San Francisco – Film: „Widows“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Widows“ (dt. Filmtitel: „Widows – Tödliche Witwen, dt. Kinostart: 06.12.18) 128 min crime, thriller, adaptation 

dir. Steve McQueen  cast: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Brian Tyree Henry, Daniel Kaluuya, Jacki Weaver, Carrie Coon, Robert Duvall, Liam Neeson, Garret Dillahunt, Jon Bernthal, Lukas Haas

 

Der letzte Raubüberfall ist schief gegangen ist und der Drahtzieher des Raubes, Harry (Liam Neeson) und seine Komplizen wurden getötet. Der Gangster Jamal (Brian Tyree Henry) stattet Harrys trauernder Witwe Veronica (Viola Davis) einen Besuch ab, er will sein Geld in Höhe von zwei Millionen Dollar zurück. Geld, das Veronica nicht hat, die Beute des letzten Raubes ist mit verbrannt. Ihr verstorbener Mann hat ihr jedoch ein Notizbuch mit Plänen für einen weiteren Raubüberfall hinterlassen. Sie kontaktiert die Witwen der anderen, bei dem Raubüberfall getöteten Kriminellen. Schließlich beschließen Veronica, Linda (Michelle Rodriguez) und Alice (Eilzabeth Debicki) aus der Not heraus, den Coup durchzuführen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Widows“ basiert auf der gleichnamigen britischen Krimiserie aus den 1980er Jahren. Es ist der neue Film des britischen Autors und Filmemachers Steve McQueen. Nach Hunger, Shame und 12 Years a Slave ist dies sein vierter Film. Das Drehbuch hat Steve McQueen mit Gillian Flynn verfasst. Sie hat die Romanvorlagen zu dem Film Gone Girl und der TV-Serie Sharp Objects geschrieben.  

Bei diesen brillanten Schauspielern, geführt von diesem begnadeten Regisseur habe ich mir leider sehr viel mehr versprochen. Der Film bietet auch einige innovative Szenen, allein in einer sieht man nur die Kühlerhaube einer fahrenden Limousine und dazu den vorbeiziehenden Teil von Chicago. Während man also auf dieser Fahrt realisiert, dass die Unterprivilegierten nur wenige Blocks von den Privilegierten entfernt residieren, lauscht man einem kurzen Gespräch des in der Limousine sitzenden Chicagoer Politikers (gespielt von Colin Farrell), der dort als Stadtrat kandidiert. Eine ungewöhnliche und doch so ausdrucksstarke Szene. Aber auch bereits die Anfangsszene, eine Parallelmontage  (in der man u.a. eine leidenschaftliche Kussszene zwischen einer schwarzen Ehefrau und ihrem weißen Angetrauten sieht) ist etwas, so normal es sich anhört, was man in amerikanischen Kinofilmen nie zu sehen bekommt. Außerdem gibt es eine Dialogszene zwischen Colin Farrells und Robert Duvalls Charakteren, die ich großartig finde. „Widows“ war einer der Filme, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe und doch war ich am Ende etwas enttäuscht. Vielleicht weil die Spielfilmform den einzelnen Charakteren und auch der komplexen Handlung nicht in Gänze gerecht werden kann. Und dann gibt es da eine große Wendung (die zu einer weiteren führt), die mich leider überhaupt nicht überzeugt hat. 

Ich hatte das Glück, die australische Schauspielerin Elizabeth Debicki bereits in dem Mehrteiler The Night Manager für mich entdecken zu dürfen, hier ragt sie (nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße) aus der sowieso schon erstklassigen Besetzung heraus. Daniel Kaluuya, bei dem ich noch in meinem Beitrag zu Black Panther erwähnte, dass ich ihn wohl ein Leben lang mit Get Out verbinden würde, liefert hier eine Performance, die mich seine einprägsame Rolle vergessen liess. Cynthia Erivo, die mir erst im letzten Monat erstmalig in Bad Times at the El Royale aufgefallen ist, zeigt hier wie wandelbar sie ist. Tatsächlich war „Widows“ das Spielfilmdebüt der britischen Theaterschauspielerin und Sängerin. Von Liam Neeson, Viola Davis, Collin Farrell, Robert Duvall, Jacki Weaver ganz zu schweigen – Ich bin geneigt, mir den Film ein zweites Mal anzuschauen, aber kann ich dann über die Logiklücken hinwegsehen, ärgere ich mich dann nicht wieder darüber, dass den Charakteren und der Handlung nicht mehr Raum gegeben wird, die Erzählstränge am Ende nicht perfekt harmonieren und – vor allen Dingen – bringen mich dann nicht wieder die Wendungen völlig aus dem Film?

„Widows“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Debicki, Michelle Rodriguez), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Widows“ ist erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt worden. Der Film wird bereits seit dem 6.11.18 in den Kinos in Großbritannien gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist „Widows“ am 16.11.18 in 2,803 Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Widows – Tödliche Witwen“ ab dem 6.12.18 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu Creed, wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es verhindern kann


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Oscar-Kandidat mit wahrscheinlich einem weiteren Oscar-Gewinn für Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Charlotte – Film: „Fences“

Ich war am 27.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Fences“ (dt. Kinostart: 16.02.17) 133 min drama, adaptation
dir. Denzel Washington cast: Denzel Washington, Viola Davis, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby, Mykelti Williamson

 

 

Pittsburgh, Pennsylvania, Ende der 1950er Jahre. Troy (Denzel Washington) ist ein einfacher Mann, er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren glücklich mit Rose (Viola Davis) verheiratet. Troy hat einen 34-jährigen Sohn (Mykelti Williamson) aus einer früheren Beziehung, der versucht, sein Geld als Musiker zu verdienen. Seinem Vater wäre es lieber, wenn er etwas „Anständiges“ arbeiten würde und ihn nicht andauernd um Geld bitten würde. Rose und Troy haben einen gemeinsamen Sohn, den 17-jährigen Cory (Joyan Adepo). Jetzt muss Troy seiner Rose mitteilen, dass er eine Affäre hat und seine Geliebte schwanger ist…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Fences“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von August Wilson. Das Theaterstück wurde im Jahr 1987 uraufgeführt und hat einen Pulitzer Prize und einen Tony Award gewonnen. Im Jahr 2010 wurde das Theaterstück mit Denzel Washington und Viola Davis am Broadway wiederaufgeführt. Beide Schauspieler wurden für einen Tony Award als Beste Hauptdarsteller ausgezeichnet. „Fences“ ist nach „Antwone Fisher“ und „The Great Debaters“ bereits die dritte Regiearbeit des amerikanischen Schauspielers und Filmemachers Denzel Washington.

Ich bin ein großer Bewunderer der Schauspielkunst und liebe das Theaters. Daher ist „Fences“ natürlich „mein Film“. Dieses verfilmte Theaterstück ist ein afroamerikanisches Charakter- und Familiendrama. Mir war das Bühnenstück zuvor nicht bekannt. Die Geschichte braucht eine Weile bis sie in Schwung kommt, zuvor lernt man anhand ihrer Unterhaltungen die einzelnen Charaktere kennen. Was Frauen und Söhne früher durchmachen mussten, weil sie von ihren Ehemännern oder Vätern (finanziell oder anderweitig) abhängig waren, zeigt dieses verfilmte Theaterstück eindrucksvoll. Es ist eine bewegende Geschichte, die sich genauso gut auch in einer weißen Familie, irgendwo anders auf der Welt, hätte abspielen können.

Ich finde es absolut faszinierend, insbesondere Denzel Washington und Viola Davis hier zu sehen. Ihr Schauspiel könnte nicht unterschiedlicher sein. Denzel war und ist für mich vordergründig der Filmstar. Er ist sicherlich ein guter Schauspieler, ich finde aber, dass ihm sein Charisma und sein gutes Aussehen immer irgendwie im Weg stehen. Für diese Rolle ist er aber idealbesetzt, auch wenn ich nur in wenigen Momenten vergessen konnte, hier Denzel Washington zu sehe. Viola schafft es hingegen immer, hinter ihrer jeweiligen Serien- oder Filmfigur komplett zu verschwinden. Für mich ist das große Kunst, man vergisst hier die Schauspielerin und leidet (wie in diesem Film) mit ihrer Filmfigur.

 
Viola Davis wurde, wie bereits erwähnt, für diese Rolle in dem Theaterstück mit einem Tony als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Für die Verfilmung des Stückes hat sie sich frühzeitig entschieden, eine Oscar-Kampagne als Beste Nebendarstellerin zu starten. Am letzten Sonntag wurde sie für diese Performance mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Der Academy Award ist ihr – in meinen Augen – sicher. Ich hatte an anderer Stelle schon darüber berichtet, dass es schwer genug ist, die Academy-Mitglieder zu bewegen, sich bestimmte Filme überhaupt anzuschauen. Man muss sich vorstellen, dass die AMPAS-Mitglieder zu unzähligen Academy-Screenings eingeladen werden und hunderte von Filmen zugeschickt bekommen. Vielleicht liegt ein über zwei stündiges verfilmtes Theaterstück bei einigen Academy-Mitgliedern nicht gerade ganz oben auf dem riesigen Stapel der Screeners. In diesem Fall könnte ich mir aber sogar vorstellen, dass sie – auch ohne diese Performance gesehen zu haben – ihre Stimme für eine der besten amerikanischen Schauspielerinnen abgeben.

Denzel Washington wurde bereits mit zwei Oscars für seine Performances in „Glory“ und „Training Day“ ausgezeichnet. Mann kann davon ausgehen, dass er für „Fences“ als Bester Hauptdarsteller nominiert wird. Er könnte also seinen dritten Academy Award gewinnen. Damit würde er mit Walter Brennan, Ingrid Bergman, Jack Nicholson, Meryl Streep und Daniel Day-Lewis gleichziehen. Katherine Hepburn ist hier die ungeschlagene Königin mit vier Academy Awards. Ich sehe Denzel Washington nicht als dreimaligen Oscar-Gewinner. Man muss das sicherlich von der jeweiligen Performance abhängig machen, er liefert, aber um für einen dritten Oscar ausgezeichnet zu werden, bedarf es mehr. Übrigens: Nur zwei Schauspieler haben einen Schauspiel-Oscar für einen Film, bei dem sie selbst Regie führten, gewonnen: Laurence Olivier für „Hamlet“ und – man mag es schon vergessen haben – Roberto Benigni für „Life is Beautiful“

Denzel spielt hier Troy, einen ehemaligen Baseball-Spieler, der glaubt, es aus rassistischen Gründen nie in die Profi-Liga geschafft zu haben. In jungen Jahren ist er auf die schiefe Bahn geraten und im Gefängnis gelandet. Heutzutage führt er ein normales, bürgerliches Leben. Er arbeitet bei der Müllabfuhr und ist seit 18 Jahren mit seiner großen Liebe, Rose (gespielt von Viola Davis), verheiratet. Sie führen eine glückliche Ehe. Ihr gemeinsamer 17-jähriger Sohn Cory (wunderbar gespielt von Jovan Adepo) strebt eine Profi-Karriere als Football-Spieler an, Troy will aber nicht, dass sein Sohn eine Sportkarriere beginnt, die – wie er vermutet – ins Nichts läuft. Dass Troy seine Träume als Profisportler selbst nicht verwirklichen konnte, nagt an ihm. Jetzt muss er seiner Rose mitteilen, dass seine Geliebte ein Kind von ihm erwartet. Mehr sei nicht über die Handlung verraten, man kann aber schon erahnen, dass Troy kein Sympathieträger ist. Er ist der Typ Mann, der – wenn er den Raum betritt – selbigen für sich beansprucht. Das ist natürlich das, was der Persönlichkeit Denzel Washington zuspielt. Troy redet, und wenn er redet, hören ihm selbstverständlich alle zu. Er hört sich selbst am liebsten reden und daher quasselt er ununterbrochen. Denzel Washington gibt in „Fences“ eine gute und durchaus nominierungswürdige Performance.

Auch wenn die Performances von Viola Davis und Denzel Washington den Film dominieren, sind – mit Ausnahme von Mykelti Williamson (der Troys geistig zurückgebliebenen Bruder spielt) – alle Schauspieler hervorragend.

„Fences“ ist sehr dialoglastig (ohne Übertreibung kann man sagen, dass ununterbrochen geredet wird). Um diese, von August Wilson geschriebenen Dialoge in ihrer Brillanz zu verstehen und auch um die schauspielerische Leistung aller Beteiligten erfassen zu können, empfehle dringend, den Film im Original zu sehen.

„Fences“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Mykelti Williamson, Stephen McKinley Henderson, Jovan Adepo, Russell Hornsby), Bestes adaptiertes Drehbuch. Update: „Fences“ wurde für insgesamt 4 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Denzel Washington), Beste Nebendarstellerin (Viola Davis), Bestes adaptiertes Drehbuch. Gewonnen  hat„Fennes“ einen Academy Award (Beste Nebendarstellerin Viola Davis). 

 
„Fences“ war einer der letzten sogenannten Oscar-Filme, die im Filmjahr 2016 innerhalb der amerikanischen Filmbranche gezeigt wurde. Der Film ist am 16.12.16 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 23.12.16 ist er landesweit in den U.S. Kinos zu sehen. Ab dem 16.02.17 kommt er in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Hidden Figures„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über afroamerikanische Frauen, die für die NASA gearbeitet haben. Bei Octavia Spencer bin ich generell draußen. Unerträglicherweise leider auch ein Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Zookeeper´s Wife„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Romanverfilmung mit Jessica Chastain und Daniel Brühl
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Shack„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: schnulziger Fantasy-Mist mit Octavia Spencer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Bay-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: NIEMALS…NIE…

amerikanischer Aufsteller von "Fences"
amerikanischer Aufsteller von „Fences“

 

NYC – Film: „Custody“

Ich war am 24.04.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Custody“ 104 min drama
dir. James Lapine cast: Viola Davis, Catalina Sandino Moreno, Hayden Panettiere, Ellen Burstyn, Tony Shalhoub, Dan Fogler

 

 

Sara (Catalina Sandino Moreno) ist alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder. Sie muss hart arbeiten, um ihren Kindern ein vernünftiges Leben zu ermöglichen. Als sie eines Nachts von der Arbeit nach Hause kommt, streitet sie sich mit ihrem Sohn. Der Junge stürzt dabei sehr unglücklich. In der Schule wird eine Lehrerin auf die Verletzungen des Jungen aufmerksam und schaltet das Jugendamt ein. Sara muss zu einer Anhörung vor Gericht erscheinen, dafür wird ihr die junge Anwältin Ally Fisher (Hayden Panettiere) zur Seite gestellt. Die Familienrichterin Martha Schulman (Viola Davis) macht es sich nicht einfach, den Fall zu beurteilen.

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Custody“ ist ein Film von Regisseur James Lapine. James Lapine hat zwar bereits in den 1990er Jahren bei ein paar wenigen Spielfilmen Regie geführt, er ist aber mehr für seine Arbeit am Theater bekannt. Drei Tony Awards hat er bereits gewonnen.

In „Custody“ gibt es den erwähnten Hauptplot und viele kleine Geschichten, die letztlich überhaupt nichts mit der Hauptgeschichte zutun haben und tatsächlich stören. Daher wirkt der Film auch irgendwie abgelenkt. Mir kam es so vor, als ob man sich nicht so genau entscheiden konnte (oder wollte), was man hier eigentlich für eine Geschichte erzählen will.
Bald-Oscar-Gewinnerin Viola Davis (Doubt, The HelpGet On Up) ist natürlich wieder mal fantastisch. Die Rolle ist maßgeschneidert für die amerikanische Schauspielerin. Starke Charaktere kann sie spielen, hier zeigt sie aber auch eine weiche Seite, was ich besonders bei ihr mag. Auch gut gefallen hat mir Dan Fogler als Keith (der in der, leider gar nicht guten Serie „Secret and Lies“ mitspielt).

Ich möchte nur wissen, wer auf die glorreiche Idee kam, Hayden Panettiere als Anwältin zu besetzen. Also ernsthaft – wie soll man ihr denn bitte eine Anwältin abnehmen? Der andere schauspielerische Tiefpunkt ist Tony Shalhoup. Gut finde ich, was in U.S.-amerikanischen Filmen nun leider immer noch nicht normal ist, dass hier ganz selbstverständlich ein „gemischtes Paar“ gezeigt wird.

 
„Custody“ wurde erstmalig auf dem Tribeca Film Festival 2016 gezeigt. Ich habe den Film auf diesem Filmfestival gesehen. Der Regisseur war anwesend und hat sich im Anschluss den Fragen des Publikums gestellt.

 
Bislang gibt es noch keinen Trailer zu diesem Film.

 
Dafür habe ich aber einen Clip herausgesucht, in dem man die wunderbare Viola Davis neben Meryl Streep in „Doubt“ sieht. Hierfür hat sie ihre erste Oscar-Nominierung erhalten:

Tribeca Film Festival
Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben. Im Jahr 2016 feierte das TFF bereits seinen 15. Jahrestag.

 

Boston – Film: "Blackhat"

Ich war am 18.01.15 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Blackhat“ (dt. Kinostart: 05.02.15) 134 min thriller
dir. Michael Mann cast: Chris Hemsworth, Viola Davis, William Mapother, Wang Leehom

Kriminelle haben das Computersystem des chinesischen Atomkraftwerkes attackiert und haben damit eine Katastrophe ausgelöst. Kurz darauf manipulieren sie auch die Börse von Chicago. Nicholas Hathaway (Chris Hemsworth) ist ein hochtalentierter Computerexperte, sitzt aber aufgrund seiner Hacker-Aktivitäten seit einigen Jahren im Gefängnis. Eine 15-jährige Haftstrafe haben sie ihm aufgebrummt. Nicholas Hathaway hatte seinerzeit den Original-Code geschrieben, der nun den kriminellen Hackern bei ihren Cyber-Angriffen geholfen hat. Das FBI macht mit ihm einen Deal, Nicholas hilft dabei, den gefährlichen Hackern das Handwerk legen, dafür gewinnt er seine Freiheit zurück…

D– (Wertung von A bis F) „Blackhat“ ist der neueste Film des amerikanischen Regisseurs Michael Mann („Heat“, „The Insider“, „Collateral“, „Miami Vice“). „Blackhat“ ist entsetzlich langweilig, so sehr, dass ich sogar Mühe hatte, meine Augen offen zu halten.

Auch wenn Chris Hemsworth (Rush) optisch so gar nicht mein Fall ist, ist er natürlich ein Schönling und den Frauenverführer nehme ich ihm auch ab. Darin sehe ich seine Zukunft. Welcher Casting Director ihn als Computer-Experten und als einen der weltweit erfolgreichsten Hacker besetzt hat, sollte seine eigene Berufswahl noch mal gehörig überdenken (bevor es andere tun). Wenn man diesen langhaarigen, leicht braungebrannten, muskelbepackten Adonis sieht, braucht man doch eine beispiellose Fantasie, ihn die meiste Zeit hinter dem Computer zu vermuten. Chris Hemsworth als Hacker-Genie ist eine Fehlbesetzung par excellence. Wenn man sich dennoch auf die völlig öde Geschichte einlassen kann und gerade denkt, gut in zwei Stunden ist dieses Desaster auch vorbei, dann wird es auch noch romantisch.

Michael Mann hat früher gute Filme gemacht, „The Insider“ zählt immer noch zu meinem absoluten Lieblingsfilmen. „Blackhat“ macht leider nicht mal visuell was her.

„Blackhat“ ist ein typischer Januar-Film. Im Januar sind in den U.S.A. noch die meisten Oscar-Filme im Kino zu sehen, entsprechend starten die Verleiher quasi nur Filme, von denen sie sich sowieso nicht viel versprechen. Weil ich mittlerweile alle Oscar-Filme gesehen hatte, und ich es mal wieder nicht wahrhaben wollte, dass sonst nur Schrott anläuft, habe ich dem letzten Monat gleich 2x (der andere Film war „The Loft“) in die Tonne gegriffen. Ich sehe es aber positiv, schlechte Filme machen mir wieder besonders bewusst, wie viele großartige Filme ich in der letzten Zeit gesehen habe. Auch wenn das leider der einzige Grund bleibt, was ich über „Blackhat“ positiv zu berichten weiss.

Ursprünglich hatte „Blackhat“ den Filmtitel „Cyber.“

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Loft“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Amerikanisches Remake eines belgischen Thrillers. Ich kenne den Originalfilm. Dieser Film ist richtig schlecht, dafür mit Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller und, wie im Original, dem tollen Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Hot Tub Time Machine 2“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Den ersten Film fand ich ganz lustig, eine Fortsetzung war aber nicht nötig. Mit Rob Corddry, Craig Robinson und Chevy Chase
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ron Howards neuer Film – da sehe ich derzeit noch keinen Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Seventh Son“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fantasy-Quark mit Jeff Bridges und Julianne Moore.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Fifty Shades of Grey“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Hausfrauen-Softporno
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Secret Service“
Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer)
Kommentar: Matthew Vaughns neuer Film, Comicbuch-Verfilmung mit Colin Firth, Michael Caine und Samuel L. Jackson
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "The Disappearance of Eleanor Rigby: Them"

Ich war am 25.09.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Disappearance of Eleanor Rigby: Them“ (dt. Titel: „Das Verschwinden der Eleanor Rigby“, dt. Kinostart: 27.11.14) 122 min drama
dir. Ned Benson cast: Jessica Chastain, James McAvoy, Viola Davis, William Hurt, Isabelle Hupert, Bill Hader, Ciarán Hinds

New York. Eleanor Rigby (Jessica Chastain) hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Für einige Zeit zieht sie zu ihrer Mutter (Isabelle Huppert) und ihrem Vater (William Hurt) zurück. Etwas Entscheidendes muss sich jetzt in Eleanors Leben ändern. Zunächst besucht sie wieder das College. Aber dann ist da noch Conor (James McAvoy)…

B+ (Wertung von A bis F) „The Disappearance of Eleanor Rigby: Them“ ist das äußerst ungewöhnliche Spielfilmdebüt von Regisseur Ned Benson. „Eleanor Rigby“ ist ein Song der Beatles, der es aus budgetären Gründen nicht in den Film geschafft hat.

„The Disappearance of Eleanor Rigby“ ist als dreiteiliges Spielfilmprojekt anzusehen. Der hier besprochene Teil ist „Them“. Der Filmemacher hat zunächst die Versionen „Her“ und „Him“ (die Story aus der Perspektive von Eleanor und Conor) gedreht und sie auf dem Toronto International Festival 2013 vorgestellt. Die Kritiker waren begeistert und Ned Benson wurde gefragt, ob er aus diesen beiden Filmen einen Kinofilm schneiden kann. Er hat sich dann zurück in den Schneideraum begeben und „Them“ fertiggestellt. „Her“ und „Him“ kommen erst einen Monat später, im Oktober 2014, ins amerikanische Kino.

„Them“ ist ein Beziehungsfilm. Er handelt von einer bestimmten Liebesbeziehung, aber auch von der Beziehung zu dem Vater, der Mutter, der Schwester, der Professorin und dem besten Freund.

Man sollte sich „Them“ anschauen, ohne groß etwas über den Inhalt des Films zu wissen. Generell finde ich, dass es für Filmkritiker unter Strafe stehen sollte, einen Film zu zerreden und/oder zu spoilern. Ich kannte nur den Trailer von dem Film und fand es fesselnd zu erfahren, was Eleanor Rigby eigentlich zu diesem drastischen Schritt gebracht hat. Die Geschichte entfaltet sich langsam, zunächst lernt man die Charaktere im Jetzt kennen. Auch wenn der Film „Them“ heißt, so stand für mich Eleanor Rigby (gespielt von der wunderbaren Jessica Chastain) im Mittelpunkt.

Jessica Chastain und James McAvoy geben ein süßes und vor allen Dingen glaubhaftes Paar ab. Die Szene gegen Ende des Films, als sie die Wohnung betritt, fand ich unglaublich stark und das Ende fand ich so gut, dass ich im Anschluss am liebsten gleich „Him“ geschaut hätte.

Der Film ist sehr New York, sehr atmosphärisch und auch sehr emotional. Jessica Chastain ist grandios in ihrer Rolle, James McAvoy aber auch. Das ganze Ensemble (mit Viola Davis, William Hurt, Isabelle Huppert, Bill Hader, etc) ist klasse. „Them“ ist ein toller Film, der nachwirkt und ich bin sehr gespannt auf „Him“ und „Her“.

„The Disappearance of Eleanor Rigby: Them“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (James McAvoy), Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch

„Him“ und „Her“ wurden erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt. „Them“ feierte auf dem Cannes Film Festival 2014 seine Premiere.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Low Down“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über den Jazzmusiker Joe Albany mit John Hawkes, Glenn Close, Elle Fanning und Peter Dinklage
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All Is By My Side“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jimi Hendrix Biopic mit André 3000 als Jimi Hendrix
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „The Two Faces of January“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Patricia Highsmiths Romanverfilmung mit Viggo Mortensen, Oscar Isaac und Kirsten Dunst
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits in D. gesehen

Trailer v. Film: „White Bird in a Blizzard“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Shailene Woodley, Eva Green, Gabourey Sidibe. Da spielen leider hauptsächlich Leute mit, die ich nicht gerne sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Keep on Keepin on“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Musik-Dokumentation, die im Gespräch für einen Oscar nominiert zu werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Get On Up"

Ich war am 10.08.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Get On Up“ (dt. Kinostart: 09.10.14) 138 min drama, musical, biopic
dir. Tate Taylor cast: Chadwick Boseman, Nelson Ellis, Viola Davis, Keith Robinson, Dan Aykroyd, Alison Janney, Octavia Spencer

James Brown (Chadwick Boseman) kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Musik hat ihn immer schon begeistern können. Eines Tages bekommt er die Möglichkeit, der Armut zu entkommen und mit seiner Musik sein Lebensunterhalt zu verdienen. Der Godfather of Soul war einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.

C- (Wertung von A bis F) „Get On Up“ ist ein Biopic über die Soul-Legende James Brown.

Eigentlich hätte ich gewarnt sein müssen, vor einigen Jahren hatte der Regisseur Tate Taylor schon den Film The Help  inszeniert. Über diesen Film und den ganzen Hype hatte ich mich noch Monate später geärgert. Der Gipfel des Ganzen war dann noch der Oscar-Gewinn für die froschgesichtige Octavia Spencer. Das war einer dieser Oscars, der bis heute nicht zu erklären ist.

Jetzt kommt nun also von diesem (weißen) Regisseur ein Biopic über James Brown. Ursprünglich sollte Spike Lee einen Film über das Musikgenie drehen und man braucht keine große Vorstellungskraft um sicher zu sein, dass der (schwarze) Filmemacher einen wesentlich souveräneren Film inszeniert hätte. Das Drehbuch von „Get On Up“ ist eine einzige Katastrophe, der Filmschnitt ist miserabel und die Locations wirken wie Kulissen, ganz selten authentisch. Der Film beginnt 1988 und dann – ich habe es mir notiert – springt die Geschichte in die Jahre 1968, 1988, 1968, 1939, 1964, 1949, 1955, 1962, 1965, 1968, 1971,1988,1993. Die Erzählung ist wirr, enthält unzählige und scheinbar wahllose aneinander gesetzte Rückblenden, gefühlt noch viel öfter als die Jahreszahlen es andeuten. Als ob das nicht alles schon gereicht hätte, einen aus dem Film zu bringen, guckt und redet der James Brown-Darsteller dann auch noch hin und wieder direkt in die Kamera.

Gut es ist nicht alles unbefriedigend an diesem Film, es gibt auch ein paar gute Ansätze. Ich mochte beispielsweise drei Szenen im Film (Die „It´s a Man´s World“-Szene, die Szene, bei der James Brown später auf seine Mutter trifft und wenn James Brown gegen Ende des Film in einem roten Anzug zu sehen ist)

Chadwick Boseman verkörpert hier James Brown so selbstverständlich, dass er wahrscheinlich zum Ende der Dreharbeiten selbst geglaubt hat, er ist die Soul-Legende James Brown. Er hat eine sehr ähnliche Bühnenpräsenz und wie er James Brown tänzerisch imitiert ist unglaublich. Gut er singt hier nicht selbst, bewegt nur seine Lippen synchron, aber seine schrill-rauchige Sprechstimme und sein supernerviges Dauergequatsche erinnert doch sehr an den echten James Brown. Wenn man Chadwick Boseman auf der Bühne sieht, vergisst man irgendwann, dass er nicht selbst singt. Chadwick Boseman ist in den U.S.A. bereits ein Star, „Get On Up“ ist bereits sein zweites Biopic. Im letzten Jahr wurde er von den amerikanischen Kritikern bereits als Baseball-Spielerlegende Jackie Robinson in dem Film „42“ gefeiert. In „Get On Up“ portraitiert Chadwick Boseman James Brown im Alter von 16 bis 60 Jahre und für mich ist dies eine Oscar-Performance.

Ich hatte aber den Eindruck, dass die meisten Schauspieler ihr Bestes geben, hervorheben möchte ich auch Nelson Ellis (der Browns besten Freund Bobby Byrd spielt) und definitiv Viola Davis. Beide sind grandios. Viola Davis ist immer überragend, wenn sie die geeignete Rolle spielen darf. Hier spielt sie James Browns Mutter. Alle drei Schauspieler haben einen besseren Film verdient und James Brown wäre ein wirklich solideres Biopic zu wünschen gewesen.
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Für „Get on Up“ sind folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (Chadwick Boseman), Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton und Beste Kostüme

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Kill the Messenger“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Jeremy Renner, Ray Liotta, Mary Elizabeth Winstead, Oliver Platt
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All Is By My Side“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jimi Hendrix Biopic mit André 3000 als Jimi Hendrix
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Judge“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Tragikomödie mit Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Farmiga und Billy Bob Thornton. Mal gucken, ob der oscarmäßig was reißen kann.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „No Good Deed“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Idris Elba
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Exodus: Gods and Kings“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ridley Scotts neuer Film mit Christian Bale, Joel Edgerton, Aaron Paul, Ben Kingsley und Sigourney Weaver. Ich weiß nicht, warum dieses Jahr so viele Bibel-Filme rauskommen. Die Bilder im Trailer wirken sehr imposant.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „A Walk Among the Tombstones“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller mit Liam Neeson. Ich hasse es, wenn Trailer bereits so viel spoilern. Das ist ein Grund, warum ich mir außerhalb des Kinos keine Trailer anschaue.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Unbroken“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Angelina Jolies Biopic/Drama mit Jack O´Connell. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Prisoners"

Ich war am 22.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Prisoners“ (dt. Kinostart: 10.10.13) 146 min thriller
dir. Denis Villeneuve cast: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano

An Thanksgiving sind Keller (Hugh Jackman), seine Frau Grace (Maria Bello) und die beiden Kinder bei ihren Nachbarn, der Birch-Familie eingeladen. Als die beiden kleinen Töchter der Familien verschwinden, wird schnell der Besitzer eines weißen Wohnmobils verdächtigt. Detective Loki (Jake Gyllenhaal) verhört den geistig zurückgebliebenen Alex (Paul Dano), der muss aber bald aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Die Mädchen bleiben spurlos verschwunden. Keller ist felsenfest davon überzeugt, dass Alex die beiden Kinder entführt hat und unternimmt etwas auf eigene Faust, Detective Loki ermittelt hingegen in verschiedene Richtungen…

B- (Wertung von A bis F) Ich glaube, ich bin wieder einmal mit den falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Von dem Toronto International Film Festival hat man nur Gutes von „Prisoners“ gehört. „12 Years a Slave“ hat zwar dort überraschend den Publikumspreis gewonnen, aber auf Platz 3 (nach „Philomena“) ist jedoch schon der Film „Prisoners“ gelandet.

Die ganze „Der-Familienvater-dreht-völlig-durch“-Geschichte ist absurd, völlig überzogen und fast ärgerlich. Das hätte man auf ein Minimum beschränken können und dafür etwas mehr über die Protagonisten erzählen können. Auch überschattet diese Story eine eigentlich ganz packende Entführungsgeschichte. Auch wenn der Film in meinen Augen viel zu lang ist, hat er einige gute Spannungsmomente, gescheite, nicht immer vorhersehbare Wendungen und ein gelungenes Ende. Auch ist die Kameraarbeit hervorragend, was nicht groß verwundert, weil dafür Roger Deakins, einer der besten Kameramänner Hollywoods und Lieblingskameramann der Coen Bros., verantwortlich ist.

Durch diesen Film habe ich wieder einmal festgestellt, dass Hugh Jackman einfach kein guter Schauspieler ist. Auch wenn er sich – wie hier – noch so sehr anstrengt. Schauspielerisch empfand ich Jake Gyllenhall („Brokeback Mountain“,“ Jarhead“, Source Code, End of Watch) herausragend. Er wird ein zunehmend besserer Schauspieler. Melissa Leo (The FighterMildred Pierce, Flight) ist erneut kaum zu erkennen, was nur zeigt wie wandelbar sie ist. Sie sehe ich mittlerweie immer als Bereicherung für einen Film.

„Prisoners“ ist in meinen Augen kein Oscar-Film. Wenn jemand aus dem Ensemble nominiert werden sollte, dann Jake Gyllenhaal und vielleicht Melissa Leo. Jakes Rolle sehe ich als Hauptrolle, eine Oscar-Kampagne wird für ihn jedoch für die beste Nebenrolle geführt.

Regisseur Denis Villeneuve hat mich vor ein paar Jahren mit seinem, für den Oscar nominierten, Film „Incendies“ überrascht. Auch wenn ich seinerzeit etwas zu mäkeln hatte, ist er so intensiv, dass er mir bis heute nicht aus dem Kopf geht,

„Prisoners“ wurde in einem sneak screening auf dem Telluride Film Festival gezeigt, offiziell lief er erstmalig auf dem Toronto International Film Festival.

„Prisoners“ ist derzeit im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hugh Jackman), Bester Nebendarsteller (Jake Gyllenhaal) Bestes Originaldrehbuch, Beste Kameraführung

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gravity“
Bewertung des Trailer: B- (erster Trailer)
Kommentar: Alfonso Cuaróns neuer Film mit Sandra Bullock und George Clooney. Oscar-Film, den ich unbedingt in IMAX gucken muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix, Amy Adams und Rooney Mara. Oscar-Film? Joaquin macht wieder einen fantastischen Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Fifth Estate“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über WikiLeaks Julian Assange. War mal als Oscar-Film im Gespräch, nach den ersten Screenings nicht mehr so. Mit Benedict Cumberbatch, Daniel Brühl, Stanley Tucci.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, dann hat man nicht mehr so viel davon gehört. Ich habe jetzt den Trailer das erste Mal gesehen und für mich ist das ein Oscar-Film. Bruce Dern macht im Trailer schon einen nominierungswürdigen Eindruck.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dallas Buyers Club“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic und Oscar-Film mit Matthew McConaughey und Jared Leto
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "Extremely Loud & Incredibly Close"

Ich war am 22.01.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Extremely Loud and Incredibly Close“ (dt. Titel: Extrem Laut und Unglaublich Nah“, dt. Kinostart: 16.02.12) 129 min drama, adaptation
dir. Stephen Daldry cast: Thomas Horn, Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow, Viola Davis, John Goodman, Jeffrey Wright

Der neunjährige Oskar Schell (Thomas Horn) hat seinen Vater (Tom Hanks) bei dem Anschlag vom 9. September 2001 verloren. Er hatte eine enge Beziehung zu ihm. Nach seinem Tod findet er einen kleinen Umschlag mit einem Schlüssel. Oskar geht davon aus, dass ihm sein Vater damit noch irgendetwas mitteilen wollte bzw. der Schlüssel zu irgendetwas führt, dass den unerwarteten Tod des geliebten Vaters erklärt. Er wird in ganz New York nach dem passenden Schloss zu dem Schlüssel suchen…

D- (Wertung von A bis F) „Extremely Loud and Incredibly Close“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Safran Foer.

Die ersten Journalisten bzw. Filmkritiker, die diesen Film Anfang Dezember gesehen haben und davon ausgegangen sind, hier einen Oscar-Favoriten-Film zu sehen, müssen doch tagelang unter Schock gestanden haben. Ich war ja nun bereits vorgewarnt, aber dass er so schlimm ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Der Film ist eine Katastrophe und dass er jetzt aus unerfindlichen Gründen in der Kategorie Bester Film für den Academy Award nominert wurde, macht die Sache noch viel schlimmer.

Filme, die darauf ausgrichtet sind, den Zuschauer zu berühren und es trotz aller Anstrengungen nicht schaffen, sind in meinen Augen, noch weniger zu ertragen als irgendwelche hohlen Actionfilme.

Ich habe das Buch „Extremely Loud and Incredibly Close“ nicht gelesen, bin aber sicher, dass das Geschriebene wesentlich besser sein muss. Wie man auf die Idee kam, diese doch recht platte Story filmisch umzusetzen, ist mir nicht klar. Am Drehbuch sind schon große Schwächen erkennbar, ganz brenzlig wird es wenn es um die Besetzung geht. Wer kam bloß auf die Idee, dieses schreckliche Kind zu besetzen? Gut für sein Aussehen kann er nichts, ich fand ihn schon optisch unzumutbar, aber dann quatscht einen dieser nervtötende altkluge Junge auch noch von Anfang bis Ende ununterbrochen voll. Thomas Horn/Oskar Schell ist so ein Junge, der ganz bestimmt in der Schule in der ersten Reihe sitzt, sich andauernd meldet und alles besser weiß. Damit treibt er so manch einen Lehrer in den Wahnsinn und löst bei all seinen Mitschülern zwangsläufig Aggressionen aus. Seine Mitschüler bewerfen ihn dann andauernd mit allen Dingen, die sie zu fassen bekommen und warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich zur Pause klingelt um ihm dann auf dem Hof, mal wieder ordentlich eins auf Mütze hauen zu können. Ich glaube, wenn man nicht selbst so einen Mitschüler in der Klasse hatte, dann war er garantiert in der Parallelklasse. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aufgrund eines Schauspielers (und Filmcharakters) so dringend das Kino verlassen wollte. In „Extremely Loud and Incredibly Close“ ist es dieser unglaublich unerträgliche Thomas Horn als Oskar Schell, der einen auch noch durch eine unglaublich schrecklich langweilige Story führt. Sandra Bullock war noch nie eine richtig gute Schauspielerin (ich kann es immer noch nicht fassen, dass sie sich jetzt Oscar-Preisträgerin nennen darf), hier muss sie sich aber bei ihrem Filmkind angesteckt haben. Ich fand auch Sandra Bullocks Performance unterirdisch. Der große Lichtblick im Film war für mich Max von Sydow (dieser arme alte Mann muss sich in so vielen Szenen von diesem Kind zutexten lassen, schon alleine dafür ist die Oscar-Nominierung berechtigt). Natürlich hat mir aber auch Jeffrey Wright gefallen, auf ihn ist immer Verlass. Jedenfalls haben die beiden Schauspieler dafür gesorgt, dass ich dem Film kein „F“ gegeben habe.

„Extremely Loud and Incredibly Close“ schreibt Oscar-Geschichte. Er ist der von Kritikern am schlechtesten bewertete Film, der je eine Academy-Award-Nominierung als Bester Film erhalten hat.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lucky One“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung. Jetzt hat sich Zac Efron dicke Muskeln antrainiert und sieht immer noch nicht männlicher aus…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rock of Ages“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Filmadaption des gleichnamigen Broadway-Musicals. Als Tom Cruise im Trailer zum Schluss zu sehen war, brach schallendes Gelächter im Publikum aus…und ich habe mich irritiert gefragt, ob seine Rolle tatsächlich als komisch angelegt ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht….

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Titanic“
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, den Trailer schon mind. 20x gesehen zu haben…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mal schauen…

Trailer v. Film: „Gone“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Thriller mit Amanda Seyfried und Jennifer Carpenter
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer von Film: „Salmon Fishing in the Yemen“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Lasse Hallströms Romanverfilmung mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "The Help"

Ich war am 25.08.11 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Help“ (dt. Kinostart: 08.12.11) 137 min drama, adaptation
dir. Tate Taylor cast: Viola Davis, Emma Stone, Bryce Dallas Howard, Octavia Spencer, Allison Janney, Jessica Chastain, Sissy Spacek, Mary Steenburgen, Cicely Tyson

Jackson, Mississippi, Anfang der 1960er Jahre. Skeeter Phelan (Emma Stone) ist 23 Jahre alt, hat gerade ihr College abgeschlossen und zieht zurück in ihr Elternhaus. Sie erfährt, dass ihr geliebtes Kindermädchen, die afro-amerikanische Constantine (Cicely Tyson), nicht mehr für die Familie arbeitet. Skeeter bekommt von ihren Eltern keine Antwort, warum Constantine nach über 29 Jahren einfach so gegangen ist. Skeeter erhält schließlich ihren ersten Job als Journalistin bei der örtlichen Zeitung. In einer Kolumne soll sie Hausfrauen Tipps geben. Sie bittet die schwarze Haushälterin Abileen (Viola Davis) ihrer Freundin um Rat und erfährt dabei eine viel interessantere Geschichte. Abileen erzählt ihr unter welchen unerträglichen Bedingungen die afro-amerikanischen Frauen für die weißen Familien arbeiten. Skeeter ist geschockt und beschließt, sämtliche schwarze Haus- und Kindermädchen über ihr Leben zu interviewen und ein Buch darüber herauszubringen…

C+ (Wertung von A bis F) Der Film „The Help“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kathryn Stockett.

„The Help“ ist für mich ein Arbeitsfilm. Im Hinblick auf die langsam (und endlich) beginnende Oscar-Saison 2012 muss ich aber auch halt mal Filme gucken, die mich zunächst einmal nicht so ansprechen. Zunächst einmal ist das Regiedebüt von Tate Taylor für mich ein typischer Hollywood-Film und kein Oscar-Film, dafür geht er für mich zu wenig ins Detail und in die Tiefe, was vielleicht vordergründig der Romanvorlage zuzuschreiben ist. Viele Begebenheiten wurden nur angedeutet, der Missbrauch an schwarzen Hausangestellten ging seinerzeit auch nicht ausschließlich von den Frauen des Hauses aus, wie hier dargestellt. Eher ist „The Help“ ein Ensemble-Film mit teils grandiosen Performances und dafür lohnt es sich für mich immer ins Kino zu gehen.

Die wunderbare, aber manchmal nicht idealbesetzte, Viola Davis (Doubt) gibt hier eine ganz würdevolle Performance und dafür verdient sie definitiv eine Oscar-Nominierung, ebenso wie die stets hervorragende Sissy Spacek. Auch gefällt mir Emma Stone (trotz grauenhafter und für die Zeit unpassender Frisur) und Allison Janney („The Hours“, Juno), in einer so anderen Rolle. Bryce Dallas Howard (Tochter von Regisseur Ron Howard und bekannt aus Filmen wie z. B. „The Village“) finde ich hat optisch unglaubliche Ähnlichkeit mit Jessica Chastain (The Tree of Life). Da ich mich nicht zuvor nicht mit der Besetzungsliste auseinandergesetzt habe, wusste ich anfangs nicht, wer nun welche Rolle spielt. Beide, so gegensätzliche, Charaktere werden gut dargestellt. An Octavia Spencer musste ich mich erst einmal gewöhnen, ich finde nicht, dass sie hier so beeindruckt wie ihre überragende Kollegin Viola Davis.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „War Horse“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Steven Spielbergs 2. Film dieses Jahr (nach dem Animationsfilm „The Adventures of Tintin“) „War Horse“ ist ein potentieller Oscar-Film, durch den ich mich wahrscheinlich quälen muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pariah“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: afro-amerikanisches Gay-Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Thunder Soul“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Musikdokumentation über die Kashmere High School Stage Band
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „What´s Your Number?“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Komödie mit Anna Faris und Chris Evans
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Ides of March“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Welcome to the Oscar race 2012! Politdrama von und mit George Clooney. Auch mit dabei: Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Warrior“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Martial Arts-Drama mit Tom Hardy und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Philadelphia – "Doubt"

Ich war am 31.12.08 in Philly und habe mir im Kino angeschaut:

„Doubt“ (dt. Titel: „Glaubensfrage“, dt. Kinostart: 05.02.09) 104 min drama adaptation
dir. John Patrick Shanley cast: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams, Viola Davis, Joseph Foster

New York, 1964.
Unter der strengen Herrschaft der Direktorin, Schwester Aloysius (Meryl Streep), wird die katholische St. Nicholas Privatschule geführt. Es herrscht Zucht und Ordnung, bis der Direktorin der moderne Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman) vorgesetzt wird. Als der erste afro-amerikanische Junge an die Schule kommt, kümmert sich Priester Flynn um den Schüler und benennt ihn sogar zum Messdiener. Eines Tages glaubt die Lehrerin des Jungen, Schwester James (Amy Adams), unschickliches Benehmen des Priesters bemerkt zu haben und meldet dies der Direktorin…

A (Wertung von A bis F) Die Filmversion „Doubt“ wurde von dem gleichnamigen Theaterstück adaptiert. Das Bühnenstück gewann im Jahr 2005 sowohl den Pulitzer Prize, als auch den Tony. Der Regisseur des Theaterstücks und der Filmversion, John Patrick Shanley, hat nach 18 Jahren seinen zweiten Kinofilm inszeniert. Sein Regiedebut sprach nicht wirklich für ihn („Joe Versus the Volcano“ mit Tom Hanks und Meg Ryan), so dass sich MIRAMAX wohl gedacht hatte, stellen wir ihm mal sicherheitshalber die Schauspiel-Elite an die Seite. Besetzt ist der Film mit der zauberhaften Amy Adams („Enchanted“, Miss Pettigrew Lives for a Day) und der hier überzeugenden Viola Davis („Far From Heaven“, Nights in Rodanthe), er lebt aber von den Performances von Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman. Die beiden agieren auf Augenhöhe und ich sehe es als pures Vergnügen, dem Aufeinandertreffen dieser Schauspielgrössen zuzuschauen. Wenn man bedenkt, wieviel Lebensfreude Meryl Streep im letztjährigen „Mamma Mia“ ausstrahlte und wie verbiestert und frustriert, aber dabei echt, sie jetzt daherkommt…Gegensätzlicher könnten die beiden Rollen nicht sein und damit ist für mich klar, wer in 2009 den Oscar gewinnen muss. Chamäleon Hoffman, der Mrs. Streep in nichts nachsteht, sollte ebenso einen Award erhalten. Heath Ledger (R.I.P.) hat grosse Konkurrenz bekommen. Bei „Doubt“ sollte man keinen Film über pädophile Priester erwarten, ist es doch eher ein Film – passender könnte der Originaltitel nicht sein – über Zweifel. Zweifel, die man gegenüber anderen Menschen und vielleicht seinem eigenen Verhalten hat…
Dieser komplexe Film ist für fünf Golden Globes nominiert und gilt als Oscar-Kandidat. Es ist äusserst wahrscheinlich, dass „Doubt“ in meiner TOP TEN für 2008 landen wird.

Trailer zu sehen: