Die Oscars 2014: Alle Gewinner

Hong Kong ist einer der schönsten Städte der Welt. Sowieso und im Besonderen. In diesem Part von China habe ich (im Gegensatz zu Peking beispielsweise) Zugriff auf Blog.de. Hurrah.

In der Oscar-Nacht bin ich dieses Jahr nach Hong Kong geflogen. Während des Fluges war es mir zu blöd, mein Cockpit nach Informationen bezüglich der Oscars zu fragen. Als ich dann auf die Idee kam, jemand zu fragen, der mit seinem Computer arbeitet und vielleicht im Internet ist, war es bereits zu spät, weil wir zu dem Zeitpunkt schon lange über China flogen. Wenn man China überfliegt, ist die Internetfunktion im Flugzeug komplett blockiert. Na bravo. Nach der Landung habe ich dann aber per SMS die wichtigsten Gewinner erfahren. (Thank you honey).

Als ich nach einem 11-Stunden-Flug, ausgiebiger Massage und kleinem Abendmahl auf mein Zimmer kam (ungefähr 21.00 Uhr Ortszeit Hong Kong), war ich todmüde und wollte eigentlich nur noch kurz gucken, was mir für Fernsehprogramme angeboten werden. Schnell bin ich auf den Sender FOX MOVIES PREMIUM gestossen. Dort gab Ellen gerade ihre Eröffnungsrede. Sie war mittendrin und dann wurde zu meiner großen Begeisterung die komplette Oscar-Verleihung in der Wiederholung ausgestrahlt. Idealerweise auch noch ohne Werbung (über die gesamte Veranstaltung waren es nur ein paar wenige Einspieler, die auf andere Sendungen hinwiesen). Tja, dann war natürlich an Schlaf nicht mehr zu denken. Normalerweise gucke ich die Oscars immer live. Sie in der Wiederholung zu sehen, ist völlig spannungsfrei. Insbesondere weil ich zu dem Zeitpunkt alle Gewinner bereits wusste.

AMPAS HAT DIESES JAHR ALLES RICHTIG GEMACHT. Meiner Wette konnte man entnehmen, dass ich nicht mehr damit gerechnet habe, dass die Academy 12 Years a Slave als Besten Film auszeichnet. Auch wenn sich AMPAS auch nur gegen einen Sci-Fi-Film (Gravity) entschieden hat, einzig eine politische Entscheidung getroffen hat und letztlich nur Angst davor hatte, sich in der Welt zu blamieren, alleine das Ergebnis zählt.

Nach einer langen, zermürbenden Oscar-Saison kann man sich nur bei der Academy bedanken, dass sie dieses Jahre nicht für negative Überraschungen gesorgt haben. Danke dass sie Ellen DeGeneres als Gastgeberin gewählt haben. Sie sind damit zwar auf Nummer sicher gegangen, aber, wenn man sich die Oscar-Verleihungen der letzten Jahre anschaut, war sie definitiv die richtige Wahl.

„Gravity“ hat 7 Oscars gewonnen, „12 Years a Slave“ dafür den wichtigsten Filmpreis Bester Film. (meine Oscar-Müdigkeit ist verschwunden). „12 Years“ hat zusätzlich Beste Nebendarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch gewonnen. „American Hustle“ war für 10 Oscars nominiert und hat keinen einzigen gewonnen. Im Jahr 1985 ging der Film „The Color Purple“ mit 11 Oscar-Nominierungen ins Rennen und hat auch nicht einen einzigen Oscar gewonnen. Gut, „American Hustle“ mochte ich sehr (er ist sogar in meiner Top Ten gelandet), aber für mich war es auch nie ein Oscar-Film.

Meine Oscar-Wette habe ich zum ersten Mal verloren. Dieses Jahr hatten wir bis auf zwei Kategorien (Bester Film und Bester Schnitt) alle Kategorien gleich. Mein Freund hat jedoch als Bester Film auf „12 Years a Slave“ gesetzt und bei Bester Schnitt auf „Gravity“. Damit kann ich in diesem Fall gut leben, mir war wichtig, dass mein Lieblingsfilm des Jahres 2013 als Bester Film bei den Academy Awards ausgezeichnet wird. 19 (von 24) Kategorien habe ich dennoch richtig geraten.

Die Verleihung fand ich unspektakulär, aber nett. Bei U2 musste ich aus nachvollziehbaren Gründen den Fernseher auf lautlos stellen. Warum es für die Band Stehende Ovationen gab, habe ich nicht verstanden. Ab dem Moment habe ich mir aber einige Gedanken notiert: Meine Güte sieht Liza Minelli schlimm aus. Warum können diese Frauen nicht in Würde altern? Lupita ist einfach Glamour pur, sie sieht so unfassbar hübsch und elegant aus. Sympathisch, wie Bill Murray an den jüngst verstorbenen Harold Ramis gedacht hat. Als Gabourey Sidibe auf die Bühne kam, war ich definitiv zu geschockt, um weiterzuschalten. Ganz sicher hat dieser Anblick aber meinen Augen nicht gutgetan. Das Bild bekomme ich doch nie wieder aus meinem Kopf. Vielleicht war ich zu müde. aber ich habe nicht verstanden, warum PINK „Somewhere over the Rainbow“ sang. Vielleicht brauchten sie Füllzeit, weil ja ein Musikbeitrag (durch die Zurücknahme einer Nominierung) fehlte.
In Memoriam ist immer so traurig James Gandolfini, Peter O´Toole, Roger Ebert, ach und Juanita Moore (aus einem meiner absoluten Lieblingsfilme „Imitation of Life“) ist auch gestorben? Und Philip Seymour Hoffman – darüber bin ich immer noch weg…Goldie Hawn sieht mittlerweile aus, als würde sie sich für eine Freak show bewerben. Waren Liza Minelli und Goldie Hawn bei dem selben Schönheitsdoktor? Was hat John Travolta da eigentlich auf dem Kopf? Hat Jamie Foxx einfach zu viel Kaffee getrunken oder waren da andere Substanzen im Spiel? Richtig gefreut habe ich über die beiden Drehbuch-Oscars für John Ridley und Spike Jonze. Angelina Jolie ist auch purer Glamour, nur sah sie, vorsichtig formuliert, etwas unvorteilhaft aus (zumindest auf meinem Hotel-Flatscreen). Als sie so langsam auf die Bühne kam, dachte ich sie hätte sich als alte, übergewichtige Hollywood-Dame verkleidet. Lag es an den Einstellungen des Hotel-TVs oder an meiner Müdigkeit? Irgendwie stimmten die Proportionen nicht. Später habe ich mir aber noch Bilder von den ganzen Kleidern angeschaut. Angelina Jolies Kleid war grauenhaft. Meine Königin Cate Blanchett hat eine tolle Rede gehalten. Die mit Abstand schlechteste Rede hat Matthew McConaughey gehalten. Als er sprach, habe ich sofort daran gedacht, dass es ein Fehler war, ihn auszuzeichnen.

NICHT LIVE GUCKEN IST MIST!!!

Alle Oscar-Gewinner 2013:

Best Picture: 12 Years a Slave
Best Director: Alfonso Cuarón (Gravity)
Best Actor: Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)
Best Actress: Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Best Supporting Actor: Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Best Supporting Actress: Lupita Nyong´o (12 Years a Slave)
Best Original Screenplay: Her
Best Adapted Screenplay: 12 Years a Slave
Best Cinematography: Gravity
Best Animated Feature: Frozen
Best Foreign Language Film: The Great Beauty
Best Costume Design: The Great Gatsby
Best Production Design: The Great Gatsby
Best Makeup and Hairstyling: Dallas Buyers Club
Best Film Editing: Gravity
Best Sound Editing: Gravity
Best Sound Mixing: Gravity
Best Visual Effects: Gravity
Best Documentary Feature: 20 Feet from Stardom
Best Animated Short: Mr. Hublot
Best Live Action Short: Helium
Best Documentary Short Subject: The Lady in Number 6, Music Saved My Life
Best Original Song: Let It Go
Best Original Score: Gravity

Die Mode – The Best:

Christine Teigen in Monique Lhuillier
Kristen Anderson Lopez (die zusammen mit ihrem ebenfalls sympathischen Komponisten-Ehemann den Preis für den besten Song Let it Go einheimste. Sie hat gezeigt, dass dickere Frauen auch gut im Abendkleid aussehen können. (Gut, die Schleife wäre nicht nötig gewesen, aber sonst großartig).
John Ridley (Autor für 12 Years a Slave)
Cate Blanchett in Armani Privé
Charlize Theron in Dior
Lupita Nyong´o in Prada
Jennifer Lawrence in Calvin Klein
Will Smith in Berluti
Sandra Bullock in Alexander McQueen
Bette Midler in dem weiß/roten Reem Acra Kleid, das sie auf dem roten Teppich trug

Die Mode – The Worst

Anne Hathaway – wie immer scheußlich, diesmal in Gucci
Naomi Watts in Calvin Klein
Zac Efron in einem Hochwasser-Outfit von Calvin Klein
Jennifer Garner in Oscar de la Renta
Angelina Jolie in Elie Saab (Ich habe mir die Bilder auf dem roten Teppich noch mal angeschaut, es lag nicht an dem Fernseher)
Julia Roberts in Givenchy
Anna Kendrick in J. Mendel

am allerschlimmsten und das mit riesigem Abstand war: Gabourey Sidibe (in … was auch immer – das ist bei 300 kg auch egal) Und ernsthaft, ich bin sicher, dass ich dieses Bild nie wieder aus meinem Kopf bekomme.

Einen Tag vor der Oscar-Verleihung wurde noch der Anti-Oscar, der Razzie Award verliehen. Die Goldene Himbeere haben gewonnen:

„Movie 43“ wurde zum schlechtesten Film gewählt. Ausgezeichnet wurden auch die 13 Leute, die bei diesem Film Regie geführt haben. Auch das schlechteste Drehbuch ging an „Movie 43“. Zum schlechtesten Prequel, Remake, Rip-off or Sequel (keine Ahnung was dieser Film ist) wurde „The Lone Ranger“ gewählt. Als schlechtester Schauspieler wurde Jaden Smith ausgezeichnet, schlechteste Schauspielerin Tyler Perry (als Frau verkleidet), schlechtester Nebendarsteller ist Will Smith und schlechteste Nebendarstellerin Kim Kardashian. Schlechtestes Paar auf der Leinwand wurden Jaden Smith und Will Smith in After Earth. Auch wenn ich auch diese Filme alle nicht gesehen habe, war das sicherlich wohlverdient. Ich muss zugeben, dass ich mittlerweile neugierig auf „Movie 43“ geworden bin – sooo schlecht kann der doch nicht sein…

Oscar-Gewinner 2014, meine letzte Prognose und Wette

So, heute ist der 1.3.14, ein Tag vor der Oscar-Verleihung. Wie üblich meine letzten Worte, meine letzte Prognose und meine Wette.

In Anbetracht der Tatsache, dass offensichtlich einige (wenn nicht sogar viele) Academy Mitglieder es ablehnten, sich 12 Years a Slave anzuschauen und ich mir nicht vorstellen kann, dass sie diesen Film „blind“ auf Platz 1 oder 2 oder 3 (siehe meine Erläuterungen vom 21.02.14 wie die Wahl zum Besten Film funktioniert) wählen, wird der Best Picture Oscar im Jahr 2014 wohl an Gravity gehen.

Kann es sein, dass die Academy Mitglieder eher für einen Filmcharakter stimmen, weil sie diesen liebenswert finden und nicht für eine Schauspielerin, die eine überragende Performance gibt und praktisch ihren eigenen (nicht gerade sympathischen) Filmcharakter kreiert hat. Selbstverständlich, damit würde Judi Dench den Oscar gewinnen und nicht Cate Blanchett. Oder ist es Amy Adams, die den Trostpreis für American Hustle einfährt? Bei den männlichen Schauspielern habe ich mich nun letztlich für Matthew McConaughey entschieden, der sämtlich Preise gewonnen hat und diesen Oscar für einen Karrierewechsel und seine konstant hervorragende Arbeit in den letzten beiden Jahren gewinnt. Letztlich ist er momentan andauernd präsent und wenn man HBO (True Detective) anschaltet sieht man sogar, wie Matthew McConaughey eine richtig sensationelle Performance geben kann. Vermutlich gehen sogar drei Oscars an Dallas Buyers Club. Das gelungene Make-up und Hairstyling hat bei diesem Low-Low-Budget-Film sage und schreibe nur 250 Dollar gekostet.

Selbstverständlich werde ich „12 Years a Slave“ nach wie vor fest die Daumen drücken, dass er doch zum Besten Film gewählt wird. Ich drücke Cate Blanchett die Daumen, Jared Leto und Leonardo DiCaprio (auch wenn ich mich für meine Wette letztlich gegen ihn entschieden habe).

Oscar-Gewinner 2014 – meine Wette:

Best Picture: Alfonso Cuarón and David Heyman (Gravity)

Best Director: Alfonso Cuarón (Gravity)

Best Actor: Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)

Best Actress: Cate Blanchett (Blue Jasmine)

Best Supporting Actor: Jared Leto (Dallas Buyers Club)

Best Supporting Actress: Lupita Nyong´o (12 Years a Slave)

Best Original Screenplay: Spike Jonze (Her)

Best Adapted Screenplay: John Ridley (12 Years a Slave)

Best Animated Feature: Chris Buck, Jennifer Lee and Peter Del Vecho (Frozen)

Best Production Design: Production Design: Catherine Martin, Set Decoration: Beverly Dunn (The Great Gatsby)

Best Cinematography: Emmanuel Lubezki (Gravity)

Best Costume Design: Michael Wilkinson (American Hustle)

Best Editing: Christopher Rouse (Captain Phillips)

Best Makeup and Hairstyling: Adruitha Lee and Robin Mathews (Dallas Buyers Club)

Best Sound Mixing: Skip Lievsay, Niv Adiri, Christopher Benstead and Chris Munro (Gravity)

Best Sound Editing: Glenn Freemantle (Gravity)

Best Visual Effects: Tim Webber, Chris Lawrence, David Shirk and Neil Corbould (Gravity)

Best Original Score: Steven Price (Gravity)

Best Song: Kristen Anderson-Lopez and Robert Lopez (Let It Go from Frozen)

Best Foreign Language Film: Italy (The Great Beauty)

Best Documentary Feature: Morgan Neville, Gil Friesen and Caitrin Rogers (20 Feet from Stardom)

Best Live Action Short: Mark Gill and Baldwin Li (The Voorman Problem)

Best Animated Short: Lauren MacMullan and Dorothy McKim (Get a Horse!)

Best Documentary Short: Malcolm Clarke and Nicholas Reed (The Lady in Number 6: Music Saved My Life)

Wenn ich richtig gezählt habe, gehen nach meiner Prognose 7 Oscars an Gravity (incl. BP), 3 Oscars gehen an Dallas Buyers Club, 2 Oscars an 12 Years a Slave und 1 Oscar geht an American Hustle, 1 Oscar an Her, 1 Oscar geht an Captain Phillips

Hier noch eine kleine Zusammenstellung aller neun nominierten Filme. Möge der erste gewinnen und nicht der letzte Film:

Oscar-Gewinner 2014, meine Prognose und Analyse

Heute ist der 21.02.14, alle Filmpreise sind verliehen worden, die Kampagnen sind praktisch für beendet erklärt und die meisten Academy-Mitglieder haben sicherlich schon ihre Stimme abgegeben. Bis zum 25.02.14 hätten sie noch Zeit. In knapp einer Woche (am 2.3.14) ist die Oscar-Verleihung. Wer das Oscar-Rennen verfolgt hat, weiß, dass es dieses Jahr ein ganz enges Rennen ist. Aller Voraussicht nach werden die drei Filme „Gravity“, „12 Years a Slave“ und „American Hustle“ das Oscar-Rennen 2013/2014 in der Kategorie Bester Film unter sich entscheiden. „Gravity“ ist aber der klare Favorit.

Der Regie-Oscar geht mit Sicherheit an den mexikanischer Regisseur Alfonso Cuaron (für „Gravity“). Normalerweise wird der Film, der den Regiepreis gewinnt auch mit dem Oscar für Bester Film ausgezeichnet. Warum sollte es dieses Jahr anders sein? Nun, aus der Tradition heraus, gewinnt immer der Film, auf den sich alle einigen. Du kannst die ganze Familie vor den Fernseher setzen und am Ende des Films wird keiner sagen, dieser Film hat mir gar nicht gefallen. Das wäre dieses Jahr „American Hustle“. „Gravity“ ist auch ein Film, auf den man sich einigen kann, jedoch hauptsächlich, weil er technisch brillant ist. Hier noch mal die drei Favoriten im Überblick:

„Gravity“ ist unter den neun nominierten Filmen der eindeutig erfolgreichste Film aus dem Jahr 2013. Bei Produktionskosten von 100 Millionen Dollar hat er weltweit über 700,9 Millionen Dollar eingespielt. „Gravity“ hat (zusammen mit „American Hustle“) die meisten Oscar-Nominierungen – 10 an der Zahl. „Gravity“ spielt zwar nicht in der Zukunft, ist aber unter der Kategorie Science Fiction einzuordnen. Früher konnte ein Sci-Fi oder Fantasy-Film NIE einen Oscar gewinnen. („E.T. the Extra-Terrestrial“, „Star Wars“, die ersten beiden „Lord of the Rings“-Filme, „Avatar“, „District 9“ und „Inception“ waren zwar als Bester Film nominiert, der Oscar ging aber an „Ghandi“, „Annie Hall“, „A Beautiful Mind“, „Chicago“, „The Hurt Locker“ und „The King´s Speech“). Der dritte „The Lord of the Rings“-Film war der erste Fantasy-Film, der einen Oscar als Bester Film gewinnen konnte. „Gravity“ ist ein Unterhaltungsfilm. „Gravity“ hat eine Schauspielnominierung, aber keine Drehbuch-Nominierung. (wäre ja wohl auch noch schöner). „Gravity“ (hat zusammen mit „12 Years a Slave“) den wichtigen Preis der Produzenten (PGA) gewonnen. „Gravity“ hat den Preis der Regisseure (DGA) gewonnen und der Regie-Oscar ist ihm sicher. Der Regiepreis und der Preis für den Besten Film gehen grundsätzlich an einen Film. Die Ausnahmen sind selten und immer zu erklären (das würde aber jetzt zu weit führen). In einem so engen Oscar-Rennen wie dem Filmjahr 2013, könnte „Gravity“ alle technischen Kategorien und Beste Regie abräumen, aber nicht Bester Film gewinnen.

„American Hustle“ hat (zusammen mit „Gravity“) die meisten Oscar-Nominierungen – 10 an der Zahl. Er hat die Herzen der Kritiker im Sturm erobert, jeder mag den Film. Keiner würde aus diesem Film rauskommen und sagen, das war ein richtig schlechter Film. So haben die letzten drei Oscar-Gewinner-Filme („Argo“, „The Artist“, „The King´s Speech“) den Preis absahnen können. „American Hustle“ ist praktisch der Film, auf den man sich am ehesten einigen konnte. „American Hustle“ ist ein Unterhaltungsfilm. Er hat den wichtigen Preis der Schauspieler (SAG) gewonnen und ist in allen vier Schauspiel-Kategorien nominiert, er hat auch eine Nominierung für das beste Originaldrehbuch. „American Hustle“ könnte am Ende der Oscar-Nacht mit nicht einem einzigen Oscar nach Hause gehen. Das ist nicht sehr wahrscheinlich, könnte aber passieren.

„12 Years a Slave“ ist der (von den Nominierten) gesellschaftlich bedeutendste Film aus dem Jahr 2013. Er wurde für 9 Oscars nominiert. „12 Years a Slave“ wurde mit dem wichtigen Preis der Produzenten (PGA) ausgezeichnet. Da die Produzenten sich nicht auf einen Film einigen konnten, haben „Gravity“ und „12 Years a Slave“ gewonnen – was die Suche nach dem Oscar-Gewinner-Film wahrlich nicht einfacher macht. „12 Years a Slave“ ist ein sehr komplexer Film, der möglicherweise eine mehrmalige Sichtung beansprucht. Ist das zu viel für die Academy Mitglieder? Es ist überhaupt die Frage, ob sie ihn ein Mal gesehen haben. Ist „12 Years a Slave“ der Film, der den Academy-Mitgliedern zu viel abverlangt? Ich habe sogar seitens der Academy gehört, dass der Film als torture porn bezeichnet. wird. Die Anzahl der Idioten ist halt überall gleich. Geht es darum einen „schwarzen“ Film auszuzeichnen? Definitiv nicht, „12 Years a Slave“ ist ein historisches Biopic und ein überragender Film über die Sklaverei und Rassismus. Traurigerweise ist das Thema aktueller als man es sich wünschen würde. Man braucht nur mal hinter die Kulisse von einigen arabischen Länder zu blicken. Wenn dieser Film als Bester Film bei den Academy Awards ausgezeichnet wird, wird man in vielleicht 10 Jahren zurückblicken und anerkennend über die Academy sagen, dass sie die richtige Entscheidung getroffen haben. Hätte der Produzent des Films, Brad Pitt, seine Beliebtheit vielleicht etwas mehr einsetzen sollen und seinen Film unterstützen müssen? „12 Years a Slave“ hat drei Schauspiel-Nominierungen und ist für das Beste adaptierte Drehbuch nominiert. Wenn er die Kategorie Bester Film gewinnt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er nicht viele andere Oscars gewinnt. (man sagt immer, dass – wenn ein Film als Bester Film ausgezeichnet wird, gewinnt er mindestens zwei weitere Oscars) Sollte „12 Years a Slave“ der Oscar-Gewinner-Film sein, was gewinnt der Film noch (Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin, Bester Schnitt oder Bestes adaptiertes Drehbuch)?

Wie funktioniert die Wahl zum Besten Film bei den Academy Awards?

Der Beste Film muss nur die meisten (also mindestens 51 % ) aller Stimmen haben. Sehr wahrscheinlich geht dieses Jahr beim ersten Wahlgang kein klarer Sieger hervor. In der Kategorie Bester Film müssen alle rund 6000 Academy-Mitglieder ihre Lieblingsfilme der Reihe nach listen. Wäre ich Academy-Mitglied würde meine Liste (mit den vorhandenen Kandidaten) folgendermassen aussehen: 1. „12 Years a Slave“, 2. „Her“, 3. „Philomena“, 4. „The Wolf of Wall Street“, 5. „American Hustle“, 6. „Dallas Buyers Club“, 7. „Captain Phillips“, 8. „Nevada“, 9. „Gravity“. Also wenn am Ende die drei Favoriten mit den meisten Stimmen („Gravity“, „American Hustle“ und „12 Years a Slave“) sind, würde meine Stimme eindeutig an „12 Years a Slave“ gehen. Wenn jedoch mein Lieblingsfilm „Dallas Buyers Club“ heißen würde und die restlichen der Reihe nach 2. „American Hustle“, 3. „Gravity“, 4. „Her“, 5. „Philomena“, 6. „12 Years a Slave“, 7. „The Wolf of Wall Street“, 8. „Nevada“, 9. „Captain Phillips“. Dann würde meine Stimme für „Dallas Buyers Club“ nicht zählen, weil er nicht einer der drei Filme mit den meisten Stimmen ist. Dann geht automatisch meine Zweitplatzierung (also „American Hustle“) in den Stimmentopf für „American Hustle“, obwohl das nicht mein Lieblingsfilm war. Wäre mein Zweitplatzierter auch keiner der drei Favoriten wird mein Drittplatzierter genommen, usw.

Bester Film ist aber nicht die einzige Baustelle.

Die grösste Überraschung in der Oscar-Nacht gibt es traditionell in den Schauspiel-Kategorien.

Wer bietet sich hier für eine Überraschung an? Als relativ sichere Kandidaten auf einen Oscar-Gewinn gelten: Matthew McConaughey, Cate Blanchett, Jared Leto und Lupita Nyong ´o

In der sensiblen Zeit von der ersten, im Fernsehen ausgestrahlten, Preisverleihung (Golden Globes) bis zur Oscar-Nacht wird praktisch jeder Schritt der potenziellen Kandidaten beobachtet. Wer einen Oscar gewinnen will, sollte in dieser Zeit in Hollywood alle Babies küssen und allen Omis über die Straße helfen, derjenige sollte an jede Tür klopfen und bei allen Veranstaltungen auftauchen und den wichtigen Leuten Honig ums Maul schmieren. Definitiv sollte man rührende und/oder originelle Reden halten (damit die Academy-Mitglieder realisieren, dass sie diese oder eine ähnliche Rede auch auf ihrer Bühne sehen wollen). Hier sollte man keinen Fehler machen. Matthew McConaughey und Jared Leto haben sich, was ihre Reden anging, anfangs nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Sie waren aber beide lernfähig und haben sich gebessert.

Matthew McConaughey hat in „Dallas Buyers Club“ eine typische Oscar-Performance (mit Gewichtsabnahme, physische Veränderung und komplette Wandlung zu seinen sonstigen Rollen) hingelegt. Er hat so ziemlich alles was die Filmindustrie in Hollywood an Preisen zu vergeben hat, gewonnen. Matthew McConaughey hatte die Chance, bei seinen Dankesreden ein gutes Bild abzugeben. An seinen Reden bei den GGs und den SAGs wurde aber ziemlich rumgenölt. Bei den Filmkritikern in New York hat Robert Redford und bei den Filmkritikern in L. A. hat Bruce Dern gewonnen. Für den britischen BAFTA war weder der Film „Dallas Buyers Club“ noch die Schauspieler nominiert. Von Seiten der Academy hört man, dass einige Mitglieder Matthews Performance gar nicht mochten. Meines Erachtens gibt Leonardo DiCaprio auch die wesentlich bessere Performance. Leo beherrscht außerdem das Business. Als er auf der Golden Globe-Bühne seine Dankesrede hielt, war er sehr souverän. Leo will diesen Oscar unbedingt, in den letzten Monaten war er immer präsent. Das war Matthew McConaughey auch, nur hat Leo, überall wo er auftauchte, Martin Scorsese im Schlepptau. Ich wünschte Leo würde gewinnen. Ich habe mich immer noch nicht festgelegt, für wen ich bei meiner Wette stimme. Bruce Dern will den Oscar auch unbedingt und hat wahrscheinlich mehr Babies geküsst als Leo und Matthew zusammen. Viele mögen Bruce Derns Performance. Chiwetel Ejiofor ist in einem Film, der den Besten Film-Oscar gewinnen könnte. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Matthew McConaughey aber dennoch den Oscar gewinnen.

Cate Blanchett galt praktisch seit August 2013 als sichere Oscar-Gewinnerin. Es ist immer schwierig, diesen Hype so viele Monate aufrecht zu erhalten. Letztlich galt Cate Blanchett aber bis Ende Januar als ganz sichere und praktische Einzige, die den Oscar für die Kategorie Beste Hauptdarstellerin gewinnen kann. In den Augen der meisten Beobachter des Oscar-Geschehens auch wohlverdient. Kürzlich habe ich mir „Blue Jasmine“ erst zwei weitere Male angeschaut, ihre Performance ist so unfassbar gut und ein Oscar-Gewinn als Belohnung wäre nur gerechtfertigt. Anfang Februar 2014 gab es etwas Bewegung in dieser Kategorie. auf einmal schickt es sich nicht mehr, für einen Woody Allen-Film zu stimmen. Woody Allens Tochter Dylan hat am 1.2.14 einen Brief veröffentlicht, in dem sie mitgeteilt hat, dass sie vor 23 Jahren von ihrem Adoptivvater missbraucht wurde. Das ist eine sehr unappetitliche Geschichte, ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll. Die Wahrheit kennen sowieso nur die Beteiligten. Fakt ist, dass die Missbrauchsvorwürfe nun ausgerechnet in der sensiblen Zeit, der Vor-Oscar-Abstimmung aufkamen und dass sich dies auf eine Umentscheidung der Academy-Mitglieder auswirken kann. Logischerweise haben diese Vorwürfe rein gar nichts mit Cate Blanchett oder ihrer phänomenalen Performance in „Blue Jasmine“ zu tun. Es könnte ihr aber dennoch schaden. Definitiv waren seitdem die Augen auf Cate Blanchett gerichtet. Wird sie sich äußern? Cate Blanchett ist zu sehr Profi und weiß wie Hase läuft. Sie hat seit diesem Moment beispielsweise in ihren Dankesreden nicht mehr Woody Allen erwähnt. In ihrer letzten Rede bei den britischen BAFTAS hat sie ihren Preis Philip Seymour Hoffman gewidmet, was sogar Konkurrentin Amy Adams die Tränen in die Augen trieb.

Wer könnte bei den Schauspielern also für eine Überraschung sorgen? Chiwetel Ejiofor (oder Leonardo DiCaprio), Amy Adams (oder Judi Dench), Barkhad Abdi (oder Michael Fassbender – Jonah Hill wird’s ja wohl nicht sein), Jennifer Lawrence (oder Sally Hawkins).

Einen kleinen Skandal gab es in der Zwischenzeit in der Kategorie Bester Originalsong. Die aktuellen Nominierten sind:

„Alone Yet Not Alone“ from „Alone Yet Not Alone“ – Bruce Broughton and Dennis Spiegel
– „Happy“ from „Despicable Me 2“ – Pharrell Williams
– „Let It Go“ from „Frozen“  – Kristen Anderson-Lopez and Robert Lopez
– „The Moon Song“ from „Her“ – Karen Orzolek and Spike Jonze
– „Ordinary Love“ from „Mandela: Long Walk to Freedom“ – U2

Von den Film „Alone Yet Not Alone“ hat zu dem Zeit der Oscar-Nominierungen am 16.01.14 niemand etwas gehört, von dem Song ganz zu schweigen. War auch schwierig, da der Film tatsächlich erst im April einen offiziellen amerikanischen Kinostart hat. Ich habe dem Ganzen keine große Bedeutung beigemessen. Mich interessiert diese Kategorie nicht sonderlich, es kommt auch immer wieder zu Merkwürdigkeiten bei den Nominierungen und auch bei Auszeichnungen (ich erinnere an „It´s Hard out Here for a Pinmp“ von „Three 6 Mafia“). Am 28.1.14 hat AMPAS dann eine Erklärung herausgegeben und sich von ihrer Nominierung für „Alone, Yet Not Alone“ distanziert. Für die Oscar-Nominierungen in den jeweiligen Kategorien nominieren immer die der jeweiligen Branche (Schauspieler für Schauspieler, Regisseure für Regisseure, etc.) In der Kategorie Bester Originalsong haben also Musiker unter sich abgestimmt. Bruce Broughton ist aber nun mal nicht nur Komponist des besagten Songs, sondern sitzt auch in der Jury der Musikerbranche innerhalb der Academy. Das alleine lässt natürlich den aufmerksamen Beobachter aufhorchen. Dann wurde aber auch noch bekannt, dass Bruce Broughton seine anderen 239 Jury-Mitglieder per E-Mail angeschrieben hat und sie daran erinnerte, dass er auch einen Song im Wettbewerb hat. Peinlich. Die E-Mails hat er selbstverständlich auch noch während der Abstimmungsphase für die Oscar-Nomininierungen verschickt. Wie dämlich. Naja und AMPAS hat Ende Januar das Ganze öffentlich gemacht und ihm die Oscar-Nominierung entzogen. Es wurde aber auch kein anderer Song nachnominiert, jetzt sind es halt nur vier Nominierungen.

Heute, knapp eine Woche vor den Oscars, sieht meine Gewinner-Prognose folgendermassen aus:

Bester Film: „Gravity“
Beste Regie: Alfonso Cuaron (Gravity)
Bester Hauptdarsteller: Matthew McConaughey
Bester Nebendarsteller: Jared Leto
Beste Hauptdarstellerin: Cate Blanchett
Beste Nebendarstellerin: Lupita Nyong ´o
Bestes Originaldrehbuch: „Her“
Bestes adaptiertes Drehbuch: „12 Years a Slave“

Ich bin derzeit etwas Oscar-müde, außerdem befürchte ich, dass mein Film („12 Years a Slave“) am Ende des Abends des 2.3.14 vielleicht nicht als Bester Film ausgezeichnet wird. Daher habe ich mich recht kurzfristig dazu entschlossen, die Oscar-Nacht im Flugzeug zu verbringen und nach Asien zu fliegen. Seit zig Jahren wird es das erste Mal sein, dass ich mir freiwillig die Oscar-Show nicht live angucke. Ich habe mir einen längeren Trip requested und bin nicht mal sicher, ob ich dort auf meinen Blog Zugriff habe. In Peking ging es letztes Jahr beispielsweise nicht. Mal gucken, ich werde in jedem Fall noch meine finale Prognose/Wette reinsetzen und mich, so bald es mir möglich ist, zu der Verleihung und den Gewinnern äußern. Ich hasse es jetzt schon, dass jeder auf diesem Planeten vor mir weiß, wer die Oscars gewonnen hat.

NYC – Film: "Labor Day"

Ich war am 02.02.14 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Labor Day“ (dt. Kinostart: 08.05.14) 111 min drama, adaptation
dir. Jason Reitman cast: Kate Winslet, Josh Brolin, Gattlin Griffith, Tobey Maguire, J.K. Simmons, Clark Gregg, Tom Lipinski

Im Jahr 1987. Der dreizehnjährige Henry (Gattlin Griffith) wird von seiner Mutter Adele (Kate Winslet) großgezogen. Seitdem sein Vater (Clark Gregg) die Familie verlassen hat, leidet seine Mutter unter starken psychischen Problemen. Sie verlässt nur noch selten das Haus. Am Freitag eines Feiertagswochenendes geht Henry mit seiner Mutter einkaufen. Im Supermarkt wird er von einem blutenden Mann (Josh Brolin) angesprochen. Dieser Mann zwingt die Beiden, ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei ihm um einen entflohenen Sträfling handelt. Der Mann, namens Frank, ist ein verurteiltet Mörder. Henry beobachtet derweil wie seine Mutter durch Frank langsam aufblüht und ihn nicht mehr gehen lassen will…

C- (Wertung von A bis F) Der Film „Labor Day“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Maynard.

Der kanadische Regisseur Jason Reitman hat zuvor erst vier Spielfilme gedreht und alle vier („Thank You for Smoking“, „Juno“, „Up in the Air“ und „Young Adult“) fand ich entweder großartig oder wenigstens richtig gut. Warum hat er sich also für Verfilmung eines grauslichen Romans entschieden. Ich habe das Buch nicht gelesen, die Vorlage zu diesem Film kann jedoch nur mit einem Groschenroman vergleichbar sein.

Der Film „Labor Day“ kann sich nicht wirklich entscheiden, was er sein will: Thriller, Erotikthriller, Backsendung mit Softporno-Touch, Familiendrama, Liebesfilm, Film übers Erwachsenwerden, dann wieder Drama, usw. „Labor Day“ ist all das und zugleich nichts, dazu noch (teilweise) Rosamunde Pilcher-Romantik und viel zu eindringliches Gedudel. Das fand ich ziemlich schwer zu ertragen. Dazu kommt noch, dass dieser Junge (Gattlin Griffith), der nun auch eine der Hauptrollen spielt, schlecht gecastet wurde. Die Geschichte wird aus Sicht des Jungen erzählt, Tobey Maguire, der den erwachsenen Henry spielt, ist der Erzähler – was die ganze Sache auch irgendwie nicht besser macht. Ich gebe zu, dass ich mich beinahe den kompletten Film mit dem Gedanken rumgeschlagen habe, das Kino zu verlassen.

Ich fand die erzählte (Liebes)Geschichte ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Bei „Labor Day“ wird mit genauen Zeitangaben gearbeitet. Die starke emotionale Bindung hat sich über einen Zeitraum von nur vier Tagen entwickelt. Wären die Einblendungen der Tage nicht gewesen, hätte ich gedacht, es wären Wochen oder Monate gewesen. Dann wären auch die lebensverändernden Entscheidungen nachvollziehbarer gewesen, so eher nicht. Das Verhalten der Beteiligten in bestimmten Situationen (beispielsweise mit dem geistig zurückgebliebenen Jungen) ist absurd und realitätsfremd.

Auf Josh Brolin bin ich spätestens seit „Oldboy“ nicht mehr gut zu sprechen. Dieser Film hat daran nichts ändern können. Was mich allerdings fasziniert hat, ist der junge Mann, der Josh Brolins Charakter Frank in jungen Jahren spielte. Tom Lipinski hat hier eine frappierende Ähnlichkeit mit Josh Brolin. Ich hätte mir gewünscht, dass er bereits in „Oldboy“ den jüngeren Brolin gespielt hätte – auch wenn der Film dadurch auch nicht besser geworden wäre.

Letztlich war Kate Winslet die Einzige, die mich davon abgehalten hat, das Kino vorzeitig zu verlassen.

„Labor Day“ wurde erstmalig auf dem Telluride Film Festival 2013 gezeigt.

Der Film war im Vorfeld für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch. Nicht mehr, als man ihn gezeigt hat. Kate Winslet wurde für dieses Rolle für einen Golden Globe nominiert.

Der amerikanische Trailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Draft Day“
Bewertung des Trailer: B
Kommentar: Sportfilm mit Kevin Costner (schon wieder), Frau Affleck und Frank Langella
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Million Dollar Arm“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: biografischer Baseball-Film mit Jon Hamm und Lake Bell.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: nee

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Dieses Kind im Trailer ist wirklich schon eine Zumutung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Interstellar“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Christopher Noland neuer Sci-Fi-Film mit Matthew McConaughey (ich liebe seine Stimme), Anne Hathaway (Boah – Kotz), Jessica Chastain, Michael Caine
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 51%

Trailer v. Film: „Noah“
Bewertung des Trailer: B-
Kommentar: Darren Aronofskys neuer Film, Bibel-Verfilmung mit Russell Crowe als Noah
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

NYC – Film: "Lone Survivor"

Ich war am 13.01.14 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Lone Survivor“ (dt. Kinostart: 20.03.14) 121 min drama, adaptation
dir. Peter Berg cast: Mark Wahlberg, Emile Hirsch, Ben Foster, Eric Bana, Taylor Kitsch

Im Jahr 2005 sollen die Elitesoldaten Marcus Luttrell (Mark Wahlberg), Michael P. Murphy (Taylor Kitsch), Danny Dietz (Emile Hirsch), Matthew Axelson (Ben Foster) einen Taliban-Anführer in den afghanischen Bergen stellen. Sie geraten in eine ausweglose Situation…

B- (Wertung von A bis F) „Lone Survivor“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marcus Luttrell und Patrick Robinson. Die Geschichte beruht auf einer fehlgeschlagenen Militäroperation des amerikanischen Navy SEAL-Teams im Jahr 2005. Bei der Operation Red Wings sollte ein Taliban-Anführer gefangen genommen oder getötet werden.

Auch wenn der Film auf einem Buch mit dem Titel „Lone Survivor“ basiert, finde ich es für einen Film nicht besonders schlau, wenn das Ende des Films praktisch schon im Filmtitel verraten wird. Vermutlich haben die meisten Zuschauer das Buch gar nicht gelesen. Definitiv empfand ich es nicht so geschickt, dass man praktisch von Beginn des Films weiß, wer der einzig Überlebende ist. (Das setzt natürlich voraus, dass man zuvor keinen Blick auf das Filmplakat geworfen hat.) Marcus Luttrell hat sich bereits mit seinem Buch einige künstlerische Freiheiten genommen, man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass in diesem Dokudrama die Geschehnisse auch anders darstellt wurden als sie in der Realität waren.

Ich bin mit relativ geringen Erwartungen ins Kino gegangen und fand dann „Lone Survivor“ schon recht packend inszeniert. Natürlich ist der neue Film von Peter Berg („The Kingdom“, „Hancock“, „Battleship“) ein patriotischer und die Amerikaner sind die Guten. Man kann auch aus dem Film ziehen, dass amerikanische Soldaten (selbst die Elite-Soldaten) reine Tötungsmaschinen sind. Wenn die dann in eine Situation geraten, bei denen sie ihren Kopf einschalten müssen, sind sie schier überfordert. Der Amerikaner feiert sich mit „Lone Survivor“ selbst – obwohl es mal wieder gar nichts zu feiern gibt. Viel sollte man über den Film oder die Operation dieser amerikanischen Elite-Einheit nicht nachdenken, sondern den Film als eine Art Action-Film sehen. Die Schießereien nehmen einen großen Part im Film ein und die Kampf- und Actionszenen wirken echt. Im letzten Akt bekommt man sogar noch die Idee, dass alle Anderen nicht immer automatisch die Bösen sind.

Mark Wahlberg sollte versuchen, nicht neben richtig guten Schauspielern (in dem Fall Ben Foster) zu agieren. Dadurch erkennt man als Zuschauer nur um so klarer, was für ein schlechter Schauspieler er eigentlich ist.

Ben Foster ist so wandelbar, mittlerweile nehme ich ihm alle Rollen ab. Erstmalig habe ich ich in Pandorum wahrgenommen, da hat mich seine Stimme und Sprache sehr irritiert. Und auch heute ist es noch so, dass ich denke, es spricht Sean Penn. Auch optisch wirkt er wie die jüngere Ausgabe von Sean Penn (so kann es auch kein Zufall sein, dass sich Sean Penns Ex-Frau Robin Wright Ben Foster geschnappt hat – mittlerweile sollen sie sogar verlobt sein)

Etwas gerührt war ich von den Bildern der echten Navy SEALs, die zum Schluss gezeigt werden – gut, man hätte dazu nicht unbedingt Peter Gabriel „Heroes“ singen lassen müssen.

„Lone Survivor“ wurde offiziell erstmalig auf dem AFI Film Festival 2013 gezeigt.

„Lone Survivor“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch. Der Film wurde für tatsächlich für die Kategorien Bester Ton und Bester Tonschnitt nominiert. Gewonnen hat der Film Best Action Film und Best Actor in an Action Movie (Mark Wahlberg) bei den Critics ´Choice Awards und Best Stunt Ensemble in a Motion Picture bei den SAG Awards.

Zwei, der amerikanischen Trailer, die ich im Kino gesehen habe:

Die Website:

http://www.lonesurvivorfilm.com/site

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Non-Stop“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionfilm mit Liam Neeson und Julianne Moore. Filme, die in einem Flugzeug spielen muss ich gucken – früher oder später. Hoffentlich hat dieser Trailer nicht alle Wendungen verraten.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Monuments Men“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: George Clooneys neuer Film, Zweite Weltkriegsfilm mit George Clooney, Matt Damon, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin. Gut, mittlerweile weiß man offiziell warum der Film aus der Oscar-Saison geschoben wurde. Er ist alles andere als gut. Ich bin vorgewarnt und gucke ihn trotzdem am nächsten Wochenende.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Transcendence“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Sci-Fi-Thriller mit Johnny Depp, Rebecca Hall, Paul Bettany, Kate Mara, etc. Der Film ist das Regiedebüt von Christopher Nolans Kameramann Wally Pfister.
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „3 Days to Kill“
Bewertung des Theaters: C+
Kommentar: Actionfilm mit Kevin Costner (der scheinbar in jedem Aktionär im Moment spielt), Amber Heard, Hailee Steinfeld und Connie Nielsen
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 30%

Trailer v. Film: „Pompeii“
Bewertung des Theaters: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Film von Paul W.S. Anderson, der im Februar 14 ins amerikanische Kino kommt…der kann gar nicht gut sein. Wenn er nicht grottenschlechte Kritiken bekommt, gucke ich ihn.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Neighbors“
Bewertung des Theaters: B+
Kommentar: Komödie mit Seth Rogen, Dave Franco, Rose Byrne und leider Zac Efron.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken, wenn ich Zac Efron irgendwie ausblenden kann…

NYC – Film: "August: Osage County"

Ich war am 13.01.14 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„August: Osage County“ (dt. Titel: „Im August in Osage County“, dt. Kinostart: 06.03.14) 121 min drama, comedy, adaptation
dir. John Wells cast: Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Chris Cooper, Abigail Breslin, Benedict Cumberbatch, Juliette Lewis, Margo Martindale, Dermot Mulroney, Julianne Nicholson, Sam Shepard

Violet (Meryl Streep) ist die Matriarchin der Familie Weston. Sie ist an Krebs erkrankt, bekommt Chemo und steht unter permanenten Medikamenteneinfluss. Jetzt ist ihr Ehemann Beverly (Sam Shepard) verschwunden. Violets Schwester Mattie (Margo Martindale) und Ehemann Charles (Chris Cooper) eilen herbei und ihre älteste Tochter Barbara (Julia Roberts) trifft mit ihrem Ehemann Bill (Ewan McGregor) und ihrer Tochter Jean (Abigail Breslin) ein. Als Beverly kurz darauf tot aufgefunden wird, versammelt sich dann die komplette Familie. Lange haben sich die Verwandten nicht mehr gesehen und vermisst haben sie sich auch nicht gerade. Streit ist praktisch vorprogrammiert, vor allen Dingen weil Violet jedem ihre Meinung klar ins Gesicht sagt…

B (Wertung von A bis F) „August: Osage County“ basiert auf dem gleichnamigen Bühnenwerk. Das Theaterstück hat im Jahr 2008 den Pulitzer Prize for Drama gewonnen und wurde außerdem mit anderen wichtigen Theaterpreisen ausgezeichnet.

Der Film „August: Osage County“ hat eher durchwachsene Kritiken bekommen. Viele haben das Theaterstück gesehen und waren von dem Film entsprechend nicht so angetan. Das Bühnenstück ist mit Unterbrechungen ungefähr 3 1/2 Stunden lang, die Filmfassung nur 2 Stunden. Es wurde also einiges ausgelassen und auch das Ende wurde geändert. Ohne etwas zu spoilern, endet das Theaterstück mit Violets Charakter. Das ursprüngliche Ende im Film war eigentlich auch die Einstellung auf Meryl Streep. Das Filmende ist jedoch bei den Zuschauern in test screenings beanstandet worden, zu negativ empfanden sie es und so wurde es geändert. Passender und konsequenter wäre es zweifelsfrei, wenn der Film mit der Meryl Streep-Szene endet.

„August: Osage County“ ist ein Ensemble-Film und ein Film, der praktisch bis in die kleinste Rolle prominent besetzt ist. So eine Besetzung, die nur aus bekannten oder berühmten Schauspielern besteht, finde ich meist problematisch. Oftmals lenkt mich das zu sehr ab. Hier hat mich das nicht so sehr gestört, vorwiegend weil mich die Charaktere gefesselt haben. Dennoch finde ich nicht alle idealbesetzt. Julia Roberts und Ewan McGregor als Ehepaar finde ich beispielsweise nicht wirklich glaubwürdig. Mein Problem mit Benedict Cumberbatch scheint auch etwas schwerwiegender zu sein. Juliette Lewis sieht mittlerweile nicht nur wahnsinnig fertig aus, sondern auch ziemlich alt. Sie spielt wieder einmal eine Variante von sich selbst. Sie ist aber so eine eigene Type, dass ich mir, jetzt wo ich sie in dieser Rolle gesehen habe, auch keine andere Schauspielerin vorstellen kann.

In „August: Osage County“ haben mir tatsächlich die Schauspieler am meisten gefallen, die nicht ganz so bekannt sind und die man auch nicht so häufig sieht: Julianne Nicholson, Margo Martindale, Chris Cooper und Delmot Mulroney.

Natürlich ist aber auch Meryl Streep hervorragend. Die Rolle der Violet Weston ist sicherlich keine leichte Aufgabe, Violet ist krebskrank, verbittert, boshaft und die ganze Zeit verbal am Austeilen. Meryl Streep liefert hier eine völlig uneitle Performace. Die sogenannten Oscar-Szenen waren für mich nicht die hysterischen, sondern die ruhigen. Wenn Meryl Streep ihre Mimik sprechen lässt, ist das unbezahlbar.

Julia Roberts mit ihrer riesigen Präsenz und ihrem übersichtlichen Talent gibt hier eine ziemlich ordentliche Performance. In meinen Augen gibt sie die beste Performance seit „Pretty Woman“ und um Längen besser als die in „Erin Brockovich“ für die sie den Oscar (stellvertretend für ihre gesamte Karriere) gewann. Julia Roberts Rolle ist für mich definitiv eine Hauptrolle, aus strategischen Rollen wurden aber Kampagnen für die beste Nebenrolle geführt. Julia Roberts wurde kürzlich für diese Rolle für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert.

Eigentlich war ich kurz davor, „August: Osage County“ ein B- zu geben. Auch wenn ich die Charaktere und die Dialoge sehr unterhaltsam fand, spiegelt eine B- Bewertung eigentlich den grössten Teils des Films für mich wieder. Dann gab es eine Wendung im Film und ab dem Moment mochte ich den Film tatsächlich noch etwas mehr. Meine Lieblingsszene ist auch eher zum Ende des Films (Meryl Streep, Julianne Nicholson und Julia Roberts am Tisch).

„August: Osage County“ wurde erstmalig auf dem Toronto International Film Festival 2013 gezeigt.

„August: Osage County“ war für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch. Letztlich wurde aber nur Meryl Streep als beste Hauptdarstellerin (ihre 18. Oscar-Nominierung) und Julia Roberts als beste Nebendarstellerin nominiert.

Der amerikanische Kinotrailer:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Labor Day““
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt als Oscar-Kandidat bis er erstmalig gezeigt wurde.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Bears“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disney-Dokumentation über Grizzlybären in Alaska. Tolle Bilder, ich liebe Tierdokus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Heaven is for Real“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Buchverfilmung mit Greg Kinnear und Kelly Reilly. Drama über Nahtod-Erfahrungen eines dreijährigen Jungen. Dieses Kind im Trailer ist wirklich schon eine Zumutung.
Wie oft schon im Kino gesehen: 4 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Endless Love“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Remake des Films aus dem Jahr 1981 mit Alex Pettyfer. Ach nö.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht.

Trailer v. Film: „One Chance“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: britischer Film über den Gewinner von Britain´s Got Talent-Gewinner Paul Potts. Interessiert mich gar nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Railway Man“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie. Zweiteweltkriegsdrama mit Nicole Kidman und Colin Firth
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Oscar-Nominierungen 2014 und meine Meinung

Heute, am 16.01.14, hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) die Nominierungen für die Oscars bekanntgegeben. Verkündet wurden die Nominierungen von der neuen Academy Präsidentin Cheryl Boone Isaacs und Chris Hemsworth.

Wie bereits im letzten Jahr, habe ich mich auch dieses Jahr am meisten über eine Nicht-Nominierung gefreut. Im letzten Jahr war es „The Intouchables“, dieses Jahr ist es die Nicht-Nominierung von Oprah Winfrey. Über die ganzen letzten Monate, praktisch seit August 2013, habe ich das Gewese um ihre Performance überhaupt nicht nachvollziehen können. Von Anfang an galt Oprah Winfrey nicht nur als sichere Oscar-Nominierte, sondern bereits schon als Oscar-Gewinnerin. Tja, es ist nie gut als Favorit zu gelten („12 Years a Slave“ kann davon auch ein Lied singen).

Jetzt ist auch ganz offiziell „American Hustle“ der Oscar-Favorit und ab sofort der Film, auf den man raufhauen kann. Grundsätzlich gefällt es mir, dass „12 Years a Slave“ den Favoritenstatus abgegeben hat. Jetzt kann er sich, wenn es nicht bereits zu spät ist, von hinten anschleichen und hinterrücks nach dem wichtigsten Preis greifen. Mal ehrlich, wenn sich die Academy Mitglieder tatsächlich alle 9 Filme nachweislich angucken müssten, würde ganz sicher „12 Years a Slave“ gewinnen. Zehn Jahre von heute würden sie ansonsten mit Scham auf ihre Auszeichnung von „American Hustle“ gucken. Wie konnten sie ein Unterhaltungsfilm auszeichnen, wo ein so großartiger und wichtiger Film über die Sklaverei im Rennen war. Noch dazu von einem schwarzen Regisseur, da hätte man ein Zeichen setzen können. Der einzige Film über die Sklaverei, der jemals einen Oscar als Bester Film gewonnen hat, war „Gone With the Wind“ und das war im Jahr 1940 – vor 74 Jahren.

„American Hustle“ ist aber wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten. Die letzten drei Filme von David O. Russell „The Fighter“, „Silver Linings Playbook“ und jetzt „American Hustle“ waren alle für Bester Film, Bester Regisseur und diverse Schauspiel-Oscars nominiert. Gewonnen haben die Schauspieler Christian Bale, Melissa Leo und Jennifer Lawrence. David O. Russell ist überfällig einen Oscar für sich und seinen Film zu gewinnen. Dazu kommt, dass „American Hustle“ (zusammen mit „Gravity“) die meisten Oscar-Nominierungen erzielt hat und Nominierungen in allen vier Schauspielkategorien vorweisen kann. Dass hat David O. Russell bereits mit seinem letzten Film „Silver Linings Playbook“ geschafft. Meine Güte, müssen die „American Hustle“ lieben.

Kommen wir wieder zu positiveren Dingen: Leonardo DiCaprio ist zum vierten Mal (nach „What´s Eating Gilbert Grabe“, „The Aviator“, „Blood Diamond“ und jetzt „The Wolf of Wall Street“) für den Oscar nominiert. Auch jemand, der lange überfällig ist. Letztens erst habe ich erwähnt, dass ich glaube, wenn er nominiert wird, er dieses Mal auch gewinnt.

Jonah Hills Nominierung kann ich hingegen nicht so nachvollziehen. Und ich hoffe auch, dass ihm seine 2. Oscar-Nominierung jetzt nicht zu Kopf steigt.

„Lee Daniel´s The Butler“ wurde für keinen einzigen Oscar nominiert. Danke dafür.

Ach und ich freue mich ebenfalls über die Nominierung von „The Great Beauty“ in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film.

„American Hustle“ und „Gravity“ gehen mit jeweils 10 Nominierungen ins Rennen. 9 Nominierungen für „12 Years a Slave“, 6 für „Captain Phillips“, „Dallas Buyers Club“ und „Nebraska“, 5 für „Her“ und „The Wolf of Wall Street“

Im Jahr 2013 standen 289 Filme zur Auswahl. Von den jetzt nominierten 9 Filmen hoffe ich inständig, dass sich die Academy Mitglieder alle Filme anschauen. In nur wenigen Kategorien (Bester fremdsprachiger Film, Beste Dokumentation und die Kurzfilm-Kategorien) sind die Academy Mitglieder verpflichtet, alle Filme zu sehen. Es wäre mal eine Maßnahme, dies auch in allen anderen Kategorien durchzusetzen.

Von allen Kandidaten, die je für eine Oscar-Nominierung im Gespräch waren, habe ich folgende Filme (gelistet in der Reihenfolge, in der ich sie gesehen haben) angeschaut: Mud, Stories We Tell, Frances Ha, Monsters University, Despicable Me 2, Fruitvale Station, Blackfish, Blue Jasmine, The Spectacular Now, Ain´t Them Bodies Saints, Lee Daniels´The Butler, The Place Beyond the Pines, Before Midnight, The Great Gatsby, Prisoners, The Grandmaster, Enough Said, Rush, Short Term 12, Thanks for Sharing, In a World, Captain Phillips, The Fifth Estate, Gravity, 12 Years a Slave, All is Lost, The Counselor, Dallas Buyers Club, Blue is the Warmest Color, Kill Your Darlings, The Book Thief, Inside Llewyn Davis, The Hunger Games: Catching Fire, Nebraska, Frozen, Philomena, Oldboy, Out of the Furnace, Her, Saving Mr. Banks, American Hustle, The Wolf of Wall Street, The Great Beauty, August: Osage County, Lone Survivor, Labor Day

Hier sind die wichtigsten sechs Kategorien und meine Meinung. (gelistet in alphabetischer Reihenfolge):

Best Motion Picture of the Year:
American Hustle
Captain Phillips
Dallas Buyers Club
Gravity
Her
Nebraska
Philomena
12 Years a Slave
The Wolf of Wall Street

Meine Meinung: Ich habe alle Filme gesehen. Tja, da hat sich die Academy doch wieder für 9 Filme entschieden. Ich habe bekanntlich 8 getippt. Meine Nummer 9 wäre aber Philomena gewesen (siehe meine Prognose von gestern) Wenn ich 9 Filme getippt hätte, hätte ich alle Filme richtig erraten. So eine richtige filmische Katastrophe (wie in den Jahren zuvor (Les Miz, The Help, Extremely Loud and Incredible Close, The Blind Side) ist nicht unter den Nominierten. Gravity hat mir rückblickend am wenigsten gefallen.
Mein Wunsch: Ganz eindeutig: 12 Years a Slave
Die Wahrscheinlichkeit: American Hustle (oder wenn die Academy zur Vernunft kommt: 12 Years a Slave)
Der Unsicherheitsfaktor: Gravity

American Hustle und Gravity gehen mit jeweils 10 Nominierungen ins Rennen. 12 Years a Slave mit 9.

Achievment in Directing:

Alfonso Cuaron (Gravity)
Alexander Payne (Nebraska)
Steve McQueen (12 Years a Slave)
David O. Russell (American Hustle)
Martin Scorsese (The Wolf of Wall Street)

Meine Meinung:Ich habe alle Filme gesehen. Eigentlich vorhersehbar die Kategorie. Ich habe zwar mehr auf Paul Greengrass getippt, aber Alexander Payne ist natürlich auch nachvollziehbar. Nach der Statistik könnte also nur American Hustle, Gravity, Nebraska, 12 Years a Slave oder The Wolf of Wall Street den Oscar in der Kategorie Bester Film gewinnen. Eigentlich glaube ich aber, dass der Bester Film an einen Film geht, die Beste Regie an einen anderen. Gravity wird auch irgendetwas Wichtiges gewinnen, vielleicht Beste Regie. Auf der anderen Seite, wie ich weiter oben schon erwähnt habe, ist David O. Russell überfällig und viele denken, er wurde letztes Jahr um seinen Oscar für Silver Linings Playbook beraubt.
Mein Wunsch: Ganz eindeutig: Steve McQueen
Die Wahrscheinlichkeit: Alfonso Cuaron oder David O. Russell
Der Unsicherheitsfaktor: Steve McQueen

Performance by an actress in a leading role:

Amy Adams (American Hustle)
Cate Blanchett (Blue Jasmine)
Sandra Bullock (Gravity)
Judi Dench (Philomena)
Meryl Streep (August Osage County)

Meine Meinung: Ich kenne alle Performances. Eine kleine Überraschung hier, aber eigentlich doch wieder nicht. In meiner gestrigen Prognose habe ich geschrieben, dass ich bei den festen Fünf Cate Blanchett, Sandra Bullock, Judi Dench, Emma Thompson und Meryl Streep Platz machen will für Amy Adams. Fälschlicherweise habe ich Academy-Liebling Meryl Streep aus der Liste verbannt. War natürlich völlig blöd. Amy Adams ist zwar drin, Emma Thompson aber draußen und Meryl Streep hat ihre einen weiteren Rekord brechende 18. Oscar-Nominierung (inkl. 3 Oscar-Gewinne). Ich habe August Osage County gesehen, es kommt auch nicht von ungefähr.
Mein Wunsch: ganz eindeutig: Cate Blanchett
Die Wahrscheinlichkeit: Cate Blanchett
Der Unsicherheitsfaktor: Amy Adams. Es ist ihre fünfte Oscar-Nominierung (Junebug, Doubt, The Fighter, The Master und jetzt American Hustle) und wenn die Academy American Hustle so lieben, könnten sie sogar Cate Blanchett ihren Oscar klauen.

Performance by an actor in a leading role:

Christian Bale (American Hustle)
Bruce Dern (Nebraska)
Leonardo DiCaprio (The Wolf of Wall Street)
Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave)
Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)

Meine Meinung:Ich kenne alle Performances. Hier ist Christian Bale die große Überraschung. Nicht, dass er nicht unter den zehn Besten im Filmjahr 2013 aufgeführt war, aber er war viel weiter unten. Das zeigt, wie sehr die Academy den Film American Hustle liebt. Für ihn wurde Tom Hanks eigentlich sichere Nominierung geopfert. Was ich nicht verstehe, wie können die Barkhad Abdi nominieren und Academy-Liebling Tom Hanks nicht. Wie verrückt freue ich mich über Leonardo DiCaprios Nominierung. Wohlverdient. Damit er in die Besten Fünf reinrutscht, wurde – wie bereits in meiner gestrigen Prognose vermutet – Robert Redford geopfert. Wenn American Hustle der große Oscar-Abräumer wird, dann gewinnt sogar Christian Bale seinen zweiten Oscar. Lieber wäre es mir, wenn Leo seinen ersten gewinnt. Über Matthew McConaugheys Dankensrede bei den Golden Globes wird etwas rumgemault, er hätte über die AIDS-Opfer sprechen sollen, etc. Da die erste im TV live ausgestrahlte Filmpreis-Verleihung als Vorsprechen für die Oscars gilt, könnte ihm dies seinen Oscar kosten. Leonardo DiCaprio war da wesentlich souveräner auf der Bühne.
Mein Wunsch: Leonardo DiCaprio
Die Wahrscheinlichkeit: Leonardo DiCaprio
Der Unsicherheitsfaktor: in der Reihenfolge: Matthew McConaughey, Chiwetel Ejiofor, Bruce Dern und Christian Bale

Performance by an actress in a supporting role:

Sally Hawkins (Blue Jasmine)
Jennifer Lawrence (American Hustle)
Lupita Nyong ´o (12 Years a Slave)
Julia Roberts (August: Osage County)
June Squibb (Nebraska)

Meine Meinung: Ich kenne alle Performances. Gut, hier gab es eine kleine Überraschung. Und nochmal möchte ich mich bei der Academy für die Nicht-Nominierung von Oprah Winfrey bedanken. Sally Hawkins hat die Nominierung auch weit mehr verdient. Jennifer Lawrence könnte mit 23 Jahren die jüngste doppelte Oscar-Gewinnerin aller Zeiten sein. Jodie Foster war seinerzeit 29 Jahre alt.
Mein Wunsch: Jennifer Lawrence oder Sally Hawkins
Die Wahrscheinlichkeit: Jennifer Lawrence
Der Unsicherheitsfaktor: Tja, wenn 12 Years a Slave völlig übergangen wird, könnte man einen Trostpreis für den Film finden, gerne in Form von Schauspielern, die stellvertretend für den Film ausgezeichnet werden. Also Lupita Nyong´o

Performance by an actor in a supporting role:

Barkhad Abdi (Captain Phillips)
Bradley Cooper (American Hustle)
Michael Fassbender (12 Years a Slave)
Jonah Hill (The Wolf of Wall Street)
Jared Leto (Dallas Buyers Club)

Meine Meinung:Ich kenne alle Performances. Ich habe gehofft, dass Daniel Brühl nominiert wird, definitiv war er besser als Jonah Hill und außerdem war seine Rolle eigentlich eine Hauptrolle. Naja. Barkhad Abdi, Fassy und Leto haben ihre 1. Oscar-Nominierung, Jonah Hill und Bradley Cooper ihre 2. Oscar-Nominierung
Mein Wunsch: Michael Fassender oder Jared Leto
Die Wahrscheinlichkeit: Die maulen auch etwas über Jared Letos Dankesrede bei den Golden Globes. Er hat den Globe für seine Rolle als aidskranke Transsexuelle gewonnen. Er hätte auch über die AIDS-Opfer, etc. sprechen sollen. Das könnte ihm schaden, auf der anderen Seite könnte er wenn er bei den SAGs ausgezeichnet seinen Fauxpas wieder gutmachen. Das Gleiche gilt übrigens für Matthew McConaughey
Der Unsicherheitsfaktor: Bradley Cooper (wg. American Hustle)

Hier die komplette Liste aller Nominierten: http://www.oscars.org/awards/academyawards/86/nominees.html

Nominierungen für die Goldene Himbeere 2014

Folgende Filme und Schauspieler dürfen sich Chancen auf den Anti-Oscar, den Razzie ausrechnen:

Worst Picture:

After Earth
Grown Ups 2
The Lone Ranger
A Madea Christmas
Movie 43

Worst Actor:

Johnny Depp (The Lone Ranger)
Ashton Kutcher (Jobs)
Adam Sandler (Grown Ups 2)
Jaden Smith (After Earth)
Sylvester Stallone (Bullet to the Head, Escape Plan, Grudge Match)

Worst Actress:

Halle Berry (The Call, Movie 43)
Selena Gomez (Getaway)
Lindsay Lohan (The Canyons)
Tyler Perry (A Madea Christmas)
Naomi Watts (Diana, Movie 43)

Worst Supporting Actor:

Chris Brown (Battle of the Year)
Larry the Cable Guy (A Madea Christmas)
Taylor Lautner (Grown Ups 2)
Will Smith (After Earth)
Nick Swardson (A Haunted House, Grown Ups 2)

Worst Supporting Actress:

Lady Gaga (Machete Kills)
Salma Hayek (Grown Ups 2)
Katherine Heigl (The Big Wedding)
Kim Kardashian (Tyler Perry´s Temptation)
Lindsay Lohan (InAPPropriate Comedy, Scary Movie 5)

Gut, ich habe keinen einzigen der genannten Performances oder Filme gesehen. Dennoch kann ich mir vorstellen, warum sie nominiert wurden. Tyler Perry oder Adam Sandler tauchen ja jedes Jahr bei den Razzies auf. Katherine Heil, Taylor Lautner, Selena Gomez, Jaden Smith gehören hier auch hin. Warum jemand Chris Brown, Lady Gaga und Kim Kardashian in einem Spielfilm besetzt, kann ich mir eh nicht erklären.

Etwas leid tut es mir für Naomi Watts. Salma Hayek ist meines Erachtens selbst schuld, wenn sie in so einem Mist mitspielt. Johnny Depp sollte sich mal langsam überlegen, sich nicht länger von den großen Studios verheizen zu lassen.