NYC – Film: „The Favourite“

Ich war am 28.09.18 in New York und am 7.1.19 in Washington habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Favourite“ (dt. Filmtitel: „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, dt. Kinostart: 24.01.19)  121 min  drama, comedy, satire 

dir. Yorgos Lanthimos  cast: Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn

 

Am englischen Königshof zu Beginn des 18. Jahrhundert. Als Abigail (Emma Stone) den Hof von Königin Anne (Olivia Colman) erreicht, bittet sie dessen engste Vertraute und Beraterin, Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough, (Rachel Weisz) um eine Anstellung. Abigail ist zwar die jüngere Cousine von Lady Sarah, nur hatte Abigails Vater seinen guten Namen verspielt und nun hat sie weder Geld noch einen Adelstitel. Sarah lässt Abigail zunächst niedere Tätigkeiten ausüben, aber schon bald buhlen die beiden Palastdamen um die die Gunst der Königin…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Favourite“ ist nach The Lobster und The Killing of a Sacred Deer der dritte englischsprachiger Film des griechischen Autors und Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth) .

Die opulente Ausstattung, die aufwändigen Kostüme und die barocke Haarpracht können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies ein Yorgos Lanthimos-Film ist. Zu düster und absurd ist der Humor, teilweise zu grotesk die Szenen, zu bezeichnend lang manche Kamerafahrten, zu exzentrisch bestimmte Kamerawinkel und zu schräg klingt hin und wieder die Musik durch – kurzum der griechische Regisseur weiß, dem Kostümfilm seinen Stempel aufzudrücken. Auch wenn „The Favourite“ sicherlich der massentauglichste Lanthimos-Film bisher ist, werden viele Zuschauer mit diesem Film wenig anzufangen wissen. 

Mich hat der Film sehr amüsiert. Der in acht Kapiteln gegliederte Film ist nicht so sehr ein Historienfilm als mehr ein kunstvolles und bizarres Charakterdrama mit drei komplexen  Frauencharakteren. Die mächtige Queen Anne ist launisch und trotzig, ihr geht es einzig um ihre eigenen Interessen und nicht um die wichtigen Belange, ihrer, sich mit Frankreich im Krieg befindenden Nation – das erinnert schon an das eine oder andere Staatsoberhaupt unserer Zeit. Die engste Vertraute der Monarchin, Herzogin von Marlborough, ist mit den eigentlichen Regierungsgeschäften beschäftigt und bemerkt darüber zu spät, wie die ehrgeizige neue Hofdame Abigail versucht, sich einen festen Platz an der Seite der Monarchin zu sichern. Daraus ergibt sich ein intelligentes und durchweg unterhaltsames Spiel aus Eifersucht, Intrigen und Sex.  

Die englische Schauspielerin Olivia Colman ist mir das erste Mal in dem wunderbaren Film Tyrannosaur aufgefallen. Seither bereichert sie mein Film- und Fernsehleben. Sie hat mich bereits ein Mal in einem Yorgos Lanthimos Film („The Lobster“) begeistert und als Part des gegensätzlichen Ermittlungsduos Miller und Hardy der britischen Krimiserie Broadchurch (1, 2, 3) werde ich sie immer in meinem Herzen tragen.

Nun geht es um die Oscar-Kampagnen und da scheiden sich die Geister, ob Olivia Colman in „The Favourite“ nun eine Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Olivia Colman, Emma Stone und Rachel Weisz geben alle drei eine exzellente Performance, den gesamten Film betrachtend spielt Rachel Weisz hier am ehesten eine Nebenrolle. Die Geschichte von Emma Stones Charakter wird erzählt, aber Olivia Colman hat die Präsenz, die eine Hauptrolle ausmacht. Anthony Hopkins ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn ich an den Film „The Silence of the Lambs“ denke, habe ich sofort Dr. Hannibal Lecters Gesicht vor Augen, er hat diesen Film geprägt. Anthony Hopkins hat den Oscar für die Beste Hauptrolle gewonnen, obwohl er nicht länger als 16 Minuten in dem gesamten Film zu sehen war. Olivia Colmans kränkliche und launenhafte Königin Anne hat sich bei mir ähnlich festgesetzt. Mir ist egal, ob sie den Oscar für die beste Hauptrolle oder Nebenrolle erhält, Hauptsache die Oscar-Strategen von Fox Searchlight treffen eine weise Entscheidung hinsichtlich ihrer Kampagne und sie hält den Oscar am 24. Februar 2019 in den Händen.  

„The Favourite“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„The Favourite“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Haupt/bzw. Nebendarsteller (Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz), Bester Nebendarsteller (Nicholas Hoult), Bestes Originaldrehbuch und diverse technische Kategorien. Update: „The Favourite“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Olivia Colman, Beste Nebendarstellerin Emma Stone und Rachel Weisz, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Schnitt) erhalten. Update: „The Favourite“ hat einen Oscar (Beste Hauptdarstellerin – Olivia Colman) gewonnen. 

„The Favourite“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Zwei Preise hat der Film auf diesem Filmfestival gewonnen: den Grand Jury Prize und den Volpi Cup for Best Actress für Olivia Colman. Der Film soll am 23.11.18 in einigen amerikanischen Kinos starten. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Auf dem NYFF56 war es der Eröffnungsfilm. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Update nach meinem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Ziemlich genau drei Monate nachdem ich „The Favourite“ das erste Mal auf dem NYFF56 gesehen habe und einen Tag nachdem Olivia Colman den Golden Globe gewonnen hat, habe ich mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Mir hat er sogar fast noch einen Tick besser gefallen. Der Film ist exzentrisch und eimalig. Ich liebe ihn für die Party-und die After-Party-Sequenz, die Tanzszenen, die extravaganten, vorwiegend schwarz-weißen Kostüme, den schrägen Humor, Emma Stones Gesichtsausdrücke, die Kameraperspektiven, die Ausstattung und Szenenbilder, die brillanten Dialoge voller moderner Schimpfworte und schließlich die erstklassigen Performances von Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone und Nicholas Hoult. Das Washingtoner Publikum hat ihn unterschiedlich aufgenommen, ein paar wenige Mitzuschauer haben sich mit mir sehr amüsiert, andere waren mucksmäuschenstill und wussten den Film scheinbar nicht einzuordnen bzw. waren nicht sonderlich begeistert. 

 

Trailer zu sehen:

 

 

Opening Night auf dem New York Film Festival 2018

 

NYFF56 Eröffnungsfilm „The Favourite“

 

TV-Serie: „Broadchurch, 3. Staffel“

Ich habe mir die gesamte Staffel folgender BBC America-Serie angeschaut:

 

„Broadchurch, 3. Staffel“ 8 x approx. 50 min drama, thriller
dir. Paul Andrew Williams, Daniel Nettheim, Lewis Arnold cast: Olivia Colman, David Tennant, Jodie Whittaker, Andrew Buchan, Julie Hesmondhalgh, Roy Hudd, Matthew Gravelle, Carolyn Pickles, Charlotte Beaumont, Sarah Parish, Adam Wilson, Georgina Campbell, Charlie Higson, Mark Bazeley, Lenny Henry, Sebastian Armesto, Chris Mason, Jim Howick

 

Vor einigen Jahren wurde der 11-jährige Sohn von Beth und Mark Latimer (Jodie Whitaker und Andrew Buchan) ermordet. DI Alec Hardy (David Tennant) und DS Ellie Miller (Olivia Colman) hatten seinerzeit in dem beschaulichen Küstenörtchen Broadchurch ermittelt. Der Mörder wurde gefasst, angeklagt, aber letztlich freigesprochen. Nun haben die beiden Polizisten einen neuen Fall. Trish (Julie Hesmondhalgh), eine 49-jährige Frau, hat die Polizei alarmiert, sie wurde Opfer einer brutalen Vergewaltigung. Die verstörte Frau kann sich kaum noch an etwas erinnern. Der Täter ist sehr brutal, aber auch sehr professionell vorgegangen, wahrscheinlich war es nicht sein erster sexueller Übergriff. Das Ermittlungsteam geht schon bald davon aus, dass es sich um einen Serientäter handelt. Bald gibt es zahlreiche Verdächtige…

 

 

B (Wertung von A bis F) Die dritte Staffel ist die zugleich letzte Staffel der englischen Erfolgsserie „Broadchurch“. Die drei Staffeln (und 24 Episoden) verstehen sich als Trilogie. Die Ereignisse der dritten Staffel finden drei Jahre nach denen der zweiten Staffel statt.

Nach der, eher mauen zweiten Staffel nimmt die dritte wieder ganz gut Fahrt auf. Wie bereits bei der ersten Staffel geht es hier hauptsächlich um die Suche nach dem Täter. Viele Tatverdächtige lassen den Zuschauer bis zum Schluss rätseln, wer nun der gesuchte Triebtäter ist. Ich wusste es dieses Mal tatsächlich auch erst mit der finalen achten Episode.

Ich liebe dieses Ermittlungsteam DI Hardy und DS Miller (gespielt von den exzellenten Schauspielern David Tennant und Olivia Colman), spätestens mit ihrem ersten Streit im Auto wusste ich. wie sehr ich sie vermisst habe und in Zukunft vermissen werde. Die Blicke, die die beiden austauschen. wie sie mit einander umgehen, Hardys „Millah…“ – das macht alle drei Staffeln sehenswert. In der dritten Staffel sieht man neue Facetten von DI Hardy. Seine 17-jährige Tochter Daisy (gespielt von ) lebt mittlerweile bei ihm und so schlägt er sich als alleinerziehender Vater durch. DI Miller muss sich hingegen mit ihrem pubertierenden Sohn rumärgern. Ein weiterer wichtiger Teil der dritten Staffel sind erneut die Latimers. Jodie Whitaker, aber insbesondere Andrew Buchan haben mich mit ihrer Performance beeindruckt.

 

Für die dritte Staffel relevante Charaktere:

Trish Winterman ist das Vergewaltigungsopfer. Sie ist 49 Jahre alt und lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter Leah (gespielt von Hannah Millward) zusammen. Von ihrem Ehemann Ian (gespielt von Charlie Higson) lebt sie getrennt. Trish arbeitet für Ed (gespielt von Lenny Henry). Gespielt wird Trish von der englischen Schauspielerin Julie Hesmondhaigh. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der TV-Soap „Coronation Street“.

Detective Constable Katie Harford ist eine neue Polizistin auf DS Hardys und DI Millers Revier. Mit ihre altklugen Art geht sie den beiden ziemlich auf die Nerven. Gespielt wird DC Harford von der englischen Schauspielerin Georgina Campbell. Sie hat in einigen britischen TV-Projekten (u.a. „Murder by My Boyfriend“, One of Us“) und in einer Episode der TV-Serie „Black Mirror“ mitgespielt.

Ian Winterman ist der Ehemann von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh). Er hat sie vor sechs Monaten für eine andere Frau verlassen. Gespielt wird Ian von dem englischen Autor und Schauspieler Charlie Higson. Er hat bei einigen britischen TV-Projekte mitgewirkt und war Sänger der Band „The Higsons“.

Jim ist der Ehemann von Trishs bester Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Er arbeitet als Automechaniker. Gespielt wird Jim von dem englischen Schauspieler Mark Bazeley. Er hat bei vielen englischen TV-Serien mitgewirkt.

Ed Burnett ist der Manager des Flintcombe Farm Shop. Er ist der Arbeitgeber von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh) und ihrer besten Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Gespielt wird Ed von dem englischen Schauspieler Lenny Henry. Er hat in einigen TV-Projekten mitgewirkt und spielt auch Theater.

Clive Lucas arbeitet als Taxifahrer und ist verheiratet mit Lindsay (gespielt von Becky Brunning). Gespielt wird Clive von dem britischen Schauspieler Sebastian Armesto. Er hat in einigen internationalen Produktionen (u.a. „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“, „Anonymous“, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Leo Humphries ist 23 Jahre alt und arbeitet in dem Angelzubehör-Geschäft seines Vaters. Gespielt wird Leo von dem britischen Schauspieler Chris Mason. Er hat in einigen britischen TV- Produktionen und dem Spielfilm Legend mitgespielt.

Aaron Mayford ist ein verurteilter Sexualstraftäter und wurde kürzlich aus dem Gefängnis entlassen. Gespielt wird Aaron von dem britischen Schauspieler Jim Howick. Er hat in einigen britischen TV-Formaten mitgewirkt.

Die dritte und letzte Staffel von „Broadchurch“ wurde erstmalig vom 27.02.17 bis zum 17.04.17 auf dem britischen Sender ITV ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde diese Staffel vom 28.06.17 – 16.08.17 auf BBC America gezeigt. Eine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen ist bislang noch nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

TV – Serie: „The Night Manager“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-One-Mini-Serie angeschaut:

„The Night Manager“ (ab 29.08.16 im ZDF zu sehen) 6 x 60 min thriller, drama, adaptation
dir. Susanne Bier cast: Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Olivia Colman, Tom Hollander, Elizabeth Debicki, Noah Jupe

Kairo im Januar 2011. Der ehemalige britische Soldat Jonathan Pine (Tom Hiddleston) arbeitet als Nachtportier in einem Luxushotel. Er kommt mit einem weiblichen Hotelgast, Sophie Alekan (Aure Atika), ins Gespräch. Sie ist die Geliebte von Freddie Hamid (David Avery), Sohn einer einflussreichen ägyptischen Familie. Sophie bittet Jonathan brisante Unterlagen zu kopieren, aufzubewahren und – falls ihr etwas zustösst – an die britische Botschaft zu übergeben. Jonathan erkennt, dass die Papiere einen geheimen Waffendeal dokumentieren und leitet sie an die britische Botschaft weiter. Die Unterlagen landen schließlich bei der britischen Geheimagentin Angela Burr (Olivia Colman). Seit Jahren versucht sie, Richard Roper (Hugh Laurie) zu überführen und in den Unterlagen erkennt sie belastendes Material über den gefährlichen Waffenhändler. Es scheint jedoch einen Maulwurf in der britischen Regierung zu geben, die Ereignisse überschlagen sich und es gibt einen Todesfall…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Night Manager“ basiert auf John Le Carré gleichnamigen Roman.
Bei dieser Mini-Serie führt die dänische Filmemacherin Susanne Bier (Things We Lost In the FireSerena) Regie. Für „In a Better World wurde sie mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Dies ist kein Mehrteiler, den man unbedingt gesehen haben muss. Wirklich nicht, die Geschichte strotzt vor Logikfehlern, die Figurenzeichnung ist zu oberflächlich und auch sind die Charaktere teilweise unglaubwürdig. Die Besetzung selbiger ist auch nicht durchweg gelungen. Außerdem beweist die Filmemacherin, zumindest in diesem Projekt, kein Gespür für Atmosphäre. Die Dinner- und Partyszenen sind natürlich gestellt, wirken aber leider auch so. Nach ca. 10 Minuten der zweiten Episode war ich geneigt, „The Night Manager“ ganz aufzugeben. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits zutiefst darüber verärgert, was mir hier für ein Blödsinn verkauft wird. Dann gibt es jedoch noch mal eine Rückblende und die Geschichte nimmt langsam seinen (besseren) Lauf.

Unglaubwürdig fand ich die Hauptfigur Jonathan Pine. Vielleicht habe ich in meinem Leben zu viel in solchen Hotels genächtigt, aber er verhält sich nicht wie ein Nachtportier. Auch habe ich ihm die Liebesgeschichte zu dieser Sophie nicht abgenommen, demzufolge konnte ich den Rachegedanken auch nicht nachvollziehen. Pine bzw. später Birch verhält sich in vielen Bereichen so smart, aber sein Verhalten gegenüber, insbesondere später einer Dame ist dumm. Viel zu offensichtlich schmachtet er seine Angebetete an. Noch eindeutiger wären nur Liebesbekundungen, die er auf eine Plakatwand gemalt hätte. Unter den gegebenen Umständen ist das sehr unrealistisch. Für mich war das Liebes-Gedöns zwar nett fürs Auge, aber hätte in der Ausführlichkeit nicht behandelt werden müssen. Dann natürlich Richard Roper – hätte man hier keine bessere Besetzung finden können? Vielleicht hat Hugh Laurie auch einfach zu lange den genialen Diagnose-Spezialisten in „House“ gespielt. Ich habe ihm den reichen, gefährlichen Waffenhändler jedenfalls nicht wirklich abgenommen.
„The Night Manager“ ist aber dafür ein sechsstündiges Bewerbungsvideo für die Besetzung des neuen James Bond.

Tom Hiddleston (Thor“, Midnight in Paris, War Horse, „Only Lovers Left Alive“, Muppets Most WantedCrimson PeakHigh-Rise) beweist mit diesem Mehrteiler, dass er der perfekte neue James-Bond-Darsteller wäre.

Er ist schon länger in der engeren Auswahl. Mit dem Film„High-Rise“ und diesem Sechsteiler verstehe ich nun auch, warum. Er hat alles was der Agent 007 braucht: Er ist Engländer, hat Stil, Charme, Klasse, er wirkt weltmännisch und er hat den Coolness-Faktor. Außerdem kann er kann sich ausgezogen genauso sehen lassen wie in einem Maßanzug (bzw. Smoking). Seit „The Night Manager“ nehmen ich ihm auch erstmalig den Frauenverführer ab, auch glaube ich ihm, dass er sich prügeln kann und will. Er ist mit 1,88 m größer als die meisten Schauspieler und hat eine Leinwand-Präsenz. In der letzten Folge des Sechsteilers bestellt er sich sogar einen Wodka Martini. Was braucht er noch, um zu überzeugen? Wenn ich mir alle anderen Schauspieler anschaue, die zur Wahl stehen (Tom Hardy, Idris Elba, Damien Lewis, Michael Fassbender, Jamie Bell, Henry Cavill, Aidan Turner, James Norton), muss die Wahl auf ihn fallen. Er selbst hat bereits in einem Interview erwähnt, dass er Interesse daran hat, James Bond zu spielen. Für die Filmproduzentin Barbara Broccoli ist es also Zeit, den siebenten James Bond-Darsteller zu benennen.

 

Wie bereits in A Most Wanted Man und Tinker Tailor Soldier Spy hat der Schriftsteller John Le Carré auch hier einen Cameo-Auftritt. (Hier in der Restaurant-Szene, in der sich Corky daneben benimmt)

Die wichtigsten Charaktere im einzelnen:

Jonathan Pine/ Andrew Birch – hat in der britischen Armee gedient und arbeitet als Nachtportier in einem Luxushotel in Kairo und der Schweiz. Von der britischen Geheimagentin Angela Burr (gespielt von Olivia Colman) wird er rekrutiert. Seit Jahren ist sie bereits dem Waffenhändler Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie) auf den Fersen. Sie versucht Pine nun, ihn in Ropers inneren Zirkel einzuschleusen. Jonathan Pine/Andrew Birch wird von dem englischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Tom Hiddleston gespielt. International wurde er durch seine Rolle in dem Marvel-Film „Thor“ bekannt. Ich habe ihn in einigen Kinofilmen gesehen, richtig aufgefallen ist er mir aber zugegebenermassen erstmalig in „High Rise“. Seit diesem Mehrteiler bin ich Fan von ihm.

Angela Burr – ist Agentin bei einer neugegründeten britischen Geheimdienst-Abteilung. Früher war sie bei dem MI6. Sie ist seit 20 Jahren verheiratet und ist gerade mit ihrem ersten Kind hochschwanger. Seit Jahren versucht sie den Waffenhändler Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie) zur Strecke zu bringen. Sie rekrutiert Jonathan Pine (Tom Hiddleston). Er soll ihr dabei behilflich sein, Roper zu überführen. In John le Carrés Roman ist diese Figur männlich. Gespielt wird Angela Burr von der wunderbaren englischen Schauspielerin Olivia Colman. Mir ist sie das erste Mal in einem meiner Lieblingsfilme Tyrannosaur aufgefallen. Mit diesem Film hatte sie ihren internationalen Durchbruch und wurde für ihre Performance auch ausgezeichnet. Sie hat  in The Iron Lady und Hyde Park on Hudson gespielt und ist großartig neben David Tennant in bislang zwei Staffeln von „Broadchurch“ (1. Staffel und  2. Staffel)

 

 

Richard Roper ist ein britischer Multimillionär und Waffenhändler. Gespielt wird Richard Roper von dem englischen Schauspieler Hugh Laurie. Bekannt geworden ist er zweifelsfrei durch die Serie „House“. Vielleicht hat er zu lange und zu überzeugend diesen zynischen amerikanischen Mediziner gespielt, jedenfalls hatte ich Probleme ihm, hier den britischen Multimillionär und gefährlichsten Mann der Welt abzunehmen.

 

 

Major Corkoran, genannt „Corky“ ist die rechte Hand von Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie). Corky misstraut Jonathan Pine, kann ihn nicht leiden. Neben Jonathan Pine wirkt Corky als wäre er nur 1,40 m groß. Corky wird von dem englischen Schauspieler Tom Hollander gespielt. Er hat in vielen britischen und amerikanischen Kinofilmen mitgespielt (u.a. in „Gosford Park“, „Pride and Prejudice“, Hanna, Mission: Impossible – Rogue Nation)

 

 

Jed ist die Geliebte von Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie). Gespielt wird Jed von der australischen Schauspielerin Elizabeth Debicki. Sie hat bereit ins „The Great Gatsby“, „Macbeth“ und Everest mitgespielt. Mir war sie bislang noch nicht aufgefallen und das, obwohl sie durch ihre Größe eigentlich auffallen müsste. Sie wirkt in diesem Mehrteiler größer als Tom Hiddleston und der ist mit 1,88 m nicht klein. Letztlich hat mir das keine Ruhe gelassen und ich habe recherchiert, dass sie ist tatsächlich 1,90 m groß. Angetan war ich besonders von den hübschen Kleidern, die sie in „The Night Manager“ trägt.

„The Night Manager“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen, u.a.: Outstanding Limited Series, Lead Actor (Tom Hiddleston) in a Limited Series or Movie, Best Supporting Actor (Hugh Laurie) in a Limited Series or Movie, Best Supporting Actress (Olivia Colman) in a Limited Series or Movie. Update: „The Night“ Manager“ wurde für 12 Emmys nominiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Miniserie oder auch nur einer der Schauspieler die geringste Chance gegen The People v. O. J. Simpson: American Crime Story haben.
„The Night Manager“ wurde erstmalig v. 21.02.16-27.03.16 auf BBC One ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde die Mini-Serie v. 19.04.16-24.05.16 auf AMC gezeigt. In Deutschland kann man „The Night Manager“ seit dem 27.03.16 auf AMAZON PRIME sehen. Ich habe mir sagen lassen, dass die britische sich etwas von der amerikanischen Version unterscheidet. Ich habe die amerikanische Fassung gesehen, in der Nacktheit nur angedeutet wird.

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

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NYC – Film: „The Lobster“

Ich war am 27.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Lobster“ 118 min drama, comedy
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Rachel Weisz, Jessica Barden, Olivia Colman, Lea Seydoux, John C. Reilly, Ben Whishaw

In einer etwas anderen Welt. Verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Menschen – halt Alleinstehende – sind für die Welt nutzlos und werden verhaftet. Sie müssen in einem abgelegenen Hotel einchecken und sind verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen einen neuen Partner zu finden. Gelingt ihnen das, sind sie wieder Teil der Gesellschaft, scheitern sie, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt und ausgesetzt. Die Hotelgäste können aber nicht einfach so vorgeben, eine neue Beziehung zu haben, sie müssen schon plausible Gemeinsamkeiten mit ihrem neuen Partner vorweisen (beispielsweise Nasenbluten). Bei dem Ganzen liegt es nahe vor der Verwandlung aus dem Hotel zu flüchten und in dem Wald mit den anderen geflüchteten, partnerlosen Menschen zu leben – wären da nicht die Hotelgäste, die regelmässige Jagden veranstalten. Wenn die Hotelgäste auf einen der flüchtigen Singles schießen und diesen betäuben, bekommen sie einen zusätzlichen Tag für die Partnersuche gutgeschrieben. David (Colin Farrell) wurde von seiner Frau verlassen und landet mit seinem Bruder Bob, einem Hund, (der bereits vor Jahren bei der Partnerwahl versagte) in dem Hotel. Die strenge Hotelmanagerin (Olivia Colman) macht ihn mit den Regeln vertraut und fragt ihn, in was für ein Tier er sich verwandeln lassen möchte. David hat sich entschlossen, in einen Hummer transformiert zu werden.

B+ (Wertung von A bis F) „The Lobster“ ist das englischsprachige Spielfilmdebüt des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos. Sein verstörenden Film Dogtooth war im Jahr 2011 überraschend für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

„The Lobster“ ist nicht minder verstörend. Der Film ist skurril, zynisch, krass, wahnsinnig witzig, aber auch liebenswert und vor allen Dingen einzigartig.

Vordergründig ist „The Lobster“ eine Beziehungssatire, es ist aber auch eine Liebesgeschichte. Wenn man einen in eine solche verrückte Welt führt, muss man dem Zuschauer erklären, wie diese funktioniert. Der Filmemacher hat ein durchdachtes Regelwerk aufgestellt und so war ich von Beginn an gefesselt und fasziniert zugleich.

Was macht einen herausragenden Film aus? Für mich sind es Filme, die mir noch lange in Erinnerung bleiben. „The Lobster“ ist kein perfekter Film, aber da ist diese absurde Idee und diese abgefahrene Welt, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde. An einige schräge Szenen (beispielsweise diese inszenierten Theaterstücke, die zeigen warum es wichtig ist, einen Partner zu haben) bringen mich jetzt noch zum Lachen, wenn ich nur an sie denke. Dann gibt es diese Szene beim Tanztee, bei der die strenge Hotelmanagerin (gespielt von der wunderbaren Olivia Colman, bekannt aus Tyrannosaur und der TV-Serie Broadchurch 1. Staffel und 2. Staffel) auf der Bühne steht und beginnt, zu singen – da sind mir beinahe die Tränen gelaufen, so glücklich hat mich dieser absurde Film zu dem Zeitpunkt bereits gemacht.

„The Lobster“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2015.

Ich habe den Film auf dem NYFF 53 gesehen und selbstverständlich ist dieser Film bei den New Yorkern begeistert aufgenommen worden.

„The Lobster“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film den Jury Prize und den Queer Palm gewonnen (zusätzlich wurde Bob mit dem Palm Dog Award ausgezeichnet). Wie bereits erwähnt, habe ich den Film auf dem New York Film Festival 2015 gesehen. Yorgos Lanthimos, Rachel Weisz und Ariane Labed (siehe Fotos) haben sich im Anschluss an den Film den Fragen des Publikums gestellt. Der Film hat bereits einen amerikanischen Verleiher, bislang aber noch keinen amerikanischen Starttermin. Sony Pictures hat die Vertriebsrechte für den deutschsprachigen Raum erworben.

Trailer zu sehen:

Kleiner Ausschnitt zu sehen:

NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q&A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos
NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q & A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos
NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q & A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos

TV – Serie: "Broadchurch, 2. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-America-Serie angeschaut:

„Broadchurch, 2. Staffel“ 8 x approx. 45 min drama, thriller
dir. James Strong, Jessica Hobbs, Jonathan Teplitzky, Mike Barker cast: Olivia Colman, David Tennant, Andrew Buchan, Pauline Quirke, Jonathan Bailey, Arthur Darvill, Simone McAullay, Matthew Gravelle, Jodie Whittaker, Joe Sims, Carolyn Pickles, James D´Arcy, Charlotte Rampling, Marianne Jean-Baptiste

Nachdem der Mörder des 11-jährigen Danny Mortimer gefunden wurde und im Gefängnis sitzt, kommt langsam wieder etwas Ruhe in das englische Küstenörtchen Broadchurch. Die erste Anhörung vor Gericht scheint nur noch eine Formsache. Die Familienangehörigen des getöteten Jungen, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant), Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) und viele Einwohner von Broadchurch sind vor Gericht erschienen. Dann der Schock, der Angeklagte plädiert auf nicht schuldig. Damit kommt es zu einem, für alle Beteiligten belastend langen Prozess. Dannys Mörder wird von der gerissenen Rechtsanwältin Sharon Bishop (Marianne Jean-Baptiste) verteidigt. Beth (Jodie Whittaker) und Mark Latimer (Andrew Buchan) bitten Jocelyn Knight (Charlotte Rampling), für ihre Familie die Anklage zu übernehmen. Dann wird Detective Inspector Hardy von seiner Vergangenheit und dem Fall Sandbrook eingeholt. Damals sind zwei Mädchen verschwunden, die 12-Jährige Pippa (Hollie Burgess) ist drei Tage später tot aufgefunden worden, die 19-Jährige Lisa (Eliza Bennett) ist bis heute verschwunden. Lee Ashworth (James D`Arcy) war der Hauptverdächtiger, seine Ehefrau verschaffte ihm seinerzeit aber ein Alibi und so kam der Tatverdächtige damals frei. Detective Inspector Hardy fühlt sich schuldig für den Verlauf des Falles und bittet nun Detective Sergeant Ellie Miller um Mithilfe, den Fall aufzuklären.

B- (Wertung von A bis F) Am letzten Sonntag (17.05.15) wurde der letzte Teil der ersten Staffel von „Broadchurch“ im ZDF gezeigt, ab morgen (21.05.15) ist die erste Staffel in Deutschland auch auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich. Meinen Beitrag zur zweiten Staffel halte ich spoiler-frei was die Identität des Mörders angeht.

Die erste Staffel ging hauptsächlich um die Suche nach dem Täter. Dabei hat sich herausgestellt, dass die meisten Bewohner von Broadchurch irgendetwas zu verheimlichen haben. Beinahe jeder Bewohner wurde irgendwann verdächtigt, den Jungen getötet zu haben. Die erste Staffel dieser britischen Serie war so erfolgreich, dass die Amerikaner im letzten Jahr ein Remake davon herausbrachten. Warum nun für die amerikanischen Zuschauer immer alles neuverfilmt werden muss (insbesondere wenn das Original auch in englischer Sprache ist), bleibt deren Geheimnis. Ich habe die DVD von „Gracepoint“ zwar Zuhause, mir aber aufgrund der schlechten Kritiken bisher erspart. Im Februar 2015 ist dann Deutschland auf den „Broadchurch“-Zug aufgesprungen und hat einen Zweiteiler im ZDF in der Rubrik „Fernsehfilm der Woche“ gezeigt. Ich schaue mir den Fernsehfilm der Woche eigentlich sehr gerne an, wenn es denn ein deutsches Drama oder ein deutscher Thriller ist. Ich gucke halt sonst praktisch keine deutschen Filme und so habe ich das Gefühl, nicht komplett den Anschluss zu verpassen. Außerdem habe ich dort schon wirklich gute Filme gesehen und einige deutsche Schauspieler für mich entdeckt. Jedenfalls hat das ZDF irgendwann im Februar „Tod eines Mädchens“ mit Heino Ferch und Barbara Auer gezeigt und das war so unverschämt von „Broadchurch“ abgekupfert, dass ich fassungslos war. Dabei war dieser zweiteilige Fernsehfilm auch noch unterirdisch schlecht ist, insbesondere wenn man das Original kennt.

Bei mir lag es ziemlich genau ein Jahr zurück, dass ich die erste Staffel von Broadchurch gesehen habe. Es hat aber nur wenige Minuten der zweiten Staffel gedauert, bis ich wieder in der Geschichte, ja in Broadchurch war. Es ist diese Atmosphäre dieses bezaubernden Küstenörtchens, die vertrauten Charakter, insbesondere DS Miller und DI Hardy, das Zusammenspiel der Beiden und letztlich natürlich der so einprägsame, immer wiederkehrende Score.

In der zweiten Staffel gibt es zwei Handlungsstränge. Zum einen geht es um den Danny Latimer-Fall, bei dem sich der Mörder des Jungen vor Gericht verantworten muss und zum anderen ist da ein alter Kriminalfall (der Sandbrook-Fall, der bereits in der ersten Staffel erwähnt wurde), den DI Hardy jetzt endgültig aufklären will. DS Miller wird ihn dabei unterstützen. Mich hat der Sandbrook-Fall mehr interessiert, auch wenn bei der Geschichte vor Gericht auf raffinierte Weise gezeigt wird, wie man das britische Rechtssystem für sich bzw. seine Interessen nutzen kann. Die Szenen vor Gericht in der siebenten Episode fand ich aber großartig. Auch fand ich das Staffelende sehr gelungen.

Die zweite Staffel ist definitiv sehenswert, einzelne Episoden mitunter sehr spannend, aber im Ganzen betrachtet nicht so gut wie die erste Staffel. In jedem Fall hat es mir aber Spass gemacht, Zeit mit DI Hardy und DS Miller zu verbringen.

Auch in der zweiten Staffel von „Broadchurch“ sind Hardy und Miller meine Lieblingsfiguren. Vorgestellt hatte ich sie bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel.

andere wichtige Charaktere für die zweite Staffel von „Broadchurch“:

Lee Ashworth ist der vermeintlicher Täter in Inspector Hardys letztem, dem Sandbrook-Fall. Lee wird von dem englischen Schauspieler James D´Arcy gespielt. Er war in zahlreichen britischen und amerikanischen TV- und Kinoproduktionen zu sehen. Mir ist er noch als Anthony Perkins in dem Film Hitchcock in Erinnerung.

Claire war in den Sandbrook-Fall verwickelt und steht unter Inspector Alec Hardys Schutz. Mehr möchte ich über ihren Charakter nicht verraten. Gespielt wird Claire von der walisischen Theater- und Fernsehschauspielerin Eve Myles. Sie hat regelmässig in der britischen TV-Serie „Torchwood“ mitgespielt

Jocelyn Knight ist Anwältin, eigentlich pensioniert, vertritt aber die Familie Latimer vor Gericht. Sie lebt in Broadchurch. Gespielt wird Jocelyn von der englischen Schauspielerin Charlotte Rampling. Sie hat in unzähligen Kinofilmen (u.a. „Angel Heart“, „Swimming Pool“, Never Let Me Go) mitgespielt.

Sharon Bishop ist die Verteidigerin des Täters. Diesen Charakter mag ich am allerwenigsten. Sharon Bishop wird von der englischen Schauspielerin Marianne Jean-Baptiste gespielt. Sie hat regelmässig in der TV-Serie „Without a Trace“ gespielt

Ricky Gillespie ist der Vater der getöteten 12-Jährigen Pippa. Gespielt wird Ricky Gillespie von dem englischen Schauspieler Shaun Dooley. Er war in zahlreichen, vorwiegend britischen TV-Formaten zu sehen.

Die erste Staffel „Broadchurch“ hat im Jahr 2014 sämtliche TV-Preise in Großbritannien gewonnen.

Die zweite Staffel von „Broadchurch“ wurde erstmalig v. 5.1.15 bis zum 23.02.15 auf dem britischen Sender ITV ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde diese Staffel v. 4.3.15 – 22.04.15 auf BBC America gezeigt. In Deutschland wird wohl auch die zweite Staffel im ZDF ausgestrahlt, bislang gibt es aber noch keinen genauen Sendetermin.

Es wird eine dritte Staffel geben, das wurde bereits vonseiten der Produktion bestätigt.

Trailer zu sehen:

TV – Serie: "Broadchurch, 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel von folgender BBC-America-Serie angeschaut:

„Broadchurch, 1. Staffel“ (in Deutschland ab dem 21.05.15 auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich) 8 x approx 45 min drama, thriller
dir. James Strong, Euros Lyn cast: Olivia Colman, David Tennant, David Bradley, Jodie Whitaker, Pauline Quirke, Arthur Darvill, Andrew Buchan, Vicky McClure, Charlotte Beaumont, Jonathan Bailey, Adam Wilson, Carolyn Pickles, Joe Sims, Simone McAullay, Matthew Gravelle

Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) lebt und arbeitet in dem kleinen Küstenstädtchen Broadchurch in Südengland. Gerade kommt sie aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurück. Eigentlich sollte sie bei ihrer Rückkehr befördert werden. An ihrem ersten Arbeitstag wird ihr jedoch mitgeteilt, dass seit einer Woche jemand von Außerhalb die Stelle des Detective Inspectors ausfüllt. An ihrem ersten Arbeitstag wird auch noch die Leiche des elfjährigen Danny Latimer (Oskar McNamara) am Strand aufgefunden. Ellies neuer Vorgesetzter, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant) leitet die Ermittlungen. Ellie ist in einer schwierigen Situation, der verstorbene Junge war mit ihrem Sohn Tom (Adam Wilson) befreundet und jetzt muss sie auch noch mit diesem seltsamen Alec Hardy an dem Fall zusammenarbeiten. Die Obduktion ergibt, dass der Junge wahrscheinlich ermordet wurde. In der Kleinstadt kennt jeder jeden, wer hat also Danny getötet? Jeder Einwohner gerät bald in Verdacht. Die lokale Zeitung und die nationalen Medien werden auch bald auf diesen Fall aufmerksam und behindern die Ermittlungen. Die Polizei steht unter großem Druck, den Mörder des Jungen schnellstmöglich zu finden.

B (Wertung von A bis F) „Broadchurch“ ist ein spannender, atmosphärischer Krimi-Mehrteiler aus Großbritannien. Wie bereits bei „True Detective“ ist aber auch die Bezeichnung Serie nicht falsch. Mit den acht Episoden trifft es Miniserie wohl auch hier vielleicht am Besten. Die zweite Staffel von „Broadchurch“ ist bereits in Produktion. Dankenswerterweise spielen David Tennant und Olivia Colman dann auch wieder die Hauptrollen. Voraussichtlich wird die zweite Staffel da anschließen, wo die erste Staffel endete.

Bei dieser ersten Staffel von „Broadchurch“ steht die Suche nach dem Kindermörder im Mittelpunkt. Die Serie lebt von dem faszinierende Zusammenspiel der beiden Polizisten, Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) und ihrem Vorgesetzten, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant). Ich habe eine Weile (eigentlich bis Folge 6) völlig im Dunkeln getappt, wer der Mörder des Jungen ist. Irgendwann gerät praktisch jeder Einwohner unter Verdacht. Vielleicht hat es geholfen, dass die einzelnen Schauspieler bei der Besetzung auch nicht mehr wussten, als die Ereignisse in der ersten Episode. Es gibt einige Wendungen in der Erzählung. Die Geschichte ist bis zur letzten Folge spannend.

Ich habe „Broadchurch“ im April 14, relativ zeitgleich mit der ersten Sichtung der HBO-Miniserie „True Detective“ (1. Staffel) geschaut. Auch wenn die beiden Serien eigentlich völlig unterschiedlich sind, habe ich tatsächlich auch ein paar Ähnlichkeiten festgestellt. Zwei ermittelnden Polizisten, die charakterlich sehr verschieden sind und irgendwie miteinander klarkommen müssen. Ganz langsam nähern sich die Beiden an. Beide Serien leben von der Chemie und dem Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Es gibt sogar eine relativ ähnliche Szene. In „True Detective“ lädt Woody Harrelsons Charakter Marty erstmalig seinen, ihm seltsam erscheinenden Partner zum Essen bei sich zu Hause ein, seine Frau und seine Kinder sollen ihn kennenlernen. Begeistert ist Matthew McConaugheys Charakter Rust nicht über die Einladung, gar nichts kann er mit solchen gesellschaftlichen Verpflichtungen anfangen. In „Broadchurch“ ist es Olivia Colmans Ellie, die ihren spröden, ungeselligen Vorgesetzten Alec Hardy zum Abendessen nach Hause einlädt. Auch sie will ihn ihrer Familie vorstellen. Alec hält davon ebenso wenig, er sieht keinen Sinn darin, sich privat mit jemanden, noch dazu Arbeitskollegen zu treffen. Ja, Alec Hardy und Rust Cohle sind sich in gewisser Weise ähnlich. Selbstverständlich ist der kantige Alec Hardy mein Lieblingscharakter von „Broadchurch“. An seinen Gesichtsausdruck kann man meist ablesen, was er denkt. Dazu haut er gerne den einen oder anderen trockenen Spruch raus – ich könnte ihm ewig zuschauen.

Olivia Colman ist auch in „Broadchurch“ wieder exzellent. Gerade durch die Beziehung von David Tennants und Olivia Colmans Charakteren ist Broadchurch so sehenswert, das kann ich nicht oft genug betonen.

„Broadchurch“ ist aber auch ein Ensemble-Drama, in dem (in meinen Augen mit einer einzigen Ausnahme) eigentlich alle Schauspieler großartig sind. Alle Schauspieler und die jeweiligen Figuren tragen ihren Beitrag zum Erfolg der Serie bei. Die Figuren Susan und der Kioskbesitzer stechen für mich dennoch etwas aus dem Ensemble heraus.

Ein paar Anmerkungen zu einigen Episoden:

Episode 5: Auch wenn es herzzerreissend ist, ich mag das Ende dieser Folge. Außerdem war ich hier spätestens in Alec Hardy verknalllt

Episode 6: Mir ist hier mehr oder weniger zufällig etwas aufgefallen, mit der letzten Folge, in der aufgeklärt wurde, wer der Täter ist, hatte ich hier ein gutes Gespür.

Episode 7: Ich mag die beiden Verhöre von Ellie und Alec, auch wie sie zusammengeschnitten wurden. Hier gab es bereits einen klaren Hinweis auf den Täter.

Episode 8: Der Mörder wird gestellt. Alec Hardy ist eine großartige Figur. Tolles, emotionales Staffelende. Leider hat mir die Performance des Täters nicht gefallen. Wenn zwei hervorragende Schauspieler neben einem mittelmässigen Schauspieler agieren, wirkt Letzterer schnell noch mieser als er eigentlich sowieso schon ist.

Im April 14 hatte ich die DVD der Serie „Broadchurch“ schon seit einiger Zeit Zuhause. Zu dem Zeitpunkt stand sie direkt nach „True Detective“ auf meiner Must-See-Liste. Dann habe ich aber auf meinem Urlaubsflug von Deutschland nach New York festgestellt, dass wir in unserem Bordprogramm (zumindest in der Business Class) alle Episoden zur Verfügung stellen. So habe ich auf meinem 8-Stunden-Flug die komplette erste Staffel sehen können. Wenn das mal nicht die ideale Beschäftigung für einen sonst so öden Langstreckenflug ist.

Die wichtigen Charaktere im Einzelnen:

Broadchurch – ist eine fiktiven Küstenstadt in der Grafschaft Dorset im Südwesten von England. Es ist eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Engländer gerne auch mal ihre Ferien verbringen. Broadchurch und deren Gemeinde sind ein wichtiger Bestandteil der Serie. Das malerische Küstenörtchen Broadchurch bildet das Fundament für die Geschichte und sorgt für die nötige Atmosphäre und Stimmung. Die erzählte Geschichte zeigt wie ein Verbrechen eine Kleinstadt erschüttern kann.

Detective Sergeant Ellie Miller – Ellie ist in Broadchurch aufgewachsen, kennt jeden einzelnen Bewohner der kleinen Küstenstadt. Sie ist eine gute Polizistin wurde aber dennoch bei der Besetzung der Stelle des Detective Inspector übergangen und muss sich nun mit ihrem neuen Vorgesetzten Alec Hardy auseinandersetzen und mit ihm an der Aufklärung des Falles arbeiten. Sie kann ihn nicht leiden, mit seiner Art bringt er sie so oft auf die Palme, viel zu ruppig, rüde und distanziert ist er. Die umgängliche Ellie Miller wird von der britischen Schauspielerin Olivia Colman gespielt. Die britische Schauspielerin Olivia Colman kommt ursprünglich aus dem Comedy-Fach. Ich bin dankbar, dass sie irgendwann die Chance bekam, ins dramatische Fach zu wechseln. Mir ist sie das erste Mal in „Tyrannosaur“, einem meiner Lieblingsfilme aus dem Jahr 2011, aufgefallen. Ich habe sie mittlerweile in einigen Rollen gesehen, immer nehme ich ihr die Rolle ab, die sie gerade spielt. Gespielt hat sie u.a. in folgenden Kinofilmen: „Hot Fuzz“, Tyrannosaur, The Iron Lady, Hyde Park on Hudson und konnte kürzlich erst in Locke durch ihre Sprechrolle überzeugen.

Detective Inspector Alec Hardy – Er ist Ellies Vorgesetzter, Einzelgänger, leitender Ermittler in dem Mordfall, Eigenbrötler, alleinstehend, ist stets schlecht gelaunt, genervt, gesundheitlich ist er sehr angeschlagen, hat auch ein Geheimnis, ist zynisch, sieht keinen Sinn darin, freundlich zu sein und ist überhaupt nicht an sozialen Kontakten interessiert. Er mag Beth für ihre Professionalität. Er hasst es, in Broadchurch zu arbeiten. Er ist ganz klar meine Lieblingsfigur dieses Mehrteilers. Ich mag einfach unangepasste Persönlichkeiten.Er ist auch der Einzige aus der Serie „Broadchurch“, der auch in dem amerikanischen Remake mitspielt. Alec Hardy wird von dem schottischen Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler David Tennant gespielt. Bekannt geworden ist David Gennant durch seine Rolle in der BBC-Serie „Doctor Who“, für die er viele Auszeichnungen gewonnen hat. Er hat in unzähligen Projekten mitgewirkt. Ich habe meinen neuen Lieblingsschauspieler jedoch bisher einzig in dem Remake von Fright Night gesehen.

Beth Latimer – Sie ist die Mutter des verstorbenen Danny. Sie ist Marks Ehefrau, die beiden haben noch eine fünfzehnjährige Tochter, Chloe. Beth ist ihrem Mann Mark gegenüber misstrauisch, irgendetwas verheimlicht er ihr. Aber auch sie verheimlicht ihrem Ehemann etwas. Gespielt wird Beth von der britischen Schauspielerin Jodie Whittaker. Sie hat in einigen britischen Serien gespielt und u.a. in dem Kinofilm Attack the Block.

Mark Latimer – Er ist der Vater des verstorbenen Danny und Beths Ehemann. Die beiden haben noch eine 15-jährige Tochter namens Chloe. Er arbeitet als selbständiger Klempner. Er verheimlicht seiner Frau Beth etwas. Gespielt wird Mark von dem britischen Schauspieler Andrew Buchan. Er hat in vielen britischen Serien mitgewirkt und auch in dem Kinofilm Nowhere Boy gespielt.

Chloe Latimer – Sie ist die Schwester des verstorbenen Danny. Sie hat einen älteren Freund, davon wissen aber ihre Eltern nichts. In ihrem Zimmer wird Kokain gefunden. Gespielt wird Chloe von der britischen Schauspielerin Charlotte Beaumont. Sie wird demnächst in dem neuesten Film der Geschwister Wachowski „Jupiter Ascending“ zu sehen sein.

Tom Miller – Er ist Ellies und Joes elfähriger Sohn, er war mit dem verstorbenen Danny befreundet. Er hat ein Geheimnis vor seinen Eltern. Tom wird dem britischen Schauspieler Adam Wilson gespielt. Er hat zuvor in einigen britischen TV-Produktionen mitgewirkt.

Susan Wright – Sie ist eine Einzelgängerin, etwas mysteriös. Sie wohnt mit ihrem Hund in einem Wohnwagen am Strand. Gespielt wird Susan Wright von der britischen Schauspielerin Pauline Quirke. Ich mag diese Figur auch sehr. Sie hat zuvor in zahlreichen britischen TV-Serien mitgespielt.

Maggie Radcliffe – Sie ist die Herausgeberin der lokalen Zeitung Echo. Maggie wird von der britischen Schauspielerin Carolyn Pickles gespielt. Sie hat zuvor in einigen britischen TV-Serien gespielt.

Jack Marshall – Er ist der Kioskbesitzer in Broadchurch. Ich mag seine Figur sehr gerne. Jack wird von dem britischen Theater- Film und Fernsehschauspieler David Bradley gespielt. Er war unter anderen in der TV-Serie „Game of Thrones“, den Harry Potter-Verfilmungen und dem Kinofilm Harry Brown mitgespielt

Reverend Paul Coates – Er ist der Priester von Broadchurch. Gespielt wird er von dem britischen Schauspieler Arthur Darvill. Er hat auch in der Serie „Doctor Who“ gespielt

Nigel Carter – Er ist Angestellter, Kollege und Freund von Mark, dem Vater des verstorbenen Danny. Gespielt wird Nigel von dem britischen Schauspieler Joe Sims. Er hat zuvor bereits in einigen britischen TV-Serien mitgespielt.

Karen White – Sie ist Journalistin des Daily Herald. Sie kommt aus London nach Broadchurch weil sie ein interessante und skandalöse Geschichte wittert. Karen White wird von der britischen Schauspielerin Vicky McClure gespielt. Sie hat zuvor in einigen britischen TV-Serien gespielt.

Olly Stevens – Er arbeitet als Reporter bei der lokalen Zeitung Broadchurch Echo. Beruflich will er vorankommen. Olly ist Ellies Neffe. Olly wird von dem britischen Schauspieler Jonathan Bailey gespielt. Er hat zuvor in zahlreichen britischen TV-Serien mitgespielt.

Becca Fisher – Sie ist Australierin, ihr gehört das Hotel in Broadchurch. Gespielt wird Becca von der australischen Schauspielerin Simone McAullay. Sie hat zuvor in einigen australischen TV-Serien mitgespielt.

Joe Miller – Er ist der Mann von Ellie udn Vater ihrer beiden Kinder. Er ist Hausmann, hat früher als Sanitäter gearbeitet. Gespielt wird Joe von dem britischen Schauspieler Matthew Gravelle. Er hat bereits in den Mehrteilern „Baker Boys“ und „The Bibel“ mitgespielt.

Die Serie „Broadchurch“ lief erstmalig und äußerst erfolgreich vom 4.3.-22.04.13 im britischen Fernsehen auf ITV. In den U.S.A. wurde „Broadchurch“ im August und September 2013 auf BBC America ausgestrahlt. In Deutschland wird die Serie aller Voraussicht nach auf SAT 1 gezeigt werden, vermutlich jedoch erst im Jahr 2015. Update: Das ZDF hat im Mai´15 die komplette erste Staffel von „Broadchurch“ ausgestrahlt.

Das amerikanische Remake von „Broadchurch“ wird noch im Herbst 2014 auf FOX ausgestrahlt. Es wird 10 Teile geben und der Titel des Mehrteilers ist „Gracepoint“. Von dem ursprünglichen britischen Ensemble wird einzig David Tennant eine Rolle haben. David Tennant spielt auch in der amerikanischen Version den Detective, heißt dort aber Emmett Carver. Olivia Holmanns Charakter Ellie Miller wird von Anna Gunn („Breaking Bad“) verkörpert. Ich habe mir den Trailer bereits angeschaut und bin alleine davon schon überzeugt, dass das Original wesentlich besser ist. Nur ist das amerikanische Remake mit Michael Pena, Nick Nolte und der großartigen Jacki Weaver auch sehr gut besetzt und reizt mich daher natürlich auch. Dennoch – war es wirklich nötig, ein amerikanisches Remake zu drehen?

Mein Beitrag zu der zweiten Staffel von „Broadchurch“ ist hier zu lesen.

Trailer zu sehen:

Trailer mit dem Lied, das durch den Mehrteiler führt:

NYC – Film: "Locke"

Ich war am 25.04.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Locke“ (dt. Titel: „No Turning Back – Locke“, dt. Kinostart: 19.06.14) 85 min drama
dir. Steven Knight cast: Tom Hardy voices: Olivia Colman, Ruth Wilson, Andrew Scott, Ben Daniels, Tom Holland

Ivan Locke (Tom Hardy) ist Familienvater und arbeitet als Bauleiter. Nachdem er einen Anruf erhalten hat, steigt er in sein Auto und fährt in Richtung London. Sein eigentlich geordnetes Leben mit einem guten Job, mit einer Frau und Kindern ist erheblich durcheinander geraten.

B+ (Wertung von A bis F) „Locke“ ist eine faszinierende Charakterstudie mit einem überragenden Tom Hardy in der Hauptrolle.

Ich bin leider mit etwas falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde, suggerierte, dass „Locke“ ein Thriller ist. Das ist er aber in meinen Augen nicht. Was nicht bedeuten soll, dass er nicht auch bis zum Schluss fesselnd ist. Ich würde „Locke“ aber eindeutig der Kategorie Drama zuordnen. Es ist ein außergewöhnliches Kammerspiel. Es gibt einen Schauspieler und der Film spielt ausschließlich in einem Auto. „Locke“ ist eine Charakterstudie, bei dem man mit jedem, der von Ivan Locke über die Freisprechanlage getätigten Telefonate mehr über den Protagonisten erfährt. Man findet heraus was Locke für ein Typ ist und was sein Problem zu sein scheint.

Tom Hardy (Bronson, Warrior, Tinker Tailor Soldier Spy, The Dark Knight Rises) muss den Film ganz alleine schultern. Die ganze Zeit sitzt er in seinem Wagen. Er hat begrenzte Möglichkeiten zu gestikulieren, hauptsächlich ist es sein Gesicht, seine Mimik und wie facettenreich er seine Stimme und Sprache einsetzt, die diese Performance und diesen Film so außergewöhnlich machen. In „Locke“ zeigt sich erneut, was er für ein fantastischer Schauspieler Tom Hardy ist. Da der Film sehr auf Tom Hardys Stimme und Sprache setzt, empfehle ich dringend, den Film in der Originalfassung zu sehen.

Das Drehbuch und die Dialoge sind simple, aber clever und voller Symbolik. Der Regisseur hat später erzählt, dass, als er das Drehbuch für „Locke“ schrieb, die ganze Zeit Tom Hardy für diese zentrale Rolle im Kopf hatte. Auch hat er gesagt, dass die Dreharbeiten acht Tage (bzw. acht Nächte) gedauert haben. Insgesamt wurden 16 Versionen von dem Film gedreht. Die kurze Drehzeit war für das Zustandekommen des Low-Budget-Projekts mit Tom Hardy als Hauptdarsteller sehr wichtig, da es anders schwer in den Zeitplan des britischen Schauspieler gepasst hätte. Mittlerweile gilt er bekanntermassen als einer der gefragtesten Hollywood-Stars.

„Locke“, ist nach dem Film „Redemption“, erst der zweite Spielfilm bei dem Steven Knight Regie führt. Zuvor hat er einige Drehbücher geschrieben, u.a. für Stephen Frears Film „Dirty Pretty Things“ und David Cronenbergs Film Eastern Promises.

Erwähnen muss ich noch, dass es für mich im Film doch auch ein paar wenige Schwächen gibt. Das sind die Momente, in denen Ivan Locke zu jemanden spricht, aber nicht am Telefon.

Tom Hardy ist für diese Rolle bereits für eine Oscar-Nominierung im Gespräch. Er hat dieses Jahr aber noch zwei weitere Filme („The Drop“, „Child 44“) für die er nominiert werden könnte.

„Locke“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2013 gezeigt. Ich habe den Film in einem meiner New Yorker Lieblingsprogrammkinos, dem Angelika Film Center, gesehen. Der Regisseur, Steven Knight, war anwesend und hat sich nach dem Film den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt.

Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Obvious Child“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: RomCom, die in Sundance lief
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Night Moves“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kelly Reichardts neuer Film mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning und Peter Sarsgaard
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca FF gesehen

Trailer v. Film: „Violette“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: französischer Biopic über Violette Leduc
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ivory Tower““
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über die gestiegenen Kosten einer Universitäts-Ausbildung in den U.S.A.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Hyde Park on Hudson"

Ich war am 07.12.12 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Hyde Park on Hudson“ (dt. Titel: „Hyde Park am Hudson“, dt. Kinostart: 28.02.13) 95 min drama, biopic
dir. Roger Michell cast: Bill Murray, Laura Linney, Olivia Colman, Olivia Williams, Samuel West, Elizabeth Wilson

Margaret „Daisy“ Suckley (Laura Linney) ist eine entfernte Cousine von Franklin D. Roosevelt (Bill Murray). FDRs Mutter Sara (Elizabeth Wilson) bittet Daisy, dem amerikanischen Präsidenten einen Besuch abzustatten. Sie haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen. Fortan verbringen sie viel Zeit auf Präsident Roosevelts Anwesen in Hyde Park. Kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs, im Juni 1939, kündigen sich der britischen König George VI (Samuel West) und seine Gemahlin, Königin Elizabeth (Olivia Colman), an. Eine turbulentes Wochenende nimmt seinen Lauf…

C- (Wertung von A bis F) Die in „Hyde Park on Hudson“ erzählte Geschichte wurde von Daisy Suckleys Briefen und Tagebüchern inspiriert.

Die Handlung in „Hyde Park on Hudson“ wird aus Daisys Sicht erzählt und das ist schon ein großer Fehler. Die Romanze zwischen US-Präsident Franklin D. Roosevelt und seiner Cousine ist alles andere als interessant. Als Zuschauer war es für mich auch nicht wirklich nachvollziehbar, warum das amerikanische Staatsoberhaupt ausgerechnet mit dieser hausbackenen und langweiligen Daisy so gerne seine Zeit verbracht hat.

Später konzentriert sich der Film auf den Besuch des britischen Königspaares. Das bereichert den Film um einiges. Leider hat auch dieser Part seine Schattenseiten, Samuel West gibt eine mitunter unfreiwillig komische Darstellung als stotternder Monarch (Wo ist Colin Firth wenn man ihn braucht?). Olivia Colman (Tyrannosaur) hat mir als Königin Elizabeth hingegen sehr gut gefallen.

Ich wünschte mir, dass die Geschichte aus Sicht von Franklin D. Roosevelt oder seiner geistreichen Frau Eleanor erzählt worden wäre. Aber auch meine Wunschvorstellung von Film wäre mit diesem Regisseur (Roger Michell) ganz sicher nicht mit einem guten Film gekrönt. Ich hatte während des Films oft den Eindruck, einen schlechten amerikanischen Fernsehfilm zu gucken. Gut, der Regisseur kann nichts für das schlechte Drehbuch und die steifen Dialoge. Die Kameraarbeit ist aber amateurhaft und ich weiss auch nicht, was er sich bei diesen langen Kamerafahrten gedacht hat. Außerdem hat er keinerlei Gespür für eine gute Szene bzw. einzelne Szenenbilder.

Alles in allem ist der Film sterbenslangweilig und schwer aushaltbar. So schlimm, dass ich immer wieder von Bill Murrays durchaus solider Performance abgelenkt wurde. Ich musste ein Auge zudrücken, um Hyde Park on Hudson auf einer „C-„- Bewertung zu halten.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Film bei den Oscar-Nominierungen 2013 irgendeine Rolle spielen wird.

Hyde Park on Hudson wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival aufgeführt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Glimpse Inside the Mind of Charles Swan III“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie von Francis Ford Coppolas Sohn Roman mit Charlie Sheen, Bill Murray und Jason Schwartzman
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Les Misérables“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Musical mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Amanda Seyfried, Anne Hathaway. Um so mehr Trailer ich sehe, um so mehr graut es mir vor diesem Film…
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Quartet“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Dustin Hoffmans Regiedebüt. Komödie mit Maggie Smith
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „West of Memphis“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Barbara“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Deutsches Drama mit Nina Hoss. Habe ich vor einigen Monaten gesehen und für überbewertet und langweilig befunden. Ich kann mir auch nicht erklären, was ALLE an der Hoss finden.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

D.C. – Film: "The Iron Lady"

Ich war am 13.01.12 in Washington und habe mir im Kino angeschaut:

„The Iron Lady“ (dt. Titel: „Die Eiserne Lady“, dt. Kinostart: 01.03.12) 105 min drama, biopic
dir. Phyllida Lloyd cast: Meryl Streep, Jim Broadbent, Olivia Colman, Alexandra Roach, Harry Lloyd

Margaret Roberts wurde im Jahr 1925 als Tochter eines Lebensmittelhändlers und einer Hausschneiderin geboren. Margaret (Alexandra Roach) ist eine idealistische, ehrgeizige junge Dame und wird schon während ihres Studiums in Oxford die erste Präsidentin der konservativen Vereinigung der Studenten. Nach Abschluss ihres Chemiestudiums heiratet sie Denis Thatcher (Harry Lloyd, später Jim Broadbent) hat aber ihrem Mann unmissverständlich klar gemacht, dass sie keine Frau ist, die nur als Ehefrau und Mutter Zuhause sitzt. Sie beginnt ein weiteres Studium. Im Jahr 1953 bekommt sie die Zwillinge Carol und Mark. Nach ihrem Jurastudium wird sie Anwältin und spezialisiert sich auf Steuerrecht. Im Jahr 1959 erhält Margaret Thatcher (Meryl Streep) als Kandidatin der konservativen Partei ein Unterhaus-Mandat. In den Jahren darauf macht sie sich einen Namen als Parlamentssekretärin, als Ministerin für Erziehung und Wissenschaft und wird schließlich zur Parteivorsitzenden gewählt. Im Jahr 1979 wird sie die erste weibliche Premierministerin im Vereinigten Königreich. Bis zu ihrem Rücktritt regierte sie elf Jahre lang.

B (Wertung von A bis F) Der Film hat, insbesondere von den Briten, eigentlich schon vor Kinostart viel Haue bekommen. So habe ich mit dem schlimmsten gerechnet und habe mir den Film eigentlich hauptsächlich wegen Meryl Streeps Performance angeschaut. Ich war angenehm überrascht von dem Film. Ich finde es gar keine schlechte Idee, „The Iron Lady“ aus Sicht einer hochbetagten, dementen Dame, die Margaret Thatcher nun mal heute ist, zu erzählen. Ihr Werdegang wird in Rückblenden erzählt, man sieht sie in ihrer Jugend (auch wunderbar von Alexandra Roach gespielt), sieht wie sie sich immer durchgebissen hat, verfolgt ihre politische Anfänge bis sie sich, in der von Männern dominierenden, britischen Polit-Welt durchsetzt und schließlich sogar als erste Frau zur Premierministerin in Großbritannien gewählt wurde und regiert hat. Der Film zeigt aber auch das Heute, wie die demenzkranke Margaret Thatcher sich mit ihrem längst verstorbenen Mann Denis (Jim Broadbent) unterhält. Ich habe so einen umfassenden Eindruck von dem Charakter bzw. der Person Margaret Thatcher bekommen.

Vielleicht hätte man mit dem Film politisch Stellung beziehen können, finde ich aber nicht notwendig, ich finde es besser, ein relativ objektives Bild der ehemaligen Premierministerin zu zeigen. Klar wird die, einst von Vielen so gehasste, Regierungschefin auch, gerade jetzt als kranke alte Dame, menschlich gezeigt. Aber warum denn auch nicht, mich haben diese Szenen teilweise sehr gerührt. Vielleicht hätte sich der Film aber auch mehr auf ihre tatsächliche Regierungszeit, ihre umstrittene Meinung zu gewissen Dingen (z. B. dass sie eine absolute Gegnerin der deutschen Wiedervereinigung und einer Gemeinschaftswährung in Europa war) konzentrieren müssen, viele Stationen werden nur angerissen und es wird nicht erklärt wie es dazu kam. Man bekommt aber durchaus ein Bild davon, wie kalt, kompromisslos und beratungsresistent Margaret Thatcher war. Persönlich hätte ich gerne noch etwas mehr über die Kinder erfahren, wie es wohl gewesen sein muss mit ihr als Mutter. Aber gut, alles passt wahrscheinlich nicht in 105 Filmminuten. „The Iron Lady“ hat einige Schwächen und ich möchte auch nicht vorenthalten, dass der Film einige Szenen beinhaltet, die einfach schlecht sind und bei denen ich mich gefragt habe, wie die Regisseurin überhaupt auf die Idee kam, sie reinzunehmen.

Meryl Streep ist Maggie Thatcher, da gibt so was von gar keinem Zweifel. Meryl Streep spielt Margaret Thatcher über einen Zeitraum von 40 Jahren und die wunderbare Arbeit der Maskenbildner unterstützt nur noch Meryl Streeps grandiose Performance. Mit ihrer Mimik, Gestik, Stimme, Sprache, ihrem Akzent und ihrem Spiel trifft sie einfach den richtigen Ton. Ich habe irgendwann einfach vergessen, dass ich hier eine Schauspielerin sehe. Zwischendurch ist mir ein Mal eingefallen, dass mich Meryls Granaten-Performance an Hellen Mirrens damals als Queen Elisabeth II. erinnert.

Gut, über die – einen weiteren Rekord brechende – wohlverdiente 17. Oscar-Nominierung brauche ich mich ja nicht mehr auszulassen. Dieses Jahr geht es um den Oscar. Immer wieder habe ich gehört, Meryl Streep erhält nur ihren dritten Oscar, wenn sie besser ist, als in „Sophie´s Choice“. Im Jahr 1982 hat sie ihren letzten Oscar für „Sophie´s Choice erhalten. Seitdem wurde sie weitere 12x für den Academy Award nominiert. Klar ist sie ein Liebling der Academy und man könnte sagen, das ist doch Ehre genug, insgesamt unglaubliche 17 x für den Oscar nominiert zu werden. Man darf aber dabei nicht vergessen, dass sie eben seit mehr als 30 Jahren konstant exzellente Arbeit abgeliefert hat. Ich bin immer der Meinung, die beste Arbeit des Jahres sollte belohnt werden. So einfach ist es aber leider nicht. Die Oscar-Nominierungen sind zwar noch nicht bekanntgegeben worden, man kann aber davon ausgehen, dass Meryl, Michelle Williams und Viola Davis feststehen und Tilda Swinton und Glenn Close oder Charlize Theron als wahrscheinlich gelten. Eine Nominierung für Rooney Mara könnte alles noch etwas durcheinanderbringen. Von Tilda und Glenn Close habe ich es bislang noch nicht geschafft, mir ein Bild zu machen. Die besten Performances, die ich bisher gesehen habe, waren Meryl Streep und Charlize Theron. Für das Filmjahr 2011, also die Oscars 2012, stand eigentlich von Beginn an Viola Davis als Favoritin fest. Viola Davis liefert auch seit Jahren sehr gute Arbeit ab, hat eine Oscar-Nominierung für Doubt und ist „fällig“. Nun hat sie aber in The Help wenn man es genau betrachtet, keine Hauptrolle, wird aber – so ist es wenn es um wichtige Filmpreise geht – für Best Actress „eingereicht“. Davon abgesehen finde ich Viola Davis´Performance in dem Film auch nicht soo auszeichnungswürdig. Sie spielt aber einen sympathischen Charakter und eine richtig gute Rolle kommt ja nun auch für eine afro-amerikanische Schauspielerin nicht jedes Jahr auf den Tisch. Also, alles spricht für Viola Davis (momentan steht keine andere Konkurrentin für Meryl Streep ernsthaft für einen Oscar-Gewinn zur Auswahl). Dieser Tage habe ich aber dennoch das Gefühl, dass es doch auch Meryl Streep sein könnte, die den Goldmann am 26.02.12 überreicht bekommt. Die wichtigen nächsten Tage und Wochen werden mehr Klarheit bringen. Update: Meryl Streep hat für Ihre Rolle in „The Iron Lady“ ihren wohlverdienten dritten Oscar gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Salmon Fishing in the Yemen“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Lasse Hallströms Romanverfilmung mit Ewan McGregor, Emily Blunt und Kristin Scott Thomas
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 100%

Trailer von Film: „Red Tails“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: 2. Weltkriegsdrama/action mit Terrence Howard und Cuba Gooding Jr.
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Extremely Loud and Incredibly Close“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Stephen Daldrys Drama, das den 11. September 2001 thematisiert.
Besetzung: Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Viola Davis. Galt als möglicher Oscar-Favorit bis der Film gezeigt wurde…
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Vow“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Drama mit Rachel McAdams und Channing Tatum. Irgendwie kann ich Rachel McAdams nicht mehr sehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer von Film: „Big Miracle“
Bewertung des Trailer: C-
Kommentar: Buchadaption mit Drew Barrymore und John Krasinski
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „W.E.“
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Madonnas Regiearbeit über die Amerikanerin Wallis Simpson und König Edward VIII, der ihretwegen auf den britischen Thron verzichtet hat. Mit Abbie Cornish
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Berlin – Film: "Tyrannosaur"

Ich war am 16.10.11 in Berlin und habe mir im Kino angeschaut:

„Tyrannosaur“ (dt. Titel: „Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte“, dt. Kinostart war der 13.10.11 ) 89 min drama
dir. Paddy Considine cast: Peter Mullan, Olivia Colman, Eddie Marsan

Joseph (Peter Mullan) ist seit ein paar Jahren Witwer. Er hat einen Hass auf seine Umwelt und vor allen Dingen auch auf sich selbst. Seinen Jähzorn kann er selten unter Kontrolle halten und so geht er kaum einer Prügelei aus dem Weg. Eines Tages landet er in dem Bekleidungsgeschäft, in dem Hannah (Olivia Colman) arbeitet. Joseph kann es nicht fassen, dass Hannah ihn jetzt auch noch mit ihrem Glauben vollquatscht. Die beiden treffen aber wieder aufeinander und es entwickelt sich eine interessante Beziehung…

A- (Wertung von A bis F) Bei diesem sehr zu empfehlenden Indie-Film war ich von Anfang bis zum Ende von den Charakteren gefesselt. Tränen sind mir schon mal gleich nach ca. 2 Minuten gelaufen. Am Anfang hatte ich auch noch Bedenken, dass mir hier wieder so eine christliche Gutmensch-Geschichte präsentiert wird, aber das war unbegründet. Dankenswerterweise sind die Charaktere vielschichtig. Es gibt unglaublich krasse Szenen, für die man gewappnet sein sollte. Eine Wendung im Film führt zu einer schauspielerisch grandiosen Szene.

In den U.S.A. wird aktuell darüber gesprochen wird, ob die Schauspielerin Olivia Colman Chancen auf eine Oscar-Nominierung für diese Rolle im nächsten Jahr hat. Ich würde sagen, dass dies definitiv gerechtfertigt wäre. Sowohl Olivia Colman als auch Peter Mullan sind phänomenal in „Tyrannosaur“. Wenn ich mich jedoch nur für eine zu nominierende Performance entscheiden müsste, dann würde meine Wahl auf Peter Mullan fallen. Das tolle Gesicht des schottischen Schauspielers kam mir gleich sehr bekannt vor. Kein Wunder, ich habe ihn mindestens schon in „Shallow Grave“, „Trainspotting“, „Criminal“ und „Children of Men“ gesehen.

Der Schauspieler Paddy Considine („In America“, „Hot Fuzz“, „The Bourne Ultimatum“) hat bei „Tyrannosaur“ die Regie übernommen. Es ist sein Spielfilmdebüt und dafür hat er er gleich auf dem Sundance Film Festival 2011 den Preis für die beste Regie gewonnen. Auch wurden dort beide Hauptdarsteller mit dem Special Jury Prize ausgezeichnet.

„Tyrannosaur“ startet am 23.11.11 in den amerikanischen Kinos.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Restless“ (OV)
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Um Gus Van Sants Drama mit Mia Wasikowska schleiche ich schon eine Weile rum, wird wohl auf DVD geguckt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Submarine“ (OV)
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Diese britische Tragikomödie, diesmal wieder mit Paddy Considine als Schauspieler, habe ich mir bereits vor 2 Wochen bei iTunes ausgeliehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Kino in Berlin

Ich habe ein neues Lieblingskino. Na, so ganz richtig ist es nicht, da ich schon früher gerne in dieses Kino gegangen bin. Ich weiß nicht warum, aber Ich war schon ewig nicht mehr im: Central Kino. Genauso macht aber auch mir der Kinobesuch in Deutschland Spaß. In diesem netten kleinen Programmkino werden ausgesuchte Filme im Original (bzw. Original mit Untertiteln) gezeigt, es gibt keine lästige Platzwahl an der Kasse, sondern freie Platzwahl im Kino, bequeme Sitze, moderate Preise (EUR 6,50), ausschließlich salziges Popcorn (ich werde die Vorliebe der Deutschen für süßes Popcorn nie verstehen) und – das empfinde ich als besonders wichtig – keine Werbung vor den Trailern/ bzw. vor dem Spielfilm. Ach und ich mag auch die plakatierten „Zehn Gebote für Kinogänger“. Hier geht´s zur Website: http://www.kino-central.de/