San Francisco – Film: „Black Panther“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Black Panther“ (dt. Kinostart war der 15.02.18) 134 min fantasy, action, adventure
dir. Ryan Coogler cast: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong´o, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis

 

Das afrikanische Königreich Wakanda ist die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Zu verdanken haben die Einwohner das, einem besonderen, nur in ihrem Land vorkommenden, Metall, Vibranium. Um ihren Wohlstand zu erhalten, leben sie in einer selbstgewählten Isolation. Als der König von Wakanda einem Anschlag zum Opfer fiel, soll sein Sohn T´Challa (Chadwick Boseman) das Land regieren. Der König dieses Landes erhält immer auch die speziellen Black-Panther-Kräfte. Aber auch andere erheben Ansprüche auf den Thron…

 

B (Wertung von A bis F) „Black Panther“ ist der neue Film des afroamerikanischen Autors und Filmemachers Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed). Dies ist der 19. Film der Marvel Studios für das Marvel Cinematic Universe. Es ist der erste Superhelden-Film mit einer beinahe ausschließlich schwarzen Besetzung.

Die besten Marvel-Filme sind für mich die, die kaum als solche zu erkennen sind. Die Filme, die selbsterklärend funktionieren, ohne das man das ganze MCU-Gedöns wissen muss. In die Welt des „Black Panther“ konnte ich sehr schnell eintauchen. Wakanda ist natürlich ein fiktives Land – aber wäre es nicht großartig, wenn es in Afrika auch nur ein Land wie Wakanda gäbe? Mit Ryan Coogler wurde der richtige Regisseur gefunden, er weiß, die Kultur und Mentalität Afrikas authentisch zu zeigen. Die traditionellen Gewänder, Accessoires, Frisuren, das Make-Up, das gesamte Produktionsdesign, die Musik, die Farben, die sich durch den gesamten Film ziehen, den Stolz und die Lebensfreude, selbst die afro-englische Sprache – alles entspricht der Identität, gerade Zentralafrika.

Das gefiel mir schon alles sehr gut, auch mochte ich viele der Charaktere. Es gibt auch auffällig viele starke Frauenrollen. Am wenigsten spannend fand ich wahrscheinlich die Haupt- und Titelfigur selbst. Ich war auch bis zum Schluss nicht sicher, ob Chadwick Boseman (er hat den Musiker James Brown in Get On Up gespielt) die richtige Wahl hierfür war. Michael B. Jordan hingegen hat sich die Rolle des interessanten Bösewichtes redlich verdient. Es war ungewohnt, Andy Serkis hier mal nicht – wie üblich –  in einer Motion-Capture-Performance zu sehen. Leider hat er Caesar (in den neuen Planet der Affen-Filmen) so glaubhaft portraitiert, dass ich auch hier immer Caesar vor mir hatte. Mit Daniel Kaluuya hatte ich ein ähnliches Problem. Als ich diesen Artikel fertig stellte, lief auf HBO gerade Get Out, für mich bereits die fünfte Sichtung dieses großartigen Films, wahrscheinlich werde diesen Schauspieler wohl ein Leben lang mit „Get Out“ verbinden.

Unbedingt erwähnen möchte, wie sehr ich davon angetan war, dass die schwarzen, tollen Gesichter perfekt ausgeleuchtet wurden. Wenn man sich schon einige Filme oder Serien, in denen Schwarze mitspielen, angeschaut hat, weiß man, dass dies nicht selbstverständlich ist. Meist kann man die Gesichtszüge und die Mimik kaum erkennen. Die Kameraführung in „Black Panther“ übernahm übrigens, die erste und einzige Frau, die jemals in der Kategorie Beste Kamera für einen Oscar (dieses Jahr für „Mudbound“) nominiert wurde: Rachel Morrison.

Mit „Black Panther“ haben wir übrigens den ersten Kandidaten, der bei den nächsten Oscars im Jahr 2019 sicherlich eine Rolle spielen wird. Update: „Black Panther“ hat 7 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Filmmusik, Bester Song für „All the Stars“, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) erhalten. Update: „Black Panther“ hat drei Oscars (Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild) gewonnen. Das sind die ersten drei Oscars überhaupt für einen Marvel-Film. 

„Black Panther“ ist am 16.02.18 in 4.020 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat es jetzt bereits schon geschafft, in die Top Ten der erfolgreichsten Filme in den U.S.A. aufgenommen zu werden. Ich habe den Film in „Dolby Cinema“ gesehen (hat sicherlich wieder mehr gekostet, dafür gab es eine riesige Leinwand und ein hervorragendes Soundsystem). In Deutschland ist der Film am 15.02.18 gestartet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film, bei dem mich fast die komplette Besetzung abschreckt, dafür interessiert mich was die Regisseurin (Ava Du Vernay) hier inszeniert hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Ant-Man and the Wasp„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Das ist ein Marvel-Film, den ich jetzt schon liebe – weil ich ihn mir nicht anzugucken brauche.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Solo: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich mag Alden Ehrenreich und dachte, er wäre gut besetzt als Han Solo. Sehe ich nach diesem Trailer nicht mehr so.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% RT

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Wer mitgezählt hat, das waren 9 Trailer, die ich mir vor dem Film angucken musste. Neuer Rekord. Würde man in den U.S.A. noch vor dem Film andere Werbung zu sehen bekommen, wäre ich an dem Tag wohl nicht mehr aus dem Kino gekommen.

 

Montréal – Film: „Arrival“

Ich war am 16.11.16 in Montreál und am 25.11.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Arrival“ (dt. Kinostart: 24.11.16) 117 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Tzi Ma, Mark O´Brien

 

 

Zwölf außerirdische Raumschiffe sind plötzlich an verschiedenen Plätzen der Erde aufgetaucht. Niemand kann sich erklären, warum. Alle Versuche mit den Außerirdischen zu kommunizieren, scheitern. Die amerikanische Regierung beauftragt Colonel Weber (Forest Whitaker), ein Team aus Wissenschaftlern zusammenzustellen. Die Sprachprofessorin Dr. Louise Banks (Amy Adams) und der Mathematikwissenschaftler Dr. Ian Donnelly (Jeremy Renner) haben die Aufgabe, die Sprache der Aliens zu entschlüsseln und damit den Grund des Besuches der Außerirdischen herauszufinden…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Arrival“ basiert auf Ted Chiangs Kurzgeschichte „Story of Your Life“. Es ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, EnemySicario). „Arrival“ ist nach den drei letztgenannten Filmen der vierte englisch-sprachige Film des Regisseurs.

Auf dem Papier erzählt „Arrival“ eine ganz simple Geschichte, am Ende hat man aber einen sehr komplexen Film gesehen über den man noch eine Weile grübeln und diskutieren kann. Der Zuschauer, der ausschließlich konventionelles, actionreiches Sci-Fi-Kino mag, gerne an die Hand genommen und durch einen Film geführt wird, schlichtweg alles erklärt bekommen möchte, wird mit diesem Film gar nichts anfangen können. „Arrival“ gibt keine Erklärungen, er stellt Fragen.

„Arrival“ ist ein ruhig, langsam, aber durchaus fesselnd erzählter und – vor allen Dingen – gut durchdachter Erwachsenen-Sci-Fi-Film mit interessanten philosophischen Ansätzen. Hauptsächlich ist es ein Film über Kommunikation und Sprache.

Es empfiehlt sich, den Film ein zweites Mal zu sehen. Auch oder gerade wenn man bei der ersten Sichtung bereits rechtzeitig eine „Auflösung“ erkannt hat und damit den Rest des Film in einem anderen Licht sehen konnte, hält der Film ganz sicher auch beim zweiten Mal noch einiges parat. Der Film ist von einer minimalistischen Schönheit und hat einen imposanten Sound und Score. Die beeindruckenden Bilder stammen von dem afroamerikanischen Kamerakünstler Bradford Young (Ain´t Them Bodies Saints, Selma, A Most Violent Year, Pawn Sacrifice).

Bevor man sich diesen Film anschaut, sollte man so wenig wie möglich darüber gehört oder gelesen haben. Ganz unbelastet sollte man sich auf die Geschichte einlassen, in diese Welt eintauchen und das für sich herausziehen, was man möchte. Da ich meine Gedanken und Interpretationen zu dem Film festhalten wollte, habe ich mich dazu entschieden, mit Ankündigung zu spoilern. Unterteilt habe ich es in einen kleinen Spoiler (der im Groben beschreibt, worum es in dem Film geht) und einen großen Spoiler (der sich mit der, von Amy Adams brillant verkörperten zentralen Figur beschäftigt).

 
spoiler

Wie nähert man sich einer völlig fremden Spezies? Wie kommuniziert man mit Fremden, wenn deren Sprache nicht das Geringste mit der eigenen oder einer anderen bekannten Sprache zutun hat? Jeder, der schon mal eine fremde Sprache erlernt hat, weiß, dass, wenn man die Sprache immer besser beherrscht, man irgendwann in dieser fremden Sprache denkt. Wenn sich das Sprachverständnis weiter verbessert, träumt man sogar in der fremden Sprache. Viele Worte haben in jeder Sprache unterschiedliche Bedeutungen, wie leicht ist es, gewisse Worte falsch zu interpretieren? In meinem Job als Flugbegleiterin werden wir ständig geschult, einer der wichtigsten Seminare im Umgang mit internationalen Gästen ist „Interkulturelle Kommunikation“. Wie geht man mit fremden Kulturen um, welche Besonderheiten der unterschiedlichen Mentalitäten muss man beachten? Worauf muss man achten, um beispielsweise einen japanischen Gast nicht vor den Kopf zu stossen, etc.? Wie verhält man sich in den einzelnen Ländern, was sind die Dos and Don´ts, die Verhaltensweisen in dem jeweiligen Land? Für die Sprachwissenschaftlerin Louise in „Arrival“ gibt es keinen Leitfaden im Umgang mit den Aliens. Also, zurück zur Ausgangsfrage: Wie nähert man sich dieser fremden Spezies? Was ist, wenn man die Kommunikation mit den Außerirdischen und das Erlernen ihrer Sprache auch noch unter erschwerten Bedingungen (Zeitdruck) durchführen muss? Eigentlich ist es ein langwieriger Prozess, aber die amerikanische Regierung wird langsam ungeduldig und will endlich wissen, warum die Aliens in Montana gelandet sind. Sind sie in friedlicher oder kriegerischer Absicht hier?

Und was ist, wenn man nicht die einzige Nation ist, die mit dieser fremden Spezies konfrontiert wird? Wie gehen die anderen Regierungen mit einer nie da gewesenen Situation um? In diesem Film sind es 12 Nationen, zum Teil Großmächte, die mit der gleichen Situation umgehen müssen. Wie läuft die Kommunikation zwischen den einzelnen Ländern? Tauscht man sich mit den anderen Nationen aus oder löst jedes Land für sich das Problem? Was ist, wenn eine Nation nicht so offen und geduldig ist, wie eine andere, das Dasein der Außerirdischen als Bedrohung einschätzt und militärisch vorgehen will? Was ist die Konsequenz eines solchen Handelns?

spoiler Ende

 
SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER

Die Protagonistin Louise (die zweifelsfrei smarteste Person des Films) ist Linguistin und geht offen auf die Aliens zu, lässt sich auf sie ein und möchte sie verstehen und deren Sprache erlernen. Wie ein fremder Kulturkreis tickt, erkennt man daran, wie dieser seine Sprache nutzt. Die Sprache der Außerirdischen basiert auf Zeit. Dadurch dass Louise die Sprache der Aliens immer besser versteht, hat sie irgendwann die Gabe, die Zeit nicht nur linear zu sehen. Sie sieht die Zeit/das Leben (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) als Ganzes. Im Film hat Louise Visionen, einzelner Lebensabschnitte, die in ihrer Zukunft liegen. Dabei gibt es viele schöne Erlebnisse, aber auch schmerzhafte Schicksalsschläge, die in ihrem Leben auf sie zukommen. Wird sie sich trotzdem für dieses Leben entscheiden? Wenn man weiß, dass eine Beziehung endet, geht man sie trotzdem ein? Wenn man weiß, dass sein Kind sterben wird, entscheidet man sich trotzdem dafür, dieses Kind zu bekommen? Im Film denkt man am Anfang, Rückblenden zu sehen, am Ende stellt sich heraus, dass dies Vorschauen auf Louises Zukunft sind. Der Film ist nicht linear erzählt. Mir war das selbstverständlich auch nicht von Beginn an klar, irgendwann gibt der Film aber Hinweise darauf.

 
SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER SPOILER   –  Ende

 
Der Film hat bei mir nach der ersten Sichtung nicht die volle Punktzahl erreichen können. Beispielsweise konnte ich mir die plötzlichen Untertitel nicht erklären. Ich bin gespannt darauf, wie der Film bei der zweiten Sichtung wirkt.

 

A (Wertung von A bis F) „Arrival“ gewinnt tatsächlich nochmal durch die zweite Sichtung, auch habe ich keine Probleme mit den Untertiteln mehr. Damit ist „Arrival“ festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016.

 
„Arrival“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Jeremy Renner, Forest Whitaker), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Arrival“ wurde für insgesamt 8 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera (hier hat der erste afroamerikanische Kameramann Bradford Young eine Nominierung erhalten, der erste schwarze Kameramann war Remi Adefarasin für „Elizabeth“), Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Gewonnen hat „Arrival einen Academy Award (Bester Tonschnitt). 

„Arrival“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2016 gezeigt. Dort hat der Film den Future Film Festival Digital Award gewonnen. Der Film ist am 11.11.16 landesweit in die amerikanischen und kanadischen Kinos gekommen. In Deutschland startet der Film am 24.11.16.

 

 

Trailer zu sehen:

 

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – der Film sieht aus wie ein Oscar-Film, warum ist er nicht mehr im Gespräch?
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Cure for Wellness„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Wow – Gore Verbinskis neuer Film, Thriller mit Dane DeHaan
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Office Christmas Party„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Jason Bateman und ja, leider Jennifer Aniston
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Allied„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Robert Zemeckis neuer Film mit Marion Cotillard und Brad Pitt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

amerikanisches Filmplakat von "Arrival"
amerikanisches Filmplakat von „Arrival“

 

Paris – Film: „Southpaw“

Ich war am 07.08.15 in Paris und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Southpaw“ (franz. Titel: „La Rage au ventre“, dt. Kinostart: 20.08.15) 123 min drama
dir. Antoine Fuqua cast: Jake Gyllenhaal, Forest Whitaker, Rachel McAdams, Oona Laurence, Miguel Gomez, Naomie Harris, Victor Ortiz, 50 Cent, Rita Ora

Billy Hope (Jake Gyllenhaal) ist amtierender Boxweltmeister. Durch seine Boxkämpfe hat er es zu großem Wohlstand gebracht. Nachdem er bei seinem letzten Kampf wieder ordentlich einstecken musste, bittet ihn seine Frau Maureen (Rachel McAdams), etwas kürzer zu treten und mehr Zeit mit ihr und der gemeinsamen Tochter Leila (Oona Laurence) zu verbringen. Als Maureen bei einem tragischen Unglück ums Leben kommt, verliert Billy den Boden unter den Füßen. Er verliert alles, als ihm dann auch noch das Sorgerecht für seine Tochter entzogen wird, beginnt er langsam zu realisieren, dass es Zeit wird, etwas zu verändern. Er bewirbt sich zunächst um einen Job bei dem Boxtrainer Tick Willis (Forest Whitaker).

C+ (Wertung von A bis F) „Southpaw“ ist der neue Film von Antoine Fuqua („Training Day“, Olympus Has Fallen). Es ist ein Drama über einen gefallenen Boxer und sein Comeback.

Auch wenn aus der Geschichte nie klar hervorgeht, wie der Boxer Billy Hope so schnell sein gesamtes Vermögen verliert, ist sonst die Handlung bis ins Detail vorhersehbar. Mir war der Film in erster Linie zu lang und in einigen Szenen zu überdramatisch inszeniert.

Schauspielerisch war ich einzig von Forest Whitaker begeistert. Mit Leichtigkeit liefert der Oscar-Gewinner („The Last King of Scotland“) hier eine weitere preiswürdige Performance ab. Jake Gyllenhaal dagegen wirkt sehr angestrengt, setzt seine Mimik zu bewusst ein und legt in seinem Spiel auch eine Schippe zu viel drauf.

Ursprünglich wurde das Drehbuch für Eminem geschrieben. Bereits im Jahr 2010 sollte das Projekt mit Eminem als Hauptdarsteller umgesetzt werden. Eminem ist jedoch irgendwann ausgestiegen, weil er sich wieder mehr seiner Musik widmen wollte. Das Projekt „Southpaw“ hat ihn aber nicht gänzlich verloren, er ist ausführender Produzent des Soundtracks. An den meisten Liedern des Soundtrack war er beteiligt und steuert sogar zwei neue Eminem-Songs („Phenomenal“ und „Kings Never Die“) bei und zwei weitere Songs als Part des Duos Bad Meets Evil. Für den Score zu „Southpaw“ ist der amerikanische Komponist James Horner (Oscar-Gewinner für „Titanic“) verantwortlich. Es war der letzte Film, für den er die Musik schrieb. Er starb am 22.06. bei einem Flugzeugunglück. „Southpaw“ wurde ihm gewidmet.

In Hollywood gibt es ein ungeschriebenes Gesetz. Um so hübscher der oder die Schauspieler/in, um so geringer stehen die Chancen von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als Talent wahrgenommen zu werden und folglich mit einer Oscar-Nominierung oder gar einem Oscar gewürdigt zu werden. Es gibt natürlich immer Ausnahmen (z.B. Jennifer Lawrence für Silver Linings Playbook), aber allgemein gilt, dass sich die besonders attraktiven Filmstars wesentlich mehr ins Zeug legen müssen. Dabei hilft es, wenn sie sich optisch und körperlich stark verändern. Nach dem Motto: Mut zu Hässlichkeit. Extreme Gewichtsab- oder zunahmen, sich „ungeschminkt“ zeigen oder gar mit Prothesen das Gesicht (siehe Halle Berry für „Monster´s Ball“, Nicole Kidman für „The Hours“, Charlize Theron für „Monster“, etc.) entstellen. Das ist zwar immer noch kein Garant, aber es erhöht die Chancen auf eine Oscar-Nominierung ungemein. Vorausgesetzt, dass sie sonst eine oscarwürdige Performance in einem soliden Film zeigen.

Jake Gyllenhaal hat bereits eine Oscar-Nominierung, allerdings für eine Nebenrolle (für seine angeblich so mutige Darstellung in „Brokeback Mountain“) erhalten. Mich konnte er schon in vielen Filmen von seinem Talent überzeugen. Im letzten Jahr hat Jake Gyllenhaal nun aber, in meinen Augen, definitiv eine Oscar-Performance abgeliefert. Für den Film Nightcrawler  hatte er wahnsinnig viel abgenommen, war kaum wiederzuerkennen und hat förmlich einen eigenen Charakter kreiert. Eine Oscar-Nominierung hat er dennoch nicht bekommen. Dies reiht sich in die eh schon viel zu lange Liste der Ungerechtigkeiten bei den Oscars ein. In „Southpaw“ hat er sich kurz nach den Dreharbeiten zu „Nightcrawler“ extrem viel an Muskelmasse antrainiert, sein hübsches Gesicht ist mit Blessuren übersäht, aber – wie schon erwähnt – gibt er hier, in meinen Augen, keine herausragende Performance. Harvey Weinstein, der „Southpaw“ im Verleih hat, sieht das scheinbar anders und setzt alles daran, dass Jake Gyllenhaals Performance bei den kommenden Filmpreisverleihungen nicht übersehen wird. Eine Oscar-Nominierung ist relativ unwahrscheinlich, aber der Film „Southpaw“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal)

„Southpaw“ wurde erstmalig auf dem Shanghai International Film Festival 2015 gezeigt. Am 24.07.15 wurde der Film in die amerikanischen Kinos gebracht. Am 22.07.15 ist der Film in die französischen Kinos gekommen, ich habe den Film in Paris gesehen. Gezeigt wurde der Film in der Originalfassung mit französischen Untertiteln.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dheepan“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jacques Audiards neuer Film. Dheepan hat in Cannes 2015 die Goldene Palme gewonnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Rogue Nation“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der fünfte Teil der Tom Cruise-Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Absolutely Anything“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Komödie von Terry Jones mit allen (noch lebenden) Monty Python-Mitgliedern und Simon Pegg
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Maze Runner: The Scorch Trials“ (gezeigt in der OmU)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Fortsetzung von „The Maze Runner“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Paris

Ich war tatsächlich noch nie in Frankreich im Kino. In Paris werden alle fremdsprachigen Filme im Original mit französischen Untertiteln gezeigt. Das betrifft zwar nur die französische Hauptstadt, aber damit gibt sich Paris wesentlich internationaler als meine Heimatstadt, das – dahingehend – provinzielle Berlin. Ich war sehr überrascht, weil ich das nun ausgerechnet von den Franzosen nicht erwartet habe. Uns in Deutschland würde es nicht schaden, wenn die Branche langsam umdenkt und damit aufhören würden, alle Filme und Performances tot zu synchronisieren.

In dem Pariser Kinocenter (UGC) hat die Kinokarte hat EUR 11,10 gekostet. Dafür erwarteten mich in einem sehr großen, klimatisierten Kinosaal bequeme Sessel, stadium seating und – worüber ich mich stets am meisten freue – freie Sitzplatzwahl. Zehn Minuten lang wurden Trailer und etwas Werbung gezeigt.

Kino in Paris
Kino in Paris

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Berlin – Film: "Taken 3"

Ich war am 16.12.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Taken 3“ (dt. Filmtitel: 96 Hours – Taken 3, dt. Kinostart: 8.1.15) 103 min action, thriller
dir. Olivier Megaton cast: Liam Neeson, Forest Whitaker, Maggie Grace, Famke Janssen, Dougray Scott

Kim (Maggie Grace) ist mittlerweile bei ihrer Mutter Lenore (Famke Janssen) und ihrem Stiefvater (Dougray Scott) ausgezogen. Jetzt wohnt sie mit ihrem Freund (Jonny Weston) zusammen. Der ehemaligen CIA-Agent Bryan Mills (Liam Neeson) trifft sich gelegentlich mit seiner Ex-Frau Lenore. Sogar einen Hausschlüssel hat sie wieder. Eines Morgens entdeckt Bryan die Leiche von Lenore in seinem Apartment. Er gerät in Verdacht, sie getötet zu haben. Bei seiner Verhaftung gelingt ihm die Flucht, jetzt muss er herausfinden, wer seine Ex-Frau tatsächlich ermordet hat. Inspector Franck Dotzler (Forest Whitaker) leitet die Ermittlungen und heftet sich an Mills Fersen.

B- (Wertung von A bis F) „Taken 3“ ist eine Fortsetzung zu „Taken 2“ und der letzte Teil der „Taken“-Trilogie

Dieses Mal kommt es nun zu keiner Entführung, sondern der Held der ersten beiden Filme (gespielt von Liam Neeson) wird verdächtigt, seine Ex-Frau getötet zu haben. Das Drehbuch, wie bereits bei dem vorangegangenen Film, „Taken 2“, hat Luc Besson mit Robert Mark Kamen geschrieben.

„Taken 3“ ist ein überraschungs- und mitunter logikfreier Aktioner, der mich aber bis zum Schluss gut unterhalten hat. Der finale Teil der Actionthriller-Reihe hat mir von allen Teilen am Besten gefallen. Ich habe nicht viel erwartet und vielleicht mochte ich den dritten Teil der Reihe, weil er mich an einen meiner Lieblingsactionfilme („The Fugitive“) erinnert. „Taken 3“ fehlt natürlich der unverwechselbare Humor und die Klasse des Harrison Ford/Tommy Lee Jones-Streifens. Dafür hat er aber Liam Neeson, den ich aber nunmal wahnsinnig gerne sehe (und höre).

Ich muss aber zugeben, dass die „Taken“-Filme bei mir irgendwie ein Phänomen sind. Ich hatte den ersten Taken um einiges positiver in Erinnerung und war regelrecht überrascht, wie schlecht ich ihn seinerzeit bewertet habe. Vielleicht sollte ich ihn so in Erinnerung behalten und ihn mir nie wieder anschauen.

„Taken 3“ wird am 9.1.15 in die amerikanischen Kinos kommen. Ich habe den Film am 16.12.14 in Deutschland in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OV.

Offizieller Trailer:

Deutscher Trailer:

Montréal – Film: "Out of the Furnace"

Ich war am 07.12.13 in Montréal und habe mir im Kino angeschaut:

„Out of the Furnace“ (dt. Filmtitel: „Auge um Auge“, dt. Kinostart: 03.04.14) 116 min drama, thriller
dir. Scott Cooper cast: Christian Bale, Casey Affleck, Woody Harrelson, Willem Dafoe, Forest Whitaker, Sam Shepard, Zoe Saldana

Im Jahr 2008 in einer Kleinstadt in Pennsylvania. Russell Baze (Christian Bale) ist Fabrikarbeiter und macht sich Sorgen um seinen im Sterben liegenden Vater und seinen jüngeren Bruder Rodney Jr. (Casey Affleck). Rodney Jr. war während seiner Armeezeit einige Male im Irak und hat seitdem nicht wieder Fuß gefasst. Nun befürchtet Russell, dass sein Bruder auf die falsche Bahn gerät. Als er selbst einen folgenschweren Verkehrsunfall baut, muss er eine Haftstrafe absitzen. Als Russell aus dem Gefängnis entlassen wird, hat sich vieles geändert und sein Bruder gerät immer tiefer ins Schlamassel…

C+ (Wertung von A bis F) Nach dem Film Crazy Heart (der Jeff Bridges seinen langverdienten Oscar verschaffte) ist „Out of the Furnace“ erst Scott Coopers zweiter Spielfilm, bei dem er Regie führt. Der Filmemacher zeigt einem hier etwas von einer Welt, von der er etwas zu verstehen weiß. Es ist eine wirtschaftlich heruntergekommene Gegend, in der eine hohe Arbeits- und Perspektivlosigkeit herrscht. Jeder ist froh einen Job zu haben, auch wenn es harte Arbeit in der Stahlfabrik ist und sie sich für ihr Leben etwas anderes vorgestellt haben. Casey Afflecks Charakter ist Veteran, von seinen Kriegseinsätzen heimgekehrt und mit seinem Trauma allein gelassen. Die Charaktere in „Out of the Furnace“ finde ich alle authentisch und fesselnd. Beinahe ausnahmslos alle Figuren hätte ich nur wahnsinnig gerne in einer besseren Geschichte, in einem besseren Film gesehen.

Vielleicht wäre Film gelungener wenn er sich darauf konzentriert hätte, ein Drama sein zu wollen. Irgendwann sieht man aber ein Rachethriller. Meines Erachtens hat der Film große Schwächen im Drehbuch, aber auch in der Regieführung.

Dafür gibt Christian Bale eine hervorragende Performance. Gerade heute habe ich ihn in American Hustle gesehen, beide Rollen sind so unterschiedlich und zeigen einmal mehr, was für ein fantastischer Schauspieler er ist. In „Out of the Furnace“ sieht er mit seinen langen Haaren dabei auch noch unfassbar sexy aus.

Auch sieht man Woody Harrelson wieder mal von einer ganz anderen Seite. Willem Dafoe sehe ich immer gerne und auch er spielt eine ungewöhnliche Type. Sogar Casey Affleck gibt in diesem Film eine solide Performance.

Nur schade, dass der Film nicht überzeugen kann.

„Out of the Furnace“ war für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Woody Harrelson, Casey Affleck), Bestes Originaldrehbuch,

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „The Wolf of Wall Street“
Bewertung des Trailer: B (neuer Trailer)
Kommentar: Seit September habe ich keinen „Wolf“-Trailer mehr im Kino gesehen. Martin Scorseses neuer Film mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, etc. Der Film gilt als heißer Oscar-Anwärter.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Tragikomödie mit Meryl Streep, Julia Roberts, Benedict Cumberbatch, Chris Cooper, Ewan McGregor, Juliette Lewis, Abigail Breslin, Sam Shepard
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „That Awkward Moment“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: RomCom mit Zac Efron, Miles Teller, Michael B. Jordan. Ich kann mir keinen Film mit Zac Efron angucken, auch wenn ich Miles Teller und Michael B. Jordan gerne sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (der auf mich wie Clint Eastwood wirkt) und Sam Worthington (den ich im Trailer gar nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

NYC – Film: "Lee Daniels´The Butler"

Ich war am 18.08.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Lee Daniels´The Butler“ (dt. Titel: „Der Butler“, dt. Kinostart: 10.10.13) 132 min drama
dir. Lee Daniels cast: Forest Whitaker, David Oyelowo, Oprah Winfrey, Vanessa Redgrave, Cuba Gooding, Jr., Lenny Kravitz, Terrence Howard, Robin Williams, John Cusack, James Marsden, Alan Rickman, Jane Fonda, Liev Schreiber, Mariah Carey

Cecil Gaines (Forest Whitaker) kommt aus ganz einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Baumwollpflücker und wurde vor seinen Augen von dem weißen Plantagenbesitzers (Alex Pettyfer) erschossen. Seit dem Vorfall hat seine Mutter (Mariah Carey) starke psychische Probleme und so ist er bereits mit sehr jungen Jahren von Zuhause abgehauen. Er arbeitete in einigen Häusern und Hotels als Hausdiener bis er im Jahr 1957 durch seine zurückhaltende Art aufgefallen ist, und vom Weißen Haus abgeworben wurde. Geheiratet hat er Gloria (Oprah Winfrey), die beiden haben zwei Söhne. Der ältere Sohn Louis (David Oyelowo) bereitet dem Vater zunehmend Probleme. Während Cecil als Butler im Weißen Haus dient, wird sein Sohn Louis in schwarzen Bürgerrechtsbewegungen aktiv. Jeder macht auf seine Art Erfahrung mit Diskriminierung und Rassismus…

C+ (Wertung von A bis F) Der Film „Lee Daniels´The Butler“ wurde von Will Haygoods Washington Post Artikel „A Butler Well Served by This Election“ angeregt. Der von Forest Whitaker dargestellte Filmcharakter Cecil Gaines wurde von Eugene Allen inspiriert. Eugene Allen war Afroamerikaner und 34 Jahre lang für das Weiße Haus tätig. Er hat unter acht amerikanischen Präsidenten gedient und hauptsächlich als Butler gearbeitet.

Ich hätte mir gewünscht, einen Film tatsächlich über das Leben dieses Butler zu sehen. Das alleine hätte ein richtig guter Film, vielleicht sogar ein gelungenes Biopic, werden können. Hollywood hat dem aber natürlich nicht getraut, erfindet eine Familiengeschichte und einen (weiteren) Sohn des eigentlichen Butlers und lässt dem Zuschauer durch diese Figur eine Geschichtsstunde zum Thema U.S.-amerikanische Bürgerrechtsbewegung zukommen. Mir kam es so vor, als ob in diesen Film thematisch alles reingestopft wurde, was den Machern zu Rassismus und Unterdrückung der Afroamerikaner und den U.S.-amerikanische Bürgerrechtsbewegungen einfiel.

„Lee Daniels´The Butler“ ist für mich kein runder Film, mehr die Aneinanderreihung vieler Ereignisse. Der Film versucht mehr zu sein als er ist. So wird einem auf der einen Seite das beinahe komplette Leben des Butlers Cecil Gaines gezeigt und parallel verfolgt man den Werdegang seines ältesten Sohnes. Der zunächst rebellische Sohn, der dann später als Aktivist in sämtlichen Bürgerrechtsbewegungen war und der bei allen wesentlichen Eckpunkten der Unterdrückung und des Widerstands der Schwarzen live dabei war. Praktisch wie Forrest Gump, der einen seinerzeit augenzwinkernd durch die amerikanische Zeitgeschichte führte – nur nimmt sich Lee Daniels Film wesentlich ernster dabei.

Ein weiteres Problem habe ich mit dem superprominent besetzten Ensemble. Der Film hat noch nicht richtig angefangen, da hat mich bereits Mariah Carey wieder aus dem Film gebracht. Sie spielt die Mutter von Cecil Gaines (also später Forrest Whitaker). Unglückliches Casting. Ebenso bei den ganzen Schauspielern, die die U.S. Präsidenten spielen. Ich war mehr damit beschäftigt, für mich zu beurteilen, wie glaubwürdig ich die jeweiligen Schauspieler als Präsidenten der Vereinigten Staaten fand, als weiter der Handlung zu folgen. Schlussfolgernd ist das meine Bewertung: Robin Williams als Dwight. D. Eisenhower – D+, James Marsden als J.F.K – B-, Liev Schreiber als Lyndon B. Johnson – von D+ hat er sich später auf ein C+ gerettet, John Cusack als Richard Nixon, zunächst als Vizepräsident unter Eisenhower C+, dann als Präsident B, Alan Rickman als Ronald Reagan – B, nicht unerwähnt lassen möchte ich Jane Fonda als First Lady Nancy Reagan B+. (Die Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter wurden im Film nicht von Schauspielern verkörpert)

Auch prominent, aber überraschend gut besetzt und schauspielerisch überzeugend empfand ich Lenny Kravitz und Cuba Gooding, Jr. Die beiden spielen die befreundeten Butler von Cecil Gaines. Sie waren ebenfalls im Weißen Haus tätig.

Forest Whitaker gibt hier eine wundervolle Performance, die es nicht verdient hat, in so einem mittelmässigen Film zu landen. Das Einzige was mich wirklich an dem Film gefesselt hat, war er. Das ist eine würdevolle Performance, die dafür da ist, einen Academy Award zu gewinnen. Forest Whitaker hat bereits einen Oscar gewonnen, damals für seine Rolle als Idi Amin in „The Last King of Scotland“. In Lee Daniels Film ist er der zurückhaltende, liebenswürdige Cecil Gaines, der einen während des Films öfter zu Tränen rührt. Forest Whitaker hat eine ganz besondere Aura. Ich glaube, das ist ein ganz feiner Mensch.

Die berühmt-berüchtige Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey hat man hier in billige bzw. billig aussehende Klamotten gezwängt, ihr irgendwelche Perücken übergestülpt und dicke Schminke verpasst – das macht aus ihr aber noch lange keine andere Person. Das Zusammenziehen der Augenbrauen und das auswendige Aufsagen von vorgegebenen Sätzen macht aus ihr auch keine gute Schauspielerin. Aber sie hat sich natürlich fürchterlich ins Zeug gelegt. Ihrer fiktiven Figur wurde dafür auch einiges vorgeben, sie hat ein Alkoholproblem, betrügt ihren Mann, flucht wie ein Rohrspatz usw. – Platz für großen Emotionen. Anders besetzt hätte die Figur vielleicht auch funktionieren können. Oprah schrammt aber immer kurz an einer Karikatur vorbei. Forest Whitaker ist es gelungen, Cecil Gaines über einen Zeitraum von 40 Jahren zu portraitieren. Oprah habe ich die junge Frau nicht abgenommen und sie altert auch nicht glaubwürdig – eigentlich sieht sie immer gleich aus, sie bleibt immer Oprah – nur anders gekleidet und geschminkt. Sollte Oprah für diese Rolle tatsächlich für den Oscar nominiert werden, dann einzig und allein weil sie Oprah Winfrey ist.

„Lee Daniels´The Butler“ ist derzeit für eine Oscar-Nominierung für folgende Kategorien im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller (Forest Whitaker), Bester Nebendarsteller (David Oyelowo) Beste Nebendarstellerin (Oprah Winfrey), Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up

Es sind dieses Jahr drei Filme mit einer afroamerikanische Thematik, denen gute Chancen, für einen Oscar-Nominierung im Jahr 2014 eingeräumt werden. Der kleine Indie-Film Fruitvale Station ist im Vergleich zu „Lee Daniels´The Butler“ der eindeutig bessere Film. Qualität setzt sich bei den Academy Awards bekannterweise aber nicht immer durch.

„Lee Daniels´The Butler“ relativ konkurrenzlos im August in den amerikanischen Kino zu starten, ist einmal mehr eine smarte Oscar-Strategie der Weinsteins. Das ganze Projekt „The Butler“ ist mir persönlich aber viel zu berechnend. Eine All-Star-Cast mit einer Geschichte um einen afroamerikanischen Hausdiener, der für das Weiße Haus arbeitet und seinen Sohn, der für sämtliche schwarze Bürgerrechtsbewegungen aktiv ist. Ein Mainstream-Film, der überwiegend schwarze, aber durchaus auch weiße Zuschauer anspricht. Ein Film, der einem mit der Gefühlskeule auf den Kopf haut, dem Zuschauer klare Vorgaben macht, wer gut und wer böse ist und wann er zu lachen und wann zu weinen hat. Sicher hat die Story bzw. Forest Whitakers Charakter Cecil Gaines auch mich gerührt. Mir ist das alles nur zu durchschaubar. Der Filmstart, ziemlich genau 50 Jahre nach dem Marsch auf Washington, bei dem Martin Luther King seine legendäre „I Have a Dream“-Rede hielt, war sicher auch kein Zufall. Und dann gibt es noch Überstar Oprah Winfrey, die eine Rolle in dem Film hat und passend zum Kinostart mit einer Rassismus-Story in den Schlagzeilen landet. Wenn das Ganze nicht clever ausgetüftelt ist, dann weiß ich nicht. An der Kinokasse ist der Plan bereits aufgegangen, ganz locker hat “ Lee Daniels´The Butler“ schon nach zwei Wochen seine Produktionskosten eingespielt. Eine Oscar-Nominierung für den Film kann man (derzeit) als sehr wahrscheinlich ansehen.

Jetzt fehlt nur noch die Oscar-Kampagne für Oprah, der erfolgreichsten (afroamerikanischen) Frau überhaupt. Na bravo.

Wenn „Lee Daniels´The Butler“ tatsächlich im Januar 2014 für einige Oscars nominiert wird, war das eine raffinierte Oscar-Strategie und ich muss einmal mehr den Hut vor Harvey Weinstein ziehen. Wie gesagt, mit Ryan Cooglers „Fruitvale Station“, „Lee Daniels´The Butler“ und Steve McQueens „12 Years a Slave“ gibt es drei potenzielle Oscar-Kandidaten von schwarzen Filmemachern. Man kann davon ausgehen, dass sich nicht alle drei Filme bei den Oscar-Nominierungen am Ende durchsetzen. Wenn man den ersten Stimmen aus Colorado glauben kann, ist Steve McQueens „12 Years a Slave“ ein kleines Meisterwerk. Auch wenn ich diesen Film noch nicht gesehen habe, so hoffe ich jetzt schon, dass „12 Years a Slave“ der Oscar-Film ist, den es zu schlagen gilt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Bei meiner sehr gut besuchten Vorstellung von „Lee Daniels´The Butler“ gab es 1x Szenenapplaus (bei Cecile Gaines wiederkehrende Anfrage nach einer Lohnerhöhung), meine Mitzuschauer sind emotional mitgegangen, es wurde herzhaft gelacht, aber auch hemmungslos geweint. Zum Schluss gab es großen Applaus.

Aufgrund eines Rechtsstreits mit der Warner Bros., musste die Weinstein Co. den ursprüngliche Filmtitel „The Butler“ in „Lee Daniels´The Butler“ umbenennen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Mit Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Chris Cooper, Benedict Cumberbatch, usw. Ein Film, der auf dem Papier an allen Ecken nach Oscar schreit. Wenn man Meryl Streep im Trailer sieht, sieht man ihre 18. Oscar-Nominierung schon vor Augen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „12 Years a Slave“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Steve McQueens neuer Film. Biopic mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Brad Pitt, etc. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Anchorman:The Legend Continues“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu der Komödie „Anchorman: The Legend of Ron Burgundy“ Mit Will Ferrell, Christina Applegate und Steve Carell. Ich mochte den ersten Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Captain Philips“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über den amerikanischen Kapitän Philips, dessen Frachter von somalischen Piraten gekapert wurde. In der Hauptrolle: Tom Hanks
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Prisoners“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Viola Davis, Melissa Leo. Ich hoffe nur, dass der Trailer nicht zu viel verrät. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Best Man Holiday“
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Komödie, bei der ich wohl eher nicht die Zielgruppe bin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Saving Mr. Banks“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über die Autorin von Mary Poppins mit Emma Thompson und Tom Hanks. Oscar-Film?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Repo Men"

Ich war am 25.03.10 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Repo Men“ (dt. Kinostart: 03.06.10) 111 min science fiction/fantasy, thriller, adaptation
dir. Miguel Sapochnik cast: Jude Law, Forest Whitaker, Alice Braga, Liev Schreiber, Carice van Houten

In nicht so ferner Zukunft ist Frank (Liev Schreiber) der Chef der Firma THE UNION, bei der sich die Menschen mit neuen, künstlichen Organen und Körperteilen ausstatten können. Dafür werden ihnen Darlehen angeboten. Wenn sie diese nicht zurückzahlen können, treten die Agenten der Firma Remy (Jude Law) und Jake (Forrest Whitaker) in Erscheinung und holen das Eigentum der Firma zurück…

C- (Wertung von A bis F) Der Film „Repo Men“ basiert auf Eric Garcias Roman „The Repossession Mambo“ aus dem Jahr 2009.

Ich musste mich wirklich überwinden, über diese unmittelbar vergessene, vorhersehbare Sci-Fi-Schnarch-Veranstaltung noch kurz was zu schreiben. Da dadurch eigentlich schon alles gesagt ist, bleibt nur noch wenig zu erwähnen. Wie bei so einigen anderen Filmen, gefällt mir auch hier die Grundidee. Auch wenn ich sie nicht mehr im Detail benennen könnte, hat der Film auch ein paar Höhepunkte, eigentlich passiert auch eine Menge, nur hat mich das schon bald nicht mehr interessiert. Der Soundtrack und das PUMA Product Placement haben es dann aber irgendwann dafür geschafft, mir auf die Nerven zu gehen.

Schauspielerisch ist klar, dass ein Liev Schreiber („The Manchurian Candidate“, „The Painted Veil“, Taking Woodstock) wie gewohnt Qualität in den Film bringt. Es ist faszinierend mit was für einer Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit, er seine Szenen spielt. In „Repo Men“ hat mir jedoch am Besten der talentierte Forest Whitaker („Ghost Dog“, „Panic Room“, „The Last King of Scotland“) gefallen. Es macht einfach Spaß ihm zuzuschauen und ich habe mich regelrecht auf jede neue Szene mit ihm gefreut. Ich würde sogar soweit gehen, dass seine Performance das Einzige ist, was mir jetzt – eine Woche später – noch in Erinnerung geblieben ist. Jude Law ist, wie meistens, okayes Beiwerk. Auffällig unbegabt empfand ich die mir völlig unbekannte Carice van Houten.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „MacGruber“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action-Komödie mit Val Kilmer, Ryan Phillippe, Kristen Wiig
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 20%

Trailer von Film:“Robin Hood“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ridley Scotts Version mit Russell Crowe und Cate Blanchett
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100 %

Trailer von Film: „A Nightmare on Elm Street“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Eine neue Version des Horrorfilms mit dem genialen Jackie Earle Haley
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100 %

Trailer von Film:“Predators“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Robert Rodriguez neuer Film. Eigentlich nicht mein Film, aber Adrien Brody…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 60 %

Trailer von Film: „Kick-Ass“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Matthew Vaughns Comicbuch-Verfilmung mit Nicolas Cage
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: … wenn ich noch einmal einen Trailer von diesem Film sehe…:##
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mittlerweile 0 %