D.C. – Film: "The Great Beauty"

Ich war am 6.1.14 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Great Beauty“ (dt. Titel: „La Grande Bellezza – die große Schönheit“, Originaltitel: „La Grande Bellezza“, dt. Kinostart war der 25.07.13) 142 min drama, comedy
dir. Paolo Sorrentino cast: Toni Servillo, Carlo Verdone, Sabrina Ferilli, Carlo Bucciorosso

Als Jep Gambadella (Toni Servillo) noch sehr jung war, hat er einen Roman geschrieben. Dafür hat er zahlreiche Preise gewonnen hat und ist reich und berühmt geworden. Er hat nie wieder einen Roman geschrieben, arbeitet aber als Journalist und hat sein ganzes Leben rauschende Feste mit der römischen Oberschicht gefeiert. Mittlerweile ist er von diesem Leben gelangweilt und auch von der Oberflächlichkeit, die ihn umgibt. Vielleicht sollte er etwas in seinem Leben ändern. Sein 65. Geburtstag bietet einen guten Anlass, um über sein Leben nachzudenken…

A- (Wertung von A bis F) „The Great Beauty“ ist ein Film, der einem auf poetische Weise zeigt, wie ein italienischer Lebemann mittlerweile gelangweilt von dauernden Partyleben und oberflächlichen Menschen und Gesprächen ist. Das einzigartige Rom bietet die Kulisse für zahlreiche skurrile Begegnungen und surreale Momente. Es sind die wunderschönen Bilder, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Es ist aber auch dieser ausdrucksstarke Protagonist, der einem seine Welt zeigt und in einer großartigen Szene einer Freundin sagt, was er wirklich von ihr denkt. Alleine die Szenen auf Jeps traumhafter Dachterrasse lassen mich erahnen, wie diese römische Oberschicht tickt.

Ich war nun auch bereits einige Male privat in der ewigen Stadt, noch während des Films, habe ich das dringende Verlangen verspürt, sofort einen Städtetrip nach Rom zu buchen.

„The Great Beauty“ ist in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 gelandet.

Ich habe den Film in der italienischen Originalfassung mit englischen Untertiteln gesehen.

„The Great Beauty“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2013 gezeigt. Er lief in Cannes im Wettbewerb, dieser Film hätte gewinnen müssen und nicht „Blue is the Warmest Color“.

„The Great Beauty“ hat den Europäischen Filmpreis gewonnen und wurde von Italien für die Kategorie Bester fremdsprachigen Film bei den Oscars eingereicht. Der Film hat es sogar in die sogenannte shortlist geschafft. Vor zwei Tagen hat er überraschenderweise den Golden Globe Award für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. In zwei Tagen werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben und ich drücke die Daumen, dass The Great Beauty unter die letzten Fünf gelangt ist und mit einer Oscar-Nominierung belohnt wird.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gloria“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Wurde von Chile für die nächsten Oscars (bester fremdsprachiger Film) eingereicht. Weiß nicht, es könnte sein, dass mir die Hauptdarstellerin auf die Nerven geht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, wenn er für den Oscar nominiert wird

Trailer v. Film: „The Past“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: französisches Drama von dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi mit Bérénice Bejo. Ich mochte den vielgelobten Vorgängerfilm von Asghar Farhadi „A Separation“ schon nicht. „The Past“ hat es nicht in die sogenannte shortlist der Academy geschafft.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Visitors“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: neuer Film von Godfrey Reggio
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, glaube ich

Trailer v. Film: „If You Buildt It“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Dokumentation über ein Schulprojekt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

D.C. – Film: "The Wolf of Wall Street"

Ich war am 6.1.14 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Wolf of Wall Street“ (dt. Kinostart:16.01.14) 179 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Martin Scorsese cast: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Matthew McConaughey, Margot Robbie, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Jean Dujardin, Cristin Milloti, Spike Jonze

Im Jahr 1987 ist Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) 22 Jahre alt und ehrgeizig. Er bewirbt sich in einer Maklerfirma an der Wall Street. Sein Chef, der Broker Mark Hanna (Matthew McConaughey), erklärt ihm, wie man richtig viel Geld am Telefon verdienen kann und führt ihn in die Welt von Drogen und Prostituierten ein. Jordan ist aber zur falschen Zeit am falschen Ort. Der 19.10.1987, der sogenannten Black Monday machte Jordans Wall Street-Träume zunichte. Er ist aber der geborene Verkäufer, hat eine große Überzeugungskraft und Charisma. Einige Zeit später gründet er sein eigenes Maklerunternehmen, Stratton Oakmont. Den jungen ambitionierten Donnie (Jonah Hill) macht er zu seinem Vize und stellt noch ein paar Bekannte ein, deren einziges Ziel es ist, reich zu werden und das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Innerhalb kürzester Zeit baut der Anlagebetrüger Jordan Belfort ein Millionenimperium auf. Dass er zu so einem unfassbaren Reichtum nur gekommen ist, weil er seine Kunden geprellt hat – was soll´s. Sie geniessen ihr Leben auf der Überholspur, feiern sich jeden Tag, mit weit mehr Alkohol, Drogen und Prostituierten als sie verkraften…

A- (Wertung von A bis F) „The Wolf of Wall Street“ basiert auf der gleichnamigen Autobiografie von Jordan Belfort. Wenn man sich den Film anschaut, könnte man den Eindruck gewinnen, dass das alles gar nicht wahr sein kann. Ich habe kürzlich ein Interview mit Leonardo DiCaprio gesehen, der stand mit Jordan Belfort in Kontakt. Jordan Belfort hat Leonardo DiCaprio versichert, dass alles noch schlimmer war als im Film dargestellt.

Es gibt wohl im Moment keinen Film, der in den U.S.A. mehr polarisiert als „The Wolf of Wall Street“. Darf man dem widerlichen und gierigen Abschaum der Welt, der ausschließlich auf Kosten Anderer zu viel Geld gekommen, dabei zeigen wie sie ausgelassen ihr Leben geniessen? Ich hatte tatsächlich auch starke Bedenken, gibt es für mich doch heutzutage auch wenig, was mehr meinen Zorn hervorrufen kann als Banken, Banker, Aktienhändler, Ratingagenturen und das ganze skrupellose Pack in der Finanzwelt, dass mit ihren Spekulationen, Betrügereien und unsauberen Machenschaften nicht nur den kleinen Mann in den Ruin treibt, sondern auch ganze Länder und letztlich die Weltwirtschaft.

Bei vielen mitunter großartigen Filmen oder Serien stehen Mafiosi, bestechliche und kriminelle Politiker oder Wirtschaftsbosse, Serienmörder oder Psychopathen im Mittelpunkt. Warum sollte man also keinen Film über einen soziopathischen Anlagebetrüger sehen? Der Film konzentriert sich aber nicht so sehr darauf, wie er zu dem Geld gekommen ist und wen er dabei geschädigt hat, sondern mehr wie er immer geldgieriger wurde und wie er mit seinem krassen Lebenswandel die Millionen verprasst hat. Auch wenn der Film in den 1980er und 1990er Jahren spielt, was die Gier in der Finanzwelt angeht, könnte der Film wohl kaum aktueller sein.

Das Drehbuch hat Terence Winter geschrieben. Der war selbst in den 1980er Jahren an der Wall Street tätig. Terence Winter hat in der Rechtsabteilung bei Merrill Lynch gearbeitet und hat seinerzeit immer davon geträumt, ein Leben zu führen wie einer dieser Jordan Belforts. Vielleicht hat sich das auf die Authentizität des Drehbuchs und damit des Films ausgewirkt.

In meinen Augen verherrlicht Scorsese nicht das hemmungslose Leben von gewissenlosen Aktienhändlern. Anders ausgedrückt, wer am Ende von „The Wolf of Wall Street“ gerne mit Jordan Belfort getauscht hätte bzw. ihn um den Lebenswandel, den er geführt hat, beneidet, hat selbst ein Drogenproblem und/ oder eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung. „The Wolf of Wall Street“ ist eine Satire bzw. noch präziser eine Groteske. Hier sind die Charaktere die Geschichte und das was man auf der Leinwand sieht, könnte man am Besten als organisiertes Chaos bezeichnen.

Ich habe mir überlegt, wem ich „The Wolf of Wall Street“ empfehlen würde. Der Film ist etwas für Cineasten und für Scorsese-Fans, aber dann wird es schon eng. Man sollte Leonardo DiCaprio definitiv mögen, weil er ist praktisch in jeder einzelnen Szene zu sehen ist. Zusätzlich fungiert er auch noch als Erzähler des Films. Leonardo DiCaprio-Fans bekommen hier zweifelsfrei eine Performance von ihm geboten, die sie überraschen wird. Ich beispielsweise habe nicht mal geahnt, dass so viel komisches Talent in ihm steckt. „The Wolf of Wall Street“ ist ein Film, bei dem man beinahe drei Stunden einem – Entschuldigung – drogensüchtigen und sexbesessenen Arschloch zuschaut. Wenn man einen Film erwartet, bei dem der „Bösewicht“ am Ende des Films seine verdiente Strafe erhält, sollte man im Kinoprogramm nach einem anderen Film Ausschau halten. Man sollte auch kein Problem mit vulgärer Sprache haben (irgendeiner hat sich die Mühe gemacht, zu zählen, wie oft das Wort „Fuck“ gesagt wurde, es waren rekordbrechende 506 Mal, ganz zu schweigen von anderen Ausdrücken) oder der Darstellung von exzessiven Konsum von Drogen, Sexparties, etc. Definitiv muss man den Humor mögen und darf das Gezeigte nicht ernst nehmen. Wer fühlt sich also bei „Wolf“ bestens unterhalten? Nach wie vor würde ich es nur für Cineasten und Scorsese-Fans unterschreiben, denn die werden sicherlich ihren Spaß haben und sich an Szenen erfreuen, die sie so noch nie gesehen haben.

Meine Lieblingsszenen sind: der erste Streit mit seiner Ehefrau wegen „Venice“, Jordan Belforts erstes Zusammentreffen mit dem FBI-Ermittler auf der Yacht, und natürlich, wie kann es anders sein, die gesamte Sequenz 90 Minuten nach der Einnahme von Lemmon 714. Da habe ich vor Lachen beinahe einen Gesichtskrampf bekommen. Diese Szene hat sogar in den Academy Screenings großen Szenenapplaus bekommen.

Ich saß mit ungefähr 30 Mitzuschauern in einer mittäglichen Vorstellung. Mit mir zusammen saß noch eine andere Frau weiter vorne im Kinosaal. Die Frau und ich haben während des gesamten Films am meisten und am lautesten gelacht.

Dazu möchte ich gleich dringend empfehlen, den Film a) auf der großen Leinwand zu sehen und b) in der Originalfassung.

Die Schauspieler sind eigentlich alle großartig, allen voran natürlich Leonardo DiCaprio. Nach „Gangs of New York“, „The Aviator“, „The Departed“ und Shutter Island ist „The Wolf of Wall Street“ die fünfte Zusammenarbeit des Schauspielers mit Meisterregisseur Martin Scorsese. Leonardo DiCaprio gibt eine fantastische und beispiellose Performance. In einem normalen Oscar-Jahr würde er hundertprozentig dafür eine Oscar-Nominierung erhalten. Ich hatte aber bereits in meinen vorherigen Beiträgen erwähnt, dass gerade in der Kategorie Bester Schauspieler mindestens zehn starke Darstellungen um die nur fünf Plätze konkurrieren. Wer wird also nicht nominiert: Robert Redford, Bruce Dern, Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor, Tom Hanks, Joaquin Phoenix, Oscar Isaac, Christian Bale, Forest Whitaker oder Leonardo DiCaprio? Meine Wunschliste wäre: Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor, Joaquin Phoenix, Leonardo DiCaprio und Christian Bale oder Tom Hanks. Passiert natürlich nicht, aber wünschen kann man ja.

Matthew McConaughey gibt aber auch wieder eine sensationelle Performance. Würde man ihn noch etwas länger im Film sehen, könnte er sehr wahrscheinlich auch mit einer Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller rechnen. Für Matthew McConaughey sind das drei herausragende Performances im Filmjahr 2013 (Mud, Dallas Buyers Club und „The Wolf of Wall Street“). Ich hoffe, dass er durch seine Extremdiät für „Dallas Buyers Club“ nicht magersüchtig geworden ist, gesund sieht er in „The Wolf of Wall Street“ nämlich immer noch nicht aus.

Jonah Hill wurde im Vorfeld schon über den grünen Klee gelobt. Er hat ein paar gute Szenen, aber so richtig kann ich nicht nachvollziehen, warum um seine Performance so ein Gewese gemacht wird.

Besser hat mir da Kyle Chandler und überraschenderweise Jean Dujardin gefallen.

Auch Margot Robbie, die die zweite Ehefrau von Jordan Belfort spielt, finde ich perfekt besetzt und schauspielerisch überzeugend.

Martin Scorsese hat sogar drei Regisseure (und Schauspieler) engagiert: Rob Reiner, Spike Jonze und Jon Favreau. Alle haben mir gut gefallen, besonders aber Rob Reiner als Jordan Belforts Vater.

„The Wolf of Wall Street“ war der letzte Prestige-Film im Filmjahr 2013, der der amerikanischen Presse gezeigt wurden. Dann stand er auch noch bis zum 17.12.13 unter Embargo.

Im Jahr 2012 waren „Les Misérables“, Django Unchained und Zero Dark Thirty die letzten Filme, die der amerikanischen Presse gezeigt wurde. In der letzten Oscar-Saison war es „Zero Dark Thirty“, der Kontroversen auslöste und gegen den negative Kampagnen geführt wurden. Kaum raus, wurde raufgehauen und man konnte praktisch minütlich beobachten, wie die Chancen von „Zero Dark Thirty“ auf den Oscar-Gewinn schwanden. Dieses Jahr ist es wohl „The Wolf of Wall Street“. In einer Woche werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben, die Academy Mitglieder haben bereits ihre Wahlzettel ausgefüllt und abgeschickt. Ob „The Wolf of Wall Street“ tatsächlich unter den Besten Filmen der Academy landet, ist derzeit noch etwas fraglich.

Bekanntlich hatte Martin Scorsese Probleme bei der Fertigstellung von „The Wolf of Wall Street“. Der First Cut des Films war 4 Stunden und fünf Minuten lang, wurde in test screenings gezeigt und alle waren begeistert. Martin Scorsese und seine Cutterin Thelma Schoonmaker waren sich aber einig, dass ein 4-Stunden-Film schwer zu vermarkten ist. Auch hatten die Beiden überlegt „The Wolf of Wall Street“, wie bei Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“, in zwei Teilen ins Kino zu bringen. „Wolf“ ist, so waren sie sich dann aber einig, kein Film, den man in der Mitte teilen kann und bei dem jeder Teil für sich als Film funktioniert. So mussten die beiden Künstler zurück in den Schneideraum und haben, etwas unter Zeitdruck, die Schere anlegen müssen. Ich habe letztens ein Interview mit Leo und Scorsese im amerikanischen Fernsehen gesehen. Die Beteiligten waren sich einig, dass sie jetzt mit dem 3-Stunden-Endprodukt glücklich sind. Auch wenn wohl einige Lieblingsszenen von Scorsese und Schoonmaker der Schere zum Opfer gefallen sind. Ich wäre sehr an der ursprünglichen Fassung von 4-Stunden interessiert, die hoffentlich eines Tages als Bonus Material auf der DVD enthalten ist.

Seit „Raging Bull“ arbeitet die Cutterin Thelma Schoonmaker mit Martin Scorsese zusammen. Mit ein paar wenigen Ausnahmen hat sie alle Scorsese-Filme geschnitten. Ihnen wird eine ähnlich enge berufliche Beziehung nachgesagt wie Alfred Hitchcock mit seiner Cutterin (und Ehefrau) Alma Reville.Thelma Schoonmaker hat bereits drei Oscars gewonnen. („Raging Bull“, „The Aviator“, „The Departed“). Sie gilt als Beste ihrer Branche.

„The Wolf of Wall Street“ ist in meiner Top Ten für Filme aus dem Filmjahr 2013.

„The Wolf of Wall Street“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Leonardo DiCaprio), Bester Nebendarsteller (Jonah Hill, Matthew McConaughey) Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie, Christin Milloti), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Bester Ton

Die zwei amerikanischen Trailer, die ich im Kino gesehen habe:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lone Survivor“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer mit Kommentar vom Regisseur)
Kommentar: Militär-Action-Film nach wahren Begebenheiten mit Mark Wahlberg und Eric Bana.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bad Words“
Bewertung des Trailers: B (Redband Trailer)
Kommentar: Komödie von und mit Jason Bateman. Die mussten einen Redband-Trailer zeigen, weil die Sprache doch für manche Ohren ziemlich heftig ist.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Transcendence“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Johnny Depp, Rebecca Hall, Paul Bettany, Kate Mara, etc. Der Film ist das Regiedebüt von Christopher Nolans Kameramann Wally Pfister.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Action von und mit Kenneth Branagh, auch mit Chris Pine und Kevin Costner und Keira Knightley. Der neue Trailer ist eigentlich kein richtiger Trailer, er zeigt am Anfang eine komplette lange Action-Szene, so dass ich beinahe dachte, im falschen Film zu sitzen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: okay ich gucke ihn wahrscheinlich

Trailer v. Film: „Non-Stop“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Actionfilm mit Liam Neeson und Julianne Moore. Filme, die in einem Flugzeug spielen muss ich gucken – früher oder später. Hoffentlich hat dieser Trailer nicht alle Wendungen verraten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Monuments Men“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: George Clooneys neuer Film, Zweite Weltkriegsfilm mit George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin. Der Film ist bestimmt nicht doll, sonst hätten sie ihn nicht aus der Oscar-Saison geschoben.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Dawn of the Planet of the Apes“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Wow! Die Fortsetzung von Rise of the Planet of the Apes, den ich sehr mochte.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2013

Meine Top Ten Liste für das Filmjahr 2013. Im Jahr 2013 habe ich 82 Filme (Update!) im Kino gesehen (plus 4 Filme, „12 Years a Slave“, „Frozen“, „Philomena“ und „American Hustle“, die ich mir ein zweites Mal im Kino angeschaut habe), 81 x war ich davon in den U.S.A/bzw. Kanada. und 1 x davon in Deutschland im Kino. Wie bereits in den Jahren zuvor, werden bei meiner TOP TEN ausschließlich Filme, die im Jahr 2013 einen Kinostart in den U.S.A. hatten, gezählt. Einige Filme habe ich mir noch zusätzlich auf DVD, Pay-TV oder bei Privatreisen an Bord angeschaut.

Das Filmjahr 2013 war ein ziemlich gutes. Ich habe viele tolle amerikanische Indies gesehen und es waren auffällig viele gelungene Regiedebüts darunter. Da ich mir angewöhnt habe, viel gezielter ins Kino zu gehen und nicht mehr jeden Mist zu gucken, habe ich auch weit weniger Filme geguckt, über die ich mich geärgert habe.

Am Ende des Jahres ist dann immer die große Überlegung, was waren die besten Filme, die man in dem Jahr gesehen hat.

Meine Top Ten für das Filmjahr 2013 ist geteilt, in meine Top 5 und die restlichen 5. Wenn man mich nachts wecken würde und fragen würde, was waren Deine Lieblingsfilme im Jahr 2013 würde ich sagen:

12 Years a Slave (dir. Steve McQueen, cast: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender)
Her (dir. Spike Jonze, cast: Joaquin Phoenix voice: Scarlett Johansson)
Some Velvet Morning (dir. Neil LaBute, cast: Stanley Tucci, Alice Eve)
Philomena (dir. Stephen Frears, cast: Judi Dench, Steve Coogan)
The East (dir. Zal Batmanglij, cast: Brit Marling, Alexander Skarsgard)

für die restlichen 5 ist es schon etwas schwieriger gewesen, sie zusammenzustellen. Ich habe mir überlegt, was macht einen sehr guten Film aus, was hinterlässt einen bleibenden Eindruck und repräsentiert einen Film und ebenso das Filmjahr wieder. Es sind einzelne Charaktere, die hängenbleiben. Den, für mich, nuanciertesten Charakter und die beste Performance im Filmjahr 2013 hat Cate Blanchett gegeben und damit geht der nächste Platz an:

Blue Jasmine (dir. Woody Allen, cast: Cate Blanchett)

eine Komödie, die ich wirklich charmant fand:

Enough Said (dir. Nicole Holofcener, Julia Louis-Dreyfus, James Gandolfini)

Scorseses Film war der vorletzte Film, den ich gesehen habe, bevor ich diese Liste erstellt hatte. Mit gemischten Gefühlen bin ich ins Kino gegangen, bestens aufgelegt bin ich rausgekommen. Der Film beinhaltet so begnadet brillante Szenen, die kaum zu übertreffen sind. Ich kann aber auch verstehen, wenn man Probleme mit dem Film hat:

The Wolf of Wall Street (dir. Martin Scorsese, cast: Leonardo DiCaprio) – mein Beitrag dazu folgt in Kürze

Für Platz 9 brauchte ich tatsächlich zwei Kinobesuche. Beide Male habe ich mich blendend amüsiert. Der Film ist einfach zu gut, um nicht in meiner Top Ten zu stehen:

American Hustle (dir. David O. Russell, cast: Christian Bale, Jennifer Lawrence) – Update s. Beitrag

und zu guter Letzt hat mich ein europäischer Film sehr beeindruckt hinterlassen. Es war der letzte Film, den ich im Kino gesehen habe, bevor ich diese Liste erstellt habe:

The Great Beauty (Originaltitel: „La Grande Bellezza“, dir. Paolo Sorrentino cast: Toni Servile, Carlo Verdone) – mein Beitrag dazu folgt in Kürze

Eine lobende Erwähnung finden auch der deutsche Film „Oh Boy“ und dann in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe: „Stoker“, „Everybody Has a Plan“, „Mental“, „Mud“, „Upstream Color“, „The Sapphires“, „Stories We Tell“, „What Maisie Knew“, „This is the End“, „Despicable Me 2“, „The Way, Way Back“, „Fruitvale Station“, „Blackfish“, „You´re Next“, „Rush“, „Short Term 12“, „In a World?“, „Don Jon“, „Captain Phillips“, „We Are What We Are“, „Dallas Buyers Club“, „Kill Your Darlings“, „The Hunger Games: Catching Fire“, „Nebraska“ und „Frozen“

Verärgert haben mich: Side Effects, Spring Breakers, Before Midnight,The Hangover 3, All is Lost, Oldboy und Gangster Squad (den ich so schlimm fand, dass ich ihn nach 30 Minuten ausgemacht habe)

Gelangweilt war ich von: Byzantium, Much Ado About Nothing und definitiv von Blue is the Warmest Color

eine Katastrophe fand ich: The Great Gatsby

Filme, die vielleicht eine Chance gehabt hätten in meine TOP TEN zu gelangen, die ich aber nicht (bzw. noch nicht) gesehen habe: „Leviathan“, „August: Osage County“, „Lone Survivor“, „Labor Day“, „The Secret Life of Walter Mitty“, „The Hunt“, „To the Wonder“, „Let the Fire Burn“, „The Act of Killing“, „Beyond the Hills“ und „A Touch of Sin“.

Bei meiner Top Ten aus dem Filmjahr 2012 habe ich mich für das Jahr 2013 auf folgende Filme gefreut (kopiert aus meinem eigenen Beitrag):

Only God Forgives (dir. Nicolas Winding Refn)
Mud (dir. Jeff Nichols)
I´m So Excited (dir. Pedro Almodóvar)
Inside Llewyn Davis (dir. Joel and Ethan Coen)
Twelve Years a Slave (dir. Steve McQueen)
The Wolf of Wall Street (dir. Martin Scorsese)
Labor Day (dir. Jason Reitman)
The Nightingale (dir. James Gray)
The Place Beyond the Pines (dir. Derek Cianfrance)
To The Wonder (dir. Terrence Malick)
The Company You Keep (dir. Robert Redford)
The Great Gatsby (dir. Baz Luhrmann)
Pacific Rim (dir. Guillermo del Toro)
OldBoy (dir. Spike Lee)
The Monuments Men (dir. George Clooney)
Her (dir. Spike Jonze)
A Captain´s Duty (dir. Paul Greengrass)
Gravity (Alfonso Cuaron)
Nebraska (dir. Alexander Payne)

Nicht gesehen habe ich davon: Only God Forgives (habe ihn aber auf DVD), I´m so Excited (habe ich auf DVD), Labor Day (gucke ich demnächst), Pacific Rim und wie bereits oben erwähnt: To the Wonder. Monuments Men und The Immigrant (der Anfang des Jahres 2013 noch The Nightingale hieß) wurden ins Jahr 2014 verschoben. Drei der Filme auf die ich mich Anfang des Jahres 2013 gefreut habe, sind in meiner Top Ten gelandet (12 Years a Slave, Her und The Wolf of Wall Street), vier Filme haben eine lobende Erwähnung bekommen (Mud, The Place Beyond the Pines, Captain Phillips, der Anfang des Jahres noch A Captain´s Duty hieß, und Nebraska) und zwei Filme aus dieser Liste fand ich schlimm: The Great Gatsby und Oldboy

Im Jahr 2014 freue ich mich am meisten auf folgende 25 Filme:

Foxcatcher, dir. Bennett Miller
A Most Wanted Man, dir. Anton Corbijn
The Grand Budapest Hotel, dir. Wes Anderson
The Skeleton Twins, dir. Craig Johnson
Macbeth, dir. Justin Kurzel
Frank, dir. Lenny Abrahamson
Maps to the Stars, dir. David Cronenberg
Birdman, dir. Alejandro González Inárritu
Inherent Vice, dir. Paul Thomas Anderson
Gone Girl, dir. David Fincher
Interstellar, dir. Christopher Nolan
Exodus, dir. Ridley Scott
Cyber, dir. Michael Mann
Selfless, dir. Tarsem Singh
Jupiter Ascending, dir. Andy Wachowski, Lana Wachowski
The Imitation Game, dir. Morten Tyldum
Big Eyes, dir. Tim Burton
How to Catch a Monster, Regiedebüt von Ryan Gosling
Transcendence, Regiedebüt von Wally Pfister
The Boxtrolls, dir. Anthony Stacci, Graham Annable
Midnight Special, dir. Jeff Nichols
Knight of Cups, dir. Terrence Malick
Carol, dir. Todd Haynes
Unbroken, dir. Angelina Jolie
The Giver, dir Phillip Noyce

L. A. – Film: "American Hustle"

Ich war am 21.12.13 in Los Angeles und am 07.01.14 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„American Hustle“ (dt. Kinostart: 13.02.14) 129 min drama, crime, comedy
dir. David O. Russell cast: Christian Bale, Bradley Cooper, Amy Adams, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Robert De Niro, Louis C. K., Michael Pena

Ende der 1970er Jahre in New York. Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein Geschäftsmann, er besitzt eine Glaserei und einige Trockenreinigungen. Sein Geld macht er aber hauptsächlich mit Kunstfälschungen und sonstigen Trickbetrügereien. Seine Freundin Sydney (Amy Adams) unterstützt ihn dabei. Der FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) erwischt die beiden Betrüger. Statt ins Gefängnis zu wandern, können sie mit dem FBI zusammenarbeiten. Sie sollen dabei helfen, ranghohe Politiker der Bestechung zu überführen.

B+ (Wertung von A bis F) Der Film „American Hustle“ beginnt Ende der 1970er Jahre. In der Zeit führte das FBI seine erste große Undercover-Aktion gegen Korruption von Politikern durch. Die Namen, der an diesem Fall beteiligten Personen wurden geändert und vieles hinsichtlich der Personen ist frei erfunden. Erzählt wird eine fiktive Geschichte, zu Beginn des Films wird aber darauf hingewiesen, dass einiges tatsächlich passierte.

Eigentlich war mir schon mit der Anfangsszene klar, dass ich den Film wenn nicht lieben, dann sehr mögen werde. Alles was ich in der ersten Sequenz mochte, zieht sich dankenswerterweise bis zum Schluss des Films durch. Damit fand ich „American Hustle“ wesentlich besser als David O. Russels, in meinen Augen überbewerteten Film, Silver Linings Playbook aus dem Filmjahr 2012.

„American Hustle“ und The Wolf of Wall Street waren die letzten beiden Prestige-Filme im Filmjahr 2013, die der amerikanischen Presse gezeigt wurde. Diese späte Ankunft in die Oscar-Saison hat David O. Russells Film gleich verwandeln können. Kurz darauf wurde „American Hustle“ nämlich von den New Yorker Film Critic Circle als Bester Film gekrönt. (Allerdings brauchten die New Yorker anscheinend fünf Wahlgänge, damit „American Hustle“ als Gewinner hervorgehen konnte, bei den ersten vier Wahlgängen kamen 12 Years a Slave und „American Hustle“ auf dieselbe Stimmenanzahl. Da es halt nur einen Gewinner-Film geben soll, mussten die New Yorker Filmkritiker so lange wählen bis ein Film mehr Stimmen hatte als der andere).

„American Hustle“ ist ein Film, der beim Gucken unfassbar Spaß macht. Ich wünschte, ich müsste ihn nicht als Oscar-Film bewerten. Denn das ist er In meinen Augen nicht. Kurzes Update zur Oscar-Saison 2013/2014: In zwei Wochen werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Das Rennen sieht momentan so aus, als ob es sich zwischen „12 Years a Slave“ und „American Hustle“ (und Gravity) entscheiden wird.

Bei mir liegt es jetzt zwei Wochen zurück, dass ich „American Hustle“ gesehen habe. Sehr gut habe ich noch in Erinnerung, dass ich im mich im Kino bestens amüsiert habe. Ich weiß noch, dass ich den Film handwerklich (Schnitt, Kamera, Regie) mitunter brillant fand, die Dialoge erstklassig, die Musikauswahl exzellent, ich habe diese imposanten Frisuren vor mir, Christian Bale und Jennifer Lawrence, die Beziehung zwischen Amy Adams und Christian Bales Charakter und ich kann mich tatsächlich auch noch an Bradley Cooper in ein paar entscheidenden Szenen erinnern. Alles andere von dem Film ist mittlerweile völlig weg. Zugegeben, das ist schon weit mehr als mir bei den meisten anderen Filmen bleibt, aber es ist halt auch kein bedeutsamer Film wie „12 Years a Slave“.

Bei „American Hustle“ stehen die Charaktere im Vordergrund und nicht die Geschichte. Auch wenn David O. Russells Film Längen hat, bereitet es großes Vergnügen diese Figuren zu begleiten. Ich hätte ihnen ewig zuschauen können.

Der Regisseur hat in seinem Ensemble die zentralen Parts mit Schauspielern besetzt, mit denen er bereits zuvor gearbeitet hat: Christian Bale („The Fighter“), Amy Adams (The Fighter), Bradley Cooper („Silver Linings Playbook“) und Jennifer Lawrence („Silver Linings Playbook“).

Christian Bale ist großartig. Trotz Übergewicht, ordentlicher Plauze und unmöglicher Was-auch-immer-Frise konnte ich nachempfinden, was Amy Adams Charakter an ihm (sexy) findet.

Jennifer Lawrence ist vermutlich geboren, um anderen Schauspielern die Show zu stehlen. Ihr Part in „American Hustle“ war ursprünglich wesentlich kleiner. David O. Russell ist bekannt dafür, dass er am Set viel improvisieren lässt. Hier merkt man förmlich wie sie sich in ihren Charakter reinfindet und zunehmend durchdreht. Es ist eine schrille Performance, die für mich den Höhepunkt findet, wenn sie anfängt zu singen. Vermutlich hätte sie den Oscar für „American Hustle“ sicher, wenn sie nicht im letzten Jahr einen gewonnen hätte. Ich habe erfahren, dass die Academy Mitglieder in den entsprechenden Vorführungen bei Jennifer Lawrence Namen im Abspann ihre lautstarke Anerkennung gaben.

Bei Amy Adams war ich etwas hin und hergerissen. Sie ist ungewöhnlich freizügig gekleidet und geht sogar irgendwo als verführerischer Vamp durch. Ihr Typ hat mich an die junge Sissy Spacek erinnert. Eine Kleinigkeit hat mich dennoch gestört, bis heute weiß ich es aber nicht zu benennen. Update nach dem zweiten Kinobesuch: Es hat mich gar nichts an ihr gestört.

Jeremy Renner kann hier auch wieder punkten, leider geht er in dem gesamten Ensemble etwas unter.

In dem gesamten Ensemble von „American Hustle“, hätte ich Bradley Cooper schauspielerisch am wenigsten zugetraut. Relativ am Anfang hat er eine Szene (in der Zelle), die mich neugierig werden ließ. Immer noch leicht skeptisch habe ich ihn dann weiter beobachtet, die Szene mit seiner Mutter (wo hat David O. Russell die denn eigentlich schon wieder her?) und spätestens mit der Szene im Studio 54 hat er mich dann endgültig von sich überzeugen können. Diese komische Minipli soll übrigens seine Idee gewesen sein.

Seit der Oscar-Verleihung im Jahr 2013 heißt eine der Kategorien Best Makeup and Hairstyling. Mit der Umbenennung dieser Kategorie dürfte der Frisuren-Oscar wohl an „American Hustle“ gehen.

Bei „American Hustle“ bin ich tatsächlich etwas unsicher, ob ich ihn in meine Bestenliste für 2013 aufnehmen soll. Am liebsten würde ich ihn mir dafür noch einmal anschauen, mal gucken.

Update nach dem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Mittlerweile ist meine Top Ten Liste erstellt und „American Hustle“ ist gelistet. Der Film ist einfach zu gut, um nicht in meiner Top Ten aufzutauchen. Die Studio 54-Szene, insbesondere mit dem Übergang in die Szene mit dem Bürgermeister und Bales Charakter, die komplizierte, aber glaubwürdige Beziehung zwischen Christian Bales und Amy Adams Charakter, die Dialoge, das ganze Drehbuch ist klasse und Bradley Cooper. Ja, der Film hat ein A- verdient. Im Moment (07.01.14) gilt „American Hustle“ als Oscar-Favorit.

„American Hustle“ gilt als sicherer Kandidat für eine Oscar-Nominierung für Bester Film, auch im Gespräch sind Nominierungen für: Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Beste Hauptdarstellerin (Amy Adams), Bester Nebendarsteller (Bradley Cooper, Jeremy Renner), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Lawrence), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und Beste Frisuren, Bester Ton, Bester Tonschnitt

Die beiden Trailer, die ich im amerikanischen Kino gesehen habe:

Die Website:

http://www.americanhustle-movie.com/site/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Lone Survivor“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Militär-Action-Film nach wahren Begebenheiten mit Mark Wahlberg und Eric Bana.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Sabotage“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Action/Thriller mit Arnold Schwarzenegger (der auf mich wie Clint Eastwood wirkt) und Sam Worthington (den ich im Trailer gar nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

Trailer v. Film: „Jack Ryan: Shadow Recruit“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action von und mit Kenneth Branagh, auch mit Chris Pine und Kevin Costner und Keira Knightley.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80% bei mind. 60% RT

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „RoboCop“
Bewertung des Trailer: A-
Kommentar: Remake des Films aus den 1980er Jahren. Mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Jackie Earle Haley
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „The Monuments Men“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: George Clooneys neuer Film, Zweite Weltkriegsfilm mit George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

L.A. – Film: "Her"

Ich war am 20.12.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Her“ (dt. Kinostart: 27.03.14) 119 min drama, sci-fi
dir. Spike Jonze cast: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Chris Pratt voice: Scarlett Johansson

Los Angeles – in nicht so ferner Zukunft. Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) schreibt beruflich wunderbare Liebesbriefe für andere Leute, privat weiß er sich oftmals nicht richtig auszudrücken. Jetzt lebt er gerade in Scheidung von seiner Frau Catherine (Rooney Mara). Theodore legt sich ein neues Betriebssystem zu. Das OS 1 ist das erste Betriebssystem von künstlicher Intelligenz. Dieses Betriebssystem kann sogar denken und fühlen. Nachdem ihm ein paar persönliche Fragen gestellt wurden und seine Festplatte durchgecheckt wurde, ist das OS direkt auf ihn zugeschnitten und beginnt sich, durch eine sympathische Frauenstimme, mit ihm zu unterhalten. Samantha (Scarlett Johansson) nennt sie sich, erinnert ihn an Termine, liest ihm seine Emails vor und er vertraut ihr seine Gedanken an. Die Beziehung wird immer inniger…

A- (Wertung von A bis F) „Her“ ist ein Film über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung. Es ist aber auch ein Film über die Einsamkeit in einer zunehmend technisierten Welt.

Spike Jonze („Being John Malkovich“, „Adaptation“, Where the Wild Things Are) zeichnet mit seinem erst vierten Spielfilm eine Welt in der näheren Zukunft. Eine Zukunft, in der die Technologie einen immer größeren Stellenwert in unserem Leben einnimmt. Die Menschen begegnen sich zwar noch, unterhalten sich, aber zwischenmenschliche Beziehungen nehmen immer mehr ab. Der Computer, das Betriebssystem bestimmt zunehmend das Leben. Es übernimmt weite Teile der Kommunikation in der Gesellschaft, was zwangsläufig in Einsamkeit resultiert.

Es ist etwas ganz Besonderes in diese abgedrehte Welt von Spike Jonzes „Her“ einzutauchen. Man muss sich aber auch darauf einlassen können und wollen. Der Regisseur Spike Jonze hat bereits zwei Mal mit dem Drehbuch-Genie Charlie Kaufmann („Confession of a Dangerous Mind“, „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“, Synecdoche, New York) gearbeitet. Zuerst bei seinem Regiedebüt „Being John Malkovich“, dann bei seinem zweiten Film „Adaptation“. „Her“ fühlt sich auch an, als käme er aus Charlie Kaufmanns Ideenfabrik. Dieses Mal hat Spike Jonze aber die Vorlage zu seinem Film völlig allein geschrieben.

Ich finde die Idee mit dem Betriebssystem von künstlicher Intelligenz genial und kann mir vorstellen, dass in einigen, wenigen Jahren so etwas zur Normalität werden kann. Schon seit einigen Jahren beobachte ich sorgenvoll, dass die meisten Menschen mehr in ihr Handy schauen, gucken was in sozialen Netzwerken passiert, anstatt sich persönlich mit anderen Menschen zu unterhalten. Der direkte Kontakt zu seinen Mitmenschen scheint immer mehr abzunehmen. Da ist die Idee mit dem personifizierten Betriebssystem praktisch nur einen Schritt weiter. In „Her“ sieht man (später im Film) wie die Leute auf der Straße nicht nur dauernd in ihr Handy gucken und durch das Handy mit jemanden reden, sondern sie reden direkt mit ihrem Handy, bzw. mit ihrem personifizierten Betriebssystem. Sie bauen eine Beziehung zu ihrem Betriebssystem auf und dann ist es sicherlich nur noch ein kleiner Schritt, Gefühle für sein OS zu entwickeln.

Das Erste was mir in „Her“ aufgefallen ist, waren diese weichen schönen Farben, die großartige Szenenbilder und die fantastische Ausstattung. Alleine in dieser einzigartigen Ausstattung könnte ich mir vorstellen zu leben. Wenn so Großraumbüros aussehen, möchte ich auch in einem arbeiten. Dieses warme Licht in den Innenräumen schafft so eine Wohlfühl-Atmosphäre, teilweise ganz im Kontrast zu den Aufnahmen in der Innenstadt. Die Stadt, hier das Los Angeles in der Zukunft, wirkt kalt und klinisch sauber (mich hat das sofort an japanische Städte wie Osaka oder Nagoya erinnert).

Joaquin Phoenix („Gladiator“, „Walk the Line“, We Own the Night, I´m Still Here, The Master) zeigt einmal mehr was für ein brillanter Schauspieler er ist. Ich habe ihn, glaube ich, in beinahe jedem Film gesehen. In der Vergangenheit hat er oft genug gezeigt, was für ein facettenreicher Schauspieler er ist, auch wenn ich ihn immer besonders überzeugend fand, wenn er irgendwie durchgeknallte Charaktere spielt. Ich kann mich nicht erinnern, wann er je so einen sympathischen und gefühlvollen Charakter wie in „Her“ gespielt hat. Joaquin Phoenix ist Theodore Twombly und damit ist das eine eindeutige Oscar-Performance. Ich kann mir auch keinen anderen Schauspieler vorstellen, der diese Rolle hätte überzeugend verkörpern können. Dennoch ist es gut vorstellbar, dass er bei den Oscar-Nominierungen im nächsten Jahr übergangen wird. Ausgerechnet in die Kategorie Bester Hauptdarsteller drängen sich lauter nominierungswürdigen Performances. Um den wichtigsten männlichen Schauspielern im Filmjahr 2013 gerecht zu werden, könnte man locker die Kategorie Beste Hauptdarsteller auf zehn zu Nominierende erweitern.

Auch im Gespräch für eine Oscar-Nominierung ist Scarlett Johansson. Die Academy hat jedoch noch nie jemanden für eine reine Sprechrolle nominiert, daher ist auch hier eine Nominierung eher unwahrscheinlich. Ich sehe Scarlett Johansson nun gar nicht gerne, aber muss zugeben, dass sie eine schöne Stimme und Sprache hat. Samantha wurde übrigens zuvor von der Schauspielerin Samantha Morton gesprochen. Nachdem der Film abgedreht war, hat sich jedoch Spike Jonze entschieden, ihre Rolle noch einmal komplett von einer anderen Schauspielerin, also Scarlett Johansson, sprechen zu lassen.

Das Einzige woran ich mich in dem Film erst gewöhnen musste, sind Joaquins Hosen (bzw. auch die Hosen der anderen Männer). Später im Film fand ich aber selbst die auf seltsame Weise toll.

Da in dem Film „Her“ die Stimmen und die Sprache eine äußerst wichtige Rolle spielen, sollte er ausschließlich in der Originalfassung geschaut werden. Auch sollte „Her“ vorzugsweise auf der großen Leinwand gesehen werden.

„Her“ ist ein Film nach einem Originaldrehbuch. Wenn man sich den Film anschaut, dann denkt man sofort, dass dies eine Indie-Produktion ist. „Her“ wurde aber tatsächlich von einem großen Studio (Warner Bros Pictures) produziert. Und das in einer Zeit, in der von den Studios hauptsächlich dumme Actionfilme, Comic-Verfilmungen, Buchadaptionen, Remakes, Fortsetzungen und Neuauflagen von bereits vorhandenen Filmen oder Reihen die Kinosäle blockieren. Daher weiß ich den so kleinen, feinen Film von einem Major besonders zu schätzen.

Definitiv wird „Her“ in meiner Bestenliste für Filme aus dem Jahr 2013 auftauchen.

Als ich mir den Film angeschaut habe, lief er nur auf sechs Leinwänden in den gesamten U.S.A. bzw. Kanada (New York, L.A. und Toronto)

„Her“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2013 gezeigt.

„Her“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Beste Nebendarstellerin (Amy Adams, Scarlett Johansson), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Filmmusik (bereits qualifiziert), Bester Original Song („The Moon Song“ ist bereits qualifiziert)

Der amerikanische Kino-Trailer:

Die Website:

http://www.herthemovie.com/#/home

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Labor Day“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt mal als Oscar-Kandidat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Winter´s Tale“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung mit Colin Farrell, Jennifer Connelly und Russell Crowe. Romantisches Drama mit esoterischem Einfluss. Hilfe!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Während des Trailers habe ich mir notiert: „Das kann doch nicht deren Ernst sein“. Ich kann mich aber nicht erinnern warum und wollte mir den Trailer auch nicht noch mal im Netz anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Chicago – Film: "Philomena"

Ich war am 29.11.13 und am 30.11.13 Chicago und habe mir im Kino angeschaut:

„Philomena“ (dt. Kinostart: 27.02.14) 98 min drama, comedy, adaptation
dir. Stephen Frears cast: Judi Dench, Steve Coogan

Martin Sixsmith (Steve Coogan) hat als Auslandskorrespondent bei der BBC gearbeitet und zuletzt für die Blair Regierung. Gerade hat er seinen Job verloren und steckt jetzt in einer tieferen Krise. Da tritt ein junge Frau an ihn heran und erzählt von ihrer Mutter, Philomena Lee (Judi Dench). Philomena ist eine tiefgläubige, irische Dame, die bei katholischen Nonnen aufgewachsen ist und in sehr jungen Jahren ungewollt schwanger wurde. Nach der Geburt ihres Sohnes musste Philomena im Nonnenkloster hart arbeiten, durfte aber dafür ihren kleinen Anthony eine Stunde täglich sehen. Noch als Kleinkind wurde ihr der Junge dann aber weggenommen und von der katholischen Kirche zur Adoption freigegeben. Philomenas Sohn wäre heute fünfzig Jahre alt, mehrfach hat sie sich schon gefragt, wie es ihrem Sohn wohl jetzt geht und auch versucht, ihn zu finden. Martin ist eigentlich ein Polit-Journalist und schreibt normalerweise keine Geschichten über menschliche Schicksale, aber er hat gerade sowieso nichts zu anderes tun…

A- (Wertung von A bis F) „Philomena“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Der Film basiert auf Martin Sixsmiths Buch „The Lost Child of Philomena Lee“.

Was für eine rührende Geschichte, die Stephen Frears („Dangerous Liaisons“, „High Fidelity“, „The Queen“) hier verfilmt hat. Bei dieser Tragikomödie gibt es vieles zu schmunzeln, einiges zu lachen und auch laufen irgendwann einfach die Tränen (ich habe den Film zwei Mal gesehen und in beiden Vorstellungen haben auch einige Männer auffällig geschnieft).

„Philomena“ gab mir eine der seltenen Gelegenheiten im Kino, bei denen ich mich irgendwann während des Films entspannt zurücklehnen konnte. Ab einem gewissen Zeitpunkt wusste ich einfach, dass jetzt nichts mehr schief gehen konnte. Mein Vertrauen in Stephen Frears, in die Story, das Drehbuch und die beiden Akteure war grenzenlos. (Der Moment, der mich entspannen ließ, war die Szene im Frühstücksraum in Washington D.C.)

Philomena ist eine recht einfache Frau, optimistisch, naiv, eine gläubige Katholikin, immer höflich, zu jedem nett und Sarkasmus ist ihr fremd. Martin Sixmith ist gebildet, intellektuell, ein Snob könnte man sagen, Atheist und ein Zyniker mit einem wunderbar trockenen Humor. Die Beiden wirken als wären sie aus zwei unterschiedlichen Welten. Gegensätzlicher können sie nicht sein und das Zusammentreffen dieser beiden Persönlichkeiten und das Eintauchen von Steve Coogans Charakter Martin Sixsmith in Philomenas Welt und ihre Sicht der Dinge macht den Charme des Film aus. Am Anfang wundert er sich noch über Philomena, ist ihm doch eine solche Person völlig fremd. Vielleicht ist er mitunter genervt, lässt bissige, aber treffende Sprüche ab und dann bröckelt seine Fassade und sein großes Herz kommt zum Vorschein.

Ich war von beiden Charakteren völlig in den Bann gezogen. Die besten Schauspieler sind die, bei denen man in einem Film komplett vergisst, dass man eigentlich Schauspieler sieht. Sowohl Judi Dench als auch Steve Coogan verschwinden komplett in ihren Filmcharakteren. Ich bin mir sicher, dass der Film mit anderen Schauspielern nicht funktioniert hätte. Sowohl Judi Dench als auch Steve Coogan geben hier eine Oscar-Performance. Ich LIEBE Martin Sixsmith und Philomena hat mich mit ihrer Charakterstärke und ihrer Großherzigkeit zu Tränen rührt. Trotz allem, was ihr widerfahren ist, sie glaubt an das Gute im Menschen. Die ganze Geschichte über habe ich mich zweifelsfrei an Martin Sixsmiths Seite gesehen, habe Philomena mit seinen Augen gesehen und wenn sie dann zu Martin sinngemäss sagt, dass es doch wahnsinnig anstrengend sein muss, gegenüber Anderen Wut und Aggressionen zu verspüren, dann sagt sie etwas, was mich noch Tage später darüber nachdenken ließ.

Ich habe mir „Philomena“ am nächsten Tag ein zweites Mal angeschaut. Beim ersten Mal war ich mir schon recht sicher, aber mit dem zweiten Kinobesuch wusste ich zu hundert Prozent, dass der Film festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landet.

„Philomena“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2013 gezeigt. Im Anschluss daran wurde er auf dem Toronto International Film Festival gezeigt. In Toronto wird immer ein Publikumspreis verliehen. Im Jahr 2013 hat „12 Years a Slave“ den ersten Platz erzielt und „Philomena“ den zweiten.

Ich bin sicher, dass Judi Dench neben Cate Blanchett, Sandra Bullock, Emma Thompson (und vielleicht Meryl Streep) eine Oscar-Nominierung als Beste Hauptdarstellerin erhält. In meinen Augen dürfte Sandra Bullock gar nicht nominiert werden, Emma Thompson und Meryl Streep habe ich bislang noch nicht beurteilen können. Es fällt mir aber schwer zu glauben, dass eine der beiden Damen besser als Cate Blanchett in Blue Jasmine ist. Sie hat den Oscar einfach verdient. Ich könnte es aber sehr gut verschmerzen wenn stattdessen Judi Dench mit dem Academy Award ausgezeichnet wird.

„Philomena“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Judi Dench), Bester Nebendarsteller (Steve Coogan), Bestes adaptiertes Drehbuch

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gloria“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Wurde von Chile für die nächsten Oscars (bester fremdsprachiger Film) eingereicht. Weiß nicht, es könnte sein, dass mir die Hauptdarstellerin auf die Nerven geht. Sie sieht irgendwie aus wie Dustin Hoffman in „Tootsie“.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, wenn er für den Oscar nominiert wird

Trailer v. Film: „Out of the Furnace“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Drama/Thriller mit Christian Bale, Casey Affleck, Woody Harrelson und Willem Dafoe
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix. Mittlerweile kann ich bei dem Trailer mitsprechen. Film mausert sich langsam zu einem der Kritikerlieblinge.
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x (8 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Schlimm.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „One Chance“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britischer Film über den Gewinner von Britain´s Got Talent-Gewinner Paul Potts. Interessiert mich eigentlich gar nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x (2 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 10%

Trailer v. Film: „Belle“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Tom Wilkinson, Miranda Richardson, Matthew Goode, etc. Ich weiß trotzdem nicht…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x (3 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 49%

Trailer v. Film: „August: Osage County“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks. Tragikomödie mit Meryl Streep, Julia Roberts, Benedict Cumberbatch, Chris Cooper, Ewan McGregor, Juliette Lewis, Abigail Breslin, Sam Shepard
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x (3 x)
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: "Kill Your Darlings"

Ich war am 14.11.13 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„Kill Your Darlings“ (dt. Kinostart: 30.01.14) 100 min biopic, drama
dir. John Krokidas cast: Daniel Radcliffe, Dane DeHaan, Ben Foster, Michael C. Hall, Elizabeth Olsen, Jennifer Jason Leigh, David Cross, Kyra Sedgwick, John Cullum

Im Jahr 1943 kommt der junge Allen Ginsberg (Daniel Radcliffe) an die Columbia University in New York. Endlich kann er sich von seinem Elternhaus in New Jersey lösen. Ein neues Leben beginnt. Sein charismatischer Kommilitone Lucien Carr (Dane DeHaan) führt ihn in die Künstlerszene in Greenwich Village ein. Dort lernt Allen auch die Schriftsteller William S. Burroughs (Ben Foster) und Jack Kerouac (Jack Huston) kennen. Allen ist ganz fasziniert von dem charismatischen und gutaussehenden Lucien. Nur was für eine Rolle spielt Luciens Bekannter David Kammerer (Michael C. Hall)? Eines Tages ist David Kammerer tot….

B+ (Wertung von A bis F) „Kill Your Darlings“ basiert auf wahren Begebenheiten.

Der amerikanische Regisseur John Krokidas führt einen mit seinem Spielfilmdebüt in das New York der 1940er Jahre. Es ist die Zeit bevor Allen Ginsberg berühmt war und sein bekanntestes Gedicht „Howl“ veröffentlicht hat. Man sieht Allen Ginsberg schwierige Situation Zuhause, seine psychisch kranke Mutter (gespielt von Jennifer Jason Leigh) und sieht wie er in New York immer mehr aufblüht, sich in den charismatischen Freigeist Lucien Carr (gespielt von Dane DeHaan) verliebt. Lucien hat einen Bekannten, David Kammerer, die Beziehung der beiden Männer ist etwas undurchsichtig. Irgendwann ist klar, dass David Lucien verfolgt, als Stalker würde man David heutzutage bezeichnen. Irgendwann ist er tot, ermordet. Der Film führt einen in eine Zeit, in der der ein heterosexueller Mann in den U.S.A. nicht wegen Mordes verurteilt werden konnte, wenn er beweisen konnte, dass ein schwuler Mann ihm zu nahe gekommen ist und er ihn daraufhin getötet hat.

Mir war bislang nicht bekannt, dass der Dichter Allen Ginsberg in eine Mordgeschichte verwickelt war. „Kill Your Darlings“ ist ein Film über die Autoren der Beat Generation. Der Film führt einen in eine ganz andere Welt und durch die Figur von Allen Ginsberg lernt man faszinierende Persönlichkeiten dieser Zeit kennen. Ich hatte mitunter sogar das Gefühl, dabei zu sein. Daniel Radcliffe spielt Allen Ginsberg. Grundsätzlich habe ich ein Problem mit dem Harry Potter-Darsteller, in „Kill Your Darlings“ hat er mich aber anfangs nur nicht gestört und später fand ich ihn sogar gut. Wenn Daniel Radcliffes Ginsberg mit den anderen an einem Tisch sitzt, ist er aber eindeutig die uninteressanteste Person und eigentlich auch mehr der Beobachter.

Schauspielerisch bin ich erneut völlig begeistert von Dane DeHaan (Chronicle, Lawless, Lincoln, The Place Beyond the Pines). Er ist der junge Verführer Lucien Carr. Er weiß, wie er andere manipulieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Mit seiner intensiven Ausstrahlung, kann er sowohl das weibliche als auch das männliche Geschlecht in seinen Bann ziehen. Mir ist Dane DeHaan das erste Mal in „Chronicle“ aufgefallen, vor allen Dingen wegen seiner frappierenden Ähnlichkeit mit dem jungen Leonardo DiCaprio. In der Trailer-Bewertung zu diesem Film hatte ich Dane DeHaan schon eine große Karriere prophezeit. Ich bin mir sicher, dass in nur wenigen Jahren jeder seinen Namen kennt.

Auch wieder überzeugend fand ich Ben Foster (Pandorum, The Messenger, Chronicle, 360, Ain´t Them Bodies Saints). Das einzige was mich bei ihm immer ablenkt, ist seine Stimme und seine Sprache. Wenn ich die Augen zumache, sehe ich Sean Penn vor mir.

Michael C. Hall („Six Feet Under“, Dexter, Gamer) ist perfekt als älterer Verehrer eines viel zu jungen und für ihn auch viel zu attraktiven Typen. Seine Besessenheit wird er irgendwann mit seinem Leben bezahlen.

„Kill Your Darlings“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landen.

„Kill Your Darling“s war und ist immer noch für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Daniel Radcliffe), Bester Nebendarsteller (Däne DeHaan), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kostüme

„Kill Your Darlings“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Invisible Woman“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Ralph Fiennes, Felicity Jones, Kristin Scott Thomas. Auch evtl. ein Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Philomena“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wahre Geschichte mit Judi Dench und Steve Coogan. Eine Oscar-Nominierung für Judi Dench ist schon länger im Gespräch.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gloria“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Wurde von Chile für die nächsten Oscars (bester fremdsprachiger Film) eingereicht. Weiß nicht, es könnte sein, dass mir die Hauptdarstellerin auf die Nerven geht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, wenn er für den Oscar nominiert wird

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Oscar-Film. Um so öfter ich den Trailer sehe, um so besser gefällt er mir. Auch wenn ich mittlerweile mitsprechen kann…
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Her“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spike Jonzes neuer Film mit Joaquin Phoenix. Ich liebe den Film schon jetzt. Dem Trailer nach auch eine Oscar-Performance von Joaquin Phoenix.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%