TV-Serie: „Bodyguard, 1. Staffel“


Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-Serie angeschaut:

 

„Bodyguard, 1. Staffel“ (in D. seit dem 24.10.18 auf Netflix zu sehen)  6 x approx. 60 min  political thriller, crime, drama

dir. Thomas Vincent, John Strickland  cast: Richard Madden, Keeley Hawes, Sophie Rundle, Gina McKee, Vincent Franklin, Stuart Bowman, Nina Toussaint-White, Pippa Haywood, Stephanie Hyam, Matt Stokoe, Tom Brooke, Anjli Mohindra, Ash Tandon

 

David Budd (Richard Madden) ist ein Afghanistanveteran und leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Mittlerweile arbeitet er für eine Eliteeinheit der Londoner Polizei. Er hat zwei kleinere Kinder, aber lebt von seiner Frau Vicky (Sophie Rundle) und den Kindern getrennt. Durch sein beherztes Eingreifen konnte Seargeant Budd am ersten Oktober einen Terroranschlag verhindern. Er wird daraufhin zum Personenschützer eines Regierungsmitgliedes befördert. Man vertraut ihm die Sicherheit der britischen Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) an…

 

B (Wertung von A bis F) „Bodyguard“ ist ursprünglich eine BBC-Serie, die derzeit auf Netflix zu sehen ist. Serienschöpfer ist der britische Roman-und Drehbuchautor, Regisseur und TV-Produzent Jed Mercurio („The Grimleys“, „Bodies“, „Line of Duty“). Bei den ersten drei Episoden hat der französische Filmemacher Thomas Vincent („Borgia“, „Versailles“) Regie geführt, bei den letzten drei Episoden der britische Filmemacher John Strickland („Bodies“, „Line of Duty“). 

Um meine vielen Wartezeiten auf der Basis und an Flughäfen zu überbrücken, habe ich mir letztens überlegt, welche neue Netflix-Serie ich mir auf mein Dienst-iPad runterlade. Ein Download auf dem MacBook scheint leider nicht möglich zu sein. Das iPad ist aber auch für Flugreisen ideal, da man das Tablet in die Vorrichtung am Vordersitz befestigen kann. Jedenfalls war ich nach zwei Folgen „The Haunting of Hill House“ nicht wirklich überzeugt und entsprechend musste eine neue Serie her. Durch Zufall bin ich auf „Bodyguard“ gestossen. An den Romanzenschnulz mit Whitney Houston und Kevin Costner erinnert, habe ich mir eigentlich nicht sehr viel davon versprochen und dann habe ich innerhalb kürzester Zeit alle sechs Folgen geschaut. Seither sind mir einige (vorwiegend männliche) Passagiere aufgefallen, die sich diese neue Serie während eines Fluges anschauen. 

„Bodyguard“ ist ein actionreicher Politthriller-Mehrteiler mit einem überschaubaren Realitätsanspruch, dafür aber geradezu unverschämt spannend. Im Mittelpunkt der Story steht der titelgebende Bodyguard. David Budd ist ein ehemaliger Soldat, der aus dem Krieg verletzt und schwer traumatisiert heimkehrte und seither bei einer Spezialeinheit der Londoner Polizei arbeitet. Nachdem er einen islamistischen Terroranschlag verhindern konnte, wurde er befördert und zum leitenden Personenschützer der britischen Innenministerin Julia Montague ernannt. Die machthungrige Politikerin hatte seinerzeit für den Krieg im Irak und Afghanistan gestimmt. Auch sonst hält David Budd nicht viel von ihrer politischen Agenda. Dann kommt es aber zu weiteren Anschlägen und man fragt sich, wer dahinter steckt. Welche Rolle der psychisch angeschlagene Sergeant David Budd selbst einnimmt, darüber wird man lange im Unklaren gelassen. 

David Budd ist eine faszinierende, komplexe Figur. Stark, männlich, sexy (zumindest angezogen) und dann wieder verletzlich, psychisch labil und undurchsichtig. Die Hauptfigur wird hervorragend von, dem mir bislang nicht bekannten, Richard Madden porträtiert. Auch wenn ich etwas Probleme mit seinem Akzent hatte, hat mich sein ausdrucksstarkes Gesicht und seine Performance überzeugt. Derzeit wird der Schauspieler als nächster James Bond gehandelt. Tom Hiddleston  (The Night Manager) war vor ein paar Jahren auch mal als Daniel Craigs Nachfolger im Gespräch. Seit dem PR-Desaster mit Taylor Swift hört und sieht man aber nicht mehr viel von ihm. Richard Madden wird es hoffentlich smarter anstellen, seine Filmkarriere in den U.S.A. anzukurbeln.

„Bodyguard“ hat Suchtpotenzial und ist die ideale TV-Serie für zwischendurch oder nebenbei. Dann achtet man vielleicht auch nicht so sehr auf Logiklöcher. Die finale, späte Auflösung hat mir gefallen und damit hält die sechste Episode dann auch noch eine unerwartet brillante Szene parat. 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Sergeant David Budd hat als Soldat im Afghanistan-Krieg gedient und arbeitet seit seiner Rückkehr bei einer Spezialeinheit der Londoner Metropolitan Police. Nachdem er einen Terroranschlag verhindern konnte wird er zum leitenden Personenschützer der britischen Innenministerin Julia Montague (gespielt von Keeley Hawes) befördert. Dadurch gerät David Budd in einen inneren Konflikt, die Innenministerin hatte seinerzeit für den britischen Einsatz im Irak- und Afghanistan-Krieg gestimmt und er leidet durch seinen Kriegseinsatz bis heute an den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Das ist auch ein Grund, warum er von seiner Frau Vicky (gespielt von Sophie Rundle) und seinen Kindern getrennt lebt. Gespielt wird Sergeant Budd von dem schottischen Schauspieler Richard Madden. Mir war er bislang noch nicht aufgefallen, auch wenn ich Kenneth Branaghs „Cinderella“ gesehen habe. Den meisten wird er jedoch von den ersten drei Staffeln der HBO-Serie „Game of Thrones“ bekannt sein. Demnächst ist er in dem Elton John Biopic „Rocketman“ zu sehen. 

Julia Montague ist die britische Innenministerin. Sie will mit RIPA – 18 ein neues Überwachungsgesetz auf den Weg bringen, ist sehr ehrgeizig, will für den Parteivorsitz kandidieren und strebt das Amt des Premiermininsters an. Gespielt wird Julia Montague von der englischen Schauspielerin Keeley Hawes. Sie war u.a. in den britischen Serien „Ashes to Ashes“, „Upstairs, Downstairs“ und „Line of Duty“ in einer größeren Rolle zu sehen. Sie hat aber auch u.a. in den Spielfilmen „Death at a Funeral“ und High-Rise mitgespielt. Keeley Hawes ist mit dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen (Frost/Nixon „Anna Karenina“) verheiratet. 

Vicky ist die Ehefrau von Sergeant David Budd (gespielt von Richard Madden). Die beiden haben mit Ella und Charlie zwei gemeinsame Kinder. Das Ehepaar lebt mittlerweile aber getrennt. Gespielt wird Vicky von der englischen Schauspielerin Sophie Rundle. Auch sie hat in einigen britischen Serien mitgewirkt, u.a. in „The Bletchley Circle“, „Peaky Blinders“ und „Jamestown“. 

Commander Anne Sampson ist die Leiterin der Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei. Gespielt wird sie von der englischen Schauspielerin Gina McKee. Sie hat in einigen international erfolgreichen Filmen (wie „Notting Hill“, „Atonement“ und kürzlich in Phantom Thread) mitgespielt. 

Chief Superintendent Lorraine Craddoch ist die direkte Vorgesetzte von David Budd (gespielt von Richard Madden). Gespielt wird sie von der englischen Schauspielerin Pippa Haywood. Auch sie hat in einigen britischen Serien (u.a. „Mr Selfridge“, „Scott & Bailey“ mitgespielt.  

Der Serienschöpfer Jed Mercurio hat bereits verlauten lassen , dass er Ideen für eine zweite Staffel von „Bodyguard“ hat. 

„Bodyguard“ wurde für zwei Emmys nominiert (Outstanding Drama Series und Outstanding Writing for a Drama Series) 

„Bodyguard“ wurde erstmalig v. 26. August 2018 – 23.09.18 auf dem britischen Sender BBC ausgestrahlt. Der Sechsteiler war in Großbritannien ein Quotenhit und die erfolgreichste britische Serie der vergangenen zehn Jahre.  In Deutschland ist der Mehrteiler seit dem 24.10.18 über Netflix verfügbar. 

Trailer zu sehen:

3 Gedanken zu “TV-Serie: „Bodyguard, 1. Staffel“

  1. Oh ja, ich hatte auch mit dem schottischen Akzent zu kämpfen 😀 und ich kannte den Hauptdarsteller theoretisch aus GoT, hab ihn aber überhaupt nicht wieder erkannt. Ich wusste auch nicht, dass er für den neuen Bond im Gespräch ist. Das könnte interessant werden… 😉

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