TV-Serie – „Succession, 1. Staffel“


Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 1“ (in D. beispielsweise über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  comedy, drama 

dir. Adam McKay, Mark Mylod, Adam Arkin, Andrij Parekh, Miguel Arteta, S. J. Clarkson   cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Nicholas Braun, Kieran Culkin, Matthew Macfadyen, Alan Ruck, Sarah Snook, Hiam Abbass, Peter Friedman, Justine Lupe, Eric Bogosian, James Cromwell 

 

Logan Roy (Brian Cox) ist ein sehr einflussreicher Medienmogul, Waystar Royco zählt zu den größten Medienkonzernen der Welt. Nun ist er aber nicht mehr der Fitteste und eigentlich war es abgemacht, dass er zu seinem 80. Geburtstag die Leitung seines weltweiten Imperiums seinem zweitältesten Sohn Kendall (Jeremy Strong) überträgt. Der alte Herr hat es sich jedoch anders überlegt…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Logan Roy hat selbstverständlich rein gar nichts, also überhaupt nichts, mit Rupert Murdoch zutun. Auch sind die Ähnlichkeiten von Waystar Royco und News Corp natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers , The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Adam McKay hat auch bei der Pilotfolge Regie geführt. 

Es gibt TV-Serien, die perfekt in die Zeit passen, in der sie erstmalig ausgestrahlt werden. Ich erinnere mich da besonders an die erste Staffel von Mr. Robot (im Jahr 2015) und The Handmaid´s Tale (im Jahr  2017). „Succession“ kreist um das meinungsmachende Imperium von Logan Roy und ist eine Serie über Supereiche, die über die Gestaltung der Gesellschaft mitbestimmen, ohne selbst einen Bezug zur „normalen“ Bevölkerung zu haben. Damit passt „Succession“, in meinen Augen, genau in die Zeit 2018/2019 usw. 

Zugegebenermassen springe ich dieses Mal etwas spät auf den Zug auf. Auch wenn ich im letzten Jahr bereits an der ersten Staffel interessiert war, gab es einfach zu viele hervorragende Serien, die meine Aufmerksamkeit erforderten. An den überragenden Kritiken der aktuell laufenden zweiten Staffel komme ich nun aber definitiv nicht mehr vorbei. Zunächst musste ich mir aber die erste Staffel anschauen. 

Hier geht es um die „Roys“, die dem amerikanischen Geldadel angehören, genauer die zu den sogenannten „1%“ zählen. Megareiche, die mit sich selbst überfordert sind, die Bodenhaftung völlig verloren haben, sich vermutlich selbst und alle anderen hassen. Sie begegnen anderen, aber selbst ihren engsten Familienmitgliedern, mit einer unglaublichen Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit. So hauen sich die einzelnen Charaktere permanent irgendwelche Gemeinheiten um die Ohren. Was die Kinder von Logan Roy betrifft, suchen diese letztendlich nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Definitiv ist dies keine Serie, bei der man mit, auch nur einem der Beteiligten tauschen will und wenn man es nicht eh schon wüsste, wäre das hier der Beweis, dass Geld nicht glücklich macht. Gute Menschen oder gar Sympathieträger sucht man in dieser Serie vergeblich. Die Charaktere wären eigentlich kaum zu ertragen, wenn das Ganze nicht als schwarze Tragikomödie aufgezogen wäre. Die Dialoge sind unglaublich brillant. Ich weiß nicht, wie oft ich lauthals lachen musste. Meine unbedingte Empfehlung: die Serie in der Originalfassung, vielleicht mit englischen Untertiteln, schauen.

Die Besetzung jedes einzelnen dieser komplexen Charaktere ist makellos. 

Schauspielerisch und inszenatorisch ist „Succession“ manchmal so überzeugend, dass man glaubt, eine Reportage über diese dysfunktionale Milliardärs-Familie zu sehen. 

Greg, der Cousin von Connor, Kendall, Roman und Shiv, ist nicht im Wohlstand aufgewachsen und reicht damit vielleicht am Anfang noch am ehesten als Identifikationsfigur für den Zuschauer. Zumindest sieht man die superreichen Roys anfänglich durch seine (scheinbar naiven) Augen.

Am meisten habe ich mich sicher über den, von Kieran Culkin verkörperter Roman Roy amüsiert. Vielleicht ist er sowas wie mein Lieblingscharakter der Serie. Es macht aber auch wahnsinnig viel Spaß, den Möchtegerns und irgendwie Außenseitern Greg und Tom (gespielt von Nicholas Braun und Matthew Macfadyen) zuzuschauen. Brian Cox hebt das Niveau jedes Projektes und ist die perfekte Besetzung des Logan Roy. Brian Cox zeigt hier über die gesamte erste Staffel einige Facetten seines Talents.

Was wären Schauspieler ohne ihre Stimme und ihre Sprache? Synchronisationen nehmen ihnen genau das, das sollte man sich immer vor Augen halten. 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich es kaum erwarten kann, wie es mit den Charakteren in der zweiten Staffel weitergeht und ich endlich wieder diesen tollen Score hören kann.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Logan Roy ist in Schottland geboren. Er hat sich selbst ein Imperium aufgebaut, dadurch fällt es ihm auch schwer, seinen verwöhnten Kindern, die noch nichts in ihrem Leben erreicht haben, die Nachfolge seines Lebenswerks zu überlassen. Logan ist der CEO eines der weltweit größten Medienkonzerne: Waystar Royco. Ähnlichkeiten zu Rupert Murdoch sind, wie gesagt, rein zufällig. Er ist in dritter Ehe mit Marcia (gespielt von Hiam Abbass) verheiratet. Er hat mit Connor (gespielt von Alan Ruck), Kendall (gespielt von Jeremy Strong) und Roman (gespielt von Kieran Culkin) drei Söhne und eine Tochter: Siobhan (gespielt von Sarah Snook). Logan ist 80 Jahre alt und wollte eigentlich kürzer treten und die Führung seines Konzerns seinem zweitältesten Sohn Kendall überlassen. Er hat es sich aber anders überlegt. Gespielt wird der Patriarch von dem schottischen Schauspieler Brian Cox. Der Theater-, TV- und Filmschauspieler hat in unzähligen Kinofilmen („Braveheart“, „The Bourne Identity“, Zodiac, The Escapist, The Good Heart) und TV-Serien („Deadwood“, „The Game“, „Penny Dreadful“) mitgespielt. Für seine Performance in der TV-Serie „Nuremberg“ hat er einen Emmy gewonnen. Für seine Rolle in der TV-Serie „Frasier“ wurde er für einen weiteren Emmy nominiert. 

Kendall „Ken“ Roy ist der zweitälteste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Eigentlich sollte Kendall die Nachfolge seines Vaters als CEO bei Waystar Royco antreten, Logan hat es sich jedoch anders überlegt. Kendall hat eine Drogenvergangenheit, was wohl auch ein Grund für seine Ehefrau Rava (gespielt von Natalie Gold) war, ihn mit den beiden Kindern zu verlassen. Gespielt wird Kendall von dem amerikanischen Schauspieler Jeremy Strong. Auch wenn ich wahrscheinlich noch nicht erwähnt habe, hat er in einigen hervorragenden Kinofilmen (Lincoln, Robot & Frank, Zero Dark Thirty,  The Big Short, Molly´s Game) mitgespielt. Auch war er u.a. in den TV-Serien „The Good Wife“ und „Masters of Sex“ zu sehen.

Roman „Rome“ Roy ist der jüngste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Roman arbeitet bei Waystar Royco, naja, er arbeitet nicht wirklich, aber er hat dort ein Büro.  Gespielt wird Roman von dem amerikanischen Schauspieler Kieran Culkin. Seine erste Rolle hatte er neben seinem Bruder Macauley in „Home Alone“. Er hat in ein paar guten Filmen („The Cider House Rules“, „Igby Goes Down“, Margaret) mitgespielt. Auch hat er in der zweiten Staffel der TV-Serie „Fargo“ mitgewirkt. 

Siobhan „Shiv“ Roy ist die einzige Tochter (aus der 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Sie ist die Halbschwester von Connor (gespielt von Alan Ruck) und die Schwester von Kendall und Roman (gespielt von Jeremy Strong und Kieran Culkin) Sie arbeitet als politische Beraterin. Demnächst will sie ihren langjährigen Freund Tom Wambsgans (gespielt von Matthew Macfadyen)  heiraten. Gespielt wird Shiv von der australischen Schauspielerin Sarah Snook. Sie war bereits in einigen Kinofilmen (u.a Steve Jobs, The Glass Castle, Winchester) zu sehen. 

Connor „Con“ Roy  ist der ältester Sohn (aus der 1. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox).  Con lebt auf einer abgelegenen Ranch in New Mexico. Willa (gespielt von Justine Lupe) ist sowas wie seine Freundin, auch wenn er sie kennenlernte, als er ihre Dienste als Callgirl in Anspruch nahm. Das sorgt auch immer wieder für böse Spitzen in ihre Richtung. Connor wird von dem amerikanischen Schauspieler Alan Ruck gespielt. Unvergessen ist er natürlich als „Cameron“ in „Ferris Bueller´s Day Off“. Seither hat er in vielen TV-Serien („Mad About You“, „Spin City“, „The Exorcist“) mitgespielt und war auch in ein paar Kinofilmen („Speed“, War Machine) zu sehen. Neben seiner Ehefrau, Mireille Enos (TV-Serie „The Killing“) hat Alan Ruck in der TV-Serie „The Catch“ gespielt. 

Tom Wambsgans ist der langjährige Freund/später Verlobte von Shiv Roy (gespielt von Sarah Snook). Er arbeitet bei Waystar Royco. Gespielt wird Tom von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen.  Er hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, „Death at a Funeral“, Frost/Nixon) und TV-Serien („Spooks“, „Ripper Street“) mitgespielt. 

Marica Roy ist die dritte Ehefrau von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Gespielt wird Marcia von der israelischen Schauspielerin („Paradise Now“, „Munich“, The Visitor) und Regisseurin Hiam Abbass. 

Greg ist der Enkel von Logan Roys Bruder Ewan (gespielt von James Cromwell)), damit ist er ein Cousin von Kendall, Roman, Shiv und Connor. Greg selbst ist nicht im Wohlstand aufgewachsen, am Anfang sieht man die ultrareichen Roys mit seinen Augen. Er wirkt etwas naiv und unbeholfen, zeigt aber schon bald einen gewissen Ehrgeiz. Gespielt wird Greg von dem amerikanischen Schauspieler Nicholas Braun. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „10 Things I Hate About You“) und Kinofilmen (u.a.The Perks of Being a Wallflower) mitgewirkt. Nicholas Braun ist sehr groß (fast 2 Meter), was in dieser Serie tatsächlich öfter auffällt. 

Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  ist in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

Die erste Staffel von „Succession“ wurde für fünf Emmys nominiert, u.a. Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKays Pilotfolge), Outstanding Writing for a Drama Series (für den Serienschöpfer Jesse Armstrong und die finale Episode der ersten Staffel„Nobody is Ever Missing“) 

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18 – 5.8. 18 auf HBO gezeigt. Die zweite Staffel läuft seit dem 11.8.19 auf HBO. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man die OV der ersten Staffel über den deutschen iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

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