DVD – Film: „Dog Day Afternoon“

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Dog Day Afternoon“ (dt. Titel: „Hundstage“) 125 min drama
dir. Sidney Lumet cast: Al Pacino, John Cazale, James Broderick, Charles Durning, Chris Sarandon, Gary Springer

Sonny Wortzik (Al Pacino) und seine Freunde Sal Naturale (John Cazale) und Stevie (Gary Springer) planen, eine Bank in Brooklyn zu überfallen. Stevie springt aber noch in letzter Minute ab. Alle Bankangestellten merken schnell, dass sie es hier mit absoluten Amateuren zutun haben. Irgendwie läuft alles schief und die Bank ist bald umstellt. Die beiden Bankräuber verschanzen sich mit ihren Waffen und den Geiseln in der Bank. Vor der Bank bahnt sich ein Massenspektakel an. Reporter und Anwohner versammeln sich vor der Bank und feiern die Bankräuber. Für die Polizei gerät das Ganze zunehmend außer Kontrolle. Sie versuchen, mit Sonny zu verhandeln. Der Bankräuber verlangt, dass seine Frau Leon zur der Bank gebracht wird. Nur ist Leon (Chris Sarandon) keine Frau, sondern Sonnys transsexueller Geliebter.

A- (Wertung von A bis F) Sidney Lumets Film „Dog Day Afternoon“ beruht auf einer wahren Geschichte. Die Namen der Filmfiguren wurden geändert. Ich hatte mir zunächst die Dokumentation „The Dog“ über John Wojtowiczs Leben und diese abstruse Bankraub-Geschichte angeschaut. John Wojtowicz hat die Bank überfallen, um mit dem Geld die Geschlechtsumwandlung seines transsexuellen Liebhabers zu bezahlen.

Der Film ist aus dem Jahr 1975. In meinen Augen ist „Dog Day Afternoon“ einer der besten (Banküberfall-)Filme überhaupt. Auch wenn ich durch die Doku das ganze Hintergrundwissen hatte, fand ich das Geschehen sehr faszinierend, spannend, aber auch witzig. Selbstverständlich gab es ein Drehbuch für den Film (das hat sogar den Oscar gewonnen), vieles wurde aber improvisiert. Das kommt dem Film sehr zugute, weil dieser Banküberfall auch völlig planlos über die Bühne ging. Mir gefiel besonders, dass der Film ohne Filmmusik auskommt.

Al Pacino war zu „Dog Day Afternoon“ gerade 35 Jahre alt und hat hierfür bereits seine vierte Oscar-Nominierung erhalten. Al Pacino gibt eine grandiose Performance, so natürlich und fern von seinem immer leicht zur Übertreibung neigenden Spiel heutzutage. Beinahe noch besser als Al Pacino hat mir John Cazale gefallen. Der Schauspieler ist leider bereits im Alter von 42 Jahren gestorben. In seinem viel zu kurzen Leben hat er in nur fünf, bzw. sechs (in „The Godfather III“ wurde Archivmaterial von ihm verwendet) Spielfilmen gespielt. ALLE Filme wurden für den Oscar als Bester Film nominiert.

„Dog Day Afternoon“ war für sechs Oscars (Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller (Al Pacino), Bester Nebendarsteller (Chris Sarandon), Bester Schnitt und Bestes Originaldrehbuch) nominiert. Gewonnen hat der Film letztlich nur Bestes Originaldrehbuch.

Trailer zu sehen:

VOD – Film: "Frank"

Ich habe mir folgenden Film als Leihvideo über iTunes (U.S.) angeschaut:

„Frank“ (dt. Kinostart: 27.08.15) 95 min drama, comedy
dir. Lenny Abrahamson cast: Domhall Gleeson, Maggie Gyllenhaal, Michael Fassbender, Scoot McNairy

Musik bestimmt Jons (Domhnall Gleeson) Leben. Immer hat er Ideen für neue Songs. Durch Zufall lernt er Don (Scoot McNairy) kennen. Er ist der Manager der Band Soronprfbs, die noch am selbigen Abend ein Konzert geben. Da deren Keyboarder ausgefallen ist, macht er Jon den Vorschlag, einzuspringen. Gebongt. Als er am Abend zum Gig auftaucht, lernt er eine ziemlich schräge Truppe kennen. Der Bandleader Frank (Michael Fassbender) hat die ganze Zeit ein riesigen Pappmaché-Karton auf seinem Kopf. Jon bekommt das Angebot, mit diesen Exzentrikern nach Irland zu fahren.

B (Wertung von A bis F) „Frank“ wurde von der Kunstfigur Frank Sidebottom inspiriert. Der mittlerweile verstorbene britische Komiker Chris Sievey hat diese Figur im Jahr 1984 ins Leben gerufen.

„Frank“ ist ein schräger Film, es ist eine schräge Geschichte und es sind auch schräge Songs – manchmal verstörend schräg, manchmal schön schräg. Nicht selten hatte ich das Gefühl, die Schauspieler aus nächster Nähe zu beobachten. Der Film hat etwas sehr Intimes. Besonders die Beziehung von Domhnall Gleeson und Maggie Gyllenhaals Charakteren fand ich amüsant.

„Frank“ entspricht nun nicht gerade meiner Idealvorstellung von einem Film mit Michael Fassbender (Hunger, Shame, 12 Years a Slave). Es grenzt für mich an Verschwendung, dass er beinahe die ganze Zeit dieses Pappmaché-Dings auf dem Kopf hat. Das Einzige was einem von Michael Fassbender bleibt, ist tatsächlich sein Körper und seine tolle Stimme und Sprache (hier singt sogar – und gar nicht so übel – und in einer Szene spricht er sogar Deutsch) Gegen Ende des Films sieht man den attraktiven Schauspieler aber dann dankenswerterweise mal ohne seine Maskierung.

„Frank“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2014 gezeigt.

„Frank“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Nebendarsteller (Michael Fassbender)

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VOD – Film: "In Fear"

Folgenden Film habe ich mir über iTunes (U.S.) angeschaut:

„In Fear“ (dt. Kinostart: 03.04.14) 86 min thriller
dir. Jeremy Lovering cast: Iain De Caestaecker, Alice Englert

Tom (Iain De Caestaecker) und Lucy (Alice Englert) haben sich vor ein paar Wochen in einer Bar kennengelernt. Jetzt fahren sie gemeinsam zu einem Musikfestival. Unterwegs halten sie noch in einem Pub und dann schlägt Tom ihr vor, in einem nahegelegenen Hotel zu übernachten. Er hat bereits ein Zimmer reserviert. Sie willigt ein, schließlich findet sie ihn ja auch ganz nett. Das Hotel liegt abgelegen, sie folgen der Beschilderung, aber stellen bald fest, dass sie im Kreis fahren. Langsam wird es dunkel, viel Sprit haben sie auch nicht mehr und das Handy scheint in diesem Waldgebiet keinen Empfang zu haben. Na toll…

A- (Wertung von A bis F) „In Fear“ ist mal wieder ein Psychothriller ganz nach meinem Geschmack. Ich liebe Thriller/Horrorfilme, bei denen ich mich in die Situation der Protagonisten reinversetzen kann. Was würde ich tun, wie würde ich mich verhalten? Dieses Kammerspiel birgt eine hochspannende Dynamik, zwei sich praktisch fremde Personen, die in eine Extremsituation geraten. Psychologisch immer interessant.

Sehr wahrscheinlich kam es der Authentizität der Figuren zugute, dass den beiden Schauspieler kein richtiges Drehbuch zur Verfügung gestellt wurde. Sie wussten nicht, ob eine der beiden Filmfiguren ums Leben kommt, beide sterben oder keiner. Somit waren die beiden Schauspieler so ahnungslos wie die Zuschauer.

Die Thriller-Elemente sind simple, aber effektiv: Quasi Fremde, Großstädter, verfahren sich in einem unübersichtlichen Gebiet auf dem Land, es wird langsam dunkel, es regnet, sie sind von der Welt abgeschottet und das Benzin geht zur Neige. Mysteriöse Geräusche und Vorkommnisse und die Frage, was ist hier eigentlich los?

Auch wenn ich schon wesentlich bessere Filmenden gesehen habe, ich habe mich auch lange nicht mehr so gut gegruselt wie bei „In Fear“.

„In Fear“ lief erstmalig auf dem Sundance Film Festival im Jahr 2013.

Ich habe den Film bei iTunes (U.S.) als Kaufvideo erworben. Es war ein Blindkauf. Ich bin gerade in Grusel-Laune und „In Fear“ war bislang nicht als Leihvideo erhältlich. Seit dem 7.3.14 wird er auch in einigen amerikanischen Kinos gezeigt.

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VOD – Film: "Grand Piano"

Folgenden Film habe ich mir bei iTunes (U.S.) als Leihvideo angeschaut:

„Grand Piano“ (dt. Filmtitel: „Grand Piano – Symphonie der Angst“, in D. ab dem 8.5.14 auf DVD erhältlich) 90 min thriller
dir. Eugenio Mira cast: Elijah Wood, John Cusack, Kerry Bishé, Alex Winter

Tom Selznick (Elijah Wood) ist ein hochtalentierter Pianist. Er leidet aber schrecklich unter Lampenfieber und das war auch der Grund, dass er vor fünf Jahren seine Karriere vorzeitig beendet hat. Jetzt will er es erneut versuchen und gibt ein großes Comeback-Konzert. Das Konzert ist dem großen Pianisten Godureaux gewidmet. Der ist kürzlich verstorben und war Toms Freund und Mentor. Tom hat sogar die Ehre, auf seinem sehr wertvollem Konzertflügel zu spielen. Während des Konzerts erhält er eine Drohung. Wenn er nur eine falsche Note spielt, ist sein Leben oder das Leben seiner Frau, der berühmten Schauspielerin Emma Selznick (Kerry Bishé), in Gefahr. Zunächst denkt Tom, dass sich jemand über ihn lustig machen will…

B- (Wertung von A bis F) „Grand Piano“ ist nach einer kleinen Einführung richtig fesselnd. Der Film überzeugt mit einer brillanten Kameraführung. Von der Machart und dem eleganten Stil erinnert er mitunter an einen klassischen Hitchcock-Film aus den 1960er Jahren. Der Film hält seine Spannung, auch wenn er immer wieder seltsam daherkommt und man ab und an durch unglaubwürdige oder alberne Szenen rausgerissen wird. Auch die Auflösung und das Ende ist nicht wirklich befriedigend.

Letztlich blieb mir dieser Thriller aber hauptsächlich durch die ungewohnte Eleganz in Erinnerung.

„Grand Piano“ wurde erstmalig auf dem Fantastic Fest im Jahr 2013 gezeigt. Der Film war zunächst auf Video on Demand erhältlich und wird seit dem 7.3.14 in einigen ausgewählten Kinos in den U.S.A. gespielt.

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TV – Serie: "Top of the Lake"

Ich habe mir alle Folgen des Sundance-Channel-Mehrteilers angeschaut:

„Top of the Lake“ (in D. am 7.11. und 14.11.13 bei ARTE zu sehen) 7 x approx. 47 min drama, thriller
dir. Jane Campion, Garth Davis cast: Elisabeth Moss, Peter Mullan, Holly Hunter, David Wenham, Thomas M. Wright, Jacqueline Joe

In der abgelegenen Kleinstadt Laketop in Neuseeland wird die zwölfjährige Tui (Jacqueline Joe) dabei beobachtet, wie sie komplett bekleidet in den See steigt, scheinbar in der Absicht, sich selbst zu töten. Sie wird ins Krankenhaus gebracht und dort wird festgestellt, dass sie im ungefähr fünften Monat schwanger ist. Robin Griffin (Elisabeth Moss) ist Polizistin, sie lebt und arbeitet in Sydney. Derzeit ist sie aber bei ihrer an Krebs erkrankten Mutter in Neuseeland zu Besuch. Robin wird gebeten, das junge Mädchen zu befragen. Sie soll herausfinden, von wem Tui geschwängert wurde. Was weiß Tuis krimineller und gewalttätiger Vater Matt Mitcham (Peter Mullan)? Der Polizeichef von Laketop, Al Parker (David Wenham), steht Robin zur Seite. Die Ermittlungen stellen sich als schwierig dar, da die Bewohner der Kleinstadt mauern. Plötzlich ist auch noch das Mädchen spurlos verschwunden. Für Robin wird die Suche nach Tui auch zu einer Konfrontation mit ihrer Vergangenheit…

B+ (Wertung von A bis F) Jane Campions „Top of the Lake“ ist ein sehr atmosphärisches und hochspannendes Drama und zugleich ein Thriller, der Einblicke in menschliche Abgründe gewährt. Der Mehrteiler funktioniert wie ein Spielfilm, durch die Länge von beinahe sechs Stunden wird der Handlung und den Charakteren viel Zeit und Raum gegeben, um sich zu entwickeln.

Da ist die Hauptfigur Robin (gespielt von Elisabeth Moss) mit einer tragischen Familiengeschichte. Die Suche nach der verschwundenen Zwölfjährigen wird für Robin auch zu einer Suche nach sich selbst. Auch trifft sie ihre Jugendliebe Johnno (gespielt von Thomas M. Wright ) wieder. Johnno ist ein Sohn des Gangsterbosses Matt Micham (gespielt von Peter Mullan). Matt Mitcham ist unberechenbar, keiner in dem Kaff wagt es, sich gegen ihn zu stellen. Bis auf GJ (gespielt von Holly Hunter), die spirituelle Führerin einer kleinen Gruppe von älteren, seelisch angeschlagenen Frauen. Sie haben sich auf einem Grundstück niedergelassen, das Matt für sich beansprucht. Dem lokale Polizeichef Al Parker (David Wenham) sind viele illegale Dinge, die in der Kleinstadt passieren, scheinbar bekannt. Wer hat nun die 12-jährige Tui geschwängert und hat man sie getötet, um die Spuren zu verwischen? Das ist die Hauptfrage, aber die Geschichte ist viel komplexer und mysteriöser. Es gibt einige Wendungen in dem Mehrteiler, einige habe ich geahnt, andere kamen auch für mich überraschend. Fesselnd war diese Miniserie immer, ich finde sogar, dass sie kontinuierlich spannender wurde. Es gibt aber auch einige amüsante Szenen. Das inszenierte Ende empfand ich als nicht ganz so befriedigend.

Bei dem Mehrteiler empfiehlt es sich, ihn hintereinander zu schauen.

Elisabeth Moss ist mir noch sehr präsent als Peggy Olson aus der AMC-Serie Mad Men. Dadurch brauchte ich auch einen Moment, um sie in ihrer Rolle als Detective Robin Griffin zu akzeptieren. In dem Mehrteiler spielt die amerikanische Schauspielerin eine Australierin/ bzw. Neuseeländerin. Bisher ist man es ja eher gewohnt, australische oder neuseeländische Schauspieler zu sehen, die auch sprachlich als Amerikaner überzeugen. Erst nachdem ich „Top of the Lake“ komplett gesehen habe, habe ich gelesen, dass Elisabeth Moss gar keine Australierin oder Neuseeländerin ist. Für mich hat sie aber definitiv wie eine gesprochen. Nachdem ich Elisabeth Moss jetzt über beinahe sechs Stunden begleitet habe, bin ich auch restlos von ihr als Schauspielerin überzeugt. Ihr Aussehen und ihre schauspielerischen Brillanz haben mich stellenweise sogar an die junge Jodie Foster erinnert.

Peter Mullan (Tyrannosaur) ist hier grandios – mehr Worte braucht man über diese Performance nicht zu verlieren.

Für meinen Geschmack sehe ich Holly Hunter („Raising Arizona“, „Broadcast News“, „The Piano“, „Thirteen“) zu selten. Auch ihre unverwechselbare Stimme habe ich vermisst. Um so erfreulicher war es, sie hier wiederzusehen. Holly Hunters leicht durchgeknallte GJ und die auch leicht wirren Frauen, die sie umgeben, sorgen für einige schrille Szenen.

„Top of the Lake“ wurde in voller Länge erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt. Ab dem 18. März 2013 hatte der Mehrteiler dann seine Erstausstrahlung auf dem amerikanischen Sundance Channel.

Der TV-Mehrteiler wurde für acht Emmy-Awards nominiert, darunter Outstanding Miniseries or Movie, Outstanding Directing, Outstanding Writing, Outstanding Cinematography und Elisabeth Moss als beste Hauptdarstellerin Elisabeth Moss, sowie Peter Mullan als bester Nebendarsteller.

Sundance Channel Website:

http://www.sundancechannel.com/series/top-of-the-lake/

Trailer zu sehen:

DVD – Film: "The Place Beyond the Pines"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„The Place Beyond the Pines“ (dt. Kinostart war der 13.06.13, in D. auf DVD ab 7.11.13 erhältlich) 140 min drama
dir. Derek Cianfrance cast: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Ray Liotta, Ben Mendelsohn, Rose Byrne, Dane DeHaan, Bruce Greenwood

Luke ist Motorradstuntman und tingelt mit seiner Show von Jahrmarkt zu Jahrmarkt. Als er auf dem Rummelplatz in Schenectady, New York arbeitet, wird er von seiner Ex-Affäre Romina (Eva Mendes) besucht. Er erfährt, dass sie ein gemeinsames Kind haben. Luke kündigt seinen Job, um in der Nähe von Romina und seinem Sohn zu bleiben. Nur so einfach ist es nicht, seine Ex-Flamme hat einen neuen Partner und Luke braucht auch Geld, um seine kleine Familie zu versorgen. Er freundet sich schließlich mit Robin (Ben Mendelsohn) an und schlägt eine kriminelle Laufbahn ein…

A- (Wertung von A bis F) Recht schnell habe ich gemerkt, dass ich „The Place Beyond the Pines“ wesentlich lieber im Kino gesehen hätte. (Wollte ich auch, aber…lange Geschichte) Jedenfalls verdient der Film die volle Aufmerksamkeit.

In meiner Inhaltsangabe habe ich bewusst nur den ersten Teil der Geschichte angerissen. Erzählt werden aber drei einzelne Geschichten, die miteinander verbunden sind. Es ist ein komplexes Vater-Söhne-Drama, das mich dramaturgisch auch das eine oder andere Mal überrascht hat.

Bradley Cooper („The Hangover, Silver Linings Playbook) hat mich hier das erste Mal richtig schauspielerisch von sich überzeugen können. Vielleicht ist er eines Tages ein Schauspieler, den auch ich dauerhaft ernst nehmen kann. Bei Matthew McConaughey hätte ich das vor einigen Jahren auch nicht gedacht. Vom Typ her sind sich die beiden sehr ähnlich, meine Sympathien sind aber eindeutig bei Matthew McConaughey, dem ich mittlerweile die Daumen für seine erste Oscar-Nominierung im Jahr 2014 drücke. Seine bemerkenswerte Performance in „The Place Beyond the Pines“ könnte Bradley Cooper im nächsten Jahr zu seiner bereits zweiten Oscar-Nominierung für „American Hustle“ verhelfen.

Mittlerweile verspüre ich eine leichte Müdigkeit was Ryan Gosling angeht. Wer mich aber erneut beeindruckt hat, ist Ben Mendelsohn (Animal Kingdom, The Dark Knight Rises und selbstverständlich Dane DeHaan (Chronicle, Lincoln)

„The Place Beyond the Pines“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival im Jahr 2012 aufgeführt. Der Film ist im April ins amerikanische Kino gekommen und zusammen mit „Mud“ waren es die ersten DVDs, die an die Academy-Mitglieder geschickt wurden.

Wenn auch nicht an vorderster Front, aber „The Place Beyond the Pines“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller Bradley Cooper und Ryan Gosling

Trailer zu sehen:

VOD – Film: "The Iceman"

Folgenden Film habe ich mir auf Pay-TV angeschaut:

„The Iceman“ 105 min drama, adaptation
dir. Ariel Vromen cast: Michael Shannon, Winona Ryder, Chris Evans, Ray Liotta, James Franco, David Schwimmer, Stephen Dorff

1965 in New Jersey. Richard Kuklinski (Michael Shannon) ist mit Deborah (Winona Ryder) verheiratet und gerade Vater einer Tochter geworden. Er verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Kopieren von nicht jugendfreien Filmen. Eines Tages wird er von dem Mafiosi Roy (Ray Liotta) angesprochen und arbeitet fortan als Auftragsmörder für die Mafia. Durch den neuen Job kann er seiner kleinen Familie auch ein besseres Leben bieten. Die Aufträge bleiben aber eines Tages aus. Richard arbeitet dann mit dem Profikiller Mr Freezy (Chris Evans) zusammen. Da er das ohne Roys Wissen und ohne dessen Erlaubnis macht, bringt Richard sein Leben und das seiner kleinen Familie in Gefahr…

B (Wertung von A bis F) „The Iceman“ basiert auf dem Buch „The Iceman: The True Story of a Cold-Blooded Killer“ von Anthony Bruno. Erzählt wird eine wahre Geschichte. Richard Kuklinski war ein berüchtigter Mörder, der auch als Auftragsmörder für die Mafia gearbeitet hat. Er soll zwischen 1948 bis 1986 über 100 Menschen (man spricht sogar von bis zu 250 Menschen) getötet haben. Seinen ersten Mord soll er im Alter von 13 Jahren begangen haben.

Michael Shannon ist einfach einer der besten Schauspieler unserer Zeit und „The Iceman“ zeigt – wieder einmal – exakt warum. Er hat eine tolle Stimme und ein sehr ausdrucksstarkes Gesicht. Michael Shannon ist Richard Kukllinski, der auf der einen Seite schüchterne und charmante Mann und liebevolle Familienvater, der dann im nächsten Moment unberechenbar und fokussiert wie ein Raubtier ist. Er fackelt nicht lange, sondern tötet. Die Schlussszene ist, in meinen Augen, eine sogenannte „Oscar-Szene“. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn er für seine hervorragende Arbeit mit einer weiteren Oscar-Nominierung (nach Revolutionary Road) belohnt werden würde.

Alle anderen Schauspieler gehen neben Michael Shannon völlig unter. James Franco wirkt neben ihm wie ein mittelmässiger Kleindarsteller. David Schwimmer habe ich auf den ersten Blick gar nicht erkannt.

„The Iceman“ ist mit wenigen Kopien ins amerikanische Kino bekommen, zeitgleich wurde er auf Video on Demand veröffentlicht.

Ich wollte den Film unbedingt im Kino schauen, als ich allerdings in San Francisco war, lief er dort in keinem Kino. So habe ich ihn mir auf Pay TV im Hotel (für USD 16.99) gegönnt.

„The Iceman“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2012 gezeigt.

Trailer zu sehen: