TV – Serie: „Mindhunter, 1. Staffel“


Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 1. Staffel“ 10 x 35 to 60 min crime, drama, adaptation
dir. David Fincher, Asif Kapadia, Tobias Lindholm, Andrew Douglas cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Hannah Gross, Anna Torv, Cotter Smith, Cameron Britton, Happy Anderson, Jack Erdie

 

Im Jahr 1977. Holden Ford (Jonathan Groff) ist FBI-Agent, sein Fachgebiet ist die Verhandlung mit Geiselnehmern, er unterrichtet in Quantico. Sein Kollege Bill Tench (Holt McCallany) ist der Verhaltensforschungseinheit zugeteilt und fährt durchs Land, um den Polizisten die neuesten Ermittlungstechniken des FBI beizubringen. Der 29-jährige Holden Ford ist sehr daran interessiert, seinen Horizont zu erweitern und arbeitet schon bald mit Bill Tench zusammen. Die beiden FBI-Agenten weihen fortan die Gesetzeshüter in der Provinz gemeinsam in die FBI-Arbeit ein. Dabei werden sie nicht selten von den Polizisten in ihre ungeklärten Mordfälle eingeweiht und zu Rate gezogen. Holden hat irgendwann die Idee, inhaftierte Serienmörder zu interviewen, er denkt, er könnte etwas Nützliches über die Psyche dieser Täter in Erfahrung bringen. Bald besucht er den Serienmörder Ed Kemper (Cameron Britton) im Gefängnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf dem Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australischen Bühnen- und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er produziert. Hier hat David Fincher bei vier der zehn Episoden Regie geführt.

An die Serie sollte man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. In erster Linie ist „Mindhunter“ ein dialogreiches Charakterdrama. Es geht um zwei FBI-Agenten, die in den späten 1970er Jahren durch Gespräche mit Serienmördern versuchen, die Psyche dieser Täter generell zu analysieren. Die beiden FBI-Agenten gab es wirklich. Die realen Vorbilder für Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) und Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) waren John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und Robert Ressler. Es ist nicht das erste Mal, dass der FBI-Agent John E. Douglas als Vorlage für Charaktere in einer Serie bzw. einem Film diente. Die Serienfigur Jason Gideon aus der TV-Serie „Criminal Minds“ und auch der fiktive Ermittler Jack Crawford aus den Hannibal Lecter-Büchern/Filmen basiert auf John E. Douglas. Die Serie „Mindhunter“ ist jedoch nicht so spannungsgeladen wie beispielsweise Jonathan Demmes exzellenter Thriller „The Silence of the Lambs“, diese Serie ist dialogreich und nimmt sich Zeit für seine Charakter und seine Geschichte und ist damit eher mit David Finchers großartigen Serienmörder-Film Zodiac zu vergleichen. Ich wusste selbst nicht was mich erwartet. Sobald David Fincher aber irgendwo seine Finger im Spiel hat, stehe ich auf der Matte. Seinetwegen habe ich in die Serie reingeschaut, geblieben bin ich, weil mir die beiden Protagonisten (Holden Ford und Bill Tench) schnell ans Herz gewachsen sind. Wie jede TV-Serie, die mich begeistert, habe ich auch diese gesamte Staffel bereits zwei Mal geschaut (zugegebenermassen Finchers vier Episoden sogar drei Mal). Besonders gefallen mir das Zusammenspiel von Holden und Bill, die brillanten Dialoge, der unterschwellige Humor und das 1970er Jahre Setting.

„Mindhunter“ spielt in einer anderen Zeit. Es ist das Jahr 1977, überall wurde noch geraucht und das neue FBI (nur fünf Jahre nach dem Tod des ersten FBI-Direktors J. Edgar Hoover) muss sich noch finden. Es macht den Anschein, dass sich die Verbrechen und die auch Täter geändert haben. Die Sprache und Wortwahl war noch eine andere, Begriffe wie Serienmörder waren noch nicht gebräuchlich (serial killer wurden als sequence killer bezeichnet). Die Serie erzählt von dem Beginn der Kriminalpsychologie/ des Profilings. Dabei kam einer der FBI Agenten (in der Serie Holden Ford) auf die Idee, inhaftierte Serientäter zu ihrer Kindheit und den Beweggründen ihrer Taten zu befragen. Die Serienmörder Ed Kemper, Monte Ralph Rissell, Jerry Brudos, Richard Speck, etc, die in der ersten Staffel zu sehen sind, hat es tatsächlich alle gegeben.

Sexual- und Gewaltverbrechen werden üblicherweise von Männern verübt. In den 1970er Jahren waren die Mädchen und Frauen nicht nur die Opfer, ihnen wurde damals auch oftmals die Schuld dafür gegeben, dass der Mann so ausgetickt ist. (mal war es die dominante Mutter oder Oma, die Freundin oder das junge Mädchen, dass zu sexy gekleidet ist, etc.).

In einigen Szenen (meist zu Beginn der Episoden) sieht man einen mysteriösen Mann. Man erfährt nicht viel über diesen Mann, aber einiges weist darauf hin, dass er ein Krimineller, wahrscheinlich sogar Serienmörder ist oder vielleicht auch erst irgendwann mit seinen grausamen Taten beginnt. Die erste Staffel von „Mindhunter“ endet mit ihm, man kann also davon ausgehen, dass er ein wichtiger Bestandteil der zweiten Staffel ist.

Die Serie ist perfekt besetzt. Dem Namen nach kannte ich keinen der Schauspieler. Jeder einzelne ist jedoch glaubwürdig in seiner/ihrer Rolle. Mit der zweiten Sichtung dieser Serie war mir aber klar, dass Holt McCallany jetzt einer meiner neuen Lieblingsschauspieler ist. Sein Gesicht war mir aus einigen anderen Filmen bekannt.

Cameron Britton als Serienmörder Ed Kemper ist unbeschreiblich gut. Hier sehe ich definitiv auch eine Emmy-Nominierung als Gaststar bzw. Nebenrolle. Bitte seiner Stimme und Sprache unbedingt im Original lauschen!

Meine Lieblingsfigur: Ich mag alle, Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) ist aber mein Favorit

Meine Lieblingsepisode: Ich liebe die zweite Episode, sie ist perfekt, mein Lieblingspart dabei der „Fly Like an Eagle“-Part, die letzten, vielleicht 23 Minuten der zehnten Episode waren auch klasse.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Holden Ford ist 29 Jahre alt und FBI-Agent. Er ist auf die Verhandlung mit Geiselnehmern spezialisiert und schult auch in Quantico. Bald arbeitet er mit seinem FBI-Kollegen Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) von der Verhaltensforschungseinheit zusammen, sie fahren durchs Land und schulen Polizisten in der Provinz. Holden ist etwas bieder und verkopft. Sein Charakter basiert auf den FBI-Agenten John E. Douglas, er war einer der ersten Profiler. Gespielt wird Holden Ford von dem amerikanischen Film-, Theater- und TV-Schauspieler und Sänger Jonathan Groff. Er hat in den TV-Serien „Glee“ und „Looking“ mitgespielt. Ich habe ihn in dem HBO-Film The Normal Heart und Ang Lees Kinofilm Taking Woodstock gesehen. Jonathan Groff ist auch ein Musical-Darsteller. Für seine Performance in den Musicals „Spring Awakening“ und „Hamilton“ wurde er für den Tony nominiert.

Bill Tench ist 44 Jahre alt und verheiratet. Er und seine Frau haben vor drei Jahren einen Jungen adoptiert. Er ist ein erfahrener FBI-Agent und arbeitet in der Verhaltensforschungseinheit. Er unterrichtet außerdem Polizisten landesweit über FBI-Praktiken. Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) ist sein neuer Partner dabei. Sein Charakter basiert auf Robert K. Ressler, der eine signifikante Rolle in dem Profiling von Gewaltstraftätern gespielt hat. Gespielt wird Bill Tench von dem amerikanischen Schauspieler Holt McCallany. Er hat mit David Fincher bereits in „Alien 3“ und „Fight Club“ zusammengearbeitet. Auch hat er in vielen größeren Kinoproduktionen (u.a. Run All Night, Sully) mitgespielt. Mir war sein Gesicht sehr vertraut, seinen Namen kannte ich bislang nicht.

Debbie ist Holdens 24-jährige Freundin, sie studiert Soziologie. Die junge Dame ist selbstbewusst und freigeistig. Gespielt wird Debbie von der kanadischen Schauspielerin Hannah Gross. Dies ist ihre erste größere Rolle.

Dr. Wendy Karr ist Psychologin und berät die beiden FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench (gespielt von Jonathan Groff und Holt McCallany). Auch ihr Charakter basiert auf einer realen Person: Dr. Ann Wolbert Burgess. Gespielt wird Dr. Karr von der australischen Schauspielerin Anna Torv. Den meisten wird sie durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „Fringe“ bekannt sein.

Ed Kemper ist der erste Serienmörder, der von Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) interviewt wird. Gespielt wird Ed Kemper von dem amerikanischen Schauspieler Cameron Britton.

„Mindhunter“ ist seit dem 13.10.17 bei Netflix abrufbar. Die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

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