TV-Serie „Succession, 2. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 2“ (seit dem 10.11.19 in D. über Sky zu sehen oder über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  satire, comedy, drama 

dir. Mark Mylod, Andrij Parekh, Shari Springer Berman and Robert Pulcini, Matt Shakman, Becky Martin, Kevin Bray  cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Sarah Snook, Kieran Culkin, Alan Ruck, Nicholas Braun, Matthew Macfadyen, J. Smith-Cameron, Holly Hunter, Jeannie Berlin, Cherry Jones, Hiam Abbass, Peter Friedman, Dagmara Dominczyk, Justine Lupe, James Cromwell, Caitlin FitzGerald

 

Was genau hat Logan Roy (Brian Cox) vor?

 

A (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Ähnlichkeiten von Logan Roy und Rupert Murdoch mit ihren jeweiligen Familien und Waystar Royco und News Corp sind natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers, The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Die Ereignisse der zweiten Staffel knüpfen relativ nahtlos an denen der ersten Staffel an. 

Mein Beitrag zur ersten Staffel liegt jetzt zwei Monate zurück, in der Zwischenzeit lief die Fortsetzung erstmalig auf HBO und die erste Staffel wurde mit zwei wohlverdienten Emmys (Drehbuch für das Staffelfinale und den besten Score für den Vorspann) ausgezeichnet. Leider stand bei den diesjährigen Emmys die letzte Staffel von „Game of Thrones“ im Weg, sonst hätte „Succession“ sicher den Emmy für die Beste Dramaserie gewonnen. 

Ich liebe Filme und Serien, die mich in eine, mir völlig fremde Welt führen, mir diese anhand von Charakteren und Geschichten näher bringen. Erklären, so dass ich diese Welt verstehe. Genau das schafft „Succession“ und ist dabei unglaublich witzig. Hier blickt man hinter die Kulissen einer superreichen dysfunktionalen Familie. Die Roys haben so gut wie keine Berührungspunkte mit der normalen Bevölkerung, sie haben natürlich Bedienstete, aber der Kontakt beschränkt sich darauf, ihnen Anweisungen zu erteilen. Wenn sie unter Druck stehen, geben sie diesen an ihre Untergebenen weiter. Den Unterschied zwischen dem engsten Roy-Familienkreis, ihren wichtigen Geschäftspartnern und allen Anderen sieht man, wenn sie aus Sicherheitsgründen in den Safe/Panic Room gebracht werden. Wenn die Familie Roy den eigenen Vergnügungspark besuchen will, wird der kurzerhand für die anderen Besucher gesperrt. Sie haben riesige Anwesen und Luxus-Wohnungen in Bestlage, werden bei kurzen Strecken in SUVs oder Limousinen (Kendall auch mal auf dem Motorrad) kutschiert, sind aber ansonsten überwiegend in Hubschraubern und Privatjets unterwegs oder verbringen Zeit auf ihrer Jacht. Milliardäre bleiben unter sich, machen Geschäfte mit ihresgleichen. Wenn es um Geld geht, geht es gleich um sehr viel Geld. Die, vermutlich zwischen Anfang 30 und Mitte 50-jährigen Roy-Kinder müssen sich für ihre größeren Ausgaben immer Papas Okay holen und wenn dem etwas nicht in den Kram passt, können sie ihre Wünsche gleich begraben. Manchmal könnte man den Roy-Nachwuchs fast bemitleiden. Es gibt jedenfalls keinen Grund, sie zu beneiden. Die Serie ist ein fiktives, bitterböses Drama und zugleich eine Satire, aber könnte es sich nicht so oder so ähnlich bei den Murdochs oder irgendeiner anderen Milliardärs-Familie zugetragen haben bzw. zutragen? 

In der Familie Roy werden harte Kämpfe ausgetragen. Der Vater, Logan Roy (gespielt von Brian Cox), ist ein Medienmogul, hat das Medienimperium Waystar Royco aufgebaut, er weiß über alles und jeden, innerhalb seiner Familie und in seinem Konzern, Bescheid. Logan Roy ist zwar schon alt, aber noch nicht gewillt, seine Macht abzugeben. Schon gar nicht an seine Kinder, von denen er keinen wirklich ernst nimmt. Allen vier Kindern (gut, Connor ist nicht interessiert, wie wir seit der ersten Staffel wissen, er hat andere Ambitionen) fehlt in Logans Augen das Rückgrat und der Killerinstinkt, den sie seiner Meinung brauchen, um Waystar Royco zu leiten. Vielleicht hat gerade diese Kaltblütigkeit am Ende doch eines der Kinder. Die zweite Staffel steckt bis zur tatsächlichen letzten Sekunde voller Spannung und auch Überraschungen. 

Die erste Staffel war das Amuse-Gueule vor dem mehrgängigen kreativen Dinner in einem Drei-Sterne-Restaurant, was die zweite Staffel, für mich darstellte. Ohne die erste Staffel wird man nicht nachvollziehen können, wie exzellent, die zweite ist. Ich hatte den Eindruck, dass es in der Fortsetzung etwas ernsthafter, dramatischer zugeht. Auf der anderen Seite habe ich bei jeder einzelnen Episode mehrmals lauthals lachen müssen. Mir ist schleierhaft, wie die Schauspieler ihre trockenen und bösartigen Sprüche raushauen können, ohne dabei mit der Wimper zu zucken.

In dieser Staffel geht es um Übernahmen, einen handfesten Skandal, Täter und Opfer und natürlich um Macht und Führungsansprüche der Roy-Geschwister.

Ein kleiner Auszug meiner Lieblingssequenzen:

  • die gesamte Sequenz mit Kendall bei Vaulter (Episode 2, „Vaulter“)
  • die gesamte Sequenz um den rechtsradikalen ATN-Nachrichtensprecher Mark Ravenhead und Connor und Willa bei der Beerdigung von „Mo“ (Episode 4, „Safe Room“)
  • die aussagekräftige Sequenz mit Roman, Shiv und – vor allen Dingen – Kendall und ihrer Mutter (Episode 7, „Return“)
  • die gesamte Sequenz in Schottland. Über Logans Kindheit ist bislang kaum etwas bekannt, daher sind die geringsten Informationen schon willkommen, außerdem mag ich die gesamte Dynamik dieser Episode, „Grexit“ und natürlich Kendall mit ein paar Hochs und Tiefs (Episode 8, „Dundee“)
  • meine absolute Lieblingssequenz ist jedoch das Staffelende (die letzten, vielleicht zehn Minuten von Episode 10 „This is Not for Tears“

Meine Lieblingscharaktere:

In der ersten Staffel hatte ich keinen wirklichen Lieblingscharakter, am meisten habe ich mich sicher über Roman Roy (gespielt von Kieran Culkin) und das Zusammenspiel von Tom Wamsgans und Cousin Greg  (gespielt von Matthew Mcfadyen und Nicholas Braun) amüsiert. Auch in der zweiten Staffel sorgt Roman natürlich mit seinem rätselhaften Sexleben und seinem Sarkasmus für viele Lacher. Greg hingegen orientiert sich langsam um, für die zweite Staffel gibt es zwei (wenn man genau hinschaut, am Ende mit Greg & Ken sogar drei) interessante neue Paarungen: Roman & Gerri und Shiv & Tom. Letztlich ist aber auch sonst jeder einzelne Hauptcharakter vielschichtig und hat seine eigene Geschichte. Bei der zweiten Staffel hat sich jedoch ein Charakter direkt in mein Herz gespielt: Kendall Roy.

Mit der Figur Kendall Roy habe ich auch einen neuen Lieblingsschauspieler: Jeremy Strong. Ich hatte diesen Schauspieler bislang noch gar nicht auf dem Schirm. In der ersten Staffel war seine Serienfigur noch zu grün hinter den Ohren, ich konnte ihn noch nicht wirklich ernst nehmen, außerdem war er der, der mit den Coolen spielen wollte. Coolness kann man aber bekanntlich nicht erzwingen und daher wirkte er oft lächerlich. Er war – um es auf den Punkt zu bringen – der Loser. Kendall ist aber der Einzige der Roy-Kinder, der sich mit dem Mediengeschäft richtig auskennt, jahrelang arbeitete er schon in einer leitenden Position bei Waystar Royco und stand am Anfang der ersten Staffel sogar kurz davor, die Nachfolge von Logan Roy anzutreten…. bis Papa Roy es sich anders überlegt hat. In der zweiten Staffel ist Kens Leben von Ups and Downs bestimmt. Gedemütigt und am Boden, er konsumiert natürlich immer noch Drogen, dann wirkt er auf einmal gefasst und überlegt, manchmal wie ferngesteuert, dann ist er wieder so ein Sausack, macht den Eindruck, als wäre ihm alles egal, kurz darauf wirkt er wieder emphatisch, sehr souverän, angriffslustig, knallhart, dann möchte man ihn wieder einfach in den Arm nehmen, trösten, dann dieser Rap, uswuswusw…Definitiv ist Kendall die faszinierendste Figur der zweiten Staffel. Bei meiner Zweitsichtung der Staffel (die ich übrigens nur jedem ans Herz legen kann, da man bei dieser handlungsdichten und dialogreichen Serie unmöglich alles beim ersten Mal  erfassen kann), war ich manchmal sogar ein bisschen in Kendall verliebt. 

In den letzten paar Wochen habe ich quasi jede freie Minute damit verbracht, „Succession“ zu gucken. Die erste Staffel habe ich, wie alle guten Serien, zwei Mal geschaut. Die zweite Staffel hatte ich schon zwei Mal geschaut, dann war ich erkältet, hatte keine Lust auf Filme oder neue Serien und habe sie mir noch ein weiteres Mal angeschaut. Und auch bei der dritten Sichtung habe ich tatsächlich noch immer wieder etwas Neues entdeckt, mich über Gesichtsausdrücke oder wieder über den Dialogwitz kaputt gelacht und – wie die Male zuvor – meinen Spass mit dieser einfach unfassbar brillant geschriebenen Serie gehabt. 

Definitiv ist „Succession“ keine Serie, die man nebenbei schauen kann, die Handlungsdichte ist viel zu groß, wenn man ein Mal blinzelt, verpasst man schon was. 

 

In meine jährliche Top Ten hatte ich schon einige wenige Male auch eine TV-Serie aufgenommen, die ersten beiden Staffeln von „Succession“ sind jetzt bereits festgesetzt in meiner Top Ten 2019.  Update: Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  ist in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

 

Die wichtigsten Charaktere hatte ich bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel vorgestellt, Ein paar für die zweite Staffel wichtige Charaktere, ein Unternehmen und einen TV-Sender möchte ich hier noch vorstellen: 

Gerri ist Wirtschaftsanwältin, leitet die Rechtsabteilung bei Waystar Royco und ist eine wichtige Beraterin für Logan Roy (gespielt von Brian Cox), außerdem gehört sie quasi zur Familie, war  Taufpatin von Logan Roys einziger Tochter, Shiv (gespielt von Sarah Snook), und ist mittlerweile auch für den jüngsten Sohn der Roys, Roman (gespielt von Kieran Culkin), eine enge Beraterin. Gespielt wird Gerri von der amerikanischen Schauspielerin J. Smith-Cameron. Sie hat in vielen TV-Serien (u.a. TV-Serie „True Blood“, ,TV-Serie „Rectify“) gespielt und hat auch in einigen Kinofilmen („In & Out“, Margaret) mitgewirkt. 

Cyd Peach leitet den Nachrichtensender ATN, der zu Waystar Royco gehört. Gespielt wird Cyd von der amerikanischen Schauspielerin Jeannie Berlin. Die mittlerweile 70-jährige war nicht durchgehend auf dem Bildschirm bzw. auf der Leinwand zu sehen. Ich habe sie in den Filmen Margaret und Inherent Vice, sowie der wunderbaren TV-Serie TV-Serie „The Night Of gesehen. Sie hat für ihre Performance in „The Heartbreak Kid“ eine Oscar-Nominierung erhalten. 

Rhea Jarell ist CEO des rivalisierenden Medienkonzerns PGM. Logan Roy will PGM aufkaufen. Rhea hat einen ähnlichen schmutzigen Humor wie die Roys. Gespielt wird Rhea von der amerikanischen Schauspielerin Holly Hunter. Sie hat in den Coen Bros.-Filmen „Raising Arizona“ und „O Brother, Where Art Thou?“ gespielt und auch beispielsweise in dem großartigen Film „Broadcast News“, Sie hat in der TV-Serie „Saving Grace“ und dem Mehrteiler TV-Serie „Top of the Lake mitgewirkt. Sie wurde 6 x für den Emmy nominiert, hat zwei Emmys (für „Roe vs. Wade“ und „The Positively True Adventures of the Alleged Texas Cheerleader-Murdering Mom“) gewonnen. Außerdem wurde sie vier Mal für den Oscar nominiert („Broadcast News“, „The Firm“, „The Piano“ und „Thirteen“), für „The Piano“ hat sie den Oscar gewonnen. 

Naomi ist die Cousine von Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones) Sie ist das schwarze Schaf der Familie Pierce, vielleicht kommt sie daher so gut mit Kendall klar. Naomi wird von der amerikanischen Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Annabelle Dexter-Jones gespielt. Sie war u.a. in Holy Motors, „Under the Silver Lake“ und der HBO-Serie „The Deuce“ zu sehen. 

ATN ist ein amerikanischer Nachrichtensender, ein Propaganda-Sender der Republikaner, gleichzusetzen mit Rupert Murdochs TV-Sender Fox News. Wer schon mal in den Genuss gekommen ist, die Berichterstattung dieses Senders zu verfolgen, ist ratlos. Wie ist es rechtlich überhaupt möglich, so viele Lügen zu verbreiten? 

PGM ist ein großes Medienunternehmen, dass seit 150 Jahren im Familienbesitz ist. Die Matriarchin ist Nan Pierce (gespielt von Cherry Jones). CEO von PGM ist Rhea Jarell (gespielt von Holly Hunter) Waystar Royco hat vor Jahren schon mal versucht, PGM zu übernehmen. Logan Roy unternimmt in der zweiten Staffel einen erneuten Versuch.  Familie Pierce ist alter Geldadel, dagegen sind die Roys neureich. Die Pierces sind liberal und demokratisch und halten gar nichts von den Roys. PGM gehört ein liberaler Nachrichtensender, der in den Augen der meisten, der einzige Sender ist, der „richtige Nachrichten“ bringt, insbesondere im Vergleich zu Waystar Roycos Propagandasender ATN. Shiv Roy meldet Bedenken an, Pierce zu kaufen: „If we own all the news, I do actually wonder where I’ll get my fucking news…You´ve got The Times, The Post, editors of Pierce and a couple of hundred angry women on Twitter and that’s about it“

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18-5.8.18 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO gezeigt und war für die im September 2019 verliehenen Emmys qualifiziert. Nominiert war „Succession“ für insgesamt 5 Emmy-Awards (Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKay und die Pilotfolge „Celebration“), Outstanding Writing for a Drama Series (für Jesse Armstrong und die finale Episode „Nobody is Ever Missing“). Außerdem war die Serie für zwei Primetime Creative Arts Emmy Awards (Outstanding Casting for a Drama Series und Outstanding Original Main Title Theme Music) nominiert. Die Serie hat zwei Emmys (Outstanding Writing und Outstanding Original Main Title Theme Music) gewonnen. 

Die zweite Staffel von „Succession“ lief erstmalig vom 8.11.19 – 13.10.19 auf dem amerikanischen Bezahlsender HBO und qualifiziert sich dadurch für die Emmys im Jahr 2020. In Deutschland kann man die zweite Staffel seit dem 10.11.19 auf Sky sehen oder über den deutschen iTunes Store (wohl auch in der, unbedingt empfehlenswerten Originalversion) erwerben. 

Eine dritte Staffel wurde bereits bestätigt. 

Trailer der zweiten Staffel zu sehen: 

 

 Vorspann zu sehen:

 

New Yorker Bus mit Werbung von "Succession"
New Yorker Bus mit Werbung von „Succession“

TV-Serie – „Succession, 1. Staffel“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender HBO-Serie angeschaut:

 

„Succession, Staffel 1“ (in D. beispielsweise über den iTunes Store zu erwerben)  10 x approx. 60 min  comedy, drama 

dir. Adam McKay, Mark Mylod, Adam Arkin, Andrij Parekh, Miguel Arteta, S. J. Clarkson   cast: Brian Cox, Jeremy Strong, Nicholas Braun, Kieran Culkin, Matthew Macfadyen, Alan Ruck, Sarah Snook, Hiam Abbass, Peter Friedman, Justine Lupe, Eric Bogosian, James Cromwell 

 

Logan Roy (Brian Cox) ist ein sehr einflussreicher Medienmogul, Waystar Royco zählt zu den größten Medienkonzernen der Welt. Nun ist er aber nicht mehr der Fitteste und eigentlich war es abgemacht, dass er zu seinem 80. Geburtstag die Leitung seines weltweiten Imperiums seinem zweitältesten Sohn Kendall (Jeremy Strong) überträgt. Der alte Herr hat es sich jedoch anders überlegt…

 

B+ (Wertung von A bis F) Serienschöpfer der HBO-Serie „Succession“ ist der britische TV-Produzent und Drehbuchautor Jesse Armstrong („In the Loop“, „Four Lions“). Erzählt wird von dem mächtigen Medienmogul Logan Roy und seiner Familie. Logan Roy hat selbstverständlich rein gar nichts, also überhaupt nichts, mit Rupert Murdoch zutun. Auch sind die Ähnlichkeiten von Waystar Royco und News Corp natürlich nur rein zufällig. Produziert haben die Serie u.a. der amerikanische Schauspieler und Drehbuchautor Will Ferrell (Step Brothers , The Campaign) und der amerikanische Drehbuchautor und Filmemacher Adam McKay (The Big Short, Vice). Adam McKay hat auch bei der Pilotfolge Regie geführt. 

Es gibt TV-Serien, die perfekt in die Zeit passen, in der sie erstmalig ausgestrahlt werden. Ich erinnere mich da besonders an die erste Staffel von Mr. Robot (im Jahr 2015) und The Handmaid´s Tale (im Jahr  2017). „Succession“ kreist um das meinungsmachende Imperium von Logan Roy und ist eine Serie über Supereiche, die über die Gestaltung der Gesellschaft mitbestimmen, ohne selbst einen Bezug zur „normalen“ Bevölkerung zu haben. Damit passt „Succession“, in meinen Augen, genau in die Zeit 2018/2019 usw. 

Zugegebenermassen springe ich dieses Mal etwas spät auf den Zug auf. Auch wenn ich im letzten Jahr bereits an der ersten Staffel interessiert war, gab es einfach zu viele hervorragende Serien, die meine Aufmerksamkeit erforderten. An den überragenden Kritiken der aktuell laufenden zweiten Staffel komme ich nun aber definitiv nicht mehr vorbei. Zunächst musste ich mir aber die erste Staffel anschauen. 

Hier geht es um die „Roys“, die dem amerikanischen Geldadel angehören, genauer die zu den sogenannten „1%“ zählen. Megareiche, die mit sich selbst überfordert sind, die Bodenhaftung völlig verloren haben, sich vermutlich selbst und alle anderen hassen. Sie begegnen anderen, aber selbst ihren engsten Familienmitgliedern, mit einer unglaublichen Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit. So hauen sich die einzelnen Charaktere permanent irgendwelche Gemeinheiten um die Ohren. Was die Kinder von Logan Roy betrifft, suchen diese letztendlich nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Definitiv ist dies keine Serie, bei der man mit, auch nur einem der Beteiligten tauschen will und wenn man es nicht eh schon wüsste, wäre das hier der Beweis, dass Geld nicht glücklich macht. Gute Menschen oder gar Sympathieträger sucht man in dieser Serie vergeblich. Die Charaktere wären eigentlich kaum zu ertragen, wenn das Ganze nicht als schwarze Tragikomödie aufgezogen wäre. Die Dialoge sind unglaublich brillant. Ich weiß nicht, wie oft ich lauthals lachen musste. Meine unbedingte Empfehlung: die Serie in der Originalfassung, vielleicht mit englischen Untertiteln, schauen.

Die Besetzung jedes einzelnen dieser komplexen Charaktere ist makellos. 

Schauspielerisch und inszenatorisch ist „Succession“ manchmal so überzeugend, dass man glaubt, eine Reportage über diese dysfunktionale Milliardärs-Familie zu sehen. 

Greg, der Cousin von Connor, Kendall, Roman und Shiv, ist nicht im Wohlstand aufgewachsen und reicht damit vielleicht am Anfang noch am ehesten als Identifikationsfigur für den Zuschauer. Zumindest sieht man die superreichen Roys anfänglich durch seine (scheinbar naiven) Augen.

Am meisten habe ich mich sicher über den, von Kieran Culkin verkörperter Roman Roy amüsiert. Vielleicht ist er sowas wie mein Lieblingscharakter der Serie. Es macht aber auch wahnsinnig viel Spaß, den Möchtegerns und irgendwie Außenseitern Greg und Tom (gespielt von Nicholas Braun und Matthew Macfadyen) zuzuschauen. Brian Cox hebt das Niveau jedes Projektes und ist die perfekte Besetzung des Logan Roy. Brian Cox zeigt hier über die gesamte erste Staffel einige Facetten seines Talents.

Was wären Schauspieler ohne ihre Stimme und ihre Sprache? Synchronisationen nehmen ihnen genau das, das sollte man sich immer vor Augen halten. 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass ich es kaum erwarten kann, wie es mit den Charakteren in der zweiten Staffel weitergeht und ich endlich wieder diesen tollen Score hören kann.

 

 

Die wichtigsten Charaktere im Einzelnen:

Logan Roy ist in Schottland geboren. Er hat sich selbst ein Imperium aufgebaut, dadurch fällt es ihm auch schwer, seinen verwöhnten Kindern, die noch nichts in ihrem Leben erreicht haben, die Nachfolge seines Lebenswerks zu überlassen. Logan ist der CEO eines der weltweit größten Medienkonzerne: Waystar Royco. Ähnlichkeiten zu Rupert Murdoch sind, wie gesagt, rein zufällig. Er ist in dritter Ehe mit Marcia (gespielt von Hiam Abbass) verheiratet. Er hat mit Connor (gespielt von Alan Ruck), Kendall (gespielt von Jeremy Strong) und Roman (gespielt von Kieran Culkin) drei Söhne und eine Tochter: Siobhan (gespielt von Sarah Snook). Logan ist 80 Jahre alt und wollte eigentlich kürzer treten und die Führung seines Konzerns seinem zweitältesten Sohn Kendall überlassen. Er hat es sich aber anders überlegt. Gespielt wird der Patriarch von dem schottischen Schauspieler Brian Cox. Der Theater-, TV- und Filmschauspieler hat in unzähligen Kinofilmen („Braveheart“, „The Bourne Identity“, Zodiac, The Escapist, The Good Heart) und TV-Serien („Deadwood“, „The Game“, „Penny Dreadful“) mitgespielt. Für seine Performance in der TV-Serie „Nuremberg“ hat er einen Emmy gewonnen. Für seine Rolle in der TV-Serie „Frasier“ wurde er für einen weiteren Emmy nominiert. 

Kendall „Ken“ Roy ist der zweitälteste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Eigentlich sollte Kendall die Nachfolge seines Vaters als CEO bei Waystar Royco antreten, Logan hat es sich jedoch anders überlegt. Kendall hat eine Drogenvergangenheit, was wohl auch ein Grund für seine Ehefrau Rava (gespielt von Natalie Gold) war, ihn mit den beiden Kindern zu verlassen. Gespielt wird Kendall von dem amerikanischen Schauspieler Jeremy Strong. Auch wenn ich wahrscheinlich noch nicht erwähnt habe, hat er in einigen hervorragenden Kinofilmen (Lincoln, Robot & Frank, Zero Dark Thirty,  The Big Short, Molly´s Game) mitgespielt. Auch war er u.a. in den TV-Serien „The Good Wife“ und „Masters of Sex“ zu sehen.

Roman „Rome“ Roy ist der jüngste Sohn (aus 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Roman arbeitet bei Waystar Royco, naja, er arbeitet nicht wirklich, aber er hat dort ein Büro.  Gespielt wird Roman von dem amerikanischen Schauspieler Kieran Culkin. Seine erste Rolle hatte er neben seinem Bruder Macauley in „Home Alone“. Er hat in ein paar guten Filmen („The Cider House Rules“, „Igby Goes Down“, Margaret) mitgespielt. Auch hat er in der zweiten Staffel der TV-Serie „Fargo“ mitgewirkt. 

Siobhan „Shiv“ Roy ist die einzige Tochter (aus der 2. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Sie ist die Halbschwester von Connor (gespielt von Alan Ruck) und die Schwester von Kendall und Roman (gespielt von Jeremy Strong und Kieran Culkin) Sie arbeitet als politische Beraterin. Demnächst will sie ihren langjährigen Freund Tom Wambsgans (gespielt von Matthew Macfadyen)  heiraten. Gespielt wird Shiv von der australischen Schauspielerin Sarah Snook. Sie war bereits in einigen Kinofilmen (u.a Steve Jobs, The Glass Castle, Winchester) zu sehen. 

Connor „Con“ Roy  ist der ältester Sohn (aus der 1. Ehe) von Logan Roy (gespielt von Brian Cox).  Con lebt auf einer abgelegenen Ranch in New Mexico. Willa (gespielt von Justine Lupe) ist sowas wie seine Freundin, auch wenn er sie kennenlernte, als er ihre Dienste als Callgirl in Anspruch nahm. Das sorgt auch immer wieder für böse Spitzen in ihre Richtung. Connor wird von dem amerikanischen Schauspieler Alan Ruck gespielt. Unvergessen ist er natürlich als „Cameron“ in „Ferris Bueller´s Day Off“. Seither hat er in vielen TV-Serien („Mad About You“, „Spin City“, „The Exorcist“) mitgespielt und war auch in ein paar Kinofilmen („Speed“, War Machine) zu sehen. Neben seiner Ehefrau, Mireille Enos (TV-Serie „The Killing“) hat Alan Ruck in der TV-Serie „The Catch“ gespielt. 

Tom Wambsgans ist der langjährige Freund/später Verlobte von Shiv Roy (gespielt von Sarah Snook). Er arbeitet bei Waystar Royco. Gespielt wird Tom von dem englischen Schauspieler Matthew Macfadyen.  Er hat in einigen Kinofilmen (u.a. „Pride & Prejudice“, „Death at a Funeral“, Frost/Nixon) und TV-Serien („Spooks“, „Ripper Street“) mitgespielt. 

Marica Roy ist die dritte Ehefrau von Logan Roy (gespielt von Brian Cox). Gespielt wird Marcia von der israelischen Schauspielerin („Paradise Now“, „Munich“, The Visitor) und Regisseurin Hiam Abbass. 

Greg ist der Enkel von Logan Roys Bruder Ewan (gespielt von James Cromwell)), damit ist er ein Cousin von Kendall, Roman, Shiv und Connor. Greg selbst ist nicht im Wohlstand aufgewachsen, am Anfang sieht man die ultrareichen Roys mit seinen Augen. Er wirkt etwas naiv und unbeholfen, zeigt aber schon bald einen gewissen Ehrgeiz. Gespielt wird Greg von dem amerikanischen Schauspieler Nicholas Braun. Er hat in einigen TV-Serien (u.a. „10 Things I Hate About You“) und Kinofilmen (u.a.The Perks of Being a Wallflower) mitgewirkt. Nicholas Braun ist sehr groß (fast 2 Meter), was in dieser Serie tatsächlich öfter auffällt. 

Die erste und die zweite Staffel von „Succession“  ist in meiner Bestenliste für 2019 gelistet.

Die erste Staffel von „Succession“ wurde für fünf Emmys nominiert, u.a. Outstanding Drama Series, Outstanding Directing for a Drama Series (für Adam McKays Pilotfolge), Outstanding Writing for a Drama Series (für den Serienschöpfer Jesse Armstrong und die finale Episode der ersten Staffel„Nobody is Ever Missing“) 

Die erste Staffel von „Succession“ wurde erstmalig v. 3.6.18 – 5.8. 18 auf HBO gezeigt. Die zweite Staffel läuft seit dem 11.8.19 auf HBO. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt. In Deutschland kann man die OV der ersten Staffel über den deutschen iTunes Store erwerben. 

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

 

Boston – Film: "The Campaign"

Ich war am 19.08.12 in Boston und habe mir im Kino angeschaut:

„The Campaign“ (dt. Titel: „Die Qual der Wahl“, dt. Kinostart: 04.10.12) 85 min comedy, drama
dir. Jay Roach cast: Will Ferrell, Zach Galifianakis, Dylan McDermott, Brian Cox, John Lithgow, Dan Aykroyd, John Goodman

Der demokratische Abgeordnete Cam Brady (Will Ferrell) hat schon seit gefühlten Ewigkeiten einen Sitz in dem Kongressdistrikt North Carolina. Auch wenn er gerade einen Sexskandal überstehen muss, steht einer Wiederwahl wohl wenig im Wege. Die einflussreichen Motch Bros. (John Lithgow und Dan Aykroyd) brauchen eine Marionette – die im Kongress ihre Interessen vertritt – und so schicken sie den recht naiven Republikaner Marty Huggins (Zach Galifianakis) ins Rennen. Eigentlich stehen die Chancen für Marty Huggins schlecht, bis ihm mit Tim Wattley (Dylan McDermott) ein gewiefter Wahlkampfmanager an die Seite gestellt wird…

B (Wertung von A bis F) Jay Roachs neuer Film ist eine politische Komödie, bei der ich mich teilweise köstlich amüsiert habe.

Wahlkampfpolitik ist in den U.S.A. vor allen Dingen ein schmutziges Geschäft. Seit Monaten laufen im amerikanischen Fernsehen „Werbespots“ für die US-Präsidenschaftswahl im November, bei denen einer der Kandidaten seinen politischen Gegner aufs übelste verunglimpft. In Deutschland ist so etwas dankenswerterweise noch undenkbar. Auch wenn in „The Campaign“ doch vieles als sehr übertrieben anmutet, so ist doch einiges wesentlich realistischer als man es sich wünschen würde.

Will Ferrells Charakter lässt verbal keinen Fettnapf aus und hat auch noch einen Sexskandal am Hacken. Er ist aber smart genug und weiß, dass er in seinen Reden, in denen er eigentlich sowieso nichts aussagt, immer die Wörter: Amerika, Jesus und Freiheit gebrauchen muss. Das kommt einem alles so bekannt vor. Von Zach Galifianakis Charakter war ich irritiert. Schauspielerisch hat mir am Besten Dylan McDermott gefallen. Noch vor kurzem habe ich ihm wenig bis gar kein Talent attestiert, der schmierige Wahlkampfmanager in „The Campaign“ ist ihm aber sehr gelungen.

Während des Abspanns kommt es noch zu einer Szene, bei der sich auch über die Ähnlichkeiten von Dylan Mc Dermott und Dermot Mulroney lustig gemacht wird. Ich bringe die Beiden auch gerne durcheinander.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Silver Linings Playbook“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: David O. Russells neue Tragikomödie mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jacki Weaver und Robert De Niro. Der Film könnte bei den Oscars 2013 eine Rolle spielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hit & Run“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Actioncomedy mit Bradley Cooper, Kristen Bell und Tom Arnold
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Fun Size“
Bewertung des Trailers: D-
Kommentar: Komödie
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Here Comes the Boom“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Sportkomödie mit Kevin James, Salma Hayek, Henry Winkler
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Trouble with the Curve“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Drama mit Clint Eastwood, Amy Adams, Justin Timberlake, John Goodman. Bei Clint Eastwood kann man grundsätzlich den Oscar mit ins Spiel bringen, auch wenn er hier keine Regie führt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Life of Pi“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ang Lees neuer Film. Optisch, auch ohne den Trailer in 3D gesehen zu haben, beeindruckend. Film gilt als Oscar-Kandidat 2013
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Argo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Ben Afflecks mittlerweile dritte Regiearbeit, diesmal wieder mit ihm in der Hauptrolle. Des weiteren mit Bryan Cranston, Alan Arkin, John Goodman. Der Film gilt mittlerweile als heißer Oscar-Kandidat im nächsten Jahr.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

San Francisco – Film: „Rise of the Planet of the Apes“

Ich war am 25.08.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

 

„Rise of the Planet of the Apes“ (dt. Titel: „Planet der Affen: Prevolution“, dt. Kinostart war der 11.08.11) 105 min sci-fi, fantasy, drama, prequel
dir. Rupert Wyatt cast: James Franco, Freida Pinto, John Lithgow, Brian Cox, Tom Felton, Andy Serkis

 

Will Rodman (James Franco) ist Wissenschaftler und arbeitet unermüdlich an einem Heilmittel gegen die Alzheimer-Krankheit. Sein Vater Charles (John Lithgow) leidet an der Krankheit. In einem Labor in San Francisco testen die Wissenschaftler ein scheinbar vielversprechendes Medikament an Affen. Als sie ihre Fortschritte anhand einer besonders intelligenten Schimpansin dem Vorstand des Pharmakonzern vorführen wollen, verhält sich der Versuchsaffe auf einmal auffallend aggressiv, es kommt zu einem dramatischen Zwischenfall. Alle Affen sollen daraufhin getötet werden. Will findet in dem Labor schließlich einen neugeborenen Schimpansen, es ist das Baby der aggressiven Schimpansin. Damit nicht auch noch dieses Affenbaby getötet wird, nimmt Will heimlich das Baby, Caesar (Andy Serkis), mit nach Hause und zieht es auf. Caesar hat scheinbar die Intelligenz seiner Mutter geerbt. Wills Vater Charles geht es zusehends schlechter und so verabreicht ihm Will schließlich das, bisher nur an Affen getestete, Alzheimer-Medikament. Charles geht es daraufhin immer besser. Caesar wird immer größer und schlauer, er lernt sogar Zeichensprache. Eines Tages, als Caesar Charles zu Hilfe kommen will, greift er einen Nachbarn an. Daraufhin wird Caesar per Gerichtsbeschluss in ein privates Tierheim für Affen eingesperrt, wo er von dem Besitzer Landon (Brian Cox) und seinem sadistischen Sohn Dodge (Tom Felton) gequält wird…

B- (Wertung von A bis F) „Rise of the Planet of the Apes“ erzählt die Entstehungsgeschichte von „Planet der Affen“.

Von Anfang bis zum Ende hat mich die Geschichte gefesselt. Es ist Caesars Geschichte und er ist die Seele des Films. Ich mag einfach die Grundidee dieses Films. Tiere (hier Affen), die gequält werden und/oder sich oder ihre Lieben bedroht fühlen, und sich schließlich zu Wehr setzen. Auch wenn die Geschichte vielleicht nicht durchgehend einen Sinn ergibt, allein die Spezieleffekte sind einzigartig und ein Grund, den Film zu sehen. Die Szene auf der Golden Gate Bridge war mir allerdings dann etwas zu viel und da empfand ich die Affen auch nicht mehr so real.

Andy Serkis verleiht Caesar anhand der Motion-Capture-Technik einen so echten Gesichtsausdruck von dem man jederzeit die Emotionen des Affen ablesen kann. Derzeit kommt die Frage auf, ob Andy Serkis für seine „Rolle“ als Caesar vielleicht für den Oscar nominiert werden sollte. Sehr schwierig, vielleicht soll für seine Arbeit eine eigene Kategorie erschaffen werden. Schauspieler arbeiten aber mit ihrem eigenen Gesicht, ihrer eigenen Stimme und ihrer eigenen, wenn Anlass dazu besteht, veränderten Sprache und werden genau dafür honoriert. Ein Schauspieler dessen Gesicht mit Spezialeffekten verändert wird ist für mein Empfinden nicht mit der künstlerischen Arbeit von Schauspielern im herkömmlichen Sinne vergleichbar.

Von den eigentlichen Schauspielern ist hier einzig John Lithgow (der für mich schon durch die vierte Staffel von Dexter unsterblich geworden ist) für mich erwähnenswert.

Eine Frage ist natürlich ob der Film für sich alleine stehen kann. Ich bin der Meinung, dass er dies kann, auch wenn ich jetzt schon auf den nächsten Teil der Trilogie gespannt bin. Weitere Teile sollten erst auf den Weg gebracht werden, wenn „Rise of the Planet of the Apes“ auch an der Kinokasse erfolgreich ist. Vor einigen Monaten noch, hätte wohl keiner damit gerechnet, dass der Film so viel Geld einspielt. Nicht vergessen sollte man vielleicht auch, dass „Rise of the Planet of the Apes“ nach dem ebenfalls sehenswerten The Escapist erst Rupert Wyatts zweiter Film in Spielfilmlänge ist. Damit ist der Brite wohl einer der Regisseure auf die man in Zukunft schauen sollte.

Ich habe „Rise of the Planet of the Apes“ in der XD-Fassung gesehen. Amerikanische Kinos lassen sich in letzter Zeit immer mehr einfallen, um den regulären Ticketpreis zu erhöhen. Wo man für eine 3D-Fassung um bis zu USD 4 berappen muss, musste ich für die extreme digital version für das Kinoticket insgesamt unglaubliche USD 14.25 bezahlen. Es hat sich aber definitiv gelohnt, den Film auf einer riesigen Kinoleinwand zu sehen.

Während des Abspanns wird noch eine (wichtige) Szene gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „In Time“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Actioner mit Justin Timberlake, Cillian Murphy, Olivia Wilde, Amanda Seyfried
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Sitter“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Komödie mit Jonah Hill
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Red Tails“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Zweite Weltkriegs-Kampfpilot-Action-Drama mit Cuba Gooding Jr. und Terrence Howard
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Debt“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller/Actionfilm mit Tom Wilkinson, Hellen Mirren und Sam Worthington
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Charlotte – Film: "Red"

Ich war am 22.10.10 in Charlotte und habe mir im Kino angeschaut:

„Red (2010)“ (dt. Filmtitel: „R.E.D. – älter, härter, besser“, dt. Kinostart ist der 28.10.10) 111 min action, comedy, adaptation
dir. Robert Schwentke cast: Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich, Helen Mirren, Karl Urban, Mary-Louise Parker, Brian Cox, Ernest Borgnine, Richard Dreyfus, James Remar

Der mittlerweile pensionierte CIA-Agent Frank Moses (Bruce Willis) langweilt sich etwas. Am Telefon verbringt Frank viel Zeit mit der Sachbearbeiterin seiner Pensionskasse, Sarah (Mary-Louise Parker). Eines Nachts wird er in seinem Haus überfallen, ihm gelingt es, seine Angreifer zu töten. Was verbirgt sich aber hinter diesem hinterhältigen Überfall? Frank vermutet, dass jetzt auch Sarah in Gefahr ist. Ein guter Grund, Sarah persönlich kennenzulernen und sie – zunächst gegen ihren Willen – in Sicherheit zu bringen. Frank versucht, mit seinen ehemaligen Kameraden Joe (Morgan Freeman), Marvin (John Malkovich) und Victoria (Helen Mirren) einen zurückliegenden Fall aufzuklären und ihre eigene Haut müssen sie auch noch retten…

C- (Wertung von A bis F) „Red“ basiert auf der gleichnamigen Comic-Buch-Serie von Warren Ellis und Cully Hamner.

Logischerweise war „Red“ weit davon entfernt, auf meiner derzeitigen Wunschfilmliste, die mich mit möglichen Academy Award-Favoriten vertraut machen soll, zu stehen. Was soll´s, man hat nicht immer die Wahl…

Bis auf Bruce Willis (der in einer Sequenz eine Militär-Uniform trägt und ausschaut als ob er zum Karneval gehen will) sehe ich alle Schauspieler der Besetzungsliste gerne. Leider ist Bruce Willis praktisch in jeder Szene zu sehen. Auch die genialen Schauspieler (hier sogar vier Oscar-Gewinner!!!) können nichts gegen ein ödes Drehbuch und einen schlechten Regisseur (hier der deutsche Robert Schwentke) ausrichten. „Red“ ist ein zwar actionreicher aber lebloser und hohler Film mit einem störenden Score. Noch nicht einmal Helen Mirren („Gosford Park“, „Calendar Girls“, „The Queen“) hat mir gefallen und dass muss man auch erst einmal hinbekommen. Wenn ich einen Grund nennen müsste, warum „Red“ in der einen oder anderen Szene vielleicht doch Spaß macht, dann ist das: John Malkovich. An allen im Ansatz guten Szenen war er beteiligt.

In dem Restaurant-Kino in Charlotte (dass im Gegensatz zu meinem mittlerweile geliebten Restaurant-Kino in Dallas auf Service-Personal verzichtet) war bei meinen Mitzuschauern zu beobachten, dass andauernd weitere Cocktails, Wein und Mahlzeiten-Nachschub geholt wurde. Daraus schließe ich, dass die von dem Film ebenso wenig gefesselt waren.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Green Hornet“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Ich habe ja schon erwähnt, dass ich Comic-Verfilmungen mittlerweile wirklich schnarchig finde, aber schaue mir „Red“ an. Super. „The Green Hornet“ kann nur besser sein und bis zum Filmstart bin ich für Comic-Verfilmungen vielleicht wieder offen. Den Trailer habe ich lange nicht mehr gesehen und er gefällt mir immer noch.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Due Date“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wie oft kann man einen Trailer eigentlich zeigen? Komödie mit Robert Downey Jr. und Zach Galifianakis
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Drive Angry 3D“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Ich weiß nicht, ob ich ihn mir ohne Nicolas Cage angucken würde. Denke auch nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0 %

New York City – Film: "The Good Heart"

Ich war am 03.05.10 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„The Good Heart“ (dt. Kinostart: 25.11.10) 95 min drama
dir. Dagur Kári cast: Paul Dano, Brian Cox, Isild Le Besco

Als der alte verbitterte Jacques (Brian Cox) wieder einmal mit einem Herzanfall ins Krankenhaus eingeliefert wird, lernt er den obdachlosen Lucas (Paul Dano) kennen. Da Jacques damit rechnet, nicht mehr lange zu leben, bietet er seinem neuen jungen Freund an, seine heruntergekommene und eigenwillig geführte Bar eines Tages zu übernehmen…

A (Wertung von A bis F) Was für ein kleiner und schöner Film. „The Good Heart“ hat mich tatsächlich mitten ins Herz getroffen. Wenn Brian Cox´Charakter mit Schimpftiraden anfängt, hat das schon einen besonderen Charme. Ich mag solche kauzigen Figuren, die es einem nicht einfach machen, sie zu mögen. Das gilt bei dem Film auch für Paul Danos Figur. Sowohl Brian Cox („The Bourne Identy“, „X2: X-Men United“, The Escapist) als auch Paul Dano („Little Miss Sunshine“, There Will Be Blood) geben hier eine exzellente Performance, die es wert wären im nächsten Jahr für den Oscar nominiert zu werden. Leider liegt der amerikanische Kinostart mit Ende April dafür wieder etwas günstig. Auf jeden Fall schafft es dieses Drama schon mal auf meine Liste der Lieblingsfilme für das Jahr 2010.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Survival of the Dead“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Zombiefilm
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 20 %

Trailer von Film: „Touching Home“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Ed Harris
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Coco Chanel & Igor Stravinsky“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Biopic
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Micmacs“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: franz. Film von „Amelie“-Regisseur
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 30%

Trailer von Film: „Solitary Man“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Michael Douglas, Susan Sarandon, Danny DeVito
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

VOD – Film: "The Escapist"

Ich war am 24.04.09 in Seattle und habe mir auf Video on Demand folgenden Film angeschaut:

„The Escapist“ (dt. Titel: „Raus aus der Hölle“, in D. auf DVD erhältlich) 103 min drama, thriller
dir. Rupert Wyatt cast: Brian Cox, Joseph Fiennes, Dominic Cooper, Liam Cunningham, Steven MacKintosh, Damian Lewis, Seu Jorge

Frank (Brian Cox) sitzt seit über zwölf Jahren in einem Londoner Gefängnis. Er hat eine lebenslänglich Strafe abzusitzen und hat sich auch soweit damit abgefunden. Dann kommt ein Brief, in dem ihm mitgeteilt wird, dass es seiner einzigen Tochter sehr schlecht geht…

A- (Wertung von A bis F) Ein Gefängnisdrama, bei dem es zu den üblichen Gewalttätigkeiten, den üblichen Verbrüderungen und vielleicht auch zu dem üblichen Fluchtplan kommt, der sich aber dennoch durch seine geschickte Erzählweise und durch sein raffiniertes Ende von anderen Filmen dieses Genres abgrenzt. In Episoden wird von der Flucht und in Rückblenden von vergangenen Ereignissen erzählt.

Brian Cox („The Ring“, „The Bourne Identity“, „25th Hour“) spielt hier überzeugend den zurückhaltenden und später verzweifelten Gefangenen und Vater. Für seine Performance hat er den BAFTA Scotland im Jahr 2008 gewonnen.

Einzig Joseph Fiennes hätte ich durch seinen Bruder Ralph, der für mich hier viel besser reingepasst hätte, ersetzt. Gut, wo ich gerade dabei bin, anstelle des „Mamma Mia!“ Darstellers Dominic Cooper hätte ich vielleicht auch hier lieber einen Wentworth Miller gesehen…aber das Leben ist ja kein Ponyhof…

Es reicht zwar nicht, meinen absoluten Lieblingsgefängnisfilm „Shawshank Redemption“ vom Thron zu stossen, dennoch blieb „The Escapist“ hängen. Empfehlenswert!

Trailer zu sehen: