bereits einen Tag früher ins Kino. Ich habe den Film in Kanada gesehen, wo er ebenfalls am 28.02.20 in den Kinos startete. 

„The Invisible Man“ war der vorletzte Film, den ich vorerst im Kino gesehen habe. Der Trailer verrät zu viel und empfehle ich daher nicht unbedingt:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film. Als ich diesen Trailer am 04.03.20 im Kino sah, wurde kurz vorher bekannt gegeben, dass wegen des Coronavirus die Premiere des Films verschoben wird. Damals fand ich das noch etwas übertrieben. Heute, drei Wochen später, leben wir in einer völlig anderen Welt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Hunt“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm/Thriller mit Hilary Swank und Emma Roberts. Ich hätte schwören können, dass ich einen Trailer von dem Film schon im Kino gesehen habe, konnte ihn aber nicht finden. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Free Guy“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Shawn Levys neuer Film, Actionkomödie mit Ryan Reynolds…und Taika Waititi 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

TV – Serie: „The Outsider“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„The Outsider, 1. Staffel“ (in D. auf Sky Atlantic zu sehen)  10 x approx. 60 min   drama, crime, thriller, horror, adaptation

dir. Jason Bateman, Andrew Bernstein, Igor Martinovic, Karyn Kusama, Daina Reid, J.D. Dillard, Charlotte Brändström  cast: Ben Mendelsohn, Cynthia Erivo, Bill Camp, Julianne Nicholson, Mare Winningham, Paddy Considine, Jason Bateman, Yul Vazquez, Marc Menchaca, Jeremy Bobb, Max Beesley, Derek Cecil 

 

In Cherokee City, Georgia wird die übel zugerichtete, blutüberströmte Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Es sieht sogar so aus, als wäre das Kind regelrecht zerfleischt worden. Einige Indizien, Fingerabdrücke und Zeugenaussagen deuten daraufhin, dass der Familienvater und beliebte Lehrer und Baseball-Trainer Terry Maitland (Jason Bateman) der Mörder ist. Det. Ralph Anderson (Ben Mendelsohn) ermittelt in dem Fall und lässt Terry schließlich festnehmen. Der besteht aber darauf, zum vermeintlichen Tatzeitpunkt nicht mal in der Stadt gewesen zu sein. Es tauchen Beweise auf, die Terrys Aussage stützen, aber da sind immer noch DNA-Spuren am Tatort und die Zeugenaussagen, Terry kann unmöglich an zwei Orten gleichzeitig gewesen sein. Irgendetwas stimmt doch hier nicht und wer ist dieser unheimliche Typ mit dem Kapuzenpulli?

 

B (Wertung von A bis F) „The Outsider“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Stephen King („The Shining“, „Misery“, “The Shawshank Redemption“). Serienschöpfer ist der amerikanische Roman- und Drehbuchautor Richard Price („The Color of Money“, „Sea of Love“, „Shaft“, TV-Serien „The Wire“ und The Night Of). Regie führen u.a. der Schauspieler und Filmemacher Jason Bateman und die Filmemacherin Karyn Kusama (The Invitation, „Destroyer“). 

Ich kannte Stephen Kings Buch nicht und wusste auch nicht wirklich, worauf ich mich einlasse. Im amerikanischen Kino zeigen sie – bevor die Trailer gezeigt werden und der Film offiziell beginnt – oft Vorschauen von TV-Serien, die demnächst anlaufen. Da wurde ich vor einigen Monaten auf „The Outsider“ aufmerksam. Ben Mendelsohn, Bill Camp und Cynthia Erivo in einer scheinbar spannenden, düsteren Serie – das habe ich mir natürlich sofort notiert. Worum es hier genau geht, erfährt man erst nach ein paar Episoden. Der langsame Handlungsaufbau und die vielen Charakter haben auch etwas verhindert, dass ich gleich richtig in diese Serie reinfand. Dennoch gefiel mir was ich sah, in der Folge 5 („Tear Drinker“) gruselte ich mich erstmalig richtig und fand es dann kaum auszuhalten, dass ich immer eine gesamte Woche auf eine weitere Episode warten musste. „The Outsider“ ist anfangs mehr Drama/ Krimi, aber mit einer mysteriösen Geschichte und schließlich Thriller mit übernatürlichen Horror-Elementen. 

Es ist keine TV-Serie, die man nebenbei gucken kann. Dafür gibt es einfach zu viele Charaktere und handlungsrelevante „Kleinigkeiten“, die man schnell verpassen kann. Das war für mich auch ein Grund dafür, dass ich alle zehn Episoden bei der zweiten Sichtung in zwei Sitzungen geschaut habe. 

Ben Mendelsohns Ralph Anderson führt einen hier durch die gesamte Story. Er ist der ermittelnde Cop in dem Kindermordfall. Ralph hat aber noch ein eigenes Päckchen zu tragen, sein Sohn ist vor einem Jahr gestorben. Durch einen „Vorfall“ wird er dazu verdonnert, zum Psychologen zu gehen. Das ist natürlich gar nicht sein Ding, Er ist sehr rational, glaubt einzig an die Dinge, die er sieht. Als in dem aktuellen Kindermordfall dann plötzlich schwer erklärbare, ja übernatürliche Dinge die Auflösung bestimmen, kann er damit schlecht umgehen. Det. Ralph Anderson taugt sicher für die meisten Zuschauer als Identifikationsfigur. Ich sehe Ben Mendelsohn wahnsinnig gerne. Ich weiß nicht, ob mir das vorher schon aufgefallen ist, aber ich mag auch seine raue, tiefe  Stimme und nuschelige Sprache. Schauspielerisch ist er sowieso top, durch die Bank sind aber alle Schauspieler sehr gut und auch perfekt besetzt. Hervorheben möchte ich aber dennoch besonders Cynthia Erivo, Bill Camp und Julianne Nicholson. 

Um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr mag ich, wie die Serie (und wahrscheinlich auch die Romanvorlage) mit dem Thema Schmerz und Trauer umgeht. Leidende, Trauernde, körperlich oder psychisch Verletzte sind sicher auch verwundbarer, also anfälliger für, ja weiteren Schmerz, der ihnen zugefügt wird. Oder anders herum, wie hier, das Böse fühlt sich vom Schmerz angezogen. Vielleicht sind diese Menschen auch oftmals offener für Übernatürliches. Ein Todesfall innerhalb der Familie hat zweifelsfrei Auswirkungen auch auf den Rest der selbigen, auch das wird hier in, mitunter interessante Geschichten eingebettet. 

Ich kann nicht behaupten, dass am Ende dieser zehn Episoden jedes einzelne Detail für mich in einem Zusammenhang gebracht wurde. Es bleiben einige Fragen, was ich aber nicht als störend empfand. 

Meine Lieblingsepisode: Folge 5 („Tear-Drinker“)

Mein Lieblingszitat, gerade in dem hier dargestellten Zusammenhang: „An outsider knows an outsider“

Im Staffelfinale („Must/Can´t“) gibt es während des Abspanns ein, bzw. zwei wichtige Szenen! Also nicht vorher ausmachen. Zur letzten Episode und diesen Abspann-Szenen habe ich mir ein paar Gedanken gemacht bzw. habe ich ein paar Fragen:

 

 

SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER

Noch in der Höhle mit El Cuco: Warum fragt Holly „Wer ist Terry“ (Sie weiß doch ganz genau, wer Terry ist, deshalb wurde sie engagiert)

Warum wird zum Schluss der finalen Episode Frankie Peterson Grabstein eingeblendet, interpretiere ich da zu viel herein, endet die Staffel letztlich nur so wie sie anfing, mit seinem Tod? 

Abspann-Szenen: 

Holly hat im Badezimmer-Spiegel Jack gesehen und hat unmittelbar zum Spiegel gegriffen und ihren Nacken begutachtet, mmmh. Wir als Zuschauer können ihren Nacken nicht sehen. 

Warum spielt Holly mit ihren Haaren (hat sie vorher nie getan)? Warum hört sie Musik? (irgendwann hat sie mal verlauten lassen, dass sie gar keine Musik mag). 

Auf Hollys Unterarm ist definitiv ein Kratzer zu sehen. 

Warum wird der Song „Washington Square“ von dem ihr Ralph erzählt hat (die Anekdote mit seiner Mutter) zum Schluss im Radio gespielt? Das wusste ich tatsächlich nur, weil ich mir immer englische Untertitel einblende und dort die Songs auch genannt werden. 

Holly ist (zusammen mit El Cuco) der Außenseiter dieser Geschichte, wie sie selbst am Ende der Serie äußert. El Cuco kratzt ein Opfer, häutet sich bis er schließlich in einen anderen Körper wandert, die Form des Opfers angenommen hat. Für seine Transformation braucht er ungefähr 27 Tage. Holly leidet unter dem Verlust von Andy, ist verwundbar, hat bereits einen Kratzer auf dem Unterarm  (Ralph hat einen Kratzer im Gesicht, er scheint sich aber langsam mit dem Tod seines Sohnes abgefunden haben)

Frage: Deutet es jetzt darauf hin, dass Holly langsam unter dem Einfluss von El Cuco steht? Wenn sie sich in ihn verwandeln würde, hätte sie sicher keinen Kratzer. Sie könnte aber unter seinem Einfluss stehen, wie Jack seinerzeit. Scheinbar ist ihr bewusst, dass das passieren könnte. Ich habe mir die letzte Episode, wie alle anderen Folgen, ein zweites Mal angeschaut, konnte nicht erkennen, dass Holly gekratzt wurde. Alles sehr mysteriös.

SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE – SPOILER ENDE 

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Det. Ralph Anderson ist der ermittelnden Polizist in dem Fall des getöteten Jungen. Er ist mit Jeannie (gespielt von Mare Winningham) verheiratet, die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, der ein Jahr zuvor an Krebs gestorben ist. Ralph hat den frühen Tod seines Sohnes immer noch nicht richtig verarbeiten können. Gespielt wird Ralph Anderson von dem australischen Schauspieler Ben Mendelsohn. Mir ist er tatsächlich das erste Mal in einem meiner Lieblingsfilme Animal Kingdom aufgefallen. Seither habe ich ihn in unzähligen Filmen (u.a. Starred Up, Slow West, Mississippi Grind, Darkest Hour) gesehen. Auch war er großartig in der TV-Serie „Bloodline“. Für seine Performance in den drei Staffeln dieser Serie wurde er drei Mal für den Emmy nominiert, für die zweite Staffel von „Bloodline“ hat er den Emmy gewonnen. 

Holly Gibney ist eine Privat-Ermittlerin. Sie hat autistische Züge, ist dem Übernatürlichem offen und hat einige besondere Gaben. Da die Gesetzeshüter in dem Fall des getöteten Jungen nicht weiterkommen, wird sie einbezogen. Gespielt wird Holly von der englischen Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin Cynthia Erivo. Cynthia Erivo kommt vom Theater, war in einigen TV-Produktionen („Mr. Selfridge“, „Broad City“) zu sehen. Ich war überrascht, dass Cynthia Erivos Filmographie erst drei, bereits abgedrehte Filme (Widows, Bad Times at the El Royale und „Harriet“) umfasst. Für ihren dritten  Film („Harriet“) hat sie dieses Jahr gleich zwei Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin und Bester Song) erhalten. Für ihre Hauptrolle in dem Broadway-Musical „The Color Purple“ hat sie den Tony gewonnen. Sie hat außerdem für „The Color Purple“ einen Grammy für das Best Musical Theater Album und einen Emmy für Outstanding Musical Performance in a Daytime Program gewonnen. Die Chancen stehen hervorragend, dass die erst 33-jährige Cynthia Erivo schon bald einen Oscar gewinnt und damit zu einer der wenigen, sogenannten EGOT-Gewinner (die einen Emmy, Grammy, Oscar und Tony gewonnen haben) gehört. 

Lt. Yunis Sablo ist ist Lieutenant des GBI (Georgia Bureau of Investigation), somit für die Strafverfolgung des Staates Georgia zuständig. Er arbeitet mit Det. Ralph Anderson (gespielt von Ben Mendelsohn) zusammen. Yunis wird von dem kubanisch-amerikanischen Gitarristen (der Bands Urgent und Diving for Pearls) und Schauspieler Yul Vazquez gespielt. Er hat in einigen TV-Serien (Bloodline , The Looming Tower, „Midnight, Texas“, Russian Doll) mitgewirkt und war auch bereits in großen Filmproduktionen („Traffic“, „War of the Worlds“, „American Gangster“, „Che: Part One & Two“, Captain Phillips, Last Flag Flying) zu sehen. 

Jeannie Anderson ist die Frau von Det. Ralph Anderson (gespielt von Ben Mendelsohn). Die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn, Derek, der ein Jahr zuvor an Krebs gestorben ist. Jeannie ist dem Übernatürlichen nicht ganz so abgeneigt wie ihr Gatte. Gespielt wird Jeannie von der amerikanischen Schauspielerin Mare Winningham. Zu sehen war sie in unzähligen Serien (u.a. The Affair, „American Horror Story: Hotel“, sie hat aber auch kleinere Rollen in Kinofilmen (Philomena, Dark Waters) gespielt. Mare Winningham wurde insgesamt  7 Mal für den Emmy nominiert (für ihre Performance in „Amber Waves“, „Love is Never Silent“, The Boys Next Door“, „George Wallace“, „Law & Order: Special Victims Unit“, Mildred Pierce und „Hatfields & McCoys“). Gewonnen hat sie zwei Emmys für „“Amber Waves“ und „George Wallace“. Sie hat außerdem eine Oscar-Nominierung für ihre Performance in dem Film  „Georgia“ aus dem Jahr 1995.

Terry Maitland ist Lehrer und Baseball-Trainer für Kinder.  Er wird verdächtigt, einen Jungen getötet zu haben. Terry ist mit Glory (Julianne Nicholson) verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder, Maya und Jessa. Gespielt wird Terry von dem amerikanischen Schauspieler, Regisseur  und Produzenten Jason Bateman. Er hat bereits als Kind in „Little House on the Prairie“ gespielt und spielt seither in unzähligen Filmen (Juno, Up in the Air, Disconnect, The Gift, Game Night) und vielen TV-Serien („Arrested Development“, Ozark) mit. Für die TV-Serien „Arrested Development“ und „Ozark“ wurde er insgesamt für 7 Emmys (als Schauspieler, Regisseur und Produzent) nominiert. Im letzten Jahr hat er für eine Episode von „Ozark“ einen Emmy als Regisseur gewonnen. Bei den ersten beiden Episoden von „The Outsider“ führt Jason Bateman auch Regie. 

Glory Maitland ist die Frau von Terry (gespielt von Jason Bateman). Gespielt wird Glory von der amerikanischen Schauspielerin Julianne Nicholson. Bekannt ist sie den meisten wahrscheinlich durch die TV-Serie „Law & Order: Criminal Intent“, sie hat aber auch in anderen TV-Serien, u.a.  Boardwalk Empire und „Masters of Sex“ mitgespielt und war auch in kleineren Rollen in Kinofilmen (August: Osage County, Black Mass, Novitiate und I, Tonya zu sehen. 

Howard Salomon ist der Anwalt von Terry und Glory Maitland (gespielt von Jason Bateman und Julianne Nicholson). Gespielt wird Howard Salomon von dem wunderbaren amerikanischen Schauspieler Bill Camp. Ich weiß nicht warum, aber mir ist er erst sehr spät, genauer: mit der TV-Serie: The Night Of erstmalig aufgefallen. Seither gucke ich mir aber TV-Serien (The Looming Tower) und Filme mitunter sogar schon seinetwegen an. Seine erste Filmrolle hatte er in „Reversal of Fortune“. Ich habe ihn u.a. in Lincoln, 12 Years a Slave, Birdman, Molly´s Game, Skin, Dark Waters gesehen. Der Charakterschauspieler wurde für seine Performance in der TV-Serie „The Night Of“ für den Emmy nominiert. Auch wurde er für seine Darstellung in dem Theaterstück „The Crucible“ für den Tony nominiert. 

Claude Bolton saß bereits einige Male im Gefängnis, ist jetzt auf Bewährung draußen, arbeitet in dem Stripclub Peach Crease und will den Tatverdächtigen Terry Maitland (gespielt von Jason Bateman) blutverschmiert gesehen haben. Gespielt wird Claude von dem englischen Musiker, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Paddy Considine. Er hat in unzähligen Filmen, u.a. „Hot Fuzz“, „The Bourne Ultimatum“, The World´s End, Child 44, „The Death of Stalin“ mitgespielt. Er ist aber auch für das Drehbuch und die Regie von einem meiner Lieblingsfilme, Tyrannosaur, verantwortlich. Im letzten Jahr wurde er für seine Performance in dem Theaterstück „The Ferryman“ für den Tony nominiert. 

Det. Jack Hoskins ist Polizist und Kollege von Det. Ralph Anderson. Jack ist Jäger und Scharfschütze, kürzlich wurde er von seiner Frau verlassen. Det. Jack Hoskins wird von dem amerikanischen Schauspieler Marc Menchaca gespielt. Er hat in zahlreichen TV-Serien (u.a. der ersten Staffel von Homeland und Ozark, und „The Sinner“) mitgespielt. 

„The Outsider“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch.

„The Outsider“ wurde erstmalig v. 12.1.20 – 8.3.20 auf HBO gezeigt. In Deutschland ist diese Miniserie (oder TV-Serie) bei Sky Atlantic zu sehen. Offiziell ist noch keine zweite Staffel bestätigt. Zwei Szenen inmitten des Abspanns der finalen Episode, lassen aber vermuten, dass es eine Fortsetzung gibt. „The Outsider“ hat für HBO extrem gute Einschaltquoten erzielt. Außerdem wenn man bei AppleTV und HBO genau hinschaut, sieht man, dass bei „The Outsider“ für  2 Staffeln angelegt ist. 

Trailer zu sehen:

 

 

 

Berlin (ale) – Film: „Shirley“

Ich war am 01.03.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Shirley“  106 min  drama, adaptation, biopic 

dir. Josephine Decker  cast: Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman 

 

Im Herbst 1964 zieht der junge Doktorand Fred (Logan Lerman) und seine schwangere Ehefrau Rose (Odessa Young) in eine Kleinstadt in Vermont. Fred arbeitet dort als Assistent des College-Professors Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Eigentlich sucht das junge Paar eine Wohnung, sie kommen aber zunächst im Haus des Professors und Literaturkritikers  Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau, der Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss), unter. Dafür soll sich Rose um den Haushalt und um Shirley kümmern. Shirley hat aber offensichtlich psychische Probleme und leidet unter einer Schreibblockade, das Zusammenleben wird für Rose zunehmend zur Belastungsprobe…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Shirley“ ist eine Adaption von Susan Scarf Merrells Roman: „Shirley: A Novel“. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Josephine Decker („Madeline´s Madeline“). Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, wurde aber vom Leben der amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson und ihrem Mann, den College-Professor und Literaturkritiker Stanley Edgar Hyman inspiriert. 

Die Geschichte ist schnell erzählt und hat man in abgewandelter Form auch schon oft gesehen. Für mich war es also nicht die Geschichte, die mich hier in den Bann gezogen hat, es ist die atmosphärische, beklemmende, aber auch anstrengende Inszenierung und die überragenden Performances von Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg und Odessa Young. 

Josephine Deckers letzter Film „Madeline´ s Madeline“ hatte mir schon gut gefallen, bei „Shirley“ arbeitet sie erstmalig nicht mit ihrem eigenen Drehbuch. Der Film wirkt weniger experimentell als ihr letztes Werk, mit der eingesetzten Musik und der Kameraführung sticht ihr, so eigener Regiestil aber immer noch hervor. Während des Films sind meine Gedanken dann tatsächlich auch abgedriftet, weil ich überlegt habe, wie der Film wohl aussehen würde, wenn sich ein anderer Regisseur des Stoffes angenommen hätte und eine andere Schauspielerin die Titelrolle spielen würde. Es wäre ein völlig anderer und nicht so guter Film entstanden, soviel ist sicher. 

Elisabeth Moss hat in vielen Projekten (TV-Serien „The West Wing“, Mad Men,  Top of the Lake, The Handmaid´s Tale und Kinofilmen Her Smell, Us bereits bewiesen, wie wandelbar und talentiert sie ist. Auch hier geht sie völlig uneitel an die Rolle und lässt einen nicht einen Moment daran zweifeln, dass sie Shirley Jackson ist. Für mich ist sie einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. 

„Shirley“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film bzw. die Regisseurin den U.S. Dramatic Special Jury Award: Auteur Filmmaking gewonnen. „Shirley“ wurde einen Monat später bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Sektion Encounters gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Shirley“ wird von dem New Yorker Indie-Produzenten/Verleih NEON vorauss. am 24.04.20 ins amerikanische Kino gebracht. Bislang ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt.

Filmausschnitt zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „The Roads Not Taken“

Ich war am 27.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Roads Not Taken“ (dt. Kinostart: 30.04.20)   85 min  drama 

dir. Sally Potter  cast: Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney

 

Molly (Elle Fanning) macht sich Sorgen um ihren Vater Leo (Javier Bardem). Er liegt teilnahmslos im Bett, ist verwirrt und erkennt sie nicht. Mollys Vater ist mit seinen Gedanken in der Vergangenheit, was war oder was hätte sein können…

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Roads Not Taken“ ist der neue Film der Londoner Filmemacherin Sally Potter („The Man Who Cried“, „Ginger & Rosa“, „The Party“).

Auf der einen Seite sieht man, wie sich die Tochter um ihren scheinbar demenzkranken Vater kümmert und auf der anderen Seite folgt man alles, was den Vater beschäftigt. Sind es Erinnerungsbruchstücke oder doch mehr – wie der Filmtitel vermuten lässt – Parallelentwürfe zu seinem bisher vergangenen Leben? Man weiß es nicht so genau, definitiv ist er nie wirklich im Heute. „The Roads not Taken“ mit seinen drei Erzählsträngen wirkt am Ende etwas unaufgeräumt, vielleicht wollte die Regisseurin das Leben eines an Demenz Erkrankten genau so zeigen, aber der Film hätte berühren müssen. Letztlich macht er es auch, aber erst sehr spät. Erst als Leo auf die beiden pakistanischen Taxifahrer trifft und schließlich als er seiner verzweifelten Tochter gegenübersitzt.

Zusammenfassend ist der Film bedauerlicherweise nicht so gut wie das involvierte Talent (Javier Bardem, Elle Fanning und Laura Linney). 

„The Roads Not Taken“ wurde erstmalig auf den Berliner Filmfestspielen 2020 gezeigt. Dort lief der englische Film im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film soll am 13.03.20 in den amerikanischen Kinos starten und für Deutschland ist ein Kinostart für den 30.04.20 geplant.

Trailer zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Never Rarely Sometimes Always“

Ich war am 26.02.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Never Rarely Sometimes Always“  (dt. Kinostart: 11.06.20) 101 min  drama 

dir. Eliza Hittman  cast: Sidney Flanigan, Talia Ryder, Théodore Pellerin, Ryan Eggold, Sharon Van Etten 

 

Autumn (Sidney Flanigan) lebt in einem Provinzkaff in Pennsylvania. Sie ist 17 Jahre alt und ungewollt schwanger. Ihre Familie soll davon nichts erfahren. Schließlich fährt sie mit ihrer Cousine Skylar (Talia Ryder) nach New York, in der dortigen Abtreibungsklinik sollen sogar Abtreibungen bei Minderjährigen, ohne die Zustimmung der Eltern, vorgenommen werden.

 

B+ (Wertung von A bis F) „Never Rarely Sometimes Always“ ist der neue Film der New Yorker Filmemacherin Eliza Hittman („It Felt Like Love“, „Beach Rats“).

Es ist ein stiller und langsam erzählter, aber eindringlicher Arthouse-Film über eine Teenager-Schwangerschaft und der einsamen Entscheidung einer ungewollt Schwangeren und verzweifelten Jugendlichen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Es ist aber auch ein Film über die Reise zweier junger Mädchen aus der Provinz in das völlig fremde New York.

„Never Rarely Sometimes Always“ ist eines dieser Werke, bei dem man einzelne Szenen noch lange in Erinnerung trägt. Eliza Hittman hat hier einen intensiven, fast schon dokumentarisch anmutenden Film inszeniert. Einen der Zwischentöne, bei dem kaum etwas, aber zur gleichen Zeit so viel passiert. Insbesondere beim Thema Abtreibung ist es wichtig, dass weibliche Regisseure die Geschichten erzählen. So hebt sie auch nicht den moralischen Zeigefinger, hier wird einfach mit Tatsachen umgegangen.

Der im ersten Moment etwas umständlich erscheinende Filmtitel („Never Rarely Sometimes Always“) bezieht sich auf die Auswahl der Antworten auf sehr persönliche Fragen, die der Protagonistin Autumn von der Sozialarbeiterin von Planned Parenthood gestellt werden. Eine unglaublich starke Szene, durch die man auch erfährt, dass die junge Frau Erfahrungen mit sexueller Gewalt gemacht hat. Überhaupt macht der Film auf subtiler Weise darauf aufmerksam, dass Frauen tagtäglich in unterschiedlichen Facetten sexueller Übergriffigkeit ausgesetzt sind. 

Ich habe es sicher schon das eine oder andere Mal erwähnt, dass ich es liebe, wenn „mein New York“ mal ganz anders oder aus einer völlig anderen Perspektive gezeigt wird. Hier von zwei Teenagern, die erstmalig nach New York reisen und dabei keine Urlaubsreise machen und auch nicht mal genug Geld in der Tasche haben. 

Sidney Flanigan, eigentlich eine Musikerin, ist sehr glaubwürdig in ihrer allerersten Rolle, sie gibt ihrem Charakter die nötige Tiefe. Die Beziehung von Autumn zu ihrer Cousine ist auch greifbar und zeigt, dass es dafür auch mal eben nicht dauerndes Gerede braucht.

„Never Rarely Sometimes Always“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Sidney Flanigan), Bestes Originaldrehbuch 

„Never Rarely Sometimes Always“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film den U.S. Dramatic Special Jury Award (Neorealism) gewonnen. Der amerikanische Film lief einen Monat später auf den Berliner Filmfestspielen im Wettbewerb. Dort hat der Film den Großen Preis der Jury gewonnen. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film soll am 13.03.20 in den amerikanischen Kinos starten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 11.06.20 geplant. 

Trailer zu sehen: