NYC – Film: „The Assistant“

Ich war am 15.02.20 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Assistant“  87 min drama

dir. Kitty Green   cast: Julia Garner, Matthew MacFadyen, Makenzie Leigh, Noah Robbins, Dagmara Dominczyk 

 

Jane (Julia Garner) hat ihren Uni-Abschluss in der Tasche und träumt davon, eines Tages als Filmproduzentin zu arbeiten. In der Filmbranche hat sie sogar schon einen Fuß in der Tür. Seit ein paar Wochen arbeitet sie als Assistentin eines mächtigen Filmmoguls. Nun macht sie Beobachtungen, vermutet, dass ihr Chef Frauen sexuell ausnutzt. Sie weiß nicht so richtig, wie sie mit der Situation umgehen soll…

 

A- (Wertung von A bis) „The Assistant“ ist das Spielfilmdebüt der australischen Drehbuchautorin und Dokumentarfilmerin Kitty Green („Ukraine is Not a Brothel“, „Casting JonBenet“) 

„The Assistant“ ist ein nuanciertes #MeToo-Drama und für mich der Beweis, warum Autorinnen und Regisseurinnen sich diesem Thema annehmen sollten. Bevor Kitty Green das Drehbuch zu ihrem Film schrieb, hat sie einige Interviews mit Assistentinnen, die u..a für Harvey Weinstein arbeiteten, geführt. Der Film gewährt einen Einblick, wie das „toxische System Weinstein“ über Jahrzehnte funktioniert hat. Die meisten seiner Angestellten wussten sicherlich, was hinter verschlossenen Büro- oder Hotelzimmertüren vor sich ging, dachten aber, es würde sie nichts angehen, wollten keinesfalls ihren guten Job aufs Spiel setzen und stellten sich ihm entsprechend auch nicht in den Weg. Der Film zeigt aber gleichzeitig auch, dass Frauen in einer männerdominierenden Arbeitswelt anders gesehen und behandelt werden und es mitunter schwerer haben, ernst genommen zu werden. So wird von der weiblichen Assistentin erwartet, dass sie Kaffee kocht, Mittagessen bestellt, aufräumt, etc. während sich die männlichen Kollegen in einer ähnlichen Position, um andere Dinge kümmern. 

Vor der Fliegerei hatte ich tatsächlich einen sehr ähnlichen Job in der Filmbranche. Selbstverständlich nicht in solch einem unangenehmen Arbeitsumfeld und schon gar nicht mit so einem Chef. Das ist aber nicht der Grund, warum ich mich in Jane so gut reinversetzen konnte. Die Regisseurin beschreibt Janes Arbeitsalltag und ihre verfahrene Situation vermutlich für alle Zuschauer verständlich. „The Assistant“ ist ein still beobachtender Film, der ganz fokussiert bei der titelgebenden Assistentin bleibt. Es ist ein Film über systematischen sexuellen Missbrauch, ohne dass man den Täter oder den direkten Missbrauch zu sehen bekommt. 

Wir erleben einen Tag im Leben der Assistentin, die erst fünf Wochen in dem Unternehmen arbeitet. Wir sehen, wie sie morgens – noch vor Sonnenaufgang – als Erste das Büro betritt, die Beleuchtung hochfährt, dann ihre Arbeit verrichtet, sich mit ihren männlichen Kollegen und der eifersüchtigen Frau des Filmproduzenten auseinandersetzen muss. Sie ist noch nicht Teil dieser Gemeinschaft auf Arbeit und wird entsprechend zwangsläufig zur Beobachterin. Langsam kann sie sich einen Reim auf ihre Beobachtungen machen. Selbst ist sie kein Opfer, es gibt mutmaßliche Opfer, aber niemanden, der sich beklagt. Jane wurde nicht mal Zeugin sexueller Übergriffe ihres Chefs und doch spürt sie, dass der Hollywood-Produzent seine Macht wahrscheinlich schon seit Jahren ausnutzt. 

Die äußerst begabte Julia Garner (We Are What We Are, Grandma, TV-Serie „Ozark“) trägt diesen Film allein und man versteht zu jeder Zeit was in ihr vorgeht. 

„The Assistant“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 31.01.20 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft der Film in den Vereinigten Staaten in 82 Kinos landesweit. Der Film wird auf der Berlinale 2020, in der Sektion Panorama gezeigt. Bislang ist noch kein regulärer Kinostart für Deutschland bekannt. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gucke ich die Tage


Trailer v. Film: „Greed„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Michael Winterbottoms neuer Film mit Steve Coogan und Isla Fisher 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon


Trailer v. Film: „The Burnt Orange Heresy„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: italienisch/amerikanisches/r Drama/Thriller mit Claes Bang, Elizabeth Debicki und Donald Sutherland. Auch spielt Mick Jagger mit, den ich schon lange nicht mehr in einem Film gesehen habe.  

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon 


Trailer v. Film: „Never Rarely Sometimes Always„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Sundance-Film, den ich mir auf der Berlinale anschaue

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The Roads Not Taken„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Sally Potters neuer Film mit Javier Bardem und Elle Fanning. Auch diesen Film gucke ich auf der Berlinale

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 

Berlin – Film: The Gentlemen“

Ich war am 28.01.20 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Gentlemen“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   113 min  crime, action 

dir. Guy Ritchie  cast: Matthew McConaughey, Charlie Hunnam, Henry Golding, Michelle Dockery, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell, Hugh Grant

 

Der Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) hat sich in London über die Jahre ein millionenschweres Mariihuana-Imperium aufgebaut. Vom kleinen Dealer hat er es in die britische Upper Class geschafft. Nun will er sich zur Ruhe setzen und endlich mehr Zeit mit seiner Frau Rosalind (Michelle Dockery) verbringen. In dem exzentrischen Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) hat Mickey vielleicht auch schon einen Käufer für sein Imperium gefunden…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Gentlemen“ ist der neue Film des englischen Filmemachers Guy Ritchie („Lock, Stock and Two Smoking Barrels“, „Snatch“, RocknRolla). Auch das Drehbuch hat Guy Ritchie geschrieben. 

„The Gentlemen“ ist zwar nicht der erste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, es ist aber offiziell mein erster Film aus Jahr 2020 und es fühlt richtig sich gut an, wenn das neue Filmjahr gleich mit einem Werk beginnt, das mir gefällt. 

Nach Sherlock Holmes: Game of Shadows hatte ich Guy Ritchie quasi abgeschrieben. Jedenfalls habe ich mir seither nie wieder einen Film von ihm angeschaut. Der Trailer zu „The Gentlemen“ erinnerte mich dann aber an die Arbeiten, mit denen er sich seinerzeit einen Namen gemacht hat. Und tatsächlich, der Film ist ein stylischer und origineller, kurzweiliger Spass nach guter alter, britischer Gangster-Genre-Manier. Die Geschichte ist komplex, sprachwitzige Dialoge, hervorragende Schauspieler (darunter Jeremy Strong aus der TV-Serie „Succession“, die wunderbaren Michelle Dockery aus der mittlerweile leider abgesetzten TV-Serie „Good Behavior und ein blendend aufgelegter Hugh Grant) und dann gibt es sogar noch ein paar Höhepunkte in Form von dem von Colin Farrell gespielten „Coach“ und seinen „Toddlers“, die Erwähnung von einem meiner Lieblingsfilme („The Conversation“) und einer recht gelungenen Miramax/Harvey Weinstein-Anspielung.

Der Film wird in den Vereinigten Staaten dafür kritisiert, dass er rassistische Beleidigungen enthält. Wie glauben denn diese Leute, dass sich Gangster unter- und übereinander unterhalten? Dieses ständige Politisch-Korrekt-Sein-Wollen hat mittlerweile anstrengende Formen angenommen.

„The Gentlemen“ ist bereits am 1.1.20 in den britischen Kinos gestartet. In den Vereinigten Staaten wird der Film seit dem 24.1.20 in 2,165 Kinos landesweit gezeigt. In Deutschland ist der Film ab dem 27.02.20 in den Kinos zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in der OmU gesehen. 

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: „Just Mercy“

Ich war am 18.01.20 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Just Mercy“ (dt. Kinostart: 27.02.20)   136 min.  drama, biopic, adaptation 

dir. Destin Daniel Cretton  cast: Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Rob Morgan, Tim Blake Nelson, Rafe Spall, Brie Larson 

 

Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) hat sein Harvard-Studium abgeschlossen. Als junger Anwalt geht er nach Alabama, um für eine Organisation zu arbeiten, die unschuldig im Gefängnis sitzende Menschen verteidigt. Bald wird er mit dem Fall des Todeskandidaten Walter McMillian (Jamie Foxx) konfrontiert…

 

C (Wertung von A bis F) „Just Mercy“ basiert auf wahren Begebenheiten. Es ist eine Adaption von Bryan Stevensons Memoiren „Just Mercy: A Story of Justice and Redemption“. Der Film erzählt von dem Anwalt Bryan Stevenson, der in einem Aufsehen erregenden Gerichtsprozess versuchte, den zum Tode verurteilten Walter McMillian  freizubekommen. Es ist der neue Film des afroamerikanischen Autorenfilmers Destin Daniel Cretton (Short Term 12, The Glass Castle). 

Viele Worte möchte ich gar nicht über den Film verlieren.„Just Mercy“ ist ein recht traditionelles Todeskandidaten-Drama, dass ich in dieser, bzw. In einer leicht abgewandelter Form schon einige Male gesehen habe. Eine solche Geschichte muss berühren, hat sie mich aber nicht. Nichts macht diesen Film besonders, entsprechend ist es auch kein Wunder, dass er bei den letzten Oscars keine Rolle gespielt hat.

Ursprünglich war „just Mercy“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Michael B. Jordan), Bester Nebendarsteller (Jamie Foxx) 

„Just Mercy“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2019 gezeigt. Der Film ist am 25.12.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 10.01.20 läuft der Film landesweit in 2,457 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film ab dem 27.02.20 im Kino zu sehen sein. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Sonic the Hedgehog„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: Live-action Film mit Jim Carrey, sieht ganz lustig aus

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Woman in the Window„

Bewertung des Trailers: F

Kommentar:  Ich verstehe nicht, wie man solch einen Trailer zulassen kann. Unglaublich. Ansonsten sieht Joe Wrights neuer Film aber interessant aus. Thriller mit Amy Adams, Gary Oldman, Julianne Moore, Tracy Letts, Anthony Mackie, etc. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „The Photograph„

Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)

Kommentar:  Drama mit Kelvin Harrison Jr. und Lakeith Stanfield

Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich denke schon 


Trailer v. Film: „I Still Believe„

Bewertung des Trailers: C+

Kommentar:  religiöser Liebesschnulz 

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „The Lovebirds„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Action-RomCom mit Kumail Nanjiani 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Tenet„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar:  Christopher Nolans neuer Film mit John David Washington. Naja. Mein Sitznachbar gab während des Trailers von sich: „What the hell“. Und als das Startdatum eingeblendet wurde: „I don´t think so“. 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wahrscheinlich schon 

Oscar-Gewinner 2020

PARASIIIIIIIIIIIIIIIIITE

In Los Angeles hat es am Tag der 92. Oscar-Verleihung (09.02.20) mal wieder geregnet. L.A. bei schlechtem Wetter ist für mich einer der weltweit hässlichsten Städte. Ich war dieses Jahr aber – wie gewünscht – wieder in Deutschland. Habe mir die Red Carpet Show über YouTube (und zeitgleich auf Pro7, da aber – wie üblich – nur superkurze Momente mit Ton, Steven Gätjen und Annemarie Carpendale sind wirklich nur in sehr, sehr, sehr geringen Dosen sprechend zu ertragen) angeschaut. Auch noch habe ich mir Multitasking-mäßig auf einem anderen Laptop die einzelnen Roben der Damen im Internet etwas genauer angeschaut. 

Bei der Live-Show habe ich dann mitgeschrieben, Gewinner, Gedanken usw. hier: 

Die diesjährige Oscar-Show hat die Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe  mit einer Gesangs- und Tanzeinlage eröffnet. Gefolgt von den beiden ehemaligen Oscar-Gastgebern Steve Martin und Chris Rock, die sich dann kurz über die Stars, Filme und die Academy lustig gemacht haben. Gerade als ich gedacht habe, dass es doch schön wäre, wenn die beiden durch den gesamten Abend führen würden, kündigten sie aber die erste Präsentatorin an: Regina King, Vorjahres-Siegerin für den Oscar für die Beste Nebenrolle. 

Der erste Oscar geht, absolut erwartbar, an Brad Pitt für seine Performance in „Once Upon a Time in Hollywood“ (er hält eine okaye Rede, dankt zum Schluss sogar seinen Kindern, aber kein Vergleich zu seinen bisherigen, witzigen Dankesreden, insbesondere bei den SAG Awards). 

Nach der Werbung haben wir die Präsentatorin Beanie Feldstein, die die Präsentatorin Mindy Kaling ankündigt. Seltsam, reicht nicht ein Präsentator? Jedenfalls ist Mindy Kaling da, um den den Oscar für den Besten Animationsfilm und den besten animierten Kurzfilm zu überreichen. Der 2. Oscar geht an „Toy Story 4“. (Ich dachte er geht an Annie-Awards und BAFTA-Sieger „Klaus“), der 3. Oscar geht an „Hair Love“ (richtig geraten)

Josh Gad, den ich eigentlich nicht sonderlich mag, kündigt Idina Menzel an, die einen der für den Oscar nominierten Songs „Into the Unknown“ (von „Frozen 2“) vorträgt. Schreckliches, weißes 1980er Jahre-Puffärmel-Kleid, begleitet wird sie von anderen Sängerinnen, die in ihrer Muttersprache „Into the Unknown“ singen. Nette Idee, ich brauche aber dieses ganze Gesinge nicht.

Diane Keaton und Keanu Reeves (die in der wunderbaren RomCom „Something´s Gotta Give“ zusammenspielten) überreichen den Oscar für das Beste Originaldrehbuch, jetzt wird’s spannend. Der 4. Oscar geht an…Daumen drücken… „Parasite“ bekommt von allen vorgestellten Filmen den größten Applaus: und tatsächlich Bong Joon Ho gewinnt. Erster Oscar für „Parasite“ (richtig geraten). 

Timothée Chalamet und Natalie Portman sind die Präsentatoren für den 5. Oscar, Bestes Adaptiertes Drehbuch: Geht an „Jojo Rabbit“ (richtig geraten). Ich mag Taika Waititi so gerne. 

Shia LaBeouf mit seinem Co-Star Zack Gottsagen (aus „Peanut Butter Falcon“) präsentieren den 6. Oscar: Bester Live Action Short Film, der geht an „The Neighbors Window“ (richtig geraten).

Jetzt kommen Kristen Wiig und, die für mich unerträgliche, Maya Rudolph in einem grausig-rötlichem Glitzerzelt und einer nicht gerade schmeichelnden Frise. Sie vergeben der 7. Oscar für das Beste Szenenbild: „Once Upon a Time in Hollywood“ gewinnt (richtig geraten). Auch sind sie Präsentatoren für den 8. Oscar: Bestes Kostümdesign: „Little Women“ (richtig geraten). 

Jetzt kommt wieder Gesinge, dieses Mal von Chrissy Metz. Das Kleid steht ihr um Längen besser, als das rote Mega-Laken, dass sie auf dem roten Teppich trug. Sie singt den Song von Dianne Warren, die an diesem Abend zum 11. Mal für den Oscar nominiert ist. 

Jetzt kommt die Kategorie Beste Dokumentation. Mark Ruffalo überreicht den 9. Oscar: „American Factory“ (richtig geraten). Schade, dass die Obamas nicht da sind. Julia Reichert hält eine gute Rede, jeder sollte sich „American Factory“ auf Netflix angucken. Mark Ruffalo ist auch der Präsentator für den 10. Oscar, die besten Kurzfilmdokumentationen: Es gewinnt „Learning to Skateboard in a Warzone (if You are a Girl)“. (Und auch das habe ich richtig geraten). Ich mag das, dass die Animationsfilme (Spielfilm/Kurzfilm) und Dokumentationen (Doku/Kurzfilmdoku) zusammengefasst werden.

Der Vorjahres-Sieger Mahershala Ali überreicht den 11. Oscar. Die Gewinnerin in der Kategorie Beste Nebendarstellerin ist: Laura Dern („Marriage Story“). Etwas habe ich schon gezittert. Sie war auch ganz schön aufgeregt, hat ihrer Mama Diane Ladd (von der sie begleitet wurde) und ihrem Papa Bruce Dern gedankt. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, dann wird Laura Dern Präsidentin von A.M.P.A.S. Im letzten Jahr war sie ja bereits kurz davor. (Achso, richtig geraten). 

Im Moment ist Werbung und ich habe gerade ein gutes Gefühl für „Parasite“ als Gewinnerfilm. 

Der „Hamilton“-Star Anthony Ramos, der in dem Musical „In the Heights“ demnächst die Hauptrolle spielt, kündigt Multitalent Lin-Manuel Miranda an. Der wiederum stellt die Kategorie Bester Song vor. Gefällt mir, die Montage der ganzen Filmsongs, ohh ich liebe „Lose Yourself“, was zum Schluss eingeblendet wird und dann.…Ist der aus der Form geratene Typ mit Vollbart und Basecap, der auf einmal auf der Bühne singt, Eminem? Er klingt jedenfalls so. Idina Menzels skeptischer Blick könnte meiner gewesen sein. Seltsame Performance, aber – nach wie vor – einer meiner Lieblingssongs. Wow, es gibt Standing Ovations: es ist Eminem. 

Salma Hayek und Oscar Isaac sind die Präsentatoren für die Sound-Kategorien. Der 12. Oscar, in der Kategorie Tonschnitt, geht an: „Ford v Ferrari“ (Mist, ich hatte mich in letzter Minute umentschieden und habe „1917“ genommen), gleich hinterher, der 13. Oscar, geht sicherlich jetzt auch an „Ford v Ferrari“. Nein, Bester Ton geht an „1917“ (richtig geraten) 

Jetzt singt Randy Newman seinen „Toy Story 4“-Song.

Wer ist dieser Typ, der da rappt? Er hat sich selbst vorgestellt, kannte ich nicht, rappte aber recht amüsant. Er stellt Will Ferrell und Julia Louis Dreyfus vor. Die sind die Präsentatoren für Roger Deakins, bzw. Beste Kamera. Der 14. Oscar geht – und das war hundertprozentig – an Roger Deakins. Riesenapplaus. Wohlverdient. (richtig geraten). Sie sind ebenso die Präsentatoren für die Kategorie Bester Schnitt. Lass es „Parasite“ sein… Daumen drücken… Der 15. Oscar geht an „Ford v Ferrari“, den Film mit den meisten Cuts, naja (ich hatte „Parasite“ geraten, damit hat mein Kumpel unsere Wette gewonnen) 

Der neue Academy-Präsident David Rubin kündigt den charmanten Tom Hanks an. Er teilt mit, dass das Academy-Museum nun endlich am 14.12.2020 eröffnet. Eigentlich wollte ich das Museum schon lange besichtigt haben. Die Eröffnung wurde immer wieder verschoben… das kommt mir als Berliner gar nicht bekannt vor. 

Apropos Berlin, als nächstes die Berlinerin Zazie Beetz. Die Schauspielerin spielte neben Joaquin Phoenix in „Joker“. Sie kündigt ganz souverän den nächsten Musik-Act an, schon cool die Zazie Beetz. Cynthia Erivo singt, auch so ein Multitalent. Könnte heute zur jüngsten EGOT-Gewinnerin gekürt werden. Sie hat bereits einen Emmy, einen Tony und einen Grammy – nur der Oscar fehlt noch. Der Song ist ganz gut, singen kann die eh. Ich sehe sie gerade in der TV-Serie „The Outsider“. Für ihre Performance gibt es Standing Ovations. 

Rebel Wilson und James Corden als „schlechte Cats“ verkleidet (na wenigstens können sie über sich selbst lachen). Keiner weiß besser, gute Visuelle Effekte zu schätzen. Haha. Der 16. Oscar – Beste Visuelle Effekte – geht an „1917“. (Ich hatte getippt, dass dieser Oscar an Marvel geht)

Ray Romano und Sandra Oh sind für die Kategorie Best Makeup und Hairstyling zuständig. Der 17. Oscar geht an „Bombshell“ (war auch ziemlich klar, habe ich richtig geraten). Kazu Hiro widmet den Oscar besonders Charlize Theron, sie ist auch Mit-Produzentin von dem Film.

Sie zeigen gerade einen deutschen Trailer von „A Beautiful Day in the Neighborhood“. Die Stimme passt Null zu Tom Hanks und erst recht nicht zu Mr. Rogers. Synchros zerstören wirklich alles. 

Penelope Cruz stellt Best International Feature vor. Seltsames Kleid, dass sie trägt, naja, eigentlich stört mich nur diese blöde weiße Blume im Dekolleté. Der 18. Oscar geht natürlich an Südkorea („Parasite“, logischerweise richtig geraten) 

Jetzt kommt wieder ein Musik-Act, dieses Mal: Elton John. Jetzt fehlt wohl nur noch Billie Eilish. Mir ist das mal wieder viel zu viel Gesinge. 

Taika Waititi verkündet die ganzen Ehrenoscars dieses Jahr und stellt zugleich Brie Larson, Gal Gadot und Sigourney Weaver vor. Drei tolle Frauen. Sie weisen darauf hin, dass dieses Jahr zum ersten Mal in der 92-jährigen Oscar-Geschichte eine Dirigentin durch den Abend führt. Alle Scores werden angespielt. Der 19. Oscar geht an die isländische Komponistin Hildur Guðnadóttir für „Joker“ (richtig geraten, sie hat auch alles gewonnen, dieses Jahr). Sehr süße Preisträgerin. Der 20. Oscar in der Kategorie Bester Song geht an Sir Elton John und Bernie Taupin für „Rocketman“ (auch das war mit dem Golden Globe-Gewinn klar, als die beiden gesagt haben, sie haben noch nie etwas zusammen gewonnen – richtig geraten) 

Sollte die Oscar-Verleihung nicht eigentlich unter 3 Stunden bleiben? Es sind jetzt bereits schon 2 Stunden und 49 Minuten vergangen. 

Spike Lee ist der Presenter für die Kategorie Beste Regie und damit natürlich für Sam Mendes…. Nein, der Oscar geht an Bong Joon Ho. Der 21. Oscar des Abends geht an „Parasite“. Yeah. Dies ist der dritte Oscar für „Parasite“. Oh, jetzt wird es spannend in der Königskategorie. Bong Joon Ho ist ein absoluter Sympathieträger. Standing Ovation bekommt er, logisch. In seiner Rede zitiert er Scorsese und erzählt, wie sehr ihn als junger Filmemacher Martin Scorsese inspiriert hat. Jetzt bekommt „Marty“ Standing Ovations, schöner Moment. Und er erwähnt Quentin Tarantino, dafür, dass er – als er in den USA noch unbekannt war – seine Filme auf die Liste seiner Lieblingsfilme gesetzt hat. 

Steven Spielberg kündigt das In Memoriam an, Billie Eilish singt dazu den Beatles-Klassiker „Yesterday“ singt. Traurig. 

Olivia Colman kommt natürlich, um den Oscar für den Bester Hauptdarsteller zu überreichen. Der 22. Oscar – und jetzt heißt es nochmal Daumen drücken – geht an:  Joaquin Phoenix („Joker“) ❤️ Er gibt zu, dass es schwer ist, mit ihm zu arbeiten aber hält – wie bereits bei seinen anderen Dankesreden in der Oscar-Saison wieder mal eine sehr politische Rede. Er ist sehr authentisch, bestimmt ein sehr komplizierter Mensch, aber er nutzt die Bühne, um sich für andere einzusetzen. Das finde ich toll.

Rami Malek als Nächster, na gut,  der 23. Oscar geht an Renée Zellweger („Judy“). Langweilig. 

Der 24. und damit letzte Oscar des Abends wird von der zweimaligen Oscar-Gewinnerin Jane Fonda überreicht. Sie bekommt Standing Ovations. Na mal abwarten, was der gewinnende Film bekommt. PARASIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIITE. YES. Ich liebe es, wenn man Zeuge eines ganz besonderen Moments wird. Der erste nicht-englischsprachige Film hat den Oscar gewonnen. Danke A.M.P.A.S. Das ist auch ein Zeichen für die neue, diversere, internationalere Academy. Mich entschädigt es gleichzeitig für alles, was sie mir mit den Oscar-Nominierungen und Oscar-Gewinnen im letzten Jahr angetan haben. 

„Parasite“ hat damit 4 Oscars (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch und Bester Internationaler Film) gewonnen.

„1917“ hat 2 Oscars gewonnen, genauso wie „Once Upon a Time in Hollywood“ (2), „Joker“ (2), „Ford v Ferrari“ (2), „Jojo Rabbit“, „Little Women“ und „Marriage Story“ haben jeweils einen Oscar gewonnen, der einzige für den Oscar nominierte Film, der komplett leer ausgegangen ist, ist „The Irishman“. Wie Martin Scorseses Film „Gangs of New York“, der war seinerzeit auch für zehn Oscars nominiert und hat keinen einzigen gewonnen. 

Netflix hatte bei den Oscar-Nominierungen mit 24, die meisten Nominierungen eines Studios eingefahren, gewonnen hat Netflix aber nur einen Oscar für „American Factory“ und einen für „Marriage Story“.

Alle Oscar-Gewinner 2020

Best Picture: Parasite (Kwai Sin Ae and Bong Joon Ho, Producers) 

Best Director: Bong Joon Ho (Parasite)

Best Actor: Joaquin Phoenix (Joker)

Best Actress: Renée Zellweger (Judy)

Best Supporting Actor: Brad Pitt (Once Upon at Time in Hollywood) 

Best Supporting Actress: Laura Dern (Marriage Story)

Best Writing (Original Screenplay): Parasite (Screenplay by Bong Joon Ho und Han Jin Won; Story by Bong Joon Ho)

Best Writing (Adapted Screenplay): Jojo Rabbit (Written by Taika Waititi) 

Best Animated Feature: Toy Story 4 

Best Production Design: Barbara Ling (Once Upon a Time in Hollywood) 

Best Cinematography: Roger Deakins (1917) 

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Little Women)

Best Film Editing: Michael McCusker and Andrew Buckland (Ford v Ferrari) 

Best Makeup and Hairstyling: Kazu Hiro, Anne Morgan and Vivian Baker (Bombshell) 

Best Sound Mixing: Mark Taylor and Stuart Wilson (1917) 

Best Sound Editing: Donald Sylvester (Ford v Ferrari) 

Best Visual Effects: Guillaume Rocheron, Greg Butler, Dominic Tuohy (1917)

Best Music (Original Score): Hildur Guonadóttir (Joker)

Best Music (Original Song): “I´m Gonna Love Me Again“ (Rocketman) – Music by Elton John, Lyric by Bernie Taupin 

Best International Feature Film: Südkorea (Parasite)

Best Documentary Feature: „American Factory“ (Steven Bognar, Julia Reichert, Jeff Reichert)  

Best Short Film (Live Action): „The Neighbors´Window“ (Marshall Curry) 

Best Short Film (Animated): „Hair Love“ (Matthew A. Cherry and Karen Rupert Toliver)

Best Documentary (Short Subject): „Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl) Carol Dysinger and Elena Andreicheva 

 

Der Überraschungssieger Bong Joon Ho mit einer sehr sympathische, tollen Rede:

Richtig geraten habe ich 19 Kategorien, mein Kumpel aber 21 und damit hat er die Wette gewonnen. Glückwunsch. 

 

Die Mode – The Best:

Laura Dern (Georgio Armani) 

Caitriona Balfe (Valentino) 

Julia Louis-Dreyfus (Vera Wang) 

Taika Waititi (Dior) 

Charlize Theron (Dior Haute Couture) 

Die Mode – The Worst

Maya Rudolph (Valentino) 

Sandra Oh (Elie Saab)

Rooney Mara (Custom Alexander McQueen) 

Saoirse Ronan (Custom Gucci) 

Penelope Cruz (Chanel)

Florence Pugh (Louis Vuitton) 

Timothée Chalamet (Prada) 

Chrissy Metz (besonders dieses Rote-Teppich-Gewand, aber gut, was soll sie machen)

Oscar-Gewinner 2020, meine Wette

Zeit, meine kleine, persönliche Oscar-Wette zu veröffentlichen. 

Die Oscar-Saison 2019/2020 ist so unfassbar kurz, dass einige Academy-Mitglieder zugegeben haben, nicht alle nominierten Filme gesehen zu haben. Das könnte dem einen oder anderen Film helfen. Im nächsten Jahr haben sie wieder drei Wochen länger Zeit, die Verleihung findet dann – wie üblich – Ende Februar statt. 

Die Oscar-Verleihung beginnt Sonntag, den 09.02.20 um 17.00 Uhr (lokale Zeit in Los Angeles) und geplant ist es, dass sie nicht länger als 3 Stunden andauert. 

Auch für mich war die Oscar-Saison zu kurz, dieses Jahr habe ich es beispielsweise nicht geschafft, mir die Kurzfilme anzuschauen.

Vor ein paar Tagen mit meiner finalen Analyse zu dem Oscar-Gewinnerfilm 2020 war ich noch zwischen „Parasite“ und „Jojo Rabbit“ hin- und hergerissen. Irgendwo bin ich es immer noch, wobei ich seit meiner November-Prognose eigentlich zu „Parasite“ tendiere. „1917“ hat (ähnlich wie „La La Land“) die meisten Preise innerhalb der Filmindustrie gewonnen und wird von den meisten Oscar-Experten auch als Gewinner-Film gesehen. Der Preis des Besten Films des Jahres bei den Academy Awards wird aber anders als die anderen 23 Kategorien bestimmt wird und daher gibt es seit ein paar Jahren immer wieder Überraschungen am Ende der Oscar-Verleihung. 

So oder so wird Oscar-Geschichte geschrieben. Wenn „1917“ den Best Picture-Oscar gewinnt, dann ist das erst der 12. Film in der Oscar-Geschichte, der ohne eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt gewinnt. (davor „Birdman“, „Ordinary People“, „Annie Hall“, „The Godfather Part II“, „A Man for All Seasons“, „Tom Jones“, „Marty“, „Hamlet“, „The Life of Emile Zola“ und „It Happened One Night“ – und der Film mit dem Sonderstatus: „Grand Hotel“) Mit Ausnahme von „Grand Hotel“ hatten diese zehn Filme aber immer eine Oscar-Nominierung in mind. einer Schauspiel-Kategorie erhalten (meist sogar einen Schauspiel-Oscar gewonnen). Der Oscar-Gewinnerfilm von 1932 „Grand Hotel“ hat in allen Statistiken einen Sonderstatus. Der Film hatte einzig eine Oscar-Nominierung für den Besten Film und die Kategorie auch noch für sich entscheiden können. Jedenfalls wäre „1917“ der erste Film seit dem Jahr 1932, der den Oscar als Bester Film gewinnt, ohne in den Kategorien Schauspiel und Schnitt nominiert worden zu sein. 

Wenn „Parasite“ gewinnt, wäre es der erste nicht-englischsprachige Film, der den Oscar als bester Film gewinnt. Wenn „Once Upon a Time in Hollywood“ oder „Jojo Rabbit“ gewinnt, dann ohne größere Preise innerhalb der Filmindustrie zuvor gewonnen zu haben.

Es wird spannend, insbesondere, wenn während des Abends die Oscars für die besten Drehbücher überreicht werden. Wenn „Parasite“ hier gewinnt (oder noch früher am Abend bei der Kategorie Bestes Szenenbild/Production Design), wird wahrscheinlich „Parasite“ auch den Besten Film gewinnen. Wenn das Beste Originaldrehbuch an Tarantino geht, ist es noch offen, „Once Upon a Time in Hollywood“ könnte dann sogar den Oscar für den Besten Film gewinnen. Sollte „1917“ das Beste Originaldrehbuch gewinnen, wovon eigentlich nicht auszugehen ist, gewinnt „1917“ Beste Regie und Bester Film. Sollte hier „Knives Out“ gewinnen, wäre das verdient, aber völlig überraschend und bringt einen hinsichtlich des Ausgangs des wichtigsten Preises des Abends gar nicht weiter. Wenn „Jojo Rabbit“ das beste adaptierte Drehbuch gewinnt, besteht die Möglichkeit, dass er auch Bester Film gewinnt.

Der Oscar für den Besten Internationalen Film (wie er seit diesem Jahr richtig heißt) geht immer an das Land. Wenn „Parasite“ gewinnt, ist das der Oscar für Südkorea. Bong Joon Ho wird ihn sehr wahrscheinlich entgegennehmen, aber es ist nicht „sein“ Oscar. Wird Bong Joon Ho, der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von „Parasite“ ist, einen „eigenen“ Oscar am Abend gewinnen? Meinem Gefühl und meiner persönlichen Wette nach ja. 

„Parasite“ gewinnt, nach meiner Rechnung, 4 Oscars (inkl. Bester Film und Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und natürlich Bester Internationaler Film). „1917“ gewinnt auch vier Oscars (inkl. Beste Regie und natürlich Roger Deakins), hier habe ich mich tatsächlich in letzter Minute, um meine Logik aufrecht erhalten zu können, in den Sound-Kategorien umentschieden, eigentlich hatte ich „Ford v Ferrari“ in beiden Sound-Kategorien, aber zwei Oscars waren mir für „1917“ zu wenig. „Once Upon a Time in Hollywood“ und „Joker“ gewinnen 2 Oscars. „Jojo Rabbit“, „Little Women“, „Marriage Story“ gewinnen jeweils 1 Oscar. Die Oscarnominierten Filme „The Irishman“ und „Ford v Ferrari“ gehen, nach meiner Rechnung, leer aus. Damit fühle ich mich ganz schlecht und hoffe insbesondere bei „The Irishman“ dass Thelma Schoonmaker gewinnt.  

Seit ungefähr zehn Jahren wette ich mit meinem Kumpel, dieses Jahr haben wir nur zwei unterschiedliche Kategorien. Das gab es, vermutlich, noch nie.

 

Oscar-Gewinner 2020 – meine Wette:

Best Picture: Parasite (Kwai Sin Ae and Bong Joon Ho, Producers) 

Best Director: Sam Mendes (1917)

Best Actor: Joaquin Phoenix (Joker)

Best Actress: Renée Zellweger (Judy)

Best Supporting Actor: Brad Pitt (Once Upon at Time in Hollywood) 

Best Supporting Actress: Laura Dern (Marriage Story)

Best Writing (Original Screenplay): Parasite (Screenplay by Bong Joon Ho und Han Jin Won; Story by Bong Joon Ho)

Best Writing (Adapted Screenplay): Jojo Rabbit (Written by Taika Waititi) 

Best Animated Feature: Klaus mein Kumpel: Toy Story 4

Best Production Design: Barbara Ling (Once Upon a Time in Hollywood) 

Best Cinematography: Roger Deakins (1917) 

Best Costume Design: Jacqueline Durran (Little Women)

Best Film Editing: Yang Jinmo (Parasite) mein Kumpel: Ford v Ferrari

Best Makeup and Hairstyling: Kazu Hiro, Anne Morgan and Vivian Baker (Bombshell) 

Best Sound Mixing: Mark Taylor and Stuart Wilson (1917) 

Best Sound Editing: Oliver Tarney and Rachael Tate (1917) 

Best Visual Effects: Dan DeLeeuw, Russell Earl, Matt Aitken and Dan Sudick (Avengers: Endgame)

Best Music (Original Score): Hildur Guonadóttir (Joker)

Best Music (Original Song): “I´m Gonna Love Me Again“ (Rocketman) – Music by Elton John, Lyric by Bernie Taupin 

Best International Feature Film: Südkorea (Parasite)

Best Documentary Feature: „American Factory“ (Steven Bognar, Julia Reichert, Jeff Reichert)  

Best Short Film (Live Action): „The Neighbors´Window (Marshall Curry) 

Best Short Film (Animated): „Hair Love“ (Matthew A. Cherry and Karen Rupert Toliver)

Best Documentary (Short Subject): „Learning to Skateboard in a Warzone (If You’re a Girl) Carol Dysinger and Elena Andreicheva 

 

Sehr amüsant auch dieses Jahr die Honest Trailers der neun nominierten Filme:

 

 

Die Nominierungen für die Goldene Himbeere, den Anti-Oscar, werden normalerweise immer vor den Oscar-Nominierungen bekannt gegeben. Aber denen war die Oscar-Saison auch zu kurz, daher haben sie erst heute ihre Nominierungen für die Goldene Himbeere 2020 bekannt gegeben. 

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

Cats

The Fanatic 

The Haunting of Sharon Tate

A Medea Family Funeral 

Rambo: Last Blood

Worst Director:

Fred Durst (The Fanatic)

James Franco (Zeroville) 

Adrian Grunberg (Rambo: Last Blood) 

Tom Hooper (Cats) 

Neil Marshall (Hellboy) 

Worst Actress:

Hilary Duff (The Haunting of Sharon Tate) 

Anne Hathaway (The Hustle, Serenity)

Francesca Hayward (Cats) 

Tyler Perry (A Medea Family Funeral)

Rebel Wilson (The Hustle)

Worst Actor:

James Franco (Zeroville) 

David Harbour (Hellboy) 

Matthew McConaughey (Serenity)

Sylvester Stallone (Rambo: Last Blood) 

John Travolta (The Fanatic, Trading Point)

Worst Supporting Actress:

Jessica Chastain (Dark Phoenix) 

Cassi Davis (A Madea Family Funeral)

Judi Dench (Cats) 

Fenessa Pineda (Rambo: Last Blood) 

Rebel Wilson (Cats) 

Worst Supporting Actor:

James Corden (Cats)

Tyler Perry (A Madea Family Funeral as „Joe“)

Tyler Perry (A Madea Family Funeral as „Uncle Heathrow“)

Seth Rogen (Zeroville) 

Bruce Willis (Glass) 

„Serenity“, den einzigen Film, den ich gesehen habe, hätte eigentlich als Worst Picture nominiert werden müssen. Da war aber scheinbar die Konkurrenz zu groß. Meine Stimme haben die Performances von Matthew McConaughey und Anne Hathaway. Ansonsten ein Stück weit vorhersehbar, besonders mit „Cats“ und ein paar der üblichen Verdächtigen: Tyler Perry, John Travolta, Sylvester Stallone.

Oscar-Gewinnerfilm 2020, meine finale Analyse

Die Academy-Mitglieder haben ihre Stimmen abgegeben, jetzt wird nur noch ausgezählt, vielleicht stehen die Gewinner sogar schon fest. Nächsten Sonntag (09.02.20) ist die Oscar-Verleihung. Unglaublich, wie schnell diese extrem kurze Oscar-Saison vorbeigeht. 

Dieses Jahr wurden erstmalig in der 92-jährigen Oscar-Geschichte vier Filme mit 10 oder mehr Oscar-Nominierungen bedacht. Den Gewinnerfilm vorherzusagen ist durch das Wahlsystem, das den besten Film bestimmt, seit ein paar Jahren sehr schwer geworden. Dieses Jahr war „Joker“ mit 11 Oscar-Nominierungen der große Abräumer bei den Nominierungen, dicht gefolgt von „Once Upon a Time in Hollywood“, „The Irishman“ und „1917“ mit jeweils 10 Oscar-Nominierungen. Es kann, wie bei „The Shape of Water,“ der am meisten nominierte Film gewinnen, dafür sollte der Film aber im Vorfeld wichtige Preise innerhalb der Filmindustrie gewonnen haben oder wenigstens dafür nominiert worden sein. „Joker“ hat – mit Ausnahme von Joaquin Phoenix – nichts, was für den Oscar als bester Film wichtig wäre, gewonnen, „The Irishman“, was ich persönlich sehr schade finde, war auch für viele Preise innerhalb der Filmindustrie nominiert, hat aber auch nichts Wesentliches gewonnen. Das betrifft auch „Little Women“, „Ford v Ferrari“ und „Marriage Story“, jeder dieser Filme könnte einen oder auch ein paar mehr Oscars gewinnen, spielt aber sehr wahrscheinlich bei dem großen Preis (Bester Film) keine Rolle.  

Offiziell ist es wohl ein „1917“/„Parasite“-Oscar-Rennen dieses Jahr, mit einer Außenseiterchance für „Once Upon a Time in Hollywood“. Ich schwanke jedoch im Moment zwischen „Parasite“ und Jojo Rabbit“ als Gewinner-Film. Mal gucken, ob ich das verständlich erklären kann. 

Der Oscar-Gewinn in 23 Kategorien wird durch eine Mehrheitsentscheidung bestimmt. Die einzige Kategorie die anders entschieden wird, ist: Bester Film.

Das sogenannte Preferential Ballot System wurde im Jahr 2009 mit, zu der Zeit 10 Filmen, die für den Oscar nominiert werden konnten, wieder eingeführt. Schauen wir uns mal die Oscar-Gewinner-Filme seit Einführung des Ranking-Systems an: 

Im Jahr 2019 hat „Green Book“ gewonnen (5 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars)

Im Jahr 2018 hat „The Shape of Water“ gewonnen (13 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2017 hat „Moonlight“ gewonnen (8 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2016 hat „Spotlight“ gewonnen (6 Oscar-Nominierungen = 2 Oscars) 

Im Jahr 2015 hat „Birdman“ gewonnen (8 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2014 hat „12 Years a Slave“ gewonnen (9 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2013 hat „Argo“ gewonnen (7 Oscar-Nominierungen = 3 Oscars) 

Im Jahr 2012 hat „The Artist“ gewonnen (10 Oscar-Nominierungen = 5 Oscars) 

Im Jahr 2011 hat „The King´s Speech“ gewonnen (12 Oscar-Nominierungen = 4 Oscars) 

Im Jahr 2010 hat „The Hurt Locker“ gewonnen (9 Oscar-Nominierungen = 6 Oscars) 

Für die diesjährigen Oscars finde ich zwei Oscar-Jahrgänge besonders interessant. Zum einen das „La La Land“/„Moonlight“-Jahr und zum anderen das „The Revenant“/„Mad Max: Fury Road“/„Spotlight“-Jahr. „La La Land“ war bei den 89th Academy Awards im Jahr 2017 der am meisten nominierte Film. 14 Oscar-Nominierungen (6 Oscars), „Moonlight“ hatte 8 Oscar-Nominierungen und hat 3 Oscars, inkl. Best Picture gewonnen. Im Vorfeld hatte „La La Land“ den Golden Globe, den PGA, den DGA, ACE und den BAFTA gewonnen. Der Film war nicht für den höchsten Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble Award) nominiert. „Moonlight“ war für alle wichtigen Preise nominiert (PGA, DGA, ACE, BAFTA und SAG). Gewonnen hat „Moonlight“ neben vielen Filmkritikerpreisen, den Golden Globe, den Preis der Gewerkschaft der Autoren (WGA) und dann den Oscar als bester Film. Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel, Drehbuch und Schnitt sind für den Oscar-Gewinn Bester Film am meisten relevant, „La La Land“ und „Moonlight“ hatten Oscar-Nominierungen in allen drei Kategorien. „The Revenant“ hatte in seinem Jahr 12 Oscar-Nominierungen und hat drei Oscars (Beste Regie, Bester Hauptdarsteller und Beste Kamera) gewonnen, „Mad Max:Fury Road“ wurde für 10 Oscars nominiert und hat in dem Jahr die meisten, 6, gewonnen. „Spotlight“ hatte „nur“ 6 Oscar-Nominierungen, den großen Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble Award) und den Preis der Gewerkschaft der Autoren (WGA) gewonnen (wie dieses Jahr „Parasite“) und wurde dann mit dem Oscar für den Besten Film mit nur einem weiteren Oscar (Bestes Originaldrehbuch) ausgezeichnet. „Spotlight“ hatte Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel, Drehbuch und Schnitt. „The Revenant“ hatte Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel und Schnitt – aber nicht Drehbuch. „Mad Max: Fury Road“ hatte eine Oscar-Nominierungen in der Kategorie Schnitt, aber nicht in den Kategorien Schauspiel und Drehbuch. 

Nun zu diesem Jahr, für mich gibt es nur vier Filme, die den Oscar als Bester Film gewinnen können: 

„1917“ hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie und einer für das beste Originaldrehbuch – dafür hat der Film aber weder eine Schauspiel-Nominierung, noch eine in der Kategorie Bester Schnitt). Der Film hat den Golden Globe, den Gewerkschaftspreis der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA) und den BAFTA gewonnen. Genau wie „La La Land“ seinerzeit, Nominiert wurde er außerdem von der Gewerkschaft der Autoren. Der Film hat aber keine Nominierung der Gewerkschaft der Cutter (ACE) und vielleicht noch wichtiger, den großen Preis der Schauspieler (SAG Ensemble). Nun könnte man argumentieren, dass dieser „One-Shot-Film“ auch in einer (bzw. zwei Einstellung (en) erzählt wurde. Das war der Oscar-Gewinner-Film „Birdman“ auch, der hatte keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt und war erst der 10. Film in der Oscar-Geschichte, der ohne diese wichtige Nominierung den Oscar als Bester Film gewann. „Birdman“ wurde aber wenigstens von der Gewerkschaft der Cutter für den ACE nominiert. Auch könnte man argumentieren, dass „1917“, der letzte Film war, der in dieser Filmpreis-Saison gezeigt wurde. Vielleicht war es da bereits für eine SAG-Nominierung zu spät. Das ist die große Frage.„1917“ hat – ähnlich wie „La La Land“ alle großen Preise gewonnen, die es vor den Oscars  zu gewinnen gibt und doch zögere ich, dass dies der Oscar-Gewinnerfilm von 2020 ist. „1917“ könnte neben Bester Film auch Beste Regie, Beste Kamera und andere technische Oscars gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: „1917“ ist der Favorit auf dem Papier,  der Film hat fast alles gewonnen, was es gibt.“1917“ ist „großes Kino“ Jeder mag oder wenigstens respektiert den Film. Es war sehr wahrscheinlich der letzte Film, den die Academy-Mitglieder gesehen haben, wie seinerzeit „Million Dollar Baby“ – der Film ist noch sehr präsent. Der Film hat mit dem PGA bereits ein Preferential Voting System  für sich entscheiden können. 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Dasselbe Argument, „1917“ ist der Favorit auf den großen Oscar-Gewinn, das war „La La Land“ seinerzeit auch. Der Film wird vielleicht mehr als Regieleistung angesehen wie „Roma“, „The Revenant“, „Gravity“ usw. Keine Oscar-Nominierung in den Kategorien Schauspiel und Schnitt. 

 

 

„Parasite“ hat 6 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie und eine in der Kategorie Drehbuch und Schnitt, dafür aber keine Schauspiel-Nominierung). Der Film hat den Gewerkschaftspreis der Cutter (ACE, Drama), der Autoren (WGA, Original Screenplay), der Production Designer (ADG) und – vor allen Dingen – den großen Preis der amerikanischen Schauspielgewerkschaft (SAG Ensemble) gewonnen. Außerdem hat der Film den BAFTA (Original Screenplay) gewonnen. Der Film war außerdem für den großen Preis der Produzentengewerkschaft (PGA) den Preis der Regiegewerkschaft (DGA) und den BAFTA (Best Film) nominiert. Ich hatte mir die Verleihung der SAG Awards live im TV angeschaut. Alle nominierten Filme werden (wie bei den Oscars) während der Verleihung vorgestellt.  Als „Parasite“ vorgestellt wurde, hat der Saal getobt. Schauspieler bilden die größte Gruppe innerhalb der Academy. Manchmal muss man auf solche „Kleinigkeiten“ achten. Nun gewinnt der südkoreanische Film „Parasite“ sehr wahrscheinlich mit Bester Internationaler Film bereits eine der Top Kategorien bei den Oscars. Noch nie hat ein nicht-englischsprachiger Film den Oscar gewonnen, schafft es dieses Jahr „Parasite“? Er hat eigentlich alle Voraussetzungen. „Parasite“ könnte neben Bester Film, Bester Internationaler Film, aber auch Bester Schnitt und Bestes Originaldrehbuch gewinnen. Er ist auch noch für das Beste Szenenbild und Beste Regie nominiert, auch das könnte „Parasite“ gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Der Film wird als bester Film des Jahres gefeiert, nicht nur Filmkritiker und Schauspieler lieben den Film. Der Film trifft den Zeitgeist. „Parasite“ hat eine Oscar-Nominierung in den Kategorien Drehbuch und Schnitt 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: nicht-englischsprachiger Film, der Film hat eine eigene Top-Kategorie, die er sicher gewinnt. Es hat noch nie ein nicht-englischsprachiger Film den Oscar als bester Film gewonnen. Es gibt keine englischsprachige Synchronisation, der Film wird im Original mit Untertiteln gesehen. Nicht jeder mag untertitelte Filme. Vielleicht wird aber auch generell nicht jeder den Film verstanden haben. Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Schauspiel

 

 

„Jojo Rabbit“ hat 6 Oscar-Nominierung (inkl. Bester Film und eine in der Kategorie Schauspiel, Drehbuch und Schnitt). Der Film hat den Gewerkschaftspreis der Cutter (ACE, Comedy), der Autoren (WGA, Adapted Screenplay), der Kostümbildner und den BAFTA (Adapted Screenplay), sowie den Publikiumspreis auf dem Toronto International Film Festival (wie spätere Oscar-Gewinner-Filme „Green Book“, „12 Years a Slave“ und „The King´s Speech“) gewonnen. Der Film war für den großen Preis der Schauspielgewerkschaft nominiert (SAG  Ensemble), den Preis der Produzentengewerkschaft (PGA) und den Preis der Regiegewerkschaft (DGA) nominiert. Dafür war er nicht für den BAFTA (Bester Film) nominiert. „Jojo Rabbit“ ist der einzige dieser, von mir gelisteten vier Filme, der in den wichtigsten Kategorien (Schauspiel, Drehbuch und Schnitt) für den Oscar nominiert wurde. Der Film gewinnt Preise innerhalb der Filmindustrie und doch wird er nicht wirklich als Gewinnerfilm bei den Oscars gesehen. Er könnte als Überraschungssieger hervorgehen. „Jojo Rabbit“ könnte neben Bester Film auch das Beste adaptierte Drehbuch, Bester Schnitt, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild und SPOILER Beste Nebendarstellerin (Scarlett Johansson) gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Publikumsliebling auf dem TFF. Film endet mit einem Happy End. Im letzten Jahr war der Gewinnerfilm „Green Book“ – der einzige Film, der 8 für den Oscar nominierten Filme, der ein Happy End hatte. Es ist ein rührender, warmherziger Film. Der Film hat eine Oscar-Nominierung in den Kategorien Schauspiel, Schnitt und Drehbuch und damit als einziger dieser vier Filme. 

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Nicht jeder mag den Film, ich habe gehört, dass sich einige angegriffen fühlen – aber das hatten wir letztes Jahr auch mit „Green Book“. „Jojo Rabbit“  hätte vielleicht mehr im Vorfeld gewinnen müssen

 

 

„Once Upon a Time in Hollywood“ hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Beste Regie, zwei Schauspielkategorien und Bestes Originaldrehbuch). Der Film hat keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Schnitt. Der Film hat den Golden Globe und den Gewerkschaftspreis der Production Designer (ADG) in seiner Kategorie gewonnen. „Hollywood“ hat wichtige Nominierungen der Gewerkschaftsverbände der Schauspieler (SAG Ensemble), der Produzenten (PGA), der Regisseure (DGA), der Cutter (ACE) und eine BAFTA-Nominierung (Best Film) erhalten. Wie bereits bei allen anderen Tarantino-Filmen, konnte Tarantino nicht für den WGA nominiert werden, er ist kein Gewerkschaftsmitglied der Autoren. Daher ist es auch schwer vorherzusagen, ob er oder Bong Joon-ho für „Parasite“ den Oscar für das Originaldrehbuch gewinnt. Zusammenfassend hat der Film mit Ausnahme von Brad Pitt – nichts Wichtiges für den Oscar-Gewinn Bester Film gewonnen. Brad Pitt wird den Oscar gewinnen, das ist sicher (schon allein durch seine eloquenten und witzigen Dankesreden, die er bei den letzten Verleihungen gehalten hat). Also, „Once Upon a Time in Hollywood“ gewinnt Bester Nebendarsteller und könnte neben Bester Film, auch möglicherweise Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien gewinnen. 

PRO Oscar-Gewinner BP: Der Film feiert Hollywood. Jeder wird den Film gesehen haben, der eine oder andere wird sich in der Geschichte wiederfinden, viele Academy-Mitglieder haben sogar in der Zeit in Hollywood gelebt. Der Film gilt als Außenseiter auf den Oscar-Gewinn. Der Film hat Oscar-Nominierungen in den Kategorien Schauspiel und Drehbuch

CONTRA Oscar-Gewinner BP: Der Film hätte viel mehr gewinnen müssen als er hat. Warum hat die Gewerkschaft der Schauspieler diesen Film nicht mit ihrem großen Preis ausgezeichnet? Es ist ein Film über Schauspieler, jeder kann sich in den alternden Schauspieler (den Leo porträtiert) reinversetzen. Sie haben sich aber für den südkoreanischen Film „Parasite“ entschieden. Warum haben die Produzenten (die ebenfalls mit dem Preferential Voting System ihren Gewinnerfilm bestimmen) ihn nicht zu ihrem besten Film erklärt? Hier hat „1917“ gewonnen. Warum wurde Quentin Tarantino von der Regiegewerkschaft nicht mit einem DGA ausgezeichnet? Keine Oscar-Nominierung in der Kategorie Schnitt. 

 

Wenn ein Film in der ersten Runde der Auszählung bereits über 50% aller Stimmen der Academy- Mitglieder hat, haben wir den Gewinnerfilm. Hat das „1917“ oder „Parasite“ oder vielleicht, der mit 10 Oscar-Nominierungen bedachte „Once Upon a Time in Hollywood“ geschafft? Ich bin mir da etwas unschlüssig. Vermutlich ging es in weitere Runden der Auszählung. 

Wenn man bloss in die Köpfe der Academy-Mitglieder gucken könnte. Was hat derjenige, der beispielsweise „Ford v Ferrari“ oder „Joker“ als seinen Lieblingsfilm auf Platz 1 setzt, auf Platz 2, 3 oder 4 stehen? 

Durch das Preferential Voting Systems in weiteren Wahlrunden könnten „1917“, „Parasite“, „Once Upon a Time in Hollywood“, aber auch Jojo Rabbit“ als Sieger hervorgehen. 

Man sagt, dass in Zeiten des Preferential Voting Systems der Film gewinnt auf den man sich am ehesten einigen kann. Das wären für mich „Parasite“, „Jojo Rabbit“ und mit, ich sagte es bereits,  einer Außenseiterchance „Once Upon a Time in Hollywood“ 

Zu den Schauspielern: 

Alle vier Favoriten-Schauspieler (Joaquin Phoenix, Renée Zellweger, Brad Pitt und Laura Dern) haben den Golden Globe, den Critics´ Choice Award, den Preis der Schauspielgewerkschaft (SAG Award) und den BAFTA gewonnen. Man geht davon aus, dass alle Vier auch den Oscar gewinnen. Es könnte aber auch eine Überraschung geben. Nun ist „Jojo Rabbit“ sehr beliebt, könnte gar am Ende des Abends als Gewinnerfilm hervorgehen. Ein Film gewinnt immer mindestens einen weiteren Oscar, das könnte das adaptierte Drehbuch oder /und ein Schauspiel-Oscar sein. Scarlett Johansson hat eine Doppel-Nominierung (eine als beste Hauptdarstellerin in „Marriage Story“ und als Beste Nebendarstellerin in „Jojo Rabbit“). 

Nachdem der Wahlprozess bei den Oscars abgeschlossen ist, werden jedes Jahr Academy-Mitglieder befragt, was sie in den einzelnen Kategorien gewählt haben. Das lese ich recht gerne, aber gleichzeitig verwirrt es mich auch komplett und dann neige ich dazu – anhand der wenigen Meinungen – meine zu dem Ausgang bei den Oscars zu ändern. 

Ich werde mir noch ein paar Tage Gedanken machen, meine persönliche Wette für alle 24 Kategorien – wie jedes Jahr – veröffentlichen. Wie ich anfangs sagte, ich glaube, dass „Parasite“ oder „Jojo Rabbit“ den großen Preis gewinnt. Egal wie die Oscars ausgehen, in jedem Fall besteht dieses Jahr nicht die Gefahr, dass ein schlechter Film den Oscar gewinnt. 

Selbst viele Academy-Mitglieder verstehen das Preferential Ballot System nicht wirklich. Hier noch mal eine Erklärung (mit einem besseren Ausgang als den tatsächlichen im letzten Jahr): 

 

San Francisco – Film: „Little Women“

Ich war am 30.12.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Little Women“ (dt. Kinostart: 30.01.20)   135 min   drama, remake, adaptation 

dir. Greta Gerwig  cast: Saoirse Ronan, Florence Pugh, Emma Watson, Eliza Scanlen, Timothée Chalamet, Laura Dern, Chris Cooper, Meryl Streep, Tracy Letts, Bob Odenkirk  

 

Im Jahr 1861 in Concord, Massachusetts . Der Vater der vier March-Schwestern Meg (Emma Watson), Jo (Saoirse Ronan), Beth (Eliza Scanlen) und Amy (Florence Pugh) kämpft im Bürgerkrieg, die Mädchen und ihre Mutter Marmee (Laura Dern) sind in dieser schwierigen Zeit auf sich allein gestellt. Die eigenwillige Jo möchte Schriftstellerin werden und auch ihre jüngste Schwester Amy hat künstlerische Ambitionen. Amy ist aber auch eifersüchtig auf Jo und ihre Beziehung zu dem Nachbarjungen Laurie (Timothée Chalamet), der bei seinem wohlhabenden Großvater (Chris Cooper) aufwächst… 

 

C+ (Wertung von A bis F) „Little Women“ basiert auf Louisa May Alcotts autobiografisch geprägtem, gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1868. Es ist die x-te Verfilmung dieses Romans. Nach Lady Bird Ist dies der zweite Spielfilm, bei dem die amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin (Frances Ha, Mistress America, Maggie´s Plan) allein Regie führt. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben. 

Für ihren zweiten Film hat sich Greta Geriwig nun ein Remake, die Neuverfilmung eines Jugendroman-Klassikers ausgesucht. Es ist ihre, etwas modernere Version von „Little Women“. Ein Kostümfilm mit Starbesetzung, wobei die Inszenierung außergewöhnlich schön anzusehen ist, leider war mir die Erzählstruktur zu verwirrend. Es gibt zwei große Handlungsstränge im Film. Der Film beginnt mit der zweiten, blickt dann in die, sieben Jahre zurückliegende Vergangenheit. Vielleicht hätte es mir geholfen, wenn man andere, jüngere Schauspielerinnen für die frühere Zeitebene genommen hätte. Die Geschichte springt hier ständig von der einen Handlungsebene zu der anderen und das fand ich etwas anstrengend. Im Buch sind Meg, Jo, Beth und Amy 16, 15, 13 und 12 Jahre alt. Auch wenn die Protagonisten in Greta Gerwigs Version vielleicht etwas älter sein sollen (das genaue Alter erfährt man nicht), das Teenager-Alter habe ich Emma Watson, Saoirse Ronan, Eliza Scanlen und Florence Pugh nicht abgenommen und einen großen optischen Unterschied bei dem einen oder anderen, dann älteren Charakter habe ich auch nicht gesehen. 

Der Film ist handwerklich toll, schauspielerisch gut (Saoirse Ronan, Florence Pugh, Timothée Chalamet, Laura Dern), manchmal besonders gut (Chris Cooper und in einer Nebenrolle eine herrlich böse Meryl Streep), aber ich empfand Gerwig Werk auch endlos lang, was ich auf das teils diffuse Drehbuch zurückführe. 

„Little Women“ wurde für 6 Oscars nominiert (Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Saoirse Ronan), Beste Nebendarstellerin (Florence Pugh), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Beste Filmmusik Update: „Little Women“ hat einen Oscar (Bestes Kostümdesign) gewonnen.

„Little Women“ ist am 25.12.19 in 3,308 amerikanischen Kinos gestartet. In Deutschland soll der Film am 30.01.20 ins Kino kommen. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Mulan„

Bewertung des Trailers: B

Kommentar:  Live-Action-Verfilmung von Disneys Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „Respect„

Bewertung des Teasers: C+

Kommentar: Biopic über Aretha Franklin, leider mit Jennifer-Kreischstimme-Hudson in der Hauptrolle.

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Call of the Wild„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar:  Hunde-Actionfilm mit Harrison Ford

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Emma.„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Neu-Verfilmung des Jane Austen Romans mit Anya Taylor-Joy und Bill Nighy 

Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% 


Trailer v. Film: „The SpongeBob Movie: Sponge on the Run„

Bewertung des Trailers: B-

Kommentar: Live-Action-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken 


Trailer v. Film: „In the Heights„

Bewertung des Trailers: A-

Kommentar: Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von Lin-Manuel Miranda

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Peter Rabbit 2: The Runaway„

Bewertung des Trailers: B+

Kommentar: LiveAction-Animationsfilm 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0% 


Trailer v. Film: „Ghostbusters: Afterlife„

Bewertung des Trailers: C

Kommentar: Jason Reitmans neuer Film und direkte Fortsetzung der „Ghostbusters“-Filme aus den 1980er Jahren, die Papa Reitman inszenierte

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht