San Francisco – Film: „Dark Waters“

Ich war am 29.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Dark Waters“ (dt. Filmtitel: „Vergiftete Wahrheit“, dt. Kinostart: 16.4.20)  126 min   drama, thriller, biopic, adaptation  

dir. Todd Haynes  cast: Mark Ruffalo, Bill Camp, Tim Robbins, Anne Hathaway, William Jackson Harper, Bill Pullman, Victor Garber, Mare Winningham 

 

Im Jahr 1998 in Cincinnati, Ohio. Der Anwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) arbeitet für die große Kanzlei Taft, Stettinius & Hollister, die große Unternehmen und auch Chemiekonzerne vertritt. Eines Tages wird er von dem Landwirt Willbur Tennant (Bill Camp) aus der Heimat seiner Großmutter, in Parkersburg, West Virginia kontaktiert. Der Bauer macht den entsorgten Giftmüll des örtlichen Chemiekonzern DuPont dafür verantwortlich, dass seine Felder zerstört und seine Nutztiere krank werden und sterben. Robert Bilott sieht sich als Unternehmensanwalt in einem Konflikt, beschließt aber schließlich, den Viehbauern juristisch zu unterstützen. Es ist aber nicht leicht, einem der größten Chemiekonzerne der Welt sein Vergehen nachzuweisen…

 

B+ (Wertung von A bis F) „Dark Waters“ ist eine Adaption von Nathaniel Richs New York Times Magazine Artikel „The Lawyer Who Became DuPont´s Worst Nightmare“ und wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Haynes („Velvet Goldmine“, „Far From Heaven“, I´m Not There,  Carol).

Wie bereits der kürzlich von mir gesichteten Scott Z. Burns Film The Report ist auch dies ein Film des Whistleblower-Genres. Der Skandal, der hier aufgedeckt wurde, ist – in meinen Augen – jedoch wesentlich interessanter. Letztlich betrifft dieser Umweltskandal auch nicht nur Parkersburg in West Virginia, sondern alle Amerikaner und sogar uns, die wir Teflon (in welcher Form auch immer) nutzen. 

Bei diesem Film verbringt man einen großen Teil damit, einem hartnäckigen Anwalt bei seiner akribischen Recherche zuzuschauen. Die Ergebnisse auszuwerten und DuPont anzuklagen war ein langwieriger, komplizierter Prozess, bei dem er seine Gesundheit, seine Ehe und auch seinen Job aufs Spiel setzte. Am Anfang steht der Bauer, dessen Nutztiere krank und deformiert sind und sterben. 190 Kühe sind bereits verendet. Der Anwalt (sehr glaubwürdig von Mark Ruffalo porträtiert) arbeitet sich in den Fall ein, sichtet unzählige Dokumente, vertrauliche Unterlagen und medizinische Berichte und findet Schockierendes. Der Chemiekonzern DuPont verschleiert seit Jahrzehnten, eine hochgiftige Substanz (PFOA bzw. C8) zu verwenden. DuPont hat wissentlich das Land, das Wasser und die Luft der Gemeinde mit ihren Chemikalien vergiftet. Nun ist DuPont der größte Arbeitgeber der Gegend und bei dem Versuch, einen Zusammenhang zwischen den entsorgten Chemikalien und Krankheiten bei Menschen und Tieren herzustellen, findet der Anwalt zunächst wenig Unterstützung. 

Todd Haynes Filme enthalten meist gesellschaftspolitische Bestandteile, mit „Dark Waters“ bringt er uns einen der größten amerikanischen Umweltskandale näher. Es ist ein ruhiger, langsamer, aber durchaus spannender Film.

Nach dem wunderbaren Film Foxcatcher, ist dies für den amerikanischen Schauspieler und Umweltaktivist Mark Ruffalo bereits der zweite Film, bei der die DuPonts eine Rolle spielen. 

Bill Camp gibt hier eine Oscar-Kaliber-Performance. Durch seine optische und stimmliche Veränderung brauchte ich jedoch eine Weile, ihn überhaupt zu erkennen. Auf Anne Hathaway (mit ihrer Clown-Optik) hätte ich gerne verzichtet, aber sie konnte mir den Film auch nicht verleiden. 

„Dark Waters“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Ruffalo), Bester Nebendarsteller (Bill Camp, Tim Robbins, Bill Pullman), Beste Nebendarstellerin (Anne Hathaway), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Dark Waters“ ist am 22.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 2,012 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wird der Film unter dem Filmtitel „Vergiftete Wahrheit“ voraussichtlich am 16.4.20 im Kino starten. 

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Traitor„

Bewertung des Trailers: B- (in er OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar: Mafia-Biopic, Italiens Beitrag für die nächsten Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Invisible Life„

Bewertung des Trailers: C+ (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar:  Brasiliens Beitrag zu den Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

San Francisco – Film: „Spotlight“

Ich war am 18.11.15 in San Francisco und am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Spotlight“ (dt. Kinostart: 25.02.16) 128 min drama
dir. Tom McCarthy cast: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Stanley Tucci, Billy Crudup, Brian d´Arcy James

 

Im Juli 2001 bekommt die Tageszeitung The Boston Globe mit Marty Baron (Liev Schreiber) einen neuen Chefredakteur. Die Redaktion des Spotlight-Teams recherchiert immer zu einem Thema. Spotlight ermittelt diskret, sorgfältig und oftmals über Monate. Marty Baron beauftragt den Redakteur von Spotlight Walter Robinson (Michael Keaton) und seine drei Reporter Michael (Mark Ruffalo), Sacha (Rachel McAdams) und Matt (Brian d´Arcy James), an einem Fall zu recherchieren. Es geht um jahrzehntelangen Kindesmissbrauch einiger katholischen Priester in Boston.

 

A- (Wertung von A bis F) „Spotlight“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Zeitung The Boston Globe deckte im Jahr 2002 den sexuellen Kindesmissbrauch von über 80 katholischen Priestern – allein im Raum Boston – auf. Darüber und wie die katholische Kirche versucht hat, den Missbrauch unter den Teppich zu kehren, schrieben einige investigative Journalisten eine Exklusiv-Story. Es war eine Serie an Artikeln, die seinerzeit den Pulitzer-Preis gewonnen hat.

Es ist ein Film von Schauspieler und Regisseur Tom McCarthy (The Station Agent, The Visitor, Win Win).

„Spotlight“ ist ein unaufgeregter Film, der es dennoch schafft von Anfang bis Ende zu fesseln. Mich hat der Film an Michael Manns Film „The Insider“ erinnert, einem meiner Lieblingsfilme.

„Spotlight“ wäre eine ausgezeichnete Werbung für eine Journalisten-Schule. Auch wenn es für heutige Verhältnisse schon fast gestrig wirkt wie die Reporter im Jahr 2001, als sie mit ihren Ermittlungen begannen, weitgehend ohne das Internet recherchierten. Der Film zeigt was guten Journalismus ausmacht. Die mühsame Ermittlungsarbeit, die Hindernisse, die sie überwinden mussten, aber irgendwann – Monate später – haben sie eine Story, auf die stolz sein können. Ich hätte ihnen noch ewig bei ihrer Arbeit zuschauen können.

„Spotlight“ ist ein Ensemble-Film wie er im Buche steht – ausnahmslos alle Schauspieler sind idealbesetzt und in ihrer Rolle überzeugend. Normalerweise habe ich ein Problem mit Rachel McAdams, aber sogar sie ist erstklassig, insbesondere in ihren Interviews mit Opfern und dem einen Priester. Ein paar Schauspieler aus dem Ensemble fand ich jedoch noch einen Tick besser als die anderen und das sind: Mark Ruffalo als hartnäckiger, leidenschaftlicher Reporter, Stanley Tucci als Opfer-Anwalt und Liev Schreiber als neuer Chefredakteur des Boston Globe.
Update nach dem 2. Kinobesuch:

A (Wertung von A bis F) Eine Woche nachdem ich „Spotlight“ das erste Mal im Kino gesehen habe, habe ich ihn mir ein zweites Mal angeschaut. Mit der ersten Sichtung war er bereits im engeren Kreis meiner Favoritenfilme für das Jahr 2015, mit dem zweiten Mal bin ich mir sicher, dass er in meiner Bestenliste auftaucht. Ich habe sogar meine Bewertung verbessert. Selten gebe ich uneingeschränkte Bestbewertung – für mich ist es aber ein perfekter Film.

Bei meiner 2. Sichtung ist mir zuallererst dieser einprägsame, leicht wiederzuerkennende und großartige Score von Howard Shore aufgefallen.

Der Film könnte im nächsten Jahr den Oscar als bester Film gewinnen. Jetzt ist es Ende November und es sieht danach aus, dass entweder „Spotlight“, The Martian oder „Joy“ um den Academy Award in der Kategorie Bester Film konkurrieren.

„Spotlight“ ist für folgenden Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Michael Keaton, Mark Ruffalo, Liev Schreiber, Stanley Tucci), Beste Nebendarstellerin (Rachel McAdams), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Spotlight“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Mark Ruffalo, Beste Nebendarstellerin Rachel McAdams, Bester Schnitt, Bestes Originaldrehbuch) erhalten.

Update: „Spotlight“ hat 2 Oscars (Bester Film und Bestes Originaldrehbuch) gewonnen.

„Spotlight“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf Kinos in den U.S.A. gestartet. Seit dem 20.11.15 hat der Film seinen wide release und läuft in 897 amerikanischen Kinos. Bei meinem ersten Kinobesuch in San Francisco wurde zum Schluss applaudiert. Bei meinem zweiten Kinobesuch in einem beinahe ausverkauften Haus waren die Zuschauer hochkonzentriert und ich hatte den Eindruck richtig geschockt von dem was sie zum Schluss (weiß auf schwarz) zu lesen bekamen.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde erstmalig am letzten Wochenende gezeigt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Big Short“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Eine Satire über die Finanz- und Immobilienkrise. Kaum einer versteht den Film gänzlich, aber gut soll er sein. Mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Film der Coens mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Teaser v. Film: „Snowden“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Eindrucksvoller Teaser zu Oliver Stones neuem Film. Biografischer Thriller über Edward Snowden mit Joseph Gordon-Levitt, Melissa Leo, Tom Wilkinson, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Triple 9“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: John Hillcoats neuer Film mit Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Aaron Paul, Woody Harrelson und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Chicago – Film: "Foxcatcher"

Ich war am 27.11.14 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Foxcatcher“ (dt. Kinostart: 05.02.15) 134 min drama, biopic
dir. Bennett Miller cast: Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Sienna Miller, Guy Boyd, Anthony Michael Hall

Im Jahr 1987. Mark Schultz (Channing Tatum) ist Ringer und 27 Jahre alt. Vor drei Jahren hat er und sein Bruder Dave (Mark Ruffalo) als Ringer olympisches Gold gewonnen. Während Dave mittlerweile als Trainer arbeitet und mit Nancy (Sienna Miller) verheiratet ist und zwei Kinder hat, hat Mark seinen Platz im Leben noch nicht gefunden. Eines Tages wird er von dem Multimillionär John du Pont (Steve Carell) eingeladen. Er macht ihm das Angebot, mit einem Ringerteam auf seinem Anwesen Foxcatcher für die nächsten olympischen Spiele in Seoul zu trainieren. Vielleicht ist das für Mark die Möglichkeit, aus dem Schatten seines älteren Bruders zu treten.

A (Wertung von A bis F) „Foxcatcher“ basiert auf einer wahren Geschichte.

Nach „Capote“ und Moneyball ist „Foxcatcher“ erst der dritte Spielfilm von Bennett Miller. Auch dieser Film handelt über eine, bzw. in diesem Fall über zwei außergewöhnliche amerikanische Persönlichkeiten.

„Foxcatcher“ ist ein sehr düsterer und grandioser Film. Es gibt wenig Filme, die mich so fesselten wie dieser. Den ganzen Film über war ich fürchterlich angespannt. Bennett Miller hat hier eine Atmosphäre geschaffen, dass ich die ganze Zeit dachte, gleich passiert etwas ganz Schlimmes. Letztendlich steuert die Geschichte auch auf einen Mord hin, aber es sind mehr die Charaktere und das psychische Drama, die meine Angespanntheit auslösten. Der Film liefert auch keine Erklärung für den Mord. So einfach macht es einen der Film nicht. „Foxcatcher“ ist ein sehr komplexer Film, so komplex wie seine Charaktere. Es ist kein Film über eine Kriminalgeschichte, es ist eher ein ruhig erzähltes, intensives und hochspannendes Beziehungsdrama und eine Charakterstudie. Eine Charakterstudie, bei der man am Ende des Films, aber auch nicht wirklich mehr über das Innerste der Charaktere weiß als vorher. Ganz seltsam und sehr schwer zu beschreiben und ich kann auch nachvollziehen wenn einem in dem Film zu wenig los ist oder man mit „Foxcatcher“ nicht so viel anfangen kann. Der Film ist definitiv kein Film für ein Mainstream-Publikum.

Als Zuschauer ist man auf die beiden Hauptcharaktere (gespielt von Steve Carell und Channing Tatum) angewiesen. Mich haben die Beiden von Anfang an in den Bann gezogen. Zwei introvertierte, unsichere und unglückliche Männer, die noch nicht wirklich einen Platz im Leben gefunden haben. Die Herkunft der beiden Männer könnte nicht unterschiedlicher sein. Der eine kommt aus einer Familie alten Geldadels und der andere kann sich gerade so finanziell über Wasser halten. Vermutlich verbindet beide eine unglückliche Kindheit. Großartig hier übrigens Vanessa Redgrave als John du Ponts Mutter. Die wenigen Szenen mit ihr sagen so viel über ihre Beziehung aus.

John du Pont stammt aus einer der reichsten Familien der U.S.A. Selten war Reichtum in einem Film so sicht- und greifbar und wirkte zugleich so bedrohlich wie in „Foxcatcher“. John ist es gewohnt, zu kontrollieren, zu dominieren und seine Macht auszuspielen. Wer nicht nach seinen Regeln spielt, muss die Konsequenzen tragen. Der Film zeigt vieles unterschwellig, er ist viel zu smart, um Entscheidendes direkt zu zeigen oder auszusprechen. Über Gefühle wird nie gesprochen, dennoch ist vieles an Reaktionen oder Situationen ablesbar.

Steve Carell (Dan in Real Life, Dinner for Schmucks, Seeking a Friend for the End of the World, The Way, Way Back) ist hier kaum wiederzukennen. Nicht nur seine künstliche Nase und das ganze Make-up, sein Körperbau, seine Körperhaltung und seine seltsame Stimme und monotone Sprache – wenn man nicht weiß, dass der bislang mehr auf komödiantische Rollen festgelegte Schauspieler hier mitspielt, wird man ihn nicht wirklich erkennen. Als ich mir „Foxcatcher“ angeschaut habe, wusste ich nicht, wie der echte John du Pont aussah. Nach eigenen Angaben hat Steve Carell John du Pont studiert. Mittlerweile habe ich auch Videomaterial gesehen und muss sagen, dass er ihn ganz gut getroffen hat. Steve Carell spielt hier einen unangenehmen, nicht durchschaubaren Menschen. Es gibt kleine Momente im Film, in denen man ahnt, was in ihm vorgeht, die gibt es genauso bei Mark Schultz. Ich bin kein Freund von Channing Tatum (21 Jump Street, Magic Mike, 22 Jump Street), in meinen Augen ist er sehr begrenzt, in dem was er glaubhaft spielen kann. Hier ist er perfekt. Mark Schultz ist ein Muskelpaket, nicht ganz helle – eine verlorene Seele, dem man anmerkt, wie es in ihm brodelt. Er ist nicht fähig, sich auszudrücken, man kann sich aber einiges denken, das meiste bleibt aber sein Geheimnis. Gerne hätte ich in der einen oder anderen Szene gewusst, was in John du Ponts oder Marks Schultz´Köpfen vorgeht. Vielleicht machte es den Film noch besser, dass ich es nicht genau wusste.

Wie Bennett Miller bestimmte Szenen inszeniert, ist besonders. In wichtigen (Dialog-) Szenen verzichtet er ganz auf unterlegte Musik und das sorgt für eine beklemmend intime Kammerspiel-Atmosphäre. Das Reduzierte macht die Szenen nur noch intensiver. Überhaupt fand ich die Musikauswahl sehr gelungen. Mit David Bowies Song „Fame“ wusste ich, dass „Foxcatcher“ in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2014 landet. Lange nachdem ich das Kino verlassen habe, hat mich der Film noch beschäftigt.

Ich empfehle dringend, diesen Film in der Originalfassung zu sehen, weil ich der Meinung bin, dass Sprache hier einen wichtigen Teil zur Atmosphäre beiträgt.

„Foxcatcher“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Steve Carell, Channing Tatum), Bester Nebendarsteller (Mark Ruffalo), Beste Nebendarstellerin (Vanessa Redgrave) Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Schnitt, Bestes Make-up und beste Frisuren, Bester Tonschnitt, Beste Filmmusik

„Foxcatcher“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2014 gezeigt und Bennett Miller wurde dort als Bester Regisseur ausgezeichnet.

„Foxcatcher“ ist am 14.11.14 in 6 Kinos in den U.S.A. gestartet, eine Woche später war der Film dann national in 24 Kinos zu sehen und dann wurde der Film wöchentlich immer mehr Zuschauern zugänglich gemacht. Eine Strategie, die ich bereits bei „Birdman“ als gelungen empfand.

Trailer zu sehen:

Trailer zu sehen:

Trailer v. Film: „A Most Violent Year“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: J.C. Chandors neuer Film. Oscar-Film mit Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „McFarland USA“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: wieder so ein Sportsfilm mit Kevin Costner
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „American Sniper“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Clint Eastwoods neuer Film, Biopic/Action mit Bradley Cooper. Trailer ist großartig. Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Blackhat“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Michael Manns neuer Film mit Chris Hemsworth und Viola Davis. Bei Michael Mann bin ich grundsätzlich dabei
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Chappie“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Neil Blomkamps neuer Film sieht aus wie ein Sci-Fi-Film für Teenager. Erschwerend dazu kommt, dass Dev Patel und Hugh Jackman mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Wild“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Reese Witherspoon. Film sieht so aus wie Sean Penns „Into the Wild“ nur leider mit Reese in der Hauptrolle. Oscar-Film, mal gucken
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Mr. Turner“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Mike Leighs neuer Film über den Maler William Turner. Biopic und Oscar-Film.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

HBO-Films: "The Normal Heart"

Folgenden HBO-Film habe ich mir angeschaut:

„The Normal Heart“ 133 min drama, adaptation
dir. Ryan Murphy cast: Mark Ruffalo, Jonathan Groff, Matt Bomer, Taylor Kitsch, Jim Parsons, Alfred Molina, Julia Roberts, Corey Stoll

Im Sommer des Jahres 1981. Der schwule Autor Ned Weeks (Mark Ruffalo) fährt nach Fire Island, um dort mit seinen Freunden zu feiern. Einer von Neds schwulen Freunden, Craig (Jonathan Groff) zeigt plötzlich erste Symptome einer ernstzunehmende Krankheit. Die New York Times hat erst kürzlich einen Artikel über eine seltene Krebskrankheit, an der homosexuelle Männer erkranken und sterben, publiziert. Zurück in New York wendet sich Ned an die querschnittsgelähmte Ärztin Dr. Brookner (Julia Roberts). Sie ist eine der wenigen Ärzte, die sich nicht davor scheuen, die Erkrankten dieser unerforschten Epidemie zu behandeln. Als Mitbegründer der GAY NATIONAL HEALTH CRISIS versucht Ned mithilfe der Ärztin, ein Bewusstsein für die neue Krankheit zu schaffen und legt den Schwulen nahe, sich bei ihren sexuellen Kontakten zu schützen. In den Homosexuellenkreisen stösst ihr Ansinnen aber auch auf großen Widerstand, viele sehen ihre sexuelle Freiheit in Gefahr. Ned lernt dann den New York Times Journalisten Felix (Matt Bomer) kennen und verliebt sich…

C+ (Wertung von A bis F) „The Normal Heart“ basiert auf dem gleichnamigen, teils autobiografischen Bühnenstück von Larry Kramer. Das Theaterstück wurde erstmalig im Jahr 1985 aufgeführt. Eine Broadway-Wiederaufführung des Theaterstückes wurde im Jahr 2011 gefeiert und mit drei Tony Awards ausgezeichnet.

Auch das Drehbuch für die filmische Adaptation wurde von dem Dramatiker Larry Kramer verfasst. Inszeniert wurde der Film von Ryan Murphy („Nip/Tuck“, „Glee“, „American Horror Story“).

Die Handlung führt in die New Yorker Schwulenszene der Jahre 1981-1984 und erzählt mehrere Geschichten rundum den Beginn einer seinerzeit noch unbekannten, neuen Krankheit. Es verbreitet sich eine ansteckende tödliche Krankheit, aber keiner weiß genau, wie sie übertragen wird. Als Homosexuellen-Seuche macht sie die Runde, die Bevölkerung gerät in Angst und den Betroffenen ist noch nicht klar, wie sie damit umgehen sollen. Die Ärztin Julia Roberts vermutet, dass diese mysteriöse Krankheit durch sexuelle Kontakte übertragen wird, Beweise hat sie dafür aber noch nicht.

Ich würde den Film definitiv als sehenswert bezeichnen. Der Film hat natürlich gute Ansätze und vom Thema her ist es ein Film, der mich grundsätzlich interessiert.

„The Normal Heart“ hat zwar ein paar sehr emotionale Szenen, der Film als solches hätte mich aber mehr berühren müssen. Der Film ist einfach nicht gut strukturiert. Vielleicht wäre es besser, wenn sich das Geschehen tatsächlich auf wenige Charaktere konzentriert hätte. Man wird hier mit unzähligen Todesfällen konfrontiert, aber da man zuvor quasi nichts über die Charaktere erfährt, gehen einem die Schicksale der Einzelnen auch nicht so nahe. Gestört hat mich auch, dass die Kamera quasi permanent in Bewegung ist. Erst im Nachhinein habe ich gelesen, dass Julia Roberts ihrem (Kamera-) Mann Danny Moder hier wohl einen Job verschafft hat.

Die Schauspieler haben mir alle recht gut gefallen, auch wenn mitunter der eine oder andere Schauspieler (z.B. Julia Roberts) zu einer übertriebenen Performance neigt.

Mark Ruffalo spielt hier einen schwulen AIDS-Aktivisten Ned Weeks. Mark Ruffalo in einer so ganz anderen Rolle zu sehen, fand ich bemerkenswert. Seine Filmfigur habe ich ihm definitiv abgenommen und dass er sich in Matt Bomers Charakter verknallt hat sowieso. Das nämlich, kann nicht schwer zu spielen gewesen sein. Matt Bomber („Flightplan“, „Magic Mike“, TV-Serie „White Collar)“ hat hier eine überraschend intensive Ausstrahlung und eine einnehmende Präsenz.

„The Normal Heart“ ist ein TV-Film von und teils mit offen schwulen Künstlern, was leider heutzutage immer noch zu selten ist.

„The Normal Heart“ wurde auf HBO erstmalig am 25.05.14 ausgestrahlt. Der Film hat den Emmy für den besten TV-Film im Jahr 2014 gewonnen. Nominiert war der Film aber noch für zahlreiche andere Emmy-Awards, u.a. waren die Schauspieler Mark Ruffalo, Julia Roberts, Jim Parsons, Joe Mantello, Alfred Molina und natürlich Matt Bomer nominiert.

Trailer zu sehen:

San Francisco – Film: "Begin Again"

Ich war am 17.07.14 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Begin Again“ (dt. Titel: „Can a Song Save Your Life?“, dt. Kinostart: 28.08.14) 104 min comedy, drama, musical
dir. John Carney cast: Keira Knightley, Mark Ruffalo, Adam Levine, Hailee Steinfeld, Mos Def, Catherine Keener

Dan (Mark Ruffalo) ist ein New Yorker Musikproduzent. Er war mal sehr erfolgreich, hat aber schon lange keinen Hit mehr gelandet. Er hat ein Alkoholproblem und lebt von seiner Frau Miriam (Catherine Keener) und seiner Tochter Violet (Hailee Steinfeld) getrennt. Jetzt wird er auch noch von seinem Plattenboss Saul (Mos Def) gefeuert, landet abends pleite und angetrunken in einem Nachtclub und wird auf die Sängerin Gretta (Keira Knightley) aufmerksam. Er sieht sofort das Potenzial in der Musikerin und bietet ihr an, mit ihr ein Album zu produzieren. Nur hat er mittlerweile gar nicht mehr die Möglichkeiten, es muss improvisiert werden.

B+ (Wertung von A bis F) „Begin Again“ ist ein charmanter kleiner Film über Musik, das unkonventionelle Entstehen einer Band und eines Albums, aber auch über die Musikindustrie und die schönste Stadt der Welt.

Wahrscheinlich funktioniert der Film nur, wenn einem die gespielten Songs auch gefallen. Ich mochte sie, jetzt eine Woche später geht mir ein bestimmtes Lied immer noch nicht aus dem Kopf. Mir gefiel aber auch die darum erzählte Geschichte und das dann doch nicht so vorhersehbare Ende.

Für mich stechen zwei Szenen im Film hervor. In der einen landet Mark Ruffalos Charakter nach einem schlechten Tag in der Bar und wird das erste Mal auf Keira Knightleys Stimme und ihren Song aufmerksam. Eine ähnliche Szene gibt es gleich zu Beginn des Film, nur in dem zweiten Anlauf sieht man sie mit seinem musikalischen Verständnis. Auch mochte ich die längere Sequenz, in denen Mark Ruffalo und Keira Knightleys Charaktere sich ihre Lieblingssongs auf den iPods vorspielen und sich dabei quer durch die Stadt treiben lassen.

Mark Ruffalo spielt hier, wie meist, eine Version von den Charakteren, die er bereits in der Vergangenheit gespielt hat. Das selbstverständlich auch wieder exzellent, aber ich kann auch nachvollziehen, wenn man von ihm etwas gelangweilt ist.

Wie bereits in Seeking a Friend for the End of the World mag ich Keira Knightley hier. Vielleicht weil sie diesen Typ Frau einfach glaubwürdig verkörpern kann. Die Rolle nehme ich ihr einfach ab. Sie hat eine wohlklingende Stimme und Sprache und das hört sich überraschenderweise auch im musikalischen Gebrauch angenehm an. Die Songs hat sie alle selbst gesungen. Hut ab.

Hailee Steinfeld habe ich das erste und einzige Mal zuvor in True Grit gesehen. Für diese Rolle hat sie zurecht eine Oscar-Nominierung erhalten. Jetzt ist sie größer und etwas trampelig und irgendwie fehlt ihr (hier) das gewisse Etwas. Ich bin gespannt, ob und welche Richtung sich ihre Karriere weiterentwickelt.

Adam Levine (von der Band Maroon 5) spielt hier den Ex-Freund von Keira Knightley und einen erfolgreichen, aber nicht so guten Sänger. In der Rolle überzeugt er natürlich auch im Film, zumindest bis er irgendwann mit einem, alles andere als hipstermässigen Al-Qaida-Bart auftaucht. Mit diesem seltsamen Aussehen hat er mich komplett aus dem Film gehauen.

Der ursprüngliche (und in Deutschland benutzte) Filmtitel „Can a Song Save Your Life?“ passt besser zu dem Film und ist auch nicht so austauschbar und nichtssagend wie der Filmtitel „Begin Again“. Angeblich mochte das amerikanische Testpublikum den ursprünglichen Titel nicht.

„Begin Again“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Song.

„Begin Again“ wurde (seinerzeit noch unter dem Titel „Can a Song Save Your Life?)“ erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

Trailer zu sehen:

Keira Knightley singt „Lost Stars“:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Last of Robin Hood“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic über Errol Flynn mit Kevin Kline als Errol Flynn und Dakota Fanning und Susan Sarandon
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Frank“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Tragikomödie mit Michael Fassbender in der Titelrolle. Leider kann man sein Gesicht den ganzen Film über nicht sehen. Grrr
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Trip to Italy“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung von „The Trip“, den ich leider noch nicht gesehen. Ist aber mit Steve Coogan, also werde ich ihn nachholen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „St. Vincent“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Tragikomödie mit Bill Murray, Melissa McCarthy, Chris O´Dowd und Naomi Watts (die ich im Trailer nicht erkannt habe). Oscar-Film Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

NYC – Film: "Thanks for Sharing"

Ich war am 26.09.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Thanks for Sharing“ 112 min drama, comedy
dir. Stuart Blumberg cast: Mark Ruffalo, Tim Robbins, Gwyneth Paltrow, Patrick Fugit, Joely Richardson, Alecia Moore

Adam (Mark Ruffalo) ist sexsüchtig hat seine Sucht aber seit fünf Jahren unter Kontrolle. Nicht zuletzt hat ihm der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten geholfen. Mike (Tim Robbins) ist dabei immer sein erster Ansprechpartner. Auf einer Party lernt er Phoebe (Gwyneth Paltrow) kennen. Phoebe ist seit fünf Jahren krebsfrei und Adam würde sehr gerne mit ihr eine Beziehung eingehen. Wenn Phoebe bloss nicht erwähnt hätte, dass sie nie wieder mit einem Suchtkranken zusammenkommen würde…

B- (Wertung von A bis F) „Thanks for Sharing“ ist ein Film über Sexsüchtige. Der Film geht mit dem Thema Sexsucht aber ganz anders um als Steve McQueen mit seinem Film Shame oder Joseph Gordon-Levitt mit seinem Film Don Jon. „Thanks for Sharing“ ist das Spielfilmdebüt von Autor Stuart Blumberg (The Kids Are All Right).

Als Zuschauer begleiten wir drei verschiedene Männer, die ganz unterschiedlich mit ihrer Sucht umgehen. Es ist auch ein Film über Beziehungen und welchen Einfluss eine Sucht auf diese haben kann. Mark Ruffalos Charakter Adam ist seit einigen Jahren „clean“, geht erstmalig eine neue Beziehung ein, verschweigt aber seiner neuen Freundin seine bekämpfte Sexsucht. Tim Robbins Charakter Mike ist um einiges älter, lange verheiratet, trockener Alkoholiker und hat seine Sexsucht seit mittlerweile fünfzehn Jahren unter Kontrolle. Mike leitet die Gesprächsgruppe der Betroffenen und ist auch Adams Sponsor. Der dritte Mann, in dessen Leben wir als Zuschauer eintauchen „dürfen“ ist dieser fette, widerliche Loser Neil (gespielt von Josh Gad). Von Beruf ist er Arzt und, wenn man ihn sieht und sieht wie er lebt, fragt man sich, wie er irgendein Studium hat abschließen können. Er wurde vom Gericht verdonnert, an den Meetings teilzunehmen und hat sein Suchtproblem für sich noch nicht wirklich erkannt. Adam ist Neils Sponsor. Neil hat auf mich verstörend real gewirkt, dass ich mir jetzt, zwei Wochen später, immer nicht sicher bin, ob ich voll des Lobes über ihn schreiben soll oder ihn beglückwünschen soll, dass er die Möglichkeit bekommen hat, sich selbst vor der Kamera zu präsentierten. Angeekelt war ich in jedem Fall von ihm.

Alle drei Geschichten sind auf ihre Weise interessant, ganz weglassen hätte man allerdings die Becky-Story.

Mark Ruffalo ist gut in der Rolle, aber noch besser haben mir Gwyneth Paltrow und Tim Robbins gefallen. Überraschend fand ich, wie gut Mark Ruffalo und Gwyneth Paltrow als Paar funktionieren. Patrick Fugit spielt hier den erwachsenen, drogensüchtigen Sohn von Tim Robbins. Bekannt wurde er seinerzeit durch seine Rolle in dem Film „Almost Famous“.

Die Sängerin Pink (sie wird in der Besetzungsliste unter ihrem Geburtsnamen Alecia Moore aufgeführt) gibt in „Thanks for Sharing“ ihr richtiges Schauspieldebüt. Sie spielt auch eine Sexsüchtige. Als Schauspielerin macht sie jetzt keinen schlechten Eindruck, mich hat sie aber zu sehr abgelenkt. Hauptsächlich hat mich irritiert, dass sie in dem Film einfach aussieht wie Pink. Hier wäre es vielleicht förderlich gewesen, sie optisch etwas zu verändern.

Mark Ruffalo war für diese Rolle mal im Gespräch für eine Oscar-Nominierung – das ist aber absurd.

„Thanks for Sharing“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2012 gezeigt.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A.C.O.D.“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Komödie mit Adam Scott, Amy Poehler, Jane Lynch, Richard Jenkins, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „The Summit“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Doku über ein Drama, das sich beim Bergsteigen ereignet hat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 80%

Trailer v. Film: „Kill Your Darlings“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama mit Dane DeHaan, Ben Foster, Michael C. Hall, Elizabeth Olsen und Harry Potter. Ich glaube, Dane DeHaan wird in den nächsten Jahren entweder ein Superstar oder ein ganz großer Charakterschauspieler.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „We Are What We Are“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: amerikanischer Horrorfilm und Remake eines mexikanischen Films
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Montréal – Film: "Now You See Me"

Ich war am 06.06.13 in Montréal und habe mir im Kino angeschaut:

„Now You See Me“ (dt. Filmtitel: „Die Unfassbaren – Now You See Me“, dt. Kinostart: 11.07.13) 115 min thriller
dir. Louis Leterrier cast: Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo, Woody Harrelson, Mélanie Laurent, Isla Fisher, Dave Franco, Morgan Freeman, Michael Caine

Der Magier Daniel (Jesse Eisenberg), die Entfesselungskünstlerin Henley (Isla Fisher), der Hypnotiseur Merritt (Woody Harrelson) und der raffinierte Trickbetrüger Jack (Dave Franco) sind von einem, ihnen nicht näher bekannten, Drahtzieher zusammengebracht worden und bilden jetzt die Magiertruppe THE FOUR HORSEMEN. In Las Vegas geben sie ihre erste große Show und verkünden zu Beginn, am Ende der Show eine Bank ausgeraubt zu haben. Ein Zuschauer wird auserkoren, dem dann mitgeteilt wird, dass der Tresorraum seiner Bank leergeräumt wird. Der Mann ist aber Franzose. Am Ende der Show ist dennoch die Bank in Paris um drei Millionen Euro ärmer und auf die Zuschauer im Saal regnen Banknoten runter. FBI Agent Dylan Rhodes (Mark Ruffalo) muss sich mit diesem Fall rumschlagen und als ob das nicht schon lästig genug wäre, er bekommt auch noch die französische Interpol-Agentin Alma Dray (Mélanie Laurent) zur Seite gestellt…

C- (Wertung von A bis F) „Now You See Me“ ist mal wieder so ein Film, bei dem ich etwas länger überlegen musste, wie ich ihn bewerte. Eine gute Stunde lang habe ich mich von dem schnell inszenierten Thriller gut unterhalten gefühlt, hatte sogar schon meine Bewertung (B) im Kopf. Dann kommt es zu einer Wendung und der Spaß war vorbei, das Gezeigte dümpelte für, eigentlich den Rest des Films, nur noch vor sich hin. Eine bessere Bewertung als ein C+ wäre definitiv nicht drin gewesen. Schließlich kommt es zu der großen Auflösung und die ist so aus der Luft gegriffen und dumm, dass ich nachhaltig verärgert bin. „Now You See Me“ ist für mich also ein Film, der für die erste Stunde sehenswert ist, dann abfällt, noch unlogischer wird und der durch die absurde Auflösung auch noch einen dicken Strafpunkt verdient hat.

Wie bereits in The Social Network überzeugt Jesse Eisenberg als intelligente, schnell sprechende und arrogante Type. Ich mag ihn sehr in solchen Rollen. Mark Ruffalo sorgt für den nötigen Humor. Der mir mit seiner Überpräsenz nicht so sehr auf die Nerven gehende „andere“ Franco, Dave stört nicht. Bei Mélanie Laurent (Inglourious Basterds, Beginners) habe ich erneut fasziniert festgestellt, wie sehr sie auf die Leinwand gehört. Die anderen Profis (Michael Caine, Woody Harrelson, Morgan Freeman) sehe ich sowieso gerne, konnten aber auch nicht viel bewirken.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Lone Ranger“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Action/Western mit Johnny Depp.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „Prisoners“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Thriller mit Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Viola Davis, Melissa Leo. Ich hoffe nur, dass der Trailer nicht zu viel verrät.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Louis Cyr“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Biopic über Louis Cyr, der Kanadier galt im 19. Jahrhundert als der stärkste Mann der Welt?
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „RED2“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Fortsetzung von „Red“ mit Bruce Willis, John Malkovich, Helen Mirren und Mary-Louis Parker. Bei diesem spielen auch Anthony Hopkins und Catherine Zeta-Jones mit. Ich fand den ersten Film schon blöd.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Hunger Games: Catching Fire“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: 2. Teil der Trilogie. Dieses Mal spielt P.S. Hoffman mit.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%