Netflix – Film: „War Machine“

Ich habe mir den folgenden Film über Netflix (U.S.) angeschaut:

 

„War Machine“ (seit dem 26.5.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 122 min satire, drama, adaptation
dir. David Michod cast: Brad Pitt, Anthony Hayes, John Magaro, Emory Cohen, Anthony Michael Hall, Topher Grace, Scott McNairy, Tilda Swinton, Ben Kingsley, Keith Stanfield, Alan Ruck, Meg Tilly

 

 

Im Jahr 2009 übernimmt General Glen McMahon (Brad Pitt) das Kommando über die ISAF-Truppen in Afghanistan. Vor ihm sind bereits einige Generäle gescheitert, dort den Krieg zu gewinnen, aber der ehrgeizige McMahon hat sich hohe Ziele gesteckt…

 

B (Wertung von A bis F) „War Machine“ basiert auf Michael Hastings Sachbuch „The Operators: The Wild and Terrifying Inside Story of America’s War in Afghanistan“. Erzählt wird eine fiktive Geschichte der Ereignisse aus dem Jahr 2009. Zentrale Figur in der Geschichte ist General Stanley A. McChrystal (im dem Film, der von Brad Pitt dargestellte General Glen McMahon). McChrystals rechte Hand war seinerzeit General Michael Flynn, der im Jahr 2017 unter US-Präsident Donald Trump als Nationaler Sicherheitsberater vereidigt wurde und kurz darauf aufgrund seiner umstrittenen Kontakte zu Moskau wieder zurücktreten musste. (General Mike Flynn wird im Film General Greg Pulver genannt und von Anthony Michael Hall gespielt). Diese Kriegssatire ist der neue Film des australischen Filmemachers David Michod (Animal Kingdom, The Rover).

Etwas vorweg: Der Film wäre besser ohne Brad Pitt. Ich konnte mich von Anfang bis Ende des Films nicht daran gewöhnen, dass Brad Pitt seine Filmfigur so überzeichnet. Er spricht wahnsinnig angestrengt, läuft mit hochgezogener Sportshorts herum, als wäre er geistig zurückgeblieben, hat eine seltsame Mimik und Körperlichkeit, usw. Mir kam es so vor, als wäre er in einem ganz anderen Film als der Rest des Ensembles. Zum Filmende gibt es ein Cameo (das ich nicht spoilern werde), ich wünschte „War Machine“ hätte diesen Schauspieler in der Hauptrolle besetzt.

In vielen satirischen Momenten ist „War Machine“ wirklich gut, ich habe einige Male lauthals lachen müssen. Leider vergisst der Film irgendwann, dass er eine Kriegssatire sein möchte und ist auf einmal ein Kriegsdrama, das fand ich äußerst irritierend. Es wäre schön gewesen, wenn ein Genre konsequent durchgehalten worden wäre.

Der Film hält so viele exzellente Performances parat: Ben Kingsley als Präsident Karzai, Alan Ruck („Ferris Bueller´s Day Off“, „Spin City“) als US-Botschafter in Afghanistan. Meg Tilly (die ich nicht als Meg Tilly erkannt habe – neben ihr fand ich aber sogar Brad Pitt besser) als Frau von Brad Pitts Charakter. Anthony Michael Hall („The Breakfast Club“) als eine Mike-Flynn-Version und Tilda Swinton als hartnäckige deutsche Politikerin. In dieses hervorragende Ensemble fügt sich – wie selbstverständlich – der Jungschauspieler Keith Stanfield (Short Term 12, Get Out ) ein. Ich bin sehr zuversichtlich, hier einen der besten Schauspieler der Zukunft zu sehen.

 

Der Kriegsberichterstatter und Investigativ-Journalist Michael Hastings hat das Sachbuch geschrieben, auf dem „War Machine“ basiert. Zuvor hat er einen Artikel im Rolling Stone-Magazin veröffentlicht. In seinem Portrait „The Runaway General“ beschrieb er u.a., wie General McChrystal und seine Truppe über die amtierende US-Regierung lästerten. Dieser Artikel zwang den Vier-Sterne-General McChrystal zum Rücktritt. Michael Hastings schrieb später weitere Artikel und arbeitete gerade an einer Enthüllungsstory über die CIA, als der erst 33-jährige Autor unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.

 

Ich hätte „War Machine“ gerne im Kino gesehen, es ist aber ein Netflix-Original-Film. Seit dem 26.5.17 ist er exklusiv auf Netflix abrufbar.

Trailer zu sehen:

 

 

 

NYC – Film: „The Walk – 3D“

Ich war am 26.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Walk – 3D“ (dt. Kinostart: 22.10.15) 124 min drama, biopic, action, adaptation
dir. Robert Zemeckis cast: Joseph Gordon-Levitt, Ben Kingsley, Charlotte Le Bon, James Badge Dale, Ben Schwartz, Steve Valentine

Der Franzose Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) ist Straßenkünstler und Seiltänzer. Er sucht immer nach eine neuen Herausforderung. Dann liest er einen Artikel, dass die höchsten Türme der Welt in New York entstehen sollen. Petit plant Le Coup, er möchte vom Dach des einen Turmes des WTC zum anderen ein Seil spannen und darüber balancieren. Das muss er jedoch schaffen, bevor alle Stockwerke der Zwillingstürme offiziell eröffnet werden.

D+ (Wertung von A bis F) „The Walk“ basiert auf einer wahren Geschichte. Es ist eine Adaption von Philippe Petits Memoiren „To Reach the Clouds“.

Vielleicht ist „The Walk“ ein Film für die anspruchslose Masse, definitiv ist es kein Oscar-Film. Mir ist sogar schleierhaft, warum das NYFF Komitee diesen Film als Eröffnungsfilm für ihr 53. Festival ausgewählt hat. Die Auswahl der letzten Jahren (mit Gone Girl, Captain Phillips, Life of Pi, Carnage, The Social Network) war da wesentlich solider.

Eigentlich wusste ich schon mit der ersten Szene, dass mir der Film nicht gefallen kann. Diese Studioaufnahme mit Joseph Gordon Levitt, der vorgibt Franzose zu sein, eine seltsame Perücke trägt und so tut, als würde er auf der Fackel der Freiheitsstatue stehen – im Hintergrund die Zwillingstürme….da musste ich das erste Mal schon tief durchatmen. Dann spricht er mit nervigen französischen Akzent auch noch direkt in die Kamera, direkt zum Publikum. Das sogenannte Durchbrechen der vierten Wand funktioniert ganz selten in Filmen/ oder Serien. In der Serie House of Cards geht diese Erzähltechnik wunderbar auf, weil Kevin Spacey den Zuschauer an seinen durchtriebenen Gedanken und Plänen teilhaben lässt. In „The Walk“ erklärt uns aber nun dieser Möchtegern-Franzose in regelmäßigen Abständen, was man sowieso sieht und/oder schlichtweg keiner Erklärung bedarf.

Wenn man sich Robert Zemeckis Filmografie anschaut, sieht man dass der Filmemacher einige wirklich gute Filme inszeniert hat, aber auch einige Male völlig daneben gegriffen hat. „The Walk“ passt für mich in die zweite Kategorie.

Warum überhaupt muss der US-Amerikaner Joseph Gordon-Levitt ((500) Days of Summer, Don Jon) hier so tun als wäre er Franzose? Haben alle französischen Schauspieler abgelehnt, die Rolle zu spielen oder waren anderweitig verhindert?

Was ich – naja einigermassen – nachvollziehbar fand, war die Erklärung warum JG-Ls Charakter überwiegend und auch mit seinen Landsmännern- und frauen Englisch spricht. Er muss üben, weil er demnächst in die U.S.A. geht. In den meisten amerikanischen Filmen bekommt man gar keine Erklärung mitgeliefert, da sprechen die Deutschen, Russen, etc. untereinander und in ihrem Heimatland einfach Englisch miteinander.

Ich habe gehört und jetzt auch gelesen, dass „The Walk“ für seine letzten 30 Minuten sehr gelobt wird. Na…ja Zugegeben gibt es ein paar spektakuläre Szenen, aber die entschädigen mich für die öden und nervigen vorangegangen 1 1/2 Stunden auch nicht. Robert Zemeckis lässt einen auch zu keinem Zeitpunkt vergessen, hier einen Film zu sehen. Die Kostüme wirken wie Verkleidungen und dass es auf dem Dach der World Trade Center (in einer Höhe von 417 Metern) beinahe windstill war, wirkt doch sehr an den Haaren herbeigezogen.

Wer sich für Philippe Petits Geschichte interessiert, sollte sich die im Jahr 2009 mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentation Man on Wire anschauen.

Das Schlussbild gab mir einen Stich mitten ins Herz.

„The Walk“ feierte seine Weltpremiere auf dem New York Film Festival 2015, dort wurde er als Eröffnungsfilm gezeigt. Ich habe ihn in einer der 3D-Opening Night Vorstellungen auf dem NYFF53 gesehen. Aufgrund des Papst Besuches in New York wurde die offizielle Eröffnung des NYFF um einen Tag nach hinten verschoben. Ich habe in der Vergangenheit schon zig mal erlebt, dass einer der jeweiligen amtierenden US-Präsidenten in der Stadt war und welche Sicherheitsvorkehrungen und Straßen- Bus und U-Bahnsperrungen das in der eh schon verkehrschaotischen Stadt nach sich zog. Jetzt ist klar, dass der Besuch des Papstes tatsächlich noch eine Steigerung dazu ist. Ich bin mir auch sicher, noch nie solche Menschenmassen gesehen zu haben. Mein geliebter Central Park war unverschämterweise auch den ganzen Tag gesperrt.

„The Walk“ kam heute, am 30.09.15, in die amerikanischen Kinos, allerdings wurde der Film ausschließlich in IMAX-Kinos gezeigt. Eine Woche später ist er dann in allen amerikanischen Kinos zu sehen.

„The Walk“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joseph Gordon-Levitt), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Wenn es gerecht zugeht, dann hat er einzig in den technischen Kategorien Chancen auf Oscar-Nominierungen.

Trailer zu sehen:

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NYC – Film: "The Boxtrolls – 3D"

Ich war am 27.09.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Boxtrolls – 3D“ (dt. Filmtitel: „Die Boxtrolls“, dt. Kinostart: 23.10.14) 96 min animation, adaptation
dir. Graham Annable, Anthony Stacchi voices: Isaac Hempstead-Wright, Elle Fanning, Ben Kingsley, Toni Collette, Jared Harris, Tracy Morgan, Simon Pegg, Nick Frost, Richard Ayoade

Der kleine Menschenjunge Eggs (Isaac Hempstead-Wright) wird von den Boxtrolls großgezogen. Er denkt, er ist einer von ihnen. Die Boxtrolls leben im Untergrund, wagen sich aber in der Dunkelheit raus und gucken was die Menschen alles weggeworfen haben. Dabei finden sie immer brauchbaren Dinge. Sie müssen aber aufpassen, von den Menschen werden sie gefürchtet und die Red Hats mit ihrem Anführer Archibald Snatcher (Ben Kingsley) trachten ihnen nach dem Leben. Eines Tages wird Eggs´ Adoptivvater Fish (Dee Bradley Baker) entführt und Eggs trifft auf das Menschenmädchen Winnie Portley-Rind (Elle Fanning)…

B+ (Wertung von A bis F) „The Boxtrolls“ basiert auf Alan Snows illustrierten Roman „Here Be Monsters!“. „The Boxtrolls“ ist der dritte Stop-Motion Film von dem Animationsstudio Laika. Laika hat bereits die Filme Coraline  und ParaNorman produziert.

Als ich vor knapp einem Jahr (vor dem Disney-Film Frozen) den ersten Trailer von „The Boxtrolls“ gesehen habe, sind mir beinahe die Tränen gelaufen. Ich konnte mir nichts weniger als ein Meisterwerk unter dem fertigen Film vorstellen. Als der Film dann erstmalig auf dem Filmfestival in Venedig gezeigt wurde, habe ich einige negative Stimmen zu dem Film vernommen. Meine Erwartung an diesen Stop-Motion-Film habe ich danach ziemlich heruntergeschraubt. Überraschenderweise hat mir der Film aber recht gut gefallen.

Sicherlich hat man die Geschichte in verschiedenen Varianten schon gesehen, ich konnte aber in die skurrile Welt der Boxtrolls von Anfang an eintauchen. Die verschüchternd-kauzigen Boxtrolls sind so bezaubernd, dass ich sie sofort ins Herz geschlossen habe. Ich mochte aber auch Trolljäger, die Red Hats, Archibald Snatcher, Mr. Gristle und insbesondere Mr. Trout und Mr. Pickles.

Handwerklich ist dieser Animationsfilm herausragend. Man sieht, dass in diesem Film viel Arbeit und Liebe zum Detail steckt.

Der Film hat zum Schluss ein paar Längen und die Action-Sequenz mochte ich auch nicht sonderlich, ansonsten ist es aber ein Film, der sich sogar in der 3D-Fassung lohnt. Vielleicht ist es nicht unbedingt ein Film für kleinere Kinder. Zum Abspann sollte man unbedingt sitzenbleiben.

„The Boxtrolls“ ist im Gespräch für folgende Oscar-Nominierungen: Bester animierter Film, Bestes adaptiertes Drehbuch und (etwas abwegiger) Bester Originalsong.

„The Boxtrolls“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2014 gezeigt.

Teaser zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Paddington“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: ich mag den Trailer einfach
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ach warum nicht

Trailer v. Film: „Annie“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie und Musical mit Quvenzhané Walls, Jamie Foxx, Rose Byrne und Cameron Diaz. Über den spricht keiner mehr als Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Hillsong: Let Hope Rise“ (nicht in 3D gezeigt, danke dafür)
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Mit erstaunt aufgerissenen Augen habe ich diesen Trailer verfolgt. Ich habe noch nie von einer Band Hillsong gehört. Konzertfilm oder Doku.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: äh, nee

Trailer v. Film: „Spare Parts“ (nicht in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Kinderfilm mit Marisa Tomei, George Lopez und Jamie Lee Curtis
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Book of Life“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm, der mir zu mexikanisch wirkt
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The SpongeBob Movie: Sponge Out of Water“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Animations/Realfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Big Hero 6“ (in 3D gezeigt)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Disneys neuestes Animationsabenteuer
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Boston – Film: "Hugo – 3D"

Ich war am 27.11.11 in Boston und am 20.12.11 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Hugo – 3D“ (dt. Titel: „Hugo Cabret“, dt. Kinostart: 09.02.12) 127 min mystery, adventure, family, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Asa Butterfield, Jude Law, Christopher Lee, Chloe Grace Moretz, Michael Stuhlbarg, Emily Mortimer, Ray Winstone, Helen McCrory

Paris in den 1930er Jahren. Der 12-jährige Hugo Cabret (Asa Butterfield) ist Waise und auf sich alleine gestellt. Er war in der Obhut seines alkoholsüchtigen Onkels (Ray Winstone), der die Uhren auf dem riesigen Pariser Bahnhof nachgezogen und repariert hat. Jetzt ist der Onkel verschwunden und Hugo übernimmt seine Arbeit. Er lebt in den Gemäuern des großen Bahnhofs, in ständigen Angst entdeckt zu werden. Vor allen Dingen muss er sich vor dem Bahnhofsinspektor Gustav (Sacha Baron Cohen) und seinem Hund in Acht nehmen. Als der Spielzeugladenbesitzer Georges Méliès (Ben Kingsley) Hugo bei einem vermeintlichen Diebstahl erwischt, nimmt er ihm sein Notizbuch weg. Hugo ist verzweifelt und versucht, sein für ihn wertvolles Notizbuch zurückzubekommen. Das ist aber nicht seine einzige Sorge, sein Vater hat ihm eine kaputte mechanische Figur vermacht. Mit einem herzförmigen Schlüssel könnte er sie vielleicht wieder zum Laufen bringen und so das Geheimnis dieser Figur lüften. Die gleichaltrige Isabelle (Chloe Grace Moretz) wird ihm helfen…

A- (Wertung von A bis F) „Hugo“ basiert auf Brian Selznicks Roman „The Invention of Hugo Cabret“.

Den meisten Leuten ist der Regisseur Martin Scorsese („Taxi Driver“, „Goodfellas“, „Casino“, „The Departed“) durch seine Gangster-Filme bekannt. Dabei wird gerne vergessen, dass er auch sehr gute Filme in anderen Genres gedreht hat. Er hat mehrere Dramen inszeniert, Biopics, einige Musik-Dokumentationen und nicht zu vergessen mit „The Age of Innocent“ sogar einen soliden Kostümfilm. Mit „Hugo“ hat einer der besten Regisseure unserer Zeit einen Familienfilm inszeniert, zumindest was die ersten zwei Drittel des Films angeht. Auch hat er sich mit diesem Film der – auch für ihn neuen – 3D-Technik gewidmet. Wie ein Scorsese diese Möglichkeit nutzt, ist atemberaubend. „Hugo“ lädt ein, sich entspannt im Kinosessel zurückzulehnen und sich visuell beeindrucken lassen. Handwerklich ist der Film ein Meisterwerk. „Hugo“ ist voller Kreativität und Details, die man kaum beim ersten Mal alle erfassen kann. Martin Scorsese hat hier eine faszinierende eigene Welt erschaffen.

„Hugo“ ist auch eine Liebeserklärung an das Filmemachen. Ich denke, dass es kein Film für die breite Masse ist. Der normale Kinozuschauer, der vielleicht ein paar Mal im Jahr ins Kino geht, wird Scorseses Filmwerk nicht zu schätzen wissen. Vielleicht irre ich mich aber auch. In jedem Fall ist es ein Film für Cineasten.

Mir war der Film nicht eine Minute zu lang. Die Story braucht zugegebenermassen eine Weile um sich in ihrer gesamten Schönheit zu entfalten. Im letzten Akt zahlt sich aber das Warten hundertprozentig aus.

Von Asa Butterfield, der den Hugo spielt, war ich nicht besonders angetan, wobei ich für mich nicht herausfinden konnte, ob es an seinem Aussehen, seiner Ausstrahlung oder seiner Performance liegt. Gerade im Zusammenspiel mit Chloe Grace Moretz ist mir deutlich geworden, wie fade er wirkt. Ben Kingsley hingegen ist brillant, so auch Helen McCrory. Sacha Baron Cohen konnte mich überzeugen, aber auch Emily Mortimer und der Rest der Besetzung.

Mittlerweile gibt es widersprüchliche Angaben, dass einer der Produzenten einen, im Abspann bei den Credits nicht aufgeführten, Cameo-Auftritt gibt. Vor zwei Monaten hiess es, dass er „mitspielt“. Daher unter Vorbehalt SPOILER: Es sind, glaube ich, zwei Szenen in denen Johnny Depp kurz zu sehen ist.

„Hugo“ wurde in 3D gedreht, wird aber auch in 2D gezeigt. Ich glaube, ich habe genug darauf hingewiesen, dass es ein Muss ist, ihn in 3D zu sehen.

„Hugo“ ist für mich jetzt einer der Favoriten für eine Oscar-Nominierung als bester Film, beste Regie, beste Kameraführung, beste Ausstattung, bester Score und für sämtliche visuellen und technischen Preise.

„Hugo“ wird aller Voraussicht nach in meiner TOP TEN für Filme aus dem Jahr 2011 landen.

Update nach dem 2. Kinobesuch:
A- (Wertung von A bis F) Es ist großartig, diesen Film ein zweites Mal zu sehen. Da man jetzt weiß, wie der Film endet, kann man auf ganz andere Sachen achten. Ein paar Schwächen sehe ich im Film, die größte ist für mich – nach wie vor – Asa Butterfield als Hugo. Er wirkt einfach unnatürlich und hat auch noch gefärbte Haare. Der dritte Akt holt aber alles wieder raus.

Als ich den Film vor vier Wochen das erste Mal sah, war es alles andere als wahrscheinlich, dass der Film irgendwo als bester Film nominiert werden wird. Mittlerweile kann man davon ausgehen, dass er für den Oscar nominiert wird.

Jedem bleibt dringend zu empfehlen, Martin Scorseses 3D-Film auch in der entsprechenden Fassung zu sehen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film:“The Adventures of Tintin“ (3D)
Bewertung des Trailer: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Spielbergs Tim & Struppi-Animationsfilm startet zu Weihnachten in den amerikanischen Kinos
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film:“Titanic“ (3D)
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: James Camerons Film wird im nächsten Jahr in der 3D-Fassung wiederaufgeführt. Wenn bloss diese grauenhafte Celine Dion-Musik nicht wäre…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: mal schauen…

Trailer von Film:“Dr. Seuss´The Lorax“ (3D)
Bewertung des Trailer: B+
Kommentar: ein weiterer Dr. Seuss´Animationsfilm
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 70%

Trailer von Film:“The Pirates! Band of Misfits“ (3D)
Bewertung des Trailer: C+
Kommentar: Stop-Motion-Film
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 30%

Trailer von Film:“Joyful Noise“
Bewertung des Trailer: D
Kommentar: Musical mit Queen Latifah und Dolly Parton
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer von Film:“ParaNorman“ (3D)
Bewertung des Trailer: A
Kommentar: Stop-Motion-Animationsfilm von den kreativen Köpfen von „Coraline“
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Berlin – Film: "Shutter Island"

Ich war am 01.03.10 in meiner Heimatstadt im Kino und habe mir angeschaut:

„Shutter Island“ (dt. Kinostart war der 25.02.10) 138 min thriller, adaptation
dir. Martin Scorsese cast: Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley, Michelle Williams, Max von Sydow, Emily Mortimer, Jackie Earle Haley, Patricia Clarkson

Im Jahr 1954 trifft der U.S. Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) auf seinen neuen Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo). Sie sind auf den Weg nach Shutter Island. Auf der abgelegenen Insel befindet sich ein Hospital für psychisch kranke Straftäter. Dort soll auf mysteriöse Weise eine Patientin und Kindermörderin verschwunden sein. Bei der Aufklärung des Falles kommt es schnell zu Ungereimtheiten…

B- (Wertung von A bis F) Der Film „Shutter Island“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane.

Auch wenn man das Buch nicht gelesen hat, wenn man sich den bzw. die Filmtrailer angeschaut hat, weiß man schon ziemlich genau wohin die Reise in Martin Scorseses neuesten Film geht. Falls man auch keine Trailer von dem Film gesehen hat (was ich im Übrigen dringend empfehle), weiß man spätestens nach ca. dreißig Minuten über einiges Bescheid. Zunächst hat mir das Ganze aber nicht die Spannung verdorben, ich habe mich auf die durchaus künstlerisch gestalteten Rückblenden bzw. die Albträumen konzentriert und auf die wunderbaren Schauspieler. Leider ist „Shutter Island“ aber dann mit einigen Szenen völlig unnötig in die Länge gezogen worden.

Als der Film „Shutter Island“ anfing war das Erste was mir und wahrscheinlich jedem auffiel, der schwer zu überhörende Score. Dankenswerterweise zieht der sich aber in dieser Aufdringlichkeit nicht durch den kompletten Film.

Als äusserst gelungen sehe ich mit einer winzigen Ausnahme die Besetzung. Emily Mortimer („Match Point“, Transsiberian) und Patricia Clarkson („Pieces of April“, „Good Night, and Good Luck“) sind idealbesetzt und großartig. Sogar Mark Ruffalo („My Life Without Me“, Zodiac, The Brothers Bloom„The Brothers Bloom“) konnte mich hier mal zu hundert Prozent überzeugen. Jackie Earle Haley („Little Children“, „Watchmen“) hat mir hier gezeigt, dass er reif ist für eine zweite Oscar-Nominierung und ich hoffe, dass er bald wieder in Filmen mitspielt, die auch von der Academy wahrgenommen werden. Ich bin seit Beginn seiner Karriere ein großer Fan von Leonordo DiCaprios Schauspiel. Ob in noch sehr jungen Jahren in „What´s Eating Gilbert Grape“ oder „The Basketball Diaries“, später in „The Beach“ und schließlich als Erwachsener mit seiner Performance in „The Aviator“, „Blood Diamond“ und „Revolutionary Road, überzeugt hat er mich immer. In „Shutter Island“ hat er, meiner Meinung nach, in manchen Szenen etwas zu dick aufgetragen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Precious“
Bewertung des Trailers: ?
Kommentar: …und ich dachte, ich müsste mir nie wieder den Trailer angucken…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: unzählig
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film: „The Bounty Hunter“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Action-RomCom mit Jennifer Aniston und Gerard Butler
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 20 %

Trailer von Film: „The Men Who Stare at Goats“
Kommentar: Film bereits gesehen und mit C+ bewertet

Sehr löblich, dass alle Trailer im Original gezeigt wurden!

Ich war schon länger nicht in Deutschland im Kino. Ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen kann, in der Lage zu sein, häufig in den U.S.A. ins Kino gehen zu können. Zwei Dinge, die ich im Gegensatz zu einem „amerikanischen“ Kinobesuch in Deutschland nicht mag: Schon an der Kasse muß man sich für Sitzplätze entscheiden, sprich kein FREE SEATING. Darüberhinaus wird, wenn um 16.15 der Film anfangen soll, erst einmal ellenlang Werbung gezeigt, bis dann ein paar Trailer ausgestrahlt werden, dann noch mal Werbung und dann geht der Vorhang wieder zu…8| Dann kam ein Eisverkäufer rein (das es die noch gibt…) Ich meine, man zahlt 8 Euro (oder manchmal vielleicht sogar mehr) und man muß sich in dieser Intensität Werbung anschauen… :??: Werbung, Trailer, Werbung, Vorhang, Eisverkäufer haben dann ziemlich genau 20 Minuten (Gut, ich kann mich erinnern, dass vor Jahren die Werbung noch maßloser war, also schon eine positive Veränderung) in Anspruch genommen. In den U.S.A. läuft es zwar mittlerweile auch nicht mehr ganz ohne Werbung, aber das bevor der Film regulär anfangen soll. Wenn um 16.15 ausgewiesen ist, dass der Film beginnt, sieht man vielleicht noch einen Coca Cola-Spot, Eigenwerbung für das jeweilige Kino und dann die Trailer. Schließlich kommt dann durch Verizon (oder einem anderen Handy-Anbieter) die Aufforderung, jetzt doch bitte alle Gespräche und andere Geräusche zu unterlassen, nicht während des Films zu telefonieren oder smsen, das Handy auf lautlaus zu stellen, weil jetzt der Film anfängt. Vorhänge gibt es nicht.

NYC – Transsiberian

Ich war am 23.08.08 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Transsiberian“ (dt. Kinostart 11.12.08) 111 min thriller
dir. Brad Anderson cast: Woody Harrelson, Emily Mortimer, Ben Kingsley, Kate Mara, Eduardo Noriega, Thomas Kretschmann

Die verheirateten Amerikaner Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer) haben sich nach ihrer zweiwöchigen christlichen Missionarstätigkeit in China kurzfristig dazu entschlossen, statt bequem mit dem Flugzeug, mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau zu fahren. Auf der eher unglamourösen Zugfahrt teilen sie sich ihren Schlafwagen mit der 20jährigen Abby (Kate Mara) und ihren, um einige Jahre älteren, gutaussehenden, spanischen Freund Carlos (Eduardo Noriega). Nach einem Zwischenhalt auf der Strecke kann Jessie ihren Ehemann nicht mehr an Bord finden und beschliesst, an der nächsten Haltestelle auszusteigen, um herauszufinden, wo sich Roy befindet. Ihre neuen undurchsichtigen Bekannten steigen mit ihr im sibirischen Nirgendwo aus und die geplante Reise geht in eine ganz andere Richtung…

B+ (Wertung von A bis F) Es ist ein Thriller, der einen – ohne selbst in der Zeit zu spielen – um einige Jahre zurückversetzt. Der Film hat einen langsamen Spannungsaufbau, am Anfang konzentriert er sich zunächst hauptsächlich auf die Charaktere. Später hat er einige Wendungen, speziell eine kam für mich dabei recht überraschend. Die Engländerin Emily Mortimer („Match Point“) zeigt hier, ähnlich wie James McAvoy in Wanted, was für eine schauspielerische Bandbreite sie hat. Sie ist unglaublich vielseitig und facettenreich und ich bin schon gespannt, wie sie sich weiterentwickelt und wohin ihre Karriere sie führt.

Trailer zu sehen:

„sehenswert“

Boston – The Wackness

Ich war am 14.07.08 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Wackness“ 95 min drama, comedy
dir. Jonathan Levine cast: Josh Peck, Ben Kingsley, Famke Janssen, Mary-Kate Olsen, Olivia Thirlby, Jane Adams

New York City, Sommer 1994. Luke Shapiro (Josh Peck) ist ein Aussenseiter und findet in seiner Highschool und seinem Umfeld nur Beachtung weil er Drogen verkauft. Zu Hause streiten seine Eltern unaufhörlich und den einzigen Freund, den er zu haben scheint, ist sein drogensüchtiger Psychiater Dr. Jeff Squires (Ben Kingsley). Die beiden verbindet nicht nur der Hang zu Marihuana, sondern auch die Einsamkeit und die Sehnsucht nach Liebe. Verliebt hat sich Luke ausgerechnet in die beliebte Steph (Olivia Thirlby), die Stieftochter von Dr. Squires…

B+ (Wertung von A bis F) Es ist ein kleiner, ruhiger Film über Aussenseiter, das erwachsen werden und die Schmerzen, die die erste grosse Liebe mit sich bringen kann. Der Film ist wunderschön fotografiert und spielt in New York lange vor dem 11. September, in einer Zeit, in der der ehemalige Bürgermeister Rudy Giuliani noch lange kein HELD war, sondern wegen seiner „Aufräumaktionen“ verachtet wurde. Der Regisseur Ted Levine („All the Boys Love Mandy Lane“) hat ein perfektes Auge für diese Zeit und kann es durch seine Bildsprache und Musikauswahl so transportieren, dass man das Gefühl hat, die Hitze des Sommers zu spüren und die Stadt förmlich zu riechen. Schauspielerisch erinnert Josh Peck durch seine unglaublich intensive Darstellung und auch aufgrund seines Äusseren an den jungen Edward Norton. Olivia Thirlby hat mich schon als beste Freundin in Juno beeindruckt. Sie hat grosses Potential. Ben Kingsley (Oscar für „Gandhi“) war für einen meiner Lieblingsfilme („The House of Sand and Fog“) für einen Oscar nominiert und es ist denkbar, dass er für diese überwältigende Perfomance als drogenabhängiger Psychiater eine weitere Oscarnominierung bekommt. Der Film „The Wackness“ hat bei dem Sundance Film Festival 2008 den Publikumspreis bekommen.

Trailer zu sehen:

„sehenswert“