D.C. – Film: „Submission“

Ich war am 10.03.18 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Submission“(dt. Kinostart: 19.09.19) 106 min drama, adaptation
dir. Richard Levine cast: Stanley Tucci, Kyra Sedgwick, Addison Timlin, Janeane Garofalo

 

Ted Swenson (Stanley Tucci) ist Literaturprofessor und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Uni. Seit einigen Jahren versucht er eine Schreibblockade bekämpfen und seinen zweiten Roman fertigzustellen. Eine seiner  Studentinnen, Angela (Addison Timlin), schreibt derzeit an ihrem ersten Roman und bittet ihn, das erste Kapitel zu lesen. Ted ist angetan von ihrer Schreibe und irgendwie auch von seiner Studentin…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Submission“ ist eine Adaption von Francine Proses Roman „Blue Angel“. Nach „Every Day“ ist dies erst der zweite Spielfilm des amerikanischen Autors und Filmemachers Richard Levine.

„Submission“ ist ein sehenswerter Indie, der in der sensiblen #MeToo-Ära, in der wir uns befinden, vielleicht nicht ganz so gut aufgehoben ist. Die Geschichte ist sicherlich nicht neu, ich mochte aber die Dialoge und auch die Umsetzung. Die fiktionale Handlung hätte sich genau so im wahren Leben zugetragen haben können. Die Charaktere sind glaubwürdig, was nicht zuletzt an den Schauspielern liegt. Stanley Tucci ist ein Chamäleon (was er nicht schon alles für reale Persönlichkeiten und Kunstfiguren im Film und Fernsehen portraitiert hat). In einem meiner Lieblingsfilme, Some Velvet Morning konnte er bereits unter Beweis stellen, dass er sogar sexy sein kann und das zeigt er in diesem Film erneut.

„Submission“ ist einer der wenigen Filme, die ich nicht von langer Hand geplant hatte, mir anzuschauen. Genauer gesagt, hatte ich ein paar Stunden bevor ich ins Kino gegangen bin, noch überhaupt nichts von dem Film gehört. Drei Blocks von unserem Crewhotel entfernt gibt es ein kleines Programmkino (West End Cinema), dem ich schon ewig einen Besuch abstatten wollte. Jetzt bin ich froh, dass ich ein neues Kino kennenlernte und damit diesen kleinen Film nicht verpasst habe.

Der Roman „Blue Angel“, dem dieser Film zugrunde lag, stammt aus dem Jahr 2000. Die Handlung ist jedoch von Heinrich Manns Roman „Professor Unrat“ abgeleitet, welche im Jahr 1930 von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich unter dem Titel „Der blaue Engel“ verfilmt wurde. Ausschnitte dieses Film sieht man auch in „Submission“

„Submission“ wurde erstmalig auf dem LA Film Festival in 2017 gezeigt. Der Film ist am 2.3.18 in einigen wenigen Kinos in den U.S.A. gestartet. Bislang ist noch kein deutscher Kinostart bekannt. Update: Der Film soll am 19.09.19 in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lean on Pete„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Charlie Plummer und Steve Buscemi
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Death of Stalin „
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Satire mit Steve Buscemi, Rupert Friend und Jeffrey Tambor
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Beauty and the Dogs„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisch-tunesisches Drama. Ich weiß nicht, ob ich das ertrage.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

TV – Serie: „Feud: Bette and Joan“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Miniserie angeschaut:

 

 

„Feud: Bette and Joan“ 8 x approx. 50 min drama, biopic
dir. Ryan Murphy, Gwyneth Horder-Payton, Liza Johnson, Helen Hunt, Tim Minear cast: Jessica Lange, Susan Sarandon, Judy Davis, Jackie Hoffman, Alfred Molina, Stanley Tucci recurring cast: Catherine Zeta-Jones, Kathy Bates, Alison Wright guest starring: Sarah Paulson, John Waters

 

 

Im Jahr 1961. Joan Crawford (Jessica Lange) ist nach dem überraschenden Tod ihres Mannes in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Seit Jahren hat die alternde Hollywood-Diva schon keine guten Rollenangebote mehr bekommen. Nun sucht sie selbst nach einem Projekt und wird mit dem Roman „What Ever Happened to Baby Jane?“ fündig. Sie überredet den Filmemacher Robert Aldrich (Alfred Molina), diesen Roman mit ihr und Bette Davis (Susan Sarandon) in den Hauptrollen zu verfilmen. Auch Bette Davis´ Karriere ist nicht mehr das, was sie mal war – mittlerweile spielt sie am Broadway, aber die Kritiken sind durchwachsen. Der Regisseur Robert Aldrich versucht eine Finanzierung für „What Ever Happened to Baby Jane?“ zu bekommen, nur würden alle Hollywood-Produzenten lieber jüngere Stars besetzen. Schließlich gelingt es ihm, den Studioboss Jack L. Warner (Stanley Tucci) zu überzeugen, dieses Filmprojekt ins Kino zu bringen. Damit beginnen jedoch erst die wahren Probleme, denn die beiden Hollywood-Legenden sind sich spinnefeind…

A- (Wertung von A bis F) „Feud: Bette and Joan“ ist die neueste Anthologie-Serie von Serienschöpfer Ryan Murphy (“Nip/Tuck“, „Glee“, „American Horror Story“). Im letzten Jahr hat Ryan Murphy sich mit The People v. O. J. Simpson: American Crime Story dem Prozess des (letzten) Jahrhunderts gewidmet, mit der ersten Staffel seiner neuen non-fictional Anthologie-Serie erzählt er von dem Kleinkrieg, den sich die Hollywoodlegenden Bette Davis und Joan Crawford über Jahrzehnte geliefert haben.

Ich kann mich nicht erinnern, wann mir eine Serie je größeres Vergnügen bereitet hat. Hollywood-Geschichte (n), die Oscars, starke, schwierige Frauencharaktere, die ihren Willen durchsetzen, ein epochaler Zicken Diven-Krieg, großartige Schauspieler, exzellentes Schauspiel, ein ständig fluchenden Stanley Tucci in der konsequenten Arschloch-Rolle, ein Alfred Molina, der noch nie besser war…logischerweise habe ich die einzelnen Episoden dieser Serie mehrmals gesehen. Aber auch wenn einem gar nichts von diesen Themen interessiert, kann man sich an dem überragenden Vintage-Set- und Kostümdesign (alleine Hedda Hoppers Hüte) sattsehen.

Die erste Staffel von „Feud“ führt einen in das „alte Hollywood“, zu Beginn der 1960er Jahre stirbt das Studio-System langsam aus. Viele Amerikaner haben mittlerweile einen Fernseher, gehen aber trotzdem immer noch mehrere Male die Woche ins Kino. Im Vergleich zu heute gibt es ganz wenige „große“ Stars. Die großen Stars dieser Zeit waren u.a. Audrey Hepburn, Doris Day und Elizabeth Taylor. Schauspielerinnen, die bereits über 40 Jahre alt waren – auch wenn sie einst noch so erfolgreich waren – bekamen kaum noch Rollenangebote. Joan Crawford war im Jahr 1961 (vermutlich) 57 Jahre alt und steckte durch den plötzlichen Tod ihres Ehemanns in finanziellen Schwierigkeiten. Sie entschied sich, eigeninitiativ ein neues Filmprojekt zu suchen. Sie fand den Roman „What Ever Happened to Baby Jane?“ und überzeugte den Regisseur Robert Aldrich, das Projekt mit ihr und Bette Davis zu realisieren.

 

Die ersten drei Episoden von „Feud: Bette and Joan“ erzählen von diesem Filmprojekt, vor allen Dingen von den nervenaufreibenden Dreharbeiten zu dem Film. Bei der vierten Episode sind die Dreharbeiten abgeschlossen, das Filmprojekt „What Ever Happened to Baby Jane?“ galt immer als „B-Movie“ und sollte nun landesweit in den amerikanischen Kinos starten. Der Film wurde zu einem Überraschungshit und wurde noch dazu für fünf Oscars nominiert. Die fünfte Folge erzählt von den legendären Oscars des Jahres 1963. Die sechste Episode handelt von den Nachwirkungen der Oscars und der Suche nach einem neuen Filmprojekt für sämtliche Beteiligte von „What Ever Happened to Baby Jane?“. „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ sollte es sein. Die siebente Episode erzählt von den anstrengenden Dreharbeiten von „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ und wie es zu der Umbesetzung kam. Schließlich vergehen für die letzte Episode einige Jahre…

„Feud: Bette and Joan“ zeigt wie generell Frauen (und andere Minderheiten), aber insbesondere ältere Schauspielerinnen in Hollywood behandelt wurden (und wohl immer noch werden).

Ryan Murphy ist ein offen schwul lebender Autor, Filme- und Serienmacher und man sieht dieser Anthologie-Serie an, dass dies wohl eine Art Traumprojekt für ihn ist. Wie die meisten Homosexuellen liebt er starke Frauen/Persönlichkeiten und tolle Schauspielerinnen. In „Feud: Bette and Joan“ sind nicht weniger als 15 Rollen mit Schauspielerinnen jenseits der Vierzig besetzt worden. Ryan Murphy hat auch das bemerkenswertes Projekt „Half Foundation“ ins Leben gerufen, bei der in in seinen Serien mind. 50% Frauen im Regiesessel sitzen. Sehr löblich. Als junger Journalist, Ende 1980er Jahren und zwei Monate vor ihrem Tod, hat Ryan Murphy die Gelegenheit bekommen, die Hollywood-Legende Bette Davis zu interviewen. Die beiden führten ein Vier-Stunden-Gespräch, Die Idee zu dieser Serie ist vielleicht bereits in der Zeit entstanden.

Mir war relativ schnell klar, dass ich dem „Team Bette“ angehöre. Mein Herz gehört von jeher den Charakterschauspielern, den Künstlern. Außerdem glaube ich, dass Bette Davis unglaublich selbstbewusst und scharfzüngig, ja cool war – ich mag ihre Attitüde. Joan Crawford war sicher wesentlich hübscher als Bette Davis, aber auch sehr eitel hinsichtlich ihres Aussehens. Bette Davis war auch eitel, aber einzig hinsichtlich ihrer Arbeit. Sie wollte immer in anspruchsvollen Projekten ihre bestmögliche Performance geben. Bette Davis war die Meryl Streep ihrer Zeit. Gerade wenn man sich die Filme mit Bette Davis anschaut, sieht man, dass Susan Sarandon eine starke Ähnlichkeit (Gesichtszüge, Augen) mit Bette Davis hat. Susan Sarandon versucht nicht, Bette Davis´ Stimme zu imitieren, sie sorgt aber mit ihrer kraftvollen Stimme und Sprache für Glaubwürdigkeit. Susan Sarandon ist brillant als Bette Davis. Überragend fand ich aber auch Alfred Molina und – na klar – Stanley Tucci als Jack Warner, dem Kopf von Warner Bros.

Mit Jessica Lange hatte ich anfangs meine Probleme. Sie war mal eine bildhübsche Frau, sieht aber jetzt dank (wahrscheinlich zu vieler Schönheitsoperationen) maskenhaft aus. So wirkt Jessica Lange hier als ob Jessica Lange Joan Crawford porträtiert. Später ab Folge 3 habe ich mich entweder an sie gewöhnt oder sie ist in ihre Rolle reingewachsen. In ihrem Spiel ist sie in meinen Augen tatsächlich besser geworden. Später ab Episode fünf und sechs konnte ich dann auch vergessen, hier eigentlich Jessica Lange zu sehen. Letztlich darf man nicht vergessen, dass auch Joan Crawford in der, bzw. für die Öffentlichkeit die Rolle der „Joan Crawford“ gespielt hat. Jessica Lange ist später in der Serie absolut glaubhaft, an die bravouröse Performance von Susan Sarandon kommt sie – meines Erachtens – jedoch nicht heran.

So gegensätzlich die Hollywood-Diven Bette Davis und Joan Crawford waren, so ähnlich war jedoch ihr privater Hintergrund. Auch charakterlich waren sie sich sehr ähnlich. Beide hatten eine unschöne bzw. (in Joan Crawfords Fall) eine schreckliche Kindheit, haben sich ihre Karriere hart erarbeitet, suchten stets nach Anerkennung, waren sehr ehrgeizig, kämpferisch und professionell, aber auch eifersüchtig und neidisch. Sie hatten Allüren und waren letztlich beide einsam. Sowohl Bette Davis als auch Joan Crawford hatten adoptierte Kinder (Bette Davis hatte mit B.D. auch ein leibliche Tochter) mit denen sie eine schwierige Beziehungen verband. Beide waren vier Mal verheiratet und – mehr oder weniger – alleinerziehend. Die Schauspielerinnen waren extrem erfolgreich, aber ab einem gewissen Alter war ihre Karriere quasi am Ende. Beide Hollywoodlegenden hatten ein Alkoholproblem und auch Affären mit denselben Männer.

Gestern wurde nun die letzte Episode von „Feud: Bette and Joan“ erstmalig ausgestrahlt. Im Vorfeld habe ich mich schon lange auf diese neue Serie gefreut und so konnte ich es selbstverständlich nicht abwarten, bis die Serie erstmalig komplett ausgestrahlt wurde. Ich sah mich gezwungen, von Beginn der Erstausstrahlung an – ganz old school – eine Folge pro Woche zu sehen, um dann wieder eine elend lange Woche darauf zu warten, bis eine neue Folge zum Download zur Verfügung stand und diese dann zu schauen. Was Filme bzw. Serien angeht, hat „Feud: Bette and Joan“ quasi die letzten zwei Monate meines Lebens bestimmt. Ich habe viel recherchiert, den Wahrheitsgehalt der Serie abgeklopft (die Serie hält sich – mit Ausnahme der letzten Episode – sehr an die Fakten) und mir den Luxus genommen, die für diese TV-Serie beiden relevanten Filme What Ever Happened to Baby Jane? und Hush…Hush, Sweet Charlotte erneut anzuschauen. Das würde ich auch jedem empfehlen, der sich „Feud: Bette and Joan“ ansieht. Außerdem habe ich mir einige wichtige Filme mit Bette Davis, Joan Crawford und Olivia de Havilland angeschaut: „Sudden Fear“ aus dem Jahr 1952, für diese Performance wurde Joan Crawford für den Oscar nominiert (B+), „Mildred Pierce“ aus dem Jahr 1945, für diese Performance hat Joan Crawford einen Oscar gewonnen (B-) , „Dangerous“ aus dem Jahr 1935, für diese Performance hat Bette Davis ihren ersten Oscar gewonnen, (C+) und „Jezebel“ aus dem Jahr 1938, für diese Performance hat Bette Davis ihren zweiten Oscar gewonnen (B+), „The Snake Pit“ aus dem Jahr 1948, für diese Performance wurde Olivia de Havilland für den Oscar nominiert (A-), „Strait-Jacket“ mit Joan Crawford aus dem Jahr 1964 (B-), „The Letter“ aus dem Jahr 1940, für diese Performance wurde Bette Davis für den Oscar nominiert (A-). Bei der Gelegenheit habe ich mir auch „All About Eve“ aus dem Jahr 1950, der Film hat 14 Oscar-Nominierungen erhalten, inkl. einer Nominierung für Bette Davis (A) und „Suspicion“ aus dem Jahr 1941 (A-), dafür hat Olivia de Havillands Schwester Joan Fontaine den Oscar gewonnen – es war die einzige schauspielerische Leistung eines Alfred Hitchcock-Films, die je mit einem Oscar honoriert wurde, mal wieder angeschaut. Das war ein etwas zeitaufwändiges Projekt, aber es hat so viel Spass gemacht und ich habe sehr viel Neues über Hollywood gelernt.

Meine Lieblingsepisode: Wie sollte es anders sein: Episode 5 („And the Winner is…(The Oscars of 1963). In dieser Episode dreht sich alles um die 35th Academy Awards. Wenn man nicht weiß, was man unter „schmutzige Oscar-Kampagne“ versteht, hier gibt es ein Paradebeispiel.

Dramaturgisch mag dieser Mehrteiler vielleicht nicht immer gut gelöst sein, aber er ist unglaublich unterhaltsam und witzig. Auch konnte ich mich nicht für jede schauspielerische Leistung (mit Kathy Bates als Joan Blondell habe ich mich nie anfreunden können, Catherine Zeta-Jones fand ich anfangs als Olivia de Havilland auch nicht überzeugend, später schon) begeistern, wer aber an Hollywood-Geschichte interessiert ist, sich an umwerfender Ausstattung und Kostümen und hervorragenden Performances erfreuen kann, wird diese TV-Serie auch lieben. In meinen Augen wird diese Serie von Episode zu Episode besser.

Der grobe Inhalt der einzelnen Episoden:

  1. Episode (Pilot) Das Projekt „What Ever Happened to Baby Jane?“ und der Beginn der Dreharbeiten
  2. Episode (The Other Women) Die Probleme bei den Dreharbeiten
  3. Episode (Mommie Dearest) Privater Hintergrund der Diven, Dreharbeiten werden abgeschlossen
  4. Episode (More, or Less) „What Ever Happened to Baby Jane?“ ist fertiggestellt und startet landesweit in den amerikanischen Kinos, Oscar-Nominierungen
  5. Episode (And the Winner is…(The Oscars of 1963)) Die 35th Academy Awards
  6. Episode (Hagsploitation) Was kommt nach „What Ever Happened to Baby Jane?“? Beginn der Dreharbeiten von Hush…Hush, Sweet Charlotte
  7. Episode (Abandoned) Die Probleme bei den Dreharbeiten von „Hush…Hush, Sweet Charlotte“
  8. Episode (You Mean All This Time We Could Have Been Friends?) fiktiver Part, das Ende der Karrieren der Hollywood-Legenden

Um die schauspielerische Leistung richtig zu erfassen, sollte man diese Serie unbedingt im Original sehen!

Die wichtigsten Charakter der Serie im wahren Leben:

Joan Crawford (als Lucille Fay LeSueur, vermutlich im Jahr 1904 geboren) war eine amerikanische Schauspielerin. Sie war ein Filmstar und stets auf ihr Äußeres und ihre Außenwirkung bedacht. Sie setzte immer ihren gesamten Sexappeal ein. Jahrelang war sie bei dem Filmstudio MGM unter Vertrag, galt aber Ende der 1930er Jahre plötzlich als Kassengift. Anfang der 1940er Jahre wechselte sie zu Warner Bros., dem Filmstudio, dem Bette Davis angehörte. Nachdem Bette Davis die Hauptrolle in „Mildred Pierce“ ablehnte, bekam Joan Crawford den Zuschlag, der Film war ein Erfolg und Joan Crawford erhielt dafür ihren ersten (und einzigen) Oscar. Anfang der 1950er Jahre verliess sie Warner Bros. und heiratete ihren vierten Ehemann, den Pepsi-Cola-Manager Alfred Steele. Nach seinem plötzlichen Tod kam sie in finanzielle Schwierigkeiten, auch wenn sie noch Jahre später DIE Pepsi-Cola-Repräsentantin war. Rollenangebote blieben schon lange aus. Im Jahr 1961 – also zu Beginn des Mehrteilers „Feud: Bette and Joan“ – war Joan Crawford (vermutlich) 57 Jahre alt und stösst – auf der Suche nach einer neuen Rolle für sich – auf den Roman „What Ever Happened to Baby Jane?“ Sie überredete den Regisseur Robert Aldrich, diesen Film mit ihrer Rivalin Bette Davis zu realisieren. Viel sollte den Schauspielerinnen und dem Regisseur nicht bezahlt werden, sie waren jedoch am Gewinn beteiligt. Der Film war – für alle Beteiligten ziemlich überraschend – ein Kassenschlager und wurde noch dazu für fünf Oscars nominiert. Einige Jahr später wollte der Regisseur Robert Aldrich mit den beiden Hollywood-Diven einen weiteren Film drehen. „Hush…Hush, Sweet Charlotte“. Während der Dreharbeiten hat Joan Crawford aber erneut ein ungeheuerliches Verhalten an den Tag gelegt, so dass sich der Regisseur gezwungen sah, Joan Crawfords Rolle mit der Schauspielerin Olivia de Havilland zu besetzen. Joan Crawford hatte vier Kinder adoptiert. Ihre Tochter Christina hat mit „Mommie Dearest“ eine Autobiografie über ihre schwierige Kindheit geschrieben, diese wurde mit Faye Dunaway in der Rolle der Joan Crawford im Jahr 1981 verfilmt. Im Jahr 1946 hat Joan Crawford, wie bereits erwähnt, für ihre Performance in „Mildred Pierce“ den Oscar gewonnen, für „Possessed“ und „Sudden Fear“ wurde sie erneut nominiert. In „Feud: Bette and Joan“ wird Joan Crawford von der amerikanischen Schauspielerin Jessica Lange gespielt. Sie gab ihr Spielfilmdebüt in dem Film „King Kong“ im Jahr 1976. Seither hat sie in unzähligen Filmen u.a. in „Cape Fear“, „Rob Roy“ und „Big Fish“ gespielt und spielte in vier Staffeln von Ryan Murphys Serie „American Horror Story“ mit. Jessica Lange hat sechs Oscar-Nominierungen erhalten. Für ihre Performances in „Tootsie“ und „Blue Sky“ hat sie den Oscar gewonnen. Jessica Lange hat außerdem drei Emmys gewonnen, einen für den HBO-Film Grey Gardens, einen für ihre Performance in der ersten Staffel von „American Horror Story“ und einen für ihre Performance in der Staffel „American Horror Story: Coven“.

Ruth Elizabeth „Bette“ Davis wurde im Jahr 1908 geboren, sie war eine amerikanische Schauspielerin, präziser gesagt, war sie eine Charakterschauspielerin. Ihre Arbeit und ihre schauspielerische Leistung standen bei ihr stets im Vordergrund, sie war sehr selbstbewusst, direkt und scheute sich vor keiner Konfrontation mit Studiobossen und Regisseuren. Sie galt als eine der besten Schauspielerinnen ihrer Zeit und hat als erste Schauspielerin 11 Oscar-Nominierungen (für „Of Human Bondage“ aus dem Jahr 1934 bekam sie eine inoffizielle Oscar-Nod, sie wurde nachträglich nominiert) erhalten. Anfangs war sie bei Universal unter Vertrag bis sie im Jahr 1932 zu Warner Bros. wechselte. Ende der 1950er Jahre befand sich Bette Davis´Karriere in der Sackgasse. Im Jahr 1961 – also zu Beginn des Mehrteilers „Feud: Bette and Joan“ – war Bette Davis 53 Jahre alt, sie spielte zwar Theater am Broadway, hat aber von den New Yorker Theaterkritikern nicht so wohlwollende Kritiken erhalten. Dann bekam sie das Angebot, neben ihrer Rivalin Joan Crawford, in dem Horrorfilm „What Ever Happened to Baby Jane?“ mitzuspielen. Sie akzeptierte und hat sich auf eine geringe Gage, dafür aber eine Erfolgsbeteiligung, eingelassen. Die Dreharbeiten waren für alle Beteiligten sehr anstrengend. So musste beispielsweise eine junge Schauspielerin, die in dem Film eine Nebenrolle als Tochter der Nachbarin spielen sollte, ausgetauscht werden, weil sie den beiden Hollywood-Diven zu hübsch war. Bette Davis setzte sich dafür ein, dass ihre leibliche Tochter, B.D., diesen Part spielte. „What Ever Happened to Baby Jane?“ war ein Überraschungserfolg und wurde noch dazu für fünf Oscars nominiert. Wie Joan Crawford war auch Bette Davis vier Mal verheiratet, neben ihrer leiblichen Tochter B.D. hatte sie noch zwei Adoptivkinder. Im Jahr 1935 und im Jahr 1938 hat Bette Davis für ihre Performance in den Filmen „Dangerous“ und „Jezebel“ den Oscar gewonnen. Sie wurde dann noch weitere acht Male für die Filme „Dark Victory“, „The Letter“, „The Little Foxes“, „Now, Voyager“, „Mr. Skeffington“, „All About Eve“, „The Star“ und „What Ever Happened to Baby Jane?“ für den Oscar nominiert. In „Feud: Bette and Joan“ wird Bette Davis von der amerikanischen Schauspielerin Susan Sarandon gespielt. Im Jahr 1975 wurde sie mit ihrer Rolle als Janet Weiss in „The Rocky Horror Picture Show“ über Nacht berühmt. Unvergessen war sie natürlich in den Filmen „The Witches of Eastwick“ und „Thelma & Louise“. Seither war sie in unzähligen Filmen zu sehen. Susan Sarandon wurde fünf Mal für den Oscar nominiert. Im Jahr 1994 wurde sie für ihre Rolle in „The Client“ für den Oscar nominiert, in diesem Jahr wurde jedoch ihre „Feud: Bette and Joan“-Kollegin Jessica Lange für „Blue Sky“ mit dem Oscar ausgezeichnet. Ein Jahr später hat sie dann für ihre Performance in „Dead Man Walking“ den Oscar gewonnen. Derzeit hat Susan Sarandon keinen leichten Stand in Hollywood, wird ihr doch immer noch ihre offene Ablehnung der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton vorgeworfen. Ihr entschlossenes Verhalten könnte Hillary Clinton viele Stimme gekostet haben und dazu geführt haben, dass das liberale Amerika nun mit Donald Trump als US-Präsident leben muss. Inwieweit das einer möglichen Emmy-Nominierung entgegensteht, wird sich zeigen. Viggo Mortensen hatte ebenfalls zu einem Clinton-Boykott aufgerufen und ihm hatte es nicht geschadet. Er hat dieses Jahr trotzdem eine Oscar-Nominierung für „Captain Fantastic“ erhalten.

Robert „Bob“ Aldrich war ein amerikanischer Filmemacher. Nach „What Ever Happened to Baby Jane?“ kam Bette Davis auf ihn zu und wollte eine Art Fortsetzung mit „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ drehen. Joan Crawford und Bette Davis sollten erneut die Hauptrollen spielen. Warum Olivia de Havilland letztlich in der Hauptrolle zu sehen ist, sieht man im Episode 7. In „Feud: Bette and Joan“ wird Robert Aldrich von dem britischen Schauspieler Alfred Molina gespielt. Bekannt wurde er durch den Steven Spielberg-Indiana-Jones-Film „Raiders of the Lost Ark“. Seither spielte er in TV-Serien (z.B. „Law & Order: LA“) und in einigen Blockbuster („Spider-Man 2“, „The Da Vinci Code“), aber auch aus dem Independent-Kino ist er nicht mehr wegzudenken („Chocolat“, An Education, Love is Strange, Little Men). Für seine Rolle in The Normal Heart wurde er für den Emmy nominiert.

Jack L. Warner war der Chef des legendären Filmstudios Warner Bros. Er hat „What Ever Happened to Baby Jane?“ ins Kino gebracht. In „Feud: Bette and Joan“ wird Jack Warner von dem amerikanischen Schauspieler und Filmemacher Stanley Tucci gespielt. Er hat sein Spielfilmdebüt in John Hustons Film „Prizzi´s Honor“ gegeben. Seit vielen Jahren begeistert er durch seine Vielseitigkeit in „America´s Sweetheart“, „The Devil Wears Prada“, der „The Hunger Games“-Filme und  Some Velvet Morning. Stanley Tucci hat zwei Emmys für seine Performances in dem TV-Film „Winchell“ und seinem Gastauftritt in der Serie „Monk“ gewonnen. Für seine Rolle in The Lovely Bones wurde er für den Oscar nominiert. Stanley Tucci ist so exzellent in „Feud“, wäre die Serie ein Kinofilm, würde er hierfür wahrscheinlich nicht nur für den Oscar nominiert werden, er wäre, mein Favorit auf den Gewinn.

Hedda Hopper hat ihre Karriere in New York als Broadway-Schauspielerin gestartet. Die Amerikanerin hat in einigen Hollywood-Produktionen (z.B. neben Joan Crawford in George Cukors „The Women“) mitgespielt), war jedoch nie erfolgreich als Schauspielerin. Im Jahr 1937 hat sie die Gelegenheit wahrgenommen, für die L.A. Times als Klatsch-Kolumnistin zu schreiben. Innerhalb kürzester Zeit wurde sie zur einflussreichsten Gesellschafts-Kolumnistin, nicht zuletzt weil sie während der Mc-Carthy-Ära auch einige Künstler wegen sogenannter unamerikanischer Umtriebe bezichtigt hat. Hedda Hopper hatte ein Faible für ausgefallene Hüte. In letzter Zeit wurde Hedda Hopper von Helen Mirren (in Trumbo) und eine Version von Hedda Hopper von Tilda Swinton in Hail, Caesar! portraitiert. In „Feud: Bette and Joan“ wird Hedda Hopper von der australischen Schauspielerin Judy Davis gespielt. Sie hat in einigen amerikanischen Filmen (z.B. „Barton Fink“, „Naked Lunch“, „Deconstructing Harry“, „Marie Antoinette“) mitgespielt. Judy Davis hat drei Emmys gewonnen (für die TV-Projekte „Serving in Silence: The Margarethe Cammermeyer Story“, „Life with Judy Garland: Me and My Shadows“ und „The Starter Wife“). Sie hat zwei Oscar-Nominierungen für ihre Rollen in „A Passage to India“ und „Husbands and Wives“ erhalten.

Anna Marie „Mamacita“ Brinke war die deutsche Haushälterin von Joan Crawford. Gespielt wird Mamacita von der amerikanischen Theater-, Fernseh- und Filmschauspielerin Jackie Hoffman. Jackie Hoffman hat in zahlreichen Spielfilmen (u.a. „Mo´Money“, „Garden State“) mitgewirkt und spielte in Ryan Murphys TV-Serie „The New Normal“ mit.

Olivia de Havilland ist mittlerweile 100 Jahre alt und lebt zurückgezogen in Paris. Sie war eine amerikanische Schauspielerin, die mit Bette Davis befreundet ist. Die beiden verband eine schwierige Beziehung mit einer „Joan“ (bei Olivia de Havilland handelt es sich jedoch nicht um Joan Crawford, sondern um ihre Schwester, die Schauspielerin und Oscar-Gewinnerin Joan Fountain). Olivia de Havilland hat ihr Filmdebüt in „A Midsummer Night´s Dream“ gegeben, wurde aber bekannt durch ihre Rollen in „The Adventures of Robin Hood“ und „Gone with the Wind“. Insgesamt acht Mal stand sie neben Errol Flynn vor der Kamera, sie galten als DAS Leinwand-Traumpaar in Hollywood. Über den Verlauf ihrer Karriere war sie fünf Mal für den Oscar nominiert, gewonnen hat sie zwei Oscars für ihre Performance in „To Each is Own“ im Jahr 1946 und „The Heiress“ im Jahr 1949. In „Feud: Bette and Joan“ wird Olivia de Havilland von der walisischen Schauspielerin Catherine Zeta-Jones gespielt. Ihren internationalen Durchbruch hatte die Schauspielerin mit „The Mask of Zorro“ und „Entrapment“. Sie war ein Mal für den Oscar nominiert und hat ihn für ihre Rolle in „Chicago“ auch gewonnen. Außerdem hat sie einen Tony Award für ihre Performance in dem Musical „A Little Night Music“ erhalten.

Victor Buono war ein amerikanischer Schauspieler, der neben Bette Davis und Joan Crawford in „What Ever Happened to Baby Jane?“ spielte. Für diese Performance wurde er für den Oscar nominiert. Später hat er noch in Robert Aldrichs „Hush…Hush, Sweet Charlotte“ gespielt. Victor Buono hat auch in der 1960er Jahre TV-Serie „Batman“ mitgespielt. Der Schauspieler hat – für seine Zeit ungewöhnlich – relativ offen schwul gelebt. Leider ist er viel zu früh, im Alter von 43 Jahren, gestorben. Gespielt wird Victor Buono von dem englischen Schauspieler Dominic Burgess. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. in „The Leftovers“, „Roots“) mitgewirkt.

Pauline ist in der TV-Serie die Regieassistentin von Robert Aldrich. Pauline ist der einzige fiktive Charakter von allen Hauptfiguren dieser Serie. Ihr Charakter repräsentiert die Minderheit, der Frauen hinter der Kamera bis heute in Hollywood angehören. Gespielt wird Pauline von der englischen Schauspielerin Alison Wright. Sie spielt in den TV-Serien „The Americans“ und „Sneaky Pete“ mit.

„Feud: Bette and Joan“ ist im Jahr 2017 für einige Fernseh-Oscar-Nominierungen (Primetime Emmy Awards) im Gespräch, u.a. Best Limited Series, Beste Hauptdarstellerin (Limited Series) Jessica Lange und Susan Sarandon, Beste Nebendarstellerin (Limited Series) Judy Davis, Catherine Zeta-Jones, Alison Wright und Jackie Hoffman, Bester Nebendarsteller (Limited Series) Stanley Tucci und Alfred Molina und einige technische Kategorien Update:„Feud: Bette and Joan“ wurde am 13.7.17 für 18 Emmy-Awards nominiert. Nominiert wurde die Mini-Serie in den Kategorien: Outstanding Limited Series, Outstanding Lead Actress in a Limited Series or Movie (Jessica Lange und Susan Sarandon), Outstanding Supporting Actress in a Limited Series or Movie (Judy Davis und Jackie Hoffman), Outstanding Supporting Actor in a Limited Series or Movie (Alfred Molina und Stanley Tucci), Outstanding Directing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special (für „The Winner is…), Outstanding Writing for a Limited Series, Movie or Dramatic Special (für „The Winner is…“ und die Pilotfolge), Outstanding Production Design for a Narrative Period Program, Outstanding Casting for a Limited Series, Movie or Special, Outstanding Period/Fantasy Costumes for a Series, Limited Series or Movie (für „The Winner is…“), Outstanding Hairstyling for a Limited Series or Movie, Outstanding Makeup for a Limited Series or Movie (Non-Prosthetic), Outstanding Main Title Design, Outstanding Music Composition for a Limited Series, Movie or Special (Original Dramatic Score), Outstanding Original Main Title Theme Music, Outstanding Short Form Nonfiction or Reality Series). Die Verleihung der 69. Emmy Awards findet am 17.09.17 in Los Angeles statt. Update: Feud: Bette and Joan hat am 17.09.17 von 18 Emmy-Nominierungen zwei Emmy-Awards gewonnen (outstanding hairstyling for a limited series or movie und outstanding makeup for a limited series or movie, non-prosthetic)

„Feud: Bette and Joan“ wurde erstmalig vom 5.3.17 – 23.4.17 auf dem amerikanischen Kabelsender FX ausgestrahlt. Eine zweite Staffel ist bereits bestätigt, sie wird den Titel „Feud: Charles and Diana“ tragen und erzählt von der problematischen Beziehung des britischen Thronfolgers und seiner Gattin, Prinzessin Diana.

Trailer zu sehen:

Der fantastisch animierte Hitchcock-mäßige Vorspann zu sehen:

Bette Davis/Susan Sarandon singen „What Ever Happened to Baby Jane“:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Final Portrait“

Ich war am 12.02.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Final Portrait“ (dt. Kinostart: 03.08.17) 90 min drama, biopic, adaptation
dir. Stanley Tucci cast: Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, Sylvie Testud

 
Paris im Jahr 1964. James Lord (Armie Hammer) ist ein amerikanischer Schriftsteller und Kunstliebhaber. Er hat den berühmten Schweizer Bildhauer und Maler Alberto Giacometti (Geoffrey Rush) und seinen Bruder Diego (Tony Shalhoub) kennengelernt und sich mit den beiden angefreundet. Alberto bittet James, für ihn Modell zu sitzen, er will ein Porträt von dem attraktiven Amerikaner zeichnen. Eigentlich soll das Ganze nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, es zieht sich dann aber doch etwas. Dabei bekommt James Lord Einblicke in die eigenwillige Arbeitsweise und das turbulente Privatleben des launenhaften Künstlers…

 
B- (Wertung von A bis F) „Final Portrait“ basiert auf James Lords Biografie „A Giacometti Portrait“. Es ist ein Biopic über den Schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti. „Final Portrait“ ist nach „Big Night“, „The Impostors“, „Joe Gould´s Secret“ und „Blind Date“ bereits die fünfte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers, Drehbuchautors, Filmemachers und Produzenten Stanley Tucci.

 
Der Film erzählt ein Kapitel aus dem Leben des berühmten Bildhauers und Malers Alberto Giacometti und des Schriftstellers und Biografen James Lord. Die Geschichte spielt hauptsächlich in dem Atelier des Künstlers Giacometti. Mit vielen Nahaufnahmen hat der Film die Intimität eines Theaterspiels.

Ich beginne langsam, Armie Hammer (The Social Network, „J. Edgar“, The Birth of a Nation) ernst zu nehmen. Ich habe bislang noch keine klare Vorstellung, wohin seine berufliche Reise gehen könnte, aber er sieht fantastisch aus und hat die Leinwandpräsenz eines Filmstars. In Nocturnal Animals hat er noch den dekorativen Ehemann von Amy Adams gespielt, noch einen Tick glaubhafter finde ich ihn jedoch – wie hier – als kultivierten, schwulen Mann.

Ungewöhnlicherweise hat mir auch Tony Shalhoub (bekannt aus der TV-Serie „Monk“) gefallen, den ich hier kaum erkannt habe. Die französische Schauspielerin Clémence Poésy spielt hier die Prostituierte Caroline, mal eine ganz andere Rolle. Im letzten Jahr hatte ich sie erstmalig in dem britischen Thriller und Berlinale-Beitrag The Ones Below gesehen.

 
„Final Portrait“ wurde erstmalig auf der Berlinale 2017 gezeigt. Auf dem 67. Berlin International Film Festival lief der Film außer Konkurrenz im Wettbewerb. Gezeigt wurde die französisch/englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der Film hat bislang noch keinen amerikanischen Verleih. In Deutschland kommt der Film am 03.08.17 in die Kinos.

Teaser zu sehen:

 

 

Chicago – Film: „The Hunger Games: Mockingjay, Part 2“

Ich war am 26.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ (dt. Filmtitel: „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“, dt. Kinostart war der 19.11.15) 136 min sci-fi, fantasy, sequel, adaptation
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Jena Malone, Willow Shields

Inzwischen haben sich alle Distrikte von Panem den Rebellen unter Alma Coin (Julianne Moore) angeschlossen. Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) ist die Galionsfigur dieser Rebellion. Mit einer kleinen Einheit versucht sie, das Kapitol zu erreichen und den Präsidenten Snow (Donald Sutherland) zu stürzen.

 

B- (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ basiert auf Suzanne Collins Jugendroman „Mockingjay“. Es ist die Fortsetzung zu dem ersten Teil von „Mockingjay“ und der Abschluss der Trilogie. Francis Lawrence hat bei „The Hunger Games: Catching Fire“ und bei beiden Teilen von „Mockingjay“ Regie geführt.

Wie ich es mir schon gedacht hatte, war der ersten Part von „Mockingjay“ weitgehend überflüssig. Man hätte ein paar, für die Geschichte wichtige Szenen aus dem ersten Teil zusammenschneiden und die viele überflüssige Szenen aus dem zweiten Teil rausschneiden können und schon hätte man vielleicht einen soliden Abschluss der Filmtrilogie gehabt. Auch bei dem 2. Teil von „Mockingjay“ dauert es viel zu lange, bis die Geschichte richtig in Fahrt gerät. Ich war tatsächlich kurz davor einzunicken, als dann endlich die erste große Actionszene etwas Spannung brachte. Wenn man sich nicht ärgern möchte, empfehle ich, den finalen Teil nicht bis zu Ende zu schauen. Ein günstiger Moment das Kino zu verlassen (oder den Film abzuschalten), ist, wenn Katniss Everdeen das Kapitol wieder verlässt. Mit allen Szenen die daran anschließen, insbesondere mit dem zugekitschten Rosamunde Pilcher-Ende, zeigen die Macher der „The Hunger Games“-Verfilmungen meines Erachtens, dass sie die Zuschauer für komplette Vollidioten halten.

Ich habe mir sagen lassen, dass die Autorin dieser Jugendromane, die Welt in der die „The Hunger Games“-Filme spielen, viel detaillierter beschrieben hat. Es wäre förderlich gewesen, wenn nur einer der drei Teile etwas davon gezeigt hätte, wie genau diese beschriebene Welt funktioniert. Die „The Hunger-Games“-Filme beginnen damit, dass Katniss´ geliebte Schwester Prim (gespielt von Willow Shields) für die Hungerspiele auserwählt wird und Katniss freiwillig für sie einspringt und sie damit rettet. Wie am Ende diese Beziehung einfach nur „abgehakt“ wird, fand ich sehr unbefriedigend. Über die drei Teile der Filme hätte man die Beziehung der Schwestern vertiefen können, aber nein, man muss ja in endlos öden Einstellungen die so dämlich wie unglaubwürdige Dreiecksliebesgeschichte zwischen Katniss und Gale und Peeta abhandeln. Die Chemie zwischen Jennifer Lawrence  und dem jungen Hemsworth-Bruder stimmt nicht wirklich und was Katniss an Josh Hutchersons Peeta findet, bleibt fraglich. Josh Hutcherson, das hatte ich bereits zum ersten Teil erwähnt, halte ich für eine komplette Fehlbesetzung. In meinen Augen wäre es eine kleine Bereicherung gewesen, wenn man den Schauspieler Josh Hutcherson nach dem ersten Teil ausgetauscht hätte.

Ich habe zugegebenermassen eine leicht verklärte Sicht zu den „The Hunger Games“-Filmen. Bewertet habe ich The Hunger Games mit B-, The Hunger Games: Catching Fire mit B, den ersten Teil der The Hunger Games, Mockingjay mit einem C und den zweiten Teil von „Mockingjay“ habe ich bewusst ohne Berücksichtigung des Endes  mit B- bewertet. Wenn jedoch einige Zeit verstrichen ist, mein Ärger über einzelne Teile verpufft ist, bilde ich mir ein, die Filme mehr zu mögen, als das meine Bewertungen wiederspiegeln. Vielleicht möchte ich die Filmreihe einfach mögen. Mir gefällt Grundidee dieser Welt, diese Diktatur mit den Spielen, in der einige ausgewählte arme Menschen für die Reichen antreten müssen,  und wie sich die Bevölkerung schließlich gegen die Regierung auflehnt. Ich sehe in den Filmen nach wie vor eine Kritik an Regierungen, an der Gesellschaft und an den Medien. Die Amerikaner vergleichen die Hungerspiele mit der Profiliga des American Footballs NFL. Wenn man sich mal mit den Skandalen der NFL beschäftigt und sieht, wie wenig die Regierung letztlich für die Spieler eintritt, ist es gar nicht so weit hergeholt. Außerdem mag ich, wie selbstverständlich vielfältig die Bevölkerung dargestellt wird – das ist nicht unbedingt normal in einem Hollywood- Blockbuster.

Welche Jugendroman-Verfilmung kann schon mit exzellenten Schauspieler wie Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland und Stanley Tucci aufwarten? Und in welcher Jugendroman-Verfilmung (z.B. „Harry Potter“, „The Twilight Saga“, „Divergent“, „Maze Runner“, The Giver) führt einen schon ein/e charismatische/n Hauptdarsteller/in durch die Filme?

Die „The Hunger Games“-Filme wären ohne Jennifer Lawrence undenkbar. Die Schauspielerin selbst hätte die Filme nicht gebraucht, ihr Talent war längst erkannt und wenn sie nicht eine Hauptrolle in dieser Filmreihe bekommen hätte, wäre sie durch einen anderen Blockbuster weltberühmt geworden. Vergleichbar mit Leonardo DiCaprio und seinem Durchbruch mit James Camerons „Titanic“. Leonardo DiCaprios hatte sich zuvor bereits schon länger als Charakterschauspieler etabliert bis er durch „Titanic“ auf einmal zum Megastar aufstieg.

Das war nun leider tatsächlich der letzte Film, in dem mein – viel zu früh verstorbener -Lieblingsschauspieler Philip Seymour Hoffman mitgespielt hat. Beide Teile von „Mockingjay“ wurden quasi zusammen produziert und vor seinem Tod waren seine Szenen weitestgehend abgedreht. Mir sind zwei Szenen aufgefallen, in die er eindeutig ins Bild geschnitten wurde und dann gab es später noch eine Szene in der Woody Harrelsons Charakter Haymitch Katniss aus Plutarchs Brief vorliest. Das wäre eigentlich eine Dialogszene zwischen Philip Seymour Hoffmans Charakter Plutarch und Jennifer Lawrence Charakter Katniss Everdeen gewesen und musste aufgrund seines Todes umgeschrieben werden. Meines Erachtens haben sie es den Umständen entsprechend relativ gut gelöst. Und natürlich bin ich immer noch untröstlich, dass PSH nicht mehr unter uns weilt.

„The Hunger Games: Mockingjay Part 2“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch (Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien)

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Alice Through the Looking Glass“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Die Fortsetzung von Tim Burtons Fantasy-Film „Alice in Wonderland“, nur ohne Tim Burton. Wieder mit Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter und leider auch Anne Hathaway – damit kann ich den Film nicht gucken.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Boy“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gruselpuppen-Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Sisters“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Tina Fey und Amy Poehler
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „The 5th Wave“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Action-Katastrophen-Film mit Chloe Grace Moretz. Januar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde nun endlich gezeigt, steht aber unter Embargo.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Point Break“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1991. War das nötig? Dieser Trailer wirkt aber und der Hauptdarsteller hat immer noch was.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Gods of Egypt“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Fantasy-Mist mit Gerard Butler. Februar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: natürlich nicht

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Allegiant“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3. Teil der „Divergent“-Filme, natürlich nur der erste Part. Dieser Jugendbuch-Verfilmung fehlt eindeutig die charismatische Hauptdarstellerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

San Francisco – Film: „Spotlight“

Ich war am 18.11.15 in San Francisco und am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Spotlight“ (dt. Kinostart: 25.02.16) 128 min drama
dir. Tom McCarthy cast: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Stanley Tucci, Billy Crudup, Brian d´Arcy James

 

Im Juli 2001 bekommt die Tageszeitung The Boston Globe mit Marty Baron (Liev Schreiber) einen neuen Chefredakteur. Die Redaktion des Spotlight-Teams recherchiert immer zu einem Thema. Spotlight ermittelt diskret, sorgfältig und oftmals über Monate. Marty Baron beauftragt den Redakteur von Spotlight Walter Robinson (Michael Keaton) und seine drei Reporter Michael (Mark Ruffalo), Sacha (Rachel McAdams) und Matt (Brian d´Arcy James), an einem Fall zu recherchieren. Es geht um jahrzehntelangen Kindesmissbrauch einiger katholischen Priester in Boston.

 

A- (Wertung von A bis F) „Spotlight“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Zeitung The Boston Globe deckte im Jahr 2002 den sexuellen Kindesmissbrauch von über 80 katholischen Priestern – allein im Raum Boston – auf. Darüber und wie die katholische Kirche versucht hat, den Missbrauch unter den Teppich zu kehren, schrieben einige investigative Journalisten eine Exklusiv-Story. Es war eine Serie an Artikeln, die seinerzeit den Pulitzer-Preis gewonnen hat.

Es ist ein Film von Schauspieler und Regisseur Tom McCarthy (The Station Agent, The Visitor, Win Win).

„Spotlight“ ist ein unaufgeregter Film, der es dennoch schafft von Anfang bis Ende zu fesseln. Mich hat der Film an Michael Manns Film „The Insider“ erinnert, einem meiner Lieblingsfilme.

„Spotlight“ wäre eine ausgezeichnete Werbung für eine Journalisten-Schule. Auch wenn es für heutige Verhältnisse schon fast gestrig wirkt wie die Reporter im Jahr 2001, als sie mit ihren Ermittlungen begannen, weitgehend ohne das Internet recherchierten. Der Film zeigt was guten Journalismus ausmacht. Die mühsame Ermittlungsarbeit, die Hindernisse, die sie überwinden mussten, aber irgendwann – Monate später – haben sie eine Story, auf die stolz sein können. Ich hätte ihnen noch ewig bei ihrer Arbeit zuschauen können.

„Spotlight“ ist ein Ensemble-Film wie er im Buche steht – ausnahmslos alle Schauspieler sind idealbesetzt und in ihrer Rolle überzeugend. Normalerweise habe ich ein Problem mit Rachel McAdams, aber sogar sie ist erstklassig, insbesondere in ihren Interviews mit Opfern und dem einen Priester. Ein paar Schauspieler aus dem Ensemble fand ich jedoch noch einen Tick besser als die anderen und das sind: Mark Ruffalo als hartnäckiger, leidenschaftlicher Reporter, Stanley Tucci als Opfer-Anwalt und Liev Schreiber als neuer Chefredakteur des Boston Globe.
Update nach dem 2. Kinobesuch:

A (Wertung von A bis F) Eine Woche nachdem ich „Spotlight“ das erste Mal im Kino gesehen habe, habe ich ihn mir ein zweites Mal angeschaut. Mit der ersten Sichtung war er bereits im engeren Kreis meiner Favoritenfilme für das Jahr 2015, mit dem zweiten Mal bin ich mir sicher, dass er in meiner Bestenliste auftaucht. Ich habe sogar meine Bewertung verbessert. Selten gebe ich uneingeschränkte Bestbewertung – für mich ist es aber ein perfekter Film.

Bei meiner 2. Sichtung ist mir zuallererst dieser einprägsame, leicht wiederzuerkennende und großartige Score von Howard Shore aufgefallen.

Der Film könnte im nächsten Jahr den Oscar als bester Film gewinnen. Jetzt ist es Ende November und es sieht danach aus, dass entweder „Spotlight“, The Martian oder „Joy“ um den Academy Award in der Kategorie Bester Film konkurrieren.

„Spotlight“ ist für folgenden Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Michael Keaton, Mark Ruffalo, Liev Schreiber, Stanley Tucci), Beste Nebendarstellerin (Rachel McAdams), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Spotlight“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Mark Ruffalo, Beste Nebendarstellerin Rachel McAdams, Bester Schnitt, Bestes Originaldrehbuch) erhalten.

Update: „Spotlight“ hat 2 Oscars (Bester Film und Bestes Originaldrehbuch) gewonnen.

„Spotlight“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf Kinos in den U.S.A. gestartet. Seit dem 20.11.15 hat der Film seinen wide release und läuft in 897 amerikanischen Kinos. Bei meinem ersten Kinobesuch in San Francisco wurde zum Schluss applaudiert. Bei meinem zweiten Kinobesuch in einem beinahe ausverkauften Haus waren die Zuschauer hochkonzentriert und ich hatte den Eindruck richtig geschockt von dem was sie zum Schluss (weiß auf schwarz) zu lesen bekamen.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde erstmalig am letzten Wochenende gezeigt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Big Short“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Eine Satire über die Finanz- und Immobilienkrise. Kaum einer versteht den Film gänzlich, aber gut soll er sein. Mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Film der Coens mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Teaser v. Film: „Snowden“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Eindrucksvoller Teaser zu Oliver Stones neuem Film. Biografischer Thriller über Edward Snowden mit Joseph Gordon-Levitt, Melissa Leo, Tom Wilkinson, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Triple 9“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: John Hillcoats neuer Film mit Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Aaron Paul, Woody Harrelson und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "The Hunger Games: Mockingjay, Part 1"

Ich war am 28.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ (dt. Filmtitel: „Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1“, dt. Kinostart war der 20.11.14) 123 min sci-fi, fantasy, adaptation
dir. Francis Lawrence cast: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore, Jeffrey Wright, Stanley Tucci, Donald Sutherland

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) lebt mit ihrer Mutter (Paula Malcomson) und ihrer jüngeren Schwester Prim (Willow Shields) mittlerweile in District 13, einem District von dessen Existenz sie bislang nichts wusste. Die Präsidentin dieses Districts ist Alma Coin (Julianne Moore), sie möchte Katniss als Symbolfigur, als Mockingjay, der Revolution aller Distrikte gegen das Kapitol gewinnen.

C (Wertung von A bis F) „The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ ist der dritte Teil der „The Hunger Games“-Trilogie. Die Filme basieren auf den gleichnamigen Büchern von Suzanne Collins. Die Dreharbeiten zu „Mockingjay“ sind zwar abgeschlossen, der Part 2 wird jedoch erst im November 2015 ins Kino kommen.

Den ersten Teil The Hunger Games habe ich mit B- bewertet, der zweite Teil, The Hunger Games: Catching Fire hat mir dann besser gefallen ( B ) , „The Hunger Games: Mockingjay, Part 1“ ist für mich der schwächste Teil dieser Romanverfilmungen.

Zunächst einmal finde ich es eine wahnsinnige Frechheit, „Mockingjay“ als Zweiteiler ins Kino zu bringen. Die Produzenten der „Harry Potter“- und der „Twilight“-Verfilmungen haben aber vorgemacht, wie man den Teenagern am Besten Geld aus der Tasche ziehen kann und so wird auch der letzte Teil der „The Hunger Games“-Verfilmung gestreckt. Ich kann nichts zu den „Harry Potter“- und „Twilight“-Filmen sagen, aber „Mockingjay, Part 1“ merkt man definitiv an, dass er als purer Lückenfüller dient. Das was hier erzählt wurde, hätte man auch in einer halben Stunde abhaken können.

„The Hunger Games“-Reihe spielt in einer Diktatur in dem Staat Panem. Die zwölf Distrikte des Staates sind verarmt und vom Regierungssitz Kapitol unterdrückt. Der Präsident veranlasst, ein Mal jährlich die perversen Hungerspiele, bei denen jeweils ein jugendlicher Teilnehmer aus einem Distrikt gegen einen Teilnehmer aus einem anderen Distrikt bis zum Tod kämpfen muss. Im letzten Teil der Verfilmung, „Mockingjay“, kommt es nun zum Aufstand der 12 (bzw. 13) Distrikte gegen das herrschende Kapitol.

Bei den ersten beiden Filmen hat es mir zu lange gedauert, bis die eigentlichen Hungerspiele anfingen, „Mockingjay“ hat sich auch ewig gezogen, letztlich ist in Part 1 aber gar nichts passiert. Das Hin- und Hergerissensein von Katniss wird quasi andauernd wiederholt und nichts geht voran. Zum Ende wird es natürlich dann doch noch spannend, damit man keinesfalls den finalen Part im nächsten Jahr verpassen will. „Mockingjay, Part 1“ fand ich absolut unbefriedigend.

Josh Hutcherson als Peeta finde ich immer noch fehlbesetzt. Was wäre aber diese Verfilmung ohne die großartigen Schauspieler, die auch für „Mockingjay“ verpflichtet werden konnten? In praktisch jeder Szenen kann man sich an den hervorragenden Charakterschauspielern (Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Donald Sutherland, Stanley Tucci, Jeffrey Wright, Julianne Moore und Philip Seymour Hoffman) erfreuen.

„Mockingjay, Part 1“ wurde dem viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman gewidmet. Da, wie gesagt, Part 1 und Part 2 zusammen gedreht wurden, wird man ihn im November 2015 ein letztes Mal auf der großen Leinwand sehen können. Der Ausnahmeschauspieler ist während der Dreharbeiten verstorben, zu dem Zeitpunkt waren die meisten Szenen mit ihm bereits abgedreht.

„Mockingjay, Part 1“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesgin, Bestes Make-up und beste Frisuren, Beste visuelle Effekte

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Dieses Mal wurde ein Clip gezeigt, bei dem Angelina Jolie und der mittlerweile verstorbenen Louis Zamperini zu Wort kommen. Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Man kann mittlerweile davon ausgehen, dass der Film nicht für den Oscar nominiert wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Interview“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Actionkomödie mit Seth Rogen und James Franco.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mortdecai“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Ewan McGregor, Gwyneth Paltrow. Der blonde Typ sieht nicht nur aus wie Johnny Depp, er ist es sogar. Das einzige Problem ist, dass der Film einen U.S.A. Start im Januar hat und damit eigentlich nicht gut sein kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Hobbit: The Battle of the Five Armies“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich bin mittlerweile so unfassbar von diesen Peter Jackson-Filmen gelangweilt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Cinderella“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Kenneth Branaghs neuer Film. Cinderella-Story mit Cate Blanchett und Helena Bonham Carter.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Pitch Perfect 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: mein Albtraum ein Musical mit Anna Kendrick
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Night at the Museum: Secret of the Tomb“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wie viele Teile werden davon eigentlich noch gedreht?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Insurgent“
Bewertung des Teasers: C-
Kommentar: 2. Teil der Teenager-Romanverfilmung. Zwischen Jennifer Lawrence und Shailene Woodley liegen Welten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

D.C. – Film: "Muppets Most Wanted"

Ich war am 21.03.14 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Muppets Most Wanted“ (dt. Filmtitel: „Die Muppets 2 – Muppets Most Wanted“, dt. Kinostart: 01.05.14) 106 min comedy, musical, adaptation, sequel
dir. James Bobin cast: Ricky Gervais, Ty Burrell, Tina Fey voices: Steve Whitmire, Eric Jacobson, Dave Goelz, Bill Barretta, David Rudman, Matt Vogel, Peter Linz, cameos: Ray Liotta, Danny Trejo, Christoph Waltz, Salma Hayek, Celine Dion, Frank Langella and more

Der Tourmanager Dominic Badguy (Ricky Gervais) überredet die Muppet-Familie, auf Welttournee zu gehen. Als erstes treten sie in Berlin auf. Zeitgleich gelingt dem gefährlichsten Frosch der Welt, Constantine, die Flucht aus dem sibirischen Gefangenenlager. Alles war natürlich raffiniert eingefädelt von Badguy, denn Constantine und Kermit sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Kurzerhand wird Kermit für Constantine gehalten und landet im sibirischen Gefängnis und der kriminelle Frosch Constantine geht mit dem Rest der Muppets weiter auf Tournee. Nur, das war natürlich noch nicht alles, denn Badguy und Constantine haben einen richtig großen Coup ausgeheckt…

B- (Wertung von A bis F) „Muppets Most Wanted“ ist der achte Muppets-Kinofilm und eine Fortsetzung von The Muppets mit Jason Segel und Amy Adams. „Muppets Most Wanted“ schließt praktisch direkt an das Filmende des Vorgängerfilms an.

Die Muppets-Spielfilm-Neuauflage aus dem Jahr 2011 mochte ich. Aus der Erinnerung habe ich gedacht, dass ich ihn noch besser bewertet habe, tatsächlich hat „The Muppets“ von mir seinerzeit aber auch ein B- bekommen. Hinter „Muppets Most Wanted“ steckt, mit Ausnahme von Jason Segel, quasi dasselbe Kreativteam wie hinter dem vorherigen Muppets-Film. Jetzt habe ich generell eine Musical-Sperre und ich bin auch kein wirklicher Muppets-Fan. Entsprechend beurteile ich diesen Film einzig, ob ich ihn unterhaltsam fand oder nicht.

Bis einschließlich zum vierten Song war ich von den Musical-Nummern richtig mitgerissen. Die ersten vier Songs sind originell, der Film bis dahin kurzweilig, amüsant und mit einigen richtig guten Gags bereichert. Als ich ihn gerade als Gute-Laune-Film einstufen wollte, flacht er aber ab, hängt – wie bereits sein Vorgängerfilm – im Mittelteil und ist, insgesamt betrachtet, zu lang. Miss Piggy (die ich eh nicht mag) singt eine Version von Celine Dions grösstem Hit (ich kann gar nicht beschreiben, wie quälend ich diesen Song finde) und dann singt auch noch Celine Dion selbst (ich konnte mich partout nicht entscheiden, was ich schlimmer fand). Der Film überwindet dann aber auch diesen Tiefpunkt, Frank Langella und insbesondere eine brillante Szene (Kermit trifft auf seine Doppelgänger) bewahrten mich vor gerade einsetzender schlechter Laune und dann habe ich doch eine B- notiert bevor ich das Kino verlassen habe.

Wann kommt man schon in den Genuss, Ray Liotta und Danny Trejo singend (also irgendwie) und tanzend (gut, präziser: ulkig bewegend) zu sehen?

Dankenswerterweise hat mich DER SPIEGEL darauf vorbereitet, dass Til Schweiger in dem Film zu sehen ist. Auf so etwas muss man nämlich – wie ich finde – vorbereitet sein. Letztlich nimmt sein Auftritt aber keine zwei Sekunden ein und hat dieses Mal auch gar nicht wehgetan. Schmerzlicher war dann, wie gesagt, Celine Dions Auftritt. In „Muppets Most Wanted“ treten wahnsinnig viele Berühmtheiten auf, viele nur für wenige Sekunden, einige sind länger im Bild. Es mutet so an, als ob alle unbedingt in diesem Film mitspielen wollten. Wie das nun meist mit so vielen Cameos ist, es lenkt zu sehr ab und und da im gesamten Film überhaupt sehr viel los war, musste ich mir eingestehen, einige Schauspieler (z.B. Stanley Tucci und James McAvoy) komplett übersehen zu haben.

Ricky Gervais fand ich großartig, klar ist der Film durch ihn etwas zynischer als Jason Segels charmante Muppets-Version. Ricky Gervais spielt einen Bösewicht (Mr. Badguy – aber französisch ausgesprochen) in dieser Kriminalgeschichte. Tina Fey als russische Lager-Aufseherin fand ich auch recht komisch. Ty Burrell (bekannt aus der Serie „Modern Family“) als Interpol-Agent fand ich nur so mittel.

„Muppets Most Wanted“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung für den besten Song.

Aufgrund der teilweise brüllend komischen Akzente, empfehle ich dringend, diesen Film im Original zu sehen.

Der amerikanische Trailer:

Der erste Song, der sehr ironische „We’re Doing a Sequel“ als Trailer:

C- (Wertung von A bis F) Als Vorfilm wurde Pixars „Party Central“ gezeigt. Das war ein Kurzfilm mit den Charakteren aus „Monsters University“. Ich kann gar nicht sagen, wie gelangweilt ich mittlerweile von diesen Monsters University-Charakteren bin.

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Earth to Echo“
Bewertung des Theaters: C
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Annie“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Musical-Remake mit Cameron Diaz, Jamie Foxx, Rose Byrne, Bobby Cannavale und Quvenzhané Wallis. Oscar-Film? Zweite Oscar-Nominierung für Quvenzhané?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mindestens 70% RT

Trailer v. Film: „Island of Lemure: Madagascar“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: IMAX-Tierdoku über Lemuren, bei der wieder mal Morgan Freeman als Erzähler fungiert. Tolle Bilder. Witzigerweise spielen die Lemuren im Muppets-Most-Wanted-Film auch eine gewisse Rolle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „How to Train Your Dragon 2“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Fortsetzung des Animationsfilms aus dem Jahr 2010. Mich hat der erste schon nicht interessiert. Ich mag auch keine Drachen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Planes: Fire & Rescue“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Fortsetzung von „Planes“, den ich nicht gesehen habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Maleficent“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Düsterer Fantasy-Film, der die Dornröschen-Story erzählt, mit Angelina Jolie als böse Fee Malefiz.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%