San Francisco – Film: „Queen & Slim“

Ich war am 29.11.19 in San Franciso und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Queen & Slim“ (dt. Kinostart: 09.01.20)   132 min  drama, thriller 

dir. Melina Matsoukas  cast: Daniel Kaluuya, Jodie Turner-Smith, Chloe Sevigny, Bokeem Woodbine, Flea, Indya Moore

 

Als Slim (Daniel Kaluuya) Queen (Jodie Turner-Smith) nach ihrem ersten Date nach Hause fährt, werden sie von einem Polizisten angehalten. Die Situation eskaliert, am Ende stirbt der Polizist und Queen und Slim sind auf der Flucht….

 

A-(Wertung von A bis F) „Queen & Slim“ ist das Spielfilmdebüt der renommierten, afroamerikanischen Musikvideo, Werbe- und TV-Regisseurin Melina Matsoukas. Das Drehbuch stammt von der afroamerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin (u.a. TV-Serien „Bones“„Master of None“) und Produzentin Lena Waithe.

Bevor ich mir „Queen & Slim“ anschaute, dachte ich – nachdem was ich oberflächlich über den Film las – dass es sich bei diesem Film um eine „schwarze Bonnie & Clyde“-Version handelt. Die Geschichte ähnelt jedoch eher der des Roadmovies „Thelma & Louise“, die Titelcharaktere hier sind keine flüchtigen Kriminellen. Sie wurden aufgrund ihrer Hautfarbe, in eine Situation gebracht, bei der sie aus Notwehr einen weißen Polizisten töteten. In den Vereinigten Staaten ist das keine günstige Ausgangsposition für Schwarze. Slim denkt eher rational, will die Polizei verständigen, Queen, die ihre Erfahrungen als Anwältin für Strafrecht gemacht hat, überzeugt ihn jedoch, zu fliehen. Die Dashcam-Aufnahme aus dem Polizeiauto wird innerhalb kürzester Zeit zum viralen Hit, was dazu führt, dass sie als Polizisten-Mörder landesweit gesucht werden und gleichzeitig in der Black Community als Symbolfiguren gefeiert werden, die sich gegen Polizeiwillkür und Polizeigewalt gewehrt haben.

Regiearbeit fällt auf, wenn sie besonders gut oder schlecht ist, diese hier fand ich außergewöhnlich gut. Ich mochte aber auch die Prämisse, zwei eigentlich Fremde, die durch eine Ausnahmesituation zusammengeschweisst werden. Von einem Moment auf den anderen ändert sich ihr Leben. Queen (Jodie Turner-Smith) und Slim (Daniel Kaluuya) hatten sich über Tinder kennengelernt, waren aber nicht sonderlich begeistert voneinander und hätten sich vielleicht nach ihrem ersten Date nie wieder gesehen. Dann kam es zu dem Vorfall mit dem rassistischen Polizisten, die Situation eskalierte, am Ende war der Polizist tot und Queen und Slim auf der Flucht. Die beiden grundverschiedenen Persönlichkeiten müssen sich nun – auf ihrer Flucht – erst mal kennenlernen, wohin dabei die Reise in ihrem Leben geht, weiß keiner so genau. Die Beziehung von Queen & Slim stammt nicht aus der Feder eines fantasiereichen Autors für Hollywood-Romanzen, alles was sich zwischen den beiden entwickelt, fand ich zu jedem Zeitpunkt glaubhaft. Ich liebe die gesamte Sequenz in dieser Spelunke. 

Es gibt in diesem wunderbaren Roadmovie jedoch eine Szene, die für mich aus dem Nichts kam. Ich weiß nicht, was sich die Drehbuchautorin und die Regisseurin dabei gedacht haben, was sie damit aussagen wollten. Ich sehe „Queen & Slim“ auch vordergründig nicht als politisches Drama, sondern mehr als ausgezeichnet inszenierten und fotografierten, spannenden Film, der in keiner guten, aber sich irgendwo real anfühlenden Welt spielt. Gerne möchte ich mehr von dem Team Waithe/Matsoukas sehen. 

Als ich Get Out das erste Mal sah, hätte ich nie gedacht, dass Daniel Kaluuya mal einer der Schauspieler sein wird, der mich auch in anderen Filmen beeindrucken könnte. Bis heute habe ich „Get Out“ fünf Mal gesehen und fand Kaluuya jedes Mal besser, in Widows spielte er dann mal einen Fiesen und nun zeigt der britische Schauspieler (was man kaum glauben kann, weil er akzentfrei Amerikanisch spricht) in diesem Film wieder eine ganz andere Facette seines Schauspiels. Das ehemalige Model Jodie Turner-Smith hat eine starke Präsenz in diesem Film. Gefreut habe ich mich auch, die transsexuelle Schauspielerin Indya Moore (aus der TV-Serie „Pose“) In einer kleinen Rolle zu sehen.

Das Filmjahr 2019 nähert sich langsam dem Ende zu, ich habe noch ein paar Filme zu schauen. „Queen & Slim“ könnte aber in meiner Top Ten landen. Update: „Queen & Slim“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2019.

„Queen & Slim“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Hauptdarstellerin (Jodie Turner-Smith), Bestes Originaldrehbuch 

„Queen & Slim“ wurde erstmalig auf dem AFI-Fest 2019 gezeigt. Der Film ist am 27.11.19 in 1,690 amerikanischen Kinos gestartet. Für Deutschland ist ein Kinostart für den 09.01.20 geplant. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Just Mercy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Destin Daniel Crettons neuer Film mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx und Brie Larson

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Star Wars: The Rise of Skywalker„

Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer) 

Kommentar: neunter Part der Saga – gähn

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Little Women„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Neu-Verfilmung des gleichnamigen Romans und neuer Film von Greta Gerwig mit Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh, Laura Dern, Meryl Streep, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

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Trailer v. Film: „The Rhythm Section„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Reed Moranos neuer Film, Actionthriller mit Blake Lively und Jude Law, startet im Januar, schwieriges Startdatum…

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Uncut Gems„

Bewertung des Trailers: A- (Redband-Trailer) 

Kommentar: Neuer Film der Safdie Bros. mit Adam Sandler. Ich glaube, die Filme der Brüder sind nicht meins.

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Underwater„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Kristen Stewart und Vincent Cassel 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „Black Christmas„

Bewertung des Trailers: D

Kommentar:  Horrorfilm, Trailer verrät wieder gesamten Film 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke nicht 

San Francisco – Film: „Widows“

Ich war am 22.11.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Widows“ (dt. Filmtitel: „Widows – Tödliche Witwen, dt. Kinostart: 06.12.18) 128 min crime, thriller, adaptation 

dir. Steve McQueen  cast: Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Brian Tyree Henry, Daniel Kaluuya, Jacki Weaver, Carrie Coon, Robert Duvall, Liam Neeson, Garret Dillahunt, Jon Bernthal, Lukas Haas

 

Der letzte Raubüberfall ist schief gegangen ist und der Drahtzieher des Raubes, Harry (Liam Neeson) und seine Komplizen wurden getötet. Der Gangster Jamal (Brian Tyree Henry) stattet Harrys trauernder Witwe Veronica (Viola Davis) einen Besuch ab, er will sein Geld in Höhe von zwei Millionen Dollar zurück. Geld, das Veronica nicht hat, die Beute des letzten Raubes ist mit verbrannt. Ihr verstorbener Mann hat ihr jedoch ein Notizbuch mit Plänen für einen weiteren Raubüberfall hinterlassen. Sie kontaktiert die Witwen der anderen, bei dem Raubüberfall getöteten Kriminellen. Schließlich beschließen Veronica, Linda (Michelle Rodriguez) und Alice (Eilzabeth Debicki) aus der Not heraus, den Coup durchzuführen…

 

B- (Wertung von A bis F) „Widows“ basiert auf der gleichnamigen britischen Krimiserie aus den 1980er Jahren. Es ist der neue Film des britischen Autors und Filmemachers Steve McQueen. Nach Hunger, Shame und 12 Years a Slave ist dies sein vierter Film. Das Drehbuch hat Steve McQueen mit Gillian Flynn verfasst. Sie hat die Romanvorlagen zu dem Film Gone Girl und der TV-Serie Sharp Objects geschrieben.  

Bei diesen brillanten Schauspielern, geführt von diesem begnadeten Regisseur habe ich mir leider sehr viel mehr versprochen. Der Film bietet auch einige innovative Szenen, allein in einer sieht man nur die Kühlerhaube einer fahrenden Limousine und dazu den vorbeiziehenden Teil von Chicago. Während man also auf dieser Fahrt realisiert, dass die Unterprivilegierten nur wenige Blocks von den Privilegierten entfernt residieren, lauscht man einem kurzen Gespräch des in der Limousine sitzenden Chicagoer Politikers (gespielt von Colin Farrell), der dort als Stadtrat kandidiert. Eine ungewöhnliche und doch so ausdrucksstarke Szene. Aber auch bereits die Anfangsszene, eine Parallelmontage  (in der man u.a. eine leidenschaftliche Kussszene zwischen einer schwarzen Ehefrau und ihrem weißen Angetrauten sieht) ist etwas, so normal es sich anhört, was man in amerikanischen Kinofilmen nie zu sehen bekommt. Außerdem gibt es eine Dialogszene zwischen Colin Farrells und Robert Duvalls Charakteren, die ich großartig finde. „Widows“ war einer der Filme, auf den ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe und doch war ich am Ende etwas enttäuscht. Vielleicht weil die Spielfilmform den einzelnen Charakteren und auch der komplexen Handlung nicht in Gänze gerecht werden kann. Und dann gibt es da eine große Wendung (die zu einer weiteren führt), die mich leider überhaupt nicht überzeugt hat. 

Ich hatte das Glück, die australische Schauspielerin Elizabeth Debicki bereits in dem Mehrteiler The Night Manager für mich entdecken zu dürfen, hier ragt sie (nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße) aus der sowieso schon erstklassigen Besetzung heraus. Daniel Kaluuya, bei dem ich noch in meinem Beitrag zu Black Panther erwähnte, dass ich ihn wohl ein Leben lang mit Get Out verbinden würde, liefert hier eine Performance, die mich seine einprägsame Rolle vergessen liess. Cynthia Erivo, die mir erst im letzten Monat erstmalig in Bad Times at the El Royale aufgefallen ist, zeigt hier wie wandelbar sie ist. Tatsächlich war „Widows“ das Spielfilmdebüt der britischen Theaterschauspielerin und Sängerin. Von Liam Neeson, Viola Davis, Collin Farrell, Robert Duvall, Jacki Weaver ganz zu schweigen – Ich bin geneigt, mir den Film ein zweites Mal anzuschauen, aber kann ich dann über die Logiklücken hinwegsehen, ärgere ich mich dann nicht wieder darüber, dass den Charakteren und der Handlung nicht mehr Raum gegeben wird, die Erzählstränge am Ende nicht perfekt harmonieren und – vor allen Dingen – bringen mich dann nicht wieder die Wendungen völlig aus dem Film?

„Widows“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Viola Davis), Bester Nebendarsteller (Daniel Kaluuya), Beste Nebendarstellerin (Elizabeth Debicki, Michelle Rodriguez), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Widows“ ist erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt worden. Der Film wird bereits seit dem 6.11.18 in den Kinos in Großbritannien gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist „Widows“ am 16.11.18 in 2,803 Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film unter dem Filmtitel „Widows – Tödliche Witwen“ ab dem 6.12.18 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Creed II„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar: Fortsetzung zu Creed, wieder mit Michael B. Jordan, Tessa Thompson und Sylvester Stallone

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „The Upside„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Remake dieses französischen Films („Ziemlich beste Freunde“), hier mit Bryan Cranston, Kevin Hart und Nicole Kidman

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nicht, wenn ich es verhindern kann


Trailer v. Film: „Cold Pursuit„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Actionthriller mit Liam Neeson und Laura Dern

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei Liam Neeson bin ich eigentlich immer dabei


Trailer v. Film: „Miss Bala„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Actionthriller mit Gina Rodriguez und Anthony Mackie

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Green Book„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Oscar-Kandidat mit wahrscheinlich einem weiteren Oscar-Gewinn für Mahershala Ali

Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „What Men Want„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Komödie, eine scheinbar völlig unlustige noch dazu. Mit Taraji P. Henson und Tracy Morgan 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ganz sicher nicht 


Trailer v. Film: „The Favourite„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: möglicher Oscar-Kandidat. Yorgos Lanthimos neuer Film mit Olivia Colman, Rachel Weisz und Emma Stone

Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem NYFF56 gesehen


Trailer v. Film: „Aquaman„

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: Superhelden-Kram. Schon die pure Existenz dieses Films kann ich kaum glauben

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „Black Panther“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Black Panther“ (dt. Kinostart war der 15.02.18) 134 min fantasy, action, adventure
dir. Ryan Coogler cast: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong´o, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Angela Bassett, Forest Whitaker, Andy Serkis

 

Das afrikanische Königreich Wakanda ist die technologisch fortschrittlichste Nation der Welt. Zu verdanken haben die Einwohner das, einem besonderen, nur in ihrem Land vorkommenden, Metall, Vibranium. Um ihren Wohlstand zu erhalten, leben sie in einer selbstgewählten Isolation. Als der König von Wakanda einem Anschlag zum Opfer fiel, soll sein Sohn T´Challa (Chadwick Boseman) das Land regieren. Der König dieses Landes erhält immer auch die speziellen Black-Panther-Kräfte. Aber auch andere erheben Ansprüche auf den Thron…

 

B (Wertung von A bis F) „Black Panther“ ist der neue Film des afroamerikanischen Autors und Filmemachers Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed). Dies ist der 19. Film der Marvel Studios für das Marvel Cinematic Universe. Es ist der erste Superhelden-Film mit einer beinahe ausschließlich schwarzen Besetzung.

Die besten Marvel-Filme sind für mich die, die kaum als solche zu erkennen sind. Die Filme, die selbsterklärend funktionieren, ohne das man das ganze MCU-Gedöns wissen muss. In die Welt des „Black Panther“ konnte ich sehr schnell eintauchen. Wakanda ist natürlich ein fiktives Land – aber wäre es nicht großartig, wenn es in Afrika auch nur ein Land wie Wakanda gäbe? Mit Ryan Coogler wurde der richtige Regisseur gefunden, er weiß, die Kultur und Mentalität Afrikas authentisch zu zeigen. Die traditionellen Gewänder, Accessoires, Frisuren, das Make-Up, das gesamte Produktionsdesign, die Musik, die Farben, die sich durch den gesamten Film ziehen, den Stolz und die Lebensfreude, selbst die afro-englische Sprache – alles entspricht der Identität, gerade Zentralafrika.

Das gefiel mir schon alles sehr gut, auch mochte ich viele der Charaktere. Es gibt auch auffällig viele starke Frauenrollen. Am wenigsten spannend fand ich wahrscheinlich die Haupt- und Titelfigur selbst. Ich war auch bis zum Schluss nicht sicher, ob Chadwick Boseman (er hat den Musiker James Brown in Get On Up gespielt) die richtige Wahl hierfür war. Michael B. Jordan hingegen hat sich die Rolle des interessanten Bösewichtes redlich verdient. Es war ungewohnt, Andy Serkis hier mal nicht – wie üblich –  in einer Motion-Capture-Performance zu sehen. Leider hat er Caesar (in den neuen Planet der Affen-Filmen) so glaubhaft portraitiert, dass ich auch hier immer Caesar vor mir hatte. Mit Daniel Kaluuya hatte ich ein ähnliches Problem. Als ich diesen Artikel fertig stellte, lief auf HBO gerade Get Out, für mich bereits die fünfte Sichtung dieses großartigen Films, wahrscheinlich werde diesen Schauspieler wohl ein Leben lang mit „Get Out“ verbinden.

Unbedingt erwähnen möchte, wie sehr ich davon angetan war, dass die schwarzen, tollen Gesichter perfekt ausgeleuchtet wurden. Wenn man sich schon einige Filme oder Serien, in denen Schwarze mitspielen, angeschaut hat, weiß man, dass dies nicht selbstverständlich ist. Meist kann man die Gesichtszüge und die Mimik kaum erkennen. Die Kameraführung in „Black Panther“ übernahm übrigens, die erste und einzige Frau, die jemals in der Kategorie Beste Kamera für einen Oscar (dieses Jahr für „Mudbound“) nominiert wurde: Rachel Morrison.

Mit „Black Panther“ haben wir übrigens den ersten Kandidaten, der bei den nächsten Oscars im Jahr 2019 sicherlich eine Rolle spielen wird. Update: „Black Panther“ hat 7 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Filmmusik, Bester Song für „All the Stars“, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt) erhalten. Update: „Black Panther“ hat drei Oscars (Beste Filmmusik, Bestes Kostümdesign und Bestes Szenenbild) gewonnen. Das sind die ersten drei Oscars überhaupt für einen Marvel-Film. 

„Black Panther“ ist am 16.02.18 in 4.020 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat es jetzt bereits schon geschafft, in die Top Ten der erfolgreichsten Filme in den U.S.A. aufgenommen zu werden. Ich habe den Film in „Dolby Cinema“ gesehen (hat sicherlich wieder mehr gekostet, dafür gab es eine riesige Leinwand und ein hervorragendes Soundsystem). In Deutschland ist der Film am 15.02.18 gestartet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Jurassic World: Fallen Kingdom„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Jurassic World
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Venom„
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Am meisten hasse ich die Marvel-Filme, bei denen ich gezwungen bin, sie zu gucken. Der ist wegen Tom Hardy wohl Pflichtprogramm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tomb Raider„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ich finde Alicia Vikander ja sympathisch und niedlich, aber ihr fehlt die Sexappeal einer Lara Croft.  Ich glaube, sie ist fehlbesetzt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Film, bei dem mich fast die komplette Besetzung abschreckt, dafür interessiert mich was die Regisseurin (Ava Du Vernay) hier inszeniert hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Ant-Man and the Wasp„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Das ist ein Marvel-Film, den ich jetzt schon liebe – weil ich ihn mir nicht anzugucken brauche.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Solo: A Star Wars Story„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Ich mag Alden Ehrenreich und dachte, er wäre gut besetzt als Han Solo. Sehe ich nach diesem Trailer nicht mehr so.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei über 90% RT

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Death Wish„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Eli Roths Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Films aus den 1970er Jahren. Hier mit Bruce Willis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Wer mitgezählt hat, das waren 9 Trailer, die ich mir vor dem Film angucken musste. Neuer Rekord. Würde man in den U.S.A. noch vor dem Film andere Werbung zu sehen bekommen, wäre ich an dem Tag wohl nicht mehr aus dem Kino gekommen.

 

D. C. – Film: „Get Out“

Ich war am 06.03.17 und am 13.03.17 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Get Out“ (dt. Kinostart: 04.05.17) 104 min thriller, comedy, horror
dir. Jordan Peele cast: Daniel Kaluuya, Allison Williams, Catherine Keener, Bradley Whitford, Caleb Landry Jones, Keith Stanfield

 

Chris (Daniel Kaluuya) und Rose (Allison Williams) sind seit fünf Monaten ein Paar. Nun will sie ihn langsam ihren Eltern (Bradley Whitford und Catherine Keener) vorstellen. Die beiden fahren für das Wochenende zu dem elterlichen Landsitz. Chris ist nervös, auch weil Rose ihren Eltern noch nicht erzählt hat, dass er Afroamerikaner ist. Die Eltern nehmen ihn aber ganz herzlich auf, nur die schwarzen Hausangestellten (Betty Gabriel und Marcus Henderson) verhalten sich ihm gegenüber seltsam. Langsam beginnt Chris sich ziemlich unwohl zu fühlen…

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Get Out“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers, Comedians und Autors Jordan Peele (MADtv).

„Get Out“ ist ein smarter Genrefilm mit einer gesellschaftskritischen Botschaft, die sich vorwiegend an weiße Liberale in den U.S.A. richtet. Von dieser (meist) gebildeten Gesellschaftsschicht geht kein offener Rassismus aus, sie versuchen, sich möglichst politisch korrekt zu verhalten und drücken sich Afroamerikanern gegenüber jedoch hin und wieder „ungeschickt“ aus. Der Film überzeichnet dieses Thema und dadurch könnte man den Film auch als Satire bezeichnen. „Get Out“ hat einen langsamen Spannungsaufbau, gut platzierte Schocker und ist letztlich ein spannender, atmosphärischer Thriller mit Horror-Elementen. Die subtilen Aussagen, die dieser Film trifft, blieben bei mir aber am meisten hängen und fordern förmlich eine zweite Sichtung. Warum ausgerechnet der Baumwolle eine so starke Symbolkraft für den schwarzen Mann zugesprochen wurde – darüber muss ich noch mal nachdenken.

Der Regisseur selbst ist Afroamerikaner und mit der weißen Schauspielerin Chelsea Peretti zusammen, vermutlich hat er auch etwas aus seinem Erfahrungsschatz in den Film gebracht. Ob sein Film mit all den Feinheiten auch außerhalb der U.S.A. funktioniert, wird sich zeigen.

Schauspielerisch ist der Film auch bis in die kleinsten Rollen wunderbar besetzt. Mir gefiel, insbesondere Keith Stanfield (Short Term 12, Selma, Miles Ahead), den man nicht nur zu Beginn des Films sieht.

 

B+ (Wertung von A bis F) Genau eine Woche nachdem ich mir den Film ein erstes Mal angeschaut habe, bin ich ein zweites Mal ins Kino gegangen und habe mir „Get Out“ angeschaut. Diese Sichtung war etwas entspannter, auch konnte ich auf bestimmte Dinge achten. (Stichwort: Baumwolle, ich habe eine Idee, hundertprozentig sicher bin ich mir aber auch nicht). Eigentlich hat mir der Film mit der zweiten Sichtung sogar noch besser gefallen, die Anfangsbewertung passt aber nach wie vor.

„Get Out“ ist in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017 gelandet.

Update: „Get Out“ hat 4 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Director, Best Actor – Daniel Kaluuya, Best Original Screenplay) Update: „Get Out“ hat einen Oscar (Bestes Originaldrehbuch) gewonnen.

„Get Out“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. In den amerikanischen Kinos ist der Film am 24.02.17 gestartet. Ich habe den Film in einer sehr gut besuchten Vorstellung in Washington, D.C. gesehen. Ich war die einzig weiße Zuschauerin und habe mich zunehmend unwohl gefühlt. Meine Mitzuschauer waren so begeistert von dem Film, dass sie am Ende sogar applaudiert haben. Der Film kommt am 04.05.17 in Deutschland ins Kino.

Bei Interesse an dem Film, nicht den folgenden Trailer sehen:

 

das amerikanische Filmplakat

Das amerikanische Plakat gefällt mir gar nicht, das deutsche Plakat ist wesentlich mehr gelungen, auf der offiziellen Facebook-Seite zu sehen:

http://www.facebook.com/GetOut.DE/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „It Comes at Night“
Bewertung des Teasers: B+
Kommentar: Horrorfilm des „Krisha“-Regisseurs mit Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Belko Experiment„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit John Gallagher, Jr. und Tony Goldwyn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Snatched„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie mit Amy Schumer und Goldie Hawn
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Unforgettable„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Thriller. Ich gucke keine Filme mit dem talentfreien Meerschweinchen, auch wenn die wunderbare Rosario Dawson mitspielt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Baywatch„
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Actionkomödie mit Dwayne Johnson und Zac Efron
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „All Eyez on Me„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic über Tupac
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Wish Upon„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Thriller mit Ryan Phillippe und Joey King
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken