NYC – Film: „First Man“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„First Man“ (dt. Filmtitel: „Aufbruch zum Mond, dt. Kinostart: 8.11.18)  141 min  drama, biopic, adaptation 

dir. Damien Chazelle   cast: Ryan Gosling, Claire Foy, Jason Clarke, Kyle Chandler, Corey Stoll, Ciarán Hinds, Patrick Fugit 

 

Nach dem Tod seiner kleinen Tochter bewirbt sich der ehemalige Kampfpilot und NACA-Testpilot, Neil Armstrong (Ryan Gosling), für das Gemini-Programm bei der NASA. Seine Testergebnisse sind gut und so wird er als einer, der neun neuen Astronauten für das zweite bemannte Raumfahrtprogramm der Vereinigten Staaten ausgewählt….

 

B- (Wertung von A bis F) „First Man“ basiert auf James R. Hansens autorisierten Biografie „First man: The Life of Neil A. Armstrong“. Nach „Guy and Madeline on a Park Bench“, Whiplash und La La Land ist dies der vierte Film des jungen amerikanischen Autors und Filmemachers Damien Chazelle. Es ist der erste Film bei dem der Oscar-Preisträger nicht auch das Drehbuch geschrieben hat. Das Skript stammt hier von dem Oscar-prämierten Drehbuchautor Josh Singer (Spotlight).

Als Vielflieger muss man sich ja ständig anschnallen, als ich in dem loungigen Ledersessel (des Regal RPX-Kinos an der 42nd Street) saß, und direkt in die Anfangsszene  mit einem vibrierenden Rüttelbild und einem überwältigend dröhnenden Sound geworfen wurde, habe ich instinktiv zum (nicht vorhandenen) Sicherheitsgurt gegriffen. Der Film nimmt nach diesem rasanten Einstieg dann aber erst mal wieder ordentlich Action raus und ich fand ihn dann über weite Strecken regelrecht öde. Meine Begleitung hat zwischendurch sogar ein Nickerchen eingelegt. Zugegebenermassen hat mich Astronauten-Kram noch nie sonderlich interessiert. Es ist aber immer klug, einen Film mit dem besten Part enden zu lassen. Das ist hier der Fall, die tatsächliche Apollo 11-Mission ist spannend und recht spektakulär in Szene gesetzt. 

Das beste, was mir an diesem Film gefallen hat, ist der Sound. Insbesondere zum Ende des Films hin, ist mir die unverwechselbare Musik des La-La-Land-Komponisten Justin Hurwitz (positiv) aufgefallen. 

Auch wenn Teile des Films mit IMAX-Kameras gedreht wurden, ist „First Man“ visuell nicht so beeindruckend wie akustisch. Ich würde daher empfehlen, diese amerikanische Heldengeschichte zwar auf einer größtmöglichen Leinwand, aber vor allen Dingen in einem Kino, dass mit einem hervorragenden Sound-System ausgestattet ist, zu sehen. 

Neil Armstrong war wohl ein stiller und schweigsamer Mensch, kein Wunder, dass Damien Chazelles erste Wahl für diese Rolle auf Ryan Gosling fiel. Ich kann mich erinnern, dass ich Ryan Gosling als Schauspieler auch mal richtig gut fand. Mittlerweile langweilt er mich aber, weil er im Grunde immer den gleichen Männertypen spielt. Claire Foy macht ihre Sache recht gut, spielt sie doch auch etwas mehr als nur die ewig leidende Ehefrau. Sollte sie jedoch bei den Oscars mit Olivia Colman (The Favourite) in einer Kategorie konkurrieren, dürfte nicht mal im Ansatz darüber nachgedacht werden, wer den Oscar gewinnt.

„First Man ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Bester Nebendarsteller (Jason Clarke), Beste Nebendarstellerin (Claire Foy), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien Update: „First Man“ hat 4 Oscar-Nominierungen (Beste visuelle Effekte, Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bestes Szenenbild) erhalten. Update: „First Man“ hat einen Oscar (Beste visuelle Effekte) gewonnen. 

„First Man“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2018 gezeigt. Es war der Eröffnungsfilm der 75. Kino-Biennale. Der Film startet am 12.10.18 in den amerikanischen Kinos. In Deutschland ist der Film ab dem 8.11.18 zu sehen. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Als Neil Armstrong auf dem Mond landete und den legendären Satz „That’s one small step for [a] man, one giant leap for mankind“ sagte, gab es Szenenapplaus von dem Publikum. Es gab auch einen auffällig großen Applaus des Publikums, das überwiegend aus Schauspielern bestand, als im Abspann Ryan Gosling und Claire Foys Namen auftauchten. Im Anschluss an den Film haben sich der Regisseur Damien Chazelle, die Schauspielerinnen Claire Foy und Olivia Hamilton, die Schauspieler Patrick Fugit und Lucas Haas und Tom Cross, der für den Filmschnitt verantwortlich war, einem Interview gestellt und Fragen des Publikums beantwortet. 

Trailer zu sehen:

 

Regisseur Damien Chazelle nach dem SAG-Screening von „First Man“ am 01.10.18 in Manhattan

Berlin – Film: „Blade Runner 2049“

Ich war am 6.10.17 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Blade Runner 2049“ (dt. Kinostart war der 5.10.17) 163 min sci-fi, sequel, adaptation
dir. Denis Villeneuve cast: Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Robin Wright, Sylvia Hoeks, Ana de Armas, Mackenzie Davis, Hiam Abbass, Barkhad Abdi

 

Kalifornien im Jahr 2049. K (Ryan Gosling) ist ein künstlicher Mensch, ein Replikant. Er arbeitet als Blade Runner, Replikanten-Jäger, für die LAPD und hat den Auftrag, Replikanten der älteren Baureihe aufzuspüren und zu eliminieren. Bei seinem neuen Auftrag macht er eine entscheidende Entdeckung…

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Blade Runner 2049“ ist die Fortsetzung von Ridley Scotts Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982. Beide Filme basieren auf Philip K. Dicks Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“. Dies ist der neue Film des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve (Incendies, Prisoners, Sicario, Arrival).

Es war ne ziemlich blöde Idee, „BR 2049“ anzuschauen, ohne vorher den Originalfilm zu gucken. Ich dachte, es wäre wie bei Mad Max: Fury Road, dass der Film für sich allein steht und als visuelles Meisterwerk beeindruckt.

Klar, „Blade Runner 2049“ ist sehr stylisch und sieht optisch sensationell aus, gerade der dritte Akt hat mich schwer beeindruckt. Im letzten Akt könnte ich quasi jedes Szenenfoto nehmen und es als Kunstwerk an die Wand hängen. ABER: während George Miller mit „Mad Max: Fury Road“ eigentlich nur eine einzige spektakuläre Verfolgungsjagd in Szene gesetzt hat, hat dieser Film erzählerisch einen höheren Anspruch. Gestalterisch fand ich diese Welt atemberaubend, habe sie aber nicht wirklich verstanden und konnte keinerlei emotionale Beziehungen zu den Charakteren aufbauen. Daher war mir das Schicksal der Charaktere relativ egal. Ich habe mich sogar über die scheinbar allzu vorhersehbare Story um Ryan Goslings Charakter geärgert (letztlich gab es dann doch eine entscheidende Wendung, aber auch die fand ich unbefriedigend). Ganz zu schweigen von den wirklich selten dämlichen Dialogen. Vielleicht ist Denis Villeneuves neuer Film mehr etwas für Fans des ersten Films, für andere ist dieser Film schön anzuschauen und anzuhören (der Sound des Films ist überragend und war das erste, was mir tatsächlich aufgefallen ist und ist das, was mir mehr als eine Woche nach der Sichtung immer noch in den Ohren dröhnt), mehr aber nicht. Außerdem war mir der Film mindestens eine halbe Stunde zu lang.

Ich werde mir sicherlich eines Tages Ridley Scotts Klassiker (es gibt wohl viele Versionen, empfohlen wird aber sein Final Cut) anschauen und dann Denis Villeneuves Fortsetzung  eine erneute Chance geben. Dann werde ich einen Vergleich zu der Sichtung, ohne Kenntnis des ursprünglichen Films ziehen. Es gibt wohl auch drei sehenswerte Kurzfilme („Black Out 2022“, „2036 Nexus Dawn“ und „2048: Nowhere to Run“), die die Welt zwischen dem Originalfilm und dem neuen Blade-Runner-Film erklären.

„Mad Max: Fury Road“ hat ein Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar, ist vor 2 1/2 Jahren in 3703 amerikanischen Kinos gestartet. Der Film hat am Eröffnungswochenende rund 45 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, insgesamt sogar 150 Millionen Dollar (plus 220 Millionen weltweit) eingespielt. Damit war dieser Film ein ziemlicher Kassenerfolg, hat 10 Oscar-Nominierungen (inkl. Bester Film, Bester Regisseur) erhalten und hat im Jahr 2016 die meisten Oscars (6 technische) bei den 88th Academy Awards gewonnen. Außerdem war der Film ein Kritikerliebling von 371 gezählten Kritiken, 359 Fresh, 12 Rotten (97% RT)

Wie könnte es jetzt bei „BR 2049“ hinsichtlich der Oscars aussehen? Einspielergebnisse bei Blockbustern sind bei den Oscars nicht unerheblich.

„Blade Runner 2049“ hat ein Produktionsbudget von mind. 150 Millionen Dollar, ist in 4058 amerikanischen Kinos gestartet, hat am Eröffnungswochenende rund 32 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen, damit sind die Einnahmen weit unter den Erwartungen. Wenn der Film am Ende 100 Millionen Dollar an der amerikanischen Kinokasse eingenommen hat, können sich die Produzenten fast schon glücklich schätzen. „Blade Runner 2049“ ist auch ein Kritikerliebling bei 281 gezählten Kritiken, 249 Fresh, 32 Rotten (89% RT). In meinen Augen hat „Blade Runner 2049“ gute Chancen in technischen Kategorien (vor allen Dingen Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte, Beste Filmmusik) nominiert zu werden. Bester Film und Beste Regie und vielleicht eine Schauspielnominierung könnte der Film bekommen, da sehe ich ihn momentan aber eher als Wackelkandidat. Ich stehe allerdings nicht allein mit der Hoffnung, dass der 13 x für den Oscar nominierte Kameramann Roger Deakins („Jarhead“, „Shawshank Redemption“, „Fargo“, No Country For Old Men, Skyfall) nun endlich mit seinem ersten Oscar ausgezeichnet wird. Das Problem ist, dass nie der Name des Kameramannes/ der Kamerafrau auf dem Abstimmungszettel der Academy auftaucht, einzig der Film wird gelistet. Roger Deakins größte Konkurrenz dieses Jahr ist wohl Hoyte van Hoytema für Dunkirk und, wie ich ganz aktuell höre, der dreimalige Oscar-Gewinner Vittorio Storaro für den neuen Woody Allen Film „Wonder Wheel“.

„Blade Runner 2049“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Harrison Ford), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Update: Blade Runner 2049 hat 5 Oscar-Nominierungen erhalten (Best Cinematography, Best Production Design, Best Sound Editing, Best Sound Mixing, Best Visual Effects) Update: „Blade Runner 2049“ hat zwei Oscars (Beste Kamera und Beste visuelle Effekte) gewonnen. Roger Deakins hat bei 14 Nominierungen für diesen Film seinen ersten Oscar gewonnen.

„Blade Runner 2049“ ist am 6.10.17 in 4058 amerikanischen Kinos gestartet. Es gibt eine 2D, 3D und IMAX-Version des Films. In Deutschland ist der Film bereits einen Tag zuvor ins Kino gekommen. „Blade Runner 2049“ ist ein Film, den mal definitiv im Kino gesehen haben muss. Ich habe den Film in Berlin in der 2D- und OmU-Fassung gesehen.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Das Verschwinden„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: deutsche Mini-Serie mit Julia Jentsch und Nina Kunzendorf
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: im TV schon

Trailer v. Film: „Borg/McEnroe„
Bewertung des Trailers: B- (dt. Trailer)
Kommentar: Biopic über die legendären Tennisspieler Björn Borg und John McEnroe. Shia LaBeouf spielt McEnroe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ja, aber natürlich nur in der OV

Trailer v. Film: „Vorwärts immer!„
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: DDR/Honecker-Komödie – wer guckt so was?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Good Time„
Bewertung des Trailers: B (dt. Trailer)
Kommentar: amerikanischer Krimi mit Robert Pattinson und Jennifer Jason Leigh – wollte ich kürzlich in New York sehen, lief aber leider nicht mehr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%, aber natürlich nicht auf Deutsch

 

 

Kino in Berlin

Okay, mit dem Delphi Lux (YVA Bogen, Kantstr.10, 10623 Berlin) habe ein neues Lieblingskino. Das Anfang September 2017 eröffnete Kino gehört zu der Yorck Kinogruppe, die in Berlin für die Auswahl ihrer Filme geschätzt wird. Das Delphi Lux befindet sich in meinem Kiez, Charlottenburg (sprich: für mich in Laufnähe), zeigt überwiegend Arthouse-Filme im Original (bzw. OmU, manche Filme aber auch in der Synchro). Montag ist Kinotag mit 7 Euro pro Kinokarte, Di-Mi kostet das Ticket 8,50 Euro und Do-So 10,00 Euro (Ermäßigungen für Schüler/Studenten). Es gibt 7 Kinosäle, salzige Popcorn (auch süßes, aber wer isst das schon), nach hinten verstellbare mittel-bequeme Kinosessel, eine gute Sound-Anlage u.v.m. Ich habe „Blade Runner 2049“ dort gesehen, es ist ja in Deutschland scheinbar üblich für Überlänge bei Filmen zahlen zu müssen (was ich ja unglaublich finde, weil ich wünschte, dass die Filme alle nicht so lang wären), entsprechend hat mich die Kinokarte 11,50 Euro (1,50 Überlänge-Zuschlag) gekostet. Die Werbung (inkl. 4 Trailer) ging 18 Minuten lang. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals einen Überlängen-Film gesehen habe, bei dem das Kino eine Unterbrechung mitten im Film macht. Habe aber gehört, es wäre in Deutschland relativ üblich (was ich natürlich ebenfalls unfassbar finde). In meinem neuen Berliner Lieblingskino gab es keine Pause während „Blade Runner 2049“.

Delphi Lux Kino in Berlin
Kinosaal 1 des Delphi Lux Kinos
Kinosaal 1 im Delphi Lux Kino

Berlin – Film: „La La Land“

Ich war am 29.11.16 in Berlin und am 29.12.16 in Charlotte und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„La La Land“ (dt. Kinostart: 12.01.17) 128 min  musical
dir. Damien Chazelle cast: Emma Stone, Ryan Gosling, John Legend, Rosemarie DeWitt, J.K. Simmons, Tom Everett Scott, Finn Wittrock

 
Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der charismatische Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf ineinander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der Bühne und genießen den Zauber der jungen Liebe in La La Land – der Stadt der Träume. Doch schon bald müssen Mia und Sebastian einsehen, dass sie Opfer bringen müssen, um ihren Träumen näher zu kommen. Kann ihre Beziehung diesem Druck standhalten? (Quelle: Presseheft)

 

 

B+ (Wertung von A bis F) „La La Land“ ist nach „Guy and Madeline on a Park Bench“ und dem, mit drei Oscars ausgezeichneten Whiplash erst der dritte Film des 31-jährigen amerikanischen Filmemachers Damien Chazelle.

„La La Land“ ist ein moderner und zugleich nostalgischer Musicalfilm. Wer einen durchweg fröhlichen Film erwartet, der sei vorgewarnt, „La La Land“ ist auch traurig. Die letzten, vielleicht zehn Minuten sind brillant, diese Montage zählt sicherlich zu den besten überhaupt. Alleine für diese Schlusssequenz lohnt es sich, diesen Film anzuschauen.

Damien Chazelle ließ sich für „La La Land“ von den Musicals des französischen Regisseurs Jacques Demy („Les parapluies de Cherbourg“, „Les demoiselles de Rochefort“) aus den 1960er Jahren inspirieren.

 
Nach Crazy, Stupid, Love und „Gangster Squad“ ist dies bereits die dritte Zusammenarbeit von Emma Stone und Ryan Gosling. In den vorangegangen Filmen haben die beiden Schauspieler bereits unter Beweis gestellt, dass sie glaubhaft ein Paar abgeben können. Für „La La Land“ hatte Damien Chazelle ursprünglich Miles Teller und Emma Watson für die Hauptrollen im Auge – Danke, dass es dazu nicht gekommen ist. In den Rollen der Mia und des Sebastian sind Emma Stone und Ryan Gosling in meinen Augen unersetzbar, sie geben ein perfektes Leinwandpaar ab.

Ich habe mittlerweile bereits einige Male gehört/gelesen, dass die Geschichte von Emma Stones Charakter Mia den Film dominiert. Dieser Meinung bin ich nicht. Der Film handelt von zwei Künstlern, die versuchen in Los Angeles ihre Träume zu verwirklichen. Auf der einen Seite zeigt der Film den Alltag der Schauspielerin Mia, die von Casting zu Casting rennt und darauf hofft, entdeckt zu werden. Auf der anderen Seite sieht man aber, wie sich der leidenschaftliche Jazzmusiker Sebastian mit Jobs über Wasser hält und dabei seinen großen Traum, einen eigenen Jazzclub zu eröffnen, nicht aus den Augen verliert. Die beiden verlieben sich ineinander und fortan begleitet der Film die Liebes- und Lebensgeschichte von Mia und Sebastian.

 

Beide Schauspieler geben hier überzeugende Performances. Man kann und sollte sowohl Emma Stone als auch Ryan Gosling für den Oscar nominieren. Vielleicht hat Emma Stone mehr sogenannte „Oscar-Szenen“ (alleine die zwei, etwas längeren Casting-Szenen). Ich finde, dass das erste längere Vorsprechen, in der sie vorgibt, am Telefon zu sein, ihre beste Szene ist. Hier kann sie mit ihrer starken Mimik und ihrem ausdrucksvollen Gesicht ihr komplette schauspielerische Bandbreite zeigen. Emma Stone spielt demnächst die legendären Disney-Schurkin Cruella de Vil – bislang sprengt das den Rahmen meiner Vorstellungskraft, aber ich bin gespannt.Ryan Gosling hat für „La La Land“ extra das Klavierspielen gelernt und den Jazzpianisten Sebastian nimmt man ihm ab.

Ich habe mir „La La Land“ exakt einen Monat nachdem ich ihn das erste Mal gesehen habe, mir ein zweites Mal in einem amerikanischen Kino angeschaut. Meine Bewertung bleibt unverändert, alle Szenen, die ich bei der ersten Sichtung mochte, gefielen mir auch beim zweiten Mal, meine Kritikpunkte bleiben auch dieselben. Ich liebe die Party-Sequenz, bei der Mia zum dritten Mal auf Sebastian trifft und sich den A Flock of Seagulls-Song „I Ran“ wünscht. Bei der zweiten Sichtung waren mir alle Melodien und Songs natürlich vertraut und so konnte ich es nicht verhindern, dass meine Füße im Takt mitwippten. Bei der sehr gut besuchten Vorstellung nach den Weihnachtsfeiertagen in Charlotte, North Carolina wurde sogar applaudiert. Einen großen Applaus gab es nach der Eröffnungsnummer und zum Schluss zeigten die Zuschauer noch mal ihre Begeisterung für den Film.
„La La Land“ hat einige unvergessliche Szenen, die Musik ist einprägend und gut, der Song „City of Stars“ ist großartig und der Schluss ist – wie bereits erwähnt – einer der besten der Filmgeschichte, dennoch ist der Film für mich nicht stimmig, in seiner Inszenierung nicht harmonisch.

 

Morgen ist die Golden-Globe-Verleihung, ich gehe davon aus, dass „La La Land“ mindestens drei Golden Globes (Bester Film (Musical/ Comedy), Beste Hauptdarstellerin (Musical/Comedy) für Emma Stone und Bester Song „City of Stars“ gewinnt. Sollte der Film noch mehr GGs gewinnen, ist das ein gutes Zeichen für die Oscars.

In meiner ersten Oscar-Prognose vom September 2016  habe ich bereits „La La Land“ als Oscar-Gewinner Film gesehen, dabei bleibe ich vorerst, auch wenn der Film mit der Nicht-Nominierung für einen SAG-Ensemble Award einen herben Rückschlag erlitten hat. Seit „Braveheart“ im Jahr 1995 hat kein Film den Oscar gewonnen, der nicht auch für den Best-Ensemble-Award der Schauspielgewerkschaft nominiert war. Aus diesem Grund neige ich gerade dazu, zu dem Zweitplatzierten meiner September-Prognose  Manchester by the Sea (oder vielleicht sogar Moonlight) zu wechseln. Ich möchte aber nicht voreilig agieren und erst Mal abwarten, was „La La Land“ an der amerikanischen Kinokasse einspielt. In jedem Fall würden mehr als drei Golden Globes einen dringend benötigten Impuls für die Academy Awards geben.

Sollte „La La Land“ am 26.02.2017 den Oscar als Bester Film gewinnen, wäre dieser Film der erste Oscar-Gewinner-Film seit „Million Dollar Baby“, der nicht in meiner Top Ten auftaucht.

 
„La La Land“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien. Update: „La La Land“ wurde für insgesamt 14 Oscars nominiert. So viele Nominierungen hatten in 89 Jahren Oscar-Geschichte nur die beiden Filme „All About Eve“ und „Titanic“ erhalten. Nominiert wurde der Film in den Kategorien: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling), Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone), Bestes Originaldrehbuch, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Schnitt, Beste Filmmusik, Bester Filmsong („Audition“ und „City of Stars“), Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Gewonnen hat „La La Land“ sechs Academy Awards (Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin Emma Stone, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bester Song „City of Stars“, Bestes Szenenbild) 

„La La Land“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Filmfestival hat Emma Stone den Preis der Beste Hauptdarstellerin gewonnen. Auf dem Toronto International Filmfestival 2016 hat der Film den Publikumspreis gewonnen. Der Film wurde am 9.12.16 in fünf ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Seit dem 25.12.16, ist der Film in den U.S.A. landesweit zu sehen. Ich habe den Film in einer Pressevorführung gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In Deutschland startet der Film am nächsten Donnerstag.

 
Trailer zu sehen:

 

 

Chicago – Film: „The Nice Guys“

Ich war am 26.05.16 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 
„The Nice Guys“ (dt. Kinostart: 02.06.16) 116 min action, comedy
dir. Shane Black  cast: Russell Crowe, Ryan Gosling, Matt Bomer, Kim Basinger, Angourie Rice

 

 

Los Angeles im Jahr 1977. Holland March (Ryan Gosling) ist alleinerziehender Vater einer 13-jährigen Tochter (Angourie Rice). Als Privatdetektiv arbeitet er im Moment an einem Fall und kommt dabei dem raubeinigen Jackson Healy (Russell Crowe) in die Quere. Das erste Aufeinandertreffen läuft etwas unglücklich – zumindest für March, aber bald begeben sich die Beiden gemeinsam auf die Suche nach einer gewissen Amelia…

 

 

C- (Wertung von A bis F) „The Nice Guys“ ist nach „Kiss Kiss Bang Bang“ und „Iron Man 3“ erst die dritte Regiearbeit von Shane Black. Als Drehbuchschreiber hat sich der Filmemacher aber bereits erstmalig in den 1980er Jahren mit der Actionkomödie „Lethal Weapon“ einen Namen machen können.

Auch wenn es sehr lange her ist, dass ich „Kiss Kiss Bang Bang“ gesehen habe, bleibt mir dieser Film bis heute als eine der besten Actionkomödien in Erinnerung.

 
Die Anfangsszene von „The Nice Guys“ (in der ein kleiner Junge, ein Männermagazin, ein spektakulärer Autocrash und ein nackter Pornostar eine Rolle spielen) ist pseudo-lustig und irgendwie ist es der gesamte Film.

Dieser Film ist auf so vielen Ebenen nicht gelungen. Das Drehbuch ist missglückt, die ganze Erzählung ist wirr, die Geschichte läuft dadurch alles andere als geschmeidig und der ganze Film fühlt sich unfertig an. Außerdem ist „The Nice Guys“ viel zu lang und ermüdend, es gibt auffällige Anschlussfehler, die meisten Gags laufen ins Leere (die besten sind tatsächlich im Red-Band-Trailer zu sehen) und die zahlreichen Gewaltszenen dienen nur der flüchtigen Belustigung. Die Besetzung der beiden Hauptdarsteller mag für ein paar Szenen irgendwie originell sein, für einen 2-Stunden-Film sind die Beiden aber keine gute Paarung. Sowohl Russell Crowe als auch Ryan Gosling sind Neulinge für diese Art des komödiantischen Spiels, vielleicht hätten sie lieber bei dem bleiben sollen, was sie schauspielerisch beherrschen. Die Charaktere, die beide verkörpern, fand ich weder glaubhaft noch sympathisch. Insbesondere Ryan Gosling konnte ich den schusselig-liebenswerten Loser nicht abnehmen. Schon bald habe ich mir Robert Downey Jr. gewünscht, der einen sofort als Idealbesetzung für diese Rollenbeschreibung in den Sinn kommt.

 

 
Kim Basinger und Russell Crowe stehen hier das erste Mal seit „L.A. Confidential“ wieder gemeinsam vor der Kamera. Ich fand es erschreckend, wie sich die beiden Schauspieler optisch in den letzten 19 Jahren entwickelt haben. Kim Basinger hat eine betonierte Mimik und der erst 52-jährige Australier ist komplett aus der Form geraten. Ansonsten spielt die australische Schauspielerin Angourie Rice ganz gut, stiehlt den beiden Protagonisten sogar die eine oder andere Szene, aber auch ihre Filmfigur nervte mich irgendwann.

 
Zum Schluss machte es den Anschein, dass es eine Fortsetzung zu diesem Film geben könnte – bitte nicht!

 

 

Der Red Band-Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Doctor Strange„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Marvel-M…naja sieht eigentlich ganz cool aus. Außerdem spielen Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, etc. mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Free State of Jones„
Bewertung des Trailers: B- (neuer Trailer)
Kommentar: Bürgerkriegs-Action-Drama mit Matthew McConaughey – ich glaube seine Zeit ist wieder vorbei.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: wenn ich Langeweile habe…

Trailer v. Film: „Jason Bourne„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Der fünfte Film der Bourne-Reihe (für mich der vierte, weil ich den letzten nicht gesehen habe und da auch Matt Damon nicht mitgespielt hat)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Magnificent Seven„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Antoine Fuquas Remake des gleichnamigen Westerns – War das nötig? Von der Besetzung interessiert mich eigentlich nur Peter Sarsgaard.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „War Dogs„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Komödie mit Jonah Hill und Miles Teller
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Accountant„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Warum muss Ben Affleck immer wieder als Schauspieler arbeiten, wo ihm das Regiefach doch so viel mehr liegt?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Mike & Dave Need Wedding Dates„
Bewertung des Red-Band-Trailers: C+
Kommentar: Komödie. Zac Efron würde mich schon davon abhalten, den Film zu gucken, aber dann auch noch mit Anna Kendrick…
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nie…mals

 

San Francisco – Film: „The Big Short“

Ich war am 02.01.16 in San Francisco und am 11.01.16 in Washington und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„The Big Short“ (dt. Kinostart: 14.01.16) 130 min drama, comedy, adaptation, biopic
dir. Adam McKay cast: Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, Brad Pitt, Melissa Leo, Marisa Tomei, Rafe Spall, Jeremy Strong, John Magaro, Finn Wittrock, Tracy Letts, Margot Robbie, Selena Gomez

 

New York im Jahr 2005. Der Hedgefonds-Manager und Analyst Dr. Michael Burry (Christian Bale) findet heraus, dass die riskante Kreditvergabe für Immobilien früher oder später zu einem Finanzkollaps führen wird. Er realisiert, mit welchen Investitionen aus der drohenden Immobilien- und Finanzkrise profitiert werden kann.

Der Wertpapierhändler der Deutschen Bank, Jared Vennett (Ryan Gosling), hat von Burrys Investitionsplänen erfahren und möchte auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Er versucht den Trader Mark Baum (Steve Carell) und sein Team zu überzeugen, gegen das Finanzsystem zu wetten.

Die jungen ambitionierten Spekulanten Charlie Geller (John Magaro) und Jamie Shipley (Finn Wittrock) erfahren auch von der Immobilienblase und ziehen Jamies Nachbarn, den ehemaligen Top-Wertpapierhändler Rickert (Brad Pitt) ins Vertrauen.

B (Wertung von A bis F) „The Big Short“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Michael Lewis. Der Film beruht vage auf wahren Begebenheiten. Die Handlung erklärt wie es zu dem Platzen der Immobilienblase und dem weltweiten Bankencrash im Jahr 2008 kam und erzählt wie einige wenige, die das vorausgesehen haben, davon finanziell profitiert haben.

Es ist der neue Film von Adam McKay, der sich zuvor ausschließlich mit Komödien (Anchorman: The Legend of Ron Burgundy, Step Brothers, The Other Guys) einen Namen gemacht hat. „The Big Short“ ist sein erstes Drama, auch wenn es kein reines Drama ist.

Der Regisseur Adam McKay nutzt alle bekannten Regietricks, um seine komplizierte Story und die, mir so verhasste Finanzwelt unterhaltsam zu inszenieren. Er setzt mit seinem Film alles dran, cool und smart zu sein. Vielleicht kann man diesen drögen Stoff einem Mainstream-Publikum nicht anders vermitteln. Mir wirkte es aber mitunter zu aufgesetzt. Es ist originell aber auch irritierend wenn eine Traumfrau wie Margot Robbie (The Wolf of Wall Street) champagnerschlürfend in einem Schaumbad liegt und einem erklärt was Ramschhypotheken sind.
Ich mochte die Macho-Sprüche und die schnellen Schnitte, aber dann, als der Film etwas mehr in sich ruht, war er mir zu langgezogen. Der eine oder andere Charakter trägt sonderbare Frisuren oder Perücken, mich hat das rausgebracht, genauso wie Melissa Leos verwirrend seltsame Brille. Mir war auch nicht klar, was der Film eigentlich sein wollte, etwas Dokumentation, etwas Drama und etwas Komödie/Satire. Wenn man keine Ahnung von den Geschehnissen, die zu der Finanzkrise geführt haben, hat, ist „The Big Short“ sicher auch lehrreich.

„The Big Short“ ist ein Film über Außenseiter. Einen Helden sucht man in dem Film natürlich vergebens – wie auch – wenn es um gierige und skrupellose Banker und Spekulanten, Banken und Ratingagenturen geht. Für mich war Christian Bales Charakter, Dr. Michael Burry, noch am ehesten so etwas wie ein Sympathieträger. Dr. Burry ist Neurologe und wechselte aus Langeweile in die Finanzbranche. Er analysierte den Immoblienmarkt, entdeckte Fehler im System und war einer der Ersten, der die Immobilienblase, die später zu dem Bankencrash führte, erkannte. Christian Bale spielt den, an dem Asperger-Syndrom leidenden, exzentrischen, nuschelnden und leicht stotternden Dr. Burry auf eindrucksvolle Weise. Auch war Ryan Gosling wieder mal ein Hingucker. Ich war angewidert und fasziniert zugleich von diesem solariumgebräunten, schmierigen Jared Vennett, stelle ich mir doch genau so einen Banker aus dieser Zeit vor. Mir hat auch der kaugummikauende Vinny (Jeremy Strong) aus Steve Carells Team gefallen. Ansonsten ist „The Big Short“ ein Ensemble-Film und jeder erfüllt seine Aufgabe.

Wie man vielleicht herauslesen kann, bin ich etwas hin- und hergerissen von dem Film. Im Moment werden „The Big Short“ sogar sehr gute Chancen auf den Oscar-Gewinn als bester Film eingeräumt, daher werde ich ihn mir die Tage nochmal anschauen. Ich werde davon berichten.

B+ (Wertung von A bis F) Bei der zweiten Sichtung ist tatsächlich der Funke übergesprungen. Ich liebe weite Teile des Films. Der Film ist aber nicht perfekt und ich fand ihn auch immer noch zu lang. Beinahe wäre er in meiner Top Ten gelandet.

„The Big Short“ wurde erstmalig zum AFI Fest 2015 gezeigt. Bevor der Film gezeigt wurde, hatte ihn kein Oscar-Experte so richtig als ernstzunehmenden Oscar-Anwärter auf dem Schirm. Mittlerweile wurde der Film von den so wichtigen Filmpreisen innerhalb der Filmindustrie (SAG, PGA, WGA) nominiert. Es ist davon auszugehen, dass „The Big Short“ auch eine Oscar-Nominierung als bester Film erhält. Ich sehe „The Big Short“ neben Spotlight sogar mittlerweile als Favorit auf den Oscar-Gewinn als bester Film. „The Big Short“ hat vier Golden Globe-Nominierungen (Bester Film, Comedy, Bester Hauptdarsteller, Comedy Christian Bale und Steve Carell und Bestes Drehbuch) und sogar fünf BAFTA-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Nebendarsteller, Christian Bale und Bester Schnitt) erhalten.

„The Big Short“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester männlicher Haupt- (oder Neben-) darsteller (Steve Carell), Bester männlicher Nebendarsteller (Christian Bale, Beste weibliche Nebendarstellerin (Melissa Leo, Marisa Tomei), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien.

 „The Big Short“ hat 5 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Christian Bale, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Schnitt) erhalten.

Update: „The Big Short“ hat einen Oscar (Bestes adaptiertes Drehbuch) gewonnen.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Finest Hours„
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophen-Mist
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Revenant„
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Alejandro González Iñárritus neuer Film mit Leonardo DiCaprio und Tom Hardy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Risen„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Historienfilm mit dem nicht so guten Fiennes
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Everybody Wants Some„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Richard Linklaters neuer Film
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Zoolander No. 2„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Das erste Mal, dass ich einen Trailer im Kino sehe. Ich liebe den ersten „Zoolander“ also muss ich mir den auch anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A- (Redband Trailer)
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Filmplakat von "The Big Short" in der New Yorker U-Bahn
Filmplakat von „The Big Short“ in der New Yorker U-Bahn

 

DVD – Film: "The Place Beyond the Pines"

Folgenden Film habe ich mir auf DVD angeschaut:

„The Place Beyond the Pines“ (dt. Kinostart war der 13.06.13, in D. auf DVD ab 7.11.13 erhältlich) 140 min drama
dir. Derek Cianfrance cast: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes, Ray Liotta, Ben Mendelsohn, Rose Byrne, Dane DeHaan, Bruce Greenwood

Luke ist Motorradstuntman und tingelt mit seiner Show von Jahrmarkt zu Jahrmarkt. Als er auf dem Rummelplatz in Schenectady, New York arbeitet, wird er von seiner Ex-Affäre Romina (Eva Mendes) besucht. Er erfährt, dass sie ein gemeinsames Kind haben. Luke kündigt seinen Job, um in der Nähe von Romina und seinem Sohn zu bleiben. Nur so einfach ist es nicht, seine Ex-Flamme hat einen neuen Partner und Luke braucht auch Geld, um seine kleine Familie zu versorgen. Er freundet sich schließlich mit Robin (Ben Mendelsohn) an und schlägt eine kriminelle Laufbahn ein…

A- (Wertung von A bis F) Recht schnell habe ich gemerkt, dass ich „The Place Beyond the Pines“ wesentlich lieber im Kino gesehen hätte. (Wollte ich auch, aber…lange Geschichte) Jedenfalls verdient der Film die volle Aufmerksamkeit.

In meiner Inhaltsangabe habe ich bewusst nur den ersten Teil der Geschichte angerissen. Erzählt werden aber drei einzelne Geschichten, die miteinander verbunden sind. Es ist ein komplexes Vater-Söhne-Drama, das mich dramaturgisch auch das eine oder andere Mal überrascht hat.

Bradley Cooper („The Hangover, Silver Linings Playbook) hat mich hier das erste Mal richtig schauspielerisch von sich überzeugen können. Vielleicht ist er eines Tages ein Schauspieler, den auch ich dauerhaft ernst nehmen kann. Bei Matthew McConaughey hätte ich das vor einigen Jahren auch nicht gedacht. Vom Typ her sind sich die beiden sehr ähnlich, meine Sympathien sind aber eindeutig bei Matthew McConaughey, dem ich mittlerweile die Daumen für seine erste Oscar-Nominierung im Jahr 2014 drücke. Seine bemerkenswerte Performance in „The Place Beyond the Pines“ könnte Bradley Cooper im nächsten Jahr zu seiner bereits zweiten Oscar-Nominierung für „American Hustle“ verhelfen.

Mittlerweile verspüre ich eine leichte Müdigkeit was Ryan Gosling angeht. Wer mich aber erneut beeindruckt hat, ist Ben Mendelsohn (Animal Kingdom, The Dark Knight Rises und selbstverständlich Dane DeHaan (Chronicle, Lincoln)

„The Place Beyond the Pines“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival im Jahr 2012 aufgeführt. Der Film ist im April ins amerikanische Kino gekommen und zusammen mit „Mud“ waren es die ersten DVDs, die an die Academy-Mitglieder geschickt wurden.

Wenn auch nicht an vorderster Front, aber „The Place Beyond the Pines“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch, Bester Nebendarsteller Bradley Cooper und Ryan Gosling

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: "The Ides of March"

Ich war am 19.10.11 in San Francisco und habe mir im Kino angeschaut:

„The Ides of March“ (dt. Titel: „The Ides of March – Tage des Verrats“, dt. Kinostart: 22.12.11) 98 min drama
dir. George Clooney cast: Ryan Gosling, George Clooney, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright, Max Minghella, Jennifer Ehle

Die Benennung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten steht kurz bevor. Die Entscheidung wird zwischen dem liberalen Gouverneur von Pennsylvania Mike Morris (George Clooney) und dem konservativen Senator von Arkansas Ted Pullman (Michael Mantell) fallen. Derjenige, der die Abstimmungen in Ohio gewinnt und die Unterstützung des einflussreichen Senators Thompson (Jeffrey Wright) erfährt, ist so gut wie Präsident der Vereinigten Staaten. Die republikanische Partei ist bei dieser Präsidentschaftswahl einfach zu schlagen. Stephen Meyers (Ryan Gosling) ist Medienberater und arbeitet direkt unter Wahlkampfleiter Paul Zara (Philip Seymour Hoffman) für Mike Morris. Eines Tages bekommt er einen Anruf vom gegnerischen Wahlkampfleiter Tom Duffy (Paul Giamatti). Tom Duffy bittet Stephen um ein Treffen…

B (Wertung von A bis F ) „The Ides of March“ wurde von Beau Willimons Bühnenstück „Farragut North“ adaptiert, welches von Howard Deans Präsidentschaftskampagne im Jahr 2004 inspiriert wurde. Die Verfilmung weist aber mehr Ähnlichkeiten zu der Kampagne (und dem Skandal) des damaligen demokratischen Kandidaten John Edwards auf. George Clooneys charmanter Mike Morris gleicht aber auch in seiner Präsenz und Rhetorik Barack Obama. Alleine das Shepard Fairey-Wahlkampfplakat von Kandidat Morris ist dem von Obama im Wahlkampf 2008 nachempfunden.

„The Ides of March“ ist ein sehenswerter und spannender Politthriller, aber für mich keinesfalls ein Oscar-Film. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen an den Film an sich. Ich möchte mich aber nicht beschweren, ich habe immer großes Vergnügen, den Dialogen von herausragenden Charakterdarstellern zu folgen. George Clooney hat für sein Projekt Ryan Gosling, Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei, Jeffrey Wright, Evan Rachel Wood und Jennifer Ehle gewinnen können. Mit Abstand gibt P.S. Hoffman hier die beste Performance des Ensembles. Sobald er auftaucht beherrscht er die Leinwand. Für mich ist das eine klare Oscar-Nominierung. Marisa Tomei sehe ich immer gerne, leider hat sie hier nur eine kleine Rolle. Evan Rachel Wood hat mich auch wieder einmal überzeugen können und sogar Paul Giamatti fand ich brillant. George Clooney hat das nötige, wie man sagt, präsidiale Charisma, das ein Kandidat braucht, um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Auch wenn seine Rolle in „The Ides of March“ nur eine Nebenrolle ist, ich nehme ihm in jeder Sekunde den möglichen Präsidentschaftskandidaten ab. Die Hauptrolle spielt hier aber Ryan Gosling. Ryan Goslings Charakter fand ich fragwürdig. Von der charakterlichen Entwicklung der Filmfigur Stephen Meyers habe ich mich irgendwie überrumpelt gefühlt. Erst ist er idealistisch, definitv smart und glaubt an seinen Kandidaten und dann dieser Fehler, der an sich schon Fragen aufwirft. Schließlich dieser abrupte Wandel. Fand ich schwierig und irgendwie unglücklich. Ryan Gosling („The Notebook“, „Half Nelson“, Blue Valentine, Drive) hat mir überwiegend verdammt gut in seiner Rolle gefallen, manchmal hat er sogar George Clooneys Charakter etwas Charisma genommen. Meines Erachtens konnte Ryan Gosling jedoch diese hohe schauspielerische Qualität nicht durchgängig halten.

Die Chancen bei den Oscars als bester Film schätze ich derzeit (Oktober 2011) eher gering ein. Es gibt derzeit immer noch Filme, die noch nicht komplett fertiggestellt sind, bzw. noch nicht der Presse vorgeführt wurden. Wenn diese Filme ihrem Favoriten-Status nicht gerecht werden, könnte „The Ides of March“ wieder mit ins Spiel kommen, zumal auch bis zu zehn Filme nominiert werden. Nominierungen für die Schauspieler sind wahrscheinlich. Ganz weit vorne sehe ich dabei Philip Seymour Hoffman als bester Nebendarsteller. Möglich aber auch Paul Giamatti als bester Nebendarsteller. Eine Nominierung für Ryan Gosling als bester Hauptdarsteller ist nicht abwegig.

„The Ides of March“ ist Clooneys vierte Regiearbeit. Für mich ist „Good Night, and Good Luck“ nach wie vor seine beste Arbeit hinter der Kamera.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Anonymous“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: In den U.S.A. wird, damit man sich nicht langweilt, wenn man viel zu früh im Kino erscheint, immer First Look von aktuellen Film- und Fernsehproduktionen gezeigt. In den letzten Monaten war „Anonymous“ dort oft vertreten. Den eigentlichen Trailer zu dem Film habe ich aber tatsächlich das letzte Mal im April im Kino gesehen. Ich bin immer noch skeptisch, dass Roland Emmerich einen Film zustande gebracht hat, der auch mir gefällt. Was man so hört, soll der Film aber ordentlich sein, insbesondere in technischen Kriterien und Ausstattung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 70 %

Trailer v. Film: „Contraband“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Actioner mit Mark Wahlberg und Kate Beckinsale
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Descendants“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Alexander Paynes neuer Film mit George Clooney. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Girl with the Dragon Tattoo“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: David Finchers Remake der gleichnamigen Stieg Larsson-Verfilmung mit Daniel Craig, Rooney Mara, Robin Wright. An Rooney Mara habe ich mich mittlerweile gewöhnt und ich bin gespannt auf diese Performance. Trailer ist mir zu lang. Oscar-Film oder Oscar-Potential, wird sich zeigen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „J. Edgar“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Clint Eastwoods Biopic über den ersten FBI Direktor J. Edgar Hoover. Mit Leonardo DiCaprio, Armie Hammer, Jeffrey Donovan, Judi Dench, Naomi Watts. Wow, danke für diesen neuen Trailer!
Jetzt habe ich einen besseren Eindruck von dem Film und ein fast schon wieder gutes Gefühl für Leos Performance. Armie Hammer gefällt mir im Trailer. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Spionagethriller nach dem Roman von John le Carré. Film mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, John Hurt, Toby Jones, Mark Strong. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%