Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017

In meiner persönlichen Filmliste für das Jahr 2017 tauchen insgesamt 107 Filme auf. 20 Filme habe ich davon auf VOD, DVD, Netflix oder in unserem Bordprogramm gesehen, Von diesen 20 Filmen waren allein 8 neue Netflix-Filme darunter („I Don´t Feel at Home in This World Anymore“, „War Machine“, „Shimmer Lake“, „Okja“, „First They Killed My Father“, „Gerald´s Game“, „Mudbound“ und „The Hatred“). Mit Ausnahme von „Gerald´s Game“ und dem wirklich entsetzlichen „The Hatred“ hätte ich gerne alle Netflix-Filme im Kino gesehen.

Die verbleibenden 87 Filme habe ich im Kino gesehen. Die folgenden Filme: „Get Out“, „Shimmer Lake“, „Baby Driver“, „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ und „Lady Bird“ habe ich mir sogar mind. 2x angeschaut. Ansonsten habe ich es auch im Jahr 2017 wieder auf drei Filmfestivals (Berlinale, Tribeca Film Festival und New York Film Festival) geschafft. Außerhalb der Berlinale war ich in Deutschland 5 x im Kino (leider habe ich es nur 2 x zu Pressevorführungen geschafft). „Alien: Covenant“, „mother!“ und „Blade Runner 2049“ habe ich mir regulär im deutschen Kino angeschaut, ansonsten war ich dieses Jahr 1x in Hong Kong und 1x in Seoul, 1x in London und ansonsten ausschließlich in Nordamerika im Kino.

Da ich vorwiegend in den U.S.A. ins Kino gehe, versuche ich am Ende des Jahres (bzw. in den ersten Tagen des neuen Jahres) noch möglich alle, sogenannten Prestige- bzw. Oscar-Filme unterzubringen. Erst dann kann ich besten Gewissens meine  Top-Ten-Liste erstellen. Das gelingt mir logischerweise nicht immer. Bevor ich dieses Jahr meine Bestenliste erstellt habe, habe ich mir noch „Phantom Thread“, „I, Tonya, „Molly´s Game“ und „The Post“ angeschaut. Dafür habe ich es leider nicht mehr geschafft, mir „BPM“, „Hostiles“, „Wonderstruck“, „A Fantastic Woman“, „Downsizing“, „Film Stars Don´t Die in Liverpool“ und „Faces Places“ anzugucken. Filme, die durchaus vielleicht die Chance gehabt hätten, auf meiner Bestenliste zu landen.

Die Filme, die ich mir im Kino anschaue, habe ich vorher gezielt ausgesucht, daher sehe ich sehr wenig Schrott.

Meine Bestenliste besteht nicht zwingend aus aus den von mir am besten bewerteten Filmen, in meiner Top Ten-Liste will ich einfach versuchen, mein Filmjahr zu repräsentieren.

In meiner Top Ten für Filme des Jahres 2017 gibt es keinen Platz 1-Film, sondern eine Serie. Diese Serie ist exzellent und das Beste, was ich im Jahr 2017 gesehen habe und was mir nicht mehr aus dem Kopf geht: „The Handmaid´s Tale, der Rest meiner Bestenliste besteht aber tatsächlich aus Filmen, darunter ein schwedischer Film, ein französischer Film, ein Animationsfilm, ansonsten haben es nur amerikanische Produktionen, inkl. ein WTF-Film (mother!) geschafft.

Meine Top Ten Filme aus dem Jahr 2017:

Platz 1: The Handmaid´s Tale

auf den Plätzen 2 bis 10 sind meine Lieblingsfilme, in der Reihenfolge in der ich sie gesehen habe:

Get Out
Raw
War for the Planet of the Apes
Wind River
mother!
The Square
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Lady Bird
Coco

Folgende Filme hätten es beinahe in meine Top Ten geschafft (ebenfalls in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen habe): Call Me by Your Name, I Don´t Feel at Home in This World , Sweet Virginia, A Ghost Story, Columbus, Brad´s Status, Lucky, Phantom Thread, „Molly´s Game“)

 

Die für mich besten Performances des Jahres 2017:

Meine Neuentdeckungen des Jahres 2017:

Aus den unterschiedlichsten Gründen haben mir folgende Filme nicht wirklich bis gar nicht gefallen:

Golden Exits
Your Name
Wakefield
Detroit
Life
Mrs Hyde (Mme Hyde)
Victoria & Abdul
Suburbicon
Good Time

Wirklich gehasst habe ich nur zwei Filme:

El bar
The Hatred

Insgesamt gesehen, war das Jahr 2017 ein ziemlich starkes Filmjahr.

Ich habe im Jahr 2017 auch ein paar sehr gute Serien gesehen:

Ungeschlagen natürlich „The Handmaid´s Tale“, aber auch sehr gut waren:

 

Meiner Top Ten Filme aus dem Jahr 2016 konnte man entnehmen, welche Filme mich am meisten für das Filmjahr 2017 interessierten, das waren folgende:

„Mother“, dir. Darren AronofskyTop Ten-Film
„Untitled Detroit Project“, dir. Kathryn Bigelow (Detroit)
„War Machine“, dir. David Michod
„The Promise“, dir. Terry George – interessierte mich irgendwann nicht mehr
„Suburbicon“, dir. George Clooney
„The Shape of Water“, dir. Guillermo Del Toro
„Tully“, dir. Jason Reitman, ins Jahr 2018 verschoben
„Untitled Paul Thomas Anderson Fashion Project“, dir Paul Thomas Anderson (Phantom Thread)
„Downsizing“, dir. Alexander Payne, muss ich noch nachholen
„Darkest Hour“, dir. Joe Wright
„Wonderstruck“, dir. Todd Haynes, muss ich noch nachholen
„Logan Lucky“, dir. Steven Soderbergh, muss ich noch nachholen
„The Killing of a Sacred Deer“, dir. Yorgos Lanthimos
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, dir. Martin McDonagh – Top Ten-Film
„Dunkirk“, dir. Christopher Nolan
„Isle of Dogs“, dir. Wes Anderson, ins Jahr 2018 verschoben

Für das Jahr 2018 interessieren mich bisher am meisten:

The Irishman, dir. Martin Scorsese
Backseat, dir. Adam McKay
Widows, dir. Steve McQueen
The Sisters Brothers, Jacques Audiard
Bohemian Rhapsody, dir. Bryan Singer, Dexter Fletcher
Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot, dir. Gus Van Sant
Annihilation, Alex Garland
Where´d You Go, Bernadette, dir. Richard Linklater
Chappaquiddick, dir. John Curran
Loro, dir. Paolo Sorrentino
Unsane, dir. Steven Soderbergh
Boy Erased, dir. Joel Edgerton

NYC – Film: „Lady Bird“

Ich war am 12.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Lady Bird“ (dt. Kinostart: 19.04.18) 94 min drama, comedy
dir. Greta Gerwig cast: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts, Lucas Hedges, Timothée Chalamet, Beanie Feldstein, Stephen McKinley Henderson

 

Im Jahr 2002. Die 17-jährige Lady Bird (Saoirse Ronan) besucht die katholische Schule in Sacramento. Noch ein Jahr, dann kann sie endlich die piefige Stadt verlassen und an der Ostküste, wo die Intellektuellen und Künstler leben, studieren. Ein teures College können sie sich aber nicht leisten, das macht ihr ihre Mutter (Laurie Metcalf) immer wieder klar. Aber erst mal das letzte Jahr Highschool hinter sich bringen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Lady Bird“ ist der erste Film, den die amerikanischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Greta Gerwig („Greenberg“, Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein als Regisseurin stemmt. Zugleich hat sie auch das Drehbuch zu dem Film geschrieben, „Lady Bird“ wurde von ihren eigenen Teenager-Jahre inspiriert.

Die meisten Coming-of-Age-Filme erzählen über einen Jungen, der erwachsen wird. „Lady Bird“ portraitiert nun den prägenden Lebensabschnitt eines Mädchens im Jahr 2002. Die amerikanische Filmemacherin sagt, dass ihr erster Film nicht autobiografisch ist. Wenn man aber eine gewisse Vorstellung hat, wie Greta Gerwig als Teenager war, dann sieht man in jeder Szene, in der Saoirse Ronan Lady Bird spielt, die heranwachsende Greta Gerwig. Ihr Kleidungsstil, den Schmuck, den sie trägt, wie sie sich ihre Nägel lackiert, ihre Haare strähnt, ihr Zimmer gestaltet, dieses Anderssein (wollen), wie sie spricht, in bestimmten Situationen reagiert, selbst die ersten Beziehungen zu Jungs (gespielt von Lucas Hedges und Timothee Chalamet) oder wie sich die zu ihrer besten Freundin (gespielt von Beanie Feldstein) entwickelt…das hat doch Greta Gerwig Anfang der 2000er Jahre alles selbst erlebt, oder? Die Teenager-Zeit ist eine schwierige. Man verändert sich, alles ändert sich, man hat Ziele, aber weiß noch nicht, wie diese konkret aussehen, aus seinem jetzigen Leben will man ausbrechen, man glaubt alle anderen wollen einen nur Steine in den Weg legen, man ist super-selbstbewusst und im nächsten oder gar im gleichen Moment unsicher. Dann die Beziehung zu den Eltern – man hat mindestens ein nerviges Elternteil, das einen einfach nicht versteht – das ist eine Zeit, in der Eltern und Kinder nicht zusammenpassen und sich trennen sollten und zwangsläufig auch werden. „Lady Bird“ erzählt eine Geschichte aus dem Leben, es ist ein fabelhafter Film über das Erwachsenwerden, aber auch einer über das Loslassen seitens der Eltern.

Ich habe selten eine so realistische Mutter-Tochter-Beziehung im Film gesehen wie hier. Von dem Verhältnis von Lady Bird und ihrer Mutter, bekommt man bereits mit der Eröffnungsszene einen guten Eindruck. Lady Bird hat große Pläne, will weit weg von Sacramento und ihre Mutter kommt ihr dann mit dem Realitätsquatsch.

Einer der wichtigsten Dinge für einen Film ist die Besetzung. „Lady Bird“ ist durch die Bank perfekt besetzt. Alleine die Theater- und TV-Schauspielerin Laurie Metcalf („Roseanne“, „The Big Bang Theory“) als Lady Birds Mutter zu besetzen, war ein gelungener Schachzug. Als ihr die Rolle angeboten wurde, hatte die Schauspielerin selbst eine anstrengende 17-jährige Tochter Zuhause, vielleicht hat diese Situation noch irgendwie geholfen, hier so authentisch zu sein. Die Szenen am Flughafen sind ihre Oscar-Bewerbung und vielleicht gesellt sich zu ihrem Tony Award und ihren drei Emmy Awards schon bald ein Oscar. Dann der wunderbare Tracy Letts ist hier ganz anders und wieder toll. Beanie Feldstein (alleine, was für ein cooler Name) spielt hier die beste Freundin von Lady Bird und ist ein Hingucker. Optisch wird einem auffallen, dass sie eine frappierende Ähnlichkeit mit Jonah Hill hat (sie ist seine jüngere Schwester), schauspielerisch ist sie für mich eine Neuentdeckung. Auch wenn Lucas Hedges für Manchester by the Sea eine Oscar-Nominierung erhalten hat, hätte ich nicht gedacht, dass er so schnell, mal in einer ganz anderen Rolle überzeugen kann. In diesem eindrucksvollen Ensemble kann ich nicht alle hervorheben, eine muss aber natürlich noch erwähnt werden: Saoirse Ronan, a.k.a. die junge Greta Gerwig. Zu Recht wird die 23-Jährige hier – aller Wahrscheinlichkeit nach – für ihren dritten Oscar nominiert.

Es gab für mich bislang noch keinen Grund, in Kaliforniens Hauptstadt zu reisen, durch diesen Film, kann ich mir jedoch gut vorstellen, wie es ist, in Sacramento zu leben, insbesondere als 17-Jährige. Letztlich geht es aber um Heimat, die man als Teenager erst richtig zu schätzen weiß und vermisst, wenn man nicht mehr dort lebt.

„Lady Bird“ wird derzeit in den U.S.A. sehr gehypt, es ist der am besten bewertete Film bei Rotten Tomatoes, überhaupt. Zwar haben andere Filme auch „100% RT“ erreicht, aber kein Film hat diese makellose Bewertung bei (derzeit) 186 Kritiken erzielen können. Das heißt natürlich nicht, dass der Film perfekt ist und er für alle ein 10-Punkte-Film ist, nein, man sollte keinen Über-Film erwarten, aber es ist ein richtig guter Film, insbesondere für ein Erstlingswerk.

In der Zwischenzeit habe ich ihn mir bereits ein zweites Mal angeschaut und jetzt ist er festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Vier Frauen wurden bisher erst für ihre Regiearbeit für den Oscar nominiert: Lina Wertmüller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow. Kathryn Bigelow war bekanntlich die einzige Oscar-Gewinnerin deren Film (The Hurt Locker) gewonnen hat und die auch für ihre Regiearbeit mit dem Academy Award ausgezeichnet wurde. Greta Gerwig hat mit ihrem Regiedebüt gute Chancen, als Regisseurin für ihren Film nominiert zu werden. Respekt.

In meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen und Oscar-Gewinnern 2018   habe ich „Lady Bird“ bei den Filmen an achter Stelle gelistet. Nach meiner zweiten Sichtung kann ich mir sogar vorstellen, dass er den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. A24 hat dieses Jahr den Oscar für Moonlight gewonnen, für das Filmjahr 2017 haben sie – wie es aussieht – zwei ernstzunehmende Kandidaten (The Florida Project und „Lady Bird“). An ihrer Stelle würde ich alles auf „Lady Bird“ setzen.

„Lady Bird“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Laurie Metcalf), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Lady Bird hat 5 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Director, Best Actress – Satires Ronan, Best Supporting Actress – Laurie Metcalf, Best Original Screenplay). Greta Gerwig ist damit nach Lina Wertmuller, Jane Campion, Sofia Coppola und Kathryn Bigelow erst die fünfte Frau die jemals von AMPAS in der Kategorie Beste Regie nominiert wurde.

„Lady Bird“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2017 gezeigt. Der A24-Film ist am 3.11.17 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film landesweit in 1194 Kinos. Für Deutschland ist ein Kinostart am 19.04.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Shape of Water„
Bewertung des Trailers: A- (neuer/ Redband-Trailer)
Kommentar: Guillermo del Toros neuer (Oscar-)Film mit Sally Hawkins und Michael Shannon
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Man Who Invented Christmas„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: britischer Kostümfilm mit Dan Stevens und Christopher Plummer
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wonder Wheel„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Woody Allens neuer Film mit Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fantastic Woman„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: chilenischer Film, der für die Oscars eingereicht wurde
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich wie furchtbar sie aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner zweiten Sichtung in Chicago bin ich etwas spät ins Kino gerauscht, mitbekommen habe ich noch die Trailer folgender Filme:

„Fifty Shades Freed“, „Phantom Thread“ und „The Disaster Artist“

 

Aufsteller von dem Film „Lady Bird“

Chicago – Film: „Coco“

Ich war am 23.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Coco“ (dt. Filmtitel: „Coco – Lebendiger als das Leben!, dt. Kinostart: 30.11.17) 105 min animation
dir. Lee Unkrich, Adrian Molina voices: Anthony Gonzalez, Gael Garcia Bernal, Benjamin Bratt, Renée Victor, Ana Ofelia Murguia, Alanna Ubach, Jamie Camil, Sofia Espinosa

 

Der 12-jährige Miguel Riviera (Anthony Gonzales) lebt in einem mexikanischen Dorf. Er träumt davon, Musiker zu werden. Sein großes Vorbild ist der verstorbene Ernesto de la Cruz, der ist sowas wie ein Nationalheld Mexikos. Alles was aber nur im Ansatz mit Musik zutun hat, ist in Miguels Familie tabu. Seit Genrationen arbeiten die Rivieras als Schuhmacher und auch Miguel soll dieses Handwerk einmal erlernen. Miguel hat aber musikalische Ambitionen und da trifft es sich gut, dass am Tag der Toten ein Talentwettbewerb im Dorf ausgerufen wurde. Jetzt braucht er nur noch eine Gitarre…

 

A (Wertung von A bis F) „Coco“ ist der 19. PIXAR-Film. Es ist der neue Film des amerikanischen Drehbuchautors, Cutters und Filmemachers Lee Unkrich. Seit über zwanzig Jahren gehört er zu dem Kreativ-Team von PIXAR. Mit seinem Regiedebüt Toy Story 3 hat er den Oscar für den besten Animationsfilm gewonnen.

Zugegebenermassen habe ich „Coco“ etwas widerwillig geschaut. Einen Trailer hatte ich nie gesehen, von den Plakaten her, erschien mir der Film „zu mexikanisch“, bzw. „zu folklorig“ und schrill, auch hatte ich befürchtet, dass mich hier ein reines Musical erwartet. Jedes Jahr zu Thanksgiving startet aber nun ein PIXAR- und/oder Disney-Film in den amerikanischen Kinos und auch bei mir ist es mittlerweile eine gewisse Tradition, einen eben solchen dann im Kino zu sehen. Was soll ich sagen? Am Ende habe ich einen der besten PIXAR-Filme gesehen. So kann es gehen.

Ich war bereits einige Male in Mexiko, habe mich aber nie näher mit den Bräuchen rund um den Día de los Muertos (das Fest der Toten) beschäftigt. Dieses ganze bunte Totenköpfe- und Skelette-Zeugs, was man dort in allen Varianten angeboten bekommt, war mir – ehrlich gesagt – immer suspekt. „Coco“ erzählt nun eine Geschichte anhand ich diese mexikanische Tradition nicht nur verstehe, sondern die Idee dahinter auch irgendwie hinreißend finde. Das erste Mal sind mir bereits am „Grenzübergang“ die Tränen gekommen (und es sollte nicht bei einem Mal während der Geschichte bleiben). Am Ende des Films blieb – soweit ich das beobachten konnte – in meiner Vorstellung, zumindest bei den erwachsenen Zuschauern, kein Auge trocken. Ich konnte selbstverständlich meine Tränen auch nicht zurückhalten und habe dann auch keinen Grund mehr gesehen, dem Film irgendwelche Bewertungspunkte abzuziehen.

Miguels Abenteuer hat einen hohen Unterhaltungswert. Ich möchte nicht viel über die Handlung verraten, jeder sollte diese für sich entdecken. Die Bedeutung von Fotos und Erinnerungen und die ganze Familiengeschichte fand ich sehr rührend. Dankenswerterweise hält sich der Film auch mit der Musik zurück. Wenn dann später Songs gesungen werden, fügen sie sich ganz natürlich in die Geschichte ein.

In Sachen Computeranimation kann man PIXAR nichts vormachen, ich finde es jedoch beeindruckend, wie sich ihre Filme visuell trotzdem in den letzten Jahren noch weiterentwickelt haben. „Coco“ ist von der Animation so farbenfreudig, einfallsreich und voller kleiner und kleinster Details – einfach perfekt. Mit Disneys Vorfilm hat man noch vorher gesehen, wie simple menschliche Charaktere in Animationen aussehen können, wenn man sieht, wie goldig hier allein die Omas in „Coco“ gezeichnet sind, könnte man meinen, beide Animationen kommen aus zwei unterschiedlichen Welten.

Ich habe den Film übrigens in der 2D-Fassung gesehen. Ich hätte ihn gerne in 3D gesehen, aber mein Chicagoer Stammkino hat schlichtweg keine 3D-Vorstellung für „Coco“ angeboten.

„Coco“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Animationsfilm, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Originalsong („Remember Me“) und einige technische Kategorien. Update: Coco hat 2 Oscar-Nominierungen erhalten, Best animated Feature und Best Song – Remember Me) Update: „Coco“ hat zwei Oscars gewonnen (Bester Animationsfilm und Bester Song – Remember Me)

In Mexiko wurde „Coco“ bereits am 27.10.17 (kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag der Toten) in die Kinos gebracht. Dort wurde der Film zum Mega-Boxoffice-Erfolg und ist jetzt der erfolgreichste Film aller Zeiten in Mexiko. In den U.S.A. ist der Film am 22.11.17 landesweit in 3987 Kinos gestartet. In Deutschland startet der Film morgen (30.11.17).

Trailer zu sehen:

Vor „Coco“ wurde folgender Vorfilm gezeigt:

„Olaf´s Frozen Adventure“ (dt. Filmtitel: „Die Eiskönigin: Olaf taut auf“, dt. Kinostart: 30.11.17) 21 min animation
dir. Kevin Deters, Stevie Wermers voices: Josh Gad, Kristen Bell, Idina Menzel, Jonathan Groff

Bei ihren Weihnachtsvorbereitungen stellen Elsa (Idina Menzel) und ihre jüngere Schwester Anna (Kristen Bell) fest, dass sie gar keine richtigen Familientraditionen zu Weihnachten haben. Das macht sie sehr traurig. Kurzerhand begibt sich Olaf (Josh Gad) mit Rentier Sven auf die Suche nach Traditionen…

B- (Wertung von A bis F) „Olaf´s Frozen Adventure“ basiert auf den Charakteren aus dem Disney Film Frozen.

Auch wenn es einen sehr gelungenen Mittelteil (mit Olaf und Sven) gibt, ist dieser Film im Ganzen öde. Das ganze Gesinge ist nervig und auch ist der Film für einen Kurzfilm – vor einem Kinofilm – mindestens zehn Minuten zu lang.

Update: Seit dem 8.12.17 wird „Olaf´s Frozen Adventure“ in den amerikanischen Kinos nicht mehr vor dem Film „Coco“ gezeigt. (Vermutlich aufgrund der zahlreichen Beschwerden).

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Duck Duck Goose„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sherlock Gnomes„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Animationsfilm und Fortsetzung zu Gnomeo & Juliet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Peter Rabbit„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Romanverfilmung mit Domhnall Gleeson, Daisy Ridley und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Paddington 2„
Bewertung des Trailers: B- (Trailer wurde 2x hintereinander gezeigt)
Kommentar: Fortsetzung, der erste war ja ganz gut
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „A Wrinkle in Time„
Bewertung des Trailers: D+
Kommentar: Sci-Fi-Mist mit Oprah, Chris Pine etc. Regie führt Ava DuVernay – warum macht sie das?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: niemals

Trailer v. Film: „Incredibles 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Fortsetzung zu dem Pixar-Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

NYC – Film: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“

Ich war am 11.11.17 in New York und am 24.11.17 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ (dt. Kinostart: 25.01.18) 115 min drama, comedy
dir. Martin McDonagh cast: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell, John Hawkes, Peter Dinklage, Abbie Cornish, Caleb Landry Jones, Lucas Hedges, Zeljko Ivanek

 

Mildred Hayes (Frances McDormand) ist alleinerziehend und lebt mit ihrem Sohn Robbie (Lucas Hedges) in dem Örtchen Ebbing in Missouri. Vor sieben Monaten ist ihre Tochter Angela brutal vergewaltigt und ermordet worden. In ihren Augen hat die lokale Polizeibehörde mit Sheriff Willoughby (Woody Harrelson) nicht genug getan, um den Täter ausfindig zu machen. Kurzerhand bucht Mildred für ein Jahr drei großformatige Werbeflächen außerhalb der Gemeinde und klagt in großen Lettern Sheriff Willoughby und sein Team an…

 

A- (Wertung von A bis F) „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist der neue Film des britisch-irischen Dramatikers und Regisseurs Martin McDonagh. Dies ist nach In Bruges und Seven Psychopaths erst der dritte Spielfilm, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte.

Wenn man die grandiosen Trailer von „Three Billboards“ sieht, könnte man meinen, dass es sich hier um eine schwarze Komödie handelt. Als ich den Film das erste Mal sah, war ich leicht irritiert, welche Wege die Handlung nimmt. In der Zwischenzeit habe ich den Film ein zweites Mal gesehen. Mit der zweiten Sichtung wusste ich, was mich erwartet, „Three Billboards“ ist eindeutig ein Charakterdrama über zwei komplexe und so unterschiedliche Persönlichkeiten (gespielt von Frances McDormand und Sam Rockwell) ist. Der Humor ist natürlich auch da, er resultiert aus der Situationskomik und den wirklich überragenden, schimpfwortreichen Dialogen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mildred Hayes, eine für die meisten Bewohner von Ebbing zu smarte, sarkastische und sehr zornige Mutter, die es nicht fassen kann, dass der Mörder ihrer Tochter nach sieben Monaten immer noch nicht gefasst wurde und offensichtlich nicht groß weiter ermittelt wird. Die Geschichte ist dabei weniger an der Suche nach dem Mörder interessiert, eher, mit wem Mildred Hayes alles konfrontiert wird und sich auseinandersetzen muss. Einer der Typen ist dabei der Polizist Jason Dixon (gespielt von Sam Rockwell). Diese Figur ist anschaulich beschrieben, man versteht, was ihn geprägt hat, was ihn umtreibt und kann dann auch sein weiteres Handeln nachvollziehen. Sam Rockwell erweckt diesen Dixon zum Leben. Dixon hätte leicht eine Karikatur sein können, aber Sam Rockwell findet den richtigen Ton und macht ihn zu einer realen Person, die in so einem Kaff im Mittleren Westen der U.S.A. leben könnte. Bei jedem Auftritt Dixons schlug mein Herz bis zum Anschlag. Sam Rockwell (Moon, Conviction, The Way, Way Back) ist unbeschreiblich gut und war nie besser (und das will was heißen). Wenn er für „Three Billboards“ nicht den Oscar gewinnt, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich liebe, liebe, liebe jede einzelne Szene mit ihm…insbesondere bei meiner zweiten Sichtung des Films.

Hier geben aber auch Woody Harrelson, John Hawkes, Lucas Hedges, Caleb Landry Jones, Peter Dinklage und selbstverständlich Frances McDormand exzellente Performances. Das gepaart mit den brillanten Dialogen macht den Film zu einem einzigartigen Film. Ich kann aber auch verstehen, wenn man Probleme mit dem Film hat, er ist auch nicht leicht einzuordnen und aller Wahrscheinlichkeit kann man sich in keinem der Charaktere wiederfinden. Die Wut und Frustration von Mildred Hayes passt aber in die heutige Zeit, in der man – wenn man mit offenen Augen durch die Welt schreitet – so viele Missstände in der Gesellschaft, bei der Polizei, der Justiz und natürlich in der Politik sieht.

Als Martin McDonagh das Drehbuch zu dem Film schrieb, hatte er Frances McDormand für die Hauptrolle im Sinn. Als ihr die Rolle angeboten wurde hatte die amerikanische Schauspielerin jedoch länger gezögert. Sie fand sich zu alt für die Rolle und war der Meinung, dass eine Frau, die in so einer Kleinstadt in Missouri lebt, viel früher Kinder bekommen hätte. Letztendlich hat ihr Ehemann und Top-Regisseur Joel Coen sie aber überzeugen können. Danke dafür! Mildred Hayes ist eine dieser Figuren, die man sich mit einer anderen Schauspielerin nicht vorstellen kann. Frances McDormand ist eine der besten Schauspielerinnen heutzutage, Ihre Performance in dem Mehrteiler Olive Kitteridge und jetzt in „Three Billboards“ zählen, in meinen Augen, zu ihren besten. Frances McDormand hält nicht viel von Awards-Kampagnen und sehr wahrscheinlich wird man sie nicht häufig bei den ganzen Rote-Teppich-Events sehen, da werden ihr Saoirse Ronan, Margot Robbie und andere sicherlich mit einer Charme-Offensive den Rang ablaufen. Am Ende sollte aber Leistung zählen und so hoffe ich darauf, dass sie am Ende nach über zwanzig Jahren mit ihrem zweitem Oscar (den ersten hat sie für ihre Performance in „Fargo“ gewonnen) ausgezeichnet wird.

In regulären amerikanischen Vorstellungen gibt es äußert selten Applaus am Ende eines Films. Als ich „Three Billboards“ das erste Mal in New York gesehen habe, gab es jedoch in meiner sehr gut besuchten Vorstellung am Eröffnungswochenende großen Applaus. (Als ich den Film zum zweiten Mal in Chicago gesehen hat jedoch keiner applaudiert).

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

Jetzt zu den Oscars, Kategorie Bester Film. Als ich meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen bzw. Oscar-Gewinnern 2018 Ende September veröffentlicht habe, gab es faktisch noch keinen Favoriten in dieser Kategorie. Ich habe die Vermutung geäußert, dass „Three Billboards“ den Oscar als Bester Film gewinnen könnte. Jetzt zwei Monate später ist, in dieser beispiellosen Oscar-Saison, immer noch kein Favorit in Sicht. Viele Oscar-Experten gehen, nach wie vor, davon aus, dass Dunkirk gewinnen wird. Ich bin mir jedoch mittlerweile ziemlich sicher, dass ein Film mit einer weiblichen Hauptrolle den Oscar im nächsten Jahr gewinnen wird. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, ich werde in meiner nächsten Oscar-Prognose näher dazu Stellung nehmen. In dieser Oscar-Saison gibt es erfreulicherweise eine beachtliche Auswahl von Filmen mit starken Frauen/Mädchen in der Hauptrolle: „Three Billboards“, Lady Bird, „“The Shape of Water“ und „The Post“, aber auch „I, Tonya“, The Florida Project, Battle of the Sexes, Molly´s Game“ und nicht zu vergessen: mother!.(gut, Letztgenannter hat natürlich keinerlei Chancen auf einen Oscar-Gewinn)

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell, Woody Harrelson), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri hat 7 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Picture, Best Actress – Frances McDormand, Best Supporting Actor – Sam Rockwell und Woody Harrelson, Best Original Screenplay, Best Film Editing, Best Score) Update: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ hat zwei Oscars (Beste Hauptdarstellerin, Frances McDormand und Bester Nebendarsteller Sam Rockwell)
gewonnen.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2017 gezeigt. Auf dem Toronto International Film Festival hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Am 10.11.17 ist der Film in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 614 Kinos in den U.S.A. Für Deutschland ist ein Kinostart am 25.01.18 geplant.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Isle of Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Wes Andersons neuer Stop-motion-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Post„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Da ist er nun endlich der Trailer zum lang erwarteten neuen Spielberg-Film mit Meryl Streep und Tom Hanks. Wichtiger Film über ein wichtiges Thema (Pentagon-Papers). Film steht bis auf weiteres noch unter Embargo. Soviel ist aber durchgedrungen, man kann mit einigen Oscar-Nominierungen rechnen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Fifty Shades Freed„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: als erkennbar war, für welchen Film hier Werbung gemacht wird, brach in meiner New Yorker Vorstellung schallendes Gelächter aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „12 Strong„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kriegsfilm mit Michael Shannon und anderen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Downsizing„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film soll problematisch sein, vom Trailer her sieht er aber wirklich gut aus
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Commuter„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Action-Thriller mit Liam Neeson (ich dachte, er wollte solche Filme nicht mehr machen, er sieht hier schlecht aus) und Vera Farmiga
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „Phantom Thread„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Paul Thomas Andersons neuer Film, der nun offiziell diesen Titel trägt, (vorerst) letzte Performance von Daniel-Day Lewis. Auch dieser Film wurde die Tage das erste Mal gezeigt, steht aber auch noch unter Embargo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Vor meiner Vorstellung in Chicago habe ich Trailer von „12 Strong“, „The Disaster Artist“, „The Commuter“, „Fifty Shades Freed (keiner hat in Chicago bei diesem Trailer gelacht), „The Shape of Water“

und

Trailer v. Film: „I, Tonya„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Margot Robbie als Tonya Harding – unglaublich, wie furchtbar diese bildhübsche Frau aussehen kann. Und ja klar, allein vom Trailer schon mind. eine Oscar-Nominierung für Allison Janney und wahrscheinlich eine für Margot Robbie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Super Troopers 2„
Bewertung des Teasers: B
Kommentar: Actionkomödie und Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

Aussteller von „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

 

TV – Serie: „Mindhunter, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender Netflix-Serie angeschaut:

 

„Mindhunter, 1. Staffel“ 10 x 35 to 60 min crime, drama, adaptation
dir. David Fincher, Asif Kapadia, Tobias Lindholm, Andrew Douglas cast: Jonathan Groff, Holt McCallany, Hannah Gross, Anna Torv, Cotter Smith, Cameron Britton, Happy Anderson, Jack Erdie

 

Im Jahr 1977. Holden Ford (Jonathan Groff) ist FBI-Agent, sein Fachgebiet ist die Verhandlung mit Geiselnehmern, er unterrichtet in Quantico. Sein Kollege Bill Tench (Holt McCallany) ist der Verhaltensforschungseinheit zugeteilt und fährt durchs Land, um den Polizisten die neuesten Ermittlungstechniken des FBI beizubringen. Der 29-jährige Holden Ford ist sehr daran interessiert, seinen Horizont zu erweitern und arbeitet schon bald mit Bill Tench zusammen. Die beiden FBI-Agenten weihen fortan die Gesetzeshüter in der Provinz gemeinsam in die FBI-Arbeit ein. Dabei werden sie nicht selten von den Polizisten in ihre ungeklärten Mordfälle eingeweiht und zu Rate gezogen. Holden hat irgendwann die Idee, inhaftierte Serienmörder zu interviewen, er denkt, er könnte etwas Nützliches über die Psyche dieser Täter in Erfahrung bringen. Bald besucht er den Serienmörder Ed Kemper (Cameron Britton) im Gefängnis…

 

A- (Wertung von A bis F) „Mindhunter“ basiert auf dem Sachbuch „Mindhunter: Inside FBI´s Elite Serial Crime Unit“. Serienschöpfer ist der englisch-australischen Bühnen- und Drehbuchautor Joe Penhall (The Road). Für den amerikanischen Regisseur David Fincher („The Game“, „Fight Club“, The Social Network, Gone Girl) ist es nach House of Cards (U.S.), die zweite Netflix-Serie, die er produziert. Hier hat David Fincher bei vier der zehn Episoden Regie geführt.

An die Serie sollte man nicht mit den falschen Erwartungen rangehen. In erster Linie ist „Mindhunter“ ein dialogreiches Charakterdrama. Es geht um zwei FBI-Agenten, die in den späten 1970er Jahren durch Gespräche mit Serienmördern versuchen, die Psyche dieser Täter generell zu analysieren. Die beiden FBI-Agenten gab es wirklich. Die realen Vorbilder für Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) und Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) waren John E. Douglas (auf dessen Buch die Serie basiert) und Robert Ressler. Es ist nicht das erste Mal, dass der FBI-Agent John E. Douglas als Vorlage für Charaktere in einer Serie bzw. einem Film diente. Die Serienfigur Jason Gideon aus der TV-Serie „Criminal Minds“ und auch der fiktive Ermittler Jack Crawford aus den Hannibal Lecter-Büchern/Filmen basiert auf John E. Douglas. Die Serie „Mindhunter“ ist jedoch nicht so spannungsgeladen wie beispielsweise Jonathan Demmes exzellenter Thriller „The Silence of the Lambs“, diese Serie ist dialogreich und nimmt sich Zeit für seine Charakter und seine Geschichte und ist damit eher mit David Finchers großartigen Serienmörder-Film Zodiac zu vergleichen. Ich wusste selbst nicht was mich erwartet. Sobald David Fincher aber irgendwo seine Finger im Spiel hat, stehe ich auf der Matte. Seinetwegen habe ich in die Serie reingeschaut, geblieben bin ich, weil mir die beiden Protagonisten (Holden Ford und Bill Tench) schnell ans Herz gewachsen sind. Wie jede TV-Serie, die mich begeistert, habe ich auch diese gesamte Staffel bereits zwei Mal geschaut (zugegebenermassen Finchers vier Episoden sogar drei Mal). Besonders gefallen mir das Zusammenspiel von Holden und Bill, die brillanten Dialoge, der unterschwellige Humor und das 1970er Jahre Setting.

„Mindhunter“ spielt in einer anderen Zeit. Es ist das Jahr 1977, überall wurde noch geraucht und das neue FBI (nur fünf Jahre nach dem Tod des ersten FBI-Direktors J. Edgar Hoover) muss sich noch finden. Es macht den Anschein, dass sich die Verbrechen und die auch Täter geändert haben. Die Sprache und Wortwahl war noch eine andere, Begriffe wie Serienmörder waren noch nicht gebräuchlich (serial killer wurden als sequence killer bezeichnet). Die Serie erzählt von dem Beginn der Kriminalpsychologie/ des Profilings. Dabei kam einer der FBI Agenten (in der Serie Holden Ford) auf die Idee, inhaftierte Serientäter zu ihrer Kindheit und den Beweggründen ihrer Taten zu befragen. Die Serienmörder Ed Kemper, Monte Ralph Rissell, Jerry Brudos, Richard Speck, etc, die in der ersten Staffel zu sehen sind, hat es tatsächlich alle gegeben.

Sexual- und Gewaltverbrechen werden üblicherweise von Männern verübt. In den 1970er Jahren waren die Mädchen und Frauen nicht nur die Opfer, ihnen wurde damals auch oftmals die Schuld dafür gegeben, dass der Mann so ausgetickt ist. (mal war es die dominante Mutter oder Oma, die Freundin oder das junge Mädchen, dass zu sexy gekleidet ist, etc.).

In einigen Szenen (meist zu Beginn der Episoden) sieht man einen mysteriösen Mann. Man erfährt nicht viel über diesen Mann, aber einiges weist darauf hin, dass er ein Krimineller, wahrscheinlich sogar Serienmörder ist oder vielleicht auch erst irgendwann mit seinen grausamen Taten beginnt. Die erste Staffel von „Mindhunter“ endet mit ihm, man kann also davon ausgehen, dass er ein wichtiger Bestandteil der zweiten Staffel ist.

Die Serie ist perfekt besetzt. Dem Namen nach kannte ich keinen der Schauspieler. Jeder einzelne ist jedoch glaubwürdig in seiner/ihrer Rolle. Mit der zweiten Sichtung dieser Serie war mir aber klar, dass Holt McCallany jetzt einer meiner neuen Lieblingsschauspieler ist. Sein Gesicht war mir aus einigen anderen Filmen bekannt.

Cameron Britton als Serienmörder Ed Kemper ist unbeschreiblich gut. Hier sehe ich definitiv auch eine Emmy-Nominierung als Gaststar bzw. Nebenrolle. Bitte seiner Stimme und Sprache unbedingt im Original lauschen!

Meine Lieblingsfigur: Ich mag alle, Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) ist aber mein Favorit

Meine Lieblingsepisode: Ich liebe die zweite Episode, sie ist perfekt, mein Lieblingspart dabei der „Fly Like an Eagle“-Part, die letzten, vielleicht 23 Minuten der zehnten Episode waren auch klasse.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Holden Ford ist 29 Jahre alt und FBI-Agent. Er ist auf die Verhandlung mit Geiselnehmern spezialisiert und schult auch in Quantico. Bald arbeitet er mit seinem FBI-Kollegen Bill Tench (gespielt von Holt McCallany) von der Verhaltensforschungseinheit zusammen, sie fahren durchs Land und schulen Polizisten in der Provinz. Holden ist etwas bieder und verkopft. Sein Charakter basiert auf den FBI-Agenten John E. Douglas, er war einer der ersten Profiler. Gespielt wird Holden Ford von dem amerikanischen Film-, Theater- und TV-Schauspieler und Sänger Jonathan Groff. Er hat in den TV-Serien „Glee“ und „Looking“ mitgespielt. Ich habe ihn in dem HBO-Film The Normal Heart und Ang Lees Kinofilm Taking Woodstock gesehen. Jonathan Groff ist auch ein Musical-Darsteller. Für seine Performance in den Musicals „Spring Awakening“ und „Hamilton“ wurde er für den Tony nominiert.

Bill Tench ist 44 Jahre alt und verheiratet. Er und seine Frau haben vor drei Jahren einen Jungen adoptiert. Er ist ein erfahrener FBI-Agent und arbeitet in der Verhaltensforschungseinheit. Er unterrichtet außerdem Polizisten landesweit über FBI-Praktiken. Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) ist sein neuer Partner dabei. Sein Charakter basiert auf Robert K. Ressler, der eine signifikante Rolle in dem Profiling von Gewaltstraftätern gespielt hat. Gespielt wird Bill Tench von dem amerikanischen Schauspieler Holt McCallany. Er hat mit David Fincher bereits in „Alien 3“ und „Fight Club“ zusammengearbeitet. Auch hat er in vielen größeren Kinoproduktionen (u.a. Run All Night, Sully) mitgespielt. Mir war sein Gesicht sehr vertraut, seinen Namen kannte ich bislang nicht.

Debbie ist Holdens 24-jährige Freundin, sie studiert Soziologie. Die junge Dame ist selbstbewusst und freigeistig. Gespielt wird Debbie von der kanadischen Schauspielerin Hannah Gross. Dies ist ihre erste größere Rolle.

Dr. Wendy Karr ist Psychologin und berät die beiden FBI-Agenten Holden Ford und Bill Tench (gespielt von Jonathan Groff und Holt McCallany). Auch ihr Charakter basiert auf einer realen Person: Dr. Ann Wolbert Burgess. Gespielt wird Dr. Karr von der australischen Schauspielerin Anna Torv. Den meisten wird sie durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „Fringe“ bekannt sein.

Ed Kemper ist der erste Serienmörder, der von Holden Ford (gespielt von Jonathan Groff) interviewt wird. Gespielt wird Ed Kemper von dem amerikanischen Schauspieler Cameron Britton.

„Mindhunter“ ist seit dem 13.10.17 bei Netflix abrufbar. Die zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

Trailer zu sehen:

Vorspann zu sehen:

 

NYC – Film: „The Square“

Ich war am 01.10.17 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Square“ (dt. Kinostart: 19.10.17) 150 min drama, comedy, satire
dir. Ruben Östlund cast: Claes Bang, Elisabeth Moss, Dominic West, Terry Notary

 

 

Christian (Claes Bang) ist Ende Vierzig und Museumskurator in Stockholm. Als er am helllichten Tag bestohlen wird, setzt er alles dran, seine Wertgegenstände wiederzubekommen. Das Handy lässt sich schnell orten. Das ist aber nicht die einzige Baustelle, die er gerade hat. Für die neue Ausstellung The Square soll eine aufsehenerregende Marketingkampagne kreiert werden. Bald gerät Christians Leben komplett aus den Fugen…

 

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Square“ ist der neue Film des schwedischen Filmemachers Ruben Östlund (Force Majeure)

Eigentlich bin ich etwas verärgert aus dem Kino gekommen. Wenn der Film vielleicht zwanzig Minuten kürzer gewesen wäre, hätte ich keinen Grund gehabt, ihn nicht in meine Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017 aufzunehmen. Aber die letzten zwanzig, vielleicht waren es sogar dreißig Minuten (ich habe nicht auf die Uhr geschaut) sind etwas sehr zäh und unnötig. Den Film hätte man an einem bestimmten Punkt einfach enden lassen sollen, dann wäre er perfekt gewesen. So musste ich schweren Herzens meine, eigentliche „A-„-Bewertung nach unten korrigieren.

„The Square“ ist für mich ein typisch europäischer Film, im besten Sinne. Es ist ein Film, bei dem man nie so recht weiß, was als Nächstes passiert, wie weit die Szenen gehen, was der Zuschauer aushalten muss. Das New Yorker Publikum ist grundsätzlich für Andersartigkeiten zu haben, entsprechend war die Begeisterung für diesen Film bei meiner Vorstellung zu spüren. Situationskomik, witzige Dialoge und einige kuriose Szenen haben für viele Lacher gesorgt.

Die Performances von Elisabeth Moss, Claes Bang (der den Christian spielt), aber auch Terry Notary (der auf einer Gala einen ganz besonderen Auftritt hinlegt) sind brillant. Elisabeth Moss spielt hier eine amerikanischen Kunstjournalistin. Die zwei letzten Szenen zwischen ihrem und Claes Bangs Charakter sind so absurd komisch, dass ich mich vor lauter Lachen kaum noch einkriegen wollte. Ging meinen Mitzuschauern übrigens auch so.

Sein Vorgängerfilm Force Majeure (dt. Filmtitel „Höhere Gewalt“) ist ein sehr smartes Beziehungsdrama, „The Square“ ist nun eine Gesellschafts- aber auch Kunstsatire – ich bin gespannt auf Ruben Östlunds nächsten Film.

„The Square“ wurde von Schweden offiziell für die Kategorie Bester fremdsprachiger Film bei den Oscars eingereicht. Update: Bei der Europäischen Filmpreis-Verleihung am 9.12.17 wurde „The Square“ mit 6 Preisen (bester europäischer Film des Jahres, bestes Drehbuch, Regie, Szenenbild, beste Komödie und beste Hauptrolle für Claes Bang) geehrt. Update: The Square wurde für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

„The Square“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2017 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film die Goldene Palme gewonnen. In den U.S.A. startet der Film am 27.10.17 in einigen Kinos. Ab dem 19.10.17 ist der Film bereits in den deutschen Kinos zu sehen. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2017 gesehen. Gezeigt wurde der Film in der schwedischen Originalfassung mit englischen Untertiteln. (Einige Szenen sind in English).

Trailer zu sehen:

Berlin – Film: „mother!“

Ich war am 14.09.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„mother!“ (Kinostart war der 14.09.17) 115 min drama, horror
dir. Darren Aronofsky cast: Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Ed Harris, Michelle Pfeiffer, Domhnall Gleeson, Brian Gleeson, Kristen Wiig

 

Sie (Jennifer Lawrence) ist mit einem wesentlich älteren Mann, einem berühmten Dichter (Javier Bardem), verheiratet. Kürzlich sind sie in ein altes, recht entlegenes Haus gezogen. Während er versucht, seine Schreibblockade zu überwinden, renoviert sie derweil das gesamte Haus und schafft für das Paar ein schönes Heim. Eines Tages klopft ein Fremder (Ed Harris) an ihre Haustür. Sie ist überrascht, dass ihr Ehemann den Fremden hereinbittet, ihn sogar übernachten lässt – er kennt ihn doch gar nicht und am nächsten Tag steht die Frau des Fremden (Michelle Pfeiffer vor der Tür. Sie fühlt sich zunehmend unwohl in ihrem eigenen Haus…

 

A- (Wertung von A bis F) „mother!“ ist der siebente Film, bei dem der amerikanische Filmemacher Darren Aronofsky („Requiem for a Dream“, The Wrestler, Black Swan) Regie führt.

„mother!“ (übrigens kein Schreibfehler, kleines „m“ und Ausrufezeichen) ist kein Film für das Mainstream-Publikum. In den U.S.A. und Kanada gibt es den sogenannten CinemaScore, anhand von Umfragen am Eröffnungstag eines Films, wird ein Durchschnittswert ermittelt, wie dieser Film bei diesem Publikum angekommen ist. Die Zuschauer können den Film zwischen A (sehr positiv) bis F (extrem negativ) bewerten. Logischerweise sagt diese Bewertung nichts über die Qualität des Films aus. Die meisten Filme erzielen irgendetwas zwischen „A“ und „B-„ , es ist schon ungewöhnlich, wenn ein Film eine „C“-Bewertung bekommt. „Transformers 5“ hat beispielsweise ein „B+“ bekommen. „mother!“ hat ein „F“ erhalten. Das ist schon fast eine Ehre. Im vorliegenden Fall sagt es meines Erachtens nur etwas darüber aus, dass dieses Publikum mit den falschen Erwartungen in den Film gegangen ist. Das wiederum würde ich auf das schlechte, bzw. fehlgeleitete Marketing zurückführen. Wenn man sich die Trailer anschaut, könnte man durchaus eine Art „Rosemary´s Baby“ erwarten. Und genau das ist „mother!“ nicht. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, bis ich in dem Gezeigten einen Sinn erkennen konnte. Man weiß auch nie, was als Nächstes passiert. Keiner der Charaktere hat einen Namen. Der Film ist voller Symbole und Anspielungen. Als ich irgendwann eine Idee zu einem der Charaktere (Javier Bardems) hatte, war mir auch schnell klar, was Jennifer Lawrences symbolisiert. Wenn man das erkannt hat, kann man erahnen, was sich der Künstler (Darren Aronofsky) bei seinem außergewöhnlichen Werk gedacht hat.

Ich möchte den Film nicht spoilern. Ich glaube, dass die, die sich ernsthaft für Filme interessieren, diesen durchaus heftigen Arthouse-Film auch erleben sollten. Der Otto-Normal-Zuschauer, der am liebsten einen Film von A bis Z erklärt haben will, nicht nachdenken möchte, wird mit diesem Film so überhaupt nichts anzufangen wissen. Das erklärt auch den CinemaScore „F“.

„mother!“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Jennifer Lawrence), Bester Hauptdarsteller (Javier Bardem), Beste Nebendarstellerin (Michelle Pfeiffer), Bester Nebendarsteller (Ed Harris), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„mother!“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival gezeigt. In den U.S.A. ist der Film am 15.09.17 in 2,368 Kinos landesweit gestartet. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. Ich habe den Film in Berlin in der OV gesehen.

 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Justice League„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Der 423. Superhelden-Film. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf die immer gleichen Filme noch freuen kann. Die erfolgreichsten Filme an der amerikanischen Kinokasse in diesem Sommer waren tatsächlich wieder drei Superhelden-Filme („Wonder Woman“, „Guardians of the Galaxy 2“ und „Spider-Man: Homecoming“)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Murder on the Orient Express„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Gleichnamige Roman-Verfilmung von und mit Kenneth Branagh. Finde ich generell unnötig, aber die Besetzung mit Willem Dafoe, Judi Dench, Johnny Depp, Daisy Ridley, Olivia Colman und Michelle Pfeiffer macht neugierig. Der Trailer ist so lange gut, bis Kenneth Branagh als Hercule Poirot auftaucht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschauen: wahrscheinlich schon

Trailer v. Film: „The Snowman„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B+ (anderer Trailer)
Kommentar: Thriller/Bestseller-Verfilmung mit Michael Fassbender. Irgendwie cool, Fassy rauchen zu sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „What Happened to Monday„ (Trailer in der OV)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Noomi Rapace in verschiedenen Rollen. Leider sieht sie gar nicht wandelbar und sieht immer gleich aus. Der Film kommt in den U.S.A. auf Netflix raus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: vielleicht gucke ich mal rein

 

 

Kino in Berlin

In Deutschland gehe ich äußerst selten ins Kino. „mother!“ war, glaube ich, erst mein zweiter Film, den ich dieses Jahr regulär im deutschen Kino gesehen habe. Die Werbung (inkl.) zweier Trailer war knapp 10 Minuten lang. Als ich dachte, es geht los, ging dass Licht an und es wurde die „Eis-Pause“ ausgerufen. Ich kann nicht fassen, dass es dieses Relikt aus der Vergangenheit heutzutage immer noch gibt. Kein einziger Zuschauer in meiner Vorstellung ist aufgestanden. Also passiert drei Minuten nichts und dann wurden noch mal zwei Trailer gezeigt und der Film hat begonnen.