NYC – Film: "The Drop"

Ich war am 24.09.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Drop“ (dt. Filmtitel: „The Drop – Bargeld“, dt. Kinostart: 04.12.14) 107 min drama, adaptation
dir. Michael R. Roskam cast: Tom Hardy, Noomi Rapace, James Gandolfini, Matthias Schoenaerts, Ann Dowd, Michael Aronov

Bob (Tom Hardy) und sein Cousin Marv (James Gandolfini) arbeiten in einer Bar in Brooklyn. Cousin Marv ist der Besitzer der Bar, früher hat sie ihm sogar gehört. Mittlerweile ist der tschetschenischen Gangster Chovka (Michael Aronov) der Eigentümer und die Bar dient der Geldwäsche. Auf dem Nachhauseweg entdeckt Bob eines Abends einen verletzten Welpen in einer Mülltonne. Dadurch lernt er Nadia (Noomi Rapace) kennen. Bob kümmert sich um den kleinen Hund, bekommt aber dann irgendwann Ärger mit dem Psychopathen Eric (Matthias Schoenaerts). Dann werden Bob und Marv auch noch eines Nachts in der Bar überfallen und ausgeraubt. Die tschetschenischen Mafia lässt nicht lange auf sich warten und fordert ihr Geld zurück.

A- (Wertung von A bis F) „The Drop“ basiert auf Dennis Lehanes Kurzgeschichte „Animal Rescue“. Es ist ein nicht wirklich vorhersehbarer Krimi mit einem sehr gelungenen Spannungsaufbau. „The Drop“ ist das englischsprachige Regiedebüt des belgischen Filmemachers Michael R. Roskam („Bullhead“)

Ich kann kaum beschreiben, wie exzellent Tom Hardy hier ist. Es gibt nicht viele Schauspieler, die eine solche Präsenz und Intensität haben und die verblüffenderweise immer wieder hinter ihrer jeweiligen Filmfigur verschwinden. Bei Tom Hardy habe ich das Gefühl, dass er für kurze Zeit zu einem anderen Menschen wird, diese Figur nach den Dreharbeiten zu Grabe trägt, um dann das nächste Mal ganz geschmeidig in einen komplett anderen Charakter zu schlüpfen. Wenn ich es selbst nicht immer wieder mit eigenen Augen sehen würde, ich könnte es wahrscheinlich nicht glauben. Bei diesem Film steigert sich die Spannung und ich hatte den Eindruck, dass sich sogar Tom Hardy noch steigert. Was nicht bedeutet, dass er nicht gleich zu Beginn großartig wäre. Einer der besten Schauspieler unserer Zeit ist hier der, auf den ersten Blick etwas ungelenk wirkende, aber fürsorglichen Hundebesitzer Bob, den man zu keinem Zeitpunkt unterschätzen sollte. Ich fand Bob hinreißend und faszinierend. Tom Hardy gibt für mich hier eine eindeutige Oscar-Performance.

James Gandolfinis ist traurigerweise im letzten Jahr verstorben. „The Drop“ ist der letzte Film, in dem er zu sehen ist. Der belgische Schauspieler Matthias Schoenaerts ist mir bereits in Rust and Bone aufgefallen. In „The Drop“ hatte ich den Eindruck, dass er in einigen Szenen sogar mit Tom Hardy auf Augenhöhe spielt.

„The Drop“ hat mir so gut gefallen, dass er in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014 landen könnte.

„The Drop“ war/ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (Tom Hardy), Bester Nebendarsteller (James Gandolfini), Bestes adaptiertes Drehbuch

„The Drop“ wurde erstmalig in einer Sondervorführung auf dem Toronto International Film Festival 2014 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Two Faces of January“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Patricia Highsmiths Romanverfilmung mit Viggo Mortensen, Oscar Isaac und Kirsten Dunst
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits in D. gesehen

Trailer v. Film: „Keep on Keepin on“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Musik-Dokumentation, die im Gespräch für einen Oscar nominiert zu werden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „All Is By My Side“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Jimi Hendrix Biopic mit André 3000 als Jimi Hendrix
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „White Bird in a Blizzard“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Shailene Woodley, Eva Green, Gabourey Sidibe. Da spielen leider hauptsächlich Leute mit, die ich nicht gerne sehe.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bei mind. 80% RT

Trailer v. Film: „Foxcatcher“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama von Bennett Miller mit Steve Carrell, Mark Ruffalo und Channing Tatum. Oscar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Enough Said"

Ich war am 24.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Enough Said“ (dt. Filmtitel: „Genug gesagt“, dt. Kinostart: 19.12.13) 91 min comedy
dir. Nicole Holofcener cast: Julia Louis-Dreyfus, James Gandolfini, Toni Collette, Catherine Keener

Eva (Julia Louis-Dreyfus) ist Masseurin, geschieden und alleinerziehende Mutter einer Tochter. Auf einer Party lernt sie die Lyrikerin Marianne (Catherine Keener) kennen, kurze Zeit später auf derselben Party trifft sie auf Albert (James Gandolfini). Eva tauscht mit beiden die Telefonnummer aus. Schon bald befreundet sie sich mit Marianne, die wie sie geschieden ist und eine Tochter hat. Zeitgleich beginnt sie mit Albert auszugehen, obwohl er eigentlich so gar nicht ihr Typ ist….

A– (Wertung von A bis F) „Enough Said“ ist eine Beziehungskomödie. Es geht um Beziehungen über Mütter und Töchter, Väter und Töchter, Beziehungen unter Freundinnen und partnerschaftliche Beziehungen. Auch ist es eine Charakterstudie über eine nicht mehr ganz junge Frau, die sich vielleicht wieder auf eine feste Beziehung einlässt.

Erfrischenderweise wird hier der Körper des Mannes thematisiert. In Spielfilmen ist normalerweise immer wieder die Figur der Frauen ein Thema, meist hat die Protagonistin aufgrund ihres Körpers Minderwertigkeitskomplexe oder es wird sich über dicke Frauen im Allgemeinen lustig gemacht. Das ist meines Erachtens nicht mehr zeitgemäss. In meinem Umfeld sind die Frauen körperbewusst und selbstsicher und wundern sich nicht selten über Männer, die jedes angefressene Pfund an ihrem unförmigen Körper mit Stolz durch die Gegend tragen. Julia Louis-Dreyfus Charakter ist attraktiv und schlank und trifft auf einen witzigen Typen, der aber alles andere als ihrem Beuteschema entspricht. James Gandolfinis Charakter ist schwer übergewichtig. Ob und wie sich die beiden annähern ist äusserst kurzweilig und auch realistisch erzählt.

Dabei zeigt es sich wieder, dass sich ein brillantes Drehbuch am Ende auszeichnet. Die Charaktere und die Dialoge sind glaubwürdig. Die Regisseurin Nicole Holofcener („Lovely & Amazing“, Please Give, „Friends with Money“) hat auch hier wieder die Vorlage zu ihrem Film geschrieben. Beide Hauptdarsteller sind einem natürlich am meisten durch ihre Rollen in den legendären TV-Serien „Seinfeld“ und „The Sopranos“ in Erinnerung. Dennoch gelang es mir, sie praktisch von Anfang an nur als Eva und Albert zu sehen. Zu authentisch und greifbar fand ich ihre Charaktere. Beide Schauspieler sind fantastisch in ihren Rollen. Obwohl mir Julia Louis-Dreyfus noch einen Tick besser gefallen hat. Außerdem komme ich nicht umhin, zu erwähnen, wie gut ihr die Farbe Rot steht.

Traurigerweise ist einer der am meisten unterschätzten Filmschauspieler James Gandolfini (The Taking of Pelham 123Welcome to the Rileys, Zero Dark Thirty, „Not Fade Away“), am 19.06.13 in Alter von nur 51 Jahren verstorben. „Enough Said“ war einer seiner letzten Filme.

Für den Film „Enough Said“ sind folgende Oscar-Nominierungen derzeit im Gespräch: Bester Hauptdarsteller (James Gandolfini), Beste Hauptdarstellerin (Julia Louis-Dreyfus) und Bestes Originaldrehbuch.

„Enough Said“ könnte in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2013 landen.

„Enough Said“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „All is Lost“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Robert Redford im Überlebenskampf. Ihn sehe ich derzeit als Oscar-Gewinner für diese Rolle. Das wäre sein erster Schauspiel-Oscar.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mandela: Long Walk to Freedom“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Biopic über Nelson Mandela mit Idris Elba in der Hauptrolle. Galt mal als Oscar-Film, nicht mehr.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 60%

Trailer v. Film: „Inequality for All“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation über den schwindenden Mittelstand in den U.S.A.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Enzo Avitabile Music Life“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Jonathan Demmes neue Dokumentation über den italienischen Musiker
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Nebraska“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: War mal für den Oscar im Gespräch, man hört nicht mehr so ganz so viel davon. Um so öfter ich den Trailer sehe, um so besser gefällt er mir.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Zero Dark Thirty"

Ich war am 10.1.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Zero Dark Thirty“ (dt. Kinostart: 31.01.13) 157 min thriller, drama
dir. Kathryn Bigelow cast: Jessica Chastain, Jason Clarke, Jennifer Ehle, Joel Edgerton, Mark Strong, Kyle Chandler, Mark Duplass, Harold Perrineau

„Zero Dark Thirty“ lässt die zehn Jahre anhaltende Jagd nach al-Qaida-Anführer Osama Bin Laden Revue passieren.

A- (Wertung von A bis F) „Zero Dark Thirty“ basiert auf tatsächlichen Begebenheiten.

Kathryn Bigelows Vorgängerfilm The Hurt Locker hat uns in den Irak geführt, nachdem der Krieg 2003 offiziell beendet war. Gezeigt hat er einen anhaltenden, nicht zu gewinnenden Krieg und wie sich der gefährliche Alltag für eine amerikanische Spezialeinheit darstellt. Ihr aktueller Film „Zero Dark Thirty“ zeigt einen scheinbar endlosen Krieg, den Krieg gegen den Terror. Die Rahmenhandlung beschäftigt sich mit der komplizierten, mühsamen und auch frustrierenden Fahndung nach dem Terrorchef Osama Bin Laden. Dabei sind wir als Zuschauer bis zum letzten Part der Geschichte an der Seite von der von Jessica Chastain verkörperten CIA-Agentin Maya, die ihr ganzes Leben darauf ausgerichtet hat, den meistgesuchten Terroristen der Welt zu finden.

Kathryn Bigelow und ihr Drehbuchautor Mark Boal werden für ihren Film in den U.S.A. heftig angegriffen. Ungewöhnlich ist, dass sich auch einige hochrangige Politiker einmischen. „ZD30“ zeigt, dass es Folter als Verhörmethode des CIA gab – und warum sollte er dies nicht zeigen. Der Film spricht sich aber weder für Folter noch gegen sie aus. Dazu bezieht er keine Stellung. Letztlich waren es mehrere Einzelheiten, die die CIA auf die Spur von UBL (wie er in amerikanischen Militärkreisen genannt wird) gebracht haben. Auch lese ich in dem Film, dass es eigentlich nichts verändert hat, dass Osama Bin Laden gefunden und getötet wurde. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, meine Güte es ist ein Film – und zwar ein verdammt guter.

Die richtig guten Filme sind in meinen Augen die, die dem Zuschauer nicht alle Antworten liefern, sondern viele Fragen aufkommen lassen und zur Diskussion anregen. „ZD30“ ist so ein Film. Er ist irgendwo eine Charakterstudie über eine von ihrem Job besessene CIA-Agentin. Selbstverständlich ist es aber auch ein Militär-Thriller, der – obwohl jeder den Ausgang der Geschichte kennt – langsam Spannung aufbaut und zum Ende hin einfach nervenaufreibend inszeniert ist.

Das Zentrum des Films ist Jessica Chastains Charakter Maya. Man kann nachvollziehen, wie sie sich fühlt. Man sieht auch wie sie sich verändert, zum Anfang ist sie noch recht jung und eher die Beobachterin, dann die desillusionierte Geheimdienstlerin und später die ehrgeizige, sehr angespannte, von ihrer Idee überzeugte Agentin und irgendwie steht sie immer alleine da. Jessica Chastain ist exzellent in dieser Rolle. Auch hat mir endlich mal wieder Mark Strong gut gefallen. Jennifer Ehle hat auch wieder überzeugt. In einer Szene ist Joel Edgerton supersexy.

Ich weiss nicht, ob generell Europäer den Film anders sehen als Amerikaner. Meine absolute Lieblingsserie ist seit einem Jahr Homeland und da geht es um ein ähnliches Thema.

Vor wenigen Tagen hat „Zero Dark Thirty“ fünf Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin, Jessica Chastain, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bester Tonschnitt) erhalten. Für jeden, der sich mit dem Oscar-Rennen 2012/2013 etwas intensiver beschäftigt, war es eine Überraschung, dass Kathryn Bigelow nicht für ihre Regiearbeit nominiert wurde.

Als Anfang Dezember 2012 die ganzen Debatten über den Film begannen, schwanden die Oscar-Chancen für den Film praktisch stündlich. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Academy of Motion Picture Arts and Sciences einem Film, der so viele Diskussionen entfacht, mit einem Oscar als Bester Film auszeichnet. Die Academy würde dadurch einen Imageschaden befürchten.

„Zero Dark Thirty“ wird in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2012 landen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Place Beyond the Pines“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Neuer Film mit Ryan Gosling. Ist in meiner Must-See-Liste für 2013
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Parker“
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Actionfilm mit J. Lo und Jason Stratham
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Snitch“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actionfilm mit, schon wieder, Dwayne Johnson. Warum spielt Susan Sarandon hier mit?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Pain & Gain“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Action mit Mark Wahlberg und Dwayne Johnson. Eigentlich gucke ich keine Filme mit Letztgenannten, der Trailer war aber nicht schlecht, bis klar war, dass es ein Michael Bay-Film ist. :))
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Oblivion“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Sci-Fi mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Broken City“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Thriller mit Russell Crowe, Mark Wahlberg und Frau Douglas. Nach wie vor, Filme, die im Januar oder Februar in den U.S.A. starten sind ganz, ganz selten gut.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ?

Trailer v. Film: „After Earth“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: M. Night Shyamalans neuer Film mit Will Smith und seinem Gör
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich sag mal – nö

DVD – Film: "Welcome to the Rileys"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„Welcome to the Rileys“ (dt. Titel: „Wilkommen bei den Rileys“, dt. Kinostart: 07.04.11) 110 min drama
dir. Jake Scott cast: James Gandolfini, Kristen Stewart, Melissa Leo, Ally Sheedy

Doug (James Gandolfini) und Louis Riley (Melissa Leo) sind seit bald 30 Jahren verheiratet. Vor acht Jahren ist ihre Tochter im Teenageralter bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen ist. Seit dieser Zeit leben Doug und Louis zwar noch zusammen, aber jeder für sich. Doug hat eine Affäre mit der Kellnerin Vivian. Auf einer Geschäftsreise in New Orleans trifft Doug eines Abends in einem Stripclub auf die 16-jährige Prostituierte Mallory (Kirsten Stewart). Sie erinnert ihn an seine verstorbene Tochter, er kümmert sich fortan um sie. Louis derweil, die seit dem Tod ihrer Tochter nicht mehr das Haus verlassen hat, macht sich auf den Weg zu ihrem Mann…

D (Wertung von A bis F) Die Geschichte, die mir hier erzählt wird, finde ich unglaubwürdig. Grundsätzlich wäre das nicht so schlimm, wenn ich wenigstens die Charaktere interessant und glaubwürdig finden würde. Letztlich das Einzige was mich daran hinderte, die DVD zu stoppen, waren die Schauspieler, deren Karriere ich aus unterschiedlichen Gründen verfolge. Melissa Leo finde ich als Mensch seit ihrer unsäglichen Selbstvermarktungsaktion und ihrem diesjährigen Auftritt bei der Oscar-Verleihung komplett unsympathisch. Für mich hat sie aber in The Fighter gezeigt, dass sie Talent hat und so möchte ich gerne mehr von ihr (zumindest in Filmen) sehen. James Gandolfini („The Sopranos“) hat zweifelsfrei Präsenz, ich bin mir jedoch nie sicher, ob er den Tony Soprano jemals loswerden kann. Meines Erachtens sollten die Charaktere, die er spielt nie zu weit von seiner legendären Rolle entfernt sein. Seine Rolle in „Welcome to the Rileys“ habe ich ihm jedenfalls nicht abgenommen. Kristen Stewart hat bereits in Adventureland und The Runaways bewiesen, dass sie gut schauspielern kann. Warum sie sich nun ausgerechnet für diesen Film eine Auszeit nehmen musste, ist mir nicht bekannt.

Jake Scott (der Sohn von Ridley) hat sich bisher hauptsächlich als Regisseur für Musikvideos einen Namen gemacht. „Welcome to the Rileys“ ist zweite Spielfilm, bei dem er Regie führt. Er muss noch viel lernen.

Trailer zu sehen:

Los Angeles – Film: "Where the Wild Things Are"

Ich war am 25.10.09 (und am 26.10.09) in Los Angeles und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Where the Wild Things Are“ (dt. Titel: „Wo die wilden Kerle wohnen“, dt. Kinostart: 17.12.09) 94 min fantasy, adaptation
dir. Spike Jonze cast: Max Records, Catherine Keener, Mark Ruffalo voices: Lauren Ambrose, Chris Cooper, James Gandolfini, Forest Whitaker, Paul Dano, Catherine O´Hara

Der neunjährige Max (Max Records) fühlt sich von seiner Mutter (Catherine Keener) vernachlässigt und allein gelassen, er hat eine unglaubliche Wut im Bauch und haut von Zuhause ab. Er segelt mit einem Boot über den Ozean und kommt auf einer Insel voller seltsamer Kreaturen an. Denen kann er einreden, dass er besondere Fähigkeiten hat und so machen sie ihn zu ihrem König. Die neuen Aufgaben und die Verantwortung überfordern Max aber auch bald…

A (Wertung von A bis F) Der Film „Where the Wild Things Are“ basiert auf dem gleichnamigen, amerikanischen Kinderbuch von Maurice Sendak. Ich habe es mir gerade wieder angeschaut. Das Buch wurde bereits im Jahr 1963 veröffentlicht, es ist voller Illustrationen und umfasst gerade mal zehn Sätze. Es ist eines der beliebtesten Kinderbücher Amerikas.

Bei der Verfilmung habe ich mich mit meiner Bewertung etwas schwer getan. In den meisten Fällen weiß ich bereits mitten im Film in welche Richtung meine Bewertung gehen wird, selten werde ich dann noch durch unfreiwillige Komik oder ein fragwürdiges Ende umgestimmt. Spätestens bei Erscheinen der End Titels steht in jedem Fall meine Bewertung fest. Hier war ich beim Rausgehen ratlos und musste erst einmal meine Gedanken ordnen, habe mich dann aber schnell dazu entschlossen, ihn mir am nächsten Tag nocheinmal anzuschauen. Jetzt habe ich „Where the Wild Things Are“ also zwei Mal, und beide Male im IMAX-Format, gesehen. Beim zweiten Mal habe ich ihn ganz anders geniessen können und habe sehr viel mehr in dem Film gesehen und dann stand auch meine „A“-Bewertung fest.

Es ist sicher kein perfekter Film, eher die skurrile Form davon, aber er ist einzigartig und rührend und hat einen tollen Soundtrack. Außerdem ist es ein Film, der dem Zuschauer Raum für Interpretation gibt. Es ist ein Film über die Kindheit und im Besonderen über die Fantasiewelt eines neunjährigen Jungen. Natürlich hatte ich Bedenken, wie die haarigen „Monster“ wirken und wie sie sich in den Film einfügen, aber meine Skepsis war unbegründet. Diese zotteligen Kreaturen mit ihren warmen, traurigen Augen muss man einfach liebhaben. Kreiert wurden die WILD THINGS von den MUPPETS-Erfindern, von Jim Hensons Creature Shops. Durchweg gute Schaupieler haben ihnen dann durch ihre Stimme und Sprache eine unverwechselbare Persönlichkeit verpasst. Aber auch Max Records hat sich mit seiner Natürlichkeit wohl gleich einmal an die Spitze der besten Kinderschauspieler gespielt. Max Records, aber auch Catherine Keener („Being John Malkovich“, „The 40-Year-Old Virgin“, „Capote“), die in meinen Augen sowieso eine der besten Schauspielerinnen ist, haben sich hier eine Oscar-Nominierung verdient.

Der Film zeugt von unglaublicher Vorstellungskraft und Kreativität. Inszeniert wurde er von Spike Jonze, der bereits mit seinem Spielfilm „Being John Malkovich“ mein Cineasten-Herz erobert hat. Er präsentiert einen aussergewöhnlichen Film, den man mögen muss, kann oder vielleicht sogar sollte…aber irgendwie kann ich auch jeden verstehen, der mit „Where the Wild Things Are“ so gar nichts anfangen kann…

Trailer zu sehen:

„hervorragend“

Seattle – Film: "The Taking of Pelham 123"

Ich war am 04.07.09 in Seattle und habe mir im Kino angeschaut:

„The Taking of Pelham 123“ (dt. Titel: „Die Entführung der U-Bahn 123“, dt. Kinostart: 24.09.09) 105 min action, thriller, remake, adaptation
dir. Tony Scott cast: Denzel Washington, John Travolta, James Gandolfini, John Turturro, Luis Guzman

Walter Garber (Denzel Washington) arbeitet als Fahrdienstleiter bei der New Yorker U-Bahn, als sich ein Mann namens Ryder (John Travolta) meldet, der ihm erklärt, dass er und seine Komplizen einen U-Bahn-Wagon mit Fahrgästen an Bord entführt haben. Sie verlangen zehn Millionen Dollar…

B (Wertung von A bis F) „The Taking of Pelham 123“ ist das Remake eines Filmes aus dem Jahre 1974 mit Walter Matthau und Robert Shaw. Die Original-Verfilmung habe ich bislang nicht gesehen. Vermutlich ist sie aber ziemlich gut, zumindest gefällt sie Quentin Tarantino, hat er doch die Filmnamen MR. BROWN und MR. BLUE für sein Regiedebut „Reservoir Dogs“ übernommen. Das Remake ist von Tony Scott („Top Gun“, „Enemy of the State“, „Man on Fire“) inszeniert, der auch einen meiner Lieblingsfilme („True Romance“) hervorgebracht hat. An „The Taking of Pelham 123“ hatte ich keinerlei Erwartungen, habe – wie gesagt – das Original nicht gesehen, finde den zweimaligen Oscar-Gewinner Denzel Washington etwas überschätzt und John Travolta („Saturday Night Fever“, „Pulp Fiction“, „Battlefield Earth“) seine gesamte Karriere betrachtend bestenfalls okay. Erwartet habe ich solides Popcorn-Kino und das ist er. Gut, dass das aufgeklappte Laptop von den Entführern nicht entdeckt wird, ist haarsträubend unrealistisch. Auch die Szenen auf den Straßen von New York hätte man sich komplett sparen können und wenn ich schon am meckern bin, auch das Product Placement von vorwiegend SONY und BREITLING (hat John Travolta nicht einen Werbevertrag mit der Uhrenfirma?) hätte nicht sooo auffällig sein müssen…aber im Ganzen war es spannende Unterhaltung und John Turturro ist toll.

Trailer zu sehen: