San Francisco – Film: „Spotlight“


Ich war am 18.11.15 in San Francisco und am 27.11.15 in Chicago und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Spotlight“ (dt. Kinostart: 25.02.16) 128 min drama
dir. Tom McCarthy cast: Mark Ruffalo, Michael Keaton, Rachel McAdams, Liev Schreiber, John Slattery, Stanley Tucci, Billy Crudup, Brian d´Arcy James

 

Im Juli 2001 bekommt die Tageszeitung The Boston Globe mit Marty Baron (Liev Schreiber) einen neuen Chefredakteur. Die Redaktion des Spotlight-Teams recherchiert immer zu einem Thema. Spotlight ermittelt diskret, sorgfältig und oftmals über Monate. Marty Baron beauftragt den Redakteur von Spotlight Walter Robinson (Michael Keaton) und seine drei Reporter Michael (Mark Ruffalo), Sacha (Rachel McAdams) und Matt (Brian d´Arcy James), an einem Fall zu recherchieren. Es geht um jahrzehntelangen Kindesmissbrauch einiger katholischen Priester in Boston.

 

A- (Wertung von A bis F) „Spotlight“ basiert auf wahren Begebenheiten. Die Zeitung The Boston Globe deckte im Jahr 2002 den sexuellen Kindesmissbrauch von über 80 katholischen Priestern – allein im Raum Boston – auf. Darüber und wie die katholische Kirche versucht hat, den Missbrauch unter den Teppich zu kehren, schrieben einige investigative Journalisten eine Exklusiv-Story. Es war eine Serie an Artikeln, die seinerzeit den Pulitzer-Preis gewonnen hat.

Es ist ein Film von Schauspieler und Regisseur Tom McCarthy (The Station Agent, The Visitor, Win Win).

„Spotlight“ ist ein unaufgeregter Film, der es dennoch schafft von Anfang bis Ende zu fesseln. Mich hat der Film an Michael Manns Film „The Insider“ erinnert, einem meiner Lieblingsfilme.

„Spotlight“ wäre eine ausgezeichnete Werbung für eine Journalisten-Schule. Auch wenn es für heutige Verhältnisse schon fast gestrig wirkt wie die Reporter im Jahr 2001, als sie mit ihren Ermittlungen begannen, weitgehend ohne das Internet recherchierten. Der Film zeigt was guten Journalismus ausmacht. Die mühsame Ermittlungsarbeit, die Hindernisse, die sie überwinden mussten, aber irgendwann – Monate später – haben sie eine Story, auf die stolz sein können. Ich hätte ihnen noch ewig bei ihrer Arbeit zuschauen können.

„Spotlight“ ist ein Ensemble-Film wie er im Buche steht – ausnahmslos alle Schauspieler sind idealbesetzt und in ihrer Rolle überzeugend. Normalerweise habe ich ein Problem mit Rachel McAdams, aber sogar sie ist erstklassig, insbesondere in ihren Interviews mit Opfern und dem einen Priester. Ein paar Schauspieler aus dem Ensemble fand ich jedoch noch einen Tick besser als die anderen und das sind: Mark Ruffalo als hartnäckiger, leidenschaftlicher Reporter, Stanley Tucci als Opfer-Anwalt und Liev Schreiber als neuer Chefredakteur des Boston Globe.
Update nach dem 2. Kinobesuch:

A (Wertung von A bis F) Eine Woche nachdem ich „Spotlight“ das erste Mal im Kino gesehen habe, habe ich ihn mir ein zweites Mal angeschaut. Mit der ersten Sichtung war er bereits im engeren Kreis meiner Favoritenfilme für das Jahr 2015, mit dem zweiten Mal bin ich mir sicher, dass er in meiner Bestenliste auftaucht. Ich habe sogar meine Bewertung verbessert. Selten gebe ich uneingeschränkte Bestbewertung – für mich ist es aber ein perfekter Film.

Bei meiner 2. Sichtung ist mir zuallererst dieser einprägsame, leicht wiederzuerkennende und großartige Score von Howard Shore aufgefallen.

Der Film könnte im nächsten Jahr den Oscar als bester Film gewinnen. Jetzt ist es Ende November und es sieht danach aus, dass entweder „Spotlight“, The Martian oder „Joy“ um den Academy Award in der Kategorie Bester Film konkurrieren.

„Spotlight“ ist für folgenden Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller (Michael Keaton, Mark Ruffalo, Liev Schreiber, Stanley Tucci), Beste Nebendarstellerin (Rachel McAdams), Bestes Originaldrehbuch und einige technische Kategorien.

„Spotlight“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, Bester Nebendarsteller Mark Ruffalo, Beste Nebendarstellerin Rachel McAdams, Bester Schnitt, Bestes Originaldrehbuch) erhalten.

Update: „Spotlight“ hat 2 Oscars (Bester Film und Bestes Originaldrehbuch) gewonnen.

„Spotlight“ wurde erstmalig auf dem Venice International Film Festival 2015 gezeigt. Der Film ist am 6.11.15 in fünf Kinos in den U.S.A. gestartet. Seit dem 20.11.15 hat der Film seinen wide release und läuft in 897 amerikanischen Kinos. Bei meinem ersten Kinobesuch in San Francisco wurde zum Schluss applaudiert. Bei meinem zweiten Kinobesuch in einem beinahe ausverkauften Haus waren die Zuschauer hochkonzentriert und ich hatte den Eindruck richtig geschockt von dem was sie zum Schluss (weiß auf schwarz) zu lesen bekamen.

 
Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Joy“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: David O. Russells neuer Film, wieder mit Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Robert De Niro. Film  wurde erstmalig am letzten Wochenende gezeigt.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Concussion“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Drama und Biopic mit Will Smith – der im Trailer einen sehr guten Eindruck hinterlässt – möglicher Oscar-Kandidat
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Big Short“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Eine Satire über die Finanz- und Immobilienkrise. Kaum einer versteht den Film gänzlich, aber gut soll er sein. Mit Christian Bale, Steve Carell, Ryan Gosling, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Hail, Caesar!“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Der neueste Film der Coens mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Tilda Swinton, Frances McDormand, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Danish Girl“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Biopic mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander und Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Teaser v. Film: „Snowden“
Bewertung des Teasers: A-
Kommentar: Eindrucksvoller Teaser zu Oliver Stones neuem Film. Biografischer Thriller über Edward Snowden mit Joseph Gordon-Levitt, Melissa Leo, Tom Wilkinson, etc.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Triple 9“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: John Hillcoats neuer Film mit Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Aaron Paul, Woody Harrelson und Kate Winslet
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

4 Gedanken zu “San Francisco – Film: „Spotlight“

  1. Hui, na das nenne ich mal ein Must-See Film :))
    Und nur gute Trailer und Will Smith in einem guten Film?

    Ich mag Medienfilme, insbesondere Zeitungsfilme, die noch Recherche der „guten alten Zeit“ zeigen. Das ist wenigstens noch nachvollziehbarer als das Tastaturgehacke im Internet heute.
    Ist vorgemerkt.

    Liken

    • Definitiv ist das ein Must-See-Film. 🙂

      Selten genug, meist muss ich irgendwelche Kopfschmerz-erregenden Trailer ertragen. 🙂

      Ich finde Will Smith ist nicht nur ein Filmstar, sondern auch talentiert.

      Ich auch, ich liebe solche Filme. Und „Spotlight“ zeigt den guten alten Journalismus, den es heutzutage auch nicht mehr so oft gibt, weil die Zeit viel schnelllebiger geworden ist und die meisten ihre Nachrichten überwiegend über das Internet beziehen.

      Gefällt 2 Personen

      • :))
        Ja Will Smith kann, wenn er will oder besser gesagt: ab und zu hat er auch mal einen ganz guten Film am Start. Ich mag seine weinerlichen Streifen nicht besonders, mochte ihn aber schon als Jungrapper und Serienclown.
        Er hat eine sehr natürlich Art und Begabung.

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