TV – Serie: „Colony, Staffel 1 und 2“


Ich habe mir die kompletten Staffeln folgender USA Network-Serien angeschaut:

 

„Colony, Staffel 1 und 2“ (derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen)  1 – 10 x approx. 42 min, 2 – 13 x approx 42 min.  sci-fi, drama 

dir.  Juan José Campanella, Nelson McCormick, Scott Peters, Roxann Dawson, Tim Southam, Thomas Carter, Jeremy Webb, Olatunde Osunsanmi, Charlotte Brandstrom, Peter Leto cast: Josh Holloway, Sarah Wayne Callies, Peter Jacobson, Amanda Righetti, Tory Kittles, Alex Neustaedter, Paul Guifoyle, Kathy Baker, Erin Way, Isabella Crovetti-Camp, Jacob Buster 

 

In der näheren Zukunft. Nach der Invasion einer Gruppierung außerirdischen Ursprungs (als Hosts oder RAPs bezeichnet), steht die Stadt unter dem Regime einer militärischen Besatzung. Los Angeles und andere Großstädte wurden in isolierte Blöcke verwandelt. Die Millionenmetropole  ist umzäunt von einer riesigen, unüberwindbaren Mauer. Die koloniale Übergangsregierung in L.A. wird von dem menschlichen Stellvertreter Gouverneur Alan Snyder (Peter Jacobson) geführt. Los Angeles County ist unterteilt in die Colony, in der die normale, unterdrückte Bevölkerung lebt und die Green Zone, in der die Besatzer wohnen. Drohnen sind ständig im Einsatz und die Militärpolizei, genannt Redhats, setzt mit Gewalt Kontrollen und nächtliche Ausgangssperren durch. Sollten sich die Menschen widersetzen, kommen sie in die Factory, eine Art Arbeitslager.  Bei der Invasion wurde der 12-jährige Charlie (Jacob Buster) von seinen Eltern Will (Josh Holloway) und Katie (Sarah Wayne Callies) und seinen beiden Geschwister, dem 15-jährigen Bram (Alex Neustaedter) und Gracie (Isabella Crovetti-Cramp) getrennt. Der ehemalige FBI-Agent Will wird von Proxy Snyder angeworben. Er soll seine Fähigkeiten in den Dienst der Besatzer stellen, Widerstandskämpfer jagen und im Austausch dafür wird ihm und seiner Familie ein besseres Leben versprochen. Außerdem wird ihm in Aussicht gestellt, dass er seinen vermissten Sohn bald zurückbekommt. Will beginnt für die Besatzer zu arbeiten, weiß jedoch nicht, dass seine Frau Katie längst dem Widerstand angehört…

 

1. Staffel 

C+ (Bewertung von A bis F) 

2. Staffel 

C (Bewertung von A bis F) Die Serienschöpfer von „Colony“ sind Drehbuchautor Ryan J. Condal und Carlton Cuse, der bereits der kreative Kopf hinter den TV-Serie Bates Motel und der TV-Serie „The Strain“ war und sich als Produzent der Erfolgsserie „Lost“ hervorgetan hat. Bei neun Episoden in den ersten beiden Staffeln hat der argentinische Filmemacher und Oscar-Gewinner Juan José Campanella („The Secret in Their Eyes“) Regie geführt. 

Es liegt schon eine Weile zurück, dass ich die ersten beiden Staffeln dieser Serie gesehen habe. Ich erinnere mich an „Colony“ als eine Art The Handmaid´s Tale für die anspruchslose Masse. Durchaus unterhaltsam, aber nebenbei kann man getrost seine Hausarbeit (Wäsche sortieren, bügeln, Blumen gießen, saugen, etc…) erledigen.  

Die erste Staffel beginnt kurz vor dem ersten Jahrestag der Alien-Invasion. Man weiß weder, wer sich genau hinter dieser außerirdischen Macht verbirgt, noch was deren Plan ist. Auch erfährt man nicht, wie es zu dieser plötzlichen Übernahme kam. „Colony“ ist eine dystopische Sci-Fi-Serie, aber zunächst einmal nicht wirklich eine Alien-Serie, zumindest sieht man die Außerirdischen bis zur 9. Episode („Zero Day“) nicht. Bei Sci-Fi-Filmen und -Serien ist es mir immer wichtig, die vorgegebene Weltordnung zu verstehen. Die Serienschöpfer und Autoren geben hier eine grobe Orientierung vor, beim näheren Hingucken fällt die aber gnadenlos durch die Plausibilitätkontrolle. 

Ich hätte erst einmal gerne gewusst, 

  • wie sich die Welt in so kurzer Zeit extrem verändern konnte, vor allen Dingen ohne nennenswerten Widerstand
  • wie (und in welchem Zeitrahmen) haben die Besatzer diese überdimensionale Mauer, die die amerikanischen Großstädte umgeben, gebaut, die ganzen anderen Grenz- und technischen Vorrichtungen installiert und ausreichend Militärpolizei (Redhats) rekrutiert 
  • warum dieser Kontrollstaat nicht viel mehr Wanzen und Kameras in den Häusern der verdächtigen, „normalen“ Bürger anbringt 
  • wie funktioniert der Alltag der unterdrückten Bevölkerung, welcher Arbeit gehen sie nach, wie kommen sie an die Grundversorgung (Strom, Wasser, Lebensmittel). Man sieht, dass die Bürger Luxuslebensmittel (dazu gehört auch Cola und Wein) mit anderen tauschen und manche auch etwas in ihrem Garten anbauen, aber wie kommen sie zu den Grundnahrungsmitteln
  • warum werden gesuchte Personen nicht noch schneller gefunden, schließlich schwirren die Drohnen mit Gesichtserkennung überall herum
  • was sich die Make-Up-Artisten/Hairstylisten bei der Perücke von Charlie gedacht haben 

Wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich in einem Land leben müsste, dass von Aliens oder von fundamentalistischen Gläubigen (wie bei „The Handmaid´s Tale“) besetzt ist, würde ich mich sicherlich für die Aliens entscheiden. So ganz ohne Glauben läuft ein Machtwechsel bzw. eine Übernahme aber auch in „Colony“ nicht. Hier wird den Menschen  eingetrichtert, dass sie auf den Greatest Day warten sollen und da gibt es scheinbar genug Leute, die daran glauben wollen. 

Mein Fazit: „Colony“ kann man gucken, das Bügeln geht leichter von der Hand. Ich mochte, dass die Besetzung sehr vielfältig ist, und das auf unaufdringliche Weise. Was mir aber besonders gefallen hat: Im Anschluss an die beiden Staffeln habe ich eine wirklich exzellente Serie geschaut und  durch „Colony“ wusste ich das noch wesentlich mehr zu schätzen.

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Will Bowman ist Ex-U.S. Army Ranger und Ex-FBI-Agent. Er ist mit Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) verheiratet, sie haben drei Kinder, Bram, Gracie und Charlie. Letztgenannter wurde bei der Invasion von seinen Eltern und Geschwister getrennt. Will versucht ihn mit aller Gewalt zu finden, dafür beginnt er sogar für die Besatzer zu arbeiten und die Mitglieder des Widerstands zu jagen. Will weiß zu Beginn jedoch nicht, dass seine Frau dem Widerstand angehört. Gespielt wird Will Bowman von dem amerikanischen Model, Schauspieler und Produzenten Josh Holloway. Er hat in einigen TV-Projekten („Angel“, NCIS, Community“) und auch in einigen Kinofilmen („Mission Impossible – Ghost Protocol“) mitgewirkt. Berühmt wurde er jedoch als Sawyer in der TV-Serie Lost. In meinen Augen läuft Josh Holloway nicht in Gefahr, jemals für einen Oscar nominiert zu werden, aber er gibt eine durchaus passable Performance. Außerdem sieht er, wenn er nicht gerade einen Anzug trägt, immer etwas schmuddelig und dabei unverschämt sexy und cool aus. 

Katie ist die Besitzerin der Bar „The Yonk“. Sie ist mit Will (gespielt von Josh Holloway) verheiratet, sie haben drei gemeinsame Kinder. Katie gehört dem Widerstand an, wovon ihr Ehemann zu Beginn nichts weiß. Katie Bowman wird von der amerikanischen Schauspielerin Sarah Wayne Callies gespielt. Sie ist vorwiegend bekannt durch ihre Hauptrollen in den TV-Serien „Prison Break“, The Walking Dead“). 

Maddie Kenner ist die jüngere Schwester von Katie (gespielt von Sarah Wayne Callies) und damit Schwägerin von Will (gespielt von Josh Holloway). Sie hat einen kleinen Sohn (Hudson), der krank ist. Ihr Ehemann ist seit der Invasion verschwunden/ verstorben. Gespielt wird Maddie von der amerikanischen Schauspielerin Amanda Righetti. Vielen wird sie vielleicht durch ihre Hauptrolle in der TV-Serie „The Mentalist“ bekannt sein. Sie hat in einigen TV-Serien („The O.C.“, „North Shore“) mitgespielt und war auch in Captain America: The First Avenger zu sehen. 

Bram ist der älteste Sohn von Will und Katie (gespielt von Josh Holloway und Sarah Wayne Callies). Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Alexander Neustaedter. Er hat zwar bereits in ein paar kleineren Projekten mitgewirkt, aber in „Colony“ spielt er eine Hauptrolle, dies dürfte sein Durchbruch sein. 

Lindsey ist die Hauslehrerin von Will und Katies kleiner Tochter Gracie (gespielt von Isabella Crovetti-Cramp). Lindsey wird von der amerikanischen Schauspielerin Erin Way gespielt. Sie ist für mich die gruseligste Figur der Serie. Erin Way hat bereits in anderen TV-Serien (u.a. „The Mentalist“, „Supernatural“ und „The Handmaid´s Tale“) mitgespielt.

Proxy Alan Snyder ist der Gouverneur des Los Angeles Blocs. Gespielt wird Proxy Snyder von dem amerikanischen Schauspieler Peter Jacobson. Bekannt geworden ist er durch seine Rolle als Dr. Chris Taub in der TV-Serie „House“. Auch in den TV-Serien „Ray Donovan“ und „The Americans“ hatte er eine größere Rolle.  

Eric Broussard gehört der Widerstandsgruppe an. Er war früher bei der CIA. Gespielt wird Broussard von dem afroamerikanischen Schauspieler Tory Kittles. Er hatte in Sons of Anarchy,eine größere Rolle und hat auch in der ersten Staffel von True Detective mitgespielt. Man konnte ihn auch in einigen Kinofilmen („Stop-Loss“, The Sapphires, Olympus Has Fallen) sehen. 

 

Die erste Staffel von „Colony“ wurde vom 14.1.16 bis zum 17.3.16 und die zweite Staffel vom 12.1.17 – 6.4.17 erstmalig auf dem amerikanischen Kabelsender USA Network ausgestrahlt. Die dritte Staffel läuft seit dem 2.5.18 (und noch bis zum 27.06.18). Die erste und zweite Staffel ist derzeit in Deutschland auf Netflix zu sehen. 

 

Trailer zur 1. Staffel:

Trailer zur 2. Staffel:

 

 

3 Gedanken zu “TV – Serie: „Colony, Staffel 1 und 2“

  1. Hm, bei so vielen Serien, die ich noch sehen will, muss das hier wirklich nachstehen. Ich hatte es irgendwann mal bemerkt, hat mich aber nicht so angemacht. Sarah Wayne Callies mag ich nicht sonderlich und ich war ganz froh, als sie bei TWD das zeitliche segnete :))
    Mal sehen, zunächst muss ich mein Sky-Ticket nutzen und endlich Westworld gucken 🙂

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    • Kann ich total verstehen, wie gesagt, ich bin ja auch nicht wirklich begeistert. Auch wenn ich vielleicht die dritte Staffel trotzdem gucken werde. 🙂

      Sarah Wayne Callies finde ich aber richtig hübsch. TWD wollte ich auch immer mal gucken, habe ich aber bis heute nicht.

      Sky-Ticket – Wow, ist teuer, oder? Jaa, „Westworld“ ist auch eine der Serien, die auf meiner Liste steht, bin aber schon froh, dass ich jetzt wenigstens schon von Black Mirror einige Filme/Episoden gesehen habe – das war auch endlich mal Zeit. 🙂

      Gefällt 1 Person

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