Berlin – Film: "The Social Network"


Ich war am 13.10.10 in Berlin und habe mir im Kino angeschaut:

„The Social Network“ (dt. Kinostart war der 07.10.10) 120 min drama, biopic, adaptation
dir. David Fincher cast: Jesse Eisenberg, Justin Timberlake, Andrew Garfield, Joseph Mazzello, Armie Hammer, Rashida Jones, Rooney Mara, Brenda Song, Max Minghella

Im Jahr 2003. Der 19-jährige Havard-Student Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) wurde gerade von seiner Freundin Erica (Rooney Mara) verlassen. Aus Wut hackt sich das Computergenie in die Datenbank der Universität ein und erstellt ein Portal für männliche Studenten, bei denen sie die Attraktivität ihrer Mitstudentinnen bewerten können. Die Seite führt schnell zum Zusammenbruch des Havard-Netzwerkes. Er wird gerügt, aber seine Seite bleibt ein großer Erfolg. Die Winklevoss-Zwillinge (Amie Hammer) werden auf ihn aufmerksam und bitten ihn, ihre neue Website HARVARD CONNECTION zu programmieren. Mark hat nun eine Idee zu einem sozialen Netzwerk für Havard und andere Elite-Universitäten und bittet seinen besten Freund Eduardo (Andrew Garfield) um finanzielle Unterstützung. Kurz darauf geht er eine Partnerschaft mit Napster-Gründer Sean Parker (Justin Timberlake) ein, der noch viel mehr Potential in FACEBOOK sieht und das Portal für alle Menschen weltweit zugänglich machen will. Mark Zuckerberg wird schließlich von den Winklevoss-Zwillingen und aus einem ganz anderen Grund auch von seinem Freund Eduardo verklagt….

B+ (Wertung von A bis F) Aaron Sorkins Drehbuch zu „The Social Network“ basiert auf Ben Mezrichs Buch „The Accidental Billionaires“.

Schon die Anfangsszene dominiert durch brillante Dialoge und ist eindrucksvoll gespielt und umgesetzt. Diese Szene gibt im Prinzip vor, was man von dem Film zu erwarten hat. Eine meiner Lieblingsszene folgt jedoch direkt dieser Eröffnungsszene. Mit einem äusserst gelungenen Score (der sich durch den ganzen Film zieht) kommt diese Szene komplett ohne Sprache aus und kann das ganze Gefühlsleben von Mark Zuckerberg und das Sortieren seiner Gedanken in diesem Moment so grandios transportieren. „The Social Network“ ist ganz sicher nicht David Finchers bester Film, aber er hat ein hervorragendes und fesselndes Biopic abgeliefert. David Fincher hebt sich, wie mit jedem seiner Filme auch hier, durch seine düster-schöne Bilderwelt ab. Auffällig gut gelöst hat er beispielsweise die Winklevoss-Zwillinge, die von einem einzigen Schauspieler (Amie Hammer) verkörpert werden.

Schauspielerisch ist „The Social Network“ perfekt besetzt. Allen voran ist da natürlich Jesse Eisenberg („The Squid and the Whale“, Adventureland, Zombieland) zu nennen. Jesse Eisenberg überzeugt auf ganzer Linie, auch wenn ich geneigt bin, ihn (grundsätzlich) als selbstverständlich zu sehen. Für diese Rolle ist eine Oscar-Nominierung klar denkbar. Mit Andrew Garfield habe ich zuletzt schon in Never Let Me Go gewisse Startschwierigkeiten gehabt, auch hier hat er mich nicht durchgängig überzeugt, aber er ist in manchen Szenen so unbeschreiblich gut, dass ich ihm dennoch großes Potential zuschreibe. Als Peter Parker im nächsten „Spider-Man“ kann ich ihn mir dennoch nicht vorstellen. Justin Timberlake kann mit einer – mich sprachlos machenden – Leichtigkeit hier einige Szenen eindeutig für sich beanspruchen.

Es gab ein paar wenige Szenen, die mich aus dem Film geworfen haben und auch sonst bin ich jetzt zwei Tage später nicht hundertprozentig von „The Social Network“ überzeugt, daher kann ich ihm natürlich nicht die volle Punktzahl geben. Dennoch, von allen großen Blockbuster-Hoffnungen in diesem Jahr (Shutter Island, Alice in Wonderland, Inception, The Town, Wall Street – Money Never Sleeps) ist „The Social Network“ der Film, der mir am besten gefallen hat und der am ehesten unter den Academy Awards besten zehn Filmen für 2011 gehört. Definitiv sehe ich eine Oscar-Nominierung für Aaron Sorkin und sein wunderbares Drehbuch, vielleicht auch eine für David Fincher als bester Regisseur.

Aaron Sorkin zeichnet und Jesse Eisenberg portätiert Mark Zuckerberg als blitzgescheiten, äusserst redegewandten und schlagfertigen, sehr schnell sprechenden Besserwisser und Snob, der klar und zugleich abwesend ist, voller Neid, extrem ehrgeizig was den Erfolg seiner Idee angeht, aber halt nicht gänzlich unsympathisch. Nach dem was ich in der letzten Zeit alles über Mark Zuckerberg gelesen habe, ist das eine äusserst schmeichelnde Darstellung. Ich kann nun sowieso nicht nachvollziehen wie man auf die Idee kommen kann, sein Privatleben bei FACEBOOK auszubreiten, nun empfinde ich es aber sogar als grob fahrlässig, private Informationen, Daten und Fotos einem Soziopathen zu überlassen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Twelve“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: ganz besonders ging mir die grauenhafte Synchro gegen den Strich, warum auch muss ich mir einen synchronisierten Trailer in einen OV-Kino anschauen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „Paranormal Activity 2″
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Solche Filme funktionieren logischerweise nie mit Teil 2 (mit Horror denke ich an Blair Witch 2)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer von Film:“Tron Legacy“
Bewertung des Trailers: C (neuer Trailer)
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 80 %

Trailer v. Film: „The Switch“ bzw. „Umständlich verliebt“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: (ganz neuer Trailer und leider wieder synchronisiert, RomCom mit Jennifer Aniston, Jason Bateman, Patrick Wilson, Jeff Goldblum, Juliette Lewis
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Wall Street: Money Never Sleeps“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: So und hier war ich am meisten überrascht. Es wurde einer der Original-U.S.-Trailer genommen, auch in der Original-Sprache gelassen und mit unglaublich schrecklicher Musik unterlegt, sonst The Rolling Stones „Sympathy for the Devil“, der zu dem Trailer wunderbar passt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 6 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Life As We Know It“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Der Trailer, der auch in Singapur gezeigt wurde, Trailer wurde in der Original-Sprache gelassen
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Easy A“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Trailer in der Original-Sprache, Film mit Emma Stone, Patricia Clarkson
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Das ganze Vorhang auf-Werbung-Trailer-Werbung-Vorhang zu-warten, warten-Vorhang auf-Film fängt endlich an-Spektakel beanspruchte diesmal unglaubliche 32 Minuten.

5 Gedanken zu “Berlin – Film: "The Social Network"

  1. Ja eine Frechheit was die einem vor dem Film so abverlangen und das bei dem Eintrittspreis.
    Geht mir meist so, dass Eis und Getränk schon alle sind, bevor der Film überhaupt angefangen hat.
    Und was TSN angeht: Eisenberg und Timberlake waren schon sehr gut. Was letztendlich stimmt egal ob Film oder Presse weiß wohl nur Zuckerberg selbst. Wahrscheinlich bewegt sich die Wahrheit dazwischen. Auch wenn ich vieles an Facebook sehr bedenklich finde, glaube ich nicht an einen böswilligen Hintergrund. Hier wurde viel in kurzer Zeit auf die Beine gestellt ohne wirklich darüber nachzudenken wie viel Schindluder mit den Daten betrieben werden kann. Alles im Nachhinein sicher zu machen ist meist nicht ganz so einfach, schließlich sind da sig Milliarden Daten von über 100 Millionen Usern auf den Servern. Und auch wenn Zuckerberg Millionär ist, läuft Facebook wohl knapp an der Grenze des finanzierbaren, also ohne Profit.

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  2. Ich finde, das ist eine bodenlose Frechheit. Davon abgesehen, dass das Eis vielleicht schon verschleckt ist, bekomme ich davon super schlechte Laune. Da gab es eine Werbung (Hornbach, oder so?) die ging, ohne Spinne, 5 Minuten – also praktisch ein Kurzfilm. Unglaublich.

    Was über die Charaktereigenschaften von Zuckerberg stimmt, weiß nicht nur er selbst, sondern auch die Leute, die engen Kontakt zu ihm haben. Eduardo soll ja wohl dem Buch oder dem Skript einiges beigesteuert haben.

    Ich glaube auch nicht unbedingt an einen böswilligen Vorsatz bei FACEBOOK, überhaupt nicht eigentlich. Bei dem Film z.B. war/ist Zuckerberg auch nicht als böswillig gezeigt, dann hat ihn aber seine Freundin verlassen und er hat fies über sie in seinem Blog geschrieben und schließlich diese Bewertungs-Website ausgeklügelt. Das eine kann sich meist aus dem anderen ergeben und dann was weiß ich wie viele Daten über einen im Umlauf. Ich finde einfach, dass viele Leute zu blauäugig mit ihren Daten umgehen bzw. umgegangen sind. Ich würde z.B. auch nie auf die Idee kommen, eine Payback-Karte (oder wie die heisst) zu haben. Im nachhinein was rückgängig zu machen ist schwierig. :no: Ein ausuferndes Thema. 🙂

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  3. Ja diese Hornbach Werbung… man die hatte mich auch schon tierisch genervt.

    Und ja gut,da sind immer auch emotionale Sachen im Spiel. Eduardo ist ja nun auch recht unschön rauskomplimentiert worden.

    Stimmt. Faszinierend wie sich manche Menschen mit Pseudonymen ausstatten und dann auf Facebook mit ihrem richtigen Namen stehen und munter zu ihren „Alias“-Seiten verknüpfen. Das macht Sinn :))

    Ja das Kaufverhalten wird natürlich durch solche Karte personalisiert aufgezeichnet, aber das ist den meisten egal, Hauptsache das Bonusbadeschaumset für die gesammelten Punkte abstauben 🙄

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  4. Ich meine die Werbung ist nicht so übel, eigentlich sogar ganz originell, wenn man sie nicht öfter als ein Mal sieht und dann freiwillig, also nicht unter Zwang und dann noch trotz 8.50 Euro.

    Klar spielen immer Befindlichkeiten eine Rolle, eigentlich war das im Film ganz gut gelöst, weil sie nicht subjektiv berichtet haben, sondern aus Sicht von Zuckerberg, Eduardo und den Zwillingen.

    Ganz genau, Du bist mit so einer Karte durchsichtig, damit können zwar auch wunderbare Statistiken erstellt, aber halt auch genau Dein Kaufverhalten festgehalten werden. Ich habe auch ein paar Bonuskarten (einige Supermärkte, Sephora, Borders und von den beiden großen Kinoketten) aus Amerika, da braucht man aber keine Personalien anzugeben, oder kann halt irgendwas angeben und bekommt durch die Karte seine Rabatte oder sein Free Popcorn, etc. Hier kann man, glaube ich, ohne Angabe seiner Personalien „Herzchen“ sammeln und kann das Topfset vielleicht irgendwann bekommen.:))

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  5. Ich persönlich fand den Film ziemlich gut, auch wenn der Film bestimmt nur 10 Prozent der Wahrheit entspricht. Besonders geil ist die Szene: „Ich kann grad nicht – bin im Tunnel“ – lol. Ich war der einzige von meinen Freunden der Verstanden hat was er meint…

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