Meine Top Filme aus dem Jahr 2011

Gezählt werden, wie schon in den Jahren zuvor, ausschließlich Filme, die theoretisch Chancen auf eine Oscar-Nominierung im Jahr 2012 haben. Damit fallen drei Filme leider automatisch aus der Liste, „Detachment“, „Incendies“ und „Mary & Max“. „Detachment“ habe ich auf dem Tribeca Film Festival 2011 gesehen, mittlerweile hat der Film auch einen amerikanischen Verleih, wird aber erst im Jahr 2012 einen regulären Kinostart in den amerikanischen Kinos haben. „Incendies“ war im Jahr 2010 für einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert. Bei mir hat er auch keine „A“-Bewertung bekommen, ging mir aber auch Tage später nicht aus dem Kopf. „Mary & Max“, dieser liebenswerte australische Animationsfilm, war unglaublicherweise nicht einmal für den Oscar im Jahr 2010 nominiert. In dem Jahr hat der Pixar-Film „Up“ den Academy Award gewonnen. Den fand ich auch großartig, „Mary & Max“ hätte aber mindestens genauso den Oscar verdient. Jedensfalls habe ich „Mary & Max“ erst im Jahr 2011 auf DVD bzw. über iTunes gesehen. „Mary & Max“ wäre definitiv in meiner Top Ten Liste gelandet, „Detachment“ und „Incendies“ sehr wahrscheinlich.

Ich habe viele Filme im Kino, einige auf DVD, auf VOD oder als Leihvideo über iTunes (U.S.) auf dem iPad/ bzw. über das neue Apple TV Gerät auf dem großen Bildschirm gesehen. Die genaue Anzahl war mir etwas mühselig auszurechnen, ich gelobe aber Besserung für 2012.

Alles in allem war es für mich ein eher schwaches Filmjahr. Ich habe mal einige Filme gelistet, die ich unterhaltsam oder gut fand oder die mir gar sehr gut gefallen haben, die es aber letztlich nicht in meine Top-Kategorie geschafft haben. Das waren in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: „Limitless“, „Source Code“, Hanna“, „Win Win“, „Rango“, „Higher Ground“, „Super 8“, „Midnight in Paris“, „The Tree of Life“, „Captain America: The First Avenger“, „Another Earth“, „Rise of the Planet of the Apes“, „Fright Night – 3D“, „Jane Eyre“,“Contagion“, „Drive“, „The Guard“, „Moneyball“, „X-Men: First Class“, „50/50“, „The Ides of March“, „Attack the Block“, „Tinker Tailor Soldier Spy“, „My Week with Marilyn“, „The Artist“, „The Muppets“, „Mission Impossible – Ghost Protocol“, „The Girl with the Dragon Tattoo“. „Martha Marcy May Marlene“, „The Iron Lady“, „We Need to Talk About Kevin“ Ein paar Filme muss ich noch sehen und so kann es also sein, dass ich den ein oder anderen Film nachnominieren werde. Es ist aber Mitte Januar und damit Zeit, meine Liste fertigzustellen. Es gab ein paar Filme, Dir mir noch besser gefallen haben, mich irgendwo berührt haben oder bei denen mich die Geschichte oder die Machart fasziniert hat. Nachfolgend habe ich meine Top Filme aus dem Jahr 2011 gelistet, ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie geschaut habe. Zehn Filme sind für letztes Jahr leider nicht dabei herausgekommen. Meine Lieblingsfilme aus dem Jahr 2011 sind:

Bill Cunningham New York (Dokumentation über den New Yorker Modefotografen Bill Cunningham)

Beginners (Tragikomödie mit dem wunderbaren Christopher Plummer)

Warrior (bewegendes Sport- und Familiendrama mit einem absolut überzeugenden Nick Nolte)

Tyrannosaur (britisches Indie-Drama mit Peter Mullan und Olivia Colman)

Take Shelter (Drama mit dem exzellenten Michael Shannon, dem ich so die Daumen drücke für eine AA-Nominierung)

Hugo (Martin Scorseses 3D-Film)

Shame (Steve McQueens neuer Film mit Michael Fassbender und Carey Mulligan. Auch hier drücke ich die Daumen für eine AA-Nominierung.

Young Adult (Jason Reitmans Charakterstudie mit einer großartigen Charlize Theron. Ich wiederhole mich ungern, aber auch ihr drücke ich ganz fest die Daumen für eine AA-Nominierung. Sie zeigt eine der besten Performances des letzten Jahres)

Meine Flops aus dem Filmjahr 2011:

anspruchsvoll, visuell beeindruckend, im Gegensatz zu den folgenden Filme verstehe ich hier, warum man den Film mögen kann, ich fand ihn aber kaum zu ertragen, daher schlimm:
Melancholia

schlimm, hat aber wenigstens Alexander Skarsgard:
Straw Dogs

schlimm, weil ich den Protagonisten einfach grauenhaft fand:
Terri

eigentlich schon lange wieder vergessen, habe ich aber unter „schlecht“ notiert, also hat er mich verärgert und war daher schlimm:
The Roommate, The Ward, Friends with BenefitsBeautiful Boy

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences möchte natürlich Afro-Amerikaner nicht von der großen Show ausklammern und so werden auch gerne Filme oder Schauspieler nominiert, mit denen sich Afro-Amerikaner (vielleicht) noch mehr identifizieren können. Mir ist das oftmals zu kalkuliert. Für den filmliebenden Zuschauer, der ausschließlich Filme oder Performances in den Bestenlisten der Academy sehen möchte, die es auch verdient haben dort zu stehen, kommt es aber Jahr für Jahr auch zu Nominierungen, die fragwürdig sind. Im Jahr 2011, also für die Oscars 2012 ist es ein nur an der Oberfläche kratzender, gerade noch so mittelmässiger feel-good-movie. Viola Davis halte ich für eine unglaublich talentierte Schauspielerin, ich sehe sie auch wahnsinnig gerne, dennoch finde ich, dass sie dieses Jahr keine Performance abgeliefert hat, die so gut war, dass sie für den Oscar nominiert bzw. gar ausgezeichnet werden sollte. Sie ist aber „fällig“. Die andere Schauspielerin (Octavia Spencer), die im besagten Film mitspielt, fand ich noch nicht einmal erwähnenswert. Aber gut. Ich bin schon wieder viel zu emotional im Oscar-Geschehen drin und weiche vom Thema ab…
Okay, eindeutig nicht so schlimm wie „The Blind Side“, ich habe aber meine Gründe genannt, warum ich den Film unter „schlimm“ nominiert habe:
„The Help“

eigentlich harmlos, aber trotzdem schlimm:
„The Hangover, Part II“, „Dream House“

erschütternd schlecht, daher am allerschlimmsten:
„Cowboys & Aliens“ (eine unglaubliche Talent-, Zeit- und Geldverschwendung)
„Sherlock Holmes: Games of Shadows“ (eine unglaubliche Talent-, Zeit- und Geldverschwendung)

ganz unerträglich schlimm und auch noch für einen Oscar nominiert:
„Extremely Loud & Incredibly Close“

Wenn ich folgende Filme gesehen hätte, wären sie bestimmt auch irgendwo unter „schlimm“ gelandet: „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“, „Conan the Barbarian“, „Twilight Saga: Breaking Dawn Part 1“, „The Three Musketeers“, „New Year´s Eve“, „Transformers: Dark of the Moon“, „Battle: Los Angeles“, „The Green Hornet“, „Johnny English Reborn“, „Tower Heist“, „Season of the Witch“, „Jack and Jill“, „Abduction“, „Footlosse“, „One Day“, „Larry Crowne“, „I don´t Know How She Does it“, „The Big Year“, „The Beaver“, „Machine Gun Preacher“, „The Smurfs“, „Zookeeper“, „Arthur“, „Fast Five“ Gut, bei diversen Filmen davon kam ich nicht mal in die Versuchung, sie gucken zu wollen…

Meine Lieblingsszenen aus dem Filmjahr 2011:

– „Rango“ – Barszene bei der Rango, Bad Bill Feuer ins Gesicht prustet (ich hätte mich beinahe totgelacht…)
– „Shame“ – die komplette Szene als Carey Mulligan „New York, New York“ singt.
– „Drive“ – DIE Fahrstuhlszene
– „The Girl with the Dragon Tattoo“ – Szene in dem durchdesignten Haus
– „Midnight in Paris“ – Adrien Brody als Salvadore Dali
– „Crazy, Stupid, Love“ – Ryan Goslings Charakter geht mit Steve Carells Charakter einkaufen und so ziemlich alle anderen Szenen mit Ryan Gosling in der ansonsten entbehrbaren Komödie
– „Another Earth“ – die Schlussszene (aber eigentlich auch die in „Take Shelter“)
– „The Artist“ – als George etwas realisiert und die Schlussszene
– „The Muppets“ – „Are You a Man or a Muppet“
– „War Horse“ – Joey beginnt zu rennen und gerät schließlich zwischen die Fronten der kriegsführenden Briten und Deutschen

San Francisco – Film: "Young Adult"

Ich war am 12.12.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Young Adult“ (dt. Kinostart: 23.02.12) 94 min drama
dir. Jason Reitman cast: Charlize Theron, Patrick Wilson, Patton Oswalt, Elizabeth Reaser, J. K. Simmons

Mavis Gary (Charlize Theron) schreibt Romane für Jugendliche und lebt in Minneapolis. Eines Tages bekommt sie eine Email von ihrer ehemaligen Highschool-Liebe Buddy (Patrick Wilson), er ist gerade Vater geworden. Mavis sieht das als Zeichen und geht auf Heimatbesuch. Buddy wohnt immer noch in dem Kaff und ist mittlerweile glücklich verheiratet und eben halt gerade Vater einer Tochter geworden. Das dürfte aber doch kein Hindernis für Mavis sein, ihren Ex zurückzuerobern. Schließlich ist sie immer noch bildhübsch und es passt ihr halt gerade in den Kram…

A- (Wertung von A bis F) „Young Adult“ ist nun ein so ganz anderer Film als ich gedacht hatte. Es ist erste Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody seit Juno und so dachte ich (auch nach dem Trailer) das wäre wieder eine originelle Tragikomödie. „Young Adult“ ist aber eine Charakterstudie über eine, immer noch sehr hübsche 37-jährige Frau mit einem riesigem Alkoholproblem, die sich weigert, erwachsen zu werden und Verantwortung zu tragen. Ihre beste Zeit hat sie in der Highschool gehabt. Dort war sie beliebt, alle Mädchen wollten so sein wie sie. Heutzutage lebt Mavis Gary in ihrer eigenen Welt.

Mavis Gary ist ganz sicher keine Sympathiefigur, sie schleppt einen Sack voller Probleme mit sich herum, hat nicht die Gabe, sich selbst zu reflektieren und ist fies gegenüber Jedem, der ihr über den Weg läuft. Dann trifft sie auf den körperbehinderten ehemaligen Klassenkameraden Matt (Patton Oswalt – grandios) und der versucht sie wieder in die Realität zu holen. Mavis Gary ist aber beratungsresistent. Charlize Theron ist Mavis Gary, es ist unglaublich wie authentisch sie wirkt. Was Charlize Theron („Monster“, „The Life and Death of Peter Sellers“, „North Country“) hier hinlegt ist eine eindeutige Oscar-Performance. Wie uneitel und konsequent sie hier ihren Filmcharakter durch den ganzen Film führt, absolut beeindruckend. „Young Adult“ beinhaltet viele Fremdschäm-Momente. Als Zuschauer möchte man am liebsten manchmal eingreifen, Mavis zur Vernunft bringen, bevor sie noch mehr dumme Dinge sagt oder tut.

Unsympathische Frauencharaktere habe es bei der Academy immer schwer gehabt. Ich hoffe dennoch, dass sich die Academy-Mitglieder einen Ruck geben und Charlize Theron das dritte Mal für den Oscar nominieren. Außerdem drücke ich die Daumen für Patton Oswalt, eine Nominierung wäre auch hier mehr als gerechtfertigt.

„Young Adult“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahre 2011 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film:“Titanic“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Wenn bloss diese grauenhafte Celine Dion-Musik nicht wäre…Es macht keinen Sinn diesen Trailer in 2D zu sehen.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: ich glaube, ich gucke ihn in 3D

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Ghost Protocol“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: MI4 hat eine sehr gute Bewertung erzielt, jetzt ärgere ich mich doch, dass ich nicht zur PV letzte Woche gegangen bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Wanderlust“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Paul Rudd und Jennifer Aniston. Wenn die Aniston nicht mitspielen würde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Being Flynn“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Drama mit Robert De Niro, Julianne Moore und Paul Dano
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „One for the Money“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: RomCom mit Katherine Heigl – ein Traum.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „We Bought a Zoo“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Cameron Crowes neuer Film galt als Oscar-Kandidat, nachdem er vorgeführt wurde, nicht mehr…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Shame"

Ich war am 11.12.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Shame“ (dt. Kinostart: 01.03.12) 99 min drama
dir. Steve McQueen cast: Michael Fassbender, Carey Mulligan, Hannah Ware, James Badge Dale, Nicole Beharie

Der New Yorker Brandon (Michael Fassbender) ist erfolgreich in seinem Job. Privat ist er ständig auf der Suche nach neuen Sexbekanntschaften, wenn er die nicht findet, tut´s auch mal eine Prostituierte oder er guckt sich Pornos auf dem Computer an. Sex beherrscht sein Leben. Dann zieht seine jüngere Schwester Sissy (Carey Mulligan) bei ihm ein und sein Leben gerät außer Kontrolle.

A- (Wertung von A bis F) Steve McQueens neuer Film ist eine unglaublich gut beobachtete und intensive Charakterstudie über einen Mann, der seine Einsamkeit und Leere mit Sex kompensiert. Fassbenders Brandon ist gefangen in seiner Sexsucht, ihm ist es nicht möglich, Beziehungen mit anderen Menschen aufzubauen oder gar zu haben. Dabei gibt die Story kaum Hintergrundwissen über ihn oder seine Schwester Sissy. Man ahnt, dass sie eine schreckliche Vergangenheit teilen. Konkretes erfährt man nicht und das ist auch nicht nötig, um Zugang zu diesen gebrochenen Charakteren zu finden. Michael Fassbender, aber auch Carey Mulligan entblößen sich hier komplett, körperlich, aber was noch wichtiger für den Film ist, auch seelisch. Steve McQueen zeigt einige intime Momente mit MichaelFassbender und/oder Carey Mulligan, die so sehr seine/ihre Traurigkeit und Verletzlichkeit zeigen.

Michael Fassbender ist Brandon, da liegt kein Zweifel dran. Er ist unglaublich männlich und sexy und doch so verwundbar. Den ganzen Film über sagt Brandon sehr wenig, alle Emotionen, die innere Unruhe und halt die Leere kann man in seinem Gesicht ablesen. Michael Fassbenders Gesicht ist wie geschaffen für Nahaufnahmen.

Es lässt sich nicht mehr leugnen, Michael Fassbender hat dieses Jahr seinen Durchbruch geschafft. Der deutsch-irische Schauspieler konnte spätestens dieses Jahr mit so unterschiedlichen Filmcharakteren (X-Men: First Class, Jane Eyre“ und „A Dangerous Method“und jetzt „Shame“) beweisen, was für eine unglaubliche Bandbreite er hat. Im Moment steht er ganz sicher auf der Wunschliste vieler Produzenten und Regisseure. Ich hoffe, dass Michael Fassbender seine zukünftigen Projekte weiterhin gut überlegt und dem Zuschauer weiterhin seine Vielseitigkeit zeigt. Die Filmindustrie liegt ihm derzeit zu Füßen und dafür braucht er nicht einmal eine Oscar-Nominierung.

„Shame“ hat die strengste Altersfreigabe in den U.S.A (NC-17) erhalten, solche Filme haben es bei der Academy in der Vergangenheit nicht leicht gehabt. Es würde mich etwas überraschen, wenn Michael Fassbender und Carey Mulligan nominiert werden würden. Verdient wäre es definitiv für beide Schauspieler.

„Shame“ könnte in meiner TOP TEN für das Filmjahr 2011 landen.

„Shame“ wurde auf dem Venice Film Festival uraufgeführt. Michael Fassbender hat dort den Preis als Bester Hauptdarsteller gewonnen. Ausgezeichnet wurde er ebenfalls mit dem British Independent Film Award und einigen amerikanischen Kritikerpreisen. Gerade eben wurde Michael Fassbender für einen Golden Globe nominiert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Dangerous Method“
Bewertung des Trailers: B- (anderer Trailer als in D.)
Kommentar: David Cronenbergs Film über Sigmund Freund, Carl Jung und Sabina Spielrein mit Viggo Mortensen, Michael Fassbender und Keira Knightly.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pariah“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: afro-amerikanisches Gay-Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Carnage“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Roman Polanskis Verfilmung des Bühnenstücks „God of Carnage“ mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly. Jodie Foster und Kate Winslet für den GG nominiert?!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Crazy Horse“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Dokumentation über den berühmten Pariser Stripclub
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Boston – Film: "Hugo – 3D"

Ich war am 27.11.11 in Boston und am 20.12.11 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Hugo – 3D“ (dt. Titel: „Hugo Cabret“, dt. Kinostart: 09.02.12) 127 min mystery, adventure, family, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Asa Butterfield, Jude Law, Christopher Lee, Chloe Grace Moretz, Michael Stuhlbarg, Emily Mortimer, Ray Winstone, Helen McCrory

Paris in den 1930er Jahren. Der 12-jährige Hugo Cabret (Asa Butterfield) ist Waise und auf sich alleine gestellt. Er war in der Obhut seines alkoholsüchtigen Onkels (Ray Winstone), der die Uhren auf dem riesigen Pariser Bahnhof nachgezogen und repariert hat. Jetzt ist der Onkel verschwunden und Hugo übernimmt seine Arbeit. Er lebt in den Gemäuern des großen Bahnhofs, in ständigen Angst entdeckt zu werden. Vor allen Dingen muss er sich vor dem Bahnhofsinspektor Gustav (Sacha Baron Cohen) und seinem Hund in Acht nehmen. Als der Spielzeugladenbesitzer Georges Méliès (Ben Kingsley) Hugo bei einem vermeintlichen Diebstahl erwischt, nimmt er ihm sein Notizbuch weg. Hugo ist verzweifelt und versucht, sein für ihn wertvolles Notizbuch zurückzubekommen. Das ist aber nicht seine einzige Sorge, sein Vater hat ihm eine kaputte mechanische Figur vermacht. Mit einem herzförmigen Schlüssel könnte er sie vielleicht wieder zum Laufen bringen und so das Geheimnis dieser Figur lüften. Die gleichaltrige Isabelle (Chloe Grace Moretz) wird ihm helfen…

A- (Wertung von A bis F) „Hugo“ basiert auf Brian Selznicks Roman „The Invention of Hugo Cabret“.

Den meisten Leuten ist der Regisseur Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Goodfellas“, „Casino“, „The Departed“) durch seine Gangster-Filme bekannt. Dabei wird gerne vergessen, dass er auch sehr gute Filme in anderen Genres gedreht hat. Er hat mehrere Dramen inszeniert, Biopics, einige Musik-Dokumentationen und nicht zu vergessen mit „The Age of Innocent“ sogar einen soliden Kostümfilm. Mit „Hugo“ hat einer der besten Regisseure unserer Zeit einen Familienfilm inszeniert, zumindest was die ersten zwei Drittel des Films angeht. Auch hat er sich mit diesem Film der – auch für ihn neuen – 3D-Technik gewidmet. Wie ein Scorsese diese Möglichkeit nutzt, ist atemberaubend. „Hugo“ lädt ein, sich entspannt im Kinosessel zurückzulehnen und sich visuell beeindrucken lassen. Handwerklich ist der Film ein Meisterwerk. „Hugo“ ist voller Kreativität und Details, die man kaum beim ersten Mal alle erfassen kann. Martin Scorsese hat hier eine faszinierende eigene Welt erschaffen.

„Hugo“ ist auch eine Liebeserklärung an das Filmemachen. Ich denke, dass es kein Film für die breite Masse ist. Der normale Kinozuschauer, der vielleicht ein paar Mal im Jahr ins Kino geht, wird Scorseses Filmwerk nicht zu schätzen wissen. Vielleicht irre ich mich aber auch. In jedem Fall ist es ein Film für Cineasten.

Mir war der Film nicht eine Minute zu lang. Die Story braucht zugegebenermassen eine Weile um sich in ihrer gesamten Schönheit zu entfalten. Im letzten Akt zahlt sich aber das Warten hundertprozentig aus.

Von Asa Butterfield, der den Hugo spielt, war ich nicht besonders angetan, wobei ich für mich nicht herausfinden konnte, ob es an seinem Aussehen, seiner Ausstrahlung oder seiner Performance liegt. Gerade im Zusammenspiel mit Chloe Grace Moretz ist mir deutlich geworden, wie fade er wirkt. Ben Kingsley hingegen ist brillant, so auch Helen McCrory. Sacha Baron Cohen konnte mich überzeugen, aber auch Emily Mortimer und der Rest der Besetzung.

Mittlerweile gibt es widersprüchliche Angaben, dass einer der Produzenten einen, im Abspann bei den Credits nicht aufgeführten, Cameo-Auftritt gibt. Vor zwei Monaten hiess es, dass er „mitspielt“. Daher unter Vorbehalt SPOILER: Es sind, glaube ich, zwei Szenen in denen Johnny Depp kurz zu sehen ist.

„Hugo“ wurde in 3D gedreht, wird aber auch in 2D gezeigt. Ich glaube, ich habe genug darauf hingewiesen, dass es ein Muss ist, ihn in 3D zu sehen.

„Hugo“ ist für mich jetzt einer der Favoriten für eine Oscar-Nominierung als bester Film, beste Regie, beste Kameraführung, beste Ausstattung, bester Score und für sämtliche visuellen und technischen Preise.

„Hugo“ wird aller Voraussicht nach in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2011 landen.

Update nach dem 2. Kinobesuch:
A- (Wertung von A bis F) Es ist großartig, diesen Film ein zweites Mal zu sehen. Da man jetzt weiß, wie der Film endet, kann man auf ganz andere Sachen achten. Ein paar Schwächen sehe ich im Film, die größte ist für mich – nach wie vor – Asa Butterfield als Hugo. Er wirkt einfach unnatürlich und hat auch noch gefärbte Haare. Der dritte Akt holt aber alles wieder raus.

Als ich den Film vor vier Wochen das erste Mal sah, war es alles andere als wahrscheinlich, dass der Film irgendwo als bester Film nominiert werden wird. Mittlerweile kann man davon ausgehen, dass er für den Oscar nominiert wird.

Jedem bleibt dringend zu empfehlen, Martin Scorseses 3D-Film auch in der entsprechenden Fassung zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film:“The Adventures of Tintin“ (3D)
Bewertung des Trailer: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Spielbergs Tim & Struppi-Animationsfilm startet zu Weihnachten in den amerikanischen Kinos
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film:“Titanic“ (3D)
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Wenn bloss diese grauenhafte Celine Dion-Musik nicht wäre…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mal schauen…

Trailer von Film:“Dr. Seuss´The Lorax“ (3D)
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: ein weiterer Dr. Seuss´Animationsfilm
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 70%

Trailer von Film:“The Pirates! Band of Misfits“ (3D)
Bewertung des Trailer: C+
Kommentar: Stop-Motion-Film
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 30%

Trailer von Film:“Joyful Noise“
Bewertung des Trailer: D
Kommentar: Musical mit Queen Latifah und Dolly Parton
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film:“ParaNorman“ (3D)
Bewertung des Trailer: A
Kommentar: Stop-Motion-Animationsfilm von den kreativen Köpfen von „Coraline“
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Take Shelter"

Ich war am 19.10.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Take Shelter“ (dt. Kinostart: 22.03.12) 120 min drama
dir. Jeff Nichols cast: Michael Shannon, Jessica Chastain, Kathy Baker, Shea Whigham, Katy Mixon, Tova Stewart

Curtis LaForche (Michael Shannon) lebt mit seiner Frau Samantha (Jessica Chastain) und seiner taubstummen Tochter Hannah (Tova Stewart) auf dem Land in Ohio. Curtis leidet in letzter Zeit unter Albträumen und hat seltsame Visionen. Er befürchtet den Weltuntergang. Seine Träume und Ängste kommuniziert er nicht und so distanziert er sich immer mehr von seiner Frau und seinem Umfeld. Für einen, wie er befürchtet, nahenden apokalyptischen Sturm baut er schließlich einen Schutzbunker auf dem Feld vor dem Haus. Sein merkwürdiges Verhalten beunruhigt die Menschen um ihn herum zutiefst…

A- (Wertung von A bis F) Die Filmfigur Curtis leidet an paranoider Schizophrenie. Der Film „Take Shelter“ schafft ein Bewusstsein für diese Krankheit. Durch die unglaubliche Performance von Ausnahmetalent Michael Shannon (bekannt aus Bug, Revolutionary Road, The Runaways und der HBO-Serie Boardwalk Empire) fühlt man als Zuschauer mit ihm, leidet gar. Man sieht die Krankheit durch seine Augen und kann nachempfinden wie schlimm es sein muss, unter Wahnvorstellungen zu leiden. In klaren Momenten will er sich helfen lassen, aber dann wird er wieder von seinen Ängsten übermannt. Eine Krankheit, die einsam macht. In einer Szene fiel mir spontan Daniel Day Lewis ein, denn der ist für mich der Einzige, der einen psychisch Gestörten so beängstigend realistisch darstellen kann. Mir ist aufgefallen, dass – wie auch immer er es macht – Michael Shannon in manchen Szenen sogar durch seine Augen jeweils unterschiedliche Ausdrücke zeigt. Unglaublich. Michael Shannons Performance schreit nach einer Oscar-Nominierung. Von Jessica Chastain (The Tree of Life, The Help) war ich zunächst abgelenkt. Ich fand sie zu knochig und fragil in der Rolle als Hausfrau und Ehefrau von Michael Shannons Charakter. Irgendwie haben die Beiden für mich zunächst nicht zusammengepasst. In einer Szene hat sie durch ihre zweifelsfreien großen schauspielerischen Qualitäten meine anfänglichen Bedenken aber komplett zerschlagen können.

Das Filmende hat dafür gesorgt, dass ich richtig Gänsehaut bekommen habe.

„Take Shelter“ ist ein Low-Budget-Film. Ich hoffe inständig, dass die Academy Mitglieder den Film nicht übersehen. Vielleicht ist es förderlich, dass der Film am letzten Donnerstag (20.10.11) für die ersten relevanten Independent Film Awards (Gotham Awards) als bester Film und für die beste Ensemble Peformance nominiert wurde. Ich drücke Michael Shannon für seine zweite Oscar-Nominierung fest die Daumen.

„Take Shelter“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2011 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Skin I Live In“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Pedro Almodóvars neuer Film mit Antonio Banderas. Irgendwann gucke ich mir die Almodóvar-Filme alle an. Auffallend guter Score im Trailer, den ich gesehen habe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Oka!“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Wahre Geschichte über einen Amerikaner der nach Zentralafrika auswandert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Revenge of the Electric Car“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Folge-Film der Dokumentation „Who Killed the Electric Car?“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Melancholia“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Lars von Triers apokalyptisches Drama mit Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg. Meine Blog-Freundin CharlesDexterWard hat dem Film 10 Punkte gegeben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Carnage“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Roman Polanskis Verfilmung des Bühnenstücks „God of Carnage“. Drei Oscar-Gewinner und ein Oscar-Nominierter haben die Filmrollen übernommen: Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly. Grundsätzlich natürlich Oscar-Potential, was man so hört, wenn wohl aber nur für Christoph Waltz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: "Tyrannosaur"

Ich war am 16.10.11 in Berlin und habe mir im Kino angeschaut:

„Tyrannosaur“ (dt. Titel: „Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte“, dt. Kinostart war der 13.10.11 ) 89 min drama
dir. Paddy Considine cast: Peter Mullan, Olivia Colman, Eddie Marsan

Joseph (Peter Mullan) ist seit ein paar Jahren Witwer. Er hat einen Hass auf seine Umwelt und vor allen Dingen auch auf sich selbst. Seinen Jähzorn kann er selten unter Kontrolle halten und so geht er kaum einer Prügelei aus dem Weg. Eines Tages landet er in dem Bekleidungsgeschäft, in dem Hannah (Olivia Colman) arbeitet. Joseph kann es nicht fassen, dass Hannah ihn jetzt auch noch mit ihrem Glauben vollquatscht. Die beiden treffen aber wieder aufeinander und es entwickelt sich eine interessante Beziehung…

A- (Wertung von A bis F) Bei diesem sehr zu empfehlenden Indie-Film war ich von Anfang bis zum Ende von den Charakteren gefesselt. Tränen sind mir schon mal gleich nach ca. 2 Minuten gelaufen. Am Anfang hatte ich auch noch Bedenken, dass mir hier wieder so eine christliche Gutmensch-Geschichte präsentiert wird, aber das war unbegründet. Dankenswerterweise sind die Charaktere vielschichtig. Es gibt unglaublich krasse Szenen, für die man gewappnet sein sollte. Eine Wendung im Film führt zu einer schauspielerisch grandiosen Szene.

In den U.S.A. wird aktuell darüber gesprochen wird, ob die Schauspielerin Olivia Colman Chancen auf eine Oscar-Nominierung für diese Rolle im nächsten Jahr hat. Ich würde sagen, dass dies definitiv gerechtfertigt wäre. Sowohl Olivia Colman als auch Peter Mullan sind phänomenal in „Tyrannosaur“. Wenn ich mich jedoch nur für eine zu nominierende Performance entscheiden müsste, dann würde meine Wahl auf Peter Mullan fallen. Das tolle Gesicht des schottischen Schauspielers kam mir gleich sehr bekannt vor. Kein Wunder, ich habe ihn mindestens schon in „Shallow Grave“, „Trainspotting“, „Criminal“ und „Children of Men“ gesehen.

Der Schauspieler Paddy Considine („In America“, „Hot Fuzz“, „The Bourne Ultimatum“) hat bei „Tyrannosaur“ die Regie übernommen. Es ist sein Spielfilmdebüt und dafür hat er er gleich auf dem Sundance Film Festival 2011 den Preis für die beste Regie gewonnen. Auch wurden dort beide Hauptdarsteller mit dem Special Jury Prize ausgezeichnet.

„Tyrannosaur“ startet am 23.11.11 in den amerikanischen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Restless“ (OV)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Um Gus Van Sants Drama mit Mia Wasikowska schleiche ich schon eine Weile rum, wird wohl auf DVD geguckt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Submarine“ (OV)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Diese britische Tragikomödie, diesmal wieder mit Paddy Considine als Schauspieler, habe ich mir bereits vor 2 Wochen bei iTunes ausgeliehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Kino in Berlin

Ich habe ein neues Lieblingskino. Na, so ganz richtig ist es nicht, da ich schon früher gerne in dieses Kino gegangen bin. Ich weiß nicht warum, aber Ich war schon ewig nicht mehr im: Central Kino. Genauso macht aber auch mir der Kinobesuch in Deutschland Spaß. In diesem netten kleinen Programmkino werden ausgesuchte Filme im Original (bzw. Original mit Untertiteln) gezeigt, es gibt keine lästige Platzwahl an der Kasse, sondern freie Platzwahl im Kino, bequeme Sitze, moderate Preise (EUR 6,50), ausschließlich salziges Popcorn (ich werde die Vorliebe der Deutschen für süßes Popcorn nie verstehen) und – das empfinde ich als besonders wichtig – keine Werbung vor den Trailern/ bzw. vor dem Spielfilm. Ach und ich mag auch die plakatierten „Zehn Gebote für Kinogänger“. Hier geht´s zur Website: http://www.kino-central.de/

NYC – Film: "Warrior"

Ich war am 22.09.11 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Warrior“ (in D. ab dem 24.02.12 auf DVD erhältlich) 139 min action, drama
dir. Gavin O`Connor cast: Tom Hardy, Joel Edgerton, Nick Nolte, Jennifer Morrison, Noah Emmerich, Kevin Dunn, Frank Grillo

Der Ex-Marine Tommy (Tom Hardy) taucht nach vielen Jahren bei seinem Vater Paddy (Nick Nolte) auf. Paddy ist Alkoholiker und gibt an, seit drei Jahren nicht mehr zu trinken, Tommy wird ihm aber seine zerstörte Kindheit nie verzeihen. Er bittet Paddy, einem ehemaligen Wrestling-Trainer, ihn erneut zu tranieren. Er möchte an dem Mixed Martial Arts-Turnier (SPARTA) teilnehmen, bei dem der Gewinner ein Preisgeld von USD 5 Millionen Dollar mit nach Hause nimmt. Tommy hat auch zu seinem älteren Bruder Brendan (Joel Edgerton) seit Jahren keinen Kontakt mehr. Brendan arbeitet als Physiklehrer und ist mittlerweile verheiratet und hat zwei Töchter. Er steckt in einer prekären finanziellen Situation. Er und seine Familie sind dabei, ihr Haus zu verlieren. Brendan, der sich durch Kämpfe in seiner Freizeit etwas Geld hinzuverdient, sucht sich einen Trainer (Frank Grillo) und wird sich ebenfalls für das SPARTA-Turnier anmelden…

A- Wertung von A bis F) „Warrior“ geht beinahe 2 1/2 Stunden, ich fand ihn aber keine Minute langweilig. Zum Schluss wird es beinahe unerträglich spannend. Der Film erzählt eine bewegende Familiengeschichte und ist zugleich ein solider Sportfilm. MMA ist ein für die U.S.A. relativ neuer Sport und unglaublich brutal. Die Kampfszenen sind realistisch choreographiert und packend inszeniert. Am meisten hat mich aber die Familiengeschichte berührt. Die ersten Begegnungen zwischen Brendan und seinem Vater, und später das erste Aufeinandertreffen der beiden Brüder.

Es geht schon seit ein paar Jahren so, dass wenn ich Nick Nolte auf der Leinwand sehe, ich merke wie sehr ich ihn vermisst habe. Sein Gesicht ist voller Leben und seine knarzige, grimmige Stimme ist einfach besonders. Nick Nolte wird zweifelsohne eine Menge von seinem eigenen Leben mit in diese Rolle gebracht haben, aber das ist mir egal. Er ist einfach Paddy und damit ist das eine ganz klare Oscar-Nominierung. Auch Tom Hardy fand ich herausragend. Wenn er etwas besonders gut kann, dann solche Kämpfertypen überzeugend spielen. Joel Edgerton habe ich nicht so ganz den Physiklehrer abgenommen. Ich kann mich zwar an meinen Physiklehrer nicht mehr erinnern, aber wenn er wie Joel Edgerton ausgesehen hätte, hätte ich bestimmt auch etwas aktiver am, aus meiner Sicht sinnfreien, Unterricht teilgenommen. Dafür hat Joel Edgerton aber eine frappierende Ähnlichkeit mit Nick Nolte und so konnte ich ihm irgendwie den Sohn abnehmen.

„Warrior“ mag vielleicht etwas klischeehaft sein, aber er hat mich bewegt.

Schade, dass der Film nicht vor einem Jahr rausgekommen ist. Da die Geschichte doch der von The Fighter ähnelt, könnte das den wohlverdienten Oscar-Nominierungen schaden. Ich sehe dennoch eine Oscar-Nominierung für Nick Nolte. Mit „The Prince of Tides“ und „Affliction“ wurde er bereits zwei Mal für den Oscar nominiert.

„Warrior“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2011 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Descendants“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film mit George Clooney. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Ghost Protocol“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: hmmm, ich fand nur MI3 gut (kann mich aber gar nicht mehr richtig erinnern). Ich mag einfach Tom Cruise nicht sehen. Jeremy Renner spielt aber mit und man sieht schon im Trailer, dass er Tom Cruise an die Wand spielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Killer Elite“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actioner mit Robert De Niro, Jason Stratham, Clive Owen. Film hat sehr schlechte Kritiken bekommen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Real Steel“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Hugh Jackman, den ich eh nicht mehr sehen/ernst nehmen kann
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Dream House“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Daniel Craig, Rachel Weisz und Naomi Watts
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Abduction“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Thriller/Action mit Taylor Lautner, Maria Bello, Alfred Molina und Sigourney Weaver. Hat eine sagenhafte RT-Bewertung von 3% erhalten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hunger Games“
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: von vielen langerwartete Verfilmung des gleichnamigen Romans mit Jennifer Lawrence, Woody Harrelson, Stanley Tucci und Lenny Kravitz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Berlin – Film: "Beginners"

Ich war am 12.07.11 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Beginners“ (dt. Kinostart war der 09.06.11) 105 min drama, comedy
dir. Mike Mills cast: Ewan McGregor, Christopher Plummer, Mélanie Laurent, Goran Visnijic, Mary Page Keller

Oliver (Ewan McGregor) hat kürzlich seinen Vater verloren. Er erinnert sich, wie ihm sein damals 75-jähriger Vater Hal (Christopher Plummer) nur sechs Monate nach dem Tod seiner Mutter mitgeteilt hat, dass er schwul ist, es auch während der 44jährigen Ehe war und jetzt endlich so leben möchte. Er erinnert sich aber auch an seine Kindheit, seine freigeistige Mutter (Mary Page Keller). Dann trifft Oliver eines Tages auf die Schauspielerin Anna (Mélanie Laurent)…

A- (Wertung von A bis F) Was für ein kleiner, toller Film. Eigentlich mag ich alles an diesem Film. Auch wenn mir beinahe bei jeder Szene mit Christopher Plummer die Tränen runterliefen, hat „Beginners“ auch einen feinen Humor. Es ist ein Film über Olivers verschiedene Beziehungen, zu seinen Eltern, seinen Freunden, seiner neuen Freundin und zu seinem Hund. Es ist ein Film über das Abschiednehmen und einen Lebensneuanfang. Ewan McGregor („Trainspotting“, „A Life Less Ordinary“, „Star Wars (prequel trilogy)“, „I Love You Phillip Morris“, The Ghost Writer) gefällt mir in letzter Zeit wieder wesentlich besser, so fand ich ihn auch hier sehr überzeugend. Mélanie Laurent („Inglourious Basterds“) mag vielleicht kein perfektes Gesicht haben, aber ihr Gesicht ist für die Leinwand geschaffen und ich halte sie für unglaublich talentiert. Christopher Plummers Performance ist so würdevoll und hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich bin sicher, dass ich hier die erste klare Oscar-Nominierung für 2012 gesehen habe. Letztes Jahr wurde der mittlerweile 81jährige Christopher Plummer („The Sound of Music“, „The Thorn Birds“, „The Insider“, „A Beautiful Mind“) das erste Mal in seiner Karriere für sein Schauspiel in „The Last Station“ für einen Oscar nominiert. Update: Christopher Plummer hat den Oscar für bester Nebendarsteller gewonnen.

„Beginners“ ist teilweise autobiografisch. Der Regisseur hat mit dem Drehbuch seine Beziehung zu seinem Vater verarbeitet.

„Beginners“ wird wohl sehr wahrscheinlich in meiner (vorläufigen) TOP 10 für 2011 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Crazy, Stupid, Love“ (OV)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Komödie mit Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore, Emma Stone, Kevin Bacon und Marisa Tomei. Obwohl ich Steve Carell und Julianne Moore als Paar immer noch nicht zusammenbekomme…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Ich gehe ja bekanntlich wirklich nur sehr ungern in Deutschland ins Kino. Diesmal habe ich aber nur Positives zu berichten. Da es nur 7 Zuschauer gab (und auch Amis darunter waren) hat keiner seinen gebuchten Sitzplatz ins Visier genommen und ich konnte sitzen wo ich wollte und hatte viel Platz um mich herum. Es wurde zwar nur ein Trailer gezeigt, dafür aber auch nur 2 !!! Werbespots. Weiter so!

NYC – Film: "Detachment"

Ich war am 30.04.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Detachment“ 100 min drama
dir. Tony Kaye cast: Adrien Brody, Marcia Gay Harden, Lucy Liu, Blythe Danner, James Caan, Christina Hendricks, Tim Blake Nelson, Sami Gayle, Betty Kaye

Henry Barthes (Adrien Brody) kommt als Vertretungslehrer für drei Wochen an eine neue, staatliche Oberschule. Die Schüler sind gelangweilt und aggressiv und bringen ihren Lehrern keinerlei Respekt entgegen. Die übergewichtige Meredith (Betty Kaye) fällt etwas aus der Reihe. Henry macht seinen Job und sucht nach Lösungen, aber er hat auch genug andere Probleme. Sein Opa (Louis Zorich) ist dement und dem Tode nahe und dann trifft er noch auf die junge Erica (Sami Gayle), die von zu Hause abgehauen ist und sich jetzt prostituiert…

A (Wertung von A bis F) „Detachment“ ist ein ehrliches und reales Portrait des amerikanischen Ausbildungssystems. Vordergründig über die Aggressionen, die Perspektivlosigkeit der Schüler und auf der anderen Seite die Hilflosigkeit und die Resignation der Lehrer. Erzählt wird der Film aus der Sicht eines Vertretungslehrers, der eigentlich keine emotionale Bindung zu den Schülern und der Schule hat, da seine Zeit dort begrenzt ist. Der Regisseur unterstreicht seine Geschichte noch mit animierten Sequenzen, Zitaten von Albert Camus und Edgar Allen Poe und Interviews mit tatsächlichen Lehrern. „Detachment“ ist aber noch so viel mehr und gibt u.a. einen Einblick in Henrys Leben, das so kompliziert und belastet zu sein scheint. Mir ging dieses Drama wahnsinnig nahe und für mich ist „Detachment“, trotz seiner krassen Szenen und unzähligen Kraftausdrücke, ein Oscar-Film. Ein Hauptgrund ist zweifelsohne Adrien Brody („The Pianist“, The Darjeeling Limited, The Brothers Bloom). Er zeigt hier eine ganz nuancierte Leistung. Auch wenn er in letzter Zeit in vielleicht nicht so guten Filmen mitspielt, so ist ER immer herausragend, aber meines Erachtens war er noch nie besser als in „Detachment“. Für mich ist das hier eine ganz klare Oscar-Performance. Eine Zuschauerin hat im anschließenden Q & A den Regisseur Tony Kaye gelobt, dass er in diesem Film so eine Leistung aus Adrien Brody rausgeholt hat, wie seinerzeit aus Edward Norton in „American History X“. Dem kann ich zu hundert Prozent zustimmen. Wo ich gerade bei den Oscars bin, würde ich James Caan („The Godfather“, „Misery“, „New York, I Love You“) gleich mitnominieren, alleine mit einer bestimmten Szene muss er in die Filmgeschichte eingehen.

Nach dem Film gab es ziemlich großen Applaus.

Gesehen habe ich „Detachment“ auf dem Tribeca Film Festival 2011. Der Film wurde hier uraufgeführt. Bislang hat „Detachment“ noch keinen Verleih in den U.S.A. Persönlich würde ich mich freuen, wenn Harvey Weinstein ihn unter seine Fittiche nimmt, dann wäre ich wenigstens sicher, dass „Detachment“ eine vernünftige Kinoauswertung bekommt und auch der – in dem Fall bestimmt beschwerliche – Oscar-Weg angestrebt wird.

Der leicht durchgeknallte aber nicht unsympathische Regisseur Tony Kaye kam kurz vor Beginn des Films auf die Bühne, um zu singen (ich möchte nicht weiter ins Detail gehen) und die Zuschauer darauf hinzuweisen, dass sie doch bitte auf die Farbe Rot achten mögen. Rot ist zweifelsfrei präsent im Film, aber ich konnte mir nicht richtig einen Reim darauf machen. Im anschließenden Q & A hat er auf die Frage einer Zuschauerin, was denn nun Rot bedeutet, wortwörtlich geantwortet: „Red is protection“. Mmmh, unter diesem Aspekt möchte ich mir den Film am liebsten sofort noch einmal anschauen.

Trailer zu sehen:

Tribeca Film Festival

Das Tribeca Film Festival wurde nach dem 11. September 2001 von u.a. Robert De Niro ins Leben gerufen. Der New Yorker Robert De Niro besitzt in TriBeCa (Triangle below Canal Street) ein Hotel und Restaurants, auch seine Produktionsfirma ist dort ansässig. Durch das Film Festival wollte er nach den Terroranschlägen seinen Beitrag leisten, Manhattan – insbesondere Lower Manhattan, wieder in ein positives Licht zu rücken und für Investitionen, insbesondere im Filmbereich, werben.

D.C. – Film: "Bill Cunningham New York"

Ich war am 13.04.11 in Washington, D.C. und habe mir im Kino angeschaut:

„Bill Cunningham New York“ 84 min documentary
dir. Richard Press cast: Bill Cunningham

Bill Cunningham ist ein 81 Jahre alter Mann, der seit gut fünfzig Jahren als Modefotograf in New York arbeitet. Die New York Times veröffentlicht seine beiden Kolumnen („On the Streets“ und „Evening Hours“). Mit seinem Fahrrad (seinem mittlerweile 28., da ihm 27 Fahrräder zuvor gestohlen wurden) und einer umgehängten Kamera fährt er jeden Tag quer durch Manhattan, um auf den Straßen die Paradiesvögel, schrille Outfits, aber vor allen Dingen gut gekleidete Frauen und Männer zu fotografieren. Nicht selten hat er so Trends aufgespürt, die sich erst sehr viel später weltweit durchgesetzt haben…

A (Wertung von A bis F) „Bill Cunningham New York“ ist eine absolut empfehlenswerte Dokumentation für jeden, der sich für Mode interessiert. Es ist zugleich auch ein Liebeserklärung an die New Yorker und an die, für mich, schönste Stadt der Welt, New York. Der Film, bzw. eher Bill Cunningham hat mich zum Lachen gebracht, aber auch zu Tränen gerührt. Der Filmemacher Richard Press interviewt ihn für diese Dokumentation und lässt auch viele seiner Wegbegleiter (u.a. Vogue Chefin Anna Wintour) zu Wort kommen. Der Regisseur hat schließlich die Erlaubnis bekommen, ihn in seinem beruflichen und privaten Alltag in New York zu begleiten. Dabei ist Richard Press ein ehrliches Portrait über diesen liebenswürdigen, kauzigen Freigeist gelungen. Was für ein New Yorker Original, der hoffentlich noch sehr, sehr lange seiner Leidenschaft frönen kann und unser Leben mit seiner Persönlichkeit und seinen aussergewöhnlichen Fotos noch wirklich lange bereichern wird.

Zum Schluss gab es Applaus vom Publikum.

Trailer zu sehen:

Eine seiner beiden wöchentlichen Kolumnen bei der NEW YORK TIMES:

http://video.nytimes.com/video/playlist/style/on-the-street/1247463985977/index.html

Vor dem Film wurden keine Trailer geschaltet.