Berlin – Film: „Live by Night“

Ich war am 23.01.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Live by Night“ (dt. Kinostart: 02.02.17) 129 min crime, drama, adaptation
dir. Ben Affleck cast: Ben Affleck, Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Messina, Sienna Miller, Zoe Saldana, Chris Cooper

 

 

In den 1920er Jahren in Boston. Joe Coughlin (Ben Affleck) ist der Sohn des Polizeichefs (Brendan Gleeson). Joe steht auf der anderen Seite des Gesetzes, verdient sein Geld mit Räubereien und Banküberfällen. Als er sich in die Geliebte (Sienna Miller) des berüchtigten Gangsterbosses Albert White (Robert Glenister) verliebt, will er nur noch einen „Job“ machen und dann mit ihr durchbrennen. Dann geht aber etwas schief…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „Live by Night“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane. Nach Gone Baby Gone, The Town und Argo ist dies der vierte Spielfilm bei dem der amerikanische Schauspieler Ben Affleck Regie führt.

 
Ich war kein großer Fan von Ben Afflecks ersten beiden Filmen, „Argo“ fand ich aber klasse. Nach vier Filmen würde ich ihm durchaus ein Talent als Regisseur bescheinigen.

 
Es wird aber Zeit, dass irgendjemand Ben Affleck klar macht, dass er kein guter Schauspieler ist. Ich habe mir sagen lassen, dass er im realen Leben sehr attraktiv und charismatisch sein soll, in meinen Augen transportiert sich das leider auch nicht auf die Leinwand. Er sollte auch einfach damit aufhören, in seinen eigenen Filmen die Hauptrolle zu übernehmen. In „Live by Night“ ist er in der Rolle des Joe Coughlin fehlbesetzt, er wirkt die ganze Zeit  angestrengt und in diesen Anzügen einfach steif und verkleidet. (besonders schlimm gegen Ende des Films als er einen weißen Dreiteiler trägt). Die Steigerung von „unglaubwürdig“ ist, wenn mir weisgemacht werden soll, dass Ben Afflecks Charakter der Sohn von Brendan Gleesons Charakter sein soll oder – später im Film – wenn er quasi im Alleingang  gegen den Ku-Klux-Klan kämpft. Ja, nee, ist klar. Vermutlich hätte es dem Film geholfen, wenn Ben Affleck nicht die Hauptrolle gespielt hätte. „Live by Night“ wäre zwar immer noch kein guter Film, aber entscheidend besser.

Ein großer Lichtblick des Films ist Chris Cooper, bei jeder Szene kann man für einen kurzen Moment glauben, hier einen wirklich soliden Film zu sehen, auch kann Elle Fanning überzeugen. Die Ausstattung und die Kostüme sind eindrucksvoll, auch wenn ich nie das Gefühl hatte im Film zu sein, sondern eher auf ein wirklich gelungenes Szenenbild zu schauen.

„Live by Night“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ben Affleck), Bester Nebendarsteller (Chris Messina, Chris Cooper), Beste Nebendarstellerin (Elle Fanning, Sienna Miller, Zoe Saldana), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Letztlich hat es für keine Oscar-Nominierung gereicht.

 
„Live by Night“ ist am 25.12.16 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 13.1.17 ist der Film landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die Originalfassung mit englischen Untertiteln. „Live by Night“ ist ab dem nächsten Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

San Francisco – Film: „Trumbo“

Ich war am 18.11.15 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Trumbo“ (dt. Kinostart: 10.03.16) 124 min drama, biopic, adaptation
dir. Jay Roach cast: Bryan Cranston, Diane Lane, Helen Mirren, Elle Fanning, John Goodman, Michael Stuhlbarg, Louis C.K., Dean O´Gorman, Christian Berkel

Im Jahr 1947 in Los Angeles. Kommunisten geraten in Hollywood immer mehr ins Visier des Komitees für unamerikanische Umtriebe. Der brillante Drehbuchautor Dalton Trumbo (Bryan Cranston) wird verdächtigt, der kommunistischen Partei anzugehören. Er soll vor dem Untersuchungsausschuss aussagen, verweigert jedoch die Aussage und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Außerdem wurde er auf Hollywoods Schwarze Liste gesetzt, so dass die Filmstudios nicht mehr länger mit ihm zusammenarbeiten. Um weiter für den Lebensunterhalt für sich und seine Familie zu sorgen, schreibt Dalton Trumbo weiterhin Drehbücher, allerdings unter verschiedenen Pseudonymen.

B+ (Wertung von A bis F) „Trumbo“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Bruce Cooks Biografie Dalton Trumbo.

„Trumbo“ ist ein unbedingt sehenswertes, fesselndes Biopic. Zugegebenermassen wusste ich wenig über Dalton Trumbo und fand diesen Film sehr lehrreich. Sein mutiger Lebensweg hat mich beeindruckt und in diesem Zusammenhang ist sicher auch der Schauspieler Kirk Douglas, der sich den Kommunistenjägern widersetzte, hervorzuheben.

Dalton Trumbo war einer der besten Drehbuchschreiber seinerzeit und eine interessante Persönlichkeit. Für sein Skript für den Film „The Brave One“, den er unter einem Pseudonym geschrieben hatte, wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet. Viele Jahre nach seinem Tod wurde er von AMPAS für sein, ebenfalls unter einem Pseudonym geschriebenes Drehbuch für den Film „Roman Holiday“ mit dem Academy Award geehrt.

Mir hat es gefallen, dass der Filmemacher Jay Roach (Austin Powers, Meet the Parents, Dinner for Schmucks) in seinem ersten Nicht-Komödien-Kinofilm viele Originalfilmaufnahmen eingebunden hat.

In erster Linie ist dies ein Ensemble-Film, mir haben eigentlich alle Schauspieler hier gefallen, besonders Louis C.K. und der wunderbare Michael Stuhlbarg. Dean O´Gorman wirkt zwar etwas untersetzt, ist aber sonst idealbesetzt als Kirk Douglas. Von Helen Mirren als einflussreiche Klatschreporterin hätte ich gerne mehr gesehen. John Goodman spielt hier nach The Artist und Argo wieder einen wichtigen Filmschaffenden. Auch er kann die eine oder andere Szene für sich beanspruchen. Bryan Cranston ist überzeugend, in einer Szene ist er herausragend. Als er die Rede vor der Autoren-Gewerkschaft (WGA) hält, ist das – in meinen Augen – eine Oscar-Szene und es wäre gerechtfertigt, wenn der viermalige Emmy-Gewinner (TV-Serie Breaking Bad) unter die letzten Fünf tatsächlich Oscar-Nominierten als bester Hauptdarsteller gerät.

Der österreichisch-amerikanische Regisseur Otto Preminger wird hier von dem deutschen Schauspieler Christian Berkel gespielt. Ich habe ihn tatsächlich nicht erkannt, vielleicht auch, weil ich ihn in diesem Film nicht vermutet habe. Sein starker Akzent hat mich aber irgendwie irritiert und hörte sich eher russisch an.

„Trumbo“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Bryan Cranston), Beste Nebendarstellerin (Helen Mirren, Diane Lane), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

Update: „Trumbo“ hat 1 Oscar-Nominierung (Bester Hauptdarsteller Bryan Cranston) erhalten.

„Trumbo“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später war er dann in 20 Kinos zu sehen, mittlerweile läuft er in 47 amerikanischen Lichtspielhäusern.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anomalisa!
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Charlie Kaufmans neuer Film – Stop-Motion-Film, den ich schon vom Trailer her liebe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Legend“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Wenn ich weiß, dass Tom Hardy in einem Film mitspielt, kaufe ich mir gedanklich bereits die Eintrittskarte. Hier gibts für das Geld sogar zwei Tom Hardys.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Macbeth“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Shakespeare-Verfilmung mit Michael Fassbender und Marion Cotillard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Youth“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paolo Sorrentinos neuer Film mit Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano und Jane Fonda – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Lady in the Van“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Maggie Smith. Es könnte sogar eine Oscar-Nominierung für sie herausspringen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "The Boxtrolls – 3D"

Ich war am 27.09.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Boxtrolls – 3D“ (dt. Filmtitel: „Die Boxtrolls“, dt. Kinostart: 23.10.14) 96 min animation, adaptation
dir. Graham Annable, Anthony Stacchi voices: Isaac Hempstead-Wright, Elle Fanning, Ben Kingsley, Toni Collette, Jared Harris, Tracy Morgan, Simon Pegg, Nick Frost, Richard Ayoade

Der kleine Menschenjunge Eggs (Isaac Hempstead-Wright) wird von den Boxtrolls großgezogen. Er denkt, er ist einer von ihnen. Die Boxtrolls leben im Untergrund, wagen sich aber in der Dunkelheit raus und gucken was die Menschen alles weggeworfen haben. Dabei finden sie immer brauchbaren Dinge. Sie müssen aber aufpassen, von den Menschen werden sie gefürchtet und die Red Hats mit ihrem Anführer Archibald Snatcher (Ben Kingsley) trachten ihnen nach dem Leben. Eines Tages wird Eggs´ Adoptivvater Fish (Dee Bradley Baker) entführt und Eggs trifft auf das Menschenmädchen Winnie Portley-Rind (Elle Fanning)…

B+ (Wertung von A bis F) „The Boxtrolls“ basiert auf Alan Snows illustrierten Roman „Here Be Monsters!“. „The Boxtrolls“ ist der dritte Stop-Motion Film von dem Animationsstudio Laika. Laika hat bereits die Filme Coraline  und ParaNorman produziert.

Als ich vor knapp einem Jahr (vor dem Disney-Film Frozen) den ersten Trailer von „The Boxtrolls“ gesehen habe, sind mir beinahe die Tränen gelaufen. Ich konnte mir nichts weniger als ein Meisterwerk unter dem fertigen Film vorstellen. Als der Film dann erstmalig auf dem Filmfestival in Venedig gezeigt wurde, habe ich einige negative Stimmen zu dem Film vernommen. Meine Erwartung an diesen Stop-Motion-Film habe ich danach ziemlich heruntergeschraubt. Überraschenderweise hat mir der Film aber recht gut gefallen.

Sicherlich hat man die Geschichte in verschiedenen Varianten schon gesehen, ich konnte aber in die skurrile Welt der Boxtrolls von Anfang an eintauchen. Die verschüchternd-kauzigen Boxtrolls sind so bezaubernd, dass ich sie sofort ins Herz geschlossen habe. Ich mochte aber auch Trolljäger, die Red Hats, Archibald Snatcher, Mr. Gristle und insbesondere Mr. Trout und Mr. Pickles.

Handwerklich ist dieser Animationsfilm herausragend. Man sieht, dass in diesem Film viel Arbeit und Liebe zum Detail steckt.

Der Film hat zum Schluss ein paar Längen und die Action-Sequenz mochte ich auch nicht sonderlich, ansonsten ist es aber ein Film, der sich sogar in der 3D-Fassung lohnt. Vielleicht ist es nicht unbedingt ein Film für kleinere Kinder. Zum Abspann sollte man unbedingt sitzenbleiben.

„The Boxtrolls“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester animierter Film, Bestes adaptiertes Drehbuch und (etwas abwegiger) Bester Originalsong.

„The Boxtrolls“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2014 gezeigt.

Teaser zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Paddington“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: ich mag den Trailer einfach
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ach warum nicht

Trailer v. Film: „Annie“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie und Musical mit Quvenzhané Walls, Jamie Foxx, Rose Byrne und Cameron Diaz. Über den spricht keiner mehr als Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Hillsong: Let Hope Rise“ (nicht in 3D gezeigt, danke dafür)
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Mit erstaunt aufgerissenen Augen habe ich diesen Trailer verfolgt. Ich habe noch nie von einer Band Hillsong gehört. Konzertfilm oder Doku.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: äh, nee

Trailer v. Film: „Spare Parts“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Kinderfilm mit Marisa Tomei, George Lopez und Jamie Lee Curtis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Book of Life“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm, der mir zu mexikanisch wirkt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The SpongeBob Movie: Sponge Out of Water“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Animations/Realfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Big Hero 6“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Disneys neuestes Animationsabenteuer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Mexico City – Film: "Maleficent"

Ich war am 11.06.14 in Mexico City und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Maleficent“ (dt. Titel: „Maleficent – Die dunkle Fee“, dt. Kinostart war der 29.05.14) 98 min fantasy, adaptation
dir. Robert Stromberg cast: Angelina Jolie, Sharlto Copley, Elle Fanning, Sam Riley, Imelda Staunton, Juno Temple, Lesley Manville, Isobelle Molloy voice: Janet McTeer

In jungen Jahren lernt die friedfertige Fee Maleficent (Isobelle Molloy) den Menschenjungen Stefan (Michael Higgins) kennen. Beide sind Waise und obwohl oder weil sie so unterschiedlich sind, verbindet sie schon bald eine außergewöhnliche Freundschaft. Stefan kommt aus sehr einfachen Verhältnissen und hat sich schon früh in den Kopf gesetzt, eines Tages König des Menschenreiches zu werden. Der erwachsene Stefan (Sharlto Copley) sieht seine große Stunde gekommen, als er von dem regierenden König erfährt, dass derjenige ihm auf den Thron folgt, der Maleficent, die Königin des Feenreichs, besiegt. Stefan begibt sich in ihr Reich, trifft Maleficent nach langer Zeit wieder, betäubt sie und schneidet ihr dann ganz hinterhältig ihre wertvollen Flügel ab. Als Maleficent realisiert, dass ihr Jugendfreund, ihre Jugendliebe ihr das angetan hat bricht ihr das Herz. Sie ist verbittert und wird sich dafür rächen. Stefan ist dann irgendwann König und bekommt mit seiner Königin ein Kind. Maleficent sieht ihre Chance auf Rache gekommen, sie verflucht die neugeborene Prinzessin Aurora. An ihrem 16. Geburtstag soll sie in einen ewigen Schlaf fallen.

B- (Wertung von A bis F) „Maleficent“ basiert auf Walt Disneys Animationsfilm „Sleeping Beauty“ bzw. Charles Perraults Märchen „La Belle au bois dormant“.

„Maleficent“ ist alles was ich von diesem Film erwartet habe. In kurzweiligen 97 Minuten wird die Dornröschen-Geschichte aus der Perspektive der nicht grundlos bösen Fee Malefiz erzählt. Eine Fantasie-Welt mit beeindruckenden Kreaturen, viel Computereffekten und eine phänomenale Angelina Jolie. Es ist einer dieser Filme, bei denen die Hauptfigur (hier sogar die Titelfigur) nicht durch einen anderen Schauspieler ersetzbar ist. Ohne Angelina Jolie wäre dieser Film undenkbar.

„Maleficent“ ist das Regiedebüt von Robert Stromberg. Zuvor war er für die visuellen Effekte und das Production Design zahlreicher Filme zuständig. Für die Filme Avatar und Alice in Wonderland hat er sogar jeweils einen Oscar für das Beste Szenenbild gewonnen. Es halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass Robert Stromberg während der Dreharbeiten zu „Malificent“ ausgetauscht wurde. Disney war wohl unzufrieden, ließ einige Szenen nachdrehen und letztlich hat der Regisseur John Lee Hancock (The Blind Side, Saving Mr. Banks) irgendwann ganz die Regie übernommen. Robert Stromberg wird jedoch in den credits als alleiniger Regisseur geführt.

Maleficent ist ein großartiger tragischer Filmcharakter, weiblich, emanzipiert, von ihrer Jugendliebe verraten (was Stefan Maleficent antut, kommt einer Vergewaltigung gleich), traumatisiert, enttäuscht, verbittert und auf Rache schwörend und dann wieder sanft, ohne ihre Stärke zu verlieren. Die Präsenz und Dominanz, die diese Filmpersönlichkeit braucht, strahlt Angelina Jolie perfekt aus. Sie setzt hier ihre Ausstrahlung und Mimik perfekt ein, braucht nur etwas Gebrumme, weniger Worte, die sie so bedrohlich, verletzlich oder einfach nur glaubwürdig erscheinen zu lassen. Optisch wurde ihr sowieso schon nicht-von-dieser-Welt-schönes Gesicht etwas verändert und der Zeichentrickfigur angepasst. (Prothesen für Wangen, und Ohren, Leder-Hörner und Kontaktlinsen).

So stark Maleficents Filmfigur ist, so unausgegoren ist Stefans Charakter. Wenig weiß man über ihn, seine genauen Beweggründe, seine Gedanken, wie er tickt – all das bleibt im Dunkeln. Hier hätte es geholfen, wenn man etwas in die Charakterbildung und -entwicklung investiert hätte. Erschwerend kommt noch obendrauf, dass Stefan von keinem guten, charismatischen Schauspieler verkörpert wird. Mit „Maleficent“ habe ich Sharlto Copley jetzt mittlerweile in vier Filmen (District 9, Oldboy, Elysium) gesehen, vielleicht hätte er nie den Schritt nach Hollywood wagen sollen.

Von Elle Fanning war ich auch nicht so begeistert. Gut, sie hat nicht viel zu tun, muss nur dauerhaft grinsen. Vielleicht hat mich aber auch nur ihre Filmfigur Aurora genervt. Es wird sich zeigen, wie sich Elle Fanning in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Auch in diesem Film zu sehen ist Brangelinas leibliche Tochter Vivienne Jolie-Pitt. Sie wurde einzig deswegen eingesetzt, weil alle anderen Kleinkinder Angst vor Angelina Jolies Maleficent hatten.

Angelina Jolie stand zuletzt bei diesem unsäglichen „The Tourist“ aus dem Jahr 2010 vor der Kamera. Gut, kann man verstehen, dass sie nach diesem Totalausfall an Film eine Auszeit brauchte. Ich finde es aber tatsächlich sehr schade, sie nicht öfter im Film zu sehen. Gerade wenn man „Maleficent“ sieht, weiß man wieder was für ein Talent in ihr steckt. Hoffentlich zieht sie sich nicht immer mehr als Schauspielerin zurück. Ende des Jahres kommt ihre zweite Regie-Arbeit „Unbroken“, ein Film bei denen die Coen Bros. das Drehbuch geschrieben haben, in die amerikanischen Kinos.

Als ich vor einiger Zeit die ersten Plakate in Deutschland gesehen habe, musste ich mich doch stark wundern. Warum wurde der Filmtitel nicht in Malefiz übersetzt (in Mexico läuft der Film beispielsweise auch unter dem Filmtitel „Maléficia“) oder hat einfach einen anderen, adäquaten Filmtitel bekommen? Wer von den normalen deutschen Blockbuster-Zuschauern, die es gewohnt sind, Filme in der Synchronisation zu schauen, kann schon den Filmtitel „Maleficent“ fehlerfrei aussprechen? Alle Nase Lang übersetzen die deutschen Filmverleiher Originaltitel in haarsträubende Was-weiß-ich-was, gerne auch mal einen englischen Originaltitel in einen anderen englischen Filmtitel. Einen Filmtitel, der aber wirklich viele deutsche Kinozuschauer überfordern kann, lassen sie. Unfassbar. Jetzt, wo ich den Film gesehen habe, bin ich aber recht zuversichtlich, dass auch die deutschen Zuschauer wenigstens beim Verlassen des Kinos den Filmtitel fehlerfrei aussprechen können. „Maleficent“ wurde wirklich unzählige Male im Film genannt.

Der amerikanische Trailer:

Kino in Mexico City.

Ich war ein paar Jahre nicht mehr hier im Kino. Einen Sitzplatz musste ich auch bereits an der Kinokasse wählen (was aber nicht weiter wild war, da die Vorstellung in dem riesigen Kino nur wenig besucht war und ich mich hinsetzen konnte, wo ich wollte) Vor „Maleficent“ wurden keine Trailer gezeigt, dafür aber ungefähr 10 Minuten Werbung, bei der jeder einzelne Werbetrailer im Zeichen der Fußball-WM (die einen Tag später begann) stand. Gesehen habe ich „Maleficent“ in der Originalfassung (in 2D) mit spanischen Untertiteln.

Montréal – Film: "Super 8"

Ich war am 14.06.11 in Montréal und habe mir im Kino angeschaut:

„Super 8“ (dt. Kinostart: 04.08.11) 112 min drama, adventure, science fiction, fantasy
dir. J.J. Abrams cast: Kyle Chandler, Joel Courtney, Elle Fanning, Gabriel Basso, Noah Emmerich, Ron Eldard, Riley Griffiths, Zach Mills, Ryan Lee

Im Jahr 1979 in einer Kleinstadt in Ohio wollen die Schüler Charles (Riley Griffiths), Joe (Joel Courtney), Martin (Gabriel Basso), Preston (Zach Mills), Cary (Ryan Lee) und Alice (Elle Fanning) mit ihrer Super-8-Kamera einen Zombie-Film drehen. Während eines Nachtdrehs werden die jungen Filmemacher Zeugen eines spektakulären Zugunglücks. Joe hat zuvor beobachten können, dass ein Auto auf die Gleise zuraste. Fahrer dieses Wagens ist, wie sich später rausstellt, ihr Bio-Lehrer Dr. Woodward (Glynn Turman). Er warnt die Kinder, nie über dieses Unglück zu sprechen, weil sonst ihr Leben und das Leben ihrer Eltern auf dem Spiel steht. Das U.S. Militär ist sehr schnell an der Unglücksstelle und es tragen sich schon sehr bald unheimlich Dinge in der Kleinstadt zu…

B- (Wertung von A bis F) Wer hier einen hochspannenden Action- und Alienreichen Sci-Fi-Thriller erwartet, geht ganz sicher mit den völlig falschen Erwartungen ins Kino. J. J. Abrams neuer Film ist für mich in erster Linie ein relativ ruhig erzähltes Old School Abenteuer/Drama im Stil von „Stand By Me“ (neben „The Shawshank Redemption“ eines der für mich besten Stephen King-Romanverfilmungen). Auch ist in einigen Szenen der Einfluss von Produzent Steven Spielberg eindeutig spürbar. Ich hab´s ja grundsätzlich nicht so mit Aliens, hier hat mich die Alien-Story (die sowieso nicht durchgängig einen Sinn ergibt) sogar etwas gestört. So richtig hat es nicht in den Plot reingepasst bzw. wäre durch irgendeine andere mysteriöse Story austauschbar gewesen. Hauptsächlich geht es hier um die Kinder und da wird einem eine solide und liebevolle – in ein paar Szenen vielleicht die Kitsch-Grenze überschreitende – Geschichte erzählt. Die Machart des Films hat mich am allermeisten fasziniert. Den gesamten Film über hatte ich das Gefühl, einen 1980er Jahre Film zu sehen, jedoch mit den visuellen Möglichkeiten von heute.

Gerade die Kinderschauspieler sind durch die Bank perfekt besetzt. Am besten fand ich Joel Courtney als Joe und den Jungen mit der Zahnspange, Cary (Ryan Lee). Natürlich gibt aber auch Elle Fanning (Somewhere) eine eindrucksvolle Performance. Kyle Chandler als Vater von Joe hat mir auch richtig gut gefallen.

Dringend sollte man den Abspann abwarten, sonst entgeht einem etwas wirklich Sehenswertes.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Harry Potter and the Deathly Hallows – Part 2“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich habe nicht einen dieser unzähligen Harry Potter-Filme gesehen (bzw. mehr als 20 Minuten im Fernsehen durchgehalten)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Cowboys & Aliens“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jon Favreaus neuer Film mit Danlel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Paul Dano
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Rise of the Planet of the Apes“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Och ja und dann noch mit James Franco, Brian Cox und John Lithgow
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Transformers: Dark of the Moon“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Der erste Trailer war eine klare Zumutung und hatte von mir zu Recht eine D-Bewertung bekommen, der neue Trailer wirkt im Kino und verdient daher eine A-Bewertung
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Captain America: The First Avenger“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Och nö, trotz Hugo Weaving, Samuel L. Jackson, Tommy Lee Jones und Stanley Tucci
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Berlin – Film: "Somewhere"

Ich war am 16.11.10 in Berlin und habe mir im Kino angeschaut:

„Somewhere“ (dt. Kinostart war der 11.11.10, U.S. Kinostart ist der 22.12.10) 98 min drama
dir. Sofia Coppola cast: Stephen Dorff, Ele Fanning, Chirs Pontius

Johnny Marco (Stephen Dorff) ist ein scheinbar erfolgreicher Schauspieler in Hollywood. Er bewohnt ein Apartment in dem legendären Hotel Chateau Marmont, Er lebt in den Tag hinein und hat keine sozialen Kontakte. Hin und wieder geht er professionellen Verpflichtungen nach. Als seine elfjährige Tochter Cleo (Elle Fanning) ihn für längere Zeit besucht, verbringt er viel Zeit mit ihr….

C (Wertung von A bis F) Ich mag einfach Geschichten, die in Hotels spielen. Ein Grund dafür mag sicherlich sein, dass ich mich zu einem großen Teil meiner Arbeitszeit in sehr guten Hotels aufhalte. Mich faszinieren einfach Begegnungen von Persönlichkeiten und dafür sind Hotels nun mal ideal geeignet. In „Lost in Translation“ hat Sofia Coppola von so einer interessanten Begegnung erzählt. In „Somewhere“ gibt es keine Begegnung, keine Geschichte, nur einen Einblick aus dem Leben eines gelangweilten Hollywood-Stars. Minutenlang werden hier Einstellungen gezeigt wie Johnny Ferrari fährt, Stripperinnen zuschaut, auf der Couch sitzt, raucht, trinkt, Schmerztabletten nimmt, Sex hat und sich bei all dem langweilt. Eins muss ich „Somewhere“ lassen, so sehr sich hier Johnny langweilt, so sehr habe ich mich auch gelangweilt, die Gefühle werden also perfekt transportiert. Jede einzelne Minute aus jeder Staffel Entourage ist unterhaltsamer als „Somewhere“.

Stephen Dorff habe ich vor einigen Jahren in dem Britney Spears Video zur Kenntnis genommen, richtig als Schauspieler ist er mir bislang noch nicht aufgefallen, die Rolle des mittelmässigen Hollywood-Schauspielers in „Somewhere“ nehme ich ihm ab. Wunderbar ist – wieder einmal – Elle Fanning, die langsam aus dem übergroßen Schatten ihrer älteren Schwester Dakota tritt.

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig wurde „Somewhere“ mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gulliver´s Travels“
Bewertung des Trailers: D (im Original, habe den Trailer ganz lange nicht mehr gesehen)
Kommentar: neuer Jack Black-Film mit Jason Segel, Amanda Peet und Emily Blunt. Wieder einmal ein Film, der in letzter Minute (Film ist nicht in 3D gedreht) auf den erfolgreichen 3D-Zug aufspringen will.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 10%

Trailer v. Film: „Love and Other Drugs“
Bewertung des Trailers: C (im Original, aber anderer Trailer)
Kommentar:Tragikomödie mit Anne „FF“ Hathaway und Jake Gyllenhaal. Nach wie vor möchte nichts über eine mögliche Oscar-Nominierung hören!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Burlesque“
Bewertung des Trailers: C (im Original)
Kommentar:Musical mit Cher und Christina Aguilera, könnte eine Mischung aus „Showgirls“ und „Dreamgirls“-schlimm sein.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 55%

Seattle – "The Curious Case of Benjamin Button"

Ich war am 06.01.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„The Curious Case of Benjamin Button“ (dt. Titel: „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, dt. Kinostart: 29.01.09) 167 min fantasy, drama adaptation
dir. David Fincher cast: Brad Pitt, Cate Blanchett, Tilda Swinton, Elle Fanning, Julia Ormond, Taraji P. Henson, Elias Koteas

Im Jahre 1918 erblickt ein ungewöhnliches Baby das Licht der Welt, Benjamin Button (Brad Pitt). Benjamin sieht wie ein schrumpeliger, alter Mann aus und ist tatsächlich 86 Jahre alt. Er altert rückwärts. Von Tag zu Tag verjüngt er sein Aussehen und wird fideler. Als er ungefähr zwölf Jahre alt ist und dabei aussieht als wäre er siebzig Jahr alt, trifft er auf seine Seelenverwandte, die siebenjährige Daisy (Elle Fanning/ später: Cate Blanchett). Ihre Wege werden sich immer wieder kreuzen, bis sie von den Lebensumständen und vom Alter für eine gewisse Zeit zusammenpassen…

A (Wertung von A bis F) Im Filmjahr 2007 war No Country for Old Men mein Lieblingskinofilm, für das Filmjahr 2008 hat es „The Curious Case of Benjamin Button“ auf Platz 1 geschafft (dicht gefolgt von Wall-E und Slumdog Millionaire).

Der Film „The Curious Case of Benjamin Button“ ist von einer Kurzgeschichte von F.Scott Fitzgerald aus dem Jahre 1921 adaptiert. Erzählt wird eine ungewöhnliche Lebens- und Liebesgeschichte. Auch wenn sich die Liebesgeschichte von der reinen Inhaltsangabe her vielleicht etwas komisch „anfühlt“, so ist sie auf der Leinwand einfach nur aussergewöhnlich und bewegend. Wie von dem Regisseur David Fincher („Seven“, „The Game“, „Fight Club“, Zodiac) nicht anders zu erwarten, hat der Film eine einzigartige, wunderschöne Bildsprache. Finchers Arbeit hat einen hohen Wiedererkennungswert. Neben all der wunderbaren Kameraarbeit, den faszinierenden visuellen Effekte, ist insbesondere die Arbeit der Make-Up-Artisten hervorzuheben, gerade wenn man den Vergleich zu der weniger gelungenen Arbeit bei „The Reader“ hat. Schauspielerisch liefert Brad Pitt eine solide Arbeit ab, die aber zu keinem Zeitpunkt die Qualität und Klasse von Ausnahmetalent Cate Blanchett erreicht. Cate Blanchett verleiht der Filmfigur Daisy so viel Eleganz und Würde, dass es mir manchmal beinahe den Atem raubte…Wenn es bei der Academy gerecht zugehen würde…, müsste Cate Blanchett für diese Rolle einen Oscar erhalten. Natürlich ist aber auch Tilda Swinton wieder einmal eine Bereicherung. Der Film ist für 5 Golden Globes nominiert.

Meine Empfehlung: „The Curious Case of Benjamin Button“ auf der grösstmöglichen Leinwand schauen und vielleicht noch das eine oder andere Taschentuch griffbereit halten…

Lars-Olav Beier vom SPIEGEL hat einen interessanten und gut beobachteten Aspekt in seiner Filmkritik aufgebracht („Liebe auf Augenhöhe“).

Trailer zu sehen: