Berlin – Film: „Blade Runner 2049“

Ich war am 6.10.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Blade Runner 2049“ (dt. Kinostart war der 5.10.17) 163 min sci-fi, sequel, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Robin Wright, Sylvia Hoeks, Ana de Armas, Mackenzie Davis, Hiam Abbass, Barkhad Abdi

 

Kalifornien im Jahr 2049. K (Ryan Gosling) ist ein künstlicher Mensch, ein Replikant. Er arbeitet als Blade Runner, Replikanten-Jäger, für die LAPD und hat den Auftrag, Replikanten der älteren Baureihe aufzuspüren und zu eliminieren. Bei seinem neuen Auftrag macht er eine entscheidende Entdeckung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Blade Runner 2049“ ist die Fortsetzung von Ridley Scotts Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982. Beide Filme basieren auf Philip K. Dicks Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“. Dies ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, Sicario, Arrival).

Es war ne ziemlich blöde Idee, „BR 2049“ anzuschauen, ohne vorher den Originalfilm zu gucken. Ich dachte, es wäre wie bei Mad Max: Fury Road, dass der Film für sich allein steht und als visuelles Meisterwerk beeindruckt.

Klar, „Blade Runner 2049“ ist sehr stylisch und sieht optisch sensationell aus, gerade der dritte Akt hat mich schwer beeindruckt. Im letzten Akt könnte ich quasi jedes Szenenfoto nehmen und es als Kunstwerk an die Wand hängen. ABER: während George Miller mit „Mad Max: Fury Road“ eigentlich nur eine einzige spektakuläre Verfolgungsjagd in Szene gesetzt hat, hat dieser Film erzählerisch einen höheren Anspruch. Gestalterisch fand ich diese Welt atemberaubend, habe sie aber nicht wirklich verstanden und konnte keinerlei emotionale Beziehungen zu den Charakteren aufbauen. Daher war mir das Schicksal der Charaktere relativ egal. Ich habe mich sogar über die scheinbar allzu vorhersehbare Story um Ryan Goslings Charakter geärgert (letztlich gab es dann doch eine entscheidende Wendung, aber auch die fand ich unbefriedigend). Ganz zu schweigen von den wirklich selten dämlichen Dialogen. Vielleicht ist Denis Villeneuves neuer Film mehr etwas für Fans des ersten Films, für andere ist dieser Film schön anzuschauen und anzuhören (der Sound des Films ist überragend und war das erste, was mir tatsächlich aufgefallen ist und ist das, was mir mehr als eine Woche nach der Sichtung immer noch in den Ohren dröhnt), mehr aber nicht. Außerdem war mir der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang.

Ich werde mir sicherlich eines Tages Ridley Scotts Klassiker (es gibt wohl viele Versionen, empfohlen wird aber sein Final Cut) anschauen und dann Denis Villeneuves Fortsetzung  eine erneute Chance geben. Dann werde ich einen Vergleich zu der Sichtung, ohne Kenntnis des ursprünglichen Films ziehen. Es gibt wohl auch drei sehenswerte Kurzfilme („Black Out 2022“, „2036 Nexus Dawn“ und „2048: Nowhere to Run“), die die Welt zwischen dem Originalfilm und dem neuen Blade-Runner-Film erklären.

„Mad Max: Fury Road“ hat ein Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar, ist vor 2 1/2 Jahren in 3703 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat am Eröffnungswochenende rund 45 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, insgesamt sogar 150 Millionen Dollar (plus 220 Millionen weltweit) eingespielt. Damit war dieser Film ein ziemlicher Kassenerfolg, hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Bester Regisseur) erhalten und hat im Jahr 2016 die meisten Oscars (6 technische) bei den 88th Academy Awards gewonnen. Außerdem war der Film ein Kritikerliebling von 371 gezählten Kritiken, 359 Fresh, 12 Rotten (97% RT)

Wie könnte es jetzt bei „BR 2049“ hinsichtlich der Oscars aussehen? Einspielergebnisse bei Blockbustern sind bei den Oscars nicht unerheblich.

„Blade Runner 2049“ hat ein Produktionsbudget von mind. 150 Millionen Dollar, ist in 4058 amerikanischen Kinos gestartet, hat am Eröffnungswochenende rund 32 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, damit sind die Einnahmen weit unter den Erwartungen. Wenn der Film am Ende 100 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen hat, können sich die Produzenten fast schon glücklich schätzen. „Blade Runner 2049“ ist auch ein Kritikerliebling bei 281 gezählten Kritiken, 249 Fresh, 32 Rotten (89% RT). In meinen Augen hat „Blade Runner 2049“ gute Chancen in technischen Kategorien (vor allen Dingen Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik) nominiert zu werden. Bester Film und Beste Regie und vielleicht eine Schauspielnominierung könnte der Film bekommen, da sehe ich ihn momentan aber eher als Wackelkandidat. Ich stehe allerdings nicht allein mit der Hoffnung, dass der 13 x für den Oscar nominierte Kameramann Roger Deakins („Jarhead“, „Shawshank Redemption“, „Fargo“, No Country For Old Men, Skyfall) nun endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. Das Problem ist, dass nie der Name des Kameramannes/ der Kamerafrau auf dem Abstimmungszettel der Academy auftaucht, einzig der Film wird gelistet. Roger Deakins größte Konkurrenz dieses Jahr ist wohl Hoyte van Hoytema für Dunkirk und, wie ich ganz aktuell höre, der dreimalige Oscar-Gewinner Vittorio Storaro für den neuen Woody Allen Film „Wonder Wheel“.

„Blade Runner 2049“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Harrison Ford), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: Blade Runner 2049 hat 5 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Cinematography, Best Production Design, Best Sound Editing, Best Sound Mixing, Best Visual Effects) Update: „Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera und Beste visuelle Effekte) gewonnen. Roger Deakins hat bei 14 Nominierungen für diesen Film seinen ersten Oscar gewonnen.

„Blade Runner 2049“ ist am 6.10.17 in 4058 amerikanischen Kinos gestartet. Es gibt eine 2D, 3D und IMAX-Version des Films. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. „Blade Runner 2049“ ist ein Film, den mal definitiv im Kino gesehen haben muss. Ich habe den Film in Berlin in der 2D- und OmU-Fassung gesehen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Das Verschwinden„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: deutsche Mini-Serie mit Julia Jentsch und Nina Kunzendorf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV schon

Trailer v. Film: „Borg/McEnroe„
Bewertung des Trailers: B- (dt. Trailer)
Kommentar: Biopic über die legendären Tennisspieler Björn Borg und John McEnroe. Shia LaBeouf spielt McEnroe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, aber natürlich nur in der OV

Trailer v. Film: „Vorwärts immer!„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: DDR/Honecker-Komödie – wer guckt so was?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer)
Kommentar: amerikanischer Krimi mit Robert Pattinson und Jennifer Jason Leigh – wollte ich kürzlich in New York sehen, lief aber leider nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, aber natürlich nicht auf Deutsch

 

 

Kino in Berlin

Okay, mit dem Delphi Lux (YVA Bogen, Kantstr.10, 10623 Berlin) habe ein neues Lieblingskino. Das Anfang September 2017 eröffnete Kino gehört zu der Yorck Kinogruppe, die in Berlin für die Auswahl ihrer Filme geschätzt wird. Das Delphi Lux befindet sich in meinem Kiez, Charlottenburg (sprich: für mich in Laufnähe), zeigt überwiegend Arthouse-Filme im Original (bzw. OmU, manche Filme aber auch in der Synchro). Montag ist Kinotag mit 7 Euro pro Kinokarte, Di-Mi kostet das Ticket 8,50 Euro und Do-So 10,00 Euro (Ermäßigungen für Schüler/Studenten). Es gibt 7 Kinosäle, salzige Popcorn (auch süßes, aber wer isst das schon), nach hinten verstellbare mittel-bequeme Kinosessel, eine gute Sound-Anlage u.v.m. Ich habe „Blade Runner 2049“ dort gesehen, es ist ja in Deutschland scheinbar üblich für Überlänge bei Filmen zahlen zu müssen (was ich ja unglaublich finde, weil ich wünschte, dass die Filme alle nicht so lang wären), entsprechend hat mich die Kinokarte 11,50 Euro (1,50 Überlänge-Zuschlag) gekostet. Die Werbung (inkl. 4 Trailer) ging 18 Minuten lang. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Überlängen-Film gesehen habe, bei dem das Kino eine Unterbrechung mitten im Film macht. Habe aber gehört, es wäre in Deutschland relativ üblich (was ich natürlich ebenfalls unfassbar finde). In meinem neuen Berliner Lieblingskino gab es keine Pause während „Blade Runner 2049“.

Delphi Lux Kino in Berlin
Kinosaal 1 des Delphi Lux Kinos
Kinosaal 1 im Delphi Lux Kino

Seoul – Film: „Wonder Woman“

Ich war am 09.06.17 in Seoul und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Wonder Woman“ (dt. Kinostart: 15.06.17) 141 min action, adventure, fantasy
dir. Patty Jenkins cast: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Danny Huston, Connie Nielsen, David Thewlis

 

Die Amazonenprinzessin Diana (Gal Gadot) wurde in einem verborgenen Inselparadies groß. Von ihrer Tante Antiope (Robin Wright) wurde sie zur Kriegerin ausgebildet, sie verfügt jedoch noch über weitere Gaben. Eines Tages stürzt der Pilot Steve Trevor (Chris Pine) mit seinem Flugzeug vor der Insel ins Meer. Diana rettet den jungen Mann und erfährt von dem Krieg, der außerhalb ihrer Welt herrscht. Sie macht den Kriegsgott Ares dafür verantwortlich und beschließt, Steve zu folgen und den Menschen zu Hilfe zu kommen.

 

B- (Wertung von A bis F) „Wonder Woman“ ist die erste Kino-Soloadaption der gleichnamigen Figur aus dem DCEU. Es ist neue Film der amerikanischen Filmemacherin Patty Jenkins („Monster“). Sie hat ihr Regiedebüt mit „Monster“ im Jahr 2003 gegeben. Dies ist erst Patty Jenkins zweiter Kinofilm.

Was ist so schwer daran, einen Blockbuster auf 90 Minuten zu stutzen? Eine Superhelden-Geschichte sollte in anderthalb Stunden erzählt sein, meinetwegen auch im Ausnahmefall mal in zwei Stunden, aber keinesfalls länger. „Wonder Woman“ ist mindestens 20 Minuten zu lang. Und das schmerzt, weil ich schon unruhig in meinem Kinosessel hin und her rutschte und mir dann im dritten Akt einige Szenen (ich liebe den gläsernen Hochstand) besonders gut gefielen. (Ich mochte aber auch viele Sequenzen auf der Amazonen-Insel.)

Eigentlich wollte ich mir den Film überhaupt nicht anschauen. Dieser ganze Superhelden-Kram interessiert mich nicht die Bohne. Mit Logan habe ich, in meinen Augen, dieses Jahr dahingehend bereits meinen Soll erfüllt. Dann wurden aber von allen Seiten Lobeshymnen auf den Film angestimmt, die Oscars ins Spiel gebracht und ich – mal wieder – aus dem Stand By nach Seoul geschickt und schon sitze ich im Kino gucke mir einen Film an, den ich vom Trailer her grausig fand. So kann´s gehen.

Zunächst ist es sehr löblich, dass es endlich einen ordentlichen Superhelden-Film gibt, in dem eine Frau die Hauptrolle spielt. Traurig, dass dies die erste Comic-Adaption ist, bei dem eine Frau Regie führte. Daran sieht man, wie schwer es Regisseurinnen in Hollywood haben. Patty Jenkins hat ihren ersten und einzigen Spielfilm vor 14 Jahren ins Kino gebracht. Charlize Theron wurde für ihre Performance in diesem Film mit dem Oscar ausgezeichnet und doch bekommt die Regisseurin keine Chance, einen weiteren Kinofilm zu inszenieren. Sie wechselte zum Fernsehen und führte Regie bei einigen TV-Projekten, für die beiden Episoden der amerikanischen TV-Serie The Killing wurde sie sogar für den Emmy nominiert. Nun ist „Wonder Woman“ ein riesiger kommerzieller Erfolg, er wurde von den meisten US-Kritikern äußerst positiv aufgenommen und jetzt wird darüber verhandelt, Patty Jenkins auch die Fortsetzung zu dem Film anzuvertrauen.

Die pure Existenz von „Wonder Woman“ in dieser Form begeistert mich mehr als der eigentliche Film.

Was ich tatsächlich von dem Film mitgenommen habe, ist, dass einzig Frauen die Welt retten können – aber das war mir bereits vorher klar.

Den Hype um die israelische Schauspielerin Gal Gadot kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Sie macht ihre Sache ganz gut – nicht mehr und nicht weniger. Generell finde ich aber auch, dass Wonder Woman kein so cooler Filmcharakter ist (allein das Kostüm finde ich albern). Was den Film angeht, hätte es auch die Liebesgeschichte nicht gebraucht. Den Bösewicht in dem Film finde ich gänzlich fehlbesetzt. Überhaupt hätte lieber einen Film über Robin Wrights Charakter gesehen.

„Wonder Woman“ hatte am 15.05.17 seine Weltpremiere in Shanghai, China. Am 02.06.17 ist der Film in rekordverdächtigen 4165 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film ist bereits am 31.05.17 in Südkorea ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Seoul gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit koreanischen Untertiteln. Am 15.06.17 kommt der Film ins deutsche Kino.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Despicable Me 3„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: 3. Teil des Animationsfilms
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon

Trailer v. Film: „Transformers: The Last Knight„
Bewertung des Trailers: Unfassbar (neuer, anderer Trailer)
Kommentar: FYMB
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Niemals…nie…ich schwöre

Trailer v. Film: „The Edge of Seventeen„
Bewertung des Trailers: B+ (Trailer auch etwas anders)
Kommentar: Tragikomödie mit Woody Harrelson, Kyra Sedgwick und Hailee Steinfeld
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Circle„
Bewertung des Trailers: B (völlig anderer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Hanks, John Boyega und Emma Watson. Leider soll der Film schlecht sein, daher habe ich ihn mir bisher auch nicht angeschaut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Kino in Korea

Vor etwas mehr als zwei Jahren war ich das erste Mal in Südkorea im Kino. Ich hatte darüber berichtet. Zu meinem großen Mißfallen wurde das Kino meines Vertrauens gerade umgebaut. Der Concierge unseres Hotels, der mir meine Verzweiflung angesehen haben muss, hat sich dann aber große Mühe gegeben, mir eine Alternative rauszusuchen. Das Kinocenter befindet sich zwei U-Bahnstationen von unserem Crewhotel entfernt, (Station BulGwang), im 11. Stockwerk eines Kaufhauses. Als nunmehr Experte für koreanische Kinos wusste ich, dass man – bevor man an die Kinokasse herantreten darf, zunächst eine Wartemarke ziehen, dann in der Halle Platz nimmt und wartet, bis seine Nummer aufgerufen wird. (Ich habe alles anhand der Fotos dokumentiert). Mit hervorragenden Englischkenntnissen fragte mich dann die Dame an der Kinokasse, ob ich bereits Mitglied der Kinokette bin (noch nicht, aber wenn die mich noch mal aus dem Stand By hierher schicken, sollte ich mir das wirklich überlegen) und fragt mich, wo ich sitzen will. Dann zahle ich meine 11.000 Won (ca. 8,75 Euro) und werde darauf hingewiesen, dass sich der Kinosaal noch weitere 2 Stockwerke höher befindet. Meine Vorstellung begann um 12.30 Uhr, die Werbung startete um 12.23 Uhr und ging inkl. Trailer und der zweimaligen Präsentation der tollen Samsung-Ostrich-Werbung bis 12.40 Uhr.

Der Wartemarken-Automat in dem koreanischen CGV-Kino

 

meine Wartemarke, Nr. 67

 

Der Warteraum in dem koreanischen CGV-Kinocenter

 

gerade wurde die Nr. 64 aufgerufen

 

Das koreanische Filmplakat von „Wonder Woman“

 

Berlin – Film: „Everest – 3D“

Ich war am 16.09.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Everest – 3D“ (dt. Kinostart: 17.09.15) 122 min drama
dir. Baltasar Kormákur cast: Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Jason Clarke, John Hawkes, Sam Worthington, Robin Wright, Keira Knightley, Emily Watson

Nach einer mehrwöchigen Vorbereitung startet der neuseeländische Expeditionsleiter Rob Hall (Jason Clarke) mit seiner Gruppe den Aufstieg zum Gipfel des Mount Everest. Rob ist sehr auf Sicherheit bedacht, schließt sich aber dennoch mit seinem Konkurrenten, den risikofreudigeren anderen Gruppenleiter Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) und seiner Gruppe zusammen. Der Aufstieg ist aber nicht das einzige Problem, alle wollen schließlich auch wohlbehalten wieder im Basislager ankommen.

B (Wertung von A bis F) Der Film „Everest“ basiert auf wahren Ereignissen, die sich im Jahr 1996 am Mount Everest zugetragen haben.

Mir ist ja völlig rätselhaft, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, einen Berg zu besteigen. Jetzt habe ich es aber doch getan. Als ich das Kino verlassen habe, kam es mir zumindest so vor, als wäre ich irgendwo Teil dieser Expedition gewesen. „Everest“ ist ein sehr intensiver, ich fand sogar strapaziöser Film. Ganz sicher hat die 3D-Fassung mein Empfinden noch verstärkt.

Auch wenn die Schneeverwehungen das eine oder andere Mal unecht aussahen und ein paar wenige Szenen wirkten, als wären sie im Studio aufgenommen ist die 3D-Fassung (oder IMAX) doch unbedingt zu empfehlen.

Schauspielerisch konnten besonders Jason Clarke und Jake Gyllenhaal aus dem Ensemble herausragen. Überzeugend fand ich später aber auch John Hawkes, Josh Brolin und sogar Keira Knightley.

„Everest“ wurde erstmalig am 23.06.15 auf der CineEurope gezeigt und wurde auf dem Venice International Film Festival 2015 als Eröffnungsfilm gezeigt. Ich habe den Film in einer Preview gesehen. Gezeigt wurde die OV und 3D-Fassung.

„Everest“ ist kein Oscar-Film. Mit Ausnahme einiger technischer Kategorien hat der Film Everest meines Erachtens keine Chance auf Oscar-Nominierungen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „American Ultra“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionkomödie mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wollte den eigentlich schon im August sehen, also 100%

Trailer v. Film: „Sicario“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Denis Villeneuves neuer Film mit Benicio del Toro und Emily Blunt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Spectre“ (in der OV)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Sam Mendes zweiter James Bond Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Star Wars: The Force Awakens“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: J.J. Abrams Star Wars-Film – ich könnte nicht gelangweilter sein. Die Besetzung reizt mich aber.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Last Witch Hunter“ (in der OV gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Fantasy-Film mit Michael Caine und Vin Diesel. Bei Vin Diesel bin ich raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Kino in Berlin

Ich muss mal wieder meinen Unmut äußern. Ich gehe wirklich sehr selten in Deutschland ins Kino. Die letzte reguläre Kinovorstellung, die ich in Deutschland besucht habe, war Maps to the Stars und das liegt ziemlich genau ein Jahr zurück. Jetzt ist mir wieder mal bewusst geworden, wie glücklich ich mich schätzen kann, in anderen Ländern (vor allen Dingen in den U.S.A.) ins Kino zu gehen. Die Kinokarte in einem Berliner Kinocenter hat 13,50 Euro gekostet (+ 1,00 Euro für die 3D-Brille – was ich auch kaum glauben wollte) und dennoch wurden den Zuschauern 32 Minuten Werbung, inkl. der o.g. Trailer zugemutet. Und nicht nur das, es wurde während dieser 32 minütigen Werbung eine mehrminütige Pause eingelegt, in der die Zuschauer aufgefordert wurden, sich doch noch ein Eis oder ähnliches zu kaufen. Ich finde das wirklich eine Unverschämtheit. Wenn die Preview kostenlos gewesen wäre, hätte ich mich auch ohne zu Murren mit dem Werbe-Müll zuschütten lassen, aber – wie gesagt – ich habe für meine Kinokarte nicht wenig Geld bezahlt. Ich kann nicht verstehen, dass dagegen in Deutschland keiner rebelliert.

Berlin – Film: "A Most Wanted Man"

Ich war am 31.07.14 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„A Most Wanted Man“ (dt. Kinostart: 11.09.14) 121 min drama, thriller, adaptation
dir. Anton Corbijn cast: Philip Seymour Hoffman, Grigorly Dobrygin, Rachel McAdams, Willem Dafoe, Daniel Brühl, Nina Hoss, Robin Wright, Rainer Bock, Herbert Grönemeyer

Mohammed Atta und seine Terrorzelle haben den Terroranschlag vom 11.September 2001 in Hamburg vorbereitet. Die Geheimdienste haben seinerzeit versagt.

Hamburg im Jahr 2012. Günther Bachman (Philip Seymour Hoffman) leitet eine geheime Anti-Terror-Einheit in Hamburg. Er hat Informanten innerhalb der islamischen Gemeinde. Er lässt observieren und wartet mit seinen Leuten geduldig, bis sie eines Tages an richtig große Fische herankommen. Als der 26-jährige Muslim Issa Karpov (Grigorly Dobrygin) auf illegalem Weg nach Hamburg kommt und in der islamischen Szene auftaucht, hängen sie sich an Issas Fersen. Ist der Mann ein Terrorist und plant einen Anschlag? Wen kontaktiert er und was hat er genau vor? Der Chef des deutschen Geheimdienstes Dieter Mohr (Rainer Bock) und die hochrangige CIA Mitarbeiterin Martha Sullivan (Robin Wright) würden Issa Karpov am liebsten gleich hochnehmen. Das Misstrauen ist auf allen Seiten groß.

B (Wertung von A bis F) „A Most Wanted Man“ ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré.

Die Geschichte ist ganz mein Thema, nicht umsonst zählt „Homeland“ (zumindest die 1. und die 2. Staffel) zu meinen Lieblingsserien. Wie bereits die John-le-Carré-Filmadaption „Tinker Tailor Soldier Spy“ richtet sich dieser britische Spionage-Thriller eindeutig an ein Arthouse-Publikum. Es ist ein nuancierter Spionagethriller, der durch seine langsame und ruhige Erzählweise Geduld erfordert. Mir war der Film teilweise zu ruhig.

Der Film hat ein hervorragendes Produktionsdesign, auch wenn es sich oftmals nicht so anfühlt, als wäre es aus dem jetzigen Jahrzehnt. Gedreht wurde ausschließlich in Deutschland, hauptsächlich in Hamburg, aber auch in Berlin.

Üblicherweise habe ich ein Problem damit, wenn fremdsprachige Filmcharakter (in diesem Fall deutsche) sich im eigenen Land nicht in der Landessprache unterhalten. Leider hat mir diese Tatsache auch bei „A Most Wanted Man“ zu schaffen gemacht. Bei Philip Seymour Hoffman habe ich es aber relativ schnell vergessen können. P.S. Hoffman schlüpft hier – wie er es immer getan hat – nicht nur in einen Filmcharakter, sondern er verschmelzt mit diesem. Wenn diese Filmfigur nunmal ein kettenrauchender und zuviel trinkender deutscher Geheimdienstler ist, dann ist es so. Seine Figur, Günther Bachmann, hat mich völlig in den Bann gezogen. Ansonsten war ich von der deutschen Schauspielerin Nina Hoss (die ich sonst oft für überschätzt halte) begeistert. Mit Ausnahmen von Rachel McAdams sind alle Figuren glaubhaft besetzt. Rachel McAdams spielt hier eine deutsche Menschenrechtsanwältin, die konnte und wollte ich ihr nicht abnehmen. Beinahe mit jedem Auftritt hat mich die Darstellerin aus der Geschichte gebracht.

Als bei einer Szene in einem Hamburger Club die Musik von DAF eingespielt wurde, ist mir ganz warm ums Herz geworden.
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Komponist und Sänger Herbert Grönemeyer hat hier nicht nur für den passenden, unauffälligen Score gesorgt, er ist hier auch wieder mal als Schauspieler zu sehen.

Tragischerweise ist einer, wenn nicht sogar der größte Charakterschauspieler unserer Zeit, Philip Seymour Hoffman, im Februar dieses Jahres verstorben. In „A Most Wanted Man“ spielt er seine letzte Hauptrolle. Er wird jetzt nur noch in den beiden Teilen von „The Hunger Games: Mockingjay“ auftauchen. Hier ist mir drastisch bewusst geworden, was er für eine nicht zu schließende Lücke in der Welt des Kinos hinterlässt.

Gewidmet wurde „A Most Wanted Man“ Philip Seymour Hoffman und dem bereits im Jahr 2009 verstorbenen britischen Filmproduzenten Simon Channing Williams. Simon Channing Williams hatte anlässlich der Veröffentlichung des Romans „A Most Wanted Man“ einen Kurzfilm produziert, in dem John le Carré über sein neuestes Werk sprach. Die Romanverfilmung von John le Carrés „The Constant Gardener“ hatte er seinerzeit ebenfalls produziert.

„A Most Wanted Man“ ist am 25.07.14 in einigen Kinos in den U.S.A. gestartet, am 11. September 2014 kommt er in die deutschen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

„A Most Wanted Man“ ist für einige Oscars im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (P.S. Hoffman), bestes adaptiertes Drehbuch, bester Filmschnitt. Meines Erachtens ist eine posthume Oscar-Nominierung für Philip Seymour Hoffman noch am wahrscheinlichsten. Wenn er nicht bereits einen Oscar (für „Capote“) gewonnen hätte und im Anschluss daran noch weitere drei Mal für den Oscar nominiert worden wäre, wäre dem hochangesehen Charaktermimen eine Oscar-Nominierung für seine exzellente Arbeit in „A Most Wanted Man“ sicher, vielleicht wäre er hierfür dann sogar ausgezeichnet worden.

„A Most Wanted Man“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2014 gezeigt.

Zwei kurze Szenen zu sehen:

In diesem Interview auf dem Sundance Film Festival im Januar 2014 erzählt Philip Seymour Hoffman über seine Rolle in „A Most Wanted Man“. Es war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte:

deutscher Trailer auf deutscher Website zu sehen:

http://www.senator.de/movie/a-most-wanted-man

TV – Serie: "House of Cards (U.S.), 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

„House of Cards (U.S.), Staffel 1“ (in D. ab 10.11.13 auf SAT1 und ab November´13 auf DVD) 13 x approx. 55 min drama, thriller, adaptation, remake
dir. David Fincher, James Foley, Joel Schumacher, Charles McDougall, Carl Franklin, Allen Coulter cast: Kevin Spacey, Robin Wright, Kate Mara, Michael Kelly, Sakina Jaffrey, Corey Stoll, Constance Zimmer, Kristen Connolly

Washington, D.C. – Anfang Januar des Jahres 2013. Francis „Frank“ J. Underwood (Kevin Spacey) ist der demokratische Kongressabgeordnete von South Carolina. Im November 2012 hat Garrett Walker (Michael Gill) die amerikanische Präsidentschaftswahl für sich entscheiden können. Frank hat ihn bei seinem Wahlkampf unterstützt, im Gegenzug wurde Frank der Posten des Außenministers fest versprochen. Noch vor der Vereidigung des amerikanischen Präsidenten, wird ihm jetzt aber von der Stabschefin des Weißen Hauses, Linda Vasquez (Sakina Jaffrey), mitgeteilt, dass sich der Präsident umentschieden hat. Frank soll im Kongress bleiben, weiterhin den Einpeitscher seiner Partei geben und die Regierungsgeschäfte im Repräsentantenhaus vorantreiben. Wäre Frank Underwood zum Außenminister berufen wurde, hätte Franks Ehefrau Claire (Robin Wright) eine großzügige Spende für ihre Clean Water Intiative bekommen. Jetzt fühlt sich Frank Underwood übergangen, ist wütend und frustriert. Das hält aber nicht lange an, er sinnt auf Rache. Er kennt einige dunkle Geheimnisse seiner Parteigenossen und weiß auch sonst, wie er in der großen Politik die Strippen ziehen kann. Dabei behilflich sein könnte ihm die ambitionierte, junge Reporterin des Washington Herald, Zoe Barnes (Kate Mara)…

B (Wertung von A bis F) „House of Cards“ ist ein Remake der gleichnamigen britischen BBC-Miniserie. Der britische Mehrteiler ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Michael Dobbs. Die amerikanische Serie wurde von dem Dramatiker und Drehbuchautor Beau Willimon kreiert. Er hat bereits das Bühnenstück „Farragut North“ geschrieben, das als Vorlage zu George Clooneys Film The Ides of March diente. Durch seine Zeit als Wahlkampfhelfer des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Howard Dean im Jahr 2004 konnte Beau Willimon wertvolle Erfahrungen im amerikanischen Politbetrieb sammeln.

Es bedarf nicht viel Überzeugungskraft, mein Interesse für eine neue Serie zu wecken. „House of Cards“ hat die nötigen Zutaten. Es ist eine von Regisseur David Fincher („Seven“, „The Game“, „Fight Club“, „Panic Room“, Zodiac, The Social Network) mitproduzierte Polit-Thriller-Serie mit Kevin Spacey und Robin Wright in den Hauptrollen. Darüber hinaus hat David Fincher auch bei den ersten beiden Folgen selbst Regie geführt. Noch bevor die ersten vielversprechenden Kritiken kursierten, konnte ich es schon kaum abwarten, die Serie zu gucken.

Die U.S.-Serie „House of Cards“ gibt uns einen Einblick in das schmutzige Polit-Geschäft in Washington, D.C. Er zeigt die Arbeit der Politiker mit den Lobbyisten, Gewerkschaftlern und den Medien. Bezeichnenderweise ist der U.S. Präsident selten zu sehen, er ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef, die wirkliche entscheidenden Dinge werden aber von anderen Politikern in die Wege geleitet. Da versucht jeder, seine Interessen durchgesetzt zu bekommen. „House of Cards“ konzentriert sich auf diese Arbeit im Hintergrund.

„House of Cards“ ist eine raffinierte Polit-Thriller-Serie mit unerwarteten Entwicklungen einzelner Charaktere und der Handlung. Die Serie ist mitunter unfassbar spannend und hat großes Suchtpotential. Es gibt viele, viele brillante Szenen in den einzelnen Folgen. Eine richtige Lieblingsepisode habe ich jedoch nicht. Erst mit der 7. oder 8. Folge habe ich zwei Charaktere (Doug und Peter Russo) in mein Herz geschlossen, denen ich am Anfang der Staffel noch nicht so viel Beachtung geschenkt habe. Auch schauspielerisch haben mich Michael Kelly und Corey Stoll später in der Serie begeistern können.

Meine Lieblingscharaktere sind die vielschichtigeren, nicht leicht durchschaubaren Figuren, die immer eine Überraschung parat halten und damit klar: Frank Underwood und Claire Underwood und später kommen noch, wie erwähnt, Doug und Peter Russo hinzu. Am wenigsten mochte ich vermutlich Zoe Barnes. Das hat sicherlich auch damit zutun, dass mir die Beziehung zwischen Frank Underwood und Zoe Barnes auch Bauchschmerzen verursachte. Sie wirkt manchmal wie ein 17-jähriger Teenager und er wie ihr Vater. Mit der 9. Episode sind aber die Fronten geklärt und dann habe ich wieder Zugang zu Zoe Barnes gefunden.

Bei der Serie „House of Cards“ wurde zu einem besonderen Stilmittel, der sogenannten „vierten Wand“, gegriffen. Der Protagonist, in diesem Fall Kevin Spaceys Charakter Frank Underwood, wendet sich des öfteren (augenzwinkernd) direkt dem Zuschauer zu und sagt was er eigentlich denkt, wenn er zuvor öffentlich etwas ganz anderes gesagt hat. Er erklärt Zusammenhänge, eine Situation oder sein Vorgehen. Das war für mich zu Beginn bei so einer Art von Serie ungewöhnlich, aber eigentlich bin ich schon mit der ersten Episode zum Fan der „vierten Wand“ hier geworden. Schließlich macht sie einen zum Vertrauten und Mitwisser von Frank Underwood. Nicht selten guckt er auch nur ganz kurz in die Kamera (und man ahnt was er gerade denkt) oder haut einfach einen Knaller-Spruch raus.

Seit vielen Jahren bin ich ein großer Fan von Kevin Spacey. Im Jahr 1999 kam ich in den Genuss, ihn in Eugene O`Neills „The Iceman Cometh“ live in New York sehen zu dürfen. Seine Rolle in „House of Cards“ ist eine Paraderolle für ihn. Frank Underwood ist ein charmanter, charismatischer, redegewandter, blitzgescheiter, selbstgefälliger, verbitterter, zynischer und hinterlistiger Politiker aus den Südstaaten. Mich hat sein Charakter mitunter sehr an die von ihm verkörperte Figur in Clint Eastwoods Film „Midnight in the Garden of Good and Evil“ erinnert. Und das lag nicht alleine an der Sprache.

Die Charaktere im Einzelnen:

Francis „Frank“ J. Underwood – demokratischer Kongressabgeordneter von South Carolina. Er sitzt seit 22 Jahren im Kongress. Den gerade gewählten Präsidenten hat er bei seinem Wahlkampf unterstützt und sollte dafür zum Außenminister ernannt werden. Jetzt wird ihm mitgeteilt, dass der Präsident sich umentschieden hat – das ist unerträglich für Frank. Er hatte immer die Kontrolle in seinem Leben, hasst es, die Kontrolle zu verlieren. Er wird sich rächen. Jetzt nutzt er seine Intelligenz und seinen Einfluss und wird Strippenzieher in der hohen Politik. Er ist skrupellos und machtbesessen. Seine Intrigen und Pläne zahlen sich mitunter erst auf längere Sicht aus. Nichts wird er dem Zufall überlassen. Frank möchte man nicht zum Feind haben. Verheiratet ist Frank mit Claire (gespielt von Robin Wright), sie haben keine Kinder. Gespielt wird Frank Underwood von dem zweimaligen Oscar-Preisträger Kevin Spacey. Kevin Spacey hat in unzähligen guten Filmen („Glengarry Glen Ross“, „The Ref“, „The Usual Suspects“, „L.A. Confidential“, „American Beauty“,“ K-PAX“, „Beyond the Sea“) gespielt. Kevin Spacey verschwindet förmlich in der Rolle des Frank Underwood, er ist ganz sicher kein Sympathieträger, aber man ist immer ganz nah bei ihm. Durch diese ungewohnte, direkte Anrede, ist man als Zuschauer automatisch auch Mitwisser.

Claire Underwood – Ehefrau des Kongressabgeordneten Frank Underwood (gespielt von Kevin Spacey). Sie ist (erst mal) die Einzige, die Frank bei seinem richtigen Namen (Francis) nennt. Sie hat eine Initiative gegründet, die sich für sauberes Wasser einsetzt. Frank und Claire sind beide sehr starke Persönlichkeiten und führen auch eine solche Partnerschaft. Claire kann berechnend und eiskalt sein und ist ebenso skrupellos wie ihr Ehemann. Man wird sie aber auch nachdenklich sehen. Gespielt wird Claire Underwood von der großartigen Robin Wright (als sie noch mit Oscar-Preisträger Sean Penn verheiratet war, war sie unter dem Namen Robin Wright Penn bekannt). Einem breiterem Publikum bekannt wurde sie durch den Film „Forrest Gump“. Mitgespielt hat sie aber auch in „Unbreakable“, „The Pledge“, „White Oleander“, „Breaking and Entering“, What Just Happened. Ich mochte sie besonders neben Sean Penn in „She´s so Lovely“.

Zoe Barnes – eine junge, unerfahrene Reporterin beim Washington Herald. Sie ist wahnsinnig ehrgeizig und möchte als große Polit-Journalistin herauskommen. Sie sieht ihre große Chance kommen, als sie Frank Underwood (gespielt von Kevin Spacey) kennenlernt. Er spielt ihr geheime, wichtige Unterlagen oder Informationen zu, die er veröffentlicht wissen will und sie hat eine Exklusiv-Story. Gespielt wird Zoe von der amerikanischen Schauspielerin Kate Mara. Sie ist die ältere Schwester von Rooney Mara und hat in einigen TV-Serien gespielt (u.a. „24“, „Entourage“, „American Horror Story“) und war auch in Kinofilmen, z.B. „Brokeback Mountain“, Transsiberian, Iron Man 2 zu sehen.

Doug Stamper – Frank Underwoods Stabschef. Er ist Franks rechte Hand, sein engster Mitarbeiter und praktisch in alle Pläne einbezogen. Gespielt wird Doug von dem amerikanischen Charakterschauspieler Michael Kelly. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „Law & Order: Special Victims Unit“, „The Sopranos“, „The Good Wife“ und „Person of Interest“) mitgespielt und war auch in einigen Kinofilmen („Dawn of the Dead“, Changeling, Fair Game, Chronicle, Now You See Me) zu sehen.

Linda Vasquez – Stabschefin des Weißen Hauses. Frank hatte sie für den Job vorgeschlagen. Linda hat eine sehr wichtige Funktion inne und Frank Underwood hat viel mit ihr zutun. Gespielt wird Linda Vasquez von der amerikanischen Schauspielerin Sakina Jaffrey. Sie hat in der TV-Serie „Third Watch“ mitgespielt und war in kleineren Rollen in u.a. in „The Truth About Charlie“, „Raising Helen“, Before the Devil Knows You`re Dead zu sehen.

Peter Russo – demokratischer Kongressabgeordneter von Pennsylvania. Er ist geschieden und Vater von zwei kleinen Kindern. Er hat einen Hang zu Alkohol, Drogen und Frauen. Eine geheime Beziehung führt er mit seiner Mitarbeiterin Christina Gallagher (gespielt von Kristen Connolly). Gespielt wird Peter Russo von dem amerikanischen Schauspieler Corey Stoll. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „Law & Order: LA“) mitgespielt und hat auch in Kinofilmen („North Country“, „Lucky Number Slevin“, Salt, Midnight in Paris) mitgewirkt.

Janine Skorsky – seit Jahren als politische Reporterin beim Washington Herald tätig. Sie ist Zoes Vorgesetzte. Als Zoe auf einmal mit brisanten Exklusiv-Stories erfolgreich ist und im Rampenlicht steht, wird Janine neidisch und misstrauisch. Kann sich nicht erklären, wer Zoes Informant ist. Gespielt wird Janine von Constance Zimmer. Constance hat zuvor viel in TV-Serien gespielt (u.a. „Boston Legal“, „Entourage“)

Christina Gallagher – langjährige Mitarbeiterin in Peter Russos Team. Christina und Peter Russo (gespielt von Corey Stoll) haben eine geheime Affäre. Christina wird von der amerikanischen Schauspielerin Kristen Connolly gespielt. Sie hat in den Horrorfilmen „The Bay“ und „The Cabin in the Woods“ mitgespielt

Die Serie „House of Cards (U.S.)“ ist – nach der norwegisch-amerikanischen TV-Serie „Lilyhammer“ – die zweite Eigenproduktion des amerikanischen Streamingportals Netflix. Netflix hat die amerikanische TV-Serie „House of Cards“ am 1. Februar 2013 veröffentlicht. Ungewöhnlich dabei war, dass alle Folgen auf einmal zugänglich gemacht wurden. Damit reagiert Netflix auf das Sehverhalten des amerikanischen Publikums. Mittlerweile möchte kaum ein Zuschauer eine Woche warten, bis seine Lieblingsserie weitergeht. Serien werden hauptsächlich staffelweise geguckt. „House of Cards“ sollte auch nicht anders konsumiert werden, dafür ist die Handlung zu komplex und wichtige Einzelheiten vielleicht auch schon eine Woche später nicht mehr so in Erinnerung. Seit vielen Jahren schaue ich auch immer komplette Staffeln von Serien. Ich vermute, dass dieses Sehverhalten auch in Deutschland immer mehr zunimmt.

Heute, am 18.07.13, wurde „House of Cards“ für einige Emmy-Awards nominiert. Das ist die wichtigste Auszeichnung für Fernseh-Produktionen. Nominierungen hat die Serie u.a. in der Königskategorie: Outstanding Drama Series erhalten. Außerdem kann sich Kevin Spacey über eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller (Drama) und Robin Wright über ihre Nominierung als Beste Hauptdarstellerin (Drama) freuen.

Die zweite Staffel von „House of Cards“ wurde von Netflix bestellt und ist derzeit in Produktion.

Trailer zu sehen:

Nachfolgend ist der Vorspann zu sehen. Die Intro sagt zwar nichts über den Inhalt der Serie aus, dafür zeigt sie aber wie schön Washington D.C. ist. Außerdem finde ich den unterlegten Score sehr gelungen.

L.A. – Film: "The Girl with the Dragon Tattoo"

Ich war am 21.12.11 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„The Girl with the Dragon Tattoo“ (dt. Titel: „Verblendung“, dt. Kinostart: 12.01.12) 160 min drama, thriller, adaptation, remake
dir. David Fincher cast: Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgard, Robin Wright, Joely Richardson

Der Wirtschaftsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) wird von dem Kopf der einflussreichen Industriellenfamilie, Henrik Vanger (Christopher Plummer), engagiert. Mikael Blomkvist soll ein 40 Jahre altes Verbrechen aufklären. Damals ist Vangers geliebte 16-jährige Nichte Harriet von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Steckt jemand aus der eigenen Großfamilie hinter ihrem Verschwinden? Bei den Ermittlungen bekommt Mikael Blomkvist Hilfe von der smarten jungen Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara). Bald schon stoßen sie auf die Spur eines Serienmörders, wurde auch Harriet Opfer dieses Killers…

B- (Wertung von A bis F) „The Girl with the Dragon Tattoo“ basiert auf dem ersten Band der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson. Vom schwedischen übersetzt heißt das erste Buch „Männer, die Frauen hassen“. Das Buch wurde bereits in einer schwedischen Fassung im Jahr 2009 verfilmt. Ich habe weder den Roman gelesen, noch den schwedischen Originalfilm gesehen. Für die Neuverfilmung hat der Drehbuchautor Steven Zaillian („Schindler´s List“, „Clear and Present Danger“, „Gangs of New York“) einiges aus der Buchvorlage bzw. dem schwedischen Film geändert.

„The Girl with the Dragon Tattoo“ war mir viel zu lang. In meinen Augen dauert es ewig, bis es überhaupt richtig losgeht und die letzten vielleicht 20 Minuten waren für mich auch überflüssig. Vielleicht war das für den nächsten Teil der Trilogie wichtig, für mich hätte es aber auch in den zweiten Film gepasst. Auch wenn mir der Film viel zu lang war, so hätte ich gerne etwas mehr Hintergrundwissen über – ich sag mal – die Täter gehabt.

Ein Grund, dass der Film mich dennoch gefesselt hat, war eindeutig die Filmfigur Lisbeth Salander. Ich könnte noch viel länger an ihrem Leben teilhaben, ich würde mir gerne noch einige Filme mit dieser faszinierenden Filmfigur angucken. Normalerweise werden solche außergewöhnlichen Charaktere doch von Comiczeichnern erfunden. Eine 23-jährige, bisexuelle und hochintelligente Computer Hackerin, die nach außen hin so stark und aggressiv wirkt, aber die ebenso verletzlich, mädchenhaft und sexy erscheint. Lisbeth Salander, die scheinbar ihre ganzen schwarzen Klamotten, ihre Piercings und Tattoos nur als Schutzschild trägt. Schon wenn sie ihre Lederjacke auszieht kommt ein schmales Persönchen zum Vorschein, das aber nicht mehr länger Opfer sein will. Rooney Mara ist Lisbeth Salander. Da gibt es hier gar keinen Zweifel. Mit ihrem entzückenden schwedischen Akzent rundet sie einfach nur noch ihre Persönlichkeit ab. Ich habe mir einen Tag zuvor extra „Sherlock Holmes“ angeguckt, um einen Eindruck von der ersten Lisbeth Salander (Noomi Rapace) zu bekommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, warum David Fincher Noomi Rapace ersetzen wollte, so ziemlich jede junge Schauspielerin in Hollywood für die Rolle vorsprechen musste und er sich letztlich für Rooney Mara entschied.

Aber auch Daniel Craig fand ich außerordentlich passend für die Rolle als Mikael Blomkvist. Ich hätte tatsächlich nie gedacht, dass ich ihn in der Rolle so glaubwürdig und sympathisch finden würde. Unheimlich gerne mochte ich Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander zusammen zu sehen, zwei so gegensätzliche Persönlichkeiten. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich eine Wendung in der Beziehung irgendwie kalt erwischt hat und eine weitere mich auch überraschte.

David Fincher hat einen wirklich sehr atmosphärischen Thriller gedreht, der sehr spannende Elemente hat und sehr stylish ist, aber hauptsächlich durch die brillanten Schauspieler funktioniert. Er wird nicht in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2011 landen, aber Teile davon. Mein Lieblingspart findet in einem durchdesignten Haus statt. Das ist in meinen Augen eine typische Fincher-Szene, ich wünschte der ganze Film wäre so. Ich habe mir übrigens unmittelbar nach dem Film, die Bewertung „B“ aufgeschrieben, es ist einer der seltenen Fälle, bei dem ich meine Bewertung in ein „B-“ korrigiert habe.

„The Girl with the Dragon Tattoo“ ist ein guter Film, aber fern davon ein Oscar-Film zu sein. Ich denke, dass der Film keine Chancen in wichtigen Kategorien hat. Auch wenn ich es vielleicht gerne hätte, dass Rooney Mara nominiert wird, realistisch betrachtend stehen ihre Chancen eher gering. Vielleicht wird der Film für die Beste Filmmusik und für Bester Schnitt nominiert.

Wie ich mittlerweile erfahren habe, soll die Vorlage („The Girl with the Dragon Tattoo“) ein relativ langweiliges Buch sein, das zweite („The Girl Who Played with Fire“) soll schon viel besser sein. Zum heutigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, ob es zu einer weiteren Neuverfilmung kommt. Bislang ist nur klar, dass Rooney Mara, wenn das zweite Buch verfilmt wird, erneut Lisbeth Salander spielen wird.

Nachdem ich heute auf den deutschen Trailer gekommen bin, muss ich nochmal dringend appellieren: Bitte Filme im Original schauen, in der Synchronisation geht immer viel verloren. Dem deutschen Trailer konnte ich entnehmen, dass die Stimmen in der Synchro von „The Girl with the Dragon Tattoo“ absolut einschläfernd sind, eine Stimme gleicht der anderen. Daniel Craig hat eine so wunderbare Stimme und Christopher Plummer ebenso. Nicht umsonst hat Rooney Mara 2 Stunden täglich mit ihrem Sprachtrainer gearbeitet, um so einen kessen schwedischen Akzent zu bekommen. Bei einem Schauspieler sind Talent, Gesicht, Ausstrahlung und Mimik wichtig, aber ohne seine Stimme und seine Sprache, wäre es nie die Persönlichkeit, der Schauspieler, der er ist. Wer möchte schon mit irgendeiner fremden Stimme und einer anderen Sprache durch die Gegend laufen…

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Haywire“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Actionfilm mit Michael Douglas, Ewan McGregor und Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gone“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Thriller mit Amanda Seyfried und Jennifer Carpenter
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „The Devil Inside“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Horrorfilm/ Mockumentary
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film in 3D mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church. Der Film kann entweder gut oder ganz, ganz schlimm sein…
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gut, bei einer RT-Bewertung von mehr als 80% gehe ich rein…

Trailer v. Film: „Contraband“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Mark Wahlberg und Kate Beckinsale
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: :))… und jetzt auch noch in 3D!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „21 Jump Street“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionkomödie mit Jonah Hill und Channing Tatum, die auf der gleichnamigen Fernsehserie basiert. War das nötig? Wahrscheinlich, der Trailer kam wahnsinnig gut beim Publikum an.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "Moneyball"

Ich war am 23.09.11 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Moneyball“ (dt. Titel: „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“, dt. Kinostart: 02.02.12) 126 min drama, adaptation
dir. Bennett Miller cast: Brad Pitt, Jonah Hill, Philip Seymour Hoffman, Robin Wright

William Lamar „Billy“ Beane (Brad Pitt) war früher selbst ein professioneller Baseball-Spieler. Nach seiner aktiven Zeit wird er Manager der Oakland Athletics. (kurz: A’s) Die Mannschaft ist in einer finanziell desolaten Situation, auch sind die besten Spieler von finanzstärkeren Vereinen gekauft worden. Billy Beane heuert den Yale-Absolventen Peter Brand (Jonah Hill) an, der ihn in Wirtschaftsfragen zur Seite steht. Mit Spieleranalysen und der Auswertung ihrer Stastiken kommen sie schließlich auf Spieler, die gut zu den A’s passen und sie sich auch leisten können. Mit dem neu zusammengestellten Team haben sie vielleicht sogar Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen. Billy Beanes Philosophie revolutioniert den Baseball-Sport, aber auch andere Sportarten…

B (Wertung von A bis F) Der Film basiert auf dem Buch „Moneyball: The Art of Winning an Unfair Game“ von Michael Lewis. Erzählt wird eine wahre Geschichte.

Ich verstehe nicht viel vom Baseball, aber das muss man auch nicht um den Film und die Botschaft zu verstehen. Es ist auch ganz einfach auf Fußball oder andere Sportarten zu übertragen. Erzählt wird eine Geschichte voller Leidenschaft für den Sport und seine Mannschaft. Gezeigt werden nicht viele Sportszenen, mehr geht es um die Arbeit im Hintergrund. Es sind die brillanten Dialoge, die den Film sehenswert machen. Dennoch finde ich, dass der Film definitiv Längen hat.

Brad Pitt ist ausgesprochen gut in seiner Rolle. Ich kann mich nicht erinnern, dass er mal besser war. Wahrscheinlich ist es mein Problem, dass ich den Superstar Brad Pitt nicht hundertprozentig aus seiner Figur bekomme. Der Film „Moneyball“ und insbesondere Brad Pitt als Hauptdarsteller haben phänomenale Kritiken bekommen. Wenn man sich die Oscar-Politik anschaut, bedarf es jetzt eigentlich nur noch, dass der Film ordentlich Kasse macht. Meiner Meinung nach ist Jonah Hill (Superbad, Cyrus) mindestens genauso gut hier und das hat mich am meisten überrascht. Er verdient tatsächlich eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Philip Seymour Hoffman gibt hier selbstverständlich auch eine hervorragende Performance, nur das überrascht natürlich keinen mehr.

Bei „Moneyball“ kam es unmittelbar vor dem Drehbeginn zu einem sehr ungewöhnlichen Regie-Wechsel. Es gab künstlerische Differenzen und der Regisseur Steven Soderbergh musste gehen, das Drehbuch wurde von Aaron Sorkin (The Social Network) überarbeitet und Bennett Miller übernahm die Regie. Mit Millers letzten Film („Capote“) hat er erst dazu beigetragen, dass P.S. Hoffman seinen ersten Oscar erhalten hat. Komisch fand ich, dass Soderberghs Film Contagion  beinahe zeitgleich mit „Moneyball“ ins amerikanische Kino kam. Update: „Moneyball“ wurde in folgenden Kategorien für einen Oscar nominiert: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Brad Pitt), Bester Nebendarsteller (Jonah Hill), Bester Schnitt, Bester Tonschnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch.

Ich habe den Film am Starttag in einer bis auf den letzten Platz besetzten 10 Uhr-morgens-Vorstellung gesehen. Zum Schluss gab es Applaus vom Publikum.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „J.Edgar“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Clint Eastwoods Biopic über den ersten FBI Direktor J. Edgar Hoover. Mit Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Jeffrey Donovan, Judi Dench, Naomi Watts. Letztes Jahr habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt und gesagt, dass Leo dafür seinen ersten Oscar bekommt. Jetzt mit den ersten bewegten Bildern habe ich ein ungutes Gefühl. Ich bin unglaublich gespannt auf den Film und hoffe weiterhin auf eine großartige Performance. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Grey“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Flugzeugabsturzactiondrama mit Liam Neeson und Wölfen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spionagethriller nach dem Roman von John le Carré. Film mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Real Steel“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Hugh Jackman, den ich eh nicht mehr sehen/ernst nehmen kann
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Tower Heist“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Comedy mit Oscar-Gastgeber Eddie Murphy, Ben Stiller, Casey Affleck, Matthew Broderick und Gabourey Sidibe
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Ides of March“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Politdrama von und mit George Clooney. Auch mit dabei: Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, etc. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%