NYC – Film: „High Life“

Ich war am 2.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„High Life“ (dt. Kinostart: 30.05.19) 110 min  sci-fi, adventure, drama

dir. Claire Denis  cast: Robert Pattinson, Juliette Binoche, André Benjamin, Lars Eidinger, Mia Goth

 

Amerikanische Wissenschaftler nutzen Todeskandidaten als Versuchskaninchen. Monte (Robert Pattinson) und andere Strafgefangene sind auf einer Mission im Weltraum unterwegs. Den Strafgefangenen ist dabei nicht bewusst, dass gar nicht geplant ist, ihr Raumschiff zur Erde zurückzuholen…

 

B (Wertung von A bis F) „High Life“ ist der neue Film der französischen Autorin und Filmemacherin Claire Denis („Chocolat“, „Trouble Every Day“, „White Material“, „Let the Sunshine In“). Es ist der erste englischsprachige Film der fast 73-jährigen Französin. 

Rund ein halbes Jahr ist es her, dass ich den Film gesehen habe. Jetzt sind mir meine Notizen zu dem Film wieder in die Hände gefallen, der A24-Film ist mittlerweile in ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet und eine deutsche Kinoauswertung steht auch bevor. 

„High Life“ war für mich der erste Film, der bei den amerikanischen Cineasten unglaublich  beliebten, französischen Filmemacherin. Hatte zuvor einiges über diesen Film gehört und wollte mir ihn mir nicht entgehen lassen. Als der Festivalleiter des NYFF56, Kent Jones (der kürzlich sein Spielfilmdebüt mit Diane gab) die Filmemacherin angekündigt hat, ist das New Yorker Publikum komplett ausgeflippt. Unter tosendem Applaus kam Claire Denis auf die Bühne. Das perfekte Umfeld also, meinen ersten Denis-Film zu sehen. 

Diesen Film zu beschreiben oder dem Ganzen überhaupt einen Sinn abzugewinnen, halte ich für schwierig. „High Life“ ist definitiv kein herkömmlicher und vielleicht auch nicht leicht konsumierbarer Sci-Fi-Film. Im, an die Vorführung anschließenden, Q & A gab die Filmemacherin an, dass es sich bei ihrem neuen Film vordergründig um einen Familienfilm handelt. Gut, Robert Pattinsons Charakter und sein Baby nehmen einen großen Teil des Gezeigten in Anspruch, aber auf dem Raumschiff gibt es auch viele gewalttätige Kriminelle, einige Tote, eine durchgeknallte Wissenschaftlerin, Samenraub und dann gibt es noch eine wilde (und exzellent fotografierte) Sexszene in dieser Fuck-Box – Familie kam mir da erst mal weniger in den Sinn. Von dem Erzählerischem sollte sich vielleicht jeder ein eigenes Bild machen. Gestalterisch weiß der Film in jedem Fall zu beeindrucken. Ein ungewöhnlicher Film, vielleicht sollte ich ihn mir noch mal anschauen. Definitiv macht er mich neugierig auf die anderen Werke der Französin. 

Das (übrigens tolle) Filmbaby ist, so berichtete Robert Pattinson, die Tochter seines besten Freundes. 

„High Life“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der A24-ist am 05.04.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit heute läuft er in 146 Kinos landesweit. In Deutschland soll der Film am 30.05.19 ins Kino kommen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Im Anschluss an den Film standen die Regisseurin Claire Denis und ihr Hauptdarsteller Robert Pattinson den zahlreichen Fragen des Publikums zur Verfügung. 

Trailer zu sehen:

 

 

NYFF56, Film „High Life“ Q & A mit Robert Pattinson, Filmemacherin Claire Denis und Festivalleiter Kent Jones. (v.l.)

 

Oscar-Gewinner-Film 2019, meine finale Analyse

Oberflächlich betrachtet deutet mittlerweile vieles daraufhin, dass Alfonso Cuaróns Film „Roma“ am nächsten Sonntag (24.02.19) den Oscar als Bester Film gewinnt. Der Film war zunächst der Kritikerliebling des Jahres 2018, dann hat Alfonso Cuarón den Preis des Verbands der Regisseure (DGA) gewonnen, dann wurde der Film für zehn Oscars nominiert (inkl. – etwas überraschend – zwei Schauspiel-Nominierungen) und hat damit Stärke bei den einzelnen Berufszweigen innerhalb der Academy gezeigt. Schließlich hat auch die britische Academy (BAFTA) ihn zu ihrem Besten Film des Jahres gekürt. Morgen (19.02.19) ist nun Stichtag für die Academy-Mitglieder, bis morgen müssen sie ihre Stimmen für alle 24 Kategorien abgeben. Zeit also, diese dynamische Oscar-Saison etwas Revue passieren zu lassen.

Um zu schauen, welcher Film den Königspreis von A.M.P.A.S. gewinnt, muss man sich immer  anschauen, welche Preise innerhalb der Filmindustrie vergeben wurden. Dann lasse ich einfliessen, was mir zu Ohren gekommen ist und ich lege dieses Jahr auch ein besonderes Augenmerk auf das Preferential Voting System, das den Gewinner des Besten Films bei den Oscars bestimmt. Soviel sei jetzt schon verraten, ich neige dazu, von meinem Oscar-Gewinner-Film, an dem ich seit September festgehalten habe, abzuweichen und das hat hauptsächlich mit diesem System zutun, dass den Besten Film bestimmt. Aber gucken wir uns das Ganze mal genauer an. 

Statistisch gesehen haben spätere Oscar-Gewinner-Filme bereits vorher wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie abgeräumt. 

Gewinner und Nominierte der wichtigsten Preise innerhalb der amerikanischen Filmindustrie Oscar-Saison 2018/2019:

PGA (Verband der Produzenten) – Gewinner: Green Book, nominiert waren Black Panther, BlacKkKlansman, Bohemian Rhapsody, Crazy Rich Asians, The Favourite, Green Book, A Quiet Place, Roma, A Star is Born und Vice 

SAG (Verband der Schauspieler) – Gewinner: Black Panther, nominiert waren: A Star is Born, Black Panther, BlacKkKlansman, Bohemian Rhapsody, Crazy Rich Asians

DGA (Verband der Regisseure) – Gewinner:  Alfonso Cuarón (Roma) Nominiert waren Peter Farrelly (Green Book), Spike Lee (BlacKkKlansman), Adam McKay (Vice), Bradley Cooper (A Star is Born), Alfonso Cuarón (Roma) 

Dass drei unterschiedliche Filme die drei wichtigsten Preise innerhalb der Filmindustrie (vor den Oscars) gewinnen, gab es in der Vergangenheit nur vier Mal: 1 x war der spätere Oscar-Gewinner-Film der PGA-Gewinner, 1 x der SAG-Gewinner und 2 x haben die Regisseure den späteren Best-Picture-Gewinner bestimmt. 

Hilft also nur bedingt weiter. In den meisten Jahren hat der Film, der den Best Picture-Oscar gewann auch den Oscar für das Beste Drehbuch (Original oder adaptiert) gewonnen. Wie hat dazu der Verband der Autoren entschieden? 

WGA (Verband der Autoren)  Diesjähriger Gewinner des WGA Bestes Originaldrehbuch: Eighth Grade, für den Oscar Bestes Originaldrehbuch nominiert sind: The Favourite, First Reformed, Green Book, Roma und Vice; Diesjähriger Gewinner des WGA Bestes adaptiertes Drehbuch: Can You Ever Forgive Me, für den Oscar Bestes adpatiertes Drehbuch nominiert sind: The Ballad of Buster Scruggs, BlacKkKlansman, Can You Ever Forgive Me?, If Beale Street Could Talk und A Star is Born

So und jetzt haben wir eine Situation, die es bisher noch nie gab. Die vier wichtigsten Verbände innerhalb der Filmindustrie (die der Produzenten, Schauspieler, Regisseure und Autoren) haben sich alle für einen anderen Film entschieden. 

Okay, jetzt muss man – was bereits vergebene Filmpreise angeht – nach einem Strohhalm greifen. Was hat die britische Academy (viele Briten sind auch A.M.P.A.S.-Mitglieder) als Besten Film gewählt:

BAFTA (Preis der British Academy of Film and Television Arts) – Gewinner: Best Film: Roma, Best British Film: The Favourite nominiert waren für Best Film: BlacKkKlansman, The Favourite, Green Book, Roma und A Star is Born; Best British Film: Beast, Bohemian Rhapsody, The Favourite, McQueen, Stand & Ollie und You Were Never Really Here 

Zumindest haben wir jetzt einen Preis für Alfonso Cuarón als Regisseur und einen Preis für seinen Film „Roma“. Mir zeigt es aber, dass es keine richtige Übereinstimmung gibt und es alles andere als sicher ist, dass „Roma“ den Oscar als Bester Film gewinnt. 

Bevor ich auf alle einzelnen acht Oscar nominierten Filme eingehe, ein paar nicht unwichtige Fragen und Fakten, die den Oscar-Gewinn Bester Film beeinflussen können:

Welches sind die an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichsten Filme des Jahres 2018?

  1. Black Panther 
  2. Bohemian Rhapsody
  3. A Star is Born
  4. Green Book
  5. BlacKkKlansman 
  6. Vice 
  7. The Favourite 

(Bei „Roma“ sind die Umsatzzahlen nicht bekannt) 

 

Welche der acht Oscar-nominierten Filme haben ein Happy Ending?

einzig Green Book

 

Welche Filme haben die meisten Oscar-Nominierungen? 

Roma (10)

The Favourite (10)

 

Welche der acht Filme haben alle wichtigsten Oscar-Nominierungen?

Einzig The Favourite, BlacKkKlansman und Vice. 

Die haben Nominierungen in den Kategorien Regie, jeweils Schauspiel-Nominierungen (The Favourite und Vice haben sogar jeweils drei Schauspiel-Nominierungen) eine Drehbuch-Nominierung und eine Nominierung in der, für den Oscar-Gewinn als Bester Film nicht unerheblichen Kategorie Bester Schnitt. 

 

Blicken wir in die Zukunft, auf welchen Film kann die Academy in vielleicht zehn Jahren zurückblicken und sagen, es war eine gute Entscheidung, dass dieser Film im Jahr 2019 Bester Film gewonnen hat:

BlacKkKlansman

Roma

The Favourite 

 

Präziser bzw. anders: welcher Film spiegelt in vielleicht zehn Jahren die Zeit wieder, in der wir uns befunden haben. Die Staaten sind gespalten wie nie zuvor, Donald Trump ist im Jahr 2019 der US-amerikanische Präsident. Welche Filme setzen ein Zeichen:

BlacKkklansman

Black Panther 

Roma 

 

Rotten Tomatoes Bewertung aller acht Oscar-nominierten Filme (Stand 13.2.19):

Black Panther 97% RT

BlacKkKlansman 96% RT

Roma 95% RT

The Favourite 93% RT

A Star is Born 89% RT

Green Book 79% RT

Vice 66% RT

Bohemian Rhapsody 61% RT

 

Welche Filme spalten die Zuschauerschaft und damit vielleicht auch die Mitglieder der Academy:

Bohemian Rhapsody

Vice

mit aufnehmen würde ich hier auch:

(Green Book) – weil die heftige Kritik an dem Film auch die Academy-Mitglieder beeinflussen könnte? und der Film einfach nicht zeitgemäß ist

(Black Panther) – weil Superheldenfilm?

(Roma) weil Netflix-Film? 

(The Favourite) – ich wünschte, ich hätte ein Academy-Screenings dieses Films besuchen können. Ich weiß nicht wie der Film bei den Mitgliedern von A.M.P.A.S. ankommt (habe auch nichts dahingehend gehört), weiß nur, dass er bei „normalen“ Programmkinozuschauern gemischt aufgenommen wurde

 

 

Auf welchen Film kann man sich am ehesten einigen:

BlacKkKlansman 

A Star is Born

(viele Oscar-Experten denken auch Green Book)

 

Welches ist ein typischer Nr. 2 Film im Ranking der acht Oscar-nominierten Filme? 

Wenn man das hundertprozentig beantworten kann, kennt man vielleicht den Oscar-Gewinner-Film

Ich habe hin und her überlegt, meiner Theorie zufolge sind dies die Filme, auf die man sich am ehesten einigen kann (siehe vorherige Frage), also 

BlacKkKlansman und A Star is Born. 

Viele Oscar-Experten gehen aber von Green Book aus (da der Film den PGA, den Preis der Produzenten, gewonnen hat). Die Produzenten ermitteln ihren Gewinnerfilm mit derselben Methode wie A.M.P.A.S. Man kann davon ausgehen, dass er bei den Produzenten der Nr. 2 Film war. Nur – die Academy-Mitglieder sind nicht nur Produzenten, sie kommen aus 17 unterschiedlichen Berufszweigen.

 

Und nun zu der alles entscheidenden Frage. Der Oscar-Gewinner-Film wird durch das Preferential Voting System entschieden. In 23 von 24 Kategorien bei den Oscars gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Einzig in der Kategorie Bester Film müssen die Academy-Mitglieder ein Ranking aller acht Filme abgeben. Diese Kategorie wird durch das Preferential Voting System entschieden. Daher ist es auch in einem Jahr, in dem die Preise innerhalb der Filmindustrie breitgefächert vergeben wurden, schwer, die Kategorie Bester Film vorherzusagen. Sollte bei der Wahl des Besten Films des Jahres in der ersten Runde bereits ein Film über 50% aller Stimmen erhalten, haben wir den Best-Picture-Gewinner. Schafft es dieses Jahr der Netflix-Film Roma über 50% der Stimmen aller Academy-Mitglieder zu erhalten? Sollte das nicht der Fall sein, kommt das Preferential Voting System zum Zuge, es geht in Runde 2 und vielleicht Runde 3, da zählen die Filme, die die Academy-Mitglieder auf ihre Plätze 2 und 3 gewählt haben. Der Film mit den wenigsten Nr. 1 Stimmen (nehmen wir dieses Jahr beispielsweise Bohemian Rhapsody) scheidet dann nach der ersten Runde aus und gezählt werden die Nr. 2 und Nr. 3 Filme, des Academy-Mitglieds das Bohemian Rhapsody als seinen Nr. 1-Film wählte (was könnten das für Filme sein?). Wählt jemand, der Bohemian Rhapsody als seinen Lieblingsfilm gewählt hat, auf Platz 2 Roma, relativ unwahrscheinlich in meinen Augen. Roma wird in meinen Augen, sollte es zu Runde 2 oder Runde 3 kommen, nur wenige Stimmen dazu gewinnen und damit dann wohl nicht den Besten Film gewinnen. An dieser Stelle ist es wichtig sich vorstellen zu können, auf welche Filme man sich am ehesten einigen können. Weiter oben habe ich versucht, mich dieser Frage zu nähern? Vor zwei Jahren waren die finalen Favoriten auf den Königspreis der Academy „La La Land“ und „Moonlight“. Genaue Zahlen werden leider nicht preisgegeben, wir können aber bei 14 Oscar-Nominierungen für „La La Land“ davon ausgehen, dass „La La Land“ die meisten Nr. 1-Stimmen hatte. Bei der ersten Auszählung hatte „La La Land“ aber nicht mehr als 50% aller Stimmen erreichen können, demnach ging es in Runde 2 (oder sogar 3) und als ihren Nr. 2-Film haben offensichtlich viele Academy-Migliedern „Moonlight“ gesetzt, der Film auf den man sich am ehesten einigen konnte. „Moonlight“ hat den Oscar als Bester Film gewonnen. Übrigens „Moonlight“ hat seinerzeit viele Kritikerpreise abgeräumt und war für den SAG Ensemble, den PGA, den DGA und den BAFTA nominiert und hatte den WGA gewonnen. „La La Land“ hatte PGA, den DGA und den BAFTA gewonnen, war für den WGA nominiert, aber – und das war wohl auch entscheidend – war für den SAG Ensemble nicht nominiert. Dieses Jahr war Roma nicht für den SAG Ensemble Preis nominiert. Die Gewerkschaft der Produzenten haben auch dieses Preferential Voting System und der Gewinner des PGAs war dieses Jahr Green Book.  

Ich weigere mich strikt „Green Book“ für meine kleine persönliche Wette zu nehmen. Ich war mit den beiden überraschenden Schauspiel-Nominierungen der Meinung, „Roma“ ist der Gewinnerfilm. Roma könnte also den Oscar als Bester Film gewinnen, wenn er in der ersten Runde über 50% aller Stimmen der Academy-Mitglieder bekommt. 

Jetzt ist mir aber zu Ohren gekommen, dass es innerhalb der Oscar Academy, einflussreiche Leute gibt (darunter Steven Spielberg), die mit ihrer Stimme ein Statement gegen Netflix (und damit gegen Roma) abgeben könnten und entsprechend Roma als ihren letzten Film im Ranking setzen könnten.  Das ist das Spannende an der Oscar-Saison, was gestern noch als sicher galt, ist es morgen nicht mehr. 

Vieles hat dazu beigetragen, dass die Oscars immer undurchsichtiger werden, darunter:

  • das Preferential Voting System (wieder eingeführt vor zehn Jahren) 
  • neue Mitglieder der Academy (in den letzten Jahren gibt es extrem viel jüngere und auch nicht-amerikanische und nicht-weiße Academy-Mitglieder) 
  • auf die Statistiken kann man sich nicht mehr zuverlässig verlassen 
  • politisches und gesellschaftliches Denken beeinflusst seit einigen Jahren den Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Film

Bevor ich zu meinem persönlichen Ranking und zu den einzelnen Filmen komme, kurz zu den Schauspielern. Relativ sicher in ihrem Favoriten-Status für den Oscar gelten die Schauspieler Glenn Close, Rami Malek und Mahershale Ali. Einzig die Kategorie Beste Nebendarstellerin ist völlig offen. Regina King startete als Favoritin in dieser Kategorie, wurde dann aber weder von den Schauspielern für einen SAG-Award, noch von den Briten für einen BAFTA nominiert. Mir ist eigentlich nur Marcia Gay Harden (für „Pollock“) bekannt, die dann trotzdem den Oscar gewann. 

Ich kenne alle acht Oscar-nominierten Filme, drei dieser Filme (Roma, BlacKkklansman und The Favourite) sind in meiner persönlichen Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 gelandet. Wenn ich den Oscar als Bester Film bestimmen müsste, würde mein Ranking folgendermassen aussehen: 

BlacKkKlansman

The Favourite

Roma

A Star is Born

Black Panther 

Green Book

Vice

Bohemian Rhapsody

 

BlacKkklansman ist der einzige Film unter den acht nominierten, der von der Statistik her am ehesten gewinnen könnte. Der Film hat eine Filmpreis-Nominierung der Produzenten, der Regisseure, der Schauspieler und er hat zusätzlich (wie auch „The Favourite“ und Vice“) eine Oscar-Nominierung von den Regisseuren, den Autoren, den Schauspielern und Cuttern erhalten. Eine Nominierung für den Besten Schnitt geht mit einem Bester Film-Gewinn oftmals einher. Spike Lee hat „leider“ vor Jahren bereis einen Ehrenoscar erhalten, ohne den hätte er wahrscheinlich dieses Jahr mehr Chancen als Regisseur ausgezeichnet zu werden. Immerhin wurde er von A.M.P.A.S erstmalig als Regisseur nominiert. Spike Lee hat sich während der gesamten Oscar-Saison ungewöhnlich handzahm verhalten. Genützt hat es ihm und seinem Film bislang aber nichts.  Alfonso Cuarón hat – wie erwartet – den Preis der Gewerkschaft der Regisseure (DGA) gewonnen. Sechs schwarze Regisseure (John Singleton, Lee Daniels, Steve McQueen, Barry Jenkins, Jordan Peele und jetzt Spike Lee) sind in 91-jähriger Oscar-Geschichte erst für den Oscar als bester Regisseur des Jahres nominiert worden. Kein schwarzer Regisseur hat je den Oscar als Bester Regisseur des Jahres gewonnen. Spike Lee hat selbst gesagt, dass sein Film zeigt, was in den U.S.A. gerade passiert. Der Film hat eine Aussage, ist politisch wichtig und zeitgeistig.

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $48,686,605 Stand 31.1.19

Produktionskosten: 15 Mio Dollar

Rotten Tomatoes Bewertung: 96%

Oscar-Nominierungen: 6 (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Adam Driver), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik, Bester Schnitt)

Das preferential voting system: Könnte hier gewinnen

Welchen wichtigen Oscar könnte BlacKkKlansman außer Bester Film noch gewinnen?

Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt

Vorteil: Wenn Spike Lee gewinnen sollte, wäre er der erste schwarze Filmemacher, der von A.M.P.A.S. als Bester Regisseur des Jahres ausgezeichnet würde. „BlacKkKlansman“ ist der zeitgeistigste Film aller Oscar-nominierten Filme. Der Film hat eine Nominierung der Schauspieler (SAG) für das Beste Ensemble. Wie gesagt, der Film hat eine Aussage und ist ein Film, auf den die Academy in zehn Jahren rückblickend als guten Oscar-Gewinner-Film schauen kann.

Größter Nachteil: dass er bislang noch nichts gewonnen hat.

 

 

 

The Favourite ist ein etwas sperriger Kostümfilm, der entweder gefällt oder mit dem man wenig anfangen kann. Was man aber unbestritten behaupten kann, der Film ist eine künstlerische Leistung. Und damit ein Film, der es verdient hätte, den Oscar als Bester Film zu gewinnen. In zehn Jahren könnte die Academy mit Stolz auf diesen Oscar-Gewinner-Film zurückblicken. Er hat alle Oscar-Nominierungen, die er braucht, um auch Bester Film zu gewinnen: Beste Regie, drei Nominierungen für Schauspieler, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt. Hat aber (überraschenderweise) nicht den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG) gewonnen. Auch nicht den PGA, Yorgos Lanthimos war nicht für den DGA nominiert. Dafür hat The Favourite 7 BAFTAS (inklusive Best British Film und für die beiden Schauspieler Olivia Colman und Rachel Weisz) gewonnen. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $28,597,605 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 15 Mio Dollar

Rotten Tomatoes Bewertung: 93%

Oscar-Nominierungen: 10 (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Olivia Colman), Beste Nebendarstellerin (Emma Stone und Rachel Weisz), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt 

Das Preferential Voting System: Ist für mich zunächst ein typischer Nr. 1 Film. Vielleicht unterschätze ich es auch, dass dieser Film auch Nr. 2 und Nr. 3 Stimmen erhalten kann. Hier bin ich sehr unsicher.

Welchen wichtigen Oscar könnte The Favourite außer Bester Film noch gewinnen? Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt. Die Chance besteht, dass Rachel Weisz die Kategorie Beste Nebenrolle gewinnt. 

Vorteil: Der Film hat alle Nominierungen, die er braucht, um Bester Film zu gewinnen. Mit Roma zusammen hat er die meisten Oscar-Nominierungen. Die Briten innerhalb der Academy mögen den Film. Der Film passt irgendwie in die MeToo-Ära. 

Größter Nachteil: Das Preferential Voting System…vielleicht

 

 

 

Roma ist zweifelsfrei der Kritikerliebling der Oscar-Saison 2018/2019. Zusammen mit The Favourite, ist Roma der Film mit den meisten Oscar-Nominierungen dieses Jahr (10). Überraschend wurde er sogar in zwei Schauspielkategorien nominiert. Roma hatte nämlich zuvor keine Nominierung der Schauspielgewerkschaft. Es gab in der Vergangenheit zwei Ausnahmen (Braveheart und im letzten Jahr The Shape of Water), bei dem ein Film ohne eine SAG Ensemble Nominierung später den Oscar für den Besten Film gewann. Ohne PGA-Gewinn (der dieses Jahr an Green Book ging) kann man gewinnen (siehe Moonlight und Spotlight). Roma hat aber auch  keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt. Ohne eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt  haben in 90-jähriger Oscar-Geschichte erst 10 Filme den Oscar als Bester Film gewonnen. Es hat auch in 90-jähriger Oscar-Geschichte noch nie ein nicht-englisch-sprachiger Film den Oscar gewonnen. In diesen 91  Jahren wurden überhaupt erst mit Roma zehn nicht-englischsprachige Filme  für den Oscar als Bester Film nominiert. Roma ist nach „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ erst der zweite nicht-englischsprachige Film, der so viele Oscar-Nominierungen erhalten hat. Seit 1960 gab es erst zwei schwarz/weiß-Filme, die den BP Oscar gewannen („Schindler´s List“ und „The Artist“) gewannen. Es gab noch nie einen Netflix-Film, der für den Oscar als Bester Film nominiert war und entsprechend auch keinen der den Oscar als Bester Film gewann. Für viele in Hollywood (beispielsweise auch Academy-Mitglied Steven Spielberg) zerstört Netflix das Kino. Spielberg hat sich auch dazu geäußert, dass Netflix-Filme bei den Oscars nichts zu suchen haben, sie sollten um einen Fernseh-Oscar (Emmy) konkurrieren. Wie viele Leute innerhalb der Academy gibt es, die wie Steven Spielberg denken? Ich habe bereits davon gehört, dass Academy-Mitglieder aus diesem Grunde Roma in ihrem Ranking auf Nr. 7 oder Nr. 8 setzen wollen. Roma ist ein künstlerisch wertvoller Film, aber kein Film, der es einen einfach macht, dabei zu bleiben und ihn bis zu Ende zu gucken. Roma muss man im Kino gesehen haben. Auf DVD bzw. Netflix Zuhause einen untertitelten langsamen Film gucken, das halten die meisten nicht durch. Aber Roma ist auch kein Film (wie vor ein paar Jahren beispielsweise „12 Years a Slave“) den Academy-Mitglieder wählen, ohne ihn gesehen zu haben. Für „12 Years a Slave“ haben sie trotzdem gestimmt.

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: keine Angabe von Netflix

Produktionskosten: 15 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 95%

Oscar-Nominierungen: 10 (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Yalitza Aparicio), Beste Nebendarstellerin (Marina de Tavira), Bestes Originaldrehbuch, Bester fremdsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt)

Das Preferential Voting System: Roma ist sicher ein Nummer 1-Film und könnte in der erste Runde gewinnen. Sollte er in der ersten Runde nicht mehr als 50% aller Stimmen haben, hat Roma wahrscheinlich nicht mehr die Chance, den Oscar als BP zu gewinnen. Roma ist kein Nr. 2 oder Nr. 3 Film. Viele wollen Netflix boykottieren. 

Welchen wichtigen Oscar könnte Roma außer Bester Film noch gewinnen? Beste Regie, vielleicht bester fremdsprachiger Film (wenn der nicht an Cold War geht), Beste Kamera (wenn die nicht an Cold War geht), aber auch mit einer Außenseiterchance Beste weibliche Nebenrolle 

Vorteil: Netflix will unbedingt den Oscar für den Besten Film des Jahres gewinnen, hat das beste PR-Team der Branche angeheuert und die teuerste und beste Kampagne in dieser Oscar-Saison geführt. Roma hat den BAFTA gewonnen und Alfonso Cuarón hat den DGA gewonnen. Viele nicht-amerikanische Academy-Mitglieder könnten für diesen mexikanischen Film stimmen. Noch nie hat ein fremdsprachiger Film den Oscar als Bester Film gewonnen.

Größter Nachteil:  Auch hier ein Unsicherheitsfaktor, wie die Academy-Mitglieder mit einem Netflix-Film umgehen, fremdsprachiger schwarz/weiß-Film mit überwiegend Laienschauspielern. Keine Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt, keine SAG-Ensemble-Nominierung. Viele Academy-Mitglieder werden sich diesen Film wahrscheinlich gar nicht angeguckt haben. 

 

 

 

A Star is Born ist der Film mit den meisten Nominierungen innerhalb der Filmindustrie. Es gibt keinen anderen Film in der Oscar-Saison, der wirklich quasi von allen Verbänden (den Produzenten, den Regisseuren, den Schauspielern, den Autoren, den Kameramännern, den Sound-Experten, den Kostümdesignern, den Make-Up und Hairstylisten und und und) nominiert wurde. Der Film hat aber bisher keinen wichtigen Preis gewonnen. Worauf ist das zurückzuführen? A Star is Born war recht früh, bei vielen Oscar-Experten der Oscar-Favorit. Bradley Cooper hat eine Kampagne als Bester Regisseur geführt, nicht als Bester Schauspieler. Das hat sich dann auch zunächst ausgezahlt, von dem Verband der Regisseure war Bradley Cooper sogar in zwei Kategorien nominiert: In der Kategorie Bestes Regiedebüt und Bester Regisseur. (Gewonnen hat er keine der Kategorien).  Dann wurde ziemlich überraschend Bradley Cooper nicht für den Oscar als Bester Regisseur nominiert. Das erinnerte auf den ersten Blick an Ben Affleck und seiner Nicht-Nominierung als Regisseur für seinen Film „Argo“. Der Unterschied zu „Argo“ ist aber, dass „Argo“ zum Zeitpunkt der Oscar-Nominierungen bereits Kritikerpreise gewonnen hat, die Wähler der HFPA, der Crittic Choice Awards sich bereits für „Argo als Gewinner-Film entschieden hatten. Am Abend der Oscar-Nominierung hat „Argo“ dann den Critic Choice Award gewonnen, drei Tage später den Golden Globe, zwei Wochen später den Preis der Produzenten-Gewerkschaft (PGA) dann den Preis der Schauspiel-Gewerkschaft (SAG), dann hat Ben Affleck (der nicht für den Oscar als Bester Regisseur nominiert war) den Preis der Gewerkschaft der Regisseure (DGA) gewonnen und dann noch den Filmpreis der Briten (BAFTA) Da war es eigentlich klar, dass er – trotz der unüblichen Nicht-Nominierung des Regisseurs – auch den Oscar als Bester Film gewinnt. Dieses Jahr sind genau diese Preise auch alle bereits vergeben worden, A Star is Born hat nichts gewonnen. Vielleicht war die Strategie der Warner (war übrigens bei „Argo“ auch die Warner) A Star is Born bei den Globes als Drama und nicht als Musical/Comedy zu führen, nicht so smart. In dieser Kategorie hätte er vielleicht den Golden Globe gewonnen. So ein erster Gewinn bei einer live im Fernsehen übertragenen Show hätte vielleicht eine Gewinn-Serie ausgelöst. Vielleicht,  vielleicht aber auch nicht. Ein Problem ist sicher auch, dass der Film zu früh (Anfang Oktober) in den amerikanischen Kinos startete und den Hype nicht lange halten konnte. Knapp einen Monat später ist dann „Bohemian Rhapsody“ (die beiden Filme werden merkwürdigerweise oft verglichen) gestartet. Der Hype um A Star is Born war vergessen. Dass Bradley Cooper und sein Film nun aber für, durch die Bank alle Preise nominiert war und keinen gewonnen hat, wird vielleicht (so habe ich es mehrmals gehört) auch etwas mit Neid gegenüber Bradley Cooper zutun haben. Der Mann, der bevor er A Star is Born drehte, bereits vier Oscar-Nominierungen hatte (drei allein als Schauspieler), kann also schauspielern, ist dazu noch attraktiv, hat ein Supermodel als Freundin, kann Drehbücher und Songs schreiben und scheinbar auch noch Regie führen. Den soll man für sein Erstlingswerk als Regisseur auch noch mit großen Preisen überschütten? Es ist so wie es ist. Nun ist A Star ist Born, in meinen Augen, ein Film auf den man sich einigen kann und damit kann er tatsächlich mit dem Preferential Voting System den Oscar als Bester Film gewinnen. Unwahrscheinlich, aber durchaus möglich. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $207,836,984 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 36 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 89% 

Oscar-Nominierungen: 8 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Beste Hauptdarstellerin (Lady Gaga), Bester Nebendarsteller (Sam Elliot), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Ton und Bester Originalsong (Shallow) 

Das Preferential Voting System: Wie auch bei Green Book, der Bohemian Rhapsody-Fan in der Academy könnte A Star is Born als seinen Nr. 2 oder Nr. 3 Film wählen

Welchen wichtigen Oscar könnte A Star is Born außer Bester Film noch gewinnen? Vielleicht Bester Hauptdarsteller, zu diesem Zeitpunkt aber extrem unwahrscheinlich 

Vorteil: A Star is Born war sehr erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse. Hat eine Nominierung für alle Preise innerhalb der Filmindustrie. Der Film gilt zu diesem Zeitpunkt irgendwie als Loser der Oscar-Saison, da er keinen wichtigen Preis gewonnen hat. Das kann auch ein Vorteil sein

Größter Nachteil: Er hat keinen einzigen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen. Keine Regie-und keine Schnitt-Nominierung, bisher gab es keinen Film, der beides nicht hat und trotzdem Bester Film gewann. (es gab aber nicht immer das Preferential Voting System)

 

 

Black Panther ist der erste Superhelden-Film, der jemals für einen Oscar als Bester Film nominiert wurde. Eigentlich ist hier schon die Nominierung der Gewinn. Der Film hat aber auch den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG-Award) gewonnen. Black Panther hat nun aber weder eine Oscar-Nominierung in den wichtigen Kategorien Regie, Schauspiel noch Drehbuch oder Schnitt. Ohne die ist zwar ein Oscar-Gewinn als Bester Film in dem Preferential Voting System möglich, der Film scheint aber die Zustimmung in einigen Berufszweige innerhalb der Academy nicht zu haben. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $700,059,566 total 

Produktionskosten: 210 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 97%

Oscar-Nominierungen: 7 (Bester Film, Beste Filmmusik, Bester Originalsong (All the Stars), Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt)

Das Preferential Voting System: Vermutlich ist Black Panther ein Nr. 1-Film, könnte aber auch ein Nr. 2 oder Nr.3 Film sein oder eben weit unten auf der Liste der Academy-Mitglieder. Bei diesem Film finde ich es sehr schwer, das vorherzusagen.

Welchen wichtigen Oscar könnte Black Panther außer Bester Film noch gewinnen? Keinen, da er in keiner anderen wichtigen Kategorie nominiert wurde. 

Vorteil: Der Film hat den großen Preis der Schauspiel-Gewerkschaft (SAG) gewonnen und es ist erste Blockbuster mit ausschließlich schwarzen Hauptdarstellern. Das läutet in den U.S.A. eine neue Zeit ein, schwarze Künstler sind mit diesem Marvel-Film im Pop-Mainstream angekommen. Der Film ist in den U.S.A. der erfolgreichste Film des Jahres 2018 

Größter Nachteil: Von allen acht nominierten Filmen ist „Black Panther“ der einzige Film, der gar keine andere wichtige Oscar-Nominierung (Regie, Schauspiel, Drehbuch oder Schnitt) hat. Ohne für die Beste Regie nominiert zu sein, ist es relativ unwahrscheinlich, Bester Film zu gewinnen. Es wäre also eine ziemlich Sensation, wenn „Black Panther“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Außerdem sind sowohl Netflix als auch Superhelden-Filme vielen in Hollywood (bzw. in der Academy) ein Dorn in Auge. 

 

 

 

Green Book hat den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen. Seitdem der Film in die amerikanischen Kinos kam, stand (u.a. weil er eine unwahre Geschichte erzählt) in der Kritik. Der Film gilt als altmodisch, ist aber bei den Zuschauern beliebt. „Green Book“ hat dann bei der ersten, im TV live übertragenen Filmpreisverleihung (Golden Globes) den Globe in der Kategorie Best Comedy gewonnen. Nach dem PGA-Gewinn am 19.1.19 und vor den Oscar-Nominierungen am 22.01.19 war Green Book auf einmal der Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film. Dann wurde der Film aber nur in fünf Kategorien und nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert. Ohne eine Regie-Nominierung ist es in dem Preferential Voting System möglich, die Beste Film-Kategorie für sich zu entscheiden, aber relativ unwahrscheinlich. In 90 Jahren Oscar-Geschichte ist es genau vier Filmen (Wings, Grand Hotel, Driving Miss Daisy und Argo) gelungen, den Oscar als Bester Film ohne eine Nominierung des Regisseurs für diesen Film, zu gewinnen. „Green Book“ gilt von seiner Art als der diesjährige „Driving Miss Daisy“. Dass so ein Film im Jahr 1989 den Oscar gewann, war auch schon fragwürdig, aber okayer als im Jahr 2019. Green Book hat aber im Vergleich zu A Star is Born eine Oscar-Nominierung in der nicht unwichtigen Kategorie Bester Schnitt. Mahershala Ali gewinnt ziemlich sicher den Oscar als Bester Nebendarsteller. Also ein Oscar gewinnt „Green Book“ in jedem Fall. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $55,821,331 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 23 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 79%

Oscar-Nominierungen: 5 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt) 

Das preferential voting system: vielleicht mögen Bohemian Rhapsody-Fans innerhalb der Academy Green Book und wählen ihn als ihren Nr. 2 oder Nr.3 Film 

Welchen wichtigen Oscar könnte Green Book außer Bester Film noch gewinnen? Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), vielleicht Bestes Originaldrehbuch, wahrscheinlicher wäre aber The Favourite, First Reformed oder Roma (der Verband der Autoren hat „Eighth Grade“ ausgezeichnet)

Vorteil: „Green Book“ ist der einzige Film aller Oscar-nominierten Filme in diesem Jahr mit einem Happy Ending. Es ist ein Feel-Good-Movie mit dem gerade ältere, weiße Academy-Mitglieder zufrieden sind. Mahershala Ali ist äußerst beliebt in der Branche und wird wohl seinen zweiten Oscar gewinnen, vielleicht reicht das diesen Film zu pushen. 

Größter Nachteil: Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie, ohne die ist es relativ aussichtslos, dass er Bester Film gewinnt. Der Film hat auch nur 5 Oscar-Nominierungen. Außerdem fehlt dem Film eine Nominierung der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) als Bestes Ensemble. Dann gibt es einen großen Unsicherheitsfaktor, inwieweit konnte die heftige Kritik an dem Film die Academy-Mitglieder beeinflussen? 

 

 

 

Vice ist wahrscheinlich auch ein Film, den man liebt oder hasst. Ich fand ihn furchtbar. Der Film hat aber auch alle Oscar-Nominierungen, die man braucht, um den Oscar als Bester Film zu gewinnen: Beste Regie, drei Schauspiel-Nominierungen, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $44,083,963 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 60 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 66%

Oscar-Nominierungen: 8 (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Amy Adams), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-Up und Beste Frisuren)

Das preferential voting system: hat meines Erachtens keine Chance, ist bei nicht genug Academy-Mitgliedern ein Nr. 1-Film und kein typischer Nr. 2 oder Nr. 3-Film.

Welchen wichtigen Oscar könnte Vice außer Bester Film noch gewinnen?  Bester Schnitt (wenn in dieser Kategorie nicht der beste Schnitt, sondern die meisten Schnitte ausgezeichnet werden). Christian Bale ist mittlerweile sehr unwahrscheinlich, vielleicht Bestes Originaldrehbuch (wobei das wohl eher an The Favourite, First Reformed, Roma oder Green Book geht)

Vorteil: 8 (auch wichtige) Oscar-Nominierungen 

Größter Nachteil: Vice ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt. Der Film hat nicht mal seine Produktionskosten eingespielt (ganz zu schweigen vom Marketing). Vice ist längst nicht so gut wie McKays „The Big Short“ und auch der hat nur einen Oscar für das Beste Originaldrehbuch gewonnen

 

 

 

Bohemian Rhapsody zu dem Film fällt mir nicht viel ein, in der Liste der Oscar-nominierten Filme  hat er, in meinen Augen, schlichtweg nichts zu suchen.  Es ist ein Film für den Massengeschmack. Das wäre ein Film für den Best Popular Oscar (wie auch Black Panther). Qualitativ fällt dieser Film nicht positiv auf, nur die Musik von Queen ist gut und daher lieben auch viele den Film. Eigentlich ziemlich clever so einen Film zu produzieren. Bryan Singer ist der Regisseur des Films und keiner möchte mit ihm in Verbindung gebracht werden. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $208,536,373 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 55 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 61% 

Oscar-Nominierungen: 5 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Rami Malek), Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bester Schnitt) 

Das Preferential Voting System: kaum ein Academy-Mitglied wird diesen Film auf einer der ersten Plätze setzen. 

Welchen wichtigen Oscar könnte Bohemian Rhapsody außer Bester Film noch gewinnen? Bester Hauptdarsteller (Rami Malek) 

Vorteil: Der Film wurde von der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) für das Beste Ensemble nominiert. Bohemian Rhapsody ist der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse des Jahres 2018

Größter Nachteil: Die Academy hat derzeit genug Baustellen. In den letzten Monaten hat A.M.P.A.S. ständig irgendetwas angekündigt, um es dann kurze Zeit später (aufgrund heftigster Kritik) wieder zurückzuziehen. Erst war es die Kategorie Best Popular Film, dann Kevin Hart als Oscar-Gastgeber, dann dass die vier Kategorien (inklusive zwei der wichtigsten Beste Kamera und Bester Schnitt – ohne die gibt es schlichtweg gar keinen Film!!!) nicht komplett während der Live-Show, sondern auch während der Werbepausen ausgehändigt werden. Bei den Kategorien bleibt es jetzt wie es ist bzw. wie es immer war und einen Oscar-Gastgeber wird es 2019 nicht geben. Die Academy macht sich gerade etwas lächerlich. Da kann sie es sich nicht jetzt noch leisten, einen der schlechtesten Filme des Jahres mit dem Oscar als Bester Film auszuzeichnen.

 

Hier meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom September (da hatte ich auf „Roma“ als Gewinner-Film getippt)

Hier meine zweite Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom November (da hatte ich auf „Roma“ als Gewinner-Film getippt)

Meine Meinung zu Oscar-Nominierungen 2019  (auch hier war ich noch sicher mit „Roma“) 

 

Aufgrund der Statistiken, Fakten, dem Hörensagen und dem Wahlsystem, das den Besten Film bestimmt, neige ich für meine persönliche Wette (die ich kurz vor den Oscars veröffentliche) derzeit dazu, auf BlacKkKlansman zu tippen, auch bei The Favourite kann ich es mir irgendwie vorstellen, dass er Bester Film gewinnen könnte. Ganz möchte ich mich aber von Roma noch nicht verabschieden. Ich werde mir das Ganze noch ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen. 

 

Szenen aus allen acht, für den Oscar nominierten Filmen:

 

 

 

Berlin – Film: „Cold War“

Ich war am 10.01.19 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Cold War“ (dt. Filmtitel: „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“, dt. Kinostart: 22.11.18)  89 min  drama

dir. Pawel Pawlikowski  cast: Joanna Kulig, Tomasz Kot, Borys Szyc, Agata Kuleza, Jeanne Balibar

 

Vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Polen. Im Auftrag des sozialistisches Regimes soll ein Folklore-Ensemble zusammengestellt werden. Dafür reisen der Komponist Wiktor (Tomasz Kot), die Gesangslehrerin Irena (Agata Kulesza) und der Parteifunktionär Kaczmarek (Borys Szyc) in die Provinz und suchen nach polnischem Liedgut, Volkstänzen und Bewerbern für das Ensemble. Bei einem Gesangswettbewerb verguckt sich Wiktor (Tomasz Kot) in die attraktive Sängerin Zula (Joanna Kulig). Zula wird unter den Bewerbern für das Ensemble ausgewählt. Aus Wiktor und Zula wird ein heimliches Liebespaar, bis sie ihm eines Tages etwas gesteht…

 

A- (Wertung von A bis F) „Cold War“ ist der neue Film des polnischen Filmemacher Pawel Pawlikowski. Für seinen Film „Ida“ hat der den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film gewonnen. Dieses Liebesdrama zur Zeit des Kalten Krieges wurde von der Beziehung von Pawlikowskis Eltern inspiriert, der Regisseur hat den Film seinen, inzwischen verstorbenen Eltern gewidmet.

Unweigerlich hat mich dieser exzellent fotografierte Schwarz-Weiß-Film in seinen Bann gezogen. Zunächst war es der attraktive Wiktor, dann dieses rebellische Mädchen und schließlich ihre Geschichte. „Cold War“ spielt – wie der Filmtitel vermuten lässt – zur Zeit des Kalten Krieges und erzählt über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren eine ergreifende (Liebes-) Geschichte. Ein Liebespaar aus einem sozialistischen Land, das von einer gemeinsamen und besseren Zukunft im Westen träumt. Sie hat nicht genug Selbstvertrauen in sich und ihre Liebe, das Paar wird getrennt und das ist natürlich noch nicht das Ende der Geschichte. 

Bilder, Szenen, aber auch die Stimmung des Films sind etwas, was ich so schnell nicht vergesse. „Cold War“ ist ein schnörkelloser Film, den ich mir mit Leichtigkeit wieder ins Gedächtnis zurückrufen kann. Mit dem Filmende war ich allerdings nur so mittelzufrieden. 

„Cold War“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018.

„Cold War“ hat im Jahr 2018 fünf European Film Awards gewonnen (Bester europäischer Film, Bester europäischer Regisseur, Beste europäische Schauspielerin, Joanna Kulig, Bester europäischer Drehbuchautor und Bester europäischer Schnitt. Der Film wurde für Polen als Kandidat in der Kategorie bester fremdsprachiger Film für die Oscars eingereicht. Der Film wurde für drei Oscars (Beste Regie, Beste Kamera und Bester nicht-englischsprachiger Film) nominiert.  

„Cold War“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Pawel Pawlikowski den Regiepreis gewonnen. Der Film ist am 21.12.18 in drei amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 217 Kinos landesweit.  Der Film läuft unter dem Filmtitel: „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ seit dem 22.11.18 in den deutschen Kinos. Ich habe den Film in Deutschland gesehen. In dem Kino meiner Wahl lief der Film leider nur in der Synchronisation. Teile des Films sind in Französisch und Italienisch mit deutschen Untertiteln. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Capernaum„

Bewertung des Trailers: B- (Trailer in der Synchro) 

Kommentar: libanesischer Film, der als bester nicht-englischsprachiger Film für den Oscar nominiert wurde

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „Yuli„

Bewertung des Trailers: C (Trailer in der Synchro) 

Kommentar: Film über den kubanischen Ballet-Star Carlos Acosta

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Beautiful Boy„

Bewertung des Trailers: C+ (Trailer in der Synchro) 

osKommentar: Familiendrama

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen


Trailer v. Film: „On the Basis of Sex„

Bewertung des Trailers: B- (Trailer in der Synchro) 

Kommentar: Biopic über RBG mit Felicity Jones in der Hauptrolle

Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Netflix – Film: „Outside In“

Ich habe mir folgenden Netflix-Film angeschaut:

 

„Outside In“ (in Deutschland auf Netflix zu sehen)   109 min   drama 

dir. Lynn Shelton  cast: Jay Duplass, Edie Falco, Kaitlyn Dever, Ben Schwartz

 

Chris (Jay Duplass) wurde nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Einen großen Anteil an seiner Entlassung hat seine ehemalige High School-Lehrerin Carol (Edie Falco). Über viele Jahre hat sie sich für Chris eingesetzt und auch intensiven Kontakt zu ihm gehalten. Für den 38-jährigen Chris ist sie jetzt die einzige Bezugsperson, nur ist Carol verheiratet und hat mit Hildy (Kaitlin Deve) eine Teenager-Tochter… 

 

A- (Wertung von A bis F) „Outside In“ ist der neue Film der amerikanischen Filmemacherin Lynn Shelton („Touchy Feely“, Your Sister´s Sister).

Seit ich drei Monaten zuvor Sunday´s Illness auf Netflix entdeckte, habe ich immer wieder geschaut, eine ähnliche Indie-Perle zu entdecken. Mit diesem Film habe ich sie gefunden.

„Outside In“ ist ein Drama, das von seinen beiden authentischen Charakteren lebt. Chris ist nach zwanzig Jahren endlich aus dem Gefängnis entlassen worden, saß wohl zu Unrecht, jetzt darf er nicht gegen die Bewährungsauflagen verstossen. Zunächst kommt er bei seinem Bruder unter, er sehnt sich aber nach einem einfachen, normalen Leben in dieser, für ihn veränderten Welt. Einen Job findet er nicht so einfach, entsprechend hat er viel Zeit und sucht den Kontakt zu seiner ehemaligen Lehrerin, einer um einiges älteren Frau, die über die ganzen Jahre auch seine Bezugsperson im Gefängnis war. Der 38-jährige Chris hat etwas so sympathisches und schützenswertes. Als Zuschauer ist man die ganze Zeit bei ihm, hat aber – zumindest trifft es für mich zu – das Gefühl, man begleitet ein Hundebaby, bei dem man ständig Angst hat, dass er nicht auf dumme Ideen kommt bzw. andere Leute könnten ihn vom rechten Weg abbringen. 

Jay Duplass und Edie Falco sind so „echt“, wie ich es mir immer von Schauspielern wünsche. Andere Akteure kann ich mir in diesen beiden Rollen nicht vorstellen. „Outside In“ ist ein Beispiel für exzellentes American Independent Cinema. Es sind oftmals die kleinen Filme, die wirklich überraschen und berühren können. 

„Outside In“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. (Anmerkung: Mein Beitrag zu diesem Film kommt sehr verspätet, genauer gesagt, Monate nachdem ich den Film erstmalig gesehen habe).

„Outside In“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 30.03.18 in neun amerikanischen Kinos gestartet. Er war in nicht mehr als 16 Kinos landesweit zu sehen. Aktuell läuft er immer noch bei Netflix, auch in Deutschland. 

Trailer zu sehen:

D. C. – Film: „If Beale Street Could Talk“

Ich war am 7.1.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„If Beale Street Could Talk“  (dt. Filmtitel: „Beale Street“, dt. Kinostart: 07.03.19) 119 min drama, adaptation

dir. Barry Jenkins  cast: KIKI Layne, Stephen James, Regina King, Colman Domingo, Teyonah Parris, Brian Tyree Henry, Fin Wittrock, Diego Luna, Dave Franco

 

In den 1970er Jahren in New York. Die 19-jährige Tish (KiKi Layne) ist schwanger, Vater ist der 22-jährige Fonny (Stephan James). Tish muss ihr Baby unehelich auf die Welt bringen, ihr Freund sitzt nämlich im Gefängnis. Unschuldig, aber beweisen kann er seine Unschuld nicht….

 

B+ (Wertung von A bis F) „If Beale Street Could Talk“ basiert auf James Baldwins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Filmemachers Barry Jenkins (Moonlight).

Barry Jenkins erzählt in seinem unaufdringlichen und sehr poetischen Film eine Liebesgeschichte und rechnet zugleich mit dem amerikanischen Justizsystem ab. 

Tish und Fonny kennen sich seit frühester Kindheit, irgendwann verlieben sich die Teenager ineinander, sie wollen zusammenziehen, dann kommt es zu einem Zwischenfall und Fonny wird kurz darauf verhaftet. Er wird verdächtigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Obwohl Fonny ein Alibi hat und unschuldig ist, landet er im Gefängnis. 

Der Filmemacher hat hier eine nicht-lineare Erzählweise gewählt und nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere und die Geschichte.

Der Film thematisiert Polizeigewalt gegen Schwarze und Rassismus im Justizsystem. „If Beale Streat Could Talk“ spielt in den 1970er Jahren, aber noch heute kommt es in den U.S.A. zu Masseninhaftierungen von Dunkelhäutigen, die  – wenn sie ihre Unschuld nicht beweisen können –  sich auf einen Deal einlassen, um nicht noch länger ins Gefängnis zu wandern. 

Mich hat der Film leider nicht so berührt, wie ich es gerne gehabt hätte. Die Hauptdarstellerin (KiKi Layne) ist zwar bildhübsch, ihr mangelt es aber an Charisma und auch etwas an schauspielerischem Talent. Vordergründig ist mir bei diesem Film die Bildsprache und die Filmmusik als besonders schön in Erinnerung. Dass am letzten Dienstag „If Beale Street Could Talk“ nicht mit einer Oscar-Nominierung für die Beste Kamera bedacht wurde, kann man eindeutig als Fehlentscheidung bezeichnen. Roma, „Cold War“ und „If Beale Street Could Talk“ sind die drei am kunstvollsten fotografierten Filme dieser Oscar-Saison.  

„If Beale Street Could Talk“ wurde für drei Oscars (Beste Nebendarstellerin Regina King, Bestes adaptiertes Drehbuch und Beste Filmmusik) nominiert. Update: „If Beale Street Could Talk“ hat einen Oscar (Beste Nebendarstellerin – Regina King) gewonnen. 

„If Beale Street Could Talk“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 14.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 11.01.19 läuft er landesweit in 1,018 Kinos in den U.S.A. In Deutschland wird der Film unter dem Titel „Beale Street“ am 07.03.19 in den Kinos starten.

Trailer zu sehen: 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mapplethorpe„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Biopic über den New Yorker Fotografen Robert Mapplethorpe

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Cold War„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Everybody Knows„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Asghar Farhadis neuer Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Wenn der Film bloß so gut wäre wie der Trailer. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

 

Oscar-Nominierungen 2019 und meine Meinung

Heute, am 22.01.19, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von den Schauspielern Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross. 

In der Oscar-Saison 2018/2019 ist „wokeness“ ein großes Thema. Eine direkte deutsche Übersetzung in diesem Zusammenhang gibt es für dieses Wort nicht. Es ist ein kulturelles Phänomen von, vielleicht kann man am besten sagen, „Gutmenschen“, die eine Person bzw. einen Film nach allen möglichen Gesichtspunkten als moralisch und politisch korrekt „abklopfen“. 

Mit den sogenannten „sozialen Medien“ ist dieses Jahr eine neue Form von Schmutzkampagnen zu beobachten. Was in den vergangenen Jahrzehnten überwiegend von rivalisierenden Studios übernommen wurde, ist dieses Jahr extrem durch die amerikanische Filmgemeinde auf allen möglichen Social Media-Kanälen wahrzunehmen. 

Dieses Jahr ist der Film „Green Book“ die Zielscheibe der Haters. Der Film repräsentiert Filme, die früher – unter Oscar-Profi Harvey Weinstein – garantiert den Oscar geholt hätten und ist, in der heutigen Zeit, auch für mich problematisch. Dazu kam, dass die Familie von Mahershala Alis Charakter Dr. Don Shirley die erzählte Geschichte, höflich  ausgedrückt, als unwahr bezeichnet. Dann kamen noch unangebrachtes Benehmen des Regisseurs Peter Farrelly gegenüber Cameron Diaz und anderen Schauspielern vor zwanzig Jahren ans Licht und – ich habe bereits zwei Tage zuvor darüber berichtet  – außerdem tauchten ältere Twitter-Einträge des Sohns von Viggo Mortensens Charakter und eines der Drehbuchautoren Nick Vallelonga auf, die ihn als Unterstützer von Donald Trump und anti-muslimisch identifizieren. Auf der anderen Seite hat „Green Book“ aber auch viele Fans, die Zuschauer, die den Film lieben, lieben ihn richtig. Der Film war Publikumsliebling auf dem Toronto Film Festival (wie die Jahre zuvor „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „La La Land“) und auch wenn er lange nicht so ein Publikumsmagnet wie „A Star is Born“ und „Bohemian Rhapsody“ ist, macht er ganz okaye Zahlen an der amerikanischen Kinokasse. Die Kritik scheint „Green Book“ nicht sonderlich geschadet zu haben. Der Film hat den Preis der Produzenten (PGA)gewonnen und wurde jetzt mit fünf Oscar-Nominierung bedacht. Damit könnte man theoretisch den Oscar als Bester Film gewinnen. Den Favoritenstatus muss „Green Book“ aber vorerst nun an „Roma“ abgeben. 

Auch für mich ist die größte Überraschung, dass „Roma“ innerhalb der Academy so beliebt ist. Zwei Schauspiel-Nominierungen ist weit mehr, als viele erwartet haben. Die meisten Oscar-Nominierungen haben dieses Jahr „Roma“ und „The Favourite“ mit jeweils 10. Ja und die Sensation ist nun offiziell: „Black Panther“ ist der erste Superhelden-Film, der für den Oscar als Bester Film nominiert wurde. Zweite Sensation: Netflix hat mit „Roma“ seine erste Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Film (plus neun weitere für „Roma“ und sogar drei für „The Ballad of Buster Scruggs“) erhalten.

Man kann dieser Filmpreis-Saison bereits entnehmen, dass es ein Fehler war, „A Star is Born“ nicht in der Kategorie Best Musical/Comedy zu führen. Der Film hätte wahrscheinlich einige Golden Globes in dieser Kategorie gewonnen. Ich hatte es schon oft erwähnt, die Globes sind eigentlich uninteressant, da die Nominierungen und Trophäen von rund 90 völlig unbekannten Auslandsjournalisten vergeben werden. Der Globe-Gewinn ist aber wichtig. Die Golden Globe-Verleihung ist die erste, live im TV übertragene amerikanische Filmpreis-Verleihung der Saison. Dadurch, dass viele Stars der Verleihung beiwohnen, hat sie eine große Presse. Jeder Gewinner kann sich hier präsentieren, man ist im Gespräch, viele gucken daraufhin (erstmalig) die Filme, die gewonnen haben. Das war eine dumme Entscheidung der Oscar-Strategen hinter „A Star is Born“. Da wundert es fast nicht mehr, dass Bradley Cooper nicht als Bester Regisseur für den Oscar nominiert wurde. Nun liebe Oscar-Strategen bei Warner Bros.: Macht was daraus!

A.M.P.A.S. wollte im August 2018 eine neue Kategorie (Best Popular Film) einführen. Aufgrund heftigster Kritik haben sie dieses Vorhaben zunächst zurückgestellt. Ob die Best Popular Oscar-Kategorie, jetzt mit Ende des Filmjahres 2018, und den Oscar-Nominierungen für einen Superheldenfilm und einem schlechten, aber äußerst erfolgreichen Musikfilm jetzt wirklich so sinnlos ist, da bin ich jetzt nicht mehr ganz so sicher. Vielleicht sollte man doch eine Kategorie Best Popular Film einführen, in der halt nur die an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichsten Filme (die dann aber nicht in der Königsklasse Bester Film nominiert werden dürfen) einführen. Darüber muss ich nochmal nachdenken.

Von den Filmen, die in irgendeiner Kategorie für eine Oscar-Nominierung für das Oscar-Jahr 2018 im Gespräch sind oder waren, habe ich folgende Filme gesehen (in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gesehen habe):

Isle of Dogs, Annihilation, Black Panther, You Were Never Really Here, A Quiet Place, The Miseducation of Cameron Post, Chappaquiddick, Disobedience, Where is Kyra?, Tully, Hereditary, Everybody Knows, Incredibles 2, Eighth Grade, Leave No Trace, Sorry to Bother You, BlacKkKlansman, First Reformed, Won´t You Be My Neighbor?, Lean on Pete, McQueen, The Sisters Brothers, White Boy Rick, The Favourite, The Old Man & the Gun, The Wife, Three Identical Strangers, Border, First Man, The Ballad of Buster Scruggs, High Life, Smallfoot, Always at the Carlyle, Private Life, A Star is Born, The Hate U Give, Bad Times at the El Royale, 22 July, Madeline´s Madeline, Can You Ever Forgive Me?, Boy Erased, Bohemian Rhapsody, Wildlife, Beautiful Boy, Mid90s, Ralph Breaks the Internet, Widows, Green Book, At Eternity´s Gate, The Front Runner, The Guilty, Creed II, RBG, Roma, Bird Box, Vice, Mary Poppins Returns, Spider-Man: Into the Spider-Verse, The Mule, If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War   

 

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung (gelistet in alphabetischer Reihenfolge):

Best Motion Picture of the Year:

Best Motion Picture of the Year

  1. Black Panther
  2. BlacKkKlansman
  3. Bohemian Rhapsody
  4. The Favourite
  5. Green Book
  6. Roma
  7. A Star is Born
  8. Vice

Meine Meinung: Also zunächst habe ich mich richtig über mich selbst geärgert. In meiner Prognose vor zwei Tagen habe ich nachweislich bei diesen 8 Kandidaten eine plausible Begründung für die Nominierung gefunden. Aufgrund der Wette mit meinem Kumpel wollte ich aber keinen Punkt (und Film) verschenken und habe daher „First Man“ als neunten Film gelistet. Egal, es ist wie es ist, er hat auch neun Filme gelistet. Ja, ansonsten ist die Überraschung gering, außer, dass A.M.P.A.S. erstmalig seit längerer Zeit wieder zurück zu 8 nominierten Filmen gegangen sind. Alle nominierten Filme habe ich richtig geraten und gesehen.

Mein Wunsch: BlacKkKlansman, The Favourite oder Roma 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Ich hatte es auch bereits vor 2 Tagen gesagt, wenn die Laienschauspielerin Yalitza Aparicio als Beste Hauptdarstellerin nominiert wird, gewinnt „Roma“. Nun hat, und das hat auch mich völlig überrascht auch noch zusätzlich Marina de Taviro eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin bekommen und „Roma“ ist der am meisten nominierte Film (auch wenn die in der Vergangenheit meistens nicht gewonnen haben)

Der Unsicherheitsfaktor: Green Book, BlacKkKlansman und A Star is Born sind aber auch noch immer im Rennen (bei dem preferential voting system weiß man nie)

 

 

Achievment in Directing:

Spike Lee  „BlacKKKlansman“

Pawel Pawlikowski „Cold War“

Yorgos Lanthimos „The Favourite“

Alfonso Cuaron „Roma“

Adam McKay „Vice“

Meine Meinung: Wir erinnern uns alle an den Aufschrei als Ben Affleck für seinen Film „Argo“ nicht als Bester Regisseur nominiert wurde. Einen ähnlichen gibt es dieses Jahr für Bradley Cooper. Am Ende hat „Argo“ den Besten Film gewonnen. Wird hier – wahrscheinlich – nicht passieren. Die Regisseure der Academy gelten als Snobs, die Gewerkschaft der Regisseure hatten Alfonso Cuarón, Spike Lee, Adam McKay (warum habe ich mich damals schon gefragt) und Bradley Cooper (A Star is Born) nominiert, als fünften Peter Farrelly (für Green Book). Ganz selten sind es bei den Oscars die DGA-Fünf. Ich bin super happy für Spike Lee für seine erste Oscar-Nominierung als Regisseur, aber auch für Pawel Pawlikowski und Yorgos Lanthimos. Alle drei Nominierungen kommen nun nicht als völlige Überraschung daher, sie sind eher die Bestätigung für eine hervorragende Leistung und für Spike Lee auch etwas eine Anerkennung für sein Lebenswerk. Richtig geraten habe ich hier tatsächlich nur Spike Lee, Alfonso Cuarón und Yorgos Lanthimos. Gesehen habe ich alle Filme.

Mein Wunsch: Alfonso Cuarón hat bereits einen Regie-Oscar, ich wünsche es daher Spike Lee

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Alfonso Cuarón

Der Unsicherheitsfaktor: Spike Lee, wenn sie jetzt eine große Kampagne für ihn starten

 

Performance by an actress in a leading role:

Yalitza Aparicio „Roma“

Glenn Close „The Wife“

Olivia Colman „The Favourite“

Lady Gaga „A Star is Born“

Melissa McCarthy „Can You Ever Forgive Me?“

Meine Meinung: Ich hatte es gestern geschrieben: „Sollte Yalitza Aparicio (Roma) nominiert werden, brauchen wir gar nicht weiter zu rätseln, welcher Film BP gewinnt. Dann kann es eigentlich nur Roma sein“. Dabei bleibe ich auch, die Oscar-Nominierung für die Laienschauspielerin ist etwas überraschend und zeigt, vor allen Dingen, wieviel Unterstützung Alfonso Cuaróns Film innerhalb der Academy hat. An ihrer Stelle hatte ich für meine Wette Viola Davis (Widows) gesetzt. Alle anderen hatte ich richtig geraten. Hier kenne ich alle Performances.

Mein Wunsch: Glenn Close für ihr Lebenswerk und ihre solide Performance, auch wenn Olivia Colman ihn auch verdient hätte

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Glenn Close

Der Unsicherheitsfaktor: Olivia Colman

 

 

Performance by an actor in a leading role:

Christian Bale „Vice“

Bradley Cooper „A Star is Born“

Willem Dafoe „At Eternity´s Gate“

Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Viggo Mortensen „Green Book“

Meine Meinung: Auch vor zwei Tagen habe ich gesagt, dass eine Nominierung für John David Washington zeigen würde, wie beliebt „BlacKkKlansman“ innerhalb der Academy ist. Jetzt wurde er nicht nominiert, aber immerhin Adam Driver für die Nebenrolle. Für John David Washington wurde Willem Dafoe nominiert. Kam für mich nicht völlig überraschend, erst im letzten Jahr stand er kurz vor seinem ersten Oscar-Gewinn (für „The Florida Project“). Viggos Nominierung stand auch etwas auf der Kippe, seit ein paar Tagen mit dem PGA-Gewinn wissen wir aber, dass „Green Book“ aller Kritiken zum Trotz ein Lieblingsfilm so vieler ist. Hier habe ich mit Ausnahme von Willem Dafoe alle richtig geraten. Ich kenne auch alle Performances.

Mein Wunsch: ist mir eigentlich egal, ob Bale seinen zweiten Oscar gewinnt oder Bradley Coopers seinen ersten, damit sein Film neben Song überhaupt etwas gewinnt. 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Das kommt auf die nächsten Filmpreisverleihungen an, ob da Bale, Malek oder Cooper gewinnt. Aber auch, ob die PR-Experten hinter „A Star is Born“ sich jetzt (nachdem er nicht als bester Regisseur nominiert wurde) für Bradley Cooper ins Zeug legen. 

Der Unsicherheitsfaktor: Bale, Malek oder Cooper 

 

 

Performance by an actress in a supporting role:

Amy Adams „Vice“

Marina de Tavira „Roma“

Regina King „If Beale Street Could Talk“

Emma Stone „The Favourite“

Rachel Weisz „The Favourite“

Meine Meinung: Diese Kategorie habe ich mir großer Spannung live verfolgt. Regina King, ich erwähnte es ebenfalls vor zwei Tagen, Gewinnerin in dieser Kategorie u.a. bei den Globes und Critic Choice Awards war eigentlich eine Favoritin auf den Oscar-Gewinn. Aber weder von den Schauspielern (von SAG/AFTRA) noch von den Briten (BAFTA) wurde sie mit einer Nominierung bedacht. Viele Mitglieder dieser Gruppen sind auch Academy-Mitglieder. Jetzt hat sie nun aber eine Oscar-Nominierung erhalten und wird ihn auch voraussichtlich gewinnen. Die große Überraschung in dieser Kategorie war Marina de Tavira. Ich hatte sie zwar in meiner  September-Prognose  unter  den ersten Fünf, aber im Verlauf der Oscar-Saison tauchte sie nicht mehr groß auf. Entsprechend habe ich sie auch nicht hier gelistet, an ihrer Stelle hatte ich Nicole Kidman (Boy Erased). Die anderen Vier habe ich richtig geraten. Ich kenne auch hier alle Performances. 

Mein Wunsch: Es wäre fatal, wenn Amy Adams (die für „Vice“ jetzt ihre sechste Oscar-Nominierung erhalten hat), einen Oscar für die beste Nebenrolle erhält. Nee, da warten wir lieber auf die nächste Hauptrolle und dann räumt sie ab. Rachel Weisz und Emma Stone haben bereits einen Oscar, beide hätten es aber für ihre Performance verdient. 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Regina King

Der Unsicherheitsfaktor: Amy Adams

 

Performance by an actor in a supporting role:

Mahershala Ali „Green Book“

Adam Driver „BlacKKKlansman“

Sam Elliot „A Star is Born“

Richard E. Grant „Can You Ever Forgive Me?“

Sam Rockwell „Vice“

Meine Meinung: Hier war die große Frage, ob Sam Elliot nominiert wird. Er hatte zwar eine Nominierung der Schauspieler, aber keine BAFTA-Nominierung. Für den Golden Globe war er auch nicht nominiert, dafür aber Timothee Chalamet. Ich hatte ihn auch an dieser Stelle getippt. Ansonsten gab es für mich hier keine Überraschung. Ich kenne auch alle Performances.

Mein Wunsch: Richard E. Grant oder Mahershala Ali 

Der derzeit wahrscheinlichste Gewinner: Mahershala Ali

Der Unsicherheitsfaktor: keiner 

 

Mein Kumpel hat mir übrigens gerade per Voice Mail mitgeteilt, dass er unsere Wette um einen Punkt gewonnen hat. Auch in Ordnung, wäre ich mal bei meinen acht Filmen geblieben.

 

Hier die komplette Liste aller Nominierten: https://oscar.go.com/nominees 

Kumail Nanjiani und Tracee Ellis Ross waren sehr sympathisch bei ihrer kurzweiligen und übersichtlichen Verkündung der Oscar-Nominierten 2019:

 

 

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2019

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Anti-Oscar, den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

Gotti

The Happytime Murders

Holmes & Watson

Robin Hood

Winchester 

 

Worst Director:

Etan Cohen (Holmes & Watson)

Kevin Connolly (Gotti)

James Foley (Fifty Shades Freed)

Brian Henson (Happytime Murders)

The Spierig Brothers (Winchester) 

 

Worst Actress:

Jennifer Garner (Peppermint)

Amber Heard (London Fields)

Melissa McCarthy (The Happytime Murders und Life of the Party)

Helen Mirren (Winchester)

Amanda Seyfried (The Clapper)

 

Worst Actor:

Johnny Depp (voice) (Sherlock Gnomes)

Will Ferrell (Holmes & Watson)

John Travolta (Gotti)

Donald J. Trump (as himself) (Death of a Nation und Fahrenheit 11/9)

Bruce Willis (Death Wish)

 

Worst Supporting Actress:

Kellyanne Conway (as herself) (Fahrenheit 11/9)

Marcia Gay Harden (Fifty Shades Freed)

Kelly Preston (Gotti)

Jaz Sinclair (Slender Man)

Melania Trump (Fahrenheit 11/9)

 

Worst Supporting Actor:

Jamie Foxx (Robin Hood)

Ludacris (voice) (Show Dogs)

Joel McHale (Happytime Murders)

John C. Reilly (Holmes & Watson)

Justice Smith (Jurassic World: Fallen Kingdom)

Dieses Jahr kenne ich tatsächlichen einen Film: Winchester, den ich gar nicht sooo übel fand. Bei „Gotti“ hatte ich kürzlich die Gelegenheit, ihn zumindest in Teilen im amerikanischen Fernsehen zu sehen. Hier kann ich bestätigen, dass der Film wirklich übelster Schrott ist und alle Razzie-Nominierungen verdient hat. 

John Travolta und Johnny Depp sind das x-te Mal auf der Nominierungsliste der Razzie-Awards.

Ansonsten ist Melissa McCarthy mit Sandra Bullock die einzige, die sowohl eine Oscar-Nominierung als auch eine Razzie-Nominierung im selben Jahr haben. Sandra Bullock hat sogar den Oscar (für The Blind Side) und auch den Razzie (für All About Steve) gewonnen. Halle Berry ist, nachdem sie drei Jahre zuvor für „Monster´s Ball“ den Oscar gewonnen hat, im Jahr 2005 zu der Razzie-Awards gefahren und hat eine selbstironische Dankesrede für ihren Razzie („Catwoman“) gehalten. Sandra Bullock ist einen Tag bevor sie den Oscar für „The Blind Side“ gewonnen hat, auch zu der Golden Raspberry-Verleihung gefahren und hat ihren Razzie für „All About Steve“ entgegen genommen. Auch sie hielt eine originelle Rede. 

Oscar-Nominierungen 2019: Fakten und meine Wette

Am Dienstag, den 22.01.19 werden die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Ich werde natürlich, wie jedes Jahr, zu den Oscar-Nominierungen Stellung nehmen. Auch wenn ich mehr an der Analyse der Oscar-Saison interessiert bin, habe ich seit vielen Jahren mit meinem Kumpel zwei Oscar-Wetten (eine Oscar-Nominierungswette, bei der wir erraten, welche Filme, Regisseure und Schauspieler tatsächlich nominiert werden und dann die eigentliche Oscar-Gewinner-Wette mit allen 24 Kategorien) laufen. Heute veröffentliche ich meine finale Prognose zu den Oscar-Nominierungen in zwei Tagen.

Zunächst zu den Fakten der Oscar-Saison 2018/2019: 

Ich erinnere mich, dass die heftiger Kritik an der Oscar-Academy vor drei Jahren (in der Saison 2015/2016) begann: #OscarsSoWhite. Alle nominierten Filme (Spotlight, The Big Short, The Revenant, The Martian, Mad Max: Fury Road, Bridge of Spies, Brooklyn und Room) handelten von weißen Menschen und mitunter ihren Problemen. In diesem Oscar-Jahr war auch kein einziger dunkelhäutiger Schauspieler nominiert. Was so ein Shitstorm bewirken kann, ist unglaublich, die Academy hat sich die Kritik zu Herzen genommen und das Resultat werden wir wieder – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – bei den Oscar-Nominierungen schwarz auf weiß sehen. 

Die Kritik, die dieses Jahr an der Academy dazukam, ist hausgemacht. Ich hatte mich bereits im Detail bei meiner ersten Oscar-Prognose im September  dazu geäußert, nochmal in Kurzfassung: Im August gaben sie eine Pressemitteilung heraus, in dem sie u.a. bekanntgaben, eine neue Kategorie Best Popular Film einführen zu wollen. Dumm nur, dass sie keine Details (welche Filme sich dafür qualifizieren würden, etc.) preisgaben. Telefonisch, schriftlich oder persönlich zu erreichen waren sie in dieser Zeit des Aufruhrs auch nicht. Sie haben dann erwartungsgemäß zurückgerudert und die Kategorie erst mal zurückgestellt. Peinlich ist es aber trotzdem. 

Dann hatten sie bis Anfang Dezember keinen Oscar-Gastgeber bekanntgegeben. Ist nicht schlimm, gab es auch schon öfter. Am 05.12.18 gab A.M.P.A:S. dann bekannt, dass der afroamerikanische Komiker Kevin Hart die Oscars moderieren soll. Blöd nur, dass sie sich offensichtlich vorher nicht mit ihm befasst hatten, sonst hätten sie nämlich gewusst, dass er früher oft schwulenfeindliche Äußerungen von sich gab. In Zeiten des Internets kommt so etwas schneller ans Tageslicht als manch einem lieb sein dürfte. Leute! Die männlichen Zuschauer, die selbst nicht in der Filmindustrie arbeiten und die Oscar-Verleihung gucken sind vorwiegend aus der LGBTQ-Community. So, jedenfalls hat die Academy Kevin Hart geraten, sich für seine vielen Äußerungen aus der Vergangenheit zu entschuldigen. Hat er aber nicht, hat gesagt, er wäre ein anderer Mensch usw usw und ist lieber zwei Tage später von selbst zurückgetreten. Das ganze Desaster war eigentlich einen Monat später schon wieder vergessen bis eine der beliebtesten (und offen lesbische) amerikanischen Moderatorinnen (und Oscar-Gastgeberinnen) Ellen DeGenres, Kevin Hart in ihre tägliche Nachmittagsshow einlud, sich für ihn stark machte und sogar meinte, sie würde die Academy anrufen und bitten, ihn als Oscar-Gastgeber zurückzunehmen. Wow, als ich das im Fernsehen sah, musste ich mir erst mal kräftig die Augen reiben. Naja, um das Ganze abzukürzen – ich könnte jetzt richtig ausholen, aber lasse es, nach einigem Hin und Her hat Kevin Hart gesagt, nein, er kehrt nicht zurück. 

Wenn A.M.P.A.S. nun nicht noch jemanden aus dem Hut zaubert, wird es also aller Voraussicht bei der Oscar-Verleihung am 24.02.19 keinen Gastgeber geben. Ist nicht schlimm, hatten wir auch schon. Derzeit gibt es aber Gerangel um die Präsentatoren. Die Academy möchte die Stars, die auf ihrer Bühne die Gewinner ansagen, exklusiv haben. HFPA (Golden Globes) und  SAG/AFTRA, die selbst eine im TV übertragende Show haben durften/ dürfen nicht die Stars, die bereits ihr Okay für die Oscar-Show gegeben haben, auffahren. Das ist doch Kindergarten… für schwer Erziehbare. Aus dieser Misere müssten eigentlich Konsequenzen folgen, eigentlich müsste jemand seinen Hut nehmen, in jedem Fall braucht A.M.P.A.S. ein besseres PR-Team. 

So, jetzt aber zu positiven Fakten:

Im Jahr 2018 wurden 928 Künstler eingeladen, der Oscar Academy beizutreten. Nicht jeder nimmt die Einladung an, auch verliert die Academy (durch den Tod von Mitgliedern oder auch beispielsweise, durch ihre Option, ein stilles – also nicht wählendes – Mitglied zu sein oder wenn sie aufgrund von Skandalen ein Mitglied vor die Tür setzen) jedes Jahr viele wahlberechtigte Mitglieder. Für die diesjährige Abstimmung für die Oscar-Nominierungen und und den eigentlichen Award gibt es 7902 Mitglieder, die wahlberechtigt sind.

Für die 91. Academy Awards haben sich 347 Filme qualifizieren können. Jeder Mitglied wählt in seinem Berufszweig (Regisseure wählen die für sie in diesem Jahr besten Regisseure, Schauspieler wählen die, ihrer Meinung nach, in diesem Jahr besten Schauspieler, die Kameramänner/frauen listen die beste Kameraarbeit, etc.) Es gibt jedoch beispielsweise auch eine Casting Director Branch, da die aber bislang noch keine eigene Kategorie haben, dürfen die nur den besten Film bestimmen). Jedes Mitglied wählt ansonsten zusätzlich zu seiner eigenen Gruppe die Filme, die eine Beste-Film-Nominierung erhalten und dieses Jahr beispielsweise auch die Animationsfilme, die nominiert werden. In dieser Kategorie darf nur gewählt werden, wenn das Mitglied nachweislich einen Großteil dieser Filme gesehen hat. In diesem Jahr müssen sie 13 der 25 für den Oscar qualifizierten Animationsfilme gesehen haben.

Seit einiger Zeit wird auch bei den Oscar-Nominierungen nach dem preferential system bestimmt. Jedes Mitglied listet seine Favoriten der Reihe nach. Dabei können sie aber auch bei der Kategorie Bester Film nur fünf Plätze vergeben. Es bedarf rund 250 Nummer 1- Stimmen in der ersten Auszählung, um sicher eine Oscar-Nominierung als Bester Film zu ergattern. 250 Academy-Mitglieder müssen beispielsweise „Roma“ als ihren Nr.1-Film platzieren. Bei „Roma“ ist das einfach, sich vorzustellen. 

 

Bei den Oscar-Nominierungen werden dann 5 bis zu 10 Filme in der Kategorie Bester Film nominiert. Seitdem es diese vage Anzahl gibt, gab es entweder 8 oder 9 Filme, die nominiert wurden – nicht weniger, aber auch nicht mehr. 

 

„Roma“ hat nahezu alle Kritikerpreise im Jahr 2018 gewonnen. Dieser fremdsprachige Netflix-Film konnte in der ersten, im TV live übertragenden Filmpreisverleihung (Golden Globes) nicht gewinnen, da er aufgrund der HFPA-Regeln nicht als Bestes Drama nominiert werden durfte. Gewonnen hat dort – zur Belustigung aller – „Bohemian Rhapsody“. Bei der zweiten, im TV live übertragenden Filmpreisverleihung (Critic Choice Awards) hat „Roma“ die Kategorie Bester Film für sich entscheiden können. 

„Green Book“ ist nun mit dem gestrigen PGA-Gewinn (den Preis der Produzenten) so etwas wie der Favorit auf den Oscar-Gewinn. Dieser Film hat einen Mega-Shitstorm abbekommen. Nicht unbegründet, „Green Book“ ist der „Ein Weißer rettet den Schwarzen“-Film, die Angehörigen des schwarzen Charakters im Film werfen den Autoren und Produzenten und dem Regisseur vor, eine völlig falsche Geschichte zu erzählen, bzw. anders ausgedrückt: Lügen zu verbreiten. Dem Drehbuchautor und Sohn von Viggo Mortensens Charakter wird nachweislich Trump-Nähe und Feindlichkeit gegenüber Muslimen nachgesagt und und und. Während die Aufregung riesig ist, segelt „Green Book“ aber in den sicheren Hafen von Nominierungen und Preisen und etabliert sich dabei als Oscar-Favorit. Mich erinnert es irgendwie daran, wie Donald Trump die U.S.-Präsidentschaftswahl für sich entschied. 

„A Star is Born“ hat nach den Nominierungen innerhalb der Filmindustrie ganz klar die Nase vorn. Es gibt keinen anderen Film in dieser Saison, der wirklich quasi von allen Gilden (den Produzenten, den Regisseuren, den Schauspielern, den Autoren, den Kameramännern, den Sound-Experten, den Kostümdesignern, den Make-Up und Hairstylisten und und und) nominiert wurde. Das Problem: Der Film hat leider bisher noch keinen wichtigen Preis gewonnen. 

Der vierte Film, der in meinen Augen, den Oscar als Bester Film gewinnen kann, ist „BlacKKKlansman“. Bei allen wichtigen Filmpreisen wird er nominiert. Die Schauspieler (SAG/AFTRA) und die Briten (BAFTA) stehen hinter diesem Film. Ähnlich wie bei „A Star is Born“, das Problem hier auch: dieser Film muss langsam mal etwas gewinnen. 

Wir haben also ganz sichere vier Filme

Roma 

Green Book

A Star is Born

BlacKKKlansman 

Die Gewerkschaft der Regisseure hat auch die o.g. vier Filmemacher nominiert, plus Adam McKay (für „Vice“), logische Schlussfolgerung (auch wenn ich den Film völlig verunglückt fand) ist der fünfte Film:

Vice 

Dann, weil die Briten ihn pushen, Einzelnominierungen der Schauspieler sicher sind, als sechsten Film:

The Favourite

An siebenter Stelle und da müssen wir eigentlich noch mal kurz durchatmen, in uns gehen, weil es eine Sensation ist. Zum ersten Mal wird ein Superheldenfilm (allerdings mit einer gesellschaftlichen Relevanz) für den Oscar nominiert. Alles deutet daraufhin, daher:

Black Panther 

An achter Stelle, und das tut mir persönlich sehr weh, ein Film, der unter Filmkritikern als schlecht gilt. Der nun aber aufgrund der Musik von Queen Massen an Zuschauer in die Kinos gelockt hat und bombastische Zahlen macht: „Bohemian Rhapsody“. Besonders ärgert mich, dass der Film mit „A Star is Born“ verglichen wird. Leute, ASIS ist zwar nur ein Remake, das dritte noch dazu, aber die Songs sind neu und werden von den beiden Protagonisten (Cooper und Gaga) selbst gesungen, die Konzertaufnahmen sind vor Live-Publikum gefilmt worden (was man spürt), der Produktionswert ist wesentlich höher als bei dem Queen-Film, bei dem der Schauspieler zu Mercurys Gesang nur die Lippen bewegt, nur die altbekannten Songs zu hören sind und ansonsten nur mit viel Maske und Computereffekten am Ende ein, wenn man die Augen zudrückt, geradenochsomittelmäßiger Film dabei rauskam. Noch dazu ist der Film von dem Skandal-Regisseur Bryan Singer, der auch noch kurz vor Ende der Dreharbeiten gefeuert wurde. Er selbst konnte seinen Film nicht promoten, weil ihm sexuelle Übergriffigkeit vorgeworfen wird. Bei den Dankesreden – und das muss man sich mal vorstellen – von Rami Malek und den Produzenten bei den Golden Globes wurde dem Regisseur nicht gedankt. .Ja, ich werde es nicht verstehen, dass ich mich mit diesem Film im Zusammenhang mit den Oscars überhaupt auseinandersetzen muss, aber die Liebe zu Queen ist grenzenlos und es gibt meist eine Gurke unter den nominierten Filmen, daher:

Bohemian Rhapsody

Das wären acht nominierte Filme. Alles andere ist Kann und nicht Muss. „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ haben keine PGA-Nominierung, ohne die ist ein Oscar-Gewinn aussichtslos. Nominiert werden könnten sie aber, dafür bräuchte der Film rund 250 leidenschaftliche Fans innerhalb der Academy, die diesen Film als ihren Nummer 1- Film setzen. Sind „First Man“ und „If Beale Street Could Talk“ typische Nr. 1-Filme? Ich glaube schon, aber auch „First Reformed“ und vielleicht sogar „A Quiet Place“. Richtig stehe ich nicht dahinter, aber ich nehme als neunten Film:

First Man

 

Unabhängig von unserer Wette vermute ich, dass „A Star is Born“ mit den meisten Nominierungen ins Oscar-Rennen ziehen wird. 

 

Jetzt geht es also um die Oscar-Nominierungen. Bei unserer Wette bekommt man für jede richtig geratenen Nominierung einen Punkt und zwei Zusatzpunkte für die richtig geratene Anzahl der nominierten Filme.

Meine Prognose für die Oscar-Nominierungen (die Kandidaten sind in der Reihenfolge gelistet, in der ich denke, dass eine Nominierung am Wahrscheinlichsten ist). Für die Wette zählen nur die 9 Filme (weil ich davon ausgehe, dass wieder neun Filme nominiert werden) bzw. die jeweils 5 in den anderen Kategorien, die ich gelistet habe.

Best Motion Picture of the Year

  1. Roma
  2. Green Book
  3. A Star is Born
  4. BlacKKKlansman
  5. Vice 
  6. The Favourite
  7. Black Panther
  8. Bohemian Rhapsody
  9. First Man

—————————-

  1. If Beale Street Could Talk
  2. A Quiet Place
  3. Can You Ever Forgive Me?
  4. Mary Poppins Returns
  5.  First Reformed
  6. Leave No Trace
  7. Crazy Rich Asians
  8. Widows

Bei der Kategorie Bester Film bin ich mir – wie gesagt – nur bei den ersten vier Filmen sicher. In meiner September- und November-Prognose hatte ich „Roma“ als Gewinnerfilm gesehen, dann bin ich, nachdem ich den Film gesehen habe, davon abgewichen (weil ich dachte, dass die Schauspieler ihn nicht unterstützen werden). Momentan sehe ich „Roma“ wieder als Gewinner-Film.

 

Achievment in Directing

Alfonso Cuaron „Roma“

Bradley Cooper „A Star is Born“

Spike Lee  „BlacKKKlansman“

Yorgos Lanthimos „The Favourite“

Peter Farrelly „Green Book“

In dieser Kategorie bin ich mir nur bei Alfonso Cuarón richtig sicher. Bradley Cooper könnte den „Ben Affleck“ machen und nicht nominiert werden. Spike Lee wurde noch nie von AMPAS als bester Regisseur nominiert, das wäre also eine Sensation. Die DGA-Fünf beinhalten aber die drei und zusätzlich Peter Farrelly und Adam McKay. Es ist einzig Adam McKay zu „verdanken“, dass sein Film „Vice“ eine solche ungeordnete Katastrophe wurde, dafür werden sie ihn doch nicht noch belohnen? Richtig happy wäre ich mit Pawel Pawlikowski (Cold War) oder vielleicht Barry Jenkins (If Beale Street Could Talk), meinetwegen auch Oscar-Gewinner Damien Chazelle (First Man). Vielleicht ist es aber auch Paul Schrader (First Reformed), der so viele Jahrzehnte ignoriert wurde. 

 

Performance by an actress in a leading role

Glenn Close „The Wife“

Olivia Colman „The Favourite“

Lady Gaga „A Star is Born“

Melissa McCarthy „Can You Ever Forgive Me?“

Viola Davis „Widows“

Auch hier gibt es große Unsicherheitsfaktoren. Hundertprozentig sind nur Glenn Close, Olivia Colman und Lady Gaga. Sollte Yalitza Aparicio (Roma) nominiert werden, brauchen wir gar nicht weiter zu rätseln, welcher Film BP gewinnt. Dann kann es eigentlich nur „Roma“ sein. Die restlichen zwei Schauspielerinnen könnten aber auch Emily Blunt (Mary Poppins Returns), Joanna Kulig (Cold War), Toni Collette (Hereditary) oder Saoirse Ronan (Mary Queen of Scots). Es könnte sogar Julia Roberts (Ben is Back) sein.

 

Performance by an actor in a leading role

Christian Bale „Vice“

Rami Malek „Bohemian Rhapsody“

Bradley Cooper „A Star is Born“

John David Washington „BlacKKklansman“

Viggo Mortensen „Green Book“

Tja. Bale und Rami Malek werden ziemlich sicher nominiert, für Bradley Cooper sieht es auch ganz gut aus. Das sind die sicheren Drei. Eine Nominierung für John David Washington würde zeigen, wie beliebt „BlacKKKlansman“ innerhalb der Academy ist. Eine Nicht-Nominierung für Viggo würde zeigen, dass die Schmutzkampagne für „Green Book“ doch irgendwo Früchte getragen hat. Mit dem gestrigen PGA-Preis für „Green Book“ sieht es aber so aus, als ob „Green Book“ nach wie vor sehr viele Fans, selbst innerhalb der Filmindustrie hat. Gerade für Viggo könnte Ethan Hawke (First Reformed) reinkommen, der die amerikanischen Kritiker hinter sich hat. Für eine Nominierung stehen aber auch andere in der Schlange: Willem Dafoe (At Eternity´s Gate, Ryan Gosling (First Man), Lucas Hedges (Boy Erased)

 

Performance by an actress in a supporting role

Rachel Weisz „The Favourite“

Emma Stone „The Favourite“

Amy Adams „Vice“

Nicole Kidman „Boy Erased“ 

Regina King „If Beale Street Could Talk“

So, hier wird es spannend. Eigentlich haben wir mit Regina King, Gewinnerin in dieser Kategorie u.a. bei den Globes und den Critic Choice Awards eine Favoritin auf den Oscar-Gewinn. Nun wurde sie aber weder von den Schauspielern (von SAG/AFTRA), noch von den Briten (BAFTA) mit einer Nominierung bedacht. Viele Mitglieder dieser Gruppen sind auch Academy-Mitglieder. Kann sie nun wieder bei den Oscars einsteigen? Sicher sind in dieser Kategorie eigentlich nur die beiden Ladies von „The Favourite“. Nominiert werden könnte auch Claire Foy (First Man), Margot Robbie (Mary Queen of Scots), Emily Blunt (A Quiet Place), Elizabeth Debicki (Widows) oder Michelle Yeoh (Crazy Rich Asians). Sollte Regina King für den Oscar nominiert werden, wird sie ihn wohl auch gewinnen.

 

Performance by an actor in a supporting role

Mahershala Ali „Green Book“

Richard E. Grant „Can You Ever Forgive Me?“

Timothée Chalamet „Beautiful Boy“

Adam Driver „BlacKKKlansman“

Sam Rockwell „Vice“

Super sicher sind hier wohl nur die ersten Beiden. Mahershala Ali wird, ich hatte es bereits in meiner November-Prognose erwähnt, aller Wahrscheinlichkeit nach den „Christoph Waltz“ machen und zwei Mal innerhalb kürzester Zeit den Oscar als Bester Nebendarsteller holen. Bislang sehe ich nichts, was dagegen spricht. Na gut, eine Mini-Chance für Adam Driver wenn „BlacKKKlansman“ BP gewinnt. Dafür muss er aber erst mal nominiert werden. Wer könnte aber noch nominiert werden? Die Frage ist auch, ob Sam Elliot (A Star is Born) nominiert wird? Auch könnten Michael B. Jordon (Black Panther), Nicholas Hoult (The Favourite), Brian Tyree Henry (If Beale Street Could Talk), Steven Yeun (Burning), Russell Crowe (Boy Erased), Daniel Kaluuya (Widows) und was weiß ich wer noch alles nominiert werden. Lassen wir uns überraschen.

 

Die Oscar-Nominierungen kommen am 22.01.19 bekanntgegeben. 

Die 91st Academy Awards finden am 24.2.19 offensichtlich das erste Mal nach längerer Zeit ohne einen Gastgeber statt. 

D. C. – Film: „Mary Queen of Scots“

Ich war am 08.01.19  in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Mary Queen of Scots“ (dt. Filmtitel: „Maria Stuart, Königin von Schottland“, dt. Kinostart war der 17.01.19)  124 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Josie Rourke  cast: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, Joe Alwyn, David Tennant, Guy Pearce, Ian Hart

 

Schottland im Jahr 1561. Maria Stuart (Saoirse Ronan) hat in den letzten Jahren in Frankreich gelebt. Nach dem Tod ihres Ehemannes, dem König von Frankreich, kehrt sie zurück in das politisch und religiös gespaltene Schottland. Die 18-Jährige Katholikin besteigt nun den ihr rechtmäßig zustehenden schottischen Thron. Ihre protestantische Cousine, die englische Königin Elizabeth I. (Margot Robbie) begegnet Maria mit Mißtrauen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Mary Queen of Scots“ ist ein Biopic über die schottische Königin Maria Stuart. Der Film basiert auf John Guys Biografie „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“. Das Drehbuch zu diesem Film hat der amerikanische Dramatiker Beau Willmon geschrieben, er ist u.a. der Serienschöpfer der amerikanischen Version von House of Cards. Es ist Spielfilmdebüt der britischen Theaterregisseurin Josie Rourke.

Maria Stuarts tragische Lebensgeschichte allein gibt natürlich viel her für einen Film. In diesem Historiendrama geht es nun auch um den Konflikt zweier starker Frauen, rivalisierende Monarchinnen, die sich in einer ansonsten von Männern dominierten Welt durchsetzten. Die ganze Geschichte wird von der Theaterregisseurin mal als Kammerspiel, mal sehr aufwändig, aber immer selbstbewusst in Szene gesetzt. Das Herzstück des Films ist das Aufeinandertreffen der beiden Königinnen. Dabei handelt es sich um ein einziges Treffen (ob es in der Realität  überhaupt stattgefunden hat, weiß man nicht). Um Spannung zwischen den beiden Schauspielerinnen aufzubauen und die Szene so authentisch wie möglich zu gestalten, wurden Saoirse Ronan und Margot Robbie für die kompletten Dreharbeiten voneinander ferngehalten.  

Mir hat „Mary Queen of Scots“ tatsächlich besser gefallen, als ich es zuvor gedacht habe. Handwerklich ist der Film gut, die Filmmusik weiß zu gefallen, die Kostüme und die Ausstattung sind beeindruckend. Gerade die vielfältige Besetzung hat mich angesprochen, einzig Margot Robbie war mir ein Dorn im Auge. Ich halte sie hier für fehlbesetzt. Während Saoirse Ronan etwas anmutiges, gar majestätisches hat, wirkt Margot Robbie hier gewöhnlich. Mit feuerroten Haaren und mit übertriebener Schminke erinnerte sie eher an einen Hofnarr als an eine Königin. Das hat mich aus dem Film gebracht.

Saoirse Ronan hat im Alter von 13 Jahren (für einen ihrer ersten Kinofilme, „Atonement“) bereits ihre erste Oscar-Nominierung erhalten. Damit befindet sie sich in bester Gesellschaft, Leonardo DiCaprio hat seine erste Oscar-Nominierung ebenfalls für einen seiner ersten Kinofilme („What´s Eating Gilbert Grape“) bekommen und Edward Norton hat seine erste Oscar-Nominierung tatsächlich für sein Spielfilmdebüt in „Primal Fear“ erhalten. Mittlerweile ist die irisch-amerikanische Schauspielerin 24 Jahre alt und hat bereits drei Oscar-Nominierungen  (auch für ihre Performance in Brooklyn und Lady Bird).

„Mary Queen of Scots“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Margot Robbie), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: „Mary Queen of Scots“ hat 2 Oscar-Nominierungen (Bestes Kostümdesign und  Bestes Make-up und Beste Frisuren) erhalten.

„Mary Queen of Scots“ wurde erstmalig auf dem AFI Fest 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 1,052 amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film gestern (17.01.19) in den Kinos gestartet. 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Cold War„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Pawel Pawlikowskis neuer Film, einer meiner Top Ten-Filme

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Destroyer„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Karyn Kusamas neuer Film mit Nicole Kidman. Leider unerträglich

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen


Trailer v. Film: „Everybody Knows„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Asghar Farhadis neuer Film mit Penelope Cruz und Javier Bardem. Wenn der Film bloß so gut wäre wie der Trailer. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Münchner Film Fest gesehen


Trailer v. Film: „Downton Abbey „

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Ich habe die Serie nie gesehen, jetzt also der Film dazu 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

D. C. – Film: „Ben is Back“

Ich war am 07.01.19 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Ben is Back“ (dt. Kinostart war der 10.01.19)  103 min  drama

dir. Peter Hedges  cast: Julia Roberts, Lucas Hedges, Courtney B. Vance, Kathryn Newton, Alexandra Park

 

Holly Burns (Julia Roberts) ist glücklich als ihr ältester Sohn Ben (Lucas Hedges) völlig unerwartet vor der Tür steht. Ben ist drogensüchtig und hat seinen Entzug vorzeitig abgebrochen. Nun soll er seit 2 1/2 Monaten clean sein und Holly ist bereit, ihn zumindest für Weihnachten wieder im Kreis der Familie aufzunehmen. Bens Stiefvater (Courtney B. Vance) und seine ältere Schwester Ivy (Kathryn Newton) sind skeptisch, viel zu viel hat die Familie seinetwegen bereits durchgemacht. Holly schließt sicherheitshalber alle Medikamente und den Schmuck weg und einigt sich mit ihrem Sohn darauf, dass sie ihn für die nächsten vierundzwanzig Stunden keine Sekunde aus den Augen lässt. Doch schon bald wird Ben von seiner Vergangenheit eingeholt…

 

B- (Wertung von A bis F) „Ben is Back“ ist der neue Film des amerikanischen Romanautors („What´s Eating Gilbert Grape“), Drehbuchautors („About a Boy“) und Filmemachers (Dan in Real Life) Peter Hedges. Er ist der Vater des Oscar-nominierten Schauspielers Lucas Hedges, der hier den Titelcharakter spielt. 

In der Oscar-Saison 2018/2019 ist „Ben is Back“ (neben Boy Erased und Beautiful Boy) einer der drei Filme, bei denen der Sohn der Familie im Zentrum der Geschichte steht. Wie eine Drogensucht des Sohnes das Familienleben beeinflusst, das zeigt sowohl „Beautiful Boy“ als auch dieser Film. Hier ist Ben durch Schmerzmittel, die er nach einem Sportunfall verschrieben bekam, drogensüchtig geworden. Letztlich ist aber unwichtig, wie der Sohn in die Abhängigkeit  rutschte. Das Kind ist suchtkrank, hat die Entzugsklinik vorzeitig verlassen und steht an Heiligabend vor der Tür. Kann die Familie dem süchtigen Sohn vertrauen? Positiv finde ich, dass der Film auch Rasse und Klasse anspricht. Wäre der Sohn schwarz würde er wahrscheinlich im Gefängnis sitzen, würde er aus ärmlichen Verhältnissen stammen, hätte seine Therapie nicht finanziert werden können. Varianten dieses Drogendramas hat man schon zig Mal im Film gesehen, hier ist sie durchaus spannend inszeniert. Peter Hedges hat sich für seine Geschichte  von Suchtfällen aus seinem Familien- und Freundeskreis (er war auch mit dem Schauspieler Philip Seymour Hoffman befreundet) inspirieren lassen. Teilweise wirkt seine Story jedoch an den Haaren herbeigezogen und das Ende ist wirklich dämlich. 

Lucas Hedges ist glaubwürdig in dem Film, auch wenn seine Performance in seinen beiden anderen 2018er-Filmen („Boy Erased“ und Mid90s) noch besser ist. Letztlich ist es aber die Julia Roberts-Show. Sie spielt die Übermutter, die wie eine Löwenmutter um ihr Baby kämpft.

„Ben is Back“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Lucas Hedges), Beste Hauptdarstellerin (Julia Roberts), Bestes Originaldrehbuch

„Ben is Back“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2018 gezeigt. Der Film ist am 7.12.18 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 598 Kinos. In Deutschland ist „Ben is Back“ seit dem 10.01.19 in den Kinos zu sehen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Arctic„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Survival-Film mit Mads Mikkelsen

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Aspern Papers„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar: Romanadaption mit Jonathan Rhys-Meyers und Vanessa Redgrave

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Gloria Bell„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Remake des chilenischen Films „Gloria“, hier mit Julianne Moore und John Turturro

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 

 

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2018

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2018 tauchen insgesamt 105 aktuelle Filme auf. 23 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 23 Filmen waren allein 10 neue Netflix-Filme (The Cloverfield Paradox,, Strong Island, Mute, Cargo, Sunday´s Illness, Outside In, Private Life, 22 July, Stephanie und Bird Box). Einige davon hätte ich gerne  im Kino gesehen. Dafür konnte ich im Jahr 2018 tatsächlich drei Netflix-Filme im Kino sehen: Annihilation, The Ballad of Buster Scruggs und Roma.

Die verbleibenden 82 Filme habe ich im Kino gesehen. Im Jahr 2018 habe ich es auch zum ersten Mal auf das Münchner Film Fest und damit auf vier Filmfestivals  (Berlinale, Tribeca Film Festival, Münchner Film Fest und das New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale, dem Münchner Film Fest und vier Pressevorführungen (für Winchester, You Were Never Really Here, Halloween und Climax) war ich im Filmjahr 2018 3 x regulär im deutschen Kino, und zwar für Hereditary, für den Netflix-Film Roma und schließlich für Cold War.  5 x war ich in Hongkong, 1 x in Leeuwarden, 1 x in Kopenhagen und ansonsten nur in Nordamerika im Kino.  Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres noch möglich alle sogenannten Prestige- bzw.  Oscar-Filme unterzubringen, bevor ich meine Top-Ten-Liste veröffentliche. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Da die Bestenliste bis spätestens Anfang/Mitte Januar fertig sein sollte, habe ich nur noch folgende potenzielle Oscar-Kandidaten in den ersten Tagen des neuen Jahres gesehen: If Beale Street Could Talk, Ben is Back, Mary Queen of Scots, Cold War und Destroyer

Nicht geschafft habe ich folgende mögliche Top Ten-Kandidaten:  „Capernaum“, „Suspiria“, „Shoplifters“ und „Burning“

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den, von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren. 

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2018 gibt es keinen Platz 1-Film und auch sonst haben die Filme kein Ranking erhalten. Gelistet sind sie in der Reihenfolge, in der ich die Filme gesehen habe. In meiner Bestenliste sind u.a. ein spanischer, ein mexikanischer und ein polnischer Film, Wes Andersons Stop-Motion-Animationsfilm, ein exzentrisches Kostümdrama eines griechischen Ausnahmeregisseurs, zwei ganz besondere Werke weiblicher Regisseure und Spike Lees neuestes Film

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2018 (in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe):

Isle of Dogs

You Were Never Really Here

Disobedience

Sunday´s Illness

Leave No Trace

BlacKkKlansman

Outside In

The Favourite

Roma

Cold War

 

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Annihilation, A Quiet Place, American Animals, Border, If Beale Street Could Talk) 

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2018:

Jonah Hill (Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot)

Joaquin Phoenix (You Were Never Really Here)

Toni Collette (Hereditary)

Olivia Colman (The Favourite)

Rachel Weisz und Emma Stone (The Favourite)

Glenn Close (The Wife) 

Tim Blake Nelson (The Ballad of Buster Scruggs)

Bradley Cooper (A Star is Born)

Richard E. Grant (Can You Ever Forgive Me?)

Carey Mulligan (Wildlife)

Elizabeth Debicki (Widows)

Russell Crowe (Boy Erased)

Mahershala Ali, Viggo Mortensen (Green Book)

Josh Brolin, Benicio del Toro (Sicario: Day of the Soldado) 

Christian Bale, Sam Rockwell, Steve Carell, Amy Adams (Vice) 

Lucas Hedges (insbesondere für Boy Erased, Mid90s) 

Adam Driver (BlackKklansman)

Timothee Chalamet (Beautiful Boy) 

Joanna Kulig und Tomasz Kot (Cold War) 

Michael Shannon (weil er immer toll ist, dieses Jahr habe ich ihn in Waco, State Like Sleep und „The Little Drummer Girl“ gesehen)

 

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Thomasin McKenzie (Leave No Trace)

Helena Howard (Madeline´s Madeline)

Sunny Suljic (Mid90s)

Evan Peters (American Animals, TV-Serie: Pose)

Lewis Pullman (Bad Times at the El Royale) 

Cynthia Erivo (Bad Times at the El Royale/ Widows) 

Richard Madden (TV-Serie: Bodyguard) 

Darren Criss (The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story)

Alex Lawther (The End of the F***ing World) 

Joel Dawson (Mary Poppins Returns) 

 

Ich wähle die Filme, die ich mir anschaue immer gezielt aus, daher sehe ich relativ wenig schlechte Filme. Hin und wieder muss aber ich auch leiden. 

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Mute

Thoroughbreds

Eighth Grade

Her Smell

Bohemian Rhapsody

Green Book

Vice

Destroyer (mein Beitrag folgt in Kürze)

 

Wirklich gehasst habe ich nur folgenden Film: 

„The Real Estate“ (Ein schwedischer Film, den ich auf der Berlinale 2018 gesehen habe. Ich wollte den Film schnellstmöglich vergessen, daher habe ich nichts über ihn geschrieben. Es ist der einzige Film, der von mir im Filmjahr 2018 ein „F“ bekommen hat) 

 

Einige Filme habe ich jedoch angefangen, haben mich jedoch aus unterschiedlichen Gründen genervt bzw. ich war einfach nicht in der Stimmung für die Filme und habe sie bis heute nicht zu Ende geschaut:

Paddington 2

The Rider

Mandy 

The Death of Stalin 

Support the Girls 

 

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2018 ein recht gutes Filmjahr. Auch habe ich noch nie so viele Serien/bzw. Mehrteiler wie im letzten Jahr gesehen. Nicht über jede habe ich etwas geschrieben. Ich versuche demnächst noch ein paar Worte über „The Little Drummer Girl“ zu verlieren. Hier meine 2018er Serien/Mehrteiler mit meiner Bewertung – in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe: 

The End of the F***ing World  (A)

Good Behavior, 2. Staffel (B)

The Fear (B)

Waco (B)

Collateral (B+)

The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story (B+)

Liar (C+)

The Chalet (C+)

Colony, 1. Staffel  (C+)

Colony, 2. Staffel  (C)

Homeland, 7. Staffel  (B-)

Safe (B-)

The Looming Tower (A-)

Barry (B+)

Patrick Melrose (C+)

Pose (B+)

Sharp Objects (C+)

Bodyguard (B)

The Little Drummer Girl (B)

The Kominsky Method (B-) 

 

Folgendes ist aus meiner Top Ten-Liste aus dem Jahr  Filme aus dem Jahr 2017 kopiert. Gelistet hatte ich im Vorfeld, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2018 interessierten:

 

The Irishman, dir. Martin Scorsese (ins Jahr 2019 verschoben)

Backseat, dir. Adam McKay (in „Vice“ umbenannt) 

Widows, dir. Steve McQueen

The Sisters Brothers, Jacques Audiard

Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer 

Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant 

Annihilation, Alex Garland 

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  (ins Jahr 2019 verschoben) 

Chappaquiddick, dir. John Curran 

Loro, dir. Paolo Sorrentino 

Unsane, dir. Steven Soderbergh

Boy Erased, dir. Joel Edgerton 

mit Ausnahme von „Loro“ habe ich alle Filme, die 2018 herauskamen gesehen. Dieses Jahr hat es keiner dieser Filme in meine Top Ten geschafft. 

 

 

Für das Jahr 2019 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese

Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater  (beide aus meiner Liste des Vorjahres)


Us, dir. Jordan Peele

Once Upon a Time in Hollywood, dir. Quentin Tarantino

The Gemini Man, dir. Ang Lee

Untitled Artificial Intelligence Courtroom Project, dir. Darren Aronofsky

The King, dir. David Michod

A Beautiful Day in the Neighborhood, dir. Marielle Heller 

The Woman in the Window, dir. Joe Wright

Ford v. Ferrari, dir. James Mangold

Jojo Rabbit, dir. Taika Waititi 

Shirley, dir. Josephine Decker 

The Dead Don´t Die, dir. Jim Jarmusch