NYC – Film: „The Favourite“

Ich war am 28.09.18 in New York und am 7.1.19 in Washington habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Favourite“ (dt. Filmtitel: „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, dt. Kinostart: 24.01.19)  121 min  drama, comedy, satire 

dir. Yorgos Lanthimos  cast: Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz, Nicholas Hoult, Joe Alwyn

 

Am englischen Königshof zu Beginn des 18. Jahrhundert. Als Abigail (Emma Stone) den Hof von Königin Anne (Olivia Colman) erreicht, bittet sie dessen engste Vertraute und Beraterin, Sarah Churchill, Herzogin von Marlborough, (Rachel Weisz) um eine Anstellung. Abigail ist zwar die jüngere Cousine von Lady Sarah, nur hatte Abigails Vater seinen guten Namen verspielt und nun hat sie weder Geld noch einen Adelstitel. Sarah lässt Abigail zunächst niedere Tätigkeiten ausüben, aber schon bald buhlen die beiden Palastdamen um die die Gunst der Königin…

 

A- (Wertung von A bis F) „The Favourite“ ist nach The Lobster und The Killing of a Sacred Deer der dritte englischsprachiger Film des griechischen Autors und Filmemachers Yorgos Lanthimos (Dogtooth) .

Die opulente Ausstattung, die aufwändigen Kostüme und die barocke Haarpracht können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies ein Yorgos Lanthimos-Film ist. Zu düster und absurd ist der Humor, teilweise zu grotesk die Szenen, zu bezeichnend lang manche Kamerafahrten, zu exzentrisch bestimmte Kamerawinkel und zu schräg klingt hin und wieder die Musik durch – kurzum der griechische Regisseur weiß, dem Kostümfilm seinen Stempel aufzudrücken. Auch wenn „The Favourite“ sicherlich der massentauglichste Lanthimos-Film bisher ist, werden viele Zuschauer mit diesem Film wenig anzufangen wissen. 

Mich hat der Film sehr amüsiert. Der in acht Kapiteln gegliederte Film ist nicht so sehr ein Historienfilm als mehr ein kunstvolles und bizarres Charakterdrama mit drei komplexen  Frauencharakteren. Die mächtige Queen Anne ist launisch und trotzig, ihr geht es einzig um ihre eigenen Interessen und nicht um die wichtigen Belange, ihrer, sich mit Frankreich im Krieg befindenden Nation – das erinnert schon an das eine oder andere Staatsoberhaupt unserer Zeit. Die engste Vertraute der Monarchin, Herzogin von Marlborough, ist mit den eigentlichen Regierungsgeschäften beschäftigt und bemerkt darüber zu spät, wie die ehrgeizige neue Hofdame Abigail versucht, sich einen festen Platz an der Seite der Monarchin zu sichern. Daraus ergibt sich ein intelligentes und durchweg unterhaltsames Spiel aus Eifersucht, Intrigen und Sex.  

Die englische Schauspielerin Olivia Colman ist mir das erste Mal in dem wunderbaren Film Tyrannosaur aufgefallen. Seither bereichert sie mein Film- und Fernsehleben. Sie hat mich bereits ein Mal in einem Yorgos Lanthimos Film („The Lobster“) begeistert und als Part des gegensätzlichen Ermittlungsduos Miller und Hardy der britischen Krimiserie Broadchurch (1, 2, 3) werde ich sie immer in meinem Herzen tragen.

Nun geht es um die Oscar-Kampagnen und da scheiden sich die Geister, ob Olivia Colman in „The Favourite“ nun eine Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Olivia Colman, Emma Stone und Rachel Weisz geben alle drei eine exzellente Performance, den gesamten Film betrachtend spielt Rachel Weisz hier am ehesten eine Nebenrolle. Die Geschichte von Emma Stones Charakter wird erzählt, aber Olivia Colman hat die Präsenz, die eine Hauptrolle ausmacht. Anthony Hopkins ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn ich an den Film „The Silence of the Lambs“ denke, habe ich sofort Dr. Hannibal Lecters Gesicht vor Augen, er hat diesen Film geprägt. Anthony Hopkins hat den Oscar für die Beste Hauptrolle gewonnen, obwohl er nicht länger als 16 Minuten in dem gesamten Film zu sehen war. Olivia Colmans kränkliche und launenhafte Königin Anne hat sich bei mir ähnlich festgesetzt. Mir ist egal, ob sie den Oscar für die beste Hauptrolle oder Nebenrolle erhält, Hauptsache die Oscar-Strategen von Fox Searchlight treffen eine weise Entscheidung hinsichtlich ihrer Kampagne und sie hält den Oscar am 24. Februar 2019 in den Händen.  

„The Favourite“ ist einer meiner Top Ten-Filme des Jahres 2018. 

„The Favourite“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Haupt/bzw. Nebendarsteller (Olivia Colman, Emma Stone, Rachel Weisz), Bester Nebendarsteller (Nicholas Hoult), Bestes Originaldrehbuch und diverse technische Kategorien. Update: „The Favourite“ hat 10 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Olivia Colman, Beste Nebendarstellerin Emma Stone und Rachel Weisz, Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign und Bester Schnitt) erhalten. Update: „The Favourite“ hat einen Oscar (Beste Hauptdarstellerin – Olivia Colman) gewonnen. 

„The Favourite“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Zwei Preise hat der Film auf diesem Filmfestival gewonnen: den Grand Jury Prize und den Volpi Cup for Best Actress für Olivia Colman. Der Film soll am 23.11.18 in einigen amerikanischen Kinos starten. Ich habe den Film auf dem New York Film Festival 2018 gesehen. Auf dem NYFF56 war es der Eröffnungsfilm. In Deutschland soll der Film unter dem Filmtitel „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ am 24.01.19 ins Kino kommen.

Update nach meinem zweiten Kinobesuch:

A- (Wertung von A bis F) Ziemlich genau drei Monate nachdem ich „The Favourite“ das erste Mal auf dem NYFF56 gesehen habe und einen Tag nachdem Olivia Colman den Golden Globe gewonnen hat, habe ich mir den Film ein zweites Mal angeschaut. Mir hat er sogar fast noch einen Tick besser gefallen. Der Film ist exzentrisch und eimalig. Ich liebe ihn für die Party-und die After-Party-Sequenz, die Tanzszenen, die extravaganten, vorwiegend schwarz-weißen Kostüme, den schrägen Humor, Emma Stones Gesichtsausdrücke, die Kameraperspektiven, die Ausstattung und Szenenbilder, die brillanten Dialoge voller moderner Schimpfworte und schließlich die erstklassigen Performances von Olivia Colman, Rachel Weisz, Emma Stone und Nicholas Hoult. Das Washingtoner Publikum hat ihn unterschiedlich aufgenommen, ein paar wenige Mitzuschauer haben sich mit mir sehr amüsiert, andere waren mucksmäuschenstill und wussten den Film scheinbar nicht einzuordnen bzw. waren nicht sonderlich begeistert. 

 

Trailer zu sehen:

 

 

Opening Night auf dem New York Film Festival 2018

 

NYFF56 Eröffnungsfilm „The Favourite“

 

TV-Serie: „Broadchurch, 3. Staffel“

Ich habe mir die gesamte Staffel folgender BBC America-Serie angeschaut:

 

„Broadchurch, 3. Staffel“ 8 x approx. 50 min drama, thriller
dir. Paul Andrew Williams, Daniel Nettheim, Lewis Arnold cast: Olivia Colman, David Tennant, Jodie Whittaker, Andrew Buchan, Julie Hesmondhalgh, Roy Hudd, Matthew Gravelle, Carolyn Pickles, Charlotte Beaumont, Sarah Parish, Adam Wilson, Georgina Campbell, Charlie Higson, Mark Bazeley, Lenny Henry, Sebastian Armesto, Chris Mason, Jim Howick

 

Vor einigen Jahren wurde der 11-jährige Sohn von Beth und Mark Latimer (Jodie Whitaker und Andrew Buchan) ermordet. DI Alec Hardy (David Tennant) und DS Ellie Miller (Olivia Colman) hatten seinerzeit in dem beschaulichen Küstenörtchen Broadchurch ermittelt. Der Mörder wurde gefasst, angeklagt, aber letztlich freigesprochen. Nun haben die beiden Polizisten einen neuen Fall. Trish (Julie Hesmondhalgh), eine 49-jährige Frau, hat die Polizei alarmiert, sie wurde Opfer einer brutalen Vergewaltigung. Die verstörte Frau kann sich kaum noch an etwas erinnern. Der Täter ist sehr brutal, aber auch sehr professionell vorgegangen, wahrscheinlich war es nicht sein erster sexueller Übergriff. Das Ermittlungsteam geht schon bald davon aus, dass es sich um einen Serientäter handelt. Bald gibt es zahlreiche Verdächtige…

 

 

B (Wertung von A bis F) Die dritte Staffel ist die zugleich letzte Staffel der englischen Erfolgsserie „Broadchurch“. Die drei Staffeln (und 24 Episoden) verstehen sich als Trilogie. Die Ereignisse der dritten Staffel finden drei Jahre nach denen der zweiten Staffel statt.

Nach der, eher mauen zweiten Staffel nimmt die dritte wieder ganz gut Fahrt auf. Wie bereits bei der ersten Staffel geht es hier hauptsächlich um die Suche nach dem Täter. Viele Tatverdächtige lassen den Zuschauer bis zum Schluss rätseln, wer nun der gesuchte Triebtäter ist. Ich wusste es dieses Mal tatsächlich auch erst mit der finalen achten Episode.

Ich liebe dieses Ermittlungsteam DI Hardy und DS Miller (gespielt von den exzellenten Schauspielern David Tennant und Olivia Colman), spätestens mit ihrem ersten Streit im Auto wusste ich. wie sehr ich sie vermisst habe und in Zukunft vermissen werde. Die Blicke, die die beiden austauschen. wie sie mit einander umgehen, Hardys „Millah…“ – das macht alle drei Staffeln sehenswert. In der dritten Staffel sieht man neue Facetten von DI Hardy. Seine 17-jährige Tochter Daisy (gespielt von ) lebt mittlerweile bei ihm und so schlägt er sich als alleinerziehender Vater durch. DI Miller muss sich hingegen mit ihrem pubertierenden Sohn rumärgern. Ein weiterer wichtiger Teil der dritten Staffel sind erneut die Latimers. Jodie Whitaker, aber insbesondere Andrew Buchan haben mich mit ihrer Performance beeindruckt.

 

Für die dritte Staffel relevante Charaktere:

Trish Winterman ist das Vergewaltigungsopfer. Sie ist 49 Jahre alt und lebt mit ihrer 15-jährigen Tochter Leah (gespielt von Hannah Millward) zusammen. Von ihrem Ehemann Ian (gespielt von Charlie Higson) lebt sie getrennt. Trish arbeitet für Ed (gespielt von Lenny Henry). Gespielt wird Trish von der englischen Schauspielerin Julie Hesmondhaigh. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle in der TV-Soap „Coronation Street“.

Detective Constable Katie Harford ist eine neue Polizistin auf DS Hardys und DI Millers Revier. Mit ihre altklugen Art geht sie den beiden ziemlich auf die Nerven. Gespielt wird DC Harford von der englischen Schauspielerin Georgina Campbell. Sie hat in einigen britischen TV-Projekten (u.a. „Murder by My Boyfriend“, One of Us“) und in einer Episode der TV-Serie „Black Mirror“ mitgespielt.

Ian Winterman ist der Ehemann von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh). Er hat sie vor sechs Monaten für eine andere Frau verlassen. Gespielt wird Ian von dem englischen Autor und Schauspieler Charlie Higson. Er hat bei einigen britischen TV-Projekte mitgewirkt und war Sänger der Band „The Higsons“.

Jim ist der Ehemann von Trishs bester Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Er arbeitet als Automechaniker. Gespielt wird Jim von dem englischen Schauspieler Mark Bazeley. Er hat bei vielen englischen TV-Serien mitgewirkt.

Ed Burnett ist der Manager des Flintcombe Farm Shop. Er ist der Arbeitgeber von Trish (gespielt von Julie Hesmondhaigh) und ihrer besten Freundin Cath (gespielt von Sarah Parish). Gespielt wird Ed von dem englischen Schauspieler Lenny Henry. Er hat in einigen TV-Projekten mitgewirkt und spielt auch Theater.

Clive Lucas arbeitet als Taxifahrer und ist verheiratet mit Lindsay (gespielt von Becky Brunning). Gespielt wird Clive von dem britischen Schauspieler Sebastian Armesto. Er hat in einigen internationalen Produktionen (u.a. „Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides“, „Anonymous“, „Star Wars: The Force Awakens“) mitgewirkt.

Leo Humphries ist 23 Jahre alt und arbeitet in dem Angelzubehör-Geschäft seines Vaters. Gespielt wird Leo von dem britischen Schauspieler Chris Mason. Er hat in einigen britischen TV- Produktionen und dem Spielfilm Legend mitgespielt.

Aaron Mayford ist ein verurteilter Sexualstraftäter und wurde kürzlich aus dem Gefängnis entlassen. Gespielt wird Aaron von dem britischen Schauspieler Jim Howick. Er hat in einigen britischen TV-Formaten mitgewirkt.

Die dritte und letzte Staffel von „Broadchurch“ wurde erstmalig vom 27.02.17 bis zum 17.04.17 auf dem britischen Sender ITV ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde diese Staffel vom 28.06.17 – 16.08.17 auf BBC America gezeigt. Eine Ausstrahlung im deutschen Fernsehen ist bislang noch nicht bekannt.

 

Trailer zu sehen:

 

TV – Serie: „The Night Manager“

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-One-Mini-Serie angeschaut:

„The Night Manager“ (ab 29.08.16 im ZDF zu sehen) 6 x 60 min thriller, drama, adaptation
dir. Susanne Bier cast: Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Olivia Colman, Tom Hollander, Elizabeth Debicki, Noah Jupe

Kairo im Januar 2011. Der ehemalige britische Soldat Jonathan Pine (Tom Hiddleston) arbeitet als Nachtportier in einem Luxushotel. Er kommt mit einem weiblichen Hotelgast, Sophie Alekan (Aure Atika), ins Gespräch. Sie ist die Geliebte von Freddie Hamid (David Avery), Sohn einer einflussreichen ägyptischen Familie. Sophie bittet Jonathan brisante Unterlagen zu kopieren, aufzubewahren und – falls ihr etwas zustösst – an die britische Botschaft zu übergeben. Jonathan erkennt, dass die Papiere einen geheimen Waffendeal dokumentieren und leitet sie an die britische Botschaft weiter. Die Unterlagen landen schließlich bei der britischen Geheimagentin Angela Burr (Olivia Colman). Seit Jahren versucht sie, Richard Roper (Hugh Laurie) zu überführen und in den Unterlagen erkennt sie belastendes Material über den gefährlichen Waffenhändler. Es scheint jedoch einen Maulwurf in der britischen Regierung zu geben, die Ereignisse überschlagen sich und es gibt einen Todesfall…

 

 

C+ (Wertung von A bis F) „The Night Manager“ basiert auf John Le Carré gleichnamigen Roman.
Bei dieser Mini-Serie führt die dänische Filmemacherin Susanne Bier (Things We Lost In the FireSerena) Regie. Für „In a Better World wurde sie mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Dies ist kein Mehrteiler, den man unbedingt gesehen haben muss. Wirklich nicht, die Geschichte strotzt vor Logikfehlern, die Figurenzeichnung ist zu oberflächlich und auch sind die Charaktere teilweise unglaubwürdig. Die Besetzung selbiger ist auch nicht durchweg gelungen. Außerdem beweist die Filmemacherin, zumindest in diesem Projekt, kein Gespür für Atmosphäre. Die Dinner- und Partyszenen sind natürlich gestellt, wirken aber leider auch so. Nach ca. 10 Minuten der zweiten Episode war ich geneigt, „The Night Manager“ ganz aufzugeben. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits zutiefst darüber verärgert, was mir hier für ein Blödsinn verkauft wird. Dann gibt es jedoch noch mal eine Rückblende und die Geschichte nimmt langsam seinen (besseren) Lauf.

Unglaubwürdig fand ich die Hauptfigur Jonathan Pine. Vielleicht habe ich in meinem Leben zu viel in solchen Hotels genächtigt, aber er verhält sich nicht wie ein Nachtportier. Auch habe ich ihm die Liebesgeschichte zu dieser Sophie nicht abgenommen, demzufolge konnte ich den Rachegedanken auch nicht nachvollziehen. Pine bzw. später Birch verhält sich in vielen Bereichen so smart, aber sein Verhalten gegenüber, insbesondere später einer Dame ist dumm. Viel zu offensichtlich schmachtet er seine Angebetete an. Noch eindeutiger wären nur Liebesbekundungen, die er auf eine Plakatwand gemalt hätte. Unter den gegebenen Umständen ist das sehr unrealistisch. Für mich war das Liebes-Gedöns zwar nett fürs Auge, aber hätte in der Ausführlichkeit nicht behandelt werden müssen. Dann natürlich Richard Roper – hätte man hier keine bessere Besetzung finden können? Vielleicht hat Hugh Laurie auch einfach zu lange den genialen Diagnose-Spezialisten in „House“ gespielt. Ich habe ihm den reichen, gefährlichen Waffenhändler jedenfalls nicht wirklich abgenommen.
„The Night Manager“ ist aber dafür ein sechsstündiges Bewerbungsvideo für die Besetzung des neuen James Bond.

Tom Hiddleston (Thor“, Midnight in Paris, War Horse, „Only Lovers Left Alive“, Muppets Most WantedCrimson PeakHigh-Rise) beweist mit diesem Mehrteiler, dass er der perfekte neue James-Bond-Darsteller wäre.

Er ist schon länger in der engeren Auswahl. Mit dem Film„High-Rise“ und diesem Sechsteiler verstehe ich nun auch, warum. Er hat alles was der Agent 007 braucht: Er ist Engländer, hat Stil, Charme, Klasse, er wirkt weltmännisch und er hat den Coolness-Faktor. Außerdem kann er kann sich ausgezogen genauso sehen lassen wie in einem Maßanzug (bzw. Smoking). Seit „The Night Manager“ nehmen ich ihm auch erstmalig den Frauenverführer ab, auch glaube ich ihm, dass er sich prügeln kann und will. Er ist mit 1,88 m größer als die meisten Schauspieler und hat eine Leinwand-Präsenz. In der letzten Folge des Sechsteilers bestellt er sich sogar einen Wodka Martini. Was braucht er noch, um zu überzeugen? Wenn ich mir alle anderen Schauspieler anschaue, die zur Wahl stehen (Tom Hardy, Idris Elba, Damien Lewis, Michael Fassbender, Jamie Bell, Henry Cavill, Aidan Turner, James Norton), muss die Wahl auf ihn fallen. Er selbst hat bereits in einem Interview erwähnt, dass er Interesse daran hat, James Bond zu spielen. Für die Filmproduzentin Barbara Broccoli ist es also Zeit, den siebenten James Bond-Darsteller zu benennen.

 

Wie bereits in A Most Wanted Man und Tinker Tailor Soldier Spy hat der Schriftsteller John Le Carré auch hier einen Cameo-Auftritt. (Hier in der Restaurant-Szene, in der sich Corky daneben benimmt)

Die wichtigsten Charaktere im einzelnen:

Jonathan Pine/ Andrew Birch – hat in der britischen Armee gedient und arbeitet als Nachtportier in einem Luxushotel in Kairo und der Schweiz. Von der britischen Geheimagentin Angela Burr (gespielt von Olivia Colman) wird er rekrutiert. Seit Jahren ist sie bereits dem Waffenhändler Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie) auf den Fersen. Sie versucht Pine nun, ihn in Ropers inneren Zirkel einzuschleusen. Jonathan Pine/Andrew Birch wird von dem englischen Theater-, TV- und Filmschauspieler Tom Hiddleston gespielt. International wurde er durch seine Rolle in dem Marvel-Film „Thor“ bekannt. Ich habe ihn in einigen Kinofilmen gesehen, richtig aufgefallen ist er mir aber zugegebenermassen erstmalig in „High Rise“. Seit diesem Mehrteiler bin ich Fan von ihm.

Angela Burr – ist Agentin bei einer neugegründeten britischen Geheimdienst-Abteilung. Früher war sie bei dem MI6. Sie ist seit 20 Jahren verheiratet und ist gerade mit ihrem ersten Kind hochschwanger. Seit Jahren versucht sie den Waffenhändler Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie) zur Strecke zu bringen. Sie rekrutiert Jonathan Pine (Tom Hiddleston). Er soll ihr dabei behilflich sein, Roper zu überführen. In John le Carrés Roman ist diese Figur männlich. Gespielt wird Angela Burr von der wunderbaren englischen Schauspielerin Olivia Colman. Mir ist sie das erste Mal in einem meiner Lieblingsfilme Tyrannosaur aufgefallen. Mit diesem Film hatte sie ihren internationalen Durchbruch und wurde für ihre Performance auch ausgezeichnet. Sie hat  in The Iron Lady und Hyde Park on Hudson gespielt und ist großartig neben David Tennant in bislang zwei Staffeln von „Broadchurch“ (1. Staffel und  2. Staffel)

 

 

Richard Roper ist ein britischer Multimillionär und Waffenhändler. Gespielt wird Richard Roper von dem englischen Schauspieler Hugh Laurie. Bekannt geworden ist er zweifelsfrei durch die Serie „House“. Vielleicht hat er zu lange und zu überzeugend diesen zynischen amerikanischen Mediziner gespielt, jedenfalls hatte ich Probleme ihm, hier den britischen Multimillionär und gefährlichsten Mann der Welt abzunehmen.

 

 

Major Corkoran, genannt „Corky“ ist die rechte Hand von Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie). Corky misstraut Jonathan Pine, kann ihn nicht leiden. Neben Jonathan Pine wirkt Corky als wäre er nur 1,40 m groß. Corky wird von dem englischen Schauspieler Tom Hollander gespielt. Er hat in vielen britischen und amerikanischen Kinofilmen mitgespielt (u.a. in „Gosford Park“, „Pride and Prejudice“, Hanna, Mission: Impossible – Rogue Nation)

 

 

Jed ist die Geliebte von Richard Roper (gespielt von Hugh Laurie). Gespielt wird Jed von der australischen Schauspielerin Elizabeth Debicki. Sie hat bereit ins „The Great Gatsby“, „Macbeth“ und Everest mitgespielt. Mir war sie bislang noch nicht aufgefallen und das, obwohl sie durch ihre Größe eigentlich auffallen müsste. Sie wirkt in diesem Mehrteiler größer als Tom Hiddleston und der ist mit 1,88 m nicht klein. Letztlich hat mir das keine Ruhe gelassen und ich habe recherchiert, dass sie ist tatsächlich 1,90 m groß. Angetan war ich besonders von den hübschen Kleidern, die sie in „The Night Manager“ trägt.

„The Night Manager“ ist im Gespräch für einige Emmy-Nominierungen, u.a.: Outstanding Limited Series, Lead Actor (Tom Hiddleston) in a Limited Series or Movie, Best Supporting Actor (Hugh Laurie) in a Limited Series or Movie, Best Supporting Actress (Olivia Colman) in a Limited Series or Movie. Update: „The Night“ Manager“ wurde für 12 Emmys nominiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Miniserie oder auch nur einer der Schauspieler die geringste Chance gegen The People v. O. J. Simpson: American Crime Story haben.
„The Night Manager“ wurde erstmalig v. 21.02.16-27.03.16 auf BBC One ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde die Mini-Serie v. 19.04.16-24.05.16 auf AMC gezeigt. In Deutschland kann man „The Night Manager“ seit dem 27.03.16 auf AMAZON PRIME sehen. Ich habe mir sagen lassen, dass die britische sich etwas von der amerikanischen Version unterscheidet. Ich habe die amerikanische Fassung gesehen, in der Nacktheit nur angedeutet wird.

Trailer zu sehen:

 

Vorspann zu sehen:

 

IMG_4741

NYC – Film: „The Lobster“

Ich war am 27.09.15 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„The Lobster“ 118 min drama, comedy
dir. Yorgos Lanthimos cast: Colin Farrell, Rachel Weisz, Jessica Barden, Olivia Colman, Lea Seydoux, John C. Reilly, Ben Whishaw

In einer etwas anderen Welt. Verwitwete, geschiedene oder getrennt lebende Menschen – halt Alleinstehende – sind für die Welt nutzlos und werden verhaftet. Sie müssen in einem abgelegenen Hotel einchecken und sind verpflichtet, innerhalb von 45 Tagen einen neuen Partner zu finden. Gelingt ihnen das, sind sie wieder Teil der Gesellschaft, scheitern sie, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt und ausgesetzt. Die Hotelgäste können aber nicht einfach so vorgeben, eine neue Beziehung zu haben, sie müssen schon plausible Gemeinsamkeiten mit ihrem neuen Partner vorweisen (beispielsweise Nasenbluten). Bei dem Ganzen liegt es nahe vor der Verwandlung aus dem Hotel zu flüchten und in dem Wald mit den anderen geflüchteten, partnerlosen Menschen zu leben – wären da nicht die Hotelgäste, die regelmässige Jagden veranstalten. Wenn die Hotelgäste auf einen der flüchtigen Singles schießen und diesen betäuben, bekommen sie einen zusätzlichen Tag für die Partnersuche gutgeschrieben. David (Colin Farrell) wurde von seiner Frau verlassen und landet mit seinem Bruder Bob, einem Hund, (der bereits vor Jahren bei der Partnerwahl versagte) in dem Hotel. Die strenge Hotelmanagerin (Olivia Colman) macht ihn mit den Regeln vertraut und fragt ihn, in was für ein Tier er sich verwandeln lassen möchte. David hat sich entschlossen, in einen Hummer transformiert zu werden.

B+ (Wertung von A bis F) „The Lobster“ ist das englischsprachige Spielfilmdebüt des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos. Sein verstörenden Film Dogtooth war im Jahr 2011 überraschend für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

„The Lobster“ ist nicht minder verstörend. Der Film ist skurril, zynisch, krass, wahnsinnig witzig, aber auch liebenswert und vor allen Dingen einzigartig.

Vordergründig ist „The Lobster“ eine Beziehungssatire, es ist aber auch eine Liebesgeschichte. Wenn man einen in eine solche verrückte Welt führt, muss man dem Zuschauer erklären, wie diese funktioniert. Der Filmemacher hat ein durchdachtes Regelwerk aufgestellt und so war ich von Beginn an gefesselt und fasziniert zugleich.

Was macht einen herausragenden Film aus? Für mich sind es Filme, die mir noch lange in Erinnerung bleiben. „The Lobster“ ist kein perfekter Film, aber da ist diese absurde Idee und diese abgefahrene Welt, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde. An einige schräge Szenen (beispielsweise diese inszenierten Theaterstücke, die zeigen warum es wichtig ist, einen Partner zu haben) bringen mich jetzt noch zum Lachen, wenn ich nur an sie denke. Dann gibt es diese Szene beim Tanztee, bei der die strenge Hotelmanagerin (gespielt von der wunderbaren Olivia Colman, bekannt aus Tyrannosaur und der TV-Serie Broadchurch 1. Staffel und 2. Staffel) auf der Bühne steht und beginnt, zu singen – da sind mir beinahe die Tränen gelaufen, so glücklich hat mich dieser absurde Film zu dem Zeitpunkt bereits gemacht.

„The Lobster“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2015.

Ich habe den Film auf dem NYFF 53 gesehen und selbstverständlich ist dieser Film bei den New Yorkern begeistert aufgenommen worden.

„The Lobster“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Auf diesem Festival hat der Film den Jury Prize und den Queer Palm gewonnen (zusätzlich wurde Bob mit dem Palm Dog Award ausgezeichnet). Wie bereits erwähnt, habe ich den Film auf dem New York Film Festival 2015 gesehen. Yorgos Lanthimos, Rachel Weisz und Ariane Labed (siehe Fotos) haben sich im Anschluss an den Film den Fragen des Publikums gestellt. Der Film hat bereits einen amerikanischen Verleiher, bislang aber noch keinen amerikanischen Starttermin. Sony Pictures hat die Vertriebsrechte für den deutschsprachigen Raum erworben.

Trailer zu sehen:

Kleiner Ausschnitt zu sehen:

NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q&A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos
NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q & A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos
NYFF53
NYFF53 „The Lobster“ Q & A mit Ariane Labed, Rachel Weisz und Regisseur Yorgos Lanthimos

TV – Serie: "Broadchurch, 2. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender BBC-America-Serie angeschaut:

„Broadchurch, 2. Staffel“ 8 x approx. 45 min drama, thriller
dir. James Strong, Jessica Hobbs, Jonathan Teplitzky, Mike Barker cast: Olivia Colman, David Tennant, Andrew Buchan, Pauline Quirke, Jonathan Bailey, Arthur Darvill, Simone McAullay, Matthew Gravelle, Jodie Whittaker, Joe Sims, Carolyn Pickles, James D´Arcy, Charlotte Rampling, Marianne Jean-Baptiste

Nachdem der Mörder des 11-jährigen Danny Mortimer gefunden wurde und im Gefängnis sitzt, kommt langsam wieder etwas Ruhe in das englische Küstenörtchen Broadchurch. Die erste Anhörung vor Gericht scheint nur noch eine Formsache. Die Familienangehörigen des getöteten Jungen, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant), Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) und viele Einwohner von Broadchurch sind vor Gericht erschienen. Dann der Schock, der Angeklagte plädiert auf nicht schuldig. Damit kommt es zu einem, für alle Beteiligten belastend langen Prozess. Dannys Mörder wird von der gerissenen Rechtsanwältin Sharon Bishop (Marianne Jean-Baptiste) verteidigt. Beth (Jodie Whittaker) und Mark Latimer (Andrew Buchan) bitten Jocelyn Knight (Charlotte Rampling), für ihre Familie die Anklage zu übernehmen. Dann wird Detective Inspector Hardy von seiner Vergangenheit und dem Fall Sandbrook eingeholt. Damals sind zwei Mädchen verschwunden, die 12-Jährige Pippa (Hollie Burgess) ist drei Tage später tot aufgefunden worden, die 19-Jährige Lisa (Eliza Bennett) ist bis heute verschwunden. Lee Ashworth (James D`Arcy) war der Hauptverdächtiger, seine Ehefrau verschaffte ihm seinerzeit aber ein Alibi und so kam der Tatverdächtige damals frei. Detective Inspector Hardy fühlt sich schuldig für den Verlauf des Falles und bittet nun Detective Sergeant Ellie Miller um Mithilfe, den Fall aufzuklären.

B- (Wertung von A bis F) Am letzten Sonntag (17.05.15) wurde der letzte Teil der ersten Staffel von „Broadchurch“ im ZDF gezeigt, ab morgen (21.05.15) ist die erste Staffel in Deutschland auch auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich. Meinen Beitrag zur zweiten Staffel halte ich spoiler-frei was die Identität des Mörders angeht.

Die erste Staffel ging hauptsächlich um die Suche nach dem Täter. Dabei hat sich herausgestellt, dass die meisten Bewohner von Broadchurch irgendetwas zu verheimlichen haben. Beinahe jeder Bewohner wurde irgendwann verdächtigt, den Jungen getötet zu haben. Die erste Staffel dieser britischen Serie war so erfolgreich, dass die Amerikaner im letzten Jahr ein Remake davon herausbrachten. Warum nun für die amerikanischen Zuschauer immer alles neuverfilmt werden muss (insbesondere wenn das Original auch in englischer Sprache ist), bleibt deren Geheimnis. Ich habe die DVD von „Gracepoint“ zwar Zuhause, mir aber aufgrund der schlechten Kritiken bisher erspart. Im Februar 2015 ist dann Deutschland auf den „Broadchurch“-Zug aufgesprungen und hat einen Zweiteiler im ZDF in der Rubrik „Fernsehfilm der Woche“ gezeigt. Ich schaue mir den Fernsehfilm der Woche eigentlich sehr gerne an, wenn es denn ein deutsches Drama oder ein deutscher Thriller ist. Ich gucke halt sonst praktisch keine deutschen Filme und so habe ich das Gefühl, nicht komplett den Anschluss zu verpassen. Außerdem habe ich dort schon wirklich gute Filme gesehen und einige deutsche Schauspieler für mich entdeckt. Jedenfalls hat das ZDF irgendwann im Februar „Tod eines Mädchens“ mit Heino Ferch und Barbara Auer gezeigt und das war so unverschämt von „Broadchurch“ abgekupfert, dass ich fassungslos war. Dabei war dieser zweiteilige Fernsehfilm auch noch unterirdisch schlecht ist, insbesondere wenn man das Original kennt.

Bei mir lag es ziemlich genau ein Jahr zurück, dass ich die erste Staffel von Broadchurch gesehen habe. Es hat aber nur wenige Minuten der zweiten Staffel gedauert, bis ich wieder in der Geschichte, ja in Broadchurch war. Es ist diese Atmosphäre dieses bezaubernden Küstenörtchens, die vertrauten Charakter, insbesondere DS Miller und DI Hardy, das Zusammenspiel der Beiden und letztlich natürlich der so einprägsame, immer wiederkehrende Score.

In der zweiten Staffel gibt es zwei Handlungsstränge. Zum einen geht es um den Danny Latimer-Fall, bei dem sich der Mörder des Jungen vor Gericht verantworten muss und zum anderen ist da ein alter Kriminalfall (der Sandbrook-Fall, der bereits in der ersten Staffel erwähnt wurde), den DI Hardy jetzt endgültig aufklären will. DS Miller wird ihn dabei unterstützen. Mich hat der Sandbrook-Fall mehr interessiert, auch wenn bei der Geschichte vor Gericht auf raffinierte Weise gezeigt wird, wie man das britische Rechtssystem für sich bzw. seine Interessen nutzen kann. Die Szenen vor Gericht in der siebenten Episode fand ich aber großartig. Auch fand ich das Staffelende sehr gelungen.

Die zweite Staffel ist definitiv sehenswert, einzelne Episoden mitunter sehr spannend, aber im Ganzen betrachtet nicht so gut wie die erste Staffel. In jedem Fall hat es mir aber Spass gemacht, Zeit mit DI Hardy und DS Miller zu verbringen.

Auch in der zweiten Staffel von „Broadchurch“ sind Hardy und Miller meine Lieblingsfiguren. Vorgestellt hatte ich sie bereits in meinem Beitrag zur ersten Staffel.

andere wichtige Charaktere für die zweite Staffel von „Broadchurch“:

Lee Ashworth ist der vermeintlicher Täter in Inspector Hardys letztem, dem Sandbrook-Fall. Lee wird von dem englischen Schauspieler James D´Arcy gespielt. Er war in zahlreichen britischen und amerikanischen TV- und Kinoproduktionen zu sehen. Mir ist er noch als Anthony Perkins in dem Film Hitchcock in Erinnerung.

Claire war in den Sandbrook-Fall verwickelt und steht unter Inspector Alec Hardys Schutz. Mehr möchte ich über ihren Charakter nicht verraten. Gespielt wird Claire von der walisischen Theater- und Fernsehschauspielerin Eve Myles. Sie hat regelmässig in der britischen TV-Serie „Torchwood“ mitgespielt

Jocelyn Knight ist Anwältin, eigentlich pensioniert, vertritt aber die Familie Latimer vor Gericht. Sie lebt in Broadchurch. Gespielt wird Jocelyn von der englischen Schauspielerin Charlotte Rampling. Sie hat in unzähligen Kinofilmen (u.a. „Angel Heart“, „Swimming Pool“, Never Let Me Go) mitgespielt.

Sharon Bishop ist die Verteidigerin des Täters. Diesen Charakter mag ich am allerwenigsten. Sharon Bishop wird von der englischen Schauspielerin Marianne Jean-Baptiste gespielt. Sie hat regelmässig in der TV-Serie „Without a Trace“ gespielt

Ricky Gillespie ist der Vater der getöteten 12-Jährigen Pippa. Gespielt wird Ricky Gillespie von dem englischen Schauspieler Shaun Dooley. Er war in zahlreichen, vorwiegend britischen TV-Formaten zu sehen.

Die erste Staffel „Broadchurch“ hat im Jahr 2014 sämtliche TV-Preise in Großbritannien gewonnen.

Die zweite Staffel von „Broadchurch“ wurde erstmalig v. 5.1.15 bis zum 23.02.15 auf dem britischen Sender ITV ausgestrahlt. In den U.S.A. wurde diese Staffel v. 4.3.15 – 22.04.15 auf BBC America gezeigt. In Deutschland wird wohl auch die zweite Staffel im ZDF ausgestrahlt, bislang gibt es aber noch keinen genauen Sendetermin.

Es wird eine dritte Staffel geben, das wurde bereits vonseiten der Produktion bestätigt.

Trailer zu sehen:

TV – Serie: "Broadchurch, 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel von folgender BBC-America-Serie angeschaut:

„Broadchurch, 1. Staffel“ (in Deutschland ab dem 21.05.15 auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand erhältlich) 8 x approx 45 min drama, thriller
dir. James Strong, Euros Lyn cast: Olivia Colman, David Tennant, David Bradley, Jodie Whitaker, Pauline Quirke, Arthur Darvill, Andrew Buchan, Vicky McClure, Charlotte Beaumont, Jonathan Bailey, Adam Wilson, Carolyn Pickles, Joe Sims, Simone McAullay, Matthew Gravelle

Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) lebt und arbeitet in dem kleinen Küstenstädtchen Broadchurch in Südengland. Gerade kommt sie aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurück. Eigentlich sollte sie bei ihrer Rückkehr befördert werden. An ihrem ersten Arbeitstag wird ihr jedoch mitgeteilt, dass seit einer Woche jemand von Außerhalb die Stelle des Detective Inspectors ausfüllt. An ihrem ersten Arbeitstag wird auch noch die Leiche des elfjährigen Danny Latimer (Oskar McNamara) am Strand aufgefunden. Ellies neuer Vorgesetzter, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant) leitet die Ermittlungen. Ellie ist in einer schwierigen Situation, der verstorbene Junge war mit ihrem Sohn Tom (Adam Wilson) befreundet und jetzt muss sie auch noch mit diesem seltsamen Alec Hardy an dem Fall zusammenarbeiten. Die Obduktion ergibt, dass der Junge wahrscheinlich ermordet wurde. In der Kleinstadt kennt jeder jeden, wer hat also Danny getötet? Jeder Einwohner gerät bald in Verdacht. Die lokale Zeitung und die nationalen Medien werden auch bald auf diesen Fall aufmerksam und behindern die Ermittlungen. Die Polizei steht unter großem Druck, den Mörder des Jungen schnellstmöglich zu finden.

B (Wertung von A bis F) „Broadchurch“ ist ein spannender, atmosphärischer Krimi-Mehrteiler aus Großbritannien. Wie bereits bei „True Detective“ ist aber auch die Bezeichnung Serie nicht falsch. Mit den acht Episoden trifft es Miniserie wohl auch hier vielleicht am Besten. Die zweite Staffel von „Broadchurch“ ist bereits in Produktion. Dankenswerterweise spielen David Tennant und Olivia Colman dann auch wieder die Hauptrollen. Voraussichtlich wird die zweite Staffel da anschließen, wo die erste Staffel endete.

Bei dieser ersten Staffel von „Broadchurch“ steht die Suche nach dem Kindermörder im Mittelpunkt. Die Serie lebt von dem faszinierende Zusammenspiel der beiden Polizisten, Detective Sergeant Ellie Miller (Olivia Colman) und ihrem Vorgesetzten, Detective Inspector Alec Hardy (David Tennant). Ich habe eine Weile (eigentlich bis Folge 6) völlig im Dunkeln getappt, wer der Mörder des Jungen ist. Irgendwann gerät praktisch jeder Einwohner unter Verdacht. Vielleicht hat es geholfen, dass die einzelnen Schauspieler bei der Besetzung auch nicht mehr wussten, als die Ereignisse in der ersten Episode. Es gibt einige Wendungen in der Erzählung. Die Geschichte ist bis zur letzten Folge spannend.

Ich habe „Broadchurch“ im April 14, relativ zeitgleich mit der ersten Sichtung der HBO-Miniserie „True Detective“ (1. Staffel) geschaut. Auch wenn die beiden Serien eigentlich völlig unterschiedlich sind, habe ich tatsächlich auch ein paar Ähnlichkeiten festgestellt. Zwei ermittelnden Polizisten, die charakterlich sehr verschieden sind und irgendwie miteinander klarkommen müssen. Ganz langsam nähern sich die Beiden an. Beide Serien leben von der Chemie und dem Zusammenspiel der beiden Protagonisten. Es gibt sogar eine relativ ähnliche Szene. In „True Detective“ lädt Woody Harrelsons Charakter Marty erstmalig seinen, ihm seltsam erscheinenden Partner zum Essen bei sich zu Hause ein, seine Frau und seine Kinder sollen ihn kennenlernen. Begeistert ist Matthew McConaugheys Charakter Rust nicht über die Einladung, gar nichts kann er mit solchen gesellschaftlichen Verpflichtungen anfangen. In „Broadchurch“ ist es Olivia Colmans Ellie, die ihren spröden, ungeselligen Vorgesetzten Alec Hardy zum Abendessen nach Hause einlädt. Auch sie will ihn ihrer Familie vorstellen. Alec hält davon ebenso wenig, er sieht keinen Sinn darin, sich privat mit jemanden, noch dazu Arbeitskollegen zu treffen. Ja, Alec Hardy und Rust Cohle sind sich in gewisser Weise ähnlich. Selbstverständlich ist der kantige Alec Hardy mein Lieblingscharakter von „Broadchurch“. An seinen Gesichtsausdruck kann man meist ablesen, was er denkt. Dazu haut er gerne den einen oder anderen trockenen Spruch raus – ich könnte ihm ewig zuschauen.

Olivia Colman ist auch in „Broadchurch“ wieder exzellent. Gerade durch die Beziehung von David Tennants und Olivia Colmans Charakteren ist Broadchurch so sehenswert, das kann ich nicht oft genug betonen.

„Broadchurch“ ist aber auch ein Ensemble-Drama, in dem (in meinen Augen mit einer einzigen Ausnahme) eigentlich alle Schauspieler großartig sind. Alle Schauspieler und die jeweiligen Figuren tragen ihren Beitrag zum Erfolg der Serie bei. Die Figuren Susan und der Kioskbesitzer stechen für mich dennoch etwas aus dem Ensemble heraus.

Ein paar Anmerkungen zu einigen Episoden:

Episode 5: Auch wenn es herzzerreissend ist, ich mag das Ende dieser Folge. Außerdem war ich hier spätestens in Alec Hardy verknalllt

Episode 6: Mir ist hier mehr oder weniger zufällig etwas aufgefallen, mit der letzten Folge, in der aufgeklärt wurde, wer der Täter ist, hatte ich hier ein gutes Gespür.

Episode 7: Ich mag die beiden Verhöre von Ellie und Alec, auch wie sie zusammengeschnitten wurden. Hier gab es bereits einen klaren Hinweis auf den Täter.

Episode 8: Der Mörder wird gestellt. Alec Hardy ist eine großartige Figur. Tolles, emotionales Staffelende. Leider hat mir die Performance des Täters nicht gefallen. Wenn zwei hervorragende Schauspieler neben einem mittelmässigen Schauspieler agieren, wirkt Letzterer schnell noch mieser als er eigentlich sowieso schon ist.

Im April 14 hatte ich die DVD der Serie „Broadchurch“ schon seit einiger Zeit Zuhause. Zu dem Zeitpunkt stand sie direkt nach „True Detective“ auf meiner Must-See-Liste. Dann habe ich aber auf meinem Urlaubsflug von Deutschland nach New York festgestellt, dass wir in unserem Bordprogramm (zumindest in der Business Class) alle Episoden zur Verfügung stellen. So habe ich auf meinem 8-Stunden-Flug die komplette erste Staffel sehen können. Wenn das mal nicht die ideale Beschäftigung für einen sonst so öden Langstreckenflug ist.

Die wichtigen Charaktere im Einzelnen:

Broadchurch – ist eine fiktiven Küstenstadt in der Grafschaft Dorset im Südwesten von England. Es ist eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und die Engländer gerne auch mal ihre Ferien verbringen. Broadchurch und deren Gemeinde sind ein wichtiger Bestandteil der Serie. Das malerische Küstenörtchen Broadchurch bildet das Fundament für die Geschichte und sorgt für die nötige Atmosphäre und Stimmung. Die erzählte Geschichte zeigt wie ein Verbrechen eine Kleinstadt erschüttern kann.

Detective Sergeant Ellie Miller – Ellie ist in Broadchurch aufgewachsen, kennt jeden einzelnen Bewohner der kleinen Küstenstadt. Sie ist eine gute Polizistin wurde aber dennoch bei der Besetzung der Stelle des Detective Inspector übergangen und muss sich nun mit ihrem neuen Vorgesetzten Alec Hardy auseinandersetzen und mit ihm an der Aufklärung des Falles arbeiten. Sie kann ihn nicht leiden, mit seiner Art bringt er sie so oft auf die Palme, viel zu ruppig, rüde und distanziert ist er. Die umgängliche Ellie Miller wird von der britischen Schauspielerin Olivia Colman gespielt. Die britische Schauspielerin Olivia Colman kommt ursprünglich aus dem Comedy-Fach. Ich bin dankbar, dass sie irgendwann die Chance bekam, ins dramatische Fach zu wechseln. Mir ist sie das erste Mal in „Tyrannosaur“, einem meiner Lieblingsfilme aus dem Jahr 2011, aufgefallen. Ich habe sie mittlerweile in einigen Rollen gesehen, immer nehme ich ihr die Rolle ab, die sie gerade spielt. Gespielt hat sie u.a. in folgenden Kinofilmen: „Hot Fuzz“, Tyrannosaur, The Iron Lady, Hyde Park on Hudson und konnte kürzlich erst in Locke durch ihre Sprechrolle überzeugen.

Detective Inspector Alec Hardy – Er ist Ellies Vorgesetzter, Einzelgänger, leitender Ermittler in dem Mordfall, Eigenbrötler, alleinstehend, ist stets schlecht gelaunt, genervt, gesundheitlich ist er sehr angeschlagen, hat auch ein Geheimnis, ist zynisch, sieht keinen Sinn darin, freundlich zu sein und ist überhaupt nicht an sozialen Kontakten interessiert. Er mag Beth für ihre Professionalität. Er hasst es, in Broadchurch zu arbeiten. Er ist ganz klar meine Lieblingsfigur dieses Mehrteilers. Ich mag einfach unangepasste Persönlichkeiten.Er ist auch der Einzige aus der Serie „Broadchurch“, der auch in dem amerikanischen Remake mitspielt. Alec Hardy wird von dem schottischen Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler David Tennant gespielt. Bekannt geworden ist David Gennant durch seine Rolle in der BBC-Serie „Doctor Who“, für die er viele Auszeichnungen gewonnen hat. Er hat in unzähligen Projekten mitgewirkt. Ich habe meinen neuen Lieblingsschauspieler jedoch bisher einzig in dem Remake von Fright Night gesehen.

Beth Latimer – Sie ist die Mutter des verstorbenen Danny. Sie ist Marks Ehefrau, die beiden haben noch eine fünfzehnjährige Tochter, Chloe. Beth ist ihrem Mann Mark gegenüber misstrauisch, irgendetwas verheimlicht er ihr. Aber auch sie verheimlicht ihrem Ehemann etwas. Gespielt wird Beth von der britischen Schauspielerin Jodie Whittaker. Sie hat in einigen britischen Serien gespielt und u.a. in dem Kinofilm Attack the Block.

Mark Latimer – Er ist der Vater des verstorbenen Danny und Beths Ehemann. Die beiden haben noch eine 15-jährige Tochter namens Chloe. Er arbeitet als selbständiger Klempner. Er verheimlicht seiner Frau Beth etwas. Gespielt wird Mark von dem britischen Schauspieler Andrew Buchan. Er hat in vielen britischen Serien mitgewirkt und auch in dem Kinofilm Nowhere Boy gespielt.

Chloe Latimer – Sie ist die Schwester des verstorbenen Danny. Sie hat einen älteren Freund, davon wissen aber ihre Eltern nichts. In ihrem Zimmer wird Kokain gefunden. Gespielt wird Chloe von der britischen Schauspielerin Charlotte Beaumont. Sie wird demnächst in dem neuesten Film der Geschwister Wachowski „Jupiter Ascending“ zu sehen sein.

Tom Miller – Er ist Ellies und Joes elfähriger Sohn, er war mit dem verstorbenen Danny befreundet. Er hat ein Geheimnis vor seinen Eltern. Tom wird dem britischen Schauspieler Adam Wilson gespielt. Er hat zuvor in einigen britischen TV-Produktionen mitgewirkt.

Susan Wright – Sie ist eine Einzelgängerin, etwas mysteriös. Sie wohnt mit ihrem Hund in einem Wohnwagen am Strand. Gespielt wird Susan Wright von der britischen Schauspielerin Pauline Quirke. Ich mag diese Figur auch sehr. Sie hat zuvor in zahlreichen britischen TV-Serien mitgespielt.

Maggie Radcliffe – Sie ist die Herausgeberin der lokalen Zeitung Echo. Maggie wird von der britischen Schauspielerin Carolyn Pickles gespielt. Sie hat zuvor in einigen britischen TV-Serien gespielt.

Jack Marshall – Er ist der Kioskbesitzer in Broadchurch. Ich mag seine Figur sehr gerne. Jack wird von dem britischen Theater- Film und Fernsehschauspieler David Bradley gespielt. Er war unter anderen in der TV-Serie „Game of Thrones“, den Harry Potter-Verfilmungen und dem Kinofilm Harry Brown mitgespielt

Reverend Paul Coates – Er ist der Priester von Broadchurch. Gespielt wird er von dem britischen Schauspieler Arthur Darvill. Er hat auch in der Serie „Doctor Who“ gespielt

Nigel Carter – Er ist Angestellter, Kollege und Freund von Mark, dem Vater des verstorbenen Danny. Gespielt wird Nigel von dem britischen Schauspieler Joe Sims. Er hat zuvor bereits in einigen britischen TV-Serien mitgespielt.

Karen White – Sie ist Journalistin des Daily Herald. Sie kommt aus London nach Broadchurch weil sie ein interessante und skandalöse Geschichte wittert. Karen White wird von der britischen Schauspielerin Vicky McClure gespielt. Sie hat zuvor in einigen britischen TV-Serien gespielt.

Olly Stevens – Er arbeitet als Reporter bei der lokalen Zeitung Broadchurch Echo. Beruflich will er vorankommen. Olly ist Ellies Neffe. Olly wird von dem britischen Schauspieler Jonathan Bailey gespielt. Er hat zuvor in zahlreichen britischen TV-Serien mitgespielt.

Becca Fisher – Sie ist Australierin, ihr gehört das Hotel in Broadchurch. Gespielt wird Becca von der australischen Schauspielerin Simone McAullay. Sie hat zuvor in einigen australischen TV-Serien mitgespielt.

Joe Miller – Er ist der Mann von Ellie udn Vater ihrer beiden Kinder. Er ist Hausmann, hat früher als Sanitäter gearbeitet. Gespielt wird Joe von dem britischen Schauspieler Matthew Gravelle. Er hat bereits in den Mehrteilern „Baker Boys“ und „The Bibel“ mitgespielt.

Die Serie „Broadchurch“ lief erstmalig und äußerst erfolgreich vom 4.3.-22.04.13 im britischen Fernsehen auf ITV. In den U.S.A. wurde „Broadchurch“ im August und September 2013 auf BBC America ausgestrahlt. In Deutschland wird die Serie aller Voraussicht nach auf SAT 1 gezeigt werden, vermutlich jedoch erst im Jahr 2015. Update: Das ZDF hat im Mai´15 die komplette erste Staffel von „Broadchurch“ ausgestrahlt.

Das amerikanische Remake von „Broadchurch“ wird noch im Herbst 2014 auf FOX ausgestrahlt. Es wird 10 Teile geben und der Titel des Mehrteilers ist „Gracepoint“. Von dem ursprünglichen britischen Ensemble wird einzig David Tennant eine Rolle haben. David Tennant spielt auch in der amerikanischen Version den Detective, heißt dort aber Emmett Carver. Olivia Holmanns Charakter Ellie Miller wird von Anna Gunn („Breaking Bad“) verkörpert. Ich habe mir den Trailer bereits angeschaut und bin alleine davon schon überzeugt, dass das Original wesentlich besser ist. Nur ist das amerikanische Remake mit Michael Pena, Nick Nolte und der großartigen Jacki Weaver auch sehr gut besetzt und reizt mich daher natürlich auch. Dennoch – war es wirklich nötig, ein amerikanisches Remake zu drehen?

Mein Beitrag zu der zweiten Staffel von „Broadchurch“ ist hier zu lesen.

Trailer zu sehen:

Trailer mit dem Lied, das durch den Mehrteiler führt:

NYC – Film: "Locke"

Ich war am 25.04.14 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Locke“ (dt. Titel: „No Turning Back – Locke“, dt. Kinostart: 19.06.14) 85 min drama
dir. Steven Knight cast: Tom Hardy voices: Olivia Colman, Ruth Wilson, Andrew Scott, Ben Daniels, Tom Holland

Ivan Locke (Tom Hardy) ist Familienvater und arbeitet als Bauleiter. Nachdem er einen Anruf erhalten hat, steigt er in sein Auto und fährt in Richtung London. Sein eigentlich geordnetes Leben mit einem guten Job, mit einer Frau und Kindern ist erheblich durcheinander geraten.

B+ (Wertung von A bis F) „Locke“ ist eine faszinierende Charakterstudie mit einem überragenden Tom Hardy in der Hauptrolle.

Ich bin leider mit etwas falschen Erwartungen ins Kino gegangen. Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde, suggerierte, dass „Locke“ ein Thriller ist. Das ist er aber in meinen Augen nicht. Was nicht bedeuten soll, dass er nicht auch bis zum Schluss fesselnd ist. Ich würde „Locke“ aber eindeutig der Kategorie Drama zuordnen. Es ist ein außergewöhnliches Kammerspiel. Es gibt einen Schauspieler und der Film spielt ausschließlich in einem Auto. „Locke“ ist eine Charakterstudie, bei dem man mit jedem, der von Ivan Locke über die Freisprechanlage getätigten Telefonate mehr über den Protagonisten erfährt. Man findet heraus was Locke für ein Typ ist und was sein Problem zu sein scheint.

Tom Hardy (Bronson, Warrior, Tinker Tailor Soldier Spy, The Dark Knight Rises) muss den Film ganz alleine schultern. Die ganze Zeit sitzt er in seinem Wagen. Er hat begrenzte Möglichkeiten zu gestikulieren, hauptsächlich ist es sein Gesicht, seine Mimik und wie facettenreich er seine Stimme und Sprache einsetzt, die diese Performance und diesen Film so außergewöhnlich machen. In „Locke“ zeigt sich erneut, was er für ein fantastischer Schauspieler Tom Hardy ist. Da der Film sehr auf Tom Hardys Stimme und Sprache setzt, empfehle ich dringend, den Film in der Originalfassung zu sehen.

Das Drehbuch und die Dialoge sind simple, aber clever und voller Symbolik. Der Regisseur hat später erzählt, dass, als er das Drehbuch für „Locke“ schrieb, die ganze Zeit Tom Hardy für diese zentrale Rolle im Kopf hatte. Auch hat er gesagt, dass die Dreharbeiten acht Tage (bzw. acht Nächte) gedauert haben. Insgesamt wurden 16 Versionen von dem Film gedreht. Die kurze Drehzeit war für das Zustandekommen des Low-Budget-Projekts mit Tom Hardy als Hauptdarsteller sehr wichtig, da es anders schwer in den Zeitplan des britischen Schauspieler gepasst hätte. Mittlerweile gilt er bekanntermassen als einer der gefragtesten Hollywood-Stars.

„Locke“, ist nach dem Film „Redemption“, erst der zweite Spielfilm bei dem Steven Knight Regie führt. Zuvor hat er einige Drehbücher geschrieben, u.a. für Stephen Frears Film „Dirty Pretty Things“ und David Cronenbergs Film Eastern Promises.

Erwähnen muss ich noch, dass es für mich im Film doch auch ein paar wenige Schwächen gibt. Das sind die Momente, in denen Ivan Locke zu jemanden spricht, aber nicht am Telefon.

Tom Hardy ist für diese Rolle bereits für eine Oscar-Nominierung im Gespräch. Er hat dieses Jahr aber noch zwei weitere Filme („The Drop“, „Child 44“) für die er nominiert werden könnte.

„Locke“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2013 gezeigt. Ich habe den Film in einem meiner New Yorker Lieblingsprogrammkinos, dem Angelika Film Center, gesehen. Der Regisseur, Steven Knight, war anwesend und hat sich nach dem Film den zahlreichen Fragen des Publikums gestellt.

Der Trailer, der im amerikanischen Kino gezeigt wurde:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Obvious Child“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: RomCom, die in Sundance lief
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70%

Trailer v. Film: „Night Moves“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Kelly Reichardts neuer Film mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning und Peter Sarsgaard
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits auf dem Tribeca FF gesehen

Trailer v. Film: „Violette“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: französischer Biopic über Violette Leduc
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Ivory Tower““
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Dokumentation über die gestiegenen Kosten einer Universitäts-Ausbildung in den U.S.A.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%