San Francisco – Film: „Dark Waters“


Ich war am 29.11.19 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Dark Waters“ (dt. Filmtitel: „Vergiftete Wahrheit“, dt. Kinostart: 08.10.20)  126 min   drama, thriller, biopic, adaptation  

dir. Todd Haynes  cast: Mark Ruffalo, Bill Camp, Tim Robbins, Anne Hathaway, William Jackson Harper, Bill Pullman, Victor Garber, Mare Winningham 

Im Jahr 1998 in Cincinnati, Ohio. Der Anwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) arbeitet für die große Kanzlei Taft, Stettinius & Hollister, die große Unternehmen und auch Chemiekonzerne vertritt. Eines Tages wird er von dem Landwirt Willbur Tennant (Bill Camp) aus der Heimat seiner Großmutter, in Parkersburg, West Virginia kontaktiert. Der Bauer macht den entsorgten Giftmüll des örtlichen Chemiekonzern DuPont dafür verantwortlich, dass seine Felder zerstört und seine Nutztiere krank werden und sterben. Robert Bilott sieht sich als Unternehmensanwalt in einem Konflikt, beschließt aber schließlich, den Viehbauern juristisch zu unterstützen. Es ist aber nicht leicht, einem der größten Chemiekonzerne der Welt sein Vergehen nachzuweisen…

B+ (Wertung von A bis F) „Dark Waters“ ist eine Adaption von Nathaniel Richs New York Times Magazine Artikel „The Lawyer Who Became DuPont´s Worst Nightmare“ und wurde von einer wahren Geschichte inspiriert. Es ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers Todd Haynes („Velvet Goldmine“, „Far From Heaven“, I´m Not There,  Carol).

Wie bereits der kürzlich von mir gesichteten Scott Z. Burns Film The Report ist auch dies ein Film des Whistleblower-Genres. Der Skandal, der hier aufgedeckt wurde, ist – in meinen Augen – jedoch wesentlich interessanter. Letztlich betrifft dieser Umweltskandal auch nicht nur Parkersburg in West Virginia, sondern alle Amerikaner und sogar uns, die wir Teflon (in welcher Form auch immer) nutzen. 

Bei diesem Film verbringt man einen großen Teil damit, einem hartnäckigen Anwalt bei seiner akribischen Recherche zuzuschauen. Die Ergebnisse auszuwerten und DuPont anzuklagen war ein langwieriger, komplizierter Prozess, bei dem er seine Gesundheit, seine Ehe und auch seinen Job aufs Spiel setzte. Am Anfang steht der Bauer, dessen Nutztiere krank und deformiert sind und sterben. 190 Kühe sind bereits verendet. Der Anwalt (sehr glaubwürdig von Mark Ruffalo porträtiert) arbeitet sich in den Fall ein, sichtet unzählige Dokumente, vertrauliche Unterlagen und medizinische Berichte und findet Schockierendes. Der Chemiekonzern DuPont verschleiert seit Jahrzehnten, eine hochgiftige Substanz (PFOA bzw. C8) zu verwenden. DuPont hat wissentlich das Land, das Wasser und die Luft der Gemeinde mit ihren Chemikalien vergiftet. Nun ist DuPont der größte Arbeitgeber der Gegend und bei dem Versuch, einen Zusammenhang zwischen den entsorgten Chemikalien und Krankheiten bei Menschen und Tieren herzustellen, findet der Anwalt zunächst wenig Unterstützung. 

Todd Haynes Filme enthalten meist gesellschaftspolitische Bestandteile, mit „Dark Waters“ bringt er uns einen der größten amerikanischen Umweltskandale näher. Es ist ein ruhiger, langsamer, aber durchaus spannender Film.

Nach dem wunderbaren Film Foxcatcher, ist dies für den amerikanischen Schauspieler und Umweltaktivist Mark Ruffalo bereits der zweite Film, bei der die DuPonts eine Rolle spielen. 

Bill Camp gibt hier eine Oscar-Kaliber-Performance. Durch seine optische und stimmliche Veränderung brauchte ich jedoch eine Weile, ihn überhaupt zu erkennen. Auf Anne Hathaway (mit ihrer Clown-Optik) hätte ich gerne verzichtet, aber sie konnte mir den Film auch nicht verleiden. 

„Dark Waters“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Mark Ruffalo), Bester Nebendarsteller (Bill Camp, Tim Robbins, Bill Pullman), Beste Nebendarstellerin (Anne Hathaway), Bestes adaptiertes Drehbuch

„Dark Waters“ ist am 22.11.19 in vier amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er landesweit in 2,012 Kinos in den Vereinigten Staaten. In Deutschland sollte der Film unter dem Filmtitel „Vergiftete Wahrheit“ am 16.4.20 im Kino starten. Durch die Corona-Pandemie ist der Film aber erst am 08.10.20 ins deutsche Kino gekommen. 

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Traitor„

Bewertung des Trailers: B- (in er OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar: Mafia-Biopic, Italiens Beitrag für die nächsten Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken


Trailer v. Film: „Les Misérables„

Bewertung des Trailers: B (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt)

Kommentar: Frankreichs Beitrag für die Oscars 

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%


Trailer v. Film: „Invisible Life„

Bewertung des Trailers: C+ (in der OV mit englischen Untertiteln gezeigt) 

Kommentar:  Brasiliens Beitrag zu den Oscars

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%


Trailer v. Film: „The Aeronauts“

Bewertung des Trailers: C-

Kommentar: wieder mal ein Biopic mit Eddie Redmayne und Felicity Jones

Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x

Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

2 Gedanken zu “San Francisco – Film: „Dark Waters“

  1. Also der Film hat mir sehr gut gefallen und ich habe bereits eine Pfanne entsorgt und sortiere weiter. Diese Verbrecher! Und wenn ich erst an Scotchguard von 3M denke. Die ganzen Schutzausrüstungen!
    Ja, Bill Camp war super. Warum er erst so spät bei uns lief, ist mir auch ein Rätsel. Ist etwas untergegangen.
    Und ja, Bambi hätte ich nicht gebraucht, aber ich stehe noch unter Schockstarre, weil der wunderbare „The Witches“ von Nicolas Roeg neuverfilmt wurde. Was für eine Blasphemie! Diese Person kann keine Angelica Huston ersetzen! Und ich fange gar nicht mit Spencer gegen Mai Zetterling an. Tse.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, ich fand das auch ganz schön schockierend und – was noch wichtiger ist – der Skandal ist unfassbarerweise wenig allgemein bekannt.

      Bill Camp ist immer super. Na wegen Corona lief der erst im Oktober oder so, ich hatte den noch mit einem Kinostart v. 16.4.20 drin, habe ich gerade gesehen.
      Anne Hathaway vergisst man schnell, spielt auch keine so wichtige Rolle, mittlerweile kann ich mich gar nicht mehr an sie in dem Film erinnern.

      Ja, habe ich gehört mit „The Witches“, kann mich aber kaum noch an den damaligen Film erinnern, hatte es nie so mit Hexen. Der läuft aber gerade auf Netflix, vielleicht gucke ich mal rein. Aber Angelica Huston dürfte natürlich grundsätzlich nicht ersetzt werden. Echt Anne Hathaway spielt ihre Rolle? 🙄😀😃 Sollte ihr doch sogar klar gewesen sein, dass das keine gute Idee ist. Die ist so unerträglich.

      Gefällt 1 Person

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