Oscar-Gewinner-Film 2019, meine finale Analyse


Oberflächlich betrachtet deutet mittlerweile vieles daraufhin, dass Alfonso Cuaróns Film „Roma“ am nächsten Sonntag (24.02.19) den Oscar als Bester Film gewinnt. Der Film war zunächst der Kritikerliebling des Jahres 2018, dann hat Alfonso Cuarón den Preis des Verbands der Regisseure (DGA) gewonnen, dann wurde der Film für zehn Oscars nominiert (inkl. – etwas überraschend – zwei Schauspiel-Nominierungen) und hat damit Stärke bei den einzelnen Berufszweigen innerhalb der Academy gezeigt. Schließlich hat auch die britische Academy (BAFTA) ihn zu ihrem Besten Film des Jahres gekürt. Morgen (19.02.19) ist nun Stichtag für die Academy-Mitglieder, bis morgen müssen sie ihre Stimmen für alle 24 Kategorien abgeben. Zeit also, diese dynamische Oscar-Saison etwas Revue passieren zu lassen.

Um zu schauen, welcher Film den Königspreis von A.M.P.A.S. gewinnt, muss man sich immer  anschauen, welche Preise innerhalb der Filmindustrie vergeben wurden. Dann lasse ich einfliessen, was mir zu Ohren gekommen ist und ich lege dieses Jahr auch ein besonderes Augenmerk auf das Preferential Voting System, das den Gewinner des Besten Films bei den Oscars bestimmt. Soviel sei jetzt schon verraten, ich neige dazu, von meinem Oscar-Gewinner-Film, an dem ich seit September festgehalten habe, abzuweichen und das hat hauptsächlich mit diesem System zutun, dass den Besten Film bestimmt. Aber gucken wir uns das Ganze mal genauer an. 

Statistisch gesehen haben spätere Oscar-Gewinner-Filme bereits vorher wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie abgeräumt. 

Gewinner und Nominierte der wichtigsten Preise innerhalb der amerikanischen Filmindustrie Oscar-Saison 2018/2019:

PGA (Verband der Produzenten) – Gewinner: Green Book, nominiert waren Black Panther, BlacKkKlansman, Bohemian Rhapsody, Crazy Rich Asians, The Favourite, Green Book, A Quiet Place, Roma, A Star is Born und Vice 

SAG (Verband der Schauspieler) – Gewinner: Black Panther, nominiert waren: A Star is Born, Black Panther, BlacKkKlansman, Bohemian Rhapsody, Crazy Rich Asians

DGA (Verband der Regisseure) – Gewinner:  Alfonso Cuarón (Roma) Nominiert waren Peter Farrelly (Green Book), Spike Lee (BlacKkKlansman), Adam McKay (Vice), Bradley Cooper (A Star is Born), Alfonso Cuarón (Roma) 

Dass drei unterschiedliche Filme die drei wichtigsten Preise innerhalb der Filmindustrie (vor den Oscars) gewinnen, gab es in der Vergangenheit nur vier Mal: 1 x war der spätere Oscar-Gewinner-Film der PGA-Gewinner, 1 x der SAG-Gewinner und 2 x haben die Regisseure den späteren Best-Picture-Gewinner bestimmt. 

Hilft also nur bedingt weiter. In den meisten Jahren hat der Film, der den Best Picture-Oscar gewann auch den Oscar für das Beste Drehbuch (Original oder adaptiert) gewonnen. Wie hat dazu der Verband der Autoren entschieden? 

WGA (Verband der Autoren)  Diesjähriger Gewinner des WGA Bestes Originaldrehbuch: Eighth Grade, für den Oscar Bestes Originaldrehbuch nominiert sind: The Favourite, First Reformed, Green Book, Roma und Vice; Diesjähriger Gewinner des WGA Bestes adaptiertes Drehbuch: Can You Ever Forgive Me, für den Oscar Bestes adpatiertes Drehbuch nominiert sind: The Ballad of Buster Scruggs, BlacKkKlansman, Can You Ever Forgive Me?, If Beale Street Could Talk und A Star is Born

So und jetzt haben wir eine Situation, die es bisher noch nie gab. Die vier wichtigsten Verbände innerhalb der Filmindustrie (die der Produzenten, Schauspieler, Regisseure und Autoren) haben sich alle für einen anderen Film entschieden. 

Okay, jetzt muss man – was bereits vergebene Filmpreise angeht – nach einem Strohhalm greifen. Was hat die britische Academy (viele Briten sind auch A.M.P.A.S.-Mitglieder) als Besten Film gewählt:

BAFTA (Preis der British Academy of Film and Television Arts) – Gewinner: Best Film: Roma, Best British Film: The Favourite nominiert waren für Best Film: BlacKkKlansman, The Favourite, Green Book, Roma und A Star is Born; Best British Film: Beast, Bohemian Rhapsody, The Favourite, McQueen, Stand & Ollie und You Were Never Really Here 

Zumindest haben wir jetzt einen Preis für Alfonso Cuarón als Regisseur und einen Preis für seinen Film „Roma“. Mir zeigt es aber, dass es keine richtige Übereinstimmung gibt und es alles andere als sicher ist, dass „Roma“ den Oscar als Bester Film gewinnt. 

Bevor ich auf alle einzelnen acht Oscar nominierten Filme eingehe, ein paar nicht unwichtige Fragen und Fakten, die den Oscar-Gewinn Bester Film beeinflussen können:

Welches sind die an der amerikanischen Kinokasse erfolgreichsten Filme des Jahres 2018?

  1. Black Panther 
  2. Bohemian Rhapsody
  3. A Star is Born
  4. Green Book
  5. BlacKkKlansman 
  6. Vice 
  7. The Favourite 

(Bei „Roma“ sind die Umsatzzahlen nicht bekannt) 

 

Welche der acht Oscar-nominierten Filme haben ein Happy Ending?

einzig Green Book

 

Welche Filme haben die meisten Oscar-Nominierungen? 

Roma (10)

The Favourite (10)

 

Welche der acht Filme haben alle wichtigsten Oscar-Nominierungen?

Einzig The Favourite, BlacKkKlansman und Vice. 

Die haben Nominierungen in den Kategorien Regie, jeweils Schauspiel-Nominierungen (The Favourite und Vice haben sogar jeweils drei Schauspiel-Nominierungen) eine Drehbuch-Nominierung und eine Nominierung in der, für den Oscar-Gewinn als Bester Film nicht unerheblichen Kategorie Bester Schnitt. 

 

Blicken wir in die Zukunft, auf welchen Film kann die Academy in vielleicht zehn Jahren zurückblicken und sagen, es war eine gute Entscheidung, dass dieser Film im Jahr 2019 Bester Film gewonnen hat:

BlacKkKlansman

Roma

The Favourite 

 

Präziser bzw. anders: welcher Film spiegelt in vielleicht zehn Jahren die Zeit wieder, in der wir uns befunden haben. Die Staaten sind gespalten wie nie zuvor, Donald Trump ist im Jahr 2019 der US-amerikanische Präsident. Welche Filme setzen ein Zeichen:

BlacKkklansman

Black Panther 

Roma 

 

Rotten Tomatoes Bewertung aller acht Oscar-nominierten Filme (Stand 13.2.19):

Black Panther 97% RT

BlacKkKlansman 96% RT

Roma 95% RT

The Favourite 93% RT

A Star is Born 89% RT

Green Book 79% RT

Vice 66% RT

Bohemian Rhapsody 61% RT

 

Welche Filme spalten die Zuschauerschaft und damit vielleicht auch die Mitglieder der Academy:

Bohemian Rhapsody

Vice

mit aufnehmen würde ich hier auch:

(Green Book) – weil die heftige Kritik an dem Film auch die Academy-Mitglieder beeinflussen könnte? und der Film einfach nicht zeitgemäß ist

(Black Panther) – weil Superheldenfilm?

(Roma) weil Netflix-Film? 

(The Favourite) – ich wünschte, ich hätte ein Academy-Screenings dieses Films besuchen können. Ich weiß nicht wie der Film bei den Mitgliedern von A.M.P.A.S. ankommt (habe auch nichts dahingehend gehört), weiß nur, dass er bei „normalen“ Programmkinozuschauern gemischt aufgenommen wurde

 

 

Auf welchen Film kann man sich am ehesten einigen:

BlacKkKlansman 

A Star is Born

(viele Oscar-Experten denken auch Green Book)

 

Welches ist ein typischer Nr. 2 Film im Ranking der acht Oscar-nominierten Filme? 

Wenn man das hundertprozentig beantworten kann, kennt man vielleicht den Oscar-Gewinner-Film

Ich habe hin und her überlegt, meiner Theorie zufolge sind dies die Filme, auf die man sich am ehesten einigen kann (siehe vorherige Frage), also 

BlacKkKlansman und A Star is Born. 

Viele Oscar-Experten gehen aber von Green Book aus (da der Film den PGA, den Preis der Produzenten, gewonnen hat). Die Produzenten ermitteln ihren Gewinnerfilm mit derselben Methode wie A.M.P.A.S. Man kann davon ausgehen, dass er bei den Produzenten der Nr. 2 Film war. Nur – die Academy-Mitglieder sind nicht nur Produzenten, sie kommen aus 17 unterschiedlichen Berufszweigen.

 

Und nun zu der alles entscheidenden Frage. Der Oscar-Gewinner-Film wird durch das Preferential Voting System entschieden. In 23 von 24 Kategorien bei den Oscars gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Einzig in der Kategorie Bester Film müssen die Academy-Mitglieder ein Ranking aller acht Filme abgeben. Diese Kategorie wird durch das Preferential Voting System entschieden. Daher ist es auch in einem Jahr, in dem die Preise innerhalb der Filmindustrie breitgefächert vergeben wurden, schwer, die Kategorie Bester Film vorherzusagen. Sollte bei der Wahl des Besten Films des Jahres in der ersten Runde bereits ein Film über 50% aller Stimmen erhalten, haben wir den Best-Picture-Gewinner. Schafft es dieses Jahr der Netflix-Film Roma über 50% der Stimmen aller Academy-Mitglieder zu erhalten? Sollte das nicht der Fall sein, kommt das Preferential Voting System zum Zuge, es geht in Runde 2 und vielleicht Runde 3, da zählen die Filme, die die Academy-Mitglieder auf ihre Plätze 2 und 3 gewählt haben. Der Film mit den wenigsten Nr. 1 Stimmen (nehmen wir dieses Jahr beispielsweise Bohemian Rhapsody) scheidet dann nach der ersten Runde aus und gezählt werden die Nr. 2 und Nr. 3 Filme, des Academy-Mitglieds das Bohemian Rhapsody als seinen Nr. 1-Film wählte (was könnten das für Filme sein?). Wählt jemand, der Bohemian Rhapsody als seinen Lieblingsfilm gewählt hat, auf Platz 2 Roma, relativ unwahrscheinlich in meinen Augen. Roma wird in meinen Augen, sollte es zu Runde 2 oder Runde 3 kommen, nur wenige Stimmen dazu gewinnen und damit dann wohl nicht den Besten Film gewinnen. An dieser Stelle ist es wichtig sich vorstellen zu können, auf welche Filme man sich am ehesten einigen können. Weiter oben habe ich versucht, mich dieser Frage zu nähern? Vor zwei Jahren waren die finalen Favoriten auf den Königspreis der Academy „La La Land“ und „Moonlight“. Genaue Zahlen werden leider nicht preisgegeben, wir können aber bei 14 Oscar-Nominierungen für „La La Land“ davon ausgehen, dass „La La Land“ die meisten Nr. 1-Stimmen hatte. Bei der ersten Auszählung hatte „La La Land“ aber nicht mehr als 50% aller Stimmen erreichen können, demnach ging es in Runde 2 (oder sogar 3) und als ihren Nr. 2-Film haben offensichtlich viele Academy-Migliedern „Moonlight“ gesetzt, der Film auf den man sich am ehesten einigen konnte. „Moonlight“ hat den Oscar als Bester Film gewonnen. Übrigens „Moonlight“ hat seinerzeit viele Kritikerpreise abgeräumt und war für den SAG Ensemble, den PGA, den DGA und den BAFTA nominiert und hatte den WGA gewonnen. „La La Land“ hatte PGA, den DGA und den BAFTA gewonnen, war für den WGA nominiert, aber – und das war wohl auch entscheidend – war für den SAG Ensemble nicht nominiert. Dieses Jahr war Roma nicht für den SAG Ensemble Preis nominiert. Die Gewerkschaft der Produzenten haben auch dieses Preferential Voting System und der Gewinner des PGAs war dieses Jahr Green Book.  

Ich weigere mich strikt „Green Book“ für meine kleine persönliche Wette zu nehmen. Ich war mit den beiden überraschenden Schauspiel-Nominierungen der Meinung, „Roma“ ist der Gewinnerfilm. Roma könnte also den Oscar als Bester Film gewinnen, wenn er in der ersten Runde über 50% aller Stimmen der Academy-Mitglieder bekommt. 

Jetzt ist mir aber zu Ohren gekommen, dass es innerhalb der Oscar Academy, einflussreiche Leute gibt (darunter Steven Spielberg), die mit ihrer Stimme ein Statement gegen Netflix (und damit gegen Roma) abgeben könnten und entsprechend Roma als ihren letzten Film im Ranking setzen könnten.  Das ist das Spannende an der Oscar-Saison, was gestern noch als sicher galt, ist es morgen nicht mehr. 

Vieles hat dazu beigetragen, dass die Oscars immer undurchsichtiger werden, darunter:

  • das Preferential Voting System (wieder eingeführt vor zehn Jahren) 
  • neue Mitglieder der Academy (in den letzten Jahren gibt es extrem viel jüngere und auch nicht-amerikanische und nicht-weiße Academy-Mitglieder) 
  • auf die Statistiken kann man sich nicht mehr zuverlässig verlassen 
  • politisches und gesellschaftliches Denken beeinflusst seit einigen Jahren den Oscar-Gewinner in der Kategorie Bester Film

Bevor ich zu meinem persönlichen Ranking und zu den einzelnen Filmen komme, kurz zu den Schauspielern. Relativ sicher in ihrem Favoriten-Status für den Oscar gelten die Schauspieler Glenn Close, Rami Malek und Mahershale Ali. Einzig die Kategorie Beste Nebendarstellerin ist völlig offen. Regina King startete als Favoritin in dieser Kategorie, wurde dann aber weder von den Schauspielern für einen SAG-Award, noch von den Briten für einen BAFTA nominiert. Mir ist eigentlich nur Marcia Gay Harden (für „Pollock“) bekannt, die dann trotzdem den Oscar gewann. 

Ich kenne alle acht Oscar-nominierten Filme, drei dieser Filme (Roma, BlacKkklansman und The Favourite) sind in meiner persönlichen Top Ten für Filme aus dem Jahr 2018 gelandet. Wenn ich den Oscar als Bester Film bestimmen müsste, würde mein Ranking folgendermassen aussehen: 

BlacKkKlansman

The Favourite

Roma

A Star is Born

Black Panther 

Green Book

Vice

Bohemian Rhapsody

 

BlacKkklansman ist der einzige Film unter den acht nominierten, der von der Statistik her am ehesten gewinnen könnte. Der Film hat eine Filmpreis-Nominierung der Produzenten, der Regisseure, der Schauspieler und er hat zusätzlich (wie auch „The Favourite“ und Vice“) eine Oscar-Nominierung von den Regisseuren, den Autoren, den Schauspielern und Cuttern erhalten. Eine Nominierung für den Besten Schnitt geht mit einem Bester Film-Gewinn oftmals einher. Spike Lee hat „leider“ vor Jahren bereis einen Ehrenoscar erhalten, ohne den hätte er wahrscheinlich dieses Jahr mehr Chancen als Regisseur ausgezeichnet zu werden. Immerhin wurde er von A.M.P.A.S erstmalig als Regisseur nominiert. Spike Lee hat sich während der gesamten Oscar-Saison ungewöhnlich handzahm verhalten. Genützt hat es ihm und seinem Film bislang aber nichts.  Alfonso Cuarón hat – wie erwartet – den Preis der Gewerkschaft der Regisseure (DGA) gewonnen. Sechs schwarze Regisseure (John Singleton, Lee Daniels, Steve McQueen, Barry Jenkins, Jordan Peele und jetzt Spike Lee) sind in 91-jähriger Oscar-Geschichte erst für den Oscar als bester Regisseur des Jahres nominiert worden. Kein schwarzer Regisseur hat je den Oscar als Bester Regisseur des Jahres gewonnen. Spike Lee hat selbst gesagt, dass sein Film zeigt, was in den U.S.A. gerade passiert. Der Film hat eine Aussage, ist politisch wichtig und zeitgeistig.

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $48,686,605 Stand 31.1.19

Produktionskosten: 15 Mio Dollar

Rotten Tomatoes Bewertung: 96%

Oscar-Nominierungen: 6 (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Adam Driver), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik, Bester Schnitt)

Das preferential voting system: Könnte hier gewinnen

Welchen wichtigen Oscar könnte BlacKkKlansman außer Bester Film noch gewinnen?

Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt

Vorteil: Wenn Spike Lee gewinnen sollte, wäre er der erste schwarze Filmemacher, der von A.M.P.A.S. als Bester Regisseur des Jahres ausgezeichnet würde. „BlacKkKlansman“ ist der zeitgeistigste Film aller Oscar-nominierten Filme. Der Film hat eine Nominierung der Schauspieler (SAG) für das Beste Ensemble. Wie gesagt, der Film hat eine Aussage und ist ein Film, auf den die Academy in zehn Jahren rückblickend als guten Oscar-Gewinner-Film schauen kann.

Größter Nachteil: dass er bislang noch nichts gewonnen hat.

 

 

 

The Favourite ist ein etwas sperriger Kostümfilm, der entweder gefällt oder mit dem man wenig anfangen kann. Was man aber unbestritten behaupten kann, der Film ist eine künstlerische Leistung. Und damit ein Film, der es verdient hätte, den Oscar als Bester Film zu gewinnen. In zehn Jahren könnte die Academy mit Stolz auf diesen Oscar-Gewinner-Film zurückblicken. Er hat alle Oscar-Nominierungen, die er braucht, um auch Bester Film zu gewinnen: Beste Regie, drei Nominierungen für Schauspieler, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt. Hat aber (überraschenderweise) nicht den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG) gewonnen. Auch nicht den PGA, Yorgos Lanthimos war nicht für den DGA nominiert. Dafür hat The Favourite 7 BAFTAS (inklusive Best British Film und für die beiden Schauspieler Olivia Colman und Rachel Weisz) gewonnen. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $28,597,605 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 15 Mio Dollar

Rotten Tomatoes Bewertung: 93%

Oscar-Nominierungen: 10 (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Olivia Colman), Beste Nebendarstellerin (Emma Stone und Rachel Weisz), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt 

Das Preferential Voting System: Ist für mich zunächst ein typischer Nr. 1 Film. Vielleicht unterschätze ich es auch, dass dieser Film auch Nr. 2 und Nr. 3 Stimmen erhalten kann. Hier bin ich sehr unsicher.

Welchen wichtigen Oscar könnte The Favourite außer Bester Film noch gewinnen? Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt. Die Chance besteht, dass Rachel Weisz die Kategorie Beste Nebenrolle gewinnt. 

Vorteil: Der Film hat alle Nominierungen, die er braucht, um Bester Film zu gewinnen. Mit Roma zusammen hat er die meisten Oscar-Nominierungen. Die Briten innerhalb der Academy mögen den Film. Der Film passt irgendwie in die MeToo-Ära. 

Größter Nachteil: Das Preferential Voting System…vielleicht

 

 

 

Roma ist zweifelsfrei der Kritikerliebling der Oscar-Saison 2018/2019. Zusammen mit The Favourite, ist Roma der Film mit den meisten Oscar-Nominierungen dieses Jahr (10). Überraschend wurde er sogar in zwei Schauspielkategorien nominiert. Roma hatte nämlich zuvor keine Nominierung der Schauspielgewerkschaft. Es gab in der Vergangenheit zwei Ausnahmen (Braveheart und im letzten Jahr The Shape of Water), bei dem ein Film ohne eine SAG Ensemble Nominierung später den Oscar für den Besten Film gewann. Ohne PGA-Gewinn (der dieses Jahr an Green Book ging) kann man gewinnen (siehe Moonlight und Spotlight). Roma hat aber auch  keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt. Ohne eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt  haben in 90-jähriger Oscar-Geschichte erst 10 Filme den Oscar als Bester Film gewonnen. Es hat auch in 90-jähriger Oscar-Geschichte noch nie ein nicht-englisch-sprachiger Film den Oscar gewonnen. In diesen 91  Jahren wurden überhaupt erst mit Roma zehn nicht-englischsprachige Filme  für den Oscar als Bester Film nominiert. Roma ist nach „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ erst der zweite nicht-englischsprachige Film, der so viele Oscar-Nominierungen erhalten hat. Seit 1960 gab es erst zwei schwarz/weiß-Filme, die den BP Oscar gewannen („Schindler´s List“ und „The Artist“) gewannen. Es gab noch nie einen Netflix-Film, der für den Oscar als Bester Film nominiert war und entsprechend auch keinen der den Oscar als Bester Film gewann. Für viele in Hollywood (beispielsweise auch Academy-Mitglied Steven Spielberg) zerstört Netflix das Kino. Spielberg hat sich auch dazu geäußert, dass Netflix-Filme bei den Oscars nichts zu suchen haben, sie sollten um einen Fernseh-Oscar (Emmy) konkurrieren. Wie viele Leute innerhalb der Academy gibt es, die wie Steven Spielberg denken? Ich habe bereits davon gehört, dass Academy-Mitglieder aus diesem Grunde Roma in ihrem Ranking auf Nr. 7 oder Nr. 8 setzen wollen. Roma ist ein künstlerisch wertvoller Film, aber kein Film, der es einen einfach macht, dabei zu bleiben und ihn bis zu Ende zu gucken. Roma muss man im Kino gesehen haben. Auf DVD bzw. Netflix Zuhause einen untertitelten langsamen Film gucken, das halten die meisten nicht durch. Aber Roma ist auch kein Film (wie vor ein paar Jahren beispielsweise „12 Years a Slave“) den Academy-Mitglieder wählen, ohne ihn gesehen zu haben. Für „12 Years a Slave“ haben sie trotzdem gestimmt.

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: keine Angabe von Netflix

Produktionskosten: 15 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 95%

Oscar-Nominierungen: 10 (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Yalitza Aparicio), Beste Nebendarstellerin (Marina de Tavira), Bestes Originaldrehbuch, Bester fremdsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt)

Das Preferential Voting System: Roma ist sicher ein Nummer 1-Film und könnte in der erste Runde gewinnen. Sollte er in der ersten Runde nicht mehr als 50% aller Stimmen haben, hat Roma wahrscheinlich nicht mehr die Chance, den Oscar als BP zu gewinnen. Roma ist kein Nr. 2 oder Nr. 3 Film. Viele wollen Netflix boykottieren. 

Welchen wichtigen Oscar könnte Roma außer Bester Film noch gewinnen? Beste Regie, vielleicht bester fremdsprachiger Film (wenn der nicht an Cold War geht), Beste Kamera (wenn die nicht an Cold War geht), aber auch mit einer Außenseiterchance Beste weibliche Nebenrolle 

Vorteil: Netflix will unbedingt den Oscar für den Besten Film des Jahres gewinnen, hat das beste PR-Team der Branche angeheuert und die teuerste und beste Kampagne in dieser Oscar-Saison geführt. Roma hat den BAFTA gewonnen und Alfonso Cuarón hat den DGA gewonnen. Viele nicht-amerikanische Academy-Mitglieder könnten für diesen mexikanischen Film stimmen. Noch nie hat ein fremdsprachiger Film den Oscar als Bester Film gewonnen.

Größter Nachteil:  Auch hier ein Unsicherheitsfaktor, wie die Academy-Mitglieder mit einem Netflix-Film umgehen, fremdsprachiger schwarz/weiß-Film mit überwiegend Laienschauspielern. Keine Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt, keine SAG-Ensemble-Nominierung. Viele Academy-Mitglieder werden sich diesen Film wahrscheinlich gar nicht angeguckt haben. 

 

 

 

A Star is Born ist der Film mit den meisten Nominierungen innerhalb der Filmindustrie. Es gibt keinen anderen Film in der Oscar-Saison, der wirklich quasi von allen Verbänden (den Produzenten, den Regisseuren, den Schauspielern, den Autoren, den Kameramännern, den Sound-Experten, den Kostümdesignern, den Make-Up und Hairstylisten und und und) nominiert wurde. Der Film hat aber bisher keinen wichtigen Preis gewonnen. Worauf ist das zurückzuführen? A Star is Born war recht früh, bei vielen Oscar-Experten der Oscar-Favorit. Bradley Cooper hat eine Kampagne als Bester Regisseur geführt, nicht als Bester Schauspieler. Das hat sich dann auch zunächst ausgezahlt, von dem Verband der Regisseure war Bradley Cooper sogar in zwei Kategorien nominiert: In der Kategorie Bestes Regiedebüt und Bester Regisseur. (Gewonnen hat er keine der Kategorien).  Dann wurde ziemlich überraschend Bradley Cooper nicht für den Oscar als Bester Regisseur nominiert. Das erinnerte auf den ersten Blick an Ben Affleck und seiner Nicht-Nominierung als Regisseur für seinen Film „Argo“. Der Unterschied zu „Argo“ ist aber, dass „Argo“ zum Zeitpunkt der Oscar-Nominierungen bereits Kritikerpreise gewonnen hat, die Wähler der HFPA, der Crittic Choice Awards sich bereits für „Argo als Gewinner-Film entschieden hatten. Am Abend der Oscar-Nominierung hat „Argo“ dann den Critic Choice Award gewonnen, drei Tage später den Golden Globe, zwei Wochen später den Preis der Produzenten-Gewerkschaft (PGA) dann den Preis der Schauspiel-Gewerkschaft (SAG), dann hat Ben Affleck (der nicht für den Oscar als Bester Regisseur nominiert war) den Preis der Gewerkschaft der Regisseure (DGA) gewonnen und dann noch den Filmpreis der Briten (BAFTA) Da war es eigentlich klar, dass er – trotz der unüblichen Nicht-Nominierung des Regisseurs – auch den Oscar als Bester Film gewinnt. Dieses Jahr sind genau diese Preise auch alle bereits vergeben worden, A Star is Born hat nichts gewonnen. Vielleicht war die Strategie der Warner (war übrigens bei „Argo“ auch die Warner) A Star is Born bei den Globes als Drama und nicht als Musical/Comedy zu führen, nicht so smart. In dieser Kategorie hätte er vielleicht den Golden Globe gewonnen. So ein erster Gewinn bei einer live im Fernsehen übertragenen Show hätte vielleicht eine Gewinn-Serie ausgelöst. Vielleicht,  vielleicht aber auch nicht. Ein Problem ist sicher auch, dass der Film zu früh (Anfang Oktober) in den amerikanischen Kinos startete und den Hype nicht lange halten konnte. Knapp einen Monat später ist dann „Bohemian Rhapsody“ (die beiden Filme werden merkwürdigerweise oft verglichen) gestartet. Der Hype um A Star is Born war vergessen. Dass Bradley Cooper und sein Film nun aber für, durch die Bank alle Preise nominiert war und keinen gewonnen hat, wird vielleicht (so habe ich es mehrmals gehört) auch etwas mit Neid gegenüber Bradley Cooper zutun haben. Der Mann, der bevor er A Star is Born drehte, bereits vier Oscar-Nominierungen hatte (drei allein als Schauspieler), kann also schauspielern, ist dazu noch attraktiv, hat ein Supermodel als Freundin, kann Drehbücher und Songs schreiben und scheinbar auch noch Regie führen. Den soll man für sein Erstlingswerk als Regisseur auch noch mit großen Preisen überschütten? Es ist so wie es ist. Nun ist A Star ist Born, in meinen Augen, ein Film auf den man sich einigen kann und damit kann er tatsächlich mit dem Preferential Voting System den Oscar als Bester Film gewinnen. Unwahrscheinlich, aber durchaus möglich. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $207,836,984 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 36 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 89% 

Oscar-Nominierungen: 8 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Bradley Cooper), Beste Hauptdarstellerin (Lady Gaga), Bester Nebendarsteller (Sam Elliot), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Ton und Bester Originalsong (Shallow) 

Das Preferential Voting System: Wie auch bei Green Book, der Bohemian Rhapsody-Fan in der Academy könnte A Star is Born als seinen Nr. 2 oder Nr. 3 Film wählen

Welchen wichtigen Oscar könnte A Star is Born außer Bester Film noch gewinnen? Vielleicht Bester Hauptdarsteller, zu diesem Zeitpunkt aber extrem unwahrscheinlich 

Vorteil: A Star is Born war sehr erfolgreich an der amerikanischen Kinokasse. Hat eine Nominierung für alle Preise innerhalb der Filmindustrie. Der Film gilt zu diesem Zeitpunkt irgendwie als Loser der Oscar-Saison, da er keinen wichtigen Preis gewonnen hat. Das kann auch ein Vorteil sein

Größter Nachteil: Er hat keinen einzigen wichtigen Preis innerhalb der Filmindustrie gewonnen. Keine Regie-und keine Schnitt-Nominierung, bisher gab es keinen Film, der beides nicht hat und trotzdem Bester Film gewann. (es gab aber nicht immer das Preferential Voting System)

 

 

Black Panther ist der erste Superhelden-Film, der jemals für einen Oscar als Bester Film nominiert wurde. Eigentlich ist hier schon die Nominierung der Gewinn. Der Film hat aber auch den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG-Award) gewonnen. Black Panther hat nun aber weder eine Oscar-Nominierung in den wichtigen Kategorien Regie, Schauspiel noch Drehbuch oder Schnitt. Ohne die ist zwar ein Oscar-Gewinn als Bester Film in dem Preferential Voting System möglich, der Film scheint aber die Zustimmung in einigen Berufszweige innerhalb der Academy nicht zu haben. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $700,059,566 total 

Produktionskosten: 210 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 97%

Oscar-Nominierungen: 7 (Bester Film, Beste Filmmusik, Bester Originalsong (All the Stars), Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton und Bester Tonschnitt)

Das Preferential Voting System: Vermutlich ist Black Panther ein Nr. 1-Film, könnte aber auch ein Nr. 2 oder Nr.3 Film sein oder eben weit unten auf der Liste der Academy-Mitglieder. Bei diesem Film finde ich es sehr schwer, das vorherzusagen.

Welchen wichtigen Oscar könnte Black Panther außer Bester Film noch gewinnen? Keinen, da er in keiner anderen wichtigen Kategorie nominiert wurde. 

Vorteil: Der Film hat den großen Preis der Schauspiel-Gewerkschaft (SAG) gewonnen und es ist erste Blockbuster mit ausschließlich schwarzen Hauptdarstellern. Das läutet in den U.S.A. eine neue Zeit ein, schwarze Künstler sind mit diesem Marvel-Film im Pop-Mainstream angekommen. Der Film ist in den U.S.A. der erfolgreichste Film des Jahres 2018 

Größter Nachteil: Von allen acht nominierten Filmen ist „Black Panther“ der einzige Film, der gar keine andere wichtige Oscar-Nominierung (Regie, Schauspiel, Drehbuch oder Schnitt) hat. Ohne für die Beste Regie nominiert zu sein, ist es relativ unwahrscheinlich, Bester Film zu gewinnen. Es wäre also eine ziemlich Sensation, wenn „Black Panther“ den Oscar als Bester Film gewinnt. Außerdem sind sowohl Netflix als auch Superhelden-Filme vielen in Hollywood (bzw. in der Academy) ein Dorn in Auge. 

 

 

 

Green Book hat den Publikumspreis auf dem Toronto International Film Festival gewonnen. Seitdem der Film in die amerikanischen Kinos kam, stand (u.a. weil er eine unwahre Geschichte erzählt) in der Kritik. Der Film gilt als altmodisch, ist aber bei den Zuschauern beliebt. „Green Book“ hat dann bei der ersten, im TV live übertragenen Filmpreisverleihung (Golden Globes) den Globe in der Kategorie Best Comedy gewonnen. Nach dem PGA-Gewinn am 19.1.19 und vor den Oscar-Nominierungen am 22.01.19 war Green Book auf einmal der Favorit auf den Oscar-Gewinn als Bester Film. Dann wurde der Film aber nur in fünf Kategorien und nicht in der Kategorie Beste Regie nominiert. Ohne eine Regie-Nominierung ist es in dem Preferential Voting System möglich, die Beste Film-Kategorie für sich zu entscheiden, aber relativ unwahrscheinlich. In 90 Jahren Oscar-Geschichte ist es genau vier Filmen (Wings, Grand Hotel, Driving Miss Daisy und Argo) gelungen, den Oscar als Bester Film ohne eine Nominierung des Regisseurs für diesen Film, zu gewinnen. „Green Book“ gilt von seiner Art als der diesjährige „Driving Miss Daisy“. Dass so ein Film im Jahr 1989 den Oscar gewann, war auch schon fragwürdig, aber okayer als im Jahr 2019. Green Book hat aber im Vergleich zu A Star is Born eine Oscar-Nominierung in der nicht unwichtigen Kategorie Bester Schnitt. Mahershala Ali gewinnt ziemlich sicher den Oscar als Bester Nebendarsteller. Also ein Oscar gewinnt „Green Book“ in jedem Fall. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $55,821,331 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 23 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 79%

Oscar-Nominierungen: 5 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt) 

Das preferential voting system: vielleicht mögen Bohemian Rhapsody-Fans innerhalb der Academy Green Book und wählen ihn als ihren Nr. 2 oder Nr.3 Film 

Welchen wichtigen Oscar könnte Green Book außer Bester Film noch gewinnen? Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), vielleicht Bestes Originaldrehbuch, wahrscheinlicher wäre aber The Favourite, First Reformed oder Roma (der Verband der Autoren hat „Eighth Grade“ ausgezeichnet)

Vorteil: „Green Book“ ist der einzige Film aller Oscar-nominierten Filme in diesem Jahr mit einem Happy Ending. Es ist ein Feel-Good-Movie mit dem gerade ältere, weiße Academy-Mitglieder zufrieden sind. Mahershala Ali ist äußerst beliebt in der Branche und wird wohl seinen zweiten Oscar gewinnen, vielleicht reicht das diesen Film zu pushen. 

Größter Nachteil: Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Regie, ohne die ist es relativ aussichtslos, dass er Bester Film gewinnt. Der Film hat auch nur 5 Oscar-Nominierungen. Außerdem fehlt dem Film eine Nominierung der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) als Bestes Ensemble. Dann gibt es einen großen Unsicherheitsfaktor, inwieweit konnte die heftige Kritik an dem Film die Academy-Mitglieder beeinflussen? 

 

 

 

Vice ist wahrscheinlich auch ein Film, den man liebt oder hasst. Ich fand ihn furchtbar. Der Film hat aber auch alle Oscar-Nominierungen, die man braucht, um den Oscar als Bester Film zu gewinnen: Beste Regie, drei Schauspiel-Nominierungen, Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $44,083,963 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 60 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 66%

Oscar-Nominierungen: 8 (Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Christian Bale), Bester Nebendarsteller (Sam Rockwell), Beste Nebendarstellerin (Amy Adams), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bestes Make-Up und Beste Frisuren)

Das preferential voting system: hat meines Erachtens keine Chance, ist bei nicht genug Academy-Mitgliedern ein Nr. 1-Film und kein typischer Nr. 2 oder Nr. 3-Film.

Welchen wichtigen Oscar könnte Vice außer Bester Film noch gewinnen?  Bester Schnitt (wenn in dieser Kategorie nicht der beste Schnitt, sondern die meisten Schnitte ausgezeichnet werden). Christian Bale ist mittlerweile sehr unwahrscheinlich, vielleicht Bestes Originaldrehbuch (wobei das wohl eher an The Favourite, First Reformed, Roma oder Green Book geht)

Vorteil: 8 (auch wichtige) Oscar-Nominierungen 

Größter Nachteil: Vice ist an der amerikanischen Kinokasse gefloppt. Der Film hat nicht mal seine Produktionskosten eingespielt (ganz zu schweigen vom Marketing). Vice ist längst nicht so gut wie McKays „The Big Short“ und auch der hat nur einen Oscar für das Beste Originaldrehbuch gewonnen

 

 

 

Bohemian Rhapsody zu dem Film fällt mir nicht viel ein, in der Liste der Oscar-nominierten Filme  hat er, in meinen Augen, schlichtweg nichts zu suchen.  Es ist ein Film für den Massengeschmack. Das wäre ein Film für den Best Popular Oscar (wie auch Black Panther). Qualitativ fällt dieser Film nicht positiv auf, nur die Musik von Queen ist gut und daher lieben auch viele den Film. Eigentlich ziemlich clever so einen Film zu produzieren. Bryan Singer ist der Regisseur des Films und keiner möchte mit ihm in Verbindung gebracht werden. 

Einspielergebnis an der amerikanische Kinokasse: $208,536,373 Stand 3.2.19

Produktionskosten: 55 Mio Dollar 

Rotten Tomatoes Bewertung: 61% 

Oscar-Nominierungen: 5 (Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Rami Malek), Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bester Schnitt) 

Das Preferential Voting System: kaum ein Academy-Mitglied wird diesen Film auf einer der ersten Plätze setzen. 

Welchen wichtigen Oscar könnte Bohemian Rhapsody außer Bester Film noch gewinnen? Bester Hauptdarsteller (Rami Malek) 

Vorteil: Der Film wurde von der Gewerkschaft der Schauspieler (SAG) für das Beste Ensemble nominiert. Bohemian Rhapsody ist der zweiterfolgreichste Film an der amerikanischen Kinokasse des Jahres 2018

Größter Nachteil: Die Academy hat derzeit genug Baustellen. In den letzten Monaten hat A.M.P.A.S. ständig irgendetwas angekündigt, um es dann kurze Zeit später (aufgrund heftigster Kritik) wieder zurückzuziehen. Erst war es die Kategorie Best Popular Film, dann Kevin Hart als Oscar-Gastgeber, dann dass die vier Kategorien (inklusive zwei der wichtigsten Beste Kamera und Bester Schnitt – ohne die gibt es schlichtweg gar keinen Film!!!) nicht komplett während der Live-Show, sondern auch während der Werbepausen ausgehändigt werden. Bei den Kategorien bleibt es jetzt wie es ist bzw. wie es immer war und einen Oscar-Gastgeber wird es 2019 nicht geben. Die Academy macht sich gerade etwas lächerlich. Da kann sie es sich nicht jetzt noch leisten, einen der schlechtesten Filme des Jahres mit dem Oscar als Bester Film auszuzeichnen.

 

Hier meine erste Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom September (da hatte ich auf „Roma“ als Gewinner-Film getippt)

Hier meine zweite Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 vom November (da hatte ich auf „Roma“ als Gewinner-Film getippt)

Meine Meinung zu Oscar-Nominierungen 2019  (auch hier war ich noch sicher mit „Roma“) 

 

Aufgrund der Statistiken, Fakten, dem Hörensagen und dem Wahlsystem, das den Besten Film bestimmt, neige ich für meine persönliche Wette (die ich kurz vor den Oscars veröffentliche) derzeit dazu, auf BlacKkKlansman zu tippen, auch bei The Favourite kann ich es mir irgendwie vorstellen, dass er Bester Film gewinnen könnte. Ganz möchte ich mich aber von Roma noch nicht verabschieden. Ich werde mir das Ganze noch ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen. 

 

Szenen aus allen acht, für den Oscar nominierten Filmen:

 

 

 

16 Gedanken zu “Oscar-Gewinner-Film 2019, meine finale Analyse

  1. Vor den Nominierungen war BlacKkKlansman mein Favorit ohne ihn gesehen zu haben. Nach den Nominierungen und nachdem ich ihn gesehen habe, stimme ich dir zu, dass es der Film mit der größten Botschaft bzw der zeitgeistigste ist. Letztes Jahr hat aber auch der cineastische Film leider gewonnen, davor das Jahr eher der zeitgenössische. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass BlacKkKlansman Film und evtl Regie gewinnt, auch wenn es verdient wäre. Ohne Green Book und Vice gesehen zu haben, würde ich The Favourite auf Eins setzen und BlacKkKlansman auf Zwei und Bohemian Rhapsody und Black Panther aus Protest auf die letzten Plätze.
    Natürlich gibt es eine Gegenbewegung zu Roma, Leute wie Spielberg, Christopher Milan und auch ein Damien Chazelle werden sicher nicht für Roma stimmen, weil man Netflix nicht stärken will. Andererseits haben schon viele Academymitglieder für Netflix gearbeitet. Für mich ist Roma mehr eine Hommage als ein Film, weswegen ich leichte Bauchschmerzen hätte aber weit weniger als bei Black Panther als auch bei Bohemian Rhapsody. Deswegen bin ich sicher, dass ich bei Ma Gos Tippspiel Roma nehmen werde. Inzwischen habe ich mich leider mit Rami Malek anstelle von Bradley Cooper abgefunden, auch wenn ich es nicht verstehe. Gerade beim Vergleich fällt Malek wie sein gesamter Film gegenüber A Star Is Born ab (den würde ich wohl auf 3 oder 4 setzen). Die Drehbuchkategorien gehen glaube ich an BlacKkKlansman und The Favourite, was ich natürlich sehr gut finden würde. Ich glaube, dass Roma ein klassischer Nummer Eins Film ist und BlacKkKlansman auch und Green Book und A Star Is Born sind Nummer Zwei Filme. Ich denke, dass Roma gewinnt.
    Ich glaube übrigens das Moonlight auch ein Nummer 1 Film war, mit seiner Intensität. Obwohl ich hätte ihn in dem Jahr auf 2 oder 3 gesetzt, aber das Jahr war insgesamt stärker als dieses.

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    • The Shape of Water hatte auch eine Aussage, dass das Anderssein gegenüber bösen Mächten gewinnt. Er war sicherlich auch eine künstlerische Leistung von del Toro, auch wenn ich selbst kein so großer Fan des Films bin. Moonlight war ein Kunstwerk, aber widmet sich explizit der afroamerikanischen Kultur (bei diesen letzten beiden Oscar-Gewinner-Filmen floss sicherlich im liberalen Hollywood ein, dass sie ein Zeichen gegen Trump setzen wollten) BlacKkKlansman führt Trump und seine Wähler sogar direkt vor und das auf unterhaltsame Weise. Für mich wäre es der idealer Oscar-Gewinner-Film des Jahres 2019. Außerdem ist BlacKkKlansman wesentlich zugänglicher als Roma, bei dem ich mir halt nicht sicher bin, ob die Academy-Mitglieder ihn überhaupt schauen bzw. geschaut haben. BlacKkKlansman könnte, wie gesagt, Bestes Drehbuch und vielleicht Bester Schnitt gewinnen. Das wären immerhin drei Oscars

      Wenn Du ein Ranking abgeben müsstest (wie bestimmt viele Academy-Mitglieder, ohne alle Filme gesehen zu haben) würdest Du also The Favourite auf 1 und BlacKkKlansman auf 2 und vielleicht A Star is Born auf 3 setzen? Da hätten wir es doch, Roma wäre auch bei Dir weiter hinten. Wie gesagt, Roma ist ein Nr. 1-Film oder weit hinten. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass er in der ersten Runde auf über 50% der Stimmen kommt. Und dann würde die Nr. 2 zum Zuge kommen. BlacKkKlansman ist bestimmt bei wenigen die Nummer 1. Richtige Nr. 1-Filme haben Leidenschaft hinter sich, das ist Roma, vielleicht The Favourite, vielleicht sogar Black Panther und wenn man sich allein auf Sean Penn beruft sogar A Star is Born. BlacKkKlansman ist ein Film, den man nicht schlecht finden kann, aber den man auch nicht unbedingt leidenschaftlich liebt. Ich habe mich vor zwei Tagen in Chicago in eine fast ausverkaufte Vorstellung von BlacKkKlansman geschmuggelt und wollte nochmal sehen, wie das Publikum den Film aufnimmt. Die sind richtig mitgegangen, haben viel gelacht und waren zum Schluss schockiert. Das ist Unterhaltung auf hohem Niveau. Was das Preferential Voting System angeht, das ist schon ein kompliziertes System, ich bin damit auch nicht glücklich, die sollen lieber zurück zu dem System, dass der Film mit den meisten Stimmen gewinnt.

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      • Wenn man ein Zeichen gegen Trump setzen will, kommen nur BlacKkKlansman und Roma und vielleicht Vice in Frage. Und da finde ich BlacKkKlansman am besten. Bei Roma ist das Problem, dass er stellenweise schön gefilmte Langeweile ist (auch wenn er für einen Three Amigos Film bei mir einigermaßen hoch im Kurs steht). A Star Is Born ist auch ein guter Film, der auch nachwirkt. Ich hab heute immer noch die Konzertszenen vor Augen und Bradley Cooper war wahnsinnig gut. Bei Roma, den ich gleich bewertet habe, denke ich noch an die Strandszene und an die Krankenhausszene, aber mir fehlt da eine erzählenswerte Handlung oder Charakterentwicklung. Da finde ich A Star Is Born gut und im Vergleich zu manch anderem nominierten Film ist er richtig gut, aber Warner hat den Film verschnitten und ne Kampagne führen können sie auch nicht.
        Die Frage wird sein, ob man sich gegen Trump oder gegen Netflix positioniert. Beides würde BlacKkKlansman vereinen, aber der Film hat nix gewonnen und ich bleib dabei viele die schon mit Netflix in Verbindung stehen, werden für den Film stimmen. Auch wenn er nur im Kino wirkt, was ich den Film auch vorwerfe, und für die meisten nur auf Netflix zu sehen ist. Ich quatsch mich hier noch zurück zu BlacKkKlansman wie vor den Nominierungen, am ehesten mein Herz hat aber The Favourite, den finde ich einfach von den sechs gesehenen am besten und ich glaub weder Green Book noch Vice werde ich besser finden…

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      • Na, BlacKkKlansman ist halt das offensichtlichste Zeichen gegen Trump. Letztlich kann man aber auch einen mexikanischen Film als Positionierung gegen Trump sehen. Und – wie ich schrieb – sogar Black Panther. Daher sind die drei Filme für mich die, die in vielleicht zehn Jahren die Zeit von heute am stärksten repräsentieren.

        Roma besticht durch seine beeindruckende Machart, verfolgt auch keine erzählerische Handlung, ist mehr Cuaróns Erinnerung an seine Kindheit und die lebt durch Momentaufnahmen. Mit Ausnahme von Bohemian Rhapsody kann ich mir von jeden der acht nominierten Filme Szenen zurückrufen.

        Wenn man versucht, sich in die Academy-Mitglieder zu versetzen, geht es leider selten darum, was man selbst am besten findet. Auch wenn ich mich nie ganz davon befreien kann. Ich möchte natürlich auch, dass BlacKklansman, The Favourite oder Roma (in der Reihenfolge) gewinnt. Mit Black Panther könnte ich leben, vielleicht auch mit A Star is Born (die erste Hälfte war ja auch richtig gut), Green Book würde ich schlimm finden, Vice wäre eine Katastrophe und Bohemian Rhapsody ist indiskutabel.

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      • Mit Black Panther habe ich ein riesiges Problem, der Film ist bei genauerer Betrachtung doch ein Film der Isolation gut heißt. Erst am Ende ist der König halbwegs überzeugt, dass sich sein Land öffnen muss, um den weltweit unterdrückten schwarzen zu helfen. Ich fand den Film zutiefst irritierend.
        Roma ist beeindruckend, hat jedoch keinerlei filmischen Mehrwert, was der Film aber haben sollte, wenn man keine erzählerische Handlung verfolgt. Es klingt als würde ich ihn schlecht finden, aber ich finde ihn halt gut mit einigen Schwächen.
        Selbst bei Bohemian Rhapsody kann ich mir Szenen hervorrufen, schlicht weil ich immer wieder meine Meinung verteidigen muss, warum ich den Film nicht super duper finde. Die erste Hälfte und die letzte Viertelstunde von A Star Is Born wären sogar siegwürdig, aber Warner hat den Film verschnitten und Lady GaGa spielt fast schon sich selbst, sonst wäre der mein Favorit, weil ich für die Art von Film zu haben bin.
        Bei Green Book bin ich verwundert, wie positiv der hierzulande aufgenommen wurde. Hab den ja leider noch nicht gesehen und bei Vice glaube ich, dass ich ihn Over The Top finde, aber mir der Film dennoch gefällt.

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      • Black Panther thematisiert Kolonialismus. Der fiktive Staat Wakanda hat es im Gegensatz zu den anderen afrikanischen Staaten, geschafft, sich vor der Versklavung und Unterdrückung zu schützen. Und zwar durch Isolation, ansonsten wären westliche Staaten gekommen und hätten, wie auch in der Realität, sie um ihre Ressourcen beraubt, usw. usw. Der Film hält gerade auch den westlichen Staaten einen Spiegel vor. Dazu kommt, dass dieser Superheldenfilm Schwarze, aber auch vor allen Dingen starke Frauen feiert. Der Film setzt ein Zeichen für Diversität und gegen Donald Trump, der noch vor Kinostart im letzten Jahr, Teile Afrikas als „shithole countries“ bezeichnete. Außerdem passt der Film zugleich auch in die Metoo-Ära. Durch diesen Film, aber auch Spider-Man: Into the Spider-Verse, der auch sehr erfolgreich ist, bekommt die Generation junger Afroamerikaner erstmalig viele dunkelhäutige Identifikationsfiguren in gleich zwei Superheldenfilmen.

        Ich verstehe nicht was Du meinst, wenn Du sagst, dass „Roma“ keinen Mehrwert hat. Bohemian Rhapsody ist für mich ein Film, mit dem sich vordergründig die verbliebenden Queen-Mitglieder feiern lassen und den die Leute lieben, weil sie die Musik lieben. Mit Green Book wundert mich nicht, viele Leute gehen so selten ins Kino, wenn sie dann einen Film sehen, der gute Laune verbreitet und eine Botschaft hat, sind sie schnell begeistert.

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      • Naja, andererseits befürwortet Black Panther Isolation und Monarchie (ergo autokratische Strukturen). Außerdem ist der erste Bösewicht, derjenige der sich für die Öffnung des Landes ausspricht um die Unterdrückten zu befreien. Isolation und mehr Macht für den Herrscher findet bei Trump und seinen Anhängern sicher gefallen, auch wenn der Film in Afrika mit überwiegend schwarzen spielt. Außerdem war mir die gezeigte Kultur viel zu amerikanisch für einen Film, der in einem, wenn auch hochentwickelten, isolierten afrikanischen Staat spielt. Man merkt, ich habe mit Black Panther große Probleme. Bei Spider Man: Into the Verse stimme ich vollkommen zu, wäre der Bilderbreishowdown nicht gewesen, hätte der Guardians of the Galaxy als meinen Marvellieblingsfilm abgelöst.
        Roma ist ein Film, der nichts aussagt, außer reiner Selbstzweck zu sein. Ich wüsste nicht, was der mir vermitteln will, selbst die Botschaft, dass es großen Respekt für sein Kindermädchen bleibt hinter den Bildern zurück. Roma ist ein Paradebeispiel für einen Style over Substance Film, auch wenn es ein ziemlich guter ist.
        Bohemian Rhapsody zieht natürlich nur durch Queen, dass der Film ein gigantischer Erfolg wird war zu erwarten, aber da er quasi nur Lügen erzählt, hat er keinerlei Eigenwert. Ja aber auch Leute die richtig viele Filme gucken, finden den hervorragend. All das was du kritisierst, finden die super, zum Beispiel, dass der Film wie aus den Neunzigern wirkt. Ich würde mir gerne selbst ein Bild machen…

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      • So wie Du ihn beschreibst, wird Black Panther aber nicht gesehen, erst recht nicht von den Amerikanern. Glaube es mir, Trumps Wähler werden sich diesen Film garantiert nicht angeschaut haben. Man kann natürlich viel in einen Film hineininterpretieren, vor allen Dingen, wenn man ihn nicht mag, bzw. ihn generell nicht als Oscar-Film befürwortet. Ich sehe das Ganze eher mit Abstand und weiß um die gesellschaftliche Wichtigkeit des Films in den U.S.A.

        Roma ist vor allen Dingen bildgewaltiges, großes Kino (daher auch äußerst ungünstig, dass die meisten ihn nur auf Netflix sehen können). Großes Kino muss nicht immer eine Handlung oder eine Botschaft haben. Hier ist es ein Gesellschaftsporträt von Mexiko City, Anfang der 1970er Jahre. Mad Max: Fury Road, aber auch The Tree of Life hatten keine Handlung und Botschaft. Beide Filme sind aber großes Kino und eben auch entsprechend zu konsumieren. Ich verstehe, dass solche Filme nicht jeder zu schätzen weiß.

        Wenn Du so viele Probleme mit Roma hast, warum glaubst Du denn, dass er durch das Preferential Voting System als Sieger hervorgeht? Meinst Du nicht, dass viele Probleme mit dem Film haben und dann kommt noch der Netflix-Faktor dazu.

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      • Black Panther ist ein Film den man so oder so sehen kann, daneben finde ich ihn nicht besonders gut, da ist so eine Ambivalenz der Todesstoß. Leider sehe ich da aktuell auch noch andere Filme, die in diese Richtung gehen. BlacKkKlansman hat das deutlich besser gelöst.
        Wenn Roma für mich ein Gesellschaftsporträt gewesen wäre, würde der Film bei mir sicher nicht auf Platz 3/4 stehen, sondern weiter oben. An Terrence Malick Filme habe ich mich bis heute nicht herangetraut, bei MAD Max Fury Road kann ich nur wiederholen, dass ich Den Film absolut hanebüchen ist. Selbst mein Vater, Großer Actionfilmfan fand den Film konfus und dadurch langweilig. Für mich der meist überschätzte Film seit Herr der Ringe. Wenn man einen Film für Netflix dreht, sollte man sich dem bewusst sein. Netflix hätte den Film auch mehr als eine Woche Kinoauswertung geben können, aber was ist ein Film Wert, wenn er nur im Kino wirkt, auch eine Frage, der es lohnt sich nachzugehen.
        Du hast es damals gesagt, die Schauspieler haben Roma zweimal nominiert, der Film muss innerhalb des größten Zweigs viele Unterstützer haben. Daneben sind gerade die nicht us-amerikanischen Mitglieder werden für ihn Stimmen. Außerdem hat Netflix die besten Oscar Experten angeheuert. Ich glaube, dass Roma sicher nach der ersten Runde vorne liegt. Das wäre einfacher einzuschätzen, wenn man die Ergebnisse der letzten Jahre kennen würde. Naheliegend ist, dass das Preferential Voting immer mindestens in Runde 3 ging. Andererseits sprechen Siegerfilme wie Moonlight und Birdman dagegen…

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      • Terrence Malick-Filme sind dann sicher auch gar nichts für Dich. 🙂

        Roma hat auch viele Unterstützer und durch die 10 Nominierungen (und darunter auch 2 Schauspiel-Nominierungen, die ziemlich aus der Luft – also ohne bei anderen Filmpreisen nominiert worden zu sein – kamen) ungewohnt viel Stärke innerhalb der Academy gezeigt. Bei einer normalen Mehrheitswahl für die Kategorie Bester Film wäre ich mir auch hundertprozentig sicher, dass Roma gewinnt. Auch sicher bin ich mir, dass Roma nach der ersten Runde vorne liegt, weniger sicher, dass er es auf über 50% schafft. Bei weiteren Runden wird er meines Erachtens nicht mehr viele Stimmen dazu gewinnen.

        Ich glaube nicht, dass es immer in Runde 2 oder weitere ging, bei Argo und 12 Years a Slave ging der Gewinnerfilm klassisch schon aus Runde 1 hervor. Bei Birdman und Boyhood war es vermutlich eine knappe Geschichte, daher wurden da mehrere Runden benötigt. Auch wenn man leider nicht die genauen Zahlen kennt, kann man anhand der 14 Oscar-Nominierung und, ich glaube, 6 Oscars die La La Land letztlich gewonnen hat, davon ausgehen, dass der Film die meisten Nummer 1 Stimmen hatte. Aber halt nicht über 50%, daher ging es in Runde 2 oder gar 3 und Moonlight, der für „nur“ 8 Oscars nominiert war, weiter unten bzw. auf Platz 2 bei vielen gelistet war.

        Jedes Jahr zu dieser Zeit werden ja anonymen Academy-Wähler zitiert, da bekommt man einen Einblick, was der eine oder andere aus der speziellen Branche gewählt hat. Finde ich immer ganz unterhaltsam.

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      • Davon ist auszugehen, dennoch werde ich mir irgendwann ein, zwei Terrence Malick Filme ansehen. Man weiß nie…
        Argo ging aus Runde 1 hervor, Ben Affleck muss einige Fans in der Academy haben. 12 Years a Slave war sicher ein Nummer Eins Film, Birdman bei der starken Konkurrenz (Boyhood und sicher auch Grand Budapest Hotel und Whiplash) hat sicher mehr als eine Runde gebraucht, aber ich glaube nicht, dass La La Land nach der ersten Runde 2017 vorne lag. Dafür wurde der Film irgendwann zu stark angefeindet und ich bin mir sicher, dass viele Moonlight auf Eins gesetzt haben, schließlich war der auch für alle wichtigen Oscars nominiert. Könnte mir vorstellen, dass Moonlight bei Wählern von Arrival oder Manchester by the Des auf Zwei stand, aber das war nicht der Hauptgrund.
        Dann werde ich mich mal auf die Suche nach Academymitgliederzitaten machen…

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      • La La Land hatte, wie ich auch in diesem Beitrag schrieb, bis zu der Oscar-Verleihung die meisten wichtigen Preise gewonnen (PGA, DGA, BAFTA und einige von anderen Verbänden), 14 Oscar-Nominierungen zeigen noch mehr Stärke als die 10 für Roma, definitiv war er ein Nr. 1 Film und hatte in der ersten Runde die meisten Stimmen. Ist doch ganz simple. Dass er nicht genug Stimmen hatte, ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass einige den ganzen Hype um den Film nicht nachvollziehen konnten. (da kann ich mich mit anschließen). Mit Ausnahme von einem einzigen Oscar-Experten hatten damals alle auf La La Land getippt. Ich hatte damals für meine persönliche Wette Moonlight genommen, hauptsächlich mit der Begründung, dass La La Land, ein Film über Schauspieler nicht von dem Verband der Schauspieler (SAG) für den Besten Film nominiert war und weil ich der Meinung war, Moonlight wäre der richtige Film für das Jahr 2017. Nee, ganz sicher hat Moonlight ziemlich knapp gewonnen.

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      • Aber es ist doch ein Unterschied wenn ein Kostümbildner oder eine Kostümbildnerin sagt, dass La La Land die besten Kostüme hatten oder ob er der beste Film sei. Ich bin auch immer noch der Meinung, dass die SAG mit dem Besten Ensemble nicht unbedingt den besten Film sondern das Verse Schauspielensemble auszeichnen, anders ist Black Panther oder Hidden Figures als Sieger da kaum zu erklären. La La Land hatte zwei Protagonisten und sonst nur sehr kurze Auftritte von anderen. Für ein bestes Ensemble hätte ich den auch nicht nominiert, im Gegensatz zu Moonlight. Ich bezweifle nicht, dass Moonlight klar gewonnen hat, ich bezweifle dass La La Land vorne lag nach der ersten Runde.

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      • Dennoch hat in den letzten Jahren selten der Film mit den meisten Nominierungen gewonnen, einige oftnominierte Filme gingen sogar komplett leer aus.
        Dennoch finde ich es blödsinnig, da Best Ensemble ein Unterschied zu Besten Film hat.

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      • Richtig, durch die viele Oscar-Nominierungen weiß man auch nur, dass der Film viel Unterstützung innerhalb der Academy erfährt, nicht, dass dieser Film (dieses Jahr ja auch Roma und The Favourite) auch zwingend den Besten Film gewinnt. Bei einer Mehrheitsabstimmung plus einigen anderen Faktoren (was hat der Film bislang gewonnen) wäre es einfach, nicht so mit diesem Ranking-System.

        Das Kind hat einfach einen anderen Namen, es ist der Gewinnerfilm der Schauspieler (SAG).

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