NYC – Film: „The Ballad of Buster Scruggs“

Ich war am 01.10.18 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„The Ballad of Buster Scruggs“ (in D. ab dem 16.11.18 auf Netflix zu sehen)   132 min  western, comedy, drama 

dir. Joel Coen, Ethan Coen  cast: Tim Blake Nelson, James Franco, Brendan Gleeson, Zoe Kazan, Liam Neeson, Tom Waits, Tyne Daly, Stephen Root, Grainger Hines, Bill Heck

 

Ein singender Cowboy (Tim Blake Nelson), ein Bankräuber (James Franco), ein Schausteller (Liam Neeson), ein Goldsucher (Tom Waits), eine Siedlerin (Zoe Kazan) und eine Lady (Tyne Daly), die mit vier Männern in einer Kutsche sitzt…am Ende ihrer Geschichten gibt es wohl immer einen Toten…

 

B+ (Wertung von A bis F) „The Ballad of Buster Scruggs“ ist der neue Film der Coen Bros. („Fargo“, No Country For Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis). Es ist ein Episodenfilm, der in sechs Kapitel aufgeteilt ist.

Die erste („The Ballad of Buster Scruggs“) und die zweite Episode („Near Algodones“) sind witzig, aber auch recht blutig und wenn man es sich gerade im Lachmodus gemütlich gemacht hat, kommt die dritte („Meal Ticket“) und stimmt einen nachdenklich, gar traurig, die vierte (All Gold Canyon) ist eine wunderbare Fabel über den Menschen und die Natur (übrigens mit Tom Waits, den ich überhaupt nicht erkannte), die fünfte („The Gal Who Got Rattled“) erzählt eine tragische Siedler-Story und bei der sechsten und letzten Episode („The Mortal Remains“) fühlte ich mich, als ich diese dialogreiche Kutschfahrt begleitete, zunächst  an Quentin Tarantinos The Hateful Eight erinnert. Jeder wird sein Lieblingssegment in diesem Film haben. Ich mochte am meisten das 1., 2., und das 6. Kapitel. 

Es hat aber nicht lange gedauert, dass ich diesen Western-Episodenfilm in mein Herz geschlossen habe. Ich weiß noch genau, dass ich bereits bei der ersten Episode und der zweiten Saloon-Szene gedacht habe, wenn das so weitergeht, ist das einer meiner Lieblingsfilme der Coens. Am Ende waren es aber sechs separate und völlig unterschiedlichen Geschichten, aber alle haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Jede einzelne ist von Originalität und perfektem Timing geprägt, gestalterisch sehr präzise und schwarzhumorig, wie man das von einem Werk der Coen Brüder erwartet. Absolut hinreißend, wie sie jede neue Geschichte einleiten.

Die Filme der regieführenden Brüder sind für das Kino geschaffen, dies ist ihre erste Netflix-Produktion. „The Ballad of Buster Scruggs“ war ursprünglich als Sechsteiler für das Fernsehen (bzw. Netflix) geplant. Dann wurde daraus ein Netflix-Spielfilm. Für die meisten Coen-Bros.-Fans bedeutet das, dass sie diesen Film dann leider auch nur auf diesem Streamingportal sehen können. Um sich für die Oscars zu qualifizieren, wird dieser Film wohl nur in ausgewählten amerikanischen Kinos zu sehen sein. Ich hatte es bereits bei meiner ersten Prognose zu den Oscar-Nominierungen 2019 erwähnt, Netflix hat die besten Oscar-Strategen der Branche angeheuert und jetzt ist jeder, der sich mit den Oscars beschäftigt, gespannt, wie weit sie im nächsten Jahr (vor allen Dingen mit „Roma“) kommen. Für mich war es bei „The Ballad of Buster Scruggs“ das erste Mal, dass ich das neue Netflix-Logo (ein simples „N“) gesehen habe. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Tim Blake Nelson), Bestes Originaldrehbuch Update: „The Ballad of Buster Scruggs“ hat 3 Oscar-Nominierungen (Bestes adaptiertes Drehbuch, Bestes Kostümdesign und Bester Song für „When a Cowboy Trades his Spurs for Wings“) erhalten. 

„The Ballad of Buster Scruggs“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2018 gezeigt. Auf diesem Filmfestival haben die Coen-Brüder den Preis für das beste Drehbuch gewonnen. Der Film wird am 16.11.18 in einigen amerikanischen Kinos anlaufen und zeitgleich auf Netflix zu sehen sein. In Deutschland wird dieser Film wohl auch ab dem 16.11.18 über Netflix abrufbar sein. Ich habe den Film in einem Screening der Screen Actors Guild gesehen. Im Anschluss an den Film haben sich die Schauspieler Tim Blake Nelson, Grainger Hines und Bill Heck, sowie die legendäre Casting Direktorin Ellen Chenoweth einem Interview gestellt und die Fragen des Publikums beantwortet. Das Publikum, das vorwiegend aus Schauspielern bestand, wollten vorwiegend von allen Beteiligten wissen, wie es ist, mit den Coen Bros. zu arbeiten.

Trailer zu sehen:

 

 

amerikanische Filmplakate v. „The Ballad of Buster Scruggs“

 

Q & A nach dem SAG-Screening v. „The Ballad of Buster Scruggs“ (v. r. Casting Direktorin Ellen Chenoweth, und die Schauspieler Grainger Hines, Billy Lockwood und Tim Blake Nelson und der Interviewer)

 

Boston – Film: „Hail, Caesar!“

Ich war am 13.2.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Hail, Caesar!“ (dt. Kinostart: 18.2.16) 106 min comedy, drama
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Josh Brolin, George Clooney, Alden Ehrenreich, Ralph Fiennes, Jonah Hill, Scarlett Johansson, Frances McDormand, Tilda Swinton, Channing Tatum, Alison Pill, Fred Melamed, David Krumholtz voice: Michael Gambon

 

 

Hollywood im Jahr 1951. Eddie Mannix (Josh Brolin) ist der Problemlöser eines großen Filmstudios. Er hat alle Hände voll zutun und dann wird auch noch der große Filmstar Baird Whitlock (George Clooney) entführt.

 

 

B- (Wertung von A bis F) „Hail, Caesar!“ ist der 17. Spielfilm der Coen Brüder („Fargo“, „The Big Lebowski“, „The Man Who Wasn´t There“, No Country for Old Men, A Serious Man, Inside Llewyn Davis).

„Hail, Caesar!“ ist etwas konfus, definitiv nicht leicht zu etikettieren. Auch wenn man einiges aus früheren Werken der Coens wiederfindet, ist dieser Film so eigen. Es ist ein Film über den Prozess des Filmemachens und über das Hollywood Studiosystem der 1950er Jahre. Die Anspielungen auf Legenden dieser Zeit (Clark Gable, Esther Williams, Hedda Hopper, Gene Kelly) erfolgen natürlich bewusst, die Filmsets sind äußerst eindrucksvoll. Mir bleiben einige Szenen, die skurrilen Charaktere, die teils absurden Dialoge und die famosen Bilder in Erinnerung, der Film hat aber einige Längen und verblasst recht schnell.

Josh Brolins Charakter Eddie Mannix (basierend auf der realen Person Eddie Mannix) führt wie ein roter Faden durch den Film. Er ist der Fixer eines Hollywoodstudios und als Zuschauer begleiten wir ihn einen Tag lang und sehen, mit welchen Problemen, Zweifeln und existenziellen Fragen er sich beschäftigt.

Einige Filme (Stoker, Blue Jasmine), in denen Alden Ehrenreich mitgewirkt hat, habe ich gesehen, aufgefallen war er mir bislang jedoch noch nicht. Das ändert sich mit „Hail, Caesar!“.  Alden Ehrenreich zeichnet hier eine ungewöhnlich starke Präsenz aus. Es gehört auch einiges dazu, einen schlechten Schauspieler zu portraitieren. Auch wenn ich mir derzeit noch nicht vorstellen kann, den amerikanischen Schauspieler in einer ganz anderen Rolle zu sehen, denke ich, dass er seinen Weg gehen wird und ich schon bald erneut begeistert von ihm berichten werde. Die Szenen mit ihm und dem britischen Regisseur (ein erneut grandioser Ralph Fiennes) zählen zu meinen Lieblingsszenen in „Hail, Caesar!“.

Channing Tatum zeigte bereits in Filmen wie Foxcatcher, dass er durchaus ein schauspielerisches Talent besitzt. Er braucht einfach nur geeignete Rollen und die Coens haben ihm diese hier gegeben. In der gefühlte Ewigkeiten andauernden homoerotischen Tanzszene ist er so glaubwürdig wie selten zuvor.

 
Wie alle anderen Filme der Coens sieht auch „Hail, Caesar!“ fantastisch aus. Nicht zuletzt ist dies auch auf Kamerakünstler Roger Deakins zurückzuführen.

Seit dem Jahr 1990 und dem Film „Miller´s Crossing“ arbeiten die berühmten Filmemacher mit dem, dieses Jahr bereits das 13. Mal für den Oscar nominierten Kameramann Roger Deakins zusammen. Vor einigen Jahren war Roger Deakins mit den Dreharbeiten zu Sam Mendes Skyfall beschäftigt und so mussten und die Coens erstmalig bei dem Spielfilm „Burn After Reading“ gezwungenermassen auf einen anderen DP zurückgreifen. Ihre Wahl fiel auf den mittlerweile zweimaligen dreimaligen (gut, ist zwar noch knapp 2 Wochen hin, aber der Academy Award ist ihm mittlerweile sicher) mit dem Oscar ausgezeichneten Emmanuel Lubezki, genannt Chivo (GravityBirdman und The Revenant). Die Coens schätzten seine Arbeit seit längerer Zeit. Chivo konnte sich gleich am ersten Drehtag von dem speziellen Humor der Regie-Brüder persönlich überzeugen, die trugen nämlich ein T-Shirt mit der Aufschrift „What would Roger do?

„Hail Caesar!“ wurde am 5. 2. 16 in den amerikanischen Kinos gestartet. Am 11.2.16 wurde er als Eröffnungsfilm der 66. Berlinale gezeigt. Der Film ist ab dem 18.2.16 regulär in den deutschen Kinos zu sehen.

Trailer zu sehen:

ein zweiter Trailer (und ein Teil meiner Lieblingsszene) zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Hello, My Name is Doris„
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Tragikomödie mit Sally Field
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube, Sally Fields Charakter geht mir zu sehr auf die Nerven

Trailer v. Film: „Now You See Me 2„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder mal eine unnötige Fortsetzung (von Now You See Me) und dann noch mit Daniel Radcliffe
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Money Monster„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: neuer Film von Jodie Foster mit George Clooney und Julia Roberts
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Eddie the Eagle„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britische Sport-Biopic-Komödie mit Taron Egerton (den ich kaum erkannt habe) und leider Hugh Jackman
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Nice Guys„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Shane Blacks neuer Film mit einem ziemlich angedickten Russell Crowe und Ryan Gosling
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Neighbors 2: Sorority Rising„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: noch so eine unnötige Fortsetzung
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Boss„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Komödie mit Melissa McCarthy – wie viele solcher Komödien will sie noch drehen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

NYC – Film: „Bridge of Spies“

Ich war am 28.10.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Bridge of Spies“ (dt. Filmtitel: „Bridge of Spies – Der Unterhändler“, dt. Kinostart: 26.11.15) 141 min min drama
dir. Steven Spielberg cast: Tom Hanks, Mark Rylance, Amy Ryan, Alan Alda, Sebastian Koch

Brooklyn, New York im Jahr 1957. James B. Donovan (Tom Hanks) ist Anwalt und soll die Verteidigung des Sowjetspions Rudolf Abel (Mark Rylance) übernehmen. Ihm ist bewusst, dass er dafür von der amerikanischen Gesellschaft angefeindet werden würde, vielleicht bringt er dadurch sogar seine Familie in Gefahr. Er entscheidet sich aber dennoch, das Mandat zu übernehmen. Der Sowjetagent soll zum Tode zu verurteilt werden, James B. Donovan hält es jedoch für eine bessere Idee, ihn in Zeiten des Kalten Krieges zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen, um ihn dann vielleicht eines Tages zum Gefangenenaustausch zu nutzen.

B- (Wertung von A bis F) „Bridge of Spies“ wurde von wahren Begebenheiten inspiriert.

„Bridge of Spies“ ist nach „Saving Private Ryan“, „Catch Me If You Can“ und „Terminal“ die vierte Zusammenarbeit von Steven Spielberg und Tom Hanks. Es ist ein solider, typischer Steven Spielberg-Film. Alles was man an seinen Filmen mag oder nicht mag, wird man in diesem Film wiederfinden. Visuell ist es ein toller Film. Wie bei jedem Spielberg-Film seit dem Jahr 1993 stand auch hier wieder Janusz Kaminski hinter der Kamera und sorgt einmal mehr für eine elegante Bildsprache. Auch wenn es irgendwie immer etwas Altmodisches hat, Steven Spielberg und Janusz Kaminski erschaffen immer „großes Kino“.

„Bridge of Spies“ ist durchaus sehenswert. Ich mochte den ersten Akt, der in New York spielt und die Szenen auf  der Glienicker Brücke. Den zweiten Akt des Film fand ich sehr zäh. Das Taktieren der beiden Supermächte ist jedoch glaubhaft darstellt.

Die Coen Bros. haben das Drehbuch überarbeitet und bringen etwas von ihrer Leichtigkeit und ihrem Humor in den Film. Das überträgt sich gerade auf Mark Rylance Charakter.

Ich würde ja gerne mal wissen, wo sich Mark Rylance so lange vor mir versteckt hielt. Gut, dieser englische Bühnenschauspieler war in der Vergangenheit selten in Kinofilmen zu sehen, aber dass sein Talent bislang quasi komplett meiner Aufmerksamkeit entgangen ist, ist eine Wissenslücke, die seinesgleichen sucht. Zugegebenermassen ist er mir kürzlich in „The Gunman“ aufgefallen. Da kam er mir komischerweise sehr vertraut vor, aber ich dachte, es wäre einer dieser Schauspieler, die ich bereits zig Mal in Nebenrollen gesehen habe und dessen Namen ich mir nicht merken kann. Weit gefehlt, seiner mageren Filmografie zufolge kann ich ihn bislang noch in kaum einem Kinofilm gesehen haben. Was für ein Verlust für die Filmwelt. Ich hoffe, dass sich das jetzt ändert, denn ich habe einen neuen Lieblingsschauspieler. So einen wie ihn gibt es nur ganz selten. Tom Hanks hat eine starke Leinwandpräsenz, er ist ein Filmstar, aber zugleich in meinen Augen auch ein sehr guter Schauspieler (wobei ich finde, dass seine Vielseitigkeit Grenzen hat). Wenn der zweimaliger Oscar-Gewinner aber in „Bridge of Spies“ neben Mark Rylance spielt, sah ich mich außerstande, meine Augen von diesem ausdrucksstarken, spitzbübischen Gesicht des Engländers zu lassen. Die besten Szenen in „Bridge of Spies“ sind die, in denen Mark Rylance spielt. Ich habe buchstäblich in jeder seiner Szenen eine Bild-Umrahmung mit vielen kleinen, goldenen Oscar-Statuen vor Augen gehabt..

Der fünfmalige Oscar-Gewinner John Williams komponiert seit 30 Jahren die Filmmusik für Spielbergs Filme. Da John Williams dieses Jahr an „Star Wars Episode VII: The Force Awakens“ gearbeitet hat, stand er für Steven Spielberg erstmalig nicht zur Verfügung. Den Score von „Bridge of Spies“ hat Thomas Newman komponiert. Thomas Newmans Score ist zurückhaltender als der, den man von John Williams gewohnt ist.

„Bridge of Spies“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Tom Hanks), Bester Nebendarsteller (Mark Rylance), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Bridge of Spiels“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Bester Nebendarsteller Mark Rylance, Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Beste Filmmusik) erhalten.

Update: „Bridge of Spies“ hat einen Oscar (Mark Rylance als Bester Nebendarsteller) gewonnen. 

„Bridge of Spies“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2015 gezeigt.

Trailer zu sehen:

Der liebenswürdige Mark Rylance im Jahr 2011 in einem Interview als er seinen zweiten Tony-Award (von drei) gewonnen hat:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Jungle Book“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Realverfilmung des Disney-Klassikers mit Bill Murray, Ben Kingsley, Idris Elba, Scarlett Johansson, etc. Sind die Schuhe nicht etwas zu groß für Regisseur Jon Favreau?
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „The Secret in Their Eyes“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Remake des gleichnamigen argentinischen Films. Dieser Thriller ist mit Nicole Kidman, Chiwetel Ejiofor und Julia Roberts besetzt. Ein mit einer schwarzhaarige Perücke verändertes Äußeres macht aus Julia Roberts nicht auf einmal eine gute Schauspielerin.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Finest Hours“
Bewertung des Trailers: D+ (neuer Trailer)
Kommentar: Disney-Katastrophenfilm mit Chris Pine
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: pfff

TV – Serie: "Fargo, 1. Staffel"

Ich habe mir die komplette Staffel folgender FX-Serie angeschaut:

„Fargo, 1. Staffel“ 10 x approx. 50 min drama, comedy, crime
dir. Adam Bernstein, Randall Einhorn, Colin Bucksey, Scott Winant, Matt Shakman cast: Martin Freeman, Billy Bob Thornton, Allison Tolman, Colin Hanks, Bob Odenkirk, Oliver Platt, Adam Goldberg, Russell Harvard, Keith Carradine, Kate Walsh, Joey King, Kelly Holden Bashar

Bemidji, Minnesota im Jahr 2006. Der 40-jährige Versicherungsvertreter Lester (Martin Freeman) hat einen üblen Tag, seine Frau Pearl (Kelly Holden Bashar) ist am rumnörgeln, im Job läufts auch nicht so gut und dann trifft er auch noch seinen alten Schulkameraden – der Typ, der ihn in der Schule früher immer gehänselt und verprügelt hat. Der provoziert ihn wieder und haut ihm zur Krönung auch noch gegen eine Fensterscheibe. Mit einer gebrochenen Nase landet er schließlich im Krankenhaus. Dort lernt er auch noch diesen seltsamen Typen, Lorne Malvo (Billy Bob Thornton), kennen. Sie unterhalten sich und Lester erzählt ihm von dem Mann, der ihm die Nase gebrochen hat. Lorne Malvo fragt, ob er ihn für ihn umbringen soll. Ein unheimlicher Typ dieser Lorne Malvo. Am Ende des Tages gibt es ein paar Tote und nichts ist mehr so wie es war…

A (Wertung von A bis F) Die Miniserie „Fargo“ wurde von dem gleichnamigen Coen Bros. Film aus dem Jahr 1996 inspiriert.

Ähnlich wie bei „True Detective“ erzählt die erste Staffel von „Fargo“ eine komplett abgeschlossene Geschichte. Auch hier ist bereits die zweite Staffel bestätigt. Die zweite Staffel von „Fargo“ wird ebenfalls 10 Episoden enthalten. Es wird eine ganz andere Geschichte erzählt, eine die bereits in der ersten Staffel angedeutet wurde. Die Story wird im Jahr 1979 in Sioux Falls, South Dakota spielen. Die Handlung dreht sich um den 33-jährigen Lou Solverson, dem Vater von Deputy Molly aus der ersten Staffel. Lou Solverson wurde in der ersten Staffel von Keith Carradine verkörpert. Die zweite Staffel von „Fargo“ wird in den U.S.A. im Herbst 2015 auf FX ausgestrahlt.

Über die letzten Jahre habe ich viele sehenswerte und auch großartige Mehrteiler/Serien gesehen: „Damages“, „Entourage“, „Dexter“, „True Blood“, „Bored to Death“, „Californication“, „Boardwalk Empire“, „Mad Men“, „Nurse Jackie“, „Sons of Anarchy“, „Breaking Bad“, „Homeland“, „American Horror Story“, „The Newsroom“, „Bates Motel“, „House of Cards“, „Top of the Lake“, „Orphan Black“, „True Detective“ und „Broadchurch“. Die TV-Serie „Fargo“ ist das Beste was ich seit längerer Zeit gesehen habe.

Als ich das erste Mal davon gehört habe, dass einer meiner Lieblingsfilme der Coen-Brüder als TV-Serie in Produktion geht, dachte ich nur erbost, dass denen wohl gar nichts heilig ist. Die TV-Adaptionen von „Bates Motel“ und „Hannibal“ waren ja nun auch nicht gerade glorreiche Beispiele. Entsprechend habe ich mich erstmal nicht weiter um die TV-Serie „Fargo“ gekümmert. Es wurde aber auch sehr wenig über die Serie geredet oder geschrieben, vielleicht weil sie nicht bei den Prestige-Sendern HBO und SHOWTIME ausgestrahlt wurde, sondern auf dem Kabelsender FX. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass es bereits im Jahr 1997 einen Anlauf gab, „Fargo“ als Serie zu produzieren. Die Pilotfolge wurde Jahre später, im Jahr 2003, ausgestrahlt, aber die Serie wurde gekippt. Das nächste Mal als ich mit der Serie „Fargo“ konfrontiert wurde, habe ich mir die Critics´ Choice Television Awards live im Fernsehen angeschaut und „Fargo“ wurde als beste Miniserie, Allison Tolman als beste Nebendarstellerin und Billy Bob Thornton als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. In dem Moment war mir klar, dass ich die Serie unbedingt sehen muss. Billy Bob hat ja auch in zwei Filmen der Coens („The Man Who Wasn´t There“ und „Intolerable Cruelty“) mitgespielt, bei „Bad Santa“ waren die Coens ausführende Produzenten. Der Serienschöpfer Noah Hawley und seine Regisseure haben sich für ihre TV-Serie „Fargo“ nicht allein von dem Film „Fargo“ inspirieren lassen, sondern, so liess Noah Hawley wissen, auch von „No Country for Old Men“ und „A Serious Man“.

Die Anthologie-Serie „Fargo“ hat Noah Hawley (TV-Serie „Bones“) kreiert. Ungewöhnlich für die amerikanische TV-Landschaft ist, dass er als Autor auch die Drehbücher aller 10 Folgen geschrieben hat. Noah Hawley behielt beim Schreiben sorgfältig die Grundidee des Films im Auge, hat einen sehr ähnlichen Humor wie die Coens und spricht dieselbe Sprache wie die einzigartigen Filmemacher. Die Serie hätte komplett von den Coen-Brüdern geschrieben und inszeniert sein können. Als großer Verehrer der Kunst von Joel und Ethan Coen hatte ich durch die TV-Serie das Gefühl, 10 Stunden in ihre bizarre Welt eintauchen zu dürfen. In einem Interview hat Noah Hawley gesagt, dass es ihm wichtig war, oftmals einfach Bilder sprechen zu lassen, Seine Drehbücher, so er weiter, beinhalten auch manchmal seitenlang keine Dialoge, sondern beschreiben einfach nur die Kameraarbeit und bestimmte Szenen. Den Coens muss das gefallen haben, jedenfalls sind sie auch Produzenten der Serie. Die TV-Serie „Fargo“ ist eine Art Hommage an den Film und an die Coen-Brüder.

Auch wenn die Serie eine eigenständige Geschichte mit eigenen Charakteren erzählt, gibt es auch einige Verbindungen zu dem Film „Fargo“. Die erzählte Geschichte spielt im Winter in der amerikanischen Provinz, in Minnesota, es gibt viel Schnee, viel Blut, einen Loser, einen Geldkoffer, eine Erpressungsgeschichte, eine Schwangere (in der Serie sind es sogar zwei) eine smarte Polizistin, eine Szene, die auf dem Parkplatz eines Hochhausdaches beginnt, ein schräges Gangster-Duo, skurrile Gestalten, viele Absurditäten, brillante Dialoge, lustige Namen für die Charaktere, viel Situationskomik, großartige Szenen, schöne Bilder, wundervolle Kameraführung und eine ordentliche Portion schwarzen Humor. In dem Film „Fargo“ wird die titelgebenden Stadt nur kurz erwähnt in der Serie spielt ein Part in der Stadt Fargo.

„Fargo“ – der Film: um noch mal die Gemeinsamkeiten von Film und Serien herauszufinden (und weil ich den Film so liebe), habe ich mir den, inzwischen achtzehn Jahre alten, Film erneut angeschaut. Offiziell ist „Fargo“ Joel Coens Film, das Drehbuch wurde von Beiden verfasst. Bekanntermassen haben auch die Brüder zusammen Regie geführt, nach den seinerzeit geltenden Regeln, musste man sich auf einen Regisseur einigen. „Fargo“ hat zwei Oscars gewonnen (einer ging an Frances McDormand als Beste Hauptdarstellerin und einer für das beste Originaldrehbuch). Die Serie „Fargo“ habe ich mir zwei Mal angeschaut. Zwischen der ersten und zweiten Sichtung der Serie habe ich mir den Film „Fargo“ angeschaut. Im Vergleich zur Serie war mir der Film viel zu kurz, da war so viel Potenzial, etwas tiefer zu gehen. Dennoch „Fargo“ ist für mich natürlich immer noch ein großartiger Film.

Der Film „Fargo“ erzählt eine Geschichte um einen etwas unbeholfenen und naiven Loser namens Jerry Lundegaard (gespielt von William H. Macy). Jerry ist in Finanznöten und lässt sich mit den falschen Leuten (das skurrile Gangster-Duo Steve Buscemi und Peter Stormare) ein. Er lässt seine Frau entführen, das Lösegeld soll vom wohlhabende Schwiegervater bezahlt werden. Der Plan ist, dass Jerry dann das Geld mit den beiden Kriminellen teilt. Es gibt ein paar Tote und die schwangere Polizistin Marge Gunderson (gespielt von Frances McDormand) ermittelt in dem Fall und die Ermittlungen führen sie irgendwann zu Jerry.

Der Film „Fargo“ beginnt mit den folgenden Worten:

THIS IS A TRUE STORY.

The events depicted in this film took place in Minnesota in 1987.

At the request of the survivors, the names have been changed.

Out of respect for the dead, the rest has been told exactly as it occured.

„Fargo“ – die Miniserie: zunächst einmal beginnt sie mit denselben Worten mit Ausnahme, dass die Ereignisse im Jahr 2006 stattfanden.

Sowohl im Film als auch in der Serie „Fargo“ wird selbstverständlich eine fiktive Geschichte erzählt.

Die TV-Serie „Fargo“ erzählt im Groben eine Geschichte um einen etwas unbeholfenen und naiven Loser names Lester Nygaard (gespielt von Martin Freeman). Morgens hat noch seine Frau rumgestänkert, später trifft er auch seinen alten Schulkamerad, der ihn damals schon tyrannisiert hat. Nachdem der ihm die Nase bricht, trifft Lester im Krankenhaus auf den mysteriösen Fremden Lorne Malve (gespielt von Billy Bob Thornton). Eine Zufallsbekanntschaft, die Lesters Leben verändert. Dann ist da noch der Polizist Gus Grimly (gespielt von Colin Hanks), der auch auf Lorne Malve trifft, ein Supermarktketten-Besitzer (gespielt von Oliver Platt), der erpresst wird und die Polizistin Molly Solverson (gespielt von Allison Tolman), die einen guten detektivischen Spürsinn besitzt.

Um es auf einen Nenner zu bringen: Wenn man den Film „Fargo“ mag/liebt, wird man die TV-Serie mögen/lieben.

Man könnte die TV-Serie „Fargo“ als ein wunderschön fotografiertes, brillant geschriebenes, spannungsgeladenes Überraschungspaket bezeichnen. Ich weiß nicht, ob man zu irgendeinem Zeitpunkt erahnen kann, welche Entwicklungen die Handlung und die Charaktere noch nehmen. Ich war immer wieder perplex, was der Serienmacher Noah Hawley sich jetzt schon wieder einfallen ließ. Erwähnen möchte ich noch, dass Jeff Russos Score unfassbar gelungen ist. Er ist bewusst dem des Films ähnlich, und doch so eigen. Man sollte in der Serie keinen tieferen Sinn oder gar eine Botschaft suchen, das sucht man auch in den Coen-Werken vergeblich.

Es gibt immer wieder Schauspieler die sich in meinen Augen rar machen, die ich selten sehe oder schon länger nicht gesehen habe und wenn die dann wieder in meinem Dunstkreis auftauchen, merke ich, wie ich sie vermisst habe. Billy Bob Thornton ist so einer, ich liebe ihn. Lorne Malvo ist ihm wie auf den Leib geschrieben. Billy Bob Thornton hat hier einen eigenen Bösewicht kreiert und wat ne schräge, coole Type er hier wieder ist. Bei quasi jedem Auftritt von Lorne Malvo hat mein Herz schneller geschlagen. Billy Bob Thornton umgibt eine solche Intensität, wie man sie selten bei Schauspielern spürt. Manchmal, eigentlich ziemlich oft, musste ich einfach schallend lachen, wenn Billy Bob Thorntons Lorne Malvo auftritt. Die Dialoge sind aber auch zum Brüllen komisch.

Alle Schauspieler in der Serie „Fargo“ sind großartig, Billy Bob Thornton spielt hier aber in einer eigenen Klasse.

Allison Tolman bzw. Molly Solverson zählt zu dem Typ Frau, an den ich mich erst mal gewöhnen muss. Die Art von Frau gewinnt mich durch Authentizität, Humor, Charme und Beharrlichkeit. Irgendwann hat mich Molly Solverson gehabt und dann wollte ich sie nicht mehr missen, vielleicht auch weil sie das Gute in der Serie repräsentiert. Die durchaus talentierte Schauspielerin Allison Tolman kann ich mir derzeit noch in keiner anderen Rolle vorstellen, ich hoffe aber inständig, dass „Fargo“ für sie erst der Start einer großen Karriere ist.

Ein paar Anmerkungen zu einigen Episoden der ersten Staffel:

Episode 5 (The Six Ungraspables): Bei meiner zweiten Sichtung war bereits die fünfte Folge meine Lieblingsfolge

Episode 6 (Buridan´s Ass): Bei meiner ersten Sichtung war diese Folge vermutlich meine Lieblingsfolge. Gerade mit dem ganzen Schnee zum Schluss.

Episode 7 (Who Shaves the Barber?); Bei meiner ersten Sichtung setzte bei mir hier etwas Panik ein. Die Form von Panik, die ich als Kind hatte, wenn ich ein neues Lieblingsspielzeug bekommen habe (oder in abgeschwächter Form noch heutzutage wenn ich ein neues Apple-Gerät, eine neue Tasche oder sonstwas bekomme). In den ersten paar Tagen, früher vielleicht Wochen überkam/ überkommt mich die Angst, dass mein neues Spielzeug ein paar Kratzer abbekommt oder gar kaputt geht. Das hatte ich bei „Fargo“ mit der 7. Folge. Angst, dass meine potenziellen neuen Lieblingsserie zum Ende hin abflacht, eine Wendung nimmt, die mir nicht gefällt, sowas in der Art. Ich wollte mir diese Serie nicht kaputtmachen lassen, entsprechend unentspannt habe ich (während der ersten Sichtung) die letzten drei Folgen der erste Staffel geguckt. Das war natürlich auch ein Grund für mich, sie ein zweites Mal zu schauen und dann zu geniessen.

Episode 8 (The Heap): In dieser Folge kommt es zu einer Besonderheit, die ich nicht spoilern möchte.

Eigentlich Quatsch – jede Episode hat ihre Berechtigung und ich liebe jede einzelne Folge.

Drei Empfehlungen, die ich geben möchte:

1. Möglichst die TV-Serie „Fargo“ in einem Marathon gucken, vielleicht nicht alle 10 Folgen hintereinander (habe ich auch nicht gemacht), aber an zwei oder drei Tagen

2. Die TV-Serie dringend im Original sehen, alleine die Sprache von Billy Bob Thorntons Charakter ist vielleicht nur so zu erfassen. Wenn man nicht alles versteht, englische Untertitel helfen.

3. Definitiv die TV-Serie „Fargo“ ein zweites Mal sehen. Wie bereits „True Detective“ habe ich mir auch diese komplette erste Staffel ein zweites Mal angeschaut. Beim ersten Mal habe ich noch überlegt, ob ich die von mir äußerst selten gezückte „uneingeschränkte A“ Bewertung vergebe, war es mir mit der zweiten Sichtung spätestens mit Ende der zweiten Episode klar. Bei der zweiten Sichtung wusste ich, dass sie bis einschließlich der 10. Folge brillant ist, also konnte ich mich entspannt zurücklehnen und auf Kleinigkeiten (Bilder an der Wand, etc.) achten. Ich habe erst nach der ersten Sichtung gelesen, wie es mit der zweiten Staffel weitergeht. Beim zweiten Mal konnte ich dann auch auf die Hinweise, die die zweite Staffel betreffen, achten.

Die Charaktere im Einzelnen:

Lester Nygaard ist ein Versicherungsvertreter, seit 18 Jahren mit Pearl (Kelly Holden Bashar) verheiratet, hat einen Bruder Chazz (gespielt von Joshua Close) wirkt wie ein Versager, ist ziemlich naiv, etwas trottelig und einfach gestrickt, aber blöd ist er nicht. Ich mag, wie sich seine Figur entwickelt. Zu Beginn der Serie hat er mich etwas an Mr. Bean erinnert. Gespielt wird Lester von dem britischen Schauspieler Martin Freeman. Mir kam er zwar irgendwie bekannt vor, aber so richtig konnte ich ihn nicht zuordnen. Er hat in zahlreichen Kinofilmen („Love Actually“, „The Hitchhiker´s Guide to the Galaxy“, „Hot Fuzz“, Peter Jacksons „The Hobbit“) und in einigen TV-Produktionen („The Office“, „Sherlock“) gespielt. Martin Freeman wurde für diese Rolle für einen Emmy Award als Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie nominiert.

Lorne Malvo ist ein Einzelgänger und kommt nicht aus der Stadt, aber viel mehr Worte möchte ich auch nicht über ihn verlieren. Man muss diese undurchsichtige Type einfach erleben, muss ihn sehen und ihm zuhören, wie geschickt er andere Menschen einlullt und manipuliert. Das führt zu Dialogen, bei denen man losbrüllen möchte oder einfach nur staunt. Wenn man sonst noch nicht überzeugt ist, diese Serie zu gucken, er gibt einen allen Grund dazu. Der Amerikaner Billy Bob Thornton ist nicht nur Schauspieler („U Turn“, „A Simple Plan“, „The Gift“, „Monster´s Ball“, „Bandits“, „The Man Who Wasn´t There“, „Bad Santa“), sondern auch Musiker, Regisseur und Drehbuchautor. Für „Sling Blade“ hat er einen Oscar für das beste adaptierte Drehbuch gewonnen. Er hat eine weitere Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller für „Sling Blade“. Für seine Rolle in „Fargo“ ist er für einen Emmy Award als Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie nominiert.

Deputy Molly Solverson ist eine 31-jährige Polizistin aus Bemidji, Minnesota hat sich festgebissen an der Idee, dass Lester schuldig ist. Sie ist alleinstehend, ihr Vater ist der Restaurantbesitzer von Bemidji (gespielt von Keith Carradine). Gespielt wird Molly Solverson von der Amerikanerin Allison Tolman. Die Schauspielerin ist bislang noch nicht groß in Erscheinung getreten. Sie hatte mal einen Gastauftritt in der TV-Serie „Prison Break“. Allison Tolman ist sie für einen Emmy Award als beste Nebendarstellerin in einer Miniserie nominiert.

Officer Gus Grimly ist ein etwas ängstlicher Polizist aus Bemidjis Nachbarkaff Duluth. Arbeitet nicht gerne als Polizist. Seit zehn Jahren Witwer und alleinerziehender Vater einer 12-jährigen Tochter. Gespielt wird Gus Grimly von Colin Hanks. Er ist der älteste Sohn des zweimaligen Oscar-Gewinners Tom Hanks und wird optisch seinem Vater immer ähnlicher. Er ist noch nicht so ein guter Schauspieler wie sein Vater, aber er macht sich langsam. Er hat in einigen TV-Serien („Roswell“, „Band of Brothers“, „Mad Men“) mitgewirkt. Mir ist er am meisten durch die 6. Staffel von „Dexter“ im Gedächtnis. Er hat aber auch in einigen Kinofilmen (The Great Buck HowardW.) mitgespielt. Colin Hanks wurde für diese Rolle für einen Emmy Award als bester Nebendarsteller in einer Minserie nominiert.

Lou Solverson ist der Vater von Polizistin Molly (gespielt von Allison Tolman). Witwer, führt das Diner Lou´s Coffee Shop in Bemidji. Seine Vergangenheit wird in der zweiten Staffel von „Fargo“ aufgearbeitet. Lou Solverson wird von dem amerikanischen Schauspieler Keith Carradine gespielt. Keith Carradine kommt aus einer Schauspieler-Familie. Sein verstorbener Vater John und sein verstorbener älterer Bruder David waren Schauspieler, sein jüngerer Bruder Robert arbeitet als Schauspieler und selbst Keith Carradines Tochter Martha Plimpton arbeitet als Schauspielerin. Keith Carradine hat im Jahr 1975 einen Oscar gewonnen, allerdings nicht als Schauspieler sondern für den von ihm geschriebenen Song „I´m Easy“ aus dem Film „Nashville“. Als Schauspieler hat er viel in TV-Serien und in einigen Kinofilmen mitgespielt. Zu sehen war er auch in der zweiten und vierten Staffel von Dexter.

Chazz Nygaard ist der Bruder von Lester (gespielt von Martin Freeman), verheiratet, hat einen Sohn, Waffennarr. Optisch könnte er der jüngere Bruder von Schauspieler Patrick Wilson sein. Gespielt wird Chazz von Joshua Close.

Stavros Milos ist der Besitzer der größten Supermarktkette in Minnesota. Stavros Milos hat einen Erpresserbrief erhalten und hat Lorne Malvo (gespielt von Billy Bob Thornton) angeheuert, den Fall aufzuklären. Gespielt wird von dem großartigen amerikanischen Schauspieler Oliver Platt. Oliver Platt habe ich bewusst das erste Mal in dem Film „Flatliners“ gesehen. Seit dieser Zeit taucht er immer wieder auf und ich freue mich jedes Mal, ihn zu sehen. Er hat in erfolgreichen TV-Serien wie „The West Wing“, „Bored to Death“ und „The Big C“ gespielt. In jüngerer Zeit war habe ich ihn auch in den Kinofilmen „Pieces of April“, Hope Springs, Frost/Nixon, Please Give und Chef gesehen.

Chief Bill Oswalt ist ein Polizist in Bemidji und Mollys Vorgesetzter. Er ist mit Lester zur Schule gegangen. Auch er ist sehr einfach gestrickt. Glaubt Molly nicht, dass sein alter Schulkamerad Lester irgendwas Böses getan haben kann. Bill Oswalt wird von dem amerikanischen Schauspieler Bob Odenkirk gespielt. Bob Odenkirk hat regelmässig in der Serie „Breaking Bad“ gespielt, ich habe ihn aber auch erst kürzlich in The Spectacular Now und Nebraska gesehen

Greta Grimly ist die 12-jährige Tochter von Gus Grimly (gespielt von Colin Hanks). Ich habe Joey King erst kürzlich in Wish I Was Here gesehen

Mr. Numbers – er und sein taubstummer Kollege Mr. Wrench (gespielt von Russell Havard) bilden ein ziemlich schräges Gangster-Duo. Er wird von dem amerikanischen Schauspieler Adam Goldberg gespielt. Ich habe ihn schon zahlreichen Nebenrollen einiger TV-Serien („Will & Grace“, „Entourage“) und Kinofilmen( „EDtv“, „How to Lose a Guy in 10 Days“) gesehen.

Mr. Wrench ist der Komplize von Mr. Numbers (gespielt von Adam Goldberg). Mr. Wrench ist riesig und taubstumm. Gespielt wird er von dem amerikanischen Schauspieler Russell Havard. Sein Spielfilmdebüt hat er in „There Will Be Blood“ gegeben. Er hat aber ansonsten noch nicht viel gedreht, war mal in einer Folge von „CSI: NY“ und „Fringe“ zu sehen.

Bill Budge ist ein afro-amerikanischer FBI-Agent. Gespielt wird Budge von dem amerikanischen Schauspieler und Komiker Keegan Michael Key. Er war in „MADtv“ zu sehen und hatte Auftritte in einigen TV-Serien. Ich finde ihn und seinen Partner Pepper göttlich.

Webb Pepper ist ein afro-amerikanischer FBI-Agent. Gespielt wird Pepper von dem amerikanischen Schauspieler und Komiker Jordan Harworth Peele. Er war in „MADtv“ zu sehen und hatte zahlreiche Auftritte in TV-Serien. Wie gesagt, ich liebe die Beiden.

Die TV-Serie „Fargo“ wurde vom 15.04.14 bis zum 17.06.14 auf dem amerikanischen Kabelsender FX ausgestrahlt.

Die TV-Serie „Fargo“ wurde insgesamt für sensationelle 18 Fernsehoscars (nur Game of Thrones konnte das mit 19 toppen) nominiert, u.a. für einen Emmy als beste Miniserie, bester Hauptdarsteller (Billy Bob Thornton, Martin Freeman), Bester Nebendarsteller (Colin Hanks), Beste Nebendarstellerin (Allison Tolman). „Fargo“ hat sehr gute Chancen, einige Kategorien für sich zu entscheiden, auch und gerade Beste Miniserie zu gewinnen. Das liegt hauptsächlich daran, dass die andere Anthologie-Serie „True Detective“ nicht in dieser Kategorie nominiert ist. HBO hat „True Detective“ als Beste Serie/Drama eingereicht, ob das ein smarter Schachzug von HBO war, ist fraglich, schließlich tritt „TD“ in dieser Kategorie gegen die letzte Staffel von „Breaking Bad“ an. Die Macher von „Fargo“ können sich bei HBO für diesen Schritt jedenfalls bedanken, die größte Konkurrenz ist aus dem Weg. Am kommenden Montag, dem 25.08.14, ist die große Emmy-Verleihung. Ich denke, dass „Fargo“ beste Miniserie, bester Hauptdarsteller (Billy Bob Thornton) und auch beste Nebendarstellerin (Allison Tolman) für sich entscheiden kann. Ich drücke ganz fest die Daumen.

Teaser zu sehen:

Jeff Russos Score aus der Serie „Fargo“ (Main Theme):

Berlin – Film: "Inside Llewyn Davis"

Ich war am 21.11.13 in Berlin und habe mir im Kino angeschaut:

„Inside Llewyn Davis“ (dt. Kinostart: 05.12.13) 104 min drama, comedy
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, Garrett Hedlund, Justin Timberlake, Adam Driver

Im Jahr 1961 in New York. Llewyn Davis (Oscar Isaac) ist ein erfolgloser Folkmusiker. Er war Part eines Musikerduos bis sich sein Partner das Leben nahm. Jetzt lebt er von der Hand in den Mund. Nicht einmal eine eigene Wohnung kann er sich leisten. Jede Nacht schläft er bei anderen Freunden auf der Couch. Gerade als er eines Morgens die Wohnung eines befreundeten Ehepaars verlassen will, entwischt ihm auch noch deren Katze…

B- (Wertung von A bis F) Ganz vage basiert „Inside Llewyn Davis“ auf den Memoiren von Dave Van Rock.

Der neueste Film der Coen Brüder ist eine Charakterstudie eines erfolglosen Folkmusikers zu Beginn der 1960er Jahre in New York, kurz bevor Bob Dylan in die Stadt kam und die gesamte Szene auf den Kopf stellte. Der fiktive Charakter Llewyn Davis ist ein guter Musiker, nur von seiner Musik allein kann er nicht leben. Einen Plan B hat er aber auch nicht. Er hat kein Geld, nicht mal einen Wintermantel hat er, ganz zu schweigen von einer eigenen Wohnung. Zu allem Überfluss ist es auch noch seine Schuld, dass die Katze von Freunden abhaut und die Frau seines Freundes ist auch noch schwanger. Vielleicht von ihm, genaues weiß man aber nicht. Llewyn Davis ist irgendwie vom Pech verfolgt, aber trifft auch falsche Entscheidungen. Jedenfalls halten ihn alle für einen Verlierer.

Auch wenn für mich nicht alle Filme von Joel und Ethan Coen die Klasse von „Raising Arizona“, „Fargo“, „The Big Lebowski“, „The Man Who Wasn´t There“, No Country for Old Men und A Serious Man haben, so sind sie für mich alle auf ihrer Art sehenswert. Bei den Filmen der Coen Brüder bekommt man immer auffällig tolle Szenenbilder, authentische und detailverliebte Ausstattungen und skurrile Charaktere und Dialoge geboten.

Bei „Inside Llewyn Davis“ mochte ich am meisten einen der Nebencharakter gespielt von Garrett Hedlund, aber auch Stark Sands und John Goodman haben mir gefallen. Schauspielerisch gut fand ich – wieder einmal – Carey Mulligan, nur ging mir ihr Charakter richtig auf die Nerven.

Oscar Isaac („Body of Lies“, „Robin Hood“, Drive) war mir bislang noch gar nicht aufgefallen. Die Coens haben „Inside Llewyn Davis“ als eine Art Dokumentation gefilmt. Die kreativen Filmemacher haben eine Weile gebraucht, um die Figur des Llewyn Davis perfekt zu besetzen. Für diese Hauptrolle haben sie einen Schauspieler gesucht, der live singen kann, praktisch ein Folk-Konzert geben kann. Ein solches Talent haben sie mit Oscar Isaac gefunden. Für mich gibt Oscar Isaac eine Oscar-Performance, weil es außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt, dass er diesen Folksänger/diese Verlierertype nur gespielt hat. Die Kategorie Bester Schauspieler ist im nächsten Jahr schon bestens aufgestellt. Seit Jahren gab es nicht so viele Anwärter, die es verdient hätten unter die letzten Fünf zu kommen. Ich sehe Robert Redford, Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor und Tom Hanks als bereits festgesetzt und um den letzten Platz in dieser Kategorie müssen halt Oscar Isaac, Bruce Dern, Forest Whitaker, Joaquin Phoenix, Michael B. Jordan, Christian Bale und vielleicht Leonardo DiCaprio (bis zum heutigen Tag, den 26.11.13, ist der neue Scorsese-Film noch nicht öffentlich gezeigt worden) kämpfen. Oscar Isaac hat mit „Inside Llewyn Davis“ definitiv seinen Durchbruch geschafft. Die Filmindustrie ist jetzt auf ihn aufmerksam geworden und man wird ihm sehr wahrscheinlich großartige Rollenangeboten unterbreiten. Ich bin jetzt schon ganz gespannt, ihn in einer völlig anderen Rolle zu sehen.

Viel zu laut und dominant war mir die Musik im Film, hat mich musikalisch auch gleich an einen der für mich schwächsten Coen Filme („O Brother, Where Art Thou?“) erinnert. Das ist nicht weiter verwunderlich, da T-Bone Burnett für beide Filme den Soundtrack produziert hat.

„Inside Llewyn Davis“ kommt in den U.S.A. am 6.12.13, bzw. 20.12.13 ins Kino. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die OmU.

„Inside Llewyn Davis“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Oscar Isaac), Bester Nebendarsteller (John Goodman), Beste Nebendarstellerin (Carey Mulligan), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Kostüme, Bester Filmschnitt, Bester Ton, Bester Tonschnitt. Was die Musik von „Inside Llewyn Davis“ angeht, ist es derzeit noch sehr fraglich, ob die Musik in dem Film die strengen Richtlinien der Academy erfüllt. Speziell der Song „Please Mr. Kennedy“ war im Gespräch für eine mögliche Oscar-Nominierung, derzeit ist aber eher wahrscheinlich, dass der Song disqualifiziert wird.

„Inside Llewyn Davis“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2013 gezeigt. Dort wurde „Inside Llewyn Davis“ mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, was als zweiter Platz nach der Goldenen Palme gilt.

dt. Trailer zu sehen:

Originaltrailer zu sehen:

Boston – Film: "True Grit"

Ich war am 03.01.11 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„True Grit“ (dt. Kinostart: 24.02.11) 110 min western, adaptation, remake
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Jeff Bridges, Matt Damon, Josh Brolin, Bruce Green, Roy L. Jones, Barry Pepper, Hailee Steinfeld, J. K. Simmons

Die 14jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) will den Mord an ihrem Vater rächen. Daher begibt sie sich auf die Suche nach Tom Chaney (Josh Brolin) und engagiert den U.S. Marshal Rooster Cogburn (Jeff Bridges). Der Texas Ranger La Beef (Matt Damon) hat ebenfalls Interesse, Tom Chaney in seine Gewalt zu bringen…

B+ (Wertung von A bis F) „True Grit“ wurde von dem gleichnamigen Roman von Charles Portis adaptiert. Der Film ist ein Remake des gleichnamigen John Wayne Films von 1969. Den Original-Film habe ich nicht gesehen.

Auch wenn viele Zutaten vorhanden sind (überwältigende Bildsprache, Besetzung von außergewöhnlich ulkigen Typen in beinahe jeder Nebenrolle, originelle Dialoge, tolle Ausstattung und komische und doch so großartige Szenen) fühlt sich „True Grit“ nicht wie ein typischer Coen Bros. Film an. Es ist eher ein richtig guter und solider Western. Das erste was auffällt, ist tatsächlich die – wieder einmal – teils wunderschönen Bilder. Wie in so vielen Coen Bros. Filmen ist wieder der Kameramann Roger Deakins dafür zuständig. Bereits 8 x für den Oscar nominiert („The Shawshank Redemption“, „Fargo“, „Kundun“, „O Brother, Where Art Thou?“, „The Man Who Wasn´t There“, „The Assasination of Jesse James by the Coward Robert Ford“, No Country for Old Men, The Reader), ist es langsam auch für ihn an der Zeit, dass er den Goldmann gewinnt. Hätte Jeff Bridges im letzten Jahr nicht einen Oscar für Crazy Heart gewonnen, wäre er sicherlich dieses Jahr an der Reihe (so ist meiner Meinung nach zu Recht Colin Firth, der den Oscar gewinnen wird). Hailee Steinfeld gibt eine sensationelle Performance. Zu den Dreharbeiten war sie erst dreizehn Jahre alt, sie gibt hier ihr Spielfilmdebüt. Hut ab! Sie spielt hier zwar eindeutig die Hauptrolle, der Politik der Oscars zufolge wird sie jedoch voraussichtlich für die beste Nebenrolle nominiert. Matt Damon, der sich ebenso wie Jeff Bridges und sämtliche Schauspieler, in „True Grit“ durch den Film nuschelt, liefert hier in meinen Augen einer seiner besten Leistungen ab.

Die letzten ca. 30 Minuten von „True Grit“ fand ich genial. Ich war geneigt, meine „B+“ Bewertung auf „A-“ zu verbessern, aber das hätte nicht meinen Eindruck von dem gesamten Film wiedergespiegelt. Vielleicht sollte ich ihn mir bald noch einmal anschauen. Definitiv ist es ein Film, den man mehrmals sehen kann.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lincoln Lawyer“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Auch wenn ich Matthew McConaughey nur ganz begrenzt optisch ertragen kann (immerhin mag ich seine Stimme und Sprache) macht dieser Thriller mit der tollen Marisa Tomei und William H. Macy, Ryan Phillippe und Josh Lucas erst einmal einen guten Eindruck
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Mechanic“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Jason Stratham, Ben Foster und Donald Sutherland
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80 % bzw. 100% (wg. Ben Foster)

Trailer v. Film: „The Rite“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Horrorfilm mit Anthony Hopkins
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80 % (für Anthony Hopkins und weil dieser Trailer wirkt)

Trailer v. Film: „Country Strong“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Gwyneth Paltrow als Country-Sängerin, Musik empfinde ich als ziemlich unerträglich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Adjustment Bureau“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi/Fantasy/Thriller mit Emily Blunt und Matt Damon. Trailer macht einen recht guten Eindruck. An einer bestimmten Stelle im Trailer habe ich sogar Gänsehaut bekommen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Transformers: Dark of the Moon“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Zu dem Film muss man sicherlich nichts weiter sagen… Frage: Warum spielt hier Frances McDormand und John Malkovich mit??? Zu dem Trailer möchte ich erwähnen, dass (ohne zu Beginn des Trailers zu wissen, was für ein Film hier beworben wird) der Trailer bei mir von einem entspannten B+ so bald der Name MICHAEL BAY auf der Leinwand erschien, auf ein zorniges D in meiner Bewertung gewandert ist…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Rango“
Bewertung des Trailers: B (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm, gesprochen von Johnny Depp. Der neue, sehr ausführliche Trailer ist nicht mehr sooo doll.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "A Serious Man"

Ich war am 15.10.09 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„A Serious Man“ (dt. Kinostart: 21.01.10) 105 min drama, comedy
dir. Joel Coen, Ethan Coen cast: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolff, Peter Breitmayer, Alan Mandell, Amy Landecker, Adam Arkin, Jessica McManus

1967. Für Physik-Professor Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) kommt es gerade ganz dick. Seine Frau Judith (Sari Lennick) will die Scheidung, sein Sohn Danny (Aaron Wolff) hört in der Hebrew School Rockmusik und kifft, seine Tochter Sarah (Jessica McManus) klaut Geld für eine geplante Nasen-OP, ein Student versucht ihn zu erpressen und sein arbeitsloser Bruder Arthur (Richard Kind) hat sich bei ihm eingenistet und kommt mit dem Gesetz in Konflikt. Larry ist überfordert und fragt sich warum ihm das alles passiert. Er sucht nach Antworten…

A (Wertung von A bis F) Nachdem ich von „Burn After Reading“ eher enttäuscht war, stand für mich bei „A Serious Man“ bereits nach wenigen Momenten schon fest, dass dies für mich ein klarer „A“-Film ist. Jedes Bild, jede Szene ist von soviel Schönheit und Liebe zum Detail geprägt. Joel und Ethan Coen gelten als Perfektionisten mit einer ganz eigenen Vision, in diesem Film zeigt sich das besonders.

Alleine beim Ensemble stellt sich schnell die Frage, woher die Coens diese tollen, weitgehend unbekannten Schauspieler nehmen. Hier sind ausnahmslos alle so perfekt für und in ihrer Rolle, dass ich es zum Ende des Films beinahe schade fand, dass dies nur ein Spielfilm ist und keine Reality Show aus den 1960er Jahren.

In einem Interview hat der Theaterschauspieler Michael Stuhlbarg erzählt, dass er eigentlich für die Eröffnungsszene vorgesprochen hat. Die Coens waren auch gleich sehr angetan und haben sich kaputt gelacht, sich aber erst fünf oder sechs Monate später wieder gemeldet und ihn gebeten, nocheinmal vorzusprechen, diesmal für die Hauptrolle und die Rolle von Arthur. Michael Stuhlbarg hat sich für beide Rollen vorbereitet, vorgesprochen, die Coens waren wieder sehr angetan und haben sich erneut kaputt gelacht, jedoch wieder erst einmal nichts von sich hören lassen. Zehn Wochen vor Beginn der Dreharbeiten bekam er schließlich den ersehnten Anruf, dass er die Hauptrolle spielt. Michael Stuhlbarg ist überwältigend als Larry Gopnik und man kann sich vorstellen, wieviel die Coens bei den Dreharbeiten zu lachen hatten.

„A Serious Man“ ist jedoch eindeutig keine Komödie, es ist eher ein Drama mit einem ganz speziellen Humor. Der Film wird nicht jedermanns Geschmack treffen. „A Serious Man“ gilt als der persönlichste Coen Bros. Film. Sie sind als Söhne jüdischer Akademiker in St. Louis Park in Minnesota aufgewachsen. Genau dort spielt der Film und dass einige Kindheitserinnerungen eingeflossen sind, ist eindeutig.

Die in „A Serious Man“ erzählte Geschichte ist natürlich von Joel und Ethan Coen selbst geschrieben, diese haben sie mit Hilfe ihres sozusagen beinahe „hauseigenen“ Kameramannes Roger Deakins in Szene gesetzt, später haben sie den Film, wie üblich, unter ihrem Pseudonym Roderick Jaynes selbst geschnitten.

Im nächsten Jahr werden zum ersten Mal seit 1943 zehn Filme in der Kategorie BESTER FILM für den Oscar nominiert. Ich bin sicher, dass „A Serious Man“ darunter sein wird. Hoffentlich bekommt auch der, derzeit wahrscheinlich beste DP Roger Deakins wieder eine Nominierung, sowie die Schauspieler: Michael Stuhlbarg, Fred Melamed, Aaron Wolff, Sari Lennick usw., usw, usw…

Trailer zu sehen:

„hervorragend“