NYC – Film: „Atomic Blonde“

Ich war am 07.08.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Atomic Blonde“ (dt. Kinostart: 24.08.17) 115 min action, thriller, adaptation
dir. David Leitch cast: Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Eddie Marsan, Toby Jones, Bill Skarsgard, James Faulkner, Sofia Boutella, Til Schweiger

 

November 1989, kurz vor dem Fall der Berliner Mauer. Nach dem Tod eines Undercover-Agenten wird die Top-MI6-Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) nach Berlin geschickt, um eine Liste mit allen Namen der auf beiden Seiten Berlins tätigen Spione zu besorgen. Ihre Kontaktperson ist David Percival (James McAvoy)…

 

C+ (Wertung von A bis F) „Atomic Blonde“ basiert auf Antony Johnstons Graphic Novel „The Coldest City“. Der ehemalige „Stuntman und Stunt-Koordinator David Leitch war bereits Co-Regisseur (ungenannt) bei John Wick, dies ist sein offizielles Regiedebüt.

Der Rahmen der Handlung (mit dem Debriefing der Top Agentin mit ihrem MI6-Vorgesetzten und einem CIA-Agenten und der Schluss) gefällt mir, die Erzählung selbst als Ganzes ergibt aber keinen Sinn, auch hatte ich das Gefühl, dass der Film kein Ende nehmen wollte. Dennoch habe ich das Gezeigte aufgesogen. Drei Gründe dafür: 1. Charlize Theron, 2. James McAvoy und 3. spielt der Film hauptsächlich in meiner Heimatstadt Berlin. Wenn einen eine Stadt so vertraut ist, sucht man zwangsläufig nach Fehlern und wird selbstverständlich auch schnell fündig.

Charlize Theron sieht mega aus, wunderschön und sexy ist – sie der perfekte Ersatz für Angelina Jolie als Actionheldin. Der Regisseur hat zuvor als Stunt-Koordinator gearbeitet und das sieht man seinem Film auch an. Wenn es einen triftigen Grund gibt, sich den Film anzuschauen, dann sind es die erstklassig choreographierten Kampfszenen (davon gefielen mir die Szenen in dem DDR-Polizeiauto und die „Feder“-Szenen am besten). Die teils spektakulären Stunts soll Charlize Theron zu mind. 90% selbst gemacht haben. Bei dem intensiven Training vor den Dreharbeiten soll sie sich sogar ein paar Zähne abgebrochen haben. Ihrer Filmfigur sieht und hört man aber auch die Schmerzen, die eine heftige Prügelei zwangsläufig mit sich bringt, an. Absolut glaubhaft, nicht so wie einem James Bond, Jason Bourne, o.ä., dem eine massive Schlägerei kaum etwas anhaben kann. Diese weibliche Top-Agentin mit der Oscar-Preisträgerin Charlize Theron (Mad Max: Fury Road) in der Hauptrolle hat Potenzial, jetzt braucht man nur noch eine solidere Story/ ein besseres Drehbuch und dann hätte man Filmreihe, die sich erfolgreich durchsetzen könnte.

Vor knapp zehn Jahren hat James McAvoy neben Angelina Jolie in einer anderen Comic-Adaption (Wanted) gespielt. Da war er anfangs der zurückhaltende Loser-Typ, der erfährt, dass er der Sohn eines kürzlich ermordeten Auftragskillers ist. Besondere Fähigkeiten hat er geerbt und nach einem intensiven Training rächt er den Mord an seinem Vater. Wie die Zeit vergeht. Damals war der schottische Schauspieler kaum bekannt, inzwischen ist sein Name in Hollywood jedem geläufig, nicht zuletzt durch seine Rolle in den „X-Men“-Filmen. James McAvoy hat die seltene Gabe, dass man ihm gute und böse Charaktere gleichermassen abnimmt. Dieses Jahr zeigte er bereits sein Können als Mann mit einer multiplen Persönlichkeitsstörung (Split). In „Atomic Blonde“ überzeugt er als etwas undurchsichtiger David Percival. Ich bin sicher, dass es keine weiteren zehn Jahre braucht, dann ist er Oscar-Gewinner James McAvoy.

Der Soundtrack (mit Songs von New Order, Depeche Mode, The Cure, George Michael, Siouxsie & the Banshees, etc.) ist ein Hinhörer, nur wirkt es hier, als diene sie einzig dazu, Coolness zu erzeugen. Außerdem hat es mich komplett aus dem Film gerissen, wenn in einem Film, der hauptsächlich in Deutschland spielt, ausgerechnet die drei international erfolgreichen deutschsprachigen Neue-Deutsche-Welle-Popsongs („Major Tom“, „99 Luftballons“ und „Der Kommissar“) gespielt werden – warum? Den Zeitgeist des Vorwende-Berlins trifft es jedenfalls nicht, kein Mensch hat zu dieser Zeit NDW-Songs gehört. Aber gut, mit der historischen Authentizität nimmt es der Film eh nicht so genau.

Til Schweiger taucht hier insgesamt viermal auf, beim ersten Mal war er im Hintergrund einer Szene, da habe ich ihn nicht wahrgenommen, die anderen Male hat er mich natürlich aus dem Film rausgebracht, auch wenn sein Auftritt so superkurz ist, dass er kaum erwähnenswert ist.

Eine Fortsetzung zu „Atomic Blonde“ ist bereits im Gespräch.

„Atomic Blonde“ wurde erstmalig im März 2017 auf dem South by Southwest Festival gezeigt, auch wenn der Verleih eine Weltpremiere im Juli 2017 in Berlin feiern liess. Der Film ist am 28.07.17 landesweit in 3.304 amerikanische Kinos gekommen. Ab dem 24.08.17 ist er in Deutschland im Kino zu sehen.

 

Trailer zu sehen:

 

Featurette zu Charlize Therons Actionszenen (erst anschauen, wenn man den Film gesehen hat):

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Thor: Ragnarok„
Bewertung des Trailers: D (neuer Trailer)
Kommentar: Was für ein (Marvel-) Scheiß
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „The Hitman´s Bodyguard„
Bewertung des Trailers: A- (Red Band Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, mal gucken

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „It„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Horrorfilm/Stephen-King-Verfilmung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, ich glaube schon

Trailer v. Film: „The Snowman„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Darkest Hour„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Joe Wrights neuer Film. And the Oscar goes to … (Gary Oldman)?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Kingsman: The Golden Circle„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem sehenswerten Kingsman: The Secret Service
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: „Patriots Day“

Ich war am 20.12.16 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Patriots Day“ (dt. Filmtitel: „Boston“, dt. Kinostart: 23.02.17) 133 min drama, action
dir. Peter Berg cast: Mark Wahlberg, Kevin Bacon, John Goodman, J. K. Simmons, Michelle Monaghan

 
Am 15.04.13 (Patriots´Day). Der Police Sergeant Tommy Saunders (Mark Wahlberg) soll für die Sicherheit bei dem beliebten Bostoner Marathon sorgen. Als plötzlich zwei Sprengsätze explodieren, bricht Panik aus. Kurz darauf trifft bereits das FBI ein und Special Agent DesLauriers (Kevin Bacon) stuft die Detonationen als Terroranschlag ein. Damit beginnt eine der größten Personalfahndungen in den U.S.A…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Patriots Day“ beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte des Bombenattentats vom Marathon in Boston und der anschließenden Fahndung nach den Terroristen. „Patriots Day“ ist der neue Film des amerikanischen Regisseurs Peter Berg („Very Bad Things“, „Friday Night Lights“, „Hancock“). Nach Lone Survivor und Deepwater Horizon ist dieser Film bereits die dritte Zusammenarbeit von Filmemacher Peter Berg und Schauspieler Mark Wahlberg.

Peter Bergs neuer Film ist dafür, dass er eine bekannte Geschichte erzählt, bemerkenswert spannend. Es ist ein Actionthriller, insbesondere die Sequenz in der Kleinstadt Watertown ist sehr gelungen. Der Sound des Films ist überragend. „Patriots Day“ ist eine Hommage an die amerikanischen Gesetzeshüter und an die Stadt Boston.

Schauspielerisch sind besonders John Goodman (dem man die Augenbrauen schwarz gefärbt hat, was man am Ende des Films versteht, ich aber trotzdem als irritierend und unnötig empfand) und Kevin Bacon hervorzuheben. Mark Wahlberg hat sich eher als Comedy- und Actionschauspieler etabliert, in dramatischen Szenen habe ich manchmal ein Problem mit ihm. In einer Szene sitzt er hier weinend auf der Couch und ich habe nur darauf gewartet, dass die Kamera gleich zu seinem Kumpel, dem durchtriebenen Teddybär Ted, schwenkt.

Es gibt immer mal wieder Filme, und „Patriots Day“ würde ich dazu zählen, bei denen es mich regelrecht ärgert, dass sie nicht noch besser sind.

Ganz wenige Regisseure können bestimmen, wie ihr Film in der Kinofassung am Ende aussieht. Das letzte Sagen haben die Produzenten in Hollywood. Um sich abzusichern, wie ein Film bei dem Publikum ankommt, führen die Hollywoodstudios sehr häufig Testscreenings durch. Zu dem Zeitpunkt existiert bereits eine Rohfassung von dem Film, die dann normalen Passanten von der Straße vorgeführt wird. Nach dem Film werden diese Testzuschauer dann intensiv befragt. Wenn dann häufiger die eine oder andere Szene, ein Handlungsstrang oder vielleicht das Ende des Films bemängelt wurde, wird der Film entsprechend umgeschnitten. Ich selbst wurde schon einige Male auf der Fußgängerzone in Santa Monica angesprochen, ob ich an so einem Testscreening von irgendeinem Film teilnehmen möchte. Leider war ich an dem Tag des Screenings bereits wieder auf dem Weg nach Hause. Bei „Patriots Day“ wäre ich liebend gerne in so einem Testscreening gewesen. Mir gefällt der Film wirklich richtig gut, aber ich hätte da ein paar Änderungswünsche:

Gegen Ende des Films sitzt Mark Wahlberg mit seinem Kollegen auf der Motorhaube eines Polizeiautos und philosophiert – ersatzlos streichen! Da der Film am Ende sowieso schon etwas dick aufträgt, hätte man auch die Sequenz, in der ein paar der Überlebende zu Wort kommen, streichen müssen. Außerdem dauert der Charakteraufbau des chinesischen Studenten zu lange. Ich habe mich mehrmals gefragt, was er jetzt eigentlich für eine Rolle in dem Film spielt.

 
Ich habe den Film einen Tag nach dem Terroranschlag in Berlin gesehen, bin an zahlreichen digitalen Trauertafeln in der Stadt gefahren und da war „Patriots Day“ – auf traurige Art – der richtige Film. Am Abend habe ich dann die Berichterstattung über den Berliner Anschlag im Fernsehen verfolgt und erfahren, dass die Fahndungarbeit nach dem Bostoner Anschlag den Berliner Ermittlungsbeamten als Vorbild dient. Erklärt wurde, dass eine Datenbank (eine sogenannte „Boston-Cloud“) eingerichtet wird, bei der die Bevölkerung und Touristen aufgerufen werden, den deutschen Ermittlungsbehörden jegliches Bild- und Videomaterial, das an dem Abend des 19.12.16 in der Gegend aufgenommen wurde, zur Verfügung zu stellen. Letztlich hatte die Auswertung aller Bilder und Videos bei dem Bostoner Terroranschlag zur Ermittlung der Attentäter geführt.

 
Ich denke, der amerikanische Verleih (CBS Film – okay, alles klar) hat mit „Patriots Day“ einen großen PR-Fehler begangen. Diesen Film hätte man mit Leichtigkeit als sicheren Kandidaten für den Besten Film bei den Oscars aufbauen können. Offensichtlich haben sie dem Film aber nicht vertraut, ihn zu lange unter Embargo gesetzt und mittlerweile ist es für eine solide Oscar-Kampagne vielleicht zu spät. Mich ärgert das, weil „Patriots Day“ Potenzial hat und es dieses Jahr einen gewissen Mangel an Filmen gibt, bei denen sich Amerika feiert. AMPAS wird immer noch von alten weißen Männern dominiert, die sogenannten Steak Eaters, die

 

–  mit der ganzen Musik und dem Getanze in „La La Land“ nicht viel anfangen können,
– „Arrival“ nicht verstanden haben (oder nicht verstehen wollen)
– „Manchester by the Sea“ zu traurig,
– „Fences“ zu schwarz und zu dialoglastig,
– „Moonlight“ zu schwarz und zu gay,
– „Hidden Figures“ zu schwarz und zu emanzipiert
– „Loving“ zu langweilig
– „Jackie“ zu verstörend und
– „Silence“ zu religiös finden,
– „Lion“ hauptsächlich in Indien spielt und sie da bereits mit „Slumdog Millionaire“ waren,
– Mel Gibson nicht vergeben können,
– „Hell or High Water“ gut, aber so gut nun wieder auch nicht finden,
– „Sully“ mochten, den Film aber im September im Kino gesehen haben und sich folglich mittlerweile kaum noch    daran erinnern können,
– zu sehr von „Miss Sloane“ eingeschüchtert wurden
– „20th Century Women“ nicht gesehen haben, weil es dort offensichtlich um „Frauen“ geht und
– „Captain Fantastic“ nicht gesehen haben, weil sie glaubten, das wäre ein Superhelden-Film

wären glücklich, wenn sie einen Film wie „Patriots Day“ sehen und nominieren könnten. Es ist aber nun mal bekanntlich schon große Kunst, die Academy Mitglieder zu bewegen, in die Screenings zu gehen oder unter den Hunderten von Filmen, die ihnen zugeschickt werden, ausgerechnet einen bestimmten Film auszuwählen, den sie dann schauen. Bei „Patriots Day“ könnte allerdings der Originalfilmtitel helfen. Na mal gucken, am 24.1.17 werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben.

„Patriots Day“ ist für folgenden Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Wahlberg), Bester Nebendarsteller (John Goodman), Beste Nebendarstellerin (Michelle Monaghan), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

 
„Patriots Day“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2016 gezeigt. Der Film ist am 21.12.16 in sieben ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Ab dem 13.01.17 ist er dann landesweit in den U.S.A. zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OV. In Deutschland startet der Film am 23.02.16 unter dem Filmtitel „Boston“.

 
Trailer zu sehen:

 

 
deutscher Trailer zu sehen:

 

amerikanischer Aufsteller von "Patriots Day"
amerikanischer Aufsteller von „Patriots Day“

San Francisco – Film: „10 Cloverfield Lane“

Ich war am 14.03.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„10 Cloverfield Lane“ (dt. Kinostart: 31.03.16) 103 min sci-fi, thriller, sequel
dir. Dan Trachtenberg cast: Mary Elizabeth Winstead, John Goodman, John Gallagher, Jr. voice: Bradley Cooper

 

 

Nach einem schweren Autounfall wacht Michelle (Mary Elizabeth Winstead) angekettet in einem fensterlosen Raum auf. Ein Mann (John Goodman) erklärt ihr, dass sie sich in einem unterirdischen Bunker befindet, er sie gerettet hat und sie sich jetzt und hier in Sicherheit befindet Mmmh…

 
B (Wertung von A bis F) „10 Cloverfield Lane“ ist das Regiedebüt von Dan Trachtenberg. Es ist keine direkte Fortsetzung zu dem aus dem Jahr 2008 stammenden Film Cloverfield, aber er spielt irgendwo in dem „Cloverfield“-Universum.

Noch vor zwei Monaten wusste außer den direkt Beteiligten niemand von der Existenz dieses Films. „10 Cloverfield Lane“ wurde unter strengster Geheimhaltung gedreht. Das Projekt hatte verschiedene Arbeitstitel („The Cellar“, „Valencia“) und überraschte die Film- und Medienwelt dann am 15.01.16 als der außergewöhnlich gelungene Trailer erstmalig auftauchte. Dass der Film dann auch noch „Cloverfield“ im Titel trägt, löste vollends Begeisterung aus. Hut ab vor dieser durchdachten Marketing-Kampgane von J.J. Abrams Produktionsfirma Bad Robot Productions.

Wo Matt Reeves Film noch amateurhaft wirkte, ist dieser „Cloverfield“-Film solide inszeniert, smart, ungemütlich, hin und wieder humorig und sehr spannend (ab einem gewissen Zeitpunkt sogar kaum aushaltbar spannend). Ich mag diese Wie-würde-ich-reagieren?-Thriller und wenn die Protagonistin dann oftmals noch so reagiert, wie ich es vielleicht in so einer Situation getan hätte – perfekt. Ich fand „10 Cloverfield Lane“ erstklassig, wenn, ja wenn ich die vielleicht letzten 10 Minuten nicht so unfassbar albern gefunden hätte. Als Bewertung hatte ich mir direkt zum Ende des Films ein „B“ notiert. Jetzt, ein paar Tage später sehe ich aber vordergründig das dämliche Ende vor Augen und so war ich tatsächlich geneigt, meine Bewertung nach unten zu korrigieren. Das würde aber wiederum den gesamten Film nicht gerecht werden. Außerdem ist dies der erste Film von Dan Trachtenberg und mindestens 90 Minuten liefert er dafür einen ziemlich guten Film ab, daher bleibe ich bei meiner ursprünglichen Bewertung.

„10 Cloverfield Lane“ ist ein Film über den man inhaltlich kaum etwas erzählen oder schreiben kann bzw. sollte. Man sollte keinem anderen den Spaß, den dieser Film durchaus machen kann, verderben. Ich glaube aber auch, dass dies kein Film ist, der – wenn man die Auflösung kennt – bei einer zweiten Sichtung funktioniert.

John Goodman kenne ich bereits aus Filmen wie „The Big Easy“, „Raising Arizona“ und „Sea of Love“, unvergessen in seiner Rolle in der TV-Serie „Roseanne“. Eine Zeit lang wurde es etwas ruhiger um ihn, zumindest in meiner Wahrnehmung, aber seit einigen Jahren ist er erfreulicherweise wieder voll dabei und glänzt in Filmen wie The Artist, Argo, Flight, Trumbo, etc. John Goodman gab schon immer glaubwürdige und durchaus, sich von der restlichen Besetzung abhebende Performances. Auch in diesem Film ist er klasse. Derzeit wird versucht, ihn für eine Oscar-Nominierung ins Gespräch zu bringen. Ich glaube, dass es dafür nicht langen wird. Hervorragend in diesem Kammerspiel ist auch Mary Elizabeth Winstead („Scott Pilgrim vs. the World“, Smashed, The Spectacular Now, Kill the Messenger).

Man kann damit rechnen, dass es einen weiteren Film der „Cloverfield“-Reihe geben wird.

„10 Cloverfield Lane“ ist am 11.03.16 in 3391 amerikanischen Kinos gestartet und wird am 31.03.16 in den deutschen Kinos anlaufen.

 
Trailer zu sehen:

 
vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hardcore Henry„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Actioner mit Sharlto Copley, heisst in D. nur „Hardcore“
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Huntsman: Winter´s War„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Prequel/Sequel zu „Snow White and the Huntsman“
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghostbusters„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Ein Reboot des Originals mit Melissa McCarthy, Kristen Wiig und Chris Hemsworth. Warum?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „X-Men: Apocalypse„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Marvel-Mist-Fortsetzung. Wann hört es endlich auf, dass ich mir diese Filme auch noch angucken muss. (McAvoy, Fassy, Lawrence, Isaac)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich will nicht

Trailer v. Film: „Star Trek Beyond„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Genau – DAS ist ein Film, den ich wirklich nicht sehen muss.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Chicago – Film: „Love the Coopers“

Ich war am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Love the Coopers“ (dt. Filmtitel: „Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“, dt. Kinostart war der 03.12.15) 107 min comedy, drama
dir. Jessie Nelson cast: Alan Arkin, John Goodman, Ed Helms, Diane Keaton, Anthony Mackie, Amanda Seyfried, June Squibb, Marisa Tomei, Olivia Wilde, Jake Lacy voice: Steve Martin

 

Charlotte (Diane Keaton) und Sam Cooper (John Goodman) sind seit 40 Jahren verheiratet und haben vor, sich zu trennen. Charlotte möchte ihrer Familie aber noch einmal ein schönes Weihnachten bereiten – nur dass jedes Familienmitglied nicht gerade nur positive Erinnerungen mit Weihnachten verbindet.

 

C (Wertung von A bis F) „Love the Coopers“ ist ein Film der amerikanischen Regisseurin Jessie Nelson („Corrina, Corrina“, „I Am Sam“).

Episodenfilme funktionieren selten, Weihnachtsfilme sind meistens enttäuschend und, in meinen Augen, gibt es nur ganz wenig gute RomComs. „Love the Coopers“ ändert nichts an dieser Tatsache – auch wenn es immer mal wieder ein paar hoffnungsvolle Momente im Film gibt.

Um etwas positives über den Film zu berichten, mir haben quasi alle Szenen mit Olivia Wilde und ihrer Zufallsbekanntschaft (gespielt von Jake Lacy) gefallen. Eine andere Geschichte hat mich jedoch schnell irritiert. Es geht um die Beziehung von zwei Schwestern. Marisa Tomei spielt eine der Schwestern und zuerst habe ich vermutet, dass Olivia Wilde ihre Schwester wäre, aber das hätte ja irgendwie nicht gepasst. Dann hat sich jedoch herausgestellt, dass die wesentlich ältere Diane Keaton Marisa Tomeis Schwester sein soll. Diese Besetzung ist unglaubwürdig, ärgerlich und hat mich den weiteren Verlauf des Films beschäftigt.

Das ist jedoch nicht das einzige Problem von „Love the Coopers“, dieser unpassend platte Humor hätte der Schere zum Opfer fallen müssen. Ohne die beiden genannten Punkte hätte ich den Film gerne weiter empfohlen.

 

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Macbeth“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer
Kommentar: Shakespear-Verfilmung mit Michael Fassbender und Marion Cotillard
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „My Big Fat Greek Wedding 2“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: na darauf hat ja die Welt gewartet…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The 5th Wave“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Action-Katastrophen-Film mit Chloe Grace Moretz. Januar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Alvin and the Chipmunks: The Road Chip“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Die Chipmunks-Filme habe ich im TV früher oder später alle gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV

Trailer v. Film: „In the Heart of the Sea“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ron Howards neuer Film. Das letzte Mal, dass ich einen Trailer zu diesem Film gesehen habe, war zu Blackhat im Januar 2015
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht doch

Trailer v. Film: „The Divergent Series: Allegiant“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: 3. Teil der Divergent-Filme, natürlich nur der erste Part. Dieser Jugendbuch-Verfilmung fehlt eindeutig die charismatische Hauptdarstellerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Choice“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: wieder eine Nicholas Sparks-Verfilmung – die gehen aber auch nicht aus…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

San Francisco – Film: „Trumbo“

Ich war am 18.11.15 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Trumbo“ (dt. Kinostart: 10.03.16) 124 min drama, biopic, adaptation
dir. Jay Roach cast: Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Elle Fanning, John Goodman, Michael Stuhlbarg, Louis C.K., Dean O´Gorman, Christian Berkel

Im Jahr 1947 in Los Angeles. Kommunisten geraten in Hollywood immer mehr ins Visier des Komitees für unamerikanische Umtriebe. Der brillante Drehbuchautor Dalton Trumbo (Bryan Cranston) wird verdächtigt, der kommunistischen Partei anzugehören. Er soll vor dem Untersuchungsausschuss aussagen, verweigert jedoch die Aussage und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Außerdem wurde er auf Hollywoods Schwarze Liste gesetzt, so dass die Filmstudios nicht mehr länger mit ihm zusammenarbeiten. Um weiter für den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu sorgen, schreibt Dalton Trumbo weiterhin Drehbücher, allerdings unter verschiedenen Pseudonymen.

B+ (Wertung von A bis F) „Trumbo“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Bruce Cooks Biografie Dalton Trumbo.

„Trumbo“ ist ein unbedingt sehenswertes, fesselndes Biopic. Zugegebenermassen wusste ich wenig über Dalton Trumbo und fand diesen Film sehr lehrreich. Sein mutiger Lebensweg hat mich beeindruckt und in diesem Zusammenhang ist sicher auch der Schauspieler Kirk Douglas, der sich den Kommunistenjägern widersetzte, hervorzuheben.

Dalton Trumbo war einer der besten Drehbuchschreiber seinerzeit und eine interessante Persönlichkeit. Für sein Skript für den Film „The Brave One“, den er unter einem Pseudonym geschrieben hatte, wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet. Viele Jahre nach seinem Tod wurde er von AMPAS für sein, ebenfalls unter einem Pseudonym geschriebenes Drehbuch für den Film „Roman Holiday“ mit dem Academy Award geehrt.

Mir hat es gefallen, dass der Filmemacher Jay Roach (Austin Powers, Meet the Parents, Dinner for Schmucks) in seinem ersten Nicht-Komödien-Kinofilm viele Originalfilmaufnahmen eingebunden hat.

In erster Linie ist dies ein Ensemble-Film, mir haben eigentlich alle Schauspieler hier gefallen, besonders Louis C.K. und der wunderbare Michael Stuhlbarg. Dean O´Gorman wirkt zwar etwas untersetzt, ist aber sonst idealbesetzt als Kirk Douglas. Von Helen Mirren als einflussreiche Klatschreporterin hätte ich gerne mehr gesehen. John Goodman spielt hier nach The Artist und Argo wieder einen wichtigen Filmschaffenden. Auch er kann die eine oder andere Szene für sich beanspruchen. Bryan Cranston ist überzeugend, in einer Szene ist er herausragend. Als er die Rede vor der Autoren-Gewerkschaft (WGA) hält, ist das – in meinen Augen – eine Oscar-Szene und es wäre gerechtfertigt, wenn der viermalige Emmy-Gewinner (TV-Serie Breaking Bad) unter die letzten Fünf tatsächlich Oscar-Nominierten als bester Hauptdarsteller gerät.

Der österreichisch-amerikanische Regisseur Otto Preminger wird hier von dem deutschen Schauspieler Christian Berkel gespielt. Ich habe ihn tatsächlich nicht erkannt, vielleicht auch, weil ich ihn in diesem Film nicht vermutet habe. Sein starker Akzent hat mich aber irgendwie irritiert und hörte sich eher russisch an.

„Trumbo“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bryan Cranston), Beste Nebendarstellerin (Helen Mirren, Diane Lane), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Trumbo“ hat 1 Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller Bryan Cranston) erhalten.

„Trumbo“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er dann in 20 Kinos zu sehen, mittlerweile läuft er in 47 amerikanischen Lichtspielhäusern.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anomalisa!
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Charlie Kaufmans neuer Film – Stop-Motion-Film, den ich schon vom Trailer her liebe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Wenn ich weiß, dass Tom Hardy in einem Film mitspielt, kaufe ich mir gedanklich bereits die Eintrittskarte. Hier gibts für das Geld sogar zwei Tom Hardys.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Macbeth“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Shakespeare-Verfilmung mit Michael Fassbender und Marion Cotillard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Youth“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paolo Sorrentinos neuer Film mit Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano und Jane Fonda – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Lady in the Van“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Maggie Smith. Es könnte sogar eine Oscar-Nominierung für sie herausspringen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "The Monuments Men"

Ich war am 08.02.14 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Monuments Men“ (dt. Titel: „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, dt. Kinostart: 20.02.14) 118 min drama, comedy, adaptation
dir. George Clooney cast: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Cate Blanchett, Justus von Dohnányi

1943 in Europa. Die Nazis haben sich europäische Kunstschätze unter den Nagel gerissen und versteckt. Sie würden die Kunstwerke eher vernichten, als dass der Feind sie in die Hände bekommt. Der Kunstexperte Frank Stokes (George Clooney) stellt ein Team von Kunsthistorikern, Restaurateuren und Kuratoren zusammen, die die wertvollen Kunstschätze finden und in Sicherheit bringen sollen.

C (Wertung von A bis F) „The Monuments Men“ basiert auf dem Buch „The Monuments Men: Allied Heroes, Nazi Thieves and the Greatest Treasure Hunt in History“ von Robert M. Edsel. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte.

Gut, ich hatte es bereits erwähnt, ich bin mit sehr geringen Erwartungen ins Kino gegangen. So kann man auch nicht enttäuscht werden. Man muss sich aber in Erinnerung rufen, dass „The Monuments Men“ zu Beginn der Oscar-Saison als ernstzunehmender Oscar-Kandidat gehandelt wurde. Irgendwann wurde er dann aber aus der Saison geschoben und hat einen amerikanischen Kinostart Anfang Februar bekommen – das ist ein recht sicheres Indiz dafür, dass der Verleih nicht an den Film glaubt. Es gab dann im Januar eine Pressevorführung für die amerikanischen Kritiker und die haben sich alles andere als begeistert gezeigt. Dadurch bin ich vorgewarnt ins Kino gegangen.

Als Regisseur hat George Clooney zuvor erst vier Filme („Confessions of a Dangerous Mind“, „Good Night, and Good Luck“, „Leatherheads“, The Ides of March) gedreht. Der einzige Film, der mir von diesen vier gar nicht gefallen hat, war „Leatherheads“. „The Monuments Men“ ist nun seine fünfte Regiearbeit und irgendwie vergleichbar mit „Leatherheads“ und leider auch alles andere als geglückt. Es ist ein lahmer Hollywood-Schinken (mit deutscher Finanzbeteiligung und auf deutschem Boden gedreht) mit Starbesetzung. Außerdem ist dieser Clooney-Film ein strukturschwacher wenn nicht gar strukturloser Film.

„The Monuments Men“ hat zweifelsfrei seine Momente (meist sind es Szenen mit Jean Dujardin und John Goodman und Bob Balaban und Bill Murray), aber er fühlt sich nie als richtiger Film an. Es ist mehr eine Aneinanderreihung von guten oder gar nicht guten Szenen. Ein Grund dafür, dass der Film nicht funktioniert, ist weil man so gar nichts über die einzelnen Charaktere erfährt. George Clooney und sein Kumpel Grant Heslov haben hier bei ihrem Drehbuch versäumt, die Charaktere richtig einzuführen und etwas über ihre Beziehung zueinander zu erzählen. Gut, die ganze Meute kennt sich scheinbar von früher, aber woher genau? Was haben sie für eine gemeinsame Vergangenheit? Die Charaktere sind eigentlich heldenhaft, bleiben aber völlig oberflächlich. Dem Film fehlt einfach die Seele. Die Grundidee bzw. die wahre Geschichte, die sich hinter den Monuments Men verbirgt ist doch interessant, warum kommt dann am Ende ein so unbedeutender und öder Film dabei heraus? Irgendwann habe ich einfach nur noch gehofft, dass der Film endlich zu Ende geht.

Gegen die Kamera- und die Regiearbeit habe ich nichts einzuwenden. Auch die Ausstattung war solide, die Filmsets wurden perfekt ausgewählt und wirkten authentisch. Die Filmmusik (obwohl von Alexander Desplat) ging mir allerdings auf die Nerven.

Der deutsche Schauspieler Justus von Dohnányi ist mir positiv aufgefallen. The Wolf of Wall Street und jetzt „The Monuments Men“ haben mir gezeigt, dass Jean Dujardin keine Eintagsfliege im amerikanischen Kino sein muss.

Bei diesem Filmprojekt hat George Clooney sogar seinen Papa Nick mit ins Boot geholt. Zum Ende des Films hat er einen kurzen Auftritt als älterer Frank Stokes (George Clooney).

Der amerikanische Trailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Draft Day“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Sportfilm mit Kevin Costner, Frau Affleck und, ja, Frank Langella
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Railway Man“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie. Zweiteweltkriegsdrama mit Nicole Kidman und Colin Firth
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (mit einem extrem straff gezogenen Gesicht) und Sam Worthington.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Die Musik passt nicht zum Trailer. Ich weiß nicht, ob ich schon wieder bereit bin, einen Tom-Cruise-Film zu sehen.
?Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „The Amazing Spider-Man 2“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Schon der zweite Teil der Reihe? Diese Neuverfilmung sieht gar nicht gut aus. Andrew Garfield ist m. E. auch der Falsche. Hier spielen auch Sally Field, Paul Giamatti, Campbell Scott und, vor allen Dingen, Dane DeHaan mit. Na toll, ich habe mir vorgenommen, jeden Film mit Dane DeHaan zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mmmmh?

Trailer v. Film: „X-Men: Days of the Future Past“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Noch so ein Marvel-Mist. Noch so ein Film mit Nicht-Schauspieler Hugh Jackman. Da muss ich die Kritiken abwarten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt?der kann gar nicht gut sein. Gucken wir mal.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gucken wir mal

Berlin – Film: "Inside Llewyn Davis"

Ich war am 21.11.13 in Berlin und habe mir im Kino angeschaut:

„Inside Llewyn Davis“ (dt. Kinostart: 05.12.13) 104 min drama, comedy
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, Adam Driver

Im Jahr 1961 in New York. Llewyn Davis (Oscar Isaac) ist ein erfolgloser Folkmusiker. Er war Part eines Musikerduos bis sich sein Partner das Leben nahm. Jetzt lebt er von der Hand in den Mund. Nicht einmal eine eigene Wohnung kann er sich leisten. Jede Nacht schläft er bei anderen Freunden auf der Couch. Gerade als er eines Morgens die Wohnung eines befreundeten Ehepaars verlassen will, entwischt ihm auch noch deren Katze…

B- (Wertung von A bis F) Ganz vage basiert „Inside Llewyn Davis“ auf den Memoiren von Dave Van Rock.

Der neueste Film der Coen Brüder ist eine Charakterstudie eines erfolglosen Folkmusikers zu Beginn der 1960er Jahre in New York, kurz bevor Bob Dylan in die Stadt kam und die gesamte Szene auf den Kopf stellte. Der fiktive Charakter Llewyn Davis ist ein guter Musiker, nur von seiner Musik allein kann er nicht leben. Einen Plan B hat er aber auch nicht. Er hat kein Geld, nicht mal einen Wintermantel hat er, ganz zu schweigen von einer eigenen Wohnung. Zu allem Überfluss ist es auch noch seine Schuld, dass die Katze von Freunden abhaut und die Frau seines Freundes ist auch noch schwanger. Vielleicht von ihm, genaues weiß man aber nicht. Llewyn Davis ist irgendwie vom Pech verfolgt, aber trifft auch falsche Entscheidungen. Jedenfalls halten ihn alle für einen Verlierer.

Auch wenn für mich nicht alle Filme von Joel und Ethan Coen die Klasse von „Raising Arizona“, „Fargo“, „The Big Lebowski“, „The Man Who Wasn´t There“, No Country for Old Men und A Serious Man haben, so sind sie für mich alle auf ihrer Art sehenswert. Bei den Filmen der Coen Brüder bekommt man immer auffällig tolle Szenenbilder, authentische und detailverliebte Ausstattungen und skurrile Charaktere und Dialoge geboten.

Bei „Inside Llewyn Davis“ mochte ich am meisten einen der Nebencharakter gespielt von Garrett Hedlund, aber auch Stark Sands und John Goodman haben mir gefallen. Schauspielerisch gut fand ich – wieder einmal – Carey Mulligan, nur ging mir ihr Charakter richtig auf die Nerven.

Oscar Isaac („Body of Lies“, „Robin Hood“, Drive) war mir bislang noch gar nicht aufgefallen. Die Coens haben „Inside Llewyn Davis“ als eine Art Dokumentation gefilmt. Die kreativen Filmemacher haben eine Weile gebraucht, um die Figur des Llewyn Davis perfekt zu besetzen. Für diese Hauptrolle haben sie einen Schauspieler gesucht, der live singen kann, praktisch ein Folk-Konzert geben kann. Ein solches Talent haben sie mit Oscar Isaac gefunden. Für mich gibt Oscar Isaac eine Oscar-Performance, weil es außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt, dass er diesen Folksänger/diese Verlierertype nur gespielt hat. Die Kategorie Bester Schauspieler ist im nächsten Jahr schon bestens aufgestellt. Seit Jahren gab es nicht so viele Anwärter, die es verdient hätten unter die letzten Fünf zu kommen. Ich sehe Robert Redford, Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor und Tom Hanks als bereits festgesetzt und um den letzten Platz in dieser Kategorie müssen halt Oscar Isaac, Bruce Dern, Forest Whitaker, Joaquin Phoenix, Michael B. Jordan, Christian Bale und vielleicht Leonardo DiCaprio (bis zum heutigen Tag, den 26.11.13, ist der neue Scorsese-Film noch nicht öffentlich gezeigt worden) kämpfen. Oscar Isaac hat mit „Inside Llewyn Davis“ definitiv seinen Durchbruch geschafft. Die Filmindustrie ist jetzt auf ihn aufmerksam geworden und man wird ihm sehr wahrscheinlich großartige Rollenangeboten unterbreiten. Ich bin jetzt schon ganz gespannt, ihn in einer völlig anderen Rolle zu sehen.

Viel zu laut und dominant war mir die Musik im Film, hat mich musikalisch auch gleich an einen der für mich schwächsten Coen Filme („O Brother, Where Art Thou?“) erinnert. Das ist nicht weiter verwunderlich, da T-Bone Burnett für beide Filme den Soundtrack produziert hat.

„Inside Llewyn Davis“ kommt in den U.S.A. am 6.12.13, bzw. 20.12.13 ins Kino. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

„Inside Llewyn Davis“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Oscar Isaac), Bester Nebendarsteller (John Goodman), Beste Nebendarstellerin (Carey Mulligan), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Filmschnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Was die Musik von „Inside Llewyn Davis“ angeht, ist es derzeit noch sehr fraglich, ob die Musik in dem Film die strengen Richtlinien der Academy erfüllt. Speziell der Song „Please Mr. Kennedy“ war im Gespräch für eine mögliche Oscar-Nominierung, derzeit ist aber eher wahrscheinlich, dass der Song disqualifiziert wird.

„Inside Llewyn Davis“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2013 gezeigt. Dort wurde „Inside Llewyn Davis“ mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, was als zweiter Platz nach der Goldenen Palme gilt.

dt. Trailer zu sehen:

Originaltrailer zu sehen:

San Francisco – Film: Monsters University – 3D"

Ich war am 25.06.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Monsters University – 3D“ (dt. Titel: „Die Monster Uni“ , dt. Kinostart war der 20.06.13) 104 min animation, sequel
dir. Dan Scanion voices: Billy Crystal, John Goodman, Steve Buscemi, Sean Hayes, Helen Mirren, Alfred Molina, John Krasinski, Bill Hader, Aubrey Plaza

Mike Wazowski (Billy Crystal) macht mit seiner Grundschule-Klasse einen Ausflug zur Monster AG. Seit diesem Zeitpunkt träumt er davon, eines Tages ein professioneller Schrecker zu werden. Um das Handwerk richtig zu erlernen, muss Mike auf die renommierte Monster Universität gehen. Er schreibt sich für Schreckwissenschaften ein und trifft auf Sulley (John Goodman). Die beiden sind sich alles andere als grün und erst einmal Konkurrenten…

B- (Wertung von A bis F) „Monsters University“ erzählt die Vorgeschichte zu dem Pixar-Film „Monsters, Inc.“ aus dem Jahr 2001.

Nachdem ich keinerlei Interesse an den letzten beiden Pixar-Filmen („Cars 2“ und „Brave“) hatte, musste ich dieses Jahr aber wieder einen sehen. Der 14. Pixar-Animationsfilm ist nun nicht gerade einer der besten Pixar-Filme, man kann ihn aber gucken. „Monsters University“ hat ein paar originelle Charaktere (besonders angetan war ich von der erstklassig animierten Leiterin der Fakultät, die auch so wunderbare Geräusche macht, wenn sie sich bewegt. Großartig gesprochen wird sie von Helen Mirren) und einigen Einfälle (ich liebe den Simulator). Ansonsten bietet der Film einen guten Humor. Leider zieht sich der Mittelteil des Film ganz schön und ist, für meinen Geschmack, allgemein etwas zu lang geraten.

Mit dem Verkauf von PIXAR an Disney habe ich mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass es irgendwie vorbei ist mit den bahnbrechend originellen Pixar-Filme. Früher habe ich mich schon lange im Vorfeld auf diese ganz besonderen Animationsfilme gefreut. Heutzutage wirkt ein Pixar-Film für mich aber eher wie ein Disney-Film. Außerdem finde ich es schade, dass Pixar heutzutage mehr auf Fortsetzungen („Cars 2“, bestätigt ist auch der 2. Teil von „Finding Nemo“ und im Gespräch ist auch ein weiterer „The Incredibles“-Film) setzt. Im nächsten Jahr wird uns mit „The Good Dinosaur“ aber erst einmal eine neue Pixar-Geschichte erzählt und darauf freue ich mich schon sehr und hoffe inständig, dass ich nicht wieder enttäuscht werde.

Gesehen habe ich „Monsters University“ in der 3D-Fassung. Es ist für mich aber kein Film, bei dem ich unbedingt zu der wesentlich teureren Version raten würde.

B- (Wertung von A bis F) Als Vorfilm wurde der Kurzfilm „The Blue Umbrella“ gezeigt. Technisch ist der Film, wie erwartet, brillant. Ich habe mich sogar mitunter gefragt, ob das jetzt ein Realfilm oder ein animierter Film ist. Die Story ist aber sehr dünn und hat mich zu sehr an den, in diesem Jahr mit einem Oscar prämierten, Kurzfilm „Paperman“ erinnert.

Zwei Trailer, die mir am besten gefallen haben:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Despicable Me 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Fortsetzung des Animationsfilms. Mittlerweile weiß ich. dass sich dieser Film definitiv lohnt.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer von Film: „Planes“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: spin-off von Pixars „Cars“. Laaangweilig!
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Frozen“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Disney-Animationsfilm. Wie großartig ist denn dieser Trailer? Eigentlich ist es ja ein Kurzfilm.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „The Smurfs 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung des Animationsfilms.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film: „Despicable Me 2“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung des Animationsfilms. Meine Güte, was hat Universal in die Werbung investiert? Vor „MU“ wurden tatsächlich ein Teaser und ein Trailer gezeigt.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer von Film: „Free Birds“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 50%

Trailer von Film: „Turbo“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: DreamWorks-Animationsfilm.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 60%

San Francisco – Film: "Flight"

Ich war am 02.11.12 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Flight“ (dt. Kinostart: 24.01.13) 138 min drama
dir. Robert Zemeckis cast: Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly, John Goodman, Bruce Greenwood, Melissa Leo

Whip Whitaker (Denzel Washington) ist Kapitän einer Fluggesellschaft. Auf einem Flug von Orlando nacht Atlanta gerät den Piloten das Flugzeug außer Kontrolle. Nach einer eigentlichen aussichtslosen Situation schafft es Whip Whitaker, den Flieger notzulanden. Wie durch ein Wunder werden beinahe alle Passagiere und Crew-Mitglieder gerettet. Whip wird als Held gefeiert. Dann ziehen aber dunkle Wolken am Himmel auf, als sich herausstellt, dass bei ihm Alkohol und Kokain im Blut gefunden wurde…

C- (Wertung von A bis F) „Flight“ ist von Anfang bis Ende ein Hollywood-Film, für mich im schlechtesten Sinne.

Die Szenen im Flugzeug und auch der Flugzeugabsturz sind so unrealistisch wie sie nur Hollywood erfinden kann. (Dazu beziehe ich, nach den vorgeschalteten Trailern, zu drei Punkten etwas genauer Stellung*) Gut, sicherlich sehe ich die Flugsituationen in Filmen immer kritischer als der normale Kinozuschauer. Etwas künstlerische Freiheit stehe ich den Filmemachern auch zu. Aber die gezeigte Situation ist schlichtweg falsch und da habe ich nicht mal darüber angefangen, dass bei diesem gezeigten Wetterbedingungen weder die Lotsen noch die Piloten aus Sicherheitsgründen den Flieger hätten starten lassen. Über die eigentliche Notlandung hülle ich mich lieber ganz in Schweigen. Das Ganze nimmt auch nur ungefähr die ersten zwanzig bis dreißig Minuten des Films ein, die meisten Zuschauer finden diese Sequenz wahrscheinlich wirkungsvoll und atemberaubend.

Nun gut, hauptsächlich geht es in diesem Drama aber um einen Menschen, der alkoholkrank ist und seine Finger auch von anderen Drogen nicht lassen kann. Einen Tag zuvor habe ich noch das solide Portrait einer Alkoholikerin mit „Smashed“ gesehen. Alles was Mary Elizabeth Winstead da glaubhaft vermittelt, gelingt Denzel Washington meines Erachtens überhaupt nicht. Ich glaube, Denzel Washington steht sein Bekanntheitsgrad und seine zu große Präsenz im Weg. Vergleichbar vielleicht mit Tom Hanks heutzutage. Der kann auch nicht mehr hinter einer Filmfigur förmlich „verschwinden“ oder diese sein. Egal wie dick die Schminke aufgetragen ist (siehe Cloud Atlas) man sieht jederzeit Tom Hanks. So verhält es sich auch mit Denzel Washington. Das Talent spielt dann sicherlich auch rein, so habe ich in den Szenen mit Denzel Washington und Don Cheadle gesehen, dass Don Cheadle der eindeutig bessere Schauspieler ist. Der ist auch viel wandelbarer und ich hätte mir gewünscht, dass er die Hauptrolle gespielt hätte.

Denzel Washingtons Performance ist okay, aber fern davon nominierungswürdig zu sein. Derzeit ist er bei vielen Oscar-Analysten in der Top 5 der Favoritenliste. Von den von mir bereits gesehenen Performances dieses Jahr hätten es eher Frank Langella für Robot & Frank, Tommy Lee Jones für Hope Springs, Jean-Louis Trintignant für Amour oder meinetwegen auch Jack Black für Bernie verdient.

Einen wirklich guten Eindruck haben bei mir, wie gesagt, Don Cheadle, aber auch John Goodman hinterlassen. Bei beiden Schauspielern würde ich eine Nominerung befürworten. John Goodman ist in „Flight“ nur zweimal kurz zu sehen, wahrscheinlich ist seine Rolle (wie schon in Argo) zu klein, um ihn für die Beste Nebenrolle zu nominieren. Diese beiden Szenen sind aber die besten im Film.

Seitdem es wieder zehn bzw. bis zu zehn Filme gibt, die von der Academy für den Oscars als Bester Film nominiert werden, kommt es in einer Regelmässigkeit zu einer Nominierung von Filmen, die den Geschmack der Allgemeinheit treffen. Bei diesen Filmen, kann man sich im Prinzip berieseln lassen. Zum Nachdenken sollen solche Filme nicht anregen. Die Gefühle, die man für die Charaktere oder die Handlung empfinden soll, bekommt man praktisch auf dem Silbertablett präsentiert. Man weiß eigentlich immer genau, was in der nächsten Szene passiert. Gerne kommt auch das Thema Glaube und Religion irgendwo – mal mehr, mal weniger dominant – vor und der Soundtrack, wie in „Flight“ erfreut wahrscheinlich die meisten Zuschauer. Im Filmjahr 2011 war es The Help, im Filmjahr 2009 war es The Blind Side und für das Filmjahr 2012 wird es, wenn es richtig schief läuft, „Flight“ sein.

„Flight“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2012 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Guilt Trip“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Barbra Streisand und Seth Rogen als Mutter und Sohn. Das passt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Reacher“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Action mit Tom Cruise. Im neuen Trailer habe ich gesehen, dass Werner Herzog mitspielt. Das ist für mich eigentlich schon ein Grund, den Film zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Promised Land“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Gus Van Sants neuer Film mit Matt Damon, Frances McDormand, John Krasinski
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Silver Linings Playbook“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David O. Russells neue Tragikomödie mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver und Robert De Niro. Der Film gilt immer noch als einer der Oscar-Favoriten, mal gucken wieviele Schauspieler es schaffen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ang Lees Romanverfilmung, Film gilt als Oscar-Favorit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Lincoln“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Film über Abraham Lincoln. Film gilt als Oscar-Favorit, Daniel Day-Lewis auch. Der neue Trailer ist nicht gut, erinnert mich visuell und musikalisch zu sehr an Spielbergs letzten Film „War Horse“
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

*(Wie sicherlich auch jeder Nicht-Vielflieger weiß, hat sich die Fliegerei seit dem 11.September 2001 drastisch verändert. 1.) Die Cockpittür ist stets verschlossen, förmlich verbarrikadiert. Der Pilot würde demnach nie, insbesondere bei den noch strengeren amerikanischen Sicherheitsvorkehrungen seitens der FAA, seine Ansage in der Bordküche mit Blick in die Kabine vornehmen. 2.) Bei einem plötzlichen Druckabfall, wie es hier definitiv der Fall war, fallen automatisch Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke. Das erfährt man als Passagier schon in der Sicherheitsvorführung vor dem Start. Hier fallen weder Sauerstoffmasken, noch greift die Crew in der Kabine und im Cockpit zu ihren Masken, um den notwendigen Sauerstoff zu beziehen. Das hätte zur Folge, dass innerhalb von nur wenigen Sekunden alle Passagiere und Crew-Mitglieder im Bewusstsein eingeschränkt oder gar bewusstlos und damit reaktionsunfähig sind. 3.) Eine Flugbegleiterin wird, so hart sich das vielleicht anhört, sich im Sinkflug nicht um ein Kind in der Kabine kümmern (davon abgesehen, dass sie ohne Sauerstoff sowieso nicht dazu fähig wäre), sondern angeschnallt auf einer Flugbegleiterposition oder wenigstens auf einem Passagiersitz wiederfinden. Schon alleine um sich selbst zu schützen, aber auch um dann ihre eigentliche Aufgabe am Boden, die Passagiere so schnell wie möglich zu evakuieren, wahrzunehmen. Das wird regelmässig trainiert und Flugbegleiter müssen auch einmal im Jahr praktische und schriftliche Prüfungen für jedes Flugzeugmuster, das sie fliegen, ablegen.)

Boston – Film: "Argo"

Ich war am 20.10.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„Argo“ (dt. Kinostart: 08.11.12) 120 min thriller
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Bryan Cranston, Alan Arkin, John Goodman, Kyle Chandler, Tate Donovan, Scoot McNairy, Philip Baker Hall, Chris Messina

Im November des Jahres 1979 befindet sich Iran inmitten der islamischen Revolution. Seit Wochen finden vor der U.S. Botschaft in Teheran Demonstrationen gegen Amerika und für die Auslieferung von dem in die U.S.A. geflüchteten Schah Reza Pahlavi statt. Schließlich stürmen wutentbrannte radikale Iraner am 4.11. 79 die amerikanische Botschaft und nehmen 52 Mitarbeiter als Geiseln. Im Verlauf dieser Aktion konnten sechs Botschaftsangehörige über den Hintereingang flüchten und fanden letztlich Zuflucht im Haus des kanadischen Botschafters. Der CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck) versucht nun, diese Amerikaner sicher und so schnell wie möglich außer Landes zu schmuggeln. Ein listiger Plan muss her. Tony Mendez hat schließlich die Idee, eine fiktive Sci-Fi Filmproduktion namens „Argo“ ins Leben zu rufen. Die sechs zu befreiende Amerikaner bekommen neue Identitäten. Sie sollen sich als Mitglieder einer kanadischen Filmcrew ausgeben, die sich im Iran aufgehalten haben, um dort nach geeigneten Drehorten zu suchen. Um diesen fiktiven Film echt erscheinen zu lassen, werden sogar mit Lester Siegel (Alan Arkin) ein richtiger Hollywoodproduzent und mit John Chambers (John Goodman) ein Oscar-prämierter Maskenbildner verpflichtet…

A- (Wertung von A bis F) „Argo“ basiert auf wahren Begebenheiten. Der ehemalige U.S. Präsident Bill Clinton hat diese, über so viele Jahre verschwiegene, Geheimdienstoperation im Jahr 1997 an die Öffentlichkeit gebracht.

Gleich mit dem wunderbaren Prolog hatte ich das Gefühl, jetzt einen der besten Filme des Jahres 2012 zu sehen zu bekommen. Mit dem Abspann (den man sich auch unbedingt anschauen sollte) war mir klar, dass „Argo“ in meiner Top Ten für 2012 landen wird. Das heißt aber nicht, dass ich alles an dem Film perfekt finde. „Argo“ schwächelt für einige Szenen, was für mich hauptsächlich mit dem Schauspieler Ben Affleck zu tun hat. Die letzten vielleicht vierzig Minuten sind unfassbar spannend, daher sehe ich großzügig darüber hinweg, dass nicht alles so realistisch ist.

So talentiert sich Ben Affleck mit „Argo“ als Regisseur zeigt, so schlecht ist er hier als Schauspieler. In den Szenen, in denen er neben den richtig guten Schauspielern John Goodman und Alan Arkin zu sehen ist, vermittelte sich bei mir sogar der Eindruck, dass er es selbst kaum glauben kann neben solchen Schauspieltalenten zu spielen. Auf Äußerlichkeiten bezogen: Es ist bekannt, dass er auch privat ein Haarteil trägt, seine ulkige Perücke in „Argo“ hat mich immer etwas aus dem Film gebracht, ebenso seine Körperhaltung und sein Gang. Außerdem sieht es unecht aus, wenn er eine Zigarette raucht. Seine Ausdruckslosigkeit und seine Grenzen als Schauspieler tragen nicht zur Glaubwürdigkeit seines Charakters bei. Ben Afflecks Einzelszenen sind für mich die schwächsten Szenen im Film. Eine andere Besetzung der Hauptrolle wäre wünschenswert gewesen. In den U.S. A. ist auch Kritik aufgekommen, dass er keinen lateinamerikanischen Schauspieler für die Rolle des Tony Mendez besetzt hat.

Als Regisseur hat sich Ben Affleck mit seinem dritten Film (nach dem – in meinen Augen – nicht so dollen Gone Baby Gone und The Town) jetzt aber meinen Respekt verdient. So würde ich ihn jetzt zweifelsfrei in einem Atemzug mit den bekannten Schauspielern (dem leider viel zu früh verstorbenen Sydney Pollack, Ron Howard, Robert Redford, Clint Eastwood und George Clooney) nennen, die erfolgreich ins Regiefach gewechselt sind. Ben Affleck wäre sehr gut beraten, wenn er sich zukünftig ausschließlich auf seine Regiearbeiten konzentrieren würde.

„Argo“ hat alle Zutaten für einen Oscar-Film: Der Politthriller basiert auf wahren Begebenheiten mit einem nicht unwesentlichen Bezug zu Hollywood, es enthält eine verdammt gute und auch irgendwie zeitgemässe Story, man kann mit glaubwürdigen Charakteren mitfiebern, gedreht nach einem hervorragenden Drehbuch, er enthält nominierungswürdige Performances (Alan Arkin, John Goodman) und Regie führt ein Schauspieler, der sich bereits durch seine beiden Vorgängerfilme einen Namen gemacht hat, sich selbst Oscar-Preisträger (Bestes Originaldrehbuch für „Good Will Hunting“, da ist auch schnell vergessen dass er als Schauspieler für zahlreiche Filme für die Goldene Himbeere nominiert und ausgezeichnet wurde) nennen darf. Schließlich ist auch noch Hollywood-Liebling Georg Clooney Co-Produzent des Films. Nicht unerheblich ist, dass „Argo“ bei den Kritikern sehr beliebt ist, aber auch zugleich – wie es jetzt nach 10 Tagen erscheint – auch ein Erfolg an der amerikanischen Kinokasse. Die Produktionskosten sind jedenfalls nach 1 1/2 Wochen Kinoauswertung – alleine in den U.S.A. – schon beinahe eingespielt.

„Argo“ ist derzeit für zahlreiche Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Hilfe!), Beste Nebendarsteller (Alan Arkin, John Goodman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik

„Argo“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Stand Up Guys“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Al Pacino und Alan Arkin und Christopher Walken
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Not Fade Away“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit James Gandolfini, Oscar-Chancen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zero Dark Thirty“
Bewertung des Trailers: A (neuer Trailer)
Kommentar: Kathryn Bigelows neuer (Oscar)Film mit Jessica Chastain, Joel Edgerton, James Gandolfini. Ich wünsche mir, dass dies ein A-Film wird.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gangster Squad“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Thriller mit Sean Penn, Ryan Gosling, Josh Brolin, Nick Nolte, Giovanni Ribisi, Michael Pena. War der Amoklauf in dem amerikanischen Kino der einzige Grund, dass Warner den Film aus der Oscar-Saison geschoben hat?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Ang Lees Romanverfilmung, Film gilt als Oscar-Favorit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Cloud Atlas“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Romanverfilmung von Tom Tykwer und den Wachowskis mit Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess und Susan Sarandon. Oscar-Chancen müssen sich noch zeigen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%