TV-Serie: „Fosse/Verdon“

Ich habe mir die folgende FX-Serie angeschaut:

 

„Fosse/Verdon“  8 x approx  50  min   drama, biopic, adaptation

dir. Thomas Kail, Adam Bernstein, Jessica Yu, Minkie Spiro  cast: Sam Rockwell, Michelle Williams, Margaret Qualley, Norbert Leo Butz, Jake Lacy, Aya Cash, Nate Corddry, Evan Handler, Paul Reiser, Brandon Uranowitz, Lin-Manuel Miranda  

 

Nach dem Misserfolg des Films „Sweet Charity“ kämpft der Tänzer, Choreograf und Theater- und Filmregisseur Bob Fosse (Sam Rockwell) darum, bei einem weiteren Hollywood-Film Regie zu führen. Er ist an der Filmadaption des Bühnenstücks „Cabaret“ interessiert. Der Produzent Cy Feuer (Paul Reiser) denkt nicht, dass er für den Film der richtige Regisseur ist. Schließlich bekommt Bob Fosse aber grünes Licht. Während der Dreharbeiten in München findet seine Ehefrau, die Tänzerin und Choreografin Gwen Verdon (Michelle Williams) heraus, dass Bob sie betrügt. Es ist nicht das erste Mal, aber dieses Mal ist alles anders…

 

A- (Wertung von A bis F) „Fosse/Verdon“ beruht auf Sam Wassons Biografie „Fosse“. Diese neue F/X- Miniserie basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt über das künstlerische und private Leben der beiden Broadway-Legenden Bob Fosse und Gwen Verdon. Die gemeinsame Tochter Nicole Fosse ist Mitproduzentin dieser Serie. Serienschöpfer sind der amerikanische Dramatiker Steven Levenson (Broadway-Musical „Dear Evan Hansen“) und der Regisseur des Erfolgs-Musicals „Hamilton“, Thomas Kail. Thomas Kail hat hier auch bei fünf Episoden Regie geführt. Der amerikanische Komponist, Schauspieler und Sänger Lin-Manuel Miranda (Bühnen-Musical „Hamilton“, Moana , Mary Poppins Returns) ist einer der Produzenten der Miniserie und spielt in der letzten Episode die Rolle des Roy Scheider. 

Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nichts über Bob Fosse und Gwen Verdon. Irgendwann habe ich aber  im amerikanischen Kino ein Making of von „Fosse/Verdon“ gesehen und da ich Sam Rockwell und Michelle Williams sehr mag, generell an Showbiz-Stories interessiert bin, habe ich etwas recherchiert. Dann kamen die Oscars ins Spiel und es war klar, dass ich diesen Mehrteiler unbedingt anschauen muss.

Bob Fosse ist hierzulande wahrscheinlich wenig bekannt. Er ist es aber, der aus dem Bühnenstück „Chicago“ ein Musical kreierte. Dieses Musical läuft seit 1975 und bis heute und ist damit das am längsten gespielte amerikanische Musical. Im Jahr 2002 hat Rob Marshall „Chicago“ verfilmt und der Film gewann sechs Oscars (inkl. Bester Film). Bob Fosse ist aber auch bekannt für den Film „Cabaret“, für den Bob Fosse im Jahr 1973 selbst den Regie-Oscar gewann. In diesem Jahr gewann Bob Fosse  außerdem noch drei Emmys und zwei Tonys und ist damit, bis heute, der Einzige, dem es gelungen ist, in einem Jahr einen Oscar, einen Emmy und einen Tony zu gewinnen. Allein für seine Choreografien gewann er insgesamt acht Tony-Awards. Gwen Verdon war eine der besten Schauspielerinnen und Tänzerinnen am Broadway und wurde vier Mal mit dem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. 

Bob Fosse war ein kreatives Genie und hat, so habe ich jetzt erfahren, viele Künstler, darunter Michael Jackson und Beyoncé, beeinflusst. Er benutzte Requisiten wie Hüte, Stöcke und Stühle und liess sie in seine Choreografien einfliessen. Bob Fosse war aber auch ein Womanizer, Ehebrecher, Egoist und Kettenraucher (5 bis 6 Packungen pro Tag). Ich weiß gar nicht mehr, seit wann ich eigentlich ein Fan von Sam Rockwell bin, wahrscheinlich seit seiner Rolle in George Clooneys „Confessions of a Dangerous Mind“. Sam Rockwell ist die perfekte Wahl für Bob Fosse. In einigen Filmen und bei zahlreichen Talkshow-Auftritten konnte der Schauspieler bereits mit Tanzeinlagen beeindrucken. Um so bemerkenswerter, dass ihm erst jetzt ein „Tanz-Projekt“ angeboten wurde. Der Oscar-Gewinner zeigt hier eine Facette, die ich bislang noch nicht von ihm gesehen habe. 

Die Kritiker sind – vor allen Dingen – voll des Lobes für Michelle Williams. Sie spielt (und singt und tanzt) auch fantastisch, selbst ihre Stimme und Sprache hat sie bis ins Unkenntliche verändert und der von Gwen Verdon angepasst. Wenn „Fosse/Verdon“ ein Kinofilm wäre, wäre sie nur schwer, bei den nächsten Oscars zu schlagen. Zu Beginn dieser Miniserie hat mich Michelle Williams Performance noch mehr als die von Sam Rockwell beeindruckt. Das liegt vielleicht auch daran, dass ihre Figur zugänglicher ist und man mit Sam Rockwells Bob Fosse erst warm werden muss. Selbstverständlich wird sich auch über Sam Rockwell anerkennend geäußert. Für meinen Geschmack müsste man über seine Performance aber auch in den allerhöchsten Tönen sprechen. Die Aufgabe von Schauspielern ist es, ihre jeweilige Rolle so authentisch wie möglich rüberzubringen. Wenn gezeigt werden soll, dass sich zwei Menschen  verlieben, muss man das als Zuschauer spüren. Genau das gelingt den Beiden. Darüberhinaus, schafft es Sam Rockwell, dass sich auch der Zuschauer in ihn verliebt. Bei beiden Schauspielern vergisst man irgendwann, hier überhaupt Schauspieler zu sehen. Kurzum Beide spielen auf höchstem Emmy-Niveau und bewerben sich um diese Auszeichnung. 

„Fosse/Verdon“ beginnt kurz vor dem Lebensende von Bob Fosse, eine Szene, die am Ende der ersten Episode erneut aufgenommen wird. Der Countdown, der immer wieder anhand einiger Titelkarten eingeblendet wird, bezieht sich zum einen auf Bob Fosses Tod, aber, was mit der finalen Szene mit Bob Fosse und Gwen Verdon deutlich wird, auch auf das Ende ihrer langjährigen engen Bindung. 

Auch wenn ich nichts über beide Broadway-Legenden zuvor wusste, am Ende der Miniserie hatte ich einen ziemlich guten Eindruck, was Bob Fosse und Gwen Verdon ausgemacht hat, sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene. Aufgrund von Bob Fosses Untreue endete die Ehe von Bob Fosse und Gwen Verdon. Sie haben sich aber nie scheiden lassen und blieben, bis zu seinem Tod, enge Vertraute. 

„Fosse/Verdon“ zieht einen schnell in die amerikanische Theater- und Filmwelt. In erster Linie ist es aber ein Charakterdrama. Natürlich gibt es auch kurze Tanz- und Musical-Nummern, für mich als Nicht-Musical-Fan aber zu keinem Zeitpunkt belastend. 

Wie jede TV-Serie, die ich herausragend finde, habe ich auch „Fosse/Verdon“ zwei Mal gesehen. Ähnlich wie bei der TV-Serie Feud: Bette and Joan ist „Fosse/Verdon“ ein Mehrteiler, bei dem man sich auch mit den Werken der Charaktere auseinandersetzen sollte. Daher habe ich mir zwischen der ersten und zweiten Sichtung von „Fosse/Verdon“ einige YouTube-Videos mit Bob Fosse und Gwen Verdon und folgende Filme angeschaut:

  • „Lenny“ (1974, dir. Bob Fosse) meine Bewertung für dieses sehr künstlerische s/w-Biopic über den amerikanischen Stand-up Comedian Lenny Bruce mit einer Oscar-Performance von Dustin Hoffman: A- . Der Film wurde für sechs Oscars (darunter Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch) nominiert. 
  • Cabaret (1972, dir. Bob Fosse) meine Bewertung für die Romanadaption und die Verfilmung des Broadway-Musicals mit Liza Minelli und Michael York in den Hauptrollen: B+ Der Film wurde für zehn Oscars nominiert, gewonnen hat er acht (darunter Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Liza Minelli, Bester Nebendarsteller Joel Grey). „Cabaret“ war auch für die Kategorien Bester Film und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert, hat diese beiden Kategorien jedoch an Francis Ford Coppolas „The Godfather“ verloren. „Cabaret“ hält bis heute (Juli 2019) den Rekord für einen Film, der mit den meisten Oscars (8) ausgezeichnet wurde, ohne, dass der Film die Kategorie Bester Film gewann. Sollte irgendwann die Lebensgeschichte von Liza Minelli verfilmt werden, sollte man die Oscar-Gewinnerin Olivia Colman als optisch perfekte Besetzung der Hauptrolle im Augen behalten. Das ist mir aufgefallen, als ich „Cabaret“ sah.
  • All That Jazz (1979, dir. Bob Fosse) meine Bewertung für dieses Musical/Drama, das an das Leben von Bob Fosse angelehnt ist, mit Roy Scheider in der Hauptrolle und Jessica Lange und John Lithgow: B+ Der Film wurde für neun Oscars nominiert (inkl. Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller), gewonnen hat der Film vier (Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Original Song Score) 

Über die wichtigsten Episoden im Einzelnen:

Nr. 2 („Who´s Got the Pain?) Tony-Gewinnerin Gwen Verdon trifft das erste Mal auf den, seinerzeit noch verheirateten Choreografen Bob Fosse. Der Beginn ihrer Liebe und beruflichen Zusammenarbeit. Dies ist eine meiner Lieblingsepisoden

Nr. 5 („Where Am I Going?) Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „bottle episode“. An einer Location (Bobs Sommerhaus) verweilen Bob, Neil, Paddy, Ann, Nicole, Gwen und Ron 

Nr. 6 („All I Care About Is Love“, Drehbuch: Ike Holter, Regie: Minkie Spiro ) Diese Episode zeigt  Bob Fosse als Teenager und wie überarbeitet er im Jetzt ist. Er arbeitet zeitgleich an seinem Film „Lenny“ und dem Broadway-Musical „Chicago“.  Letztlich führt das und der Konsum von Alkohol, Zigaretten und Drogen zu einem Herzinfarkt. Bob Fosse schlüpft dabei immer wieder in die Rolle des Stand-up Comedian Lenny Bruce (über den er den s/w-Film „Lenny“ mit Dustin Hoffman drehte). Diese Folge ist nicht nur außergewöhnlich kreativ, hier sieht man spätestens, dass Sam Rockwell nicht nur ein facettenreicher Charakterschauspieler, sondern auch den Charme, das Charisma und die Präsenz eines Filmstars hat. Ganz klar, eine meiner Lieblingsepisoden, vielleicht sogar die beste aller acht Episoden

Nr. 8 („Providence“) Die letzten Jahre von Bob Fosse. Er dreht „All That Jazz“, ein Film über sein Leben. Nun realisiert er, dass er einige Fehler in seinem Leben begangen hat. Eine sehr emotionale und für mich tränenreiche Folge. 

Sowohl Sam Rockwell als auch Michelle Williams spielen ihre Charaktere über einen Zeitraum von über 30 Jahren. Im Jahr 1955, als Gwen Verdon 30 Jahre und Bob Fosse 28 Jahre alt waren, haben sich die Beiden kennengelernt. Sie haben dann bei dem Broadway-Musical „Damn Yankees“ zusammengearbeitet. Ein Jahr später war das Musical der große Abräumer bei den Tony Awards und bescherte Gwen Verdon einen Tony als Beste Hauptdarstellerin in einem Musical und ihm einen für die beste Choreografie. Auch wenn ihre Ehe nach elf Jahren, im Jahr 1971, am Ende war, liessen sie sich nie scheiden und blieben sowohl freundschaftlich als auch beruflich bis zu seinem Tod (im Jahr 1987) verbunden. In „Fosse/Verdon“ spielt Sam Rockwell  Bob Fosse im Alter von 28 bis 60 Jahren, Michelle Williams spielt Gwen Verdon hier im Alter von 30 bis 62 Jahren.

Die Charaktere im Einzelnen:

Bob Fosse war zunächst ein US-amerikanischer Tänzer, der davon träumte, der nächste Fred Astaire zu sein. Später hat er als Choreograf und Theater- und Filmregisseur gearbeitet. Er wurde vier Mal für den Oscar nominiert, als Regisseur des Films „Cabaret“ gewann er im Jahr 1973 den Oscar. Im selben Jahr gewann er auch zwei Tony Awards (für „Pippin“ ) und drei Emmys für „Liza with a Z“, eine Liza Minelli-Konzertproduktion für das Fernsehen. Bis heute gibt es niemanden, der in einem Jahr einen Oscar, einen Tony und einen Emmy gewann. Bob Fosse war eine Broadway-Legende. Zwischen 1955 und 1986 wurde er insgesamt 20 x für den Tony nominiert und hat den Theater-Oscar 9 x gewonnen. Seit dem Jahr 1960 war er mit der Schauspielerin und Tänzerin Gwen Verdon (gespielt von Michelle Williams) verheiratet. Die beiden hatten mit Nicole eine gemeinsame Tochter. Gespielt wird Bob Fosse von dem amerikanischen Schauspieler Sam Rockwell. Rückblickend ist er mir, glaube ich, das erste Mal in „Charlie´s Angels“ aufgefallen. In George Clooneys „Confessions of a Dangerous Mind“ hat er die erste Hauptrolle gespielt. Seither hat er in unzähligen Filmen mitgespielt (u.a. Frost/Nixon, Moon, Seven Psychopaths, Loitering with Intent). Sam Rockwell wurde für seine Performance in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri und Vice für den Oscar nominiert, für „Three Billboards“ hat er den Oscar gewonnen. 

Gwen Verdon war eine Schauspielerin und Tänzerin. Sie war eine Legende und eine der besten Broadway-Tänzerinnen ihrer Zeit. Zwischen 1953 und 1976 wurde sie 6 x für den Tony nominiert und hat den Theater-Oscar 4 x gewonnen. Sie wurde außerdem drei Mal für den Emmy nominiert (u.a. für ihre Gastrolle in „Magnum P.I.“). Es war ihre Idee, das Bühnenstück „Chicago“ als Musical umzusetzen. Jahrelang hat sie um die Rechte gekämpft, bis das Musical dann im Jahr 1975 unter der Regie von Bob Fosse und mit ihr als Roxie Hart am Broadway Premiere feierte. Seit dem Jahr 1960 war sie mit dem Choreografen, Theater- und Filmregisseur Bob Fosse (gespielt von Sam Rockwell) verheiratet. Die Beiden hatten eine gemeinsame Tochter, Nicole. Gespielt wird Gwen Verdon von der amerikanischen Schauspielerin Michelle Williams. Bekannt geworden ist sie vor rund zwanzig Jahren durch die TV-Serie „Dawson´s Creek“. Mit ihrer Rolle in „Brokeback Mountain“ hatte sie ihren Durchbruch in Hollywood. Am Set hatte sie auch den Vater ihrer Tochter, den leider viel zu früh verstorbenen Heath Ledger, kennengelernt. Michelle Williams hat in unzähligen Filmen mitgespielt, sie wurde vier Mal für den Oscar nominiert (für „Brokeback Mountain“, Blue Valentine, My Week with Marilyn und Manchester by the Sea). Für ihre Performance in „Blackbird“ wurde sie zudem noch für den Theater-Oscar, den Tony, nominiert. Was für „Fosse/Verdon“ interessant ist, Michelle Williams hat im Jahr 2014 Sally Bowles in dem Broadway-Musical „Cabaret“ gespielt. 

Paddy Chayefsky war ein Dramatiker und Drehbuchautor. Er war der beste Freund von Bob Fosse (gespielt von Sam Rockwell). Paddy Chayefsky hat drei Oscars für seine Originaldrehbücher (für „Marty“, „The Hospital“ und „Network“) gewonnen. Gespielt wird Paddy von dem amerikanischen Bühnen- TV- und Filmschauspieler und Sänger Norbert Leo Butz. Für seine Performance in den Broadway-Musicals „Dirty Rotten Scoundrels“ und „Catch Me If You Can“ hat er zwei Tonys gewonnen. Weitläufiger bekannt ist er aber sicherlich durch die TV-Serie „Bloodline“. Er hat aber auch in einigen Filmen (u.a. Dan in Real Life, Fair Game, Higher Ground, Disconnect) mitgespielt.

Ann Reinking ist mittlerweile 69 Jahre alt und lebt heute hauptsächlich in Arizona. Die Amerikanerin hat als Schauspielerin, Tänzerin und Choreografin drei Tony-Nominierungen erhalten. Für ihre Choreografie für das Broadway-Musical „Chicago“ wurde sie mit dem Tony ausgezeichnet. Ann Reinking hat eine langjährige Beziehung mit Bob Fosse (gespielt von Sam Rockwell) geführt und mit ihm einige Male, (u.a. auch in seinem Film „All That Jazz“) zusammengearbeitet. Gespielt wird Ann von der amerikanischen Schauspielerin und Tänzerin Margaret Qualley. Bekannt ist sie den meisten wahrscheinlich durch ihre Rolle in „The Leftovers“. Sie hat aber auch in einigen Kinofilmen (u.a. Palo Alto, The Nice Guys, Novitiate) gespielt. Margaret Qualley ist die Tochter der Schauspielerin Andie MacDowell. 

Ron ist Schauspieler und der Freund von Gwen Verdon (gespielt von Michelle Williams). Ron basiert auf keiner realen Person. Er ist auch kein sonderlich wichtiger Charakter dieses Mehrteilers. Ich sah hier aber die Gelegenheit, Jake Lacy, der den Ron spielt, zu erwähnen. Für mich hat Jake Lacy einen großen Wiedererkennungswert. Mir ist er bereits einige Male positiv aufgefallen. Der amerikanische Schauspieler hat in einigen TV-Serien (u.a. „The Office“, „Girls“) und auch Kinofilmen (u.a. Carol, Love the Coopers, Miss Sloane, Diane) mitgespielt. 

Seit vielen Jahren kann man beobachten, dass Fernsehproduktionen immer hochwertiger werden. Es gibt kaum einen Charakterschauspieler (und auch Hollywoodstar), der nicht bereits in einer TV-Serie oder einem Mehrteiler mitgewirkt hat. Mein Interesse bei den Fernsehproduktionen gilt vordergründig den Mehrteilern. Ich mag das Format, das einem etwas längerem, aber nicht zu langem Spielfilm gleicht. Entsprechend habe ich mittlerweile auch immer mehr Interesse an dem Fernseh-Oscar, dem Emmy. Die,  für die Emmy-Saison 2018/2019  wichtigsten Mehrteiler (Sharp Objects, True Detective, Escape at Dannemora, „Fosse/Verdon“, When They See Us und der so gehypte Mehrteiler „Chernobyl“) habe ich jetzt alle gesehen. Am besten hat mir aber tatsächlich „Fosse/Verdon“ gefallen.

„Fosse/Verdon“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, darunter: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actor in a Limited Series or Movie (Sam Rockwell), Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie (Michelle Williams). Anmerkung: Michelle Williams größte Konkurrentin ist derzeit sicher Patricia Arquette (für ihre Rolle in Escape at Dannemora). Sie gibt auch eine exzellente Performance, aber Michelle Williams Performance ist um einiges anspruchsvoller und daher hoffe ich, dass sie den Emmy gewinnt. Auch hoffe ich auf die Auszeichnung von noch mehr Emmys für „Fosse/Verdon“ Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „Fosse/Verdon“ für 17 Emmys nominiert (darunter Limited Series, Lead Actor in a Limited Series (Sam Rockwell), Lead Actress in a Limited Series (Michelle Williams), Supporting Actress in a Limited Series (Margaret Qualley)  Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

„Fosse/Verdon“ wurde erstmalig v. 9.4.19 – 28.05.19 auf dem amerikanischen TV-Sender FX ausgestrahlt. 

Trailer zu sehen:

 

Plakat der F/X-Serie "Fosse/Verdon" in New York, April 2019
Plakat der F/X-Serie „Fosse/Verdon“ in New York, April 2019

Charlotte – Film: „All the Money in the World“

Ich war am 28.12.17 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„All the Money in the World“ (dt. Filmtitel: „Alles Geld der Welt“, dt. Kinostart: 15.02.18) 133 min drama, biopic, adaptation
dir. Ridley Scott cast: Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, Romain Duris, Charlie Plummer, Timothy Hutton, Andrew Buchan

 

Nach der Scheidung von John Paul Getty Jr. (Andrew Buchan) verzichtet Gail (Michelle Williams) auf viel Geld, einzig das alleinige Sorgerecht für ihre vier Kinder wollte sie behalten. Sie zieht ihre Kinder in Rom auf. Am 10. Juli 1973 wird ihr 16-jährige Sohn Paul (Charlie Plummer) entführt. Eine Lösegeldsumme von 17 Millionen Dollar wird für die Freilassung des Jungen gefordert. Gail hat selbst kein Geld, die Entführer gehen aber davon aus, dass ihr ehemaliger Schwiegervater, J. Paul Getty (Christopher Plummer) das Geld für seinen Enkel zahlen wird. Der reichste Mann der Welt weigert sich jedoch, auch nur einen Cent zu zahlen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „All the Money in the World“ wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Der Film basiert auf John Pearsons Buch „Painfully Rich: The Outrageous Fortunes and Misfortunes of the Heirs of J. Paul Getty“. Es ist der neue Film des englischen Filmemachers Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, The Martian).

„All the Money in the World“ ist ein gut inszeniertes, spannendes Drama mit Thriller-Elementen. Der Film beruht auf historischen Tatsachen, auch wenn die Story aus dramaturgischen Gründen etwas abgewandelt wurde. Die Geschichte deutet eine äußerst faszinierende und tragische Familiengeschichte an. Der Ablauf und der Hintergrund der Getty-Entführung war mir nicht bekannt, sehr wohl wusste ich aber – wie wahrscheinlich jeder andere auch – von der Sache mit dem Ohr. J. Paul Getty war seinerzeit der reichste Mann der Welt. Mir wird nie begreiflich sein, wie man – insbesondere, wenn man so viel Geld hat – so geizig sein kann. Generell ist es für mich eine der unangenehmsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann. Was für ein Widerling J. Paul Getty war. Ganz sicher wäre es nicht in seinem Sinne, dass der Eintritt zu der Getty Villa (mit dem traumschönen Garten) und auch das äußerst beeindruckende Getty Center in Los Angeles kostenlos zu besichtigen sind.

John Paul Getty III hat recht bald nach seiner Entführung die Deutsche Gisela Getty, geboren Schmidt (Mitglied der Berliner Kommune 1) geheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn: Balthazar Getty, ein amerikanischer DJ und Schauspieler, vorwiegend bekannt aus den TV-Serien „Charmed“, „Brothers & Sisters“ und „Twin Peaks: The Return“). Ridley Scott hat übrigens mit dem Sohn des Entführten, Balthazar Getty, bereits in „White Squall“ zusammengearbeitet.

„All the Money in the World“ sollte ursprünglich (mit Kevin Spacey in der Rolle des J. Paul Getty) auf dem AFI Fest als Abschlussfilm am 16.11.17 in der Weltpremiere gezeigt werden. Als – Anfang November 2017 – die Missbrauchsvorwürfe gegen Kevin Spacey immer stärker wurden, beschloss Ridley Scott kurzerhand den Schauspieler aus seinem fertigen Film zu entfernen und die rund 20 Spacey-Szenen mit dem englischen Schauspieler Christopher Plummer nachzudrehen. Nun war zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht klar, ob der überhaupt zur Verfügung stand, außerdem brauchte er nicht nur die, mittlerweile 88-jährige Schauspiellegende, sondern auch die anderen Schauspieler (Mark Wahlberg, Michelle Williams, u.a.) und den Rest der Crew. Also wurden viele Telefonate, u.a. mit den Schauspielagenten geführt, alles natürlich im Geheimen, man wollte das Ganze ja nicht an die große Glocke hängen. Christopher Plummer wollte eigentlich in den Florida-Urlaub fliegen als er davon erfuhr, dass Ridley Scott ihn in der Rolle sehen wollte. Der englische Filmemacher flog extra von London nach New York, um sich mit Christopher Plummer zu treffen. Christopher Plummer ist ein großer Bewunderer von Ridley Scott und wollte schon lange mal mit ihm drehen und gab an, er hätte sich sogar auf den Dreh eingelassen, wenn er das Skript gehasst hätte. Plummer sagte schließlich zu und lernte – offensichtlich – in Windeseile seine Texte (und da ich den Film jetzt gesehen habe, kann ich nur sagen, es ist viel Text). Die anderen Schauspieler (Mark Wahlberg und Michelle Williams, u.a.) erfuhren nur, dass ein paar Reshoots in Rom und London erforderlich waren, nicht, dass sie jetzt mit einem anderen Schauspieler als Jean Paul Getty drehen werden. Der Nachdreh fand vom 20.11.17 – 29.11.17 statt. Gleichzeitig wurde das Filmmaterial im Schneideraum bearbeitet. Die noch nicht ganz fertige Version wurde den HFPA-Mitgliedern dann exklusiv am 4.12.17 gezeigt. „All the Money in the World“ wurde dann ein paar Tage später für drei Golden Globes (Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin, Michelle Williams, Bester Nebendarsteller Christopher Plummer) nominiert. An dem ursprünglichen amerikanischen Kinostart am 22.12.17 konnte festgehalten werden. Ein richtig guter Regisseur ist einer, der eine klare Vision hat, wie sein Film auszusehen hat, aber auch einer, der Entscheidungen fällt, wenn es nötig ist. Ridley Scott ist ein verdammt guter Regisseur. Er hat dieses Jahr nicht nur Alien: Covenant gedreht, sondern auch diese Meisterleistung rund um „All the Money in the World“ abgeliefert – und das mit 80 Jahren. Mein höchster Respekt.

Wenn ich ehrlich bin, galt mein Hauptaufmerksamkeit im Film zunächst jeder einzelnen Szene mit Christopher Plummer, gerade am Anfang ist er in quasi jeder Szene zu sehen. Wenn man genau hinguckt, sieht ein paar Fehlerchen im Schnitt, aber im Ganzen ist die Regiearbeit – wie von Ridley Scott zu erwarten – perfekt. Christopher Plummer hat sich für diese bravouröse Blitz-Leistung definitiv eine Oscar-Nominierung verdient, ich finde auch Michelle Williams. Im Moment glaube ich, dass es Christopher Plummer auch reinschafft, für Michelle Williams wird es schwierig, wahrscheinlich ist es zu spät für sie eine Kampagne zu starten, außerdem ist die Konkurrenz zu stark. Mir haben aber auch Andrew Buchan (bekannt aus der britischen TV-Serie Broadchurch) als J. Paul Gettys Sohn bzw. Gails (Ex-)Ehemann und Romain Duris, der hier Cinquanta spielt, gefallen.

In der diesjährigen Oscar-Saison war „All the Money in the World“ (noch nach The Post und Phantom Thread) der letzte mögliche Oscar-Kandidat, der gezeigt wurde.

„All the Money in the World“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Michelle Williams), (Bester Nebendarsteller (Christopher Plummer), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: All the Money in the World hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Supporting Actor – Christopher Plummer)

„All the Money in the World“ ist am 22.12.17 landesweit in 2074 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Alles Geld der Welt“ ab dem 15.02.18 in den Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der neue Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Film Stars Don´t Die in Liverpool„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: RomDrama mit Annette Bening, Jamie Bell und Vanessa Redgrave
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: das dieser Mist so viel Geld macht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Black Panther„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Comic-Verfilmung von Ryan Coogler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn die Kritiken gut sind

San Francisco – Film: „Certain Women“

Ich war am 31.10.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Certain Women“ (dt. Kinostart: 02.03.17) 107 min drama, adaptation
dir. Kelly Reichardt cast: Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams, James LeGros, Jared Harris, Lily Gladstone

 

 

Seit acht Monaten erklärt die Anwältin Laura Wells (Laura Dern) ihrem verzweifelten Klienten (Jared Harris) bereits, dass sein Fall aussichtslos ist. Er will es nicht wahrhaben und schon bald spitzt sich die Lage dramatisch zu…
Das Ehepaar Gina und Ryan Lewis (Michelle Williams und James LeGros) bauen ein Haus und versuchen dafür, einem älteren Herrn (Rene Auberjonois) einige Natursteine abzuschwatzen. Dabei geraten die Probleme innerhalb der Familie und der Ehe immer mehr an die Oberfläche…
Jamie (Lily Gladstone) arbeitet auf einer Pferderanch und hat sich aus Langeweile in das Seminar, dass die junge Anwältin Beth Travis (Kristen Stewart) an der Abendschule gibt, geschlichen. Nach dem Unterricht gehen die beiden Frauen noch etwas essen, dabei verliebt sich Jamie in Beth…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Certain Women“ basiert auf Maile Meloys Sammlung von Kurzgeschichten „ Both Ways Is the Only Way I Want It“ und „Half in Love“. Es ist der neue Film der amerikanischen Regisseurin Kelly Reichhardt („Wendy and Lucy“, The Meek´s Cutoff, Night Moves)

Hauptberuflich ist Kelly Reichhardt Filmprofessorin am Bard College im Bundesstaat New York. Ich bewundere und unterstütze immer Filmemacher, die mutig sind und einen eigenen Weg und Stil verfolgen. Außerdem bin ich an den Arbeiten weiblicher Filmemacher interessiert. „Certain Women“ ist nun der dritte Film, den ich von Kelly Reichhardt gesehen habe und für mich zweifelsfrei der Beste der drei Filme. Wenn man weiß, worauf man sich bei einem Kelly-Reichhardt-Film einlässt, kann man die entspannt-entschleunigte Art ihrer Inszenierungen geniessen.

In diesem Film werden drei, voneinander unabhängige Geschichten erzählt. (Dem aufmerksamen Zuschauer wird nicht entgehen, dass zwei Charaktere aus der ersten Geschichte, auch in einer der anderen auftauchen). Es gibt auch noch weitere Verbindungen der Charaktere in den drei Geschichten.

 
Kelly Reichhardt inszeniert ihre Filme ganz minimalistisch, kaum Handlung, kaum oder keine Filmmusik, dafür sind die Landschaft (hier Montana) und das Umfeld auch immer Teil ihrer Erzählungen. Sie hat sie ein sehr gutes Auge für natürliche und eindrucksvolle Bilder und Szenen. In diesem Film wird das besonders in der letzten Geschichte deutlich. Diese Geschichte war für mich die interessanteste, was nicht zuletzt an Lily Gladstone liegt. Lily Gladstone ist ein Name, den man sich merken sollte. Sie hat die seltene Begabung, die Gefühle ihres Filmcharakters vordergründig durch ihre Augen transparent zu machen. Ähnliches schauspielerisches Talent war dieses Jahr bei Sandra Hüller in Toni Erdmann zu bewundern. Für mich ist es ganz klar eine Oscar-Performance. Eine weitere Neuentdeckung in diesem Film war Rene Auberjonois, der in der zweiten Geschichte den älteren Herrn spielt.

 
Der Film „Certain Women“ ist „Lucy“ gewidmet, Kelly Reichhardts verstorbenen Hündin. Sie hatte in einigen ihrer Filme mitgespielt.

„Certain Women“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Lily Gladstone, Laura Dern, Kristen Stewart, Michelle Williams)

„Certain Women“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 14.10.16 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 138 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 02.03.17 anvisiert. Kürzlich wurde der Film mit dem Preis als Bester Film auf dem London Film Festival 2016 ausgezeichnet.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Jackie„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Biopic über Jacqueline Kennedy mit Natalie Portman in der Hauptrolle. Ganz klar sehe ich hier eine Oscar-Nominierung, obwohl ich kein Freund der Portman bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Loving„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jeff Nichols neuer Film mit Joel Edgerton, Ruth Negga und natürlich Michael Shannon. Ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lion„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Dev Patel, Rooney Mara und Nicole Kidman. Oscar-Film und Harveys einziges Pferd im Stall.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Elle„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so sehr auf einen französischen Film gewartet habe. Paul Verhoevens neuer Film mit Isabelle Huppert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

 

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NYC – Film: „Manchester by the Sea“

Ich war am 2.10.16 in New York und am 26.11.16 in Chicago habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Manchester by the Sea“ (dt. Kinostart: 19.1.17) 137 min drama
dir. Kenneth Lonergan cast: Casey Affleck, Lucas Hedges, Michelle Williams, Kyle Chandler, Tate Donovan,  Gretchen Mol, Matthew Broderick

 

 

Lee Chandler (Casey Affleck) lebt in Boston und arbeitet als Hausmeister. Eines Tages erfährt er, dass sein Bruder Joe (Kyle Chandler) gestorben ist. Er war zwar herzkrank, aber so plötzlich hat niemand mit seinem Ableben gerechnet. Lee fährt in seine Heimatstadt, Manchester-by-the Sea, zurück und kümmert sich um seinen 16-jährigen Neffen Patrick (Lucas Hedges). Im Testament hat ihn sein Bruder als Vormund für den Jungen bestimmt. Mit dieser Verantwortung ist Lee überfordert…

 
A- (Wertung von A bis F) Nach den Filmen „You Can Count on Me“ und Margaret ist „Manchester by the Sea“ erst die dritte Regiearbeit des New Yorker Drehbuchautors und Filmemachers Kenneth Lonergan.

Als ich mein Ticket für Manchester by the Sea“ gekauft habe, habe ich mich bereits darauf eingerichtet, deprimiert aus dem Kino zu kommen. Der Film ist jedoch anders, als ich erwartete. Es ist ein Drama, traurig – klar, aber auch unglaublich witzig, manchmal wurde in der Vorstellung so viel und so laut gelacht, dass man beinahe Mühe hatte, die Dialoge komplett zu verstehen.

Der Humor resultiert hauptsächlich aus der authentischen und lebensnahen Beziehung von Lee und Patrick. Der Alltag der Beiden bietet viel Situationskomik und auch ist die Kommunikation dieser beiden glaubwürdigen Persönlichkeiten teilweise brüllend komisch. Die Beziehung wirkt so echt, es hätte auch eine Reportage über einen Onkel und seinen nervigen Teenager-Neffen sein können.

 
Casey Affleck spielt hier einen introvertierten, sympathischen jungen Mann – einen ganz normalen Typen, der natürlich nicht fehlerfrei ist. Ich erinnere mich an eine Situation in einer Bar, bei der ich – in dem Moment – nicht wirklich nachvollziehen konnte, warum er auf eine bestimmte Art reagierte. Wie das Schicksal bei Lee zugeschlagen hat, warum Lee von den Einwohnern in Manchester als DER Lee Chandler bezeichnet wird, erfährt der Zuschauer in Rückblenden. Man sieht, wie das Schicksal bei ihm zugeschlagen hat und warum er es nicht länger in dem Kaff ausgehalten hat. Jetzt bekommt er von jetzt auf gleich die Vormundschaft für seinen 16-jährigen Neffen aufs Auge gedrückt. Als Zuschauer nimmt man teil an dem Leben dieser Beiden, der Teenager mit seinen riesigen Teenager-Problemen und der Onkel, der nicht so richtig weiß, wie er damit umgehen soll. Irgendwann steht man Lee und Patrick so nah, dass man Teil der Familie sein könnte. Ich weiss nicht warum, aber ich hatte die ganze Zeit befürchtet, dass Lee und Patrick am Ende noch etwas Schreckliches zustösst. Es ist die Angst, die man bei Menschen hat, die einem nahestehen.

„Manchester by the Sea“ ist, meiner Meinung nach, einer der besten Filme des Jahres 2016. Es ist ein intensiver, aber unaufgeregter Film, der nicht auf ein spektakuläres Ende hinarbeitet.

 

Update: Nach der zweiten Sichtung des Films, ist „Manchester by the Sea“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

Diese Performance wird Casey Affleck nach „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ höchstwahrscheinlich seine zweite Oscar-Nominierung einbringen. Rückblickend betrachtet ist ER der Film, es ist seine Geschichte und ihn habe ich immer noch direkt vor Augen. Mit den Afflecks als Schauspieler habe ich mich immer schwer getan. Ben Affleck fand ich erstmalig in Gone Girl gut, was aber weniger an seiner Performance als mehr daran lag, dass er für die Rolle idealbesetzt war. Casey Affleck ist natürlich der eindeutig besserer Schauspieler der beiden Brüder, aber irgendwie fand ich auch ihn immer überschätzt. Mit „Manchester by the Sea“ sehe ich das erstmalig anders, hier wäre es sogar gerechtfertigt, wenn er mit dem Oscar ausgezeichnet wird. Wobei man hier auch ganz klar sagen muss, dass er für die Rolle auch perfekt besetzt ist. Im Moment ist Casey Affleck sogar der Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Hauptdarsteller ist. In einer Nebenrolle ebenso erstklassig ist Lucas Hedges. Viele Kritiker loben die Performance von Michelle Williams in den Himmel, das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie ist gut – das ist sie immer, aber hier steht sie im Schatten von Casey Affleck und Lucas Hedges.

 
„Manchester by the Sea“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Lucas Hedges, Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Michelle Williams), Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik. Update: „Manchester by the Sea“ wurde für insgesamt 6 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Casey Affleck), Bester Nebendarsteller (Lucas Hedges), Beste Nebendarstellerin (Michelle Williams), Bestes Originaldrehbuch. Gewonnen hat „Manchester by the Sea“ zwei Academy Awards (Bester Hauptdarsteller Casey Affleck, Bestes Orginaldrehbuch).

„Manchester by the Sea“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2016 gezeigt. Der Film startet am 18.11.16 in einigen amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 19.1.17 zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2016 gesehen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 

L.A. – Film: "Oz the Great and Powerful"

Ich war am 26.03.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Oz the Great and Powerful“ (dt. Titel: „Die fantastische Welt von Oz“, dt. Kinostart: 07.03.13) 130 min fantasy, adventure, adaptation
dir. Sam Raimi cast: James Franco, Mila Kunis, Rachel Weisz, Michelle Williams, Zach Braff

Kansas 1905. Oscar „Oz“ Diggs (James Franco) ist Magier und tritt mit seinem Wanderzirkus wieder einmal in Kansas auf. Als seine Betrügereien auf der Bühne dabei sind, aufzufliegen, setzt er sich mit dem Heißluftballon ab. Er kommt in einen Wirbelsturm, hat Todesangst und verspricht, ein besserer Mensch zu werden. Schließlich landet er in Oz und dort wird der große Zauberer von Oz schon erwartet…

D+ (Wertung von A bis F) „Oz the Great and Powerful“ basiert auf den „Oz“-Romanen von L. Frank Baum.

Gut, jetzt sind ein paar Tage vergangen. Was blieb hängen? Nach dem durchaus gelungenen Schwarz-Weiß-Vorspann wirkte alles künstlich und sah, für den heutigen Standard, billig aus. Wenn man sich die ganzen künstlich bunten Bilder wegdenkt, bleibt nur eine sehr flache Story und relativ langweilige Charaktere in mitunter großartigen Kostümen und gelungenen Make-up. Der Film ist viel zu lang und zieht sich ewig, die einzigen Höhepunkte waren für mich, wenn das bezaubernde China Girl (das kleine computeranimierte Porzellanmädchen) auftritt. Von den eigentlichen Schauspielern gefiel mir nur Rachel Weisz und Michelle Williams. James Franco macht, wieder einmal, einen lustlosen Eindruck. Ich denke, ich brauche jetzt auch erst einmal eine James Franco-freie Zeit.

Aus zeitlichen Gründen habe ich „Oz the Great and Powerful“ nicht in der 3D-Fassung gesehen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der Film durch die 3D-Optik eine Aufwertung erhält.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Host“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Meine Güte, noch so ne Stephenie Meyer-Romanverfilmung. So was kann ich definitiv nicht gucken, auch wenn Saoirse Ronan und William Hurt mitspielen. Diane Kruger ist im neuen Trailer auch zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Oblivion“
Bewertung des Trailers: B (wieder neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer v. Film: „Man of Steel“
Bewertung des Trailers: B+ (erster richtiger Trailer)
Kommentar: Zack Snyders neuer Superman-Film. War das nötig? Henry Cavill als Superman.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nur bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „After Earth“
Bewertung des Trailers: C+ (wieder neuer Trailer)
Kommentar: M. Night Shyamalans neuer Film mit Will Smith und seinem Gör
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Lone Ranger“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Western mit Johnny Depp
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 40%

Trailer von Film: „The Croods“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: DreamWorks-Animationsfilm. Ungewöhnlich, dass sie den Trailer zeigen, obwohl er bereits im amerikanischen Kino läuft.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Iron Man 3“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Nee, der zweite Teil war wirklich schlimm, hier gehe ich nur bei ab 80% RT rein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

DVD – Film: "Take This Waltz"

Folgenden Film habe ich über iTunes als Leihvideo angeschaut:

„Take This Waltz“ 116 min drama, comedy
dir. Sarah Polley cast: Michelle Williams, Seth Rogen, Luke Kirby, Sarah Silverman

Margot (Michelle Williams) ist seit bald fünf Jahren mit Lou (Seth Rogen) verheiratet. Auf einer Reise lernt sie Daniel (Luke Kirby) kennen. Sie sind sich gleich sympathisch und liegen auf einer Wellenlänge. Zurück in Toronto stellen sie fest, dass sie in derselben Straße wohnen. Margots fühlt sich von ihrem Nachbarn hingezogen und ihre Gefühlswelt gerät durcheinander…

C (Wertung von A bis F) Nach dem großartigen Film „Away from Her“ ist „Take This Waltz“ die zweite Regiearbeit der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley („eXistenZ“, „Go“, „My Life Without Me“).

Ein paar wenige Szenen zwischen Margot und Daniel fand ich wie aus dem Leben gegriffen, ich wünschte der gesamte Film würde mehr von dieser Authentizität haben. Aufgrund der beiden ausdrucksstarken Szenen im Karussell (ich liebe solche eigentlich wortlosen und doch so vielsagenden Szenen), habe ich mich bei der Bewertung für „Take This Waltz“ für ein „C“ entschieden, im Ganzen hat er sich für mich aber mehr wie ein „C-“ angefühlt. In erster Linie mag es daran liegen, dass ich Michelle Williams und Seth Rogen als Paar einfach nicht zusammenbekomme. Auch wenn Michelle Williams auf mich hier hin und wieder zu Muttchen-mässig rüberkommt, ist für mich keine Chemie zwischen ihr und Seth Rogen erkennbar. Außerdem haben mich auch diverse Kleinigkeiten immer wieder aus dem Film gebracht. Luke Kirbys Charakter Daniel z. B. ist zwar Künstler verdient sein Geld aber als Rikscha-Fahrer. Es gibt ein paar Szenen, in denen Daniel sein buntes, für die U.S.A. und Kanada sehr ungewöhnliches, Gefährt zieht und sich derweil unterhält. Das hat sich für mich so unnatürlich angefühlt, dass ich mich gar nicht mehr auf die Dialoge konzentrieren konnte. So konnte schließlich nicht einmal die von mir sehr verehrte Sarah Silverman den Film retten. Schade.

„Take this Waltz“ wurde auf dem Toronto International Film Festival im Jahr 2011 uraufgeführt. Der Film wird ab dem 29.06.12 in einigen amerikanischen Kinos gezeigt. Vorab ist er bereits über iTunes (U.S.) als Leihvideo zu erwerben.

Trailer zu sehen:

Chicago – Film: "My Week with Marilyn"

Ich war am 05.12.11 in Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„My Week with Marilyn“ (dt. Kinostart: 19.04.12) 96 min drama, adaptation
dir. Simon Curtis cast: Michelle Williams, Kenneth Branagh, Eddie Redmayne, Judi Dench, Dougray Scott, Dominic Cooper, Julia Ormond, Emma Watson

1956 in London. Der 23-jährige Colin Clark (Eddie Redmayne) bekommt die Chance, als dritter Regieassistent (inoffiziell: Laufbursche) am Set von „The Sleeping Prince“ (der später in „The Prince and the Showgirl“ umbenannt wurde) zu arbeiten. Marilyn Monroe (Michelle Williams) ist mit ihrem frisch angetrauten Ehemann, Arthur Miller (Dougray Scott), angereist. Colin Clark beobachtet auf der einen Seite wie der Regisseur und Hauptdarsteller Laurence Olivier (Kenneth Branagh) schier an an dem neurotischen Starlet verzweifelt ist und auf der anderen Seite Marilyn Monroes Unsicherheit. Nach einem Streit mit Marilyn verlässt Arthur Miller England. Marilyn hat inzwischen Vertrauen zu dem sieben Jahre jüngeren Regieassistenten gefasst und sucht seine Nähe….

B+ (Wertung von A bis F) „My Week with Marilyn“ basiert auf wahren Begebenheiten. Colin Clark hat seinerzeit Tagebuch geschrieben und unter dem Titel „The Prince, the Showgirl and Me“ im Jahr 1995 veröffentlicht.

Gleich die erste Szene fand ich unglücklich. Es sollte die singende, glamouröse Marilyn Monroe zeigen, gesehen habe ich Michelle Williams („Dawson´s Creek“, „Brokeback Mountain“, Blue Valentine) die ordentlich aufgepolstert in ein Kleid gesteckt wurde, um annähernd der kurvenreichen Silhouette Marilyn Monroes näherzukommen. Ich dachte nur, wenn das jetzt so weitergeht, wird es eine peinliche Vorstellung. Es ist schon unglaublich mutig, diese einzigartige Leinwandlegende zu portraitieren. Dankenswerterweise hatte ich die erste Szene schnell vergessen, ich war einfach gefesselt von dem dann Erzählten. „My Week with Marilyn“ wirkt wie eine dieser Dokumentationen mit nachgestellten Szenen. Der Film erzählt von einem Sexsymbol (Marilyn Monroe), die als ernstzunehmende Künstlerin wahrgenommen werden wollte und immer auf der Suche nach Zuneigung und Liebe war und – auf der anderen Seite – von einem hoch angesehenen Theater-und Filmschauspieler (Sir Laurence Olivier), der neidisch auf Marilyns Berühmtheit war. Der Film zeigt aber auch wie anstrengend, voller Selbstzweifel und einsam Marilyn Monroe war. Als ich aus dem Kino kam, hatte tatsächlich das Gefühl, zu verstehen wie diese Frau getickt hat. Auch kann ich nachvollziehen wie Laurence Olivier an dieser, nach außen hin, divenhaften und disziplinlosen Frau schier verzweifelt sein muss. Bezeichnend dafür, dass er in seiner Karriere fortan auf die Arbeit als Filmregisseur verzichtet hat und zurück zum Theater gegangen ist. Später, in den 1970er Jahren hat Sir Laurence Olivier noch ein einziges Mal Regie in einem Film geführt. Schließlich erzählt „My Week with Marilyn“ aber auch wie sich der 23-jährige Regieassistent, in die große Monroe verliebt hat.

Mit Ausnahme von dieser ausdruckslosen Darstellerin aus den Harry Potter Filmen, sind in „My Week with Marilyn“ alle Schauspieler idealbesetzt und jede/ jeder beeindruckt auf ihre/ seine Weise. Michelle Williams wird als heiße Kandidatin für eine sichere Oscar-Nominierung im nächsten Jahr gehandelt. Sie kommt der Monroe schon sehr nahe, immer mal wieder gibt es einige Sekunden im Film, da könnte man sogar denken es wäre die Leibhaftige, die sie hier eingespielt haben. Wichtiger war aber, dass sie überzeugend die Präsenz und den Charakter des größten Stars seinerzeit rüberbringt. Das ist ihr, wie erwähnt, geglückt. Gerechtfertigt wäre aber auch eine Oscar-Nominierung für Kenneth Branagh und Eddie Redmayne. Der britische Theaterschauspieler Eddie Redmayne hat auch schon in Filmen („The Good Shepherd“, „The Other Boleyn Girl“) mitgewirkt, aufgefallen ist er mir bislang aber nicht. Wenn ich ihn hier mit seiner intensiven, authentischen Performance sehe, frage ich mich, wie es sein kann, dass er mir nicht zuvor ins Auge gefallen ist.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Young Adult“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Jason Reitmans neue Tragikomödie mit einer scheinbar brillanten Charlize Theron. Auch mit dabei Patrick Wilson und Patton Oswalt. Oscar-Potential. Ich glaube, der Film wird mir gefallen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „War Horse“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: „War Horse“ gilt immer noch als möglicher Oscar-Film. Für mich immer noch ein „Arbeitsfilm“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright. So, die ersten haben nun endlich diesen Film gesehen, dürfen aber noch nichts sagen bzw. darüber schreiben. Das Einzige was durchklingt, ist, dass Rooney Mara der Oberknaller sein muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wanderlust“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Paul Rudd und Jennifer Aniston. Wenn die Aniston nicht mitspielen würde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Artist“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Ein schwarz-weißer Stummfilm, so etwas sieht man heutzutage einfach nicht mehr im Kino. „The Artist“ hält sich seit Monaten schon als einer der Oscar-Favoriten bei den Oscars 2012.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Iron Lady“
Bewertung des Trailers: B- (Teaser)
Kommentar: Biopic über die britische Premierministerin Margaret Thatcher mit Meryl Streep
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "The Meek´s Cutoff"

Ich war am 27.04.11in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Meek´s Cutoff“ (dt. Kinostart: 03.11.11) 104 min drama, western
dir. Kelly Reichardt cast: Michelle Williams, Bruce Greenwood, Will Patton, Zoe Kazan, Paul Dano, Shirley Henderson, Tommy Nelson

1845 in Oregon. Die Siedler mit u.a. Emily Tetherow (Michelle Williams), Solomon Tetherow (Will Patton), Thomas Gateley (Paul Dano) und Shirley Henderson (Glory White) suchen einen Platz, um sich niederzulassen. Sie haben Stephen Meek (Bruce Greenwood) angeheuert, der sie durch die trockene Landschaft zu einem fruchtbaren Stück Land führen soll. Eines Tages ist da noch ein Indianer, dem sie doch nicht trauen können…

C (Wertung von A bis F) „Meek´s Cutoff“ beginnt ganz langsam, so dass der Zuschauer ausreichend Zeit hat, sich and die spröde Landschaft, die damaligen Verhältnisse und die Charaktere zu gewöhnen. Über weiter Strecken passiert einfach gar nichts, man guckt den Siedlern förmlich beim Laufen zu. Als sich dann etwas Spannung anbahnt, wartet man ganz gebannt und dann ist der Film auf einmal vorbei. Zum plötzlichen Schluß von „Meek´s Cutoff“ brach Gelächter unter den Zuschauern der recht gut besuchten Vorstellung aus. Über ein Filmende war ich, glaube ich, zuletzt bei Joaquin Phoenix´ I´m Still Here so perplex und konnte nicht mehr an mich anhalten.

Dennoch ist „Meek´s Cutoff“ keine Zeitverschwendung, man sollte vielleicht vorher wissen, dass man eine schön und authentisch inszenierte Ereignislosigkeit sieht. Etwas mehr Handlung hätte ich mir gewünscht. Michelle Williams („Brokeback Mountain“, Mammoth, Blue Valentine) gefällt mir über die Jahre immer besser und Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood, The Good Heart) ist so wandelbar, dass ich mich jedes Mal freue, ihn in einer neuen Rolle zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Makioka Sisters“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: japanische Romanverfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „City of Life and Death“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: chinesischer Film über japanisch/chinesische Kriegsgeschehen im Jahr 1937
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „The Arbor“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britische Doku
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

VOD – Film: "Blue Valentine"

Folgenden Film habe ich mir auf Video on Demand angeschaut:

„Blue Valentine“ 114 min drama
dir. Derek Cianfrance cast: Ryan Gosling, Michelle Williams, John Doman, Mike Vogel, Maryann Plunkett

Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) sind seit sechs Jahren verheiratet. Sie haben eine kleine Tochter. Die Liebe ist bei Cindy über die Jahre auf der Strecke geblieben, sie hat kein Interesse mehr daran, ihre Beziehung fortzuführen. Dean ist wesentlich genügsamer…

B+ (Wertung von A bis F) „Blue Valentine“ ist ein fesselndes und intensives Beziehungsdrama. Es hatte für mich sogar etwas von einer intimen Reportage über ein ganz normales Paar. Ein Grund dafür ist sicherlich die Chemie zwischen Ryan Gosling und Michelle Williams, aber auch die sich normal anfühlenden Dialoge und die authentische Performance von beiden Protagonisten. Vor ein paar Tagen wurde Michelle Williams für diese Rolle für einen Oscar nominiert. Die Nominierung sehe ich als gerechtfertigt an, nur hätte Ryan Gosling dann definitiv auch eine Nominierung als bester Hauptdarsteller erhalten sollen.

„Blue Valentine“ hat in den U.S.A. zunächst besondere Aufmerksamkeit erhalten, weil der Film aufgrund von (in meinen Augen harmlosen) Sexszenen von der amerikanischen Zensurbehörde (MPAA) die „härteste“ Altersfreigabe „NC-17“ erhalten hat. The Weinstein Company hat daraufhin (erfolgreich) dafür gekämpft, dass der Film ein lockeres und für die Einspielergebnisse bessere Altersfreigabe „R“ bekommt.

Trailer zu sehen:

Berlin – Film: "Shutter Island"

Ich war am 01.03.10 in meiner Heimatstadt im Kino und habe mir angeschaut:

„Shutter Island“ (dt. Kinostart war der 25.02.10) 138 min thriller, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Michelle Williams, Max von Sydow, Emily Mortimer, Jackie Earle Haley, Patricia Clarkson

Im Jahr 1954 trifft der U.S. Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) auf seinen neuen Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo). Sie sind auf den Weg nach Shutter Island. Auf der abgelegenen Insel befindet sich ein Hospital für psychisch kranke Straftäter. Dort soll auf mysteriöse Weise eine Patientin und Kindermörderin verschwunden sein. Bei der Aufklärung des Falles kommt es schnell zu Ungereimtheiten…

B- (Wertung von A bis F) Der Film „Shutter Island“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane.

Auch wenn man das Buch nicht gelesen hat, wenn man sich den bzw. die Filmtrailer angeschaut hat, weiß man schon ziemlich genau wohin die Reise in Martin Scorseses neuesten Film geht. Falls man auch keine Trailer von dem Film gesehen hat (was ich im Übrigen dringend empfehle), weiß man spätestens nach ca. dreißig Minuten über einiges Bescheid. Zunächst hat mir das Ganze aber nicht die Spannung verdorben, ich habe mich auf die durchaus künstlerisch gestalteten Rückblenden bzw. die Albträumen konzentriert und auf die wunderbaren Schauspieler. Leider ist „Shutter Island“ aber dann mit einigen Szenen völlig unnötig in die Länge gezogen worden.

Als der Film „Shutter Island“ anfing war das Erste was mir und wahrscheinlich jedem auffiel, der schwer zu überhörende Score. Dankenswerterweise zieht der sich aber in dieser Aufdringlichkeit nicht durch den kompletten Film.

Als äusserst gelungen sehe ich mit einer winzigen Ausnahme die Besetzung. Emily Mortimer („Match Point“, Transsiberian) und Patricia Clarkson („Pieces of April“, „Good Night, and Good Luck“) sind idealbesetzt und großartig. Sogar Mark Ruffalo („My Life Without Me“, Zodiac, The Brothers Bloom„The Brothers Bloom“) konnte mich hier mal zu hundert Prozent überzeugen. Jackie Earle Haley („Little Children“, „Watchmen“) hat mir hier gezeigt, dass er reif ist für eine zweite Oscar-Nominierung und ich hoffe, dass er bald wieder in Filmen mitspielt, die auch von der Academy wahrgenommen werden. Ich bin seit Beginn seiner Karriere ein großer Fan von Leonordo DiCaprios Schauspiel. Ob in noch sehr jungen Jahren in „What´s Eating Gilbert Grape“ oder „The Basketball Diaries“, später in „The Beach“ und schließlich als Erwachsener mit seiner Performance in „The Aviator“, „Blood Diamond“ und „Revolutionary Road, überzeugt hat er mich immer. In „Shutter Island“ hat er, meiner Meinung nach, in manchen Szenen etwas zu dick aufgetragen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Precious“
Bewertung des Trailers: ?
Kommentar: …und ich dachte, ich müsste mir nie wieder den Trailer angucken…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: unzählig
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film: „The Bounty Hunter“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Action-RomCom mit Jennifer Aniston und Gerard Butler
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 20 %

Trailer von Film: „The Men Who Stare at Goats“
Kommentar: Film bereits gesehen und mit C+ bewertet

Sehr löblich, dass alle Trailer im Original gezeigt wurden!

Ich war schon länger nicht in Deutschland im Kino. Ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen kann, in der Lage zu sein, häufig in den U.S.A. ins Kino gehen zu können. Zwei Dinge, die ich im Gegensatz zu einem „amerikanischen“ Kinobesuch in Deutschland nicht mag: Schon an der Kasse muß man sich für Sitzplätze entscheiden, sprich kein FREE SEATING. Darüberhinaus wird, wenn um 16.15 der Film anfangen soll, erst einmal ellenlang Werbung gezeigt, bis dann ein paar Trailer ausgestrahlt werden, dann noch mal Werbung und dann geht der Vorhang wieder zu…8| Dann kam ein Eisverkäufer rein (das es die noch gibt…) Ich meine, man zahlt 8 Euro (oder manchmal vielleicht sogar mehr) und man muß sich in dieser Intensität Werbung anschauen… :??: Werbung, Trailer, Werbung, Vorhang, Eisverkäufer haben dann ziemlich genau 20 Minuten (Gut, ich kann mich erinnern, dass vor Jahren die Werbung noch maßloser war, also schon eine positive Veränderung) in Anspruch genommen. In den U.S.A. läuft es zwar mittlerweile auch nicht mehr ganz ohne Werbung, aber das bevor der Film regulär anfangen soll. Wenn um 16.15 ausgewiesen ist, dass der Film beginnt, sieht man vielleicht noch einen Coca Cola-Spot, Eigenwerbung für das jeweilige Kino und dann die Trailer. Schließlich kommt dann durch Verizon (oder einem anderen Handy-Anbieter) die Aufforderung, jetzt doch bitte alle Gespräche und andere Geräusche zu unterlassen, nicht während des Films zu telefonieren oder smsen, das Handy auf lautlaus zu stellen, weil jetzt der Film anfängt. Vorhänge gibt es nicht.