HBO-Films: „Bad Education“

Ich habe mir folgenden HBO-Film angeschaut:

 

„Bad Education“ (in D. ab dem 22.07.20 bei Sky Ticket zu sehen) 108 min  drama, comedy, biopic, adaptation 

dir. Cory Finley  cast: Hugh Jackman, Allison Janney, Geraldine Viswanathan, Alex Wolff, Ray Romano, Annaleigh Ashford

 

Im Jahr 2002 in Roslyn, Long Island im Bundesstaat New York. Rachel (Geraldine Viswanathan) ist Reporterin der Schülerzeitung und schreibt an einem Artikel über ein Bauprojekt der Roslyn High School. Der Bezirksschulinspektor von Roslyn, Dr. Frank Tassone (Hugh Jackman), ermutigt noch die Schülerin und so taucht sie immer tiefer in die Finanzunterlagen der Schulbehörde. Bei ihrer Recherche findet sie schließlich heraus, dass scheinbar ein paar Millionen Dollar unterschlagen wurden und Dr. Tassone und seine Vertreterin Pam Gluckin (Allison Janney) scheinen daran nicht gerade unschuldig zu sein …

 

B+ (Wertung von A bis F) „Bad Education“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Robert Kolkers New York Magazine Artikel „The Bad Superintendent“. Erzählt wird von dem bis heute größten Fall an Unterschlagung von Schul- und Steuergeldern in einem Schulbezirk in den Vereinigten Staaten. „Bad Education“ ist nach Thoroughbreds erst der zweite Film, bei dem der amerikanische Regisseur Cory Finley Regie geführt hat. 

Dr. Frank Tassone war in der Schulaufsicht und bei Schülern, Eltern, Lehrern und Verwaltungsmitarbeitern gleichermassen beliebt. Während seiner Amtszeit hat es die Roslyn High School auch sogar auf Platz 4 der besten öffentlichen Schulen in den Vereinigten Staaten geschafft. Nun hat er und seine Vertreterin Pam Gluckin aber über einige Jahre mehrere Millionen Dollar an Schul- und Steuergeldern unterschlagen und sich damit ein schönes Leben gegönnt. In diesem Film wird nicht so sehr beleuchtet, wie die beiden auf die Idee gekommen sind und wie durchdacht ihr Plan war, bzw. nicht war, das Kind ist hier längst in den Brunnen gefallen. Die beiden hatten sich an ihren ausschweifenden Lebensstil gewöhnt und, wären nicht irgendwann einige Ungereimtheiten aufgefallen, hätten sie ewig so weiter gemacht. Dank einer eifrigen Schülerreporterin wird der Fall später in Gänze aufgeklärt. „Bad Education“ ist ein Film über einen Skandal, ein Porträt über die Beteiligten, aber nicht zuletzt auch ein Film über guten Journalismus. 

Der Film ist schlüssig und interessant erzählt. Stilistisch hat mir die Parallelmontage, die mit Moby´s „In This World“ unterlegt ist, besonders gefallen. Schauspielerisch ist natürlich die Oscar-Gewinnerin Allison Janney (I,Tonya) ganz weit vorne, auch gut gefallen hat mir Annaleigh Ashford (die, die Nichte von Allison Janneys Charakter spielt) und einmal mehr konnte mich auch Ray Romano (The Big Sick , The Irishman) begeistern. Hugh Jackman kann mich selten überzeugen, hier gibt er sicherlich eine seiner besten und glaubwürdigsten Performances. 

„Bad Education“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, u.a. Best TV Movie, Best TV Movie/Limited Series Actor (Hugh Jackman), Best TV Movie/Limited Series Supporting Actress (Allison Janney), Best TV Movie/Limited Series Supporting Actor (Ray Romano) Update: „Bad Education“ wurde für zwei Emmys (Best Actor/Limited Series or Movie für Hugh Jackman und Outstanding TV Movie) nominiert. 

„Bad Education“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Bei HBO wurde der Film erstmalig am 25.04.20 ausgestrahlt. In Deutschland ist der Film ab dem 22.07.20 bei Sky Ticket zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

 

Berlin (ale) – Film: „Shirley“

Ich war am 01.03.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Shirley“  106 min  drama, adaptation, biopic 

dir. Josephine Decker  cast: Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg, Odessa Young, Logan Lerman 

 

Im Herbst 1964 zieht der junge Doktorand Fred (Logan Lerman) und seine schwangere Ehefrau Rose (Odessa Young) in eine Kleinstadt in Vermont. Fred arbeitet dort als Assistent des College-Professors Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg). Eigentlich sucht das junge Paar eine Wohnung, sie kommen aber zunächst im Haus des Professors und Literaturkritikers  Stanley Hyman (Michael Stuhlbarg) und seiner Frau, der Schriftstellerin Shirley Jackson (Elisabeth Moss), unter. Dafür soll sich Rose um den Haushalt und um Shirley kümmern. Shirley hat aber offensichtlich psychische Probleme und leidet unter einer Schreibblockade, das Zusammenleben wird für Rose zunehmend zur Belastungsprobe…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Shirley“ ist eine Adaption von Susan Scarf Merrells Roman: „Shirley: A Novel“. Es ist der neue Film der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmemacherin Josephine Decker („Madeline´s Madeline“). Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, wurde aber vom Leben der amerikanischen Schriftstellerin Shirley Jackson und ihrem Mann, den College-Professor und Literaturkritiker Stanley Edgar Hyman inspiriert. 

Die Geschichte ist schnell erzählt und hat man in abgewandelter Form auch schon oft gesehen. Für mich war es also nicht die Geschichte, die mich hier in den Bann gezogen hat, es ist die atmosphärische, beklemmende, aber auch anstrengende Inszenierung und die überragenden Performances von Elisabeth Moss, Michael Stuhlbarg und Odessa Young. 

Josephine Deckers letzter Film „Madeline´ s Madeline“ hatte mir schon gut gefallen, bei „Shirley“ arbeitet sie erstmalig nicht mit ihrem eigenen Drehbuch. Der Film wirkt weniger experimentell als ihr letztes Werk, mit der eingesetzten Musik und der Kameraführung sticht ihr, so eigener Regiestil aber immer noch hervor. Während des Films sind meine Gedanken dann tatsächlich auch abgedriftet, weil ich überlegt habe, wie der Film wohl aussehen würde, wenn sich ein anderer Regisseur des Stoffes angenommen hätte und eine andere Schauspielerin die Titelrolle spielen würde. Es wäre ein völlig anderer und nicht so guter Film entstanden, soviel ist sicher. 

Elisabeth Moss hat in vielen Projekten (TV-Serien „The West Wing“, Mad Men,  Top of the Lake, The Handmaid´s Tale und Kinofilmen Her Smell, Us bereits bewiesen, wie wandelbar und talentiert sie ist. Auch hier geht sie völlig uneitel an die Rolle und lässt einen nicht einen Moment daran zweifeln, dass sie Shirley Jackson ist. Für mich ist sie einer der besten Schauspielerinnen unserer Zeit. 

„Shirley“ wurde erstmalig auf dem Sundance Filmfestival 2020 gezeigt. Dort hat der Film bzw. die Regisseurin den U.S. Dramatic Special Jury Award: Auteur Filmmaking gewonnen. „Shirley“ wurde einen Monat später bei den Filmfestspielen in Berlin in der neu eingeführten Sektion Encounters gezeigt. Ich habe den Film auf der Berlinale 2020 gesehen, gezeigt wurde die Originalfassung mit deutschen Untertiteln. „Shirley“ wird von dem New Yorker Indie-Produzenten/Verleih NEON vorauss. am 24.04.20 ins amerikanische Kino gebracht. Bislang ist ein deutscher Kinostart noch nicht bekannt.

Filmausschnitt zu sehen:

 

D. C. – Film: „Richard Jewell“

Ich war am 22.12.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Richard Jewell“  (dt. Filmtitel: „Der Fall Richard Jewell“, dt. Kinostart: 19.03.19) 131 min drama, biopic, adaptation

dir. Clint Eastwood  cast: Paul Walter Hauser, Sam Rockwell, Kathy Bates, Jon Hamm, Olivia Wilde, Nina Arianda, Wayne Duvall 

 

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta findet der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell (Paul Walter Hauser), einen herrenlosen Rucksack. Er alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks und rettet dabei vermutlich vielen Menschen das Leben. Der Sprengsatz explodierte, zwei Menschen starben und über 100 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Richard Jewell wird als Held gefeiert. Kurze Zeit später bringt die Presse allerdings eine Story, bei der Richard Jewell verdächtigt wird, die Bombe selbst platziert zu haben…. 

 

B (Wertung von A bis F) „Richard Jewell“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von, sowohl Marie Brenners, im Vanity Fair Magazin veröffentlichten Artikel „American Nightmare: The Ballad of Richard Jewell“ als auch von Kent Alexander und Kevin Salwen Sachbuch „The Suspect“. Es ist der neue Film des (ehemaligen) Schauspielers und Regisseurs Clint Eastwood („Unforgiven“, „Mystic River“, „Million Dollar Baby“, Changeling, Gran Torino, American Sniper, Sully).

Clint Eastwood ist 89 Jahre alt und führt seit dem Jahr 1971 auch Regie. Seit nunmehr fast 50 Jahren dreht er jedes Jahr Filme. Als Regisseur ist er bekannt dafür, dass er seine Filme effizient und schnell abdreht (er lässt Szenen selten wiederholen, nimmt oftmals schon den ersten Take) und er bleibt grundsätzlich in seinem (meist Low-) Budget-Rahmen. Viele Filme des ehemalige Bürgermeister von Carmel und Republikaners sind auch politisch. Bei der Masse, die er liefert, sind zweifelsfrei nicht alle seine Werke gut, sie sind aber fast immer erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse oder spielen wenigstens die Produktionskosten wieder ein. Nicht so, bei seinem neuesten Film. „Richard Jewell“ ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt.  

Clint Eastwoods neuer Film ist ein biografisches Drama. Man kennt solche Typen wie Richard Jewell, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Ein einfacher Mann, nicht sonderlich gebildet, der immer nach Aufmerksamkeit strebte und als Gesetzeshüter arbeiten wollte. Irgendwann bekommt er einen Job, bei der er eine Uniform und einen Dienstausweis tragen konnte, damit hat man ihm eine Verantwortung übertragen und er konnte eine gewisse Autorität ausstrahlen. Diese Typen gehen dann meist übereifrig ihrer Arbeit nach und tragen mitunter auch in ihrer Freizeit voller Stolz ihre Uniform, sie sind quasi immer im Dienst. So ein „Sympathieträger“ ist unsere Titelfigur. Der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, Richard Jewell fand einen verdächtigen Rucksack bei den Olympischen Spielen, alarmierte die Polizei und half bei der Evakuierung des Centennial Parks. In dem Rucksack befand sich tatsächlich eine Bombe, die auch explodierte. Durch die schnelle Evakuierung des Geländes konnte aber noch viel Schlimmeres verhindert werden. Richard Jewell wurde in den Medien als Held gefeiert, ein paar Tage später wendet sich jedoch das Blatt. Eine Journalistin hat erfahren, dass Richard Jewell in das Täterprofil des FBI passt und als Verdächtiger gilt. Ohne die Fakten selbst zu recherchieren, bringt sie eine  Titelgeschichte, die aus dem Helden Richard Jewell einen Hauptverdächtigen in dem Terroranschlag macht. 

Paul Walter Hauser ist jemand, von dem ich – als ich ihn damals erstmalig in I, Tonya  sah –  mir nie vorstellen konnte, dass er jemals eine Hauptrolle in einem Film spielen wird. Spielt er aber nun hier und das macht er wirklich überzeugend. Durch seine Performance versteht man, wie dieser Typ tickt und fühlt ein Stück weit mit ihm. Hinsichtlich Oscar-Performances sehe ich aber noch mehr Sam Rockwell und Kathy Bates vorne. Sam Rockwell spielt hier den Anwalt von Richard Jewell und ich habe ihn selten selten besser in einem Film gesehen. Ursprünglich sollten Jonah Hill und Leonardo DiCaprio die Rollen von Paul Walter Hauser und Sam Rockwell spielen. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich mir das gar nicht vorstellen. Kathy Bates spielt die Mutter unseres Protagonisten und liefert bei der Pressekonferenz eine klare, sogenannte „Oscar-Szene“ ab. 

„Richard Jewell“ ist ein okayer Film, der durch die Performances von Paul Walter Hauser, Kathy Bates und besonders Sam Rockwell aufgewertet wird. Letztlich kann man sich aber fragen, ob es nötig war, jetzt in der Trump-Ära, einen Film herauszubringen, der das FBI und die Presse richtig schlecht aussehen lässt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum „Richard Jewell“ ein solcher Misserfolg an der amerikanischen Kinokasse ist. 

„Richard Jewell“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Paul Walter Hauser), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates, Olivia Wilde), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update:„Richard Jewell“ wurde für einen Oscar (Beste Nebendarstellerin (Kathy Bates) nominiert. 

„Richard Jewell“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.12.19 in 2,502 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll am 19.03.19 unter dem Filmtitel „Der Fall Richard Jewell“ in den deutschen Kinos starten.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer) 

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „1917„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sam Mendes neuer Oscar-Film, Erste-Weltkriegsgeschichte

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Way Back„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Sportsdrama in der Ben Affleck einen Alkoholiker spielt, der seine Familie verliert…dürfte Affleck ganz überzeugend spielen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Last Full Measure„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Kriegsdrama mit Sebastian Stan, Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Netflix – Film: „The Two Popes“

Ich habe mir folgenden Film über Netflix angeschaut: 

 

„The Two Popes“  (dt. Filmtitel „Die zwei Päpste“, seit dem 20.12.19 weltweit auf Netflix zu sehen)  125 min  drama, comedy, biopic 

dir. Fernando Meirelles   cast: Jonathan Pryce, Anthony Hopkins

 

Im Jahr 2005 wurde Kardinal Ratzinger (Anthony Hopkins) zum Papst gewählt. Sieben Jahre später plant der argentinische Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce), in den Ruhestand zu gehen. Er bittet Papst Benedikt XVI. darum, sein Rücktrittsgesuch zu akzeptieren. Kardinal Bergoglio erhält stattdessen aber eine Einladung, den Papst in seiner Sommerresidenz zu besuchen…

 

B- (Wertung von A bis F) „The Two Popes“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI und dem argentinischen Kardinal Bergoglio fand aber wohl erst ein Jahr später, als Papst Benedikt XVI bereits zurückgetreten ist und Kardinal Bergoglio zum neuen Papst gewählt wurde, statt. Es ist der neue Film des brasilianischen Filmemachers und Drehbuchautos Fernando Meirelles („City of God“, „The Constant Gardener“, „Blindness“, 360). Das Drehbuch stammt von dem neuseeländischen Roman- und Sachbuchautor Anthony McCarten. Er hat auch die Vorlagen zu den Filmen The Theory of Everything, Darkest Hour und Bohemian Rhapsody geschrieben. 

Nahezu perfekt ist der Film, wenn er sich auf die beiden alten (Kirchen-) Männer mit ihren unterschiedlichen Ansichten konzentriert. Könnte es sich nicht genau so zugetragen haben? Die Szenen, in denen man sie einzeln sieht und all ihre Zusammentreffen fühlen sich authentisch an. Die Dialoge sind brillant und mitunter überraschend witzig. Die Performances lassen einen sogar vergessen, hier eigentlich Schauspieler zu sehen. Als ich den Film gedanklich schon auf meine Top Ten Liste gesetzt habe, kam die erste Rückblende, die sich mit Kardinal Bergoglios Vergangenheit beschäftigte und es sollte nicht die letzte sein. Ein richtig gutes Drehbuch hätte darauf verzichtet und das, was es mit den Flashbacks aussagen wollte, in die Dialoge eingebaut. Eigentlich ist „The Two Popes“ auch an Anthony McCartens eigenes Theaterstück angelehnt. 

Jonathan Pryce hat eine frappierende Ähnlichkeit mit Kardinal Bergoglio, dem späteren Papst Franziskus. Auch für Nicht-Gläubige wie mich ist der sich volksnah und menschlich präsentierende Geistliche eindeutig der Sympathieträger des Films. Eine Performance besteht aber immer auch aus Stimme und Sprache und gerade hier konnte Anthony Hopkins mit seinem nuancierten Spiel bei mir etwas mehr punkten. Letztlich interpretieren aber sowohl Anthony Hopkins als auch Jonathan Pryce die beiden Kirchenmänner auf eine Art, die einer Oscar-Performance gleichkommt. 

„The Two Popes“ ist einer der vier Netflix-Produktionen (The Irishman, Marriage Story und „Dolemite is My Name“), der in diesem Jahr für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch ist. „The Two Popes“ u.a. für Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Two Popes“ wurde für drei Oscars (Bester Hauptdarsteller (Jonathan Pryce), Bester Nebendarsteller (Anthony Hopkins) und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. 

„The Two Popes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Netflix-Film läuft seit am 27.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos und wurde auch ab dem 5.12.19 vereinzelt im deutschen Kino gezeigt. Seit dem 20.12.19 ist der Film weltweit auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Dark Waters“

Ich war am 29.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dark Waters“ (dt. Filmtitel: „Vergiftete Wahrheit“, dt. Kinostart: 16.4.20)  126 min   drama, thriller, biopic, adaptation  

dir. Todd Haynes  cast: Mark Ruffalo, Bill Camp, Tim Robbins, Anne Hathaway, William Jackson Harper, Bill Pullman, Victor Garber, Mare Winningham 

 

Im Jahr 1998 in Cincinnati, Ohio. Der Anwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) arbeitet für die große Kanzlei Taft, Stettinius & Hollister, die große Unternehmen und auch Chemiekonzerne vertritt. Eines Tages wird er von dem Landwirt Willbur Tennant (Bill Camp) aus der Heimat seiner Großmutter, in Parkersburg, West Virginia kontaktiert. Der Bauer macht den entsorgten Giftmüll des örtlichen Chemiekonzern DuPont dafür verantwortlich, dass seine Felder zerstört und seine Nutztiere krank werden und sterben. Robert Bilott sieht sich als Unternehmensanwalt in einem Konflikt, beschließt aber schließlich, den Viehbauern juristisch zu unterstützen. Es ist aber nicht leicht, einem der größten Chemiekonzerne der Welt sein Vergehen nachzuweisen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Dark Waters“ ist eine Adaption von Nathaniel Richs New York Times Magazine Artikel „The Lawyer Who Became DuPont´s Worst Nightmare“ und wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Haynes („Velvet Goldmine“, „Far From Heaven“, I´m Not There,  Carol).

Wie bereits der kürzlich von mir gesichteten Scott Z. Burns Film The Report ist auch dies ein Film des Whistleblower-Genres. Der Skandal, der hier aufgedeckt wurde, ist – in meinen Augen – jedoch wesentlich interessanter. Letztlich betrifft dieser Umweltskandal auch nicht nur Parkersburg in West Virginia, sondern alle Amerikaner und sogar uns, die wir Teflon (in welcher Form auch immer) nutzen. 

Bei diesem Film verbringt man einen großen Teil damit, einem hartnäckigen Anwalt bei seiner akribischen Recherche zuzuschauen. Die Ergebnisse auszuwerten und DuPont anzuklagen war ein langwieriger, komplizierter Prozess, bei dem er seine Gesundheit, seine Ehe und auch seinen Job aufs Spiel setzte. Am Anfang steht der Bauer, dessen Nutztiere krank und deformiert sind und sterben. 190 Kühe sind bereits verendet. Der Anwalt (sehr glaubwürdig von Mark Ruffalo porträtiert) arbeitet sich in den Fall ein, sichtet unzählige Dokumente, vertrauliche Unterlagen und medizinische Berichte und findet Schockierendes. Der Chemiekonzern DuPont verschleiert seit Jahrzehnten, eine hochgiftige Substanz (PFOA bzw. C8) zu verwenden. DuPont hat wissentlich das Land, das Wasser und die Luft der Gemeinde mit ihren Chemikalien vergiftet. Nun ist DuPont der größte Arbeitgeber der Gegend und bei dem Versuch, einen Zusammenhang zwischen den entsorgten Chemikalien und Krankheiten bei Menschen und Tieren herzustellen, findet der Anwalt zunächst wenig Unterstützung. 

Todd Haynes Filme enthalten meist gesellschaftspolitische Bestandteile, mit „Dark Waters“ bringt er uns einen der größten amerikanischen Umweltskandale näher. Es ist ein ruhiger, langsamer, aber durchaus spannender Film.

Nach dem wunderbaren Film Foxcatcher, ist dies für den amerikanischen Schauspieler und Umweltaktivist Mark Ruffalo bereits der zweite Film, bei der die DuPonts eine Rolle spielen. 

Bill Camp gibt hier eine Oscar-Kaliber-Performance. Durch seine optische und stimmliche Veränderung brauchte ich jedoch eine Weile, ihn überhaupt zu erkennen. Auf Anne Hathaway (mit ihrer Clown-Optik) hätte ich gerne verzichtet, aber sie konnte mir den Film auch nicht verleiden. 

„Dark Waters“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Ruffalo), Bester Nebendarsteller (Bill Camp, Tim Robbins, Bill Pullman), Beste Nebendarstellerin (Anne Hathaway), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Dark Waters“ ist am 22.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 2,012 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Vergiftete Wahrheit“ voraussichtlich am 16.4.20 im Kino starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Traitor„

Bewertung des Trailers: B- (in er OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar: Mafia-Biopic, Italiens Beitrag für die nächsten Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Invisible Life„

Bewertung des Trailers: C+ (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar:  Brasiliens Beitrag zu den Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „Honey Boy“

Ich war am 20.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Honey Boy“  95 min  drama, biopic  

dir. Alma Har´el  cast: Noah Jupe, Lucas Hedges, Shia LaBeouf, Natasha Lyonne, Martin Starr, FKA Twigs, Laura San Giacomo, Maika Monroe Clifton Collins Jr. 

 

Im Jahr 1995 in Los Angeles. Otis (Noah Jupe) ist 12 Jahre alt und arbeitet schon längere Zeit als Schauspieler. Nach der Trennung seiner Eltern lebt er mit seinem exzentrischen Vater (Shia LaBeouf) zusammen. Die beiden wohnen in einem heruntergekommenen Wohnkomplex. Otis bestreitet den Lebensunterhalt der beiden und auch sonst zeigt sein alkohol- und drogenabhängiger Vater wenig Verantwortungsbewusstsein…

 

A- (Wertung von A bis F) Während seines Aufenthalts in der Entzugsklinik hat der Schauspieler Shia LaBeouf das autobiografische Drehbuch zu „Honey Boy“ geschrieben. Wie der Schauspieler bekannt gab, haben sich die Ereignisse in dem Film tatsächlich auch so in seinem Leben zugetragen. Shia LaBeouf litt durch seine Kindheit und seine komplizierte Beziehung zu seinem Vater an einer posttraumatischen Belastungsstörung und hat dieses Projekt dazu genutzt, sie zu verarbeiten. Er hat diesen Film auch produziert und spielt eine Version seines eigenen Vaters. Die Namen im Film wurden alle geändert. Es ist das Spielfilmdebüt der israelisch-amerikanischen Werbe- und Musikvideo-Regisseurin und Dokumentarfilmerin („Bombay Beach“, „LoveTrue“) Alma Har´el. 

Shia LaBeouf ist mir das erste Mal in dem Film Disturbia aufgefallen, das war im Jahr 2007. Da war er 21 Jahre alt und galt als der neue Shooting Star. Tatsächlich hat er da aber bereits seit zehn Jahren in der Entertainment-Branche gearbeitet. Kurz nach seinem Durchbruch mit „Disturbia“ spielte er in Michael Bays „Transformer“-Filmen und wurde von Steven Spielberg in „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“ besetzt. So ein Blog ist schon nützlich, so konnte ich in meinen eigenen Beiträgen (A Guide to Recognizing Your Saints, New York, I Love You, Wall Street; Money Never Sleeps, Lawless, Fury) noch mal nachlesen, wie ich in  der jeweiligen Zeit und den entsprechenden Filmen über Shia LaBeoufs Schauspielleistungen gedacht habe. Um es kurz zusammenzufassen, ich habe ein leicht angespanntes Verhältnis zu dem Schauspieler. Unabhängig von seinem Talent oder Nichttalent als Schauspieler irritierte er mich immer wieder durch sein ungehöriges Benehmen und seine skurrilen öffentlichen Auftritte. Bis ich den ersten Trailer von „Honey Boy“ gesehen habe, wollte ich mir den Film gar nicht anschauen. 

Mit dem ersten Trailer war klar, dass ich den Film sehen muss. Bevor ich ins Kino ging, habe ich mir auch noch das längere, sehr offene „The Hollywood Reporter“-Interview mit dem 33-jährigen angehört und habe seinen Erzählungen über seine schwierige Kindheit, seinen beruflichen Werdegang, seine Probleme und auch seine Beziehung zu seinen Eltern und anderen Weggefährten interessiert gelauscht. Danach stand ich Shia etwas positiver gegenüber und konnte mich entspannt auf „Honey Boy“ einlassen.  

Es hat sich gelohnt, Alma Har´els „Honey Boy“ ist ein wunderbarer Film, der mich sehr berührte. Am Ende konnte ich sogar nachvollziehen, warum Shia vom Weg abgekommen ist und selbst zu Alkohol und Drogen griff. Der Film ist auch keine Abrechnung mit seinem Vater, er zeigt auch gute Seiten an ihm und letztlich hat der Film auch eine versöhnliche Note. Ich glaube, dass Shia Labeouf jetzt wieder auf dem richtigen Weg ist. 

„Honey Boy“ ist ein Film über Abhängigkeiten, die von Alkohol und Drogen, aber vielmehr die finanzielle und emotionale. Es ist ein schonungslos ehrliches Porträt über Shias Kindheit mit seinem Vater und einen Teil seines Erwachsenenlebens. Durch seine Rolle in einer Disney-Serie hat er als Kind bereits finanziell für seine Familie gesorgt. Seit der Trennung seiner Eltern lebte er mit seinem Vater, einem Kriegsveteranen und Alkoholiker zusammen. Das 12-jährige Kind ist oft einsam und wünscht sich einfach nur eine normale Kindheit und Zeit, mit seinem Papa zu verbringen. Herzzerreissend, das mündet dann auch in einer Szene, die mir beinahe das Herz brach.

Ich habe schon viele hervorragende Filme über Kinder aus dysfunktionalen Familien gesehen.„Honey Boy“ ist besonders, weil er auf einer autobiografischen Vorlage basiert und einem zeigt, was ein Leben als Kinderstar mit sich bringen kann. Viele Kinderstars (Macaulay Culkin, Drew Barrymore, Lindsay Lohan, Britney Spears, usw.) kamen mit dem frühem Ruhm nicht klar, griffen zu Alkohol und Drogen, eigentlich können einen diese Kinder nur leid tun.

Apropos Kinderstar: Der englische Jungschauspieler Noah Jupe (The Night Manager, A Quiet Place, Ford v Ferrari) ist mir das erste Mal in Suburbicon aufgefallen. Spätestens mit „Honey Boy“ sieht man, dass er mal ein ganz Großer wird. Er hat einfach das gewisse Etwas, vergleichbar mit Leonardo DiCaprio in jungen Jahren. Lucas Hedges (Manchester by the Sea, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri) hat auch bereits früh als Schauspieler gearbeitet. Beide jungen Schauspieler scheinen aber aus einem verantwortungsvollen Elternhaus zu stammen und wirken sehr geerdet. In „Honey Boy“ geben beide eine überragende Performance. Schauspielerisch hat mich hier auch Shia Labeouf selbst begeistern können. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Szenen konnte ich vergessen, dass Shia hier selbst seinen Vater spielt.

Alma Har´els Film beginnt mit einer brillanten Eröffnungssequenz und hat mir im Ganzen so gut gefallen, dass er sogar am Ende des Jahres in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2019 landen könnte. Das Einzige, was mich störte, war, dass der 12-jährige Otis (gespielt von Noah Jupe) zehn Jahre später niemals wie Lucas Hedges aussehen würde. 

Zum Abspann sieht man Originalfotos von Shia LaBeouf und seinem Vater. Bevor Shia das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er bereits seit sieben Jahren keinen Kontakt zu seinem Vater. Falls man sich fragt, wie Papa Labeouf den Film findet, er hat Folgendes getwittert: „Watched this final cut many times. Laughed, cried, accepted. Thank You Alma You did a great job. Wonderful Film, exposes so much ❤️“

„Honey Boy“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019. 

„Honey Boy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Noah Jupe), Bester Nebendarsteller (Shia LaBeouf, Lucas Hedges), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Honey Boy“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2019 gezeigt. Der Film der Amazon Studios wurde am 8.11.19 in ein paar ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Der Film soll eine reguläre Kinoauswertung bekommen, im Moment ist noch nicht bekannt, ob „Honey Boy“ auch im deutschem Kino zu sehen sein wird und ab wann der Film dann auf dem Streamingportal Amazon zur Verfügung steht.

Trailer zu sehen: 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Antlers„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Scott Coopers neuer Film, dieses Mal Horrorfilm mit Jesse Plemons. Der Trailer ist toll

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Knives Out„

Bewertung des Trailers: A- 

Kommentar: Rian Johnsons neuer Film: Willkommen zurück in der Indie-Welt. Mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Toni Collette, Lakeith Stanfield, Christopher Plummer und Michael Shannon

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Fantasy Island“

Bewertung des Trailers: D

Kommentar: Horrorfilm mit Michael Pena, der Trailer verrät doch scheinbar wieder den ganzen Film  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht 


Trailer v. Film: „Birds of Prey„

Bewertung des Trailers: D-

Kommentar: Ernsthaft? Superhelden-Film mit Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Ewan McGregor 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

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Trailer v. Film: „Burden„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama, das in Sundance 2018 gezeigt wurde, dort den Publikumspreis gewonnen hat. 2 Jahre später kommt er ins Kino. Mit Garrett Hedlund, Forest Whitaker, Tom Wilkinson  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%  

NYC – Film: „Judy“

Ich war am 29.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Judy“ (dt. Kinostart: 2.1.20)   118 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Rupert Goold  cast: Renée Zellweger, Rufus Sewell, Michael Gambon, Finn Wittrock, Jessie Buckley, Darci Shaw, Bella Ramsay

 

Judy Garland (Renée Zellweger) ist Ende 40, abhängig von Tabletten und Alkohol, in finanziellen Schwierigkeiten und verliert auch noch ihre Bleibe. Nun droht ihr auch noch ihr Ex-Mann (Rufus Sewell), ihr die beiden Kinder wegzunehmen. Judy muss dringend Geld verdienen, mittlerweile bucht aber kaum einer mehr die, einst begnadete Entertainerin. Dann bekommt sie das Angebot, eine Konzerttournee in London zu geben….

 

B (Wertung von A bis F) „Judy“ ist ein biografisches Drama über Judy Garland. Es ist die vage Kinoadaption von Peter Quilters Theaterstück „End of the Rainbow“. Nach True Story ist dies erst der zweite Kinofilm, bei dem der englische TV-, Film- und Theaterregisseur Rupert Goold Regie führt. 

Es ist immer von Vorteil, wenn man eine Katastrophe an Film und Performance erwartet. „Judy“ ist, in meinen Augen, ein etwas besseres Biopic. Der Film ist von seiner Erzählstruktur traditionell. Wir erleben die letzten Monate in Judy Garlands Leben und durch die vielen Rückblenden bekommen wir ein guten Eindruck, wie sich ihr gesamtes Leben gestaltete. Judy Garland ist bereits im Alter von 47 Jahren gestorben und war am Ende ihres Lebens essgestört und abhängig von Tabletten und Alkohol. Der Grundstein für ihre Mager- und Tablettensucht wurde bereits in ihrer Kindheit gelegt. Von ihrer Kindheit hatte der einstige Kinderstar wenig, Ihre ehrgeizige Mutter drängte sie bereits in jungen Jahren in eine künstlerische Laufbahn. Durch Vorgaben des Filmstudios gab ihr die Mutter Aufputsch- und Schlaftabletten und setzte sie auf Diät, damit sie dem Schönheitsideal entsprach. Judy Garland wurde ihr gesamtes Leben lang finanziell ausgebeutet, in den letzten Lebensjahren musste sie für eine Konzerttournee in London zusagen, damit sie wieder genug Geld für ein eigenes Zuhause hatte und wieder mit ihren beiden kleineren Kindern zusammenleben konnte. Ein trauriges Schicksal. 

Wie bei so vielen Filmbiografien wurde auch hier aus dramaturgischen Gründen einiges dazu gedichtet oder weggelassen. Gerne hätte ich beispielsweise noch etwas mehr von ihrer älteren Tochter, Liza Minelli, gesehen. „Judy“ konzentriert sich jedoch hauptsächlich auf die gebrochene und verletzliche Persönlichkeit von Judy Garland und ihre Bedeutung in der Gay-Community. Besonders gerührt war ich von der gesamten Sequenz mit dem schwulen Paar, die man durchaus als Hommage an ihre zahlreichen treuen, schwulen Fans verstehen kann. Und auch die letzten Szene des Films hat mir ein ein Tränchen entlockt. 

„Judy“ ist aber vor allen Dingen durch seine Hauptdarstellerin sehenswert. Ich war nie ein Freund von Renée Zellweger (mochte sie eigentlich nur in „Nurse Betty“), hier macht sie aber sie aber ihre Sache wirklich gut. Sie singt selbst. Klar, sie hätte nie die einzigartige Stimme von Judy Garland treffen können, aber die hatte die Ausnahmekünstlerin in den letzten Monaten ihres Lebens selbst wohl auch nicht mehr. Es gab Momente im Film, in dem ich Renée Zellweger nicht mehr gesehen habe, dank des hervorragenden Arbeit der Haar- und Make-up-Artisten verschwand sie manchmal förmlich in ihrer Rolle. 

Man kann davon ausgehen, dass Renée Zellweger für diese Performance für den Oscar nominiert wird. Einige Oscar-Experten gehen sogar davon aus, dass sie den Oscar gewinnt. Nun hat sie aber bereits einen Oscar für „Cold Mountain“ gewonnen und seit ein paar Tagen ist bekannt, dass „Bombshell“ ein guter Film ist und hervorragende Performances, insbesondere von Charlize Theron, hervorbringt. Das Oscar-Rennen in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin sieht im Moment so aus, dass es sich wohl zwischen den zweimaligen Oscar-Gewinnerinnen Renée Zellweger und Charlize Theron und Scarlett Johansson (für „Marriage Story“) entscheidet. 

„Judy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger), Bestes Make-up und beste Frisuren, Bestes adaptiertes Drehbuch Update: „Judy“ wurde für zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin (Renée Zellweger) und Bestes Make-up und beste Frisuren) nominiert. Update: „Judy“ hat einen Oscar (Beste Hauptdarstellerin, Renee Zellweger) gewonnen.

„Judy“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist seit dem 27.09.19 in 461 amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in 1,458 Kinos in den Vereinigten Staaten. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 2.1.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Honey Boy„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Eine Art Shia LaBeouf-Biopic. So seltsam es sich anhört, nach dem Trailer möchte ich  „Honey Boy“ unbedingt sehen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Lucy in the Sky„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Sci-Fi-Drama mit Natalie Portman und Jon Hamm

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht


Trailer v. Film: „Frankie„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Ira Sachs´neuer Film mit Isabelle Huppert, Brendan Gleeson und Marisa Tomei 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Dark Waters„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Todd Haynes neuer Film. Hätte ich den Trailer vorher gesehen, hätte ich ihn wohl in meine erste Oscar-Prognose aufgenommen. Mark Ruffalo macht einen sehr guten Eindruck. Für mich bedeutet das, dass ich mir wohl mal wieder einen Film mit Anne Hathaway anschauen muss.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Waves„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Trey Edward Shults neuer Film, Oscar-Film, soweit ich gehört habe. Dem Trailer nach ist er dem Oscar-Gewinner-Film „Moonlight“ nicht unähnlich.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

NYC – Film: „The Irishman“

Ich war am 27.09.19 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Irishman“ (ab dem 14.11.19 in Deutschland im Kino zu sehen, ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar)   209 min    drama, crime, biopic, adaptation 

dir. Martin Scorsese  cast: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci, Harvey Keitel, Bobby Cannavale, Anna Paquin, Ray Romano, Jesse Plemons

 

Frank „The Irishman“ Sheeran (Robert De Niro) ist alt und einsam und blickt zurück auf sein Leben…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Irishman“ basiert auf Charles Brandts True Crime Bestseller „I Heard You Paint Houses“. Es ist der 26. Kinofilm des New Yorker Filmemachers Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Raging Bull“, „Goodfellas“, „The Departed“, Shutter Island, Hugo, The Wolf of Wall Street, Silence). Das Drehbuch zu „The Irishman“ hat der amerikanische Filmemacher („A Civil Action“, TV-Serie „The Night Of“) und Drehbuchautor („Schindler´s List“, „Gangs of New York“, Moneyball) Steve Zaillan geschrieben. 

„The Irishman“ ist eine Adaption von Charles Brandts Buch „I Heard You Paint Houses“. Für sein Buch hatte Brandt über einen Zeitraum von fünf Jahren den Mafia-Killer Frank „The Irishman“ Sheeran befragt. In der Mafia-Sprache umschreibt der „house painter“ einen Auftragskiller. „I Heard You Paint Houses“ waren die ersten Worte, die der legendäre amerikanische Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa zu Frank Sheeran sagte. 

Der von Robert De Niro gespielte Frank Sheeran ist ein alter, einsamer Mann, der in einem Pflegeheim lebt, wenn wir als Zuschauer das erste Mal auf ihn treffen. Der Zweite-Weltkriegsveteran erzählt von dem ersten Aufeinandertreffen mit dem Mafia-Boss Russell Bufalino (gespielt von Joe Pesci) und, wie er dann begann, als Auftragskiller für die Mafia zu arbeiten. Irgendwann freundete sich Sheeran dann mit dem Gewerkschaftspräsidenten Jimmy Hoffa (gespielt von Al Pacino) an und arbeitete für ihn. Jimmy Hoffa hatte Verbindungen zur Mafia und verschwand im Jahr 1975 spurlos. Was es damit auf sich hatte, erfahren wir und auch, was das alles für Auswirkungen auf Sheerans Privatleben hatte. 

„The Irishman“ ist auf der einen Seite ein gelungenes Mafia-Epos und auf der anderen Seite eine ehrliche und am Ende auch rührende Charakterstudie über den titelgebenden Charakter. Auch wenn sich die Laufzeit von 3 1/2 Stunden recht lang anhört, war ich überrascht, wie wenig ich die Länge gespürt habe. Wenn ich an den Film zurückdenke, fallen mir als erstes die brillanten und witzigen Dialoge ein (allein für den „Fisch-Dialog im Auto“ würde ich mir den Film jetzt, sofort nochmal anschauen), dann die sehr starken letzten, vielleicht dreißig Minuten des Films, die vielen exzellenten Kamerafahrten und -einstellungen, Zeitlupen-Szenen und nicht zuletzt die Performances von Joe Pesci, Ray Romano, Al Pacino und Robert De Niro (letzterer insbesondere als alter Mann). „The Irishman“ spielt über vier Zeitebenen, zeigt Pesci und De Niro über einen Zeitraum von über 40 Jahren. Mit einer sehr aufwendigen und teuren Verjüngerungstechnik, an die man sich erst gewöhnen muss, die sich aber am Ende auszahlt, sehen wir die Charaktere in unterschiedlichen Stadien ihres Lebens. Mit dem jüngeren De Niro bzw. Frank Sheeran hatte ich meine Probleme. Naja eigentlich haben mich nur seine stahlblauen, glasigen Augen irritiert und manchmal hat mich auch sein wächsern wirkendes Gesicht etwas zu sehr abgelenkt. Zwei Mal musste ich mir kurz die Augen reiben, weil ich glaubte, in Joe Pesci (den ich eigentlich für einen der coolsten Typen des Planeten halte) plötzlich Gollum aus den „The Lord of the Rings“-Filmen gesehen zu haben.

Al Pacino neigt oft zur Übertreibung in seinem Spiel. Hier spielt er den stoischen Hitzkopf Jimmy Hoffa und ich wüsste keinen Schauspieler, der ihn besser hätte spielen können. Wenn er auf der Leinwand zu sehen ist, ist es fraglos sein Film. In den besten, bzw. witzigsten Szenen ist er meist beteiligt. Gegen Al Pacino geben Joe Pesci und De Niro eine sehr zurückgenommene Performance. Alle drei Schauspieler qualifizieren sich aber für den Oscar. Es ist wunderbar zu sehen, wie Pacino und De Niro, die in den letzten Jahren auch viele Schrottfilme drehten, jetzt mit 79 bzw. 76 Jahren noch einmal das zeigen, was sie eigentlich drauf haben. Das, wofür sie von vielen, wesentlich jüngeren Schauspielern noch heute so verehrt werden. Auch hervorragend, in einer kleineren Rolle, haben mir Ray Romano und Louis Cancelmi (der mit der Brille und dem Fisch in dem Auto) gefallen.

„The Irishman“ ist Martin Scorseses neunter Spielfilm mit Robert De Niro und der erste seit „Casino“ aus dem Jahr 1995. Seit Jahren suchten sie schon nach einem gemeinsamen Spielfilmprojekt. Als sie schließlich Charles Brandts Buch fanden, hatten sie Schwierigkeiten, eine Finanzierung für das Projekt zu bekommen. Ohne Netflix hätte es den teuersten und mit 3 1/2 Stunden längsten Scorsese-Film bis heute nicht gegeben. Der Film sollte ursprünglich 100 Millionen Dollar kosten, die Produktionskosten sind aber irgendwann explodiert (man spricht von 175 Millionen Dollar), wobei ein Großteil davon in die ausgeklügelte, digitale De-Aging-Technik floß. 

Joe Pesci wollte eigentlich immer als Musiker arbeiten, konnte aber sein Geld nur mit der Schauspielerei verdienen. Eines Tages riefen Robert De Niro und Martin Scorsese an, verpflichteten ihn für den Film „Raging Bull“. Mit „Goodfellas“ (für seine Performance gewann Pesci den Oscar) und „Casino“ gab es zwei weitere Filme, bei denen die Drei zusammenarbeiteten. Joe Pesci beendete im Jahr 1999 dann offiziell seine Filmkarriere. Auch wenn er hin und wieder mal in dem ein oder anderen Film einen Kurzauftritt hatte, erschien ihm kein Rollenangebot attraktiv genug, wieder eine größere Rolle in einem Film anzunehmen. Nach Angaben von De Niro und Scorsese mussten sie auch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit Joe Pesci ein weiteres Mal mit den beiden Ikonen in „The Irishman“ zusammenarbeitete. Für Al Pacino ist es, man glaubt es kaum, seine erste Kooperation mit Martin Scorsese.

„The Irishman“ ist natürlich bereits auf dem Papier ein Oscar-Anwärter. Scorsese, De Niro, Pacino, Pesci, Paquin, Drehbuchautor Steven Zaillian – alles Oscar-Preisträger. Ein Mafia-Epos ist etwas, was man mit dem Alten Hollywood verbindet. Ich weiß nicht, ob so ein Film es noch in der heutigen Zeit schafft, den Oscar tatsächlich zu gewinnen. „The Irishman“ wäre vielleicht der letzte Film dieser Art, der das könnte. Die Oscar-Gewinner-Filme der letzten Jahre waren alle nicht mehr sonderlich lang. In der Vergangenheit gab es aber einige Oscar-Gewinner-Filme mit einer Laufzeit von um die 200 Minuten, dazu gehören „Lord of the Rings: The Return of the King, „Titanic“, „The Godfather, Part II“ und etwas länger her „Ben Hur“ und natürlich „Gone with the Wind“. Nun ist „The Irishman“ ein Film von Netflix, die haben seit Roma die besten Oscar-Strategen der Branche am Start. Sie sind auch bei den letzten Oscars sehr weit gekommen, bis… (lassen wir das). Dieses Jahr haben sie mit „The Irishman“, „Marriage Story“, „The Two Popes“ und den jeweiligen Schauspieler einige Hochkaräter in petto. Auch werden sie eine Oscar-Kampagne für Eddie Murphy für seine Performance in „Dolemite is My Name“ führen. Auf welchen Film Netflix ihr Hauptaugenmerk setzt, wird sich zeigen. Im Moment (Anfang Oktober 19) sieht es aus, als ginge der Oscar für den Besten Film an Scorseses „The Irishman“, Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ oder Noah Baumbachs „Marriage Story“ – aber das kann sich auch noch ändern. 

„The Irishman“ ist einer meiner Top Ten-Filme aus dem Jahr 2019. 

„The Irishman“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Robert De Niro), Bester Nebendarsteller (Al Pacino, Joe Pesci), Beste Nebendarstellerin (Anna Paquin), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „The Irishman“ wurde für 10 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Joe Pesci und Al Pacino), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt und Beste visuelle Effekte)

„The Irishman“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist im Verleih des Streaming Portals Netflix und soll ab dem 1.11.19 In einigen ausgewählten Kinos in den Vereinigten Staaten zu sehen sein. Ich habe den Film am Eröffnungstag auf dem NYFF57 gesehen. Der Film war ursprünglich mit vier Vorstellungen für den 27.09.19 geplant. Aufgrund der riesigen Nachfrage des, in der Weltpremiere gezeigten Films, wurden aber immer mehr Vorstellungen hinzugefügt. Der Film soll ab dem 14.11.19 auch in ein paar ausgewählten deutschen Kinos gezeigt werden und ist dann ab dem 27.11.19 weltweit auf Netflix abrufbar. 

Trailer zu sehen:

 

NYFF57 Opening Afternoon Screening von "The Irishman"
NYFF57 Opening Afternoon Screening von „The Irishman“
NYFF 57, Opening Night, Film: „The Irishman“

Vor unserer 15.45 Uhr-Vorstellung gab es in dem Kino eine Pressevorführung. Während Joe Pesci und Al Pacino nach der PV an den enttäuschten Fans vorbei, in ihre Limousine huschten, gab Robert De Niro den dankbaren Fans bereitwillig Autogramme. 

Joe Pesci auf dem NYFF57 "The Irishman"
Joe Pesci auf dem NYFF57 „The Irishman“
Al Pacino auf dem NYFF57 „The Irishman“
Robert De Niro auf dem NYFF57 „The Irishman“

D.C. – Film: „Hustlers“

Ich war am 25.09.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Hustlers“ (dt. Kinostart: 28.11.19)   110 min  drama, biopic, adaptation  

dir. Lorene Scafaria  cast: Constance Wu, Jennifer Lopez, Cardi B., Julia Stiles, Lili Reinhart, Mercedes Ruehl, Frank Whaley, Keke Palmer  

 

Im Jahr 2007 hat Destiny (Constance Wu) begonnen, als Stripperin in dem Club „Moves“ zu arbeiten. Der Star dieses Clubs ist Ramona (Jennifer Lopez). Destiny freundet sich mit Ramona an, diese bringt ihr sämtliche Tricks bei und bald beginnen die beiden Frauen zusammen mit anderen Stripperinnen, den Männern von der Wall Street möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen…

 

C+ (Wertung von A bis F) Der Film wurde von wahren Begebenheiten inspiriert und basiert auf Jessica Presslers New York Magazin Artikels „The Hustlers at Scores“. Es ist nach Seeking a Friend for the End of the World und The Meddler erst der dritte Film der amerikanischen Drehbuchautorin und Filmemacherin Lorene Scafaria. 

Wie konnte es dazu kommen, dass Jennifer Lopez für ihr Porträt einer Stripperin auf einmal als Oscar-Anwärterin gilt? Das habe ich mich gefragt, als ich erstmalig davon gehört habe und frage ich mich immer noch, jetzt, wo ich den Film gesehen habe. 

Der Film erzählt eine relativ wahre Geschichte, die ich aber nicht für sonderlich erzählens- bzw. verfilmenswert halte. Es beginnt schon damit, dass ich keine Sympathien für die Hauptcharaktere aufbringen konnte und die Männer nicht ausreichend (fies) genug gezeichnet sind, dass man es vielleicht irgendwie okay finden könnte, wie hinterhältig sie betrogen wurden. „Hustlers“ liebt seine Frauencharaktere, ich wünschte, etwas von dieser Liebe wäre auf mich übergesprungen, dann hätte mir der Film vielleicht besser gefallen.

Die Geschichte beginnt 2007, viele Wall-Street-Banker haben sich bekanntlich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert und machten (in den Stripclubs) einen auf dicke Hose. Dann kam im Jahr 2008 die Finanzkrise, die Banker verloren ihre Jobs, kamen nicht mehr in die einschlägigen Läden, die Stripperinnen mussten sich entsprechend neue Jobs suchen, bei denen sie weit weniger verdienten und nun konnten sie sich Pelzmäntel und teure Designertaschen nicht mehr leisten. Ein paar Jahre später beruhigte sich die Lage und die ehemaligen Stripperinnen sahen jetzt eine Möglichkeit, sich an den Männern von der Wall Street zu rächen. Nun zogen sie ihren ehemaligen Kunden auf kriminelle Weise das Geld aus der Tasche. Ende der Geschichte. Tja. Ich finde auch das amerikanische „Man muss sehen, wo man bleibt“ hier unpassend. Dazu finde ich den Frauen und ihr späteres Verbrechen viel zu  niederträchtig.

Der Film ist jedoch ganz ansprechend fotografiert, am Anfang vielleicht auch spaßig und kurzweilig, irgendwann wiederholen sich aber die Szenen und es wird trötenlangweilig.  Ein kleines Highlight gab es für mich dann mit „Doug“, der einzige männliche Charakter über den man etwas mehr erfährt. Doug wird  realistisch von dem Schauspieler Steven Boyer verkörpert. Die Geschichte von ihm ging mir irgendwo nahe und bestärkte mich in meiner Meinung über die leichtbekleideten Frauen. 

Jennifer Lopez´ Performance empfand ich nicht als etwas Besonderes. Sie ist ein klarer Hingucker und sexy, das ist aber nichts Neues. Hier zeigt sie Nichts, was man nicht sowieso schon mit ihr assoziiert. Wenn sie hierfür einen Oscar bekommen würde, müsste ich mich wieder fürchterlich aufregen. Jennifer Lopez gefiel mir in Oliver Stones „U Turn“ (wie anders sie da noch aussah) und definitiv in Steven Soderberghs „Out of Sight“ – vielleicht aber auch, weil ich beide Filme sehr mag. Sie hat das Charisma und die Präsenz eines Filmstars, ist aber in ihrem schauspielerischen Spektrum begrenzt. „Hustlers“ ist ein Film für Fans von J.Lo. 

„Hustler“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Constance Wu), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lopez), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Hustler“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 13.9.19 in 3,250 amerikanischen Kinos gestartet. Aufgrund des großen Erfolgs an der amerikanischen Kinokasse ist die Kopienzahl kurz darauf sogar noch auf 3,525 aufgestockt worden. In Deutschland soll der Film am 28.11.19 starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer: 

Trailer v. Film: „21 Bridges„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Actionthriller mit Chadwick Boseman und J.K. Simmons

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht


Trailer v. Film: „Charlie´s Angels„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: 3. „Charlie´s Angles“-Film, dieses mal führt Elizabeth Banks Regie mit Kristin Stewart 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht 


Trailer v. Film: „Like a Boss„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, da Tiffany Haddish mitspielt, kann ich sie mir nicht anschauen 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Queen & Slim„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Drama/Thriller mit Daniel Kaluuya 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile 100% 


Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  0 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Netflix – TV-Serie: „When They See Us“

Ich habe mir folgenden Netflix-Mehrteiler angeschaut:

 

„When They See Us“ (seit dem 31.05.19 auf Netflix zu sehen)  4 x approx. 70 min   drama, biopic 

dir. Ava DuVernay  cast: Jharrel Jerome, Asante Blackk, Caleel Harris, Ethan Herisse, Marquis Rodriguez, Vera Farmiga, Felicity Huffman, John Leguizamo, Famke Janssen, Niecy Nash, Aunjanue Ellis, Blair Underwood, Justin Cunningham, Jovan Adepo, Chris Chalk, Freddy Miyares, Marsha Stephanie Blake, Joshua Jackson

 

Am 19.04.1989 wurde eine 28-jährige, weiße Joggerin im New Yorker Central Park vergewaltigt und brutal misshandelt. Wie durch ein Wunder hat die Frau überlebt. Fünf dunkelhäutige Kinder im Alter von 14 bis 16 Jahren werden auf das Revier gebracht, stundenlang (ohne einen Erziehungsberechtigten) von den Polizisten verhört und unter Druck, zu einem Geständnis gezwungen. Bei den späteren Gerichtsverhandlungen werden Kevin Richardson (Asante Blackk), Antron McCray (Caleel Harris), Yusuf Salaam (Ethan Herisse), Raymond Santana (Marquis Rodriguez) und Korey Wise (Jharrel Jerome) schuldig gesprochen und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der älteste der Teenager, der 16-jährige Korey Wise, landet sogar für vierzehn Jahre in einem Erwachsenengefängnis. Noch während Korey Wise seine Haftstrafe verbüsst, gesteht ein anderer Häftling, ein verurteilter Mörder, dass er die Joggerin im Jahr 1989 brutal überfallen, vergewaltigt und ihrem Schicksal überlassen hat. Die DNA-Tests beweisen, dass die Tat von diesem  Einzeltäter verübt wurde. Im Jahr 2003 wurde die Unschuld der Central Park Five bewiesen und die Urteile der Fünf aufgehoben. Nach einem, über elf Jahre andauernden Rechtsstreit wurde den fünf unschuldig verurteilten Männern eine Entschädigung von insgesamt 41 Millionen Dollar gezahlt. 

 

B+ (Wertung von A bis F) „When They See Us“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der Mehrteiler erzählt von dem „Central Park Jogger Case“ aus dem Jahr 1989. Der Fall gilt als einer der größten Justizskandale der USA. Serienschöpferin und Regisseurin dieses Vierteilers ist die afroamerikanische Filmemacherin Ava DuVernay (Selma, 13th, „A Wrinkle in Time“). Kameramann der Miniserie ist Bradford Young (Ain´t Them Bodies Saints, Arrival, Where is Kyra?). 

„When They See Us“ ist zweifelsfrei harte Kost. Mir ging das Schicksal dieser Kinder sehr nah und ich habe eine solche Wut auf die amerikanische Polizei und Justiz bekommen, dass ich bei diesem Vierteiler immer wieder eine Pause einlegen musste. Darüberhinaus ist es mir aber auch schwergefallen, die Kinder/ bzw. späteren erwachsenen Männer und ihre Familien auseinanderzuhalten. Da ich dann aber die letzte Episode schlichtweg exzellent fand, habe ich mir alle vier Teile erneut angeschaut. Mit der zweiten Sichtung hat mir diese Miniserie auch noch besser gefallen. 

Dies ist ein Ensemble-Werk, bei dem alle Schauspieler zu dem Erfolg beitragen. Für mich sticht Freddy Miyares, der den älteren Raymond Santana spielt, vor allen Dingen optisch etwas heraus. Die preiswürdigstes Performance gibt – mit Abstand – Jharrel Jerome. Dieser Schauspieler brauchte zwei Castings, um die Serienschöpferin und Regisseurin Ava DuVernay davon zu überzeugen, dass er sowohl den naiven, leicht zurückgebliebenen 16-jährigen Jugendlichen, als auch den erwachsenen Korey Wise spielen kann. Damit ist er der Einzige der Fünf, der seinen Charakter als Teenager und als Erwachsener spielt. Was für eine Performance. Sollte die Mitglieder der TV-Academy bis zur finalen vierten Episode durchhalten – was eine gewisse Herausforderung darstellt – gewinnt Jharrel Jerome den Emmy in diesem Jahr. Jharrel Jerome ist ein Name, den man sich merken sollte.

Ava DuVernay ist eine politische Filmemacherin, so liess sie es sich auch nicht nehmen, den Part, den Donald Trump in dem Fall innehatte, zu zeigen. Der New Yorker Immobilienmogul hatte seinerzeit 85.000 Dollar für ganzseitige Zeitungsannoncen ausgegeben, in denen er sich für Wiedereinführung der Todesstrafe in New York stark machte. Mit anderen Worten: er forderte die Todesstrafe für die fünf (unschuldigen) Jugendlichen. Der heutige Präsident der Vereinigten Staaten wollte sich auf Anfrage dafür auch heute nicht entschuldigen. 

„When They See Us“ ist in seiner Inszenierung mitunter (beispielsweise bei der Musikauswahl) etwas zu aufdringlich. Ein manchmal etwas zurückgenommener Stil hätte diesem Mehrteiler nicht geschadet. 

 

In meinen Augen kann man das Leben nicht spoilern, dennoch eine kurze Spoilerwarnung für den Überblick auf die einzelnen Episoden: 

Part 1 Die Polizeiverhöre und daraus resultierenden Geständnisse zerstören von einem Moment auf den anderen das Leben der fünf Kinder.

Part 2 Sowohl Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft bereitet sich auf die Gerichtsverhandlungen vor. Schließlich: die eigentlichen Prozesse vor Gericht

Part 3 Die Zeit in der Jugendhaftanstalt für vier der Kinder und ihr späteres Leben als freie erwachsene Männer 

Part 4 Diese gesamte Episode ist dem ältesten der fünf unschuldig Verurteilten, Korey Wise, gewidmet. Da er bereits 16 Jahre alt war, ist er in einem Erwachsenengefängnis, dem berüchtigten Rikers Island (später in anderen Haftanstalten für Erwachsene) gelandet. Die Lebensgeschichte von Korey Wise hat mir fast das Herz gebrochen. Eine heftige Episode, aber für mich ganz klar die beste.

Spoilerwarnung zu Ende

 

Die sogenannten Central Park Five sind alle wichtige Charaktere in diesem Mehrteiler, dennoch möchte ich nur einen hervorheben, dem auch die letzte Episode gewidmet wurde:

Korey Wise ist sicherlich die tragischste Figur der „Central Park Five“. Er galt als keiner der Verdächtigen, hatte nur seinen 15-jährigen Kumpel Yusuf Salam auf das Polizeirevier begleitet. Korey Wise war der Einzige, der bereits 16 Jahre alt war und später nicht in Jugendhaft, sondern in ein Gefängnis für Erwachsene kam. Er hat eine furchtbare Mutter (hassenswert gespielt von Niecy Nash) und eine transsexuelle Schwester (gespielt von dem Transgender-Model Isis King), zu der er eine besondere Beziehung hat. Gespielt wird Korey Wise von dem afroamerikanischen Schauspieler Jharrel Jerome. Er hat bereits eine kleinere Rolle in dem, mit dem Oscar prämierten Film Moonlight gespielt. 

Zum Schluss dieses Mehrteilers erfährt man, wie die Central Park Five heute leben und sieht Originalfotos der Männer. 

Am 16.07.19 werden die Emmy-Nominierungen für das Jahr 2018/2019 bekanntgegeben. „When They See Us“ konkurriert mit Sharp Objects, True Detective, Escape at Dannemora, Fosse/Verdon „Chernobyl“ und „A Very English Scandal“ in einer Kategorie. 

„When They See Us“ ist für einige Emmy-Nominierungen im Gespräch, darunter Best Limited Series, Best Actor in a Limited Series/Movie (Jharell Jerome), Best Actress in a Limited Series/Movie (Niecy Nash, Aunjanue Ellis) Best Supporting Actress in a Limited Series/Movie (Vera Farmiga), Best Supporting Actor in a Limited Series/Movie (Michael Kenneth Williams) Update: The Academy of Television Arts & Sciences hat „When They See Us“ für 16 Emmys nominiert (darunter Limited Series, Lead Actor in a Limited Series (Jharrel Jerome), Lead Actress in a Limited Series (Niecy Nash, Aunjanue Ellis), Supporting Actor in a Limited Series (Asante Blackk, Michael K. Williams, John Leguizamo), Supporting Actress in a Limited Series (Vera Farmiga, Marsha Stephanie Blake)  „When They See Us“ geht damit mit den meisten Schauspiel-Nominierungen (8) ins Emmy-Rennen. Die Primetime Emmy Awards-Verleihung findet am 22.09.19 statt, die Creative Arts Emmy Awards werden am 15.09.19 verliehen. 

„When They See Us“ ist weltweit seit dem 31.05.19 auf Netflix zu sehen. 

Trailer zu sehen: