TV – Serie: „Quiz“


Ich habe mir folgenden iTV-Mehrteiler angeschaut:

 

„Quiz“   3 x approx. 50 min  drama, biopic, adaptation

dir. Stephen Frears  cast: Matthew Macfadyen, Michael Sheen, Sian Clifford, Mark Bonnar, Helen McCrory, Michael Jibson, Trystan Gravelle, Risteard Cooper

 

Im Oktober 1997 bekommt der britische TV-Sender iTV Network mit David Liddiment (Risteard Cooper) einen neuen Programmchef. Er möchte „Event Television“ etablieren. Es gibt schon Ideen für ein neues Quiz, bei dieser Quiz-Show kann man eine Million britische Pfund gewinnen. Mit Chris Tarrant (Michael Sheen) ist schon bald ein geeigneter Moderator gefunden. Unter dem neuen Titel  „Who Wants to Be a Millionaire“ wird das unterhaltsame Quiz ein Straßenfeger. Diana (Sian Clifford) liebt es zu spielen, genauso wie ihr Bruder Adrian (Trystan Gravelle). Adrian ist nahezu besessen von der Idee, eines Tages auf den heißen Stuhl der Millionärs-Show zu sitzen…

 

C+ (Wertung von A bis F). „Quiz“ basiert sowohl auf James Grahams gleichnamiges Bühnenstück als auch auf das Sachbuch „Bad Show: The Quiz, the Cough, the Millionaire Major“ des Investigativ-Journalisten Bob Woffinden, das er zusammen mit dem Schach-Großmeister James Plaskett geschrieben hat. Die Geschichte dreht sich um den britischen Major Charles Ingram, der bei der britischen Ausgabe von „Wer wird Millionär“ den Millionengewinn abgesahnt hat und kurz darauf wegen Betruges festgenommen wurde. Ein anderer Kandidat und seine Frau sollen ihm Hust-Signale bei der jeweils richtigen Antwort gegeben haben. Alle drei Beteiligten wurden vor Gericht schuldig gesprochen, aber haben sie tatsächlich betrogen? Der englische Filmemacher Stephen Frears („Dangerous Liaisons“, „High Fidelity“, „The Queen“, Philomena, Florence Foster Jenkins) führt bei allen drei Episoden Regie. 

Ich kann mich noch gut an die ersten „Wer wird Millionär“-Shows erinnern. Seit 1999 gibt es die Show auch in Deutschland und auch ich habe damals gerne am Fernseher mitgeraten. Von dem Skandal bei der britischen Ausgabe hatte ich noch nie was gehört, was aber auch damit zusammenhängen kann, dass dies im September 2001 geschah und da hat der Terroranschlag von 9/11 unseren Nachrichtenalltag über Wochen bestimmt (vergleichbar mit Corona im März und April 2020).

Wie dem auch sei, die Story an sich ist sicher erzählenswert, insbesondere mit der daraus resultierenden Frage, ob der Major und die anderen beiden Beteiligten nun tatsächlich betrogen haben. Bei dem Bühnenstück wird im Theater – nachdem die Plädoyers gehört wurden – unter den Zuschauern abgestimmt, ob die Angeklagten schuldig oder unschuldig sind. Das serielle Erzählen erscheint mir hier unnötig, die Geschichte wäre sicher besser in einem Spielfilm aufgehoben gewesen. So erscheint das Ganze manchmal sehr aufgebläht. Schauspielerisch hat hier besonders Helen McCrory, die die Kronanwältin spielt, mein Interesse geweckt. Ich kann sie nicht aus den TV-Serien („Peaky Blinders“ oder „Penny Dreadful“) kennen, vielleicht habe ich sie aber in „The Queen“, Hugo oder Skyfall gesehen. Künftig werde ich die Augen offen halten.  

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Charles Ingram ist ein Major der britischen Armee. Er ist mit Diana (gespielt von Sian Clifford) verheiratet, sie haben drei Töchter. Charles ist selbst kein Quiz-Fan, sein Schwager (gespielt von Trystan Gravelle) und seine Ehefrau sind es aber und saßen selbst schon bei „Who Wants to Be a Millionaire“ auf dem heißen Stuhl. Nach einigem Training schafft es Charles schließlich auch in die  Millionärsshow und gewinnt sogar den Hauptpreis. Während der Aufzeichnung der Show kamen bereits Zweifel auf, dass bei seinem Ratespiel alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Angeblich soll Charles Hust-Signale bekommen haben und entsprechend seine Antwort gegeben haben. Der Fall landete vor Gericht, die Geschworenen befanden Charles, seine Frau und den anderen Kandidaten schuldig. Bis heute behaupten die Ingrams unschuldig zu sein. Haben sie nun betrogen oder nicht? Gespielt wird Charles Ingram von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen. Mir ist er am meisten als Tom Wambsgans in meiner Lieblingsserie Succession, 1. Staffel und 2. Staffel ein Begriff. Er hat auch in einigen anderen TV-Serien (u.a. „Spooks“, „Ripper Street“) mitgewirkt und war auch in vielen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, Frost/Nixon, „Anna Karenina“, The Assistant) zu sehen. 

Chris Tarrant ist der Moderator der britischen Quiz-Show „Who Wants to Be a Millionaire?“. Gespielt wird Chris Tarrant von dem walisischen Theater-, Film und TV-Schauspieler Michael Sheen. Er hat bereits in einigen TV-Serien (u.a. „Masters of Sex“, „The Good Fight“) mitgespielt und war in unzähligen Kinofilmen (u.a. „Blood Diamond“, Frost/Nixon, Midnight in Paris, Kill the Messenger, Brad´s Status) zu sehen. Er ist unglaublich wandelbar, in „Quiz“ habe ich ihn unter der Maske gar nicht erkannt, er spricht auch sehr nasal. Unvergessen ist Michael Sheen als Tony Blair in „The Queen“, im Jahr 2010 war er für seine Performance als Tony Blair in dem TV-Film „The Special Relationship“ für den Emmy nominiert.

Diane Ingram ist die Ehefrau von Charles (gespielt von Matthew Macfadyen). Die beiden haben drei Töchter. Diane ist ein Quiz-Fan und entsprechend irgendwann ein Fan der neuen Show „Who Wants to Be a Millionaire“. Nachdem ihr Bruder Adrian (gespielt von Trystan Gravelle) schon an der Show teilnahm, nimmt auch sie teil und überredet schließlich ihren Ehemann, sich auch zu bewerben. Charles gewinnt schließlich eine Million britische Pfund. Es wird aber vermutet, dass er mit Hilfe von seiner Ehefrau und eines Mitkandidaten (gespielt von Michael Jibson) betrogen hat. Vor Gericht werden alle Drei schuldig gesprochen. Gespielt wird Diane von der englischen Schauspielerin Sian Clifford. Bekannt geworden ist sie durch die Rolle der Claire in der erfolgreichen TV-Serie „Fleabag“. Für ihre Performance in dieser Serie wurde sie für einen Emmy nominiert. 

„Quiz“ wurde erstmalig v. 13.04.20 – 15.05.20 auf dem britischen ITV Sender ausgestrahlt. In den Vereinigten Staaten lief dieser Mehrteiler v. 31.05.20 – 14.06.20 auf AMC. Für Deutschland konnte ich bislang keinen ausstrahlenden/s Sender/Streaming Portal und Datum finden. 

Trailer zu sehen:

 

Man kann sich selbst ein Bild machen, die Originalaufnahmen mit all den mysteriösen Hinweisen zu sehen:

6 Gedanken zu “TV – Serie: „Quiz“

  1. Ja, Helen McCrory ist toll. Ob als Cherie Blair oder als Spiritualistin Madame Kali – sie hat was und ein ganz außergewöhnliches Gesicht. Ich sehe sie sehr gerne.
    Ich kann gar nicht glauben, dass ein Gericht so einen Blödsinn geglaubt hat. Er wirkt zwar nicht wie eine Leuchte, aber ist mutig, hat Glück und nicht wirklich schwere Fragen und gehustet wird immer. Was soll die Frau denn bitte gemacht haben? Also ich weiß nicht.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, die ist wirklich toll. Hätte sie aber etwas älter geschätzt. Ich wusste auch nicht, dass sie mit Schauspieler Damian Lewis verheiratet ist.

      Vor Gericht haben ja die Geschworenen entschieden. Also ehrlich gesagt, bin ich hin- und hergerissen. Mit dem Mehrteiler war ich eigentlich überzeugt, dass sie nicht betrogen haben. Es gab zwar 19 Hust-Zeichen bei den korrekten Antworten, insgesamt wurde aber während der gesamten Aufzeichnung – so sagen sie in dem Mehrteiler – 192 gehustet. Auch wurde vor Gericht der Vergleich zu der ersten britischen Millionärin gezogen, bei der auch immer bei der richtigen Antwort gehustet wurde.

      Ich habe mir dann aber die Original-Aufzeichnung angeschaut, sein Rate-Verhalten ist schon irgendwie auffällig. In dem „Tape G“, was man bei YouTube sehen kann, wurde natürlich besonders auf die Auffälligkeiten hingewiesen, also eine entsprechend geschnittene Version der Show.

      Gefällt 1 Person

  2. Ich hab von dem Skandal schon einmal gehört, aber so verfilmenswert fand ich den nicht. Abgesehen von dem seltsamen Format, da kann man doch einfach einen etwas mehr als zweistündigen Film drehen?
    Die Welt hat allerdings schon einen großartigen Film mit Wer Wird Millionär bezug bekommen, da gucke ich mir lieber nochmal „Slumdog Millionaire“ an, obwohl Michael Sheen immer sehenswert ist.

    Gefällt 1 Person

    • Na als Theaterstück wie es aufbereitetet wurde verfilmenswert insofern, dass am Ende nach der Zuschauermeinung gefragt wird. Wie gesagt, als Spielfilm hätte völlig ausgereicht.

      „Slumdog Millionaire“ fand ich auch damals spitze, wollte ihn aber seither nie wieder sehen. Für die Zeit passte er aber damals.

      Gefällt 1 Person

      • Die Idee gab es in Deutschland ja auch bei „Schuld“, wo sie das in der TV-Version mit einer Anrufvariante adaptiert haben. Grundsätzlich mag ich die Idee, dafür ist mir der Fall aber an sich zu egal.

        „Slumdog Millionaire“ hab ich vor gar nicht allzu langer Zeit gesehen, der funktioniert immer noch hervorragend (zumindest für mich)

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.