San Francisco – Film: „Annihilation“

Ich war am 28.02.18 in San Francisco und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

„Annihilation“ (dt. Filmtitel: „Auslöschung“, in Deutschland ab dem 12.03.18 auf Netflix abrufbar) 115 min sci-fi, drama, adaptation
dir. Alex Garland cast: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Tessa Thompson, Gina Rodriguez, Oscar Isaac, Tuva Novotny, Benedict Wong

 

Lena (Natalie Portman) sitzt in Quarantäne in einem geheimen Labor und wird von einem Wissenschaftler (Benedict Wong) befragt. Er hat viele Fragen an die Biologie-Professorin. Sie scheint die einzig Überlebende, die aus dem geheimen Gebiet, das Shimmer genannt wird, zurückgekehrt ist. Was ist mit ihren Teamkolleginnen Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh), Anya (Gina Rodriguez, Josie (Tessa Thompson) und Cass (Tuva Novotny) passiert? Alle sind gemeinsam vor einiger Zeit zu dieser Expedition aufgebrochen…

 

A- (Wertung von A bis F) „Annihilation“ ist eine Adaption von Jeff VanderMeers gleichnamigen Roman. Der Film hält sich dabei aber nur vage an die Vorlage. Es ist der neue Film des englischen Schriftstellers („The Beach“), Drehbuchautors („28 Days Later“, „Sunshine“, Never Let Me Go) und Regisseurs Alex Garland (Ex Machina).

„Annihilation“ ist kein Genre-Film für die breite Masse. Ich würde ihn als smarten Arthouse-Sci-Fi-Horrorfilm beschreiben. Eine Art Alien-Film mit philosophischem Ansatz. Die, vielleicht dringenden Fragen, des einen oder anderen Zuschauers werden dabei nicht beantwortet. Der Film wird in drei Kapiteln (Area X, The Shimmer und The Lighthouse) erzählt und am Ende bietet er Raum für Interpretationen, vergleichbar mit Filmen wie Under the Skin, Arrival, mother! und The One I Love. Meine Interpretation zu der Handlung weiter unten mit einem Spoiler-Hinweis versehen.

Ich bin froh, dass ich mir den Film bei der ersten Sichtung im Kino anschauen konnte. „Annihilation“ wirkt unbedingt auf der großen Leinwand. Dass der Film in Deutschland nicht ins Kino kommt, hat damit zutun, dass er bei Testscreenings komplett durchgefallen ist. Einer der Geldgeber wollte daraufhin Änderungen vornehmen lassen, den Film „einfacher“ und zugänglicher für ein Mainstream-Publikum gestalten lassen. Das stiess jedoch auf erheblichen Widerstand des Regisseurs und, in dem Fall noch wichtiger, des Produzenten Scott Rudin (der den final cut hatte). Letztlich wurde der Film so belassen wie er war, aber als Kompromiss, nur in Nordamerika und China ins Kino gebracht und die Rechte für andere Länder direkt an Netflix verkauft. Netflix ist bekanntlich egal, ob ihr Film zunächst besser im Kino aufgehoben wäre oder gleich in ihrem großen Filmarchiv verrottet. Ich werde mir den Film die Tage noch ein zweites Mal im Kino anschauen, meine Gedanken nach der ersten Sichtung:

Spoiler Anfang

Die Handlung bezieht sich, meines Erachtens, auf Veränderungen psychischer oder physischer Natur. Selbstzerstörung ist ein zentrales Thema. Nach dem Tod eines Kindes, einem groben Fehler, den man in seiner Ehe begangen hat, nachdem eine Sucht überwunden ist, nach einem Trauma oder einer Chemotherapie wird man nie wieder die Person sein, die man vorher war, etwas ist zerstört, seelisch oder körperlich. Lebensphasen verändern die Persönlichkeit. Man verändert sich auch schon leicht, wenn man anderen, neuen Menschen begegnet und sie in sein Leben lässt. Sind Lena und Kane am Ende also andere Persönlichkeiten, sind sie Mutationen ihrer selbst, Doppelgänger oder ist Lena am Ende Lena geblieben und Kane eine Kopie seiner selbst? Mit dem Ende bin ich mir nicht sicher. Auch werde ich bei der zweiten Sichtung mal überlegen, was es mit dem Tattoo auf sich hat, dass Lena später, aber auch einige ihrer Teamkolleginnen getragen haben.

Spoiler Ende

„Annihilation“ ist am 23.02.18 in 2.012 amerikanischen Kinos gestartet. Ich habe den Film in XD gesehen, nicht weil ich das unbedingt wollte, er lief einfach zu einer Zeit, die mir am besten passte. XD bietet eine extragroße Leinwand und ein sehr gutes Soundsystem, angeblich mit IMAX zu vergleichen. Dazu sitzt man in den bald unumgänglichen verstellbaren Ruhe/Kinosessel. Das kostete natürlich 3 Dollar extra. Der Film startet nur in Nordamerika und China im Kino. in Deutschland steht der Film unter dem Filmtitel „Auslöschung“ zunächst exklusiv den Netflix-Abonnenten zur Verfügung. Dort ist er ab dem 12.03.18  dort abrufbar.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „Gringo„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Actionkomödie von Joel Edgertons Bruder Nash mit Charlize Theron, David Oyelowo und Joel Edgerton
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: mal gucken

Trailer v. Film: „Sicario 2 Soldado„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu Sicario mit (wieder) Benicio del Toro und Josh Brolin
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Red Sparrow„
Bewertung des Trailers: B+ (neuer Trailer)
Kommentar: Wow – zumindest vom Trailer her. Spionagethriller mit Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: ich glaube schon

Trailer v. Film: „Mission: Impossible – Fallout„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Ich gucke keine Tom Cruise-Filme
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A Quiet Place„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Wow, cooler Trailer. Horrorfilm
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Pacific Rim: Uprising„
Bewertung des Trailers: C- (neuer Trailer)
Kommentar: Ich musste aufpassen, nicht schon bei dem Trailer einzuschlafen
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

amerikanischer Aufsteller von „Annihilation“

 

Extreme Digital Cinema – womit man alles Geld machen kann… (diese Vorstellung hat 3 Dollar mehr kostet)

 

Boston – Film: „Jackie“

Ich war am 10.12.16 in Boston und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

 

 

„Jackie“ (dt. Filmtitel: „Jackie: Die First Lady“, dt. Kinostart: 26.01.17) 99 min drama, biopic
dir. Pablo Larraín cast: Natalie Portman, Peter Sarsgaard, Greta Gerwig, Billy Crudup, John Hurt, Richard E. Grant, John Carroll Lynch, Beth Grant

 

 

Hyannis Port, Massachusetts im Jahr 1963. Eine Woche nachdem ihr Ehemann, Präsident John F. Kennedy (Caspar Phillipson), ermordet wurde, empfängt Jackie Kennedy (Natalie Portman) den LIFE Magazin Reporter Theodore H. White (Billy Crudup). Sie erzählt von der Tour, die sie durch das renovierte Weiße Haus gegeben hat, von den Stunden nach dem Attentat auf ihren Ehemann und von ihren Vorbereitungen zur Trauerfeier des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

 

 

B (Wertung von A bis F) „Jackie“ ist ein Porträt über Jacqueline Bouvier Kennedy. Es ist der erste englischsprachige Film des chilenischen Filmemachers Pablo Larraín („Post Mortem“, „No!“)

Jackie Kennedy hatte, nur kurz nach dem Attentat auf ihren Mann, dem LIFE Magazin ein Interview gegeben. Mit ihren Aussagen wollte sie ihren verstorbenen Gatten, den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, sein Leben und seine Regierungszeit (die sie als „Camelot“ bezeichnete) ins rechte Licht rücken. In dem Interview erzählte sie über die Zeit unmittelbar nach seiner Ermordung und wie sie die Beerdigungszeremonie inszenierte. Der Film zeigt, wie Jackie Kennedy die Medien und insbesondere die Macht der Bilder genutzt hat und so den Kennedy-Mythos erschuf.

Den ganzen Film über war ich angespannt, habe mich unwohl gefühlt. Das hat sicherlich auch mit der Situation zutun, in die es Pablo Larrain schafft, den Zuschauer zu versetzen aber hauptsächlich würde ich es der Filmmusik zuschreiben. Der Score ist sehr dominant, schräg und furchtbar im besten Sinne. Die Musik hebt die Empfindungen von Mrs. Kennedy noch hervor. Nach Under the Skin ist dies erst der zweite Score, den Mica Levi für einen Spielfilm komponierte.

 
Natalie Portman hat nicht sonderlich viel Ähnlichkeit mit Jackie Kennedy, sie ist auch sicherlich wesentlich hübscher als die ehemalige Präsidentengattin, aber sie macht ihre Sache erstaunlich gut. Man kann irgendwann nicht mehr die Augen von Mrs. Portman nehmen, den New Yorker Akzent, Jackies Sprache hat sie auch perfekt hinbekommen. Natalie Portman zeigt hier die Wandlung von einer leicht naiven und ängstlichen First Lady zu einer selbstbewussten, eigenwilligen und durchaus mitunter feindseligen Jackie. Es ist hundertprozentig davon auszugehen, dass sie für diese Rolle für den Oscar nominiert wird, die meisten Experten gehen sogar davon aus, dass sie hierfür ihren zweiten Academy Award (nach Black Swan) gewinnen wird.

Schauspielerisch hat mich Peter Sarsgaard („Shattered Glass“, „The Dying Gaul“, An Education, Pawn Sacrifice) einen Tick mehr begeistert. In meinen Augen sowieso einer der besten Schauspieler, hier hat er überraschenderweise sogar Ähnlichkeit mit Robert Kennedy.

In der Vergangenheit hatte ich meine Probleme mit Greta Gerwig (Frances Ha, Maggie´s Plan), ich fand sie immer gleich und mein Fall ist dieser Typ Frau einfach nicht. Hier spielt sie tatsächlich mal eine ganz andere Rolle, die Assistentin von Jackie Kennedy, ich habe sie kaum erkannt und fand sie großartig.

 
„Jackie“ ist für einige Oscar-Nominierungen im Gespräch, u.a. Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman), Bester Nebendarsteller (Peter Sarsgaard), Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik und einige andere technische Kategorien. Update: „Jackie“ wurde für insgesamt 3 Oscars nominiert, in den Kategorien: Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman), Beste Kostüme und Beste Filmmusik

 
„Jackie“ wurde erstmalig auf dem Venice Film Festival 2016 gezeigt. Auf diesem Festival wurde Noah Oppenheim mit zwei Preisen für sein Drehbuch für „Jackie“ ausgezeichnet. Der Film ist am 02.12.16 in fünf ausgewählten Kinos in den U.S.A. gestartet. Mittlerweile ist er bereits in 348 amerikanischen Kinos zu sehen. Am 26.01.17 startet der Film in den deutschen Kinos.

Trailer zu sehen:

 

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „20th Century Women„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Mike Mills neuer Film mit Annette Bening, Elle Fanning, Greta Gerwig und Billy Crudup
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

 
Trailer v. Film: „La La Land“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Perfekter Trailer von Damien Chazelles neuem Film mit Emma Stone, Ryan Gosling und J. K. Simmons. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 7 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: bereits gesehen

Trailer v. Film: „Passengers„
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Morten Tyldums neuer Film, Sci-Fi-Romanze mit Jennifer Lawrence und Chris Pratt. Jennifer Lawrence sieht in dem Kleid echt ein Knaller aus.
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „50 Shades Darker„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Fortsetzung zu „50 Shades of Grey“ – ich verstehe nicht, wie die Dorman besetzen konnte, er ist wirklich alles andere als sexy. Aber gut, was interessiert es mich.
Wie oft schon im Kino gesehen: 5 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „Collateral Beauty„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Drama mit Will Smith, Edward Norton, Keira Knightley, Naomie Harris und Kate Winslet – diesen Trailer habe ich so oft gesehen, dass ich ihn exakt mitsprechen kann… Den Film will ich nicht mehr sehen
Wie oft schon im Kino gesehen: 8 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

Trailer v. Film: „A United Kingdom„
Bewertung des Trailers: B-
Kommentar: Biopic-Drama mit Rosamund Pike und David Oyelowo
Wie oft schon im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: interessiert mich gar nicht

Trailer v. Film: „Silence„
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Martin Scorsese neuer Film. Oscar-Film!
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Gifted„
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Drama mit Chris Evans und Jenny Slate
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 0%

 

amerikanischer Aufsteller von "Jackie"
amerikanischer Aufsteller von „Jackie“

 

Berlin (ale) – Film: "Knight of Cups"

Ich war am 9.2.15 in Berlin und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Knight of Cups“ (dt. Kinostart: 10.09.15) 118 min drama
dir. Terrence Malick cast: Christian Bale, Natalie Portman, Cate Blanchett, Brian Dennehy, Antonio Banderas, Freida Pinto

Rick (Christian Bale) ist ein erfolgreicher Drehbuchautor in Hollywood. Oberflächlich betrachtet führt er ein glückliches Leben. Er langweilt sich aber generell schnell, empfindet eine gewisse Leere und begibt sich auf die Suche.

B- (Wertung von A bis F) Terrence Malick liefert ziemlich genau den Film, den ich von ihm erwartet habe. „Knight of Cups“ erinnert dabei eher an einen seiner letzten Filme, The Tree of Life, als an meinen persönlichen Lieblingsfilm von ihm „The Thin Red Line“.

In seinem neuesten Werk erzählt Terrence Malick nicht wirklich eine Geschichte. Es ist eher die Stimmung und die Atmosphäre, von der man sich mitreißen lassen kann. Der Filmemacher schafft mit seinem Kameramann Emmanuel „Chivo“ Lubezki („Tree of Life“, Gravity, Birdman) bildgewaltige Szenen, in denen man sich – kombiniert mit der für mich typischen Malick-Filmmusik – verlieren möchte. Ich mochte sehr viele Szenen im Film, besonders die Szenen am oder im Wasser (und davon gibt es einige). Meine Lieblingsszene ist die, in der die Hunde unter Wasser nach ihrem Ball versuchen, zu schnappen.

Vom Inhalt her – von der Leere, die Hollywood erzeugen kann – hat mich der Film etwas an Sofia Coppolas Somewhere  erinnert.

Christian Bale hatte zwar eine grobe Rollenbeschreibung für seinen Filmcharakter, aber kein Drehbuch. Wenn man den Film sieht, glaubt man das sofort. Es wirkt so, als ob der Schauspieler jeden Tag pünktlich am jeweiligen Drehort erschien, etwas rumgelaufen ist, bedeutungsvoll vor sich hin geguckt hat und ab und an ein paar Regieanweisungen befolgte. Nun könnte ich Christian Bale tatsächlich ewig bei so etwas zuschauen. Als ich aber dachte, ich hätte ihm jetzt ewig dabei zugeschaut und der Film müsste bald zu Ende sein, habe ich auf die Uhr geguckt, und da war exakt eine Stunde vergangen. Anders gesagt, Bales Sinnsuche ist irgendwann etwas ermüdend. Was soll ich mich aber beschweren, ich habe meine Zeit im Kino schon mit wesentlich weniger ambitionierten und guten Filmen verbracht und dabei keine wohltuende Entspannung für meine Augen erfahren.

„Knight of Cups“ wurde erstmalig am 08.02.15 auf der Berlinale 2015 gezeigt. Der Film lief im Wettbewerb. Ich habe den Film auf der Berlinale gesehen. Gezeigt wurde die OmU. In meiner nicht ausverkauften Vorstellung haben einige Zuschauer während des Films den Saal verlassen. Derzeit hat „Knight of Cups“ noch keinen amerikanischen Verleiher.

Trailer zu sehen:

NYC – Film: "Black Swan"

Ich war am 14.12.10 in New York und habe mir folgenden Film im Kino angeschaut:

„Black Swan“ (dt. Kinostart: 20.01.11) 108 min thriller, horror, drama
dir. Darren Aronofsky cast: Natalie Portman, Vincent Cassel, Mila Kunis, Barbara Hershey, Winona Ryder

Nina (Natalie Portman) ist klassische Balletttänzerin am New York City Ballet. Von ihrer dominanten Mutter Erica (Barbara Hershey) und ihrem eigenen Ehrgeiz angetrieben, strebt sie die Rolle der Schwanenkönigin in Thomas Leroys (Vincent Cassel) Interpretation von Tschaikowskis´ „Schwanensee“ an. Die Rollenbeschreibung in Leroys Produktion beinhaltet, dass sie den unschuldigen weißen Schwan, als auch den verführerischen, manipulativen schwarzen Schwan porträtiert. Thomas Leroy ist nicht überzeugt, dass die prüde Nina auch eine dämonische und erotische Seite in den Tanz hineinbringen kann. Dann ist da noch die junge, neue Ballerina Lily (Mila Kunis), die scheinbar die perfekte Besetzung wäre. Hält Ninas Psyche einen Konkurrenzkampf mit Lilly stand?

B- (Wertung von A bis F) „Black Swan“ ist ein Erotikthriller mit Horrorelementen, aber auch ein Drama.

Ich empfand es als etwas anstrengend, Natalie Portmans Charakter zu folgen. Zunächst habe ich generell Schwierigkeiten mit übertrieben ehrgeizigen und selbstzerstörerischen Menschen. Entsprechend ging mir der Film auch einige Male auf die Nerven. Dann habe ich diesem Charakter Nina (gespielt von Natalie Portman), die schätzungsweise Mitte/Ende 20 ist, das unerfahren-unschuldige und jungfräuliche Mädchen nicht wirklich abgenommen. Bei ihrem attraktiven Erscheinungsbild ist mir das unverständlich. Dazu müsste ich mehr über ihren Charakter erfahren, die dominante Mutter reicht mir als mögliche Begründung nicht. Mir fehlte einfach Hintergrundwissen. Da ich keinen Zugang zu Nina und ihrer Obsession bekam, war es mir auch so zu keinem Zeitpunkt möglich, richtig in den Film reinzukommen. Entsprechend habe ich den Film mit Abstand betrachtet und fand ihn einige Male albern. Dies ging mir – in einem, bis auf den letzten Platz ausgebuchten Kino – offenbar nicht alleine so. Bei einigen, ganz sicher nicht für Lacher angelegten Szenen, hat das anspruchsvolle New Yorker Publikum laut gelacht. Dennoch ist „Black Swan“ sicherlich ein sehenswerter Film (wahrscheinlich noch mehr für Männer). Für mich ist es jedoch auch ein klar vorhersehbarer Film und definitiv kein Oscar-Film.

Ich weiß nicht woran es liegt, aber Vincent Cassel („Elizabeth“, „Eastern Promises“) fand ich als leidenschaftlichen und sexy Choreografen/künstlerischen Leiter nicht wirklich überzeugend. Natalie Portman („The Professional“, „Beautiful Girls“, „Star Wars“, „Closer“) als Ballerina fand ich hingegen glaubwürdig, ihr Körper ist wunderbar definiert. Natalie Portman spielt ihre Nina okay, im Verlauf des Films wird ihre Performance auch immer besser, nur ist diese nun lange nicht so gut wie Mickey Rourkes´ in Darren Aronofskys letztem Film „The Wrestler“. Natalie Portman wird dennoch ganz sicher eine Oscar-Nominierung erhalten, vielleicht sogar den Oscar. Beängstigend gut hat mir Barbara Hershey gefallen. Überraschenderweise fand ich Winona Ryder (für ihre Verhältnisse) sensationell.

Trailer sehen:

http://www.foxsearchlight.com/blackswan/

vorgeschaltete Trailer:

Trailer v. Film: „The Tree of Life“
Bewertung des Trailers: A
Kommentar: Man, auf Terrence Malicks neuen Film warte ich nun schon seit mehr als einem Jahr. Auch aus dieser Oscar-Saison wurde er geschoben. Die Bildsprache fasziniert mich jetzt schon, naja und dann ist natürlich auch Sean Penn dabei…
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100% !!!!

Trailer v. Film: „Barney´s Version“
Bewertung des Trailers: C
Kommentar: Drama mit Hamstergesicht Paul Giamatti
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 20%

Trailer v. Film: „The Fighter“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Biopic über den Boxer Mickey Ward und seinen cracksüchtigen Bruder. Mit Mark Wahlberg, aber vor allen Dingen Christian Bale und Melissa Leo. Film habe ich einen Tag später in einem der wenigen Kinos, in denen der Film in den U.S.A. derzeit schon läuft, gesehen.
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: gesehen

Trailer v. Film: „African Cats“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Disneys neue Natur- und Tierfilm/Doku
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „Rabbit Hole“
Bewertung des Trailers: A-
Kommentar: Nicole Kidmans neuer Film macht einen überraschend guten Eindruck. Es hat sich offenbar gelohnt, für einige Monate auf Botox zu verzichten, so wird Frau Kidman jetzt auch für eine Oscar-Nominierung gehandelt. Die ersten wichtigen Filmpreis-Nominierungen sind gerade raus und sie ist tatsächlich nominiert.
Wie oft schon im Kino gesehen: 2 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Trailer v. Film: „The Way Back“
Bewertung des Trailers: B+
Kommentar: Peter Weirs Film über einen Ausbruch aus dem sibirischen Gefängnis um 1940. Mit Ed Harris, Jim Sturgess, Saoirse Ronan und Colin Farrell
Wie oft schon im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich den Film anschaue: 100%

Dallas – Film: "Brothers"

Ich war am 22.12.09 in Dallas und habe mir im Kino angeschaut:

„Brothers“ 110 min drama, remake
dir. Jim Sheridan cast: Tobey Maguire, Jake Gyllenhaal, Natalie Portman, Sam Shepard, Carey Mulligan, Mare Winningham, Bailee Madison, Taylor Geare

Sam (Tobey Maguire) ist Soldat bei den US-Marines. Er ist glücklich mit Grace (Natalie Portman) verheiratet und die beiden haben zwei kleine Töchter. Kurz vor seinem Einsatz in Afghanistan wird Sams Bruder Tommy (Jake Gyllenhaal) aus dem Gefängnis entlassen. Als Sam während seines Einsatzes verunglückt wird er vom Militär für tot erklärt. Sam geriet jedoch in die Gefangenschaft der Taliban und kommt viele Monate später völlig verändert heim. Derweil hat sich sein Bruder um seine kleine Familie gekümmert und Grace und Tommy haben sich angenähert…

C+ (Wertung von A bis F) Mir hat sich schnell der Gedanke aufgezwängt, dass diese Produktion in erster Linie darauf abzielt, mit wichtigen Filmpreisen ausgezeichnet zu werden. Man nimmt ein mehrfach nominiertes psychologisches Drama (hier der dänische Film „Brodre“ von Susanne Bier), engagiert den Regisseur Jim Sheridan („My Left Foot“, „In the Name of the Father“), der der Academy nicht unbekannt ist, und dreht mit teils hochtalentierte jungen Schauspieler (Tobey Maguire, Jake Gyllenhaal und Natalie Portman) ein Remake und verklebt das Ganze mit der Musik von U2.

So funktioniert das aber nicht, zumindest nicht bei mir. Alles hat sich zu inszeniert angefühlt, mir war es zu keinem Zeitpunkt möglich, in den Film zu kommen. Natalie Portman („The Professional“, „Beautiful Girls“, „Closer“) fand ich hier enttäuschend unnatürlich. Außerdem wirkt sie erschreckend abgemagert und hat mich nicht nur aus diesem Grund an Keira Knightly erinnert. Hoffentlich hat sie auf der Harvard Uni nicht das Schauspielern verlernt… Überragend gut gefallen haben mir Jake Gyllenhaal („Jarhead“, „Brokeback Mountain“, „Zodiac“), Sam Shepard („Swordfish“, „The Notebook“) und natürlich auch Tobey Maguire („The Ice Storm“, „The Cider House Rules“, „Wonder Boys“), bei allen drei Schauspieler könnte ich es durchaus nachvollziehen, wenn sie für einen Academy Award nominiert werden.

Trailer zu sehen:

vorgeschaltete Trailer:

Trailer von Film: „Edge of Darkness“
Bewertung des Trailers: C-
Kommentar: Mel Gibson
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 1 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film: „The Last Song“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Nicholas Sparks Verfilmung mit Greg Kinnear und Miley Cyrus, die auch die Musik zusteuert…
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 0 %

Trailer von Film: „From Paris with Love“
Bewertung des Trailers: C+
Kommentar: Actioner mit Jonathan Rhys Meyers (ja!) und John Travolta (nööö!)
Wie oft habe ich den Trailer bereits im Kino gesehen: 0 x
Wahrscheinlichkeit, dass ich mir den Film anschaue: 60 %