San Francisco – Film: "Shame"


Ich war am 11.12.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Shame“ (dt. Kinostart: 01.03.12) 99 min drama
dir. Steve McQueen cast: Michael Fassbender, Carey Mulligan, Hannah Ware, James Badge Dale, Nicole Beharie

Der New Yorker Brandon (Michael Fassbender) ist erfolgreich in seinem Job. Privat ist er ständig auf der Suche nach neuen Sexbekanntschaften, wenn er die nicht findet, tut´s auch mal eine Prostituierte oder er guckt sich Pornos auf dem Computer an. Sex beherrscht sein Leben. Dann zieht seine jüngere Schwester Sissy (Carey Mulligan) bei ihm ein und sein Leben gerät außer Kontrolle.

A- (Wertung von A bis F) Steve McQueens neuer Film ist eine unglaublich gut beobachtete und intensive Charakterstudie über einen Mann, der seine Einsamkeit und Leere mit Sex kompensiert. Fassbenders Brandon ist gefangen in seiner Sexsucht, ihm ist es nicht möglich, Beziehungen mit anderen Menschen aufzubauen oder gar zu haben. Dabei gibt die Story kaum Hintergrundwissen über ihn oder seine Schwester Sissy. Man ahnt, dass sie eine schreckliche Vergangenheit teilen. Konkretes erfährt man nicht und das ist auch nicht nötig, um Zugang zu diesen gebrochenen Charakteren zu finden. Michael Fassbender, aber auch Carey Mulligan entblößen sich hier komplett, körperlich, aber was noch wichtiger für den Film ist, auch seelisch. Steve McQueen zeigt einige intime Momente mit MichaelFassbender und/oder Carey Mulligan, die so sehr seine/ihre Traurigkeit und Verletzlichkeit zeigen.

Michael Fassbender ist Brandon, da liegt kein Zweifel dran. Er ist unglaublich männlich und sexy und doch so verwundbar. Den ganzen Film über sagt Brandon sehr wenig, alle Emotionen, die innere Unruhe und halt die Leere kann man in seinem Gesicht ablesen. Michael Fassbenders Gesicht ist wie geschaffen für Nahaufnahmen.

Es lässt sich nicht mehr leugnen, Michael Fassbender hat dieses Jahr seinen Durchbruch geschafft. Der deutsch-irische Schauspieler konnte spätestens dieses Jahr mit so unterschiedlichen Filmcharakteren (X-Men: First Class, Jane Eyre“ und „A Dangerous Method“und jetzt „Shame“) beweisen, was für eine unglaubliche Bandbreite er hat. Im Moment steht er ganz sicher auf der Wunschliste vieler Produzenten und Regisseure. Ich hoffe, dass Michael Fassbender seine zukünftigen Projekte weiterhin gut überlegt und dem Zuschauer weiterhin seine Vielseitigkeit zeigt. Die Filmindustrie liegt ihm derzeit zu Füßen und dafür braucht er nicht einmal eine Oscar-Nominierung.

„Shame“ hat die strengste Altersfreigabe in den U.S.A (NC-17) erhalten, solche Filme haben es bei der Academy in der Vergangenheit nicht leicht gehabt. Es würde mich etwas überraschen, wenn Michael Fassbender und Carey Mulligan nominiert werden würden. Verdient wäre es definitiv für beide Schauspieler.

„Shame“ könnte in meiner TOP TEN für das Filmjahr 2011 landen.

„Shame“ wurde auf dem Venice Film Festival uraufgeführt. Michael Fassbender hat dort den Preis als Bester Hauptdarsteller gewonnen. Ausgezeichnet wurde er ebenfalls mit dem British Independent Film Award und einigen amerikanischen Kritikerpreisen. Gerade eben wurde Michael Fassbender für einen Golden Globe nominiert.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Dangerous Method“
Bewertung des Trailers: B- (anderer Trailer als in D.)
Kommentar: David Cronenbergs Film über Sigmund Freund, Carl Jung und Sabina Spielrein mit Viggo Mortensen, Michael Fassbender und Keira Knightly.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pariah“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: afro-amerikanisches Gay-Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Carnage“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Roman Polanskis Verfilmung des Bühnenstücks „God of Carnage“ mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christoph Waltz und John C. Reilly. Jodie Foster und Kate Winslet für den GG nominiert?!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Crazy Horse“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Dokumentation über den berühmten Pariser Stripclub
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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