Toronto – Film: „Zombieland: Double Tap“

Ich war am 20.10.19 in Toronto und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Zombieland: Double Tap“ (dt. Filmtitel: „Zombieland 2: Doppelt hält besser“, dt. Kinostart: 07.11.19)  97 min  comedy, action, sequel  

dir. Ruben Fleischer  cast: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Abigail Breslin, Rosario Dawson, Zoey Deutch, Avan Jogia, Luke Wilson, Thomas Middleditch, Bill Murray 

 

Zehn Jahre sind seit der Zombie-Apocalypse vergangen. Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) leben schon wie eine Familie zusammen. Irgendwann wird es aber den beiden Schwestern zuviel…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Zombieland: Double Tap“ ist die Fortsetzung zu Ruben Fleischers Film Zombieland aus dem Jahr 2009. Auch bei dem Sequel hat der amerikanische Filmemacher Ruben Fleischer („Gangster Squad“, „Venom“) Regie geführt. 

Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her ist, dass ich „Zombieland“ im Kino gesehen habe. Etwas erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht. Emma Stone ist mittlerweile ein Filmstar, wurde 3x für den Oscar nominiert (Birdman, La La Land, The Favourite), für „La La Land“ hatte sie den Goldmann sogar gewonnen, Woody Harrelson ist vermutlich kein Jahr älter geworden und hat  jetzt auch drei Oscar-Nominierungen („The People vs. Larry Flynt“, The Messenger, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri), auch Jesse Eisenberg ist um eine Oscar-Nominierung (The Social Network) reicher, aber hat sich optisch kaum verändert. Abigail Breslin hatte ihre Oscar-Nominierung für „Litte Miss Sunshine“ bereits vor dem ersten Zombieland-Film und ich glaube, es gibt einen Grund, warum sie nicht häufiger besetzt wird.

Die meisten Fortsetzungen sind uninspiriert und nur ein fader Aufguss des Originalfilms. Ich hätte auch ohne einen zweiten Teil von „Zombieland“ leben können. Dass die alte Crew (der Regisseur, die beiden Autoren und Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Emma Stone und Abigail Breslin) wieder zusammengetrommelt wurde, macht es einem aber schwer, die Fortsetzung einfach zu ignorieren. Das Drehbuch ist gut genug, reich an Zombie-Kills, Regeln und trockenen Sprüchen und damit eine der lohnenswerteren Fortsetzungen. Es bereitet einfach Vergnügen, Zeit – vor allen Dingen – mit Tallahassee, Columbus, und Wichita zu verbringen. Neue Charaktere (beispielsweise die unfassbar hübsche Rosario Dawson als Nevada und Zoey Deutch als Madison, die nicht nur Tallahassee auf Nerven geht, aber insgesamt dann doch eine Bereicherung darstellt) wurden hinzugefügt und das Ganze ergibt eine unterhaltsame Actionkomödie. Das fängt bereits vor der Titelsequenz, eigentlich direkt mit dem Columbia Pictures Logo, an und setzt sich bis zum Ende (während des Abspanns gibt es noch eine unverzichtbare Szene) durch.

Als etwas schwierig empfand ich Abigail Breslin und das nicht nur, weil die jetzt ältere Schauspielerin nun gar nicht glaubwürdig als Schwester von Emma Stone durchgeht. 

„Zombieland: Double Tap“ ist am 18.10.19 in 3,468 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in Kanada gesehen. In Deutschland startet der Film unter dem Filmtitel „Zombieland 2: Doppelt hält besser“ am 07.11.19 in den Kinos. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Countdown„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Horrorfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen:  2 x 

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Gentlemen„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Nachdem Guy Ritchie seit RocknRolla entweder Filme machte, die mich nicht interessierten oder die ich blöd fand, hier scheinbar wieder etwas, was an seine alten, brillanten Filme erinnert. Mit Matthew McConaughey, Michelle Dockery, Colin Farrell und Hugh Grant

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Black and Blue„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: Actionthriller mit Naomie Harris

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Bad Boys for Life„

Bewertung des Trailers: B+ 

Kommentar: 3. und vielleicht letzter Teil von „Bad Boys“ mit Will Smith und Martin Lawrence 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 

NYC – Film: „The Favourite“

Ich war am 28.09.18 in New York und am 7.1.19 in Washington habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Favourite“ (dt. Filmtitel: „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, dt. Kinostart: 24.01.19)  121 min  drama, comedy, satire 

dir. Yorgos Lanthimos  cast: Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn

 

Am englischen Königshof zu Beginn des 18. Jahrhundert. Als Abigail (Emma Stone) den Hof von Königin Anne (Olivia Colman) erreicht, bittet sie dessen engste Vertraute und Beraterin, Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough, (Rachel Weisz) um eine Anstellung. Abigail ist zwar die jüngere Cousine von Lady Sarah, nur hatte Abigails Vater seinen guten Namen verspielt und nun hat sie weder Geld noch einen Adelstitel. Sarah lässt Abigail zunächst niedere Tätigkeiten ausüben, aber schon bald buhlen die beiden Palastdamen um die die Gunst der Königin…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Favourite“ ist nach The Lobster und The Killing of a Sacred Deer der dritte englischsprachiger Film des griechischen Autors und Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth) .

Die opulente Ausstattung, die aufwändigen Kostüme und die barocke Haarpracht können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies ein Yorgos Lanthimos-Film ist. Zu düster und absurd ist der Humor, teilweise zu grotesk die Szenen, zu bezeichnend lang manche Kamerafahrten, zu exzentrisch bestimmte Kamerawinkel und zu schräg klingt hin und wieder die Musik durch – kurzum der griechische Regisseur weiß, dem Kostümfilm seinen Stempel aufzudrücken. Auch wenn „The Favourite“ sicherlich der massentauglichste Lanthimos-Film bisher ist, werden viele Zuschauer mit diesem Film wenig anzufangen wissen. 

Mich hat der Film sehr amüsiert. Der in acht Kapiteln gegliederte Film ist nicht so sehr ein Historienfilm als mehr ein kunstvolles und bizarres Charakterdrama mit drei komplexen  Frauencharakteren. Die mächtige Queen Anne ist launisch und trotzig, ihr geht es einzig um ihre eigenen Interessen und nicht um die wichtigen Belange, ihrer, sich mit Frankreich im Krieg befindenden Nation – das erinnert schon an das eine oder andere Staatsoberhaupt unserer Zeit. Die engste Vertraute der Monarchin, Herzogin von Marlborough, ist mit den eigentlichen Regierungsgeschäften beschäftigt und bemerkt darüber zu spät, wie die ehrgeizige neue Hofdame Abigail versucht, sich einen festen Platz an der Seite der Monarchin zu sichern. Daraus ergibt sich ein intelligentes und durchweg unterhaltsames Spiel aus Eifersucht, Intrigen und Sex.  

Die englische Schauspielerin Olivia Colman ist mir das erste Mal in dem wunderbaren Film Tyrannosaur aufgefallen. Seither bereichert sie mein Film- und Fernsehleben. Sie hat mich bereits ein Mal in einem Yorgos Lanthimos Film („The Lobster“) begeistert und als Part des gegensätzlichen Ermittlungsduos Miller und Hardy der britischen Krimiserie Broadchurch (1, 2, 3) werde ich sie immer in meinem Herzen tragen.

Nun geht es um die Oscar-Kampagnen und da scheiden sich die Geister, ob Olivia Colman in „The Favourite“ nun eine Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Olivia Colman, Emma Stone und Rachel Weisz geben alle drei eine exzellente Performance, den gesamten Film betrachtend spielt Rachel Weisz hier am ehesten eine Nebenrolle. Die Geschichte von Emma Stones Charakter wird erzählt, aber Olivia Colman hat die Präsenz, die eine Hauptrolle ausmacht. Anthony Hopkins ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn ich an den Film „The Silence of the Lambs“ denke, habe ich sofort Dr. Hannibal Lecters Gesicht vor Augen, er hat diesen Film geprägt. Anthony Hopkins hat den Oscar für die Beste Hauptrolle gewonnen, obwohl er nicht länger als 16 Minuten in dem gesamten Film zu sehen war. Olivia Colmans kränkliche und launenhafte Königin Anne hat sich bei mir ähnlich festgesetzt. Mir ist egal, ob sie den Oscar für die beste Hauptrolle oder Nebenrolle erhält, Hauptsache die Oscar-Strategen von Fox Searchlight treffen eine weise Entscheidung hinsichtlich ihrer Kampagne und sie hält den Oscar am 24. Februar 2019 in den Händen.  

„The Favourite“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„The Favourite“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Haupt/bzw. Nebendarsteller (Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz), Bester Nebendarsteller (Nicholas Hoult), Bestes Originaldrehbuch und diverse technische Kategorien. Update: „The Favourite“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Olivia Colman, Beste Nebendarstellerin Emma Stone und Rachel Weisz, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Schnitt) erhalten. Update: „The Favourite“ hat einen Oscar (Beste Hauptdarstellerin – Olivia Colman) gewonnen. 

„The Favourite“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Zwei Preise hat der Film auf diesem Filmfestival gewonnen: den Grand Jury Prize und den Volpi Cup for Best Actress für Olivia Colman. Der Film soll am 23.11.18 in einigen amerikanischen Kinos starten. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Auf dem NYFF56 war es der Eröffnungsfilm. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Update nach meinem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Ziemlich genau drei Monate nachdem ich „The Favourite“ das erste Mal auf dem NYFF56 gesehen habe und einen Tag nachdem Olivia Colman den Golden Globe gewonnen hat, habe ich mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Mir hat er sogar fast noch einen Tick besser gefallen. Der Film ist exzentrisch und eimalig. Ich liebe ihn für die Party-und die After-Party-Sequenz, die Tanzszenen, die extravaganten, vorwiegend schwarz-weißen Kostüme, den schrägen Humor, Emma Stones Gesichtsausdrücke, die Kameraperspektiven, die Ausstattung und Szenenbilder, die brillanten Dialoge voller moderner Schimpfworte und schließlich die erstklassigen Performances von Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone und Nicholas Hoult. Das Washingtoner Publikum hat ihn unterschiedlich aufgenommen, ein paar wenige Mitzuschauer haben sich mit mir sehr amüsiert, andere waren mucksmäuschenstill und wussten den Film scheinbar nicht einzuordnen bzw. waren nicht sonderlich begeistert. 

 

Trailer zu sehen:

 

 

Opening Night auf dem New York Film Festival 2018

 

NYFF56 Eröffnungsfilm „The Favourite“

 

NYC – Film: „Battle of the Sexes“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Battle of the Sexes“ (dt. Filmtitel: „Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“, dt. Kinostart: 23.11.17) 121 min drama, comedy, biopic
dir. Valerie Faris, Jonathan Dayton cast: Emma Stone, Steve Carell, Elisabeth Shue, Andrea Riseborough, Sarah Silverman, Bill Pullman, Alan Cumming

 

Im Jahr 1972 ist Billie Jean King (Emma Stone) die erfolgreichste Tennisspielerin in den U.S.A. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen im Tennis mit ähnlich hohen Preisgeldern honoriert werden wie die männlichen Spieler. Der 55-jährige Bobby Riggs (Steve Carell) war früher einer der Besten im Tennis, heutzutage verbringt er seine Zeit mit mehr oder weniger spektakulären Schaukämpfen. Der chauvinistische Bobby will beweisen, dass Frauen keine ernstzunehmenden Gegner sind und fordert die 29-jährige Billie Jean zu einem Tennismatch heraus….

 

B (Wertung von A bis F) „Battle of the Sexes“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist der dritte Kinofilm, bei dem das Ehepaar Valerie Faris und Jonathan Dayton („Little Miss Sunshine“, Ruby Sparks) Regie führt.

Man hätte die eine oder andere Szene weglassen oder wenigstens kürzen sollen, sonst ist es aber ein durchaus gelungener Sportfilm kombiniert mit Billie Jean Kings Liebes- und Lebensgeschichte. Alles um den Battle of the Sexes und der Schaukampf selbst ist spannungsreich inszeniert. Der Film spielt in den 1970er Jahren und wenn man jetzt das Leben in der damaligen Zeit betrachtet, hat man das Gefühl als war das eine völlig andere Welt. Billie Jean King hat sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Sport eingesetzt und war die erste Profisportlerin, die sich als lesbisch geoutet hat (auch wenn es nicht ganz freiwillig geschah). Dahingehend mochte ich vor allen die Schlussszene (mit Emma Stones und Alan Cummings Charakteren).

Emma Stone hat in diesem Jahr ihren ersten Oscar für La La Land gewonnen, wäre ihr diese Ehre nicht zuteil geworden, würde sie den Oscar sicherlich für diese Performance gewinnen. Ebenso preiswürdig fand ich die Performances von Sarah Silverman und Bill Pullman.

„Battle of the Sexes“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien

„Battle of the Sexes“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 21 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in den U.S.A. In Deutschland ist der Film voraussichtlich ab dem 23.11.17 im Kino zu sehen. In Manhattan wurden scheinbar schon wieder die Kinopreise erhöht. Im Regal am Union Square hat mich die Kinokarte für diesen Film 17,20 Dollar gekostet.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pitch Perfekt 3„
Bewertung des Trailers: C-.
Kommentar: davon gibt es schon drei Filme?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982. Die ersten Kritiken sind eingegangen, aktuell steht er bei 98% RT, BR2049 scheint bei den nächsten Oscars also eine Rolle zu spielen, zumindest in den technischen Kategorien
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Spionagethriller nach wahren Begebenheiten. Liam Neesons Perücke ist seltsam und lenkt mich zu sehr ab
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Aufsteller von „Battle of the Sexes“

Berlin – Film: „La La Land“

Ich war am 29.11.16 in Berlin und am 29.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„La La Land“ (dt. Kinostart: 12.01.17) 128 min  musical
dir. Damien Chazelle cast: Emma Stone, Ryan Gosling, John Legend, Rosemarie DeWitt, J.K. Simmons, Tom Everett Scott, Finn Wittrock

 
Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der charismatische Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in La La Land – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen, um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten? (Quelle: Presseheft)

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „La La Land“ ist nach „Guy and Madeline on a Park Bench“ und dem, mit drei Oscars ausgezeichneten Whiplash erst der dritte Film des 31-jährigen amerikanischen Filmemachers Damien Chazelle.

„La La Land“ ist ein moderner und zugleich nostalgischer Musicalfilm. Wer einen durchweg fröhlichen Film erwartet, der sei vorgewarnt, „La La Land“ ist auch traurig. Die letzten, vielleicht zehn Minuten sind brillant, diese Montage zählt sicherlich zu den besten überhaupt. Alleine für diese Schlusssequenz lohnt es sich, diesen Film anzuschauen.

Damien Chazelle ließ sich für „La La Land“ von den Musicals des französischen Regisseurs Jacques Demy („Les parapluies de Cherbourg“, „Les demoiselles de Rochefort“) aus den 1960er Jahren inspirieren.

 
Nach Crazy, Stupid, Love und „Gangster Squad“ ist dies bereits die dritte Zusammenarbeit von Emma Stone und Ryan Gosling. In den vorangegangen Filmen haben die beiden Schauspieler bereits unter Beweis gestellt, dass sie glaubhaft ein Paar abgeben können. Für „La La Land“ hatte Damien Chazelle ursprünglich Miles Teller und Emma Watson für die Hauptrollen im Auge – Danke, dass es dazu nicht gekommen ist. In den Rollen der Mia und des Sebastian sind Emma Stone und Ryan Gosling in meinen Augen unersetzbar, sie geben ein perfektes Leinwandpaar ab.

Ich habe mittlerweile bereits einige Male gehört/gelesen, dass die Geschichte von Emma Stones Charakter Mia den Film dominiert. Dieser Meinung bin ich nicht. Der Film handelt von zwei Künstlern, die versuchen in Los Angeles ihre Träume zu verwirklichen. Auf der einen Seite zeigt der Film den Alltag der Schauspielerin Mia, die von Casting zu Casting rennt und darauf hofft, entdeckt zu werden. Auf der anderen Seite sieht man aber, wie sich der leidenschaftliche Jazzmusiker Sebastian mit Jobs über Wasser hält und dabei seinen großen Traum, einen eigenen Jazzclub zu eröffnen, nicht aus den Augen verliert. Die beiden verlieben sich ineinander und fortan begleitet der Film die Liebes- und Lebensgeschichte von Mia und Sebastian.

 

Beide Schauspieler geben hier überzeugende Performances. Man kann und sollte sowohl Emma Stone als auch Ryan Gosling für den Oscar nominieren. Vielleicht hat Emma Stone mehr sogenannte „Oscar-Szenen“ (alleine die zwei, etwas längeren Casting-Szenen). Ich finde, dass das erste längere Vorsprechen, in der sie vorgibt, am Telefon zu sein, ihre beste Szene ist. Hier kann sie mit ihrer starken Mimik und ihrem ausdrucksvollen Gesicht ihr komplette schauspielerische Bandbreite zeigen. Emma Stone spielt demnächst die legendären Disney-Schurkin Cruella de Vil – bislang sprengt das den Rahmen meiner Vorstellungskraft, aber ich bin gespannt.Ryan Gosling hat für „La La Land“ extra das Klavierspielen gelernt und den Jazzpianisten Sebastian nimmt man ihm ab.

Ich habe mir „La La Land“ exakt einen Monat nachdem ich ihn das erste Mal gesehen habe, mir ein zweites Mal in einem amerikanischen Kino angeschaut. Meine Bewertung bleibt unverändert, alle Szenen, die ich bei der ersten Sichtung mochte, gefielen mir auch beim zweiten Mal, meine Kritikpunkte bleiben auch dieselben. Ich liebe die Party-Sequenz, bei der Mia zum dritten Mal auf Sebastian trifft und sich den A Flock of Seagulls-Song „I Ran“ wünscht. Bei der zweiten Sichtung waren mir alle Melodien und Songs natürlich vertraut und so konnte ich es nicht verhindern, dass meine Füße im Takt mitwippten. Bei der sehr gut besuchten Vorstellung nach den Weihnachtsfeiertagen in Charlotte, North Carolina wurde sogar applaudiert. Einen großen Applaus gab es nach der Eröffnungsnummer und zum Schluss zeigten die Zuschauer noch mal ihre Begeisterung für den Film.
„La La Land“ hat einige unvergessliche Szenen, die Musik ist einprägend und gut, der Song „City of Stars“ ist großartig und der Schluss ist – wie bereits erwähnt – einer der besten der Filmgeschichte, dennoch ist der Film für mich nicht stimmig, in seiner Inszenierung nicht harmonisch.

 

Morgen ist die Golden-Globe-Verleihung, ich gehe davon aus, dass „La La Land“ mindestens drei Golden Globes (Bester Film (Musical/ Comedy), Beste Hauptdarstellerin (Musical/Comedy) für Emma Stone und Bester Song „City of Stars“ gewinnt. Sollte der Film noch mehr GGs gewinnen, ist das ein gutes Zeichen für die Oscars.

In meiner ersten Oscar-Prognose vom September 2016  habe ich bereits „La La Land“ als Oscar-Gewinner Film gesehen, dabei bleibe ich vorerst, auch wenn der Film mit der Nicht-Nominierung für einen SAG-Ensemble Award einen herben Rückschlag erlitten hat. Seit „Braveheart“ im Jahr 1995 hat kein Film den Oscar gewonnen, der nicht auch für den Best-Ensemble-Award der Schauspielgewerkschaft nominiert war. Aus diesem Grund neige ich gerade dazu, zu dem Zweitplatzierten meiner September-Prognose  Manchester by the Sea (oder vielleicht sogar Moonlight) zu wechseln. Ich möchte aber nicht voreilig agieren und erst Mal abwarten, was „La La Land“ an der amerikanischen Kinokasse einspielt. In jedem Fall würden mehr als drei Golden Globes einen dringend benötigten Impuls für die Academy Awards geben.

Sollte „La La Land“ am 26.02.2017 den Oscar als Bester Film gewinnen, wäre dieser Film der erste Oscar-Gewinner-Film seit „Million Dollar Baby“, der nicht in meiner Top Ten auftaucht.

 
„La La Land“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: „La La Land“ wurde für insgesamt 14 Oscars nominiert. So viele Nominierungen hatten in 89 Jahren Oscar-Geschichte nur die beiden Filme „All About Eve“ und „Titanic“ erhalten. Nominiert wurde der Film in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Filmsong („Audition“ und „City of Stars“), Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Gewonnen hat „La La Land“ sechs Academy Awards (Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Emma Stone, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Song „City of Stars“, Bestes Szenenbild) 

„La La Land“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Emma Stone den Preis der Beste Hauptdarstellerin gewonnen. Auf dem Toronto International Filmfestival 2016 hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Der Film wurde am 9.12.16 in fünf ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.12.16, ist der Film in den U.S.A. landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In Deutschland startet der Film am nächsten Donnerstag.

 
Trailer zu sehen:

 

 

San Francisco – Film: „Popstar: Never Stop Never Stopping“

Ich war am 26.06.16 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Popstar: Never Stop Never Stopping“ 86 min comedy
dir. Akiva Schaffer, Jorma Taccone cast: Andy Samberg, Akiva Schaffer, Jorma Taccone, Sarah Silverman, Imogen Poots, Joan Cusack, Maya Rudolph, Bill Hader, Emma Stone

 
Conner (Andy Samberg) hat als Teenie mit seinen beiden besten Freunden Owen (Jorma Taccone) und Lawrence (Akiva Schaffer) die Band The Style Boyz gegründet. Sie waren ziemlich erfolgreich bis Conner die Gelegenheit bekam, als Solokünstler durchzustarten. Als Pop-Rapper Conner4Real wurde er quasi über Nacht weltberühmt. Jetzt erscheint bald sein zweites Soloalbum und die Tournee steht vor der Tür. Leider bekommt Conner4Real für sein neues Album keine guten Kritiken….

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „Popstar: Stop Never Stopping“ ist eine Parodie auf die amerikanische Musik- und Entertainment-Industrie. Diese Mockumentrary basiert vage auf der Musikdokumentation „Justin Bieber: Never Say Never“. Jorma Taccone führte bereits bei der Actionkomödie „MacGruber“ Regie.

Die drei Mitglieder der Comedy-Band The Lonely Island (Andy Samberg, Akiva Schaffer and Jorma Taccone) haben das Drehbuch zu diesem Film gemeinsam geschrieben und spielen die The Style Boyz. Alle drei Humortalente haben jahrelang für die Comedy-Show Saturday Night Live gearbeitet. „Popstar: Never Stop Never Stopping“ ist einer dieser Filme, den man den Spass, den alle Beteiligten bei den Dreharbeiten hatten, ansehen kann. Das Trio hat dazu gleich viele ehemalige Saturday Night Live-Kollegen (Joan Cusack, Jimmy Fallon, Will Forte, Bill Hader, Maya Rudolph, Sarah Silverman, Tim Meadows, etc.) eingeladen.

Andy Samberg (I Love You, ManCeleste and Jesse Forever, Brooklyn Nine-NIne) spielt den egozentrischen Popstar, den der frühe Ruhm zu Kopf gestiegen ist und der komplett die Bodenhaftung verloren hat. Die Ähnlichkeiten zu dem kanadischen Teenie-Idol Justin Bieber sind auf den Punkt. Der Film hat mir zwar nicht geholfen, das Phänomen Justin Bieber zu verstehen, aber es ist brüllend komisch, wie sich darüber lustig gemacht wird.

Wer schon mal die amerikanische Paparazzi-Sendung TMZ gesehen hat, wird sich bei der hier gezeigten Parodie bestens amüsieren können. Die The Lonely-Island-Songs sind eine brillante Satire auf diese Art von Musik. Die Melodien gehen einen nicht mehr so einfach aus dem Kopf und die Texte nehmen die Songtexte der Pop-Rapper wunderbar auf die Schippe. Mir haben am Besten „Equal Rights“ und „Finest Girl“ gefallen. Man muss diesen Film nicht zwingend im Kino gesehen, dafür sollte man ihn aber im Original sehen.

Mich hat es ziemlich beeindruckt, wie viele Musiker und Entertainer bei diesem Film mitwirken. Ob Ringo Star, Mariah Carey, Pharell Williams, Pink, Usher, 50 Cent, Snoop Dogg, etc – alle geben ihren Senf zu Conner4Real ab. Die Cameos von Justin Timberlake, Seal, Joan Cusack und Bill Hader sind großartig.

 
Diese Mockumentary ist nicht tiefgründig, dafür aber kreativ, smart und ununterbrochen witzig – eigentlich habe ich den gesamten Film über entweder vor mich hin gegrinst oder lauthals losgelacht. Bei der Szene in der Limousine habe ich vor lauter Lachen sogar einen Gesichtskrampf bekommen.

Während des Abspanns gibt es noch eine weitere TMZ-Parodie.

An der amerikanischen Kinokasse ist „Popstar: Stop Never Stopping“ leider völlig gefloppt. In einer gerechten Welt dürfte dieser Film aber den Golden Globe als Beste Komödie/Musical gewinnen und derzeit ist es unvorstellbar, dass ein anderer Schauspieler als Andy Samberg als Bester Schauspieler in einer Komödie/Musical ausgezeichnet wird. Für den einen oder anderen Song wäre auch eine Oscar-Nominierung als Best Original Song verdient und möglich.

 
Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Star Trek Beyond„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dritter Teil der Reboot-Reihe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Space Between Us„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Sci-Fi-Teenager-Romanze
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Kevin Hart: What Now?„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stand-Up-Comedy-Film mit Kevin Hart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „War Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Jonah Hill und Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Purge: Election Year„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Bereits der dritte Teil der Reihe – es wird Zeit, dass ich die anderen beiden Teile sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sausage Party„
Bewertung des Red-Band-Trailers: B
Kommentar: Animationsfilm, sieht interessant aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mike & Dave Need Wedding Dates„
Bewertung des Red-Band-Trailers: C+
Kommentar: Komödie. Zac Efron würde mich schon davon abhalten, den Film zu gucken, aber dann auch noch mit Anna Kendrick…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nie…mals

 

Vancouver – Film: "Aloha"

Ich war am 30.05.15 in Vancouver und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Aloha“ (dt. Filmtitel: „Aloha – Die Chance auf Glück“, dt. Kinostart: 06.08.15) 105 min comedy, drama
dir. Cameron Crowe cast: Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray, John Krasinski, Danny McBride, Alec Baldwin

Brian Gilcrest (Bradley Cooper) arbeitet für den Rüstungsunternehmer und Milliardär Carson Welch (Bill Murray). Als es ihn nach Hawaii verschlägt, trifft er dort, das erste Mal nach 13 Jahren, auf seine Ex-Freundin Tracy (Rachel McAdams). Mittlerweile ist sie mit Woody (John Krasinski) verheiratet und hat zwei Kinder. Brian soll auf Hawaii Verhandlungen mit den Ureinwohnern der Insel führen, damit sein Boss seine Pläne für einen Satelliten umsetzen kann. Ihm wird die forsche Air Force Kampfpilotin Allison Ng (Emma Stone) als Aufpasserin zur Seite gestellt.

D (Wertung von A bis F) „Aloha“ ist der neueste Film von Cameron Crowe („Singles“, „Jerry Maguire“, „Almost Famous“)

In „Aloha“ staksen orientierungs- und/oder belanglosen Charaktere durch eine wirre, aber unbedingt bedeutend erscheinen wollende Geschichte und lassen den Zuschauer im besten Fall ratlos zurück. Man sollte sich vielleicht auf die Liebes- und Familiengeschichte konzentrieren (auch wenn die eine nicht wirklich glaubwürdig und die andere vorhersehbar ist) und sich nicht weiter mit Bradley Coopers Figur und seinem beruflichen Vorhaben auf der Insel beschäftigen. Dieser Handlungsstrang ergibt nämlich keinen richtigen Sinn und egal ist er sowieso.

Wenn in einem dialogreichen Film die zwei wortlosen Szenen die Besten sind, dann sagt das viel über die Qualität des Film aus. Die anderen guten Szenen sind bereits im Trailer zu sehen. Die Dialoge wirken unrealistisch das einzig Positive was ich über den Film vermelden kann, ist die Performance von Emma Stone, Alec Baldwin und John Krasinski.

Im November 2014 wurden sämtliche E-Mails von Sony Picture Entertainment gehackt. Dadurch wurde u.a. bekannt, wie Amy Pascal, seinerzeit noch Präsidentin von SPE, über den Film „Aloha“ dachte. Nachdem ich mir von dem Film nun selbst ein Bild machen konnte, habe ich nachgelesen, wie Amy Pascal ihren Unmut über den Film in Worte fasste. Sie kritisierte, dass das Drehbuch, auch wenn es noch so oft umgeschrieben wurde, Mist ist, die Besetzung mindestens fragwürdig und der Plot an den Haaren herbeigezogen. Alles in allem hat sie zum Ausdruck gebracht, dass der Film nicht mehr zu retten ist.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Masterminds“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: scheinbar sehr klamaukige Actionkomödie mit Zach Galifianakis, Kristen Wiig und Owen Wilson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Me & Earl & the Dying Girl“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama, das in Sundance groß abgesahnt hat
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Spectre“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sam Mendes zweiter James Bond Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ricki and the Flash “
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jonathan Demmes neuer Film mit Meryl Streep als alternde Rockerin
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

D. C. – Film: "Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)"

Ich war am 25.10.14 in Washington und am 29.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)“ (dt. Titel: „Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“, dt. Kinostart: 29.01.15) 119 min drama, comedy
dir. Alejandro González Inárritu cast: Michael Keaton, Edward Norton, Zach Galifianakis, Emma Stone, Naomi Watts, Lindsay Duncan, Amy Ryan, Andrea Riseborough

Riggan Thomson (Michael Keaton) ist ein in die Jahre gekommener Schauspieler. In den 1980er und 1990er Jahren war eine ganz große Nummer in Hollywood. Durch seine Rolle als Superheld Birdman wurde er zum Superstar. Nachdem er es ablehnte, einen weiteren Teil der Birdman-Reihe zu drehen, ging seine Karriere den Bach runter. Jetzt strebt er mit einem Theaterstück am Broadway ein Comeback an. Riggan hat mit vielen Problemen zu kämpfen, da sind seine Selbstzweifel und Ängste, seine Tochter Sam (Emma Stone), seine Freundin Laura (Andrea Riseborough), eine der Schauspielerinnen (Naomi Watts), seine Ex-Frau (Amy Ryan), die gefürchtete Theaterkritikerin (Lindsay Duncan) und schließlich sein brillanter, aber auch arroganter Co-Star (Edward Norton)..

A- (Wertung von A bis F) „Birdman“ ist ein Arthouse-Film. Der Film ist eine Kritik an der Filmindustrie, der Obsession Hollywoods für Superhelden-Filme, dem Status von Berühmtheiten, egozentrischen Schauspielern, der Liebe und dem Hass mit dem sich Hollywoodstars auseinandersetzen müssen, den Einfluss von Kritikern (insbesondere der Macht der Theaterkritiker) und den Stellenwert von sozialen Medien – es ist aber auch ein Film über Eitelkeiten und Selbstzweifel und Ängste verschiedener Art – „Birdman“ ist ein viel tiefgründigerer Film, als es vielleicht zunächst anmutet. Die Fäden laufen über die Theaterproduktion eines midlifekriselnden Filmstars zusammen. Der 51-jährige Regisseur hat angegeben, dass die Thematik des Films auch autobiografisch ist.

Ich wusste eigentlich schon mit dem ersten Trailer, dass ich diesen Film lieben werde. Die ersten Töne, der Sound und die ersten Bilder des Films machten mir klar, dass mich „Birdman“ nicht enttäuschen wird. Der Film ist etwas für Theater-Liebhaber, vielleicht muss man tatsächlich auch das Theater lieben, um diesen Film richtig wertzuschätzen. Vielleicht aber auch nicht, weil „Birdman“ in jedem Fall eine Bereicherung für die Kinowelt ist.

Nach „Amores Perros“, „21 Grams“, „Babel“ und Biutiful) ist dies erst der fünfte Spielfilm des mexikanischen Filmemachers. Ich mag alle seine Filme. Im Gegensatz zu den Dramen, die er bislang inszenierte, ist „Birdman“ ein sehr humorvolles Drama. Es ist die erste Zusammenarbeit mit dem mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki (genannt „Chivo“), der erst dieses Jahr für seine Kameraarbeit in Gravity mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Die beiden mexikanischen Künstler arbeiten aber bereits an ihrem zweiten Werk („The Revenant“), dieses Mal ein Western mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.

„Birdman“ wirkt als ob er an einem Stück, in einem Take gedreht wurde. Die Kamera stoppt praktisch nie, sie verfolgt meist Riggan Thomson (aber auch manchmal andere Charaktere), hält dann die Kamera auf z.B. eine Unterhaltung, ist in Bewegung und begleitet dann Riggan Thomson (oder halt einen anderen Charakter) weiter. So hat man das Gefühl, dabei zu sein oder im Theater zu sitzen und trotzdem mitzubekommen, was hinter den Kulissen passiert. Damit der Film auf technischer Ebene so aussieht, als wäre er ohne Unterbrechung gefilmt, war eine exakte Choreografie der einzelnen Szenen notwendig. Bevor die Dreharbeiten losgingen, musste viel geprobt werden. Als dann tatsächlich die Filmarbeiten begannen, mussten die Schauspieler nicht nur ihren Text beherrschen und auf ihren Einsatz vorbereitet sein, sondern sie mussten auch genau so stehen, laufen und sich bewegen wie ihnen exakt vorgegeben wurde. Jede Bewegung war präzise durchgeplant. Sie durften nicht zu schnell sprechen, aber auch nicht zu langsam. „Birdman“ ist ein Film, bei dem nichts dem Zufall überlassen werden konnte. Wenn ein Schauspieler ein Texthänger hatte oder falsch gestanden hat, nicht – wie vorgegeben – gelaufen ist oder in die falsche Richtung geguckt hat, hatte das gleich erhebliche Konsequenzen. Durch die sehr langen Takes mussten nicht nur die Szene des Schauspielers, der gerade seine Szene vergeigt hat, wiederholt werden, sondern auch vorangegangene Szenen anderer Schauspieler, die mitunter sehr dialoglastig waren.

In einem Fernsehinterview hat Emma Stone davon erzählt, dass sie einige Szenen in den Sand gesetzt hat. Für sie war es besonders schrecklich, wenn eine Szene bereits 10 Minuten und länger angedauert hat, ihr Einsatz dann kam und sie sich dann versprochen hat oder irgendetwas anderes falsch gemacht hat. So hat sie beispielsweise die eine oder andere perfekte und lange Dialogszene von Michael Keaton und Edward Norton ruiniert und alles musste neu gedreht werden.

Man sollte sich „Birdman“ aber nicht anschauen und nach Filmschnitten suchen. Alejandro González Inárritu hat sich etwas bei dieser außergewöhnlichen Inszenierung gedacht und er hält sich auch sehr bedeckt, was die tatsächliche Anzahl der Schnitte angeht. Fakt ist, dass es ein paar Filmschnitte gibt und sehr wahrscheinlich sogar ein paar mehr als der Laie erkennen kann.

Für Michael Keaton ist dies sicherlich die Rolle seines Lebens. Bei ihm, wie auch bei Edward Norton, war es nicht unerheblich, dass die Schauspieler und ihre Karriere ihrem Rollenprofil sehr ähneln. Was Edward Norton angeht wollte ich es kaum glauben, dass er im wahren Leben ein A… sein soll. Michael Keatons Karriere ist der seines Charakters sehr ähnlich. Es ist großartig zu beobachten, dass er irgendwann während des Films zu dieser Figur Riggan Thomson wird. Ich hätte nie gedacht, dass er ein so guter Schauspieler ist, in meinen Augen gibt er eine Oscar-Performance. Es gilt als sicher, dass er für diese Rolle für den Oscar nominiert wird. Ich sehe es auch gar nicht mehr als ausgeschlossen an, dass er tatsächlich auch den Oscar gewinnt. Michael Keaton wäre dann nach George Clooney und Christian Bale der dritte Batman-Darsteller, der einen Oscar gewinnt.

Ich bin Fan von Edward Norton, seitdem ich ihn in seinem Spielfilmdebüt „Primal Fear“ gesehen habe. Leider habe ich ihn in den letzten Jahren immer weniger gesehen oder wenn, dann nur in kleineren Rollen (Moonrise Kingdom, The Grand Budapest Hotel). „Primal Fear“, „Fight Club“ und „American History X“ waren, in meinen Augen, die besten Performances die er gegeben hat. (Für „Primal Fear“ und „American History X“ hat er eine Oscar-Nominierung erhalten.) In „Birdman“ ist er Mike Shiner und für mich ist das eine eindeutige Oscar-Performance. J.K. Simmons sieht mit seiner Rolle (für Whiplash) im Moment zwar schon als klarer Oscar-Gewinner aus, Edward Norton ist ihm aber dicht auf den Fersen. Wenn sich der Oscar-Gewinner in der Kategorie bester Nebendarsteller zwischen diesen beiden exzellenten Performances entscheiden wird, dann ist MEINE Welt in Ordnung.

Manche Szenen in „Birdman“ fand ich so umwerfend, dass mein Herz ganz schnell zu schlagen begann. In der ersten Szene, in der Michael Keatons Charakter vor Publikum spielt, habe ich realisiert, wie großartig er hier als Schauspieler ist, dann liebe ich die Szenen mit Edward Norton und Emma Stone auf dem Dach des Theaters, aber auch die Szene mit Michael Keaton und der Theaterkritikern (gespielt von Lindsay Duncan), um nur ein paar Szenen zu nennen.

Das gesamte Ensemble ist stimmig. Emma Stone, Naomi Watts, Lindsay Duncan und Zach Galifianakis möchte ich neben Michael Keaton und Edward Norton noch hervorheben. Die Einzige, die zwar ihre Berechtigung im Film hat, die ich aber nicht mochte, war Andrea Riseborough. Für mich hat sie einfach richtig fiese Augen.

A- (Wertung von A bis F) Meine Bewertung nach der zweiten Sichtung bleibt dieselbe. Näheres folgt in Kürze.

„Birdman“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach zahlreiche Oscar-Nominierungen erhalten, z.B. für: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Michael Keaton), Bester Nebendarsteller (Edward Norton), Beste Nebendarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Beste Filmmusik Beste visuelle Effekte, Beste Nebendarstellerin (Naomi Watts), Bestes Kostümdesign, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

„Birdman“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2014 gezeigt.

„Birdman“ ist am 17.10.14 in den U.S.A. mit ganzen vier Kopien gestartet, eine Woche später wurden auf 50 Kopien (verteilt im gesamten Land) aufgestockt. Der Film soll wöchentlich immer mehr Zuschauern zugänglich gemacht werden. Eine clevere Politik des amerikanischen Verleihers (Fox Searchlight Pictures). Meine Vorstellung war bis zum letzten Platz ausverkauft. In jedem Fall werde ich mir „Birdman“ noch einmal anschauen. Update: Bei der 87. Oscarverleihung am 22.02.15 wurde „Birdman“ mit vier Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Beste Kamera) ausgezeichnet.

„Birdman“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014.

Mein Lieblingstrailer zu sehen:

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