Oscar-Gewinner 2018

Auch die diesjährige Oscarverleihung habe ich wieder in Deutschland geschaut. Wie bereits im Jahr zuvor hat Pro7 für die Red-Carpet-Show Steven Gätjen auf den roten Teppich gestellt. Das bedeutete für mich, dass ich entsprechende Show nur lautlos schauen konnte, weil… nun, das erklärt sich von selbst. Leider habe ich zu früh wieder den Ton angeschaltet und musste dann hören, wie Herr Gätjen Whoopi Goldberg fragt, warum sie heute hier ist??????? Oh Mann, kann der sich nicht einfach besser vorbereiten? Das ist wirklich kaum auszuhalten. Warum wurde eigentlich so spät und nur so kurz zu der Pre-Show zu dem „Oscar-Sender“ ABC geschaltet? Die Übertragungsrechte der ABC-Red-Carpet-Show können doch nicht so teuer sein, man könnte auch das Geld für Gätjen und Konsorten sparen.

Zur eigentlichen Show:
Der Gastgeber Jimmy Kimmel hat dieses Jahr in meinen Augen einen okayen Job gemacht, sein Opening im letzten Jahr war deutlich origineller. Gefallen hat mir, dass er die ungleiche Bezahlung für den Reshoot in „All the Money in the World“ zur Sprache brachte. Mark Wahlberg hat für die neun Tage Nachdreh 1,5 Millionen Dollar kassiert und sein weiblicher Co-Star Michelle Williams ganze 80 Dollar pro Drehtag. Unfassbar – und noch mehr, weil beide Schauspieler von derselben Agentur vertreten werden.

Für seine 3.400 Gäste im Dolby Theatre hatte sich Jimmy Kimmel dieses Jahr etwas überlegt. Unter jeden einzelnen Sitz hat er eine kleine Snack-Box mit folgender persönlichen Notiz „It wouldn´t be right to make you sit through this without snacks. Please don´t throw them at me“ legen lassen. Der Oscar-Gastgeber wollte dieses Jahr aber auch dem normalen Kinopublikum danken, schließlich unterstützen sie die Filmindustrie mit dem Geld, was sie für ihre Kinokarten ausgeben. Während der Oscar-Verleihung hat sich Jimmy Kimmel ein paar Stars (Gal Gadot, Armie Hammer, Margot Robbie, Lupita Nyong´o, Mark Hamill, den späteren Oscar-Gewinner Guillermo del Toro, u.a.) geschnappt und ist mit ihnen über die Straße ins TCL Chinese Theatre in die Kinovorstellung von Ava Du Vernays „A Wrinkle in Time“ geplatzt. An die anwesenden Zuschauern haben sie dann großzügig Süßigkeiten, Hot Dogs und Sandwiches verteilt. Die Zuschauer sind natürlich ausgeflippt vor Freude.

Der erste Oscar ging, wie erwartet und gewünscht, an Sam Rockwell. Bravo. Witzige Rede und herzzerreissend , dass er zum Schluss seiner Rede den Oscar, seinem, leider viel zu früh verstorbenen Kumpel (und einem meiner absoluten Lieblingsspieler) Philip Seymour Hoffman gewidmet hat.

Üblicherweise übergibt der Vorjahres-Gewinner bei den Schauspielern (in seiner Kategorie Hauptrolle bzw. Nebenrolle) den Oscar an die Gewinnerin in der entsprechenden Kategorie im aktuellen Jahr. Das war dieses Jahr in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin nicht möglich, da Casey Affleck abgesagt hatte. Ihm werden schon seit länger Zeit sexuelle Übergriffe nachgesagt und mit der ganzen #MeToo-Kampagne hat er sicherheitshalber seine Teilnahme abgesagt. Ansonsten hätte ihn AMPAS sehr wahrscheinlich auch ausgeladen. Dass Casey Affleck nicht erscheint, war schon länger bekannt, also mussten andere Laudatoren gefunden werden. Dieses Jahr wurden beide  Hauptdarsteller-Preise von anderen Oscar-Gewinnern überreicht. Die wunderschönen älteren Damen Jane Fonda und Helen Mirren waren die Präsentatoren für Gary Oldman und Jodie Foster und Jennifer Lawrence haben den Oscar Frances McDormand überreicht. Wunderbare Idee und keiner hat Casey Affleck vermisst.

In den Schauspielkategorien gab es letztlich überhaupt keine Überraschung. Alle vier Schauspieler (Sam Rockwell, Allison Janney, Gary Oldman und Frances McDormand) hatten über die gesamte Oscar-Saison alles an Preisen innerhalb der Filmindustrie gewonnen, was es zu gewinnen gab. Es war nur logisch, dass sie dann auch noch den Oscar erhalten, auch wenn ich bis zum Schluss gehofft habe, dass Laurie Metcalf für die bessere Leistung in „Lady Bird“ ausgezeichnet wird. Frances McDormand hat dann die beste Dankesrede des Abends gehalten. Sie war sichtlich froh, dass die Oscar-Saison nun endlich vorüber ist. Die Arme hatte einen Tag zuvor, als sie den Independent Spirit Award gewonnen hat, in ihre Danksagung noch angemerkt, wie schwer es ihr gefallen ist, über die letzten Monate nicht zu fluchen. Solche Veranstaltungen sind auch so gar nicht ihre Sache. In ihrer Rede am Oscar-Sonntag bat sie zunächst alle Künstlerinnen im Saal aufzustehen, um dann die Männer darauf aufmerksam zu machen, dass all diese Frauen Ideen hätten und sie doch bitte dabei behilflich sind, sie umzusetzen. Ein guter, runder Abschluss für die in der Oscar-Saison dominierenden „Me too“- und „Time´s Up“-Bewegungen.

Ein paar Stunden zuvor dachte ich noch, dass #MeToo bei diesen Oscars wohl keine allzu große Rolle spielt. In der Kategorie Bester animierter Kurzfilm wurde nämlich der ehemalige Profi-Basketballer Kobe Bryant ausgezeichnet. Gegen ihn liegen seit Jahren Vergewaltigungsvorwürfe vor. Ich war ziemlich überrascht, dass „Dear Basketball“ gewonnen hat.

Was war ansonsten bemerkenswert? Als der Oscar für die besten visuellen Effekte überraschend an „Blade Runner 2049“ ging, war mir klar, dass es dann auch das Jahr ist, in dem Kameramann Roger Deakins endlich seinen ersten Oscar erhält. Dazu muss man wissen, dass auf den Wahlzetteln der Academy-Mitglieder (mit Ausnahme der Schauspielkategorien) nur die Filme gelistet sind, nicht der Name des Toningenieurs, Kameramannes, ja selbst des Regisseurs. Das war die 14. Oscar-Nominierung für Roger Deakins und ich war sowieso recht zuversichtlich, dass er dieses Jahr gewinnt, da eigens für ihn eine Oscar-Kampagne gestartet wurde. Die Aufgabe der Kampagne war es, dass die Academy-Mitglieder wissen, dass Roger Deakins der DP für „Blade Runner 2049“ war.

Ansonsten war diese Oscar-Verleihung lang, sehr lang…vielleicht stecken mir aber auch noch die neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen, ich war jedenfalls todmüde und konnte mich kaum wachhalten. Als es um den Oscar für das Beste Originaldrehbuch ging, bin ich aber dann doch auf einmal putzmunter gewesen. Nicht nur, weil die Laudatorin Nicole Kidman so ein irritierendes Schleifen-Kleid trug, nein, weil das der Wendepunkt hätte sein können. Wäre „Three Billboards“ oder „The Shape of Water“ ausgezeichnet worden, hätte der entsprechende Film ziemlich sicher auch Bester Film gewonnen. Nun hatte verdientermassen „Get Out“ gewonnen und es bestand weiter die Hoffnung, dass „Get Out“ auch die Königskategorie für sich beansprucht.

Wie  ich bereits gestern vermutet habe, haben Faye Dunaway und Warren Beatty im Jahr Eins nach der größten Oscar-Panne aller Zeiten erneut den Top-Preis präsentiert. Das war eine gute Entscheidung. Hier hat mich aber völlig aus der Bahn geworfen, in welcher Reihenfolge die Filme vorgestellt wurden, normalerweise werden die Filme alphabetisch angekündigt. Dieses Jahr war „Phantom Thread“ der erste Film und „The Shape of Water“, der Gewinner-Film, der letzte.

Wenn man sich ein bisschen mit den Oscars auskennt, weiß man, dass es dieses Jahr sehr schwer war, den Oscar-Gewinner-Film vorherzusagen. Die meisten professionellen Oscar-Experten sind dieses Jahr von „Three Billboards“ ausgegangen, hatte er doch von allen Filmen die wichtigsten Filmpreise abgesahnt. „Three Billboards“ hat polarisiert (das hat „The Shape of Water“ aber auch), was „3BB“ aber das Genick gebrochen hat, waren wahrscheinlich die regelrechten Hass-Kampagnen, denen sich der Film ausgesetzt sah. Deshalb habe ich mich am Ende für meine Wette auch gegen „Three Billboards“ und für „Get Out“ entschieden. Nun ist es aber „The Shape of Water“ geworden, wenigstens ein Film, der der ganzen Frauenbewegung auch gerecht wird.

Meine Wette habe ich übrigens haushoch verloren. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich jemals so schlecht abgeschnitten habe. Einzig 15 von 24 Kategorien habe ich richtig geraten. Mein Wettkumpel hat 19 von 24 korrekt. Das muss ich auch erst mal verkraften. Aber: Glückwunsch an dieser Stelle nochmal.

Alle Oscar-Gewinner 2018:

Best Picture: The Shape of Water
Best Director: Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Best Actor: Gary Oldman (Darkest Hour)
Best Actress: Frances McDormand (Three Billboards)
Best Supporting Actor: Sam Rockwell (Three Billboards)
Best Supporting Actress: Allison Janney (I, Tonya)
Original Screenplay: Get Out
Best Adapted Screenplay: Call Me by Your Name
Best Animated Feature: Coco
Best Production Design: The Shape of Water
Best Cinematography: ROGER DEAKINS (Blade Runner 2049)
Best Costume Design: Phantom Thread
Best Editing: Dunkirk
Best Makeup and Hairstyling: Darkest Hour
Best Sound Mixing: Dunkirk
Best Sound Editing: Dunkirk
Best Visual Effects: Blade Runner 2049
Best Original Score: The Shape of Water
Best Song: Remember Me (Coco)
Best Foreign Language Film: Chile (A Fantastic Woman)
Best Documentary Feature: Icarus
Best Live Action Short: Silent Child
Best Animated Short: Dear Basketball
Best Documentary Short: Heaven is a Traffic Jam on the 405

 

„The Shape of Water“ hat vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Szenenbild und Beste Filmmusik) gewonnen.

„Dunkirk“ hat drei Oscars (Bester Schnitt, Bester Ton und Bester Tonschnitt) gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera, Roger Deakins und Beste visuelle Effekte) gewonnen.

„Darkest Hour“ hat zwei Oscars (Bester Hauptdarsteller, Gary Oldman und Best Makeup and Hairstyling) gewonnen.

„Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song, Remember Me)

 

 

Jimmy Kimmels Monolog:

Die Mode – The Best:

Margot Robbie (Chanel Haute Couture)
Allison Williams (Armani Privé)
Mira Sorvino (Romona Keveza)
Zendaya (Giambattista Valli Haute Couture)
Jennifer Garner (Atelier Versace)
Sofia Carson (Giambattista Valli Resort)
James Ivory, der auf seinem weißen Smokinghemd eine Zeichnung von Timothee Chalamets Gesicht hatte

Die Mode – The Worst

Salma Hayek (custom Gucci) Dieses Jahr sicherlich das geschmackloseste Abendkleid des Abends.
Jennifer Lawrence (Dior)
Haley Bennett (Christian Dior)
Andra Day (Zac Posen)
Maya Rudolph (sicherlich selbstgeschneidert)
Sally Hawkins (sah in Armani Privé besonders magersüchtig aus)

Den spezielle Style von Whoopi Goldberg, Agnes Varda und St. Vincent werde ich nicht bewerten.

 

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Golden Raspberry Award verliehen. Die Goldene Himbeere im Jahr 2018 haben gewonnen:

Worst Picture: The Emoji Movie
Worst Director: Tony Leondis (The Emoji Movie)
Worst Screenplay: Tony Leondis, Eric Siegel and Mike White (The Emoji Movie)
Worst Actress: Tyler Perry (Boo2! A Madea Halloween)
Worst Actor: Tom Cruise (The Mummy)
Worst Supporting Actress: Kim Basinger (Fifty Shades Darker)
Worst Supporting Actor: Mel Gibson (Daddy´s Home 2)
Worst Screen Combo: Any two obnoxious emojis
Worst Prequel, Remake, Rip-Off or Sequel: Fifty Shades Darker
Razzie Redeemer Award: „A Safe Hollywood-Haven where talent is protected, nourished and allowed to flourish with proper compensation.“

Oscar-Gewinnerfilm 2018, meine Analyse

Zunächst: Jeder (egal aus welchem Land), der kreativ in der Filmbranche arbeitet, träumt davon, den wichtigsten Filmpreis der Welt, den Oscar, gewinnen. Vergleichbar ist das mit Leistungssportlern, die sich ausmalen, eines Tages olympisches Gold oder den Weltmeistertitel zu holen. Die Academy-Mitglieder, die die Oscars verleihen, sind keine Journalisten und auch keine Filmkritiker. Es sind allesamt Kreative bzw. Künstler, die sich irgendwann in der Filmbranche verdient gemacht haben und in den elitären Kreis der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (A.M.P.A.S.) aufgenommen wurden. Nicht umsonst werden von großen Filmstudios, bzw. den Indie-Produzenten/Verleihern jedes Jahr viele Millionen Dollar investiert, um Oscar-Nominierungen für ihre Filme zu erhalten oder tatsächliche Academy Awards zu gewinnen. Im Gegensatz zu Deutschland, schnellen in den U.S.A., nach der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen auch die Kino-Besucherzahlen für die nominierten Filme extrem in die Höhe. Sollte der Film zu dem Zeitpunkt bereits auf DVD oder über Streaming erhältlich sein (in diesem Jahr z.B. „Get Out“ und „Dunkirk“), dann kurbelt das auch die Verkaufs- Verleih- oder Streamingzahlen in den U.S.A. an. Bei den Oscars geht es nicht nur um Prestige, sondern auch um sehr viel Geld. Der Academy Award ist auch nicht – wie manche vielleicht denken – ein Preis, der nur Amerikaner oder amerikanische Filme auszeichnet. Allein wenn man sich dieses Jahr die Liste der Nominierten in den „wichtigsten“ Kategorien (Regie, Schauspiel und Drehbuch) anschaut, da sind auch viele Engländer bzw. Briten, Iren, ein Mexikaner, ein Kanadier, eine Australierin und sogar ein Pakistani unter den Nominierten.

Ich weiß, dass die Oscars kritisiert werden, aber eigentlich nur von denen, die wirklich keine Ahnung haben. Das musste ich einfach mal loswerden. Es muss sich auch nicht jeder für die Oscars interessieren, für mich ist Oscar-Geschichte und die jährlichen Oscars seit sehr vielen Jahren einfach eines meiner Hobbys.

So, alle Kritikerpreise und, bis auf den Oscar, alle Preise innerhalb der Filmindustrie für das Filmjahr 2017 wurden mittlerweile vergeben. Ab morgen (20.02.18) bis zum 27.02.18 geben die Academy-Mitglieder ihre Stimme ab und wählen die Oscar-Gewinner. Das bedeutet, dass wir uns jetzt gerade nochmal in einer äußerst sensiblen Phase befinden, die Beeinflussung der Academy-Mitglieder ist entsprechend noch nicht abgeschlossen. Dieses Jahr sind mir einige Schmutzkampagnen zu Ohren gekommen, das hat in erster Linie „Three Billboards“ getroffen, außerdem wurde mit miesen Tricks versucht, Jordan Peele und Gary Oldman ins schlechte Licht zu stellen und auch Guillermo del Toro wurde angegriffen. Ihm wurde vorgeworfen, er hätte aus Jean-Pierre Jeunets Film „Delicatessen“ geklaut. Inwiefern das den jeweiligen Kandidaten geschadet hat, wird sich noch zeigen.

Hier liste ich alle wichtigen Preise, die innerhalb der Filmbranche verliehen wurden und üblicherweise relevant für den Oscar-Gewinner-Film sein könnten, auch liste ich die beiden Golden Globe-Preise:

Golden Globe, Drama: Three Billboards
Golden Globe, Comedy: Lady Bird
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SAG Outstanding Cast: Three Billboards
nominiert für den SAG Outstanding Cast Award waren: The Big Sick, Get Out, Lady Bird, Mudbound und Three Billboards
DGA: The Shape of Water (Guillermo del Toro) und Get Out (Jordan Peele – für den First Time Feature Film)
PGA: The Shape of Water
ACE Eddie Award: Dunkirk (für Drama) und I, Tonya (für Comedy)
nominiert für den ACE Eddie Award waren: Blade Runner 2049, Dunkirk, Molly´s Game, The Post und Shape of Water (drama), Baby Driver, Get Out, I, Tonya, Lady Bird und Three Billboards (comedy)
WGA: (Bestes Originaldrehbuch) Call Me By Your Name
(Bestes adaptiertes Drehbuch) Get Out

als Vorbote für die Oscars war der WGA dieses Jahr nur nicht sonderlich hilfreich, da Three Billboards und Darkest Hour die nötigen Auflagen nicht erfüllt hatten und damit nicht für den WGA nominiert werden konnten
BAFTA: Bester Film: Three Billboards (und bester britischer Film: Three Billboards)
nominiert für den BAFTA BP waren: Call Me By Your Name, Darkest Hour, Dunkirk, The Shape of Water und Three Billboards

Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 im September 2017 veröffentlicht habe, gingen einige der professionellen Oscar-Experten davon aus, dass „Dunkirk“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Danach ist mit dem Harvey-Weinstein-Skandal und im Anschluss daran mit allen anderen öffentlich gemachten Mißbrauchsvorwürfen, der #MeToo und der #TimesUp-Bewegung viel passiert. Während der Oscar-Saison 2017/2018 war irgendwann mal jeder der dann 23.01.18 neun nominierten Filme, Favorit auf den Oscar-Gewinn. Diese Oscar-Saison ist insofern beispiellos, weil es wirklich bis heute keinen Favoritenfilm gibt. Sonst gibt es immer zwei oder drei Filme, zwischen denen es sich letztendlich entscheidet. Dieses Jahr haben die meisten der neun Filme viele Gründe die für einen Oscar-Gewinn sprechen und mindestens einige, die dagegen sprechen. Mittlerweile gehen die meisten professionellen Oscar-Experten von „The Shape of Water“ als Gewinnerfilm aus und kurioserweise auch wieder von „Dunkirk“. Wenn man zu sehr in der Materie steckt, neigt man dazu, zu „verkopft“ zu sein. Ist das hier der Fall?

Kann in dieser Zeit, in der die Ungleichbehandlung der Frauen entschieden angeprangert wird und immer mehr Geschichten von sexuelle Übergriffen gegen Frauen (aber auch Männern) an die Öffentlichkeit geraten, „Dunkirk“ den Oscar gewinnen? Dazu kommt, dass dieser sexistische und rassistische Donald Trump immer noch amerikanische Präsident ist, die Welt verunsichert und in dessen Land ein Amoklauf nach dem nächsten passiert –  sollte da ein Kriegsfilm den Oscar gewinnen? Ein Film, in der keine einzige Frau eine Rolle spielt?

In meinen Augen wäre es sowas von nicht in Ordnung, wenn „Dunkirk“ den Oscar gewinnt. Davon abgesehen, ist mir der Film auch nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Heute ist der 19.02.18, in meiner September-Prognose  und meiner November-Prognose habe ich darauf getippt, dass „Three Billboards“ den Oscar gewinnt. Als die Oscar-Nominierungen herauskamen und „Three Billboards“ keine Beste Regie-Nominierung erhalten hat, musste ich davon Abstand nehmen. Das ist nämlich ein ziemlich eindeutiger Indikator, dass dieser Film eben nicht den Oscar gewinnt. Es gibt Ausnahmen: „Argo“, Ben Affleck wurde nicht als Bester Regisseur nominiert. Das war aber ein Sonderfall, Martin McDonagh ist kein Ben Affleck. Man muss schon viel weiter in die Oscar-Geschichte zurückgehen bis man einen Film findet, der ohne in der Kategorie Beste Regie für den Oscar nominiert zu sein, den Oscar BP gewann: Das war „Driving Miss Daisy“ im Jahr 1989. Gestern hat „Three Billboards“ aber den BAFTA gewonnen. Die britische „Oscar“-Academy hat „Three Billboards“ sogar zwei Mal ausgezeichnet, 1x als Bester Film und 1x Bester britischer Film. Man kann jetzt also davon ausgehen, dass die britischen A.M.P.A.S-Mitglieder auch „Three Billboards“ für den Oscar wählen, oder? Ich halte jetzt jedenfalls wieder an „Three Billboards“ fest, mit einem Ausweichkandidaten und das ist „Get Out“. Zugegebenermassen spricht vieles gegen „Get Out“ als Oscar-Gewinnerfilm (weiter unten aufgelistet), aber dieser Film trifft, wie kein anderer Film, den (amerikanischen) Zeitgeist. Außerdem glaube ich, dass „Get Out“ unter dem preferential voting system gewinnen kann. Bis zu meiner Wette habe ich noch etwas Zeit und werde das natürlich noch mal alles überdenken.

Rein mathematisch kann „Dunkirk“ natürlich sehr wohl den Oscar als Bester Film gewinnen (wie übrigens, jeder andere Film dieses Jahr auch), der Grund dafür ist das preferential voting system. Diese Art, den Gewinnerfilm zu ermitteln, gab es bereits von 1934 bis 1945, allerdings bei einer unterschiedlichen Anzahl von nominierten Filmen, von festen 5 bis zu festen 10 bzw. sogar 12. Dieses System hat Oscar-Gewinner-Filme wie z.B. „It Happened One Night“, „Gone with the Wind“ und „Casablanca“ hervorgebracht. Seit dem Jahr 2009 wurde es wieder eingeführt. Durch dieses System werden alle Academy-Mitglieder angehalten, alle nominierten Filme entsprechend ihrer Präferenzen der Reihe nach zu listen. Dann werden die Nummer 1-Filme aller Academy-Mitglieder ausgezählt und wenn kein Film auf mehr als 50% kommt, geht es in die nächste Runde. Ach, ich kann das nicht so gut erklären…wie jedes Jahr setze ich hier wieder Steve Ponds anschauliche Erklärung, wie der Oscar-Gewinner-Film ermittelt wird, rein:

Voilà:

Jetzt gehe ich ins Detail und versuche für jeden einzelnen Film ein Für und ein Wider für den Oscar-Gewinn zu finden.

Zunächst habe ich mir die aktuellen Einspielergebnisse (Stand 17.02.18) aller neun nominierten Filme angeschaut. (Bei den Oscar-Gewinner-Filmen zählt auch manchmal, wieviel Geld ein Film eingespielt hat). Da dafür nur die amerikanischen Zuschauerzahlen relevant ist, beziehen sich die nachfolgenden Einnahmen nur auf das Geld, das die Filme in den U.S.A. eingespielt haben. Damit das auch abgehakt ist, dahinter die aktuelle Rotten Tomatoes Bewertung (Stand auch hier 17.02.18).

Dunkirk: ca. 188 Millionen Dollar – 92% Rotten Tomatoes
Get Out: ca.176 Millionen Dollar – 99% Rotten Tomatoes
The Post: ca. 75 Millionen Dollar – 88% Rotten Tomatoes
Darkest Hour: ca. 52 Millionen Dollar – 86% Rotten Tomatoes
Shape of Water: ca. 51 Millionen Dollar – 92% Rotten Tomatoes
Three BB: ca. 46 Millionen Dollar – 93% Rotten Tomatoes
Lady Bird: ca. 45 Millionen Dollar – 99% Rotten Tomatoes
Phantom Thread: ca. 16 Millionen Dollar – 91% Rotten Tomatoes
Call Me By Your Name: ca. 14 Millionen Dollar – 96% Rotten Tomatoes

Nun liste ich bei allen 9 nominierten Filme Argumente die für, und Argumente die gegen einen Oscar-Gewinn Bester Film sprechen (alle Gründe kann ich natürlich nicht listen):

Three Billboards
Pro: 1. hat den Publikumspreis in Toronto gewonnen, 2. ist SAG-Ensemble-Gewinner 3. ist BAFTA-Doppel-Gewinner 4. Man kann davon ausgehen, dass der Film mindestens einen Schauspiel-Oscar gewinnt 5. Story bzw. Figuren: eine starke, kämpfende Frau, die sich in einer von Männern dominierenden, ungerechten Welt durchsetzt.
#Meetoo und #TimesUp-Bewegung: geeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Ohne eine Oscar-Regie-Nominierung den Oscar zu gewinnen ist sehr schwierig. Mit Ben Affleck/„Argo“ war das ein außergewöhnlicher Fall, da der in „Argo“ regieführende Schauspieler in Hollywood äußerst beliebt ist, alle das als ungerecht ansahen und schließlich für „Argo“ als Gewinnerfilm stimmten. Das ist kein gutes Beispiel. Davor war es „Driving Miss Daisy“, im Jahr 1989 2. auch wenn die RT-Bewertung anders aussieht, sind die Meinungen über diesen Film in den U.S.A. gespalten. 3. Story bzw. Figuren: ein rassistische Cop, der irgendwie auch ein Sympathieträger ist und eine Frau und Mutter, die (etwas) zu weit geht

The Shape of Water
Pro: 1. 13 Oscar-Nominierungen 2. hat den PGA gewonnen 3. es gilt als sicher, dass Guillermo del Toro den Regie-Oscar für diesen Film gewinnt. 4. Story bzw. Figuren: Ein Film über Außenseiter, der Film hat ein positives Ende.
#Metoo und #TimesUp Bewegung: geeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Es würde ein Film ohne von der Schauspiel-Gewerkschaft für das beste SAG-Ensemble nominiert zu sein, gewinnen. Der letzte Film, der das geschafft hat, war: „Braveheart“, im Jahr 1995 2. ebenso wie bei „Three Billboards“ sind die Meinungen über den Film gespalten 3. Story bzw. Figuren: Erwachsenenmärchen, mit dem nicht jeder etwas anfangen kann. Eine stumme Putzfrau verliebt sich in einen Fischmann und hat Sex mit ihm

Dunkirk
Pro: 1. Dunkirk hat eine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung und hat bereits den ACE Eddie gewonnen 2. Es ist sicher ein Nr. 1-Film der weißen, alten Männer innerhalb der Academy 3. Dunkirk ist der erfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse
Con: 1. Wie bei „The Shape of Water“, „Call Me“, „Darkest Hour“, „Phantom Thread“ und „The Post“ würde ein Film ohne eine SAG-Ensemble-Nominierung den Oscar gewinnen 2. Es würde auch ein Film ohne eine Schauspiel- und Drehbuch-Oscar-Nominierung gewinnen 3. „Dunkirk“ hat nur den ACE Eddie, ansonsten keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen 4. Story, bzw. Figuren: Kriegsfilm in dem keine einzige Frau mitspielt
#MeToo und der #TimesUp-Bewegung: völlig ungeeigneter Gewinner-Film

Get Out
Pro: 1. Dieser Film trifft mit seiner Sozialkritik wie kein anderer den (amerikanischen) Zeitgeist. 2. Er hat eine wichtige Regie-, Schauspiel- und eine Drehbuch-Oscar-Nominierung. 3. Er hat einen WGA für das beste Originaldrehbuch gewonnen 4. 99% RT, den Film mag jeder 5. auch wenn „Get Out“ keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt erhalten hat, er hat wenigstens eine ACE-Eddie-Nominierung (Bester Schnitt) im Bereich Comedy. 6. „Get Out“ ist nach „Dunkirk“ der erfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse 7. „Get Out“ hat den DGA (First Timer) gewonnen 8. Kann es wirklich sein, das einer der erfolgreichsten und beliebtesten Filme des Jahres 2017 ohne einen einzigen Oscar nach Hause geht?
Con: 1. Der Film hat keine Oscar-Nominierung für den Besten Schnitt, es gab in der neunzigjährigen Geschichte der Oscars erst 10 Filme („It Happened One Night“, „The Life of Emile Zola“, „Hamlet“, „Marty“, „Tom Jones“, „A Man for All Seasons“, „The Godfather Part II“, „Annie Hall“, „Ordinary People“ und „Birdman“), die ohne diese Nominierung den Oscar gewannen 2. Der Film hat auch keine anderen Nominierungen in den technischen Kategorien, 3. Der Film hat überhaupt nur vier Oscar-Nominierungen, das ist verdammt wenig für einen Oscar-Gewinner-Film 4. Thriller/Horrorfilm: der letzte und einzige Film, der den Oscar gewonnen hat, war: „The Silence of the Lambs“ 5. Der Film hat scheinbar nicht die Briten hinter sich, die haben den Film nicht für den BAFTA Kategorie Best Picture nominiert 6. Get Out spricht mit seiner Botschaft über liberalen Rassismus ein uramerikanisches Problem an, vielleicht können internationale Academy-Mitglieder damit nicht so viel anfangen.
#MeToo und #TimesUp Bewegung: kein geeigneter Gewinner-Film

Lady Bird
Pro: 1. Die besten PR- und Oscar-Strategen der Branche legen alles dran, dass der Film den Oscar gewinnt. (Sie haben damals auch „Crash“ und „The King´s Speech“ zum Oscar verholfen). 2. A24, hat erst letztes Jahr den Oscar für „Moonlight“ geholt. 3. „Lady Bird“ hat (wie „Get Out“) wenigstens eine ACE-Eddie-Nominierung (Bester Schnitt) im Bereich Comedy 4. „Lady Bird“ ist ein Kritiker-Liebling 5. 99% RT. Kann es sein, dass der scheinbar beliebteste Film der gesamten Oscar-Saison keinen einzigen Oscar mit nach Hause nimmt?
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: geeigneter Gewinner-Film, insbesondere weil hier auch eine Frau Regie führt.
Con: Der Film hat keine Beste Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe Begründung bei „Get Out“ 2. Er hat auch keine, der durchaus anderen wichtigen technischen Kategorien, sie auch „Get Out“, 3. Der Film hat nur fünf Oscar-Nominierungen 4. Der Film hat noch keinen einzigen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen. 5. Ein Film über das Erwachsenwerden hat noch nie den Oscar gewonnen. 6. Der Film hat scheinbar nicht die Briten hinter sich, die haben den Film nicht für den BAFTA Kategorie Best Picture nominiert, siehe „Get Out“

Call Me By Your Name
Pro: 1. Es gilt als ziemlich sicher, dass dieser Film den Preis für das beste adaptierte Drehbuch gewinnt, mit einer einzigen Ausnahme (Grand Hotel im Jahr 1932) gewinnt der Oscar-Gewinner-Film immer mindestens zwei Oscars, ganz oft das Drehbuch) 2. Ich habe den Eindruck, dass dieser Film sehr beliebt ist, es ist ein typischer Nr.1-Film
Con:1. Wie bei „The Shape of Water“, „Dunkirk“, „Phantom Thread“, „Darkest Hour“ und „The Post“ würde ein Film ohne eine SAG-Ensemble-Nominierung gewinnen 2. Wie bei „Three Billboards“, „Darkest Hour“ und „The Post“ hat der Film keine Regie-Nominierung 3. Der Film hat auch keine Beste Schnitt-Nominierung 4. Story bzw. Charaktere: In den U.S.A. gilt es als problematisch, dass Elio erst 17 Jahre alt (under age) ist und von einem viel älteren Mann verführt wird.
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: Kein geeigneter Gewinner-Film

Phantom Thread
Pro: 1. Die größte Überraschung am Oscar-Nominierungstag war „Phantom Thread“, insbesondere mit seinen Nominierungen für Bester Film, Beste Regie und Beste Nebendarstellerin, das zeigt, dass der Film offensichtlich wesentlich beliebter ist, als man zuvor geglaubt hatte.
#Meetoo und #TimesUp Bewegung: Nicht gänzlich ungeeigneter Gewinner-Film
Con: 1. Der Film hat keine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe „Get Out“ und „Lady Bird“ 2. Der Film hat auch keine SAG-Ensemble-Nominierung, siehe „Shape of Water“, „Dunkirk“, „Call Me By Your Name“, „Darkest Hour“ und „The Post“ 3. Der Film hat keine Drehbuch-Oscar-Nominierung. 4. Der Film hat noch keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen

Darkest Hour
Pro: 1. Es gilt als relativ sicher, dass Gary Oldman den Oscar gewinnt 2. Biopics sind grundsätzlich beliebte Oscar-Gewinner-Filme
Con: 1. Der Film hat keine Regie-Nominierung, siehe „Three Billboards“, „Call Me By Your Name“ und „The Post“ 2. Der Film hat keine Beste-Schnitt-Oscar-Nominierung, siehe „Get Out“, „Lady Bird“, etc. 3. Der Film hat keine SAG-Ensemble-Nominierung, sie „Dunkirk“, „Shape of Water“, „Phantom Thread“, „The Post“ und „Call Me By Your Name“ 4. Der Film hat keine Drehbuch-Nominierung
#MeeToo und #TimesUp-Bewegung: Kein geeigneter Oscar-Gewinner-Film

The Post
Pro: 1. Meryl Streep hat für ihre Performance in diesem Film ihre 21. Oscar-Nominierung erhalten hat. 2. Ein Film über die Pressefreiheit in einer Zeit, in der der amtierende U.S.-Präsident selbige bekämpft.
#MeToo und #TimesUp-Bewegung: Geeigneter Oscar-Gewinnerfilm
Con: 1.2.3.4.5. Hier würde ein Film ohne Regie-, Schnitt- und Drehbuch- Oscar-Nominierungen gewinnen, auch sonst keine technische Kategorien, überhaupt hat der Film nur zwei Oscar-Nominierungen. 6. Der Film hat keine SAG-Ensemble-Nominierung, siehe „The Shape of Water,“ „Call Me By Your Name“, „Darkest Hour“ und „Phantom Thread“ 7. Der Film hat keinen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen

 

und jetzt noch ein paar, vielleicht nicht unwichtige Beobachtungen:

 

Welche Filme werden von allen gemocht?

Get Out und Lady Bird

 

Welcher Film war der erfolgreichste an der amerikanischen Kinokasse?

Dunkirk (relativ dicht gefolgt von Get Out)

 

Wenn man seine Unterstüztung für die #MeToo und #TimesUp-Kampagnen in einem Oscar-Gewinn für den besten Film ausdrücken will, welchen Film würde man dann wählen?

Three Billboards, The Shape of Water, Lady Bird, The Post (und vielleicht Phantom Thread)

 

Welcher Film trifft den (amerikanischen) Zeitgeist am ehesten?

Get Out

Welche Filme sind dieses Jahr klare Nr. 1 Filme?

Ich denke: Dunkirk, Call Me By Your Name, Phantom Thread, Three Billboards und The Shape of Water

 

Welche Filme könnten klare Nr. 2 und Nr. 3 Filme sein?

Ich denke: Get Out und Lady Bird

Die Mehrheit der Oscar-Academy-Mitglieder sind immer noch weiße, alte Männer – welcher Film ist wohl ihr Lieblingsfilm?

Ich denke: Dunkirk, Darkest Hour und vielleicht Three Billboards

Welchen Film mögen die vielen britischen Academy-Mitglieder?

Ich denke: Three Billboards (s. BAFTA-Doppelgewinn), Dunkirk und Darkest Hour

 

Welcher Film hat die besten PR- bzw. Oscar-Strategen hinter sich:

Lady Bird

Welche Schauspieler haben dieses Jahr die beste Oscar-Kampagne geführt:

Timothee Chalamet und Allison Janney

Sind die folgenden vier Golden Globe-, SAG- und BAFTA-Gewinner auch automatisch die sicheren Oscar-Gewinner:

Frances McDormand
Gary Oldman
Allison Janney
Sam Rockwell

das wäre in dieser beispiellosen Oscar-Saison zu einfach, oder? Ich könnte mir eine Überraschung in den Kategorien der besten Nebenrolle am ehesten vorstellen. Vor zwei Jahren war Sylvester Stallone der Favorit auf den Oscar und dann hat, etwas überraschend, Mark Rylance gewonnen. (wobei, zuvor hatte er den BAFTA gewonnen). Jedenfalls könnte ich mir hier auch Laurie Metcalf oder auch Christopher Plummer vorstellen.

 

Wie man sieht, es ist dieses Jahr alles andere als einfach auf den richtigen Oscar-Gewinner-Film zu tippen. Wahrscheinlich kann man nur raten und am Ende Glück oder Pech haben.

 

Ich werde mir das alles jetzt noch mal durch den Kopf gehen lassen und – wie immer – einen Tag vor den Oscars (am 03.03.18) meine Oscar-Wette zu allen 24 Kandidaten veröffentlichen.

Von den Filmen, die mindestens eine Oscar-Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:):

Call Me by Your Name, Get Out, Logan, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Dunkirk, „Victoria & Abdul“, The Florida Project, The Square, Blade Runner 2049, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco ,The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s Game, The Post, Update: „Stronger Island“

Boston – Film: „The Post“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Post“ (dt. Filmtitel: „Die Verlegerin“, dt. Kinostart: 22.02.18) 115 min drama, biopic
dir. Steven Spielberg cast: Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson, Bob Odenkirk, Tracy Letts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood, Matthew Rhys, Alison Brie, Jesse Piemons, Michael Stuhlbarg

 

Nach dem Tod ihres Ehemannes, und ohne groß Erfahrung im Zeitungsgeschäft, musste Katherine Graham (Meryl Streep) die Washington Post übernehmen. Im Jahr 1971 ist sie jetzt bereits seit einigen Jahren die Verlagschefin der Zeitung. Ihr Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) versucht sie eines Tages davon überzeugen, brisante Unterlagen eines hochrangigen Mitglieds des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu publizieren. Die sogenannten Pentagon Papers decken einen riesigen Vertuschungsskandal des Weißen Hauses auf. Die geheimen Dokumente belegen, dass vier U.S.-Präsidenten die amerikanische Öffentlichkeit hinsichtlich des Vietnamkrieges bewusst getäuscht haben. Das Konkurrenzblatt, die New York Times, begann bereits, Auszüge des Materials zu drucken, woraufhin der amtierende U.S.-Präsident Nixon eine Einstweiligen Verfügung gegen weitere Veröffentlichungen bewirkte. Sollte die Post jetzt die Pentagon Papers publizieren, könnte es das Ende der Zeitung bedeuten…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Post“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Veröffentlichung der Pentagon Papers zählt neben der Watergate-Affäre zu den größten Politskandalen der Vereinigten Staaten. Dies ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Steven Spielberg („Jaws“, „Jurassic Park“, „Schindler´s List“, Lincoln). Nach „Saving Private Ryan“, „Catch Me If You Can“, „The Terminal“ und Bridge of Spies arbeitet der Regisseur bereits das fünfte Mal mit dem Schauspieler Tom Hanks zusammen.

„The Post“ ist ein passabler Film, noch mehr ist es für mich aber Steven Spielbergs etwas verzweifelter Versuch einen wirklich relevanten Film über den Journalismus und noch wichtiger die Pressefreiheit zu inszenieren. Ungefähr zwei Drittel des Films geht es eigentlich nur darum, ob die Washington Post die Pentagon Papiere druckt oder nicht. Ich empfand das sehr zäh und auch auf Dauer langweilig. Steven Spielberg liess es sich natürlich auch nicht nehmen, am Ende des Films den Watergate-Skandal anzudeuten. Ein Skandal, der nach der Affäre um die Pentagon Papers aufgedeckt wurde und weltweit sicherlich für mehr Aufsehen gesorgt hat. Die Watergate-Affäre wurde durch die Enthüllungsjournalisten der Washington Post (Bob Woodward und Carl Bernstein) ans Licht gebracht. Zurück zu Spielbergs Film über die Pentagon Papiere: Ich mag immer mindestens etwas an den Filmen des amerikanischen Filmemachers, hier mochte ich besonders die gesamte Sequenz in der Druckerei. Das Beste des Films ist jedoch Meryl Streep. Zu Recht wurde die dreifache Oscar-Preisträgerin für diese Performance für ihren 21. Academy Award nominiert, auch wenn man vielleicht darüber diskutieren könnte, ob das jetzt eine Haupt- oder Nebenrolle ist.

„The Post“ und Paul Thomas Andersons Phantom Thread waren zusammen mit Ridley Scotts Film All the Money in the World die letzten Filme, die – in der Oscar-Saison 2017/2018 gezeigt wurden. Auf dem Papier sah „The Post“ noch am Anfang der Oscar-Saison 2017/2018 so aus, als wäre es ein sicherer Favoriten-Film bei den 90th Academy Awards. Am 23.01.18 wurde der Film jedoch nur für zwei Oscars (Bester Film und Beste Hauptdarstellerin – Meryl Streep) nominiert.

Der großartige Michael Stuhlbarg hat dieses Jahr in drei oscarnominierten Filmen (The Shape of Water  und vor allen Dingen – unvergessen in der einen Szene in Call Me by Your Name) mitgespielt. In „The Post“ spielt er den Chefredakteur der New York Times.

„The Post“ ist am 22.12.17 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 12.01.18 läuft der Film landesweit in 2819 Kinos in den U.S.A. Unter dem Filmtitel „Die Verlegerin“ soll der Film am 22.02.18 in die deutschen Kinos kommen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

da ich sehr spät aus Molly´s Game kam, habe ich nur noch folgenden Trailer mitbekommen:

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Oscar-Nominierungen 2018 und meine Meinung

Heute, am 23.01.18, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Der neugewählte AMPAS-Präsident John Bailey hat eine kurze Rede gehalten und die Vortragenden Tiffany Haddish („Girls Trip“) und „Caesar“,Andy Serkis („War for Planet of the Apes“) angekündigt. Tiffany Haddish hätte sich besser vorbereiten müssen, sie hat beinahe jeden Namen falsch ausgesprochen, aber ansonsten war es eine sehr gelungene Präsentation in zwei Teilen.

Dieses Jahr konnte ich die Präsentation, wieder mal, live sehen. Ich weiß, es kann kaum einer verstehen, aber ich bin immer schrecklich aufgeregt.

Gestern bin ich bereits ausführlicher auf ein paar Fakten zu den diesjährigen Oscars eingegangen. Das Wichtigste nochmal:  Im Jahr 2018 gibt es 7258 wahlberechtigte Mitglieder in der Academy und 341 Filme hatten sich qualifiziert. 5 bis zu 10 Filme konnten nominiert werden.

„The Shape of Water“ hat – wie von mir bereits gestern vermutet  – die meisten Oscar-Nominierungen erhalten. 13 an der Zahl. „Dunkirk“ hat 8 Oscar-Nominierungen und „Three Billboards“ hat 7. „Lady Bird“ hat fünf Oscar-Nominierungen und „Get Out“ hat vier.

Dieses Jahr gibt es 9 nominierte Filme. (damit habe ich auch richtig gelegen, nur habe ich nicht mit „Darkest Hour“ und „Phantom Thread“ gerechnet).

Bemerkenswert ist, dass erstmalig eine Frau (Rachel Morrison für „Mudbound“) eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Kamera erhalten hat.

Bester fremdsprachiger Film: Fatih Akins „In the Fade“ (Aus dem Nichts) wurde nicht für den Oscar nominiert.

Mit der Nicht-Nominierung von Martin McDonagh in der Kategorie Beste Regie hat „Three Billboards“ den Favoritenstatus an „The Shape of Water“ abgegeben. Der Film, der den Favoritenstatus hat, ist nie zu beneiden. Das hat man ganz gut im letzten Jahr mit „La La Land“ gesehen, ab dem Moment, als der Film 14 Oscar-Nominierungen erhalten hat, wurde er nämlich von allen Seiten attackiert.

Meryl Streep hat ihre 21. Oscar-Nominierung erhalten. Glückwunsch!

Von den Filmen, die mindestens eine Oscar-Nominierung erhalten haben, habe ich folgende Filme gesehen – in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe:):

Call Me by Your Name, Get Out, Logan, The Big Sick, Baby Driver, War for the Planet of the Apes, Dunkirk, „Victoria & Abdul“, The Florida Project, The Square, Blade Runner 2049, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, Lady Bird, „Mudbound“, Roman J. Israel, Esq., Coco ,The Disaster Artist, The Shape of Water, Darkest Hour, All the Money in the World, Phantom Thread, I, Tonya, Molly´s GameThe Post

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung. (gelistet in der Reihenfolge, in der ich derzeit den Gewinner am Wahrscheinlichsten sehe)

Best Motion Picture of the Year:

The Shape of Water
Lady Bird
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Get Out
Dunkirk
Call Me By Your Name
The Post
Darkest Hour
Phantom Thread

Meine Meinung: Gut, ich habe auf neun Filme getippt, die nominierten neun Filme habe ich auch alle gesehen. Ich hatte nur auf „The Florida Project“ und „The Big Sick“ getippt und nicht damit gerechnet, dass „Darkest Hour“ so stark ist. Man darf nie den großen britischen Anteil der AMPAS-Mitglieder unterschätzen, auch wenn ich das alles weiß, habe ich „Darkest Hour“ trotzdem keine BP-Nominierung zugetraut – wie dumm von mir. Auch habe nicht mit „Phantom Thread“ für eine BP-Nominierung und Best Director-Nominierung gerechnet. Diesen Film habe ich tatsächlich unterschätzt und auf Platz 14 für eine Nominierung als Bester Film gesehen.
Mein Wunsch: Ich habe es ganz gerne, wenn einer meiner Top Ten Filme  den Oscar gewinnt. Das wäre dann „Three Billboards“ oder „Lady Bird“ oder „Get Out“
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Also: „The Shape of Water“ ist jetzt mit dem PGA-Gewinn, den 13 Oscar-Nominierungen und einer Regie-Nominierung ganz klar der Favorit. Aber: Der Film hat keine Nominierung der Schauspiel-Gewerkschaft. „La La Land“ im letzten Jahr auch nicht. Der letzte Film, der ohne eine SAG-Nominierung den Oscar als Bester Film gewonnen hat, war „Braveheart“. Nun haben wir aber seit einigen Jahren das preferential voting system. Wenn ein Film nicht in der ersten Runde mehr als 50% aller Stimmen hat (was dieses Jahr bei so vielen Favoritenfilmen durchaus sein kann) geht es in die zweite Runde und dann, das ist meine Erkenntnis der letzten Jahre, gewinnt immer der Film, den alle gut finden und keiner hasst. Das wäre dann „Lady Bird“ oder vielleicht auch „Get Out“. Mit den Geschehnissen der letzten Monate und den #metoo und #TimesUp-Bewegungen dürfte aber eigentlich nur ein Film mit einer Frau in der Hauptrolle den Oscar gewinnen. „The Shape of Water“ und auch „Three Billboards“ sind keine Filme, die man der kompletten Familie – von Teenager bis Opa – zeigen kann, auch gibt es einige Leute, die diese Filme nicht so mögen oder gar hassen. Wenn „The Shape of Water“ in der ersten Runde über 50% aller Stimmen erhält, haben wir den Gewinner-Film. Schafft er das? Entweder er schafft es, oder „Lady Bird“ wird in Runde 2 gewinnen, ein Film, der bisher noch keinen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen hat.
Der Unsicherheitsfaktor: „Three Billboards“ oder „Get Out“.

 

Achievment in Directing:

Guillermo del Toro „The Shape of Water“
Paul Thomas Anderson „Phantom Thread“
Christopher Nolan „Dunkirk“
Greta Gerwig „Lady Bird“
Jordan Peele „Get Out“

Meine Meinung: Ich habe vier von fünf Regisseuren richtig geraten, kenne alle Filme. Und ich war mir so sicher, dass Martin McDonagh (für „Three Billboards) nominiert wird. Damit rücke ich definitiv erst mal von meinem favorisierten Gewinner-Film ab. Wir haben hier nämlich keine „Argo“-Situation, bei der Ben Affleck nicht für Beste Regie nominiert wurde und alle das ungerecht fanden und letztlich alle für „Argo“ als BP-Gewinner gestimmt haben. Das wäre meines Erachtens passiert, wenn Greta Gerwig oder Jordan Peele keine Regie-Nominierung bekommen hätten. Reingerutscht für McDonagh ist Paul Thomas Anderson (für „Phantom Thread“). Christopher Nolan („Dunkirk“) hat seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur. Gratulation. Und ja, sie haben Jordan Peele und Greta Gerwig für ihr Erstlingswerk zu nominiert. Greta Gerwig ist damit nach Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow erst die fünfte Frau, die jemals von AMPAS in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde. Gratulation. Jordan Peele ist übrigens auch nach John Singleton, Lee Daniels, Steve McQueen und Barry Jenkins erst der fünfte schwarze Regisseur, der jemals von AMPAS nominiert wurde. Auch hier: Gratulation. Die Nominierungen für Gerwig und Peele senden eine klare Botschaft. Guillermo war logisch und fährt diesen Oscar wohl nach Hause.
Mein Wunsch: Guillermo del Toro, der letzte der Three Amigos 
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Guillermo del Toro
Der Unsicherheitsfaktor: Christopher Nolan oder Greta Gerwig?

 

Performance by an actress in a leading role:

Frances McDormand „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Sally Hawkins „The Shape of Water“
Saoirse Ronan „Lady Bird“
Margot Robbie „I, Tonya“
Meryl Streep „The Post“

Meine Meinung: Die Nominierungen habe ich alle richtig geraten, ich kenne auch alle Performances. Meryl Streep bricht mal wieder ihre eigenen Rekorde, das ist ihre 21. Oscar-Nominierung.
Mein Wunsch: Frances McDormand, wer sonst?
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Frances McDormand
Der Unsicherheitsfaktor: wenn „The Shape of Water“ alles abräumt, dann vielleicht auch Sally Hawkins. Sollte „Lady Bird“ Bester Film gewinnen, gewinnt der Film auch mindestens einen anderen Oscar, könnte Drehbuch sein, es könnte aber auch Saoirse Ronan (dies ist ihre 3. Oscar-Nominierung) den Oscar gewinnen.

 

Performance by an actor in a leading role:

Gary Oldman „Darkest Hour“
Timothee Chalamet „Call Me By Your Name“
Daniel Day-Lewis „Phantom Thread“
Daniel Kaluuya „Get Out“
Denzel Washington „Roman J. Israel, Esq“

Meine Meinung: Auch hier habe ich alle richtig geraten und kenne auch alle Performances. Ich hatte gestern darüber geschrieben, dass James Franco („The Disaster Artist“) sich gerade mit Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens auseinandersetzen muss. Da diese während der Nominierungsphase an die Öffentlichkeit kamen, wurde er wahrscheinlich auch nicht nominiert. Ich hatte mir das schon gedacht, daher vorsichtshalber auf Denzel gesetzt, den ich auch wesentlich besser fand. Übrigens: wäre Casey Affleck (dem im letzten Jahr ähnliche Anschuldigungen zur Last gelegt wurden) dieses Jahr mit Manchester by the Sea am Start gewesen, wäre er aller Wahrscheinlichkeit auch nicht nominiert worden. Definitiv – und so viel ist sicher – hätte er nicht den Oscar gewonnen.
Mein Wunsch: Gary Oldman
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Gary Oldman
Der Unsicherheitsfaktor: Man, war ich damals sicher, dass Viola Davis (für „The Help“) den Oscar gewinnt, sie hatte auch damals sämtliche Preise, u.a. den SAG-Award vorher abgeräumt und dann kam Meryl und hat ihren dritten Oscar gewonnen. Jetzt hätten wir eine ähnliche Situation mit Denzel Washington. Letztes Jahr war es ziemlich knapp, beinahe hätte er den Oscar gewonnen. Könnte er dieses Jahr für den Schocker bei den Oscars sorgen und seinen 3. Oscar gewinnen? Daniel Day-Lewis könnte natürlich auch seinen vierten gewinnen.

 

Performance by an actress in a supporting role:

Allison Janney „I, Tonya“
Laurie Metcalf „Lady Bird“
Leslie Manville „Phantom Thread“
Octavia Spencer „The Shape of Water“
Mary J. Blige „Mudbound“

Meine Meinung: Habe vier von fünf richtig geraten. Ich kenne alle Performances. Gut, Leslie Manville (für „Phantom Thread“) hatte ich auch auf dem Schirm, aber ich dachte Holly Hunter bekommt hier – verdientermassen – eine Oscar-Nominierung. Wie bereits erwähnt, halte ich Mary J. Bliges Nominierung für einen Scherz. Allison Janney verhält sich in den letzten Wochen genau richtig, sie ist auf allen Events in Hollywood und genau so gewinnt man Oscars. Laurie Metcalf spielt – soweit ich weiß – gerade am Broadway und hat keine Zeit, eine Oscar-Kampagne zu führen. Außerdem ist Allison Janney auch sehr beliebt und alle haben schon mit ihr gearbeitet, somit werden alle für sie stimmen.
Mein Wunsch: Laurie Metcalf
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Allison Janney
Der Unsicherheitsfaktor: Allison Janney

 

Performance by an actor in a supporting role:

Sam Rockwell „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Willem Dafoe „The Florida Project“
Richard Jenkins „The Shape of Water“
Christopher Plummer „All the Money in the World“
Woody Harrelson „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Meine Meinung: Hier habe ich alle richtig geraten und kenne auch alle Performances. Bei Christopher Plummer war ich nicht wirklich sicher, aber verdient nominiert für seine „Ich-zeig-Euch-was-ein-professioneller-Schauspieler-ist“-Einlage. Woody Harrelson, ich hatte es gestern gesagt, ist so beliebt in der Branche, jeder hat schon mit ihm gearbeitet, da war ich mir relativ sicher.
Mein Wunsch: Sam Rockwell, wer sonst?
Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Sam Rockwell
Der Unsicherheitsfaktor: Bei einer Doppel-Nominierung für einen Film in einer Kategorie, habe ich immer Angst, dass sie sich Stimmen gegenseitig wegnehmen und dann wäre vielleicht keiner der „Three Billboards“-Jungs der Gewinner und Christopher Plummer gewinnt.

 

Meine Wette habe ich übrigens gewonnen, ich habe neun Filme richtig geraten und auch James Franco durch Denzel Washington ersetzt. War aber sehr knapp, weil wir sehr ähnlich getippt haben.

 

Hier alle Oscar-Nominierungen im Überblick:

http://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2018

 

Hier geht es zu meiner September-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 (da habe ich ja gar nicht so schlecht gelegen)

Hier geht es zu meiner November-Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018

 

und hier noch mal für alle, die die kleine Show heute um 14.22 Uhr deutsche Zeit (und, mitten in der Nacht, um 5.22 Uhr in Los Angeles) nicht sehen konnten

 

Die 90th Academy Awards finden am 4.3.18 statt. Der Gastgeber ist das zweite Jahr in Folge Jimmy Kimmel.

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2018

Da musste ich mich doch tatsächlich über die diesjährigen Razzie-Nominierungen aufregen. Klar ist die Meinung über den Film mother! gespalten, aber es gibt keinerlei Gründe, den Regisseur Darren Aronofsky auf eine Stufe mit Michael Bay zu stellen. Geht´s noch? Oder gar Jennifer Lawrence in einer Kategorie mit Katherine Heigl für den Anti-Oscar zu nominieren. Was rege ich mich aber auf, wahrscheinlich haben sie den Film bis heute nicht verstanden…

Worst Movie:
Baywatch
The Emoji Movie
Fifty Shades Darker
The Mummy
Transformers XVII: The Last Knight

Worst Actor:
Tom Cruise / The Mummy
Johnny Depp / Pirates of The Caribbean XIII: Dead Men Tell No Tales
Jamie Dornan / Fifty Shades Darker
Zac Efron / Baywatch
Mark Wahlberg / Daddy’s Home 2 & Transformers XVII: The Last Knight

Worst Actress:
Katherine Heigl / Unforgettable
Dakota Johnson / Fifty Shades Darker
Jennifer Lawrence / Mother!
Tyler Perry / BOO! 2: A Medea Halloween
Emma Watson / The Circle

Worst Supporting Actor:
Javier Bardem / Mother! & Pirates of The Caribbean: Dead Men Tell No Tales
Russell Crowe / The Mummy
Josh Duhamel / Transformers XVII: Last Knight
Mel Gibson / Daddy’s Home 2
Anthony Hopkins / Collide & Transformers XVII: Last Knight

Worst Supporting Actress:
Kim Basinger / Fifty Shades Darker
Sofia Boutella / The Mummy
Laura Haddock / Transformers XVII: Last Knight
Goldie Hawn / Snatched
Susan Sarandon / A Bad Moms Christmas

Oscar-Nominierungen 2018: Fakten und meine Wette

Morgen, am 23.01.17, werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen.Seit einigen Jahren habe ich aber mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten laufen, wir haben eine Oscar-Nominierungswette (bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden) und eine Oscar-Gewinner-Wette, bei der wir alle 24 Kategorien wetten. Jeweils einen Tag vor den Oscar-Nominierungen bzw. vor der Oscar-Verleihung veröffentliche ich meine Prognose.

Zunächst ein paar Fakten:
Dieses Jahr wurden 774 Künstler eingeladen, der Oscar Academy beizutreten. Nicht jeder nimmt die Einladung an, auch verliert die Academy (durch den Tod von Mitgliedern oder auch beispielsweise, durch ihre Option, ein stilles – also nicht wählendes – Mitglied zu sein oder wie im letzten Jahr durch den Rausschmiss von Harvey Weinstein) Mitglieder. Für die diesjährige Abstimmung bei den Oscar-Nominierungen und und den eigentlichen Awards gibt es 7258 Mitglieder, die wahlberechtigt sind.

Für die 90. Academy Awards haben sich 341 Filme qualifizieren können. Jedes Mitglied wählt in seinem Berufszweig (Regisseure wählen die, für sie in diesem Jahr besten Regisseure, Schauspieler wählen die, ihrer Meinung nach, in diesem Jahr besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.) Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie haben, dürfen die nur den besten Film – bzw. siehe weiter unten – bestimmen). Jedes Mitglied wählt ansonsten zusätzlich zu seiner eigenen Gruppe die Filme, die eine Beste-Film-Nominierung erhalten und dieses Jahr ebenfalls die Kurzfilme und die Animationsfilme, die nominiert werden. Die Kurzfilme und die Animationsfilme dürfen nur gewählt werden, wenn das Mitglied nachweislich einen Großteil dieser Filme gesehen hat. Für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film gab es bislang ein Komitee, bei der einzelne Mitglieder ausgewählt wurden, die zuvor bereits auf der Shortlist gelandeten neun Filme, in Screenings in L.A., N.Y., San Francisco und London zu sehen. Dieses Jahr kann jedes Academy-Mitglied den besten fremdsprachigen Film nominieren, wenn es denn alle 9 Filme gesehen hat. Es wurde den internationalen AMPAS-Mitgliedern dieses Jahr die Möglichkeit gegeben, sogar online auf der internen Website die Filme zu sehen. Eine kleine Änderung also.

Seit einiger Zeit wird auch bei den Oscar-Nominierungen nach dem preferential system bestimmt. Jedes Mitglied listet seine Favoriten der Reihe nach. Dabei können sie aber auch bei der Kategorie Bester Film nur fünf Plätze vergeben. Dieses Jahr wurde intern noch mal darum geben, bitte auch tatsächlich auch fünf Filme zu listen und nicht nur – wie in der Vergangenheit anscheinend bereits geschehen – nur ihren Lieblingsfilm. Bei den Oscar-Nominierungen werden dann 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Könnte „Wonder Woman“ als bester Film nominiert werden? Die Chance besteht. Die Gewerkschaft der amerikanischen Produzenten (die eine ähnlich hohe Anzahl an Mitgliedern wie AMPAS hat und auch nach dem preferential system ihre Nominierung und Gewinner bestimmt) hat sich dieses Jahr nicht auf 10 beste Filme einigen können, sie hatten einen Stimmen-Gleichstand und daher haben dieses Jahr 11 Filme eine PGA-Nominierung erhalten und zwar folgende, in alphabetischer Reihenfolge:

The Big Sick
Call Me By Your Name
Dunkirk
Get Out
I, Tonya
Lady Bird
Molly´s Game
The Post
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Wonder Woman

Das sind übrigens 7 Filme mit einer Frau in der Hauptrolle.

Die Producers Guild haben aber 10 Filme, die sie auf ihre Liste setzen können, die Academy-Mitglieder haben nur 5. Vorgestern, am 20.01.18, wurde der PGA-Gewinner-Film bekanntgegeben. Den PGA hat „The Shape of Water“ gewonnen.

Die BAFTA (die britische „Oscar“-Academy) hat kürzlich ihre Nominierungen bekanntgegeben. Eine große Anzahl von Briten ist auch in der Oscar-Academy. Sie nominieren immer fünf Filme als ihre Besten, das waren folgende, in alphabetischer Reihenfolge:

Call Me By Your Name
Darkest Hour
Dunkirk
The Shape of Water
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Die BAFTA-Gewinner werden am 18.02.18 bekanntgegeben.

Dann haben wir noch die amerikanische Schauspiel-Gilde (SAG), die sich vor ein paar Jahren mit den TV- und Radio-Künstlern (AFTRA) zusammengetan hat und nun mit SAG-AFTRA rund 160000 Mitgliedern zählt. Sie haben ihre fünf beste Filme (Best Ensemble) gewählt. Per Zufallsprinzig wählen 2500 Mitglieder für die SAG-Nominierung. Dieses Jahr ist nicht klar, ob die Späteinsteiger in der Oscar-Saison 2017/2018 (The Post, Phantom Thread und Alle the Money in the World) überhaupt von dem wählenden Komitee gesehen wurden. Ihre fünf besten Filme waren, in alphabetischer Reihenfolge:

The Big Sick
Get Out
Lady Bird
Mudbound
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri.

Der Schocker hier war, dass The Shape of Water nicht als Bester Film nominiert wurde. Es wurden auch weder Meryl Streep, Tom Hanks, Daniel Day-Lewis oder Christopher Plummer in ihren Kategorien nominiert. Daher könnte es sein, dass die wahlberechtigten SAG/AFTRA-Mitglieder „The Post“, „Phantom Thread“ und „All the Money in World“ nicht gesehen haben könnten. Gestern, am 21.01.18 wurde der SAG-Gewinner-Film bekanntgegeben. Den SAG hat „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ gewonnen.

Die Gewerkschaft der Regisseure hat nun folgende Regisseure für den DGA nominiert:

Guillermo del Toro (The Shape of Water)
Greta Gerwig (Lady Bird)
Martin McDonagh (Three Billboards)
Christopher Nolan (Dunkirk)
Jordan Peele (Get Out)

Der DGA-Gewinner wird erst am 3.2. 18 bekanntgegeben. 

Die Beste Regie-Nominierung durch AMPAS sind so gut wie nie mit der DGA-Liste identisch. Mich hat überrascht, dass die Regisseur-Gilde zwei Filmemacher für ihr offizielles Regiedebüt (Greta Gerwig, bei ihr ist es der erste Film, bei dem sie allein Regie führte und Jordan Peele) nominiert hat. Die aus 512 Mitgliedern bestehende Directors Branch der Oscar-Academy wird von Männern dominiert. Sie sind als Snobs verschrien. Jetzt ist die Frage, nominieren sie eine Frau, noch dazu eine, die vordergründig als Schauspielerin bekannt ist? Mit Regisseuren, die auch als Schauspieler arbeiten, haben es die AMPAS Director Branch ja nicht so, Ben Affleck wurde seinerzeit auch nicht für „Argo“ nominiert. Jordan Peele ist auch Schauspieler und vordergründig für seine Arbeit im TV bekannt. Wenn es nicht die DGA-Fünf sind, wer kommt anstelle von wem rein? Es könnte Steven Spielberg (The Post), Luca Guadagnino (Call Me By Your Name) oder Sean Baker (The Florida Project) sein.

Ich kann mich nicht erinnern, dass zwei wichtige Awards innerhalb der Filmindustrie (PGA und SAG) bereits vergeben wurden, bevor die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben wurden.

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „The Shape of Water“ mit den meisten Nominierungen ins Oscar-Rennen ziehen wird.

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme. Mein Kumpel und ich liegen übrigens fast gleich, er hat 8 Filme (meine ersten 8) und er hat James Franco anstelle von Denzel Washington.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist) Für die Wette zählen nur die 9 (weil ich denke, dass wieder neun Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5, die ich gelistet habe.

Best Motion Picture of the Year

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
The Shape of Water
Get Out
Dunkirk
Call Me By Your Name
The Post
The Florida Project
The Big Sick
——————————————————————————
möglich sind aber auch selbstverständlich:

  1. Darkest Hour
  2. Molly´s Game
  3. Mudbound
  4. I, Tonya
  5. Phantom Thread
  6. Wonder Woman

Bei der Kategorie Bester Film bin ich mir nur bei den ersten fünf Filmen sicher. Ich weiß immer noch nicht, welcher Film den Oscar gewinnen wird, aber es kann statistisch gesehen nur einer der ersten vier Filme sein.

Achievment in Directing

Guillermo del Toro „The Shape of Water“
Martin McDonagh „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Christopher Nolan „Dunkirk“
Greta Gerwig „Lady Bird“
Jordan Peele „Get Out“

In dieser Kategorie bin ich mir nur bei del Toro und McDonagh sicher. Christopher Nolan wurde noch nie von AMPAS als bester Regisseur nominiert. Bekommt er für „Dunkirk“ seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur? Jordan Peele und Greta Gerwig für ihr Erstlingswerk zu nominieren, wäre berechtigt, beide wurden auch für den DGA nominiert, aber nominieren die Regie-Snobs beide? In dieser Kategorie kommt es eigentlich immer zu einer Überraschung. Es könnte auch Sean Baker (für „The Florida Project“) sein, wenn sein Film als Bester Film nominiert wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er auch nominiert wird. Luca Guadagnino (für „Call Me By Your Name“) könnte nominiert werden. Eigentlich muss man auch immer mit Steven Spielberg rechnen. Könnte Ridley Scott (für „All the Money in the World“) für seinen Last-Minute-Nachdreh nominiert werden?

Performance by an actress in a leading role

Frances McDormand „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Sally Hawkins „The Shape of Water“
Saoirse Ronan „Lady Bird“
Margot Robbie „I, Tonya“
Meryl Streep „The Post“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Wirklich sicher bin ich mir nur bei Frances McDormand und Sally Hawkins. Irgendwie wäre es ein Schocker, wenn sie Meryl Streep (für „The Post“) nicht nominieren. An ihrer Stelle könnte Jessica Chastain für „Molly´s Game“ nominiert werden, Michelle Williams („All the Money in the World“) und Judi Dench („Victoria & Abdul“) sind auch potenzielle Kandidaten.

Performance by an actor in a leading role

Gary Oldman „Darkest Hour“
Timothee Chalamet „Call Me By Your Name“
Daniel Day-Lewis „Phantom Thread“
Daniel Kaluuya „Get Out“
Denzel Washington „Roman J. Israel, Esq“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Ich bin mir bei den ersten beiden Schauspielern sicher. Auch wäre es ein Schocker, wenn Daniel Day-Lewis nicht nominiert würde. Tom Hanks wurde in den letzten Jahren immer wieder übergangen, wird er dieses Jahr für „The Post“ nominiert? Daniel Kaluuya gibt für mich keine Oscar-Perfornace, er könnte aber reinrutschen, weil sein Film ein mittlerweile recht sicherer Oscar-Kandidat ist. James Franco (The Disaster Artist) hat gerade ein paar Probleme in den U.S.A., Anschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens kamen gerade in der Nominierungsphase an das Licht der Öffentlichkeit, inwieweit das seiner Nominierung schaden wird, wird man sehen.

Performance by an actress in a supporting role

Allison Janney „I, Tonya“
Laurie Metcalf „Lady Bird“
Holly Hunter „The Big Sick“
Octavia Spencer „The Shape of Water“
Mary J. Blige „Mudbound“

Hier bin ich mir auch nur bei den beiden Erstgenannten sicher. Mary J. Blige halte ich für einen Witz, Hong Chau könnte für „Downsizing“ nominiert werden, aber auch Leslie Manville (für „Phantom Thread) oder wenn „Darkest Hour“ doch beliebter ist, als ich denke: Kristin Scott Thomas. Eine Nominierung für Tiffany Haddish (für „Girls Trip) ist auch nicht gänzlich ausgeschlossen, auch wenn sie bisher noch keine Nominierung innerhalb der Filmindustrie erhalten hat.

Performance by an actor in a supporting role

Sam Rockwell „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“
Willem Dafoe „The Florida Project“
Richard Jenkins „The Shape of Water“
Christopher Plummer „All the Money in the World“
Woody Harrelson „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Hier sind eigentlich auch nur Willem Dafoe und Sam Rockwell sicher. Die Frage ist, ob Christopher Plummer nominiert wird. Und was ist mit Armie Hammer und Michael Stuhlbarg (für „Call Me By Your Name“). Steve Carell wurde von den SAGs für „Battle of the Sexes“ nominiert. Woody Harrelson ist sehr beliebt in Hollywood, deswegen gehe ich davon aus, dass er auch nominiert wird.

Nach dem gestrigen SAG-Gewinn sitzt Gary Oldman im Moment immer noch ganz fest in seinem Favoriten-Sessel. Aber was ist schon sicher in dieser seltsam anmutenden Oscar-Saison.

 

Ich bin gespannt…

Boston – Film: „Molly´s Game“

Ich war am 08.01.18 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Molly´s Game“ (dt. Kinostart: 08.03.18) 141 min drama, crime, biopic, adaptation
dir. Aaron Sorkin cast: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Chris O´Dowd, Bill Camp, Jeremy Strong

 

Molly Bloom (Jessica Chastain) musste aufgrund einer Rückenverletzung ihre Skifahrer-Karriere aufgeben. Bevor sie ein Jurastudium anfängt, will sie sich erst mal eine Auszeit nehmen. Sie zieht nach Los Angeles und arbeitet als persönliche Assistentin von Dean (Jeremy Strong), der einen elitären, illegalen Pokerclub in Hollywood führt. Irgendwann macht sich Molly selbstständig und organisiert fortan hochexklusive Pokerspiele. Sie baut sich ein Imperium auf, bis eines Tages das FBI vor der Tür steht…

 

B+ Wertung von A bis F) „Molly´s Game“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Film ist eine Adaption von Molly Blooms Memoiren „Molly’s Game: From Hollywood’s Elite to Wall Street’s Billionaire Boys Club, My High-Stakes Adventure in the World of Underground Poker“. Es ist das Regiedebüt von Drehbuchautor Aaron Sorkin („The West Wing“, TV-Serie:The Newsroom, The Social Network, Moneyball, Steve Jobs). Für „Molly´s Game“ hat er selbstverständlich auch das Drehbuch geschrieben.

Aaron Sorkin gilt als einer der besten Drehbuchautoren, in seinem Regiedebüt erzählt er von Molly Blooms faszinierendem Leben. Aaron Sorkin hat auch durchaus Potenzial, einen Film zu inszenieren, im Moment ist jedoch noch Luft nach oben. Es gibt einige Szenen, die man ersatzlos hätte streichen können oder vielleicht auch müssen. Der Film hat mich teilweise an einen meiner Lieblingsfilme vom letzten Jahr, Miss Sloane, erinnert. Im Ganzen ist dieser Film aber zu lang und längst nicht so perfekt.

Jessica Chastain ist idealbesetzt in der Titelrolle. Aaron Sorkin ist bekannt für seine schnellen und supersmarten Texte bzw. Dialoge, dafür braucht er aber auch Schauspieler, die diese überzeugend vortragen können. Das ist mit der Besetzung dieses Films gelungen. Die Schauspieler in dem Film haben mir alle gut gefallen, neben Jessica Chastain besonders Bill Camp, sexy Idris Elba und und in einigen Szenen auch Kevin Costner.

Der Spieler X spielt bei den High-Class-Pokerspielen und in Molly Blooms Leben eine wichtige Rolle. Er wird, ohne namentlich genannt zu werden, als berühmter Hollywoodstar beschrieben. In Molly Blooms Memoiren hat sie darüber geschrieben, dass Ben Affleck, Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire regelmäßig an den exklusiven Pokerspielen teilnahmen. Bei dem Player X, der in dem Film von Michael Cera verkörpert wird, wird gemeinhin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um Tobey Maguire handelt.

Molly´s Game ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: Molly´s Game hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Adapted Screenplay)

„Molly´s Game“ ist am 25.12.17 in 271 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 5.1.18 läuft der Film landesweit in 1608 Kinos in den U.S.A. „Molly´s Game“ startet am 8.3.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Annihilation„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Alex Garlands neuer Sci-Fi-Film mit Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson und Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: was die für ein Geld für Werbung ausgeben
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Den of Thieves„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Gerard Butler und 50 Cent, sieht aus wie ein typischer „Januar-Film“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The 15:17 to Paris„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

NYC – Film: „I, Tonya“

Ich war am 03.01.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„I, Tonya“ (dt. Kinostart: 22.03.18) 121 min comedy, drama, biopic
dir. Craig Gillepsie cast: Margot Robbie, Sebastian Stan, Julianne Nicholson, Bobby Cannavale, Allison Janney, Paul Walter Hauser

 

Tonya Harding (Margot Robbie) kommt aus armen Verhältnissen. Schon früh wurde sie von ihrer Mutter (Allison Janney) in eine Eiskunstlauf-Karriere gedrängt. Sie verlässt die Schule vorzeitig, um sich besser auf ihren Sport zu konzentrieren. Tonya ist eine exzellente Eiskunstläuferin, als eine der wenigen beherrscht sie sogar den schwierigen Dreifach-Axel. Mit ihrem Auftreten und ihren selbstgenähten Kostümen entspricht sie jedoch nicht dem Bild einer eleganten Eisprinzessin und entsprechend lange dauert es, bis sie eine richtige Anerkennung für ihre sportliche Leistung bekommt. Im Jahr 1991 gewinnt sie dann aber die US-Meisterschaft. Als am 6.1.1994 ein Attentat auf Tonyas Erzrivalin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) verübt wurde, geriet Tonya Harding bald in den Verdacht, Verbindungen zu dem Attentäter gehabt zu haben…

 

B- (Wertung von A bis F) „I, Tonya“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film erzählt von dem Leben der amerikanischen Eiskunstläuferin Tonya Harding. Es ist der neue Film des australischen Filmemachers Craig Gillespie (Lars and the Real Girl, Fright Night).

„I, Tonya“ ist eine schwarze Komödie und nimmt sich die Freiheit, die Wahrheit zu verzerren. Wenn man den Film sieht, könnte einen Tonya Harding eigentlich nur leid tun (gestraft mit dieser bösartige Mutter und dem prügelnden Ehemann und immer auf der Suche nach Anerkennung). In diesem Film wird Tonya Harding – auch mit Hilfe von mehreren unzuverlässigen Erzählern – in immer wiederkehrenden Sequenzen zum Opfer stilisiert. Letztendlich wird einem auch unterschwellig verkauft, dass sie sehr wahrscheinlich nichts mit dem Attentat zutun hat. Bis heute gilt der Fall als einer der größten Sportskandale. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Tonya Harding seinerzeit über Monate Thema der amerikanischen Late-Night-Talker war. Diese Satire wird vielleicht der verrückten Story an sich gerecht, für ein Porträt über die Sportlerin und eine Zusammenfassung der Ereignisse, sollte man sich jedoch eine der zahlreichen Tonya Harding-Dokumentationen anschauen.

Der Film hat sehr gute Momente, ausgezeichnet fügen sich die ausgewählten Songs in die Handlung ein. Der Film ist aber zu lang und die erzählte Geschichte dreht sich vielfach im Kreis, was mich am Ende gelangweilt hat.

Die australische Schauspielerin Margot Robbie (The Wolf of Wall Street, The Big Short) ist nicht nur umwerfend schön, sondern auch eine hochtalentierte und mutige Schauspielerin. In der Rolle der Tonya Harding ist sie kaum wieder zuerkennen.

Allison Janney wurde für ihre Performance jetzt bereits mit ein einigen Preisen ausgezeichnet, sie macht ihre Sache als Monster-Mutter auch sehr gut. Es ist jedoch eine recht eindimensionale Figur und wenn man diese mit Laurie Metcalfs nuancierter Performance in Lady Bird vergleicht, müsste eigentlich Laurie Metcalf sämtliche Filmpreise (inkl. des Oscars) gewinnen.

„I, Tonya“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Margot Robbie), Beste Nebendarstellerin (Allison Janney), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: I, Tonya hat 3 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Actress – Margot Robbie, Best Supporting Actress – Allison Janney, Best Film Editing) Update: „I, Tonya“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin, Allison Janney) gewonnen.

„I, Tonya“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat auf dem Filmfestival den Publikumspreis gewonnen, „I, Tonya“ belegte den Platz 2. Der Film ist im Verleih des, erst im Jahr 2017 gegründeten amerikanischen Indie-Filmverleihs NEON. Der Film ist am 8.12.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 517 Kinos landesweit. Für Deutschland ist ein Kinostart am 22.03.18 vorgesehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Saturday Church„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama/Musical
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Blame„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Have a Nice Day„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: chinesischer Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht