TV – Serie: „Devs“


Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX on HULU-Mehrteiler angeschaut:

 

„Devs“  8 x approx. 50 min drama, thriller, mystery, sci-fi

dir. Alex Garland  cast: Sonoya Mizuno, Nick Offerman, Jin Ha, Zach Grenier, Stephen McKinley Henderson, Alison Pill, Cailee Spaeny, Karl Glusman 

 

Sergei (Karl Glusman) arbeitet als IT-Ingenieur für das amerikanische High-Tech-Unternehmen AMAYA. Seine Freundin Lily Chan (Sonoya Mizuno) arbeitet ebenfalls in der Firma im Silicon Valley. Nun wird Sergei befördert, ausgerechnet in die geheimnisvolle Hochsicherheitsabteilung Devs. Keiner der sonstigen Angestellten weiß, womit sich Mitarbeiter bei Devs genau beschäftigen. Bevor der Firmenchef Forest (Nick Offerman) Sergei erstmalig in das abgelegene Gebäude führt, wurde er selbstverständlich von dem Sicherheitschef Kenton (Zach Grenier) durchleuchtet. Nach seinem ersten Arbeitstag kommt Sergei nicht nach Hause, Lily meldet ihn am nächsten Tag als vermisst und stellt ihre eigenen Untersuchungen an….

 

B- (Wertung von A bis F) „Devs“ ist die erste TV-Serie des englischen Romanautors („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs (Ex Machina, Annihilation) Alex Garland. Bei diesem Projekt ist er der Serienschöpfer, hat die Drehbuchvorlage geschrieben und auch bei allen acht Episoden Regie geführt. Ein anderes Thema bestimmt zwar diesen Mehrteiler, aber sie spielt in einer ähnlichen Welt wie Alex Garlands Film „Ex Machina“. Einige der Ideen aus dieser TV-Serie stammen aus dem Buch „The Fabric of Reality“ des Physikers David Deutsch. 

Worum geht’s? Quanteninformatik, Quantencomputer und die Ambitionen vielleicht großer High-Tech-Unternehmen, die im Besitz immenser Datenmengen sind. 

Es gibt ein paar Logiklücken, eine große sogar schon in der ersten Episode. Hätte Sergei DAS, SO AUFFÄLLIG  und ZU DEM ZEITPUNKT wirklich getan? Irgendwann klar, aber zu dem Zeitpunkt fand ich es völlig an den Haaren herbeigezogen. Das ist aber nunmal der Start in diese Geschichte und als Zuschauer bleibt einem nichts anderes übrig, als es zu schlucken. 

Ich habe mir „Devs“ zwei Mal angeschaut, auch weil ich nicht alles bei der Erstsichtung so genau verstanden habe und erst verarbeiten musste. Die Serie folgt auf interessante Weise dem Ansatz, dass alles was passiert, einen Grund hat. Alles ist durch etwas in der Vergangenheit vorbestimmt. Eine Sache führt zu einer anderen. Entsprechend folgt die Serie der Theorie, dass es auch so etwas wie einen eigenen Willen im Leben nicht gibt. Alex Garland verbindet in „Devs“, erneut, Religion mit Technologie. Am Ende gibt er nicht für jedes Detail Erklärungen und lässt entsprechend Raum für eigene Interpretationen und Grübeleien. 

Bei der Besetzung hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. In der ersten Episode kam es mir so vor, als ob man bei den Hauptakteuren die Billigversionen der eigentlich gewünschten Besetzung genommen hat. Hier betraf es Sergei, Lilly und Forest. „Ex Machina“ war mit Domhnall Gleeson, Alicia Vikander und Oscar Isaac besetzt, hier sind es Karl Glusman, Sonoya Mizuno und Nick Offerman. Gut, der erste ist bald weg und an Nick Offerman als vielhaarigen CEO von AMAYA, konnte ich mich gewöhnen, blieb also nur noch die Hauptdarstellerin und die ist für mich das große Problem, der ansonsten recht originalen und irgendwie gelungenen Sci-Fi-Miniserie. 

Sonoya Mizuno hat (zumindest für mich) ein nichtsagendes, ausdrucksloses Gesicht, spricht und bewegt sich schlafmützig und hat noch dazu ein, höflich ausgedrückt, überschaubares Talent. Ihre Erscheinung, ihre Sprache, Ihr Spiel ist so reduziert, dass ich mir nicht vorstellen kann, das dies für irgendeine Hauptrolle reicht. Definitiv ist es mir hier zu wenig. Ihr Charakter Lily gibt oberflächlich betrachtet (soll heißen, im Gesamtkontext schon) nicht sonderlich viel her. Wenn ihre Rolle optimaler besetzt worden wäre, hätte mir die Serie wahrscheinlich auch um einiges besser gefallen. Eine gute, charismatischere Schauspielerin hätte mir sicher geholfen. 

Dennoch ist „Devs“ natürlich sehenswert, sehr stylisch, das Production Design weiß, zu beeindrucken, San Francisco ist wahnsinnig schön fotografiert, der Sound ist bemerkenswert und auch wenn sich der Score manchmal seltsam anhört, ist das musikalische Gesamtkonzept insgesamt außergewöhnlich und toll. „Devs“ ist ruhig und manchmal extrem langsam erzählt, aber – mit Ausnahme der Hauptdarstellerin – nie langweilig.

Mein Lieblingscharakter: Kenton, der Sicherheitschef von AMAYA. Ich mag aber auch Stewart (gespielt von Stephen McKinley Henderson) und Lyndon (gespielt von Cailee Spaeny) 

Meine Lieblingsepisoden: Folgen 5 -7

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen: 

Lily Chan arbeitet als Programmiererin bei AMAYA. Sie ist 27 Jahre alt und lebt mit ihrem Freund und Kollegen Sergei (gespielt von Karl Glusman) zusammen. Als Sergei auf mysteriöse Weise verschwindet beginnt sie, Nachforschungen anzustellen. Gespielt wird Lily von dem/der japanisch-britischen Model/ Schauspielerin Sonoya Mizuno. Ich hatte weiter oben bereits bemerkt, dass ich kein großer Fan von ihr als Schauspielerin bin. Sie hat bereits in den beiden Alex Garland-Verfilmungen „Ex Machina“ und „Annihilation“ mitgewirkt und war u.a. auch in La La Land und „Crazy Rich Asians“ und der Netflix-Serie „Maniac“ zu sehen.

Forest ist der CEO von AMAYA. Gespielt wird Forest von dem amerikanischen Comedian, Autor und Schauspieler Nick Offerman. Ungewöhnlicherweise spielt er hier einen ernsthaften und ernstzunehmenden Charakter. Normalerweise kennt man ihn eher aus anderen Projekten. Er hat in vielen TV-Serien  (u.a. „Parks and Recreation“, 2. Staffel von „Fargo“) und in einigen Kinofilmen (u.a. 21 /22 Jump Street; Me and Earl and the Dying Girl, Bad Times at the El Royale mitgespielt. Er hat eine Emmy-Nominierung als Gastgeber der Reality-Competition-Show „Making It“. Nick Offerman ist mit der tollen Schauspielerin Megan Mullally (Will & Grace“) verheiratet. 

Kenton ist der Sicherheitschef von AMAYA. Wie weiter oben bereits geschrieben, mag ich seinen Charakter. Gespielt wird Kenton von dem amerikanischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Zach Grenier. Er hat eine unheimlich tolle Stimme. Zach Grenier hat in vielen TV-Serien (u.a. „24“, „Deadwood“, „The Good Wife“, „Ray Donavan“) und auch einigen Kinofilmen (u.a. „Fight Club“, Rescue Dawn,  Zodiac) mitgespielt. 

Katie ist die Chefdesignerin der Devs-Abteilung bei AMAYA. Gespielt wird sie von der kanadischen Schauspielerin Alison Pill. Sie hat in einigen TV-Serien (u.a. „In Treatment“, The Newsroom, „American Horror Story: Cult“) und einigen Kinofilmen (u.a. „Milk“, „Scott Pilgrim vs. the World“, Miss Sloane, Vice) mitgespielt. Alison Pill hat eine Tony-Nominierung für ihre Performance in dem Theaterstück „The Lieutenant of Inishmore“.

Lyndon ist Mitglied des Devs-Teams. Der 19-jährige Lyndon hat mir sehr gut gefallen, um so überraschter war ich, als ich las, dass er von einer Schauspielerin verkörpert wird. Das war für mich auch mit ein Grund, warum ich mir die gesamte Staffel ein weiteres Mal angeschaut habe. Bislang hat die amerikanische Schauspielerin Cailee Spaeny auch nur weibliche Charaktere (u.a. in Bad Times at the El Royale, „On the Basis of Sex“, Vice) gespielt. 

„Devs“ wurde für 4 Emmys in der Kategorie Best Limited Series or Movie nominiert (Outstanding Cinematography, Outstanding Sound Editing, Outstanding Sound Mixing und Outstanding Special Visual Effects)

„Devs“ wurde erstmalig v. 5.3.20 – 16.4.20 auf FX on HULU gezeigt.

Trailer zu sehen: 

 

5 Gedanken zu “TV – Serie: „Devs“

    • Nee, ich habe nur ein HBO-Abo. Devs habe ich über mein amerikanisches iTunes-Konto (oder wie das jetzt heisst) für noch nicht mal viel Geld gekauft. Vielleicht ist die Serie auch über den deutschen iTunes-Markt zu erwerben, hatte vergessen zu gucken. Ja, Disney erschien mir bisher auch noch nicht interessant, aber über Apple TV+ (oder so) kann man doch vieles kaufen.

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      • Na da bin ich ganz anders, ich gucke eigentlich wirklich nur gezielt. Wenn ich eine Serie oder einen Film unbedingt sehen will, dann kaufe ich sie oder den. Erst gestern war mir nach Thriller/Horror, der Film sprach mich an und wurde gekauft. 🙂 Netflix hatte ich jetzt eine ganze Zeit nicht, wollte aber dann unbedingt „Hollywood“ gucken, dafür habe ich mir extra einen Geschenkgutschein gekauft. Mir ist die Gefahr ansonsten zu groß und meine Zeit zu schade, irgendeinen Mist zu gucken. Letztens habe ich es mal wieder probiert und bin gleich wieder auf die Nase gefallen. Habe mir eine Episode von „Into the Night“ bei Netflix angeschaut, dachte dem Bild und Text nach, dass das im Flugzeug spielt. (Mag ich ja schon) Du glaubst gar nicht, wieviel realitätsfernen Trash man in 40 Minuten zeigen kann. Unglaublich, keiner von den Machern hat bestimmt jemals einen Flughafen oder ein Flugzeug betreten und dürfte auch nicht das geringste über die Fliegerei wissen. Erst war ich richtig zornig, dann sind mir die Tränen vor lachen gelaufen. Für solche Blind Watch-Geschichten bin ich einfach nicht geschaffen. :))

        Na klar wird „Devs“ irgendwann normal im Stream zu sehen sein.

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      • :)) ja Du und die Flugzeugstreifen :))
        Ja gut, von den Horrorsachen, die mich interessieren kenne ich die meisten ohnehin. Selten, dass ich da was finde, wo ich bezahlen will. Slither war bislang der einzige Film, den ich so unbedingt sehen wollte, dass ich dafür einen Horrorkanal gebucht hatte 🙂
        Bei Serien kann ich mich in der Regel gut in Geduld fassen.

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