NYC – Film: „The Mountain Between Us“

Ich war am 12.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Mountain Between Us“ (dt. Filmtitel: „Zwischen zwei Leben“, dt. Kinostart: 7.12.17) 104 min drama
dir. Hany Abu-Assad cast: Kate Winslet, Idris Elba, Dermot Mulroney, Beau Bridges

Aufgrund der Witterungsbedingungen wurden sämtliche Linienflüge gestrichen. Die Fotojournalistin Alex (Kate Winslet) und der Chirurg Dr. Ben Bass (Idris Elba) haben jedoch wichtige Termine. Alex möchte am nächsten Tag ihren Verlobten Mark (Dermot Mulroney) heiraten und überredet schließlich Ben eine kleine Maschine zu chartern. Der Pilot (Beau Bridges) erleidet während des Fluges jedoch einen Schlaganfall und der Flieger stürzt in einer entlegenen Bergregion ab…

 

C (Wertung von A bis F) „The Mountain Between Us“ basiert auf Charles Martins gleichnamigen Roman. Es ist der neue Film des niederländisch-palästinensischen Filmemachers Hany Abu-Assad („Paradise Now“, „Omar“).

Ich mag diese Was-würde-ich-tun-Filme? „The Mountain Between Us“ ist vordergründig ein Survival-Film. Ich hätte mir gewünscht, dass man auf diesen Liebesschnulz verzichtet hätte., sonderlich glaubwürdig ist dieser nämlich nicht. Aber egal, meine Hauptsorge in dem Film galt selbstverständlich dem Hund aber selbst der verhält sich oftmals äußerst ungewöhnlich. Insgesamt ist der Film nicht gut, das Drehbuch schlecht, die Dialoge sind oft furchtbar, was den Film aber dennoch erträglich macht, sind die Schauspieler Kate Winslet und Idris Elba.

Bei Filmen, bei dem es zu Flugunregelmäßigkeiten oder gar einem Flugzeugabsturz kommt, neige ich dazu, meinen Senf dazugeben zu wollen:

Wenn es nach mir gehen würde, hätte es diesen Flugzeugabsturz nie gegeben und entsprechend wäre der Roman nie geschrieben und der Film nie gedreht worden.

Wenn aufgrund der Witterungsbedingungen ein normaler Linienflug gestrichen wird, wer kommt denn dann auf die Idee, man könnte die Flugstrecke mit einer kleinen Nussschale an Flieger unbeschadet zurücklegen?

Ich mag große Flugzeuge (zwei Gänge, zwei Decks = perfekt), ich habe es nicht so mit kleineren Fliegern, aber Hubschrauber oder Kleinflugzeuge (wie in diesem Film) finde ich völlig indiskutable und absurd. Logischerweise bin ich nicht flugängstlich, aber halt auch nicht lebensmüde, in solch einen Mini-Flieger würde ich im Leben nicht einsteigen.

Jetzt komme ich über einen Umweg zu einem weiteren Glaubwürdigkeitsproblem mit diesem Film.
Bei allen großen Fluggesellschaften wird seit einigen Jahren nach dem Start eine Ansage ähnlich folgender gemacht: „Meine Damen und Herren, da unerwartet Turbulenzen auftreten können, sind Sie aus Sicherheitsgründen verpflichtet sich anzuschnallen, sobald Sie ihren Sitzplatz eingenommen haben. Dies gilt auch dann, wenn die Anschnallzeichen ausgeschaltet worden sind.“ Diese Ansage wird aus versicherungsrechtlichen Gründen gemacht, sollte der Flieger dann in Turbulenzen geraten, der Passagier saß aber nicht angeschnallt auf seinem Sitz und wurde schwer verletzt, kann er die Fluggesellschaft nicht dafür haftbar machen. Nun werden generell nach dem Start irgendwann die Anschnallzeichen ausgeschaltet (das ist für das Kabinenpersonal das Zeichen, dass sie aufstehen dürfen und mit ihren Service-Vorbereitungen beginnen können und auch können ab dem Zeitpunkt die Passagiere aufstehen und zur Toilette gehen.) Die Anschnallzeichen werden dann im Reiseflug nur angeschaltet, wenn die Piloten heftige Turbulenzen erwarten bzw. diese bereits das Flugzeug durchschütteln und das bedeutet, dass die Passagiere dann unter keinen Umständen mehr aufstehen sollen, bzw. jetzt spätestens zu ihrem Platz zurückkehren müssen). Die Anschnallzeichen gelten übrigens immer auch für das Kabinenpersonal. So, was machen aber rund 50% der Passagiere, wenn kurz nach dem Start die Anschnallzeichen ausgeschaltet werden? Sie schnallen sich ab, auch wenn sie nicht vorhaben, aufzustehen, sie schnallen sich einfach ab. Werde ich nie verstehen. Ist es das Gefühl von Freiheit, dass man nur empfinden kann, wenn man abgeschnallt auf seinem Passagiersitz sitzt? Man kann den Gurt ja lockern, abschnallen sollte man sich jedoch – aus eigener Sicherheit – nicht. Wahrscheinlich haben aber diese Passagiere noch nie richtig starke Turbulenzen erlebt, die können nämlich quasi auch mal aus dem Nichts kommen. So, zurück zum Film. Jetzt sitzen also Kate Winslet und Idris Elbas Charaktere in diesem kleinen Flieger, heftiges Wetter und der Pilot erleidet einen Schlaganfall, die Maschine kommt ins Trudeln und die beiden sind nicht angeschnallt. Seeeeeehr realistisch. So etwas macht mich wahnsinnig, weil eigentlich wären sie spätestens beim Aufprall gestorben und dann hätte der Roman und der Film keine Existenzberechtigung.

Bevor „The Mountain Between Us“ erstmalig gezeigt wurde, war er auch für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch.

Der Film wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 6.10.10 landesweit in 3,088 Kinos gestartet. Am 7.12.17 kommt der Film in die deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Marshall„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic mit Chadwick Boseman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Wonder„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Das ist wirklich schlimm. Film mit Julia Roberts, Owen Wilson und Jacob Tremblay
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nö

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: habe den Film mittlerweile gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Greatest Showman„
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Musical mit zwei Schauspielern, die ich nicht mag (Hugh Jackman, Zac Efron)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „All the Money in the World„
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Für mich sieht dieser Film nach einem Oscar-Film aus. Der Trailer ist perfekt. Ridley Scotts neuer Film über die Getty-Entführung mit Kevin Spacey, Michelle Williams und Mark Wahlberg
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Ready Player One„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Steven Spielbergs neuer Sci-Fi-(Kinder)-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon, wegen der Besetzung

NYC – Film: „Super Dark Times“

Ich war am 03.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im KIno angeschaut:

 

„Super Dark Times“ (in Deutschland ab dem 17.11.17 auf DVD erhältlich) 102 min drama, thriller
dir. Kevin Phillips cast: Owen Campbell, Charlie Tahan, Elizabeth Cappuccino, Max Talisman, Amy Hargreaves

 

 

Die beiden Teenager Zach (Owen Campbell) und Josh (Charlie Tahan) sind beste Freunde seit sie denken können. Sie verbringen sehr viel Zeit miteinander. Als es eines Tages zu einem tödlichen Unfall kommt, verändert sich ihr Leben gravierend…

 

 

A- (Wertung von A bis F) „Super Dark Times“ ist der erste Spielfilm, bei dem der Kameramann Kevin Phillips Regie führte.

„Super Dark Times“ ist eine hervorragende Genre-Mischung aus Coming-of-Age-Film, Charakterdrama und Thriller.

Am Anfang sieht man ganz normale Teenager, irgendwann kommt es dann zu dem folgenschweren Unfall, einer Situation mit der die Teenager schlichtweg überfordert sind. Entscheidungen werden getroffen, die Welt der beiden Jungen ist mit einmal aus den Fugen geraten. Dabei blickt man in die Gefühlswelt dieser Teenager, am Ende der Geschichte hat man aber einen der Jungen verloren. Wie konnte es soweit kommen ist eine Frage, die man sich am Ende stellt.

Der Film spielt in den 1990er Jahren, wie toll doch diese Zeit war, nicht ständig erreichbar zu sein, ohne Internet, eine Zeit in der sich die Menschen noch unterhalten haben und nicht ständig auf ihr Handy starrten. Mir fällt immer mehr auf, dass sich spielfilmische Werke einfach besser im Früher erzählen lassen.

Ich finde grundsätzlich Regiedebüts spannend, anhand eines einzigen Films kann man so oft erkennen, ob der Filmemacher Talent hat oder sich besser eine andere Profession suchen sollte. Sollten große Hollywood-Produzenten „Super Dark Times“ sehen (und das werden sie), wird es nicht lange dauern bis Kevin Phillips einige große Filmprojekte angeboten bekommt. Man erkennt schnell, dass er neben dem handwerklichen Können eine klare Vorstellung hat, wie sein Werk am Ende aussehen soll.

Charlie Tahan war sicherlich ein Grund, mir diesen Film anzuschauen. Mir ist er schon einige Male aufgefallen, zuletzt in der TV-Serie „Ozark“. Er ist sehr glaubhaft als nerdiger Jugendlicher. Ich hoffe nur, dass er sich weiterhin für die richtigen Projekte entscheidet und sich nicht von Hollywood verheizen lässt. Auch der andere Schauspieler (Owen Cambell) hat mir gut gefallen.

„Super Dark Times“ wurde erstmalig auf dem Rotterdam Film Festival gezeigt. In den U.S.A. wurde der Film seit Kinostart am 29.09.17 in 21 Kinos gespielt. Seit dem 3.10.17 ist er parallel auch auf amerikanischen VOD-Portalen zu sehen. In Deutschland wird der Film direkt auf DVD herausgebracht. Starttermin für dieses empfehlenswerte Regiedebüt ist der 17.11.17.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Take my Nose…Please!„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bending the Arc„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Architects of Denial„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Thy Father´s Chair„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „For Ahkeem„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

amerikanisches Filmplakat von „Super Dark Times“

 

NYC – Film: „Brad´s Status“

Ich war am 30.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Brad´s Status“ (dt. Filmtitel: „Im Zweifel glücklich“, dt. Kinostart: 29.03.18) 102 min comedy, drama
dir. Mike White cast: Ben Stiller, Michael Sheen, Jenna Fischer, Luke Wilson, Jemaine Clement, Austin Abrams

 

Brad (Ben Stiller) ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat einen 17-jährigen Sohn (Austin Abrams). Er hat einen eigene Non-Profit-Organisation. Nachdem sein einziger Angestellter gekündigt hat, fällt er in eine Lebens- und Sinn-Krise. Dabei fallen ihm seine alten College-Freunde ein, jeder Einzelne hat es zu etwas gebracht. Hat Brad im Leben die falschen Entscheidungen getroffen…?

 

A- (Wertung von A bis F) „Brad´s Status“ ist der neue Film des amerikanischen Schauspielers, Autors und Filmemachers Mike White („Chuck & Buck“, „School of Rock“, HBO-Serie „Enlightened“). Mit Year of the Dog hat er sein Regiedebüt gegeben. Dies ist erst der zweite Kinofilm, bei dem er Regie führt. In diesem Film ist er auch in einer Nebenrolle als Brads ehemaliger Freund (der Hollywood-Regisseur) zu sehen.

„Brad´s Status“ ist eine smarte Tragikomödie. Mike White ist mit seinem neuen Film ein feiner, melancholischer Film über einen Mann in einer Midlife-Crisis gelungen. Der Protagonist Brad ist Ende Vierzig und fragt sich warum all seine College-Freunde es zu etwas gebracht haben und er ein Leben im Mittelmaß führt. Er vergleicht sein Leben mit dem Anderer. In meinen Augen sind das eher Männer-Probleme. Ich sehe gar keinen Sinn darin, sein Leben mit dem eines Anderen zu vergleichen. Warum sollten die, die beispielsweise mehr Geld verdienen oder berühmt sind, automatisch ein glücklicheres Leben führen? Der Film ist aber sehr gut geschrieben, auch wenn Brad nicht unbedingt ein Sympathieträger ist, kann man seine Denke nachvollziehen und erlebt als Zuschauer die eine oder andere unangenehme Situation hautnah mit. Auf mich wirkte alles sehr real, was nicht zuletzt, der nuancierten Performance von Ben Stiller zu verdanken ist.

„Brad´s Status“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a.: Bester Hauptdarsteller (Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„Brad´s Status“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 15.09.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Eine Woche später lief er in 453 Kinos landesweit. „Brad´s Status“ startet unter dem Filmtitel „Im Zweifel glücklich“ voraussichtlich am 29.03.18 in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer

:

Trailer v. Film: „Breathe„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Andy Serkis´offizielles Regiedebüt mit Andrew Garfield in der Hauptrolle.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Novitiate„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Melissa Leo
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Trailer v. Film: „Professor Marston and the Wonder Women„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Luke Evans und Rebecca Hall. Die Besetzung überzeugt mich nicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Human Flow„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Todd Haynes´neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „Lucky“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lucky“ (dt. Kinostart: 8.3.18) 88 min comedy, drama
dir. John Carroll Lynch cast: Harry Dean Stanton, David Lynch, Ron Livingston, Ed Begley Jr. Tom Skerritt

 

 

Lucky (Harry Dean Stanton) ist 90 Jahre alt und lebt in einer Kleinstadt, er war nie verheiratet und hat auch keine Kinder. Lucky ist aber zufrieden mit seinem Leben, morgens betätigt er sich sportlich, geht im Diner frühstücken, abends auf einen Drink in seine Stammkneipe, er liebt es, Kreuzworträtsel zu lösen und Quiz-Shows zu gucken. Eines Tages realisiert er, dass er alt ist und vielleicht nicht mehr lange zu leben hat.

 

A- (Wertung von A bis F) „Lucky“ ist das Regiedebüt des amerikanischen Schauspielers John Carroll Lynch („Fargo“, „Face/Off“, The Invitation, Jackie, „The Founder“)

Lucky habe ich quasi vom ersten Moment an ins Herz geschlossen, das gilt sowohl für den Film als auch für den titelgebenden Charakter. In Übereinstimmung mit dem Filmtitel war auch ich glücklich mit dem Film, was natürlich nicht ausschliesst, dass ich gut die Hälfte desselbigen Tränen in den Augen hatte. „Lucky“ ist eine Tragikomödie, vielleicht auch eine Charakterstudie über einen kauzigen, aber sehr liebenswerten, alten Mann. Harry Dean Stanton ist Lucky und damit gibt er für mich eine eindeutige Oscar-Performance.

Dies ist die vorletzte Performance von Harry Dean Stanton („Alien“, „Paris, Texas“, „Wild at Heart“, „The Green Mile“) in einem Spielfilm. Der amerikanische Schauspieler ist am 15.09.17 im Alter von 91 Jahren gestorben. Was für ein großartiger Schauspieler er war.

Der Filmemacher David Lynch hat schon in einigen Projekten als Schauspieler (beispielsweise in seiner eigenen TV-Serie „Twin Peaks“) mitgewirkt, in „Lucky“ gibt er eine bemerkenswerte gute Performance.

Als ich Ende September meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2018 veröffentlicht habe, hatte ich Harry Dean Stanton noch nicht auf dem Schirm, jetzt habe ich ihn fest verankert.

„Lucky“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Hauptdarsteller (Harry Dean Stanton)

„Lucky“ wurde erstmalig auf dem South by Southwest Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 29.09.17 in fünf amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 60 Kinos. Ein deutscher Kinostart ist für den 8.3.18 geplant.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Félicité„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Senegalesisches Drama
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Paris Opera„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Tom of Finland„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gay-Biopic, der Film wurde von Finland für die nächsten Oscars eingereicht
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Trailer v. Film: „Faces Places
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Agnès Vardas Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue:100%

Aufsteller von Film „Lucky“

NYC – Film: „Columbus“

Ich war am 28.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Columbus“ 104 min drama
dir. Kogonada cast: John Cho, Haley Lu Richardson, Parker Posey, Rory Culkin, Michelle Forbes

 

Jin (John Cho) lebt und arbeitet in Korea. Er ist in den U.S.A. aufgewachsen und gerade in Columbus, Indiana angekommen. Sein Vater wollte in der Stadt einen Vortrag über Architektur halten und liegt jetzt dort in einem Krankenhaus im Koma. Eines Tages lernt er Casey (Haley Lu Richardson) kennen, die junge Frau ist architekturbegeistert und wollte sich eigentlich den Vortrag von Jins Vater anhören. Sowohl Jins als auch Caseys Leben befindet sich gerade irgendwie in einer Sackgasse… .

 

A- (Wertung von A bis F) „Columbus“ ist das Spielfilmdebüt des südkoreanisch-amerikanischen Autors/Filmemachers Kogonada.

Der Protagonist sagt in dem Film, dass er durch die Situation mit seinem Vater zum Nichtstun verdammt ist, gezwungen ist, eine Pause vom Leben zu nehmen. Mit dem Film geht es dem Zuschauer ähnlich, allerdings aus einem wesentlich erfreulicheren Grund. „Columbus“ fordert einen auf, für einen Moment innezuhalten, runterzufahren und dem Zusammenspiel aus Design, Architektur, Musik (der Band Hammock) und der erzählten Geschichte zu folgen. Es passiert nicht viel in diesem Film, es ist aber sehr poetisch und schön.

Ich bin mir sicher, dass man von diesem Filmemacher noch einiges erwarten kann.

„Columbus“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 4.8.17 in zwei amerikanischen Kinos gestartet. Landesweit ist dieser Indie in nicht mehr als 63 amerikanischen Kinos zu sehen. Für Deutschland ist noch kein Kinostart bekannt.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Take Every Wave: The Life of Laird Hamilton„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Pearl Jam: Let´s Play Two„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Konzert-Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Berlin – Film: „Blade Runner 2049“

Ich war am 6.10.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Blade Runner 2049“ (dt. Kinostart war der 5.10.17) 163 min sci-fi, sequel, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Robin Wright, Sylvia Hoeks, Ana de Armas, Mackenzie Davis, Hiam Abbass, Barkhad Abdi

 

Kalifornien im Jahr 2049. K (Ryan Gosling) ist ein künstlicher Mensch, ein Replikant. Er arbeitet als Blade Runner, Replikanten-Jäger, für die LAPD und hat den Auftrag, Replikanten der älteren Baureihe aufzuspüren und zu eliminieren. Bei seinem neuen Auftrag macht er eine entscheidende Entdeckung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Blade Runner 2049“ ist die Fortsetzung von Ridley Scotts Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982. Beide Filme basieren auf Philip K. Dicks Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“. Dies ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, Sicario, Arrival).

Es war ne ziemlich blöde Idee, „BR 2049“ anzuschauen, ohne vorher den Originalfilm zu gucken. Ich dachte, es wäre wie bei Mad Max: Fury Road, dass der Film für sich allein steht und als visuelles Meisterwerk beeindruckt.

Klar, „Blade Runner 2049“ ist sehr stylisch und sieht optisch sensationell aus, gerade der dritte Akt hat mich schwer beeindruckt. Im letzten Akt könnte ich quasi jedes Szenenfoto nehmen und es als Kunstwerk an die Wand hängen. ABER: während George Miller mit „Mad Max: Fury Road“ eigentlich nur eine einzige spektakuläre Verfolgungsjagd in Szene gesetzt hat, hat dieser Film erzählerisch einen höheren Anspruch. Gestalterisch fand ich diese Welt atemberaubend, habe sie aber nicht wirklich verstanden und konnte keinerlei emotionale Beziehungen zu den Charakteren aufbauen. Daher war mir das Schicksal der Charaktere relativ egal. Ich habe mich sogar über die scheinbar allzu vorhersehbare Story um Ryan Goslings Charakter geärgert (letztlich gab es dann doch eine entscheidende Wendung, aber auch die fand ich unbefriedigend). Ganz zu schweigen von den wirklich selten dämlichen Dialogen. Vielleicht ist Denis Villeneuves neuer Film mehr etwas für Fans des ersten Films, für andere ist dieser Film schön anzuschauen und anzuhören (der Sound des Films ist überragend und war das erste, was mir tatsächlich aufgefallen ist und ist das, was mir mehr als eine Woche nach der Sichtung immer noch in den Ohren dröhnt), mehr aber nicht. Außerdem war mir der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang.

Ich werde mir sicherlich eines Tages Ridley Scotts Klassiker (es gibt wohl viele Versionen, empfohlen wird aber sein Final Cut) anschauen und dann Denis Villeneuves Fortsetzung  eine erneute Chance geben. Dann werde ich einen Vergleich zu der Sichtung, ohne Kenntnis des ursprünglichen Films ziehen. Es gibt wohl auch drei sehenswerte Kurzfilme („Black Out 2022“, „2036 Nexus Dawn“ und „2048: Nowhere to Run“), die die Welt zwischen dem Originalfilm und dem neuen Blade-Runner-Film erklären.

„Mad Max: Fury Road“ hat ein Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar, ist vor 2 1/2 Jahren in 3703 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat am Eröffnungswochenende rund 45 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, insgesamt sogar 150 Millionen Dollar (plus 220 Millionen weltweit) eingespielt. Damit war dieser Film ein ziemlicher Kassenerfolg, hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Bester Regisseur) erhalten und hat im Jahr 2016 die meisten Oscars (6 technische) bei den 88th Academy Awards gewonnen. Außerdem war der Film ein Kritikerliebling von 371 gezählten Kritiken, 359 Fresh, 12 Rotten (97% RT)

Wie könnte es jetzt bei „BR 2049“ hinsichtlich der Oscars aussehen? Einspielergebnisse bei Blockbustern sind bei den Oscars nicht unerheblich.

„Blade Runner 2049“ hat ein Produktionsbudget von mind. 150 Millionen Dollar, ist in 4058 amerikanischen Kinos gestartet, hat am Eröffnungswochenende rund 32 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, damit sind die Einnahmen weit unter den Erwartungen. Wenn der Film am Ende 100 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen hat, können sich die Produzenten fast schon glücklich schätzen. „Blade Runner 2049“ ist auch ein Kritikerliebling bei 281 gezählten Kritiken, 249 Fresh, 32 Rotten (89% RT). In meinen Augen hat „Blade Runner 2049“ gute Chancen in technischen Kategorien (vor allen Dingen Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik) nominiert zu werden. Bester Film und Beste Regie und vielleicht eine Schauspielnominierung könnte der Film bekommen, da sehe ich ihn momentan aber eher als Wackelkandidat. Ich stehe allerdings nicht allein mit der Hoffnung, dass der 13 x für den Oscar nominierte Kameramann Roger Deakins („Jarhead“, „Shawshank Redemption“, „Fargo“, No Country For Old Men, Skyfall) nun endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. Das Problem ist, dass nie der Name des Kameramannes/ der Kamerafrau auf dem Abstimmungszettel der Academy auftaucht, einzig der Film wird gelistet. Roger Deakins größte Konkurrenz dieses Jahr ist wohl Hoyte van Hoytema für Dunkirk und, wie ich ganz aktuell höre, der dreimalige Oscar-Gewinner Vittorio Storaro für den neuen Woody Allen Film „Wonder Wheel“.

„Blade Runner 2049“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Harrison Ford), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: Blade Runner 2049 hat 5 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Cinematography, Best Production Design, Best Sound Editing, Best Sound Mixing, Best Visual Effects) Update: „Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera und Beste visuelle Effekte) gewonnen. Roger Deakins hat bei 14 Nominierungen für diesen Film seinen ersten Oscar gewonnen.

„Blade Runner 2049“ ist am 6.10.17 in 4058 amerikanischen Kinos gestartet. Es gibt eine 2D, 3D und IMAX-Version des Films. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. „Blade Runner 2049“ ist ein Film, den mal definitiv im Kino gesehen haben muss. Ich habe den Film in Berlin in der 2D- und OmU-Fassung gesehen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Das Verschwinden„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: deutsche Mini-Serie mit Julia Jentsch und Nina Kunzendorf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV schon

Trailer v. Film: „Borg/McEnroe„
Bewertung des Trailers: B- (dt. Trailer)
Kommentar: Biopic über die legendären Tennisspieler Björn Borg und John McEnroe. Shia LaBeouf spielt McEnroe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, aber natürlich nur in der OV

Trailer v. Film: „Vorwärts immer!„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: DDR/Honecker-Komödie – wer guckt so was?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer)
Kommentar: amerikanischer Krimi mit Robert Pattinson und Jennifer Jason Leigh – wollte ich kürzlich in New York sehen, lief aber leider nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, aber natürlich nicht auf Deutsch

 

 

Kino in Berlin

Okay, mit dem Delphi Lux (YVA Bogen, Kantstr.10, 10623 Berlin) habe ein neues Lieblingskino. Das Anfang September 2017 eröffnete Kino gehört zu der Yorck Kinogruppe, die in Berlin für die Auswahl ihrer Filme geschätzt wird. Das Delphi Lux befindet sich in meinem Kiez, Charlottenburg (sprich: für mich in Laufnähe), zeigt überwiegend Arthouse-Filme im Original (bzw. OmU, manche Filme aber auch in der Synchro). Montag ist Kinotag mit 7 Euro pro Kinokarte, Di-Mi kostet das Ticket 8,50 Euro und Do-So 10,00 Euro (Ermäßigungen für Schüler/Studenten). Es gibt 7 Kinosäle, salzige Popcorn (auch süßes, aber wer isst das schon), nach hinten verstellbare mittel-bequeme Kinosessel, eine gute Sound-Anlage u.v.m. Ich habe „Blade Runner 2049“ dort gesehen, es ist ja in Deutschland scheinbar üblich für Überlänge bei Filmen zahlen zu müssen (was ich ja unglaublich finde, weil ich wünschte, dass die Filme alle nicht so lang wären), entsprechend hat mich die Kinokarte 11,50 Euro (1,50 Überlänge-Zuschlag) gekostet. Die Werbung (inkl. 4 Trailer) ging 18 Minuten lang. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Überlängen-Film gesehen habe, bei dem das Kino eine Unterbrechung mitten im Film macht. Habe aber gehört, es wäre in Deutschland relativ üblich (was ich natürlich ebenfalls unfassbar finde). In meinem neuen Berliner Lieblingskino gab es keine Pause während „Blade Runner 2049“.

Delphi Lux Kino in Berlin
Kinosaal 1 des Delphi Lux Kinos
Kinosaal 1 im Delphi Lux Kino

NYC – Film: „Stronger“

Ich war am 27.09.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Stronger“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 119 min drama, biopic, adaptation
dir. David Gordon Green cast: Jake Gyllenhaal, Tatiana Maslany, Miranda Richardson, Clancy Brown, Richard Lane Jr.

 

 

Jeff (Jake Gyllenhaal) und Erin (Tatiana Maslany) führen eine On/Off-Beziehung. Kürzlich hat sie wieder mit ihm Schluss gemacht. Er will sie zurückerobern und als sie den Boston Marathon läuft, erwartet er sie an der Ziellinie. Dann kommt es jedoch zu einem Bombenanschlag, bei dem Jeff schwer verletzt wird. Er verliert beide Beine…

 

 

B (Wertung von A bis F) „Stronger“ basiert auf Jeff Baumans gleichnamigen Memoiren. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Gordon Green („Snow Angels“, Pineapple Express, Prince Avalanche).

Jeff Baumann ist keiner, der sich nach einem Schicksalsschlag zurück ins Leben kämpft und dann ein besserer Mensch ist als zuvor. Dafür hadert er zu sehr mit seinem Schicksal. „Stronger“ ist keine ganz so konventionelle Helden-Story, es ist eher ein Film über U.S.-Amerikaner und wieviel ihnen ihre Heldenstories bedeuten. Wie ist es, wenn einen sein Land als Helden feiert und man selbst nicht nachvollziehen kann, warum? Warum gilt man bereits als Held wenn man nichts Heldenhaftes getan hat und eigentlich nur bei einem Attentat beide Beine verloren hat? Ganz gut eingefangen wurde die Hilflosigkeit der Angehörigen, auch wie sie – ungeachtet Jeffs Zustand – ihre Meinungsverschiedenheiten weiterführen. Die sonst tragische Geschichte wird hin und wieder mit Humor aufgelockert.

Es gab einen Moment, relativ am Anfang des Films, da dachte ich, dass die Geschichte jetzt eine Wendung nimmt und es mehr um die Aufklärung des Attentats geht. Letztlich ist es aber ein Biopic über Jeff Bauman und für den Krimi-Aspekt um den Boston Marathon empfehle ich den sehr gut gemachten Film Patriots Day.

Jake Gyllenhaal hat bisher nur eine Oscar-Nominierung für „Brokeback Mountain“ erhalten, einige Male (Zodiac, Rendition, Brothers, End of Watch, Prisoners und definitiv Nightcrawler) wurde er übergangen. Mit diesem Film nimmt er einen erneuten Anlauf. Er ist nicht nur in den dramatischen Szenen gut, mir hat er besonders in den ruhigen, vermeintlich einfachen Szenen (beispielsweise in der Szene mit Carlos) gefallen. Es ist auch erstaunlich, wie einzig die dunkle Augenfarbe und die lockige Haare einen eigentlich attraktiven Mann verändern können. Schauspielerisch haben mir aber auch Tatiana Maslany, die die verständnisvolle Freundin spielt (bislang kannte ich sie nur aus der TV-Serie Orphan Black) und Miranda Richardson als Jeff Baumans Mutter gefallen.

„Stronger“ ist für einiger Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Jake Gyllenhaal), Beste Nebendarstellerin (Tatiana Maslany, Miranda Richardson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien

„Stronger“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 22.09.17 in 573 amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 29.09.17 läuft der Film landesweit in 645 Kinos in den U.S.A. Bislang ist für Deutschland noch kein Kinostart bekannt. Update: „Stronger“ soll am 19.04.18 in den deutschen Kinos starten.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Wonderstruck„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Todd Haynes neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Forever My Girl„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: so nen Frauen-Schnulz
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Martin McDonaghs neuer Film mit Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, Lucas Hedges und John Hawkes – ich liebe diesen Trailer
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich kann es kaum abwarten

Trailer v. Film: „Blade Runner 2049„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Fortsetzung zu dem Film aus dem Jahr 1982.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mittlerweile bereits gesehen

Trailer v. Film: „Thank You for Your Service„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic-Drama mit Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Suburbicon„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: George Clooneys neuer Film mit Matt Damon, Julianne Moore, Oscar Isaac. Trailer gut, Film soll ja nicht so doll sein
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Only the Brave„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Josh Brolin, Miles Teller und Jeff Bridges. Filme über Feuerwehrmänner können funktionieren („Backdraft“), der sieht aber nicht danach aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Killing of a Sacred Deer„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Yorgos Lanthimos´neuer Film mit Colin Farrell und Nicole Kidman – das sieht wieder nach einem Film ganz nach meinem Geschmack aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: „The Florida Project“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Florida Project“(dt. Kinostart: 08.02.18) 115 min drama
dir. Sean Baker cast: Willem Dafoe, Caleb Landry Jones, Macon Blair, Brooklynn Kimberly Prince, Bria Vinaite, Valeria Cotto, Christopher Rivera

 

 

Die sechsjährige Moonee (Brooklynn Kimberley Prince) lebt mit ihrer Mutter (Bria Vinaite) in einem billigen Motel, ganz in der Nähe von Disney World in Orlando. Während ihre Mutter irgendwie Geld auftreiben muss, um die wöchentliche Miete für das Motel zu zahlen, hat das Mädchen Sommerferien. Moonee, ihr gleichaltriger Kumpel Scooty (Christopher Rivera) und ihrer neuen Freundin Jancey (Valeria Cotto) müssen sich irgendwie die Langeweile vertreiben. Bei den chaotischen Motel-Bewohnern versucht der Manager Bobby (Willem Dafoe) für Ordnung zu sorgen.

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Florida Project“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Sean Baker („Starlet“, „Tangerine“).

Zugegebermassen fand ich den Film ziemlich anstrengend. Anstrengend weil es mir eine Spur zu realistisch erschien. Sean Baker führt einen mit seinem neuen Film in ein Milieu, für das man am Ende ein Gefühl bekommen hat, das man dann aber so schnell wie möglich wieder verlassen will. Alle Persönlichkeiten, mit Ausnahme von Willem Dafoes Bobby, sind durch die Bank schrecklich. „The Florida Project“ ist eine Sozialstudie über eine Gesellschaft, die so sehr wohl im wahren Leben existiert. Hier sind es wohnungslose, alleinerziehende junge Mütter, die mit ihren kleinen Kindern in billigen Motels hausen, quasi die letzte Station vor der Obdachlosigkeit. Halley (gespielt von der Newcomerin Bria Vinaite), eine der jungen Mütter, hat selbst keine Erziehung genossen, lebt in den Tag hinein und versucht durch irgendwelche legalen oder illegalen Deals am Ende der Woche, das Geld für die Zimmer-Miete zusammenzuhaben. Es ist die Art von Frauen, die ihre billigen Tätowierungen voller Stolz zur Schau tragen, sehr selbstbewusst auftreten und latent aggressiv sind. Die Kinder solcher Mütter haben natürlich nie gelernt, sich zu benehmen oder gar Respekt zu zeigen. Jetzt haben diese Blagen auch noch Sommerferien und langweilen sich – alles in direkter Nähe zu dem Kinderparadies Disney World, einen Besuch können sich ihre Mütter natürlich nicht leisten….

So traurig die Gesamtsituation ist, wenn man darüber nachdenkt, so genervt ist man von den einzelnen kleinen oder größeren Persönlichkeiten in seiner Nähe. Sean Baker schafft hier eine fast schon intime Nähe zwischen dem Zuschauer und dieser Gesellschaft. Ich kannte am Ende der Geschichte sogar den Geruch dieser farbenfrohen und doch so tristen Welt.

Es hat sich definitiv ausgezahlt, dass der Filmemacher für diesen Film viel recherchiert hat und nur an Original-Schauplätzen gedreht hat, auch wenn ein Helikopter-Landeplatz direkt neben dem Motel war. Auf einen Filmscore hat Sean Baker verzichtet, er hat seine Schauspieler (gerade auch die Kinder) am Set viel improvisieren lassen, vielleicht sind das alles Gründe dafür, warum man diesen Spielfilm wie eine Reportage erlebt.

Vor zwei Jahren hat Sean Baker mit dem durchaus beeindruckenden Film „Tangerine“ für Aufsehen gesorgt, vor allen Dingen, weil er diesen Film komplett auf einem iPhone gedreht hat. Die Endsequenz in „The Florida Project“ hat er auch mit dem iPhone gefilmt.

Im Q & A hat der Regisseur erzählt, dass er die Hauptdarstellerin Bria Vinaite auf Instagram entdeckte. Sie hatte keinerlei Schauspielerfahrung. In dieser Rolle ist sie absolut authentisch, ebenso wie ihre Filmtochter Moonee (von Brooklyn Kimberly Prince portraitiert). Die Seele des Films ist allerdings Willem Dafoe und daher sehe ich eine Oscar-Nominierung als gerechtfertigt an.

Zur gleichen Zeit vor einem Jahr habe ich auf dem New York Film Festival den späteren Oscar-Gewinnerfilm Moonlight gesehen. Seinerzeit ist das New Yorker Publikum ausgerastet, gab stehende Ovationen. Als ich mir „The Florida Project“ auf dem NYFF55 anschaute, hat mich vieles an den Moment erinnert. Offensichtlich erzählen beide Filme u.a. von einer Kindheit in der Unterschicht Floridas. Auch bei „The Florida Project“ gab es vom eher zurückhaltenden New Yorker Publikum tosenden Applaus als der Regisseur und seine Schauspieler auf dem Balkon erschienen. Das New York Film Festival gilt als Gradmesser, viele Filme wurden bereits auf anderen, für die Oscars wichtigeren Filmfestivals gezeigt, aber wenn der Film dann bei den New Yorkern ankommt, stehen die Chancen gut, dass der Film sich als ernstzunehmender Kandidat bei den Oscars etablieren kann. Das ist bei „The Florida Project“ meines Erachtens der Fall. Außerdem liegt der Film bei den A24-Leuten in den besten Händen, bei den letzten Oscars hat dieser noch junge Filmverleih mit dem Oscar-Gewinn für „Moonlight“ gezeigt, dass sie verstanden haben, wie das Oscar-Geschäft läuft.

„The Florida Project“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Willem Dafoe), Beste Nebendarstellerin (Bria Vinaite, Brooklynn Kimberly Prince), Bestes Originaldrehbuch. Update: The Florida Project hat 1 Oscar-Nominierung erhalten (Best Supporting Actor – Willem Dafoe)

„The Florida Project“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Der Film startete am 6.10.17 in vier amerikanischen Kinos. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur und sämtliche Schauspieler waren anwesend und wurden nach dem Film interviewt, bzw. haben sich den Fragen des Publikums gestellt. Bislang hat der Film noch keinen Termin für einen deutschen Kinostart. Update: „The Florida Project“ soll am 08.02.18 in den deutschen Kinos starten.

Eigentlich uninteressant: Isabelle Huppert saß bei diesem Film (als normale Zuschauerin) zwei Sitzplätze von mir entfernt.

 

Trailer zu sehen:

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A mit dem Filmemacher Sean Baker (am Mikro), seinem Co-Autor und den Schauspielern.

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Willem Dafoe, die drei Kinderdarsteller und Newcomerin Bria Vinaite (von links)

 

Nach dem Film „The Florida Project“ anschließende Q & A, hier Newcomerin Bria Vinaite (links), Sean Baker am Mikro

NYC – Film: „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

Ich war am 02.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ (ab dem 13.10.17 weltweit auf Netflix zu sehen) 110 min drama, comedy
dir. Noah Baumbach cast: Adam Sandler, Ben Stiller, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Elizabeth Marvel, Rebecca Miller, Adam Driver, Judd Hirsch, Grace Van Patten, Candice Bergen, Sigourney Weaver

 

Danny (Adam Sandler) ist bei seinem Vater zu Besuch. Er und seine Frau haben sich kürzlich getrennt. Seitdem er in New York ist, kommen einige Geschichten aus seiner Kindheit hoch, besonders als er erfährt, dass sein starrköpfige Vater das Haus verkaufen will. Von seinem Halbbruder Matthew (Ben Stiller) hat er schon sehr lange nichts mehr gehört. Bald müssen Danny, Matthew und ihre Schwester Jean (Elizabeth Marvel) mehr Zeit miteinander verbringen als ihnen lieb ist…

 

C+ Wertung von A bis F) „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Noah Baumbach („The Squid and the Whale“, Frances Ha, While We´re Young, Mistress America, De Palma)

Der Film ist eine Tragikomödie, mit mehr Tragik als Komödie. Sollte Woody Allen mal keine Filme mehr drehen, der New Yorker Noah Baumbach steht bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Ich mag inzwischen einige Baumbach-Filme, „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wollte ich auch mögen, fand ihn aber zu unausgewogen, stellenweise zäh und teilweise zu sehr überzogen und anstrengend.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht eine New Yorker Künstler-Familie. Auch wenn kaum einer mit seiner/ihrer Kunst Geld verdient, sind sie alle künstlerisch-begabt und verschroben. Allein durch seine Existenz zusammengehalten wird die Familie von dem mittel-erfolgreichen Bildhauer und Vater Harold Meyerowitz (wunderbar gespielt von Dustin Hoffman). Der war mit mehreren Frauen verheiratet, aktuell ist er immer noch mit der esoterischen Maureen (klasse gespielt von Emma Thompson) zusammen. Seine drei Kinder (gespielt von Adam Sandler, Elizabeth Marvel und Ben Stiller) verarbeiten bis heute noch ihre Kindheit, jeder fühlte sich ungerecht behandelt und auch leiden sie immer noch unter der Vernachlässigung durch ihren Vater. Untereinander sind sich die Geschwister aber natürlich auch nicht grün, Geschwisterrivalitäten sind allgegenwärtig – aber jetzt wo der Vater immer älter und krank wird, müssen sie sich zusammenraufen.

Die Geschichte wird in fünf Kapiteln erzählt, wobei jeweils eines den Kindern („Danny“, „Matthew“ und „Jean“) gewidmet ist.

Das Ensemble macht den Film natürlich sehenswert. Adam Sandler überrascht hier, nicht so sehr, wie er mich seinerzeit in Paul Thomas Andersons „Punch-Drunk Love“ erstmalig positiv von sich überzeugte, aber schließlich habe ich ihn länger nicht in einer Rolle gesehen, in der mehr als nur Faxen macht. Wenn er hier mit seiner Filmtochter am Klavier sitzt und singt, beeindruckt das. Ansonsten hatte ich Elizabeth Marvel als neurotische Jean gar nicht erkannt, zuletzt hat sie sehr überzeugend die U.S. Präsidentin Elizabeth Keane in der sechsten Staffel von „Homeland“  gespielt.

In meinen Augen ist dieser Film bei Netflix gut aufgehoben, man kann ihn gucken, muss man aber nicht.

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller/Nebendarsteller (Adam Sandler) Bester Nebendarsteller (Dustin Hoffman, Ben Stiller), Bestes Originaldrehbuch

„The Meyerowitz Stories (New and Selected)“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, soll der Film wohl in einigen amerikanischen Kinos gezeigt werden. Ab dem 13.09.17 ist er weltweit auf Netflix zu empfangen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Der Regisseur Noah Baumbach, sowie die Schauspieler Dustin Hoffman, Adam Sandler und Grace Van Patten haben den Film persönlich angekündigt. Im Anschluss an den Film wurde Noah Baumbach interviewt und stand den Fragen des Publikums zur Verfügung.

Trailer zu sehen:

 

 

Auf dem New York Film Festival 2017 kündigen Regisseur Noah Baumbach, Adam Sandler, Grace Van Patten und Dustin Hoffman (von links) ihren Film „The Meyerowitz Stories“ an.

 

Regisseur Noah Baumbach im Q & A zu seinem Film „The Meyerowitz Stories (New and Selected)“

 

NYC – Film: „The Square“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Square“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 150 min drama, comedy, satire
dir. Ruben Östlund cast: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary

 

 

Christian (Claes Bang) ist Ende Vierzig und Museumskurator in Stockholm. Als er am helllichten Tag bestohlen wird, setzt er alles dran, seine Wertgegenstände wiederzubekommen. Das Handy lässt sich schnell orten. Das ist aber nicht die einzige Baustelle, die er gerade hat. Für die neue Ausstellung The Square soll eine aufsehenerregende Marketingkampagne kreiert werden. Bald gerät Christians Leben komplett aus den Fugen…

 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Square“ ist der neue Film des schwedischen Filmemachers Ruben Östlund (Force Majeure)

Eigentlich bin ich etwas verärgert aus dem Kino gekommen. Wenn der Film vielleicht zwanzig Minuten kürzer gewesen wäre, hätte ich keinen Grund gehabt, ihn nicht in meine Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017 aufzunehmen. Aber die letzten zwanzig, vielleicht waren es sogar dreißig Minuten (ich habe nicht auf die Uhr geschaut) sind etwas sehr zäh und unnötig. Den Film hätte man an einem bestimmten Punkt einfach enden lassen sollen, dann wäre er perfekt gewesen. So musste ich schweren Herzens meine, eigentliche „A-„-Bewertung nach unten korrigieren.

„The Square“ ist für mich ein typisch europäischer Film, im besten Sinne. Es ist ein Film, bei dem man nie so recht weiß, was als Nächstes passiert, wie weit die Szenen gehen, was der Zuschauer aushalten muss. Das New Yorker Publikum ist grundsätzlich für Andersartigkeiten zu haben, entsprechend war die Begeisterung für diesen Film bei meiner Vorstellung zu spüren. Situationskomik, witzige Dialoge und einige kuriose Szenen haben für viele Lacher gesorgt.

Die Performances von Elisabeth Moss, Claes Bang (der den Christian spielt), aber auch Terry Notary (der auf einer Gala einen ganz besonderen Auftritt hinlegt) sind brillant. Elisabeth Moss spielt hier eine amerikanischen Kunstjournalistin. Die zwei letzten Szenen zwischen ihrem und Claes Bangs Charakter sind so absurd komisch, dass ich mich vor lauter Lachen kaum noch einkriegen wollte. Ging meinen Mitzuschauern übrigens auch so.

Sein Vorgängerfilm Force Majeure (dt. Filmtitel „Höhere Gewalt“) ist ein sehr smartes Beziehungsdrama, „The Square“ ist nun eine Gesellschafts- aber auch Kunstsatire – ich bin gespannt auf Ruben Östlunds nächsten Film.

„The Square“ wurde von Schweden offiziell für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars eingereicht. Update: Bei der Europäischen Filmpreis-Verleihung am 9.12.17 wurde „The Square“ mit 6 Preisen (bester europäischer Film des Jahres, bestes Drehbuch, Regie, Szenenbild, beste Komödie und beste Hauptrolle für Claes Bang) geehrt. Update: The Square wurde für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

„The Square“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. In den U.S.A. startet der Film am 27.10.17 in einigen Kinos. Ab dem 19.10.17 ist der Film bereits in den deutschen Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Gezeigt wurde der Film in der schwedischen Originalfassung mit englischen Untertiteln. (Einige Szenen sind in English).

Trailer zu sehen: