L.A. – Film: "The Girl with the Dragon Tattoo"


Ich war am 21.12.11 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„The Girl with the Dragon Tattoo“ (dt. Titel: „Verblendung“, dt. Kinostart: 12.01.12) 160 min drama, thriller, adaptation, remake
dir. David Fincher cast: Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgard, Robin Wright, Joely Richardson

Der Wirtschaftsjournalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) wird von dem Kopf der einflussreichen Industriellenfamilie, Henrik Vanger (Christopher Plummer), engagiert. Mikael Blomkvist soll ein 40 Jahre altes Verbrechen aufklären. Damals ist Vangers geliebte 16-jährige Nichte Harriet von einem Moment auf den anderen spurlos verschwunden. Steckt jemand aus der eigenen Großfamilie hinter ihrem Verschwinden? Bei den Ermittlungen bekommt Mikael Blomkvist Hilfe von der smarten jungen Hackerin Lisbeth Salander (Rooney Mara). Bald schon stoßen sie auf die Spur eines Serienmörders, wurde auch Harriet Opfer dieses Killers…

B- (Wertung von A bis F) „The Girl with the Dragon Tattoo“ basiert auf dem ersten Band der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson. Vom schwedischen übersetzt heißt das erste Buch „Männer, die Frauen hassen“. Das Buch wurde bereits in einer schwedischen Fassung im Jahr 2009 verfilmt. Ich habe weder den Roman gelesen, noch den schwedischen Originalfilm gesehen. Für die Neuverfilmung hat der Drehbuchautor Steven Zaillian („Schindler´s List“, „Clear and Present Danger“, „Gangs of New York“) einiges aus der Buchvorlage bzw. dem schwedischen Film geändert.

„The Girl with the Dragon Tattoo“ war mir viel zu lang. In meinen Augen dauert es ewig, bis es überhaupt richtig losgeht und die letzten vielleicht 20 Minuten waren für mich auch überflüssig. Vielleicht war das für den nächsten Teil der Trilogie wichtig, für mich hätte es aber auch in den zweiten Film gepasst. Auch wenn mir der Film viel zu lang war, so hätte ich gerne etwas mehr Hintergrundwissen über – ich sag mal – die Täter gehabt.

Ein Grund, dass der Film mich dennoch gefesselt hat, war eindeutig die Filmfigur Lisbeth Salander. Ich könnte noch viel länger an ihrem Leben teilhaben, ich würde mir gerne noch einige Filme mit dieser faszinierenden Filmfigur angucken. Normalerweise werden solche außergewöhnlichen Charaktere doch von Comiczeichnern erfunden. Eine 23-jährige, bisexuelle und hochintelligente Computer Hackerin, die nach außen hin so stark und aggressiv wirkt, aber die ebenso verletzlich, mädchenhaft und sexy erscheint. Lisbeth Salander, die scheinbar ihre ganzen schwarzen Klamotten, ihre Piercings und Tattoos nur als Schutzschild trägt. Schon wenn sie ihre Lederjacke auszieht kommt ein schmales Persönchen zum Vorschein, das aber nicht mehr länger Opfer sein will. Rooney Mara ist Lisbeth Salander. Da gibt es hier gar keinen Zweifel. Mit ihrem entzückenden schwedischen Akzent rundet sie einfach nur noch ihre Persönlichkeit ab. Ich habe mir einen Tag zuvor extra „Sherlock Holmes“ angeguckt, um einen Eindruck von der ersten Lisbeth Salander (Noomi Rapace) zu bekommen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, warum David Fincher Noomi Rapace ersetzen wollte, so ziemlich jede junge Schauspielerin in Hollywood für die Rolle vorsprechen musste und er sich letztlich für Rooney Mara entschied.

Aber auch Daniel Craig fand ich außerordentlich passend für die Rolle als Mikael Blomkvist. Ich hätte tatsächlich nie gedacht, dass ich ihn in der Rolle so glaubwürdig und sympathisch finden würde. Unheimlich gerne mochte ich Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander zusammen zu sehen, zwei so gegensätzliche Persönlichkeiten. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich eine Wendung in der Beziehung irgendwie kalt erwischt hat und eine weitere mich auch überraschte.

David Fincher hat einen wirklich sehr atmosphärischen Thriller gedreht, der sehr spannende Elemente hat und sehr stylish ist, aber hauptsächlich durch die brillanten Schauspieler funktioniert. Er wird nicht in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2011 landen, aber Teile davon. Mein Lieblingspart findet in einem durchdesignten Haus statt. Das ist in meinen Augen eine typische Fincher-Szene, ich wünschte der ganze Film wäre so. Ich habe mir übrigens unmittelbar nach dem Film, die Bewertung „B“ aufgeschrieben, es ist einer der seltenen Fälle, bei dem ich meine Bewertung in ein „B-“ korrigiert habe.

„The Girl with the Dragon Tattoo“ ist ein guter Film, aber fern davon ein Oscar-Film zu sein. Ich denke, dass der Film keine Chancen in wichtigen Kategorien hat. Auch wenn ich es vielleicht gerne hätte, dass Rooney Mara nominiert wird, realistisch betrachtend stehen ihre Chancen eher gering. Vielleicht wird der Film für die Beste Filmmusik und für Bester Schnitt nominiert.

Wie ich mittlerweile erfahren habe, soll die Vorlage („The Girl with the Dragon Tattoo“) ein relativ langweiliges Buch sein, das zweite („The Girl Who Played with Fire“) soll schon viel besser sein. Zum heutigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, ob es zu einer weiteren Neuverfilmung kommt. Bislang ist nur klar, dass Rooney Mara, wenn das zweite Buch verfilmt wird, erneut Lisbeth Salander spielen wird.

Nachdem ich heute auf den deutschen Trailer gekommen bin, muss ich nochmal dringend appellieren: Bitte Filme im Original schauen, in der Synchronisation geht immer viel verloren. Dem deutschen Trailer konnte ich entnehmen, dass die Stimmen in der Synchro von „The Girl with the Dragon Tattoo“ absolut einschläfernd sind, eine Stimme gleicht der anderen. Daniel Craig hat eine so wunderbare Stimme und Christopher Plummer ebenso. Nicht umsonst hat Rooney Mara 2 Stunden täglich mit ihrem Sprachtrainer gearbeitet, um so einen kessen schwedischen Akzent zu bekommen. Bei einem Schauspieler sind Talent, Gesicht, Ausstrahlung und Mimik wichtig, aber ohne seine Stimme und seine Sprache, wäre es nie die Persönlichkeit, der Schauspieler, der er ist. Wer möchte schon mit irgendeiner fremden Stimme und einer anderen Sprache durch die Gegend laufen…

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Haywire“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Steven Soderberghs neuer Actionfilm mit Michael Douglas, Ewan McGregor und Michael Fassbender
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gone“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Thriller mit Amanda Seyfried und Jennifer Carpenter
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „The Devil Inside“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Horrorfilm/ Mockumentary
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „John Carter“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Disney-Sci-Fi-Abenteuer-Film in 3D mit Willem Dafoe, Samantha Morton, Thomas Haden Church. Der Film kann entweder gut oder ganz, ganz schlimm sein…
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: Gut, bei einer RT-Bewertung von mehr als 80% gehe ich rein…

Trailer v. Film: „Contraband“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Mark Wahlberg und Kate Beckinsale
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: :))… und jetzt auch noch in 3D!
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „21 Jump Street“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionkomödie mit Jonah Hill und Channing Tatum, die auf der gleichnamigen Fernsehserie basiert. War das nötig? Wahrscheinlich, der Trailer kam wahnsinnig gut beim Publikum an.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

5 Gedanken zu “L.A. – Film: "The Girl with the Dragon Tattoo"

  1. Na da ist aber eine begeistert, also partiell :))
    Wenn ich da nicht kostenlos reinkomme werde ich mir den Film trotzdem nicht antun. Im Grunde fand ich die Geschichten und Filme total langweilig. Gut Rapace hat mir gefallen, aber mir ist die Story zu langatmig und wie ich lese hat Fincher das beibehalten.
    Das erste Buch ist übrigens an und für sich völlig abgeschlossen. Die anderen beiden Teile haben keinen großen Bezug zur ersten Geschichte, das nur am Rande.
    Und wie jetzt, Du willst nicht in „21 Jump Street“? :))

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  2. 🙂 ja genau partiell.

    Finchers Neuverfilmung ist ja auch 160 Minuten lang und damit, glaube ich, sogar noch länger als der schwedische Film. Gut am Anfang wird Mikael Blomqvists und, vor allen Dingen, Lisbeth Salanders Charakter eingeführt und erklärt. Ich finde, es gibt wenige Filme, die wirklich diese Länge benötigen. In den deutschen Kinos wird man ja dann auch noch mit einer Pause gequält. Finde ich übrigens auch unmöglich. :no:

    Ja, die erste Geschichte wird auch zu Ende erzählt. Da hätte der Film auch enden sollen, aber wie gesagt, er geht noch ungefähr 20 Minuten weiter…

    :)) nee, Du?

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