Montréal – Film: „The Invisible Man“

Ich war am 04.03.20 in Montréal und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Invisible Man“ (dt. Filmtitel: „Der Unsichtbare“, dt. Kinostart war der 27.02.20)  124 min   thriller, adaptation

dir. Leigh Whannell  cast: Elisabeth Moss, Aldis Hodge, Storm Reid, Harriet Dyer, Michael Dorman, Oliver Jackson-Cohen

 

Zwei Wochen nachdem es Cecilia (Elisabeth Moss) geglückt ist, von ihrem kontrollsüchtigen  Ehemann Adrian (Oliver Jackson-Cohen) zu fliehen, erfährt sie, dass er sich das Leben genommen hat. Ihre neugewonnene Freiheit kann sie jedoch nur kurz genießen, denn sie hat das Gefühl beobachtet zu werden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Invisible Man“ ist eine moderne Adaption von H. G. Wells gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des australischen Schauspielers, Drehbuchautors („Saw“, „Death Silence“, Insidious) und Filmemachers („Insidious: Chapter 3“, „Upgrade“) Leigh Whannell. 

Natürlich darf man bei solchen Filmen nicht mit Logik rangehen, man muss sich einfach darauf einlassen können und das konnte ich. Mich erinnerte dieser Film an zwei gut gemachte, spannende Thriller aus den 2000er Jahren („What Lies Beneath“ und „Enough“). Auch dieser hat mich von Anfang bis Ende gefesselt, teilweise saß ich sogar aufrecht im Sitz. Beste Unterhaltung für zwei Stunden.  Besonders gut gefallen hat mir, dass einiges nur andeutet wird. Man braucht beispielsweise keine Rückblenden, um zu verstehen, aus was für einer Beziehung die Protagonistin Cecilia flüchtet. Man muss auch nicht aussprechen, woher Cecilia genau James kennt. Üblicherweise werden gerade die Art von Filmen idiotensicher geschrieben. Der Score und der Sound sind im Thriller/Horror-Genre nicht unerheblich, die Musik und der Ton sind hier auffällig gut gewählt und in Szene gesetzt. 

In der Tradition von weiblichen Oscar-Performances in Thriller/ Horrorfilmen (Emily Blunt in A Quiet Place, Toni Collette in Hereditary und Lupita Nyong´o in Us), wird sicherlich auch Elisabeth Moss´ hervorragende Performance in diesem Film bei den Oscars übergangen. 

Eine Fortsetzung zu dem Film ist durchaus vorstellbar.

„The Invisible Man“ wurde am 28.02.20 in 3,610 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland kam der Film unter dem Filmtitel „Der Unsichtbare“ bereits einen Tag früher ins Kino. Ich habe den Film in Kanada gesehen, wo er ebenfalls am 28.02.20 in den Kinos startete. 

„The Invisible Man“ war der vorletzte Film, den ich vorerst im Kino gesehen habe. Der Trailer verrät zu viel und empfehle ich daher nicht unbedingt:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saint Maud„

Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)

Kommentar:  A24-Horrorfilm mit Jennifer Ehle

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „No Time to Die“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Cary Fukunagas James Bond-Film. Als ich diesen Trailer am 04.03.20 im Kino sah, wurde kurz vorher bekannt gegeben, dass wegen des Coronavirus die Premiere des Films verschoben wird. Damals fand ich das noch etwas übertrieben. Heute, drei Wochen später, leben wir in einer völlig anderen Welt. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Hunt“

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Horrorfilm/Thriller mit Hilary Swank und Emma Roberts. Ich hätte schwören können, dass ich einen Trailer von dem Film schon im Kino gesehen habe, konnte ihn aber nicht finden. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Free Guy“

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Shawn Levys neuer Film, Actionkomödie mit Ryan Reynolds…und Taika Waititi 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Berlin (ale) – Film: „Shirley“

Ich war am 01.03.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Shirley“  106 min  drama, adaptation, biopic 

dir. Josephine Decker  cast: Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman 

 

Im Herbst 1964 zieht der junge Doktorand Fred (Logan Lerman) und seine schwangere Ehefrau Rose (Odessa Young) in eine Kleinstadt in Vermont. Fred arbeitet dort als Assistent des College-Professors Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Eigentlich sucht das junge Paar eine Wohnung, sie kommen aber zunächst im Haus des Professors und Literaturkritikers  Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau, der Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss), unter. Dafür soll sich Rose um den Haushalt und um Shirley kümmern. Shirley hat aber offensichtlich psychische Probleme und leidet unter einer Schreibblockade, das Zusammenleben wird für Rose zunehmend zur Belastungsprobe…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Shirley“ ist eine Adaption von Susan Scarf Merrells Roman: „Shirley: A Novel“. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Josephine Decker („Madeline´s Madeline“). Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, wurde aber vom Leben der amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson und ihrem Mann, den College-Professor und Literaturkritiker Stanley Edgar Hyman inspiriert. 

Die Geschichte ist schnell erzählt und hat man in abgewandelter Form auch schon oft gesehen. Für mich war es also nicht die Geschichte, die mich hier in den Bann gezogen hat, es ist die atmosphärische, beklemmende, aber auch anstrengende Inszenierung und die überragenden Performances von Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg und Odessa Young. 

Josephine Deckers letzter Film „Madeline´ s Madeline“ hatte mir schon gut gefallen, bei „Shirley“ arbeitet sie erstmalig nicht mit ihrem eigenen Drehbuch. Der Film wirkt weniger experimentell als ihr letztes Werk, mit der eingesetzten Musik und der Kameraführung sticht ihr, so eigener Regiestil aber immer noch hervor. Während des Films sind meine Gedanken dann tatsächlich auch abgedriftet, weil ich überlegt habe, wie der Film wohl aussehen würde, wenn sich ein anderer Regisseur des Stoffes angenommen hätte und eine andere Schauspielerin die Titelrolle spielen würde. Es wäre ein völlig anderer und nicht so guter Film entstanden, soviel ist sicher. 

Elisabeth Moss hat in vielen Projekten (TV-Serien „The West Wing“, Mad Men,  Top of the Lake, The Handmaid´s Tale und Kinofilmen Her Smell, Us bereits bewiesen, wie wandelbar und talentiert sie ist. Auch hier geht sie völlig uneitel an die Rolle und lässt einen nicht einen Moment daran zweifeln, dass sie Shirley Jackson ist. Für mich ist sie einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. 

„Shirley“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film bzw. die Regisseurin den U.S. Dramatic Special Jury Award: Auteur Filmmaking gewonnen. „Shirley“ wurde einen Monat später bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Sektion Encounters gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Shirley“ wird von dem New Yorker Indie-Produzenten/Verleih NEON vorauss. am 24.04.20 ins amerikanische Kino gebracht. Bislang ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt.

Filmausschnitt zu sehen:

 

Berlin (ale) – Film: „Light of My Life“

Ich war am 10.02.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Light of My Life“  110 min  drama

dir. Casey Affleck  cast: Anna Pniowksky, Casey Affleck, Tom Bower, Elisabeth Moss, Hrothgar Mathews, Timothy Webber 

 

Ein Vater (Casey Affleck) zeltet mit seiner 11-jährigen Tochter Rag (Anna Pniowksky) mitten im Wald. Die beiden machen jedoch keinen Campingausflug, vor einigen Jahren brach eine Pandemie aus, wodurch die weibliche Population nahezu ausgelöscht wurde. Rag ist scheinbar immun gegen den Virus. Bei Begegnungen mit anderen Männern versucht der Vater, sein Kind zu verstecken oder als Junge auszugeben. Bald müssen sie sich jedoch wieder einen neuen Zufluchtsort suchen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Light of My Life“ ist nach einer Kollektion an Kurzfilmen und der Mockumentary  I´m Still Here die dritte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers und Oscar-Preisträgers Casey Affleck (Manchester by the Sea). Für diesen Film hat er auch das Drehbuch geschrieben und spielt eine der Hauptrollen. 

Zu Beginn hat mich dieser Film an Debra Graniks wunderbares Werk Leave No Trace erinnert. Auch hier leben Vater und Tochter im Wald, fern von jeglicher Zivilisation. Nur in Casey Afflecks Film – so erfährt man bald – ist vor Jahren eine Pandemie ausgebrochen, die einen erheblichen Teil der weiblichen Population ausgelöscht hat. Was es mit dem Virus auf sich hat, wird weitgehend offen gelassen, ist auch nicht relevant, ohne Frauen ist die Gesellschaft aus der Balance geraten. Gerade die Vorstellung, wie wohl eine Gesellschaft ohne Frauen aussieht, fand ich faszinierend. Gerne wäre ich da noch etwas tiefer eingetaucht. Affleck konzentriert sich in seiner Erzählung jedoch hauptsächlich auf die beiden Protagonisten. Seine Inszenierung macht es einem leicht, sich in die  Charaktere und ihrer Situation hineinzuversetzen. So spürt man, sobald Fremde auf der Bildfläche auftauchen, auch die Bedrohung und man wird immer tiefer in ihre Geschichte hineingezogen.  

Was ich jedoch nicht verstanden habe, warum handelt der Vater in der vorgegebenen Situation eigentlich so verantwortungslos und hat seiner Tochter nicht beigebracht, wie sie notfalls ohne ihn zurecht kommen und überleben kann. Wäre das nicht seine Aufgabe? Stattdessen erzählt er seiner 11-Jährigen dass er sie immer beschützen wird. 

„Light of My Life“ ist ein sehr langsam erzähltes, atmosphärisches Überlebensdrama, dass durch seine beiden Protagonisten lebt. Einige spannungsgeladenen Momente, in diesem sonst ruhigen Film, sind mir noch heute sehr präsent. 

„Light of My Life“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2019 gezeigt. Dort lief er in der Sektion Panorama. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung. Der Film hat derzeit weder einen amerikanischen noch einen deutschen Verleih gefunden. Update: „Light of My Life“ ist am 9.8.19 in einigen amerikanischen Kinos gestartet. 

Bisher gibt es noch keinen Trailer, aber einen kurzen Ausschnitt aus der Anfangsszene :

 

NYC – Film: „Her Smell“

Ich war am 30.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Her Smell“  134 min  drama 

dir. Alex Ross Perry   cast: Elisabeth Moss, Agyness Deyn, Cara Delevingne, Dan Stevens, Gayle Rankin, Amber Heard, Eric Stoltz, Virginia Madsen

 

Über einen längeren Zeitraum begleiten wir die Sängerin der Punkrock-Band Something She, Becky (Elisabeth Moss)…

 

C- (Wertung von A bis F) „Herr Smell“ ist der sechste Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Alex Ross Perry („Listen Up Philip“, Queen of Earth, Golden Exits). Es ist die dritte Zusammenarbeit des Regisseurs mit der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss.

Ich weiß nicht, ob der Film besser wäre, wenn man Drogen genommen hätte, helfen würde es aber sicher. Alex Ross Perry schreibt vorwiegend Geschichten über unangenehme  Charaktere. Inspiriert von Danny Boyles Steve Jobs ist dieser Film in fünf Akte unterteilt, jeder einzelne findet quasi in Echtzeit und vor einem Ereignis (z.B. vor dem Auftritt der Band) statt. Eine durchgehende Geschichte wird hier also nicht erzählt, eher bekommt man über einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren einen kurzen Einblick in das Leben, den Ab- und Aufstieg dieser fiktiven Punkrock-Sängerin Becky Something. Diese Sängerin hat sich selbst nicht unter Kontrolle, ist völlig überdreht (alkohol- und drogensüchtig – na klar),  aggressiv, neurotisch und für alle Beteiligten (ja, auch den Zuschauer) lästig. Um Beckys chaotisches Leben noch greifbarer darzustellen, hält die Kamera einfach nicht still. Vier dieser Episoden (also der größte Teil des Films) waren für mich kaum zu ertragen. Mir fiel es auch schwer, den Fokus zu halten. Der vierte Akt, das möchte ich jedoch auch betonen, ist exzellent. Bis dahin ist es aber ein sehr langer, kräftezehrender Weg, einige meiner Mitzuschauer brachten nicht die Geduld auf und verließen vorzeitig das Kino. Ich habe mich am Ende darüber geärgert, dass der vierte Akt nicht Bestandteil eines guten Films ist. 

Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake, The Handmaid´s Tale, The One I Love, The Square) ist zweifelsfrei eine der talentiertesten Schauspielerinnen unserer Zeit, von allen Performances die sie je gegeben hat, mochte ich diese (mit Ausnahme ihrer im vierten Akt) am wenigsten. In dem Interview nach dem Film hat die Schauspielerin auch zugegeben, dass dies das erste Projekt war, bei dem ihr die Rolle nicht durchgehend Spass gemacht hat. 

„Her Smell“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film hat bereits einen kleinen amerikanischen Verleih gefunden, ein Kinostart in den U.S.A. ist jedoch bislang noch nicht bekannt. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen, dort wurde der Film in der US-Premiere gezeigt. Nach der Vorstellung gab es ein Interview mit dem Filmemacher Alex Ross Perry und seiner Hauptdarstellerin Elisabeth Moss und anschließend haben sie sich den Fragen des Publikums gestellt. Ob dieser Film in Deutschland ins Kino kommt, ist fraglich. 

Teaser zu sehen:

 

 

Q & A mit Alex Ross Perry (Mitte) und der Hauptdarstellerin Elisabeth Moss nach dem Screening ihres Filmes „Her Smell“ auf dem NYFF56

NYC – Film: „The Old Man & the Gun“

Ich war am 29.09.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Old Man & the Gun“ (dt. Filmtitel: „Ein Gauner & Gentleman“, dt. Kinostart: 28.03.19) 93 min  crime, comedy, biopic, adaptation

dir. David Lowery  cast: Robert Redford, Casey Affleck, Sissy Spacek, Danny Glover, Tom Waits, Keith Carradine, John David Washington, Elisabeth Moss 

 

Im Jahr 1981 fahndet Detective John Hunt (Casey Affleck) nach einem alten Mann, der in den letzten zwei Jahren mehrere Banküberfälle begangen haben soll. Der Bankräuber Forrest Tucker (Robert Redford) sieht den Fahndungsaufruf des Detectives irgendwann im Fernsehen. Daraufhin hinterlässt der alte Mann bei seinem nächsten Banküberfall eine persönliche Nachricht für Hunt….

 

C (Wertung von A bis F) Der Film erzählt die Lebensgeschichte des amerikanischen Bankräubers  Forrest Tucker. Seine Banküberfälle waren nicht immer von Erfolg gekrönt und entsprechend saß er auch einige Male im Gefängnis. Ihm soll es jedoch über achtzehn Mal gelungen sein, aus dem Gefängnis auszubrechen. Das Drehbuch zu „The Old Man & the Gun“ basiert auf David Granns gleichnamigen Artikel im The New Yorker. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Lowery (Ain´t Them Bodies Saints, A Ghost Story). 

Das meiste soll auf einer wahren Geschichte beruhen, so erfährt man. Ich habe mir während des Films aber die Frage gestellt, ob man diese Lebensgeschichte wirklich verfilmen musste. Die Bankräuber-Story plätschert recht einfallslos und mitunter unrealistisch vor sich hin. Im Hintergrund dann noch dieses einlullernde Klavier-Geklimper oder ähnliches Gedudel und ich hatte meine Mühe, nicht einzuschlafen. 

Dieser Film versteht sich vermutlich als eine Hommage an die Hollywood-Legende Robert Redford. Auf jeden Fall wird dem 82-jährigen Schauspieler geschmeichelt was das Zeug hält. In „The Old Man & the Gun“ spielt er einen 74-Jährigen und wird von einem Bankmanager sogar als zwischen 50 und 60 Jahre alt (aber eher 50) beschrieben. Bitte? Ich musste direkt noch mal nachschauen, wie alt Robert Redford tatsächlich ist, hätte ich ihn sogar noch etwas älter als 82 Jahre geschätzt. Das Gesicht seiner 68-jährige Filmpartnerin Sissy Spacek ist nur durch einen Weichzeichner-Filter zu sehen, ein solcher Filter hätte Redfords falten- und furchenreichem Gesicht sicher auch gut getan. 

Vor der Premiere dieses Films hat Robert Redford groß angekündigt, mit der Schauspielerei aufzuhören. Dies sollte der letzte Film sein, in dem man ihn als Schauspieler sieht. Da Robert Redford nie als Schauspieler einen Oscar gewonnen hat, wurde er, bevor irgendjemand den Film sah, natürlich gleich für eine Oscar-Nominierung gehandelt. Seine Performance ist aber nicht Oscar-würdig und mittlerweile hat der Schauspieler auch zurückgerudert. Vielleicht klappt es ja bei seinem nächsten Film mit dem Schauspiel-Oscar. Er hat aber bereits einen Regie-Oscar (für Ordinary People) und einen Oscar für sein Lebenswerk gewonnen. 

„The Old Man & the Gun“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert Redford), Beste Nebendarstellerin (Sissy Spacek), Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Old Man & the Gun“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 28.09.18 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,042 Kinos landesweit. In Deutschland soll der Film unter dem Titel: „Ein Gauner & ein Gentleman“ am 28.03.19 in den Kinos starten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat mit Viggo Mortensen und Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „A Star is Born„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: ziemlich sicherer Oscar-Kandidat von und mit Bradley Cooper

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „Can You Ever Forgive Me?„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Melissa McCarthy und Richard E. Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Hunter Killer„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und Gary Oldman

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „The Front Runner„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film, Biopic über den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Gary Hart. Hugh Jackman in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat mit Felicity Jones als RBG 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „The Square“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Square“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 150 min drama, comedy, satire
dir. Ruben Östlund cast: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary

 

 

Christian (Claes Bang) ist Ende Vierzig und Museumskurator in Stockholm. Als er am helllichten Tag bestohlen wird, setzt er alles dran, seine Wertgegenstände wiederzubekommen. Das Handy lässt sich schnell orten. Das ist aber nicht die einzige Baustelle, die er gerade hat. Für die neue Ausstellung The Square soll eine aufsehenerregende Marketingkampagne kreiert werden. Bald gerät Christians Leben komplett aus den Fugen…

 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Square“ ist der neue Film des schwedischen Filmemachers Ruben Östlund (Force Majeure)

Eigentlich bin ich etwas verärgert aus dem Kino gekommen. Wenn der Film vielleicht zwanzig Minuten kürzer gewesen wäre, hätte ich keinen Grund gehabt, ihn nicht in meine Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017 aufzunehmen. Aber die letzten zwanzig, vielleicht waren es sogar dreißig Minuten (ich habe nicht auf die Uhr geschaut) sind etwas sehr zäh und unnötig. Den Film hätte man an einem bestimmten Punkt einfach enden lassen sollen, dann wäre er perfekt gewesen. So musste ich schweren Herzens meine, eigentliche „A-„-Bewertung nach unten korrigieren.

„The Square“ ist für mich ein typisch europäischer Film, im besten Sinne. Es ist ein Film, bei dem man nie so recht weiß, was als Nächstes passiert, wie weit die Szenen gehen, was der Zuschauer aushalten muss. Das New Yorker Publikum ist grundsätzlich für Andersartigkeiten zu haben, entsprechend war die Begeisterung für diesen Film bei meiner Vorstellung zu spüren. Situationskomik, witzige Dialoge und einige kuriose Szenen haben für viele Lacher gesorgt.

Die Performances von Elisabeth Moss, Claes Bang (der den Christian spielt), aber auch Terry Notary (der auf einer Gala einen ganz besonderen Auftritt hinlegt) sind brillant. Elisabeth Moss spielt hier eine amerikanischen Kunstjournalistin. Die zwei letzten Szenen zwischen ihrem und Claes Bangs Charakter sind so absurd komisch, dass ich mich vor lauter Lachen kaum noch einkriegen wollte. Ging meinen Mitzuschauern übrigens auch so.

Sein Vorgängerfilm Force Majeure (dt. Filmtitel „Höhere Gewalt“) ist ein sehr smartes Beziehungsdrama, „The Square“ ist nun eine Gesellschafts- aber auch Kunstsatire – ich bin gespannt auf Ruben Östlunds nächsten Film.

„The Square“ wurde von Schweden offiziell für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars eingereicht. Update: Bei der Europäischen Filmpreis-Verleihung am 9.12.17 wurde „The Square“ mit 6 Preisen (bester europäischer Film des Jahres, bestes Drehbuch, Regie, Szenenbild, beste Komödie und beste Hauptrolle für Claes Bang) geehrt. Update: The Square wurde für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

„The Square“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. In den U.S.A. startet der Film am 27.10.17 in einigen Kinos. Ab dem 19.10.17 ist der Film bereits in den deutschen Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Gezeigt wurde der Film in der schwedischen Originalfassung mit englischen Untertiteln. (Einige Szenen sind in English).

Trailer zu sehen:

TV – Serie: „Top of the Lake: China Girl“

Ich habe mir folgenden BBC-Two-Mehrteiler angeschaut:

 

„Top of the Lake: China Girl“ 6 x 55 min drama, sequel
dir. Jane Campion, Garth Davis, Ariel Kleiman cast: Elisabeth Moss, Gwendoline Christie, Alice Englert, Nicole Kidman, David Dencik, Ewen Leslie, David Wenham

 

Vor fünf Jahren hat Detective Robin Griffin (Elisabeth Moss) an einem Kriminalfall in ihrer Heimatstadt Laketop gearbeitet. Seinerzeit war eine schwangere 12-Jährige verschwunden. Für Robin ist der Fall jedoch leider immer noch nicht hundertprozentig abgeschlossen, aber zunächst ermittelt sie an einem neuen Fall. Die Leiche einer asiatischen Frau wurde an einen Strand gespült. Der neue Fall lenkt Robin auch von ihren privaten Problemen ab. Erst vor vier Wochen hat sie sich von ihrem Verlobten getrennt und vor einigen Jahren hat sie einen Brief von ihrer leibliche Tochter erhalten. Auch wenn sie seinerzeit nicht geantwortet hat, beschäftigt sie das Thema sehr, vor allen Dingen seitdem sie zurück in Sydney ist. Irgendwann entschließt sich Robin, die Adoptiveltern (Nicole Kidman und Ewen Leslie) ihrer, mittlerweile 17-jährigen Tochter Mary (Alice Englert) zu kontaktieren…

 

B (Wertung von A bis F) Der sechsteilige Mehrteiler „Top of the Lake: China Girl“ ist eine Fortsetzung zu Jane Campions Mehrteiler Top of the Lake aus dem Jahr 2013.

Auch wenn ich die eigentliche Kriminalstory in „China Girl“ nicht sonderlich spannend und durchdacht fand, mochte ich die Fortsetzung von „Top of the Lake“ vor allen Dingen als Charakter- und Beziehungsdrama. Robin Griffin ist ein bodenständiger und sympathischer Charakter, dem man gerne folgt. In den neuen Folgen muss sie sich immer noch mit ihrem zurückliegenden Fall auseinandersetzen. Sie ist aber sonst wieder zurück in Sydney, ermittelt in einem neuen Fall und bekommt eine Kollegin zugewiesen, die so gar nicht zu ihr passen will. Die Sache mit ihrer mittlerweile 17-jährigen Tochter bereitet ihr auch Kopfzerbrechen. Sie hat das Mädchen damals direkt nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben. Vor vier Jahren hatte ihr ihre Tochter einen Brief geschrieben, wollte ihre leibliche Mutter kennenlernen. Robin war seinerzeit mit der Situation überfordert. Jetzt würde sie jedoch gerne wissen, was aus ihrem Kind geworden ist…

Das alles dominierende Thema in „China Girl“ ist Mutterschaft mit allen Facetten, die man sich vorstellen kann.

Ich konnte in Elisabeth Moss´Performances noch nie so etwas wie ein Makel entdecken. Egal in welchen Charakter sie schlüpft, man hat nie den Eindruck, sie würde eine Figur nur spielen. Ein paar Tage bevor ich „China Girl“ angefangen habe, habe ich noch fürchterlich mit ihr als versklavte Offred in einem totalitären Regime (The Handmaid´s Tale) mitgelitten und jetzt bin ich ganz bei ihr, wenn sie als furchtlose australische Polizistin Robin Griffin ihren Alltag bestreitet.

Zugegebenermassen ist aber auch Nicole Kidman exzellent. Um so älter sie wird, um so besser entwickelt sie sich als Schauspielerin. Vor einigen Tagen wurde sie für Big Little Lies mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet, wenn ihre Performance in „Top of the Lake: China Girl“ zur Debatte gestanden hätte, hätte die Academy of Television Arts & Sciences (ATAS) es sicherlich nicht einfach gehabt, sich hier für eine ihrer beste Performance zu entscheiden.

Meine Lieblingsfolge in „China Girl“ : Episode 3 (Surrogate)

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen

Detective Robin Griffin arbeitet als Polizistin in Sydney. Sie hat einige private Probleme, ihr letzter Fall, bei dem sie in ihrer Heimatstadt Laketop ermittelte, hat ihr auch ordentlich zugesetzt. Jetzt arbeitet Robin an einem neuen Fall. Außerdem möchte sie ihre, mittlerweile 17-jährige Tochter Mary (gespielt von Alice Englert) kennenlernen. Gespielt wird Robin Griffin von der amerikanischen Schauspielerin Elisabeth Moss (Mad Men, Top of the Lake). Sie hat acht Emmy-Nominierungen und kürzlich wurde diese wandelbare Schauspielerin mit ihrem ersten Emmy Award für ihre Performance in The Handmaid´s Tale ausgezeichnet.

Mary ist Robins leibliche Tochter. Sie ist mittlerweile siebzehn Jahre alt, in einem Monat wird sie volljährig. Mary ist das erste Mal richtig verliebt und zwar in den wesentlich älteren, deutschstämmigen Bordell-Besitzer Puss (gespielt von David Dencik). Ihre Adoptiveltern (gespielt von Nicole Kidman und Ewen Leslie) wissen nicht, womit Marys Freund sein Geld verdient. Gespielt wird Mary von der australischen Schauspielerin Alice Englert. Sie hat bereits in einigen internationalen Produktionen mitgespielt, u.a. in „Ginger & Rosa“, In Fear, „Beautiful Creatures“. Alice Englert ist die Tochter der neuseeländischen Filmemacherin Jane Campion („The Piano“). Jane Campion ist die Serienschöpferin der ersten und auch der zweiten Staffel von „Top of the Lake“, außerdem hat sie bei insgesamt acht Episoden auch Regie geführt.

Miranda Hilmarson arbeitet als Polizistin bei der Polizei in Sydney. Miranda ist Robins neue Partnerin. Gespielt wird Miranda von der englischen Schauspielerin Gwendoline Christie. Wahrscheinlich muss man sich an die Optik der Schauspielerin erst einmal gewöhnen. Ganz zum Schluss des Mehrteilers mochte ich sie auch. Gwendoline Christie spielt in der HBO-Serie „Game of Thrones“ mit und hat auch bereits in einigen internationalen Kinoproduktionen (The Hunger Games: Mockingjay – Part 2, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Julie Edwards ist die Adoptivmutter von Mary (gespielt von Alice Englert). Da sich Julie in eine Frau verliebt hat, hat sie sich von ihrem Ehemann (gespielt von Ewen Leslie) getrennt. Mit ihrer Tochter Mary versteht sich Julie gar nicht. Julie wird von der australischen Schauspielerin Nicole Kidman gespielt. Mir ist sie das erste Mal in „Dead Calm“ aufgefallen. Sie hat in zahlreichen Filmen („Moulin Rouge!“, „The Others“, „Dogville“, „The Stepford Wives“, Stoker) mitgespielt. Für ihre Performance in „The Hours“ hat sie einen Oscar gewonnen, sie hat drei weitere Oscar-Nominierungen für „Moulin Rouge!“, Rabbit Hole und Lion erhalten. Außerdem wurde sie für ihre Performance in „Hemmingway & Gellhorn“ und Big Little Lies für den Emmy nominiert. Kürzlich wurde sie für ihre Performance in „Big Little Lies“ mit ihrem ersten Emmy ausgezeichnet.

Pyke Edwards ist der Adoptivvater von Mary (gespielt von Alice Englert). Pyke wird von dem australischen Schauspieler Ewen Leslie gespielt. In dem Film The Railway Man hat er bereits neben Nicole Kidman gespielt. Sonst hat er in einigen australischen Theater-, Film- und TV-Produktionen mitgewirkt.

Alexander „Puss“ Braun ist der 42-jährige, deutschstämmige Freund von Mary. Er ist Bordell-Besitzer, was Marys Eltern natürlich nicht wissen. Puss wird von dem schwedisch-dänischen Schauspieler David Dencik gespielt. Er hat in einigen internationalen Kinoproduktionen (u.a. Tinker Tailor Soldier Spy, The Girl with the Dragon Tattoo mitgespielt

„Top of the Lake: China Girl“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt und wurde v. 27.07.17 bis zum 31.08.17 auf BBC Two mit sechs Episoden ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde der Mehrteiler erstmalig im September 2017 auf Sundance TV gezeigt. Für Deutschland ist bislang noch kein Ausstrahlungstermin bekannt.

 

Trailer zu sehen: