Berlin (ale) – Film: „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“

Ich war am 21.02.18 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ (dt. Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“, dt. Kinostart: 23.08.18) 113 min  drama, comedy, biopic, adaptation  
dir. Gus Van Sant cast: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Beth Ditto, Kim Gordon

 

John Callahan (Joaquin Phoenix) war bereits vor seinem Autounfall Alkoholiker. Bei dem Unfall wurde er so schwer verletzt, dass er fortan mit einer Querschnittslähmung leben muss. Seitdem er 21 Jahre alt ist, sitzt er nun bereits im Rollstuhl und versucht seither, einen Sinn im Leben zu finden. Dabei helfen ihm irgendwann u.a. seine Meetings mit der Anonyme-Alkoholiker-Gruppe, die von dem schwerreichen, exzentrischen Donnie (Jonah Hill) geleitet wird.

 

B- (Wertung von A bis F) „Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ basiert den gleichnamigen Memoiren des amerikanischen Cartoon-Zeichners John Callahan. Es ist der neue Film des Autors und Filmemachers Gus Van Sant („My Own Private Idaho“, „Good Will Hunting“, Milk)

Der Film springt häufig in seiner Erzählstruktur von einer Zeit- und Bedeutungsebene zur anderen. Vor dem Unfall, unmittelbar anschließend, bei zahlreichen Gruppensitzungen der Anonymen Alkoholiker, bei seinen ersten beruflichen Erfolgen als Cartoonist, Trinkgelagen, Szenen mit seiner Freundin, bei einem Auftritt des Cartoonisten vor Publikum, etc. Die schwarzhumorigen Cartoons des Portraitierten ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, auch beginnt Gus Van Sant später, die Handlung anhand des Zwölf-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker etwas zu gliedern. Letzteres war keine schlechte Idee, vielleicht hätte Gus Van Sant diese Unterteilung konsequenter durch die gesamte Erzählung ziehen oder selbige etwas chronologischer aufbauen sollen. So wirkte die Handlung etwas unaufgeräumt, aber vielleicht auch wieder passend für das verkorkste Leben des einst heftig trinkenden Comic-Zeichners und Karikaturisten. Am Ende ist der Film auch eher ein Porträt und man hat nachher  auch ein recht gutes Bild von diesem John Callahan. Nicht zuletzt, ist dies natürlich Joaquin Phoenix zu verdanken. Er ist sicherlich einer besten Schauspieler unserer Zeit, befreit von jeglicher Eitelkeit führt er einen immer verlässlich durch Geschichten. Selbstverständlich weiß er auch hier zu begeistern und ist glaubwürdig in der Rolle des durchgeknallten Lebenskünstlers (auch wenn mich seine schlechten Perücken mitunter etwas verschreckt haben). Es ist jedoch ein anderer Schauspieler, der diesen Film besonders sehenswert macht: Jonah Hill.

Es ist nicht das erste Mal, dass der, bereits zwei Mal für den Oscar nominierte Schauspieler anderen die Show stiehlt. Hier spielt er den ultrareichen, hippieesken Sponsor von u.a. John Callahan. Er ist kaum wiederzukennen und ich hatte tatsächlich bei jeder seiner Szenen Herzrasen. Für mich ein sicheres Zeichen, wie sehr mich seine Performance umgehauen hat. Am Ende hätte ich mir eigentlich gewünscht, ein Film über diesen Donnie zu sehen.

Die amerikanische Sängerin Beth Ditto gibt hier ihr Spielfilmdebüt und auch ist die amerikanische Musikerin Kim Gordon hier in einer Nebenrolle zu sehen.

„Don´t Worry, He Won´t Get Far on Foot“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2018 gezeigt. Am 13.07.18 soll der Film in den amerikanischen Kinos starten. Bisher ist noch kein Kinostart für Deutschland geplant. Update: Der Film startet am 23.08.18 unter dem Filmtitel: „Don´t Worry, weglaufen geht nicht“ in den deutschen Kinos. Ich habe den Film auf der Berlinale 2018 gesehen. Der Film wurde im Wettbewerb gezeigt.

Trailer zu sehen:

 

London – Film: „A Ghost Story“

Ich war am 18.08.17 in London und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„A Ghost Story“ (dt. Kinostart: 07.12.17) 90 min drama, fantasy 
dir. David Lowery cast: Casey Affleck, Rooney Mara

 

M (Rooney Mara) und C (Casey Affleck) sind ein Paar. Die beiden sind sich sehr nah. Eines Tages verstirbt C. Von den Mitmenschen und seiner Partnerin unbemerkt, verbringt er seine Zeit als Geist wieder in ihrer Nähe. Er kann einfach noch nicht loslassen – während das Leben um ihn herum weitergeht…

 

A- (Wertung von A bis F) „A Ghost Story“ ist der neue Film des amerikanischen Filmemachers David Lowery (Ain´t Them Bodies Saints, „Pete´s Dragon“).

„A Ghost Story“ ist einer dieser Filme, den man entweder richtig gerne mag oder mit dem man kann gar nichts anfangen kann. Ein Dazwischen gibt es – glaube ich – nicht. Casey Affleck gilt nicht unbedingt als wandelbarster Schauspieler, auch habe ich mir sagen lassen, dass er durch seine Eskapaden in den letzten Jahren nicht gerade an Beliebtheit gewonnen hat. Diesen Film kann man aber auch gucken, wenn man sein Gesicht nicht sehen möchte, da er die meiste Zeit des Films ein Bettlaken über den Kopf trägt.

„A Ghost Story“ ist ein Film über Trauerbewältigung, Einsamkeit und wie schwer es fällt, wenn man ein Zuhause gefunden hat, dieses wieder verlassen zu müssen. Dabei ist das Zuhause nicht zwingend ein Ort, sondern hauptsächlich ein Gefühl.

Kaum eine Geistergeschichte wird aus der Perspektive des Geistes erzählt. Dieser Film schaffte es mich, mit seiner ruhigen und langsamen Erzählweise zu überzeugen. Für die melancholische Grundstimmung war der schöne Score des amerikanischen Komponisten Daniel Hart nicht unerheblich. Als es zu der Begegnung mit dem anderen Geist kommt, sind bei mir bereits das erste Mal die Tränen geflossen.

In einem meiner Lieblingsfilme (Sofia Coppolas „Lost in Translation“) erfährt man nicht, was Bill Murrays Charakter Scarlett Johanssons Charakter zum Abschied ins Ohr flüstert. Natürlich überlegt man als Zuschauer, was er ihr mit auf den Weg gegeben hat. Aber eigentlich ist es egal, weil man die Charaktere und ihre Beziehung verstanden hat. Einen ähnlich tiefgründigen Moment gibt es auch in diesem Film mit einem Zettel, den Rooney Maras Charakter hinterlässt. Auch hier habe ich die innige Beziehung der beiden verstanden und konnte mich auch irgendwo in den Geist reinversetzen. Die Produktionskosten von „A Ghost Story“ betrugen bescheidene 100,000 Dollar – mir zeigt das auf eindrucksvolle Weise, dass man mit einem sehr kleinen Budget eine große Geschichte erzählen kann. Toller Film.

Besonders lobenswert ist, dass der Regisseur David Lowery, nach der erfolgreichen Disney-Produktion „Pete´s Dragon“ mit diesem Film zurück zu seinen Indie-Wurzeln gekehrt ist. Für diesen Film hat er ein besonderes Format (1,33:1) gewählt.

„A Ghost Story“ ist ein Film meines amerikanischen Lieblingsverleihers A24 und auch dieser Film bewirbt sich um einen Platz in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2017.

„A Ghost Story“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2017 gezeigt. Der Film ist am 7.7.17 in vier ausgewählten amerikanischen Kinos gestartet. Mittlerweile läuft er in 329 Kinos landesweit. Für Deutschland ist bislang kein Kinostart bekannt. Ich habe den Film in London gesehen. In Großbritannien ist der Film am 11.08.17 in mehr als 100 Kinos gestartet. Update: Ein deutscher Kinostart ist für den 07.12.17 geplant.

 

Trailer zu sehen:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Limehouse Golem„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Britischer Thriller mit Bill Nighy
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „American Made„
Bewertung des Trailers: B (anderer Trailer)
Kommentar: Doug Limans neuer Actionfilm mit Tom Cruise – wie lange will der eigentlich immer dieselbe Rolle spielen?
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „Goodbye Christopher Robin„
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Kostümdrama über A.A. Milne und seine Inspiration für die Winnie-the-Pooh-Geschichten. Ich liebe Winnie-the-Pooh. Film mit Domhnall Gleeson und Margot Robbie (die ich im Trailer nicht erkannt habe)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 

Kino in London 

Das letzte Mal war ich im November 2015 in London im Kino. Da wir mal wieder unser Crewhotel gewechselt haben und jetzt in Kensington residieren, habe ich mir – der Einfachheit halber – ein neues Kino gesucht. In der riesigen Westfield Mall habe ich ein nettes Kinocenter gefunden. Die Kinokarte kostete 11.49 GBP, meinen Sitzplatz musste ich bereits an der Kasse aussuchen und Werbung inkl. Trailer dauerten ca. 20 Minuten.

NYC – Film: „Kubo and the Two Strings“

Ich war am 19.08.16 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 
„Kubo and the Two Strings“ (dt. Filmtitel: „Kubo – Der tapfere Samurai“, dt. Kinostart: 27.10.16) 102 min animation
dir. Travis Knight cast: Art Parkinson, Charlize Theron, Ralph Fiennes, Rooney Mara, Matthew McConaughey, George Takei

 

 

Die Geschichte spielt im Japan vor unserer Zeit. Der kleine Kubo (Art Parkinson) lebt mit seiner Mutter in einer Höhle am Meer. Tagsüber geht er ins Dorf und unterhält die Bevölkerung mit seinen fantasievollen Geschichten. Seine Mutter (Charlize Theron) hat ihm immer eingetrichtert, dass er vor Anbruch der Dunkelheit zurück sein soll. Eines Tages bleibt er zu lange draußen und begegnet prompt zwei Geistern. Bei den beiden Geistern handelt es sich um seine beiden Tanten (Rooney Mara), vor denen hat ihn seine Mutter immer eindringlich gewarnt. Für Kubo beginnt ein gefährliches Abenteuer…

 
A- (Wertung von A bis F) Nach Coraline, ParaNorman und The Boxtrolls ist „Kubo and the Two Strings“ erst der vierte Film des Stop-Motion-Animationsstudios LAIKA. Es ist der erste Spielfilm bei dem der Vorstand und Präsident von LAIKA, Travis Knight, Regie führt. Travis Knight ist der Sohn von Phil Knight, Gründer des Sportartikel-Herstellers Nike.

Ich musste selbst noch mal nachschauen, aber den ersten Trailer von „Kubo“ habe ich vor dem Kinofilm Zootopia gesehen. Ich mochte die Figuren nicht und wollte mir den Film auch gar nicht anschauen. Jetzt – ein halbes Jahr später – bin ich ziemlich begeistert von dem Streifen. Zweifelsfrei ist es der technisch perfekteste der vier LAIKA-Filme und er erzählt eine originelle und originale Geschichte.

Die Animation in „Kubo and the Two Strings“ ist eine Kombination aus Stop-Motion-Technik und CGI. Am Anfang standen aber immer die handgefertigten Puppen und die, mit viel Liebe zum Detail gebauten Sets. Immer wenn das im Film durchscheint, sind mir vor Rührung die Tränen gekommen. Wer gibt sich den heute, mit all den technischen Möglichkeiten, noch so viel Mühe?

 
Erzählt wird die Story des einäugigen, japanischen Jungen Kubo, einem Geschichtenerzähler. Seitdem sein Vater verstorben ist, kümmert er sich rührend um seine kranke Mutter. Eines Tages beschwört er zwei Geister aus seiner Vergangenheit und muss aus dem Dorf flüchten. Er wird Götter und Monster bekämpfen und bekommt dabei Hilfe von zwei Gefährten, Monkey und Beetle.

„Kubo and the Two Strings“ ist ein ideenreiches Abenteuer, das einen in eine ganz andere Welt führt. Vielleicht sind es ein paar Feinheiten, die man an der Story noch hätte verbessern können, ansonsten habe ich an dem Film wenig auszusetzen. Kubo ist natürlich der Held, meine Lieblingsfigur ist jedoch Monkey. Mich störte, dass Beetle von Matthew McConaughey gesprochen wird. Mir ist die Stimme und Sprache des texanischen Schauspielers so vertraut, dass ich diese überall heraushöre und mich das hier aus dem Film brachte. Mit Hollywoodstars kann man natürlich prima Werbung machen, ich könnte aber oftmals gut darauf verzichten, dass bekannte Schauspieler die Sprechrollen in den Animationsfilmen übernehmen. „Kubo and the Two Strings“ ist ein Film mit japanischen Figuren, der ausschließlich in Japan spielt und wird in den U.S. A. zu Recht dafür kritisiert, dass er vorwiegend von weißen Schauspielern synchronisiert wird.

 
Nach wie vor bin ich PIXAR-Fan, aber LAIKA macht auch einzigartige Filme und darüberhinaus plant dieses Animationsstudio keine Fortsetzungen zu ihren Filmen, daher schlägt mein Herz mittlerweile mehr für LAIKA.

Aus Zeitgründen habe ich „Kubo and the Two Strings“ in der 2D-Fassung gesehen, werde ihn mir aber noch mal in der ganz sicher lohnenswerten 3D-Version anschauen.

Den Film habe ich in einem Kinocenter in New York gesehen. Es ist offiziell der erste Film für den ich 16 USD für eine Kinokarte gezahlt habe. In Manhattan gibt es kaum Vergünstigungen für Vormittagsvorstellungen, o.ä. Es ist unglaublich, wie sich die Ticketpreise in den letzten Jahren entwickelt haben.

„Kubo and the Two Strings“ ist festgesetzt in meiner Top Ten für Filme aus dem Jahr 2016. 

 
„Kubo and the Two Strings“ ist im Gespräch für eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm. Update: „Kubo and the Two Strings“ wurde für insgesamt 2 Oscars nominiert, in den Kategorien: Bester Animationsfilm und Beste visuelle Effekte

Trailer zu sehen:

 

 

 

 

Das Making-of:

 

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „A Monster Calls„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Romanverfilmung mit Sigourney Weaver und Felicity Jones. Liam Neeson verleiht dem Monster seine wunderbare Stimme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Sing„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich nicht

Trailer v. Film: „Trolls„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: bunter Musical-Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

Trailer v. Film: „The Eagle Huntress„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Dokumentation
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Storks“
Bewertung des Trailers: A- (neuer Trailer)
Kommentar: Animationsfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Monster Trucks„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Fantasy-Kinderfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Queen of Katwe
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Biopic mit David Oyelowo und Lupita Nyong´o
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: eher nicht

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Berlin – Film: „Carol“

Ich war am 07.12.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Carol“ (dt. Kinostart: 17.12.15) 118 min drama, adaptation
dir. Todd Haynes cast: Cate Blanchett, Rooney Mara, Sarah Paulson, Kyle Chandler, Jake Lacy

New York in den 1950er Jahren. Therese (Rooney Mara) arbeitet in der Spielzeugabteilung eines Kaufhauses. Kurz vor Weihnachten tritt die verheiratete Carol (Cate Blanchett) das erste Mal in ihr Leben. Sehr zum Missfallen von Carols Noch-Mann (Kyle Chandler) entwickelt sich langsam eine Beziehung zwischen den beiden Damen.

B (Wertung von A bis F) „Carol“ basiert auf Patricia Highsmiths, seinerzeit unter dem Pseudonym Claire Morgan veröffentlichten, sehr persönlichen Roman „The Price of Salt“. Es ist der neueste Film von Todd Haynes (Velvet Goldmine, Far From Heaven, I´m Not There, Mildred Pierce).

Todd Haynes hat einen visuell sehr edlen Film inszeniert. Gedreht wurde auf Super-16mm, was die Authentizität der 1950er Jahre sicher noch mehr unterstreicht.

Carol ist der titelgebene Charakter des Films, aber es wird die Geschichte beider Frauen erzählt und rückblickend blieb mir Thereses noch stärker in Erinnerung. Auf der einen Seite die verheiratete Carol, die sich von ihrem Ehemann getrennt hat und mehr oder weniger versteckt ihre Homosexualität auslebt und auf der anderen Seite die bestimmt 20 Jahre jüngere Therese, die noch ihren Platz in der Welt – sowohl beruflich als auch privat – sucht. Sie verliebt sich das erste Mal in ihrem Leben, noch dazu in eine Frau, die in einer komplizierten Lebenssituation steckt.

Cate Blanchett ist bekanntermassen meine Lieblingsschauspielerin. Egal was die australische Charakterschauspielerin für eine Rolle spielt, sie lebt immer ihre Figur. Von ihr bekommt man keine halbherzige schauspielerische Leistung zu sehen. Ich habe sie dieses Jahr in Knight of Cups, „Cinderella“, „Carol“ und kürzlich in „Truth“ gesehen. Wenn ich mich nur für eine filmpreiswürdige Performance entscheiden müsste, dann würde meine Wahl eindeutig auf „Truth“ fallen. Dadurch will ich aber ihre exzellente Darbietung in „Carol“ nicht abschwächen, auch wenn ich die Gefühle ihres Filmcharakters nicht so greifen konnte wie die ihrer Filmpartnerin  Rooney Mara.

Mich hat Rooney Mara hier richtig überrascht. Mit ihre Rolle in „Carol“ betont sie ihre Wandelbarkeit. Ich habe sie noch gut als Lisbeth Salander in The Girl with the Dragon Tattoo in Erinnerung hat und wenn man sie hier als mädchenhafte Therese im New York der 1950er Jahre sieht – unterschiedlicher könnten die Rollen kaum sein. Trotz ihrer zurückhaltenden Performance taucht man in ihre Gefühlswelt ein. Allein mit ihren Augen und ihrem Blick schafft sie es, die Seele ihres Filmcharakters für den Zuschauer quasi sichtbar zu machen. Sie kann das Jung- und das erste Mal Verknalltsein perfekt transportieren, so dass man sich in die Zeit zurückversetzen kann, in der man selbst das erste Mal bis über beide Ohren verliebt war.

In den männlichen Nebenrollen haben mir Kyle Chandler und Jake Lacy (der mir kürzlich bereits in Love the Coopers auffiel) besonders gut gefallen.

„Carol“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Cate Blanchett), Beste Haupt- oder Nebendarstellerin – derzeit ist noch nicht klar, in welcher Kategorie sie letztendlich landet (Rooney Mara), Bester Nebendarsteller (Kyle Chandler), Beste Nebendarstellerin (Sarah Paulson), Bestes adaptiertes Drehbuch und einige technische Kategorien. Carol wurde bereits mit einigen amerikanischen Filmkritikerpreisen ausgezeichnet, Cate Blanchett und Rooney Mara haben eine SAG-Award-Nominerung erhalten und tatsächlich geht Harvey Weinstein mit diesem Film mit den meisten Golden Globe-Nominierungen ins Oscar-Rennen.

Update: „Carol“ hat 6 Oscar-Nominierungen (Beste Hauptdarstellerin Cate Blanchett, Beste Nebendarstellerin Rooney Mara, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Filmmusik) erhalten.

„Carol“ wurde erstmalig auf dem Cannes Film Festival 2015 gezeigt. Dort hat der Film den Queer Palm Award gewonnen und Rooney Mara wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Der Film wurde am 20.11.15 in vier Kinos in den gesamten U.S.A. gestartet. Seit dem 11.12.15 läuft er jetzt in 16 amerikanischen Kinos. Ich habe den Film in einer Pressevorführung in Berlin gesehen. Gezeigt wurde die deutsche Synchronisation. Auch wenn sich der Filmverleih DCM zweifelsfrei viel Mühe mit der Synchronisation gegeben hat, fehlten mir die Originalstimmen. Die Stimmen und damit auch die Performance der Schauspieler sind einfach verfremdet. Ich gehe sogar davon aus, dass ich den Film in der OV noch mit einem Pünktchen besser bewertet hätte.

„Carol“ ist ab dem nächsten Donnerstag (17.12.15) in den deutschen Kinos zu sehen.

 

 

Der internationale Trailer:

 

Der deutsche Trailer:

 

L.A. – Film: "Her"

Ich war am 20.12.13 in Los Angeles und habe mir im Kino angeschaut:

„Her“ (dt. Kinostart: 27.03.14) 119 min drama, sci-fi
dir. Spike Jonze cast: Joaquin Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Chris Pratt voice: Scarlett Johansson

Los Angeles – in nicht so ferner Zukunft. Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) schreibt beruflich wunderbare Liebesbriefe für andere Leute, privat weiß er sich oftmals nicht richtig auszudrücken. Jetzt lebt er gerade in Scheidung von seiner Frau Catherine (Rooney Mara). Theodore legt sich ein neues Betriebssystem zu. Das OS 1 ist das erste Betriebssystem von künstlicher Intelligenz. Dieses Betriebssystem kann sogar denken und fühlen. Nachdem ihm ein paar persönliche Fragen gestellt wurden und seine Festplatte durchgecheckt wurde, ist das OS direkt auf ihn zugeschnitten und beginnt sich, durch eine sympathische Frauenstimme, mit ihm zu unterhalten. Samantha (Scarlett Johansson) nennt sie sich, erinnert ihn an Termine, liest ihm seine Emails vor und er vertraut ihr seine Gedanken an. Die Beziehung wird immer inniger…

A- (Wertung von A bis F) „Her“ ist ein Film über eine ungewöhnliche Liebesbeziehung. Es ist aber auch ein Film über die Einsamkeit in einer zunehmend technisierten Welt.

Spike Jonze („Being John Malkovich“, „Adaptation“, Where the Wild Things Are) zeichnet mit seinem erst vierten Spielfilm eine Welt in der näheren Zukunft. Eine Zukunft, in der die Technologie einen immer größeren Stellenwert in unserem Leben einnimmt. Die Menschen begegnen sich zwar noch, unterhalten sich, aber zwischenmenschliche Beziehungen nehmen immer mehr ab. Der Computer, das Betriebssystem bestimmt zunehmend das Leben. Es übernimmt weite Teile der Kommunikation in der Gesellschaft, was zwangsläufig in Einsamkeit resultiert.

Es ist etwas ganz Besonderes in diese abgedrehte Welt von Spike Jonzes „Her“ einzutauchen. Man muss sich aber auch darauf einlassen können und wollen. Der Regisseur Spike Jonze hat bereits zwei Mal mit dem Drehbuch-Genie Charlie Kaufmann („Confession of a Dangerous Mind“, „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“, Synecdoche, New York) gearbeitet. Zuerst bei seinem Regiedebüt „Being John Malkovich“, dann bei seinem zweiten Film „Adaptation“. „Her“ fühlt sich auch an, als käme er aus Charlie Kaufmanns Ideenfabrik. Dieses Mal hat Spike Jonze aber die Vorlage zu seinem Film völlig allein geschrieben.

Ich finde die Idee mit dem Betriebssystem von künstlicher Intelligenz genial und kann mir vorstellen, dass in einigen, wenigen Jahren so etwas zur Normalität werden kann. Schon seit einigen Jahren beobachte ich sorgenvoll, dass die meisten Menschen mehr in ihr Handy schauen, gucken was in sozialen Netzwerken passiert, anstatt sich persönlich mit anderen Menschen zu unterhalten. Der direkte Kontakt zu seinen Mitmenschen scheint immer mehr abzunehmen. Da ist die Idee mit dem personifizierten Betriebssystem praktisch nur einen Schritt weiter. In „Her“ sieht man (später im Film) wie die Leute auf der Straße nicht nur dauernd in ihr Handy gucken und durch das Handy mit jemanden reden, sondern sie reden direkt mit ihrem Handy, bzw. mit ihrem personifizierten Betriebssystem. Sie bauen eine Beziehung zu ihrem Betriebssystem auf und dann ist es sicherlich nur noch ein kleiner Schritt, Gefühle für sein OS zu entwickeln.

Das Erste was mir in „Her“ aufgefallen ist, waren diese weichen schönen Farben, die großartige Szenenbilder und die fantastische Ausstattung. Alleine in dieser einzigartigen Ausstattung könnte ich mir vorstellen zu leben. Wenn so Großraumbüros aussehen, möchte ich auch in einem arbeiten. Dieses warme Licht in den Innenräumen schafft so eine Wohlfühl-Atmosphäre, teilweise ganz im Kontrast zu den Aufnahmen in der Innenstadt. Die Stadt, hier das Los Angeles in der Zukunft, wirkt kalt und klinisch sauber (mich hat das sofort an japanische Städte wie Osaka oder Nagoya erinnert).

Joaquin Phoenix („Gladiator“, „Walk the Line“, We Own the Night, I´m Still Here, The Master) zeigt einmal mehr was für ein brillanter Schauspieler er ist. Ich habe ihn, glaube ich, in beinahe jedem Film gesehen. In der Vergangenheit hat er oft genug gezeigt, was für ein facettenreicher Schauspieler er ist, auch wenn ich ihn immer besonders überzeugend fand, wenn er irgendwie durchgeknallte Charaktere spielt. Ich kann mich nicht erinnern, wann er je so einen sympathischen und gefühlvollen Charakter wie in „Her“ gespielt hat. Joaquin Phoenix ist Theodore Twombly und damit ist das eine eindeutige Oscar-Performance. Ich kann mir auch keinen anderen Schauspieler vorstellen, der diese Rolle hätte überzeugend verkörpern können. Dennoch ist es gut vorstellbar, dass er bei den Oscar-Nominierungen im nächsten Jahr übergangen wird. Ausgerechnet in die Kategorie Bester Hauptdarsteller drängen sich lauter nominierungswürdigen Performances. Um den wichtigsten männlichen Schauspielern im Filmjahr 2013 gerecht zu werden, könnte man locker die Kategorie Beste Hauptdarsteller auf zehn zu Nominierende erweitern.

Auch im Gespräch für eine Oscar-Nominierung ist Scarlett Johansson. Die Academy hat jedoch noch nie jemanden für eine reine Sprechrolle nominiert, daher ist auch hier eine Nominierung eher unwahrscheinlich. Ich sehe Scarlett Johansson nun gar nicht gerne, aber muss zugeben, dass sie eine schöne Stimme und Sprache hat. Samantha wurde übrigens zuvor von der Schauspielerin Samantha Morton gesprochen. Nachdem der Film abgedreht war, hat sich jedoch Spike Jonze entschieden, ihre Rolle noch einmal komplett von einer anderen Schauspielerin, also Scarlett Johansson, sprechen zu lassen.

Das Einzige woran ich mich in dem Film erst gewöhnen musste, sind Joaquins Hosen (bzw. auch die Hosen der anderen Männer). Später im Film fand ich aber selbst die auf seltsame Weise toll.

Da in dem Film „Her“ die Stimmen und die Sprache eine äußerst wichtige Rolle spielen, sollte er ausschließlich in der Originalfassung geschaut werden. Auch sollte „Her“ vorzugsweise auf der großen Leinwand gesehen werden.

„Her“ ist ein Film nach einem Originaldrehbuch. Wenn man sich den Film anschaut, dann denkt man sofort, dass dies eine Indie-Produktion ist. „Her“ wurde aber tatsächlich von einem großen Studio (Warner Bros Pictures) produziert. Und das in einer Zeit, in der von den Studios hauptsächlich dumme Actionfilme, Comic-Verfilmungen, Buchadaptionen, Remakes, Fortsetzungen und Neuauflagen von bereits vorhandenen Filmen oder Reihen die Kinosäle blockieren. Daher weiß ich den so kleinen, feinen Film von einem Major besonders zu schätzen.

Definitiv wird „Her“ in meiner Bestenliste für Filme aus dem Jahr 2013 auftauchen.

Als ich mir den Film angeschaut habe, lief er nur auf sechs Leinwänden in den gesamten U.S.A. bzw. Kanada (New York, L.A. und Toronto)

„Her“ wurde erstmalig auf dem New York Film Festival 2013 gezeigt.

„Her“ ist für folgende Oscar-Nominierungen im Gespräch: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Joaquin Phoenix), Beste Nebendarstellerin (Amy Adams, Scarlett Johansson), Bestes Originaldrehbuch, Bestes Szenenbild, Beste Kamera, Beste Filmmusik (bereits qualifiziert), Bester Original Song („The Moon Song“ ist bereits qualifiziert)

Der amerikanische Kino-Trailer:

Die Website:

http://www.herthemovie.com/#/home

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Labor Day“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Jason Reitmans neuer Film mit Kate Winslet und Josh Brolin. Galt mal als Oscar-Kandidat.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Other Woman“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Komödie mit Cameron Diaz und Leslie Mann. (Schön zu sehen, dass auch Cameron Diaz älter wird und noch besser, dass sie auf Botox verzichtet)
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: weiß nicht

Trailer v. Film: „Winter´s Tale“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Romanverfilmung mit Colin Farrell, Jennifer Connelly und Russell Crowe. Romantisches Drama mit esoterischem Einfluss. Hilfe!
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Edge of Tomorrow“
Bewertung des Trailers: B
Kommentar: Sci-Fi-Film mit Tom Cruise und Emily Blunt. Während des Trailers habe ich mir notiert: „Das kann doch nicht deren Ernst sein“. Ich kann mich aber nicht erinnern warum und wollte mir den Trailer auch nicht noch mal im Netz anschauen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

NYC – Film: "Ain´t Them Bodies Saints"

Ich war am 18.08.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Ain´t Them Bodies Saints“ 90 min drama
dir. David Lowery cast: Casey Afleck, Rooney Mara, Ben Foster, Keith Carradine, Nate Parker

Texas, irgendwann in den 1970er Jahren. Nach einer wilden Schießerei, bei der die schwangere Ruth (Rooney Mara) einen Polizisten trifft, nimmt Bob (Casey Affleck) die Alleinschuld auf sich und sitzt Bob im Gefängnis. Ruth soll ihr gemeinsames Kind aufziehen. Jahrelang schreibt er ihr Liebesbriefe aus dem Gefängnis. Er versucht mehrmals, aus dem Gefängnis auszubrechen. Als ein Fluchtversuch schließlich gelingt ist, sind sich alle sicher, dass er früher oder später Kontakt zu Ruth und der inzwischen bald 4-jährigen Tochter aufnehmen wird…

B- (Wertung von A bis F) „Ain´t Them Bodies Saints“ ist ein ruhiges, aber stimmungsvolles Drama.

Die Story ist etwas dünn, aber visuell sieht der Film sehr ansprechend aus (noch mehr war ich von dem Score angetan). Hier bleiben aber nicht nur die Taten des Gangsterpärchens und einige Verbindungen der einzelnen Figuren etwas im Dunkeln, der Regisseur David Lowery und sein, mit Talent gesegneter Kameramann Bradford Young haben die ganzen Dreharbeiten einfach ins Dunkle verlegt. Sicherlich sieht es auch wesentlich cooler aus, wenn die Charaktere nur bei Sonnenuntergang oder nachts schön in Szene gesetzt werden und man sie mitunter nur schemenhaft sieht. Ich hätte mir aber gewünscht, die Mimik und die Gesichter der Protagonisten auch richtig zu erkennen. Von seiner ursprünglichen Version ist der Film künstlerisch korrigiert/ geschnitten worden, vielleicht hätte man ihn an den richtigen Stellen gleich mal etwas aufhellen können.

Ich weiß nicht, was die alle an Casey Affleck finden. Gut, ich bin im Allgemeinen kein Freund der Affleck-Brüder als Schauspieler. (Nach Ben Afflecks erschütternd schlechten Performance als Daredevil verbleibt es völlig rätselhaft, wie Warner Bros. darauf kommt, ihn als neuen Batman zu besetzen). Casey Affleck ist natürlich der eindeutig talentiertere Schauspieler der beiden. Ihn halte ich jedoch auch für überschätzt. Ich mag seine weinerliche Stimme nicht, außerdem nuschelt er immer vor sich hin und redet, als ob er einen übergroßen Kaubonbon im Mund hat.

Rooney Mara ist hervorragend in ihrer Rolle, ebenso Keith Carradine Ben Foster hat mir am besten gefallen – wie so oft – überzeugt er auch hier mit seinem reduzierten, intensiven Spiel.

Derzeit sind folgende Oscar-Nominierungen für das Jahr 2014 im Gespräch: Casey Affleck (Bester Hauptdarsteller), Rooney Mara (Beste Hauptdarstellerin), Ben Foster (Bester Nebendarsteller) und Bradford Young (Beste Kamera)

„Ain´t Them Bodies Saints“ wurde erstmalig auf dem Sundance Film Festival 2014 gezeigt. Dort wurde er noch in seiner ursprünglichen Filmlänge von 105 Minuten gezeigt. Auf dem Sundance Film Festival hat er den Special Jury Prize: Cinematography gewonnen.

Trailer zu sehen:

Im IFC Center wurden vor diesem Film keine Trailer geschaltet.

NYC – Film: "Side Effects"

Ich war am 15.02.13 in New York und habe mir im Kino angeschaut:

„Side Effects“ (dt. Kinostart: 25.04.13) 106 min thriller
dir. Steven Soderbergh cast: Jude Law, Rooney Mara, Catherine Zeta-Jones, Channing Tatum, Mamie Gummer

Der New Yorker Börsenmakler Martin Taylor (Channing Tatum) war wegen Insidergeschäften fünf Jahre im Gefängnis. Gerade ist er aus der Haft entlassen und kehrt zu seiner Frau Emily (Rooney Mara) zurück. Sie leidet unter Depressionen und nach einem vermeintlichen Selbstmordversuch trifft sie im Krankenhaus auf den Psychiater Dr. Banks (Jude Law). Wenig später begibt sie sich bei ihm in Therapie. Um ihre Depressionen in den Griff zu bekommen, lässt sie sich von ihm ein neues Medikament verschreiben. Nur hat dieses Antidepressivum scheinbar unerwartete und verheerende Nebenwirkungen…

D (Wertung von A bis F) Nach Haywire und Magic Mike ist das nun der dritte Steven Soderbergh-Film in Folge, der mir gar nicht gefällt. „Side Effects“ ist aber der mit Abstand schlechteste.

Was für doofes Drehbuch und was für ein blöder Film. Wenn man mal von den immer absurder werdenden Wendungen absieht, ist „Side Effects“ vom Grund her vorhersehbar und langweilig. Der Plot verzettelt sich zunehmend und überschreitet auch Grenzen. Vereinzelte Szenen und auch Performances sind unfreiwillig komisch. Als es in einer Szene dann auch noch zu einem Kuss kommt, brach in meiner sehr gut besuchten Freitagabend-Vorstellung im Publikum schallendes Gelächter aus. Dazu noch ein nerviger Score und mitunter merkwürdige Kameraeinstellungen – ich weiss nicht was sich Steven Soderbergh („Sex, Lies and Videotape“, „Out of Sight“, „The Limey“, „Traffic“) dabei gedacht hat. Vielleicht ist es ganz gut, dass er – wie er angekündigt hat – sich aus dem Filmgeschäft vorerst zurückziehen wird.

Nach ihrem fulminanten Auftritt als Lisbeth Salander in David Finchers „The Girl with the Dragon Tattoo“ habe ich Rooney Mara jetzt bewusst das zweite Mal gesehen. Sie ist so ein ganz eigener Typ, bei der ich (zumindest in diesem Film) Schwierigkeiten habe, ihr die relativ normale junge Frau abzunehmen. Sicherlich hat mich auch ihre scheussliche Perücke abgelenkt und dass keinerlei Chemie zwischen Channing Tatum und ihr besteht. (Das kann jedoch durchaus auch an Mr. Tatum liegen, bei dem ich mir generell – wie soll ich es sagen – eine weibliche Person an seiner Seite nur schwer vorstellen kann). Auch Catherine Zeta-Jones fand ich in „Side Effects“ nicht authentisch.

Erfreulich fand ich eigentlich nur, Meryl Streeps Tochter Mamie Gummer und auch Ann Dowd in einer kleinen Nebenrolle wieder auf der Leinwand zu sehen.

„Side Effects“ wurde am 08.02.13 in den amerikanischen Kinos gestartet und lief beinahe zeitgleich auf der Berlinale 2013 im Wettbewerb.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Dead Man Down“
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionthriller mit Colin Farrell, Terrence Howard und Noomi Rapace. Ich mag weder Terrence Howard noch Noomi Rapace.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 50%

Trailer v. Film: „The Heat“
Bewertung des Trailers: D
Kommentar: Komödie mit der Oscar-Preisträgerin Sandra Bullock (die Academy fürchtet einen Imageverlust wegen ZD30, dafür hat doch schon Bullocks Auszeichnung gesorgt) und der für einen Oscar nominierten Melissa McCarthy.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „G.I. Joe: Retaliation“
Bewertung des Trailers: C+ (neuer Trailer)
Kommentar: Knallbummbang mit Dwayne Johnson und Bruce Willis. Kommt jetzt mit einem Jahr Verspätung ins Kino und gucke ich logischerweise immer noch nicht.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Last Exorcism Part II“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Great Gatsby“
Bewertung des Trailers: B+ (wieder neuer Trailer)
Kommentar: Meine Erwartungen sind wirklich riesig, eigentlich kann ich nur enttäuscht werden. Diese Romanverfilmung ist von Baz Luhrmann inszeniert und mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire in den Hauptrollen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 3 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Oblivion“
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Sci-Fi mit Tom Cruise
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „The Host“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Meine Güte, noch so ne Stephanie Meyer-Romanverfilmung. So was kann ich definitiv nicht gucken, auch wenn Saoirse Ronan und William Hurt mitspielen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%