NYC – Film: „Sully“


Ich war am 26.09.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Sully“ (dt. Kinostart: 1.12.16) 96 min drama, adaptation, biopic
dir. Clint Eastwood cast: Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney, Anna Gunn, Ann Cusack, Autumn Reeser

 
15. Januar 2009, US Airways Flug 1549 von NYC nach Charlotte. Kurz nach dem Start kam es zu einem mehrfachen Vogelschlag. Beide Triebwerke des Airbus 320 sind daraufhin ausgefallen. Flugkapitän Chelsey „Sully“ Sullenberger (Tom Hanks) und sein Copilot Jeff Skiles (Aaron Eckhart) mussten innerhalb weniger Sekunden entscheiden und notwasserten schließlich kurz darauf auf dem Hudson River. Während Sully nach der erfolgreichen Rettung von 155 Menschen in den U.S.A. und weltweit als Held gefeiert wird, muss er und sein Copilot sich vor der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde NTSB dafür rechtfertigen, warum sie nicht einfach einen Flughafen in der Nähe angeflogen sind…

 
B+ (Wertung von A bis F) „Sully“ basiert auf der Autobiografie von Chesley Sullenbergers „Highest Duty: My Search for What Really Matters“. Sie beschreiben die Vorgänge des US Airways Fluges 1549 und die anschließenden Untersuchungen des National Transportation Safety Board (NTSB). Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Clint Eastwood („Unforgiven“, „Midnight of the Garden of Good and Evil“, „Mystic River“, Changeling, Gran Torino, American Sniper).

Clint Eastwood ist mittlerweile 86 Jahre alt, mag politisch verwirrt sein, aber er schafft ee immer noch imposante Heldengeschichten zu inszenieren. Wahrscheinlich kennt jeder die Miracle-on-the-Hudson-Story, kaum einer wird aber davon wissen, wie sich die Cockpit-Crew direkt im Anschluss an die spektakuläre Notwasserung vor einer amerikanischen Behörde erklären musste. Die gesamte Anhörung vor den Sicherheitsexperten, vor allen Dingen die Piloten, die den Flug im Simulator nachstellten und dann Sullys Aussage, die alles widerlegte fand ich am beeindruckendsten.

 
Bei Filmen über die Fliegerei neige ich natürlich dazu, besserwisserisch rumzumaulen. Im Endeffekt zählt natürlich das Resultat und das ist, dass allen 155 Insassen an Bord das Leben gerettet wurde – wie sie es geschafft haben, ist zweitrangig. Dennoch konnte ich die im Film dargestellte Reaktion der Kabinencrew nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich folgen die Crews der US Airways anderen Richtlinien und trainieren andere Standards. Warum haben sie aber direkt nach dem Aufprall so zögerlich reagiert? Warum haben sie nicht sofort (mit dem Megafon) Kommandos an die Passagiere gegeben und evakuiert? Und warum wurden die Passagiere nicht aufgefordert ihre Schwimmweste mitzunehmen und vor allen Dingen – wenn sie das Flugzeug verlassen – auch aufzublasen? Die Original-Fotos von dem Flugzeug zeigen tatsächlich, dass sehr viele Passagiere keine Schwimmweste trugen. Auch habe ich nicht verstanden warum Cpt. Sully sich so spät erst wieder angeschnallt hat. Aber, ist ja gut gegangen…

 
Tom Hanks ist natürlich perfekt in der Rolle, wahrscheinlich würde der Film ohne ihn gar nicht funktionieren. Letztlich fand ich seine Performance in Captain Phillips aber oscarreifer und dafür wurde er unverständlicherweise nicht nominiert. Auch Anna Gunn hat mir gut gefallen.

 
Im Abspann ist in zwei Filmbeiträgen noch der reale Chelsey „Sully“ Sullenberger zu sehen.

 
„Sully“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Regisseur, Bester Hauptdarsteller (Tom Hanks), Bester Nebendarsteller, Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 
„Sully“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2016 gezeigt. Der Film ist am 6.9.16 in den amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland ist der Film ab dem 1.12.16 zu sehen.

 
Trailer zu sehen:

 

 

 
vorgeschaltete Trailer:

 

 

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „Live by Night„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Ben Afflecks neuer Film als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine Dennis-Lehane-Verfilmung mit Elle Fanning, Brendan Gleeson, Chris Cooper und Sienna Miller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „The Girl on the Train„
Bewertung des Trailers: F
Kommentar: Dieser Trailer ist ein unfassbarer Spoiler-Trailer. Bei mind. 80% RT gucke ich den Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

 

 

Trailer v. Film: „Keeping Up with the Joneses„
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Kommentar: Actionkomödie mit Jon Hamm, Isla Fisher und Zach Galifianakis (der so viel abgenommen hat, dass man ihn kaum erkennt)
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Hillsong: Let Hope Rise„
Bewertung des Trailers: unbewertbar
Kommentar: unerträglich, sorry
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher gucke ich einen Bridget Jones-Film

Trailer v. Film: „Deepwater Horizon„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Peter Bergs neuer Film über die gleichnamige Katastrophe mit Mark Wahlberg.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

amerikanischer Aufsteller von "Sully"
amerikanischer Aufsteller von „Sully“

2 Gedanken zu “NYC – Film: „Sully“

  1. Ah ja spannend Deine Kommentare zu den „Fliegerfilmen“ mag ich besonders.
    Vielleicht reagieren alle in so einer Notsituation doch ganz anders als erwartet. Manchmal ist es nur eine Person, die alle aus dem Konzept bringt, Training hin oder her.
    Den Trailer fand ich spannend und ja , ich wusste auch nicht, was die Crew da noch durchmachen musste. Will ich auf jeden Fall angucken.

    „The Girl on the Train„ – hatte ich auch den Eindruck, dass sie alles verraten. Hatte ich mich erst letztens im Kino drüber aufgeregt. Interessieren tut mich der Film dennoch. 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Klar weiß man nicht, wie man in einer Extremsituation letztlich reagiert und es ist auch richtig, dass eine Person einen aus dem Konzept bringen kann. Das wirkte aber hier nicht so, eher als ob kabinenseitig mit der Evakuierung auf die Cockpit-Crew gewartet wurde – was durchaus eine Vorgabe sein kann. Die Gefahr war aber unmittelbar (keiner wusste, wie lange sich der Flieger auf dem Wasser hält) und so hätte die Flugbegleiter keine Zeit verlieren dürfen und die Evakuierung eigenständig einleiten müssen. Mir war das alles zu luschig, unkontrolliert,und chaotisch. Aber haben ja trotzdem alle überlebt. 🙂

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